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          <unittitle>Bundesarchiv (Archivtektonik)</unittitle>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Gerichtliches Verfahren (mit Relationen und Voten) 1711-1806</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Zulassung zum gerichtlichen Verfahren (1681-1687) 1711-1806</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Entscheidungen in verfahrensrechtlichen Fragen 1702-1806</p>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskammergericht.- Tutelarprotokolle</unittitle>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Freiwillige Gerichtsbarkeit und Vormundschaftsangelegenheiten 1679-1806</p>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>u.a. Assessorenvoten 1560-1784</p>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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                <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Schriftgut der Reichskammergerichtskanzleiverwaltung; Anlage von Repertorien; Konferenzprotokolle</p>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
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            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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                <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Diverse Einzelstücke und Fragmente aus Assessorennachlässen 16. Jh.-1806 (47)</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Verwaltungsakten (Unterbringung, Sicherheit und Privilegien des Gerichts, Finanzsachen, Jurisdiktion und Geschäftsführung, Personalsachen, Kanzleisachen, Archiv und Bibliothek)</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
              <p>Archivische Bearbeitung:</p>
              <p>Die Verzeichnung erfolgt auf der Grundlage bis 1910 im Staatsarchiv Wetzlar erstellten Kartei und des 1913 von Hermann Hoogeweg verfassten Entwurfs zur Findbuchvorbemerkung.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
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                <extent>99 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <physdesc>
                <extent>461 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <extent>5,3 lfm</extent>
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              <physdesc>
                <extent>74 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskammergericht.- Urkunden</unittitle>
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                <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Urkunden (Privilegien, Einzelstücke aus Prozeßakten, insbesondere Vollmachten, und der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie aus der Verwaltung des Gerichts) 1411-1782, Praktikantenmatrikel 1693-1806</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Seit der Einnahme der Stadt Speyer bestand das Schriftgut des Reichskammergerichts aus drei Teilen: Die vorsorglich geflüchteten Akten lagerten in Frankfurt a.M., die von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgefolgten Unterlagen wurden in Aschaffenburg, der Sommerresidenz des Reichskanzlers verwahrt, die laufende Registratur befand sich in Wetzlar. Dorthin gab die Stadt Frankfurt das von ihr verwaltete Schriftgut 1751 ab. Erst 1808 wurden die Akten aus Aschaffenburg nach Wetzlar abgegeben. Das Archiv des Reichskammergerichts wurde nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Gemäß Beschluss der Bundesversammlung von 1845 wurde in den Jahren 1847-1852 die Hauptmasse der Prozessakten, insgesamt 67923, unter sämtliche Gliedstaaten des Deutschen Bundes sowie Belgien und die Niederlande aufgeteilt; 1881 wurden noch die elsässischen Prozessakten nach Straßburg abgegeben. Der Anteil Preußens mit insgesamt 23 674 Prozessakten verfiel nach der Auflösung des Staatsarchivs Wetzlar (1924) einer abermaligen Aufteilung, diesmal unter die preußischen Staatsarchive und die Stadtarchive Aachen, Köln und Wetzlar. So sind die Prozessakten des Reichskammergerichts heute über 50 deutsche und außerdeutsche Archive verstreut.</p>
              <p>Übrig blieb der &quot;Untrennbare Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs, zu dem u.a. die Akten der streitigen Gerichtsbarkeit aus Prozessen zwischen Vorgängern der Staaten des Deutschen Bundes und aus Prozessen zwischen Parteien in Gebieten außerhalb des Deutschen Bundes (Schweiz, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien, baltische Länder) gehören. Er gelangte 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Von 1953 - 2000 bildete er einen der Hauptbestände der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Auswahl</p>
              <p>Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. Köln, Weimar, Wien 1973ff;</p>
              <p>Filippo Ranieri, Recht und Gesellschaft im Zeitalter der Rezeption. Eine rechts- und sozialgeschichtliche Analyse der Tätigkeit des Reichskammergerichts im 16. Jahrhundert, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 17), Köln, Weimar, Wien 1985;</p>
              <p>Friedrich Battenberg, Reichskammergericht und Archivwesen. Zum Stand der Erschließung der Reichskammergerichts-Akten, in: Das Reichskammergericht in der deutschen Geschichte (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich. 21), Köln-Wien 1990, S. 173-194;</p>
              <p>Anette Baumann, Die Gesellschaft der Frühen Neuzeit im Spiegel der Reichskammergerichtsprozesse, (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, 36), Köln, Weimar, Wien 2001</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das 1495 auf dem Reichstag zu Worms errichtete Reichskammergericht mit zunächst wechselndem Sitz in Worms, Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Speyer und Esslingen war zuständig für Verfahren wegen Bruchs des Reichslandfriedens, Verhängung der Reichsacht, in allen fiskalischen Klagen, Besitzstreitigkeiten zwischen Reichsunmittelbaren und alle Zivilklagen gegen sie; für alle Gerichte der Territorien, die kein privilegium de non appellando et non evocando besaßen. Außerdem war es oberstes Berufungsgericht in Konkurrenz mit dem Reichshofrat. Kaiser Karl V. legte Speyer als ständigen Sitz fest. Nach der Einnahme der Stadt durch französische Truppen im pfälzischen Erbfolgekrieg 1688 wurde auf Antrag der Reichsstadt Wetzlar das Reichskammergericht durch ein Dekret Kaiser Leopolds I. in Wetzlar wiedererrichtet (1693).</p>
              <p>Aufgelöst wurde es am 6. August 1806 durch ein Handbillet Kaiser Franz II. in dem er dem Kammerrichter den Auftrag gab, den Gerichtspersonen die Auflösung des Reichsverbandes und die Entlassung aus ihren Pflichten mitzuteilen.</p>
            </scopecontent>
          </c>
          <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichspfennigmeisteramt beim Reichskammergericht</unittitle>
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                <extent>226 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Jahresrechnungen 1516-1823, Quittungen und Belege 1689-1816, Besoldungsquittungen 1770-1788, Rückstände an Kammerzielern 1769-1817, Verschiedenes 1676-1818</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen des Reichspfennigmeisters wurden gemeisam mit den übrigen Unterlagen des Archivs des Reichskammergerichts nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Nach Aufteilung der Prozessakten des Reichskammergerichts gelangten die Unterlagen des Reichspfennigmeisters mit dem sog. &quot;Untrennbaren Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt. Ab 1953 Abteilung Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Schulze, Winfried Prof.Dr., Reichskammergericht und Reichsfinanzverwaltung im 16. und 17. Jahrhundert, Schriftenreihe der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung, Heft 6, Wetzlar 1989</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das Reichspfennigmeisteramt war 1495 zur Verwaltung der zum Unterhalt des Reichskammergerichts erhobenen Reichssteuer, der Kammerzieler, eingerichtet worden.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">AR 2-II</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfiskalamt beim Reichskammergericht</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1746-01-01/1799-12-31">1746 - 1799</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Protokolle von Prozessen gegen die unterhaltssäumigen Stände</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die wenigen überlieferten Unterlagen des Reichspfennigmeisters wurden gemeisam mit den übrigen Unterlagen des Archivs des Reichskammergerichts nach dessen Auflösung 1806 zunächst durch die vom Fürstprimas Karl Theodor v. Dalberg eingerichtete Reichskammergerichtskanzleiverwaltung verwahrt, welche die Jurisdiktion des Reichskammergerichts auf die obersten Gerichte der Nachfolgestaaten des alten Reiches überleitete. Ab 1815 wurde es von Preußen, seit 1821 von einer eigenen Archivkommission der Deutschen Bundesversammlung verwaltet. Nach Aufteilung der Prozessakten des Reichskammergerichts gelangten die Unterlagen des Reichspfennigmeisters mit dem sog. &quot;Untrennbaren Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt, ab 1953 Abteilung Frankfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Schulze, Winfried Prof.Dr., Reichskammergericht und Reichsfinanzverwaltung im 16. und 17. Jahrhundert, Schriftenreihe der Gesellschaft für Reichskammergerichtsforschung, Heft 6, Wetzlar 1989</p>
              <p>Rautenberg, Björn Alexander, Der Fiskal am Reichskammergricht. Überblick und exemplarische Untersuchungen vorwiegend zum 16. Jahrhundert, Bern/ Frankfurt a.M. 2008</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Der Reichsfiskal, zunächst nur eine einzelne Person, war 1496 zur Wahrnehmung kaiserlicher Interessen vor dem Reichskammergericht eingesetzt worden. Er war zuständig für die Aufsicht über den Landfrieden, Steuerpflicht sowie für die Überwachung von Monopolen, Marktrechten und des Münzwesens.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">AR 3</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Transrhenanische Sustentationskommission</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1803-01-01/1824-12-31">1803 - 1824</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>106 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Sitzungsprotokolle (mit Register) 1803-1820, Jahresberichte 1803-1817, Unterlagen über einzelne Stifte, Schriftwechsel 1803-1820</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Transrhenanischen Sustentationskommission gelangten gemeinsam mit dem sog. &quot;Untrennbaren Bestand&quot; des Reichskammergerichtsarchivs 1925 in die damals errichtete Reichsarchivabteilung Frankfurt, seit 1953 Abteilung Frakfurt des Bundesarchivs. Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Wolfgang Burgdorf, Der Untergang der Reichskirche und die Subdelegationskommission für das transrhenanische Sustentationswesen. In:Bernhard Diestelkamp (Hg), Das Reichskammergericht am Ende des Alten Reiches und sein Fortwirken im 19. Jahrhundert, Köln, Weimar, Wien 2002</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Kommission war seit 1803 für die im Reichsdeputationshauptschluß vorgesehene Versorgung der geistlichen Fürsten und Würdenträger aus den an Frankreich abgetretenen linksrheinischen Gebieten zuständig.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">AR 4-F</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichserbmarschallamt</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1356-01-01/1827-12-31">1356-1827</unitdate>
              <physdesc>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
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              <p>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 1-I</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Allgemeine Verhandlungen der Bundesversammlung</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1816-01-01/1866-12-31">1816 - 1866</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>987 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Allgemeine Verhandlungen (u.a. Errichtung des Deutschen Bundes, Reform der Bundesverfassung, Bundesversammlung, Liquidation des alten Reiches, Beziehungen zum Ausland, Bundesgesetzgebung, Verfassungskonflikte, Angelegenheiten deutscher Einzelstaaten, Handel Verkehr, Marineangelegenheiten) 1815-1867</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 1-II</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Reklamationen</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1817-01-01/1865-12-31">1817-1865</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>701 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <extent>7,0 lfm</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 1-III</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Militärangelegenheiten</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1816-01-01/1865-12-31">1816-1865</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>479 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <extent>16,0 lfm</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 1-IV</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Austrägalgerichtsbarkeit</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1783-01-01/1845-12-31">(1783-1797) 1816-1845</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>108 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Trotz vielfacher Versuche, innerhalb des Deutschen Bundes ein Oberstes Bundes‧gericht zu schaffen, konnte gerade wegen des Widerstandes der süddeutschen Staaten eine derartige zentrale Institution nicht errichtet werden. Nach Art. XI der Deutschen Bundesakte vom 8.6.1815 sollten deshalb nicht außergerichtlich beileg‧bare Streitsachen zwischen den Einzelstaaten vor einer Austrägalinstanz, &quot;deren Ausspruch die streitenden Teile sich sofort zu unterwerfen haben&quot;, verhandelt werden. Der Art. XXII der Wiener Schlußakte vom 18.5.1820 bestimmte dann einen jeweiligen obersten Gerichtshof eines Bundesstaates als Austrägalinstanz für Erledigung von Streitsachen unter den Einzelstaaten. Der Bundesversammlung sollte dann mittels Bundesbeschlusses die Urteilsvollstreckung ähnlich wie einst beim Reichskammergericht durch Beauftragung eines Mitgliedstaates oder durch Exekution obliegen.</p>
              <p>Man griff mit der Austrägalinstanz auf eine bereits im 14. Jahrhundert nachweisbare Instanz zurück. Damals war eine Austrägalinstanz für Streitsachen unter Reichs‧fürsten in Form eines &quot;Austrages&quot; als Schiedsgericht zuständig. Zu dieser Zeit war allerdings der Erzherzog von Österreich gegenüber jeder reichsständischen Austrägalinstanz eximiert. Ausgeschlossen von dieser Gerichtsbarkeit waren die nicht fürstlichen Reichsstände, es sei denn, daß ihnen besondere Privilegien verliehen worden wären, oder sie das Recht ersessen hätten. So besaßen z.B. die Reichsstädte Straßburg, Nürnberg und Regensburg das Recht der Austrägal‧gerichtsbarkeit. Die §§ 28-31 der Reichskammergerichtsordnung vom 7.8.1495 sehen als untere (1.) Instanz (austrega legalis) die Austrägalinstanz vor für Kurfürsten, Fürsten und Fürstenmäßige (Pfalzgrafen, Burggrafen, Gefürstete Grafen und Reichsfreiherren). Appellationsgericht gegen Entscheidungen dieser Instanz war dann das Reichskammergericht. Gemäß der Reichskammergerichtsordnung 2. Teil, Tit. IV, § 14 vom 25.9.1555 war für Streitigkeiten zwischen Prälaten, Grafen, Herren, Adel oder Städten einerseits und Kurfürsten, Fürsten und Fürstenmäßigen anderer‧seits eine Austrägalinstanz in der 1. Instanz besetzt mit 9 Räten (davon 5 ritter‧bürtige) zuständig.</p>
              <p>Die Austrägalgerichtsbarkeit des Deutschen Bundes ist nicht das Produkt von Sachkennergutachten, sondern wie der Bund selbst eine typische Kompromißlösung, die zustande kam, als die Einrichtung der Föderation überhaupt zu scheitern drohte. Der ursprüngliche Entwurf sah ein in Frankfurt residierendes Oberstes Bundesgericht vor, dessen Richter von den einzelnen Bundesstaaten zu präsentieren waren und dessen Kompetenz sich auf alle Streitigkeiten der Fürsten und Stände erstrecken sollte. Die Urteilsvollstreckung sollte der jeweils zuständige Kreisobrist vollziehen.</p>
              <p>Ein Fünferausschuß zur Begutachtung dieser Frage trat erstmalig im Herbst d. J. 1814 zusammen (Österreich, Preußen, Hannover, Bayern und Württemberg). Nach einem Entwurf von Österreich und Preußen sollte dem Obersten Gericht die rechtsförmliche Entscheidung aller Streitigkeiten zwischen Bund und Einzelstaaten sowie dieser untereinander zustehen und diesen die Präsentation der Richter nach verhältnismäßigen Anteil zustehen.</p>
              <p>Lebhaften Widerstand hiergegen legten Bayern und Württemberg an den Tag. Sie verwehrten sich gegen die Errichtung einer Institution, welche Gerichtsgewalt des Bundes über seine Mitglieder ausüben würde und sahen in diesem Tribunal den Reichshofrat und das Reichskammergericht wiedererstehen. An der Haltung der süddeutschen Staaten scheiterte schließlich der gesamte Plan in der ursprünglichen Fassung. Hierbei spielten schlechte Erfahrung mit den höchsten Gerichten im alten Reich, aber auch das Hochgefühl der gerade erst errungenen vollen Souveränität, welche sie in den Akzessionsverträgen zu großer Allianz und im Pariser Frieden erworben hatten, eine entscheidende Rolle. Nachdem die Errichtung eines Obersten Bundesgerichtes sich derart als nicht möglich erwiesen hatte, machte Österreich 1816 den Vorschlag, die Austrägalinstanz jeweils aus der Reihe der Ober‧appellationsgerichte, deren Schaffung ja den Ländern auferlegt worden war, der Einzelstaaten auszuerwählen. Auch hiergegen erhob sich zwar Widerspruch, doch gelang den deutschen Großmächten mittels eines gewissen Drucks auf dieser Basis am 16.6.1817 einen Beschluß des Plenums über eine &quot;Bundes-Austrägalordnung&quot; durchzusetzen. Danach war folgender modus procedendi vorgesehen: zunächst war von einem Bundestagsausschuß ein Vermittlungsversuch durchzuführen, darauf hatte der Kläger aus drei ihm vom Beklagten vorzuschlagenden Obertribunalge‧richten, dasjenige zu wählen, vor dessen Plenum darauf der Streit in Gestalt eines ordentlichen Zivilprozesses entschieden werden sollte.</p>
              <p>Derart hielt man sich klugerweise sogar die spätere Errichtung einer ständigen Austrägalbehörde noch offen, denn Artikel III bemerkt ausdrücklich, daß &quot;nach Erfahrung mit der derzeitig beschlossenen Einrichtung eine derartige Regelung vorbehalten bleibe&quot;.</p>
              <p>Obwohl nun die späteren Erfahrungen durchaus für die Errichtung einer ständigen Bundesinstitution gesprochen haben dürften, kam es am 3.8.1820 lediglich zur Konstituierung eines &quot;Ausschusses zur Revision des Austrägalverfahrens&quot;. Dieser erarbeitete zwar Verbesserungsvorschriften zur schnelleren Abwicklung der schwebenden Verfahren, der ausgearbeitete Entwurf jedoch wurde nie zum Beschluß erhoben.</p>
              <p>In der zweiten Phase des Bundestages nach der Olmützer Punktation befasste man sich auf der Dresdener Konferenz (XII 1850 - V 1851) erneut mit der &quot;zeitgemäßen Verstärkung der grundsätzlichen Verfassung des Deutschen Bundes&quot;. Hierbei war auch ein ständiges Bundesgericht vorgesehen. Jedoch kam man wieder über die Ausarbeitung eines Entwurfes über ein &quot;ständiges Bundesgericht&quot; nicht hinaus. Gleichfalls hatte der sächsische Ministerpräsident Beust auf der Würzburger Konferenz der deutschen Mittelstaaten 1859 mit seinen diesbezüglichen Vorschlägen eben so wenig Erfolg wie drei Jahre darauf ein österreichischer Entwurf reussierte. Damals waren besonders Preußen und Bayern entschiedene Gegner derartiger Projekte. Während man nördlich des Mains noch eine hinhaltende Taktik bevorzugte, erklärte der bayerische Bevollmächtigte v.d. Pfordten unumwunden, sein Land wolle Herr im Hause bleiben.</p>
              <p>Nach Art. XIX der Bundesakte sollten die Austräge ja zur Erledigung von &quot;Streitig‧keiten zwischen Bundesgliedern&quot; zuständig sein. So ergaben sich Schwierigkeiten, wenn etwa der Streitgegenstand ein nicht zum Bundesgebiet gehörender inte‧grierender Bestandteil von Mitgliederstaaten war. Dieser Fall konnte bei den Glied‧staaten Österreich, Preußen, Holland und Dänemark, die ja nur mit einen Teil des Teritoriums zum Bunde gehörten jederzeit eintreten. Akut wurde die Bestimmung bei der Auseinandersetzung zwischen den beiden deutschen Großmächten über das Kondominium in Schleswig-Holstein.</p>
              <p>Das ordentliche Verfahren vor dem Austragsgerichte bestand aus drei aufeinander folgenden Teilen.</p>
              <p>1. Das Vorverfahren, beginnend mit einem Schlichtungsversuch vor der Bundesversammlung.</p>
              <p>2. Das Entscheidungsverfahren vor dem Austrägalgericht.</p>
              <p>3. Das Vollstreckungsverfahren, wieder eingeleitet von der Bundesversammlung.</p>
              <p>Von den als Austrägalinstanz eingesetzten Oberappellationsgerichten haben alle mit einer Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt und Akribie gearbeitet, die beim heutigen Studium der Prozeßakten noch Bewunderung zu erregen geeignet ist. Zwar konnte auch durch dieses gewissenhafte Verfahren keineswegs verhindert werden, daß der deutsche Dualismus 1866 durch Waffengewalt ausgetragen wurde, doch ist zu bedenken, daß es bisher immer unmöglich gewesen ist, durch juristische Kunst‧formen diametrale politische Gegensätze zu beseitigen. Sonst ist eine Anzahl von zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen, besonders solche, die aus den territorialen Veränderungen aufgrund der Beschlüsse des Wiener Kongresses verursacht waren, durchaus einer alle Beteiligten befriedigenden Lösung zugeführt worden.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>1952 wurde von Archivrat Dr. Karl Demeter ein &quot;Provisorisches Repertorium&quot; erstellt und 80 Aktenbündel allerdings nur im Repertorium, nicht im Bestand neu durchnumeriert. Die Verzeichnung an sich entspricht zwar nicht den heutigen geltenden Bestimmun‧gen und Anforderungen, ist anderseits jedoch von ausreichender Genauigkeit. Eine Neuverzeichnung scheint deshalb wie aus folgenden zwingenden Gründen als völlig erläßlich:</p>
              <p>1. In den Bundestagsprotokollen sind die bis zu 80 Seiten starken Urteile der Austrägalgerichte bereits kurz nach der Verkündung publiziert worden.</p>
              <p>2. Schon z.Zt. des Bestehens des Deutschen Bundes sind von T.W. v. Leonhardi 1838-1845 2 Bände über die Austrägalgerichtsbarkeit des Bundes veröffent‧licht worden.</p>
              <p>3. Hat A. Stein 1961 in Freiburg bei der juristischen Fakultät über die Austrägalgerichte des Deutschen Bundes eine Dissertation eingereicht, die eine in fast jeder Hinsicht erschöpfende Darstellung bringt, ohne die hier vorliegenden Prozeßakten eingesehen zu haben.</p>
              <p>Hieraus geht hervor, daß für die Bearbeitung entsprechender Fälle der Forschung fast immer das gedruckte Urteil genügt hat. Der Wert der Prozeßakten liegt aber im wesentlichen bei den meist gedruckten Deduktionen und sonstigen oft umfangreichen Schriftsätzen die der Beweisführung gedient haben, während die übrigen Schriftstücke zwar auch die Prozeßführung selbstverständlich durchaus relevant erscheinen, aber doch mehr den Forscher interessieren würden, der die Erforschung prozessualer Modalitäten betreibt. Aber gerade diese rein juristische Untersuchungen wären bei der Fülle erhaltener Gerichtsakten wohl kaum auf vorliegendes Material angewiesen.</p>
              <p>Dr. Moldenhauer führtein den 1970ger Jahren lediglich eine Neuformierung des Bestandes in 108 Aktenbündel, entsprechende Kassation, Aussonderung der zahlreichen gedruckten und handschriftlichen Dubletten, wie Wiederherstellung der chronologischen und sachlichen Ordnung, wo diese gestört war, durch, was für durchaus ausreichend bei einem praktisch unbenutzten Bestand erscheint.</p>
              <p>Bestandsbeschreibung: Dr. Moldenhauer</p>
              <p>Übertragung und Angleichung der Titelangaben in die Datenbank: Dorothe Ganser</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Ph.T.W. v. Leonhardi, Das Austrägalverfahren des Deutschen Bundes, 2 Bde., 1838-1845;</p>
              <p>A. Zycha, Dt.Rechtsgesch. der NZ., 1949, 65, 224;</p>
              <p>E.C. Hellbling, Österreichische Verfassungs- u. Verwaltungsgesch., Wien 1956, 224;</p>
              <p>E.R. Huber, Dt. Verfassungsgesch. seit 1789 I, Stuttgart 1957, 625-628;</p>
              <p>A. Stein, Die Austragsgerichtsbarkeit des Dt. Bundes. Diss. Freiburg 1951;</p>
              <p>Betz, Florian W., Die Austrägalinstanz des Deutschen Bundes, Marburg 2007.</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Marineangelegenheiten</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1851-01-01/1866-12-31">1851-1866</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>80 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Protokolle der Bundesversammlung</unittitle>
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              <physdesc>
                <extent>111 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskanzleidirektion.- Urkunden</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1815-01-01/1864-12-31">1815-1864</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>770 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion wurde nach der Konstituierung der Deutschen Bundesversammlung (Bundestag) am 14.11.1816 als deren zentrale Verwaltungsbehörde errichtet. Sie war bis 1856 in Personalunion mit der Direktion der österreichischen Präsidialgesandtschaftskanzlei verbunden. Während der Aufhebung des Bundestages, nach Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt, wurde ihre Registratur vom Reichsministerium des Innern bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Der Bundeskanzleidirektion oblag die Protokollführung im Engeren Rat und im Plenum der Bundesversammlung. Ihr unterstanden die Bundeskanzlei, die Bundesregistratur (samt Bundesarchiv) und die Bundeskassenverwaltung.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 2</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden und Einrichtungen für das frühere Reichskammergericht</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1806-01-01/1898-12-31">1806 - 1898</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>211 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Reichskammergericht in Liquidation 1806-1818: Überlassung von Prozessakten an einzelne Gerichtsstellen 1806-1818</p>
              <p>Reichskammergerichts-Archivkommission 1807-1912: Organisation, Protokolle (1819-1820) 1821-1858, Kasse 1824-1838, Auflösung des Schriftgutbestandes und Erstellung eines Generalrepertoriums (1807-1820) 1821-1858 (1879-1912)</p>
              <p>Reichskammergerichts-Sustentationskommission 1806-1817: Protokolle 1806-1816, Unterhalt für das Personal des ehem. Reichskammergerichts 1806-1813, Sustentationskasse 1806-1817</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Zur Abwicklung von Verpflichtungen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren vom Deutschen Bund als dessen Rechtsnachfolger verschiedene Kommissionen eingesetzt worden:</p>
              <p>Bereits 1806 hatten die in Wetzlar verbliebenen früheren Mitarbeiter des Reichskammergerichts im Auftrag des letzten Reichskanzlers, Erzbischof Karl Theodor von Dalberg, der die Wetzlarer und Speyerer Bestände des Reichskammergerichts treuhänderisch verwaltete, mit der Erfassung des Schriftgutes begonnen (Reichskammergericht in Liquidation). Der in der Sommerresidenz des Reichskanzlers in Aschaffenburg gelagerte Teilbestand, der sich aus den von Frankreich im Rijswijker Frieden von 1697 ausgelieferten Unterlagen zusammen-setzte, gelangte 1808 nach Wetzlar.</p>
              <p>1813 wurde Wetzlar von Preußen besetzt und die Reichskammergerichtsakten beschlagnahmt. Die Deutsche Bundesversammlung als Rechtsnachfolgerin des Kaisers und des Reichstages übertrug durch Beschluss vom 6. August 1818 die Verwahrung des Reichskammergerichtsarchivs an Preußen. Mit Beschluss vom 25. Januar 1821 setzte die Bundesversammlung eine eigene Reichskammergerichts-Archivkommission ein, die die Aufteilung des Archivs unter die Bundesmitglieder in einem Zeitraum von 20 Jahren vorbereiten und die nicht abgeschlossenen Prozessakten laufend an die Funktionsnachfolger des Reichskammergerichts in den einzelnen Bundesstaaten abgeben sollte. Die Aufteilung wurde in den Jahren 1847-1852 durchgeführt.</p>
              <p>Reichskammergerichts-Sustentationskommission: Die Versorgung des besoldeten Personals des aufgelösten Reichskammergerichts war durch § 59 des Reichsdeputationshauptschlusses festgelegt, die des unbesoldeten Personals jedoch nicht. Diese wurde zunächst von Dalberg allein getragen (der Vorschlag Dalbergs an die übrigen deutschen Landesherren, ihren Beitrag zur Versorgung des ehem. Personals zu leisten, blieb weitgehend unbeantwortet). Der Deutsche Bund als Rechtsnachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation beauftragte im November 1816 die Gesandten von Gruben (Bayern) und von Carlshausen (Kurhessen) als Kommissare mit der Überprüfung der Reichskammergerichts-Sustentationskasse.</p>
              <p>Archivische Bearbeitung:</p>
              <p>Die Fertigstellung des Findbuches entstand auf der Grundlage der Verzeichnung von Dr. Schenk und Frau Jeschke. Kassationen wurden keine durchgeführt.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Walter Latzke, Das Archiv des Reichskammergerichts, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Band 78, S. 322-326, Weimar 1961; Eric Mader, &quot;Heilige Schulden&quot; des Alten Reichs. Das Problem der Entschädigung des Reichskammergerichtspersonals für den Verlust ihrer Stellen, in: Bernhard Diestelkamp (Hg.): Das Reichskammergericht am Ende des alten Reiches und sein Nachwirken im 19. Jahrhundert. (Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Bd. 41), Köln, Weimar, Wien 2002, S. 105-142.</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Aufgaben: Eintreibung rückständiger Kammerzieler sowie Versorgung des ehemaligen Reichskammergerichtspersonals</p>
              <p>Die Versorgung des besoldeten Personals des aufgelösten Reichskammergerichts war durch § 59 des Reichsdeputationshauptschlusses festgelegt, die des unbesoldeten Personals jedoch nicht. Diese wurde zunächst von Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg allein getragen. Der Vorschlag Dalbergs an die übrigen deutschen Landesherren, ihren Beitrag zur Versorgung des ehemaligen Personals zu leisten, blieb weitgehend unbeantwortet. Der Deutsche Bund als Rechtsnachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation beauftragte im November 1816 die Gesandten von Gruben (Bayern) und von Carlshausen (Kurhessen) als Kommissare mit der Überprüfung der Reichskammergerichts-Sustentationskasse.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 3</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Subdelegationskommission zur Liquidierung des Kur- und Oberrheinischen Kreisschuldenwesens</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1764-01-01/1834-12-31">1764 - 1834</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>99 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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            <otherfindaid>
              <p>
                <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_324d576d-0f6f-439a-878d-d70a2216ed79"/>
              </p>
            </otherfindaid>
            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Protokolle der Kreistagssitzungen des Oberrheinischen Kreises1791-1802, Kreisoberst Oberrheinischer Kreis 1793-1801, Kassenangelegenheiten 1790-1843, Repertorium der Akten des Archivs des Oberrheinischen Kreises 1800</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Zur Abwicklung von Verpflichtungen als Rechtsnachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren verschiedene Kommissionen im Auftrag des Deutschen Bundes eingesetzt worden. Die Abwicklung der Schulden der früheren Kur- und Oberrheinischen Reichskreise gemäß Reichsdeputationshauptschluss vom 25.2.1803 oblag seit 1817 der Subdelegationskommission zur Liquidierung des Kur- und Oberrheinischen Kreisschuldenwesens.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten umfassen neben dem General- und Spezialprotokoll u.a. Unterlagen des Oberrheinischen Kreisdirektoriums von 1764 bis 1802, die den Hauptbestand im Landesarchiv Speyer ergänzen.</p>
              <p>Die Bearbeitung des Bestands entstand auf der Grundlage eines Verzeichnisses von Dr. Hans Schenk und Frau Ingrid Jeschke. Kassationen wurden keine durchgeführt.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Der Untergang der Reichskirche und die Subdelegationskommission für das transrhenanische Sustentationswesen, in: Bernhard Diestelkamp (Hg.), Das Reichskammergericht am Ende des Alten Reiches und sein Fortwirken im 19. Jahrhundert, Wien 2002, S.143-188</p>
              <p>Die Subdelegierten der außerordentlichen Reichsdeputation - Profil der Reichsgesandten zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Peter Schmidt/ Klemens Unger (Hg.), 1803. Wende in Europas Mitte. Vom feudalen zum bürgerlichen Zeitalter, Regensburg 2003, S. 427-428</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Zur Abwicklung von Verpflichtungen als Rechtsnachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren verschiedene Kommissionen im Auftrag des Deutschen Bundes eingesetzt worden. Die Abwicklung der Schulden der früheren Kur- und Oberrheinischen Reichskreise gemäß Reichsdeputationshauptschluss vom 25.2.1803 oblag seit 1817 der Subdelegationskommission zur Liquidierung des Kur- und Oberrheinischen Kreisschuldenwesens.</p>
            </scopecontent>
          </c>
          <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
            <did>
              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 5-I</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Militärkommission des Deutschen Bundes</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1819-01-01/1848-12-31">1819 - 1848</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>86 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Der Bestand umfasst im wesentlichen Protokolle der Bundesmilitärkommission, Unterlagen zur Organisation und Geschäftsführung sowie zu Bundesheer und Bundesfestungen aus dem Zeitraum 1818 bis 1848. Für die Zeit der Frankfurter Nationalversammlung sind keine Unterlagen überliefert. Für die Unterlagen aus der Zeit ab 1850 bis 1866 wurde ein eigener Bestand (DB 5 II) gebildet.</p>
              <p>Vorhandene Überlieferungslücken können mit Hilfe der Bundeskanzleidirektion Abt. Militärangelegenheiten (Bestand DB 1 III) geschlossen werden.</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte</p>
              <p>In der Zeit von 1848-1850 wurde die Registratur der Bundesmilitärkommission vom Reichsministerium des Krieges bzw. der Bundeszentralkommission verwaltet.</p>
              <p>Die im Jahre 1925 neugegründete Abteilung Frankfurt am Main des Reichsarchivs übernahm mit dem Schriftgut des Deutschen Bundes auch die Akten der Bundesmilitärkommission.</p>
              <p>Mit der Einrichtung der Abteilung Frankfurt/M. gingen die Unterlagen 1953 auf das Bundesarchiv über.</p>
              <p>Nach der Auflösung der Außenstelle Frankfurt kamen die Archivalien zunächst in die Hauptdienststelle des Bundesarchivs in Koblenz, 2010 wurden sie in das Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde umgelagert</p>
              <p>Archivische Bearbeitung</p>
              <p>Die Verzeichnung und Klassifizierung des Bestandes erfolgte nach sachlichen Gesichtspunkten. Diese Arbeiten wurden vor 2010 von Frau Dorothe Ganser im Bundesarchiv Koblenz begonnen und 2011 im Bundesarchiv Berlin von Frau Ines Zandeck weitergeführt und beendet.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Keul, Wolfgang: Die Bundesmilitärkommission (1819-1866) als politisches Gremium, Frankfurt/Main 1977 (Europ. Hochschulschr. III 96)</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundesmilitärkommission wurde 1819 als militärtechnisches Hilfsgremium der Bundesversammlung gebildet.</p>
              <p>Bereits 1818 wurde ein Militärausschuss initiiert, welcher die Aufgabe hatte, einen Entwurf der Kriegsverfassung des Deutschen Bundes auszuarbeiten. Dem Militärausschuss stand ein aus Offizieren mehrerer Bundesstaaten zusammengesetztes Militärkomitee zur Seite, das militärische Fachfragen zu begutachten hatte und dem Ausschuss als Sachverständigengremium diente. Nach Beendigung seiner Arbeit stellte der Ausschuss seine Tätigkeit wieder ein. Der vom Militärausschuss und dem Militärkomitee erarbeitete Entwurf der Kriegsverfassung wies jedoch beträchtliche Mängel auf. Erhebliche Einwände und Wünsche wurden von den Bundesstaaten bei der Bundesversammlung diesbezüglich vorgebracht. Eine erneute Überarbeitung des Entwurfes sollte auf Präsidialvorschlag (vgl. Protokolle der Bundesversammlung 1818, 1. Sitzg. v. 12.10., § 234) dem Bundesmilitärausschuss übertragen werden. Zu dessen Hilfe wurde im März 1819 erneut ein Sachverständigengremium, die Bundesmilitärkommission, gebildet (vgl. Bundesbeschluss vom 15. März 1819, in: Protokolle der Bundesversammlung 1819, 10. Sitzg. v. 15.03., § 37). Diese war als Behörde insgesamt der Bundesversammlung untergeordnet, an die sie zu berichten hatte, ihre einzelnen Mitglieder jedoch waren allein ihren Regierungen verantwortlich.</p>
              <p>Die Bundesmilitärkommission bestand aus 6 stimmführenden Offizieren, die von den wichtigsten Bundesstaaten delegiert waren. Sie stand unter österreichischem Vorsitz, die anderen stimmführenden Mitglieder der Militärkommission wurden von Preußen und Bayern (ständig), mit jeweils einjährigem Wechsel zwischen Württemberg , Baden und dem Großherzogtum Hessen, zwischen Sachsen, Kurhessen und den Niederlanden sowie zwischen Hannover, Mecklenburg und Dänemark gestellt.</p>
              <p>Aufgabe der Militärkommission war die Verwaltung und Aufsicht (Inspektion) der Bundesfestungen und die Leitung des Festungsbaus, die Kontrolle der militärischen Einsatzbereitschaft und seit 1846 auch die der Eisenbahnen für militärische Zwecke.</p>
              <p>Der Kommission unterstanden die Bundestruppen der Freien Stadt Frankfurt, die nach dem Wachensturm von 1833 in und um Frankfurt auf Anordnung der Bundesversammlung bereitgestellt wurden.</p>
              <p>Zur Erledigung ihrer Aufgaben bildete man bei der Bundesmilitärkommission verschiedene Unterabteilungen:</p>
              <p>· Ausschuss für Festungsbau (1833-1851)</p>
              <p>· Festungsabteilung (ab 1851)</p>
              <p>· Artillerieabteilung (ab 1860)</p>
              <p>· Abteilung für Liquidation der Kosten für die Bundesexekution nach Dänemark (ab 1864)</p>
              <p>Mit der Auflösung des Deutschen Bundes stellte auch die Bundesmilitärkommission</p>
              <p>1866 ihre Arbeit ein.</p>
              <p>Quelle: Keul, Wolfgang: Die Bundesmilitärkommission (1819-1866) als politisches Gremium, Frankfurt/Main 1977 (Europ. Hochschulschr. III 96)</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 5-II</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Militärkommission des Deutschen Bundes</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1850-01-01/1866-12-31">1850 - 1866</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>257 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Protokolle 1851-1860, Organisation und Geschäftsführung 1850-1866, Bundesheer 1850-1867, Bundesfestungen 1848, 1849, 1850-1867, Verkehrs- und Transportmittel 1852-1866, Erfindungen und Angebote 1851-1866</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
              <p>einige Überlieferungslücken, die mit Hilfe der Bundeskanzleidirektion Abt. Militärangelegenheiten (DB 1 III) geschlossen werden können</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Keul, Wolfgang: Die Bundesmilitärkommission (1819-1866) als politisches Gremium, Frankfurt/Main 1977 (Europ. Hochschulschr. III 96)</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundesmilitärkommission wurde 1819 als militärtechnisches Hilfsgremium der Bundesversammlung gebildet.</p>
              <p>Bereits 1818 wurde ein Militärausschuss initiiert, welcher die Aufgabe hatte, einen Entwurf der Kriegsverfassung des Deutschen Bundes auszuarbeiten. Dem Militärausschuss stand ein aus Offizieren mehrerer Bundesstaaten zusammengesetztes Militärkomitee zur Seite, das militärische Fachfragen zu begutachten hatte und dem Ausschuss als Sachverständigengremium diente. Nach Beendigung seiner Arbeit stellte der Ausschuss seine Tätigkeit wieder ein. Der vom Militärausschuss und dem Militärkomitee erarbeitete Entwurf der Kriegsverfassung wies jedoch beträchtliche Mängel auf. Erhebliche Einwände und Wünsche wurden von den Bundesstaaten bei der Bundesversammlung diesbezüglich vorgebracht. Eine erneute Überarbeitung des Entwurfes sollte auf Präsidialvorschlag (vgl. Protokolle der Bundesversammlung 1818, 1. Sitzg. v. 12.10., § 234) dem Bundesmilitärausschuss übertragen werden. Zu dessen Hilfe wurde im März 1819 erneut ein Sachverständigengremium, die Bundesmilitärkommission, gebildet (vgl. Bundesbeschluss vom 15. März 1819, in: Protokolle der Bundesversammlung 1819, 10. Sitzg. v. 15.03., § 37). Diese war als Behörde insgesamt der Bundesversammlung untergeordnet, an die sie zu berichten hatte, ihre einzelnen Mitglieder jedoch waren allein ihren Regierungen verantwortlich.</p>
              <p>Die Bundesmilitärkommission bestand aus 6 stimmführenden Offizieren, die von den wichtigsten Bundesstaaten delegiert waren. Sie stand unter österreichischem Vorsitz, die anderen stimmführenden Mitglieder der Militärkommission wurden von Preußen und Bayern (ständig), mit jeweils einjährigem Wechsel zwischen Württemberg , Baden und dem Großherzogtum Hessen, zwischen Sachsen, Kurhessen und den Niederlanden sowie zwischen Hannover, Mecklenburg und Dänemark gestellt.</p>
              <p>Aufgabe der Militärkommission war die Verwaltung und Aufsicht (Inspektion) der Bundesfestungen und die Leitung des Festungsbaus, die Kontrolle der militärischen Einsatzbereitschaft und seit 1846 auch die der Eisenbahnen für militärische Zwecke.</p>
              <p>Der Kommission unterstanden die Bundestruppen der Freien Stadt Frankfurt, die nach dem Wachensturm von 1833 in und um Frankfurt auf Anordnung der Bundesversammlung bereitgestellt wurden.</p>
              <p>Zur Erledigung ihrer Aufgaben bildete man bei der Bundesmilitärkommission verschiedene Unterabteilungen:</p>
              <p>· Ausschuss für Festungsbau (1833-1851)</p>
              <p>· Festungsabteilung (ab 1851)</p>
              <p>· Artillerieabteilung (ab 1860)</p>
              <p>· Abteilung für Liquidation der Kosten für die Bundesexekution nach Dänemark (ab 1864)</p>
              <p>Mit der Auflösung des Deutschen Bundes stellte auch die Bundesmilitärkommission</p>
              <p>1866 ihre Arbeit ein.</p>
              <p>Quelle: Keul, Wolfgang: Die Bundesmilitärkommission (1819-1866) als politisches Gremium, Frankfurt/Main 1977 (Europ. Hochschulschr. III 96)</p>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 6-I</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Direction de Fortification de la Fortesse de Mayence</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1793-01-01/1812-12-31">1793 - 1812</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>334 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Errichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Festung Mainz 1796-1814, Errichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Außenposten Alzey, Bingen, Dürkheim, Frankenthal, Oppenheim, Pirmasens, Speyer, Worms, Zweibrücken 1797-1814, Erlasse und Befehle, Schriftwechsel mit französischen Militärdienststellen 1792-1814, Voranschläge 1797-1813, Rechtstreitigkeiten 1797-1810</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Am 22. Oktober 1792 wurde die Festung Mainz durch die Franzosen besetzt. Die militärische Bauverwaltung oblag der Direction de Fortification de la Fortresse de Mayence, die nach der erneuten Einnahme der Festung durch Frankreich am 27. Dezember 1797 endgültig (bis 1814) diese Aufgaben übernahm. Die Zuständigkeit umfasste zunächst den gesamten Bereich der vier linksrheinischen Departements mit 80 Plätzen, nach dem Frieden von Lunéville wurde die Direktion nach und nach verkleinert. Geleitet wurde sie von einem Ingenieur-Offizier im Range eines Obersten (Colonel). Dieser unterstand während der Revolutionskriege dem franz. Kriegsminister, ab 1800 dem Generalinspekteur der Genietruppen. Der Generalinspekteur der Genietruppen führte einmal im Jahr Inspektionen durch, über die er dem Kriegsminister berichtete. Gegenüber der Militärdivision vor Ort musste der Direktor über alle wichtigen Maßnahmen, die er traf, Mitteilung machen. Vertreten wurde er durch mehrere &quot;Sous-Directeurs&quot;, die mit der Durchführung einzelner Bauprojekte beauftragt waren.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Peter Lautzas, Die Akten der Direction de Fortification de la Fortresse de Mayence im Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt. In: Archivalische Zeitschrift 69 (1973), S. 1-8</p>
              <p>Peter Lautzas, Die Festung Mainz im Zeitalter des Ancien Régime, der französischen Revolution und des Empire (1736-1814), zugl.: Mainz, Univ., Diss., 1971, (Geschichtliche Landeskunde, 8), Wiesbaden 1973</p>
              <p>Hans-Rudolf Neumann, Die Bundesfestung Mainz 1814-1866 ¿ Entwicklung und Wandlungen ¿ Von der Blockhausfortifikation zum Steinernen Bollwerk Deutschlands, Mainz/Berlin 1986</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Am 22. Oktober 1792 wurde die Festung Mainz durch die Franzosen besetzt. Die militärische Bauverwaltung oblag der Direction de Fortification de la Fortresse de Mayence, die nach der erneuten Einnahme der Festung durch Frankreich am 27. Dezember 1797 endgültig (bis 1814) diese Aufgaben übernahm. Die Zuständigkeit umfasste zunächst den gesamten Bereich der vier linksrheinischen Departements mit 80 Plätzen, nach dem Frieden von Lunéville wurde die Direktion nach und nach verkleinert. Geleitet wurde sie von einem Ingenieur-Offizier im Range eines Obersten (Colonel). Dieser unterstand während der Revolutionskriege dem französischen Kriegsminister, ab 1800 dem Generalinspekteur der Genietruppen. Der Generalinspekteur der Genietruppen führte einmal im Jahr Inspektionen durch, über die er dem Kriegsminister berichtete. Gegenüber der Militärdivision vor Ort musste der Direktor über alle wichtigen Maßnahmen, die er traf, Mitteilung machen. Vertreten wurde er durch mehrere &quot;Sous-Directeurs&quot;, die mit der Durchführung einzelner Bauprojekte beauftragt waren.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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            <did>
              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 6-II</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Geniedirektion der Festung Mainz</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1818-01-01/1866-12-31">1818 - 1866</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>506 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Einrichtung und Verwaltung der Festung und ihrer Bauten 1804-1867, Personalangelegenheiten 1821-1867, Baumaßnahmen 1816-1867, Kassen- und Rechnungswesen 1814-1867</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Nach der Einnahme der Festung Mainz durch Preußen und Österreich wurde die Fortifikations-Direktion von den Siegern übernommen. 1817 Errichtung der Vereinigten Geniedirektion von Österreich, Preußen und Hessen-Darmstadt. Diese führte unter preußischer Leitung bis zur endgültigen Übernahme der Festung durch den Deutschen Bund am 15. Dezember 1825 die Ingenieurgeschäfte. Die Genie-Direktoren wurden zunächst durch Allerhöchste Kabinettsorder des preußischen Königs bestimmt, ihre Kommandierung durch das Kriegsministerium der Bundesversammlung angezeigt. Nach Meldung beim Gouvernement der Festung Mainz, der vorgesetzten Behörde, erfolgte deren Vereidigung auf den Deutschen Bund.</p>
              <p>Aufgaben: Verwaltung der Festungsgrundstücke, Erhaltung der Festungswerke (einschl. Erstellung von Bau- und Reparaturentwürfen und Bauleitung), Materialbeschaffung und -verwaltung, Kanzlei und Archiv sowie Verwaltung der Festungspläne und Memoiren, Aufstellung von Armierungs-, Angriffs- und Verteidigungsplänen, Budgetüberwachung und Rechnungslegung.</p>
              <p>Abzug des preußischen Kontingents im Juni 1866. Übernahme der Geschäfte der Geniedirektion durch die verbliebene österreichische Stabsabteilung, hannoveranische und badische Offiziere unter der Leitung des bayerischen Majors Kollmann.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Hans-Rudolf Neumann, Die Bundesfestung Mainz 1814-1866 - Entwicklung und Wandlungen - Von der Blockhausfortifikation zum Steinernen Bollwerk Deutschlands, Mainz/Berlin 1986</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Nach der Einnahme der Festung Mainz durch Preußen und Österreich Übernahme der Fortifikations-Direktion durch die Sieger; 1817 Errichtung der Vereinigten Geniedirektion durch Österreich, Preußen und Hessen-Darmstadt; Führung der Ingenieurgeschäfte unter preußischer Leitung bis zur endgültigen Übernahme der Festung durch den Deutschen Bund am 15. Dezember 1825; Einsetzung der Genie-Direktoren durch Allerhöchste Kabinettsorder des preußischen Königs, Anzeige der Kommandierung durch das Kriegsministerium der Bundesversammlung, nach Meldung beim Gouvernement der Festung Mainz, der vorgesetzten Behörde, Vereidigung der Genie-Direktoren auf den Deutschen Bund;</p>
              <p>Aufgaben: Verwaltung der Festungsgrundstücke, Erhaltung der Festungswerke (einschl. Erstellung von Bau- und Reparaturentwürfen und Bauleitung), Materialbeschaffung und -verwaltung, Kanzlei und Archiv sowie Verwaltung der Festungspläne und Memoiren, Aufstellung von Armierungs-, Angriffs- und Verteidigungsplänen, Budgetüberwachung und Rechnungslegung;</p>
              <p>Abzug des preußischen Kontingents im Juni 1866; Übernahme der Geschäfte der Geniedirektion durch die verbliebene österreichische Stabsabteilung, hannoveranische und badische Offiziere unter der Leitung des bayerischen Majors Kollmann; August 1866: Übernahme durch Preußen als &quot;Fortifikation&quot;</p>
            </scopecontent>
          </c>
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            <did>
              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 6-III</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Approvisionnementsmagazin-Rendantur der Bundesfestung Luxemburg/ Bundesfestungskasse- und -magazinverw</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1826-01-01/1867-12-31">1826 - 1867</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              </p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Bundes-Festungs-Approvisionnementsmagazin-Rendantur: Unterbringung, Verpflegung und Ausrüstung der niederländisch-luxemburgischen Festungstruppen 1830-1867</p>
              <p>Bundesfestungskasse- und -magazinverwaltung: Kassenvoranschläge, Abrechnungen und Belege 1826-1867</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Nach Artikel I des Pariser Protokolls vom 3.11.1815 wurde Luxemburg neben Mainz und Landau zur Bundesfestung erklärt. Zunächst teilten sich Preußen und die Niederlande die Kosten für Verwaltung, Unterhalt und Ausbau der Festung. Preußen stellte den Genie-Direktor und den Artillerie-Direktor, die Niederlande den ausführenden Festungsingenieur. Am 13.3.1826 Übergabe der Festung an den Deutschen Bund, am gleichen Tag Vereidigung des Festungsstabs und der Beamten auf den Deutschen Bund. Gemäß der Erklärung der Immerwährenden Neutralität Luxemburgs auf dem Londoner Kongress von 1867 ziehen die preußischen Bundestruppen aus der Festung ab.</p>
              <p>Die Magazinverwaltung hatte die Aufgabe, die Soldaten mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie umfasste das Proviantamt und die Rendantur. Sie bestand aus dem Proviantmeister, 1-2 Kontrolleuren und einigen Magazinaufsehern. Der Proviantmeister hatte auch die Rendantenstelle inne und verwaltete neben der preußischen Kasse auch die Bundeskassen (Baukasse, Approvisionnementskasse).</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Paul Bisdorff, Die preußische Besatzung in der Festung Luxemburg 1826-1867, aus: Hémecht 1-4 (Sonderdruck), Luxemburg 1963-1967</p>
              <p>J.-P. Koltz, Baugeschichte der Stadt und Festung Luxemburg, 3 Bde., Luxemburg 1944</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Gemäß Artikel I des Pariser Protokolls vom 3. November 1815 Erklärung Luxemburgs neben Mainz und Landau zur Bundesfestung; Übernahme der Kosten für Verwaltung, Unterhalt und Ausbau der Festung durch Preußen und die Niederlande mit preußischen Genie- und Artillerie-Direktoren sowie niederländischen ausführenden Festungsingenieuren; am 13. März 1826 Übergabe der Festung an den Deutschen Bund, am gleichen Tag Vereidigung des Festungsstabs und der Beamten auf den Deutschen Bund; gemäß Erklärung der &quot;Immerwährenden Neutralität&quot; Luxemburgs auf dem Londoner Kongress von 1867 Abzug der preußischen Bundestruppen aus der Festung,</p>
              <p>Die Magazinverwaltung hatte die Aufgabe, die Soldaten mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie umfasste das Proviantamt und die Rendantur. Sie bestand aus dem Proviantmeister, 1-2 Kontrolleuren und einigen Magazinaufsehern. Der Proviatmeister hatte auch die Rendantenstelle inne und verwaltete neben der preußischen Kasse auch die Bundeskassen (Baukasse, Approvisionnementskasse).</p>
              <p>Versorgung der Soldaten durch die Magazinverwaltung bestehend aus Proviantamt und Rendantur mit einem Proviantmeister, 1-2 Kontrolleuren und einigen Magazinaufsehern; Verwaltung der preußischen Kasse und der Bundeskasse durch den Proviantmeister (Baukasse, Approvisionnementskasse)</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 7</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentraluntersuchungskommission</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1819-01-01/1828-12-31">1819 - 1828</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Errichtung, Finanzen, Berichte an die Bundesversammlung 1819-1829, Hauptbericht von 1827 mit Totalübersicht der Untersuchungsresultaten samt Anlagen 1827, Separatprotokolle 1826-1827</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Kommission wurde aufgrund der Karlsbader Beschlüsse durch Bundesgesetz vom 20.9.1819 zur Untersuchung der nationalen und liberalen Bewegungen errichtet. Ihr gehörten je ein Vertreter aus Österreich, Preußen, Bayern, Hannover, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau an. Der Sitz der Zentraluntersuchungskommission war Mainz. Die Suspendierung erfolgte 1828.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Erhalten sind nur einige wenige Unterlagen. Im Rahmen der aktuellen Bearbeitung wurden keine Kassationen durchgeführt. Der Großteil der Überlieferung wurde vermutlich 1848 im Zuge der Revolution vernichtet. Abschriften der umfangreichen Untersuchungsprotokolle werden u.a. im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden verwahrt.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Leopold Friedrich Ilse, Geschichte der politischen Untersuchungen, welche durch die neben der Bundesversammlung errichteten Commissionen, der Central-Untersuchungs-Commission zu Mainz und der Bundes-Central-Behörde zu Frankfurt in den Jahren 1819 bis 1827 und 1833 bis 1842 geführt sind, Frankfurt/Main 1860</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Kommission wurde aufgrund der Karlsbader Beschlüsse durch Bundesgesetz vom 20.9.1819 zur Untersuchung der nationalen und liberalen Bewegungen errichtet. Ihr gehörten je ein Vertreter aus Österreich, Preußen, Bayern, Hannover, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau an. Sitz war Mainz.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 8</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeszentralbehörde</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1833-01-01/1844-12-31">1833 - 1844</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Geschäftsordnung und Sitzungsprotokolle 1833-1834, 1840, Berichte mit Untersuchungsergebnissen 1834- 1842, &quot;Schwarzes Buch&quot; (alphabetisches Verzeichnis der untersuchten Personen 1838-1842)</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Nach dem Frankfurter Wachensturm war die Bundeszentralbehörde durch Bundesbeschluss vom 20. Juni 1833 aus Vertretern von 7 Bundesstaaten (Österreich, Preußen, Bayern, Württemberg, Großherzogtum Hessen, Kurhessen und Nassau) zur Überwachung der nationalen und demokratischen Bewegung gebildet worden. Sitz der Behörde war Frankfurt. Am 25. August 1842 erfolgte die Vertagung, die Abwicklung der Behörde dauerte noch bis 1843.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Erhalten sind nur einige wenige Unterlagen, vor allem Untersuchungsberichte über burschenschaftliche Umtriebe an mehreren deutschen Universitäten, Volksunruhen in Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha, Rheinhessen und Württemberg, aufrührerische Aktionen in Frankfurt am Main, St. Wendel, Osterode und Göttingen, über das Volksfest in Wilhelmsbad und das Hambacher Fest revolutionäre Tendenzen politischer Vereine in Thüringen sowie über &quot;Das junge Deutschland&quot;. Es ist zu vermuten, dass der größte Teil der Überlieferung im Zuge der Revolution 1848 vernichtet wurde. Parallelüberlieferung ist jedoch in den für die Berichte der Vertreter der sieben entsendenden Bundesstaaten zuständigen Archiven zu erwarten (z.B.: Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Hauptstaatsarchiv Stuttgart).</p>
              <p>Im Rahmen der aktuellen Bearbeitung des Bestands wurden keine Kassationen durchgeführt.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Adolf Löw, Die Frankfurter Bundeszentralbehörde 1833-1842, Diss.phil. Frankfurt 1932</p>
              <p>Leopold Friedrich Ilse, Geschichte der politischen Untersuchungen, welche durch die neben der Bundesversammlung errichteten Commissionen, der Central-Untersuchungs-Commission zu Mainz und der Bundes-Central-Behörde zu Frankfurt in den Jahren 1819 bis 1827 und 1833 bis 1842 geführt sind, Frankfurt/Main 1860</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Nach dem Frankfurter Wachensturm war die Bundeszentralbehörde durch Bundesbeschluss vom 20. Juni 1833 aus Vertretern von 7 Bundesstaaten (Österreich, Preußen, Bayern, Württemberg, Großherzogtum Hessen, Kurhessen und Nassau) zur Überwachung der nationalen und demokratischen Bewegung gebildet worden. Sitz der Behörde war Frankfurt. Am 25. August 1842 erfolgte die Vertagung, die Abwicklung der Behörde dauerte noch bis 1843.</p>
            </scopecontent>
          </c>
          <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
            <did>
              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 50</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vorbereitende Versammlung für ein deutsches Parlament und Fünfzigerausschuß</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1848-12-31">1848</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>31 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
            <otherfindaid>
              <p>
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              </p>
            </otherfindaid>
            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Verwaltung der Nationalversammlung 1848-1851, Angelegenheiten des Plenums 1848-1850, Zentralausschuss zur Prüfung der Wahlen 1848-1849, Ausschuss für Petitionen und Priorität der Anträge 1848-1849, Volkswirtschaftlicher Ausschuss 1836-1849, Verfassungsausschuss 1848-1849, Marine-Ausschuss 1845; 1848-1849, Ausschuss für völkerrechtliche und internationale Fragen 1848-1849, Ausschuss für Wehrangelegenheiten 1848, Ausschuss für die österreichischen Angelegenheiten 1848-1849, Kleine Ausschüsse 1848-1849, Dreißiger-Ausschuss 1848-1849, Provisorische Reichsregentschaft 1849-1851</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Mit Ausnahme des Beschlusses, die Petitionen zu den Grundrechten der Nationalversammlung zu übergeben, haben weder das Vorparlament noch der Fünfzigerausschuss eine Verfügung über den Verbleib des Schriftgutes getroffen. Gemäß § 4 der Geschäftsordnung sollten die von den Stenographen aufgenommenen Verhandlungen des Vorparlaments sofort gedruckt werden. Ebenso wurde im Artikel 11 der Geschäftsordnung des Fünfzigerausschusses bestimmt, die Protokolle baldmöglichst durch Druck zu veröffentlichen. Das geschah für beide Gremien unter dem Titel:</p>
              <p>Verhandlungen des Deutschen Parlaments, Officielle Ausgabe, Mit einer geschichtlichen Einleitung über die Entstehung der Vertretung des ganzen deutschen Volkes, Erste Lieferung, Frankfurt am Main 1848; Verhandlungen des Deutschen Parlaments, Zweite Lieferung, Frankfurt am Main 1848.</p>
              <p>Die schriftliche Überlieferung wurde von der Nationalversammlung übernommen und gelangte auf die gleiche Weise wie deren eigene in die Verwahrung der Außenstelle Frankfurt des Bundesarchivs. Die schriftliche Überlieferung wurde von der Nationalversammlung übernommen. Deren Unterlagen 1852 von der von der Bundeskanzleidirektion übernommen wurden. 1867 gelangte das gesamte Schriftgut der Bundeskanzleidirektion auf Beschluß der &quot;Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums&quot; in die Verwahrung der Stadtbibliothek Frankfurt. Die im Jahre 1925 neugegründete Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übernahm mit dem Schriftgut des Deutschen Bundes auch die Akten des Vorparlamentsund des Fünfzigerausschusses. Von 1945 bis 1953 befand sich der Bestand in treuhänderischer Verwahrung des Stadtarchivs Frankfurt am Main. Mit der Errichtung der Außenstelle Frankfurt (1953) ging er auf das Bundesarchiv über. Für die Erschließung wurden die Unterlagen des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses herausgelöst und vereinigt. Die fünf Bände des Vorparlaments blieben in der ursprünglichen Ordnung, während die 30 Akteneinheiten des Ausschusses aufgelöst wurden. Für die Neuordnung nach dem Sachaktenprinzip wurden den Sitzungsprotokollen die getrennt abgelegten Beilagen hinzugefügt.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Für die Erschließung wurden die Unterlagen des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses herausgelöst und vereinigt. Die fünf Bände des Vorparlaments blieben in der ursprünglichen Ordnung, während die 30 Akteneinheiten des Ausschusses aufgelöst wurden. Für die Neuordnung nach dem Sachaktenprinzip wurden den Sitzungsprotokollen die getrennt abgelegten Beilagen hinzugefügt.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Amtliche Druckschriften</head>
              <p>Verhandlungen des Deutschen Parlaments. Offizielle Ausgabe, 2 Bände, Frankfurt 1848</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die vorbereitende Versammlung zur Gründung eines deutschen Parlaments ist auf Initiative einer Vereinbarung von 51 oppositionellen Politikern entstanden, die am 5. März 1848 in Heidelberg, zehn Tage nach der Pariser Februarrevolution, die Einberufung eines allgemeinen deutschen Parlaments gefordert hatten. Die Heidelberger Versammlung mit Teilnehmern aus Baden, Württemberg, Hessen-Darmstadt, der Pfalz, der Rheinprovinz, Nassau, Frankfurt am Main und Österreich wählte aus ihrer Mitte einen Ausschuss von sieben Mitgliedern und betraute ihn mit den Vorbereitungen. In einem Aufruf vom 12. März lud diese Kommission Vertreter der Stände, Politiker in gesetzgebenden Gremien und eine &quot;bestimmte Anzahl durch das Vertrauen des deutschen Volkes ausgezeichnete Männer&quot; zum 30. März nach Frankfurt am Main ein. Die Beratungen sollten am 31. März beginnen.</p>
              <p>In der festlich geschmückten Stadt versammelten sich zur Eröffnungssitzung im Kaisersaal des Römers 573 Teilnehmer aus 24 Staaten. Unter ihnen bildeten die Mitglieder aus Preußen mit 141 die stärkste Gruppierung, aus Hessen-Darmstadt waren 84, aus Baden 73, aus Württemberg 52 und aus Bayern 44 Repräsentanten der Einladung gefolgt. Österreich war nur mit zwei Teilnehmern vertreten. Unter dem Vorsitz des Alterspräsidenten Johann Smidt wählte die Versammlung Karl Mittermaier zum Präsidenten, Robert Blum, Friedrich Christoph Dahlmann, Johann Adam von Itzstein und Sylvester Jordan zu Vizepräsidenten und acht weitere Teilnehmer zu Sekretären. Unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung zog die Versammlung in die Paulskirche ein. Der Siebenerausschuss hatte einen Vorschlag für die Geschäftsordnung und ein Programm ausgearbeitet, dem die Linke ein Programm in fünfzehn Punkten entgegenstellte. Gemeinsamkeit bestand in der Grundfrage, eine Nationalvertretung für Deutschland zu schaffen, strittig war die Frage der Kompetenz einer künftigen Nationalversammlung. Die Heidelberger Versammlung hatte die Vereinbarung mit den Organen des Deutschen Bundes vorgesehen, die Linken proklamierten für die Nationalvertretung das Prinzip der Volkssouveränität.</p>
              <p>In vier Sitzungen am 31. März und vom 1. bis 3. April beriet das Vorparlament die Frage der Kompetenz einer künftigen Nationalversammlung, Zahl der zu wählenden Abgeordneten und Wahlverfahren, Ort und Termin des Zusammentritts der Nationalversammlung, die Fortsetzung der Vorbereitungen sowie die Grundrechte des deutschen Volkes. Der künftigen Nationalversammlung überlassen wurde die Entscheidung, ob sie die Reichsverfassung mit dem Deutschen Bund vereinbaren oder souverän verkünden wollte. Erhebliche Diskussionen gab es darüber, ob auch in den nicht zum Deutschen Bund gehörenden Gebieten von Bundesstaaten zur Nationalversammlung gewählt werden sollte. Für Schleswig wurde so entschieden, umstritten war jedoch das Verhältnis zu Polen. Ost- und Westpreußen sowie die deutschen Teile des Herzogtums Posen wurden als deutsche Gebiete betrachtet, die Teilung Polens wurde andererseits aber als schmachvolles Unrecht bezeichnet und die Wiederherstellung als heilige Pflicht des deutschen Volkes erklärt. Beschlossen wurde, dass Ost- und Westpreußen Abgeordnete in die Nationalversammlung entsenden sollte, während die Entscheidung über Posen zurückgestellt wurde.</p>
              <p>Abgelehnt wurde der Antrag Friedrich Heckers, das Vorparlament solle bis zur Eröffnung der Nationalversammlung tagen. Die Mehrheit der Teilnehmer entschied sich für die Berufung eines Ausschusses von fünfzig Mitgliedern, die die Verbindung zur Bundesversammlung herstellen, diese bei Wahrung der Interessen der Nation beraten und im Falle einer Gefahr des Vaterlandes das Vorparlament sofort wieder einberufen sollten. Schließlich beschlossen die Mitglieder des Vorparlaments, die übersandten Petitionen zu den Grundrechten der Nationalversammlung zur Verfügung zu stellen.</p>
              <p>Die Kompetenzen des Fünfzigerausschusses, der sich am 4. April 1848 konstituierte, bestanden in einer Beratungs- und Kontrollfunktion. Bei der Wahl seiner Mitglieder hatte sich die liberale Mehrheit im Vorparlament durchsetzen können, ihm gehörten keine Repräsentanten der radikalen Linken an. Um das im Vorparlament empfundene Missverhältnis zwischen der hohen Zahl der preußischen gegenüber den österreichischen Teilnehmern auszugleichen, wählte der Fünfzigerausschuss sechs Österreicher hinzu. Den Vorsitz übernahm Alexander von Soiron, zu Stellvertretern wurden Bruno Erhard Abegg und Robert Blum, zu Schriftführern Moritz Briegleb, Heinrich Simon und Jakob Venedey gewählt. Vom 4. April bis 18. Mai 1848 ist der Fünfzigerausschuss zu 37 Sitzungen zusammengetreten. Er löste sich zur gleichen Stunde auf, in der die zur Nationalversammlung gewählten Abgeordneten sich im Kaisersaal des Römers zur Eröffnungssitzung versammelten.</p>
              <p>Seine Hauptaufgabe, die Vorbereitung der Wahlen, löste er auftragsgemäß mit dem Deutschen Bund, der seinerseits 17 Vertrauensmänner mit der Wahrnehmung seiner Interessen betraut hatte. Die Bundesversammlung erkannte den Ausschuss als Autorität an und kam ihm in seinen Forderungen wohlwollend entgegen. Der Fünfzigerausschuss beriet über die Durchführung der Wahlen im allgemeinen, die Wahlen in Österreich, insb. in Böhmen, Mähren und Südtirol, und die revolutionären Bewegungen, vor allem in Baden. Sein Anspruch, die Äußerungen der Reaktion und der Anarchie gleichzeitig zu bekämpfen, wurde kritisch beurteilt.</p>
            </scopecontent>
          </c>
          <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
            <did>
              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 51</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Verfassunggebende Reichsversammlung</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>483 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
            <otherfindaid>
              <p>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Vorparlament 1848, Fünfzigerausschuss 1848</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Nationalversammlung hatte keinen Beschluss über eine Archivierung ihres Schriftgutes gefasst. In der zweiten Sitzung am 19. Mai 1848 hatte der Abgeordnete Friedrich Gottfried Leue die Einrichtung eines Archivs angeregt, sein Antrag blieb ohne Echo. Aktuelle Bedeutung erlangte die Frage nach dem Verbleib der Registratur erst im Zusammenhang mit den Überlegungen, die Nationalversammlung nach Stuttgart zu verlegen. In einem Antrag vom 26. Mai 1849 zu dieser Maßnahme forderte der Abgeordnete Hugo Wesendonck den Gesamtvorstand auf, die Übersiedlung des &quot;Archivs&quot; und der Kanzlei zu besorgen.</p>
              <p>Der mit der Abwicklung der Geschäfte betraute Schriftführer, der Abgeordnete Friedrich Jucho aus Frankfurt, sandte den größten Teil der Präsidialregistratur nach Stuttgart, die übrigen Akten und Drucksachen der Nationalversammlung blieben in seiner Verwahrung. Nach Auflösung der Versammlung wurden die Unterlagen von Stuttgart zunächst nach Liestal bei Basel gebracht und später in Bern deponiert, wo der ehemalige Präsident Löwe und der ehemalige Schriftführer August Reinstein versuchten, die Aufgabe der Nationalversammlung weiterzuführen. Sie forderten Jucho am 24. November 1849 auf, mit dem Senat der Freien Stadt Frankfurt die Archivierung der Akten zu vereinbaren. Am 14. Februar 1850 schlug Jucho dem Senat vor, die Unterlagen vom Stadtarchiv übernehmen zu lassen. Während dieser Verhandlungen reklamierte die Bundeszentralkommission das Eigentumsrecht an dem Schriftgut mit der Begründung, die Bundesversammlung habe die Einberufung der Nationalversammlung ermöglicht. Erst im Dezember 1851 übergab Jucho das Eigentum der Stadt Frankfurt, behielt aber die Akten; zu ihnen kamen noch wenige Stücke, die ehemalige Abgeordnete - durch Zeitungsinserate veranlasst - Jucho übereigneten. Schließlich beschlagnahmte der Senat die Unterlagen im Auftrag der Bundesversammlung im März 1852 und stellte sie der Bundeskanzleidirektion zur Verfügung.</p>
              <p>Die Bundeskanzleidirektion vereinigte sie mit den früher übernommenen Registraturen des Reichsverwesers und der Reichsministerien. Über die Akten, die Löwe in Bern deponiert hatte, liegen seit 1852 keine Nachrichten vor; sie müssen als verschollen gelten. Auf welchem Wege Akten der Reichsregentschaft nach Frankfurt gekommen sind, ist nicht festzustellen.</p>
              <p>1867 gelangte das gesamte Schriftgut der Bundeskanzleidirektion auf Beschluss der &quot;Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums&quot; in die Verwahrung der Stadtbibliothek Frankfurt. Die im Jahre 1925 neugegründete Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übernahm mit dem Schriftgut des Deutschen Bundes auch die Akten der Nationalversammlung. 1938 wurde die Überlieferung durch Übernahme von neun Bänden aus dem Nachlass des Abgeordneten Bruno Hildebrand ergänzt. Von 1945 bis 1953 befand sich der Bestand in treuhänderischer Verwahrung des Stadtarchivs Frankfurt am Main. Mit der Errichtung der Abteilung Frankfurt ging er 1953 auf das Bundesarchiv über. 1973 wurde der Bestand durch den Erwerb der Unterlagen angereichert, die aus dem Nachlass des Abgeordneten Johann Friedrich Gottlob Tafel dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg 1875 übereignet worden waren; dabei handelt es sich um über 1100 Petitionen von April bis Juni 1849 und einige Akten des Verfassungsausschusses.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die vom Reichsarchiv 1925 übernommenen Unterlagen bestanden aus zwei Teilen. Das eigentliche Schriftgut der Nationalversammlung umfasste 208 Akteneinheiten, von Jucho gebildete Akten über die Bemühungen um die Zusammenführung der verstreuten Unterlagen sowie Abwicklungsakten 29 Einheiten. In dem ersten Teil fehlten die noch von Jucho vernichteten Notizen des Kanzleivorstandes und des Kanzleisekretärs in sieben Faszikeln, die meisten Unterlagen des anderen sind im Stadtarchiv Frankfurt zusammen mit dem Nachlass Jucho 1944 verbrannt.</p>
              <p>Für die Erschließung wurden die Unterlagen des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses herausgelöst und vereinigt. Die fünf Bände des Vorparlaments blieben in der ursprünglichen Ordnung, während die 30 Akteneinheiten des Ausschusses aufgelöst wurden. Für die Neuordnung nach dem Sachaktenprinzip wurden den Sitzungsprotokollen die getrennt abgelegten Beilagen hinzugefügt.</p>
              <p>Die verbleibenden, meist unhandlichen Faszikel, in welche die Bundeskanzleidirektion das Schriftgut der Nationalversammlung formiert hatte, wurden aufgelöst und soweit möglich zu Sachakten formiert. Die Neuordnung erwies sich vor allem als notwendig für die Verzeichnung der Petitionen, die für jeden Ausschuss in numerischer Reihenfolge abgelegt waren. Sie wurden nach Sachbetreffen getrennt, nach ihrer Herkunft aus den Einzelstaaten des Deutschen Bundes zusammengefasst und den Akten der einzelnen Ausschüsse nach dem Alphabet der Staaten zugeordnet. Ebenso wurde die Form der Klassifikation, die ursprünglich nach Ausschüssen und Geschäftsakten vorgenommen worden war, aufgelöst und durch die vorliegende ersetzt. Die durch die Neuordnung entstandenen 477 Bände sind in zwölf Gruppen gegliedert, denen die überlieferten Akten der Provisorischen Reichsregentschaft in sechs Bänden angeschlossen sind.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Amtliche Druckschriften</head>
              <p>Stenographischer Bericht über die Verhandlungen der Deutschen konstituierenden Nationalversammlung zu Frankfurt am Main, hrsg. von Franz Wigard, 9 Bde., Frankfurt am Main 1848-1849</p>
              <p>Verhandlungen der deutschen verfassunggebenden Reichsversammlung zu Frankfurt am Main, hrsg. auf Beschluss der Nationalversammlung durch die Redactions-Commission und in deren Auftrag von dem Abgeordneten Professor Dr. K.D. Haßler, 6 Bände in 3 Büchern, Frankfurt am Main 1848-1849</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>1848 Wahl zur Nationalversammlung aufgrund eines vom Bundestag verabschiedeten Wahlgesetzes;</p>
              <p>1. Sitzung am 18. Mai 1848; Zusammensetzung: 585 Abgeordnete der Staaten des Deutschen Bundes sowie aus Ost- und Westpreußen, Posen und Schleswig;</p>
              <p>29. Juni 1848 Wahl Erzherzog Johanns von Österreich zum Reichsverweser;</p>
              <p>Dezember 1848 Verabschiedung der Grundrechte;</p>
              <p>September 1848 Aufstand in Frankfurt gegen die Nationalversammlung;</p>
              <p>Oktober 1848 bis März 1849 Beratung der Verfassung;</p>
              <p>April bis Mai 1849 Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV., Abberufung der preußischen und österreichischen Abgeordneten, Auflösung der &quot;Paulskirche&quot;, Bildung des Stuttgarter Rumpfparlaments;</p>
              <p>18. Juni 1849 letzte Sitzung und &quot;Sprengung&quot; durch Militär.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 52</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kanzleien des Gesamtreichsministeriums und der Präsidenten des Reichsministerrats</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1850-12-31">1848 - 1850</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>32 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Sitzungsprotokolle 1848-1849, Sachakten 1848-1850, Eingaben aus dem Sekretariat des Reichsverwesers 1848-1849</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Registratur des Ministeriums übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registratur wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien der Provisorischen Zentralgewalt blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion nach der Übernahme 1849 angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet.</p>
              <p>Die Akten des Gesamtreichsministeriums, die aus den Sitzungsprotokollen und Sachakten bestehen, wurden intensiv verzeichnet. Für jede Sitzung wurden die Beilagen zu den Protokollen in die Erschließung aufgenommen und ihre Inhalte genau beschrieben. Dem Bestand angegliedert sind die Eingaben an das Sekretariat des Reichsverwesers, von dem sich Teile im Graf Meranschen Erzherzog-Johann-Archiv im Landesarchiv in Graz befinden.</p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Aufgrund des Gesetzes vom 28. Juni 1848 wählte die Nationalversammlung Erzherzog Johann von Österreich zum Reichsverweser, der am 15. Juli ein Gesamtreichsministerium berief.</p>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 53</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium der Auswärtigen Angelegenheiten</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>102 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Organisation, Personal- und Haushaltsangelegenheiten 1833; 1848-1849, Beziehungen zu den deutschen Bundesstaaten und zum Ausland 1715;1721;1800-1850, Allgemeines 1800-1849, Beziehungen zu den Staaten des Deutschen Bundes, Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden 1840; 1846-1849, Beziehungen zu Staaten außerhalb des Deutschen Bundes 1715; 1721; 1842-1849</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Registratur des Ministeriums übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt, ein Teil der Akten wurde der Abteilung für die Verhältnisse im Ausland übergeben.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registratur wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchivs die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Für die Verwaltung des Schriftgutes hatte der erste Reichsminister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Innern, von Schmerling, eine Zentralregistratur vorgesehen, die der Reichskanzlei unterstehen sollte. In der Praxis war jedoch diese nur für die Akten dieser beiden Ministerien zuständig. Am 15. August 1848 löste der Reichsministerpräsident die Reichskanzlei auf.</p>
              <p>Die Registraturen der einzelnen Ministerien entstanden August und September 1848. Zwar hatten die Vorarbeiten bereits in der zweiten Hälfte August begonnen, der Rücktritt des Gesamtreichsministeriums im Zusammenhang mit dem Konflikt über den Waffenstillstand von Malmö hatte eine planmäßige Entwicklung der Schriftgutverwaltungen zunächst verhindert. Die Übernahme des Schriftgutes in die Registraturen vollzog sich gleichzeitig mit der geschäftstechnischen Einrichtung der Ministerien selbst. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich zum Teil aus dem Mangel an der Berufung von geeigneten Registratoren. Auf diese Weise konnten sich Schriftgutverwaltungen entsprechend den Aufgabenstellungen der ministeriellen Tätigkeit nur allmählich entwickeln. Eingerichtet waren in den Ministerien zunächst zentrale Registraturen.</p>
              <p>Im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten fanden die Vorarbeiten aus der Zeit der Reichskanzlei kaum eine Fortführung. Die Akten wurden ohne Kanzleivermerke nach Länderserien chronologisch abgelegt. Dieses Prinzip galt auch weiterhin; seit dem 30. September 1848 wurden die Eingänge mit Kanzleivermerken und Exhibitennummern versehen. Für die früheren Akten erfolgte eine rückläufige Zählung von Nummer 388 an. Eine Neuordnung der Akten hatte Heinrich von Gagern verfügt, nachdem der bayerische Ministerialrat Wilhelm Weber in einer Denkschrift die Verbesserung der inneren Organisation anregte. Er wurde mit Wirkung vom 15. Februar 1849 in das Ministerium berufen. In den folgenden drei Monaten reorganisierte er die Kanzlei und entwickelte einen Aktenplan. Die Akten wurden in sechs Hauptgruppen gegliedert, die den Abteilungen entsprachen. Nach diesem Plan wurden die seit 1. Januar 1849 eingegangenen Unterlagen neu geordnet.</p>
              <p>Nach der Übernahme durch die Bundeskanzleidirektion wurde ein Teil der Akten des Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten der Abteilung der Bundeszentralkommission für die Verhältnisse im Ausland zugewiesen.</p>
              <p>Die Akten der Reichsministeriums blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion nach der Übernahme 1849 angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet. Geordnet sind die Bestände nach dem Sachaktenprinzip.</p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das Ministerium gehörte zu den ersten, die der Reichsverweser vor der Abreise nach Wien am 15. Juli 1848 &quot;zur Führung der wichtigsten Geschäftszweige&quot; als erforderlich bezeichnete. Die Zuständigkeit war auf die politischen Beziehungen zu den europäischen Staaten und von den außereuropäischen Ländern zu den Vereinigten Staaten und Bolivien, auf die Kommerzialpolitik, insbesondere die auswärtigen Handels- und Schifffahrtsverhältnisse, auf die ausländische Zollgesetzgebung und die Beobachtung von staatsgefährdenden Bewegungen im Ausland gegen Deutschland ausgerichtet. Zu den Aufgaben zählten Auswanderungen, Passwesen sowie Unterstützung der Privatangelegenheiten von Deutschen im Ausland und von Ausländern in Deutschland. Dem Minister unterstellt waren die diplomatischen Vertretungen und der Reichskommissar für die Herzogtümer Holstein, Schleswig und Lauenburg.</p>
              <p>Zwei Unterstaatssekretäre, der Abgeordnete Maximilian von Gagern (seit 5. August 1848) und der frühere hessische Gesandte in Wien, Ludwig von Biegeleben (seit 9. August 1848), standen dem Minister zu Seite. Sie verzichteten auf die Mitarbeit am 10. Mai 1849; von Biegeleben amtierte bis 16. Mai kommissarisch. Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
              <p>Das aktive Gesandtschaftsrecht der Zentralgewalt übten ständige Gesandte, Geschäftsträger und Sonder- bzw. Notifikationsgesandte aus. In Brüssel und Washington waren ständige Gesandte, in Bern, Kopenhagen und Paris Geschäftsträger eingesetzt. Eine wichtige Aufgabe übertrug die Zentralgewalt dem Abgeordneten und preußischen Gesandten in London Karl Christian Bunsen als Sondergesandten bei den Friedensverhandlungen mit Dänemark in London. Zu Notifikationen wurden Gesandte nach Athen, Florenz, Gaëta, Rom, Stockholm und Turin beauftragt. Akkreditiert bei der Zentralgewalt waren Diplomaten aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Russland, Sardinien, Sizilien und den Vereinigten Staaten.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 54</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium des Innern</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>76 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              </p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Organisation, Personalverwaltung, Haushalt und Geschäftsgang 1848-1849, Reichsverfassung und Gesetzgebung 1843; 1848-1849, Beziehungen zu den Bundesstaaten 1842; 1847-1849</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Registraturen des Gesamtreichsministeriums und der Reichsministerien übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Für die Verwaltung des Schriftgutes hatte der erste Reichsminister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Innern von Schmerling eine Zentralregistratur vorgesehen, die der Reichskanzlei unterstehen sollte. In der Praxis war jedoch diese nur für die Akten dieser beiden Ministerien zuständig bis die Reichskanzlei am 15. August 1848 durch den Reichsministerpräsidenten aufgelöst wurde.</p>
              <p>Die Registraturen der einzelnen Ministerien entstanden August und September 1848. Zwar hatten die Vorarbeiten bereits in der zweiten Hälfte August begonnen, der Rücktritt des Gesamtreichsministeriums im Zusammenhang mit dem Konflikt über den Waffenstillstand von Malmö hatte eine planmäßige Entwicklung der Schriftgutverwaltungen zunächst verhindert. Die Übernahme des Schriftgutes in die Registraturen vollzog sich gleichzeitig mit der geschäftstechnischen Einrichtung der Ministerien selbst. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich zum Teil aus dem Mangel an der Berufung von geeigneten Registratoren. Auf diese Weise konnten sich Schriftgutverwaltungen entsprechend den Aufgabenstellungen der ministeriellen Tätigkeit nur allmählich entwickeln. Eingerichtet waren in den Ministerien zunächst zentrale Registraturen.</p>
              <p>Die Schriftgutverwaltung im Reichsministerium des Innern konnte auf den Prinzipien aufbauen, die zu der Zeit entwickelt worden waren, als eine Zentralregistratur eingerichtet werden sollte. Bereits Anfang September 1848 bestand eine Gliederung der Akten in 27 Sachgruppen. Jeder Eingang wurde mit dem Registraturvermerk und Eingangszahl versehen. Die Ablage erfolgte chronologisch und erhielt einen Eintrag in den entsprechenden Rotulus. Die an sich straff organisierte Aktengliederung wurde durch die Einteilung in weitere 24 Gruppen erweitert, die nach Anfall chronologisch registriert wurden.</p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Zu den wichtigsten Aufgaben des Reichsministeriums des Innern, das am 15. Juli 1848 seine Tätigkeit begann, gehörten die Zuständigkeit für Angelegenheiten der Reichsverfassung und Vorbereitung von Gesetzen in der inneren Verwaltung, insbesondere in den Bereichen Postwesen, Land- und Forstwirtschaft, Statistik, Hausierhandel und Spielbanken. Die Kompetenz erstreckte sich auf die Pflege der Beziehungen zu den Bundesstaaten und Beobachtung der politischen Vereine. Zur Lösung besonderer Konflikte in einzelnen Bundesstaaten wurden auf Vorschlag des Reichsministers des Innern verschiedene Reichskommissare vom Gesamtreichsministerium ernannt. So z.B zur Beilegung des Verfassungskonflikts zwischen Regierung und Landtag in Anhalt-Bernburg (Reichskommissar für Anhalt-Bernburg: Friedrich Ferdinand von Ammon, 4. November 1848 - 25. Januar 1849), zur Festsetzung der Demarkationslinie zwischen dem deutschen und polnischen Teil Posens (Reichskommissar zur Festsetzung der Demarkationslinie in Posen: Friedrich Ferdinand Wilhelm Freiherr Schaeffer von Bernstein, 22. Oktober - 22. Dezember 1848), zur Durchsetzung der Reichsverfassung (Reichskommissar für die Rheinpfalz: Jacob Bernhard Eisenstuck, 5. - 11. Mai 1849), sowie zur Eindämmung der revolutionären Bewegung und zur politischen Einigung der Kleinstaaten (Reichskommissar für Thüringen: Ludwig von Mühlenfels, 5. Oktober 1848 - 10. Februar 1849).</p>
              <p>Vom 15. Juli bis 15. Dezember 1848 stand das Reichsministerium des Innern unter Leitung von Anton Ritter von Schmerling; bis 16. Mai 1849 war Heinrich von Gagern Minister des Innern. Sein Nachfolger Grävell blieb nur zwei Wochen bis 31. Mai 1849 im Amt; nach dem erzwungenen Rücktritt betraute der Reichsverweser den Reichsminister der Justiz, Detmold, mit dieser Funktion. Die Abgeordneten Friedrich Bassermann und Joseph von Würth hatte Erzherzog Johann zu Unterstaatssekretären berufen. Als von Würth am 15. Dezember zusammen mit von Schmerling zurücktrat, stand mit Bassermann bis 16. Mai 1849 nur ein Unterstaatssekretär zur Verfügung. Im Ministerium waren ein Ministerialrat, drei Ministerialsekretäre und fünf Registratur- und Kanzleibeamte tätig.</p>
              <p>Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 55</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium der Justiz</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>40 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Allgemeines, Personalangelegenheiten, Haushalt, Geschäftsgang 1832-1851, Gesetzgebung 1607; 1807-1849, einzelne Zivil- und Strafsachen 1829-1849, Anhang 1849</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Registratur des Ministeriums übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen. Eingegliedert wurden auch die Restakten der Deutschen Nationalversammlung.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Für die Verwaltung des Schriftgutes hatte der erste Reichsminister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Innern von Schmerling eine Zentralregistratur vorgesehen, die der Reichskanzlei unterstehen sollte. In der Praxis war jedoch diese nur für die Akten dieser beiden Ministerien zuständig. Am 15. August 1848 löste der Reichsministerpräsident die Reichskanzlei auf.</p>
              <p>Die Registraturen der einzelnen Ministerien entstanden August und September 1848. Zwar hatten die Vorarbeiten bereits in der zweiten Hälfte August begonnen, der Rücktritt des Gesamtreichsministeriums im Zusammenhang mit dem Konflikt über den Waffenstillstand von Malmö hatte eine planmäßige Entwicklung der Schriftgutverwaltungen zunächst verhindert. Die Übernahme des Schriftgutes in die Registraturen vollzog sich gleichzeitig mit der geschäftstechnischen Einrichtung der Ministerien selbst. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich zum Teil aus dem Mangel an der Berufung von geeigneten Registratoren. Auf diese Weise konnten sich Schriftgutverwaltungen entsprechend den Aufgabenstellungen der ministeriellen Tätigkeit nur allmählich entwickeln. Eingerichtet waren in den Ministerien zunächst zentrale Registraturen.</p>
              <p>Nur einen geringen Umfang hatte die Registratur des Reichsministeriums der Justiz. Das Schriftgut wurde nach Betreffen zusammengefasst, die sich mit der zunehmenden Aufgabenübertragung nach Anfall entwickelten. Nach dem Rücktritt des Ministers Mohl am 10. Mai 1849 war der Geschäftsgang fast ohne Bedeutung. Überliefert wurden die Akten in 18 Gruppen.</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion herausgelöst und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet.</p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Zuständigkeit des Ministeriums, das am 15. Juli 1848 eingerichtet wurde, entwickelte sich während seiner Tätigkeit. Die ursprüngliche Kompetenz für die Gesetzgebung des Reiches und für die Aufsicht über die Reichskammergerichts-Archivkommission wurde um die Publikation des Reichsgesetzblattes, die Bearbeitung von Beschwerden wegen Rechtsverweigerung, die Untersuchung der Unruhen im September 1848 in Frankfurt, die Klärung von Rechtsfragen und Unterstützung in auswärtigen Erbschaftsangelegenheiten erweitert. Einen wichtigen Erfolg erzielte das Reichsministerium der Justiz mit der Verabschiedung der Allgemeinen Deutschen Wechselordnung, dessen Entwurf im Ministerium ausgearbeitet worden war.</p>
              <p>Der Abgeordnete Christian Widenmann leitete als Unterstaatssekretär den Aufgabenbereich Gesetzgebung. Der Personalbestand war gering. Außer einem Ministerialrat und einem Ministerialsekretär waren ein Kanzlist und ein Pedell tätig. Zwei Beamte arbeiteten in der Archivkommission, aus drei Mitgliedern bestand die Kommission für Handelsgesetzgebung. Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium des Krieges</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>100 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Militärverwaltung 1848-1849, Aufstellung und Einsatz von Reichstruppen 1848-1849, Ausrüstung und Versorgung der Reichstruppen und Reichsfestungen 1848-1849, Sammlung von Nachrichten über fremde Armeen 1846; 1848-1849</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Obwohl die Schriftgutverwaltung des Reichsministeriums des Krieges zu den frühesten der Ministerialregistraturen gehört, läßt sich eine Aktenordnung nicht erkennen. Registratur- und Ordnungsvermerke sind nicht vergeben worden. Die Eingänge wurden gesondert von den Ausgängen verwaltet.</p>
              <p>Die Registratur des Reichsministeriums übernahm am 20. Dezember 1849, mit den übrigen Registraturen der Provisorischen Zentralgewalt, die Bundeszentral-kommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt, die Registratur des Reichsministeriums des Krieges auf die Abteilungen für die Bundesfestungen, für die Bundeskontingente und für Militärverwaltung aufgeteilt.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen. Eingegliedert wurden auch die Restakten der Deutschen Nationalversammlung.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen. Die Registraturen des Reichsministeriums des Krieges blieben mit den Akten der Bundesmilitärkommission vereinigt.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien, die bis auf das des Ministeriums des Krieges überliefert sind, und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundesmilitärkommission herausgelöst und aus ihnen der Bestand Reichsministerium des Krieges gebildet.</p>
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            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das vierte der am 15. Juli 1848 vom Reichsverweser Erzherzog Johann von Österreich eingerichteten Ministerien verfügte nicht nur über den größten Personalbestand, sondern hatte auch die umfangreichste Kompetenz. Das Ministerium führte die Arbeit der Militärkommission des Deutschen Bundes weiter, der am 15. März 1819 eingerichteten Zentralbehörde im militärischen Bereich. Die Verwaltung der Reichsfestungen, die Aufstellung und der Einsatz der Reichstruppen zur Verstärkung der bundesstaatlichen Kontingente gehörte ebenso zu den Aufgaben des Ministeriums wie die Entwicklung des militärischen Transportwesens und die Beobachtung der Militärangelegenheiten im Ausland.</p>
              <p>Die Arbeiten besorgten das Zentralbüro, das Departement für die Reichsfestungen, das Departement für Wehrverfassung und Kontingentsangelegenheiten sowie die Kanzlei. Im Zentralbüro waren zwei Referenten, ein Adjutant und ein Ordonnanzoffizier tätig. Die aus je drei Abteilungen bestehenden Departements wurden von Direktoren geleitet. Gegliedert war das Departement für die Reichsfestungen in die Ingenieurabteilung, die Artillerie- und die Administrationsabteilung. Das Departement für Wehrverfassung und Kontingentsangelegenheiten war in die Abteilung für östliche und südliche Kriegstheater, die Abteilung für das westliche und nördliche Kriegstheater, die Abteilung für Wehrverfassung und Organisation eingeteilt. Die Kanzlei bestand aus 13 Mitarbeitern.</p>
              <p>Im Dezember 1848 wurde eine weitere Abteilung für Militärverwaltung eingerichtet. Sie unterstand zugleich dem Reichsminister der Finanzen. Als die Provisorische Zentralgewalt im März 1849 eine Kommission zur Beratung des Militärstrafgesetzes berief, wurde diese dem Reichsministerium des Krieges angegliedert. Mit speziellen Aufgaben vorübergehend betraut wurden der preußische Geheime Kriegsrat Eduard Fleck, der sächsische Generalmajor Albrecht Ernst Graf Holtzendorff und der kurhessische Generalmajor Georg Friedrich Ernst Spangenberg. Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 57</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium der Finanzen</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>235 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Organisation und Verwaltung 1830-1850, Haushaltsangelegenheiten 1848-1852, Gesamthaushalt und Haushalt der Ministerien 1848-1849, Gründung einer deutschen Handels- und Kriegsmarine 1848-1849, Militärhaushalt 1848-1850, Forderungen der Bundesstaaten auf Liquidation der Kosten für die eingesetzten Truppen 1848-1852, Kosten für den Transport von Emigranten aus Polen 1848-1850, Kassenverwaltung 1848-1849</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Im Reichsministerium der Finanzen bestand eine genau gegliederte Registratur. Die Eingänge wurden bereits mit Nummern versehen, die dazu gehörenden Ausgänge wurden mit den gleichen Zahlen gekennzeichnet, die zugleich die Erledigungsnummern bildeten. Eingeteilt war die Schriftgutverwaltung in drei Hauptgruppen: die erste Abteilung enthielt die eigentliche Ministerialregistratur, die zweite die Budgetakten und die dritte die Akten der Militärverwaltungsabteilung, zugleich auch die für das Schriftgut des Reichsministeriums des Krieges innerhalb dieser Abteilung.</p>
              <p>Die Registraturen des Gesamtreichsministeriums und der Reichsministerien übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentral-kommission zur Verfügung gestellt, ein Teil des Schriftgutes des Reichsministeriums der Finanzen der Abteilung für das Bundesmatrikular- und Kassenwesen zugewiesen.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen. Eingegliedert wurden auch die Restakten der Deutschen Nationalversammlung.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen. Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion herausgelöst und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet.</p>
              <p>Geordnet sind die Bestände nach dem Sachaktenprinzip.</p>
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              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das für Haushaltsangelegenheiten, Besoldung und Kassenwesen der Zentralgewalt zuständige Ministerium nahm am 10. August 1848 die Tätigkeit auf. Die wichtigste Aufgabe bestand in den Bemühungen, die Regierungen der Bundesstaaten zur Zahlung der Matrikularbeiträge zu veranlassen, die sie ursprünglich dem Deutschen Bund entrichtet hatten. Eigene Einnahmen standen der Zentralgewalt nicht zur Verfügung.</p>
              <p>Das Haushaltsvolumen für die Provisorische Zentralgewalt und die Nationalversammlung betrug für die Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 1848 10.483.766 Gulden. Im Haushaltsentwurf, den der Minister der Finanzen als ersten am 22. Dezember vorlegte, waren 18 v. H. der Einnahmen nicht gedeckt. An Ausgaben veranschlagte er für das Marinedepartement im Reichsministerium des Handels fast 51 v. H. und für das Reichsministerium des Krieges rund 46 v. H.; die übrigen Ministerien sollten etwas über 2 v. H. und die Nationalversammlung rund 1 v. H. erhalten.</p>
              <p>Als Unterstaatssekretär unterstützte der Abgeordnete Karl Mathy den Minister bis 16. Mai 1849. Gegliedert war das Ministerium mit dem geringsten Budget in die Kanzlei, die Reichskassenverwaltung und die zugleich dem Reichsministerium des Krieges unterstehende Abteilung für die Militärverwaltung (Dez. 1848). Die Kasse verwalteten vier Bedienstete; für die Militärverwaltungsabteilung stellte das Ministerium den Vorstand, ein Mitglied und den Revisor. Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
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          </c>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium des Handels</unittitle>
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              <physdesc>
                <extent>207 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Dienststellenverwaltung 1848-1849</p>
              <p>Handel 1835-1849</p>
              <p>Errichtung von Konsulaten und Gesandtschaften 1835-1849</p>
              <p>Handelspolitik 1824-1849</p>
              <p>Zölle, Besteuerung und Abgaben 1813-1849</p>
              <p>Verkehr 1641; 1756 1819-1849</p>
              <p>Seeschifffahrt 1641;1756 1819-1849</p>
              <p>Binnenschifffahrt und Wasserbau 1835-1849</p>
              <p>Eisenbahnen und Chausseen 1844-1849</p>
              <p>Post und Telegraphie 1848-1849</p>
              <p>Gewerbe, Landwirtschaft, Patente und Erfindungen 1848-1849</p>
              <p>Münz-, Maß- und Gewichtssystem1844-1849</p>
              <p>Auswanderung 1848-1849</p>
              <p>Statisktik 1813-1849</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Im Reichsministerium des Handels war die Schriftgutverwaltung zunächst wie eine Geschäftskorrespondenz organisiert. Seit 19. August 1848 läßt sich eine sorgfältige Verwaltung der Akten feststellen. Die Eingänge erhielten neben den Vermerken feste Signaturen und wurden nach diesen in Aktenhefte eingeordnet. Es entstanden nach Anfall 25 Aktengruppen; in diesen wurden die Akten nach Nummern und Einsender oder Ausfertigung verzeichnet. Zusätzlich wurde eine sachliche Systematik angefertigt. Die Abteilung für die Marine und die Technische Marinekommission verwalteten ihr Schriftgut selbst. Nach ähnlichen Prinzipien wie die der Ministerialregistratur arbeitete der Registrator der Marineabteilung. Die Aktenführung war in acht Sektionen straff nach dem Sachaktenprinzip gegliedert. Ebenfalls war die Schriftgutverwaltung der Technischen Marinekommission kanzleimäßig organisiert. Nach Auflösung dieser Kommission übernahm die Marineabteilung das Schriftgut. Die Schriftgutverwaltung des am 22. Mai 1849 eingerichteten Reichsministeriums der Marine führte die der Marineabteilung nach den gleichen Registraturordnungen weiter.</p>
              <p>Die Registratur des Reichsministeriums übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen. Eingegliedert wurden auch die Restakten der Deutschen Nationalversammlung.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion herausgelöst und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet. Geordnet sind die Bestände nach dem Sachaktenprinzip.</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Kompetenz des Ministeriums, das am 12. August 1848 die Geschäfte aufnahm, umfaßte die Handelspolitik im Allgemeinen, die Vorbereitung von Verträgen über den Handel und die Schiffahrt im Ausland, die Festsetzung von Zöllen und Steuern, die Gesetzgebung im Handel, Post- und Eisenbahnwesen. Das Reichsministerium des Handels war für die Einrichtung von Konsulaten zuständig. Mit weitgehend eigener Zuständigkeit war die Marineabteilung für den Aufbau und die Verwaltung der Reichsmarine ausgestattet. Ihr zur Seite stand die am 14. November 1848 berufene Technische Marinekommission, die Prinz Adalbert von Preußen leitete. Deren Aufgaben bestanden in der Erarbeitung von personellen und sachlichen Gutachten über den Bau von Kriegshäfen, Werften, Hafenanlagen für die Flußschiffahrt und militärischen Arsenalen.</p>
              <p>Als Unterstaatssekretäre arbeiteten seit 5. August 1848 der Abgeordnete Gustav Mevissen und vom 9. August der Abgeordnete Johannes Fallati im Ministerium. Mevissen verzichtete am 5. September auf die Position; Fallati blieb bis 16. Mai 1849 in seinem Amt. Erzherzog Johann übertrug nach dem Rücktritt des Ministers Duckwitz die kommissarische Leitung dem Ministerialrat Johann Philipp Schneider. Am 3. Juni 1849 berief der Reichsverweser den Minister des Innern und der Justiz, Detmold, zum Reichsminister des Handels, der diese Ressorts bis 20. Dezember 1849 leitete.</p>
              <p>Dem Unterstaatssekretär Fallati hatte Duckwitz die Kompetenz für das Konsulatswesen übertragen. Die Angelegenheiten von Zoll und Post, Seeschiffahrt, Handels- und Münzgesetzgebung sowie Flußschiffahrt besorgten vier Ministerialräte. Mit der Einrichtung der Abteilung für die Marineverwaltung am 14. November 1848 nahm der Minister eine organisatorische Erweiterung vor. Der Reichsverweser ernannte die Abgeordneten Wilhelm Jordan und Samuel Gottfried Kerst sowie den Artilleriekapitän Oscar Marcard am 7. Januar 1849 zu Ministerialräten. Die Marineabteilung war zusammen mit der Technischen Marinekommission die für den Aufbau und die Verwaltung einer deutschen Reichsmarine zuständig. (Am 22.5.1849 wurde diese ausgegliedert und das Reichsministeriums der Marine gegründet.) Dem Ministerium angegliedert war die vom 30. Dezember 1848 bis 16. Februar 1849 tätige Kommission für die Flußschiffahrts-Gesetzgebung. Sie bestand aus drei Mitarbeitern von Wasserbaudirektionen für Rhein, Elbe und Weser sowie dem hannoverschen Generalsteuerdirektor. Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 59</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium der Marine</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>241 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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              </p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Organisation des Ministeriums und der Marinebehörden 1848-1849</p>
              <p>Personalverhältnisse 1848-1849:</p>
              <p>Anstellungen 1848-1849,</p>
              <p>Bewerbungen 1848-1849,</p>
              <p>Bemannung der Schiffe 1848-1849.</p>
              <p>Haushalt und Kassenangelegenheiten 1848-1849</p>
              <p>Schiffe und deren Ausrüstung 1848-1849</p>
              <p>Hafenanlagen und Küstensicherung, Kanalanlagen 1848-1849</p>
              <p>Registratur 1849</p>
              <p>Technische Marine-Kommission1838; 1845; 1848-1849</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Schriftgutverwaltung des am 22. Mai 1849 eingerichteten Reichsministeriums der Marine führte die der Marineabteilung des Reichsministeriums des Handels nach den gleichen Registraturordnungen weiter.</p>
              <p>Die Registratur des Reichsministeriums übernahm am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt, die Registratur des Reichsministeriums der Marine wurde der Abteilung für die Marine zugewiesen.</p>
              <p>Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registraturen wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen. Eingegliedert wurden auch die Restakten der Deutschen Nationalversammlung.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
              <p>Die Akten der Reichsministerien blieben bis nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ordnung, wie sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden war. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Die Ordnungsarbeiten gingen von der zeitaufwendigen Rekonstruktion der ursprünglichen Registraturordnung aus. Für diese Maßnahmen konnten die erhaltenen Aktenrepertorien und die Aktenrotuli zugrunde gelegt werden. Bei der Formierung von Aktenbänden wurde die chronologische Einordnung wiederhergestellt. Die unterschiedlich angelegten Registraturen haben einen beachtlichen Umfang und spiegeln in ihrer Vielfalt die Tätigkeit der Provisorischen Zentralgewalt wider. Verluste sind nicht eingetreten. Die verschiedenen Provenienzen wurden aus den umfangreichen Bänden der Bundeskanzleidirektion herausgelöst und aus ihnen die Bestände der Reichsministerien gebildet.</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Für die Organisation und Verwaltung der Reichsmarine richtete der Reichsverweser am 22. Mai 1849 ein eigenes Ministerium ein. Ihm war die Fortsetzung der in der Marineabteilung im Reichsministerium des Handels wahrgenommenen Aufgaben zugewiesen. Zuständig war das Ministerium für die Konstruktion, den Neubau und die Reparatur von Schiffen, die Beschaffung von Waffen und Ausstattung mit nautischen Geräten. Im Ministerium wurden die Einrichtungen von Werften, Hafenanlagen und Marinekasernen vorbereitet. Zur Kompetenz gehörte auch die Aufsicht über die Marinebehörden in Bremerhaven.</p>
              <p>Organisatorisch bestanden zwischen der Marineabteilung des Handelsministeriums und dem neu errichteten Ministerium kaum Unterschiede. Hatte der Reichsverweser das nicht mehr besetzte Reichsministerium des Handels dem Minister der Auswärtigen Angelegenheiten zunächst unterstellt, ernannte er ihn am 22. Mai 1849 auch zum Reichsminister der Marine. Der als Generalsekretär berufene Ministerialrat Kerst behielt diese Position bis zu seiner Entlassung am 18. September 1849. Dem Generalsekretär unterstanden das Zentralbüro mit zwei Sektionen, den früheren Ministerialräten Jordan und Marcard als Abteilungsleitern mit je vier Sektionen, die Abteilung für allgemeine Marineangelegenheiten und die Abteilung für Marineökonomieangelegenheiten. Dem Ministerium nachgeordnet waren die am 15. September 1848 eingerichtete Marinehauptkasse und die seit 5. April 1849 unter Leitung des Oberkommandierenden der Marine stehende Seezeugmeisterei in Bremerhaven.</p>
              <p>Die Tätigkeit des Ministeriums endete mit der Einrichtung der Bundeszentralkommission im Dezember 1849.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 60</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Diplomatische Vertretungen</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>38 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
            <otherfindaid>
              <p>
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              </p>
            </otherfindaid>
            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Reichsgesandtschaft in der Schweiz 1848-1849, Reichsgesandtschaft Brüssel 1848-1850, Reichsgesandtschaft Kopenhagen 1848-1849, Reichsgesandtschaft London 1846-1849, Reichsgesandtschaft Paris 1848-1849, Reichsgesandtschaft Stockholm 1848, Reichsgesandtschaft Washington 1848-1850</p>
              <p>Ausländische Gesandte bei der Provisorischen Zentralgewalt.- Sardinien (1836-1837) 1848-1849</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte</p>
              <p>Nach dem Ende der Provisorischen Zentralgewalt und der Auflösung der Reichsministerien kamen die Akten in das Zentralbüro der Bundeszentralkommission bzw. in deren Abteilung für die Verhältnisse im Ausland. Die nach dem Betreffprinzip vorgenommene Aufteilung der Registratur wurde weitergeführt, als die Bundeszentralkommission die Tätigkeit am 5. Juni 1850 einstellte. Die Akten gelangten in die Verwaltung der Bundesversammlung, die sich am 2. September 1850 neu konstituierte. Nach Betreffen wurden die vorhandenen Registraturen der Reichsministerien zusammen mit denen der Abteilungen der Bundeszentralkommission in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 übernahm das Bundesarchiv (Abteilung Frankfurt) die Bestände.</p>
              <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
              <p>Nach der Übernahme durch die Bundeskanzleidirektion wurde ein Teil der Akten der Abteilung der Bundeszentralkommission für die Verhältnisse im Ausland zugewiesen. Bis nach dem Zweiten Weltkrieg blieben sie in der Ordnung, in der sie von der Bundeskanzleidirektion angelegt worden waren. In der vorläufigen Erschließung von 1936 wurde zwar auf die Bestände unter den Betreffakten hingewiesen, eine Trennung der Provenienzen aber nicht vorgenommen.</p>
              <p>Der Bestand bildet eine wichtige Ergänzung zu den Unterlagen des Reichsministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten. Die Verzeichnung und Klassifikation des Bestands basiert auf ersten Arbeiten Dr. Moldenhauers.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Höcker, Wilma, Der Gesandte Bunsen als Vermittler zwischen Deutschland und England, Göttingen 1951; Christian v. Bunsen. Aus seinen Briefen, hg. v. Fr. Nippold, 3 Bde., Leipzig 1868-1871</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Das aktive Gesandtschaftsrecht der Zentralgewalt übten ständige Gesandte, Geschäftsträger und Sonder- bzw. Notifikationsgesandte aus.</p>
              <p>In Brüssel und Washington waren ständige Gesandte, in Bern, Kopenhagen und Paris Geschäftsträger eingesetzt. Eine wichtige Aufgabe übertrug die Zentralgewalt dem Abgeordneten und preußischen Gesandten in London, Karl Christian von Bunsen, als Sondergesandten bei den Friedensverhandlungen mit Dänemark in London. Zu Notifikationen wurden Gesandte nach Athen, Florenz, Gaëta, Rom, Stockholm und Turin beauftragt.</p>
              <p>Akkreditiert bei der Zentralgewalt waren Diplomaten aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Rußland, Sardinien, Sizilien und den Vereinigten Staaten.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 61</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissare</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1849-12-31">1848 - 1849</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>32 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Reichskommissar für Anhalt-Bernburg 1848-1849, Reichskommissar für Posen 1848, Reichskommissar für die Rheinpfalz 1849, Reichskommissar für Schleswig-Holstein 1848-1849, Reichskommissar für Thüringen 1848-1849</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Reichskommissare übernahm mit den Registraturen der Ministerien der Provisorischen Zentralgewalt am 20. Dezember 1849 die Bundeszentralkommission. Mit der Leitung der Schriftgutverwaltung betraute sie Johann Daniel Leutheußer, den früheren Registrator der Bundesversammlung, der zuletzt in dieser Position im Reichsministerium des Innern tätig gewesen war. Die Akten der Provisorischen Zentralgewalt wurden im wesentlichen dem Zentralbüro der Bundeszentralkommission zur Verfügung gestellt.</p>
              <p>Mit Beendigung der Tätigkeit der Bundeszentralkommission am 5. Juni 1850 gelangten die Akten in die Verwaltung der Bundesversammlung und wurden von der Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Als eine der Aufgaben wurde die Zuständigkeit für die Bestände der Provisorischen Zentralgewalt der 1925 gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Bernhard Eisenstuck, Das Reichskommissariat in der bayerischen Rheinpfalz im Mai 1849, aus: Deutsche Monatsschrift für Politik, Wissenschaft, Kunst und Leben, Hg. A. Kolatschek, 1851</p>
              <p>Schubert, Barbara, Karl Stedmann (1804-1878): Kindheit, Jugend und die Zeit seines politischen Wirkens, Minerva-Fachserie Geisteswissenschaften, München 1985</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Zur Lösung besonderer Konflikte in einzelnen Bundesstaaten wurden verschiedene Reichskommissare vom Gesamtreichsministerium ernannt. So z.B. auf Vorschlag des Reichsministers des Innern zur Beilegung des Verfassungskonflikts zwischen Regierung und Landtag in Anhalt-Bernburg (Reichskommissar für Anhalt-Bernburg: Friedrich Ferdinand von Ammon, 4. November 1848 - 25. Januar 1849), zur Festsetzung der Demarkationslinie zwischen dem deutschen und polnischen Teil Posens (Reichskommissar zur Festsetzung der Demarkationslinie in Posen: Friedrich Ferdinand Wilhelm Freiherr Schaeffer von Bernstein, 22. Oktober - 22. Dezember 1848), zur Durchsetzung der Reichsverfassung (Reichskommissar für die Rheinpfalz: Jacob Bernhard Eisenstuck, 5. - 11. Mai 1849), sowie zur Eindämmung der revolutionären Bewegung und zur politischen Einigung der Kleinstaaten (Reichskommissar für Thüringen: Ludwig von Mühlenfels, 5. Oktober 1848 - 10. Februar 1849). Der Reichskommissar für Schleswig-Holstein (Karl Johann Wilhelm Stedmann, 20. September 1848 - 10. April 1849) wurde auf Vorschlag des Reichsministers der Auswärtigen Angelegenheiten zur Ausführung der Bestimmungen des Waffenstillstands von Malmö eingesetzt.</p>
              <p>Weitere Reichskommissare, deren Unterlagen nicht im Bestand überliefert sind: Reichskommissar für Sachsen, Reichskommissar zur Regulierung der Angelegenheiten der Hamburger Flottille, Reichskommissar für Baden, Reichskommissar für die südwestdeutschen Staaten, Reichskommissar für die Spielbank in Homburg, Reichskommissar für die Übernahme der Hamburger Flottille, Reichskommissar für Österreich, Reichskommissar für Reuß j. L., Reichskommissar in Österreich, Reichskommissar für die Volksversammlung in Offenburg zur Durchführung der Reichsverfassung, Reichskommissar in Preußen, Reichskommissar zur Einsetzung der Statthalterschaft in Schleswig-Holstein, Reichskommissar für Sachsen, Reichskommissar für den Ankauf von Schiffen, Reichskommissar in Wien, Reichskommissar für Lauenburg, Reichskommissar für Baden.</p>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 62</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeszentralkommission</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1853-12-31">1848 - 1853</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>343 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              </p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Sitzungsprotokolle 1849-1851, Zentralbüro 1848-1851, Verhältnisse im Auslande 1849-1850, Abteilung für Inneres, Justiz und Handel 1849-1851, Festungsabteilung 1850-1851, Bundeskontingente 1848-1851, Militärverwaltung 1848-1851, Marineabteilung 1848-1851, Technische Zeichnungen von Schiffen und Werften in den Vereinigten Staaten von Amerika 1838-1839, 1841, 1843-1844, 1847-1850, Bundesmatrikular- und Kassenwesen 1848-1851</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Bundeszentralkommission gelangten mit Beendigung ihrer Tätigkeit am 5. Juni 1850 in die Verwaltung der Bundesversammlung und wurden von der Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Die Bundeszentralkommission wurde von Österreich und Preußen aufgrund des Vertrages über die interimistische Wahrnehmung der Befugnisse des Reichsverwesers vom 30.9.1849 zur Erhaltung des Deutschen Bundes errichtet. Nach dem Rücktritt Erzherzog Johanns nahm sie unter den preußischen Bundeskommissaren v. Boetticher und v. Radowitz (für diesen bald v. Peucker) und den österreichischen Mitgliedern v. Kübeck und v. Schönhals im Dezember 1849 ihre Tätigkeit auf (befristet bis zum 1.Mai 1850). Auf Beschluss vom 31. April 1850 führte sie ihre Aufgaben zunächst weiter. Die endgültige Übertragung der Aufgaben der Kommission an einen Ausschuss der Bundesversammlung erfolgte am 31. Mai 1851.</p>
              <p>Sitz der Bundeszentralkommission war Frankfurt am Main.</p>
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          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 63</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeszivilkommissare für Kurhessen</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1850-01-01/1851-12-31">1850 - 1851</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>16 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Maßnahmen zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung 1850-1851, Operationen und Versorgung der Bundestruppen 1850-1851</p>
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            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Bundeszivilkommissare für Kurhessen übernahm die Verwaltung der Bundesversammlung in die Registratur der Bundeskanzleidirektion.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Leopold Friedrich Ilse, Die Politik der beiden deutschen Großmächte und der Bundesversammlung in der kurhessischen Verfassungsfrage vom Jahre 1830 bis 1860, Berlin 1861</p>
              <p>Gerhard Müller, Die kurhessische Frage und ihre Bedeutung für die deutsche Krise 1850/51, Borna-Leipzig 1930</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Zur Ausführung der Bundesexekution beim Verfassungskonflikt in Kurhessen Einsetzung von Bundeszivilkommissaren im Oktober 1850 durch den Rumpfbundestag: Graf v. Rechberg (nach dessen Abberufung am 13.12.1850: Graf v. Neu-Leiningen-Westerburg) für Österreich und General v. Peucker (ab März 1851 der ehem. preußische Justizminister v. Uhden) für Preußen; Anfang August 1851 Abzug der Bundeszivilkommissare mit ihren Truppen aus Kassel; Fortführung der Aufgaben von Frankfurt aus noch bis 1852</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 64-I</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marinebehörden</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1849-01-01/1853-12-31">1849 - 1853</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Oberkommando der Marine 1852-1853, Seezeugmeisterei 1849-1853, Marineintendantur 1850-1853, Marineauditorat 1852-1853</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Marinebehörden wurden von der Verwaltung der Bundesversammlung in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Eilers, Eilhart, Rudolf Brommy. Der Admiral der ersten deutschen Flotte 1848;</p>
              <p>Max Bär, Die Deutsche Flotte 1848-1852, Leipzig 1898;</p>
              <p>Walter Hubatsch, Die erste deutsche Flotte 1848-1853, hrsg. von der Deutschen Marine-Akademie und vom Deutschen Marine Institut, Schriftenreihe Bd. 1, Herford 1981;</p>
              <p>Jörg Duppler, Germania auf dem Meere, Bilder und Dokumente zur Deutschen Marinegeschichte 1848-1998, Hamburg 1998</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Bereits seit 5. April 1849 war Admiral Bromme (gen. Brommy) Seezeugmeister für die Nordseeküste in Bremerhaven, ab dem 8. Juni 1849 Oberkommandant des Nordseegeschwaders. Die Intendantur, eigentlich eine dem Seezeugmeister untergeordnete Abteilung, wurde von dem preuß. Intendantursekretär Rudolph geleitet. Ab dem 31. Januar 1850 existierten drei gleichgestellte Marinebehörden der Bundeszentralkommission nebeneinander, wobei jedoch alle wichtigen Angelegenheiten unter dem Vorsitz Brommes beraten werden sollten. Im April 1850 erfolgte die Wiederherstellung der Einheit im Oberkommando. Bromme wird Oberbefehlshaber der gesamten Marine und erhält die Aufsicht über alle Verwaltungszweige: das Oberkommando der Marine (unmittelbarer Befehl über alle in Dienst gestellten Fahrzeuge nebst Bemannung), die Seezeugmeisterei (Bauverwaltung, Arsenal- und Magazinverwaltung, Sanitätswesen, Marinebildungswesen, einschließlich des nicht an Bord befindlichen Teils des Marinekorps) sowie über die Intendantur (Marinekassen- und Rechnungswesen). Hinzu kam noch das Marineauditorat (Gerichtsbarkeit), das vom Frühjahr 1850 bis Ende 1852 bestand. Die Auflösung der Marinebehörden erfolgte am 1. April 1853.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 64-II</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskommissar für die Auflösung der deutschen Flotte</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1852-01-01/1853-12-31">1852 - 1853</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>52 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
            </did>
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              <p>
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            <scopecontent>
              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Allgemeines 1852-1853, Auflösung der Marinebehörden 1852-1853, Personalangelegenheiten 1852-1853, Verkauf von Schiffen, Waffen und sonstigem Material 1852-1853</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen des Bundeskommissars wurden von der Verwaltung der Bundesversammlung in die Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Eilers, Eilhart, Rudolf Brommy. Der Admiral der ersten deutschen Flotte 1848;</p>
              <p>Max Bär, Die Deutsche Flotte 1848-1852, Leipzig 1898;</p>
              <p>Walter Hubatsch, Die erste deutsche Flotte 1848-1853, hrsg. von der Deutschen Marine-Akademie und vom Deutschen Marine Institut, Schriftenreihe Bd. 1, Herford 1981;</p>
              <p>Jörg Duppler, Germania auf dem Meere, Bilder und Dokumente zur Deutschen Marinegeschichte 1848-1998, Hamburg 1998</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Am 2. April 1852 beschloss die Bundesversammlung die sofortige Auflösung der Nordseeflotte. Mit der Durchführung wurde zunächst der Marineausschuss der Bundesversammlung, ab 2. Mai 1852 der frühere Präsident der oldenburgischen Provinzialregierung zu Birkenfeld, Dr. Hannibal Fischer, beauftragt. Die Auflösung der Marinebehörden erfolgte am 1. April 1853, die Entlassung des Bundeskommissars Ende Juni 1853. Die Abwicklung durch die Bundeszentralkommission dauerte bis Ende Oktober 1853.</p>
            </scopecontent>
          </c>
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              <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">DB 65</unitid>
              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommission zur Beratung eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1856-01-01/1861-12-31">1856 - 1861</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>25 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
              </physdesc>
              <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <p>
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              </p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Sitzungsprotokolle 1857-1861, Allgemeiner Schriftwechsel 1856-1861, Entwurf eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Kommission zur Beratung eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches gelangte 1861 in die Verwaltung der Bundesversammlung und wurde von der Registratur der Bundeskanzleidirektion übernommen.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Entwurf eines allgemeinen Handelsgesetzbuches für Deutschland (1848/49): Text und Materialien / hrsg. u. mit e. Einf. von Theodor Baums, in: Abhandlungen aus dem gesamten Bürgerlichen Recht, Handelsrecht und Wirtschaftsrecht, Heft 54, Heidelberg, 1982</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Auf Antrag Bayerns vom 21.2.1856 beschloss die Bundesversammlung am 18.12.1856 eine Kommission zur Beratung eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches zu gründen. Am 15.1.1857 erste Zusammenkunft der Kommission und Ernennung ihrer Mitglieder. Die Sitzungen wurden in Nürnberg und Hamburg abgehalten. Abschluss der Beratungen am 12.3.1861.</p>
              <p>Von allen 589 Sitzungen wurden eben so viele Protokolle angefertigt, wobei 219 dem Handelsrecht in Nürnberg (1.bis 176. sowie die 548.bis 589. Sitzung) und 370 dem Seerecht in Hamburg (177.bis 547. Sitzung) gewidmet waren.</p>
              <p>Am 31.5.1861 erkannte die Bundesversammlung den Entwurf an und appellierte an die Regierungen der Länder, diesen Entwurf als Gesetz anzunehmen.</p>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bundeskommissare für Holstein und Lauenburg</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1863-01-01/1864-12-31">1863 - 1864</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <p>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Schriftwechsel mit dem Bundestagspräsidium und dem Bundestagsausschuss für die Verfassungsangelegenheiten der Herzogtümer Holstein und Lauenburg 1863-1864</p>
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              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die Unterlagen der Bundeskommissare für Holstein und Lauenburg übernahm die Verwaltung der Bundesversammlung in die Registratur der Bundeskanzleidirektion.</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Heinz Kiecksee, Holstein 1864, Lübeck und Hamburg 1964</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Entscheidung der Bundesversammlung vom 7.12.1863 die Bundesexekution gegen Holstein und Lauenburg durchzuführen. Gleichzeitige Einsetzung der Bundeskommissare von Könneritz (Sachsen) und Nieper (Hannover) zur Leitung der zivilen Verwaltung der Herzogtümer. Erste offizielle Bekanntmachung durch die Bundeskommissare am 24.12.1863. Feierlicher Einzug in Holstein am 24.12.1863. Amtssitz war Altona. Ab 1.1.1864 Herausgabe eines eigenen Gesetzblatts. Annahme eines förmlichen Antrags Preußens und Österreichs beim Bund auf Beendigung der Bundesexekution: 5.12.1864. Ablösung der Bundeskommissare durch preußische und österreichische Zivilkommissare (v. Zedlitz und v. Lederer) am 7.12.1864.</p>
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          </c>
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              <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums</unittitle>
              <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1866-01-01/1867-12-31">1866 - 1867</unitdate>
              <physdesc>
                <extent>23 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
              <p>Sitzungsprotokolle 1866-1867, Liquidierung der Bundeskassen 1866-1867, Veräußerung des Bundeseigentums 1866-1867</p>
            </scopecontent>
            <scopecontent>
              <head>Bestandsbeschreibung</head>
              <p>Bestandsgeschichte:</p>
              <p>Die gemäß Prager Frieden vom 23. August 1866 eingesetzte Kommission behufs Auseinandersetzung des bisherigen Bundeseigentums (Liquidationskommission) entschied in der Sitzung am 30. Januar 1867, das Schriftgut des Deutschen Bundes &quot;mit Einschluß des Archivs der Nationalversammlung von 1848, der Regierung des Reichsverwesers und der Zentralkommission&quot; der Stadtbibliothek Frankfurt am Main zu übergeben. Die seit Juli 1867 gesondert aufgestellten Bestände konnten von den früheren bundesstaatlichen Regierungen und von Forschern mit Genehmigung der preußischen Archivverwaltung benutzt werden.</p>
              <p>Die Zuständigkeit für die Bestände wurde 1925 der neu gegründeten Abteilung Frankfurt des Reichsarchivs übertragen.</p>
              <p>Nach der kriegsbedingten Auslagerung betraute der hessische Kultusminister im Sommer 1947 das Stadtarchiv Frankfurt am Main mit der treuhänderischen Verwaltung. 1953 das Bundesarchiv die Bestände.</p>
            </scopecontent>
            <relatedmaterial>
              <head>Literatur</head>
              <p>Protokolle der Liquidations-Commission zu Frankfurt am Main vom Jahre 1866 und 1867, Sitzung 1-45, Frankfurt am Main, o.J.</p>
            </relatedmaterial>
            <scopecontent>
              <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
              <p>Auf Antrag Bayerns vom 21. Februar 1856 Beschluss der Bundesversammlung vom 18. Dezember 1856 zur Berufung einer Kommission zur Beratung eines allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuches; erste Zusammenkunft der Kommission und Ernennung ihrer Mitglieder am 15. Januar 1857; Sitzungsorte: Nürnberg (Handelsrecht) und Hamburg (Seerecht); Grundlage der Verhandlungen: preußische und österreichische Entwürfe; Abschluss der Beratungen am 12. März 1861; Anfertigung von Protokollen für jede der 589 Sitzungen (219 zum Handelsrecht, 370 zum Seerecht); Anerkennung des Gesetzentwurfs durch die Bundesversammlung am 31. Mai 1861 und Appell an die Regierungen der Länder zur Annahme dieses als Gesetz.</p>
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            <unittitle>Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945)</unittitle>
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              <unittitle>Oberste Organe</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskanzlei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1862-01-01/1945-12-31">(1862) 1878-1945</unitdate>
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                  <extent>3951 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Am Tage nach Errichtung der Reichskanzlei, am 19. Mai 1878, legte der expedierende Sekretär im Auswärtigen Amt, Hans Rudolf Sachse, der wenig später seinen Dienst als Registrator in der neuen Reichsbehörde antrat, dem Vortragenden Rat Tiedemann den Entwurf einer Registraturordnung für die Reichskanzlei vor. Seine &quot;Grundzüge für die Buch- und Aktenführung bei der Reichskanzlei&quot; beruhten offensichtlich auf den Erfahrungen aus der Schriftgutverwaltung des Auswärtigen Amtes.</p>
                <p>Das Aktengut wurde in der Registratur zunächst lose, wohl von Anfang an in den vorgesehenen und schon beschrifteten Aktendeckeln liegend, in Regalen aufbewahrt. Hatte eine Akteneinheit eine Stärke von 2 - 3 cm erreicht, wurde sie mit einem Leinenrücken und einem weiteren Schutzumschlag versehen und mittels Fadenheftung zu einem Band formiert.</p>
                <p>Diese Schriftgutorganisation erwies sich für eine lange Reihe von Jahren als ausreichend und praktikabel. Mit der allmählichen Fortentwicklung der Funktionen und Tätigkeit der Reichskanzlei wie auch infolge der Entwicklung von Staatsrecht und Verwaltungsorganisation im Reich und in den Bundesstaaten mußte sie indessen mit der Zeit als änderungsbedürftig erscheinen. Man entschloß sich daher um die Jahrhundertwende zu einer differenzierteren Aktenführung, die am 1. Januar 1900 in Kraft trat.</p>
                <p>Der staatliche Neubeginn am 13. Februar 1919, dem Tag des Regierungsantritts des Kabinetts Scheidemann, brachte in der Reichskanzlei einen durchgehenden Registraturschnitt. Man überführte den gesamten Aktenbestand in die Altablage und legte neue Akten an.</p>
                <p>Der 30. Januar bedeutete in der Schriftgutverwaltung der Reichskanzlei einen zwar spürbaren, jedoch nicht scharfen Einschnitt. Um mit diesem Tage eine neue Registraturschicht beginnen zu lassen, sonderte man zahlreiche Akten aus der laufenden Ablage aus, ließ sie heften und reponierte sie in der Altablage. An ihrer Stelle legte man neue Bände an. Dies geschah jedoch nur, wenn der laufende Band ohnehin einigermaßen gefüllt war; war dies nicht der Fall, führte man ihn fort. Die Bandzählung begann in jedem Falle wieder mit der Nummer 1, obwohl die Serien aus der Weimarer Zeit nahtlos fortgesetzt wurden. Die Aktenstruktur ließ man indessen unverändert, auch blieb es im allgemeinen bei der Fadenheftung; nur für neugebildete Serien wurden erstmalig Stehordner benutzt.</p>
                <p>Neben den in der Registratur geführten Akten entstanden weitere Schriftgutüberlieferungen dadurch, daß die Reichskanzler und leitenden Beamten der Reichskanzlei Handakten, eigenhändige Aufzeichnungen, persönliche Papiere und einen Großteil ihrer privatdienstlichen Korrespondenz nicht in der Registratur ablegen ließen, sondern in der Regel in ihren Dienstzimmern aufbewahrten. Nicht selten wurde derartiges Schriftgut beim Ausscheiden aus dem Amt mitgenommen. So enthalten die im Bundesarchiv verwahrten Nachlässe der Reichskanzler Hohenlohe-Schillingsfürst, Bülow, Hertling und Luther sowie der Chefs der Reichskanzlei Rottenburg und Pünder neben privatem Schriftgut fast regelmäßig auch amtliche oder halbamtliche Unterlagen, die aus der Wahrnehmung amtlicher Funktionen erwachsen sind. Daß die Akten des Ministerbüros Lammers beim Bestand verblieben sind, ist eine Folge ihrer gemeinsamen Auslagerung mit dem Bestand gegen Ende des 2. Weltkrieges.</p>
                <p>In anderen Fällen wurden Handakten von Reichskanzlern und leitenden Beamten mit Material zu bestimmten Sachfragen, mit Unterlagen für Konferenzen, Sitzungen usw., sobald nicht mehr benötigt, der Registratur zur Aufbewahrung übergeben und dort den entsprechenden Betreffserien als Beihefte zugeordnet. Infolgedessen sind solche Handakten über den Bestand verstreut, z.B. die Handakten zur Serie &quot;Ausführung des Friedensvertrages, Reparationen&quot; in der Gruppe &quot;Auswärtige Angelegenheiten&quot;.</p>
                <p>Einen anderen vom Registraturbestand getrennten Schriftgutkomplex bildeten die Geheimakten der Reichskanzlei, über deren Inhalt, Umfang und Gliederung leider nichts Näheres bekannt ist. Nach den im Bundesarchiv vorliegenden Nachrichten wurden sie wahrscheinlich vor Kriegsende entsprechend dem Erlaß des Reichsministers des Innern an die Reichsverteidigungskommissare betr. &quot;Verhalten der Behörden bei Feindbesetzung&quot; vom 12. Oktober 1944 von Angehörigen der Reichskanzlei verbrannt.[85] Einzelne Geheimaktensplitter, die wohl zufällig der Vernichtung entgangen sind und sich im Bestand befanden, wurden im vorliegenden Findbuch am Schluß des Abschnitts &quot;Akten des Ministerbüros&quot; aufgeführt.</p>
                <p>In Potsdam befinden sich mit geringen Ausnahmen diejenigen Altakten der Reichskanzlei aus der Zeit von 1878 - 1919, die Mitte Februar 1919 aus der laufenden Registratur ausgesondert und in einer Altaktenablage deponiert worden waren. Das Reichsarchiv hatte sie erst 1937 oder 1938 nach vergeblichen früheren Bemühungen übernehmen können. Lediglich die Altakten der Dienststellenverwaltung einschließlich der Personalakten blieben in der Behörde.</p>
                <p>Während des 2. Weltkrieges wurde der Bestand des Reichsarchivs zusammen mit anderen Archivalien in das Salzbergwerk Staßfurt bei Magdeburg ausgelagert und fiel dort 1945 in die Hände der Roten Armee. Es wurde in die Sowjetunion verbracht und 10 Jahre später, im Juli 1955, dem Deutschen Zentralarchiv (1973 umbenannt in &quot;Zentrales Staatsarchiv der DDR&quot;) in Potsdam übergeben. Dort bildete es den Bestand 07. 01. Die Bestandsgliederung in vier Abteilungen wurde beibehalten.</p>
                <p>Neben dem ehem. Reichsarchivbestand verwahrte das Zentrale Staatsarchiv noch ca. 800 Einzelvorgänge der Registratur aus den Jahren 1933 - 1945, die vermutlich im Dienstgebäude Wilhelmstraße gefunden wurden.</p>
                <p>Die Mehrheit der Reichskanzleiakten aus den Jahren 1919 - 1945 sowie die Altakten der Dienststellenverwaltung hatten sich nur bis in die letzte Kriegsphase in Berlin befunden. Als sich die Lage in und um Berlin immer mehr zuspitzte, lagerte man sie nach Süddeutschland aus, wo sie 1945 von amerikanischen Truppen beschlagnahmt wurden.</p>
                <p>Über das Ministerial Collecting Center in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen bei Kassel, die zentrale Sammelstelle für alles von den Amerikanern in ihrer Besatzungszone festgestellte Material[90], gelangten sie Anfang 1946 in das Berliner Documents Unit. Hier wurden sie - gleich anderen dort lagernden deutschen Akten - für die Ermittlungen gegen führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zur Vorbereitung der Kriegsverbrecherprozesse ausgewertet.</p>
                <p>Während der Berliner Blockade vom Sommer 1948 wurden die im Documents Unit vereinigten Aktenbestände nach Whaddon Hall bei Bletchley in der südenglischen Grafschaft Buckinghamshire überführt. Dort lagerten die Akten der Reichskanzlei bis 1958 und wurden provisorisch geordnet, verzeichnet und in Auswahl verfilmt. Sie dienten außerdem neben der in erster Linie in Betracht kommenden Überlieferung des Auswärtigen Amtes als Grundlage der Edition von Akten zur deutschen auswärtigen Politik, die zunächst ausschließlich von angelsächsischen und französischen Historikern bearbeitet wurde.</p>
                <p>Endlich gelangten diese Akten in zwei Transporten im Dezember 1958 und im Januar 1959, ein Rest Ende April 1959 in das Bundesarchiv. Sie bilden hier den verzeichneten Bestand R 43 I, II.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Bei der vorläufigen Ordnung und Verzeichnung der Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 - 1945 in Whaddon Hall gingen die Bearbeiter von zwei Teilbeständen aus. Der eine umfaßte im wesentlichen die Überlieferung der Weimarer Zeit, der andere vor allem die Akten aus der Zeit nach dem 30. Januar 1933; man bezeichnete sie kurz als &quot;Alte&quot; und &quot;Neue&quot; Reichskanzlei. Diese Teilung war, wie erwähnt, bereits im Januar/Februar 1933 in der Reichskanzlei vorgenommen und bei der Auslagerung der Akten während des Krieges und nach ihrer Beschlagnahme beibehalten worden.</p>
                <p>Bei der Bearbeitung sah man davon ab, in beiden Teilbeständen die übereinstimmende Anordnung der Aktengruppen, z.B. nach dem Alphabet der Gruppentitel, wie sie in der Registratur der Reichskanzlei bestanden hatte, wiederherzustellen. Lediglich die infolge häufiger Umlagerungen des Bestandes vermutlich weitgehend verlorengegangenen registraturmäßigen Zusammenhänge innerhalb der Gruppen wurden berücksichtigt, wobei aufgrund mangelnder Vertrautheit mit den Registraturverhältnissen und der Aktenführung der Reichskanzlei nicht selten Irrtümer und Fehler unterliefen. Immerhin gelang es aber, die Masse der Akten mit Hilfe der alten Signaturen und Bandnummern wieder in ihre ursprüngliche Ordnung zu bringen. Weniger befriedigend löste man die Einordnung des nicht unbedeutenden Überlieferungsrestes, der sich aus Akten des Ministerbüros, Handakten von Beamten, Geheimaktensplittern, Bänden mit Sammlungen von Rundschreiben, Runderlassen und Presseausschnitten, Registraturhilfsmitteln usw. zusammensetzte. Materialien dieser Art kamen an verschiedene Stellen, vor allem an den Schluß beider Teilbestände. In jedem Teilbestand erhielten die Bände eine laufende Numerierung.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurde ebenfalls zwischen beiden Teilbeständen differenziert. Als formale Angaben wurden die laufende Nummer, die alte Signatur und die Laufzeit aufgenommen. Zur Kennzeichnung des Akteninhalts wurde bei den fadengehefteten Bänden, also vor allem den Akten des älteren Teils, von der Aktenaufschrift der Serientitel als Betreff übernommen. Bei den vorgangsweise geführten Stehordnern hingegen trug man in das Verzeichnis die Titel der einzelnen Vorgänge ein, soweit Rotuli mit den entsprechenden Angaben vorhanden waren, und verzichtete meist auf den Betreffserientitel. Infolgedessen entstanden zwei hinsichtlich ihres Entschließungsgrades sehr unterschiedliche Verzeichnisse. Im Bundesarchiv dienten diese Verzeichnisse lange Zeit als ausschließliche Findmittel. Das bedingte, daß die Teilung in zwei Teilbestände, die man mit den Signaturen R 43 I (Alte Reichskanzlei) und R 43 II (Neue Reichskanzlei) bezeichnete, beibehalten wurde. Die in Waddon Hall vorgenommene laufende Numerierung blieb ebenfalls unverändert, da die Akten danach bereits häufig in wissenschaftlichen Publikationen zitiert worden waren. Aus konservatorischen Gründen mußte jedoch das in Stehordnern und Schnellheftern abgelegte Schriftgut in Archivabheftmappen überführt werden; in der Regel wurden dabei aus dem Inhalt eines Ordners zwei oder drei, bisweilen auch mehr Aktenbände gebildet. Dies war notwendig, um Akten aus verschiedenen Betreffserien, die in der Reichskanzlei vereinigt worden waren, zu trennen und um handliche, nicht zu umfangreiche Bände zu formieren. Die aus dem Schriftgut eines Stehordners gebildeten Bände behielten aber dessen laufende Nummer bei und wurden durch Hinzufügung von Buchstaben (a, b, c usw.) unterschieden. Innerhalb der Bände wurde die Abgrenzung der Vorgänge voneinander, welche vorher durch Ablage in Einhängeheftern kenntnlich gewesen war, durch Einfügung von Trennblättern markiert.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung stellte es sich andererseits heraus, daß insgesamt 84 Aktenbände aus R 43 I und 205 Bände aus R 43 II als nicht archivwürdig ausgesondert und vernichtet werden konnten. Der größte Teil (125 Bände) betraf die Verwaltung des Hilfsfonds und des Dispositionsfonds des Reichskanzlers; er bestand aus Einzelfallakten über Annahme und Verwendung von Spenden aus Privathand, über Gewährung oder Ablehnung von Unterstützungen, sonstigen Zuwendungen oder Ehrengeschenken an Privatpersonen, Vereine und Verbände bei Notfällen, Geburtstagen, Jubiläen, Veranstaltungen und anläßlich der Übernahme von Ehrenpatenschaften durch den Reichskanzler. Die entsprechende Tätigkeit der Reichskanzlei wird ohnehin durch mehrere Serien in den Gruppen &quot;Reichskanzler&quot; und &quot;Wohlfahrtswesen&quot; sowie durch eine Reihe von Akten des Ministerbüros belegt. Akten der Dienststellenverwaltung bildeten die zweitgrößte Gruppe der kassierten Unterlagen (ca. 120 Bände). Sie enthielten vor allem Kassenschriftgut, Rechnungen und Belege, Firmenofferten, Schriftwechsel mit einzelnen Firmen über Lieferungen und Leistungen für die Reichskanzlei sowie belangloses Schriftgut über diverse Hausangelegenheiten. Bei dem Rest des nicht archivwürdigen Materials handelte es sich um Bände mit Mehrfachüberlieferungen und um Sammlungen von Amtsdrucksachen, in wenigen Fällen um Bände, welche lediglich einzelne Übersendungsschreiben enthielten.</p>
                <p>Schließlich wurden 44 Bände mit Schriftgut fremder Provenienzen aus dem Bestand entfernt und anderen Beständen zugewiesen, in einzelnen Fällen auch an Stellen außerhalb des Hauses abgegeben. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Schriftgut der Gemeinschaft Studentischer Verbände, die Reichsminister Dr. Lammers geleitet und deren Geschäfte er durch sein Büro hatte führen lassen. Angaben darüber enthält der Anhang.</p>
                <p>Die Karten und Pläne, die aus konservatorischen Gründen den Akten entnommen worden sind, wurden im Kartenarchiv zu einer eigenständigen Gruppe &quot;Plan R 43 II&quot; zusammengefaßt. Es handelt sich insbesondere um Planpausen für den Neubau aus den Jahren 1943 ff. Sie sind durch ein eigenständiges Findbuch erschlossen.</p>
                <p>Die Bestände des Zentralen Staatsarchivs (07.01) und des Bundesarchivs (R 43) wurden nach der Vereinigung der beiden Archive im Jahr 1990 im Bestand R 43 zusammengeführt.</p>
                <p>Für die Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 bis 1945 lag seit 1984 ein Publikationsfindbuch vor, das auch die bis 1990 in Zentralen Staatsarchiv verwahrten Akten dieser Epoche berücksichtigt. Für die Akten der &quot;Alten Reichskanzlei&quot; (1878-1919) lag im Zentralen Staatsarchiv ein bereits im Reichsarchiv erarbeitetes Findbuch vor.</p>
                <p>Zu den seit Januar 2005 mit einem Online-Findbuch (Bearbeiter: Herr Hollmann) beschriebenen Akten der &quot;alten&quot; Reichskanzlei aus den Jahren 1878 - 1918 gelangten im September 2006 auch jene der sogenannten &quot;neuen&quot; Reichskanzlei für die Jahre 1919 - 1945 (Bearbeiterin: Simone Walther).</p>
                <p>Wegen der damaligen Erfassung der ca. 10 000 Archivalieneinheiten in drei verschiedenen Signatursystemen bzw. Teilbeständen gab es einige datenbanktechnischen Besonderheiten zu berücksichtigen.</p>
                <p>Eine Umsignierung der mikroverfilmten Akten für die leichtere Integration als geschlossener Bestand in der Datenbank des Bundesarchivs kam aus verschiedenen archivfachlichen Gründen nicht in Frage.</p>
                <p>Die im Publikationsfindbuch von 1984 mit verschiedenen Textprogrammen ausgewiesenen Verzeichnungseinheiten (Akten) wurden mittels eines Retrokoversionsverfahrens in die Datenbank eingelesen. Dabei entstanden drei sogenannte Teil- oder Nebenbestände, die sich durch ihr Signatursystem voneinander unterscheiden. Bei der früheren Verzeichnung bildeten die Bearbeiter Bandreihen bzw. Serien, die sehr oft aus zwei bzw. drei der &quot;Teilbestände&quot; zusammengesetzt sind. In der Datenbank ist eine solche bestandsübergreifende Band- bzw. Serienbildung jedoch technisch nicht möglich. Die Darstellung der Serien- und Bandreihen im nunmehr vorliegenden Online-Findbuch erforderte die relativ aufwändige &quot;manuelle&quot; Zusammenführung der verschiedenen Teile einer Bandfolge im bestandsübergreifenden Klassifikationsschema (Gliederung). Bei einer solchen Bandreihe erscheint der Bandfolgetitel innerhalb der Bandfolge vor dem Band bzw. den Bänden aus einem anderen &quot;Teilbestand&quot; wiederholt abgebildet.</p>
                <p>Da die Bildung von Serien, teilweise zusätzlich mit untergeordneten Bandfolgen aus verschiedenen Teilbeständen ebensowenig umsetzbar war, wurden die entsprechenden Information teilweise in ergänzenden Klassifikationspunkten erfasst. In der Regel jedoch sind die im Publikationsfindbuch überlieferte Gliederung beibehalten und die Verzeichnungseinheiten der dortigen Reihenfolge nach klassifiziert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Bearbeitung konnten die im gedruckten Findbuch falsch bzw. unvollständig abgebildeten Signaturen korrigiert werden.</p>
                <p>Eine Überarbeitung der Verzeichnungsangaben nach den jetzt gültigen archivischen Regeln schien wegen des sehr hohen Aufwands nicht geboten. Kleinere Korrekturen erfolgten bei den Titeln. Datierungen in den Titeln, die nicht zu diesem unmittelbar gehörten, wurden von dort entsprechend in das vorgesehene differenzierte Laufzeitfeld verschoben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Gregor Verlande, Wolfram Werner: Reichskanzlei (Bestand R 43). Analytisches Inventar, 4 Teilbände (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 13), Koblenz 1984.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Karl Dietrich Erdmann [u.a.], für das Bundesarchiv v. Wolfgang Mommsen [u.a.]. 14 Bde. Boppard 1968-1990.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Regierung Hitler 1933-1945. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Konrad Repgen [u.a.], für das Bundesarchiv v. Hans Booms [u.a.]. Bd. 1 ff. Boppard 1983, München 1999 ff.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 2-6, Teil 2, S. 1.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 enthielt, ebenso wie schon die Verfassung des Norddeutschen Bundes aus dem Jahre 1867, keine näheren Bestimmungen über die Gestaltung der Reichsverwaltung. Allein der Reichskanzler besaß als einziger verantwortlicher Minister des Deutschen Reiches Verfassungsrang. Wie er seine Pflichten und Aufgaben erfüllen sollte, blieb dagegen weitgehend unbestimmt und dem konkreten Gestaltungswillen des jeweiligen Amtsinhabers überlassen. Wegen dieser verfassungsrechtlichen Unbestimmtheit haftete der Reichsebene der Verwaltung des Deutschen Kaiserreiches bis zu dessen Ende der Charakter des Improvisierten und bisweilen auch Instabilen an.</p>
                <p>Zunächst schien es tatsächlich so, als wolle Bismarck als einziger Minister des Reiches auch mit nur einer zentralen, einheitlichen Verwaltungsbehörde arbeiten. Das Bundeskanzleramt, auf dessen Organisation sein späterer Präsident Rudolf Delbrück wesentlichen Einfluss genommen hatte, nahm 1867 als Dienststelle des Bundeskanzlers seine Arbeit auf und wurde bei der Ausweitung des Norddeutschen Bundes zum Deutschen Reich unter der Bezeichnung Reichskanzleramt weitergeführt. Die Zuständigkeit des Amtes war umfassend und beinhaltete neben der Funktion eines Büros für die ständigen Bundesratsausschüsse, der Abwicklung der Einnahmen und Ausgaben des Bundes auch die Vorbereitung der präsidialen Gesetzesvorlagen. Mit der Gründung des Deutschen Reiches übernahm das Reichskanzleramt auch noch die direkte Verwaltung des Reichslandes Elsaß-Lothringen und der Reichseisenbahnen.</p>
                <p>Karl Hofmann, der Präsident des Reichskanzleramts, erhielt mit Erlass vom 6. Aug. 1877 die Weisung, die Schaffung einer besonderen Stelle vorzubereiten, die alle diejenigen Geschäfte des Reichskanzlers besorgen sollte, für die dieser &quot;bisher aus räumlichen Gründen Kräfte des Auswärtigen Amts verwendet&quot; habe.</p>
                <p>Die Vorlage Hofmanns vom 29. Nov. 1877 sah dann auch die Einrichtung einer solchen Zentralstelle unter der Bezeichnung &quot;Spezialbureau des Reichskanzlers&quot; vor, ordnete diese Stelle jedoch in den Etat des Reichskanzleramts ein. Mit diesem Versuch, die Stellung seines Amtes wieder zu befestigen, hatte Hofmann jedoch keinen Erfolg.</p>
                <p>Bismarck stimmte den Vorschlägen Hofmanns hinsichtlich der inneren Organisation und der gehaltsmäßigen Eingruppierung der Mitarbeiter seines neuen Büros zwar zu, mit eigener Hand änderte er jedoch auf der Vorlage die Bezeichnung der neuen Stelle in &quot;Centralbureau&quot; um. Wichtiger als diese Änderung der Nomenklatur war jedoch, dass Bismarck mit Erlass vom 16. Dez. 1877 Hofmann zur Aufstellung eines Spezialetats für eine eigenständige und nicht dem Reichskanzleramt inkorporierten Behörde aufforderte.</p>
                <p>Der Entwurf eines &quot;Etat für den Reichskanzler und dessen Zentralbüreau auf das Etatsjahr 1878/79&quot; sah Mittel für die Besoldung eines vortragenden Rates, eines expedierenden Sekretärs, eines Kanzleisekretärs und eines Kanzleidieners vor.</p>
                <p>Die neue Behörde sollte ihren Sitz in den früheren Palais Radziwill in der Wilhelmstraße 77 nehmen; dort sollte auch der Reichskanzler eine Dienstwohnung beziehen.</p>
                <p>Bismarck erbat mit Immediatbericht vom 16. Mai 1878 von Wilhelm I. die Genehmigung zur Konstituierung der neuen Dienststelle, die Reichskanzlei heißen sollte, weil diese Bezeichnung &quot;am genauesten der Stellung und den Aufgaben desselben entsprechen&quot; dürfte. Dem entsprach der Kaiser mit einer Kabinettsordre vom 18. Mai 1878.</p>
                <p>Chef der Reichskanzlei wurde Christoph von Tiedemann, der seit 1876 der vielleicht engste Mitarbeiter Bismarcks und daher mit den Gewohnheiten des Reichskanzlers auf das Beste vertraut war. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Reichskanzlei tatsächlich zu einer politischen Relaisstation im Zentrum des politischen Entscheidungsgefüges, deren Funktion auch von den Staatssekretären der Reichsämter anerkannt wurde.</p>
                <p>Verfassungsrechtlich war die Reichskanzlei nie mehr als das Büro des Reichskanzler, das &quot;den amtlichen Verkehr desselben mit den Chefs der einzelnen Ressorts zu vermitteln&quot; hatte. Der Bürocharakter kommt nicht zuletzt im dienstlichen Rang des Chefs der Reichskanzlei und dem bis zum Ende der Kaiserzeit sehr beschränkten Personal zum Ausdruck. Erst 1907 wurde der Chef der Reichskanzlei in den Rang eines Unterstaatssekretärs erhoben und damit den leitenden Beamten der Reichsämter gleichgestellt. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs zwar von ursprünglich vier Personen im Jahre 1878 auf 19 im Jahre 1908 an und stieg bedingt durch die Erfordernisse des Ersten Weltkriegs weiter auf 25 Mitarbeiter im Jahre 1918, an die Personalstärke eines Reichsamtes reichte die Reichskanzlei jedoch niemals auch nur annähernd heran.</p>
                <p>Die privaten und Repräsentationsangelegenheiten des Reichskanzlers versah das auch nach der Einrichtung der Reichskanzlei weiterhin im Auswärtigen Amt residierende Spezialbüro des Reichskanzlers.</p>
                <p>Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde eine gemeinsame Außenstelle der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amts beim Großen Hauptquartier unter der Bezeichnung &quot;Formation Reichskanzler und Auswärtiges Amt&quot; eingerichtet. Diese Außenstelle bestand bis zum Ende des Krieges. Ein ständiger Vertreter nahm hier die Interessen des Reichskanzlers wahr, wenn dieser sich in Berlin aufhielt. In der Reichskanzlei führte dagegen der Unterstaatssekretär die Geschäfte, wenn der Reichskanzler im Hauptquartier war.</p>
                <p>Um die fortgesetzten Unstimmigkeiten zwischen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und der 3. Obersten Heeresleitung unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff besser in den Griff zu bekommen, wurde im Februar 1917 ein ständiger Vertreter des Reichskanzlers bei der Obersten Heeresleitung installiert. Seine Aufgabe war es, die Oberste Heeresleitung ständig über die Politik der Reichsleitung auf dem Laufenden zu halten.</p>
                <p>Mit der erzwungenen Abdankung Kaiser Wilhelms II. und dem Rücktritt Reichskanzlers Max von Baden gingen die Geschäfte am 11. Nov. 1918 auf den Rat der Volksbeauftragten über, der bis zum Amtsantritt der Regierung Philipp Scheidemann am 19. Febr. 1919 provisorisch die Funktion einer Reichsregierung ausübte. Chef der Reichskanzlei war vom 9. Nov. 1918 bis zum 3. März 1919 war der Journalist Curt Baake.</p>
                <p>Nach der Bildung der parlamentarischen Demokratie Weimarer Prägung änderte sich auch die Stellung des Reichskanzlers und mit ihr die der Reichskanzlei. War der Reichskanzler jetzt auch nicht mehr wie im Kaiserreich der einzige Reichsminister, so bestimmte er doch als Vorsitzender der Reichsregierung gemäß Artikel 55 und 56 der Reichsverfassung die Richtlinien der Politik, durch die er seinen Einfluß auf die Geschicke des Reiches entscheidend zur Geltung bringen konnte. Diese seine Richtlinienkompetenz war freilich staatsrechtlich und in der politischen Praxis nicht unerheblich eingeschränkt; denn sie mußte politisch in Einklang gebracht werden mit den Kompetenzen weiterer Organe, die in der Reichsverfassung vorgesehen waren. Es waren dies weniger der Reichsrat, dem als ständige Delegiertenkonferenz der Länderregierungen nur beschränkte Befugnisse auf dem Gebiet der Gesetzgebung und Verwaltung zustanden und der in seiner Bedeutung nicht mit dem Bundesrat des Kaiserreichs zu vergleichen ist, als die beiden anderen Verfassungsorgane: Reichstag und Reichspräsident.</p>
                <p>Mit Änderung der Stellung des Reichskanzlers in der Weimarer Republik vermehrten sich auch die Aufgaben der Reichskanzlei</p>
                <p>Die Reichskanzlei blieb wie in der Kaiserzeit das Büro des Reichskanzlers für seinen Verkehr mit den Verfassungsorganen, jetzt dem Reichspräsidenten, dem Reichstag, dem Reichsrat und den einzelnen Reichsministern. Sie besorgte seit der Revolution als Organ des Kabinetts aber auch gleichzeitig die laufenden Geschäfte des Gesamtministeriums, der Reichsregierung</p>
                <p>Der Staatssekretär in der Reichskanzlei nahm an den Kabinettssitzungen teil, unterrichtete den Reichskanzler über die laufenden Grundsatzfragen der gesamten Politik, begleitete ihn auf allen wichtigen Konferenzen des In- und Auslandes, beobachtete die Meinungsbildung im Parlament, die Presse, stimmte in seinem Auftrage mit den Reichsparteien die Gesetzgebungsarbeit ab, hielt dem Reichskanzler selbst Vortrag. Die Reichskanzlei war auch durch ein Mitglied in den oben erwähnten interfraktionellen Sitzungen vertreten, in denen mit den Partei- und Fraktionsführern die wichtigsten Entscheidungen des Kabinetts vorher durchgesprochen wurden. Sie sorgte dafür, daß trotz ständiger Spannungen in den laufend wechselnden Koalitionen die sachliche Arbeit der Reichsressorts weiter lief.</p>
                <p>ie Vorbereitung der Kollegialbeschlüsse und der zuverlässigen Kontrolle ihrer Durchführung, zwei Hauptaufgaben der Reichskanzlei, kam unter diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zu. Kurz: die Reichskanzlei war Kanzler- und Kabinettsbüro zugleich, Informations- und Koordinierungsstelle für die Regierungsarbeit</p>
                <p>Die notwendige Folge dieser vermehrten Aufgaben war ein Anwachsen der Referate in der Reichskanzlei von drei (Stand: 1910) auf acht (Stand: 1927) und ihres Beamtenkörpers von 20 Beamten vor Ausbruch des 1. Weltkrieges auf 38 im Jahre 1931.</p>
                <p>Formal waren der Reichskanzlei noch verschiedene Dienststellen angegliedert, die entweder, wie die Reichszentrale für Heimatdienst, ihr unmittelbar unterstellt waren oder der direkten Kontrolle des Reichskanzlers unterstanden.</p>
                <p>Als der Reichskanzler nach dem Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg durch das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom 1. August 1934 dessen Befugnisse und Rechte übernahm - darunter auch den Oberbefehl über die Wehrmacht -, das Amt des Reichspräsidenten mit dem Amt des Reichskanzlers in seiner Person also vereinigte, hatte dies u.a. auch Auswirkungen auf sein Verhältnis zur Reichsregierung. Denn als Staatsoberhaupt hatte Hitler das Recht zur Ernennung und Entlassung der Reichsminister, ohne dabei, wie noch der Reichspräsident gehalten war, den Vorschlag des Reichskanzlers abwarten zu müssen. Die Reichsminister waren daher von ihm völlig abhängig. Nach dem Reichsgesetz vom 16. Oktober 1934 über den Eid der Reichsminister und Mitglieder der Landesregierungen, dessen Formel später auch in das Deutsche Beamtengesetz vom 26. Januar 1937 übernommen wurde, waren sie ihm zu Treue und Gehorsam verpflichtet. Das Führerprinzip der NSDAP galt nunmehr auch für die Reichsregierung, deren Mitglieder den &quot;Führer und Reichskanzler&quot;, wie Hitler nach dem Erlaß an den Reichsminister des Innern vom 2. August 1934 im innerdeutschen Verkehr bezeichnet wurde, nur noch zu beraten hatten, bei abweichender Meinung nun aber auch rechtlich verpflichtet waren, sich seinem Willen zu fügen. Damit war das Reichskabinett keine Beschlußkörperschaft mehr, in der der Reichskanzler u.U. auch hätte majorisiert werden können, sondern zu einem &quot;Führerrat&quot; abgesunken, der den Regierungschef nur noch zu beraten hatte. Es war geplant, diese veränderte Stellung des Reichskanzlers gegenüber der Reichsregierung auch gesetzlich zu fixieren, eine Absicht, die auf Wunsch Hitlers aber in der Kabinettssitzung vom 26. Januar 1937 besonders mit Rücksicht auf das Ausland bis zur Schaffung eines neuen Staatsgrundgesetzes zurückgestellt wurde.</p>
                <p>Die geschilderte Konzentration der Staatsaufgaben auf den Führer und Reichskanzler wirkte sich naturgemäß auch auf die Zuständigkeiten der Reichskanzlei aus. So brachte z.B. schon das Ermächtigungsgesetz eine gewisse Aufgabenvermehrung für sie, weil die von der Reichsregierung beschlossenen Gesetze nicht mehr vom Reichspräsidenten, sondern vom Reichskanzler auszufertigen und zu verkünden waren und die wenigsten Gesetze noch auf dem ordentlichen Gesetzgebungswege, durch den Reichstag, zustande kamen, sondern den oben geschilderten zweiten Gesetzgebungsweg gingen oder als Führererlasse oder -Verordnungen - ohne Mitwirkung des Kabinetts - zustande kamen.</p>
                <p>Die gestärkte Stellung des Chefs der Reichskanzlei zeigte sich nach außen auffällig darin, daß die von Hitler unterzeichneten und vom beteiligten Reichsminister mitgezeichneten Urkunden von Regierungsgesetzen nun stets auch die Mitzeichnung des Reichsministers und Chefs der Reichskanzlei trugen, der damit die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Ablauf des Gesetzgebungsgangs übernahm. Nach der Errichtung des Ministerrats für die Reichssverteidigung Ende August 1939 war zudem noch die Unterschrift des Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung an zweiter Stelle hinter der Hitlers notwendig. Weiterhin wurden alle Führererlasse rechtsetzenden Inhalts sowie im Bedarfsfall - der freilich niemals eintrat - die Reichstagsgesetze und die auf Grund der &quot;Volksgesetzgebung&quot; zustande gekommenen Gesetze vom Chef der Reichskanzlei mitgezeichnet.</p>
                <p>Die zunehmende Arbeitsbelastung Hitlers, der neben den Befugnissen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten noch den Oberbefehl über die Wehrmacht ausübte, führte dazu, daß die Kabinettssitzungen allmählich aufhörten. Die letzte in den Kabinettsprotokollen der Reichskanzlei überlieferte Sitzung fand am 5. 2. 1938 statt</p>
                <p>Hinzu kam, daß der Reichskanzler, der nun nicht mehr durch die im Kabinett vereinigten Reichsminister über die Erledigung einzelner Aufgaben in den Ressorts informiert werden konnte, zunehmend auf die Unterrichtung durch den Chef der Reichskanzlei angewiesen war. Die Aufgabe, aus der Fülle der gelieferten und aufbereiteten Informationen diejenigen auszuwählen, die sich zum Vortrag beim Reichskanzler eigneten, und darüber zu befinden, ob ein Eingreifen Hitlers in bestimmten Angelegenheiten notwendig erschien, lag daher beim Chef der Reichskanzlei und räumte ihm eine weitere Schlüsselposition im Führungsapparat auf dem staatlichen zivilen Sektor ein. Die Reichsminister hatten zwar auch die Möglichkeit, einzeln dem Reichskanzler direkt Vortrag zu halten. Aber auch davon machte Hitler immer seltener Gebrauch, so daß der Chef der Reichskanzlei ihn faktisch allein beriet, was dessen Stellung gegenüber den Fachministern, die vergeblich versuchten, vor allem gegen Kriegsende durch private Zusammenkünfte noch gewisse Absprachen untereinander zu treffen, nicht unerheblich stärkte.</p>
                <p>Eine neue Erweiterung ihres Aufgabenbereiches erfuhr die Reichskanzlei auch durch das Staatsoberhauptgesetz vom 1. August 1934. Das Büro des Reichspräsidenten, in &quot;Präsidialkanzlei&quot;und durch Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 1. Dezember 1937 in &quot;Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers&quot; umbenannt, blieb zwar auch nach der Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers für die Bearbeitung aller Angelegenheiten, die das Staatsoberhaupt angingen, zuständig, wie z.B. die Vorbereitung von zeremoniellen Empfängen auswärtiger Staatsoberhäupter, Fürstlichkeiten und Staatsmänner, die Entgegennahme von Beglaubigungs- und Abberufungsschreiben ausländischer Diplomaten, Glückwünsche und Beileidsbezeugungen des Staatsoberhaupts, die Bearbeitung von Eingaben in Gnadensachen sowie das gesamte Titel- und Ordenswesen.</p>
                <p>Dagegen wurden die politischen Angelegenheiten, in denen neben der Entscheidung der Reichsregierung auch die des Reichsoberhaupts erforderlich war, nunmehr von der Reichskanzlei erledigt, wie auch die Vorbereitung politischer Entscheidungen, die bis dahin abschließend vom Staatsoberhaupt zu treffen waren, wie z.B. der Erlaß von Organisationsverordnungen jetzt in die alleinige Zuständigkeit der Reichskanzlei fiel. Zwar waren die Ernennungs- und Entlassungsurkunden für die höheren Reichsbeamten nach wie vor von der Dienststelle des Staatsoberhaupts, d.h. nun vom Chef der Präsidialkanzlei, Hitler zur Vollziehung zu unterbreiten; die sachliche und politische Vorbereitung oblag jedoch den zuständigen Ministern und der Reichskanzlei.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 43-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskanzlei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3671 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_373d4e8d-1d49-4ef5-ad3f-1d33cfd5fb4c"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Am Tage nach Errichtung der Reichskanzlei, am 19. Mai 1878, legte der expedierende Sekretär im Auswärtigen Amt, Hans Rudolf Sachse, der wenig später seinen Dienst als Registrator in der neuen Reichsbehörde antrat, dem Vortragenden Rat Tiedemann den Entwurf einer Registraturordnung für die Reichskanzlei vor. Seine &quot;Grundzüge für die Buch- und Aktenführung bei der Reichskanzlei&quot; beruhten offensichtlich auf den Erfahrungen aus der Schriftgutverwaltung des Auswärtigen Amtes.</p>
                <p>Das Aktengut wurde in der Registratur zunächst lose, wohl von Anfang an in den vorgesehenen und schon beschrifteten Aktendeckeln liegend, in Regalen aufbewahrt. Hatte eine Akteneinheit eine Stärke von 2 - 3 cm erreicht, wurde sie mit einem Leinenrücken und einem weiteren Schutzumschlag versehen und mittels Fadenheftung zu einem Band formiert.</p>
                <p>Diese Schriftgutorganisation erwies sich für eine lange Reihe von Jahren als ausreichend und praktikabel. Mit der allmählichen Fortentwicklung der Funktionen und Tätigkeit der Reichskanzlei wie auch infolge der Entwicklung von Staatsrecht und Verwaltungsorganisation im Reich und in den Bundesstaaten mußte sie indessen mit der Zeit als änderungsbedürftig erscheinen. Man entschloß sich daher um die Jahrhundertwende zu einer differenzierteren Aktenführung, die am 1. Januar 1900 in Kraft trat.</p>
                <p>Der staatliche Neubeginn am 13. Februar 1919, dem Tag des Regierungsantritts des Kabinetts Scheidemann, brachte in der Reichskanzlei einen durchgehenden Registraturschnitt. Man überführte den gesamten Aktenbestand in die Altablage und legte neue Akten an.</p>
                <p>Der 30. Januar bedeutete in der Schriftgutverwaltung der Reichskanzlei einen zwar spürbaren, jedoch nicht scharfen Einschnitt. Um mit diesem Tage eine neue Registraturschicht beginnen zu lassen, sonderte man zahlreiche Akten aus der laufenden Ablage aus, ließ sie heften und reponierte sie in der Altablage. An ihrer Stelle legte man neue Bände an. Dies geschah jedoch nur, wenn der laufende Band ohnehin einigermaßen gefüllt war; war dies nicht der Fall, führte man ihn fort. Die Bandzählung begann in jedem Falle wieder mit der Nummer 1, obwohl die Serien aus der Weimarer Zeit nahtlos fortgesetzt wurden. Die Aktenstruktur ließ man indessen unverändert, auch blieb es im allgemeinen bei der Fadenheftung; nur für neugebildete Serien wurden erstmalig Stehordner benutzt.</p>
                <p>Neben den in der Registratur geführten Akten entstanden weitere Schriftgutüberlieferungen dadurch, daß die Reichskanzler und leitenden Beamten der Reichskanzlei Handakten, eigenhändige Aufzeichnungen, persönliche Papiere und einen Großteil ihrer privatdienstlichen Korrespondenz nicht in der Registratur ablegen ließen, sondern in der Regel in ihren Dienstzimmern aufbewahrten. Nicht selten wurde derartiges Schriftgut beim Ausscheiden aus dem Amt mitgenommen. So enthalten die im Bundesarchiv verwahrten Nachlässe der Reichskanzler Hohenlohe-Schillingsfürst, Bülow, Hertling und Luther sowie der Chefs der Reichskanzlei Rottenburg und Pünder neben privatem Schriftgut fast regelmäßig auch amtliche oder halbamtliche Unterlagen, die aus der Wahrnehmung amtlicher Funktionen erwachsen sind. Daß die Akten des Ministerbüros Lammers beim Bestand verblieben sind, ist eine Folge ihrer gemeinsamen Auslagerung mit dem Bestand gegen Ende des 2. Weltkrieges.</p>
                <p>In anderen Fällen wurden Handakten von Reichskanzlern und leitenden Beamten mit Material zu bestimmten Sachfragen, mit Unterlagen für Konferenzen, Sitzungen usw., sobald nicht mehr benötigt, der Registratur zur Aufbewahrung übergeben und dort den entsprechenden Betreffserien als Beihefte zugeordnet. Infolgedessen sind solche Handakten über den Bestand verstreut, z.B. die Handakten zur Serie &quot;Ausführung des Friedensvertrages, Reparationen&quot; in der Gruppe &quot;Auswärtige Angelegenheiten&quot;.</p>
                <p>Einen anderen vom Registraturbestand getrennten Schriftgutkomplex bildeten die Geheimakten der Reichskanzlei, über deren Inhalt, Umfang und Gliederung leider nichts Näheres bekannt ist. Nach den im Bundesarchiv vorliegenden Nachrichten wurden sie wahrscheinlich vor Kriegsende entsprechend dem Erlaß des Reichsministers des Innern an die Reichsverteidigungskommissare betr. &quot;Verhalten der Behörden bei Feindbesetzung&quot; vom 12. Oktober 1944 von Angehörigen der Reichskanzlei verbrannt.[85] Einzelne Geheimaktensplitter, die wohl zufällig der Vernichtung entgangen sind und sich im Bestand befanden, wurden im vorliegenden Findbuch am Schluß des Abschnitts &quot;Akten des Ministerbüros&quot; aufgeführt.</p>
                <p>In Potsdam befinden sich mit geringen Ausnahmen diejenigen Altakten der Reichskanzlei aus der Zeit von 1878 - 1919, die Mitte Februar 1919 aus der laufenden Registratur ausgesondert und in einer Altaktenablage deponiert worden waren. Das Reichsarchiv hatte sie erst 1937 oder 1938 nach vergeblichen früheren Bemühungen übernehmen können. Lediglich die Altakten der Dienststellenverwaltung einschließlich der Personalakten blieben in der Behörde.</p>
                <p>Während des 2. Weltkrieges wurde der Bestand des Reichsarchivs zusammen mit anderen Archivalien in das Salzbergwerk Staßfurt bei Magdeburg ausgelagert und fiel dort 1945 in die Hände der Roten Armee. Es wurde in die Sowjetunion verbracht und 10 Jahre später, im Juli 1955, dem Deutschen Zentralarchiv (1973 umbenannt in &quot;Zentrales Staatsarchiv der DDR&quot;) in Potsdam übergeben. Dort bildete es den Bestand 07. 01. Die Bestandsgliederung in vier Abteilungen wurde beibehalten.</p>
                <p>Neben dem ehem. Reichsarchivbestand verwahrte das Zentrale Staatsarchiv noch ca. 800 Einzelvorgänge der Registratur aus den Jahren 1933 - 1945, die vermutlich im Dienstgebäude Wilhelmstraße gefunden wurden.</p>
                <p>Die Mehrheit der Reichskanzleiakten aus den Jahren 1919 - 1945 sowie die Altakten der Dienststellenverwaltung hatten sich nur bis in die letzte Kriegsphase in Berlin befunden. Als sich die Lage in und um Berlin immer mehr zuspitzte, lagerte man sie nach Süddeutschland aus, wo sie 1945 von amerikanischen Truppen beschlagnahmt wurden.</p>
                <p>Über das Ministerial Collecting Center in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen bei Kassel, die zentrale Sammelstelle für alles von den Amerikanern in ihrer Besatzungszone festgestellte Material[90], gelangten sie Anfang 1946 in das Berliner Documents Unit. Hier wurden sie - gleich anderen dort lagernden deutschen Akten - für die Ermittlungen gegen führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zur Vorbereitung der Kriegsverbrecherprozesse ausgewertet.</p>
                <p>Während der Berliner Blockade vom Sommer 1948 wurden die im Documents Unit vereinigten Aktenbestände nach Whaddon Hall bei Bletchley in der südenglischen Grafschaft Buckinghamshire überführt. Dort lagerten die Akten der Reichskanzlei bis 1958 und wurden provisorisch geordnet, verzeichnet und in Auswahl verfilmt. Sie dienten außerdem neben der in erster Linie in Betracht kommenden Überlieferung des Auswärtigen Amtes als Grundlage der Edition von Akten zur deutschen auswärtigen Politik, die zunächst ausschließlich von angelsächsischen und französischen Historikern bearbeitet wurde.</p>
                <p>Endlich gelangten diese Akten in zwei Transporten im Dezember 1958 und im Januar 1959, ein Rest Ende April 1959 in das Bundesarchiv. Sie bilden hier den verzeichneten Bestand R 43 I, II.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Bei der vorläufigen Ordnung und Verzeichnung der Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 - 1945 in Whaddon Hall gingen die Bearbeiter von zwei Teilbeständen aus. Der eine umfaßte im wesentlichen die Überlieferung der Weimarer Zeit, der andere vor allem die Akten aus der Zeit nach dem 30. Januar 1933; man bezeichnete sie kurz als &quot;Alte&quot; und &quot;Neue&quot; Reichskanzlei. Diese Teilung war, wie erwähnt, bereits im Januar/Februar 1933 in der Reichskanzlei vorgenommen und bei der Auslagerung der Akten während des Krieges und nach ihrer Beschlagnahme beibehalten worden.</p>
                <p>Bei der Bearbeitung sah man davon ab, in beiden Teilbeständen die übereinstimmende Anordnung der Aktengruppen, z.B. nach dem Alphabet der Gruppentitel, wie sie in der Registratur der Reichskanzlei bestanden hatte, wiederherzustellen. Lediglich die infolge häufiger Umlagerungen des Bestandes vermutlich weitgehend verlorengegangenen registraturmäßigen Zusammenhänge innerhalb der Gruppen wurden berücksichtigt, wobei aufgrund mangelnder Vertrautheit mit den Registraturverhältnissen und der Aktenführung der Reichskanzlei nicht selten Irrtümer und Fehler unterliefen. Immerhin gelang es aber, die Masse der Akten mit Hilfe der alten Signaturen und Bandnummern wieder in ihre ursprüngliche Ordnung zu bringen. Weniger befriedigend löste man die Einordnung des nicht unbedeutenden Überlieferungsrestes, der sich aus Akten des Ministerbüros, Handakten von Beamten, Geheimaktensplittern, Bänden mit Sammlungen von Rundschreiben, Runderlassen und Presseausschnitten, Registraturhilfsmitteln usw. zusammensetzte. Materialien dieser Art kamen an verschiedene Stellen, vor allem an den Schluß beider Teilbestände. In jedem Teilbestand erhielten die Bände eine laufende Numerierung.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurde ebenfalls zwischen beiden Teilbeständen differenziert. Als formale Angaben wurden die laufende Nummer, die alte Signatur und die Laufzeit aufgenommen. Zur Kennzeichnung des Akteninhalts wurde bei den fadengehefteten Bänden, also vor allem den Akten des älteren Teils, von der Aktenaufschrift der Serientitel als Betreff übernommen. Bei den vorgangsweise geführten Stehordnern hingegen trug man in das Verzeichnis die Titel der einzelnen Vorgänge ein, soweit Rotuli mit den entsprechenden Angaben vorhanden waren, und verzichtete meist auf den Betreffserientitel. Infolgedessen entstanden zwei hinsichtlich ihres Entschließungsgrades sehr unterschiedliche Verzeichnisse. Im Bundesarchiv dienten diese Verzeichnisse lange Zeit als ausschließliche Findmittel. Das bedingte, daß die Teilung in zwei Teilbestände, die man mit den Signaturen R 43 I (Alte Reichskanzlei) und R 43 II (Neue Reichskanzlei) bezeichnete, beibehalten wurde. Die in Waddon Hall vorgenommene laufende Numerierung blieb ebenfalls unverändert, da die Akten danach bereits häufig in wissenschaftlichen Publikationen zitiert worden waren. Aus konservatorischen Gründen mußte jedoch das in Stehordnern und Schnellheftern abgelegte Schriftgut in Archivabheftmappen überführt werden; in der Regel wurden dabei aus dem Inhalt eines Ordners zwei oder drei, bisweilen auch mehr Aktenbände gebildet. Dies war notwendig, um Akten aus verschiedenen Betreffserien, die in der Reichskanzlei vereinigt worden waren, zu trennen und um handliche, nicht zu umfangreiche Bände zu formieren. Die aus dem Schriftgut eines Stehordners gebildeten Bände behielten aber dessen laufende Nummer bei und wurden durch Hinzufügung von Buchstaben (a, b, c usw.) unterschieden. Innerhalb der Bände wurde die Abgrenzung der Vorgänge voneinander, welche vorher durch Ablage in Einhängeheftern kenntnlich gewesen war, durch Einfügung von Trennblättern markiert.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung stellte es sich andererseits heraus, daß insgesamt 84 Aktenbände aus R 43 I und 205 Bände aus R 43 II als nicht archivwürdig ausgesondert und vernichtet werden konnten. Der größte Teil (125 Bände) betraf die Verwaltung des Hilfsfonds und des Dispositionsfonds des Reichskanzlers; er bestand aus Einzelfallakten über Annahme und Verwendung von Spenden aus Privathand, über Gewährung oder Ablehnung von Unterstützungen, sonstigen Zuwendungen oder Ehrengeschenken an Privatpersonen, Vereine und Verbände bei Notfällen, Geburtstagen, Jubiläen, Veranstaltungen und anläßlich der Übernahme von Ehrenpatenschaften durch den Reichskanzler. Die entsprechende Tätigkeit der Reichskanzlei wird ohnehin durch mehrere Serien in den Gruppen &quot;Reichskanzler&quot; und &quot;Wohlfahrtswesen&quot; sowie durch eine Reihe von Akten des Ministerbüros belegt. Akten der Dienststellenverwaltung bildeten die zweitgrößte Gruppe der kassierten Unterlagen (ca. 120 Bände). Sie enthielten vor allem Kassenschriftgut, Rechnungen und Belege, Firmenofferten, Schriftwechsel mit einzelnen Firmen über Lieferungen und Leistungen für die Reichskanzlei sowie belangloses Schriftgut über diverse Hausangelegenheiten. Bei dem Rest des nicht archivwürdigen Materials handelte es sich um Bände mit Mehrfachüberlieferungen und um Sammlungen von Amtsdrucksachen, in wenigen Fällen um Bände, welche lediglich einzelne Übersendungsschreiben enthielten.</p>
                <p>Schließlich wurden 44 Bände mit Schriftgut fremder Provenienzen aus dem Bestand entfernt und anderen Beständen zugewiesen, in einzelnen Fällen auch an Stellen außerhalb des Hauses abgegeben. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Schriftgut der Gemeinschaft Studentischer Verbände, die Reichsminister Dr. Lammers geleitet und deren Geschäfte er durch sein Büro hatte führen lassen. Angaben darüber enthält der Anhang.</p>
                <p>Die Karten und Pläne, die aus konservatorischen Gründen den Akten entnommen worden sind, wurden im Kartenarchiv zu einer eigenständigen Gruppe &quot;Plan R 43 II&quot; zusammengefaßt. Es handelt sich insbesondere um Planpausen für den Neubau aus den Jahren 1943 ff. Sie sind durch ein eigenständiges Findbuch erschlossen.</p>
                <p>Die Bestände des Zentralen Staatsarchivs (07.01) und des Bundesarchivs (R 43) wurden nach der Vereinigung der beiden Archive im Jahr 1990 im Bestand R 43 zusammengeführt.</p>
                <p>Für die Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 bis 1945 lag seit 1984 ein Publikationsfindbuch vor, das auch die bis 1990 in Zentralen Staatsarchiv verwahrten Akten dieser Epoche berücksichtigt. Für die Akten der &quot;Alten Reichskanzlei&quot; (1878-1919) lag im Zentralen Staatsarchiv ein bereits im Reichsarchiv erarbeitetes Findbuch vor.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Gregor Verlande, Wolfram Werner: Reichskanzlei (Bestand R 43). Analytisches Inventar, 4 Teilbände (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 13), Koblenz 1984.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Karl Dietrich Erdmann [u.a.], für das Bundesarchiv v. Wolfgang Mommsen [u.a.]. 14 Bde. Boppard 1968-1990.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Regierung Hitler 1933-1945. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Konrad Repgen [u.a.], für das Bundesarchiv v. Hans Booms [u.a.]. Bd. 1 ff. Boppard 1983, München 1999 ff.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 2-6, Teil 2, S. 1.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 enthielt, ebenso wie schon die Verfassung des Norddeutschen Bundes aus dem Jahre 1867, keine näheren Bestimmungen über die Gestaltung der Reichsverwaltung. Allein der Reichskanzler besaß als einziger verantwortlicher Minister des Deutschen Reiches Verfassungsrang. Wie er seine Pflichten und Aufgaben erfüllen sollte, blieb dagegen weitgehend unbestimmt und dem konkreten Gestaltungswillen des jeweiligen Amtsinhabers überlassen. Wegen dieser verfassungsrechtlichen Unbestimmtheit haftete der Reichsebene der Verwaltung des Deutschen Kaiserreiches bis zu dessen Ende der Charakter des Improvisierten und bisweilen auch Instabilen an.</p>
                <p>Zunächst schien es tatsächlich so, als wolle Bismarck als einziger Minister des Reiches auch mit nur einer zentralen, einheitlichen Verwaltungsbehörde arbeiten. Das Bundeskanzleramt, auf dessen Organisation sein späterer Präsident Rudolf Delbrück wesentlichen Einfluss genommen hatte, nahm 1867 als Dienststelle des Bundeskanzlers seine Arbeit auf und wurde bei der Ausweitung des Norddeutschen Bundes zum Deutschen Reich unter der Bezeichnung Reichskanzleramt weitergeführt. Die Zuständigkeit des Amtes war umfassend und beinhaltete neben der Funktion eines Büros für die ständigen Bundesratsausschüsse, der Abwicklung der Einnahmen und Ausgaben des Bundes auch die Vorbereitung der präsidialen Gesetzesvorlagen. Mit der Gründung des Deutschen Reiches übernahm das Reichskanzleramt auch noch die direkte Verwaltung des Reichslandes Elsaß-Lothringen und der Reichseisenbahnen.</p>
                <p>Karl Hofmann, der Präsident des Reichskanzleramts, erhielt mit Erlass vom 6. Aug. 1877 die Weisung, die Schaffung einer besonderen Stelle vorzubereiten, die alle diejenigen Geschäfte des Reichskanzlers besorgen sollte, für die dieser &quot;bisher aus räumlichen Gründen Kräfte des Auswärtigen Amts verwendet&quot; habe.</p>
                <p>Die Vorlage Hofmanns vom 29. Nov. 1877 sah dann auch die Einrichtung einer solchen Zentralstelle unter der Bezeichnung &quot;Spezialbureau des Reichskanzlers&quot; vor, ordnete diese Stelle jedoch in den Etat des Reichskanzleramts ein. Mit diesem Versuch, die Stellung seines Amtes wieder zu befestigen, hatte Hofmann jedoch keinen Erfolg.</p>
                <p>Bismarck stimmte den Vorschlägen Hofmanns hinsichtlich der inneren Organisation und der gehaltsmäßigen Eingruppierung der Mitarbeiter seines neuen Büros zwar zu, mit eigener Hand änderte er jedoch auf der Vorlage die Bezeichnung der neuen Stelle in &quot;Centralbureau&quot; um. Wichtiger als diese Änderung der Nomenklatur war jedoch, dass Bismarck mit Erlass vom 16. Dez. 1877 Hofmann zur Aufstellung eines Spezialetats für eine eigenständige und nicht dem Reichskanzleramt inkorporierten Behörde aufforderte.</p>
                <p>Der Entwurf eines &quot;Etat für den Reichskanzler und dessen Zentralbüreau auf das Etatsjahr 1878/79&quot; sah Mittel für die Besoldung eines vortragenden Rates, eines expedierenden Sekretärs, eines Kanzleisekretärs und eines Kanzleidieners vor.</p>
                <p>Die neue Behörde sollte ihren Sitz in den früheren Palais Radziwill in der Wilhelmstraße 77 nehmen; dort sollte auch der Reichskanzler eine Dienstwohnung beziehen.</p>
                <p>Bismarck erbat mit Immediatbericht vom 16. Mai 1878 von Wilhelm I. die Genehmigung zur Konstituierung der neuen Dienststelle, die Reichskanzlei heißen sollte, weil diese Bezeichnung &quot;am genauesten der Stellung und den Aufgaben desselben entsprechen&quot; dürfte. Dem entsprach der Kaiser mit einer Kabinettsordre vom 18. Mai 1878.</p>
                <p>Chef der Reichskanzlei wurde Christoph von Tiedemann, der seit 1876 der vielleicht engste Mitarbeiter Bismarcks und daher mit den Gewohnheiten des Reichskanzlers auf das Beste vertraut war. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Reichskanzlei tatsächlich zu einer politischen Relaisstation im Zentrum des politischen Entscheidungsgefüges, deren Funktion auch von den Staatssekretären der Reichsämter anerkannt wurde.</p>
                <p>Verfassungsrechtlich war die Reichskanzlei nie mehr als das Büro des Reichskanzler, das &quot;den amtlichen Verkehr desselben mit den Chefs der einzelnen Ressorts zu vermitteln&quot; hatte. Der Bürocharakter kommt nicht zuletzt im dienstlichen Rang des Chefs der Reichskanzlei und dem bis zum Ende der Kaiserzeit sehr beschränkten Personal zum Ausdruck. Erst 1907 wurde der Chef der Reichskanzlei in den Rang eines Unterstaatssekretärs erhoben und damit den leitenden Beamten der Reichsämter gleichgestellt. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs zwar von ursprünglich vier Personen im Jahre 1878 auf 19 im Jahre 1908 an und stieg bedingt durch die Erfordernisse des Ersten Weltkriegs weiter auf 25 Mitarbeiter im Jahre 1918, an die Personalstärke eines Reichsamtes reichte die Reichskanzlei jedoch niemals auch nur annähernd heran.</p>
                <p>Die privaten und Repräsentationsangelegenheiten des Reichskanzlers versah das auch nach der Einrichtung der Reichskanzlei weiterhin im Auswärtigen Amt residierende Spezialbüro des Reichskanzlers.</p>
                <p>Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde eine gemeinsame Außenstelle der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amts beim Großen Hauptquartier unter der Bezeichnung &quot;Formation Reichskanzler und Auswärtiges Amt&quot; eingerichtet. Diese Außenstelle bestand bis zum Ende des Krieges. Ein ständiger Vertreter nahm hier die Interessen des Reichskanzlers wahr, wenn dieser sich in Berlin aufhielt. In der Reichskanzlei führte dagegen der Unterstaatssekretär die Geschäfte, wenn der Reichskanzler im Hauptquartier war.</p>
                <p>Um die fortgesetzten Unstimmigkeiten zwischen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und der 3. Obersten Heeresleitung unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff besser in den Griff zu bekommen, wurde im Februar 1917 ein ständiger Vertreter des Reichskanzlers bei der Obersten Heeresleitung installiert. Seine Aufgabe war es, die Oberste Heeresleitung ständig über die Politik der Reichsleitung auf dem Laufenden zu halten.</p>
                <p>Mit der erzwungenen Abdankung Kaiser Wilhelms II. und dem Rücktritt Reichskanzlers Max von Baden gingen die Geschäfte am 11. Nov. 1918 auf den Rat der Volksbeauftragten über, der bis zum Amtsantritt der Regierung Philipp Scheidemann am 19. Febr. 1919 provisorisch die Funktion einer Reichsregierung ausübte. Chef der Reichskanzlei war vom 9. Nov. 1918 bis zum 3. März 1919 war der Journalist Curt Baake.</p>
                <p>Nach der Bildung der parlamentarischen Demokratie Weimarer Prägung änderte sich auch die Stellung des Reichskanzlers und mit ihr die der Reichskanzlei. War der Reichskanzler jetzt auch nicht mehr wie im Kaiserreich der einzige Reichsminister, so bestimmte er doch als Vorsitzender der Reichsregierung gemäß Artikel 55 und 56 der Reichsverfassung die Richtlinien der Politik, durch die er seinen Einfluß auf die Geschicke des Reiches entscheidend zur Geltung bringen konnte. Diese seine Richtlinienkompetenz war freilich staatsrechtlich und in der politischen Praxis nicht unerheblich eingeschränkt; denn sie mußte politisch in Einklang gebracht werden mit den Kompetenzen weiterer Organe, die in der Reichsverfassung vorgesehen waren. Es waren dies weniger der Reichsrat, dem als ständige Delegiertenkonferenz der Länderregierungen nur beschränkte Befugnisse auf dem Gebiet der Gesetzgebung und Verwaltung zustanden und der in seiner Bedeutung nicht mit dem Bundesrat des Kaiserreichs zu vergleichen ist, als die beiden anderen Verfassungsorgane: Reichstag und Reichspräsident.</p>
                <p>Mit Änderung der Stellung des Reichskanzlers in der Weimarer Republik vermehrten sich auch die Aufgaben der Reichskanzlei</p>
                <p>Die Reichskanzlei blieb wie in der Kaiserzeit das Büro des Reichskanzlers für seinen Verkehr mit den Verfassungsorganen, jetzt dem Reichspräsidenten, dem Reichstag, dem Reichsrat und den einzelnen Reichsministern. Sie besorgte seit der Revolution als Organ des Kabinetts aber auch gleichzeitig die laufenden Geschäfte des Gesamtministeriums, der Reichsregierung</p>
                <p>Der Staatssekretär in der Reichskanzlei nahm an den Kabinettssitzungen teil, unterrichtete den Reichskanzler über die laufenden Grundsatzfragen der gesamten Politik, begleitete ihn auf allen wichtigen Konferenzen des In- und Auslandes, beobachtete die Meinungsbildung im Parlament, die Presse, stimmte in seinem Auftrage mit den Reichsparteien die Gesetzgebungsarbeit ab, hielt dem Reichskanzler selbst Vortrag. Die Reichskanzlei war auch durch ein Mitglied in den oben erwähnten interfraktionellen Sitzungen vertreten, in denen mit den Partei- und Fraktionsführern die wichtigsten Entscheidungen des Kabinetts vorher durchgesprochen wurden. Sie sorgte dafür, daß trotz ständiger Spannungen in den laufend wechselnden Koalitionen die sachliche Arbeit der Reichsressorts weiter lief.</p>
                <p>ie Vorbereitung der Kollegialbeschlüsse und der zuverlässigen Kontrolle ihrer Durchführung, zwei Hauptaufgaben der Reichskanzlei, kam unter diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zu. Kurz: die Reichskanzlei war Kanzler- und Kabinettsbüro zugleich, Informations- und Koordinierungsstelle für die Regierungsarbeit</p>
                <p>Die notwendige Folge dieser vermehrten Aufgaben war ein Anwachsen der Referate in der Reichskanzlei von drei (Stand: 1910) auf acht (Stand: 1927) und ihres Beamtenkörpers von 20 Beamten vor Ausbruch des 1. Weltkrieges auf 38 im Jahre 1931.</p>
                <p>Formal waren der Reichskanzlei noch verschiedene Dienststellen angegliedert, die entweder, wie die Reichszentrale für Heimatdienst, ihr unmittelbar unterstellt waren oder der direkten Kontrolle des Reichskanzlers unterstanden.</p>
                <p>Als der Reichskanzler nach dem Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg durch das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom 1. August 1934 dessen Befugnisse und Rechte übernahm - darunter auch den Oberbefehl über die Wehrmacht -, das Amt des Reichspräsidenten mit dem Amt des Reichskanzlers in seiner Person also vereinigte, hatte dies u.a. auch Auswirkungen auf sein Verhältnis zur Reichsregierung. Denn als Staatsoberhaupt hatte Hitler das Recht zur Ernennung und Entlassung der Reichsminister, ohne dabei, wie noch der Reichspräsident gehalten war, den Vorschlag des Reichskanzlers abwarten zu müssen. Die Reichsminister waren daher von ihm völlig abhängig. Nach dem Reichsgesetz vom 16. Oktober 1934 über den Eid der Reichsminister und Mitglieder der Landesregierungen, dessen Formel später auch in das Deutsche Beamtengesetz vom 26. Januar 1937 übernommen wurde, waren sie ihm zu Treue und Gehorsam verpflichtet. Das Führerprinzip der NSDAP galt nunmehr auch für die Reichsregierung, deren Mitglieder den &quot;Führer und Reichskanzler&quot;, wie Hitler nach dem Erlaß an den Reichsminister des Innern vom 2. August 1934 im innerdeutschen Verkehr bezeichnet wurde, nur noch zu beraten hatten, bei abweichender Meinung nun aber auch rechtlich verpflichtet waren, sich seinem Willen zu fügen. Damit war das Reichskabinett keine Beschlußkörperschaft mehr, in der der Reichskanzler u.U. auch hätte majorisiert werden können, sondern zu einem &quot;Führerrat&quot; abgesunken, der den Regierungschef nur noch zu beraten hatte. Es war geplant, diese veränderte Stellung des Reichskanzlers gegenüber der Reichsregierung auch gesetzlich zu fixieren, eine Absicht, die auf Wunsch Hitlers aber in der Kabinettssitzung vom 26. Januar 1937 besonders mit Rücksicht auf das Ausland bis zur Schaffung eines neuen Staatsgrundgesetzes zurückgestellt wurde.</p>
                <p>Die geschilderte Konzentration der Staatsaufgaben auf den Führer und Reichskanzler wirkte sich naturgemäß auch auf die Zuständigkeiten der Reichskanzlei aus. So brachte z.B. schon das Ermächtigungsgesetz eine gewisse Aufgabenvermehrung für sie, weil die von der Reichsregierung beschlossenen Gesetze nicht mehr vom Reichspräsidenten, sondern vom Reichskanzler auszufertigen und zu verkünden waren und die wenigsten Gesetze noch auf dem ordentlichen Gesetzgebungswege, durch den Reichstag, zustande kamen, sondern den oben geschilderten zweiten Gesetzgebungsweg gingen oder als Führererlasse oder -Verordnungen - ohne Mitwirkung des Kabinetts - zustande kamen.</p>
                <p>Die gestärkte Stellung des Chefs der Reichskanzlei zeigte sich nach außen auffällig darin, daß die von Hitler unterzeichneten und vom beteiligten Reichsminister mitgezeichneten Urkunden von Regierungsgesetzen nun stets auch die Mitzeichnung des Reichsministers und Chefs der Reichskanzlei trugen, der damit die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Ablauf des Gesetzgebungsgangs übernahm. Nach der Errichtung des Ministerrats für die Reichssverteidigung Ende August 1939 war zudem noch die Unterschrift des Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung an zweiter Stelle hinter der Hitlers notwendig. Weiterhin wurden alle Führererlasse rechtsetzenden Inhalts sowie im Bedarfsfall - der freilich niemals eintrat - die Reichstagsgesetze und die auf Grund der &quot;Volksgesetzgebung&quot; zustande gekommenen Gesetze vom Chef der Reichskanzlei mitgezeichnet.</p>
                <p>Die zunehmende Arbeitsbelastung Hitlers, der neben den Befugnissen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten noch den Oberbefehl über die Wehrmacht ausübte, führte dazu, daß die Kabinettssitzungen allmählich aufhörten. Die letzte in den Kabinettsprotokollen der Reichskanzlei überlieferte Sitzung fand am 5. 2. 1938 statt</p>
                <p>Hinzu kam, daß der Reichskanzler, der nun nicht mehr durch die im Kabinett vereinigten Reichsminister über die Erledigung einzelner Aufgaben in den Ressorts informiert werden konnte, zunehmend auf die Unterrichtung durch den Chef der Reichskanzlei angewiesen war. Die Aufgabe, aus der Fülle der gelieferten und aufbereiteten Informationen diejenigen auszuwählen, die sich zum Vortrag beim Reichskanzler eigneten, und darüber zu befinden, ob ein Eingreifen Hitlers in bestimmten Angelegenheiten notwendig erschien, lag daher beim Chef der Reichskanzlei und räumte ihm eine weitere Schlüsselposition im Führungsapparat auf dem staatlichen zivilen Sektor ein. Die Reichsminister hatten zwar auch die Möglichkeit, einzeln dem Reichskanzler direkt Vortrag zu halten. Aber auch davon machte Hitler immer seltener Gebrauch, so daß der Chef der Reichskanzlei ihn faktisch allein beriet, was dessen Stellung gegenüber den Fachministern, die vergeblich versuchten, vor allem gegen Kriegsende durch private Zusammenkünfte noch gewisse Absprachen untereinander zu treffen, nicht unerheblich stärkte.</p>
                <p>Eine neue Erweiterung ihres Aufgabenbereiches erfuhr die Reichskanzlei auch durch das Staatsoberhauptgesetz vom 1. August 1934. Das Büro des Reichspräsidenten, in &quot;Präsidialkanzlei&quot;und durch Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 1. Dezember 1937 in &quot;Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers&quot; umbenannt, blieb zwar auch nach der Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers für die Bearbeitung aller Angelegenheiten, die das Staatsoberhaupt angingen, zuständig, wie z.B. die Vorbereitung von zeremoniellen Empfängen auswärtiger Staatsoberhäupter, Fürstlichkeiten und Staatsmänner, die Entgegennahme von Beglaubigungs- und Abberufungsschreiben ausländischer Diplomaten, Glückwünsche und Beileidsbezeugungen des Staatsoberhaupts, die Bearbeitung von Eingaben in Gnadensachen sowie das gesamte Titel- und Ordenswesen.</p>
                <p>Dagegen wurden die politischen Angelegenheiten, in denen neben der Entscheidung der Reichsregierung auch die des Reichsoberhaupts erforderlich war, nunmehr von der Reichskanzlei erledigt, wie auch die Vorbereitung politischer Entscheidungen, die bis dahin abschließend vom Staatsoberhaupt zu treffen waren, wie z.B. der Erlaß von Organisationsverordnungen jetzt in die alleinige Zuständigkeit der Reichskanzlei fiel. Zwar waren die Ernennungs- und Entlassungsurkunden für die höheren Reichsbeamten nach wie vor von der Dienststelle des Staatsoberhaupts, d.h. nun vom Chef der Präsidialkanzlei, Hitler zur Vollziehung zu unterbreiten; die sachliche und politische Vorbereitung oblag jedoch den zuständigen Ministern und der Reichskanzlei.</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 43-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskanzlei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2749 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_7eb357f1-edb6-4af8-b5f5-a6e4081d5ea8"/>
                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Am Tage nach Errichtung der Reichskanzlei, am 19. Mai 1878, legte der expedierende Sekretär im Auswärtigen Amt, Hans Rudolf Sachse, der wenig später seinen Dienst als Registrator in der neuen Reichsbehörde antrat, dem Vortragenden Rat Tiedemann den Entwurf einer Registraturordnung für die Reichskanzlei vor. Seine &quot;Grundzüge für die Buch- und Aktenführung bei der Reichskanzlei&quot; beruhten offensichtlich auf den Erfahrungen aus der Schriftgutverwaltung des Auswärtigen Amtes.</p>
                <p>Das Aktengut wurde in der Registratur zunächst lose, wohl von Anfang an in den vorgesehenen und schon beschrifteten Aktendeckeln liegend, in Regalen aufbewahrt. Hatte eine Akteneinheit eine Stärke von 2 - 3 cm erreicht, wurde sie mit einem Leinenrücken und einem weiteren Schutzumschlag versehen und mittels Fadenheftung zu einem Band formiert.</p>
                <p>Diese Schriftgutorganisation erwies sich für eine lange Reihe von Jahren als ausreichend und praktikabel. Mit der allmählichen Fortentwicklung der Funktionen und Tätigkeit der Reichskanzlei wie auch infolge der Entwicklung von Staatsrecht und Verwaltungsorganisation im Reich und in den Bundesstaaten mußte sie indessen mit der Zeit als änderungsbedürftig erscheinen. Man entschloß sich daher um die Jahrhundertwende zu einer differenzierteren Aktenführung, die am 1. Januar 1900 in Kraft trat.</p>
                <p>Der staatliche Neubeginn am 13. Februar 1919, dem Tag des Regierungsantritts des Kabinetts Scheidemann, brachte in der Reichskanzlei einen durchgehenden Registraturschnitt. Man überführte den gesamten Aktenbestand in die Altablage und legte neue Akten an.</p>
                <p>Der 30. Januar bedeutete in der Schriftgutverwaltung der Reichskanzlei einen zwar spürbaren, jedoch nicht scharfen Einschnitt. Um mit diesem Tage eine neue Registraturschicht beginnen zu lassen, sonderte man zahlreiche Akten aus der laufenden Ablage aus, ließ sie heften und reponierte sie in der Altablage. An ihrer Stelle legte man neue Bände an. Dies geschah jedoch nur, wenn der laufende Band ohnehin einigermaßen gefüllt war; war dies nicht der Fall, führte man ihn fort. Die Bandzählung begann in jedem Falle wieder mit der Nummer 1, obwohl die Serien aus der Weimarer Zeit nahtlos fortgesetzt wurden. Die Aktenstruktur ließ man indessen unverändert, auch blieb es im allgemeinen bei der Fadenheftung; nur für neugebildete Serien wurden erstmalig Stehordner benutzt.</p>
                <p>Neben den in der Registratur geführten Akten entstanden weitere Schriftgutüberlieferungen dadurch, daß die Reichskanzler und leitenden Beamten der Reichskanzlei Handakten, eigenhändige Aufzeichnungen, persönliche Papiere und einen Großteil ihrer privatdienstlichen Korrespondenz nicht in der Registratur ablegen ließen, sondern in der Regel in ihren Dienstzimmern aufbewahrten. Nicht selten wurde derartiges Schriftgut beim Ausscheiden aus dem Amt mitgenommen. So enthalten die im Bundesarchiv verwahrten Nachlässe der Reichskanzler Hohenlohe-Schillingsfürst, Bülow, Hertling und Luther sowie der Chefs der Reichskanzlei Rottenburg und Pünder neben privatem Schriftgut fast regelmäßig auch amtliche oder halbamtliche Unterlagen, die aus der Wahrnehmung amtlicher Funktionen erwachsen sind. Daß die Akten des Ministerbüros Lammers beim Bestand verblieben sind, ist eine Folge ihrer gemeinsamen Auslagerung mit dem Bestand gegen Ende des 2. Weltkrieges.</p>
                <p>In anderen Fällen wurden Handakten von Reichskanzlern und leitenden Beamten mit Material zu bestimmten Sachfragen, mit Unterlagen für Konferenzen, Sitzungen usw., sobald nicht mehr benötigt, der Registratur zur Aufbewahrung übergeben und dort den entsprechenden Betreffserien als Beihefte zugeordnet. Infolgedessen sind solche Handakten über den Bestand verstreut, z.B. die Handakten zur Serie &quot;Ausführung des Friedensvertrages, Reparationen&quot; in der Gruppe &quot;Auswärtige Angelegenheiten&quot;.</p>
                <p>Einen anderen vom Registraturbestand getrennten Schriftgutkomplex bildeten die Geheimakten der Reichskanzlei, über deren Inhalt, Umfang und Gliederung leider nichts Näheres bekannt ist. Nach den im Bundesarchiv vorliegenden Nachrichten wurden sie wahrscheinlich vor Kriegsende entsprechend dem Erlaß des Reichsministers des Innern an die Reichsverteidigungskommissare betr. &quot;Verhalten der Behörden bei Feindbesetzung&quot; vom 12. Oktober 1944 von Angehörigen der Reichskanzlei verbrannt.[85] Einzelne Geheimaktensplitter, die wohl zufällig der Vernichtung entgangen sind und sich im Bestand befanden, wurden im vorliegenden Findbuch am Schluß des Abschnitts &quot;Akten des Ministerbüros&quot; aufgeführt.</p>
                <p>In Potsdam befinden sich mit geringen Ausnahmen diejenigen Altakten der Reichskanzlei aus der Zeit von 1878 - 1919, die Mitte Februar 1919 aus der laufenden Registratur ausgesondert und in einer Altaktenablage deponiert worden waren. Das Reichsarchiv hatte sie erst 1937 oder 1938 nach vergeblichen früheren Bemühungen übernehmen können. Lediglich die Altakten der Dienststellenverwaltung einschließlich der Personalakten blieben in der Behörde.</p>
                <p>Während des 2. Weltkrieges wurde der Bestand des Reichsarchivs zusammen mit anderen Archivalien in das Salzbergwerk Staßfurt bei Magdeburg ausgelagert und fiel dort 1945 in die Hände der Roten Armee. Es wurde in die Sowjetunion verbracht und 10 Jahre später, im Juli 1955, dem Deutschen Zentralarchiv (1973 umbenannt in &quot;Zentrales Staatsarchiv der DDR&quot;) in Potsdam übergeben. Dort bildete es den Bestand 07. 01. Die Bestandsgliederung in vier Abteilungen wurde beibehalten.</p>
                <p>Neben dem ehem. Reichsarchivbestand verwahrte das Zentrale Staatsarchiv noch ca. 800 Einzelvorgänge der Registratur aus den Jahren 1933 - 1945, die vermutlich im Dienstgebäude Wilhelmstraße gefunden wurden.</p>
                <p>Die Mehrheit der Reichskanzleiakten aus den Jahren 1919 - 1945 sowie die Altakten der Dienststellenverwaltung hatten sich nur bis in die letzte Kriegsphase in Berlin befunden. Als sich die Lage in und um Berlin immer mehr zuspitzte, lagerte man sie nach Süddeutschland aus, wo sie 1945 von amerikanischen Truppen beschlagnahmt wurden.</p>
                <p>Über das Ministerial Collecting Center in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen bei Kassel, die zentrale Sammelstelle für alles von den Amerikanern in ihrer Besatzungszone festgestellte Material[90], gelangten sie Anfang 1946 in das Berliner Documents Unit. Hier wurden sie - gleich anderen dort lagernden deutschen Akten - für die Ermittlungen gegen führende Persönlichkeiten aus Staat, Partei und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens zur Vorbereitung der Kriegsverbrecherprozesse ausgewertet.</p>
                <p>Während der Berliner Blockade vom Sommer 1948 wurden die im Documents Unit vereinigten Aktenbestände nach Whaddon Hall bei Bletchley in der südenglischen Grafschaft Buckinghamshire überführt. Dort lagerten die Akten der Reichskanzlei bis 1958 und wurden provisorisch geordnet, verzeichnet und in Auswahl verfilmt. Sie dienten außerdem neben der in erster Linie in Betracht kommenden Überlieferung des Auswärtigen Amtes als Grundlage der Edition von Akten zur deutschen auswärtigen Politik, die zunächst ausschließlich von angelsächsischen und französischen Historikern bearbeitet wurde.</p>
                <p>Endlich gelangten diese Akten in zwei Transporten im Dezember 1958 und im Januar 1959, ein Rest Ende April 1959 in das Bundesarchiv. Sie bilden hier den verzeichneten Bestand R 43 I, II.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Bei der vorläufigen Ordnung und Verzeichnung der Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 - 1945 in Whaddon Hall gingen die Bearbeiter von zwei Teilbeständen aus. Der eine umfaßte im wesentlichen die Überlieferung der Weimarer Zeit, der andere vor allem die Akten aus der Zeit nach dem 30. Januar 1933; man bezeichnete sie kurz als &quot;Alte&quot; und &quot;Neue&quot; Reichskanzlei. Diese Teilung war, wie erwähnt, bereits im Januar/Februar 1933 in der Reichskanzlei vorgenommen und bei der Auslagerung der Akten während des Krieges und nach ihrer Beschlagnahme beibehalten worden.</p>
                <p>Bei der Bearbeitung sah man davon ab, in beiden Teilbeständen die übereinstimmende Anordnung der Aktengruppen, z.B. nach dem Alphabet der Gruppentitel, wie sie in der Registratur der Reichskanzlei bestanden hatte, wiederherzustellen. Lediglich die infolge häufiger Umlagerungen des Bestandes vermutlich weitgehend verlorengegangenen registraturmäßigen Zusammenhänge innerhalb der Gruppen wurden berücksichtigt, wobei aufgrund mangelnder Vertrautheit mit den Registraturverhältnissen und der Aktenführung der Reichskanzlei nicht selten Irrtümer und Fehler unterliefen. Immerhin gelang es aber, die Masse der Akten mit Hilfe der alten Signaturen und Bandnummern wieder in ihre ursprüngliche Ordnung zu bringen. Weniger befriedigend löste man die Einordnung des nicht unbedeutenden Überlieferungsrestes, der sich aus Akten des Ministerbüros, Handakten von Beamten, Geheimaktensplittern, Bänden mit Sammlungen von Rundschreiben, Runderlassen und Presseausschnitten, Registraturhilfsmitteln usw. zusammensetzte. Materialien dieser Art kamen an verschiedene Stellen, vor allem an den Schluß beider Teilbestände. In jedem Teilbestand erhielten die Bände eine laufende Numerierung.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurde ebenfalls zwischen beiden Teilbeständen differenziert. Als formale Angaben wurden die laufende Nummer, die alte Signatur und die Laufzeit aufgenommen. Zur Kennzeichnung des Akteninhalts wurde bei den fadengehefteten Bänden, also vor allem den Akten des älteren Teils, von der Aktenaufschrift der Serientitel als Betreff übernommen. Bei den vorgangsweise geführten Stehordnern hingegen trug man in das Verzeichnis die Titel der einzelnen Vorgänge ein, soweit Rotuli mit den entsprechenden Angaben vorhanden waren, und verzichtete meist auf den Betreffserientitel. Infolgedessen entstanden zwei hinsichtlich ihres Entschließungsgrades sehr unterschiedliche Verzeichnisse. Im Bundesarchiv dienten diese Verzeichnisse lange Zeit als ausschließliche Findmittel. Das bedingte, daß die Teilung in zwei Teilbestände, die man mit den Signaturen R 43 I (Alte Reichskanzlei) und R 43 II (Neue Reichskanzlei) bezeichnete, beibehalten wurde. Die in Waddon Hall vorgenommene laufende Numerierung blieb ebenfalls unverändert, da die Akten danach bereits häufig in wissenschaftlichen Publikationen zitiert worden waren. Aus konservatorischen Gründen mußte jedoch das in Stehordnern und Schnellheftern abgelegte Schriftgut in Archivabheftmappen überführt werden; in der Regel wurden dabei aus dem Inhalt eines Ordners zwei oder drei, bisweilen auch mehr Aktenbände gebildet. Dies war notwendig, um Akten aus verschiedenen Betreffserien, die in der Reichskanzlei vereinigt worden waren, zu trennen und um handliche, nicht zu umfangreiche Bände zu formieren. Die aus dem Schriftgut eines Stehordners gebildeten Bände behielten aber dessen laufende Nummer bei und wurden durch Hinzufügung von Buchstaben (a, b, c usw.) unterschieden. Innerhalb der Bände wurde die Abgrenzung der Vorgänge voneinander, welche vorher durch Ablage in Einhängeheftern kenntnlich gewesen war, durch Einfügung von Trennblättern markiert.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung stellte es sich andererseits heraus, daß insgesamt 84 Aktenbände aus R 43 I und 205 Bände aus R 43 II als nicht archivwürdig ausgesondert und vernichtet werden konnten. Der größte Teil (125 Bände) betraf die Verwaltung des Hilfsfonds und des Dispositionsfonds des Reichskanzlers; er bestand aus Einzelfallakten über Annahme und Verwendung von Spenden aus Privathand, über Gewährung oder Ablehnung von Unterstützungen, sonstigen Zuwendungen oder Ehrengeschenken an Privatpersonen, Vereine und Verbände bei Notfällen, Geburtstagen, Jubiläen, Veranstaltungen und anläßlich der Übernahme von Ehrenpatenschaften durch den Reichskanzler. Die entsprechende Tätigkeit der Reichskanzlei wird ohnehin durch mehrere Serien in den Gruppen &quot;Reichskanzler&quot; und &quot;Wohlfahrtswesen&quot; sowie durch eine Reihe von Akten des Ministerbüros belegt. Akten der Dienststellenverwaltung bildeten die zweitgrößte Gruppe der kassierten Unterlagen (ca. 120 Bände). Sie enthielten vor allem Kassenschriftgut, Rechnungen und Belege, Firmenofferten, Schriftwechsel mit einzelnen Firmen über Lieferungen und Leistungen für die Reichskanzlei sowie belangloses Schriftgut über diverse Hausangelegenheiten. Bei dem Rest des nicht archivwürdigen Materials handelte es sich um Bände mit Mehrfachüberlieferungen und um Sammlungen von Amtsdrucksachen, in wenigen Fällen um Bände, welche lediglich einzelne Übersendungsschreiben enthielten.</p>
                <p>Schließlich wurden 44 Bände mit Schriftgut fremder Provenienzen aus dem Bestand entfernt und anderen Beständen zugewiesen, in einzelnen Fällen auch an Stellen außerhalb des Hauses abgegeben. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um Schriftgut der Gemeinschaft Studentischer Verbände, die Reichsminister Dr. Lammers geleitet und deren Geschäfte er durch sein Büro hatte führen lassen. Angaben darüber enthält der Anhang.</p>
                <p>Die Karten und Pläne, die aus konservatorischen Gründen den Akten entnommen worden sind, wurden im Kartenarchiv zu einer eigenständigen Gruppe &quot;Plan R 43 II&quot; zusammengefaßt. Es handelt sich insbesondere um Planpausen für den Neubau aus den Jahren 1943 ff. Sie sind durch ein eigenständiges Findbuch erschlossen.</p>
                <p>Die Bestände des Zentralen Staatsarchivs (07.01) und des Bundesarchivs (R 43) wurden nach der Vereinigung der beiden Archive im Jahr 1990 im Bestand R 43 zusammengeführt.</p>
                <p>Für die Akten der Reichskanzlei aus den Jahren 1919 bis 1945 lag seit 1984 ein Publikationsfindbuch vor, das auch die bis 1990 in Zentralen Staatsarchiv verwahrten Akten dieser Epoche berücksichtigt. Für die Akten der &quot;Alten Reichskanzlei&quot; (1878-1919) lag im Zentralen Staatsarchiv ein bereits im Reichsarchiv erarbeitetes Findbuch vor.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Gregor Verlande, Wolfram Werner: Reichskanzlei (Bestand R 43). Analytisches Inventar, 4 Teilbände (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 13), Koblenz 1984.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Karl Dietrich Erdmann [u.a.], für das Bundesarchiv v. Wolfgang Mommsen [u.a.]. 14 Bde. Boppard 1968-1990.</p>
                <p>Akten der Reichskanzlei. Regierung Hitler 1933-1945. Hrsg. für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften v. Konrad Repgen [u.a.], für das Bundesarchiv v. Hans Booms [u.a.]. Bd. 1 ff. Boppard 1983, München 1999 ff.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 2-6, Teil 2, S. 1.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 enthielt, ebenso wie schon die Verfassung des Norddeutschen Bundes aus dem Jahre 1867, keine näheren Bestimmungen über die Gestaltung der Reichsverwaltung. Allein der Reichskanzler besaß als einziger verantwortlicher Minister des Deutschen Reiches Verfassungsrang. Wie er seine Pflichten und Aufgaben erfüllen sollte, blieb dagegen weitgehend unbestimmt und dem konkreten Gestaltungswillen des jeweiligen Amtsinhabers überlassen. Wegen dieser verfassungsrechtlichen Unbestimmtheit haftete der Reichsebene der Verwaltung des Deutschen Kaiserreiches bis zu dessen Ende der Charakter des Improvisierten und bisweilen auch Instabilen an.</p>
                <p>Zunächst schien es tatsächlich so, als wolle Bismarck als einziger Minister des Reiches auch mit nur einer zentralen, einheitlichen Verwaltungsbehörde arbeiten. Das Bundeskanzleramt, auf dessen Organisation sein späterer Präsident Rudolf Delbrück wesentlichen Einfluss genommen hatte, nahm 1867 als Dienststelle des Bundeskanzlers seine Arbeit auf und wurde bei der Ausweitung des Norddeutschen Bundes zum Deutschen Reich unter der Bezeichnung Reichskanzleramt weitergeführt. Die Zuständigkeit des Amtes war umfassend und beinhaltete neben der Funktion eines Büros für die ständigen Bundesratsausschüsse, der Abwicklung der Einnahmen und Ausgaben des Bundes auch die Vorbereitung der präsidialen Gesetzesvorlagen. Mit der Gründung des Deutschen Reiches übernahm das Reichskanzleramt auch noch die direkte Verwaltung des Reichslandes Elsaß-Lothringen und der Reichseisenbahnen.</p>
                <p>Karl Hofmann, der Präsident des Reichskanzleramts, erhielt mit Erlass vom 6. Aug. 1877 die Weisung, die Schaffung einer besonderen Stelle vorzubereiten, die alle diejenigen Geschäfte des Reichskanzlers besorgen sollte, für die dieser &quot;bisher aus räumlichen Gründen Kräfte des Auswärtigen Amts verwendet&quot; habe.</p>
                <p>Die Vorlage Hofmanns vom 29. Nov. 1877 sah dann auch die Einrichtung einer solchen Zentralstelle unter der Bezeichnung &quot;Spezialbureau des Reichskanzlers&quot; vor, ordnete diese Stelle jedoch in den Etat des Reichskanzleramts ein. Mit diesem Versuch, die Stellung seines Amtes wieder zu befestigen, hatte Hofmann jedoch keinen Erfolg.</p>
                <p>Bismarck stimmte den Vorschlägen Hofmanns hinsichtlich der inneren Organisation und der gehaltsmäßigen Eingruppierung der Mitarbeiter seines neuen Büros zwar zu, mit eigener Hand änderte er jedoch auf der Vorlage die Bezeichnung der neuen Stelle in &quot;Centralbureau&quot; um. Wichtiger als diese Änderung der Nomenklatur war jedoch, dass Bismarck mit Erlass vom 16. Dez. 1877 Hofmann zur Aufstellung eines Spezialetats für eine eigenständige und nicht dem Reichskanzleramt inkorporierten Behörde aufforderte.</p>
                <p>Der Entwurf eines &quot;Etat für den Reichskanzler und dessen Zentralbüreau auf das Etatsjahr 1878/79&quot; sah Mittel für die Besoldung eines vortragenden Rates, eines expedierenden Sekretärs, eines Kanzleisekretärs und eines Kanzleidieners vor.</p>
                <p>Die neue Behörde sollte ihren Sitz in den früheren Palais Radziwill in der Wilhelmstraße 77 nehmen; dort sollte auch der Reichskanzler eine Dienstwohnung beziehen.</p>
                <p>Bismarck erbat mit Immediatbericht vom 16. Mai 1878 von Wilhelm I. die Genehmigung zur Konstituierung der neuen Dienststelle, die Reichskanzlei heißen sollte, weil diese Bezeichnung &quot;am genauesten der Stellung und den Aufgaben desselben entsprechen&quot; dürfte. Dem entsprach der Kaiser mit einer Kabinettsordre vom 18. Mai 1878.</p>
                <p>Chef der Reichskanzlei wurde Christoph von Tiedemann, der seit 1876 der vielleicht engste Mitarbeiter Bismarcks und daher mit den Gewohnheiten des Reichskanzlers auf das Beste vertraut war. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Reichskanzlei tatsächlich zu einer politischen Relaisstation im Zentrum des politischen Entscheidungsgefüges, deren Funktion auch von den Staatssekretären der Reichsämter anerkannt wurde.</p>
                <p>Verfassungsrechtlich war die Reichskanzlei nie mehr als das Büro des Reichskanzler, das &quot;den amtlichen Verkehr desselben mit den Chefs der einzelnen Ressorts zu vermitteln&quot; hatte. Der Bürocharakter kommt nicht zuletzt im dienstlichen Rang des Chefs der Reichskanzlei und dem bis zum Ende der Kaiserzeit sehr beschränkten Personal zum Ausdruck. Erst 1907 wurde der Chef der Reichskanzlei in den Rang eines Unterstaatssekretärs erhoben und damit den leitenden Beamten der Reichsämter gleichgestellt. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs zwar von ursprünglich vier Personen im Jahre 1878 auf 19 im Jahre 1908 an und stieg bedingt durch die Erfordernisse des Ersten Weltkriegs weiter auf 25 Mitarbeiter im Jahre 1918, an die Personalstärke eines Reichsamtes reichte die Reichskanzlei jedoch niemals auch nur annähernd heran.</p>
                <p>Die privaten und Repräsentationsangelegenheiten des Reichskanzlers versah das auch nach der Einrichtung der Reichskanzlei weiterhin im Auswärtigen Amt residierende Spezialbüro des Reichskanzlers.</p>
                <p>Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde eine gemeinsame Außenstelle der Reichskanzlei und des Auswärtigen Amts beim Großen Hauptquartier unter der Bezeichnung &quot;Formation Reichskanzler und Auswärtiges Amt&quot; eingerichtet. Diese Außenstelle bestand bis zum Ende des Krieges. Ein ständiger Vertreter nahm hier die Interessen des Reichskanzlers wahr, wenn dieser sich in Berlin aufhielt. In der Reichskanzlei führte dagegen der Unterstaatssekretär die Geschäfte, wenn der Reichskanzler im Hauptquartier war.</p>
                <p>Um die fortgesetzten Unstimmigkeiten zwischen Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg und der 3. Obersten Heeresleitung unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff besser in den Griff zu bekommen, wurde im Februar 1917 ein ständiger Vertreter des Reichskanzlers bei der Obersten Heeresleitung installiert. Seine Aufgabe war es, die Oberste Heeresleitung ständig über die Politik der Reichsleitung auf dem Laufenden zu halten.</p>
                <p>Mit der erzwungenen Abdankung Kaiser Wilhelms II. und dem Rücktritt Reichskanzlers Max von Baden gingen die Geschäfte am 11. Nov. 1918 auf den Rat der Volksbeauftragten über, der bis zum Amtsantritt der Regierung Philipp Scheidemann am 19. Febr. 1919 provisorisch die Funktion einer Reichsregierung ausübte. Chef der Reichskanzlei war vom 9. Nov. 1918 bis zum 3. März 1919 war der Journalist Curt Baake.</p>
                <p>Nach der Bildung der parlamentarischen Demokratie Weimarer Prägung änderte sich auch die Stellung des Reichskanzlers und mit ihr die der Reichskanzlei. War der Reichskanzler jetzt auch nicht mehr wie im Kaiserreich der einzige Reichsminister, so bestimmte er doch als Vorsitzender der Reichsregierung gemäß Artikel 55 und 56 der Reichsverfassung die Richtlinien der Politik, durch die er seinen Einfluß auf die Geschicke des Reiches entscheidend zur Geltung bringen konnte. Diese seine Richtlinienkompetenz war freilich staatsrechtlich und in der politischen Praxis nicht unerheblich eingeschränkt; denn sie mußte politisch in Einklang gebracht werden mit den Kompetenzen weiterer Organe, die in der Reichsverfassung vorgesehen waren. Es waren dies weniger der Reichsrat, dem als ständige Delegiertenkonferenz der Länderregierungen nur beschränkte Befugnisse auf dem Gebiet der Gesetzgebung und Verwaltung zustanden und der in seiner Bedeutung nicht mit dem Bundesrat des Kaiserreichs zu vergleichen ist, als die beiden anderen Verfassungsorgane: Reichstag und Reichspräsident.</p>
                <p>Mit Änderung der Stellung des Reichskanzlers in der Weimarer Republik vermehrten sich auch die Aufgaben der Reichskanzlei</p>
                <p>Die Reichskanzlei blieb wie in der Kaiserzeit das Büro des Reichskanzlers für seinen Verkehr mit den Verfassungsorganen, jetzt dem Reichspräsidenten, dem Reichstag, dem Reichsrat und den einzelnen Reichsministern. Sie besorgte seit der Revolution als Organ des Kabinetts aber auch gleichzeitig die laufenden Geschäfte des Gesamtministeriums, der Reichsregierung</p>
                <p>Der Staatssekretär in der Reichskanzlei nahm an den Kabinettssitzungen teil, unterrichtete den Reichskanzler über die laufenden Grundsatzfragen der gesamten Politik, begleitete ihn auf allen wichtigen Konferenzen des In- und Auslandes, beobachtete die Meinungsbildung im Parlament, die Presse, stimmte in seinem Auftrage mit den Reichsparteien die Gesetzgebungsarbeit ab, hielt dem Reichskanzler selbst Vortrag. Die Reichskanzlei war auch durch ein Mitglied in den oben erwähnten interfraktionellen Sitzungen vertreten, in denen mit den Partei- und Fraktionsführern die wichtigsten Entscheidungen des Kabinetts vorher durchgesprochen wurden. Sie sorgte dafür, daß trotz ständiger Spannungen in den laufend wechselnden Koalitionen die sachliche Arbeit der Reichsressorts weiter lief.</p>
                <p>ie Vorbereitung der Kollegialbeschlüsse und der zuverlässigen Kontrolle ihrer Durchführung, zwei Hauptaufgaben der Reichskanzlei, kam unter diesem Aspekt eine besondere Bedeutung zu. Kurz: die Reichskanzlei war Kanzler- und Kabinettsbüro zugleich, Informations- und Koordinierungsstelle für die Regierungsarbeit</p>
                <p>Die notwendige Folge dieser vermehrten Aufgaben war ein Anwachsen der Referate in der Reichskanzlei von drei (Stand: 1910) auf acht (Stand: 1927) und ihres Beamtenkörpers von 20 Beamten vor Ausbruch des 1. Weltkrieges auf 38 im Jahre 1931.</p>
                <p>Formal waren der Reichskanzlei noch verschiedene Dienststellen angegliedert, die entweder, wie die Reichszentrale für Heimatdienst, ihr unmittelbar unterstellt waren oder der direkten Kontrolle des Reichskanzlers unterstanden.</p>
                <p>Als der Reichskanzler nach dem Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg durch das Gesetz über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches vom 1. August 1934 dessen Befugnisse und Rechte übernahm - darunter auch den Oberbefehl über die Wehrmacht -, das Amt des Reichspräsidenten mit dem Amt des Reichskanzlers in seiner Person also vereinigte, hatte dies u.a. auch Auswirkungen auf sein Verhältnis zur Reichsregierung. Denn als Staatsoberhaupt hatte Hitler das Recht zur Ernennung und Entlassung der Reichsminister, ohne dabei, wie noch der Reichspräsident gehalten war, den Vorschlag des Reichskanzlers abwarten zu müssen. Die Reichsminister waren daher von ihm völlig abhängig. Nach dem Reichsgesetz vom 16. Oktober 1934 über den Eid der Reichsminister und Mitglieder der Landesregierungen, dessen Formel später auch in das Deutsche Beamtengesetz vom 26. Januar 1937 übernommen wurde, waren sie ihm zu Treue und Gehorsam verpflichtet. Das Führerprinzip der NSDAP galt nunmehr auch für die Reichsregierung, deren Mitglieder den &quot;Führer und Reichskanzler&quot;, wie Hitler nach dem Erlaß an den Reichsminister des Innern vom 2. August 1934 im innerdeutschen Verkehr bezeichnet wurde, nur noch zu beraten hatten, bei abweichender Meinung nun aber auch rechtlich verpflichtet waren, sich seinem Willen zu fügen. Damit war das Reichskabinett keine Beschlußkörperschaft mehr, in der der Reichskanzler u.U. auch hätte majorisiert werden können, sondern zu einem &quot;Führerrat&quot; abgesunken, der den Regierungschef nur noch zu beraten hatte. Es war geplant, diese veränderte Stellung des Reichskanzlers gegenüber der Reichsregierung auch gesetzlich zu fixieren, eine Absicht, die auf Wunsch Hitlers aber in der Kabinettssitzung vom 26. Januar 1937 besonders mit Rücksicht auf das Ausland bis zur Schaffung eines neuen Staatsgrundgesetzes zurückgestellt wurde.</p>
                <p>Die geschilderte Konzentration der Staatsaufgaben auf den Führer und Reichskanzler wirkte sich naturgemäß auch auf die Zuständigkeiten der Reichskanzlei aus. So brachte z.B. schon das Ermächtigungsgesetz eine gewisse Aufgabenvermehrung für sie, weil die von der Reichsregierung beschlossenen Gesetze nicht mehr vom Reichspräsidenten, sondern vom Reichskanzler auszufertigen und zu verkünden waren und die wenigsten Gesetze noch auf dem ordentlichen Gesetzgebungswege, durch den Reichstag, zustande kamen, sondern den oben geschilderten zweiten Gesetzgebungsweg gingen oder als Führererlasse oder -Verordnungen - ohne Mitwirkung des Kabinetts - zustande kamen.</p>
                <p>Die gestärkte Stellung des Chefs der Reichskanzlei zeigte sich nach außen auffällig darin, daß die von Hitler unterzeichneten und vom beteiligten Reichsminister mitgezeichneten Urkunden von Regierungsgesetzen nun stets auch die Mitzeichnung des Reichsministers und Chefs der Reichskanzlei trugen, der damit die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Ablauf des Gesetzgebungsgangs übernahm. Nach der Errichtung des Ministerrats für die Reichssverteidigung Ende August 1939 war zudem noch die Unterschrift des Vorsitzenden des Ministerrats für die Reichsverteidigung an zweiter Stelle hinter der Hitlers notwendig. Weiterhin wurden alle Führererlasse rechtsetzenden Inhalts sowie im Bedarfsfall - der freilich niemals eintrat - die Reichstagsgesetze und die auf Grund der &quot;Volksgesetzgebung&quot; zustande gekommenen Gesetze vom Chef der Reichskanzlei mitgezeichnet.</p>
                <p>Die zunehmende Arbeitsbelastung Hitlers, der neben den Befugnissen des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten noch den Oberbefehl über die Wehrmacht ausübte, führte dazu, daß die Kabinettssitzungen allmählich aufhörten. Die letzte in den Kabinettsprotokollen der Reichskanzlei überlieferte Sitzung fand am 5. 2. 1938 statt</p>
                <p>Hinzu kam, daß der Reichskanzler, der nun nicht mehr durch die im Kabinett vereinigten Reichsminister über die Erledigung einzelner Aufgaben in den Ressorts informiert werden konnte, zunehmend auf die Unterrichtung durch den Chef der Reichskanzlei angewiesen war. Die Aufgabe, aus der Fülle der gelieferten und aufbereiteten Informationen diejenigen auszuwählen, die sich zum Vortrag beim Reichskanzler eigneten, und darüber zu befinden, ob ein Eingreifen Hitlers in bestimmten Angelegenheiten notwendig erschien, lag daher beim Chef der Reichskanzlei und räumte ihm eine weitere Schlüsselposition im Führungsapparat auf dem staatlichen zivilen Sektor ein. Die Reichsminister hatten zwar auch die Möglichkeit, einzeln dem Reichskanzler direkt Vortrag zu halten. Aber auch davon machte Hitler immer seltener Gebrauch, so daß der Chef der Reichskanzlei ihn faktisch allein beriet, was dessen Stellung gegenüber den Fachministern, die vergeblich versuchten, vor allem gegen Kriegsende durch private Zusammenkünfte noch gewisse Absprachen untereinander zu treffen, nicht unerheblich stärkte.</p>
                <p>Eine neue Erweiterung ihres Aufgabenbereiches erfuhr die Reichskanzlei auch durch das Staatsoberhauptgesetz vom 1. August 1934. Das Büro des Reichspräsidenten, in &quot;Präsidialkanzlei&quot;und durch Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 1. Dezember 1937 in &quot;Präsidialkanzlei des Führers und Reichskanzlers&quot; umbenannt, blieb zwar auch nach der Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers für die Bearbeitung aller Angelegenheiten, die das Staatsoberhaupt angingen, zuständig, wie z.B. die Vorbereitung von zeremoniellen Empfängen auswärtiger Staatsoberhäupter, Fürstlichkeiten und Staatsmänner, die Entgegennahme von Beglaubigungs- und Abberufungsschreiben ausländischer Diplomaten, Glückwünsche und Beileidsbezeugungen des Staatsoberhaupts, die Bearbeitung von Eingaben in Gnadensachen sowie das gesamte Titel- und Ordenswesen.</p>
                <p>Dagegen wurden die politischen Angelegenheiten, in denen neben der Entscheidung der Reichsregierung auch die des Reichsoberhaupts erforderlich war, nunmehr von der Reichskanzlei erledigt, wie auch die Vorbereitung politischer Entscheidungen, die bis dahin abschließend vom Staatsoberhaupt zu treffen waren, wie z.B. der Erlaß von Organisationsverordnungen jetzt in die alleinige Zuständigkeit der Reichskanzlei fiel. Zwar waren die Ernennungs- und Entlassungsurkunden für die höheren Reichsbeamten nach wie vor von der Dienststelle des Staatsoberhaupts, d.h. nun vom Chef der Präsidialkanzlei, Hitler zur Vollziehung zu unterbreiten; die sachliche und politische Vorbereitung oblag jedoch den zuständigen Ministern und der Reichskanzlei.</p>
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            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Präsidialkanzlei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1945-12-31">(1917) 1918 - 1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2492 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Innerdienstliche Angelegenheiten der Präsidialkanzlei 1919-1945 (56): Schriftwechsel mit anderen Behörden, Geschäftsordnung der Reichsregierung, von Ministe‧rien und der Reichsvertretung der NSDAP 1924-1943 (8); Organisation, Personal, Kassen- und Haushaltssachen der Präsidialkanzlei, privatdienstlicher Schriftwechsel von Staatsmini‧ster Dr. Otto Meissner 1919-1945 (48); Innenpolitik 1919-1945 (939): Verfassung 1919-1936 (19), Reichspräsident 1919-1939 (190), Reichsregierung 1919-1936 (23), Gesetzgebung 1919-1936 (24), Beamtenwesen 1919-1943 (109), Ressorts des Reichsarbeitsministeriums 1919-1943 (46), Randgebiete des Reichs (Saar, Ostprovinzen), einschließlich Osthilfe, revolutionärer Bewegungen, Presse, Polizei und Technischer Nothilfe, Fürstenauseinandersetzung, Feiertage und Verfassungsfeiern 1919-1945 (42), Ressorts des Reichsfinanzministeriums 1919-1944 (40), Ressorts des Reichsjustizministeriums 1919-1942 (35), Kirchen-, Kultur- und Gesundheitswesen 1919-1944 (20), Wirtschafts- und Finanzpolitik 1919-1944 (21), Wirtschaftspolitik 1919-1944 (40), Verkehrswesen 1919-1943 (26), Disposi‧tionsfonds und Spenden 1919-1940 (292), Preußen 1919-1937 (5), Bayern 1919-1936 (15); Außenpolitik 1919-1945 (143): Versailler Vertrag und seine Ausführung 1919-1940 (39), internationale Organisationen und Verträge 1919-1944 (26), Auswärtiges Amt 1921-1945 (2), zwischenstaatliche Abkommen 1919-1944 (64), kulturelle Beziehungen zum Ausland 1920-1944 (4), außenpolitische Lage, Wochenberichte des Auswärtigen Amts 1920-1933 (8); Militärpolitik 1919-1939 (48): Militärgesetzgebung und -politik 1919-1934 (39), eingesandte Schriften und Bücher 1928-1932 (1), Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler 1934-1939 (4), Prisen‧ordnung 1939-1941 (1), ziviler Luftschutz 1927-1938 (2), Reichsarbeitsdienst 1935-1941 (1); Ordenskanzlei 1935-1945 (237): Bewirtschaftung der Orden und Ehrenzeichen 1935-1944 (3), Dienstauszeichnungen 1937-1945 (102), Ehrenzeichen 1939-1945 (43), Ehrenzeichen zu bestimmten Anlässen 1937-1944 (43), Annahme ausländischer Titel, Orden und Ehrenzeichen durch Deutsche 1941-1944 (6), Kriegsauszeichnungen 1939-1944 (34), Handel mit Orden und Ehrenzeichen 1941-1944 (6); Verschiedenes (Glückwünsche) 1935-1944 (65); Brieftagebücher 1942 (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Vom Büro des Reichspräsidenten erfolgte in den 1930er Jahren regelmäßig die Abgabe sogenannter Weglegesachen an das Reichsarchiv, so im April 1932 und im März/April 1935. Die 1944 noch in der Behörde befindliche abgabereife Registratur mit Vorgängen bis 1934 ist jedoch nicht mehr dorthin gelangt. Die bereits im Reichsarchiv Potsdam aufbewahrten Archivalien kamen 1944 in die Stollen von Staßfurt und Schönebeck a.d.Elbe. Der Dienstbetrieb der Präsidialkanzlei und die laufende Registratur wurden zum Kriegsende in Schloss Kleßheim in der Nähe von Salzburg aufrecht erhalten. Schloss Kleßheim war 1942/1943 aufwändig als Gästehaus der Präsidialkanzlei und des Führers für besondere Zwecke hergerichtet worden.</p>
                <p>Nach der Kapitulation des Deutschen Reiches und der Besetzung durch die Alliierten fielen die Archivbestände in deren Hände. Für die Akten der Präsidialkanzlei bedeutete dies entsprechend der territorialen Aufteilung der Besatzungszonen, dass die Unterlagen aus den Stollen in Staßfurt und Schönebeck a.d.Elbe zu großen Teilen in die UdSSR transportiert wurden bzw. die in Schloss Kleßheim vorhandenen Dienstakten unter amerikanische Verwaltung fielen. Die nachfolgend in den Westsektoren Berlins zusammengeführten Ministerialbestände wurden während der Berliner Blockade 1948/49 nach Whaddon Hall in Buckinghamshire verbracht und gemeinschaftlich vom Foreign Office des Vereinigten Königreiches und dem amerikanischen State Department verwaltet.</p>
                <p>Aktenrückgaben aus der Sowjetunion an die DDR begannen Mitte der 1950er Jahre. Im Rahmen der umfangreichsten Rückgabeaktion gelangten die Akten der Präsidialkanzlei 1959 in das Deutsche Zentralarchiv Potsdam (DZA) und lagerten hier unter der Signatur 06.01. Der Bestand wurde 1963 durch weitere Zugänge ergänzt, die zuvor der Reichskanzlei zugeordnet waren.</p>
                <p>Zeitgleich gelangten auch die Akten aus amerikanischer bzw. englischer Verwaltung aus dem Archiv in Whaddon Hall an das Bundesarchiv in Koblenz. Die Bestandssignatur lautete R 54.</p>
                <p>Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten respektive der Übernahme des Zentralen Staatsarchivs der DDR (ZStA) durch das Bundesarchiv wurden die Teilbestände zusammengeführt und lagern nunmehr am Dienstort Berlin mit der Bestandssignatur R 601.</p>
                <p>Mit der Einarbeitung von 2.536 Vorgängen aus dem NS-Archiv des MfS während der jetzigen Bearbeitung erfolgte die dritte umfassende Ergänzung. Nach der Rückführung der Akten aus der Sowjetunion in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre übernahm auch das MfS Unterlagen, um eine personengebundene Sammlung zu &quot;operativen&quot; Zwecken aus- und aufzubauen. In der Konsequenz bedeutete die Konzentration auf einzelne Personen, also die personenbezogene Ablage, die Zerstörung des historischen Entstehungszusammenhangs der Überlieferung, da Akten und Vorgänge auseinandergerissen oder neu formiert wurden.</p>
                <p>Im Herbst 1989 gelangte das Archiv in die Verantwortung des Ministeriums des Innern der DDR (MdI) und damit des Zentralen Staatsarchivs der DDR. Nach der Übernahme in das Bundesarchiv und der vorläufigen Benutzung in den 1990er Jahren begann 2001 die umfassende IT-gestützte Erschließung.</p>
                <p>Im Zentrum für die Aufbewahrung historisch-dokumentarischer Sammlungen, ehemals Zentrales Staatsarchiv Sonderarchiv Moskau, befinden sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch 53 Akteneinheiten aus dem Zeitraum 1921-1944 als Fond 1413. Es handelt sich &quot;...vor allem um Akten über die Verleihung der Ostmarkmedaille (12 Bde., 1938 - 1943), Polizei-Dienstauszeichnung (3 Bde., 1942) und andere Auszeichnungen (4 Bde.), u. a. an Eisenbahner in den Ostgebieten, ferner einzelne politische Berichte (2 Bde., 1935 - 1937) und Unterlagen über die Vertretung auf der Londoner Abrüstungskonferenz (1933), die Einstellung von Verfahren wegen Misshandlung von Gefangenen (1935 - 1936), Rassen- und Bevölkerungspolitik (1935 - 1936) sowie eine Liste der Mitarbeiter (1942 - 1943)&quot;.</p>
                <p>Der Bestand wurde im Laufe der Bearbeitung ergänzt durch</p>
                <p>· Akten, die zu einem früheren Zeitpunkt zur Kassation vorgeschlagen waren, jedoch auf Grund von Benutzungsanfragen wieder in den Bestand zurückgeführt wurden. Es handelt sich um Akten der Abteilung B (Innenpolitik) Titel XV, Unterstützungen des Reichspräsidenten von Hindenburg an Korporationen und Einzelpersonen, vor allem aber zur Übernahme von Ehrenpatenschaften</p>
                <p>· Bestandsbereinigungen zwischen den Beständen R 43 Reichskanzlei, R 1501 Reichsministerium des Innern sowie mit dem Zentralen Parteiarchiv der SED</p>
                <p>Bei den Aktenbänden mit den bisherigen Signaturen 1499 bis 1502 handelte es sich um die Provenienz Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler. Es erfolgte die Abgabe an die Abteilung Militärarchiv in Freiburg/ Breisgau und die Zuordnung zum Bestand RW 8.</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium</p>
                <p>R 43 Reichskanzlei</p>
                <p>R 2301 Rechnungshof des Deutschen Reiches</p>
                <p>N 429 Nachlass Paul von Hindenburg</p>
                <p>NS 3 Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt</p>
                <p>NS 6 Partei-Kanzlei der NSDAP</p>
                <p>Stiftung Reichpräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg</p>
                <p>Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn</p>
                <p>Zentrum für die Aufbewahrung historisch-dokumentarischer Sammlungen (ehemals Zentrales Staatsarchiv Sonderarchiv Moskau) Fonds 1413</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Ein erstes Findbuch zu den Akten der Präsidialkanzlei entstand im Deutschen Zentralarchiv Potsdam 1960. Die Aktenüberlieferung im Umfang von 1.213 Bänden wurde nach der Verwaltungsstruktur gegliedert und vorläufig verzeichnet. 1967 erfolgte die vorläufige Verzeichnung im Bundesarchiv in Koblenz und 1981 die Vorlage eines Findbuches zu den 241 Bänden unter der Bestandssignatur R 54.</p>
                <p>Nach der Zusammenführung der Teilbestände aus Potsdam und Koblenz wurde 1998 ein Gesamtfindbuch vorgelegt.</p>
                <p>Ende 2008 begann die datenbankgestützte Überarbeitung des Findbuches und die Einarbeitung von 2538 Akten mit der Provenienz Präsidialkanzlei aus dem NS-Archiv des MfS. Die vorliegenden Archivalien setzen sich zusammen aus Akten in ihrer ursprünglichen Entstehungsordnung z. T. mit den Originalaktendeckeln und in der überwiegenden Zahl aus einzelnen nur wenige Blatt umfassenden Mappen. Der Bestand wuchs von 1.581 Akten um 933 Signaturen auf insgesamt 2.547 Akten an. Zum überwiegenden Teil handelt es sich um personenbezogene Vorgänge wie Ernennungen und Entlassungen von Beamten und Ordensverleihungen. Allerdings konnte die Bandfolge &lt;Wochenberichte des Auswärtigen Amtes&gt; mit zwei Sachakten aus den Jahren 1926 bzw. 1927 sowohl zeitlich als auch nachweislich anhand der Tagebuchnummern mit den Bänden 8 und 9 ergänzt werden. Die Bandfolge &lt;Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten&gt;, mit fünf Bänden, im Zusammenhang mit der Ehrenmitgliedschaft Paul von Hindenburgs, stellen eine komplette Ergänzung dar.</p>
                <p>Die jetzige Bearbeitung einschließlich der Klassifikation orientierte sich an der bereits im bisherigen Findbuch verwendeten Registraturordnung:</p>
                <p>Abteilung A (Innerdienstliche Angelegenheiten)</p>
                <p>Abteilung B (Innenpolitik)</p>
                <p>Abteilung C (Außenpolitik)</p>
                <p>Abteilung D (Militärpolitik)</p>
                <p>Abteilung E (nicht belegt)</p>
                <p>Abteilung O (Ordenskanzlei)</p>
                <p>Zitierweise</p>
                <p>BArch R 601/1...</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Boberach, Heinz. (Hg.). Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates. München 1991/1995. Teil 1 und 2.</p>
                <p>Jena, Kai von. Die Rückführung deutscher Akten aus Russland - eine unerledigte Aufgabe. In: Archiv und Geschichte. Festschrift für Friedrich P. Kahlenberg. hrsg. von K. Oldenhage, H. Schreyer, W. Werner, Düsseldorf 2000. S. 391 - 420.</p>
                <p>Kolb, Eberhard. Friedrich Ebert als Reichspräsident. Schriftenreihe der Stiftung Reichspräsident Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. München 1997.</p>
                <p>Leide, Henry. NS-Verbrecher und Staatssicherheit. Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR. Analysen und Dokumente. Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Bd. 28. 3. Aufl. 2007.</p>
                <p>Meissner, Otto. Staatssekretär unter Ebert-Hindenburg-Hitler. Der Schicksalsweg des deutschen Volkes von 1918-1945, wie ich ihn erlebte. Hamburg 1950.</p>
                <p>Dergl.: Ebert, Hindenburg, Hitler: Erinnerungen eines Staatssekretärs 1918-1945. Überarbeitete Neuauflage. Esslingen, München 1991.</p>
                <p>Pyta, Wolfram. Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler. München 2009.</p>
                <p>Weber, Klaus-Dieter. Das Büro des Reichspräsidenten 1919-1934: Eine politisch-administrative Institution in Kontinuität und Wandel. Europäische Hochschulschriften Reihe III Geschichte und Hilfswissenschaften Bd. 891. Frankfurt a.M., Berlin u.a. 2001.</p>
                <p>Wegner, Bernd. Deutsche Aktenbestände im Moskauer Zentralen Staatsarchiv. Ein Erfahrungsbericht. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 40. Jg. 2. H. (April 1992). S. 311-319.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einrichtung eines Büros am 12. Februar 1919 zur Bearbeitung der dem Reichspräsidenten durch die Verfassung zugewiesenen Aufgaben als Staatsoberhaupt, zugleich amtliche Verbindungsstelle zwischen dem Reichspräsidenten und den Reichs- und Staatsbehörden; durch Gesetz über das Staatsoberhaupt vom 1. August 1934 Übergang der Befugnisse des Reichspräsidenten auf den &quot;Reichskanzler und Führer&quot; Adolf Hitler; Beibehaltung des Büros des Reichspräsidenten und Umbenennung durch Verordnung vom 4. Sept. 1934 in Präsidialkanzlei.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 53</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Stellvertreter des Reichskanzlers (Franz von Papen)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1935-12-31">1933-1935</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>220 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nationalsozialistische Machtübernahme, Gesetzentwürfe und Rundschreiben von obersten Reichsbehörden. - Privater Schriftwechsel Franz von Papen und Friedrich Carl von Savignys 1933-1934. - Ehrungen, Eingaben und Propagandawesen, Rechtsfragen, Finanz-, Wirtschafts-, Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik. - Auflösung der Vizekanzlei von Papen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Thomas Trumpp: Stellvertreter des Reichskanzlers (Vizekanzler von Papen - Bestand R 53) (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 2), Koblenz 1970, Nachdruck 1985.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 6, Teil 2, S. 1.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 30. Jan. 1933 Schaffung des Amtes eines Stellvertreters des Reichskanzlers für den Vizekanzler Franz von Papen; am 30. Juni 1934 Rücktritt von Papens als Stellvertreter des Reichskanzlers und Saarbevollmächtigter der Reichsregierung.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 702</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">B XI 2 (Reichsarchiv)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Übergangswirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1918-12-31">1916 - 1918</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bewirtschaftung von Rohstoffen aus den Balkanstaaten und dem Nahen Orient; Eingaben von Industriellen, Industriellenverbänden und Metallgrossisten; Exportmöglichkeiten nach Kriegsende und während der Übergangswirtschaft.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Registratur des Reichskommissars für die Übergangswirtschaft befand sich im Reichsarchiv Potsdam und fiel dem Bombenangriff vom 14.4.1945 zum Opfer. Lediglich der hier verzeichnete Aktenband der Geschäftsabteilung IV blieb erhalten.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Aus dem Band (Registratursignatur IV allge. 10 a) wurden entsprechend der Vorgangsgruppen die vorliegenden Akten gebildet. Die Aktentitel wurden ohne wesentliche redaktionelle Überarbeitung in die Datenbank übernommen. Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für die datenbankgestützte Umsetzung und Erstellung einer Online-Version erfolgten 2004.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>H. Cron: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Krieg 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten. Potsdam 1942 (maschinenschriftlich).</p>
                <p>W. Dieckmann: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918. Hamburg 1937.</p>
                <p>Joseph Koeth: Rohstoffbewirtschaftung. In: Handbuch der Politik, 3 A. Bremen 1920, S. 224-235.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Eingesetzt und beauftragt durch Verordnung des Bundesrates (Bekanntmachung vom 3. August 1916) zur Erleichterung des Übergangs von der Kriegs- in die Friedenswirtschaft, insbesondere zur Regelung der Einfuhr von Waren und ihrer Verteilung; dem Reichskanzler direkt unterstellt; Ende 1917 Übernahme der Behörde in das Reichswirtschaftsamt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 703</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Stellvertreter des Reichskanzlers (Friedrich von Payer)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1918-12-31">1917-1918</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>191 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>2,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_f312cfcb-bab6-4356-886f-7115da2a29b4"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Auswärtige Angelegenheiten; Bundesrat.- Bundesstaaten; Finanzen; Handel; Hofsachen; Innere Verwaltung des Reichs; Krieg; Landwirtschaft; Parteien; Presse; Preußen; Rechtspflege; Reich; Reichskanzler; Reichstag; Verkehr.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand gelangte mit anderen nach Sachsen-Anhalt ausgelagerten Beständen des Reichsarchivs Anfang der 1950er Jahre in das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam und 1990 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Bearbeitung erfolgte im Reichsarchiv.</p>
                <p>Ohne wesentliche redaktionelle Überarbeitung wurden die Aktentitel unter Beibehaltung der alten Klassifikation in die Datenbank übernommen. Zu umfangreiche Enthält-Vermerke mussten inhaltlich gekürzt werden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>&quot;Neues Recht in Württemberg&quot; (1874)</p>
                <p>&quot;Von Bethmann Hollweg bis Ebert. Erinnerungen&quot; (1923)</p>
                <p>Mein Lebenslauf, in: Jb. Der eiserne Steg, 1924 (auch in: Stuttgarter Neues Tageblatt Nr. 101, 5.3.1924)</p>
                <p>Prinz Max von Baden, Erinnungen und Dokumente, 1927 (neu hrsg. v. G. Mann und A. Bruckhardt, 1968)</p>
                <p>E. Matthias und R. Morsey (Bearb.), Der fraktionelle Aussschuß, 1959</p>
                <p>E. Matthias und R. Morsey (Bearb.), Die Regierung des Prinzen Max von Baden, 1962</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Seit 1881 Übertragung der Funktion des Stellvertreters des Reichskanzlers stets auf den Staatssekretär des Innern; im November 1917 unter Reichskanzler Georg von Hertling und Max von Baden erstmals Übernahme der Stellvertreterfunktion durch ein Regierungsmitglied ohne Ressortverantwortung, den 1. stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralausschusses der Fortschrittlichen Volkspartei Friedrich von Payer; Rücktritt am 10. Nov. 1918.</p>
                <p>Am 30.Januar 1933 wurde dieses Amt als eigenständige Dienststelle erneut geschaffen und mit Franz von Papen besetzt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 706</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vertreter der Reichsregierung in Bialystok</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1919-12-31">1918-1919</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d9aeda6d-52c2-4cbb-a9db-a7203fd04ef5"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Rückführung deutscher, v. a. bayerischer Truppen aus dem Gebiet der Heeresgruppe Kiew und des AOK 10.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die beiden überlieferten Aktenbände weisen keine innere Ordnung auf und wurden 1936 von der Reichskanzlei an das Reichsarchiv abgegeben.</p>
                <p>1957 erfolgte im Deutschen Zentralarchiv Potsdam die Fertigstellung des Findbuches. Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für dessen datenbankgestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version wurden 2004 durchgeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Chefs der Zivilverwaltung für den Bezirk Bailystock, 1941-1943, 1944, [RD 204 und BA 5711]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 1. Jan. 1919 Berufung Dr. Manfred Bühlmanns durch den Rat der Volksbeauftragten zur Führung der Verhandlungen mit der polnischen Regierung über die beschleunigte Rückführung und Entlassung der an der mittleren Ostfront stehenden deutschen Truppen; Verhandlungsort war zunächst Grodno, später überwiegend Bialystok; Rückkehr Bühlmanns nach Deutschland im März 1919 nach Beendigung der Rückführung.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 101</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">01.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichstag des Deutschen Reiches</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1938-12-31">1867-1938</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4283 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schwerpunkte der Überlieferung</p>
                <p>Reichstag des Norddeutschen Bundes</p>
                <p>Zollparlament</p>
                <p>Reichstag des Deutschen Reiches:</p>
                <p>Reichsgesetzgebung und Verwaltung; Arbeitsrecht; Bank- und Börsenwesen; Bodenrecht, Siedlungs- und Wohnungswesen; Bundesrat; Finanzwesen; Gemeinwirtschaft; Genossenschaften; Gesundheits- und Veterinärwesen; Gewerbeordnung; Handel und Verkehr mit Nahrungsmitteln; Heerwesen; Heimatwesen; Interpellationen; Justizwesen; Kirchen und Schulen; Kolonialangelegenheiten; Kommissions- (Ausschuss-) Akten; Konsulate; Kriege; Land- und Forstwirtschaft; Marine und Schifffahrt; Maß-, Münz- und Gewichtswesen; Orden und Ehrenzeichen; Petitionen; Polizeiwesen; Post- und Telegraphenwesen; Pressewesen; Reichsbehörden und -beamte; Reichshaushalt; Seeschifffahrt und Seefischerei; Statistik; Steuerwesen; Vereinswesen; Verfassung; Verkehrswesen; Versicherungswesen; Verträge, Beziehungen zum Ausland; Volkswohlfahrtspflege; Wahlangelegenheiten; Zollsachen; Reichsland Elsass-Lothringen; Reichstagsangelegenheiten; Partikulargesetzgebung in Preußen; Sammlung der Gesetzgebungsmaterialien des Deutschen Reichstags.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand BArch R 101 umfasst Akten des Reichstages des Norddeutschen Bundes, des Zollparlaments und des ab 1871 bestehenden Deutschen Reichstags. Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt dabei auf den Akten des Deutschen Reichstags. Nach Gründung des Reichsarchivs 1919 übergab die Verwaltung des Deutschen Reichstags zwischen 1921 und 1944 in unregelmäßigen Abständen Unterlagen an das Reichsarchiv. Insbesondere vor einem Umzug der Reichstagsverwaltung im Januar 1939 kam es zu einer größeren Abgabe. Diese Unterlagen umfassten sowohl Akten des Reichstags des Norddeutschen Bundes und des Zollparlaments als auch des Deutschen Reichstags selbst. Es handelte sich jedoch jeweils nur um Teile des Registraturguts. Bei der letzten Abgabe, Anfang 1944, wurde zusätzlich eine Sammlung von Gesetzesmaterialien abgegeben, die nicht zur Reichstagsregistratur zählte. Es handelt sich um eine thematische Sammlung zu wichtigen Reichsgesetzen, die v.a. einschlägige gedruckte Reichstagsverhandlungen und andere Drucksachen umfasst und für den Handgebrauch des Direktors der Reichstagsverwaltung zusammengestellt worden war. Sie wurde direkt in den Auslagerungsort des Reichsarchivs, in den Schacht des Kalibergwerks Schönebeck gebracht.</p>
                <p>Während des Zweiten Weltkrieges befand sich ein Teil der Reichstagsakten im Reichsarchiv, ein - vermutlich umfangreicherer - Teil lag weiterhin in der Registratur der Reichstagsverwaltung. Die Akten, die im Reichsarchiv in Potsdam lagen, konnten rechtzeitig evakuiert werden und wurden dadurch nahezu vollständig erhalten. Dennoch erlitt der Bestand „Deutscher Reichstag&quot; im Zweiten Weltkrieg große Verluste, da die Reichstagsregistratur durch Bombenangriffe am Ende des Krieges vernichtet wurde. So fehlen sämtliche Unterlagen, die noch nicht ans Reichsarchiv abgegeben worden waren, mithin die Akten der Reichstagsverwaltung, des Reichstagspräsidenten, des Ältestenrats, diverser Ausschüsse, mit einer Ausnahme auch sämtliche Personalakten, Akten der Ausschmückungskommission sowie sämtliche Akten aus den Jahren nach 1938.</p>
                <p>Die im Reichsarchiv gelagerten Akten gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besitz des Deutschen Zentralarchivs, ab 1973 Zentrales Staatsarchiv der DDR. 1990 ging der Bestand in das Bundesarchiv über. Hinzu kam 2013 eine kleinere Abgabe des Parlamentsarchivs des Deutschen Bundestags an das Bundesarchiv, die in den Bestand integriert wurde.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Im Reichsarchiv wurden die Akten, die vermutlich noch die Registratur des Reichstags mit einer preußischen Fadenheftung gebunden hatte, nach denselben Prinzipien erfasst wie in der Registratur des Reichstags. In der Regel wurden die Titelbezeichnungen der Registratur beibehalten und auch die innere Ordnung der Akten übernommen. Die Sammlung von Drucksachen zu einzelnen Gesetzen, die erst 1944 an das Reichsarchiv abgegeben wurde, wurde, abgesehen von einer Durchnummerierung, nicht bearbeitet.</p>
                <p>Dieser Aufgabe nahm sich 1958 das Deutsche Zentralarchiv an. Die Sammlung wurde in den Bestand des Deutschen Reichstags integriert, die Akten erschlossen und in starker Anlehnung an die Ordnung der Akten des Reichstags - quasi einer Spiegelung der Klassifikation - als ansonsten unabhängiger Teilbestand klassifiziert.</p>
                <p>Zudem wurde 1956 der übrige Reichstagsbestand überarbeitet. Neben einigen eher zu vernachlässigenden Umformulierungen von Aktentiteln und Klassifikationspunkten, wurden einige Klassifikationspunkte aus der Klassifikation herausgelöst, in die ursprüngliche Ordnung der Reichstagsregistratur somit deutlich eingegriffen.</p>
                <p>Bei späteren Überarbeitungen im Bundesarchiv wurde im Wesentlichen versucht, sich wieder stärker an der Struktur der Reichstagsverwaltung zu orientieren. Daher wurde die archivisch gebildete Fassung von 1958 möglichst wieder auf die Fassung der Reichstagsregistratur zurückentwickelt, um so die Arbeit des Reichstags so gut wie möglich abbilden zu können. Dies wurde allerdings in jenen Punkten nicht konsequent umgesetzt, in denen inhaltliche Gründe eindeutig dagegen sprachen: So blieben die Akten zu den Reichslanden Elsaß-Lothringen, die auch schon im Reichsarchiv (vermutlich bereits von der Reichstagsregistratur) als „Abt. 1a Gesetzgebung und Verwaltung in Elsaß-Lothringen&quot; bezeichnet wurde, und somit einen Extra-Teil neben der übrigen „Abt. 1: Reichsgesetzgebung und -verwaltung&quot; bildeten, ausgegliedert - ebenso wie die Akten zur Partikulargesetzgebung in Preußen.</p>
                <p>Die ursprüngliche Klassifikation der Überlieferung des Deutschen Reichstags, die innerhalb des Bestandes zunächst in 41 Abschnitte nach alphabetischer Reihenfolge sortiert war, wurde beibehalten bzw. wieder hergestellt. Für eine bessere Übersichtlichkeit wurden diese Abschnitte nach inhaltlichen Schwerpunkten (Auswärtiges, Militär, Inneres, Justiz, Finanzen und Wirtschaft) sowie themenübergreifenden organisatorischen Bereichen (Ausschüsse, Interpellationen und Petitionen sowie Reichstagsangelegenheiten) zusammengefasst. Die ursprüngliche Bezeichnung der Abschnitte ist dabei aber unterhalb dieser Gliederungspunkte beibehalten worden, ihre ursprüngliche Reihenfolge durch die ebenfalls im Titel ersichtliche Abschnittsnummerierung nachvollziehbar geblieben.</p>
                <p>Aktentitel und Klassifikation wurden übernommen und nur äußerst behutsam verändert, wo dies für das bessere Verständnis und die größere Übersichtlichkeit notwendig erschien.</p>
                <p>Die Klassifikation unterscheidet zunächst chronologisch nach Akten des Reichstags des Norddeutschen Bundes, des Zollparlaments und des Deutschen Reichstags. Eine Unterscheidung in Akten aus der Zeit des Kaiserreichs und der Weimarer Republik wurde von der Registratur nicht vorgenommen, die Akten zu einem Großteil fortgeführt.</p>
                <p>Auch wenn der Reichstag des Norddeutschen Bundes, das Zollparlament und der Deutsche Reichstag in unterschiedlichen Verfassungswirklichkeiten agierten und sogar für verschiedene territoriale Gebiete zuständig waren, wurden auch hier viele Akten der beiden „Vorgänger-Parlamente&quot; im Deutschen Reichstag weitergeführt. Bei Forschungen zum Norddeutschen Bund und zum Zollparlament sind daher stets auch die Akten des Deutschen Reichstags einzubeziehen.</p>
                <p>Bei Bandfolgen und Serien, bei denen ganze Bände in den Bereich des Reichstags des Norddeutschen Bundes bzw. des Zollparlaments gehören, andere Bände in den Bereich des Deutschen Reichstags, wurden die Bände den jeweiligen Parlamenten zugeordnet. Bemerkungen verweisen an der jeweiligen Teil-Bandfolge/Teil-Serie auf die entsprechend korrespondierenden Überlieferungen. Die ursprüngliche Zusammengehörigkeit kann somit weiterhin nachvollzogen werden. Bei Bandfolgen, die in der Registratur des Reichstags erfasst wurden, von denen im Archiv allerdings nur einzelne Bände überliefert sind, wurde die originale Bandfolgenummer des Bandes erfasst, um darzustellen, dass er ursprünglich Teil einer größeren Bandfolgeolge war. Hier fehlt dann mangels Überlieferung der Verweis auf Folge- bzw. Vorgängerbände.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags. 1 (1867)-325 (1918). Berlin 1967-1918 [RD 1/1]</p>
                <p>Sammlung sämtlicher Drucksachen des Reichstages des Norddeutschen Bundes [ab 1871: des Deutschen Reichstages, ab 1907: Drucksachen des Reichstages]. Berlin 1871-1914 [RD 1/1]</p>
                <p>Verhandlungen der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung. Stenographische Berichte und Anlagen. 326 (1919)-343 (1920) Berlin 1919-1920 [RD 1/1]</p>
                <p>Verhandlungen des Deutschen Reichstags [Stenographische Berichte, Register und Anlagen] 344 (1920)-460 (1942) Berlin 1920-1942 [RD 1/1]</p>
                <p>Reichstags-Handbuch. Hrsg. vom Bureau des Reichstages. 1 (1871) - 13 (1912), NF 1 (1920) - 9 (1933). Berlin 1871-1934</p>
                <p>Handbuch der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung. Weimar 1919. Hrsg. vom Bureau des Reichstages. Berlin 1920</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Der Großdeutsche Reichstag. Hrsg. von Ernst Kienst. Berlin 1938.</p>
                <p>Budrich, Edmund (Hrsg.): Das deutsche Parlament, Opladen, Farmington Hills 2010.</p>
                <p>Cullen, Michael S.: Der Reichstag. Symbol Deutscher Geschichte, Berlin 2015.</p>
                <p>Deuerlein, Ernst (Hrsg.): Der Reichstag. Aufsätze, Protokolle und Darstellungen zur Geschichte der parlamentarischen Vertretung des deutschen Volkes 1871-1933, Bonn 1963.</p>
                <p>Hubert, Peter: Uniformierter Reichstag. Die Geschichte der Pseudo-Volksvertretung 1933-1945, Düsseldorf 1992.</p>
                <p>Mergel, Thomas: Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik. Politische Kommunikation, symbolische Politik und Öffentlichkeit im Reichstag, Düsseldorf 2002.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Norddeutsche Bund war 1866 zunächst als Militärbündnis, ab 1867 als Bundesstaat gegründet worden und umfasste unter preußischer Vorherrschaft die deutschen Staaten nördlich des Mains. Am 12. Februar 1867 wurde auf der Grundlage des Frankfurter Reichswahlgesetzes von 1849 ein Konstituierender Reichstag gewählt. Für die Wahl waren die Gebiete des Norddeutschen Bundes in 297 Wahlbezirke geteilt, von denen 236 in Preußen lagen. Je ein nach absolutem Mehrheitswahlrecht bestimmter Abgeordneter wurde pro Wahlkreis in den Reichstag entsandt. Es galt das allgemeine, gleiche und direkte Männerwahlrecht. Wahlberechtigt waren dabei Männer ab 25 Jahren mit Ausnahme von Angehörigen des Militärs, Behinderten, Männern, die zuvor Armenhilfe bezogen hatten, und jenen, denen die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen worden waren. Wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erreicht hatte, entschied eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten. Der Konstituierende Reichstag beriet den Verfassungsentwurf der Regierungen und nahm ihn mit Änderungen an. Dies war seine einzige Aufgabe, nach deren Erfüllung er aufgelöst wurde. Es folgte am 31. August 1867 die Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes. Sie fand nach denselben Grundsätzen statt wie die Wahl zum Konstituierenden Reichstag. Eine Legislaturperiode dauerte nach Art. 24 der Verfassung des Norddeutschen Bundes drei Jahre. Zu einer zweiten Wahl kam es allerdings zunächst wegen des Deutsch-Französischen Krieges, später wegen der Gründung des Deutschen Reiches nicht mehr.</p>
                <p>Der Reichstag war die Volksvertretung des Norddeutschen Bundes. Er war gemeinsam mit dem Bundesrat, dessen Mitglieder durch die Landesregierungen gestellt wurden, für die Gesetzgebung zuständig. Durch das Haushaltsbewilligungsrecht konnte das Parlament seine Kontrollfunktion über die Regierung ausüben. Allerdings galt dieses Recht nur sehr eingeschränkt für Militärausgaben, die zugleich den größten Posten des Reichshaushalts ausmachten. Ebenso verfügte das Parlament über das Recht zu Steuerbewilligungen.</p>
                <p>Zum Deutschen Zollverein hatten sich bereits 1834 Länder des Deutschen Bundes zum Zwecke einer vereinfachten Zoll- und Handelspolitik zusammengeschlossen. Das zu ihm gehörige Gebiet umfasste von Beginn an auch die süddeutschen Staaten und erweiterte sich bis 1871 sukzessive, blieb dabei aber stets preußisch dominiert. Als sich 1867 die Staaten des Norddeutschen Bundes zusammenschlossen und einen Bundesstaat gründeten, wurde eine grundlegende Reform des Zollvereins notwendig. Die Zollvereinskonferenz vom Juni 1867 beschloss erstmals die Schaffung von föderalen Strukturen, mithin einem Bundesrat und einem Zollparlament für die legislativen Aufgaben. Das 1868 erstmals zusammengerufene Zollparlament setzte sich dabei aus den Mitgliedern des Reichstags des Norddeutschen Bundes und 85 süddeutschen Abgeordneten zusammen. Dazu fanden in 85 süddeutschen Wahlbezirken Wahlen im Wesentlichen nach denselben Regelungen wie bei denen für den Reichstag des Norddeutschen Bundes statt. Obwohl das Zollparlament ein staatsähnliches Organ war, das durchaus als Vorgriff auf den bundesstaatlichen Zusammenschluss von Nord- und Süddeutschland verstanden werden kann, obsiegten bei den Wahlen zumeist jene Kandidaten, die einer deutschen Einigung eher entgegenstanden. In den Ländern nördlich des Mains wurde nicht gewählt - hier waren die Abgeordneten des Reichstags des Norddeutschen Bundes ab 1868 in Personalunion auch zugleich Abgeordnete des Zollparlaments. Dieses umfasste somit 382 Abgeordnete. Zwischen 1868 und 1870 trat das Zollparlament zu drei Sitzungsperioden zusammen.</p>
                <p>Nach Gründung des Deutschen Reiches wurde am 3. März 1871 der Deutsche Reichstag nach absolutem Mehrheitswahlrecht gewählt. Auch diese Wahlen fanden nach allgemeinem, gleichem und geheimen Männerwahlrecht statt, wobei Männer ab 25 Jahren wählen durften. Festlegungen waren zunächst im Wahlgesetz für den Reichstag des Norddeutschen Bundes von 1869 geregelt (vgl. Art. 20 Reichsverfassung von 1871). Der Reichstag bestand zunächst aus 382, ab 1874, als 15 elsaß-lothringische Abgeordnete hinzukamen, aus 397 Mitgliedern. Eine Legislaturperiode dauerte zunächst drei, ab 1888 fünf Jahre. Der Reichstag tagte auch während des Ersten Weltkrieges. Die Befugnisse und Aufgaben des Reichstags und seiner Mitglieder waren in einem eigenen Abschnitt der Verfassung des Deutschen Reiches geregelt (Art. 20-32).</p>
                <p>Der Reichstag übte zusammen mit dem Bundesrat, der stets zustimmungspflichtig war, die Gesetzgebung aus. Seine Kernkompetenz bestand im Budgetrecht, also seiner Zustimmungspflicht zum Reichshaushalt. In gewissen Grenzen übte er die Kontrolle der Regierung aus. Zudem war es ihm möglich, über Debatten eine Öffentlichkeit herzustellen. Gleichwohl blieben das Recht der Einberufung, Vertagung und Auflösung des Reichstags nach Art. 12 der Reichsverfassung beim Kaiser.</p>
                <p>Der Reichstag des Deutschen Reiches handelte wie zuvor das Zollparlament und der Reichstag des Norddeutschen Bundes nach der Geschäftsordnung des Reichstags des Norddeutschen Bundes von 1868. Diese legte sechs Ständige Ausschüsse (1. Geschäftsordnung, 2. Petitionen, 3. Handel und Gewerbe, 4. Finanzen und Zölle, 5. Justizwesen und 6. Reichshaushalt) fest. Nach einer Überprüfung der Reichstagsarbeit wurden die Ausschüsse Nr. 3 bis Nr. 5 nicht mehr als Ständige Ausschüsse eingesetzt, zusätzlich aber eine „Kommission für die Rechnungen&quot; einberufen. Zudem gab es mit der neuen Geschäftsordnung von 1876 auch eine Wahlprüfungskommission. Insofern bestanden seitdem fünf Ständige Ausschüsse. Weitere Ausschüsse wie beispielsweise Untersuchungsausschüsse kannte weder die Reichsverfassung von 1871 noch die Geschäftsordnung von 1868, wodurch diese im Reichstag des Kaiserreichs ebenso wenig vorhanden waren wie zuvor im Reichstag des Norddeutschen Bundes oder im Zollparlament. Der Reichstag konnte sich aber bei der von der Regierung eingesetzten Enquete beteiligen. Im Kaiserreich nahm der Haushaltsausschuss eine Sonderstellung ein und wurde daher auch Hauptausschuss genannt.</p>
                <p>Nach der Novemberrevolution 1918, der Abdankung des Kaisers und der Ausrufung der Republik wurde am 19. Januar 1919 die Verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung gewählt, die ab dem 6. Februar 1919 in Weimar, später in Berlin und kurzzeitig in Stuttgart tagte und neben ihrer legislativen Tätigkeit insbesondere die Verfassung des Deutschen Reiches ausarbeitete. Diese wurde am 11. August 1919 angenommen. Für den zu wählenden Reichstag sah die Verfassung der Weimarer Republik (WRV) eine Neuregelung mit weitreichenden Änderungen der Rechte und Kompetenzen des Parlaments vor. Die Nationalversammlung löste sich am 21. Mai 1920 auf. Am 6. Juni 1920 wurde der erste Reichstag der Weimarer Republik (noch vor der endgültigen Festlegung des Reichsgebietes) gewählt. Er trat am 24. Juni 1920 zusammen.</p>
                <p>Die Wahlen zum Reichstag der Weimarer Republik (wie bereits zu der Verfassunggebenden Nationalversammlung) unterschieden sich in einigen Punkten erheblich von denen in der Kaiserzeit. Zum einen wurde nun nach einem Verhältniswahlrecht gewählt, zum anderen das Mindestalter der Wahlberechtigten auf 20 Jahre verringert und zum dritten waren fortan auch Frauen aktiv und passiv wahlberechtigt. Die Republik war in 35 Wahlkreise eingeteilt, die jeweils über Wahllisten verfügten. Der Reichstag wurde alle vier Jahre in allgemeiner, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt. Da dabei 60.000 Stimmen einem Abgeordnetenplatz entsprachen, schwankte die Zahl der Mitglieder des Reichstags: Umfasste der erste ordentliche Reichstag 1920 beispielsweise 466 Abgeordnete, hatte der am 5. März 1933 gewählte letzte Reichstag der Weimarer Republik 647 Mitglieder. Obgleich eine Legislaturperiode eigentlich vier Jahre betrug (Art. 23 WRV), wurde insbesondere in der Spätphase der Republik der Reichstag wiederholt aufgelöst. Die Regierungsgeschäfte wurden per Notverordnung ausgeübt.</p>
                <p>Neben dem Recht des Reichstags auf die Einsetzung von Untersuchungsausschüssen (Art. 34 WRV) schrieb die Reichsverfassung von 1919 die Einsetzung eines Auswärtigen Ausschusses vor, der mit besonderen Befugnissen ausgestattet war (Art. 35 I WRV): Er durfte außerhalb der Sitzungsperiode des Reichstags, auch nach Beendigung der Wahlperiode oder der Auflösung des Reichstags bis zum Zusammentritt des neuen Parlaments tagen. Zudem forderte die Reichsverfassung von 1919 die Einberufung eines Ausschusses zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung (Art. 35 II WRV), auch „Überwachungsausschuss&quot; genannt. Beide Ausschüsse hatten nach der Verfassung die Rechte eines Untersuchungsausschusses. Die neue Geschäftsordnung des Reichstags von 1922 schrieb 22 Ständige Ausschüsse vor und sah zudem die Möglichkeit vor, weitere Ständige Ausschüsse zu bilden sowie Sonderausschüsse für einzelne Angelegenheiten einzuberufen.</p>
                <p>Der Reichstag war insbesondere für die Gesetzgebung, den Haushaltsplan und die Kontrolle der Regierung zuständig. Seine Befugnisse reichten weit: So konnte er Minister oder die gesamte Regierung durch Misstrauensvoten absetzen und Notverordnungen des Reichspräsidenten aufheben. Allerdings konnte der Reichspräsident nach Art. 25 WRV den Reichstag auflösen, wenngleich nicht zweimal mit derselben Begründung. Dies führte am Ende der Weimarer Republik zu der Entstehung von Präsidialkabinetten, mithin zu einer Entmachtung des Reichstags.</p>
                <p>Die Reichstagswahlen am 5. März 1933 waren die letzten Wahlen, zu denen Kandidaten verschiedener Parteien antraten. Doch schon diese Wahl kann nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten nur mit großen Einschränkungen als die letzte freie Wahl des Reichstags der Weimarer Republik bezeichnet werden.</p>
                <p>Mit der Annahme des Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich („Ermächtigungsgesetz&quot;) vom 23. März 1933 wandelte der Reichstag seine Funktion von einem Legislativ- zu einem Akklamationsorgan. Das Parlament konnte fortan keine Kontrolle der Regierung mehr ausüben und trat nur noch selten (19 Mal), zuletzt am 26. April 1942, zusammen. Zu den Reichstagswahlen vom 30. November 1933 trat nur noch eine Einheitsliste an. Der Reichstag war fortan ein Scheinparlament. Die in der Weimarer Reichsverfassung in Art. 35 vorgeschriebene Bestellung von Ausschüssen wurde zwar formal vollzogen, diese aber nicht mehr einberufen. Bei den zwei folgenden Reichstagswahlen (29. März 1936 und 10. April 1938) wurden keine Ausschüsse mehr bestellt. Mit dem Gesetz über die Verlängerung der Wahlperiode des Großdeutschen Reichstags verlängerte Hitler am 25. Januar 1943 die Wahlperiode bis zum 30. Januar 1947, um eine Wahl während des Zweiten Weltkrieges zu verhindern. Trotz seines Daseins als reines Akklamationsorgan war das Parlament während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund der hohen Wahlbeteiligung (wie zuvor entsprachen je 60.000 Stimmen einem Abgeordnetenplatz) und aufgrund der Gebietserweiterungen des Deutschen Reichs größer als zu Zeiten der Weimarer Republik: es umfasste seit 1938 857 Abgeordnete.</p>
                <p>Sowohl die Reichstage des Norddeutschen Bundes, des Kaiserreichs wie auch jene der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus kannten das Amt des Reichstagspräsidenten und eines Seniorenkonvents, später Ältestenrats. Waren die Befugnisse des Reichstagspräsidenten während des Kaiserreichs nicht auf der Ebene der Verfassung geregelt, schrieb die Weimarer Reichsverfassung seine Rechte und Pflichten in Art. 28 WRV fest.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 201</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">St 11 Zentrales Parteiarchiv</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1925-12-31">1918-1919 (1925)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>0,7 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vollversammlung der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte, Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte, Vollversammlung der Berliner kommunalen Arbeiterräte, Kongresse der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands, Aufrufe, Verordnungen und Beschlüsse der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte, Kassenbelege des Vollzugsrates und Zentralrates.</p>
                <p>Protokolle und Rechnungsbelege der Vollversammlungen der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte, des Vollzugsrates der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte sowie der Vollversammlung der Berliner kommunalen Arbeiterräte. Hervorzuheben ist, dass in zwei Akten einzelne Dokumente von Arbeiterräten aus anderen Teilen Deutschlands (R 201/42 und R 201/49) enthalten sind. Die Laufzeit erstreckt sich von 1918 bis 1919 b (1925).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Archivalien sind im Jahr 1925 im Reichsarchiv von Richard Müller (Vorsitzender des Vollzugsrates) käuflich erworben worden. Seit den 1950er Jahren lag der Bestand im Zentralen Parteiarchiv der SED (Bestandssignatur: St 11 Zentrales Parteiarchiv).</p>
                <p>Im Zuge der Wiedervereinigung gelangten die Akten 1993 ins Bundesarchiv. Der Bestand hat nun die Bestandssignatur R 201 Arbeiter- und Soldatenräte.</p>
                <p>Zitierweise</p>
                <p>BArch R 201/... (Nummer des Aktenbandes)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Groß-Berliner Arbeiter- und Soldatenräte in der Revolution 1918/19. Dokumente der Vollversammlungen und des Vollzugsrates vom 1. Reichsrätekongress bis zum Generalstreikbeschluss am 3. März 1919. Hrsg. und bearb. v. Gerhard Engel u.a. Berlin 1997.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 10. Nov. 1918 Wahl des Vollzugsrates der Arbeiter- und Soldatenräte Groß-Berlin; Kontrollinstanz gegenüber dem Rat der Volksbeauftragten und der preußischen Regierung; am 21. Dez. 1918 Geschäftsübergabe des Vollzugsrates an den Zentralrat; Ende Dez. 1918 nur noch oberste Rätevertretung für das Gebiet des Zweckverbandes Berlin; Auflösung am 6. Nov. 1919 durch Reichswehrminister Gustav Noske.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 705</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">St 20 (Zentrales Parteiarchiv)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Informationsstelle der Reichsregierung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1919-12-31">1918-1919</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>75 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Gründung, Organisation und Tätigkeit der Zentrale; Personalakten und Personalangelegenheiten der Zentrale; Zweigstellen für Information aus Kreisen der Soldatenräte sowie sozialwissenschaftlichen, landwirtschaftlichen und industriellen Kreisen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Nov. 1959 wurde durch das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam der Bestand aus dem Gesamtbestand &quot;Reichskanzlei&quot; ausgegliedert und als selbständiger Bestand verzeichnet.</p>
                <p>Er gliedert sich in Zentrale und in die Zweigstellen für Informationen aus Kreisen der Soldatenräte sowie sozialwissenschaftlichen, landwirtschaftlichen und industrieellen Kreisen.</p>
                <p>Dem Bestand zugeordnet wurden die vom Zentralen Parteiarchiv rückgeführten Unterlagen St 20 (4 Bde).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei den Ordnungsarbeiten an dem von der Reichskanzlei abgelieferten Aktenbestand, der sich in großer Unordnung befand, wurden die Registraturen durch das Reichsarchiv, soweit möglich, wiederhergestellt und auch größtenteils neue Aktentitel gebildet. Kassation erfolgte keine, abgesehen von Selbstverständlichkeiten, wie die Vernichtung von Dubletten u. ä..</p>
                <p>Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für die datengestützte Umsetzung des Findbuches und die Erstellung der Online-Version erfolgte im Jahre 2005.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Erich Ludendorff: Urkunden der Obersten Heeresleitung über ihre Tätigkeit 1916 - 1918, 1920.</p>
                <p>Walter Nicolai: Nachrichtendienst, Presse und Volksstimmung im Weltkrieg 1920.</p>
                <p>(Pünder): Zur Geschichte des Reichskanzlerpalais und der Reichskanzlei 1928.</p>
                <p>Hans Thimme: Weltkrieg ohne Waffen 1932.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 10. Nov. 1918 Schaffung einer Informationsstelle beim Rat der Volksbeauftragten (ab Februar 1919 der Reichsregierung) neben der bereits bestehenden Presse- und Propagandastelle der Reichsregierung zur Sichtung und Sammlung aller Art von Nachrichten aus dem gesamten Deutschen Reich und zu deren Weiterleitung an die Reichsregierung bzw. die zuständigen Fachressorts; durch Erlass Friedrich Eberts vom 10. Nov. 1918 Unterstellung der Zentrale für Heimatdienst und des Pressewarts des Auswärtigen Amts unter die Informationsstelle; Auflösung der Informationsstelle der Reichsregierung am 31. März 1919.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 707</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">St 29</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vertretung der Reichsregierung in München</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1931-12-31">1919-1931</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>205 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Alte Registratur; verschiedene innenpolitische Angelegenheiten Bayerns;</p>
                <p>Neue Registratur; innere und äußere Politik Bayerns; Dienststellenverwaltung; Personalakten; Verwaltgungsangelegenheiten, Journale, Tagebücher, Kassenbücher.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Vertretung der Reichsregierung hat bei ihrer Errichtung von der preußischen Gesandtschaft diejenigen Akten übernommen, die Erlasse und Berichte an Reichsbehörden beinhalten. Sie wurden zusammen mit den Akten, die bei Legationsrat Rietzler in Bamberg erwachsen waren reponiert und nur in einigen wenigen Fällen bis 1921/22 fortgeführt. Die laufende Registratur war nach dem Registratorenbrauch bei diplomatischen Stellen in A-Akten (politische) und B-Akten (nichtpolitische) geteilt; sie wurden - im Gegensatz zur Registratur der preußischen Gesandtschaft (geheftete Akten) - in Schnellheftern geführt.</p>
                <p>Nach der Auflösung der Vertretung der Reichsregierung in München übernahm die Reichskanzlei die Akten und gab sie 1939 mit den älteren Akten der Reichskanzlei an das Reichsarchiv ab.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das Reichsarchiv ordnete und verzeichnete noch im Herbst 1939 den Bestand.</p>
                <p>Die politischen Akten wurden bei dieser Gelegenheit in drei Gruppen aufgeteilt</p>
                <p>A: Innere Politik Bayerns</p>
                <p>B: Äußere Politik Bayerns</p>
                <p>C: Verschiedenes</p>
                <p>Die nichtpolitischen Akten wurden entweder, sofern sie reine Verwaltungs- und Kassensachen betrafen, vernichtet, in die reponierte Registratur (als XIII) eingegliedert oder zu besonderen Gruppen formiert ( D: Verschiedenes, E: Angele- genheiten einzelner Personen, F: Allgemeine Personal-, Büro- und Kassenange- legenheiten, G: Personalakten, H: Verwaltung der Vertretung der Reichsregierung). Die Journale und Kassenbücher wurden als Gruppe J angeschlossen.</p>
                <p>Im Reichsarchiv wurde der Bestand bis zu seiner Auslagerung in den Berlepsch-Schacht der Preußag bei Staßfurt kaum benutzt.</p>
                <p>1950 gelangte der Bestand in das Deutsche Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv Potsdam) zurück.</p>
                <p>Einige Bände (etwa 10 Prozent) fehlten, die innere Ordnung war teilweise durcheinandergeraten. Zum Jahreswechsel 1950/51 wurde der Bestand anhand des erhaltenen Findbuches des Reichsarchivs provisorisch geordnet und mit vom Bestand der Reichskanzlei her fortlaufenden Nummern versehen. Dabei sind jedoch die erwähnten Ordnungsschäden nur zum kleinen Teil wieder beseitigt worden, so dass bald eine endgültige Neuordnung und -verzeichnung erforderlich wurde. Diese erfolgte im Sommer 1955. Dabei wurden Missbildungen beseitigt, Aktenbände mit dem Betreff &quot;Verschiedenes&quot; z. T. aufgelöst, zahlreiche Verweise angebracht sowie die endgültigen Archivsignaturen vergeben.</p>
                <p>Im Jahre 1965 erfolgte die Herauslösung aller Akten des Bestandes aus den Schnellheftern und deren Einbettung in feste Einbände. Einige 1958 aufgefundene Vorgänge wurden am Ende der betreffenden Aktenbände nachgeheftet, so dass sich einige zeitlich frühere Schriftstücke am Ende dieser Bände befinden.</p>
                <p>Das Findbuch und diese Vorbemerkung wurden im Dezember 1959 vom Deutschen Zentralarchiv Potsdam angefertigt. Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für dessen datenbankgestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version erfolgte im Jahre 2004.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hans-Joachim Schreckenbach: Innerdeutsche Gesandtschaften 1867-1945. In: Archivar und Historiker (Meisner-Festschrift), Berlin 1956 (Schriftenreihe der Staatlichen Archivverwaltung 7), S. 404-428</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Wahrnehmung der Reichsinteressen in Bayern nach 1918 zunächst durch die preußische Gesandtschaft in München; am 1. April 1921 Ernennung von Dr. Julius Graf Zech-Burkersroda (preußischer Geschäftsträger) zum ersten Vertreter der Reichsregierung; vom Juli 1922 bis Januar 1923 Führung der Geschäfte durch Legationsrat von Frerichs, danach durch Edgar Hanniel von Haimershausen; 1931 Auflösung der Vertretung der Reichsregierung in München.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1401</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskanzleramt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1879-12-31">1867-1879</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1657 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>44,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Arbeiterversicherung; Armenwesen; Auswanderungswesen 1867; Bankwesen; Bau- und Grundstücksangelegenheiten; Beamtensachen; Beziehungen zum Ausland; Finanzielle Angelegenheiten aus dem Krieg von 1870/71 1870; Gewerbewesen; Handel; Heimatwesen; Justizwesen; Konsulatswesen; Maße und Gewichte; Medi-zinalpolizei; Militaria; Münz- und Geldwesen; Pensions- und Unterstützungsangelegenheiten; Polizeiwesen; Postwesen; Reichshaushaltsangelegenheiten; Reichs-kanzleramt; Reichsschuldenwesen; Reichstag; Steuern; Subventionen; Verfassung und Verwaltung; Versicherungswesen; Veterinärpolizei; Zollsachen; Personalakten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Ende der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts entstandenen Reichsämter hatten zur Erledigung der laufenden Geschäftstätigkeit die jeweils ihre Aufgaben betreffenden Akten aus dem Reichskanzleramt als Vorakten übernommen. Der Rest verblieb beim Reichsamt des Innern, so dass der vorliegende Bestand ausschließlich über die neuen Reichsämter in das zuständige Reichsarchiv gelangte und erst hier zu einem Bestand formiert wurde. Da die Akten des Reichskanzleramtes in den Reichsämtern organisch weitergeführt wurden, war die Bestandsabgrenzung bei den Aktenübergaben an das Reichsarchiv oft willkürlich.</p>
                <p>Nach der Auslagerung während des zweiten Weltkrieges übernahm nach 1945 das Deutsche Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv Potsdam) den Be‧stand Reichskanzleramt.</p>
                <p>Konkrete Angaben über kriegsbedingte Auslagerungsverluste sind auf Grund fehlender älterer Findbücher nicht möglich. Aus den Signaturen der einzelnen Aktenbände lässt sich jedoch entnehmen, dass die Verluste gering geblieben waren.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die erste Bearbeitung des Bestandes Reichskanzleramt erfolgte von Juni 1956 bis Februar 1957 im Deutschen Zentralarchiv Potsdam. Mit Ausnahme der Geheimakten wurde eine einfache Verzeichnung des Bestandes vorgenommen. In seiner kurzen Geschichte hatte das Bundes- bzw. Reichskanzleramt zu keiner wirklich stabilen Organisationsform finden können. Demzufolge konnte auch kein längerfristig gültiges Registraturschema gefunden bzw. rekonstruiert werden. Die für den Druck erforderliche Überarbeitung des Findbuches von 1972 ließ daher nur leichte redaktionelle Korrekturen zu. Unter weitgehender Beibehaltung der in Anlehnung an die Aufgabenstruktur geschaffenen sachthematischen Ordnung, wurden nur in Einzelfällen Aktenbände ihren ursprünglichen Strukturteilen wieder zugeordnet.</p>
                <p>Die Kassationsquote blieb auf Grund des hohen Bestandswertes im wesentlichen auf Mehrfachüberlieferungen beschränkt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes. Berlin 1867, 1870</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte. Hrsg. von Ernst Rudolf Huber. Bd. 2: Deutsche Verfassungsdokumente 1851-1900. Stuttgart, Berlin, Mainz, 3. Aufl. 1986</p>
                <p>Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945. Bd. 22: Bundes- und Reichsbehörden. Hrsg. von Walther Hubatsch. Marburg/Lahn, 1983</p>
                <p>Rudolf Morsey: Bismarck und die Reichsverwaltung. Zum 150. Geburtstag des Reichsgründers am 1. April 1965. In: Deutsches Verwaltungsblatt 80 (1965), S. 257-262.</p>
                <p>Rudolf Morsey: Die oberste Reichsverwaltung unter Bismarck 1867-1890. Münster / Westfalen 1957</p>
                <p>Deutsche Verwaltungsgeschichte. Bd 3: Das deutsche Reich bis zum Ende der Monarchie. Hrsg. von Kurt G. A.. Jeserich, Hans Pohl, Georg-Christoph von Unruh. Stuttgart 1984</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1867 Gründung des Bundeskanzleramts als zentrale Behörde für die unmittelbaren Verwaltungsaufgaben des Norddeutschen Bundes (Post- und Telegraphenwesen, Konsulatswesen) mit Ausnahme der Auswärtigen Angelegenheiten, die Beaufsichtigung der Ausführung von Bundesrecht durch die Einzelstaaten, die Vorbereitung der Bundesgesetzgebung und des Bundeshaushalts sowie die Redaktion des Bundesgesetzblattes; nach Gründung des Deutschen Reiches 1871 erhebliche Ausweitung der Aufgaben und Umbenennung in Reichskanzleramt; seit 1873 sukzessive Ausgliederung von dem Reichskanzleramt nachgeordneten Reichsämtern (1873 Reichs-eisenbahnamt, 1875 Reichspostamt, 1877 Reichsjustizamt und Ministerium für El-saß-Lothringen, 1879 Reichsschatzamt); 1879 Umbenennung in Reichsamt des Innern.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 708</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommissar des Reichskanzlers für die Ruhrabwehr/Zentralstelle Rhein-Ruhr</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1923-01-01/1923-12-31">1923</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>54 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Besetzung des Ruhrgebiets; Französische Befehle; Fürsorge für die Bevölkerung des besetzten Gebietes; Gewalttätigkeiten und Rechtsbrüche der Besatzungsmächte; Aufklärung und Abwehrpropaganda; Zuwendungen aus Mitteln der Zentralstelle Rhein-Ruhr; Kassen- und Rechnungswesen; Handakten des Legationssekretärs Henkel.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Jan. 1923 bildete die Regierung der Reichskanzlei innerhalb der Aktengruppe &quot;Auswärtige Angelegenheiten&quot; einen Betreff A.A. 2 b (Ruhrgebietsbesetzung). Der starke Aktenanfall zwang rasch zu stärkerer Gliederung des Stoffs durch Nebenbetreffe (z. B. A.A. 2 b Nr. 3: Ruhrgebietsbesetzung, Fürsorge für die Bevölkerung).</p>
                <p>Im März 1923 übernahm die Zentralstelle Rhein-Ruhr diejenigen Bände des Betreffs A.A. 2 b, die noch nicht abgeschlossenen waren, führte die gleichen Betreffe weiter, so dass getrennte Bandreihen unter dem gleichen Betreff in der Registratur sowohl der Reichskanzlei wie auch der Zentralstelle geführt wurden.</p>
                <p>Im August 1923 übernahm das Rheinministerium die Akten der Zentralstelle. Die Reichskanzlei führte ihre eigenen Akten zum Betreff A.A. 2 b weiter, so dass beide Provenienzen heute getrennt im Bestand R 708 und R 43 aufbewahrt werden.</p>
                <p>Die Registratur der Zentralstelle wurde vermutlich in den 30er Jahren vom Reichsministerium des Innern (als Rechtsnachfolger des Rheinministeriums) an das Reichsarchiv abgegeben. Nach der kriegsbedingten Auslagerung (1944 Einlagerung in den Berlepsch-Schacht bei Staßfurt, 1948 Überführung nach Merseburg und 1950 in das DZA Potsdam) wurde der Bestand im Deutschen Zentralarchiv Potsdam provisorisch geordnet und mit fortlaufenden Nummern versehen, die sich an die Nummern des Bestandes Reichskanzlei anschlossen. Im März 1960 erhielt der Bestand eine eigene Signatur</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für dessen datenbankgestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version erfolgte im Jahre 2004.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Errichtung der Abteilung IV in der Reichskanzlei am 10. Jan. 1923 zur Koordinierung aller Maßnahmen der verschiedenen Reichsressorts infolge der französisch-belgischen Besetzung des Ruhrgebiets; im März 1923 Umbenennung in Zentralstelle Rhein-Ruhr und direkte Unterstellung unter den Reichskanzler; am 2. Mai 1923 Berufung des Leiters Carl Schmid durch den Reichspräsidenten zum &quot;Kommissar des Reichskanzlers für die Ruhrabwehr&quot;; am 24. Aug. 1923 Eingliederung in das neu gebildete Reichsministerium für die besetzten Gebiete.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 704</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsstelle zur Vorbereitung der Wirtschaftsfragen für die Friedensverhandlungen (Büro Staatsminister Dr. Karl Helfferich)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1918-12-31">1917-1918</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>122 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Einrichtung der Kriegsstelle, Verwaltung und Organisation der Kriegsstelle; Rohstoffe und Versorgung; Wirtschafts- und Handelsangelegenheiten.</p>
                <p>Länderakten u.a.: Russland, Rumänien, Bulgarien, Türkei, China, Japan, USA , Belgien, England, Schweiz, Frankreich, Elsass-Lothringen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Nach Auflösung der Kriegsstelle übernahm das Auswärtige Amt die Akten. Ein Teil wurde im Januar 1937 vom Reichswirtschaftsministerium, ein anderer Teil im Januar 1938 vom Reichsfinanzministerium an das Reichsarchiv abgegeben.</p>
                <p>Die ursprüngliche Registratureinteilung wurde für die Gliederung des Bestandes beibehalten. Kassationen wurde nicht vorgenommen.</p>
                <p>Im August 1943 erfolgte die Auslagerung der Bestände des Reichsarchivs in den Berlepsch-Schacht bei Staßfurt und in den Graf-Moltke-Schacht bei Schönebeck (Elbe). Nach Kriegsende gelangten die Akten des Reichsarchivs, darunter auch die Akten des Bestandes der Kriegsstelle, in das 1946 gegründete Deutsche Zentralarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Ein Findbuch wurde vom Reichsarchiv im Mai 1940 angefertigt.</p>
                <p>Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für dessen datengestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version erfolgten im Jahre 2005.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Walter Vogel; Die Organisation der amtlichen Presse- und Propagandapolitik des Deutschen Reiches von den Anfängen unter Bismarck bis zum Beginn des Jahres 1933. Berlin 1941.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Beauftragung Karl Helfferichs durch Reichskanzler Georg von Hertling im Dezember 1917 mit der Vorbereitung der Wirtschaftsfragen für die Friedensverhandlungen mit Russland; Ausdehnung des Auftrages durch Erlass des Reichskanzlers vom 14. Dez. 1917 auf die Verhandlungen mit Rumänien und am 23. Dez. 1917 auf die Vorbereitung eines Friedensabschlusses mit allen noch im Krieg befindlichen Staaten einschließlich Bulgarien; Abschluss der Tätigkeit Helfferichs durch dessen Betrauung mit der Wahrnehmung der diplomatischen Vertretung des Deutschen Reiches bei der Regierung der Russischen Föderativen Sowjetrepubliken in Moskau im Juli 1918; Auflösung im Dezember 1918 durch Verfügung Eberts als Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 62</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Geschäftsführende Reichsregierung Dönitz</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1945-12-31">1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_0e7cf3c7-eb3b-4fbe-8c9a-4587f7e6cc1e"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bildung und Organisation der Geschäftsführenden Reichsregierung; Durchführung der Kapitulation und Verhältnis zu den Alliierten; Pläne und Maßnahmen auf militärischem, innen- und außenpolitischem Gebiet, den Bereichen Justiz, Ernährungswesen, Wirtschaft, Finanzen und Arbeit.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Nach der Verhaftung der Geschäftsführenden Reichsregierung wurde das in ihrem Dienstgebäude in Flensburg-Mürwik vorgefundene Schriftgut von den Alliierten beschlagnahmt und zusammen mit anderen deutschen Akten nach Alexandria/Va. verbracht. Dort wurde es verzeichnet und verfilmt.</p>
                <p>im August 1961 gelangten diese Akten mit anderen Rückgaben aus den USA in die Bundesrepublik Deutschland, und zwar zunächst in das Militärgeschichtliche Forschungsamt der Bundeswaehr in Freiburg im Breisgau. Dort wurden sie im Dezember 1961 ausgesondert und zuständigkeitshalber an das Bundesarchiv Koblenz abgegeben, wo der Bestand R 62 gebildet wurde. Seit 2010 befindet sich der Bestand R 62 in Berlin-Lichterfelde.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei der Bearbeitung des Bestandes wurde eine systematische Ordnung des Schriftgutes nicht vorgenommen. Durch die Verzeichnung der einzelnen Aktenvorgänge bzw. -schriftstücke und die Klassifikation dieser Strukturelemente wurde jedoch eine gute Übersicht ermöglicht.</p>
                <p>Aus dem Bestand wurden einige fremde Provenienzen aus der Kriegs- und Vorkriegszeit ausgesondert und an die zuständigen Fachreferate des Bundesarchivs abgegeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991, Teil I, S. 6.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 30. April 1945 durch politisches Testament Adolf Hitlers Ernennung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten, Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Kriegsminister und Oberbefehlshaber der Kriegsmarine; nach Entlassung der alten Mitglieder der Reichsregierung am 2. Mai 1945 Beauftragung des bisherigen Reichsfinanzministers Ludwig Johann Graf Schwerin von Krosigk mit der Bildung einer provisorischen Reichsregierung; Errichtung eines Zivil- und Militärkabinetts; Leiter des Zivilkabinetts war der bisherige Gauleiter und Oberste Reichsverteidigungskommissar Paul Wegener, Leiter des Militärkabinetts war Konteradmiral Wagner; am 23. Mai 1945 Verhaftung von Dönitz sowie der Mitglieder der Reichsregierung durch britische Truppen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 401</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">04.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vorläufiger Reichswirtschaftsrat</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1874-01-01/1934-12-31">1874-1934</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1682 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_81af9cf8-5e3c-42e1-9ad5-4686259b85d4"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorläufiger Reichswirtschaftsrat (VRWR) und andere wirtschaftliche Interessenvertretungen: Funktion, Aufgaben und Organisation des VRWR 1919-1934 (88), Tätigkeit des VRWR, Vorstand, Plenum 1920-1934 (40), Zusammensetzung und Zusammenarbeit mit anderen zentralen Einrichtungen 1919-1933 (121), Bezirkswirtschaftsräte als geplanter Unterbau des VRWR 1920-1933 (12), sonstige Berufs- und Interessenvertretungen 1920-1934 (25), Wirtschaftsparlamente im Ausland 1920-1936 (3)</p>
                <p>Wirtschaftspolitischer Ausschuss, Wirtschaftspolitik: Sitzungen des Ausschusses 1920-1932 (46), wirtschaftspolitische Auswirkungen des Versailler Vertrages, Wirtschaftskonferenz des Völkerbundes 1920-1932 (39), Enquête-Ausschuss 1926-1934 (36), Sozialisierung 1920-1922 (9), Rohstoff- und Energieversorgung 1920-1933 (11), Gewerbeordnung und andere wirtschaftliche Rechtsnormen 1920-1932 (56), Wasserwirtschaft 1920-1926 (15), Industrie 1920-1933 (38), Land- und Forstwirtschaft, Ernährung 1920-1933 (78), Handel 1919-1933 (85), Transport, Verkehr, Post 1920-1933 (33), Siedlungs- und Wohnungswesen 1920-1933 (63), sonstige wirtschaftspolitische Bereiche 1920-1931 (21)</p>
                <p>Sozialpolitischer Ausschuss, Sozialpolitik: Sitzungen des Ausschusses 1920-1933 (41), Arbeitsrecht 1920-1932 (39), Berufsausbildung 1921-1931 (17), Löhne, Tarife, Arbeitszeit, Arbeitsschutz und Arbeitsbeschaffung 1919-1933 (147), Sozialversicherungswesen 1920-1933 (45), Förderung geistiger Arbeit 1920-1933 (23), sonstige soziale Bereiche 1920-1931 (15)</p>
                <p>Finanzpolitischer Ausschuss, Finanzen, Steuern, Zölle: Sitzungen des Ausschusses 1920-1933 (27), finanzpolitische Auswirkungen des Versailler Vertrages 1920-1933 (23), Preise, Preisabbau, Preisbindungen 1920-1933 (41), Währungs-, Münz- und Bankwesen 1920-1933 (54), Steuerwesen 1920-1933 (162), Zölle 1920-1932 (118).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hauschild, H.: Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat 1920-1926, Berlin 1926.</p>
                <p>Der Reichswirtschaftsrat in der Weimarer Verfassung, in: Die Arbeitskammer, Jg. 7 (1959).</p>
                <p>Lilla, Joachim: Der Vorläufige Reichswirtschaftsrat 1920 bis 1933/34. Zusammensetzung - Dokumentation - Biographien, unter Einschluss des Wirtschaftsbeirats des Reichspräsidenten 1931 und des Generalrats der Wirtschaft 1933 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien 17), Düsseldorf 2012.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. Mai 1920 als Organ der Reichsregierung zur Begutachtung sozial- und wirtschaftspolitischer Gesetzentwürfe von grundlegender Bedeutung vor deren Einbringung im Reichstag gegründet; gedacht als Übergangslösung bis zur Schaffung des in Artikel 165 der Weimarer Verfassung vorgesehenen endgültigen Reichswirtschaftsrats; bestand aus 326 zunächst in zehn Berufs- und Vertretergruppen zusammen gefassten, von berufsständischen Interessenvertretungen und Fachverbänden, der Reichsregierung und dem Reichsrat ernannten Mitgliedern; aufgrund von Interessenkonflikten zwischen Unternehmer- und Arbeitnehmervertretern spätere Gliederung in drei Abteilungen: Unternehmer, Arbeitnehmer, nichtgewerbliche Vertreter; Einfluss der gutachterlichen Tätigkeit im Rahmen der Vollversammlung und der drei großen Hauptausschüsse (Wirtschaftspolitischer Ausschuss, Sozialpolitischer Ausschuss, Finanzpolitischer Ausschuss) auf wirtschafts- und sozialpolitische Entscheidungen des Parlaments blieb begrenzt; zum 31. März 1934 aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 301</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">03.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsrat</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1874-01-01/1934-12-31">1874 - 1934</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>94 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sitzungsunterlagen, Gesetzentwürfe, Festlegungen, Petitionen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der vorliegende Aktenbestand, offensichtlich nur ein Bruchteil der ursprünglichen Gesamtregistratur, wurde 1939 an das Reichsarchiv abgegeben. Nach Auslagerung im Jahre 1943 gelegte er 1946 in das Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Die kriegsbedingten Verluste betragen 25-35 Prozent des zuvor vorhandenen Schriftgutes. Aus der Tätigkeit der 12 ständigen Bundesratsausschüsse (1867-1919) bzw. der 11 ständigen Reichsratsausschüsse (1919-1934) ist keine archivische Überlieferung vorhanden. Der Bestand umfasst 90 Akteneinheiten des Zeitraums 1874-1915 und 1919-1934.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Protokolle über die Verhandlungen des Bundesrates des Norddeutschen Bundes 1867-1870 bzw. des Bundesrates des Deutschen Reiches 1867-1919. Berlin 1867-1919 [RD 2/1]</p>
                <p>Drucksachen zu den Verhandlungen des Bundesrates des Norddeutschen Bundes 1867-1870 bzw. des Deutschen Reiches 1867-1919, Berlin 1867-1918 [RD 2/2]</p>
                <p>Drucksachen zu den Verhandlungen des Staatenausschusses bzw. Reichsrates des Deutschen Reiches. Jg. 1915. Berlin 1919 [RD 2/2]</p>
                <p>Drucksachen zu den Verhandlungen des Reichsrates 1920-1921. Berlin 1920-1921 [RD 2/2]</p>
                <p>Niederschriften über die Verhandlungen (ab Jg. 1922: Vollsitzungen) des Reichsrates. Jg. 1920-1934. Berlin 1920-1934 [RD 2/2]</p>
                <p>Reichsratsdrucksachen. Jg. 1922-1934. Berlin 1922-1934 [RD 2/2]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Der Bundesrat nach der Verfassung des Deutschen Reiches von 1871. Der Reichsrat nach der Verfassung der Weimarer Republik von 1919. In. Schrifttum über den Bundesrat der Bundesrepublik Deutschland und seine unmittelbaren Vorläufer. Eine Auswahlbiografie. Zusammengestellt von Paul Römer. Hrsg. vom Direktor des Bundesrates. Bonn 1982, S. 95-134.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Als Ländervertretung wurde analog der Reichsverfassung von 1871 1919 der Reichsrat geschaffen, der im Gegensatz zum Bundesrat in seinen Rechten eingeschränkt war. Er wurde im Zuge des Gesetzes über die Gleichschaltung der Länder vom 14.März 1934 aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
          </c>
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            <did>
              <unittitle>Auswärtiges, Kolonial- und Besatzungsverwaltung</unittitle>
            </did>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 901</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">09.01</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 85</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Auswärtiges Amt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1945-12-31">1867-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>99053 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkte</p>
                <p>Büro des Reichsaußenministers 1928-1943:</p>
                <p>Ministerbüro und persönlicher Stab 1928-1944, Persönliches Pressearchiv des Ministers 1934-1943</p>
                <p>Personal- und Verwaltungsabteilung (einschl. Protokoll) 1876-1944 [ausgeliehen an Politisches Archiv AA]</p>
                <p>Handelspolitische Abteilung 1869-1920:</p>
                <p>Ausstellungswesen 1875-1920, Dienstsachen 1885-1914, Eisenbahnen 1866-1915, Fischerei 1903-1913, Handel, Generalia 1884-1921, Handel, Länder 1868-1920 , Fremder Handel 1867-1922 , Handel und Schifffahrt, Generalia 1862-1906 , Handel und Schifffahrt, Länder 1858-1909 , Landwirtschaft 1868-1920, Literatur 1847-1917 , Marine 1853-1913 , Maß- und Gewichtswesen 1911-1920, Medizinalwesen 1868-1913, Münzwesen 1871-1913, Schifffahrt, Generalia 1887-1914, Binnenschifffahrt, Länder 1907-1913 , Schifffahrt, Länder 1844-1913, Flußschifffahrt 1869-1913 , Telegrafenwesen 1866-1913, Verkehrswesen 1890-1920, Versicherungswesen 1895-1920, Volkswirtschaft, Generalia 1887-1920, Volkswirtschaft, Länder 1881-1920, Wasserwirtschaft 1907-1913, Zoll und Steuer, Allgemeines 1910-1919, Zoll und Steuer, Länder 1902-1920</p>
                <p>Handelspolitische Abteilung 1936-1945:</p>
                <p>Ausstellungswesen 1936-1943, Auswanderungswesen 1937-1943, Eisenbahnwesen 1921-1943, Finanzwesen 1936-1943, Fischereiwesen 1936-1943, Geschäftsgang 1937-1943, Gesundheitswesen 1937-1942, Handel 1936-1945, Industrie, Technik, Gewerbe 1936-1943, Innere Verwaltung der Länder 1936-1943, Kraftfahrwesen 1936-1942 , Landwirtschaft 1936-1943 , Politik 1941-1942, Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen 1936-1943, Rechtswesen 1936-1942, Rohstoffe und Waren 1936-1943, Schifffahrtswesen 1936-1943, Sozialpolitik 1941-1942, Steuerwesen 1936-1943, Verkehrswesen 1936-1945, Veterinärwesen 1936-1942, Wege- und Straßenwesen 1936-1942, Wirtschaft 1936-1944, Zollwesen 1936-1945, Handel mit Kriegsgerät 1936-1944, Handakten 1920-1944, Telegrammkorrespondenz mit den deutschen Vertretungen, Dienststellen und Wirtschaftsunternehmen 1941-1943</p>
                <p>Länderabteilung II und III (1920-1936) [ausgeliehen an Politisches Archiv AA]</p>
                <p>Rechtsabteilung 1858-1945:</p>
                <p>Auswanderung, Allgemein 1868-1932, Staatsangehörigkeit und Liquidation 1928-1944, Auswanderung, Länder 1858-1932, Völkerrechtliche Differenzen 1867-1920, Geistliche, Schul- und Stiftsachen 1867-1933, Grenzsachen 1862-1944, Handakten 1900-1926, Innere Verwaltung einzelner Länder 1862-1940, Interzessionen 1871-1932 , Kunst und Wissenschaft 1865-1914, Mediatisierte 1866-1913, Militaria 1869-1942, Nachrichten 1869-1936, Neutralität 1854-1918, Passangelegenheiten 1816-1932, Polizeisachen 1865-1937, Postsachen 1829-1932, Presse 1861-1931, Rechtssachen, Allgemeines 1836-1944, Rechtssachen, Länder Außereuropa 1869-1936, Rechtssachen Länder Europa 1869-1936, Völkerrecht 1941-1945, Zustellung von Urkunden und Verfügungen 1937-1945</p>
                <p>Nachrichten- und Presseabteilung 1915-1945:</p>
                <p>Allgemeines 1915-1938, Krieg 1914-1921, Kolonien 1915-1920, Staatsoberhaupt 1910-1919, Parlamente 1910-1921, Länderparlamente 1917-1921, Reichsregierung 1916-1924, Revolution 1910-1921, Völkerbund 1918-1920, Parlamentarisierung und Demokratisierung 1918,</p>
                <p>Wahlrecht 1917-1918, Waffenstillstand und Frieden 1914-1923, Nachrichten über einzelne Länder 1918-1921, Nachrichtenmaterial 1914-1921, Geschäftsakten der Presseabteilung 1939-1945, Deutsches Nachrichtenbüro 1940-1943, Abhördienst 1942-1943, Auslandsagenturen 1942-1945, Eigendienst 1942-1943, Nachrichtenmaterial 1933-1945 , Presseanlagen 1939-1944, Pressearchiv 1927-1945, Presseinformationsdienst 1936-1945, Ausländische Informationsorgane 1934-1945</p>
                <p>Zentralstelle für Auslandsdienst 1912-1922:</p>
                <p>Dienst- und Geschäftsbetrieb 1914-1921, Personalangelegenheiten 1912-1921, Passangelegenheiten 1917-1920, Haushalts- und Kassensachen 1914-1922 , Beziehungen zu Institutionen und Einzelpersonen 1914-1920, Bibliotheken, Verlage, Buch- und Kunsthandlungen 1915-1920, Wirtschaftliche, politische und militärische Lage 1915-1920, Propaganda 1914-1921</p>
                <p>Kulturpolitische Abteilung 1865-1945</p>
                <p>Rundfunkpolitische Abteilung 1939-1945</p>
                <p>Abteilung D (Deutschland) [Verbindungsstelle zur NSDAP] 1939-1943</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das 1870 aus dem Königlich-preußischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten für den Norddeutschen Bund (seit 1867) hervorgegangene Auswärtige Amt erfuhr über die Bismarck-Zeit und das Wilhelminische Kaiserreich, die Weimarer Republik bis zum Ende der NS-Diktatur zahlreiche Reformierungen und Umstrukturierungen</p>
                <p>Die am Standort Berlin-Lichterfelde des Bundesarchivs verwalteten Unterlagen des Auswärtigen Amts für den Zeitraum 1867-1945 (sog. altes Amt) umfassen nur einen Bruchteil der Gesamtüberlieferung (ca. 1,6 Regalkilometer) aus dieser Zeit. Der größte Teil (ca. 18 Regalkilometer) der nach den Verlusten in der Endphase des Zweiten Weltkriegs noch übriggebliebenen Akten befindet sich heute im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin.</p>
                <p>Den überwiegenden Teil der hiesigen Archivalien hatte das Politische Archiv vor allem aus Platzgründen in den 1920er Jahren im Potsdamer Reichsarchiv (v.a. Akten des Kaiserlichen Amts, der Handelspolitischen Abteilung und der Rechtsabteilung) deponiert. Gemeinsam mit anderen Beständen lagerte das Reichsarchiv auch diese Unterlagen in den Jahren 1944/45 zum Schutz vor dem Bombenhagel in die Salzbergwerksschächte bei Staßfurt (Sachsen-Anhalt) aus. Von der sowjetischen Besatzungsmacht konfisziert, gelangte der größte Teil der Materialien nach 1949 in mehreren Abgaben über das Ministerium für Staatssicherheit der DDR in das damalige Deutsche Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv der DDR, Bestandssignatur 09.01) und nach der Überwindung der deutschen staatlichen Teilung in die Zuständigkeit des Bundesarchivs.</p>
                <p>Restakten der Handelspolitischen - und der Rechtsabteilung (Abt. II und III, 1885-1920), die aus amtlichen Gründen im Politischen Archiv des AA verblieben und nach der Beschlagnahme durch die britische Besatzungsmacht letztlich nach England verbracht worden waren, hat das damalige Bundesarchiv nach ihrer Rückgabe an die Bundesrepublik (1957) im Oktober 1962 unter der Bestandssignatur R 85 verzeichnet.</p>
                <p>Ca. 350 Akteneinheiten befinden sich derzeit noch im &quot;Sonderarchiv&quot; beim Russischen Staatlichen Militärarchiv in Moskau unter der (&quot;Fonds&quot;)Bestandsnummer 1357. Sie sind dort in 3 Findbüchern beschrieben (Weitere Informationen und Kontakt siehe unter www.sonderarchiv.de).</p>
                <p>Für die laufende Tätigkeit des Auswärtigen Amts wichtige Dokumente und Akten hat das Bundesarchiv dem Politischen Archiv des AA in Berlin (Auswärtiges Amt, Politisches Archiv, 10117 Berlin; Tel.: +49 (0) 30/5000-3948) ausgeliehen. Sie können nur dort benutzt und ausgewertet werden (entsprechende Hinweise befinden sich im jeweiligen Findbuch).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die erste archivische Neubearbeitung der Aktenbände erfolgte Ende der 50er Jahre im damaligen Deutschen Zentralarchiv. Sie waren ursprünglich in insgesamt 44 Findbüchern aus dem Reichsarchiv beschrieben</p>
                <p>Die seinerzeit im Potsdamer DZA erfassten Aktentitel der Verzeichnungseinheiten wurden mittels eines Retrokonversionsverfahrens in die Datenbank des Bundesarchivs integriert. Bei der Bearbeitung der Datensätze wurden zahlreiche Korrekturen bei den Aktentiteln und den Laufzeiten vorgenommen. Dabei konnten nicht immer die gegenwärtig gültigen archivischen Regeln zur Anwendung gelangen.</p>
                <p>Unter Beibehaltung der vorgelegenen Klassifikation, die sich überwiegend nicht mehr an der Organisationsstruktur des AA orientierte, wurden nach Bedarf Serien bzw. Bandreihen gebildet, wobei auch zahlreiche untergeordnete Bandfolgen in Serien entstanden. Teilweise wurden die vorgefundene sachliche Gliederung erweitert und mit modernen Begrifflichkeiten ergänzt (z. B. Rechtsabteilung).</p>
                <p>Die Potsdamer Überlieferung wurde mit der im alten Bundesarchiv Koblenz vorhandenen zusammengeführt (alte Findbücher zum Bestand R 85, Rechtsabteilung und Handelspolitische Abteilung).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871-1914. Sammlung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Hrsg. im Auftrag des Auswärtigen Amts von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme. 40 Bde., Berlin 1926/27.</p>
                <p>Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945. Ergänzungsband zu den Serien A-E. Gesamtpersonenverzeichnis. Portraitphotos und Daten zur Dienstverwendung. Anhänge. Göttingen 1995).</p>
                <p>Akten zur deutschen auswärtigen Politik 1918-1945, aus dem Archiv des Auswärtigen Amts. Hrsg. von Walter Bußmann u.a. Göttingen u.a. 1949 ff.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 37-50, Teil 2, S. 43.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1867 interimistische Übernahme der außenpolitischen Aufgaben für den Norddeutschen Bund durch das preußische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten; am 1. Januar 1870 Gründung des Auswärtigen Amtes des Norddeutschen Bundes, 1871 des Deutschen Rei‧ches als nachgeordnete Behörde des Reichskanzlers mit den Hauptabteilungen Politik, Han‧delspolitik, Recht (ab 1885) und Nachrichten (ab 1915); bis 1918 zugleich auswärtige Ver‧tretung Preußens; 1919 Bestellung eines politisch verantwortlichen Reichsministers des Auswärtigen; 1920 umfangreiche Reorganisation in Regionalabteilungen und Übernahme kulturpolitischer Aufgaben, 1936 Auflösung der Regionalabteilungen, Wiedereinführung der Sachabteilungen</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Berlin</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1001</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 101 (Koblenzer Überliefung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskolonialamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1832-01-01/1943-12-31">1832-1943</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>10694 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a20bd5c9-c80b-4714-8e01-9ae9b1e22f1e"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Kolonien und Kolonialpolitik, Allgemeines; Militär und Marine; Kolonialrecht, Polizeiangelegenheiten; Sklaven und Sklavenhandel; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern; Land- und Forstwirtschaft; Post und Verkehr; Missionen und Schulen; Gesundheitswesen.</p>
                <p>Nichtdeutsche Kolonien und Liberia: Britische Kolonien; Französische Kolonien; Portugiesische und spanische Kolonien; Italienische, niederländische, nordamerikanische Kolonien.</p>
                <p>Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika: Kolonisation, Allgemeine Leitung und Verwaltung, Politische Entwicklung; Militär und Polizei, Inspektions- und Informationsreisen; Kolonialrecht, Strafsachen, Nachlaß- und Liegenschaftswesen; Sklaven und Sklavenhandel; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern; Land- und Forstwirtschaft, Fischerei; Post und Verkehr; Missionen und Schulen; Gesundheitswesen.</p>
                <p>Kamerun: Deutsch-Westafrikanische Handelsgesellschaft, Gesellschaft Süd- und Nordwestkamerun; Kolonisation, Zentrale und regionale Verwaltung; Politische Entwicklung; Militär und Polizei, Inspektions- und Informationsreisen; Kolonialrecht; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern, Banken, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei; Post- und Verkehr; Gesundheitswesen; Missionen und Schulen.</p>
                <p>Togo: Zentrale und regionale Verwaltung, Politische Entwicklung; Militär und Polizei, Inspektions- und Informationsreisen; Kolonialrecht; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern, Banken; Land- und Forstwirtschaft, Fischerei; Post und Verkehr; Missionen, Schulen, Gesundheitswesen.</p>
                <p>Kongo: Allgemeines; Berliner Konferenz.</p>
                <p>Neuguinea: Neuguinea-Kompagnie; Kolonisation, Zentrale und regionale Verwaltung, Politische Entwicklung; Militär und Polizei; Kolonialrecht; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Steuern, Zölle, Banken; Land- und Forstwirtschaft, Fischerei; Post und Verkehr; Gesundheitswesen, Schulen.</p>
                <p>Karolinen-, Marianen- und Palau-Inseln: Kolonisation, Allgemeines, Leitung und Verwaltung, Politische Entwicklung; Kolonialrecht; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Ansiedlung, Unterstützung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern; Post und Verkehr; Missionen, Schulen, Gesundheitswesen.</p>
                <p>Samoa: Kolonisation, Zentrale und regionale Verwaltung, Politische Entwicklung; Militär; Kolonialrecht, Polizeiangelegenheiten; Erforschung, Vermessung, Grenzziehung; Einwanderung, Aussiedlung, Personenstandswesen; Wirtschaft, Handel, Zölle, Steuern, Banken; Land- und Forstwirtschaft; Post, Verkehr, Schiffahrt; Missionen, Schulen, Gesundheitswesen.</p>
                <p>Marshall-Inseln: Kolonisation, Allgemeine Leitung und Verwaltung, Politische Entwicklung; Erforschung, Vermessung, Ansiedlung, Arbeitsverhältnisse; Handel, Zölle, Steuern, Post, Verkehr; Missionen, Schule, Gesundheitswesen.</p>
                <p>Salomon-Inseln:</p>
                <p>Kiautschou/China</p>
                <p>R 1001 Anhang: Fotokopien von Dokumenten über den Erwerb der deutschen Kolonialgebiete; Fotokopien von Dokumenten zu Deutsch-Südwestafrika; Abschriften von Akten des Reichskolonialamtes zu Deutsch-Südwestafrika; Tagebuch des Hottentottenführers Hendrik Witbooi in Deutsch-Südwestafrika; Pferdezucht in Nordkamerun. Erinnerungen von Kurt Freiherr von Crailsheim; &quot;Kriegsnachrichten&quot; Zeitung aus Deutsch-Südwestafrika, Jg. 1915 Nr. 3 ; Reproduktionen von Bildnissen verschiedener Personen in Deutsch-Südwestafrika; Lebenslauf des Reichskommissars Dr. jur. Heinrich Goering.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der zentralen Kolonialverwaltung des Deutschen Reichs haben die ver‧schiedenen Organisationsveränderungen vom Sachgebiet bzw. Referat im kaiserlichen Auswärtigen Amt bis hin zum kaiserlichen Reichsamt und Ministerium der Weimarer Republik und wieder zurück zum Referat bzw. Sachgebiet im Auswärtigen Amt jeweils mitgemacht. Viele Aktenbände oder Betreffserien wurden ohne weiteres über die verschiedenen Veränderungen hinweg organisch weitergeführt; für die Zeit nach 1920 heißt das vielfach, sie verebbten langsam. Wirkliche Brüche in der Aktenführung lassen sich in der Regel nicht feststellen. Die Registratur des Reichskolonialministeriums bildete daher 1919 einen geschlossenen und nach dem weitgehenden Verlust der kolonialpolitischen Aufgaben in den Augen vieler sogar abgeschlossenen Körper.</p>
                <p>Die Akten verteilten sich nach den ehemals Geheimen Registraturen des Reichskolonialamts wie folgt:</p>
                <p>Geheime Registratur KA I Ostafrika</p>
                <p>Geheime Registratur KA II Südwestafrika</p>
                <p>Geheime Registratur KA III Südsee</p>
                <p>Geheime Registratur KA IV Kamerun und Togo</p>
                <p>Geheime Registratur KA V Rechtssachen</p>
                <p>Geheime Registratur KA VI Wissenschaftliche und Medizinalsachen</p>
                <p>Geheime Registratur KA VII Allgemeines</p>
                <p>Geheime Registratur KA VIII Landwirtschaft</p>
                <p>Geheime Registratur KA I-VII Fremde Länder und Besitzungen</p>
                <p>Geheime Registratur KB I Etats- und Rechnungswesen</p>
                <p>Geheime Registratur KB II Technische Sachen</p>
                <p>Geheime Registratur KB III Eisenbahnsachen</p>
                <p>Bereits in der Kabinettsssitzung am 1. Sept. 1919 war der Reichsminister des Innern Matthias Erzberger auf die Akten des damals noch existierenden Kolonialministeriums zu sprechen gekommen und hatte angeregt, dass man &quot;die Archive des Reichskolonialamts und des Reichs-Marineamts mit den entsprechenden Einrichtungen des Großen Generalstabes vereinigen und in einer noch zu bestimmenden Stadt ein selbständiges Reichsarchiv schaffen solle, das dem Reichsministerium [Kabinett] unmittelbar unterstellt sein würde.&quot; Dem hatte Ministerialdirigent Meyer-Gerhard in seiner Denkschrift vom 30. Sept. 1919 widersprochen und die Übergabe sowohl der Akten als auch der umfangreichen Bibliothek des Reichskolonialministeriums an das Auswärtige Amt gefordert, bei dem er auch die dauerhaft zu erhaltenden Organisationseinheiten des Kolonialministeriums angesiedelt sehen wollte. Nur die nicht mehr benötigten Akten sollten vernichtet oder dem Reichsarchiv übergeben werden.</p>
                <p>Tatsächlich wurden die Akten zunächst dem Reichsministerium für Wiederaufbau übergeben und 1924 beim Übergang der Kolonialabteilung in das Auswärtige Amt einer Sichtung unterzogen. Ein Inventar weist nach, welche Akten unmittelbar dem Reichsarchiv übergeben wurden, an das Auswärtige Amt übergingen oder gleich vernichtet wurden. Während nur sehr wenige Akten sofort vernichtet wurden und der bei weitem größte Teil der Akten gleich an das Archiv abgegeben wurde, beanspruchte das Auswärtige Amt neben einigen Unterlagen von grundsätzlicher Bedeutung selbst aus langen chronologischen Bandfolgen meist nur diejenigen Bände, die für die aktuellen Geschäfte von Wichtigkeit waren und überließ die älteren Bände jeweils dem Archiv. Aber auch die vom Auswärtigen Amt übernommenen Akten sind im Laufe des kontinuierlichen Reduktionsprozesses, dem die kolonialpolitische Unterabteilung bzw. das &quot;Kolonialreferat&quot; ausgesetzt war, zu einem großen Teil an das Reichsarchiv abgegeben worden. Reste dieser Unterlagen sind im Februar 2000 vom Auswärtigen Amt an das Bundesarchiv abgegeben worden.</p>
                <p>Im Reichsarchiv dürfte sich 1945 also eine weitgehend geschlossene Überlieferung der zentralen Kolonialverwaltung des Deutschen Reichs befunden haben. Der organische Charakter der Überlieferung verbot eine Aufgliederung der Unterlagen, so dass die gesamte Überlieferung in einem Bestand Reichskolonialamt zusammengefasst wurde. Bei der Zerstörung des Reichsarchivs am 14. April 1945 wurden die Akten der Reichskolonialverwaltung stark in Mitleidenschaft gezogen. Ca. 30 % des Bestands verbrannten, darunter vollständig die Registraturen KB I (Etats- und Rechnungswesen), II (Technische Sachen) und III (Eisenbahnsachen). Auch die Akten der Schutztruppen und die ins Reichsarchiv gelangten Akten der Verwaltungen einzelner Schutzgebiete sind den Flammen vollständig zum Opfer gefallen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Im Zentralen Staatsarchiv der DDR in Potsdam wurde bei der Bearbeitung des Bestands 10.01 Reichskolonialamt die ursprüngliche Registraturordnung als Klassifikation für den Bestand verworfen. Die registraturmäßige, systematische und territoriale Ordnungskriterien verbindende Mischordnung wurde durch eine Gliederung ersetzt, welche die Akten nach Möglichkeit nach territorialen Gesichtspunkten ordnete. Im Zuge der Überarbeitung der im Zentralen Staatsarchiv erstellten Findbücher für das vorliegende Findbuch wurde unter Zuhilfenahme der im Jahr 2000 in das Bundesarchiv gelangten Registraturhilfsmittel die ursprüngliche Ordnung des Bestands jedoch weitestgehend wieder hergestellt. Die sich aus den Kontexten der ursprünglichen Regi‧straturordnung ergebenden inhaltlichen Zusammenhänge ermöglichen nach Ansicht des Bearbeiters einen besseren und an der Struktur der Kolonialverwaltung orientierten Überblick über die Gesamtüberlieferung als eine die systematische Aspekte verschleiernde &quot;Regionalisierung&quot; des Bestands.</p>
                <p>Der frühere &quot;Koblenzer&quot; Bestand R 101 Reichskolonialamt bestand größtenteils aus Kopien, die der Kolonialschriftsteller Georg Thielmann-Groeg vor allem im Reichsarchiv aus den Akten des Reichskolonialamts angefertigt hat. In einem Anhang wird die auf das einzelne Aktenstück hinuntergehende Erschließung dieser Sammlung diesem Findbuch beigegeben, weil sie - mit einem Schwerpunkt auf Deutsch-Südwestafrika - wichtige Dokumente zur deutschen Kolonialgeschichte in komprimierter Form zusammenstellt.</p>
                <p>Aus konservatorischen Gründen wurden die überformatigen Anlagekarten aus den Aktenbänden des Bestands R 1001 entnommen und durch Verweisblätter ersetzt. Die Karten wurden auf Farb-Makrofiches aufgenommen und in einem Karten-Nebenbestand unter der Bezeichnung R 1001 Kart organisiert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Deutsches Kolonialblatt. Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reiches. Jg. 1-32, Berlin 1890-1921 [RD 15/1].</p>
                <p>Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten. Wissenschaftliche Beihefte zum Deutschen Kolonialblatt. Jg. 1911-1918 [RD 15/14].</p>
                <p>Ergänzungsheft zu den Mitteilungen Jg. 1910 [RD 15/15]</p>
                <p>Veröffentlichungen des Reichskolonialamts, 1911-1915 [RD 15/13].</p>
                <p>Jahresberichte des Reichskolonialamts über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete, 1891-1914 [RD 15/2]</p>
                <p>Stenographische Berichte über die Verhandlungen des Deutschen Reichstages. 1 (1867) - 325 (1918). Berlin 1867-1918</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Kaulich, Udo: Die Geschichte der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1884-1914). Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main u.a. 2001</p>
                <p>Pflanze, Otto: Bismarck. Bd. 2: Der Reichskanzler. München 1998</p>
                <p>Pogge von Strandmann, Hartmut: Der Kolonialrat. In: Heyden, Kolonialmetropole Berlin, 32-34</p>
                <p>Schiefel, Werner: Bernhard Dernburg 1865-1937. Kolonialpolitiker und Bankier im wilhelminischen Deutschland. Zürich 1975 = Beiträge zur Kolonial- und Überseege‧schichte, Bd 11</p>
                <p>Schinzinger, Francesca: Die Kolonien und das Deutsche Reich. Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Besitzungen in Übersee. Stuttgart 1984 = Wirtschaftliche Paperbacks Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Bd 20</p>
                <p>Schmädecke, Jürgen: Wählerbewegung im Wilhelminischen Deutschland. Die Reichstagswahlen von 1890 bis 1912. 2 Bde. Berlin 1995</p>
                <p>Westphal, Wilfried: Geschichte der deutschen Kolonien. München 1984</p>
                <p>Zimmerer, Jürgen: Deutsche Herrschaft über Afrikaner. Staatlicher Machtanspruch und Wirklichkeit im kolonialen Namibia. Hamburg 2001 = Europa - Übersee, Bd. 10</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1907 Bildung des Reichskolonialamts aus der seit 1890 bestehenden Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts; 1919 Umwandlung in ein Reichskolonialministerium und Übernahme der Abwicklungsgeschäfte für die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete; nach dessen Auflösung 1920 Übernahme der Aufgaben durch das Reichsministerium für Wiederaufbau (Kolonialzentralverwaltung) bis zu seiner Auflösung 1924; danach Bearbeitung der Kolonialangelegenheiten wieder durch das Auswärtige Amt.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden des Schutzgebietes Samoa</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1879-01-01/1914-12-31">1879-1914</unitdate>
                <physdesc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Neuguinea</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1914-12-31">1884 - 1914</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>0,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 157-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsches Konsulat in Adana</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1903-01-01/1918-12-31">1903-1918</unitdate>
                <physdesc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 157-III F</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Konsulate in Palästina (Jerusalem, Jaffa, Haifa)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1840-01-01/1939-12-31">1840-1939</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Nachlässe und Nachforschungen im Ausland</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>1820 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 157-IV F</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsches Generalkonsulat in Sansibar</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1833-01-01/1914-12-31">1833-1914</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>0,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Gesellschaft, Oslo</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1889-01-01/1944-12-31">1889-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>9 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Waffenstillstandskommission</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1920-12-31">1918-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1110 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_9ee1fe7b-5811-45c9-8a60-62c8e2128959"/>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Zentralregistratur und Generalreferat; Sachgebiet II Presse; Sachgebiet III Auskunfts- und Passangelegenheiten; Sachgebiet VI Militärangelegenheiten; Sachgebiet VIII Angelegenheiten des westlichen besetzten Gebietes (außer Elsass-Lothringen) und der neutralen Zone; Sachgebiet IX Polen; Sachgebiet S III Lebensmitteleinfuhr; sachgebietsübergreifende Akten 1918-1920; Registraturhilfsmittel; Drucksachen; Handakten des finanziellen Sachverständigen der WAKO, Dr. Carl Melchior.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand wurde 1929 vom Auswärtigen Amt an das Reichsarchiv übergeben und in der Abfolge der Registratursignaturen erweitert verzeichnet.</p>
                <p>Nach der Auslagerung der Akten während des zweiten Weltkrieges übernahm nach 1945 das Deutsche Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv Potsdam) den Bestand Waffenstillstandskommission. Konkrete Angaben über kriegsbedingte Auslagerungsverluste konnten aufgrund fehlender Findmittel nicht gemacht werden. Aus den ins Reichsarchiv übernommenen Signaturen der einzelnen Aktenbände ist zu ersehen, dass die Verluste zum Teil erheblich waren. Die erste Bearbeitung erfolgte im Reichsarchiv von Jan. 1932 bis Apr. 1933 und erneut bis Aug. 1934.</p>
                <p>Archivische Bewertgung und Bearbeitung</p>
                <p>Wie das Auswärtige Amt seinerzeit mitteilte, wurden die Akten vor der Abgabe an das Reichsarchiv einer, allerdings nur rein äußerlichen, Durchsicht unterzogen. Hierbei wurden die zahlreichen Dubletten und Abschriftensammlungen ausgesondert, die jede Abteilung getrennt für sich angelegt hatte. Die Drucksachensammlung des Bestandes übernahm die Bibliothek des Auswärtigen Amts. Teile der Akten mussten im Reichsarchiv umgeheftet werden, da die Wako-Registratur überwiegend Leitz-Ordner verwandte, von denen viele nur wenige Unterlagen beinhalteten. Anhand des Aktenverzeichnisses fasste das Auswärtige Amt oft 4-5 sachlich zusammengehörige, getrennt angelegte Aktenstücke, zu einem Aktenband zusammen. Sowohl auf der Akte als auch auf dem Rücken derselben waren die Betreffe ausgewiesen, so dass die Zerlegung der Vorgänge im Reichsarchiv mühelos vorgenommen werden konnte. Aktenmappen, die Dokumente enthielten, wurden gebunden, Aktenmappen, die nur Durchschläge ohne Marginalien beinhalteten in Schnellhefter eingeordnet.</p>
                <p>Unterlagen generellen Inhalts, wie Sitzungsprotokolle der Reichsministerien, sind in den Wako-Akten nicht überliefert. Die Wako erhielt ihre Weisungen von den Reichsministerien, bei denen sich das entsprechende Aktenmaterial auch befinden dürfte. Sie handelte nur in speziellen Angelegenheiten, die man als eine Art Zusammenarbeit mit der Interalliierten permanenten Waffenstillstandskommission (Commission interalliée permanente d&apos;armistice abgekürzt Cipa) betrachtete.</p>
                <p>Entsprechend der Aussagen des Auswärtigen Amts wurden von den bearbeiteten Akten nur die zahllosen Einreisegesuche nach Elsass-Lothringen bzw. dem besetzten Gebiet im Westen ausgesondert. Letztere wurden in Listen den Ententemächten übergeben, listenmäßig von diesen erledigt und später seitens der Wako formularmäßig beantwortet.</p>
                <p>In ihrer kurzen Geschichte hatte die Waffenstillstandskommission zu keiner wirklich stabilen Organisationsform finden können. Demzufolge konnte auch kein länger-</p>
                <p>fristig gültiges Registraturschema gefunden werden. Ohne eine wesentlich inhaltliche Überarbeitung wurden die Aktentitel, weitgehend in Nominalform, in die Datenbank</p>
                <p>eingegeben. Zu umfangreiche Enthält-Vermerke erfuhren inhaltliche Kürzungen. In Anlehnung an das überlieferte Aktenverzeichnis und die Organisationsstruktur der Wako entstand die vorliegende Klassifikation, die durch die archivische Bildung von Serien und Bandfolgen einige Veränderungen erfuhr. Durch die Vermischung mehrerer Vorgänge innerhalb einer Akte war eine eindeutige Zuordnung in das Klassifikationsschema nicht immer möglich. Die zur Zeit gültigen durchgehenden Signaturen des Bestandes Waffenstillstandskommission wurden in den 90er Jahren im Bundesarchiv vergeben.</p>
                <p>Die notwendigen Arbeiten und Änderungen für die datenbankgestützte Umsetzung und die Erstellung einer Online-Version erfolgte im Jahre 2006.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Deutsche Waffenstillstandskommission. Drucksachen 1-12, Berlin 1919.</p>
                <p>Mitteilungen der Waffenstillstandskommission. Hrsg. vom Pressereferat, Nr. 1-15, Berlin 1919.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 7. Nov. 1918 Bildung der Waffenstillstandskommission (WAKO) zur Führung der Waffenstillstandsverhandlungen mit der Interalliierten permanenten Waffenstillstandskommission (Commission interalliée permanente d&apos;armistice); zunächst dem Reichskanzler unmittelbar unterstellt, seit Februar / März 1919 dem Auswärtigen Amt; Auflösung am 30.9.1920.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8133</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Neu-Guinea-Compagnie, Berlin</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1936-12-31">1884-1936</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Übernahme von Neu-Guinea und den Salomon - Inseln durch das Deutsche Reich mit Hilfe der Neu-Guinea-Kompagnie (Kaiserliche Schutzbriefe); Geschäftsberichte der Direktion und Geschäftskorrespondenz.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Aus dem Konsortium, das in den Jahren 1884-1885 zahlreiche Entdeckungsreisen in Neu-Guinea unternommen hatte, konstituierte sich unter Leitung von Adolph von Hansemann 1885 die Neu-Guinea-Kompagnie in Berlin: Ziel war in der Südsee ein Staatswesen mit eigenen Hoheitsrecht unter dem Schutz des Deutschen Reiches zu errichten; im Mai 1889 übernahm das Deutsche Reich vorübergehend bisSept. 1892 die Verwaltung des Schutzgebietes, die Kosten trug weiterhin die Kompagnie; als die Investitionen 1893 auf 7 Mill. Mark angestiegen und in der Bilanz nur Verluste aufgewiesen wurden, ging im April 1895 die Verwaltung auf das Deutsche Reich über; die Kompagnie wurde damit eine reine private Erwerbsgesellschaft, die sich 1900 in eine deutsche Kolonialgesellschaft umwandelte; Sitz wurde Rabaul; nachdem der Besitz der Neu-Guinea-Kompagnie 1920 von Australien beschlagnahmt worden war, suchte sie sich in Venetzuela und Kamerun ein neues Betätigungsfeld.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1505</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">15.05</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für das Auswanderungswesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1902-01-01/1945-12-31">1902-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>45 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakteristik:</p>
                <p>Die 1951 dem Deutschen Zentralarchiv in Potsdam übergebenen Akten enthielten im Wesentlichen Anfragen von Einzelpersonen, privatrechtlichen Vereinigungen und Behörden nach dem Verbleib von Auswanderern, von Kriegsgefangenen und Zivilinternierten des Ersten Weltkrieges, Vorgänge über die Regelung von Vermögens- und Erbschaftsangelegenheiten, Schriftverkehr über Suchbogenaktionen und Nachrichtenübermittlungen mit Auslandsvertretungen, deutschen und ausländischen Behörden sowie Gesuche um Freilassung und Auslieferung von Kriegsgefangenen und Zivilinternierten. Vorgänge über Grundsatzfragen des Auswanderungswesens, die Organisation und den Aufgabenbereich der Auswanderungsbehörden fehlen.</p>
                <p>Die nach der archivfachlichen Bearbeitung verbliebenen 45 AE (1,3 lfm) des Bestandes sind drei Klassifikationsgruppen zugeordnet: Auskunftserteilung für Auswanderungsinteressenten 1902-1928 (18), Nachforschungen nach zivilinternierten deutschen Reichsangehörigen 1914-1923 (17), Geschäftsbetrieb und Personalakten 1920-1945 (10).</p>
                <p>‧‧</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Deutsche Zentralarchiv Potsdam übernahm am 30. November 1951 Akten der &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; im Umfang von rund 1.400 Leitzordnern aus dem Keller des Standesamtes I, Berlin C 2, Stralauer Straße 42/43. Nach Mitteilung der früheren Hauptabteilung Archivwesen beim Ministerium des Innern der DDR waren diese Akten im Gebäude des ehemaligen Reichsarchivs in Troppau gefunden und von der CSSR zu einem nicht bekannten Zeitpunkt nach Berlin abgegeben worden. Ermittlungen zufolge, die nach 1945 angestellt wurden, sollen die Akten der Reichsstelle für das Auswanderungswesen (zuletzt &quot;Amt VI Reichswanderungsstelle&quot; des Hauptamtes Volksdeutsche Mittelstelle) in den Jahren 1944/45 in das Posterholungsheim Templin sowie in das Reichsarchiv in Troppau ausgelagert worden sein. Bei den nach Templin ausgelagerten Akten handelte es sich u.a. um Länder- und Verwaltungsakten aus der Zeit von 1918 bis 1945, Deutschstämmigkeitsakten aus der Zeit von 1920 bis 1945, Akten aus der 1943 aufgelösten Abteilung VI des Reichsministeriums des Innern sowie um Personalakten der Personalregistratur. Diese Akten waren 1946 nicht mehr auffindbar gewesen. Von den nach Troppau ausgelagerten Akten - es soll sich um über 12.000 Leitzordner über 170.000 deutsche Zivilinternierte in aller Welt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gehandelt haben - gelangten die vorerwähnten 1.400 Leitzordner in das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam. Die Akten befanden sich in einem außerordentlich schlechten Erhaltungszustand, waren ungeordnet und unverzeichnet. Es handelte sich um sehr bruchstückhaft überlieferte Unterlagen über Einzelfälle aus der Tätigkeit der &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot;, der &quot;Reichswanderstelle&quot;, des &quot;Reichswanderungsamtes&quot; und der &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot;.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Auf Grund mangelnder Archivwürdigkeit wurden zu Anfang der 1960er Jahre rund 1.360 Akteneinheiten des Bestandes kassiert. 44 Akteneinheiten verblieben als Bestand 15.05 &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; zur dauernden Aufbewahrung. Sie ermöglichen einen Einblick in Arbeitsgegenstand und -methode der Auswanderungsbehörden. Die erste Verzeichnung der Akten erfolgte 1960. Angesichts der vorliegenden fragmentarischen Überlieferung beschränkten sich die Ordnungsarbeiten auf eine Gliederung nach sachlichen Gesichtspunkten. Folgende Klassifikationsgruppen wurden gebildet: Gruppe I Auskunftserteilung für Auswanderungsinteressenten Gruppe II Nachforschungen nach zivilinternierten deutschen Reichsangehörigen Gruppe III Organisation und Geschäftsbetrieb Die Ersterschließung von 1960/63 leistete Wolfgang Merker. Das von ihm erarbeitete Findbuch bildet die Grundlage für das vorliegende Findmittel. Bei der Überarbeitung im Jahre 2009 wurde ein bislang unverzeichnetes Fragment in den Bestand integriert (R 1505/45). Die Klassifikation des Bestands wurde beibehalten. Nachträglich wurden Serien und Bandfolgen gebildet. Die Verzeichnungsangaben sowie die behörden- und bestandsgeschichtliche Einleitung wurden redaktionell überarbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Die Überlieferung der &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; ergänzen weitere Bestände des Bundesarchivs, die Vorgänge zur Thematik Auswanderungsangelegenheiten umfassen:</p>
                <p>R 1501 Reichsministerium des Innern</p>
                <p>R 901 Auswärtiges Amt</p>
                <p>R 57 Deutsches Ausland-Institut</p>
                <p>R 906 Reichsstelle für Nachlässe und Nachforschungen im Ausland</p>
                <p>R 1001 Reichskolonialamt</p>
                <p>R 2103 Restverwaltung der Reichsaufgaben (Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene)</p>
                <p>R 8023 Deutsche Kolonialgesellschaft</p>
                <p>R 8024 Kolonialgesellschaftliches Komitee</p>
                <p>R 8063 Familiendienst für Ausgewanderte</p>
                <p>R 4901 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung</p>
                <p>R 59 Volksdeutsche Mittelstelle</p>
                <p>R 8097 Siedlervermittlungsstelle der Gesellschaft zur Förderung der Neuen Kolonisation</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Nachrichtenblatt des Reichsamts für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswan‧derung 1919-1944, seit 1921: Nachrichtenblatt des Reichswanderungsamts, später bis 1944: Nachrichtenblatt der Reichsstelle für das Auswanderungswesen (RD 24/1)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 176; Aufbruch in die Fremde. Europäische Auswanderung nach Übersee, hg. v. Dirk Hoerder, Bremen 1992; Bretting, Agnes; Bickelmann, Hartmut: Auswanderungsagenturen und Auswanderungsvereine im 19. und 20. Jahrhundert, Stuttgart 1991; Straaten, Axel von der: Die Rechtsordnung des Zweiten Kaiserreiches und die deutsche Auswanderung nach Übersee 1871-1914, Berlin (u.a.) 1997; Schöberl, Ingrid: Amerikanische Einwandererwerbung in Deutschland 1845-1914, Stuttgart 1990</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1902-1918 Zentralauskunftsstelle für Auswanderer, 1918-1919 Reichsstelle für deutsche Rückwanderung und Auswanderung, 1919-1924 Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung, 1924-1945 Reichsstelle für das Auswanderungswesen. Wesentliche Aufgaben: Aufklärung der Öffentlichkeit über Aussichten für deutsche Auswan‧derer, Förderung der Fürsorgebestrebungen, Regelung der Wanderungsbewegungen: Teil‧aufgaben waren 1924 auf die Reichsstelle für Nachlässe und Nachforschungen im Ausland übergegangen</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Die &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; war in der Zeit von 1924 bis 1943 als zentrale deutsche Beratungs- und Beobachtungsstelle für die Auswanderungsbewegung tätig. Sie übernahm weitgehend den Arbeits- und Aufgabenbereich, wie er sich bei der &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; (1902-1919) herausgebildet hatte, von der &quot;Reichsstelle für deutsche Rück- und Auswanderung&quot; (Rückwanderungsstelle; 1918-1919) fortgeführt und vom &quot;Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung&quot; (Reichswanderungsamt; 1919-1924) ausgebaut worden war.</p>
                <p>Das Auswärtige Amt und die Auslandsvertretungen des Deutschen Reiches wurden vom Reichskanzler mit der Auskunftserteilung an Auswanderungsinteressenten betraut. Die Bearbeitung von Grundsatzfragen des Auswanderungswesens fiel sowohl in die Kompetenz des Auswärtigen Amtes als auch in jene des Reichskanzleramtes und des späteren Reichsamtes bzw. Reichsministeriums des Innern.</p>
                <p>Bis zum Jahre 1897 galt die bundesstaatliche Auswanderungsgesetzgebung. Das Reich regelte bis dahin nur einige Einzelfragen, die mit der Auswanderung in einem gewissen Zusammenhang standen (z.B. §§ 1 und 3 des Passgesetzes vom 12. Oktober 1867, Staatsangehörigkeitsgesetz vom 1. Juni 1870). Erst mit dem Auswanderungsgesetz vom 9. Juni 1897 (s. Reichsgesetzblatt 1897, S. 463) wurde ein reichseinheitliches Auswanderungsrecht geschaffen. Das Auswanderungsgesetz bestätigte den Reichskanzler als oberste Aufsichtsinstanz auf dem Gebiet des Auswanderungswesens.</p>
                <p>Gemäß § 38 des Auswanderungsgesetzes wurde dem Reichskanzler (Auswärtiges Amt) ein &quot;Beirat für das Auswanderungswesen&quot; (1898-1924) beigegeben. Arbeits- und Aufgabenbereich des Beirats richteten sich nach dem vom Bundesrat erlassenen Regulativ vom 17. Februar 1898 (vgl. Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 17. Februar 1878, in: Central-Blatt für das Deutsche Reich 1898, S. 98; BArch, R 1501/101567). Der Vorsitzende des Beirats wurde vom Kaiser ernannt, die Mitglieder wurden vom Bundesrat für die Dauer von zwei Jahren ausgewählt. Die laufenden Geschäftsarbeiten des Beirats erledigten Kanzleikräfte des Auswärtigen Amtes. Dem Beirat für das Auswanderungswesen stand nur eine beratende Funktion bei der Konzessionierung von Siedlungsgesellschaften und Auswanderungsunternehmen zu.</p>
                <p>Die Zirkularinstruktion des Reichskanzlers vom 10. Juni 1898 zur Ausführung des Auswanderungsgesetzes verpflichtete die deutschen Konsularbehörden, dem Auswärtigen Amt ständig Informationen und Unterlagen für die Auskunftserteilung auf dem Gebiet des Auswanderungswesens zuzuleiten (vgl. BArch, R 1501/101574). Bald nach Inkrafttreten des Auswanderungsgesetzes verfolgte Bestrebungen zur Begründung einer zentralen Auskunftseinrichtung für Auswanderer führten nicht zur Konstituierung einer entsprechenden selbständigen Reichsbehörde. Es wurde vielmehr einer der bereits bestehenden privaten Auskunftsvereine, die &quot;Deutsche Kolonialgesellschaft&quot;, mit der Auskunftserteilung beauftragt. Sie wurde unter staatliche Aufsicht gestellt und staatlicherseits finanziell unterstützt. Vor dem Jahre 1902 waren im Deutschen Reich unter anderem folgende Privatvereinigungen auf dem Gebiet der Auswanderungsberatung tätig:</p>
                <p>Deutsche Kolonialgesellschaft, Berlin,</p>
                <p>Verein für Auswandererwohlfahrt, Hannover,</p>
                <p>Zentralverein für Handelsgeografie und Förderung deutscher Interessen im Ausland, Berlin, Leipzig, Jena, Stuttgart,</p>
                <p>Evangelischer Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer, Witzenhausen,</p>
                <p>St. Raphaelsverein, Limburg (Lahn),</p>
                <p>Zentralbüro für Auskunftserteilung an Auswanderer und für deutsche Unternehmungen im Ausland, Berlin,</p>
                <p>Öffentliche Auskunftsstelle für Auswanderer, Dresden,</p>
                <p>Deutscher Auswandererverein von Seyffert, Berlin,</p>
                <p>Deutsch-Brasilianischer Verein, Berlin,</p>
                <p>Überseeischer Verein, München,</p>
                <p>Alldeutscher Verband, Berlin,</p>
                <p>Deutscher Schulverein,</p>
                <p>Nachtigallengesellschaft,</p>
                <p>Evangelischer Afrikaverein,</p>
                <p>Katholischer Afrikaverein.</p>
                <p>Die Deutsche Kolonialgesellschaft eröffnete am 1. April 1902 die &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; (1902-1919) als Verwaltungsabteilung der Kolonialgesellschaft mit Sitz in Berlin (vgl. BArch, R 1501/101573). Die Zentralauskunftsstelle stand unter der Aufsicht des Präsidenten der &quot;Deutschen Kolonialgesellschaft&quot;, der mit Genehmigung des Reichskanzlers den Leiter der Zentralauskunftsstelle ernannte. Der Leiter der Zentralauskunftsstelle zeichnete für die Geschäftsführung und die Veröffentlichungen der Stelle verantwortlich. Der Reichskanzler übte das Oberaufsichtsrecht über die Zentralauskunftsstelle aus.</p>
                <p>Für die Organisation der Zentralauskunftsstelle galten die in den &quot;Grundzügen für die Regelung der Auskunftserteilung an Auswanderungslustige&quot; sowie die in der &quot;Geschäftsordnung der Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; festgelegten Bestimmungen. Die Auskunftserteilung erstreckte sich auf alle außerdeutschen Gebiete sowie auf die deutschen Kolonien. Sie erfolgte kostenlos, und zwar entweder unmittelbar durch die Zentralauskunftsstelle oder durch Zweigstellen der Zentralauskunftsstelle. Als Zweigstellen fungierten sowohl Abteilungen der Deutschen Kolonialgesellschaft als auch private Auswanderervereine und -organisationen. Die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer verfügte über ein Netz von mehr als 50 ehrenamtlichen Zweigstellen. Der Zentralauskunftsstelle fiel als Hauptaufgabe die propagandistische Einwirkung auf den aus dem Deutschen Reich abfließenden Auswandererstrom zu. Die deutsche Auswanderungsbewegung sollte möglichst wirksam eingedämmt und unter Kontrolle gebracht werden.</p>
                <p>Bis zum Jahre 1914 stand die Auskunftserteilung über Möglichkeiten der Auswanderung in die deutschen Kolonien, in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Südamerika im Vordergrund. Dieser Beratungs- und Aufklärungstätigkeit lief eine entsprechende Sammlung, Sichtung und Verarbeitung der von den diplomatischen und konsularischen Vertretungen des Deutschen Reiches über das Auswärtige Amt bei der Zentralauskunftsstelle eingereichten Nachrichten und Unterlagen parallel. Ähnliche Informationen über die Lage und die Aussichten der Auswanderer im Ausland gingen der Zentralauskunftsstelle auch von Körperschaften des öffentlichen Rechts, gemeinnützigen Vereinigungen und eingetragenen Vereinen des In- und Auslandes zu. Dabei arbeitete die Zentralauskunftsstelle eng mit den im Deutschen Reich selbständig wirkenden Auswanderervereinen zusammen. Die Zentralauskunftsstelle gab Auskunftshefte über die Einwanderungsbestimmungen, über die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Berufsaussichten in verschiedenen Ländern heraus, z.B. in Paraguay, Mexiko, Chile, Argentinien oder in dem brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul.</p>
                <p>Am 9. Mai 1902 konstituierte sich der &quot;Beirat der Deutschen Kolonialgesellschaft für die Zentralauskunftsstelle&quot; - Auskunftsbeirat (vgl. Barch, R 1501/101573). Der Auskunftsbeirat stand dem Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft oder seinem Vertreter bei der Ausübung der Aufsicht über die Zentralauskunftsstelle zur Seite. Die Beiratsmitglieder setzten sich zu einem Drittel aus Vertretern der Deutschen Kolonialgesellschaft und zu zwei Dritteln aus dem Vorsitzenden derjenigen Auskunftsvereine und Organisationen zusammen, die sich der Zentralauskunftsstelle angeschlossen hatten. Die jährlich einmal vom Präsidenten der Deutschen Kolonialgesellschaft nach Berlin einberufenen ordentlichen Beiratssitzungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Leiter der Zentralauskunftsstelle legte dem Auskunftsbeirat nach eingeholter Zustimmung des Reichskanzlers den Jahresgeschäftsbericht der Zentalauskunftsstelle zur Bestätigung vor. Der Reichskanzler konnte sich bei den Beiratssitzungen durch Kommissare vertreten lassen und gegen die dort gefassten Beschlüsse sein Veto einreichen.</p>
                <p>Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte die &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; ihre Auskunftstätigkeit für Auswanderungsinteressenten ein. Nachdem zu Kriegsbeginn vom preußischen Kriegsministerium für Nachforschungen nach Kriegsvermissten, Gefallenen und deren Nachlässen ein &quot;Zentralnachweisamt für Kriegsverluste und Kriegsgräber&quot; begründet worden war, übertrug das Auswärtige Amt der Zentralauskunftsstelle ähnliche Aufgaben vor allem für den Kreis der zivilinternierten Reichsangehörigen. Die Zentralauskunftsstelle übernahm auf der Grundlage der Bekanntmachung des Reichskanzlers über die Schaffung einer &quot;Zentralstelle für die Erteilung von Auskünften über Deutsche im feindlichen Ausland&quot; vom 1. September 1914 die Auskunftserteilung, Geldüberweisung, Nachrichtenübermittlung, Bearbeitung von Freilassungsanträgen und Nachforschung nach deutschen Reichsangehörigen sowohl in den Entente- als auch in den neutralen Staaten (vgl. Deutscher Reichsanzeiger Nr. 205 vom 1. September 1914). Durch Erlass des Reichskanzlers vom 30. September 1914 wurde die &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; als eine &quot;Reichskommission für die Angelegenheiten der deutschen Zivilpersonen in Feindesland&quot; mit behördlichem Charakter dem Auswärtigen Amt angegliedert (vgl. BArch, R 1501/118320).</p>
                <p>Noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges trat durch Erlass des Reichskanzlers vom 29. Mai 1918 eine &quot;Reichsstelle für deutsche Rückwanderung und Auswanderung&quot; (Reichswanderungsstelle) beim Reichsamt des Innern zur Regelung der Rückwanderung und der Auswanderung Reichsdeutscher und Volksdeutscher in Erscheinung (Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 29. Mai 1918, in: Deutscher Reichsanzeiger vom 30. Mai 1918 und Königlich Preußischer Staatsanzeiger Nr. 125). Die Reichswanderungsstelle nahm am 1. Juni 1918 ihre Tätigkeit auf, die sich bis Jahresende 1918 fast ausschließlich auf Rückwandererangelegenheiten erstreckte.</p>
                <p>Es ging dabei im Wesentlichen um eine zentrale Einflussnahme auf die Rückwanderung aus den besetzten polnischen, rumänischen und russischen Gebietsteilen. Besondere Aufmerksamkeit wurde aber auch der Rückwanderung aus den westlichen Ententeländern und den deutschen Kolonien gewidmet. Die Reichswanderungsstelle befasste sich in diesem Zusammenhang mit der Sammlung, Sichtung und Verarbeitung von eingehenden Unterlagen, der Auskunftserteilung, der Förderung der Rückwandererfürsorge sowie mit der Organisation der Rückwanderung, der Sicherstellung der Aufnahme, Versorgung, Entsendung und vorläufigen Unterbringung der Rückwanderer. Der Vorsitzende, sein Stellvertreter und die Mitglieder des Beirats der Reichswanderungsstelle wurden vom Reichskanzler ernannt. Der &quot;Beirat der Reichswanderungsstelle&quot; wirkte unter Leitung des Vorsitzenden der Reichswanderungsstelle im Plenum und in den Ausschüssen beratend bei grundsätzlichen Fragen der Rück- und Auswanderung mit (vgl. BArch, R 1501/118318).</p>
                <p>Die Reichswanderungsstelle gliederte sich anfangs in eine Verwaltungs- und eine Beratungsabteilung. Die Beratungsabteilung bestand aus Mitgliedern der Verwaltungsabteilung und aus den Beiratsmitgliedern, die in gemeinsamer Sitzung über Grundsatzangelegenheiten der Rück- und Auswanderung berieten. In der Folgezeit setzte sich die Reichswanderungsstelle aus fünf Arbeitsgruppen zusammen: einer Verwaltungsgruppe, einer Auskunftsgruppe, einer Fürsorgegruppe, einer Rechtsgruppe und einer Wissenschaftlichen Gruppe.</p>
                <p>In den besetzten Ostgebieten unterhielt die Reichswanderungsstelle zwei Außenstellen, die mit Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen abgebaut werden mussten. Das Gebiet südlich der Bahnlinie Polozk-Lida sowie das Generalgouvernement Warschau lagen im Zuständigkeitsbereich der &quot;Deutschen Rückwandererfürsorgestelle Ostgebiet Bezirk Süd&quot; mit dem Hauptbüro in Kowel. Das nördlich der Bahnstrecke Pskow-Wilna-Grodnow gelegene Gebiet gehörte zum Sprengel der &quot;Deutschen Rückwandererfürsorgestelle Ostgebiet Bezirk Nord&quot; mit dem Hauptbüro in Wilna. Beiden Hauptbüros unterstanden mehrere Grenzdurchgangs- und Rückwanderersammellager (vgl. BArch, R 1501/118318).</p>
                <p>In Zentralrussland und in der Ukraine wurden &quot;Beauftragte der Reichswanderungsstelle&quot; eingesetzt (vgl. BArch, R 1501/118318). Sie hatten die Aufgabe, mit der dort lebenden deutschen Bevölkerung in Verbindung zu treten, diese über Siedlungs- und Unterbringungsmöglichkeiten in Deutschland aufzuklären und bei Rechts-, Versorgungs- und Vermögensangelegenheiten zu beraten. Die Beauftragten blieben nur bis zum Abzug der deutschen Truppen bzw. bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrussland tätig.</p>
                <p>Am 1. April 1919 gingen Arbeits- und Aufgabenbereich der &quot;Zentralauskunftsstelle für Auswanderer&quot; auf die Reichswanderungsstelle über (vgl. BArch, R 1501/118318). Der Reichswanderungsstelle oblag seitdem neben der Bearbeitung von Rückwandererangelegenheiten auch die listen- und kartothekmäßige Führung der im Ausland internierten reichsdeutschen Zivilpersonen.</p>
                <p>Organisation und Befugnisse der Reichswanderungsstelle entsprachen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr den Anforderungen, die an die Bearbeitung von Rück-, Ein- und Auswandererfragen gestellt wurden. Durch Verordnung des Reichspräsidenten vom 7. Mai 1919 wurde die Reichswanderungsstelle unter Ausdehnung des Geschäftsbereichs in ein &quot;Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung&quot; (Reichswanderungsamt) umbenannt (vgl. Reichsgesetzblatt 1919, S. 451). Daneben blieben weiterhin der &quot;Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Zivilpersonen in Feindesland&quot; für die Regelung von Kriegsschäden und die &quot;Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene&quot; für die Fürsorge für deutsche Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft und Zivilinternierung zuständig.</p>
                <p>Das Reichswanderungsamt unterstand als selbständig tätige Reichsmittelbehörde gleichzeitig dem Reichsministerium des Innern und dem Auswärtigen Amt. In den Kompetenzbereich des Reichsministeriums des Innern fielen u.a. die Bekämpfung unzuverlässiger Auswanderungsagenten, die Überwachung der privaten Auskunftstätigkeit sowie die Förderung der Wandererfürsorge im Inland. Zum Zuständigkeitsbereich des Auswärtigen Amtes gehörten der Verkehr mit den deutschen Auslandsvertretungen und die Förderung der Wanderungsfürsorge im Ausland.</p>
                <p>Die Zentralstelle des Reichswanderungsamtes in Berlin gliederte sich anfangs in acht, später in vierzehn Arbeitsgruppen, die in drei Abteilungen zusammen gefasst waren. Nach dem bis zur Auflösung des Reichswanderungsamtes gültigen Geschäftsverteilungsplan vom 1. April 1923 war die Zentralstelle folgendermaßen aufgebaut (vgl. BArch, R 1501/118321):</p>
                <p>Abteilung A</p>
                <p>I. Verwaltungsangelegenheiten</p>
                <p>a) Personalsachen</p>
                <p>b) Verwaltungs- und wirtschaftliche Angelegenheiten</p>
                <p>c) Allgemeine Angelegenheiten des Auswanderungsdienstes</p>
                <p>d) Fürsorgeangelegenheiten</p>
                <p>II. Länderangelegenheiten</p>
                <p>1. Europa</p>
                <p>2. Asien</p>
                <p>Abteilung B</p>
                <p>I. Allgemeine Angelegenheiten</p>
                <p>II. Länderangelegenheiten</p>
                <p>1. Afrika</p>
                <p>2. Asien</p>
                <p>3. Australien</p>
                <p>4. Amerika</p>
                <p>C. Hauptauskunftsstelle</p>
                <p>Das Reichswanderungsamt unterhielt amtliche Zweigstellen, die durch Angestellte des Reichswanderungsamtes verwaltet wurden, kommunale Zweigstellen, deren Verwaltung kommunalen Organen überlassen war, und private Zweigstellen. Auf der Grundlage der &quot;Richtlinien für die Anerkennung gemeinnütziger Auskunftsstellen für deutsche Aus-, Rück- und Einwanderer durch das Reichswanderungsamt&quot; vom 1. Juni 1920 übertrug das Reichswanderungsamt an Institutionen und Vereinigungen wie das &quot;Deutsche Auslandsinstitut&quot; in Stuttgart, den &quot;Evangelischen Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer&quot; in Witzenhausen und den &quot;Raphaelverein zum Schutze deutscher katholischer Auswanderer&quot; in Freiburg im Breisgau Aufgaben von Zweigstellen des Reichswanderungsamtes (vgl. BArch, R 1501/118320). Außerhalb des Deutschen Reiches bestanden keine dem Reichswanderungsamt unterstellten Auskunftseinrichtungen.</p>
                <p>In Argentinien, Brasilien und Mexiko wirkten &quot;Sachverständige in Auswanderungsangelegenheiten&quot;, die das Reichswanderungsamt durch Nachrichtenübermittlung und Förderung der Auswanderungsfürsorge unterstützen sollten. Die Sachverständigen waren den deutschen Auslandsvertretungen zugeteilt worden und unterstanden ihnen in dienstlicher und disziplinarischer Hinsicht (vgl. BArch, R 1501/118320).</p>
                <p>Gemäß der Satzung des Reichswanderungsamtes vom 24. Mai 1919 (vgl. BArch, R 1501/118320) konstituierte sich zur gutachterlichen Stellungnahme in grundsätzlichen Wanderungsangelegenheiten ein &quot;Beirat des Reichswanderungsamtes&quot;. Der Beirat setzte sich aus 54 Mitgliedern zusammen, die für eine zweijährige Tätigkeitsdauer vom Reichsministerium des Innern und vom Auswärtigen Amt berufen wurden. Auch in den Zweigstellen des Reichswanderungsamtes nahmen Beiräte ihre Tätigkeit auf. Diese Beiräte vereinigten sämtliche im Wirkungsbereich der Zweigstellen tätigen örtlichen Organisationen, die sich wie die Zweigvereine des &quot;Vereins für das Deutschtum im Ausland&quot;, des &quot;Roten Kreuzes&quot; unter anderem mit Wanderungsfragen beschäftigten.</p>
                <p>Das Reichswanderungsamt betrieb einen ausgedehnten Nachrichtenerfassungs-, Aufklärungs- und Auskunftsdienst. Die Auswanderungsinteressenten sollten auf die in Deutschland vorhandenen Arbeits- und Siedlungsmöglichkeiten hingewiesen und von einer Auswanderung zurückgehalten werden. Die dem Reichswanderungsamt zugeleiteten Informationen und Unterlagen wurden vom Reichswanderungsamt zu Auskunftsheften über Länder, die als deutsche Auswanderungsziele in Betracht kamen, und zu Merkblättern über allgemein interessierende Auswanderungsprobleme verarbeitet. Das Reichswanderungsamt gab zweimal monatlich seit 1919 das &quot;Nachrichtenblatt des Reichsamtes für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung (Reichswanderungsamt)&quot;, seit 1921 unter dem Titel &quot;Nachrichtenblatt des Reichswanderungsamtes (Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung)&quot;, heraus. Das Nachrichtenblatt erschien nach Auflösung des Reichswanderungsamtes bis zum Jahre 1944 unter dem Titel &quot;Nachrichtenblatt der Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot;.</p>
                <p>Der Geschäftsbereich des Reichswanderungsamtes weitete sich bis zum Jahre 1924 ständig aus. Zu Anfang des Jahres 1920 übernahm das Reichswanderungsamt von der Passstelle des Auswärtigen Amtes die Bearbeitung aller schriftlichen und mündlichen Anträge zu Reisemöglichkeiten für Auslandsdeutsche, Auswanderer und Rückwanderer von Deutschland ins Ausland und umgekehrt. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1923 gingen die Aufgaben der Nachlassstelle und des Personenstandsreferats von der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes weitgehend auf das Reichswanderungsamt über (vgl. Nachrichtenblatt des Reichswanderungsamtes 1923, S. 210). Auf diese Weise wurden die Wanderungs-, Nachforschungs-, Nachlass- und Personenstandssachen im Wesentlichen beim Reichswanderungsamt vereinigt.</p>
                <p>Der Aufgabenbereich des Reichswanderungsamtes wurde nur durch die Zuständigkeiten der Reichskommissare für das Auswanderungswesen und des Reichsministeriums des Innern für die Bearbeitung der Auswanderungsschiffsangelegenheiten, für den Verkehr mit den Auswanderer- und Auslandsflüchtlingsfürsorgevereinen und -verbänden sowie für die Entscheidung über Einreiseanträge von Rückwanderern eingeschränkt. Diese Abgrenzung wirkte sich jedoch insofern noch nicht so stark aus, als der Leiter des Reichswanderungsamtes zugleich Sachreferent für Rückwanderungsangelegenheiten und Personalreferent für das Amt im Reichsministerium des Innern war.</p>
                <p>Die von der Verwaltungsabbaukommission ausgehenden Bestrebungen zum Abbau des Reichswanderungsamtes führten zum Beschluss der Verwaltungsabbaukommission vom 24. Januar 1924. Diesem zufolge sollte das Reichswanderungsamt mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 aufgelöst werden. Unter dem Druck der Finanzlage des Deutschen Reiches legten ein Kabinettsbeschluss vom 12. Februar 1924 und die Verordnung vom 28. März 1924 den Auflösungstermin für den 1. April 1924 fest (vgl. BArch, R 1501/118321).</p>
                <p>Durch Verordnung vom 29. März 1924 führte die neu gebildete &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; ab dem 1. April 1924 nur die Bearbeitung der mit der Auswanderungsbewegung zusammen hängenden zentralen Aufgaben weiter (vgl. Reichsgesetzblatt 1924 I, S. 395). Die Reichsstelle für das Auswanderungswesen verarbeitete Informationen und Unterlagen für die Auswandererberatung, leitete einschlägige Materialien an die Beratungsstellen weiter und überwachte die im Deutschen Reich zugelassenen Auswandererberatungsstellen. Die Reichsstelle nahm unter Mitwirkung eines Beirats im Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern ihre Tätigkeit mit einem gegenüber dem Reichswanderungsamt bedeutend eingeschränkten Mitarbeiterkreis wahr. Die Rechtsträgerschaft für die amtlichen Zweigstellen des Reichswanderungsamtes ging mit Wirkung vom 1. April 1924 vom Deutschen Reich auf Körperschaften des öffentlichen Rechts, auf gemeinnützige Vereinigungen und eingetragene Vereine über.</p>
                <p>Nach dem Geschäftsverteilungsplan vom 1. April 1924 (vgl. BArch, R 1501/118322) begann die Reichsstelle ihre Arbeit mit folgenden zu Gruppen zusammengefassten Sachgebieten:</p>
                <p>1. Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten; allgemeine Angelegenheiten der Beratungsstellen und anerkannten Auskunftsstellen; Verkehr mit Vereinen, Gesellschaften und der Presse; Beobachtung der Auswanderungsbewegung; Verhütung und Bekämpfung von Missständen in der Auswanderungsbewegung; Rechtssachen; Geschäftsberichte; Angelegenheiten des Beirats</p>
                <p>2. Personalangelegenheiten</p>
                <p>3. Kassen- und Rechnungssachen</p>
                <p>4. Auswanderungs- und Auskunftsstatistik</p>
                <p>5. Sammlung und Übermittlung des Auskunftsmaterials an die Beratungsstellen sowie Mitarbeit am Nachrichtenblatt für Nord- und Mittelamerika sowie Asien (ohne Sibirien)</p>
                <p>6. desgleichen für Südamerika</p>
                <p>7. desgleichen für West- und Nordeuropa</p>
                <p>8. desgleichen für Südeuropa</p>
                <p>9. desgleichen für Osteuropa und Sibirien</p>
                <p>10. desgleichen für Afrika, Australien und die Südsee</p>
                <p>11. Schriftleitung und Herausgabe des Nachrichtenblattes, der Merkblätter und Auskunftshefte</p>
                <p>12. Innerer Dienst</p>
                <p>13. Bücherei und Archiv</p>
                <p>14. Registratur</p>
                <p>15. Kanzlei.</p>
                <p>Die bis dato vom Reichswanderungsamt bearbeiteten Nachforschungs-, Nachlass- und Personenstandssachen wurden durch Verordnung vom 1. April 1924 der neu begründeten &quot;Reichsstelle für Nachlässe&quot; übertragen (vgl. Reichsgesetzblatt 1924 I, S. 402). Diese Reichsstelle war eine dem Auswärtigen Amt nachgeordnete Behörde mit zentralem Aufgabenbereich. Durch Verordnung vom 30. Dezember 1927 (vgl. Reichsgesetzblatt 1927 I, S. 4) wurde die Reichsnachlassstelle aufgelöst. Sie gab die von ihr bearbeiteten Sachgebiete an das Auswärtige Amt, an die deutschen Auslandsvertretungen und die zuständigen Länderbehörden ab.</p>
                <p>Die Reichsstelle für das Auswanderungswesen verlor während der NS-Zeit beträchtlich an Bedeutung. Die Grundsatzfragen des Auswanderungswesens wurden in stärkerem Maße beim Reichsministerium des Innern, beim Auswärtigen Amt und in der Folgezeit besonders bei Dienststellen der NSDAP und seit 1938/39 des &quot;Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei&quot;, wie z.B. bei der &quot;Volksdeutschen Mittelstelle&quot; und der &quot;Deutschen Umsiedlungs- und Treuhandgesellschaft mbH&quot;, konzentriert. Die Reichsstelle für das Auswanderungswesen unterstand von 1924 bis 1936 der Abteilung II (Volksgesundheit, Wohlfahrtspflege, Deutschtum) und von 1936 bis 1943 der Abteilung VI (Deutschtum, Vermessung) des Reichsministeriums des Innern. Nach Auflösung der Abteilung VI des Reichsministeriums des Innern ging die &quot;Reichsstelle für das Auswanderungswesen&quot; mit den bisher von der Abteilung VI des Reichsministeriums des Innern bearbeiteten Sachgebieten &quot;Flüchtlings- und Rückwandererfürsorge&quot;, &quot;Wanderungswesen&quot;, &quot;Auswanderungsschifffahrt&quot; im Dezember 1943 im &quot;Hauptamt Volksdeutsche Mittelstelle, Amt VI. Reichswanderungsstelle&quot; auf (Vgl. BArch, R 4901/185).</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Politisches Archiv des Auswärtigen Amts</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sonderaufgaben des Gouverneurs von Kamerun, Inbesitznahme, Organisation und Verwaltung des Schutzgebiets; Obergericht für die Schutzgebiete Kamerun und Togo; Bezirksgerichte Douala, Kribi, Lome und Victoria;Verwaltungsdienststellen und sonstige Einrichtungen mit regionaler und Lokaler Zuständigkeit; Schutztruppe für Kamerun; Ortsgruppe Douala in der Landesgruppe Kamerun der NSDAP-AO.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bei dem gesamten Aktenbestand handelte es sich im wesentlichen um die Altaktenregistratur des Gouvernements von Buea. die bei der Räumung im Jahre 1914 dort zurückgelassen worden war. Der Bestand wurde später auf die englische Verwaltung in Buea und auf die französische Verwaltung in Yaounde aufgeteilt und im Jahre 1974 im Nationalarchiv in Yaounde zusammengeführt. Nach der Räumung von Yaounde am 1. Januar 1916 gelangten die Akten nach Vernichtung der nichtbenötigten Teile nach Spanisch-Muni, von dort über Fernando Poo an den Sitz des Gouvernements der Botschaft Madrid. 1919 wurden die Akten in das Reichsarchiv überführt. wo ein großer Teil als nicht aufbewahrungswürdig vernichtet wurde. Der Rest fiel einem Bombenangriff auf Potsdam am 20. April 1945 zum Opfer. Somit bilden die im Nationalarchiv in Yaounde verwahrten Akten - neben den erhalten gebliebenen Akten des Reichskolonialamtes - die einzige amtliche schriftliche Überlieferung über die Zeit der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Bemühungen des Bundesarchivs um die Sicherung und Verfilmung der in Kamerun lagernden Akten aus der Zeit der deutschen Kolonialverwaltung reichen bis in das Jahr 1970 zurück. Durch Vermittlung des Auswärtigen Amtes und der deutschen Botschaft konnte das Bundesarchiv dem Direktor des Nationalarchivs in Yaounde Kamerun anbieten, einen deutschen Archivar für begrenzte Zeit nach Kamerun zu entsenden, um zusammen mit einheimischem Personal die deutschen Bestände zu ordnen und zu verzeichnen. Am 6. August 1971 wurde dem Vorhaben zugestimmt. Nach Lösung diverser organisatorischer, finanzieller und personeller Probleme konnte das Vorhaben in den Jahren 1974/75 realisiert werden. &apos;</p>
                <p>In einem sich anschließenden Projektabschnitt, beginnend im Jahre 1983, sollte auf dem Wege des Mikrofilmaustausches der Aktenbestand verfilmt werden, wobei die technische Ausrüstung dem Nationalarchiv überlassen werden sollte, nachdem während der Verfilmungsaktion einheimisches Personal entsprechend geschult wurde. Die in Kamerun belichteten Filme wurden im Bundesarchiv entwickelt, kontrolliert und dupliziert. Das Nationalarchiv in Yaounde erhielt einen Duplikatfilm.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Allgemeine Verfügungen des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, Jg. 1-3, Ber-lin 1891-1893.</p>
                <p>Die Landesgesetzgebung des Deutsch-Ostafrikanischen Schutzgebiets. Systematische Zusammenstellung der in Deutsch-Ostafrika geltenden Gesetze, Verordnungen usw. Hrsg. vom Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, 2 Bde, 2. Aufl., Tanga, Daressalam 1911.</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Literatur</head>
                <p>Helmuth Stoecker: Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft. Berlin 1960</p>
                <p>Katalog des deutschen Kolonialarchivs in Kamerun. Bearb. von Eldrigde Mohammadou. 1972</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Originalakten befinden sich im Nationalarchiv von Kamerun in Yaounde.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 175-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Obergericht für die Schutzgebiete Kamerun und Togo</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1916-12-31">1884-1916</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 175-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bezirksgerichte Douala, Kribi, Lome, Victoria</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1912-12-31">1901, 1912</unitdate>
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                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
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                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Originalakten befinden sich im Nationalarchiv von Kamerun in Yaounde.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 175-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verwaltungsdienststellen und sonstige Einrichtungen mit regionaler und lokaler Zuständigkeit</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1894-01-01/1919-12-31">1894-1919</unitdate>
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                  <extent>1089 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Originalakten befinden sich im Nationalarchiv von Kamerun in Yaounde.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 175-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Schutztruppe für Kamerun</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1903-01-01/1915-12-31">1903-1915</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Nichtstaatliche Einrichtungen (u.a. Handelsgesellschaften, Missionen, Farmen)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1913-01-01/1939-12-31">1913-1939</unitdate>
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                  <extent>10 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
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                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Originalakten befinden sich im Nationalarchiv von Kamerun in Yaounde.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ortsgruppe Douala in der Landesgruppe Kamerun der NSDAP-Auslandsorganisation</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1938-12-31">1934-1938</unitdate>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme der Schutzherrschaft durch das Deutsche Reich; im Februar 1916 Kapitulation der deutschen Schutztruppe.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsches Staatsministerium für Böhmen und Mähren (zuvor Reichsprotektor in Böhmen und Mähren)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939 bis 1945</unitdate>
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                  <extent>81 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die in das BArch gelangten Schriftgutsplitter beziehen sich vor allem auf Personalangelegenheiten und auf die Organisation und Stellenbesetzung in der oberlandrätlichen Verwaltung. Der Bestand enthält auch einige Akten des Stellvertretenden Reichsprotektors sowie Kopien von Akten im Staatlichen Zentralarchiv in Prag über den Aufstand in der Slowakei im August 1944.</p>
                <p>Den weitaus größeren Teil der erhalten gebliebenen Überlieferung verwahrt das Staatliche Zentralarchiv in Prag.</p>
                <p>Die Aktenbände 1-56 liegen in Form von Mikrofilmen vor, die Signaturen 57-60 als Originalakten.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblatt des Protektorats Böhmen und Mähren. Jg. 1938-1945, Prag 1938-1945 [RD 209/2]</p>
                <p>Verordnungsblatt des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren. Jg. 1939-1945, Prag 1939-1945 [RD 209/3]</p>
                <p>Böhmen und Mähren: Blatt des Reichsprotektors. 1940-1945 [RD 209/16]</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Literatur</head>
                <p>Sammlung der Gesetze und Verordnungen des Protektorates Böhmen und Mähren, 1939ff.</p>
                <p>Vaclav Kral, Die Deutschen in der Tschechoslowakei 1933-1947. Dokumentensammlung, Prag 1964 Stand: Vorarbeiten Gemeinsame Beständeübersicht, Sommer 1990 Detlef Brandes, Die Tschechen unter deutschem Protektorat, 2 Teile, München/Wien 1969/1975</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im März 1939 wurde das Amt des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren eingerichtet. Wesentliche Befugnisse gingen gemäß Führererlaß vom 20.8.1943 auf das Deutsche Staatsministerium für Böhmen und Mähren über, das aus dem Amt des Staatssekretärs beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren geschaffen wurde. (Stand: Vorarbeiten zur Gemeinsamen Beständeübersicht, Sommer 1990)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Staatliches Zentralarchiv in Prag</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">11.03 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für das Ostland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1930-01-01/1945-12-31">1930 bis 1945</unitdate>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Akten der Abteilungen Raumordnung, Jugend, Frauen, Gesundheit und Volkspflege dürften ziemlich vollständig überliefert sein, während die besonders wichtigen Bereiche Politik, Propaganda, Finanzen, Verwaltung und Wirtschaft nur in wenigen Bänden belegt sind.</p>
                <p>Von größerem Wert sind die wenigen restlichen Bände des Chefbüros bzw. die Handakten Lohse, die Aufschluss über den Aufbau, die Tätigkeit und den Abzug der deutschen Zivilverwaltung im Ostland geben.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge der Rückzugs- und Räumungsmaßnahmen wurde ein Großteil der Akten des RKO - wesentliche Verschluss- bzw. Geheimakten wurden kurz vor der Räumung vernichtet - ins Reich verlagert, ein Teil gelangte in das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete, wo sie der amerikanischen Besatzungsmacht in die Hände fielen. Diese Akten wurden im Rahmen der Beschlagnahme deutscher Akten in die USA gebracht und von der American Historical Association, Committee for the Study of War Documents teilweise verfilmt23. Das National Archives in Washington gab die Akten der Zivilverwaltungsbehörden des Ostlandes in den Jahren 1962/63 an das Bundesarchiv ab. Das in Riga und in der Ausweichstelle Libau verbliebene Schriftgut dürfte sich heute in Archiven der Sowjetunion befinden. Eine im Yivo Institute, New York, vorhandene kleine Aktenüberlieferung konnte als Mikrofilm vom Bundesarchiv erworben werden. Die davon hergestellten Rückvergrößerungen sind in den hiesigen Bestand eingearbeitet worden.</p>
                <p>Der in das Bundesarchiv gelangte Aktenbestand ist nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Aktenmenge. Die meisten hier befindlichen Akten sind nur bis Juli/August 1944 fortgeführt, nur wenige Bände, einige Akten des Chefbüros oder Handakten Lohses, die in den Ausweichstellen weitergeführt wurden, belegen die Zeit bis zur Auflösung der Behörde des RKO Anfang 1945. Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten &quot;NS-Archiv&quot; des ehemaligen MfS ergänzt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die an das Bundesarchiv abgegebenen Akten bildeten bei der Übernahme, mit Akten anderer Provenienzen vermischt, ein Konglomerat, das erst sortiert und zugleich num‧meriert werden musste. Der Bestand wurde im Jahre 1977 geordnet und verzeichnet und trotz der Überlieferungslücken im wesentlichen in Anlehnung an die Organisationsstruktur der Behörde klassifiziert.</p>
                <p>Kassiert wurden nur Akten der Dienststellenverwaltung, Wochenstatistiken, Mehrfachüberlieferungen veröffentlichter Anordnungen und Doppelstücke.</p>
                <p>Da die vorläufige Nummerierung der Akten große Leernummer-Lücken bei der Neugliederung bewirkte und bei einem späteren Zugang Doppelnummern vergeben worden waren, sind die Bände noch einmal fortlaufend neu nummeriert worden. Eine entsprechende Konkordanz gewährleistet das Auffinden der Bände mit Hilfe der alten Signaturen.</p>
                <p>Nach der Wiedervereigung Deutschlands erfolgte die Zusammenführung des im Bundesarchiv Koblenz überlieferten größeren Teils des Bestandes (R 90) mit dem weitaus weniger umfangreichen Bestand (11.03) des Zentralen Staatsarchivs Potsdam. Im Jahre 2007 wurde die Überlieferung durch 289 Personalakten des Reichskommissariats für das Ostland aus dem sogenannten &quot;NS-Archiv&quot; des ehemaligen MfS ergänzt. Aus technischen Gründen konnten diese Akten zur Zeit noch nicht in das Online-Findbuch aufgenommen werden.</p>
                <p>Die im Bundesarchiv Koblenz und Zentralen Staatsarchiv Potsdam verzeichneten Erschließungsdaten wurden im Bundesarchiv im Jahre 2007 in die Datenbank integiert und hier für die Erschließung des Online-Findbuches bearbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (R 6)</p>
                <p>Gebietskommissare im Ostland (R 91)</p>
                <p>Generalkommissar in Riga (R 92)</p>
                <p>Generalkommissar Weißruthenien (R 93)</p>
                <p>Reichskanzlei (R 43 II)</p>
                <p>Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55)</p>
                <p>Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30)</p>
                <p>Reichsministerium der Finanzen (R 2)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verkündigungsblatt, ab 1942: Verordnungsblatt des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944. Riga 1942-1944 [RD 206/1, BA: AX 5704].</p>
                <p>Amtlicher Anzeiger des Reichskommissars für das Ostland. Jg. 1942-1944 Riga 1943-1944 [RD 206/2, BA: AX 5705].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bräutigam, Dr. Otto Überblick über die besetzten Ostgebiete,</p>
                <p>Tübingen 1954</p>
                <p>Dallin, Alexander Deutsche Herrschaft in Russland,</p>
                <p>Düsseldorf 1958</p>
                <p>Handrack, H. D. Das Reichskommissariat Ostland,</p>
                <p>Scheden</p>
                <p>Myllyniemi, S. Die Neuordnung der baltischen Länder 1941 -</p>
                <p>1944, Helsinki 1973</p>
                <p>Reitlinger, Gerald Ein Haus auf Sand gebaut,</p>
                <p>Hamburg 1973</p>
                <p>Meyer, Dr. Alfred Das Recht der besetzten Ostgebiete,</p>
                <p>München und Berlin 1943</p>
                <p>Wittrock, Hugo Erinnerungen,</p>
                <p>Lüneburg 1979</p>
                <p>Fleischhauer, Ingeborg Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion,</p>
                <p>Stuttgart 1983</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 17. Juli 1941 Einrichtung durch Führer-Erlass (R 43 II/685 a) als oberste Instanz der Zivilverwaltung im Geschäftsbereich des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete mit Sitz in Riga unter Leitung des Gauleiters und Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein Hinrich Lohse; Untergliederung in die früheren Freistaaten bzw. Sowjetrepubliken Estland, Lettland, Litauen und Weißrussland (&quot;Weißruthenien&quot;, bis zur Herauslösung im Juni 1944), die als Generalkommissariate organisiert wurden; im Zuge des Rückzugs der Wehrmacht seit Sommer 1944 schrittweise Zurückverlegung, zuletzt nach Frankfurt/Oder; am 24. Jan. 1945 Auflösung und Übertragung der verbliebenen Aufgaben auf das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 905</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Übergabe des Saargebietes</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1935-12-31">1919-1935</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>475 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_8ad7d4b2-921a-4e95-b4fb-f0a21fe389a3"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Übergabe des Saargebiets; Finanzwesen im Saargebiet; Verwaltung des Saargebiets; Beamtenfragen; Steuer-, Kassen- und Fürsorgewesen; Post-, Eisenbahn- und Verkehrswesen, Zollangelegenheiten; Bergwesen, Handel und Gewerbe; Kirchen- und Schulangelegenheiten; Arbeiterverhältnisse; Wirtschaftliche Fragen; Justizwesen; Besatzungsmacht; Politische Verhältnisse; Personenstandsangelegenheiten, Schadensersatzansprüche; Kriegsschäden, Kriegsgräber, Unglücke; Militärwesen; Polizeiwesen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Seit dem 1. März 1935 befand sich das Reichkommissariat für die Übernahme des Saargebietes in der Auflösung, wobei über den Verbleib des in der Behörde entstandenen Schriftgutes zu entscheiden war. Für die Aufbewahrung der Akten kam das preußische Staatsarchiv in Koblenz, als reines Provinzialarchiv nicht in Betracht, zumal die Akten vollkommen abgesondert von denen der politischen Abteilung des Oberpräsidiums gehalten wurden. Das Archiv des Auswärtigehn Amts hatte schon aus räumlichen Gründen an der Übernahme kein Intreresse. So entschloss man sich, den Bestand an das Reichsarchiv in Potsdam abzugeben. Dort wurde der Bestand, ohne seine behördengeschichtliche Herkunft zu beachtehn, in die Akten des Reichsfinanzministeriums eingegliedert. 1943/44 wurde der Bestand im Zuge der allgemeinen Auslagerungsaktionen in die Kalischächte bei Staßfurth und Schönebeck gebracht, von wo er schließlich nach der Aktenrückgabe der SMAD im Jahre 1950 über Merseburg in das Deutsche Zentralarchiv Potsdam gelangte. Hier wurde er aus dem Bestand Reichsfinanzministerium wieder herausgelöst und entsprechend seiner behördlichen Provenienz dem Referat &quot;Auswärtiges&quot; zugeordnet.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Dem Registraturaufbau des Saarkommissariats lag anfangs ein zentrales Aktenplan vom Jahre 1920 zugrunde, bestehend aus 53 Sachgebieten, dem im Laufe der Zeit 6 weitere Sachgebiete zugeordnet wurden. Der Plan wurde jedoch bei der Aktenablage in den Registraturen ungenügend beachtet, so dass Aktenvorgänge ein und desselben Betreffs an verschiedenen Stellen in der Registratur zu finden waren. Anhand des rekonstruierten Aktenplanes von 1935 erfolgte eine Neugliederung des Bestandes nach der Geschäftstätigkeit des Saarkommissariats. Damit war eine übersichtlichere Aktentitelbildung gegeben. Das vorliegende Findbuch entstand im Jahre 1957 im Deutschen Zentralarchiv Potsdam.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991, Teil 1, S. 6 f.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Januar 1920 Ernennung des Oberpräsidenten der preußischen Rheinprovinz durch den Reichspräsidenten zum Reichskommissar für die Übergabe des Saargebiets an Frankreich gemäß Artikel 45-49 des Versailler Friedensvertrags als dem Auswärtigen Amt nachgeordnete Behörde; Geschäftsführung durch das preußische Oberpräsidium in Koblenz; bis 1923 zuständig für die politische Verhandlungsführung mit der Saarregeierung, später vor allem zentrale Übermittlungsstelle für den amtlichen Geschäftsverkehr des Reiches mit dem Saargebiet sowie Informationsstelle über das Saargebiet; 1933 Ernennung Vizekanzler Franz von Papens und 1934 des Gauleiters des NSDAP-Gaues Rheinpfalz Josef Bürckel zum Reichskommissar; Auflösung des Reichskommissariats nach der Saarabstimmung vom 13. Jan. 1935 und der Rückgliederung des Saargebietes in das Deutsche Reich.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 94</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Ukraine</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1944-12-31">1941 bis 1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>55 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_92b62f09-3f93-40ee-9dc9-c9d67b069426"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lage- und Geschäftsberichte; Anordnungen und Richtlinien zur Organisation und Verwaltung der besetzten Gebiete; Aufbau und Tätigkeit der deutschen Zivilverwaltung in der Ukraine; Einsatz deutscher Handwerker in der Ukraine; Personalakten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Verlaufe der Rückzugs- und Räumungsmaßnahmen sind sehr wahrscheinlich erhelbliche Teile der Akten des RKU und seiner nachgeordneten Behörden vernichtet worden. Über entsprechende Bestände in Archiven der Ukrainischen Sowjetrepublik ist nichts bekannt. Bei den privaten als Geschenk in das Bundesarchiv gelangten unzusammenhängenden Aktensplittern (29 Bände) handelt es sich offensichtlich um Hand- oder Geheimakten von verschiedenen Mitarbeitern des Reichskommissaras für die Ukraine. Ergänzt wurde der Bestand 2008 durch 5 Sachakten (Einsatz deutscher Hanwerker in der Ukraine) aus der Abteilung Militärarchiv und 18 Personalakten aus dem &quot;NS-Archiv&quot; des ehemaligen MfS.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtliche Mitteilung des Reichskommissars für die Ukraine. Jg. 1942-1943. Kiew 1942-1943 [RD 207/1, BA: AX 5708]</p>
                <p>Verordnungsblatt des Reichskommissars für die Ukraine. Jg. 1942-1943. Kiew 1942-1943 [RD 207/2, BA: AX 5707]</p>
                <p>Amtsblätter der Generalkommissare [RD 207]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einrichtung des Reichskommissariats für die Ukraine mit Sitz in Rowno durch Führer-Erlass vom 20. Aug. 1941 (R 43 II/690b, unveröffentlicht) als oberste zivile Verwaltungsorganisation in der um Teile Weißrusslands erweiterten, aber um Galizien und Transnistrien verkleinerten Ukraine; Reichskommissar war der Gauleiter und Oberpräsident der Provinz Ostpreußen Erich Koch; Auflösung der Behörde des Reichskommissars durch Erlass des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete zum 11. Nov. 1944 (R 6/267); Abwicklung bis Anfang 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-ALPENVORLAND</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberster Kommissar für die Operationszone Alpenvorland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1944-12-31">1943-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_b35895fa-3076-4fcf-86a2-f5f0ac6a6f41"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind lediglich einzelne Aktensplitter über die Reaktion der Südtiroler Bevölkerung auf die Befreiung Mussolinis, die Besetzung kirchlicher Stellen sowie organisatorische Maßnahmen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Obersten Kommissars für die Operationszone Alpenvorland (Provinzen: Bozen, Trient, Belluno). Jg. 1943-1944. Bozen 1943-1944 [RD 214/1].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Michael Wedekind: Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945.</p>
                <p>Die Operationszonen &quot;Aplenvorland&quot; und &quot;Adriatisches Küstenland&quot; (Militärgeschichtliche Studien Bd. 38), München 2003.</p>
                <p>Karl Stuhlpfarrer, Die Operationszone &quot;Adriatisch &quot;Alpenvorland&quot;, Wien 1967.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-ELSASS</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Chef der Zivilverwaltung im Elsass</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1944-12-31">(1937-1939)1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>99 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_25a0c7e1-b665-447c-8503-171538a62ef1"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es überwiegen Akten aus der &quot;Persönlichen Abteilung&quot; (36),der Finanz- und Wirtschaftsabteilung (12), des Referates Reichstreuhänder der Arbeit (8). Weitere Bestände liegen in den Archives Departementales du Bas Rhin, Straßburg, vor.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Chefs der Zivilverwaltung im Elsaß. Jg. 1940-1944 Hrsg. vom Chef der Zivilverwaltung im Elsaß. Straßburg 1940-1944 [RD 216/1].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Jean Yves Mariotte: Elsässische Quellen zur Deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, Der Archivar, 42. Jhrg. 1989, Sp. 487-494.</p>
                <p>Guides to German Records Microfilmed at Altexandria/Va., Bd. 3.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archives Departementales du Bas Rhin, Strasbourg</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-DÄNEMARK</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbevollmächtigter in Dänemark</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1945-12-31">1942-1945</unitdate>
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                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-NIEDERLANDE</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
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                  <extent>65 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind vor allem Akten der Hauptabteilung Wissenschaft, Volksbildung und Kulturpflege (25) sowie des Ministerialreferats für Archivwesen (18). Umfangreiche Akten werden im Rijksinstitut voor Oorlogsdocumentatie verwahrt.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für die besetzten niederländischen Gebiete. Jg. 1940-1945 Den Haag 1940-1945 [RD 221/1].</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Konrad Kwiet, Reichskommissariat Niederlande, Stuttgart 1968</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Rijksinstituut voor Oorlogsdocumentatie in Amster</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-NORWEGEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die besetzten norwegischen Gebiete</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>43 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Diese Filme und die wenigen ins BArch gelangten Unterlagen enthalten Tätigkeitsberichte und statistisches Material über Wirtschaft und Industrie, Rohstoffe, Ernährung und Landwirtschaft, Verkehr, Preis- und Finanzpolitik, Arbeit und Sozialwesen. Ca. 200 lfm Akten verwahrt das Riksarkivet in Oslo, über weiteres Material verfügt das Historik Institutt in Oslo. Stand: Vorarbeiten Gemeinsame Beständeübersicht, Sommer 1990</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Von Akten, die das Imperial War Museum London, nach Norwegen abgegeben hat, besitzt das BArch Mikrofilme.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für die besetzten norwegischen Gebiete. Jg. 1940-1944 Oslo 1940-1944 [RD 222/1].</p>
                <p>Nachrichtenblatt des Reichskommissars für die besetzten norwegischen Gebiete. 1941 [RD 222/2].</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Riksarkivet in Oslo, Historik Instiutt Oslo</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-LOTHRINGEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Chef der Zivilverwaltung in Lothringen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">(1936-)1940-1945</unitdate>
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                  <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Teilbestand besteht aus Aktensplittern aus amerikanischen Rückgaben über Flüchtlingsbewegungen 1940/41 (3), öffentliche Arbeiten (3) sowie die Organisation der Verwaltung (9). Teilbestände des CdZ in Lothringen im Verbund mit Akten aus der Funktion des Reichsstatthalters in der Westmark, die allerdings nicht sehr umfangreich sind, werden in den Archives Departementales, Metz, verwahrt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für Lothringen. Jg. 1940-1944 Hrsg. vom Chef der Zivilverwaltung in Lothringen. Saarbrücken 1940-1944 [RD 217/1].</p>
                <p>Amtsblatt für Lothringen, 1943-1944 [RD 217/2].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dieter Wolfanger, Die nationalsozialistische Poli (1940-1945), Diss. phil. Saarbrücken 1977.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-LUXEMBURG</unitid>
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                  <extent>12 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Informationen für die Presse 1940-1944 (3) liegt eine Sammlung von Anordnungen und Rundschreiben über Organisation der Verwaltung, Lebensmittelbewirtschaftung und Beamtenrecht vor (7).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für Luxemburg. Jg. 1940-1944 Hrsg. vom Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg. Luxemburg 1940-1944 [RD 218/1].</p>
                <p>Schriftenreihe: Der Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg, 1942 [RD 218/2].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Paul Dostert: Die Volksdeutsche Bewegung in Luxem nationalsozialistischen Besetzung. Ihre Entstehungsgeschichte und Entwicklung. Diss. phil. Luxemburg 1985.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ernennung der Reichskommissare für die Niederlande und Norwegen und des Reichsbevollmächtigten für Dänemark durch Adolf Hitler als oberste deutsche Verwaltungsinstanzen in diesen Ländern; in den angegliederten Gebieten Elsass, Lothringen und Luxemburg standen je ein Chef der Zivilverwaltung an der Spitze der deutschen Verwaltung, die wie die Reichsbevollmächtigten unmittelbar Hitler unterstellt waren; nach der Kapitulation von Italien am 8. Sept. 1943 auf Anordnung Hitlers vom 10. Sept. 1943 Einrichtung der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland, die zunächst dem Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B unterstanden; daneben Errichtung einer deutsch-italienischen Zivilverwaltung in beiden Operationszonen unter Leitung eines Obersten Kommissars, dessen Zuständigkeit sich auch auf den 1941 von Italien besetzten Teil Sloweniens erstreckte.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-ADRIATISCHES KÜSTENLAND</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberster Kommissar für die Operationszone Adriatisches Küstenland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1945-12-31">1942-1945</unitdate>
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                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Operationszone Adriatisches Küstenland wurde am 1. Oktober 1943 aus italienischen Gebieten gebildet, die in Nordostitalien von der Wehrmacht nach dem Waffenstillstand der Regierung Badoglio am 8. September 1943 besetzt worden waren und einer deutschen Militärverwaltung unterstanden. Sie bestand aus den Provinzen Udine, Gorizia, Triest, Pula (Pola), Rijeka (Fiume) und den bislang italienisch verwalteten Gebieten Jugoslawiens, den Provinzen Laibach, Susak und Bakar. Als „Oberster Kommissar&quot; wurde der Chef der Zivilverwaltung und Reichsstatthalter von Kärnten, Friedrich Rainer, eingesetzt. Er erhielt den Auftrag, die Operationszone zu „entitalienisieren&quot;. Die Bezeichnung von Orten, Straßen und Institutionen wurde eingedeutscht, italienische Schulen und Banken geschlossen. Diese Maßnahmen, die auch in der Operationszone Alpenvorland durchgeführt wurden, wurden von der Regierung von Salò als offenkundiges Eingeständnis der Absicht einer Annexion dieser Gebiete durch Deutschland betrachtet.</p>
                <p>Militärbefehlshaber der Operationszone war General der Gebirgstruppe Ludwig Kübler. Wegen zahlreicher italienischer, slowenischer und kroatischer Partisanen wurden starke militärische Kräfte stationiert und das Gebiet schließlich im Dezember 1943 zum „Bandenkampfgebiet&quot; erklärt.</p>
                <p>Die Provinz Laibach erhielt am 20. September eine slowenische Provinzverwaltung mit General Leon Rupnik an der Spitze. Berater des Präsidenten wurde der Höhere SS- und Polizeiführer im Wehrkreis XVIII, Erwin Rösener. Die Provinzialverwaltung stellte eine eigene reguläre und eine politische Polizei auf, die mit der Gestapo in Ljubljana zusammenarbeitete. Seit dem italienischen Waffenstillstand wurde Südslowenien von einer starken Partisanenbewegung beherrscht. Zur Bekämpfung der Partisanen wurde die Slowenische Heimwehrlegion (Domobranska legija) aufgestellt. Sie hatte eine Stärke von 13.000 Mann und war der deutschen SS unterstellt. Die Führung der Domobranci war antikommunistisch gesinnt. In Oberkrain wurde der Oberkrainer Selbstschutzbund gegründet, der den Bezirksstellen der Gestapo direkt unterstellt wurde. In Julisch-Venetien entstand das Slowenische Nationale Schutzkorps, das dem HSSPF in Triest, Odilo Globocnik, unterstellt war. Seit Herbst 1944 wurden weitere bewaffnete Einheiten aus anderen Teilen Jugoslawiens nach Julisch-Venetien verlegt, darunter Tschetniks aus Dalmatien, Lika und Bosnien. Alle diese Truppen dienten dazu, die Befreiungsbewegung einzudämmen.</p>
                <p>Über das Schicksal dieser Truppeneinheiten, die mit den deutschen Besatzern kollaborierten, ist wenig bekannt. Etwa 10.500 von ihren Angehörigen wichen gegen Ende der Krieges nach Kärnten zurück und wurden von der britischen Armee den jugoslawischen Behörden ausgeliefert. Rund 7.000 sollen von der jugoslawischen Geheimpolizei OZNA hingerichtet worden sein, andere wurden zu Haftstrafen verurteilt und nach der Amnestie im August 1945 entlassen. (Quelle: wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Operationszone_Adriatisches_K%C3%BCstenland)</p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 83-UNTERSTEIERMARK</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Chef der Zivilverwaltung in der Untersteiermark</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1941-12-31">1941</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das CdZ-Gebiet Untersteiermark war eine zwischen 1941 und 1945 bestehende Verwaltungseinheit in dem deutsch besetzten Teil Jugoslawiens, der bis zum Ende des Ersten Weltkrieges als Untersteiermark zum Kronland Steiermark Österreich-Ungarns gehört hatte. Das Gebiet unterstand einem deutschen Chef der Zivilverwaltung (CdZ) und war zur späteren Eingliederung in das Deutsche Reich vorgesehen.</p>
                <p>Nach Beginn des deutschen Feldzuges gegen das Königreich Jugoslawien am 6. April 1941 wurde das nordöstliche Slowenien dem deutschen „Chef der Zivilverwaltung in der Untersteiermark&quot; unterstellt. Sitz der Verwaltung wurde Marburg (slowen. Maribor). Das nordwestliche Slowenien wurde zum CdZ-Gebiet Kärnten und Krain.</p>
                <p>Zum Chef der Zivilverwaltung wurde am 14. April 1941 der Reichsstatthalter und Gauleiter der NSDAP für den Gau Steiermark, Sigfried Uiberreither, ernannt. Dieser verlegte den Sitz der Zivilverwaltung mit Wirkung vom 15. November 1941 nach Graz.</p>
                <p>Am 13. Mai 1941 wurde in Zagreb ein deutsch-kroatischer Grenzvertrag unterzeichnet, der die Grenze zwischen dem CdZ-Gebiet Untersteiermark und dem unabhängigen Staat Kroatien festlegte.</p>
                <p>Zum 13. Juni 1941 wurden über das bisherige CdZ-Gebiet hinaus die bis dahin jugoslawischen, südöstlich von Sankt Anna am Aigen gelegenen Gemeinden Guizenhof/Ocinje, Sinnersdorf/Kramarovci, Füchselsdorf/Fikšinci und der überwiegend deutschsprachige Teil der Gemeinde Serdica Rotenberg/Rdec(i breg in Prekmurje/Übermurgebiet aus der Bezirkshauptmannschaft Murska Sobota der Zivilverwaltung unterstellt und in die deutsche Pass-, Zoll- und Devisengrenze miteinbezogen.</p>
                <p>Die ursprünglich geplante vollständige Eingliederung der Untersteiermark in das Deutsche Reich wurde aber bis zum Kriegsende nicht vollzogen.</p>
                <p>Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte das Gebiet der Untersteiermark wieder zu Jugoslawien und ist heute Teil des selbständigen Slowenien.</p>
                <p>Zunächst blieb die jugoslawische Einteilung in Bezirkshauptmannschaften und bezirksfreie Städte bestehen, die durch deutsch eingesetzte politische Kommissare verwaltet wurden.</p>
                <p>Am 15. Juni 1941 wurde nach deutschem Recht der neue Stadtkreis Marburg aus der bisherigen bezirksfreien Stadt Marburg gebildet und zu Lasten der Bezirkshauptmannschaft „Marburg rechtes Drauufer&quot; durch großzügige Eingemeindungen erweitert.</p>
                <p>Nach einer Gebietsreform in der gesamten Untersteiermark gliederte sich diese ab 1. Juli 1941 entsprechend der im Deutschen Reich üblichen Einteilung in einen Stadtkreis und in sechs Landkreise. Marburg erhielt den Namenszusatz „an der Drau&quot; (zur Unterscheidung von Marburg an der Lahn).</p>
                <p>Seit dem 14. April 1943 wurden alle Gemeinden in der Untersteiermark der im Altreich gültigen Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 unterstellt, welche die Durchsetzung des Führerprinzips auf Gemeindeebene vorsah.</p>
                <p>(Quelle: wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/CdZ-Gebiet_Untersteiermark)</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Regierung des Generalgouvernements - Kommissar für die Verwaltung feindlichen Vermögens</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1945-12-31">1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Mikroverfilmte Restakten über den Abschluss der Abwicklung von Betrieben 1945.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Ein großer Teil der Akten dieser Dienststelle ist vernichtet; die in ostdeutschen Ausweichquartieren verbliebenen Unterlagen befinden sich im Archiv neuer Akten in Warschau. Die im Bundesarchiv verwahrten Restunterlagen aus dem Jahre 1945, die fast ausschließlich den Abschluss der Abwicklung von Betrieben behandeln wurden 1997 im Original ebenfalls an das Archiv neuer Akten in Warschau abgegeben. Im Bundesarchiv sind Mikrofilme benutzbar.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt. Die Regierung des Generalgouvernements gliederte sich in verschiedene Hauptabteilungen. Der am 1. März.1941 ernannte Kommissar für die Behandlung feindlichen Vermögens im Generalgouvernement unterstand unmittelbar der Hauptabteilung Justiz der Regierung des Generalgouvernements. Ihm oblag die einheitliche Lenkung der Verwaltung jener Unternehmen, die Angehörigen feindlicher Staaten gehörten.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archiv neuer Akten, Warschau</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kanzlei des Generalgouverneurs</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>287 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Angelegenheiten des Generalgouverneurs 1939-1945 (97): Schriftwechsel und Berichte (24), Sitzungsprotokolle (22), &quot;Tagebuch des Generalgouverneurs Dr. Hans Frank&quot; vom 25. Okt. 1939-3. April 1945 (50), Reden und Interwies des Gouverneurs 1940 (1)</p>
                <p>Angelegenheiten der Kanzlei des Generalgouverneurs 1944-1945 (10)</p>
                <p>Personalangelegenheiten der Bediensteten der Kanzlei des Generalgouvernements 1941-1945 (47)</p>
                <p>Unterstützungsangelegenheiten 1940-1945 (37)</p>
                <p>Verleihung von Kriegsauszeichnungen und Ehrenzeichen 1944-1945 (39)</p>
                <p>Akten der Zahlstelle der Kanzlei 1942-1945 (14)</p>
                <p>Räumung der Dienststellen der Regierung des Generalgouvernements 1944-1945 (8)</p>
                <p>Erlasse und Anordnungen 1939-1945 (23), darunter auch: Sicherstellung und Beschlagnahme von Kunst- und Kulturgütern aus polnischen Museen, Bibliotheken, Archiven, Institutionen und privaten Sammlungen 1940-1944 (6)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archiv neuer Akten, Warschau</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptabteilung Innere Verwaltung der Regierung des Generalgouvernements</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>65 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben einigen Unterlagen über Entschädigungen von Kriegssachschäden und über Räumungsvorbereitungen für das Generalgouvernement im Jahre 1944 enthält der Aktenrest einige bemerkenswerte Vorgänge aus der Abteilung IV (Bevölkerungswesen und Fürsorge) über den Haupthilfeausschuss für das Generalgouvernement samt seinen Polnischen und seinen Ukrainischen Hauptausschuss sowie der Jüdischen Sozialen Selbsthilfe. Hinzu kommen Kopien von Berichten über die politische und wirtschaftliche Lage im Generalgouvernement, die teils von Kreis- bzw. Stadthauptleuten, teils von den Gouverneuren der Distrikte erstattet worden sind sowie Unterlagen des Unterstaatssekretärs v. Burgsdorff, Gouverneur des Distrikts Krakau (Stand: Vorarbeiten Gemeinsame Beständeübersicht, Sommer 1990)</p>
                <p>Entschädigung von Kriegssachschäden und Räumungsvorbereitungen 1944 (3), Abteilung IV Bevölkerungswesen und Fürsorge 1940-1945 (12), Berichte über die wirtschaft‧liche und politische Lage 1940-1945 (30), Polizeiangelegenheiten 1940-1943 (7) (Stand: Beständeübersicht 2009)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 52 I, R 52 II, R 52 IV, R 52 V, R 52 VI, R 52 VII, R 52 VIII, R 52 IX, R 52 X, R 52 XI, R 102</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für das Generalgouvernement 1939-1944, 1940-1943 unter dem Titel: Ver‧ordnungsblatt des Generalgouverneurs für die besetzten polnischen Gebiete (RD 205/2); Amtlicher Anzeiger für das Generalgouvernement, hg. v. der Regierung des General‧gouvernements 1940-1945 (RD 205/3); Jahrbuch des Instituts für deutsche Ostarbeit Krakau 1 (1941) (RD 205/16); Schriftenreihe für deutsche Ostarbeit (10456); Die Burg. Deutsche Forschung im Osten (14972); &quot;Wissenschaft und Unterricht im Generalgouvernement Polen 1939-1945&quot;, Bericht von Re‧gierungsdirektor Dr. Ludwig Eichholz (Ost-Dok 8/832)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich beziehungsweise in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem General‧gouverneur mit Sitz in Krakau unterstellt. Da die Originalakten der nachfolgenden Teilbestände 1997 an das Institut des Nationalen Gedenkens in Polen abgegeben wurden, sind diese Bestände im Bundesarchiv fast ausnahmslos nur als Mikrofilme benutzbar</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archiv neuer Akten, Warschau</p>
                <p>Teil des Bestands abgegeben an polnische Hauptkommission, Warschau</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Staatssekretariat - Personalamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-VI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Regierung des Generalgouvernements - Hauptabteilung Wirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>31 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind neben verschiedenen Lageberichten v. a. Unterlagen über Erfassung und Bewirtschaftung von Erdöl und Erdölprodukten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die im Bundesarchiv verwahrten Restunterlagen wurden 1997 im Original an das Archiv neuer Akten in Warschau abgegeben. Im Bundesarchiv sind Mikrofilme benutzbar.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt. Die Regierung des Generalgouvernements gliederte sich in verschiedene Hauptabteilungen, darunter eine Hauptabteilung Wirtschaft.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-VII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Regierung des Generalgouvernements - Hauptabteilung Ernährung und Landwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>12 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Teilbestand enthält einige Ausarbeitungen mit statistischen Zusammenstellungen zu ernährungs- und landwirtschaftlichen Fragen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die im Bundesarchiv verwahrten Restunterlagen wurden 1997 im Original an das Archiv neuer Akten in Warschau abgegeben. Im Bundesarchiv sind Mikrofilme benutzbar.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt. Die Regierung des Generalgouvernements gliederte sich in verschiedene Hauptabteilungen, darunter eine Hauptabteilung Ernährung und Landwirtschaft.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archiv neuer Akten, Warschau</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-VIII F</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptabteilung Wissenschaft und Unterricht der Regierung des Generalgouvernements</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Akten des Bestandes wurden im Jahre 1997 an das Zentralarchiv Neuer Akten in Warschau abgegeben.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Durch Führererlass vom 12.10.1939 Errichtung der Regierung des Generalgouvernements in den militärisch besetzten polnischen Gebieten, soweit nicht ins Deutsche Reich eingegliedert, mit Sitz in Krakau.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Akten 1997 an das Institut des Nationalen Gedenkens in Warschau abgegeben; im Bundesarchiv als Film (Signatur 76573) einsehbar.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>&quot;Wissenschaft und Unterricht im Generalgouvernement Polen 1939-1945&quot;, Bericht von Regierungsdirektor Dr. Ludwig Eichholz (Ost-Dok 8/832)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Führererlass vom 12.10.1939 Errichtung der Regierung des Generalgouvernements in den militärisch besetzten polnischen Gebieten, soweit nicht ins Deutsche Reich eingeglie‧dert, mit Sitz in Krakau.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Akten 1997 an das Zentralarchiv Neuer Akten in Warschau abgegeben; im Bundesarchiv als Film (Signatur 76573) einsehbar.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-IX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Regierung des Generalgouvernements - Hauptabteilung Forsten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der mikroverfilmte Restbestand enthält vor allem Anordnungen, Statistische Angaben sowie Angaben über die Verwertung von Holz.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die im Bundesarchiv verwahrten Restunterlagen wurden 1997 im Original an das Archiv neuer Akten in Warschau abgegeben. Im Bundesarchiv sind Mikrofilme benutzbar.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die im September 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete wurden, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, durch Führererlass vom 12. Oktober 1939 deutscher Zivilverwaltung unter einem Generalgouverneur mit dem Sitz in Krakau unterstellt. Die Regierung des Generalgouvernements gliederte sich in verschiedene Hauptabteilungen, darunter eine Hauptabteilung Forsten.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-XI</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.17 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Der Sonderbevollmächtigte für die Erdölwirtschaft im Generalgouvernement Polen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>189 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 52-X F</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">12.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptverwaltung der Bibliotheken im Generalgouvernement</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Akten des Bestandes decken die verschiedenen Verwaltungsbereiche der Bibliotheken ab: Einerseits Organisation, Haushalt und Personal der Behörde, andererseits die Errichtung und den Aufbau der vier deutschen Staatsbibliotheken in Warschau, Lemberg, Lublin und Krakau.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Durch Führererlass vom 12.10.1939 Errichtung der Regierung des Generalgouvernements in den militärisch besetzten polnischen Gebieten, soweit nicht ins Deutsche Reich eingegliedert, mit Sitz in Krakau. Die zur Hauptabteilung Wissenschaft und Unterricht gehörende Hauptverwaltung der Bibliotheken unter Leitung von Dr. Gustav Abb hatte die Aufgabe, zunächst alle wissenschaftlichen Bibliotheken des Generalgouvernements zu sichern und dann vier deutsche Staatsbibliotheken in Krakau, Warschau, Lublin und Lemberg zu betreiben.</p>
                <p>Bestandsgeschichte und archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde im Zentralen Staatsarchiv in Potsdam unter der Signatur 12.01 verwahrt. Die Verzeichnung erfolgte Mitte der 80er Jahre durch Frau Karola Wagner.</p>
                <p>Nach der Wiedervereinigung wurden die im Bundesarchiv in Koblenz unter der Bestandssignatur R 52 befindlichen Akten der Regierung des Generalgouvernements mit jenen in Potsdam zusammengeführt. Dabei erhielten die (vormals Potsdamer) Akten der Hauptverwaltung der Bibliotheken eine eigene Bestandssignatur (R 52 X), getrennt von den (vormals Koblenzer) Akten der Hauptabteilung Wissenschaft und Unterricht (R 52 VIII).</p>
                <p>1997 wurden die Akten dieses Bestandes mit weiteren Akten der Regierung des Generalgouvernements an das Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) in Warschau abgegeben. Im Bundesarchiv erfolgt die Benutzung über Mikrofilme.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Akten 1997 an das Zentralarchiv Neuer Akten in Warschau abgegeben; im Bundesarchiv als Film (Signaturen 76574/76575) einsehbar.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bogdan Musial, Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement. Eine Fallstudie zum Distrikt Lublin 1939-1944, Wiesbaden 1999</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Erlass des Führers und Reichskanzlers über die Verwaltung der besetzten polnischen Gebiete vom 12. Okt. 1939 (RGBl. I, 1939, S. 2077f) wurden die im Sept. 1939 militärisch besetzten polnischen Gebiete, soweit nicht in das Deutsche Reich bzw. in die Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland eingegliedert, der deutschen Zivilverwaltung unterstellt. Zum Generalgouverneur wurde Dr. Hans Frank bestellt; er unterstand dem Führer unmittelbar. Sitz des Generalgouverneurs war seit Nov. 1939 Krakau. Das Amt des Stellvertreters hatte bis Mai 1940 Arthur Seyß-Inquart inne, der nach seiner Ernennung zum Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete von Josef Bühler abgelöst wurde. Bühler leitete auch das Amt des Generalgouverneurs, das im Sommer 1940 zur Regierung des Generalgouvernements aufgewertet wurde. [Vgl. Bogdan Musial, Deutsche Zivilverwaltung und Judenverfolgung im Generalgouvernement. Eine Fallstudie zum Distrikt Lublin 1939-1944, Wiesbaden 1999, S. 24.]</p>
                <p>Die Zentralbehörde gliederte sich in das Staatssekretariat und 12 Hauptabteilungen: Innere Verwaltung, Finanzen, Justiz, Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft, Forsten, Arbeit, Propaganda, Wissenschaft und Unterricht, Bauwesen, Eisenbahnen sowie Post. [Vgl. Dritte Verordnung über den Aufbau der Verwaltung des Generalgouvernements (Gliederung der Regierung des Generalgouvernements) vom 16. März 1941, Verordnungsblatt für das Generalgouvernement, Nr. 21/1941 vom 20. März 1941, S. 99f.]</p>
                <p>Zur Hauptabteilung Wissenschaft und Unterricht gehörten die Abteilung I Wissenschaft und Volksbildung und die Abteilung II Erziehung und Unterricht. Der Abteilung I angegliedert war die Hauptverwaltung der Bibliotheken unter Leitung von Dr. Gustav Abb. Deren Aufgabe bestand 1. in der „Sicherung aller wissenschaftlichen Bibliotheken des Generalgouvernements (rund 200, Stadt-, Kirchen-, Kloster-und Adelsbibliotheken)&quot; und 2. in der „Einrichtung und Leitung der Verwaltung der vier deutschen Staatsbibliotheken in Krakau, Warschau, Lublin und Lemberg.&quot; [Vgl. Übersicht über das Bibliothekswesen des Generalgouvernements (1943), BArch R 4901/13675, Bl. 208-215.]</p>
                <p>Durch Verfügung des Staatssekretärs (Bühler) vom 18. Mai 1942 waren diese vier Staatsbibliotheken aus dem Rahmen der Distriktverwaltungen gelöst und fach- und verwaltungsmäßig der Hauptverwaltung der Bibliotheken untergeordnet worden.</p>
                <p>Die Staatsbibliothek Krakau setzte sich zusammen aus der Bibliothek der ehemals Jagiellonischen Universität, der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften (einschließlich Verlagsarchiv), der Bibliothek der Bergakademie, aus Bibliotheken der ehemaligen Seminare und Institute der Universität sowie aus beschlagnahmten Privatbibliotheken der Stadt und des Distrikts Krakau. Ihr zugedacht waren die Aufgaben einer Zentralbibliothek des Generalgouvernements, einer Zentralstelle für das Pflichtexemplarwesen und „der Verleihung von Büchern nach dem Reich durch den Deutschen Leihverkehr&quot;. Die Leitung lag in den Händen von Dr. Abb.</p>
                <p>Die Staatsbibliothek Warschau gliederte sich in drei Abteilungen: die ehemalige Universitäts-Bibliothek; die frühere Pilsudski-National-Bibliothek, von der die Bibliothek der Handelshochschule mit verwaltet wurde; die ehemals Gräfliche Krasinski-Bibliothek, die folgende Sondersammlungen sämtlicher Warschauer Bibliotheken vereinigte: Handschriften-Sammlung, Sammlung alter Drucke, Kartographische Sammlung, Musik- und Theatersammlung, Phonogramm-Archiv, Graphische Sammlung; eingegliedert war die Graf Zamoyski-Bibliothek. Für die Leitung sämtlicher Warschauer Bibliotheken war Dr. Witte zuständig.</p>
                <p>Die Staatsbibliothek Lublin vereinigte die Bibliothek der ehemals Lubliner Katholischen Universität, die ehemalige Lopacinski-Bibliothek, die Bibliothek des Bobulanums (Lubliner Jesuiten-Kolleg), die Bibliothek des Priesterseminars, die Museumsbibliothek, die Wojewodschafts-Bibliothek, Reste der Bibliothek des ehemaligen Russischen Gymnasiums, Reste der Talmud-Bibliothek, ehemalige Institutsbibliotheken der Universität u.a.m. Die Ordnungs- und Katalogisierungsarbeiten erfolgen unter Leitung von Dr. Kutschabsky.</p>
                <p>Die Staatsbibliothek Lemberg bestand aus vier Abteilungen: der ehemaligen Universitäts-Bibliothek; der ehemaligen Ossolineums-Bibliothek (Stiftung des polnischen Grafen Ossolinski), der die Baworowskische Bibliothek angegliedert war; der Bibliothek der Schewtschenko-Gesellschaft mit angegliederter Bibliothek der Gesellschaft Narodny Dom; der Technischen Abteilung (ehemalige Bibliothek der Technischen Hochschule). Geleitet wurde die Staatsbibliothek von Dr. Johanssen. [Vgl. Übersicht über das Bibliothekswesen des Generalgouvernements (1943), BArch R 4901/13675, Bl. 208-215; Bericht über die Dienstreise vom 17. bis 26. Mai 1943 in das Generalgouvernement zur Besichtigung der wissenschaftlichen Bibliotheken, Dr. Kummer, R 4901/13675, BI. 191-197.]</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Akten 1997 an das Zentralarchiv Neuer Akten in Warschau abgegeben; im Bundesarchiv als Film (Signaturen 76574/76575) einsehbar.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 93</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalkommissar für Weißruthenien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>28 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>0,4 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand beinhaltet nur wenige Unterlagen der Personalabteilung und der Dienststellenverwaltung (Räumungsberichte).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Wie aus den Berichten der Gebietskommissare und des Generalkommisars hervorgeht, begann die Räumung des Generalbezirks Weißruthenien gegen Ende Juni 1944. Die Akten der Verwaltungsdienststellen, insbesondere auch die Geheimakten, sind wegen Transportmangels zum größten Teil am Ort vernichtet worden. Ein kleiner Abwicklungsstab des Generalkommissars Weißruthenien wurde zunächst nach Lida verlegt, während die übrigen Gefolgschaftsmitglieder vorübergehend auf Arbeitsurlaub ins Reich geschickt wurden. Im Verlaufe der Rückführung hatte der Generalkommissar noch Ausweichstellen in Grodno und Lomscha bezogen. Weitere Abwicklungsstellen haben später, und zwar nach Abteilungen getrennt, in Krössinsee, Langenöls, Troppau, Bielitz, Dresden, Sennelager Forellenhof, Dieburg, Kallies, Frankfurt/Oder und Berlin bestanden.</p>
                <p>Nach dem Zusammenbruch gelangten die im Bestand verzeichneten Akten in die Hände der Amerikaner und wurde in die Vereinigten Staaten verbracht. Die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland erfolgte im Februar 1963 zusammen mit den Akten des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete und des Reichskommissars für das Ostland.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand erhielt im Bundesarchiv die Zugangsnummer I 38/63. Da es sich nur um einen Splitterbestand von wenigen Nummern handelt, war eine Klassifikation nach Aktengruppen unzweckmäßig. Die Ordnung und Verzeichnung erfolgte daher nach sachlichen Gesichtspunkten in fortlaufender Nummernfolge. Kassationen wurden nicht vorgenommen.</p>
                <p>Wegen der geringfügigen Aktenüberlieferung konnten die Angaben über die Organisation der Behörde des Generalkommissars Weißruthenien nicht auf die Akten selbst gestützt werden.</p>
                <p>Als Quellen wurden herangezogen:</p>
                <p>R 43 II/685, R 6/308</p>
                <p>Der Bestand wurde 1965 durch Herrn Archivrat Dr. Dienwiebel und Frau Martens verzeichnet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblatt des Generalkommissars für Weißruthenien, 1941 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Klaus Oldenhage: Die Verwaltung der besetzten Gebiete. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Bd. 4: Das Reichs als Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Stuttgart 1985, S. 1132-1168, hierzu S. 1163-1166</p>
                <p>Die faschistische Okkupationspolitik in den zeitweilig besetzten Gebieten der Sowjetunion (1941-1944). Dokumentenauswahl und Einleitung von Norbert Müller. Berlin 1991 = Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938-1945), Bd. Sowjetunion</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 1. Sept. 1941 Übergabe des um den Bezirk Bialystok verkleinerten, aber um die westlichen Gebiet Russlands um Smolensk erweiterten Weißrussland unter der Bezeichnung Generalbezirk Weißruthenien an die zivile Verwaltung; Dienstsitz des Generalkommissars war Minsk; bis März 1944 dem Reichskommissar Ostland, von April 1944 bis zur Räumung des Gebietes im Juni 1944 unmittelbar dem Reichsminister für die besetzten Gebiete unterstellt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Staatsarchiv Minsk</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 6</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">11.01 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
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                  <extent>738 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfasst vor allem Akten folgender (Haupt-)abteilungen:</p>
                <p>Ministerbüro, dabei Organisationsunterlagen, Reden, Aufrufe, Lageberichte</p>
                <p>Führungsstab Politik, dabei allgemeine politische Angelegenheiten, Deutschtum, Fremdes Volkstum, Kulturfragen, Jugend, Frauen</p>
                <p>Hauptabteilung Verwaltung, dabei Innere Verwaltung, Hoheits- und Verwaltungsrecht, Rechtswesen, Erziehung und Wissenschaft</p>
                <p>Hauptabteilung Wirtschaft</p>
                <p>Hauptabteilung Ernährung und Landwirtschaft</p>
                <p>Beauftragter für Sonderfragen, Unterlagen über den Einsatz von Ausländern bei der wirtschaftlichen Ausbeutung der Ostgebiete</p>
                <p>Aufbaustab &quot;K&quot; (=Kaukasus) (&quot;Dienststelle Gohdes&quot;)</p>
                <p>Kommando Dr. Stumpp, Akten über die &quot;sippenkundiche Bestandsaufnahme&quot; des Deutschtums in der Ukraine.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Erhebliche Teile des Schriftgutes des RMbO sind durch Kriegseinwirkungen1945 vernichtet worden.</p>
                <p>Im Centre de Documentation Juive Contemporaine in Paris werden im Zusammenhang mit Schriftgut der Kanzlei Rosenberg auch Dokumente aus dem RMbO verwahrt (Joseph Billig: Alfred Rosenberg dans l&apos;action idéologique, politique et administrative du Reich hitlérien, Paris 1963. Von den in das Institute for Jewish Research in New York gelangten Unterlagen des Ostministeriums sind Kopien in den hier verwahrten Bestand eingearbeitet worden.</p>
                <p>Die von den Amerikanern 1945 beschlagnahmten Akten des RMbO wurden bis zum Jahr 1963 von den National Archives Washington an das Bundesarchiv zurückgegeben. Im Jahre 1983 konnten von der Library of Congress noch 18 Aktenbände des &quot;Kommandos Dr. Stumpp&quot; übernommen werden, das vom Ostministerium für eine sippenkundliche und volksbiologische Bestandsaufnahme des Deutschtums in der Ukraine eingesetzt war. Der hiesige Bestand wird ergänzt durch Archivalien des zum Geschäftsbereich des Ministeriums gehörenden Aufbaustabes K, auch Dienststelle Gohdes&quot; genannt, die von dem früheren Leiter der Abteilung Kaukasus im RMbO, Prof. Dr. von Mende gesammelt und 1967 und 1970 vom Bundesarchiv erworben wurden.</p>
                <p>Der Bestand dürfte trotz seiner Überlieferungslücken einen guten Einblick in die Verwaltung der besetzten Ostgebiete und die politischen Ziele Rosenbergs für die Gestaltung des Ostraumes geben, zum anderen zeigt er die unterschiedlichen Vorstellungen und Methoden bei der Planung und der Durchführung der Ostpolitik, wie sie in scharfen Gegensätzen im Ministerium selbst, zu den nachgeordneten Reichskommissaren sowie im Verhältnis zwischen Rosenberg, Himmler und Bormann zu Tage traten.</p>
                <p>Ergänzendes Material über die Verwaltung und Ausbeutung der besetzten Ostgebiete findet sich insbesondere in den Akten des Reichskommissars für das Ostland (R 90) und seiner nachgeordneten Behörden. Ferner sind zu nennen: Die Serie &quot;Krieg&quot; der Reichskanzlei (R 43 II/ 683-690 c), der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30), die Kanzlei Rosenberg (NS 8), das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55), insbesondere dessen Abteilung Ost und das Reichsministerium der Finanzen (R 2).</p>
                <p>Die Amts- und Verordnungsblätter des RMbO liegen in der Bibliothek des Bundesarchivs lückenhaft vor (RD 105). Vom Aufbaustab K (Dienststelle Gohdes) ist eine 24 Mappen umfassende Bildersammlung erhalten (Bild 132). Von Landgerichtsrat a.D. Dr. Thoma, Verteidiger Rosenbergs vor dem Internationalen Militärtribunal (IMT) hat das Bundesarchiv Handakten über den Prozess mit umfangreichen, im Gefängnis geschriebenen Erinnerungen, Äußerungen und Aufzeichnungen Rosenbergs sowie Originaldokumente aus dessen Tätigkeit in Partei und Staat erworben (All. Prozess 3/Thoma).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Reichskommissars für das Ostland (R 90) und nachgeordneten Behörden</p>
                <p>Serie &quot;Krieg&quot; der Reichskanzlei (R 43 II/ 683-690 c)</p>
                <p>Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30), die Kanzlei Rosenberg (NS 8)</p>
                <p>Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (R 55), insbesondere dessen Abteilung Ost</p>
                <p>Reichsministerium der Finanzen (R 2)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete. Jg. 1942-1944 Berlin 1942-1944 [RD 105/1, BA: AX 1826].</p>
                <p>Amtsblatt des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete. Jg. 1943-1944 Berlin 1943-1944 [RD 105/2, BA: AX 12414].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bräutigam, Otto: Überblick über die besetzten Ostgebiete, Tübingen 1954.</p>
                <p>Czollek, Roswitha: Faschismus und Okkupation, Berlin 1974.</p>
                <p>Dalin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Russland, Düsseldorf 1958.</p>
                <p>Fleischhauer, Ingeborg: Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion, Stuttgart 1983.</p>
                <p>Hartmut Hagner: Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (Bestand R 6) (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 26), Koblenz 1987.</p>
                <p>Handrack, Hans-Dieter: Das Reichskommissariat Ostland, Dissertation Scheden 1980.</p>
                <p>Matthiessen, Martin: Erinnerungen aus der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts, Evers-Verlag Meldorf 1980.</p>
                <p>Meyer, Alfred: Das Recht der besetzten Ostgebiete, München und Berlin 1943.</p>
                <p>Mühlen, Patrik von zur: Zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern, Düsseldorf 1971.</p>
                <p>Myllyniemi, Seppo: Die Neuordnung der baltischen Länder 1941-1944, Helsinki 1973.</p>
                <p>Reitlinger, Gerald: Ein Haus auf Sand gebaut, Hamburg 1962.</p>
                <p>Wittrock, Hugo: Kommissarischer Oberbürgermeister von Riga. Erinnerungen (Schriften der Carl-Schirren-Gesellschaft Bd. 2), Lüneburg 1979.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Zusammenhang mit den Vorarbeiten für die &quot;politische Neugestaltung des europäischen Russlands&quot; wurde Alfred Rosenberg, Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, am 31. März 1941 von Hitler mit der Leitung eines neuen &quot;Politischen Amtes für den Osten&quot; beauftragt. (1)</p>
                <p>Dieses Amt wurde am 20. April 1941 in &quot;Zentralabteilung für die Behandlung von Ostfragen&quot; umbenannt. Mit dem nichtveröffentlichten Erlass des Führers über die Verwaltung der neu besetzten Ostgebiete vom 17. Juli 1941 (2) wurde die Übergabe der Verwaltung in den eroberten Ostgebieten, sobald sie &quot;befriedet&quot; waren, von der Militärverwaltung auf die Dienststellen der Zivilverwaltung angeordnet und Reichsleiter Rosenberg (3) zum &quot;Reichsminister für die besetzten Ostgebiete&quot; bestellt. Sitz des neugeschaffenen Ministeriums - die &quot;Zentralabteilung für die Behandlung von Ostfragen&quot; bildete den Grundstock - war Berlin. Rosenbergs &quot;Ständiger Vertreter&quot; wurde Alfred Meyer, Gauleiter von Westfalen-Nord.</p>
                <p>Die der Verwaltung des RMbO unterstehenden Gebiete wurden in Reichskommissariate, diese in Generalbezirke und diese wiederum in Kreisgebiete eingeteilt. Mit Erlass gleichen Datums (4) wurde aus den früheren Ländern bzw. Sowjetrepubliken Litauen, Lettland und Estland sowie aus dem neu geschaffenen &quot;Weißruthenien&quot; das Generalkommissariat Ostland (5) gebildet (Gauleiter Lohse mit Sitz in Rowno, später Riga). Der zum westlichen Weißrussland gehörende Bezirk Bialystok wurde der Provinz Ostpreußen angegliedert. Aus der früheren Sowjetrepublik Ukraine entstand durch Erlass Hitlers vom 20. August 1941 (6) unter Einbeziehung eines Teils von Weißrussland das Reichskommissariat Ukraine (7) mit Sitz in Rowno, das Gauleiter Koch am 1. September 1941 übernahm. Von dem Reichskommissariat Ukraine, das sich im Übrigen nicht weiter als bis Charkow erstreckte, wurden Galizien und Transnistrien, ein Gebietsstreifen nördlich von Odessa, abgetrennt und teils dem Generalgouvernement, teils Rumänien zugeschlagen.</p>
                <p>Die Reichskommissare sollten nach den Plänen Rosenbergs &quot;als Hoheitsträger des Reichs in ihren Amtsbezirken die gesamte Verwaltung nach den Weisungen des RMbO leiten und beaufsichtigen&quot;(8). Die Generalkommissare (9) bildeten die mittlere Instanz der deutschen Zivilverwaltung. Sie leiteten &quot;die Verwaltungen nach den allgemeinen Weisungen des RMbO und den Anordnungen der Reichskommissare&quot;. In der Praxis hatten sie, wie auch die Reichskommissare, einen beträchtlichen Spielraum bei der Behandlung ihrer Angelegenheiten. Jedes Generalkommissariat setzte sich aus mehreren Kreisgebieten zusammen, die von Gebietskommissaren (10) verwaltet wurden. Diese stellten die unterste deutsche Verwaltungsbehörde dar und entsprachen etwa den deutschen Landräten. Während die landeseigenen Verwaltungen (&quot;Landesdirektoren&quot;) in erster Linie nur beratende Organe der Reichs- bzw. Generalkommissare blieben, zogen Gebietskommissaren auch einheimische Bürgermeister und Gemeindevorsteher zur Verwaltung heran.</p>
                <p>Am 1. April 1944 wurde der Generalbezirk Weißruthenien aus dem RKO gelöst und der Generalkommissar unmittelbar dem RMbO unterstellt; eine praktische Bedeutung hatte die Umorganisation nicht mehr, da das flache Land sich bereits fast vollständig in den Händen der Partisanen befand.</p>
                <p>Wenngleich dem RMbO, auch Ostministerium genannt, theoretisch die gesamte Verantwortung für den neuen Osten übertragen worden war, so wurde das Prinzip eines &quot;Territorialministerium&quot; von vornherein in Bezug auf zwei der wichtigsten Kompetenzen, nämlich Wirtschaft und Polizei durchbrochen.</p>
                <p>Der Führererlass über die Wirtschaft in den neu besetzten Ostgebieten vom 29. Juni 1941 (11) dehnte den Auftrag des Beauftragten für den Vierjahresplan, der ohnehin gegenüber allen obersten Reichsbehörden bereits weisungsberechtigt war, auf diese Ostgebiete aus. Dem Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei oblagen mit Führererlass über die polizeiliche Sicherung der neu besetzten Ostgebiete vom 17. Juli 1941 (12) eine unmittelbare Zuständigkeit für diesen Raum. Wenn auch Höhere SS- und Polizeiführer formell in den Stab der Reichskommissare und die nachgeordneten Polizeistellen in die Behörden der General- und Gebietskommissare einbezogen wurden und das Recht besaßen, die ihnen notwendig erscheinenden polizeilichen Maßnahmen zu verlangen, hatten sie doch kein Einspruchsrecht bei generellen Anordnungen. Weitere Einschränkungen der Zuständigkeiten der Zivilverwaltung erfolgten durch den Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums, den Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, der die Reichskommissare als seine eigenen Organe in den besetzten Ostgebieten ernannte, dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition, den Reichsverkehrsminister, den Reichspostminister, das Auswärtige Amt. Die Zuständigkeit für Propaganda ging durch Führererlass vom 15. August 1943 an das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda verloren.</p>
                <p>Andere Dienststellen stellten ihren Einfluss in den Ostgebieten dadurch sicher, dass sie Vertreter in den Rahmen des Ostministeriums einbauten, zumindest aber ständige Verbindungsleute unterhielten.</p>
                <p>Personalunion bestand zwischen den Leitern der entsprechenden Abteilungen oder Chefgruppen und denen des Wirtschaftsstabes Ost, des Vierjahresplans, der Reichswirtschafts-, Reichsernährungs- und Reichsarbeitsministerien. Obwohl die meisten beteiligten Dienststellen im Zentralplanungsstab des Ostministeriums vertreten waren, so brachte schon die Existenz dieser zahlreichen Organe Konfusion und Heterogenität in das ohnehin verwickelte Labyrinth von Verwaltung und Politik.</p>
                <p>Nach dem Stand vom 3. September 1941 war das RMbO in folgende Hauptabteilungen und Abteilungen gegliedert (13):</p>
                <p>Hauptabteilung I: Zentralverwaltung</p>
                <p>Hauptabteilung II: Politik</p>
                <p>Abteilung: Allgemeines</p>
                <p>Abteilung: Ostland</p>
                <p>Abteilung: Ukraine</p>
                <p>Abteilung: (Kaukasien)</p>
                <p>Abteilung: Russland</p>
                <p>Abteilung: Volkstum und Siedlung</p>
                <p>Abteilung: Kulturpolitik</p>
                <p>Abteilung: Arbeits- und Sozialpolitik</p>
                <p>Abteilung: Jugend</p>
                <p>Abteilung: Frauen</p>
                <p>Abteilung: Presse und Aufklärung</p>
                <p>Hauptabteilung III: Allgemeine Verwaltung</p>
                <p>Hauptabteilung IV: Wirtschaftspolitische und technische Kooperation</p>
                <p>Abteilung: Gewerbliche Wirtschaft</p>
                <p>Abteilung: Ernährung und Landwirtschaft</p>
                <p>Abteilung: Forst- und Holzwirtschaft</p>
                <p>Abteilung: Technik</p>
                <p>Abteilung: Bankwesen und Währung</p>
                <p>Abteilung: Devisen- und Handelspolitik</p>
                <p>Abteilung: Verkehr</p>
                <p>Abteilung: Preisbildung und Preisüberwachung</p>
                <p>Einflussnahme anderer Ressorts und Parteistellen auf die Verwaltung der besetzten Ostgebiete und Kampf um Zuständigkeiten blieben nicht ohne Auswirkung auf die Gestaltung des Aufgabenbereichs und der inneren Organisation des Ministeriums. Zu einer Einrichtung und Aufgabenstellung der einzelnen Organisationseinheiten, insbesondere auf dem Gebiet Wirtschaft und Technik in der ursprünglich vorgesehenen Form ist es deshalb nie gekommen. So hat dann auch die nur teilweise eingerichtete Organisationseinheit Technik, die sich auch mit dem Verkehrswesen befasste, lediglich eine kurze untergeordnete Rolle im Ostministerium gespielt. (14)</p>
                <p>Nach über einjährigem Bestehen gliederte sich das RMbO am 1. September 1942 wie folgt</p>
                <p>Abteilung Z Zentralverwaltung (Degenhard)</p>
                <p>I Hauptabteilung Politik (Dr. Leibbrandt) mit den Abteilungen</p>
                <p>Allgemeine politische Angelegenheiten</p>
                <p>Ostland</p>
                <p>Ukraine</p>
                <p>Russland</p>
                <p>Kaukasien</p>
                <p>Kulturpolitik</p>
                <p>Volkstums- und Siedlungspolitik</p>
                <p>Presse und Aufklärung (15)</p>
                <p>Jugend</p>
                <p>Frauen</p>
                <p>II Hauptabteilung Verwaltung (Dr. Bunte)</p>
                <p>Personalabteilung</p>
                <p>Innere Verwaltung</p>
                <p>Gesundheitswesen und Volkspflege</p>
                <p>Veterinärwesen</p>
                <p>Fürsorge und Selbsthilfe</p>
                <p>Rechtswesen</p>
                <p>Finanzen</p>
                <p>Wissenschaft und Kultur</p>
                <p>III Führungsstab Wirtschaftspolitik (Dr. Alfred Meyer)</p>
                <p>Chefgruppe Wirtschaftspolitische Kooperation mit den Abteilungen</p>
                <p>Organisation und Verwaltung</p>
                <p>Allgemeine Wirtschaft</p>
                <p>Treuhandverwaltung</p>
                <p>Sondergruppe gewerbliche Wirtschaft</p>
                <p>Sondergruppe Arbeitspolitik und Sozialverwaltung</p>
                <p>Sondergruppe Preisbildung und Preisüberwachung</p>
                <p>Sondergruppe Verkehr</p>
                <p>Chefgruppe Ernährung und Landwirtschaft</p>
                <p>Chefgruppe Forst- und Holzwirtschaft</p>
                <p>Von besonderer Bedeutung war die Hauptabteilung Politik, die durch Erlass vom 10. August 1943 in den Führungsstab Politik umgebildet wurde, an dessen Spitze nunmehr der Leiter des SS-Hauptamtes, Berger stand. Sie sollte die allgemeinen politischen Richtlinien des Ministeriums erarbeiten und die der ihm nachgeordneten Dienststellen eine einheitliche politische Ausrichtung gewährleisten.</p>
                <p>Ihre Wirksamkeit war jedoch durch die bereits erwähnten Zuständigkeiten der anderen für die Ostpolitik maßgeblichen Dienststellen, durch die weiten Entfernungen bis zu den nachgeordneten Verwaltungsdienststellen und schließlich durch die Unabhängigkeitsbestrebungen der Reichskommissare Koch und Lohse, die sich häufig über Weisungen des RMbO hinwegsetzten, erheblich eingeschränkt. Die generelle Funktionsschwierigkeit des Ministeriums dürfte u. a. aber auch auf die Arbeitsqualität und Herkunft seiner Amtsträger zurückzuführen sein, die, soweit sie nicht Spezialkräfte sein mussten, vornehmlich aus der SA und den Ordensjunkern hervorgingen und weder über Verwaltungspraxis noch Vorbildung verfügten (16).</p>
                <p>Nach dem Organisationsplan des RMbO vom 1. Februar 1944 (17) umfasste der Führungsstab Politik sechs Führungsgruppen:</p>
                <p>Allgemeine politische Angelegenheiten</p>
                <p>Deutschtum</p>
                <p>Fremdes Volkstum</p>
                <p>Kulturfragen</p>
                <p>Jugend</p>
                <p>Frauen</p>
                <p>Für 1944/1945 sind noch folgende Änderungen in der Geschäftsverteilung des Ministeriums erwähnenswert:</p>
                <p>Die Hauptabteilung Verwaltung (V), die sich auch mit allen Fragen der äußeren Verwaltung der besetzten Gebiete befasste, wurde ab 1. Februar 1944 in folgende Abteilungen gegliedert:</p>
                <p>Zentralabteilung</p>
                <p>Personalabteilung</p>
                <p>Innere Verwaltung</p>
                <p>Gesundheitswesen und Volkspflege</p>
                <p>Rechtswesen</p>
                <p>Finanzen</p>
                <p>Erziehung und Wissenschaft</p>
                <p>Treuhandverwaltung</p>
                <p>Generalreferat für Raumordnung</p>
                <p>Für die wirtschaftlichen Sachgebiete, meist in Personalunion mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan, gab es folgende Hauptabteilungen:</p>
                <p>Wirtschaft (W)</p>
                <p>Ernährung und Landwirtschaft (E)</p>
                <p>Forst- und Holzwirtschaft (FH) sowie die Sonderabteilung Arbeit (A), die zunächst Bestand der Chefgruppe Wirtschaft war und deren Stab vom Reichsarbeitsministerium gestellt wurde. Hinzu kam noch der Beauftragte für Sonderaufgaben (BfS [Sonderreferat Malettke]), der dem Minister , bzw. seinem ständigen Vertreter unmittelbar unterstellt war und dem es oblag, sich der wirtschaftlichen Betätigung von Gesellschaften und Firmen anderer europäischer Staaten in den besetzten Ostgebieten anzunehmen.</p>
                <p>Anmerkungen</p>
                <p>(1) G. Reitlinger: Ein Haus auf Sand gebaut, Hamburg 1962, S. 157.</p>
                <p>(2) BArch R 43 II/ 685 a &quot;Die Zivilverwaltung in den besetzten Ostgebieten&quot; fol. 41.</p>
                <p>(3) 1893-1946; Publizist; 1925 Chefredakteur, ab 1938 Herausgeber des Völkischen Beobachters; 1930-1945 MdR; 1933 Reichsleiter und Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP; 1934 Beauftragter des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP; Rosenberg wurde in Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.</p>
                <p>(4) BArch R 43 II/ 685, fol. 43.</p>
                <p>(5) Vgl. BArch Bestand R 90.</p>
                <p>(6) BArch R 6/ 21</p>
                <p>(7) Vgl. BArch Bestand R 94.</p>
                <p>(8) BArch R 43 II/ 685, fol. 10.</p>
                <p>(9) Vgl. BArch Bestände R 92 und R 93.</p>
                <p>(10) Vgl. BArch Bestand R 91.</p>
                <p>(11) BArch R 43 II/ 685, fol. 42.</p>
                <p>(12) ebenda, S. 43.</p>
                <p>(13) ebenda, S. 9.</p>
                <p>(14) Bräutigam: Überblick über die besetzten Ostgebiete, Tübingen 1954, S. 32.</p>
                <p>(15) Diese Abteilung wurde bereits Anfang 1943 zu einer selbständigen Organisationseinheit Pressechef umgestaltet.</p>
                <p>(16) Bräutigam: ebenda, S. 25.</p>
                <p>(17) BArch R 6/ 226.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Der hiesige Bestand im Umfang von 633 Nummern ist im wesentlichen in Anlehnung an die Organisation des Ministeriums klassifiziert worden. Kassiert wurden lediglich einige Unterlagen zur Dienststellenverwaltung und Doppelstücke. Nicht zuletzt wegen der kurzen Laufzeit bestehen zahlreiche Archivalieneinheiten nur aus wenigen Dokumenten.</p>
                <p>Die Masse der aus den USA zurückgelangten Akten wurde von bzw. unter der Aufsicht vom Archivoberrat Dr. Dienwiebel geordnet und verzeichnet. Diese Titelaufnahmen wurden - obwohl mittlerweile die Verzeichnungsmethoden des Bundesarchivs sich in manchen Einzelheiten etwas gewandelt haben - unverändert übernommen. Die Unterlagen des Aufbaustabes K wurden von Frau Martens und von Archivamtmann Verlande erschlossen. Für die Guide Nr. 28 erfassten und in den National Archives auf Mikrofilm erhältlichen Akten (EAP 99) wurde eine Konkordanz angelegt (2).</p>
                <p>Im Zuge der Veröffentlichung des Findmittels in Form eines Online-Findbuches und der damit einhergehenden Bereitstellung der Erschließungsinformationen der Archivalien via Internet, erfolgte 2011 eine Bestandsüberarbeitung. Dabei wurden neben der Redigierung einiger Einzeltitel auch die vorläufig verzeichneten Akteneinheiten der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; in die Klassifikation eingearbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>C. de Documentation Juive Contemporaine, Paris; Inst.for Jewish Research, N.Y</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 144</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">34.04 Potsdamer Überlieferung</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Haupttreuhandstelle Ost und Treuhandstellen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1904-01-01/1945-12-31">1904-1935; 1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>828 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind Unterlagen der Zentrale Berlin mit den Schwerpunkten:</p>
                <p>Geschäftsgang, v.a. Tageskopien, Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, Allgemeine Vermögensverwaltung, dabei: Monats- und Jahresbilanzen der Zenrale und der Treuhandstellen, Kontobücher, Beschlagnahmte Wertpapiere, Abwicklungsstelle polnischer Aktien- und Privatbanken, Konten der HTO, Kommissarisch verwaltete Betriebe, Betriebsveräußerungen, Verrechnungsverkehr mit der Deutschen Umsiedlungs-Treuhand-Gesellschaft und Unterlagen der Sonderabteilung Altreich.</p>
                <p>Von den Gesellschaften der HTO sind dokumentiert: Verwaltungs- und Verwertungs GmbH für Baltenvermögen, Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft der HTO Lodz, Treuhänder für Textilrohstoffe, Textilaktiengesellschaft N.Eitingen &amp; Co Litzmannstadt, Union Textile AG Kammgarnspinnerei Litzmannstadt, Allart Rousseau AG Litzmannstadt, Zuckerfabriken Dobrzelin Kranzwerder AG. Treuhandstellen: Neben wenigen Akten der Treuhandstellen Kattowitz und Posen sind v. a. Unterlagen der Treuhandstelle Danzig-Westpreußen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Konkrete Informationen über den Verbleib der Masse der Akten liegen nicht vor. Aussagen polnischer Benutzer deuten jedoch darauf hin, dass in großem Umfang Akten insbesondere der Zweigstellen Posen und Litzmannstadt in den polnischen Staatsarchiven verwahrt werden.</p>
                <p>Den größeren Teil der im Bundesarchiv vorliegenden Registraturreste wurde 1963 vom Verwaltungsamt für innere Restitutionen in Stadthagen übernommen (Zugangsnr. I 58/63). Es handelt sich dabei hauptsächlich um Sachakten der Abteilung Vermögensverwaltung und der Sonderabteilung Altreich, die 1945 von der britischen Besatzungsmacht in Bückeburg aufgefunden wurden. Weitere Buchungsunterlagen der HTO sollen damals von den Engländern vernichtet worden sein. Die erste Aufnahmestelle für das erhalten gebliebene Schriftgut war das nach 1945 neu errichtete Zentralamt für Vermögensverwaltung in Bad Nenndorf.</p>
                <p>Die relativ wenigen Unterlagen der Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaft der HTO und des Treuhänders für Textilrohstoffe Lodz gelangten 1953/1955 in das ehemalige Zentrale Staatsarchiv der DDR und bildeten den Bestand 34.04.</p>
                <p>Mit dem Übergang des Zentralen Staatsarchivs der DDR in das Bundesarchiv wurden beide Überlieferungsteile als Bestand R 144 zusammengeführt. Dem Bestand zugeordnet wurden darüber hinaus Unterlagen, der Textil AG, N Eitingon &amp; Co., Lodz, die bis 1990 als Bestand 80 Te 3 im Zentralen Staatsarchiv der DDR verwahrt wurden sowie Sachakten der Treuhandnebenstelle Litzmannstadt aus der Überlieferung des so genannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 144/ 851-866). Die im NS-Archiv nachgewiesenen Personalakten von Mitarbeitern der Treuhandnebenstelle Litzmannstadt sind derzeit noch über die entsprechenden personenbezogenen Datenbanken des Bundesarchivs zu recherchieren.</p>
                <p>Einzelfallakten und Karteien (ca. 7000) der HTO über die Erfassung polnisch-jüdischer Vermögenswerte im &quot;Altreich&quot; sowie Buchungsbelege für die entzogenen Grundstücke befinden sich noch beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen in Berlin.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die 1963 ins Bundesarchiv gelangten Akten befanden sich teils in Schnellheftern, teils in Stehordnern. Eine Registratureinteilung ließ sich nur vereinzelt erkennen. Die Ordnung erfolgte nach sachlichen Gesichtspunkten. Ausgesondert wurden Unterlagen, deren Inhalt doppelt überliefert war sowie Postscheck- und Bankabschnitte, Tagesauszüge von Banken und Sparkassen, Empfangs- und Zahlungsbestätigungen u. dgl. Die ursprünglich dem Bestand zugeordneten Handakten des ehemaligen Referenten und Leiters der Revisionsabteilung der Grundstücksgesellschaft der HTO (GHTO) wurden dem Bestand R 140 zugeordnet (s. hierzu Az. 3616 allgem./1).</p>
                <p>Bei der 1976/1977 erfolgten Überarbeitung des in das Zentrale Staatsarchiv der DDR gelangten Überlieferungsteils wurden in erster Linie zahlreiche Doppelstücke und Belegschriftgut ausgesondert.</p>
                <p>Die für beide Überlieferungsteile separat vorliegenden Findmittel wurden im Rahmen des Retrokonversionsprogramms des Bundesarchivs 2006 datenbankmäßig erfasst und mit Hilfe der im IT-System des Bundesarchivs vorhandenen Programme zur Erschließung und Findbucherstellung (BASYS-S) ein Findbuch für den Gesamtbestand erarbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungsblatt der Haupttreuhandstelle Ost 1940-1944 [RD 13/14]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Broszat, Martin: Kompetenzen und Befugnisse der Haupttreuhandstelle Ost (HTO), in: Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Bd. 2, Stuttgart 1966, S. 235-239.</p>
                <p>Dingel, Jeanne: Zur Tätigkeit der Haupttreuhandstelle Ost, Treuhandstelle Posen, 1939 bis 1945, Frankfurt, 2003</p>
                <p>Rosenkötter, Bernhard: Treuhandpolitik. Die &quot;Haupttreuhandstelle Ost&quot; und der Raub polnischer Vermögen 1939-1945, Essen 2003</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Haupttreuhandstelle Ost (HTO) mit Sitz in Berlin wurde durch den Erlass vom 19. Oktober 1939 des Vorsitzenden des Ministerrates für die Reichsverteidigung und Beauftragten für den Vierjahresplan, Hermann Göring, ins Leben gerufen. Die Veröffentlichung ihrer Errichtung und die Beschreibung ihrer Aufgaben erfolgte durch die Bekanntmachung im Reichsanzeiger vom 1. November 1939 (RA Nr. 260). Ihre erste Aufgabe war, die durch die Auflösung des polnischen Staates im Jahre 1939 herrenlos gewordenen großen polnischen und jüdischen Vermögenswerte, Liegenschaften, Betriebseinrichtungen und sonstige Rechte aufzufangen und zu beschlagnahmen sowie durch kommissarische Verwaltung die Produktion und den Güteraustausch für die Interessen der Kriegswirtschaft wieder in Gang zu bringen. Mit der treuhänderischen Verwaltung der beschlagnahmten Vermögen war zunächst keine Rechtsübertragung verbunden. Ausgenommen waren jedoch Handels- und Handwerksbetriebe im Werte bis zu 20.000 RM und Wohnungsmobiliar geflüchteter oder aus sonstigen Gründen abwesender Personen, weil in diesen Fällen die Vermögensverwaltung als zu aufwendig angesehen wurde. Später traten der Umsiedlereinsatz und die Fürsorge für den künftigen Einsatz der Kriegsteilnehmer hinzu.</p>
                <p>Die grundlegenden Gesetze, auf denen die Arbeit der HTO beruhte, waren:</p>
                <p>1. die Verordnung des Beauftragten für den Vierjahresplan über die Sicherstellung des Vermögens des ehemaligen polnischen Staates vom 15. Januar 1940 (RGBl. I S. 174);</p>
                <p>2. die Verordnung über die Behandlung von Vermögen der Angehörigen des ehemaligen polnischen Staates vom 17. September 1940 (RGBl I S. 1270);</p>
                <p>3. die Verordnung über die Abwicklung der Forderungen und Schulden polnischer Vermögen (Schuldenabwicklungsverordnung) vom 15. August 1941 (RGBl I S. 516).</p>
                <p>Die gesamte Rechtsmaterie, insbesondere auch alle für die Arbeit der HTO maßgeblichen Verwaltungsvorschriften wurden in einem &quot;Mitteilungsblatt&quot; der HTO zusammengefasst, das nach Bedarf erschien.</p>
                <p>Die Zuständigkeit der HTO beschränkte sich auf die eingegliederten Ostgebiete. In dem zugewiesenen Aufgabenbereich war sie allein zur Beschlagnahme und zur Bestellung und Abberufung kommissarischer Verwalter befugt. Von anderen Stellen eingesetzte kommissarische Verwalter bedurften ihrer Bestätigung.</p>
                <p>Nicht in die Zuständigkeit der HTO gehörte die Landwirtschaft einschließlich der landwirtschaftlichen Nebenbetriebe in den eingegliederten Ostgebieten. Sie waren der Verfügungsberechtigung des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums überlassen, mit Rücksicht auf die ihm übertragenen Siedlungsaufgaben. Die Abgrenzung der Zuständigkeit erfolgte durch den Erlass des Reichsführers SS und Chefs der deutschen Polizei als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums vom 10. November 1939 und entsprechende Rundverfügungen des Leiters der HTO.</p>
                <p>Zur Durchführung der Aufgaben errichtete die HTO unter Fortsetzung der bisher damit befassten Dienststellen des Chefs der Zivilverwaltung in jedem Ostgau eine Treuhandstelle:</p>
                <p>in Gotenhafen für Danzig-Westpreußen,</p>
                <p>in Kattowitz für die Provinz Oberschlesien,</p>
                <p>in Posen für den Warthegau,</p>
                <p>in Litzmannstadt eine Treuhandnebenstelle für dieses besondere Wirtschaftsgebiet,</p>
                <p>in Zichenau für die Provinz Ostpreußen.</p>
                <p>Für das Generalgouvernement wurde durch Verordnung des Generalgouverneurs vom 15. November 1939 (Verordnungsblatt des GG Nr. 6, S. 31) eine besondere Treuhandstelle für das Generalgouvernement mit Sitz in Krakau errichtet.</p>
                <p>Zwischen der HTO und ihren Treuhandstellen war die Tätigkeit zunächst in der Weise aufgeteilt, dass die HTO die allgemeinen Richtlinien erteilte und insbesondere bei der Verwaltung der Großbetriebe mitwirkte. Außerdem hatte sie über Beschwerden gegen Maßnahmen der Treuhandstellen zu entscheiden. Durch die Zweite Anordnung über die HTO vom 17. Februar 1941 (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 51 - MBl S. 86) erfolgte die Zuständigkeitsabgrenzung in der Weise, dass die HTO nunmehr für die Verwaltung und Verwertung der Großbetriebe im Werte von über 500.000,- RM zuständig war; außerdem wurden die allgemeinen Richtlinien für die Verwaltung und Verwertung aller Betriebe von ihr weiterhin erlassen.</p>
                <p>Auf einigen wichtigen Sondergebieten bediente sich die HTO außerdem der Mitwirkung von Gesellschaften, deren Gründung sie teilweise selbst herbeiführte oder maßgebend beeinflusste.</p>
                <p>Der ungeheure Umfang des beschlagnahmten Grundbesitzes aus polnischer und jüdischer Hand in den eingegliederten Ostgebieten machte die Einrichtung einer Grundstücksverwaltungsgesellschaft, der Grundstücksgesellschaft der Haupttreuhandstelle Ost mbH (GHTO) erforderlich (siehe Bestand R 140).</p>
                <p>Sie wurde durch Anordnung der HTO vom 27. Mai 1940 ins Leben gerufen und mit der Verwaltung und Verwertung der beschlagnahmten Grundstücke für Wohnungszwecke in den eingegliederten Ostgebieten betraut. Neben der Zuweisung von Wohnraum für Deutsche oblag ihr auch die Durchführung wissenschaftlicher Studien auf dem Gebiet des Wohnungs- und Siedlungswesens. Nachdem durch die Zweite Anordnung über die HTO vom 17. Februar 1941 innerhalb des Aufgabengebietes der HTO eine Dezentralisation zugunsten der örtlichen Treuhandstellen verordnet worden war, wurden im Jahre 1942 die Leitstellen der GHTO in selbständige Gaugesellschaften mbH umgewandelt und zwar:</p>
                <p>die Grundstücksgesellschaft für den Reichsgau Danzig-Westpreußen mbH (Gedewe) in Gotenhafen (Gedingen),</p>
                <p>die Grundstücksgesellschaft für die Provinz Oberschlesien mbH (Geos) in Kattowitz,</p>
                <p>die Grundstücksgesellschaft für den Reichsgau Wartheland mbH (Gewa) in Posen</p>
                <p>die Grundstücksgesellschaft für die Provinz Ostpreußen mbH (eingegliedertes Gebiet) (Geope) in Zichenau.</p>
                <p>Die Verwaltung der Grundstücke wurde nunmehr Aufgabe dieser Gaugesellschaften, während die GHTO die Aufsicht über diese Gesellschaften führte um eine einheitliche Geschäfts- und Verwaltungspraxis zu gewährleisten. Mit dem 1. Januar 1943 trat die GHTO in Liquidation. Beaufsichtigung und einheitliche Ausrichtung der Gaugesellschaften wurde von diesem Zeitpunkt an zur Aufgabe der HTO.</p>
                <p>Zur Erfassung, Verwaltung und Verwertung des Vermögens ehemaliger Angehöriger des polnischen Staates im Altreich (darunter war das am 1. September 1939 zum Großdeutschen Reich gehörige Gebiet, also einschließlich des Protektorats Böhmen und Mähren, zu verstehen) wurde die &quot;Sonderabteilung Altreich&quot; eingerichtet, welche ihre Aufgaben als Abteilung der Zentrale der HTO, aber strukturell wie eine besondere kleine Treuhandstelle durchführte.</p>
                <p>Das im Altreich gelegene staatliche Vermögen des ehemaligen polnischen Staates, vornehmlich Botschafts- und Konsularvermögen und Forderungen gegen Unternehmen im Altreich, war der Zuständigkeit der HTO vorbehalten.</p>
                <p>Die im Altreich belegenen Vermögensobjekte, die Bestandteil eines in den eingegliederten Ostgebieten gelegenen, zum Zuständigkeitsbereich einer Treuhandstelle gehörenden Unternehmens waren, blieben der Verfügung dieser Treuhandstelle vorbehalten.</p>
                <p>Das polnische landwirtschaftliche Vermögen im Altreich fiel gemäß Vereinbarung mit dem Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstum in die Zuständigkeit der Sonderabteilung. Die Verwertung würde jedoch im Einvernehmen mit dem Reichskommissar vorgenommen. Die Aufgaben der Sonderabteilung Altreich in Böhmen und Mähren würden durch ein dem Vermögensamt beim Reichsprotektor in Böhmen und Mähren unterstellte Referat wahrgenommen.</p>
                <p>Weitere Hilfsgesellschaften der HTO waren:</p>
                <p>1. Die Hotel- und Gaststättengesellschaften Wartheland, Danzig-Westpreußen und Oberschlesien (für den Bezirk Zichenau bestand nur ein kommissarischer Generalverwalter). Ihnen oblag die Erfassung, Verwaltung und Verwertung der Hotels, Gaststätten und Fremdenheime in Zuständigkeitsbereich der HTO, sie nach deutschen Ansprüchen umzubauen und einzurichten und überhaupt am Aufbau eines entsprechenden Fremdenverkehrsgewerbes mitzuwirken.</p>
                <p>2. Die Handelsaufbau Ost GmbH mit ihren 4 Auffanggesellschaften für Kriegsteilnehmerbetriebe des Handels in den 4 Gauen. (siehe Bestand R 88).</p>
                <p>Sie sind unter Beteiligung der Reichsgruppe Handel eingerichtet worden, um die Planung im Handel durchzuführen, bei der Besetzung der Betriebe mit geeigneten Kaufleuten mitzuwirken bzw. um die für die Kriegsteilnehmer vorgesehenen Handelsbetriebe zu verwalten.</p>
                <p>3. Die Handwerksaufbau-Ost GmbH. Sie wurde unter Mitwirkung des Reichsstandes des Deutschen Handwerkes geschaffen, um den Umbau und die Einrichtung von Handwerksbetrieben für den Einsatz deutscher Handwerker vorzunehmen.</p>
                <p>4. Die in Liquidation getretene Verwaltungs- und Verwertungs-Gesellschaft der Haupttreuhandstelle Ost mbH (VVG). Sie war mit der Regelung des ehemaligen polnischen internationalen Warenverkehrs und der Erfassung und Verwaltung von Rohstoffen und Wirtschaftsgütern betraut.</p>
                <p>Für wirtschaftliche Spezialaufgaben wurden nach Möglichkeit andere bereits vorhandene Organisationen eingesetzt, so</p>
                <p>1. Die Allgemeine Film-Treuhand GmbH, eine Gesellschaft der Reichs-Filmkammer für die kommissarische Verwaltung von Film-Theatern in den eingegliederten Ostgebieten.</p>
                <p>2. Die Landwarenhandels-Gesellschaft für den deutschen Osten GmbH.</p>
                <p>Sie war von den am privaten Landwarenhandel beteiligten Organisationen und Banken gegründet worden und hatte die Aufgabe, den Landhandel in den eingegliederten Ostgebieten neu aufzubauen und bei der Verwaltung und Verwertung der beschlagnahmten Landwarenhandelsbetriebe mitzuwirken.</p>
                <p>3. Die Aufbaugesellschaft des ostdeutschen Landmaschinenhandels mbH, an deren Gründung maßgebende Wirtschaftkreise, Banken und Firmen des Landmaschinenhandels beteiligt waren, hatte die gleichen Aufgaben auf dem Gebiete des Landmaschinenhandels.</p>
                <p>Die Anschrift der Zentrale der HTO lautete am 21. Februar 1945: Berlin W 15, Bayerische Straße 5. Daneben bestanden zu dieser Zeit noch Ausweichdienststellen in Grünheide, Friesack, Trebbin und Bückeburg. Infolge der Luftangriffe auf Berlin waren bereits Ende 1943 Abteilungen evakuiert worden. Die Abteilungen I, II und III befanden sich zunächst in Ratibor, die Sonderabteilung Altreich wurde in Trebbin untergebracht. Die Abteilung Vermögensverwaltung kam zunächst nach Alt-Landsberg, später nach Grünheide, im Februar 1945 soll sie nach Bückeburg verlegt worden sein.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 167-F</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberkommando der Alliierten Truppen in Oberschlesien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1922-12-31">1919-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>0,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 102-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouverneur des Distrikts Warschau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouverneur des Distrikts Lublin</unittitle>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 102-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouverneur des Distrikts Radom</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1939-12-31">1939</unitdate>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouverneur des Distrikts Krakau</unittitle>
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                <physdesc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliches Gouvernement in Deutsch-Ostafrika</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1886-01-01/1936-12-31">1886-1924, 1936</unitdate>
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                  <extent>5457 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Zentralverwaltung; Gouvernement in Windhuk; Kommissar des früheren Gouvernements in Windhuk; Örtliche Verwaltung; Bezirksämter; Distriktsämter; Justizverwaltung; Obergericht in Windhuk; Bezirksgerichte; Bergbehörden; Registraturhilfsmittel.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Mit zum Teil erheblichen Überlieferungslücken übernahm Ende der 1930er Jahre das Reichsarchiv die Akten der Kolonialverwaltung Deutsch-Südwestafrika. Nach der kriegsbedingten Verlagerung gelangten diese 1945 in das Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Hier blieb die bereits im Reichsarchiv vorgenommene Bestandsgliederung in die Zentralverwaltung Windhuk, die örtlichen Verwaltungen und die Sonderverwaltungen (Justiz, Polizei, Bergbau, Eisenbahnwesen) mit ihrem Unterbau erhalten. Die wenigen im Bundesarchiv Koblenz aufbewahrten Aktenbände wurden nach der Wiedervereinigung Deutschlands dem Bestand zugeordnet.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Neben den Sachakten der unterschiedlichsten Bereiche und Verwaltungsebenen bilden die Personalakten der Inspektion der Landespolizei sowie der Eisenbahnverwaltung und Eisenbahnbaubehörden mit etwa 80% der Überlieferung die umfangreichsten Aktengruppen. Die Klassifikation des Bestandes erfolgte unter weitgehender Beibehaltung der im vorläufigen Findmittel ausgewiesenen Gliederung, dem das damals gültige Registraturschema zugrunde lag. Nur in wenigen Einzelfällen wurden Aktenbände einer anderen Klassifikation zugeordnet. Die Ordnung und Titelbildung der Aktenbände blieb im Wesentlichen unverändert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika. Hrsg. vom Kaiserlichen Gouvernement in Windhuk, Jg. 1-6, Berlin 1910-1915</p>
                <p>Amtlicher Anzeiger für das Deutsch-Südwestafrikanische Schutzgebiet. Windhuk 1901</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1884 Übernahme des Schutzes über die Landerwerbungen des Bremer Kaufmanns Franz Adolf Eduard Lüderitz durch das Deutsche Reich; 1885 Errichtung der deutschen Verwaltung; territoriale Ausdehung des deutschen Einflußgebietes durch die Aktivitäten der 1895 gegründeten Deutschen Kolonialgesellschaft; 1915 Kapitulation der Schutztruppe gegenüber den Streitkräften der Südafrikanischen Union und Beendigung der deutschen Verwaltung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Nationalarchiv Windhoek/Namibia</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 150-F</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Kolonialverwaltung in Togo</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1914-12-31">1884-1914</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1940-12-31">1938-1940</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>45 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1102</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beschaffungsgesellschaft Ost</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1952-12-31">1942-1952</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>87 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bestand gliedert sich in: - Organisation und Tätigkeit - Personalangelegenheiten - Finanzielle Angelegenheiten - Abwicklung und Abrechnung der Ostbetriebe und Lager.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1942 Gründung der Beschaffungsgesellschaft Ost im Einvernehmen zwischen dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und dem Reichswirtschaftsministerium; Durchführung von Sonderaufgaben bei der Beschaffung von Investitionsgütern für den Wirtschaftsausbau in den besetzten sowjetischen Gebieten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1942 Gründung der Beschaffungsgesellschaft Ost im Einvernehmen zwischen dem Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und dem Reichswirtschaftsministerium; Durchführung von Sonderaufgaben bei der Beschaffung von Investitionsgütern für den Wirtschaftsausbau in den besetzten sowjetischen Gebieten.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1003</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1893-01-01/1916-12-31">1893-1916</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>119 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Kaiserliches Gouvernement Daressalam; Kaiserliche Residenturen Bukobas, Gitega, Ruanda, Urundi; Kaiserliche Bezirksaußenstelle Umbulu; Kaiserliche Verwaltungsnebenstelle Usumbura; Personalakten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Institutionsgeschichte</p>
                <p>Die Verwaltung der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika oblag von 1885 bis 1890 zunächst der &quot;Deutschen-Ostafrikanischen Gesellschaft&quot; unter Dr. Carl Peters. Nachdem bereits im Februar 1890 ein Reichskommissar für Deutsch-Ostafrika ernannt worden war, übernahm 1891 das Deutsche Reich die Verwaltung der Kolonie. Sitz des Gouverneurs war Daressalam. Im Zuge der Bildung der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 1891 erfolgte im gleichen Jahr die Aufstellung einer Polizeitruppe.</p>
                <p>Die Verwaltung in Deutsch-Ostafrika war wie folgt gegliedert:</p>
                <p>1. Zentralverwaltung (Erster Referent und mehrere Referenten mit speziellen Zuständigkeitsbereichen)</p>
                <p>2. Justizverwaltung (ein Obergericht und fünf Bezirksgerichte)</p>
                <p>3. Örtliche Verwaltung (Bau-, Forst-, Zoll-, Medizinalverwaltung usw.)</p>
                <p>Territorial gliederte sich das Schutzgebiet in Bezirke, in denen wiederum größere und kleinere Militär- und Polizeistationen installiert waren.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Originalbestand Behörden des deutschen Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika befindet sich im Nationalarchiv von Tansania in Daressalam.</p>
                <p>Die im Online-Findbuch beschriebenen 5 Originalakten gelangten vermutlich mit anderen kolonialen Überlieferungen in das Reichsarchiv und 1950 in das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam. Sie bildeten den urprünglichen Bestand R 1003.</p>
                <p>Auswahlweise ließ das Zentrale Staatsarchiv in Potsdam 33 Bestandsergänzungsfilme für den Zeitraum 1900 bis 1916 aus diesem Bestand anfertigen. Sie bildeten den urprünglichen Bestand R 1003-F bzw. R 1003-FC.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Zu den Im Zentralen Staatsarchiv in Potsdam verzeichneten Restakten entstand eine Findkartei, deren Informationen im Jahre 2002 in der Datenbank des Bundesarchivs gespeichert wurden. Zu den Bestandsergänzungsfilmen wurde im Jahre 2003 ein Findbuch (R 1003 FC) erstellt.</p>
                <p>Im Jahr 2017 wurden die Bestände R 1003-FC und R 1003 zum Bestand R 1003 zusammengeführt, zu dem ein aktuelles Online-Findbuch erstellt wurde.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Allgemeine Verfügung des Kaiserlichen Gouvernements von Deutsch-Ostafrika, Jg. 1-3, Berlin 1891-1893.</p>
                <p>Die Landesgesetzgebung des Deutsch-Ostafrikanischen Schutzgebietes. Systematische Zusammenstellung der in Deutsch-Ostafrika geltenden Gesetze, Verordnungen usw..Hrsg. vom Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika, 2 Bde, 2. Auflage, Tanga, Daressalam 1911.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1885 Erteilung eines kaiserlichen Schutzbriefs für die Erwerbungen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, 1885-1890 Verwaltung durch die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft unter Carl Peters; 1891 Übernahme der direkten Verwaltung durch das Deutsche Reich; 1916 Zurückweichen der Schutztruppe vor den britisch-belgischen Truppen und Zusammenbruch der deutschen Verwaltung, Beendigung des Kriegs in Deutsch-Ostafrika im November 1918.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Nationalarchiv der Vereinigten Republik Tansania, Daressalaam</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 92-PA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalkommissar Riga</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1944-01-01/1944-12-31">bis 1944/45</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1103 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>7,7 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 92</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalkommissar Riga</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1944-12-31">1941-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1739 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schwerpunkte der Überlieferung</p>
                <p>Mit Ausnahme der vernichteten geheimen Aktenbände dürfte die Aktenüberlieferung des Generalkommissars in Riga vollständig erhalten geblieben sein. Die Akten wurden zusammen mit anderen Beständen über die deutsche Verwaltung in den besetzten Ostgebieten im Jahre 1963 von den National Archives Washington zurückgegeben.</p>
                <p>Das Schriftgut stammt aus den Abteilungen bzw. Hauptabteilungen Politik, Kulturpolitik, Jugend, Fürsorge, Finanzen, Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft über deren Tätigkeit in Lettland, ferner aus der Zentral- und Personalabteilung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Einrichtung des Generalbezirks Lettland gemäß Führer-Erlass vom 17. Juli 1941 (R 43 II/685a, unveröffentlicht) als mittlere zivile Verwaltungsinstanz unterhalb des Reichskommissars für das Ostland mit Dienstsitz in Riga; Zuständigkeit des Generalkommissars für deutsche Hoheitsgewalt, politische Führung und Beaufsichtigung der zivilen Landesverwaltung (Abteilungen bzw. Hauptabteilungen für Inneres, Finanzwesen, Bildungswesen, Technik und Verkehr, Justiz, Wirtschaft, Revisionswesen sowie Land- und Forstwirtschaft); Generalkommissar war der Lübecker Bürgermeister Dr. Otto-Heinrich Drechsler (1895-1945); am 30. Juli 1944 Vereinigung der Dienststelle des Generalkommissars mit der des Reichskommissars für das Ostland.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblatt des Generalkommissars in Riga. Jg. 1941-1944. Riga 1941-1944.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einrichtung des Generalbezirks Lettland gemäß Führer-Erlass vom 17. Juli 1941 (R 43 II/685a, unveröffentlicht) als mittlere zivile Verwaltungsinstanz unterhalb des Reichskommissars für das Ostland mit Dienstsitz in Riga; Zuständigkeit des Generalkommissars für deutsche Hoheitsgewalt, politische Führung und Beaufsichtigung der zivilen Landesverwaltung (Generaldirektionen für Inneres, Finanzwesen, Bildungswesen, Technik und Verkehr, Justiz, Wirtschaft, Revisionswesen sowie Land- und Forstwirtschaft); Generalkommissar war der Lübecker Bürgermeister Dr. Otto-Heinrich Drechsler; am 30. Juli 1944 Vereinigung der Dienststelle des Generalkommissars mit der des Reichskommissars für das Ostland.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 102</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Distrikt- und Kreisverwaltungen im Generalgouvernement</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>357 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das Schriftgut dieser Behörden befindet sich, soweit nicht durch Kriegsereignisse vernichtet, in den jeweils zuständigen polnischen Wojewodschaftsarchiven. Im Bundesarchiv vorhanden sind Kopien von Akten in Verwahrung polnischer Archive, die in Verfahren wegen NS-Gewaltverbrechen vor deutschen Gerichten vorgelegt wurden. Daneben liegen Handakten eines Beamten vor, der nacheinander als Vorsitzender des Sondergerichts Reichshof (Rzeszow), Kreishauptmann in Dembica/Distrikt Krakau und Chef des Amtes des Gouverneurs des Distrikts Lublin tätig war. Sie enthalten Anordnungen an die Kreishauptleute, Meldungen über die Bekämpfung der Widerstandsbewegung, Anordnungen und Berichte des Gouverneurs des Distrikts Lublin.</p>
                <p>Schließlich sind Unterlagen der Abteilung Propaganda der Distriktverwaltung Warschau zu erwähnen, die in Form von Fotokopien vom YIVO Institute for Jewish Research New York, erworben werden konnten und u. a. die Beobachtung und Bekämpfung der Widerstandsbewegung betreffen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt für das Generalgouvernement, 1939-1944, RD 205/2.</p>
                <p>Amtlicher Anzeiger für das Generalgouvernement, 1940-1944, RD 205/3.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 91</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 91 BORISSOW</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 91 LIBAU</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 91 MINSK</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 91 MITAU</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 91 KAUEN-LAND</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gebietskommissare im Geschäftsbereich des Reichskommissars für das Ostland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>665 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Akten der Gebietskommissare in Estland, Litauen und Weißruthenien sind größtenteils vernicht oder befinden sich in den zuständigen Staatsarchivien. Das Bundesarchiv verwahrt in den meisten Fällen nur bruchstückhafte Überlieferungen der Gebietskommissariate Borrisow und Minsk in Weißruthenien, Dünaburg, Libau, Mitau, Riga-Stadt, Riga-Land und Wolmar in Lettland, Kauen (Kowno) in Litauen und Reval in Estland.</p>
                <p>Schwerpunkte der Überlieferung</p>
                <p>Gebietskommissar in Borissow: Verwaltung jüdischen Vermögens.</p>
                <p>Gebietskommissar in Dünaburg: Personalverwaltung, Arbeits- und Sozialverwaltung.</p>
                <p>Gebietskommissar in Kauen-Land in Kauen: Arbeits- und Sozialverwaltung, Wehrwirtschaftskommandos Wilna und Kauen.</p>
                <p>Gebietskommissar in Kurland in Libau: Allgemeine und Arbeitsverwaltung, Statistik.</p>
                <p>Gebietskommissar in Minsk: Landwirtschaftsstatistik und NS-Gewaltverbrechen.</p>
                <p>Gebietskommissar in Mitau: Politik, Allgemeine Verwaltung, Personalverwaltung, Kommunalverwaltung und -aufsicht, Sozial- und Gesundheitsverwaltung, Strafverfahren gegen Einheimische, Finanzen, Schule und Kultur, Deutsches Standesamt, Treuhandverwaltung, Ernährung und Landwirtschaft.</p>
                <p>Gebietskommissar in Reval: Allgemeine Verwaltung, Wehrwirtschaftskommando Reval, jüdisches und Feindvermögen, Raumplanung.</p>
                <p>Gebietskommissar in Riga-Land: Personalverwaltung, Amtliche Bekanntmachungen.</p>
                <p>Gebietskommissar in Riga-Stadt: Politik und Übernahme der Zivilverwaltung, Allgemeine Verwaltung, Haushalt und Steuern, Medizinalwesen, Wohnungs- und Grundstücksangelegenheiten, Beschlagnahmungen, Flüchtlinge, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Arbeitsverwaltung, Lettische SS-Legion, Verkehrswesen, Stadtverwaltung Riga, Personalia mit Einzelfallakten aus den Bereichen Personalverwaltung des GbK Riga-Stadt, Schulwesen, Fürsorge und Wohlfahrt, Musterung und Einziehung, Vermögensverwaltung sowie Personenstandswesen.</p>
                <p>Gebietskommissar in Wolmar: Personalverwaltung</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Gebietskommissare bildeten entsprechend Führer-Erlass vom 17. Juli 1941 (R 43 II/685a) die unterste Ebene der deutschen Zivilverwaltung in den besetzten Ostgebieten unterhalb der Ebenen der Reichskommissariate und der Generalkommissariate; ihre Aufgaben lagen vor allem im Bereich der Kommunalverwaltung (Kommunalpolitik, Ernähung und Landwirtschaft, gewerbliche Wirtschaft sowie Arbeit und Soziales) einschließlich der Ordnungspolizei. Der Gebietskommissar von Riga-Stadt war zugleich kommissarischer Oberbürgermeister der Stadt Riga.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblätter der Gebietskommissare. 1942-1943 [RD 206 und BA: AX 5709-5716].</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
          </c>
          <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_8b2feb14-8343-4217-a36e-bf06f084e607">
            <did>
              <unittitle>Inneres, Gesundheit, Polizei und SS, Volkstum</unittitle>
            </did>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1501</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 18 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">15.01 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium des Innern</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1947-01-01/1947-12-31">19. Jh. - ca. 1947</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>52440 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 15.01) 1815-1945:</p>
                <p>Überlieferung bis 1926/27:</p>
                <p>Aktienwesen 1880-1920 (170), Arbeiterversicherung 1869-1918 (1.224), Armenwesen 1846/1872-1930 (170), Ausstellungssachen 1891-1920 (5), Auswanderungswesen 1868-1930 (456), Bankwesen 1869-1918 (261), Beamtensachen 1867-1929 (621), besetzte Ge‧biete 1914-1930 (175), Beziehungen zum Ausland 1867-1920 (2.598), Börsenwesen 1875-1917 (87), Bundesrat 1900-1901 (1), Chemisch-Technische Reichsanstalt 1902-1929 (20), Disziplinarsachen 1872-1926 (123), Frieden 1915-1930 (389), Geheimsachen 1880-1921 (43), Gewerbewesen 1857-1928 (1.092), Handel und Verkehr 1868-1919 (885), Heimatwe‧sen 1867-1931 (364), Justizwesen 1869-1925 (203), Konsulatswesen 1868-1918 (302), Kriegsschäden 1914-1926 (140), Kultur, Kunst und Wissenschaft 1876-1927 (60), Landwirt‧schaft 1913-1916 (30), Marine und Schifffahrt 1869-1917 (8), Maße und Gewichte 1868-1927 (76), Medizinalpolizei 1868-1933 (2.923), Militaria 1867-1926/29 (1.118), Ministerbüro 1920-1933 (49), Münzwesen 1879-1919 (15), Fysikalisch-Technische Reichsanstalt 1881-1926 (58), Politik 1918-1930 (386), politische Parteien 1878-1926 (65), Polizeiwesen 1867-1929 (582), Postwesen 1867-1917 (18), Presse- und Nachrichtenwesen 1869-1927 (64), Reichsamt/Reichsministerium des Innern 1867-1928 (140), Reichsentschädigungskommis‧sion 1915-1919 (7), Reichstag 1867-1933 (403), Reichsversicherungsamt 1908 (1), Reichs‧versicherungsanstalt 1911-1916 (2), Religion 1919-1926 (2), Schulwesen 1911-1927 (62), Sozialpolitik 1904-1918 (5), Sparkasse 1881-1916 (16), Staatsministerialsachen 1877-1920 (1.038), Steuersachen 1909-1917 (6), Subventionen 1867-1932 (429), Trunksucht 1880-1934 (74), Tumultschäden 1919-1924 (19), Vereinswesen 1895-1912 (2), Verfassung und Ver‧waltung 1867-1928 (711), Vermessungswesen 1877-1927 (39), Reichsaufsichtsamt für Pri‧vatversicherung 1888-1918 (33), Versicherungswesen 1871-1928 (312), Versorgung 1920-1923 (24), Versorgungsämter 1882-1926 (85), Veterinärpolizei 1868-1929 (739), Wanderung 1872-1934 (204), wirtschaftliche Mobilmachung 1910-1918 (348), Zollsachen 1879-1917 (202), Abteilung IAO Okkupationsangelegenheiten 1914-1925, 1930 (959), Nachrichtenstelle 1916-1924 (87), Zentralausgleichsstelle 1919-1936 (399)</p>
                <p>Überlieferung seit 1926/28:</p>
                <p>Abteilung I: Verfassung, Verwaltung, Beamtentum 1907-1945 (1.247); Abteilung IA: Politik 1924-1939 (489); Abteilung IAN: Nachrichtensammelstelle 1929-1934 (304); Abteilung II: Volksgesundheit, Wohlfahrtspflege und Deutschtum 1924-1945 (571); Abteilung III: Wissenschaft, Bildung und Schule 1926-1943 (456), Polizei 1934-1937 (47), Veterinärwesen 1936-1945 (16); Abteilung VI: Deutschtum und Vermessungswesen 1910-1945 (128); Zentrales Hauptbüro (Z.H.B.) 1926-1945 (4); Zentralkanzlei (ZK) 1939-1944 (4); Abteilung P: Personal 1940-1944 (6); Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern - Hauptamt Ordnungspolizei 1931-1944 (4); Besoldungsgrundlisten 1920-1942 (129), Personalkarten von höheren Beamten o.Dat. (246), Zu‧lassung als öffentlich bestellte Vermessungsingenieure o.Dat. (921 Karteikarten), Personalkartei‧karten von Regierungsreferendaren, Personalblätter von sonstigen Beamten, Personalakten des RMdI o.Dat. (685), Personalakten des RMdI - Chef der Ordnungspolizei o.Dat. (267); Kommunalabteilung: Organisation und Dienstbetrieb 1935-1945 (7), Kommunalverwaltung der Provinzen, Kreise, Städte und Landgemeinden in den deutschen Ländern und den okkupierten Gebieten 1815-1945 (2.109), Arbeitsrecht und Dienstverhältnisse der kommunalen Beamten, Angestellten und Arbeiter 1815-1945 (609), Wirtschaft, Verkehr und Finanzen der Kreise, Städte und Ge‧meinden 1928-1945 (488), Kultur, Gesundheitswesen, Fürsorge 1939-1945 (20), Nachträge zu allen Gruppen 1874-1945 (1.239); Personalabteilung: Organisation und Geschäftsbetrieb 1921-1945 (301), Personalangelegenheiten der Regio‧nal- und Lokalverwaltungen in den deutschen Ländern und okkupierten Gebieten 1888-1945 (2.672), Arbeits- und Versorgungsrecht sowie Tarifangelegenheiten der Angestellten und Ar‧beiter 1919-1945 (105); Registraturhilfsmittel 1913-1944 (49); Personalakten (7.868)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 18) 1844-1951 (-1977):</p>
                <p>Büro des Ministers: zentrale Angelegenheiten: Pressestelle für das Gesamtministerium 1933-1943 (3); Verfassung und Gesetzgebung: Partei und Staat 1933-1942 (3), Partei und Wissenschaft, Kunst und Kultur 1933-1944 (13), NSDAP mit Gliederungen und angeschlossenen Verbän‧den (1918, 1924, 1932) 1933-1943 (12), Organisation und Durchführung der Reichs- und Landesverwaltung 1933-1944 (7), Kirche und Staat 1930-1938 (1), Gesetzgebung und Se‧kretariatsvorlagen 1930-1942 (7), Blutschutzgesetz, Rasserecht und Rassepolitik 1933-1939 (1); Beamtenangelegenheiten: Personalangelegenheiten der Beamten, Angestellten und Lohn‧empfänger des Ministeriums 1933-1944 (8), Personalangelegenheiten der Beamten, Ange‧stellten und Lohnempfänger der nachgeordneten Reichs- und Landesbehörden sowie der allgemeinen und landrätlichen Verwaltung 1933-1940 (7), Deutsches Beamtengesetz 1933-1937 (1), Wartestands- und Ruhestandsbeamte 1933-1945 (1); Fürsorgeangelegenheiten: öffentliche Fürsorge und freie Wohlfahrtspflege 1933-1943 (7); Deutschtum und Sport: Deutschtum, Grenzlandfürsorge, Osthilfe 1933-1942 (2), Sport und Leibesübungen 1933-1943 (10); Reichsarbeitsdienst 1933-1943 (2); Polizei: Hauptamt Ordnungspolizei (1931) 1933 (1); Privatkorrespondenzen: Minister Dr. Frick 1933-1945 (20), Ministerialrat Metzner 1929-1942 (6), Ministerialrat Langsdorff 1941-1943 (4)</p>
                <p>Adjutantur des Ministers: zentrale Angelegenheiten: Haushaltsangelegenheiten 1935-1943 (27), Geschäftsvertei‧lungspläne und innerer Geschäftsverkehr 1937-1943 (3); Verfassung und Gesetzgebung: Partei und Staat 1935-1942 (6), NSDAP mit Gliederungen und angeschlossenen Verbänden 1935-1938 (1), Organisation und Durchführung der Reichs- und Landesverwaltung 1933-1943 (14), Staatsbesuche, Dienstreisen des Ministers 1933-1943 (32), Sekretariatsvorlagen, Bittgesuche 1934-1943 (4), Reichsbürgerrecht, Staatsangehörigkeit 1933, 1937-1943 (4), Blutschutzgesetz, Rasserecht und Rassepolitik 1937-1943 (1); Beamtenangelegenheiten: Personalangelegenheiten der Beamten, Angestellten und Lohn‧empfänger der nachgeordneten Reichs- und Landesbehörden 1933-1943 (7), Uniformierung der Beamten 1937-1943 (1); kommunale Angelegenheiten 1941-1943 (1); Fürsorgeangelegenheiten 1936-1942 (1)</p>
                <p>Büro des Staatssekretärs (Pfundtner): zentrale Angelegenheiten: Haushaltsangelegenheiten 1933-1943 (3), Pressestelle für das Gesamtministerium 1924-1940 (3), Geschäftsverteilungspläne und innerer Geschäftsverkehr 1933-1943 (4), Kabinettssachen 1936-1938 (1); Verfassung und Gesetzgebung: Partei und Staat 1932-1943 (5), NSDAP mit Gliederungen und angeschlossenen Verbänden sowie andere Organisationen, Verbände und Vereine (1927, 1930) 1932-1943 (27), Reichstag, Reichstagswahlen und Abstimmungen 1933-1943 (4), Organisation und Durchführung der Reichs- und Landesverwaltung 1929-1943 (56), Reichsreform, allgemeine Fragen der Verwaltung und Verwaltungsreform 1927-1943 (21), Staatsbesuche, Dienstreisen des Staatssekretärs 1936-1943 (17), Kirche und Staat 1933-1941 (2), Wehrmacht und Reichsverteidigung (1916) 1933-1943 (6), Titel, Orden, Ehrenzei‧chen 1933-1942 (5), Gesetzgebung 1933-1943 (11), Sekretariatsvorlagen 1933-1941 (12), Reichsbürgerrecht, Staatsangehörigkeit 1933-1943 (4), Blutschutzgesetz, Rasserecht und Rassepolitik 1935-1943 (8), Reichsverwaltungsgericht, Verwaltungsgerichtsbarkeit 1935, 1938-1943 (3); Beamtenangelegenheiten: Personalangelegenheiten der Beamten, Angestellten und Lohn‧empfänger des Ministeriums 1933-1943 (5), Personalangelegenheiten der Beamten, Ange‧stellten und Lohnempfänger der nachgeordneten Reichs- und Landesbehörden 1933-1943 (10), Personalangelegenheiten von Personen außerhalb des öffentlichen Dienstes, Arbeits‧gesuche (1931) 1932-1943 (7), Deutsches Beamtengesetz 1933-1943 (11), Besoldungsrecht 1933-1943 (5); Beamtenorganisationen 1933-1938 (2), Laufbahnregelungen, Uniformierung, Ausbildung und Kriegseinsatz der Beamten 1935-1943 (4), Dienststrafrecht 1932-1942 (3); Volksgesundheit: Gesundheitsführung 1933-1943 (9), Vereinheitlichung des Gesundheits‧we‧sens 1934-1942 (4), Erb- und Rassenpflege 1935-1940 (4), Veterinärwesen 1933-1942 (8); Kommunalangelegenheiten 1933-1943 (3); Fürsorge 1933-1943 (4); Deutschtum und Sport: Deutschtum, Grenzlandfürsorge, Osthilfe 1933-1943 (5), Sport und Leibesübungen, Olympiade 1936, 1933-1941 (13); Reichsarbeitsdienst 1933-1942 (6); Polizei: Hauptamt Ordnungspolizei 1932-1943 (9), Hauptamt Sicherheitspolizei 1933-1943 (5); Privatkorrespondenz Pfundtner 1933-1943 (7)</p>
                <p>Staatssekretariat des Innern: Handakten des Staatssekretärs Dr. Stuckart 1939-1944 (4); Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung (GBV) 1939-1945 (4); Zentralabteilung: innerer Geschäftsverkehr, Geschäftsverteilung, Hausverwaltung 1919-1945 (63), Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen (Allgemeines) 1927-1945 (37), Haushalts‧angelegenheiten des Reichs und des Ministeriums 1857-1945 (100), Haushaltsangelegen‧hei‧ten nachgeordneter oberer Reichsbehörden 1934-1945 (39), Haushaltsangelegenheiten der Reichsstatthalter des Altreichs, Hamburgs und des Saarlandes 1933-1945 (142), Haus‧halts‧angelegenheiten der allgemeinen Landesverwaltung Preußens 1921-1945 (81), Haus‧haltsan‧gelegenheiten der eingegliederten und besetzten Gebiete (Reichsgaue, Protektorat, General‧gouvernement, Zivilverwaltungen) 1938-1945 (131), Bücherei und Amtsblätter (1906) 1907-1945 (3), Bürokasse und Zahlstelle 1844-1945 (36), Registraturhilfsmittel 1943-1945 (5)</p>
                <p>Verfassung, Verwaltung, Gesetzgebung (Abteilung I): Verfassung, Verwaltung, Gesetzge‧bung (Unterabteilung I A) (1921) 1925-1945 (114), Staatsangehörigkeit, Personenstandswe‧sen, kulturelle Angelegenheiten (Unterabteilung I B) 1925-1945 (1.041), Archiv- und Schrift‧gutwesen (Unterabteilung I Arch) 1867-1945 (2), Vermessungswesen (Unterabteilung I Verm) 1927-1945 (211)</p>
                <p>Zivile Reichsverteidigung (Abteilung II): Reichsverteidigung und Bevölkerungsschutz (Unter‧abteilung II RV) 1935-1945 (18), Wehrrecht und Kriegsleistungen (Unterabteilung II W) 1939-1945 (96), Kriegs- und Volkstumsschäden (Unterabteilung II S) (1916-1937) 1938-1945 (513)</p>
                <p>Personalien und Beamtentum (Abteilung III): allgemeine personelle Angelegenheiten, Be‧amtentum, Besoldungsrecht, Versorgungswesen 1920-1945 (17), Personalangelegenheiten des Reichsministeriums des Innern sowie anderer zentraler Reichs- und preußischer Behör‧den 1914-1945 (84), Personalangelegenheiten der nachgeordneten Reichs- und Länderbe‧hörden (außer landrätliche Verwaltungen) (1895-) ca. 1900-1944 (265), Personalangelegen‧heiten der landrätlichen Verwaltungen 1933-1945 (301), Personalakten und Personalbögen sowie einzelne Personalvorgänge 1867-1945 (863), Registraturhilfsmittel (1895-) 1900-1941, 1945 (38)</p>
                <p>Kommunalabteilung (Abteilung IV): allgemeine und Grundsatzfragen, Geschäftsgang inner‧halb der Abteilung 1936-1945 (21), Verfassung und Aufgaben der Gemeinden und Gemein‧deverbände (Unterabteilung I) (1932) 1933-1945 (414), Personalangelegenheiten der Ge‧meinden und Gemeindeverbände (Unterabteilung II) 1910-1945 (366), gemeindliche Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten (Unterabteilung III) 1919-1945 (511)</p>
                <p>Deutschtum (Abteilung VI) 1925-1945 (75)</p>
                <p>Reichsarbeitsdienst (Abteilung VIII) 1935-1936 (2)</p>
                <p>Staatssekretariat für das Gesundheitswesen: Büro des Reichsgesundheitsführers Staatssekretär Dr. Conti: Allgemeines und Organisation des Gesundheitswesens (1932, 1936-) 1939-1945 (24), Einzelfragen der Gesundheitssiche‧rung und der Gesundheitpflege 1936-1945 (11); Gesundheitssicherung (Abteilung A): Allgemeines, Organisations-, Verwaltungs- und Haus‧haltsangelegenheiten (im gesamten Bereich des Staatssekretariats für das Gesundheitswe‧sen) 1919-1945 (32), Personalangelegenheiten der Medizinalverwaltung 1934-1945 (13), Hygiene und Gesundheitsvorsorge (1935) 1938-1945 (23), Bekämpfung von Seuchen und Infektionskrankheiten (1900) 1906, 1910-1945 (34), Lebensmittelrecht (1895) 1902, 1930-1945 (48), Apotheken, Arzneimittel, medizinisches Gerät (mit Akten der Planungsstelle für Gesundheitsbedarf im Reichsministerium des Innern) (1923-1928) 1929-1945 (36), Angele‧genheiten der Heil- und Heilhilfsberufe sowie der Krankenanstalten (1903, 1909, 1923) 1925, 1930-1945 (21); Gesundheitspflege (Abteilung B): Erb- und Rassenpflege (1935) 1937, 1939-1945 (18), So‧zialversicherung 1936, 1941-1945 (11), Wohlfahrtspflege und Fürsorge 1928-1945 (195), Registraturhilfsmittel 1943-1945 (5); Veterinärwesen (Abteilung C): Allgemeines (einschließlich der Geschäftsverteilung, des Registratur‧wesens) und einzelne Aufgabenbereiche 1923-1945 (1949) (45), Angelegenheiten der Veteri‧närbeamten und Tierärzte 1899-1945 (-1977) (125)</p>
                <p>Anhang: In amerikanischer Internierung angelegte Akten von Angehörigen des Reichsministeriums des Innern (Ministerial Collecting Center - MCC); Abwicklungsstellen (1941) 1942-1951 (37)</p>
                <p>Anhang: Reichsfeststellungsbehörde: Turn- und Sportvereine 1935-1944 (110), politische Parteien und Verbände, Gewerkschaf‧ten, berufsständische Interessenvertretungen 1934-1944 (462), Religionsvereinigun‧gen und Logen 1937-1944 (29), Volkshäuser 1935-1943 (46), Ferienheime, Kinderheime 1935-1943 (26), Druckereien, Verlagsanstalten, Presse 1938-1943 (93), andere Un‧ternehmen, Ver‧schiedenes 1938-1942 (16), ausgebürgerte Personen, v.a. jüdische Staatsbürger o.Dat. (35), Sammlung von Satzungen und Mitgliedsbüchern bzw. -karten 1903-1933 (4</p>
                <p>Teil 3 (vormals: ZPA, St 10) 1878-1879, 1901-1945 (728):</p>
                <p>Abteilung I: Verfassung, Verwaltung, Beamtentum: Gesetzgebung 1919-1932 (11); Abgeordnetenangelegenheiten 1925-1934 (4); Reichstagswahlen 1878-1879, 1933-1934 (4)</p>
                <p>Abteilung IA: Politik: Verbote.- Druckschriften 1931-1934 (21), Veranstaltungen 1927-1933 (2), Organisationen (1925) 1926-1934 (12); Justiz: Rechtsfragen 1914-1924 (4), Strafverfahren 1925-1934 (9); Überwachung von Arbeiterorganisationen 1922-1933 (5)</p>
                <p>Abteilung IAN: Nachrichtensammelstelle: Kommunistische Partei Deutschlands: allgemein 1920-1933 (17), antifaschistischer Kampf 1929-1934 (70), Bezirks- und Unterbezirksleitungen 1929-1933 (2), Bildung, Kultur und Wis‧senschaft 1929-1934 (25), Dokumente 1930-1934 (18), Finanzangelegenheiten 1930-1933 (1), Frauenbewegung 1926-1934 (9), Gewerkschaften (einschließlich Industriegruppen, Kongres‧se, Streiks) 1909-1939 (79), internationale Kongresse 1901-1933 (5), interner Apparat 1930-1934 (4), Jugend- und Kinderbewegung 1929-1934 (33), Kommunalpolitik 1929-1933 (17), Landarbeiterbewegung 1929-1933 (9), Maßnahmen gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1929-1934 (6), Organisationsveränderungen 1930-1934 (4), parlamentarischer Kampf 1930-1931 (1), Par‧teikontrolle 1929-1931 (1), Parteischulung 1929-1933 (8), Politik und Taktik 1929-1934 (50), Programmerklärungen 1930-1933 (7), Propaganda (einschließlich Allgemeines, Aufklärungsarbeit in gegnerischen Organisationen, Freidenkerbewegung, Feiern, Demonstrationen, Gedenktage, Presse, Literatur) 1921-1934 (109), Sport 1930-1934 (11), Strafverfahren 1929-1934 (8), Verbindungen zur Sowjetunion und zur Kommunistischen Internationalen 1929-1934 (13), Massenorganisationen 1924-1934 (74), Split‧tergruppen der KPD 1930-1934 (11), internationale Berufsvereinigungen 1930-1933 (3); Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1914-1934 (11), Massenorganisationen 1924-1934 (6); Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1922-1926 (1); Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands 1931-1934 (2), Sozialistische Arbeiterinternatio‧nale 1930-1932 (1), Sozialistische Arbeiterjugend 1930-1933 (1); Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands 1931-1934 (1); Sozialrepublikanische Partei Deutschlands 1932 (1); sonstige Organisationen 1926-1934 (11); Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei 1920-1933 (4)</p>
                <p>Abteilung II: Volksgesundheit 1928-1934 (4)</p>
                <p>Nachtrag 1925-1945 (18)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Umfangreiches Schriftgut des Reichsministeriums des Innern, insbesondere aus den jüngeren Registraturgeschichten, aber auch aus dem Reichsarchiv ist durch Kriegsereignisse vernichtet worden. Das aus der Funktion des Staatssekretärs des Reichsamtes des Innern als Mitglied des Preußischen Staatsministeriums bis 1918 stammende Archivgut befindet sich in der Gruppe Staatsministerialsachen des Bestandes. Es gehört zu dem die Überlieferung bis 1927 umfassenden Teilbestand, der seit den 20er Jahren nahezu vollständig an das Reichsarchiv abgegeben wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso in das Deutsche Zentralarchiv, das nachmalige Zentrale Staatsarchiv der DDR, in Potsdam gelangte, wie ein Teil der danach angelegten und bereits vor Kriegsende an das Reichsarchiv abgegebenen Akten. Sie bildeten dort den Bestand 15.01.</p>
                <p>Umfangreiche Teile der noch in den Registraturen des Reichsministeriums des Innern befindlichen Akten und sonstigen Unterlagen wurden während des Krieges vor allem nach Schönbeck/Elbe, aber auch nach Garmisch-Partenkirchen ausgelagert. Die Masse des von den westlichen Alliierten beschlagnahmten Schriftguts gelangte über das Ministerial Collecting Center bei Hessisch-Lichtenau, die US-amerikanischen Document Center in Berlin und Darmstadt sowie das Bundesministerium des Innern bereits 1953/54 in das Bundesarchiv nach Koblenz. Die Unterlagen wurden dort als Bestand R 18 archiviert.</p>
                <p>Ein Teil der in Berlin verbliebenen Akten wurde 1945 unter z.T. schwierigen Verhältnissen von Archivaren des ehem. Geheimen Staatsarchivs geborgen, in den Westteil der Stadt geschafft und im damals so bezeichneten Hauptarchiv in Berlin-Dahlem sichergestellt. Sie bildeten dort den Bestand Rep. 320, stammten im wesentlichen aus den Registraturen des Büros des Ministers, der Adjutantur des Ministers und des Büros des Staatssekretärs (Pfundtner) und enthielten nur wenige zusammenhängende Akten aus den Abteilungsregistraturen, sieht man von Einzelfallserien zur Staatsangehörigkeit und zum Personenstandswesen ab. Diese Unterlagen wurden 1969 vom Bundesarchiv in Koblenz in den Bestand R 18 übernommen. Die nach Schönebeck/Elbe ausgelagerten Materialien waren inwischen in das damalige Zentrale Staatsarchiv der DDR in Potsdam gelangt und dem dortigen Bestand 15.01 zugeordnet worden.</p>
                <p>Im Zuge der Vereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 wurde das Zentrale Staatsarchiv der DDR als Abteilungen Potsdam in das Bundesarchiv übernommen. Bislang getrennte und geteilte Archivalienbestände konnten nun wieder zusammengeführt werden, darunter auch die beiden bisherigen Potsdamer und Koblenzer Teilbestände des Reichsministeriums des Innern, 15.01 und R 18, im Bundesarchiv-Bestand R 1501.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Koblenzer Teil (R 18):</p>
                <p>Die archivische Erschließung der bereits Mitte der fünfziger Jahre in das Bundesarchiv in Koblenz gelangten Überlieferungsteile (ehem. Bestand R 18) wurde früh begonnen und hat im wahrsten Sinne des Wortes Generationen von Archivarinnen und Archivaren des Bundesarchivs beschäftigt. Die Verzeichnung richtete sich nach den jeweils im Bundesarchiv gültigen Verzeichnungsgrundsätzen, zuletzt nach den am 15. Januar 1963 in Kraft getretenen &quot;Richtlinien für die Titelaufnahme von modernen Akten&quot; (Anweisungen für die archivarische Tätigkeit Nr. 29). Diese bildeten auch die Grundlage für die vor der Herstellung der Findbücher notwendige Schlußredaktion der Titelaufnahmen, bei der eine Angleichung der nach abweichenden Erschließungsgrundsätzen erfolgten Titelbildungen angestrebt wurde.</p>
                <p>Gleiches gilt für die erst 1969 aus dem Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem in das Bundesarchiv nach Koblenz überführtenArchivalien, für die ein vorläufiges Repertorium des Geheimen Staatsarchivs aus dem Jahre 1961 existierte. Sie sind äußerlich an den Archivnummern ab R 18/5001 erkennbar. Die aus den Abteilungsregistraturen stammenden Akten - im wesentlichen Unterlage der Zentralabteilung, der Abteilung I (Verfassung und Gesetzgebung), dabei vor allem Staatsangehörigkeits- und Personenstandsachen, sowie aus der Abteilung III (zuvor II) (Personalien und Beamtentum) - wurden erschließungsmäßig den entsprechenden Überlieferungsteilen des (Alt-) Koblenzer Bestandes angeglichen und diesen &quot;auf dem Papier&quot; auch klassifikationsmäßig zugeordnet. Hingegen blieben die ausschließlich aus Archivalien aus dem Dahlemer Teil bestehenden Überlieferungen des Ministerbüros, der Adjutantur des Ministers sowie des Büros des Staatssekretärs Pfundtner als eigenständige Klassifikationsabschnitte (A, B und C) bestehen; die vorläufige Verzeichnung des Geheimen Staatsarchivs jedoch den im Bundesarchiv geltenden Erschließungsrichtlinien angepaßt.</p>
                <p>Die verhältnismäßig zahlreich überlieferten Handakten von Bediensteten des Reichsministeriums des Innern sind - mit Ausnahme der Handakten des Ministers, der Adjutanten des Ministers sowie der Staatssekretäre Pfundtner und Stuckart - nach Möglichkeit den entsprechenden Registraturvorgängen zugeordnet worden. Sie bleiben jedoch durch entsprechende Eintragung in der Aktenzeichen-Spalte als Handakten erkenntlich.</p>
                <p>Soweit der Bestand aus anderen Archiven oder sonstigen Verwaltungsstellen ergänzt werden konnte - auch in Form von Reproduktionen - , ist die als &quot;Bemerkung&quot; durchweg ersichtlich gemacht.</p>
                <p>Aktenzeichen wurden - soweit erkennbar - nach Möglichkeit aufgenommen, insbesondere wenn sie ganze Vorgänge oder sogar Registraturteile kennzeichnen. Dabei wurde in der Regel das zuletzt im Vorgang erkennbare Aktenzeichen berücksichtigt, auch wenn dies mit der entsprechenden Aktenplanposition im zuletzt gültigen Aktenplan nicht immer übereinstimmt. Traten innerhalb der Laufzeit eines Vorgangs Änderungen des Aktenplans bzw. des Aktenzeichens ein, so sind häufig auch die bis dahin gültigen Aktenzeichen erfasst, insbesondere wenn der Vorgang hauptsächlich oder in einem größeren Zeitabschnitt unter diesem Aktenzeichen lief. Bei Sammelvorgängen, insbesondere bei Sammlungen von Anordnungen, Verfügungen, Rundschreiben u. dgl., aber auch bei der Mehrzahl der Handakten wurde zumeist darauf verzichtet, die auftretenden Aktenzeichen zu erfassen. Mitunter ist jedoch das vorherrschende Aktenzeichen aufgeführt. Bei Handakten über bestimmte Sachbetreffe erscheint das Aktenzeichen des entsprechenden Registraturvorganges ggf. in eckigen Klammern. Gleiches gilt für aus dem Vorgangsinhalt und nach dem Aktenplan &quot;erschlossene&quot; Aktenzeichen.</p>
                <p>In den Registraturen des Reichsministeriums des Innern angelegte Bandserien wurden nach Möglichkeit beibehalten, fehlende Bände in der Regel als solche gekennzeichnet. Falls der geringe Aktenzuwachs oder das Kriegsende die Anlage eines zweiten Bandes entbehrlich machte, ist der einzige entstandene Band allerdings nicht eigens als &quot;Band 1&quot; aufgeführt, obwohl dies der erkennbaren Aktendeckelbeschriftung der Registratur entsprochen hätte. Wo es zweckmäßig erschien, insbesondere bei größeren gleichförmigen Überlieferungen vor allem in den Bereichen Staatsangehörigkeitswesen und Personalunterlagen, wurden Serien auch archivisch gebildet. Auch dort, wo der Unterschied zwischen registraturmäßig entstandenen und archivisch gebildeten Aktenserien nicht ohne weiteres erkennbar ist, wird die Benutzung der Archivalien deswegen keineswegs erschwert.</p>
                <p>Die Laufzeiten der Archivalieneinheiten richten sich durchweg nach dem aktenmäßig zuerst und zuletzt feststellbaren Datum. Abweichungen von dieser Regel, z.B. wenn sich die Zeitangaben auf den Zeitpunkt von Antragstellungen beziehen, von dem die tatsächliche Laufzeit der Akten dann abweicht, sind kenntlich gemacht. Nur da, wo es wichtig und zweckmäßig erschien, werden auch Monats- und Tagesangaben gemacht. Laufzeiten von aus dem sonstigen Zeitrahmen fallenden Anlagen oder sonstiger Schriftstücke, die offensichtliche zeitliche &quot;Ausreißer&quot; sind, werden in Klammern aufgeführt.</p>
                <p>Offensichtliche Fremdprovenienzen sowie isolierte Schriftstücke fremder Aussteller wurden den Beständen der jeweiligen Provenienzstelle zugeordnet. Dies gilt insbesondere für Geschäftsverteilungs- und Organisationspläne, die z.T. auch in die entsprechenden Sammlungen archivalischer Hilfsmittel (AHM) des Bundesarchivs gegeben wurden, während sich die amtlichen Druckschriften sowohl des Reichsministeriums des Innern als auch anderer Ministerien, Behörden und Dienststellen heute in den Sammlungen der Amtlichen Druckschriften (ADS) befinden. Die von Reichsinnenminister Frick in dessen Eigenschaft als Fraktionsführer für Reichstagsfraktion der NSDAP geführten Akten (bisher R 18/5033-5046, 5186, 5351-5354, 5357, 5360), sowie entsprechende Handakten des Franktionsgeschäftsführers Fabricius (bisher R 18/6012-6023) bilden jetzt den Hauptteil des Bestandes NS 46 (NS-Reichstagsfraktion), während Unterlagen der 1936 gebildeten Polizeiabteilungen in die einschlägigen Bestände R 19 (Hauptamt Ordnungspolizei) und in kleineren Mengen auch R 58 (Reichssicherheitshauptamt) überführt wurden.</p>
                <p>Mit Kassationen war man - abgesehen von Doppelstücken - vergleichsweise zurückhaltend. An das bisweilen auch politische Dimensionen berührende Problem der Vernichtung von Akten bedeutsamer Behörden und Dienststellen des NS-Regimes, auch wenn archivfachliche Gründe eine Kassation nahelegen, sei in diesem Zusammenhang erinnert.3 An zusammenhängenden Komplexen wurden lediglich offensichtlich historisch unbedeutende Teile der Privatkorrespondenz des Staatssekretärs Pfundtner kassiert. Die bereits vorgesehene Kassation von großen Teilen der Einzelfallserien im Bereich des Personenstands- und Staatsangehörigkeitswesens wurde nicht realisiert, da die Unterlagen noch ständig für nach wie vor eingehende Verwaltungsanfragen zur Staats- und Volkszugehörigkeit von Aus- und Übersiedlern bereit zu halten sind. Diese sowie auch personenbezogene Unterlagen aus anderer Abteilungen, insbesondere der Personal- und Kommunalabteilung, sind für Verwaltungszwecke des Bundesverwaltungsamts in Köln ausgewertet und in den dortigen Nachweissystemen erfasst worden.</p>
                <p>Grundlage für die Klassifikation des Koblenzer Teilbestandes des Reichsministers des Innern ist der Kriegs- und Geschäftsverteilungsplan vom 15. Januar 1945 (siehe R 1501/19). Vorher gültige Zuständigkeiten bzw. frühere Bezeichnungen der zuständigen Abteilungen oder sonstigen Organisationseinheiten sind anhand der häufig ebenfalls aufgeführten alten Aktenzeichen bzw. Geschäftszeichen sowie sowie aufgrund der vergleichsweise dicht überlieferten Geschäftsverteilungspläne und Organisationsunterlagen (siehe Abschnitt D.2.1 des Findbuchs) feststellbar. Innerhalb der einzelnen Abteilungen bzw. der in den einzelnen Abteilungen und Unterabteilungen bestehenden Registraturen sind die Akten nach Möglichkeit nach ggf. vorhandenen Aktenplänen gegliedert. Im Idealfall ist demnach das Schriftgut der verschiedenen Registraturen nach der Ordnung des Aktenplans, also in aufsteigender Nummernfolge der Aktenplanpositionen aufgeführt. Aufgrund der Lückenhaftigkeit, die auch für diese Überlieferung einer zentralen Provenienzstelle auf Reichsebene nachzuweisen ist, kommen freilich nur wenige zusammenhängende Schriftgutkomplexe diesem Idealfall nahe: Überlieferungsteile der Zentralabteilung (Findbuch-Abschnitt D.2), der Unterabteilung Vermessungswesen (I Verm in Abteilung I - Findbuch Abschnitt D.3.4) der Abteilung Zivile Reichsverteidigung (Abteilung II - Findbuch-Abschnitt D.4) sowie durchweg die erhalten gebliebenen Akten der Kommunalabteilung (Abteilung IV - Findbuch-Abschnitt D.6) und einige Bereiche des Staatssekretariats für das Gesundheitswesen. Bei unzusammenhängenden Vorgängen, Vorgangsteilen und Schriftgutsplittern mußte - zumal wenn zugehörige Aktenpläne nicht überliefert sind - eine bisweilen gänzlich freihändige Zuordnung und Klassifikation aufgrund der vermuteten Kompetenzen versucht werden. Trotz aller Bemühungen um eine an dem &quot;organischen&quot; Entstehungsprozess der Überlieferung orientierte Klassifikation und trotz besten Willens und Fachwissens ließen sich Fehlzuordnungen und willkürlich erscheinende Klassifikationslösungen sicherlich nicht immer vermeiden. Für diese Fälle ist auf die Hilfe der Indices zu hoffen bzw. auf die Erfahrung zu verweisen, daß dem Benutzer sicherlich mit einem vorliegenden Findbuch, das Klassifikationsanforderungen nur zu 80 % erfüllt, mehr gedient ist, als mit einer auf zerfallende Karteien gestützten Erschließung, die deswegen auf Jahrzehnte hin nicht zum Abschluß kommt, weil die 100%igen Klassifikationsansprüche des bearbeitenden Archivars nicht zu befriedigen sind.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Zusammenstellung von Vorschriften, die für den Dienstbetrieb im Reichsamt des Innern von allgemeiner Bedeutung sind. Nur für den Dienstgebrauch. Vertraulich, Hrsg.: Reichsamt des Innern, 1912 [RD 17/40]</p>
                <p>Ministerial-Blatt des Reichs- und Preussischen Ministeriums des Innern. Mit Zeitfolge-, Sach- und Personen-Verzeichn., Jg. 1.1936 bis 10.1945 [RD 17/2]</p>
                <p>Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern. Sachverzeichnis für die Jahrgänge 9.1944-10.1945, nichtamtlich, maschinenschriftlich vervielfältigt [RD 17/2a]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Josef Henke, Gregor Verlande: Reichsministerium des Innern (Bestand R 1501), Teil 2 in 3 Teilbänden (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 54), Koblenz 1996</p>
                <p>Franz Albrecht Medicus: Das Reichsministerium des Innern, Berlin 1940</p>
                <p>Dieter Rebentisch: Führerstaat und Verwaltung im Zweiten Weltkrieg. Verfassungsentwicklung und Verwaltungspolitik 1939-1945, Stuttgart 1989</p>
                <p>Günter Neliba: Wilhelm Frick. Der Legalist des Unrechtstaates. Eine politische Biographie, Paderborn 1992</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Reichsamt des Innern ging 1879 aus dem Reichskanzleramt hervor und bearbeitete alle inneren Angelegenheiten des Reiches, soweit diese nicht in die Zuständigkeit anderer oberster Reichsbehörden fielen. Der Staatssekretär des Innern war Mitglied des Preußischen Staatsrates und Stellvertreter des Reichskanzlers. Durch die Berufung eines Stellvertreters des Reichskanzlers im Jahre 1917 (vgl. Bestand R 703) wurde diese Funktion von der des Staatssekretärs des Innern getrennt.</p>
                <p>Aus der Wahrnehmung der Aufgaben der allgemeinen inneren Verwaltung des Reiches durch das Reichsamt bzw. Reichsministerium des Innern ergab sich die geschäftsmäßige Betreuung von Bundesrat und Reichstag sowie der Reichstagswahlen und der allgemeinen Angelegenheiten der Reichsbehörden.</p>
                <p>Vor dem ersten Weltkrieg gliederte sich das Reichsamt in vier Abteilungen:</p>
                <p>I Verfassungsangelegenheiten, Staatsangehörigkeitssachen,</p>
                <p>Armenwesen, allgemeine Polizeiangelegenheiten,</p>
                <p>wissenschaftliche und künstlerische Angelegenheiten,</p>
                <p>Wohnungsfürsorge, Bauverwaltung.</p>
                <p>II Fürsorge für die arbeitenden Klassen, Sozialpolitik, gewerbliche</p>
                <p>Angelegenheiten einschließlich Versicherungs- und Bankwesen.</p>
                <p>III bzw. III A Schiffahrt, Auswanderungswesen, gewerblicher Rechtsschutz,</p>
                <p>Maß- und Gerichtswesen, Medizinal- und Veterinärwesen.</p>
                <p>IV bzw. III B Handelspolitik, wirtschaftliche Fragen, Industrie, Landwirtschaft,</p>
                <p>Zoll- und Steuerwesen, Statistik, Bank- und Börsenwesen.</p>
                <p>Ab August 1914 oblagen dem Reichsamt des Innern Aufgaben der zentralen Lenkung der Kriegswirtschaft, die während des Krieges zum Teil ausgegliedert und neu geschaffenen Behörden übertragen wurden: 1916 dem Kriegsernährungsamt (vgl. Bestand R 3601), 1917 dem Reichswirtschaftsamt (vgl. Bestand R 3101) und 1918 dem Reichsarbeitsamt (vgl. Bestand R 3901).</p>
                <p>1919 wurde das Reichsamt des Innern in Reichsministerium des Innern umbenannt.</p>
                <p>Zu Beginn der Weimarer Republik hatte das Reichsministerium des Innern folgende Abteilungen:</p>
                <p>I Politik und Verfassung</p>
                <p>II Volksgesundheit, Staatsangehörigkeit, Fremdenwesen und Verkehrspolizei</p>
                <p>III Bildung und Schule</p>
                <p>IV Besetzte rheinische Gebiete</p>
                <p>V Beamtenfragen und Angelegenheiten der Grenz- und Wanderdeutschen</p>
                <p>VI Kriegsabwicklung, Militärangelegenheiten und Tumultschäden</p>
                <p>VII Öffentliche Ordnung und Sicherheit.</p>
                <p>Der 1921 entstandene Geschäftsbereich der Abteilung IV für die besetzten rheinischen Gebiete wurde bereits 1923 ausgegliedert. Er bildete in Verbindung mit der Rheinlandabteilung des Reichsschatzministeriums (vgl. Bestand R 2201) und dem im August 1923 eingegliederten Kommissar des Reichskanzlers für die Ruhrabwehr (vgl. Bestand R 708) des Reichsministerium für die besetzten Gebiete (vgl. Bestand R 1601), dessen Restaufgaben seit 1930 im wesentlichen vom Reichsministerium des Innern wahrgenommen wurden.</p>
                <p>Für einzelne Sonderaufgaben wurden während der Weimarer Republik Reichskommissariate gebildet. So war der Leiter der Abteilung II Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Wilhelm Kuenzner, seit Mai 1920 in Personalunion als &quot;Reichskommissar für die Überwachung der öffentlichen Ordnung&quot; (vgl. Bestand R 1507) tätig.</p>
                <p>Während das Reichsministerium des Innern bis 1933 in der Hauptsache auf die Gesetzgebung beschränkt war und sich zur Durchführung anderer Aufgaben auf Landesbehörden stützen mußte, entwickelte es sich ab 1934 zum Exekutivorgan und zur Verwaltungsspitze der allgemeinen inneren Verwaltung im gesamten Reichsgebiet. Seit der damals erfolgten Vereinigung mit dem Preußischen Ministerium des Innern führte es die Bezeichnung &quot;Reichs- und Preußisches Ministerium des Innern&quot; und war vorgesetzte Behörde der zu nachgeordneten Stellen herabgestuften Innenministerien der übrigen Länder. Der 1933 ernannte Reichsminister Frick bediente sich eines Büros und einer Adjutantur, die keine speziellen Abgrenzungen der Verwaltungsaufgaben kannten, sondern eng mit den Abteilungen des Ministeriums zusammenarbeiteten. Ständiger Vertreter des Ministers war der Leitende Staatssekretär Hans Pfundtner, der für die einheitliche Führung der Geschäfte des Ministeriums zu sorgen hatte; dies kam u.a. durch die unmittelbare Unterstellung der Zentralabteilung zum Ausdruck. Außerdem fielen die Abteilungen I, II, V, VI und VIII in seine Zuständigkeit.</p>
                <p>Die Kompetenz für das Kultur- und Bildungswesen ging in den Jahren 1933 bis 1935 auf folgende neue Oberste Reichsbehörden über: 1933 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (vgl. Bestand 55), 1934 Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung (vgl. Bestand R 4901) sowie 1935 Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten (vgl. Bestand R 5101).</p>
                <p>Die Kommunalabteilung des Reichsministeriums des Innern (V, ab 1943 IV) war 1934 bei der Vereinigung des Reichs- mit dem Preußischen Ministerium des Innern aus der Kommunalabteilung des Preußischen Ministeriums des Innern und der Unterabteilung I B (Verfassung und Verwaltung) des Reichsministeriums des Innern hervorgegangen. Die Deutsche Gemeindeordnung vom 30.1.1935 übertrug die bis dahin von den Ländern wahrgenommene Kommunalaufsicht dem Reich; damit wurde das Reichsministerium des Innern zur obersten Aufsichtsbehörde. Die Aufgaben der Kommunalabteilung bezogen sich sowohl auf die Verwaltungsangelegenheiten der Städte und Gemeinden als auch auf allgemeine Angelegenheiten der Kreis- und Provinzialverwaltungen. Von 1934 bis 1943 war der Reichsarbeitsdienst (vgl. Bestand R 77) dem Reichsministerium des Innern angegliedert.</p>
                <p>Auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege erfolgte 1935 eine Abgrenzung zwischen dem Reichsarbeitsministerium (vgl. Bestand R 3901) und dem Reichsministerium des Innern. Dieses erhielt die Zuständigkeit im Bereich der allgemeinen Angelegenheiten der freien Wohlfahrt, der Fürsorge für Hilfsbedürftige und der allgemeinen öffentlichen Fürsorge. Ebenfalls 1935 wurde die Veterinärverwaltung aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (vgl. Bestand R 3601) übernommen und bildete später die Abteilung III des Reichsministeriums des Innern.</p>
                <p>Bis 1936 war das Ministerium, sieht man von der Zentralabteilung und vom Reichsarbeitsdienst ab, in folgende Fachabteilungen gegliedert:</p>
                <p>I Verfassung und Gesetzgebung</p>
                <p>II Personalabteilung mit Untergruppe Beamtentum</p>
                <p>III Polizei</p>
                <p>IV Volksgesundheit</p>
                <p>V Kommunalverwaltung</p>
                <p>VI Deutschtum, Leibesübungen, Kirche und Vermessungswesen.</p>
                <p>Seit 1933/34 waren die Polizeirechte der Länder schrittweise auf das Reich übertragen worden; diese Entwicklung fand am 17.6.1936 ihren Abschluß, als Heinrich Himmler &quot;Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern&quot; wurde. Formal Frick unterstellt war er praktisch in Polizeiangelegenheiten völlig unabhängig.</p>
                <p>1937 verlor die Abteilung VI die Zuständigkeit für Sport; unter dem Reichssportführer wurde eine Abteilung VIII Sport und Leibesübungen geschaffen. Nach § 16 des Gesetzes über die Gewährung von Entschädigungen bei der Erziehung oder dem Übergang von Vermögen vom 9.12.1937, das auf die Gesetze über die Einziehung kommunistischen Vermögens vom 26.5.1933 und die Einziehung volks- und</p>
                <p>staatsfeindlichen Vermögens vom 14.7.1933 Bezug nahm, wurde dem Reichsministerium des Innern eine Reichsfeststellungsbehörde angegliedert.</p>
                <p>Der Reichsgesundheitsführer der NSDAP Dr. Leonardo Conti wurde 1939 zum Staatssekretär ernannt und war für die inzwischen eine eigene Abteilung III bildende Veterinärverwaltung sowie die Abteilung IV (Gesundheitswesen und Volkspflege) zuständig. Die Vollmachten des Reichsministeriums des Innern wurde 1939 durch die Ernennung Fricks zum Generalbevollmächtigten für die Reichsverwaltung erweitert. Ebenfalls 1939 gingen die Kompetenzen des Bundesamtes für das Heimatwesen (vgl. Bestand R 1502) auf das Reichsministerium des Innern über.</p>
                <p>Mit der Ernennung Himmlers zum Reichsminister des Innern ergaben sich 1943 umfangreiche Änderungen. So löste man die Abteilung VI (Deutschtum und Vermessungswesen) auf. Deren Aufgaben im Bereich des &quot;Deutschtums&quot; übernahmen der Chef der Sicherheitspolizei und das SD (vgl. Bestand R 58), das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (vgl. Bestand NS 2), der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (vgl. Bestand R 49) und das Hauptamt Volksdeutsche Mittelstelle (vgl. Bestand R 59). Gleichzeitig wurden der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei und der Reichsarbeitsführer auch formal vom Reichsministerium des Innern unabhängig.</p>
                <p>Der letzte erhaltene Geschäftsverteilungsplan vom 15.1.1945 weist unter Minister Himmler und Staatssekretär Wilhelm Stuckart neben der Zentralabteilung folgende Gliederung der Fachabteilungen auf:</p>
                <p>I Unterabteilung I A (Verfassung, Verwaltung, Gesetzgebung), I R</p>
                <p>(Staatsangehörigkeit, Personenstandswesen, kulturelle Angelegenheiten),</p>
                <p>I Arch (Archiv- und Schriftgutwesen) sowie I Verm (Vermessungswesen).</p>
                <p>II Zivile Reichsverteidigung: Unterabteilung II RV (Reichsverteidigung und</p>
                <p>Bevölkerungsschutz), II W (Wehrrecht und Kriegsleistungen), II S (Kriegs-</p>
                <p>und Volkstumsschäden).</p>
                <p>III Personalien- und Beamtentum: Unterabteilung III A (personelle</p>
                <p>Angelegenheiten, Hauspersonalien, Personalien der politischen Beamten),</p>
                <p>III B (Personalien der Angestellten und Arbeiter), III C (Beamtentum,</p>
                <p>allgemeine Angelegenheiten der Angestellten und Arbeiter des öffentlichen</p>
                <p>Dienstes), Gruppe Versorgungswesen.</p>
                <p>IV Kommunalabteilung: Unterabteilung I (Verfassung und Aufgaben der</p>
                <p>Gemeinden und Gemeindeverbände), II Personalangelegenheiten der</p>
                <p>Gemeinden und Gemeindeverbände), III (gemeindliche Finanzen- und</p>
                <p>Wirtschaftsangelegenheiten).</p>
                <p>Sp Sport und Leibesübungen</p>
                <p>Staatssekretariat für das Gesundheitswesen:</p>
                <p>Abteilungen A (Gesundheitssicherung), B (Gesundheitspflege),</p>
                <p>C (Veterinärwesen)</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1601</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">16.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für die besetzten Gebiete</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1932-12-31">1919-1932</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5055 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_36e2c1fb-62ef-44ac-b00d-155d2ff21009"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Handakten des Ministerialdirektors Miller 1919-1926 (21)</p>
                <p>Abteilung HB: gesetzgebende Körperschaften, Reichsregierung und Hoheitssachen 1923-1930 (11), Ver‧waltung 1923-1930 (169), Angelegenheiten der Beamten 1923-1930 (101)</p>
                <p>Abteilung I alt: Staatssekretariat für die besetzten rheinischen Gebiete, Rheinministerium und Reichskom‧missar 1920-1930 (22), alliierte Behörden und Ausschüsse im besetzten Gebiet 1920-1930 (140), politische Verwaltung des besetzten Gebietes 1921-1929 (56), Justiz 1921-1929 (60), &quot;feindliche&quot; Propaganda 1920-1929 (31), Kulturpflege 1921-1927 (109), Organisationen, Ver‧bände, Vereine 1921-1927 (86), Presse 1921-1928 (10), Beamte 1921-1926 (6), militärische Besetzung 1921-1927 (67), Leistungen der Kommunen 1920-1924 (13), Schäden 1921-1923 (38), Wirtschaft 1921-1924 (47), Verkehr 1921-1924 (29), Sozialpolitik 1921-1924 (6), Saar 1921-1927 (38), Eupen-Malmedy 1921-1925 (8), Sanktionsgebiet (Düsseldorf, Duisburg) 1921-1925 (23), Ruhrbesetzung 1921-1927 (74)</p>
                <p>Abteilung I W: allgemeine Wirtschaftslage 1921-1927 (41), Sozialpolitik 1921-1927 (4), Wirtschaftspolitik, Handel und Verkehr 1923-1928 (81)</p>
                <p>Abteilung I neu: Rheinministerium und Reichskommissariat für die besetzten rheinischen Gebiete, Rhein‧landkommission und ihre Organe, Grenzen des besetzten Gebietes 1923-1930 (14), Rhein‧landabkommen, Ordonnanzen 1923-1930 (32), Verwaltung des besetzten Gebietes 1920-1931 (94), militärische Besetzung in politisch besonders gelagerten Fällen (Abteilung II federfüh‧rend) 1920-1930 (111), Politik 1921-1931 (46), gegnerische Propaganda 1921-1931 (37), Organisationen, Verbände, Parteien 1921-1931 (35), Presse 1921-1931 (40), Saar und Eu‧pen-Malmedy sowie Allgemeines 1921-1931 (27), Haushalts-, Rechnungs- und Kassenan‧gelegenheiten 1923-1930 (4), Kulturfonds.- Allgemeines 1927-1932 (3), Kulturfonds.- Preußen 1921-1932 (231), Kulturfonds.- Bayern 1921-1931 (64), Kulturfonds.- Hessen 1921-1931 (46), Kulturfonds.- Oldenburg 1925-1931 (3), Kulturfonds.- Baden 1921-1931 (5), Grenzfonds 1927-1931 (18), Verdrängten-, Ausgewiesenen-Fürsorge-, Härtefonds 1921-1931 (146), Verschie‧denes 1924-1931 (16), Justiz 1920-1931 (169), Fürsorge für Gefangene, Amnestien und Einzelbegnadigungen 1923-1930 (116), Betreuung ausgewiesener, verdrängter und be‧strafter Beamter 1921-1930 (57), Geld-, Bank-, Börsenwesen, Kommunalfinanzen 1920-1931 (62), Liquidationsfragen aus dem Ruhrkampf 1923-1931 (28), wirtschaftliche Angele‧genheiten 1923-1931 (138), Verkehr 1924-1931 (46), sozialpolitische Angelegenheiten 1921-1930 (59)</p>
                <p>Abteilung II alt: Beamtenangelegenheiten der Abteilung 1921-1927 (7), Beamtenangelegenheiten bei der Reichsvermögensverwaltung Koblenz 1921-1927 (36), Angestellten- und Arbeiterangelegen‧heiten 1920-1927 (26), Verpflegung der Besatzungstruppen 1919-1930 (35), Geräte 1924-1930 (36), Schäden: Abgeltung von Sachschäden aus Anlass des Ruhrkampfes, allgemeine Entschädigungsangelegenheiten, Okkupationsleistungsgesetz, gemischte Ortsausschüsse, Besatzungs- und Separatistenschäden, Vertretung des Reichs beim Reichswirtschaftsge‧richt, Personal- und Sachkosten bei den Feststellungsbehörden und kommunalen Besat‧zungsämtern, Besatzungs-Personenschadensangelegenheiten 1920-1930 (455), Verwaltung in Besatzungsangelegenheiten 1919-1930 (757), Interalliierte Kontrollkommission 1919-1930 (37)</p>
                <p>Abteilung II neu: Verwaltung: Organisation und Geschäftsbetrieb, Haushalt, Geldbedarf und Fondswirtschaft 1921-1930 (32), Beamtentum: Allgemeines, Entstehung des Beamtenverhältnisses, Lauf‧bahn, Personalakten, Vermögensrechte der Beamten, Beamtenrechte und -pflichten, Beam‧tenvertretungen, Wartestand und Beendigung des Beamtenverhältnisses, Disziplinarrecht und Disziplinarverfahren, Angestellte und Arbeiter 1923-1930 (57), Liegenschaften: Bauwe‧sen, Wohnungswesen, Grundstücks- und Gebäudeangelegenheiten 1920-1930 (68), Besatzungswesen: Friedensvertrag und Rheinlandkommission, Dawesplan und Londoner Schlussprotokoll, sonstige völkerrechtliche Verhandlungen und Verträge, allgemeine Besat‧zungskosten, sonstige Besatzungsangelegenheiten, Quartierangelegenheiten, Besatzungs‧truppen 1921-1930 (143)</p>
                <p>Personalakten (267)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Dokumente zur Besetzung der Rheinlande, hrsg. vom Reichsministerium für die besetzten Gebiete, H. 1-3 (1925) [RD 31/1];</p>
                <p>Grundverordnungen der Hohen Interalliierten Rheinlandkommission, Nrn. 1-7, um 1926 [RD 31/10]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Errichtet am 24. August 1923 zur Bearbeitung der besonderen Angelegenheiten der besetz‧ten rheinischen Gebiete und der mit der Besetzung zusammen hängenden Verwaltungserfor‧dernisse; durch das Reichsministerium für die besetzten Gebiete Übernahme der Aufgaben folgender reichsbehördlicher Einrichtungen: Abteilung IV (Staatssekretariat für die besetzten rheinischen Gebiete) des Reichsministeriums des Innern, Abteilung R (Reichsschatzverwal‧tung der besetzten rheinischen Gebiete) des vormaligen Reichsschatzministeriums, die bei dessen Auflösung dem Staatssekretariat für die besetzten rheinischen Gebiete im Reichsmi‧nisterium des Innern unterstellt worden war, und Kommissar des Reichskanzlers für die Ruhrabwehr; dem Reichsministerium für die besetzten Gebiete unterstellt waren der Reichs‧kommissar für die besetzten rheinischen Gebiete, die Reichsvermögensverwaltung für die besetzten rheinischen Gebiete und die Rheinische Volkspflege; zum 30. September 1930 Auflösung des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete und Übergang von dessen ver‧bliebenen Aufgaben auf das Reichsfinanzministerium, das Reichsministerium des Innern und das Reichsarbeitsministerium</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete</unittitle>
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                  <extent>1385 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rheinische Volkspflege</unittitle>
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                  <extent>874 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hausakten (Regelung des Dienstbetriebs, Personalakten u.a.) 1919-1930 (27), Rheinische Frauenliga 1919-1930 (84), Politische Arbeit 1919-1930 (107), Kultur 1919-1930 (94), Wirtschaft 1919-1930 (17), Eupen-Malmedy 1919-1930 (13), Saargebiet 1919-1930 (57), Bücherreferat, Bild, Film, Vortragswesen 1919-1930 (109), Presse 1919-1930 (29), Organisation 1919-1930 (97), Kasse 1919-1930 (8), Handakten Rühlmann 1919-1930 (25),</p>
                <p>Zeitungsausschnittarchiv 1921-1930 (212).</p>
                <p>Die im vorliegenden Findbuch verzeichneten Akten enthalten Schriftgut zum Dienstbetrieb und zur inneren Verwaltung der RVP selbst, zur Rheinischen Frauenliga sowie zu verschiedenen, die Besetzung des Rheinlands betreffenden politischen Bereichen. Es sind zahlreiche Informationen über die Separatismusbewegungen sowie über politische Sabotage im besetzten Gebiet festgehalten, ferner kulturelle Angelegenheiten, wie Propaganda in Literatur, Film und Presse. Es sind Ausarbeitungen zu Flugblättern, Broschüren und Filmen, die sich gegen die Besatzung richten, dokumentiert, aber auch die kulturpolitische Arbeit und Propaganda der Besatzer in Deutschland. Des weiteren finden sich Unterlagen, die sich speziell auf die Gebiete Eupen-Malmedy und das Saargebiet beziehen und dort die wirtschaftliche und kulturelle Lage, insbesondere die französisch-belgische Propaganda und entsprechende Gegenmaßnahmen, schildern.</p>
                <p>Abgerundet wird der vorliegende Aktenbestand durch das Zeitungsausschnittarchiv der RVP, das sich aus 3 Abteilungen zusammensetzt. Abteilung I enthält Artikel aus dem Zeitraum 1921-1923, die sich u.a. mit militärischen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen der Rhein- und Ruhrbesetzung beschäftigen.</p>
                <p>In den Artikeln der Abteilung II geht es insbesondere um die deutsch-französische Außenpolitik sowie um die Räumung der besetzten Gebiete 1924-1930, während in der Abteilung III Ausschnitte aus französischen, englischen und italienischen Zeitungen zur Rheinbesetzung und anderen Folgen des Versailler Vertrages gesammelt sind.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der Rheinischen Volkspflege gelangten nach ihrer Auflösung 1931 ins Reichsarchiv, wo zunächst eine Erfassung der Akten auf Karten stattfand. Ab Sommer 1936 wurden die Karten unter nochmaliger Prüfung der gesamten Akten durch ein Band-Verzeichnis ersetzt. Bei dieser Arbeit wurde eine nachträgliche Kassation durchgeführt.</p>
                <p>Die Vorakten der Reichszentrale für Heimatdienst, die die besetzten Gebiete betreffen, übernahm man zum Teil mit in den Bestand. Die Klassifikation der Akten orientiert sich am Geschäftsverteilungsplan von 1923 (vgl. BArch, R1603/2153).</p>
                <p>Im Deutschen Zentralarchiv, später Zentrales Staatsarchiv der DDR, wurde der Bestand unter der Signatur 16.03 verwahrt.</p>
                <p>Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde der Bestand Teil des Bundesarchivs, wo er die Bestandssignatur R 1603 erhielt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch stellt eine überarbeitete Fassung der offenbar ersten, durch Dr. Keinau im Reichsarchiv geleisteten, Verzeichnung von 1937 dar, die 1951 durch J. Brumme im Deutschen Zentralarchiv durch neue Aktensignaturen und nachträgliche Bemerkungen ergänzt worden war. Die Archivsignaturen beginnen nun mit R 1603/2153. Auf eine erneute Umsignierung wurde verzichtet. Im Sommer 2008 erfolgte die Zuordnung fehlender Aktenfragmente, um den ursprünglichen Zusammenhang der Überlieferung wiederherzustellen. Da die Verzeichnung von 1937 nicht mehr mit heutigen Richtlinien übereinstimmte, wurde das Bestandsverzeichnis mit Titeln, Enthält-Vermerken und Laufzeiten überarbeitet und ergänzt. Zur Vereinfachung der Suche nach Schlagwörtern wurde ein neuer Index erstellt.</p>
                <p>Für die Akten der Abteilungen I und II des Zeitungsarchivs waren keine Laufzeiten vorhanden. Hier wurde pauschal für alle Akten die Gesamtlaufzeit der entsprechenden Abteilung übernommen. Es kann daher vorkommen, dass die Laufzeiten der einzelnen Akten nicht immer den gesamten genannten Zeitraum abdecken.</p>
                <p>Das Findbuch entstand im Rahmen der archivpraktischen Ausbildung im Zeitraum Juni 2008 (Miriam Arold) und August 2009 (Claire Maunoury).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 1601 Reichsministerium für die besetzten Gebiete</p>
                <p>R 1602 Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete</p>
                <p>R 43 Reichskanzlei</p>
                <p>R 32 Reichskunstwart</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium</p>
                <p>R 8028 Mirbachs Telegraphisches Büro</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Schütze, Karl: Französische und belgische Militärjustiz im besetzten Gebiet, Berlin 1928</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Richter, Johannes Karl: Die Reichszentrale für Heimatdienst: 1.3.1918-16.3.1933 - Geschichte der ersten staatlichen politischen Bildungsstelle in Deutschland und Untersuchung ihrer Rolle in der Weimarer Republik, Berlin 1963</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Seit Mai 1919 war die Reichszentrale für Heimatdienst (RfH), am 10. März 1918 gegründet als Zentrale für Heimataufklärung, als amtliche Stelle der Reichsregierung für alle Fragen der Aufklärung &quot;des mit staatsbürgerlichen Rechten ausgestatteten Volkes [...] über die wichtigsten Fragen des öffentlichen Lebens in einer objektiven und sachlichen über allen Parteien stehenden, keiner Partei oder Interessengruppe dienstbaren Art&quot; zuständig. Sie war zunächst der Presseabteilung der Reichsregierung angegliedert und unterstand damit dem Auswärtigen Amt.</p>
                <p>Die RfH unterhielt bis August 1919 nur vier Agenten, die der zunehmenden Arbeitsbelastung durch die zahlreichen Separatismusbestrebungen nicht gewachsen waren, sodass ab dem 1. August 1919 zur Zusammenfassung der Aufklärung und aller pro-deutschen Kräfte in den von den Franzosen besetzten Rhein- und Ruhrgebieten ein neues Referat, die sogenannte Besetzte-Gebiete-Stelle (&quot;Begestelle&quot; [-Referat] der RfH), unter der Leitung von Alfred von Wrochem geschaffen wurde.</p>
                <p>Als Kopf- und Umschlagstellen wurden zusätzlich eingerichtet:</p>
                <p>1) eine Hauptstelle in Frankfurt am Main unter dem sozialistischen Gewerkschaftssekretär Max Groger (vgl. BArch, R 1603/2288);</p>
                <p>2) eine Stelle in Heidelberg, zuständig für Baden und das Saargebiet, unter dem Sozialdemokraten Arthur Wohlgemuth;</p>
                <p>3) eine Stelle in Darmstadt, zuständig für Rheinhessen, unter dem Landtagsabgeordneten Loos;</p>
                <p>4) weitere Stellen ab September/Oktober 1919 in Gummersbach (vgl. BArch, R 1603/2284), Koblenz, Limburg und Trier.</p>
                <p>Abhängig von diesen Stellen waren in den Hauptorten der linksrheinischen Gebiete zusammengesetzte Aktionsausschüsse mit Beiräten aus allen Parteien vorhanden, die jeweils ein Mitglied zum Hauptbeirat in der Frankfurter Stelle entsandten. Die Frankfurter Stelle wurde jedoch am 12. März 1920 wegen politischer Schwierigkeiten Grogers aufgelöst.</p>
                <p>1920 wurde die Berliner Leitung der Begestelle aus Geheimhaltungsgründen örtlich von der RfH getrennt, da infolge des Versailler Vertrages jede antifranzösische Beeinflussung der Bevölkerung durch das Reich aufhören sollte. Die Begestelle wurde dem Reichsministerium des Innern als Geheimstelle angegliedert. Ein Versuch seitens des Reichsfinanzministers im Mai 1920, die Arbeit der Begestelle in die RfH einzugliedern, scheiterte. Mittel für praktische Kulturarbeit und Unterstützung der Presse wurden gestrichen.</p>
                <p>Im Juni 1920 wurde schließlich die Begestelle in Rheinische Volkspflege (RVP) umbenannt (vgl. BArch, R 1603/2153). In einer Sitzung im Reichsministerium des Innern am 15. Juni 1920 erklärte der Leiter der RfH, Dr. Strahl, dass die RVP selbständig unter der Pressestelle der Reichsregierung, aber nicht mit der RfH in Verbindung stünde. Die RVP war also die unter der Pressestelle der Reichsregierung stehende Nachfolgerin der RfH hinsichtlich der Arbeit im besetzten Gebiet (vgl. BArch, R1603/2171).</p>
                <p>Die Rechnungsführung und die Leistung von Zahlungen für die RVP erfolgten nach wie vor durch die RfH; die ab Juli 1920 bei der RVP eingerichtete besondere Buchführung war nur eine Nebenbuchführung der RfH. Durch diese nicht ganz eindeutige Stellung kam es zwischen der RfH und der RVP immer wieder zu Streitigkeiten. So teilte der Leiter der RfH am 20. August 1920 der RVP mit, er sei im Einverständnis mit dem Staatssekretär der Reichskanzlei vom Pressechef zum verantwortlichen Kommissar der RVP bestellt; alle Berichte und Denkschriften an vorgesetzte Stellen hätten über ihn zu gehen. Der Leiter der RVP, von Wrochem, stellte demgegenüber unter Bezugnahme auf die erwähnte Sitzung vom 15. Juni 1920 ausdrücklich fest, es sei &quot;seiner Zeit die Vereinbarung getroffen worden, dass die RVP unmittelbar der Reichskanzlei - jetzt Pressestelle der Reichsregierung - unterstellt sein solle&quot;; Dr. Strahl und von Loebell seien nur Kommissare für die richtige Verwendung der Gelder (vgl. BArch, R 1603/2677).</p>
                <p>Nach der Errichtung des Staatssekretariats für die besetzten Gebiete im Reichsministerium des Innern im Mai 1921 und der Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern wurde die RVP diesem Staatssekretariat unterstellt. Vorbehalten waren ihr die zentralisierte Beobachtung der französisch-belgischen Propaganda, des Separatismus sowie diesbezügliche Abwehrmaßnahmen (vgl. BArch, R 1603/2155, 2365). Die RVP wurde 1922 als &quot;nachgeordnete Stelle nichtamtlichen Charakters, deren Tätigkeitsgebiet sich nach den vom Staatssekretär erteilten Anweisungen richtet&quot;, bezeichnet (vgl. BArch, R 1603/2153).</p>
                <p>Die Veränderungen im Aufbau sahen so aus, dass als Ersatz für die aufgelöste Stelle in Frankfurt am Main im April/Mai 1920 eine neue Stelle für die oberrheinischen Gebiete in Mannheim unter Josef Seufert gebildet wurde (vgl. BArch, R 1603/2155, 2223). Diese kooperierte eng mit dem Saarausschuss und arbeitete auch von Mainz aus. Seit Mai 1920 ersetzte Mannheim auch die Umschlagstelle Darmstadt, denn dort liefen die Fäden der Propagandastellen des besetzten Gebietes zusammen; Wünsche und Anträge wurden gesammelt und von dort nach Berlin weitergegeben.</p>
                <p>Die Kölner Außenstelle wurde ab dem 1. Juli 1920 wegen Störung und Gefährdung durch die Besatzung nach Düsseldorf verlegt.</p>
                <p>Bereits im Juli/August 1920 kam es zur Auflösung sämtlicher Zweigstellen (vgl. BArch, R 1603/2155), sodass die Arbeit zunehmend durch die großen Parteien, besonders die SPD, und die Verbände erledigt wurde. Über die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Verbänden, insbesondere den Gewerkschaften, gibt eine Denkschrift vom Juli 1920 näheren Aufschluss (vgl. BArch, R 1603/2717).</p>
                <p>1922 erfolgte eine Reorganisation der RVP, und es fand ein Abbau der überflüssig gewordenen Stellen statt. Bei ihrer Unterstellung unter das Reichsministerium für die besetzten Gebiete 1923 änderte sich erneut die Struktur. Die RVP trat als private Organisation auf, und ihr Leiter war Treuhänder gegenüber der Reichsregierung (vgl. BArch, R 1603/2158, 2157). Das Ministerium übte eine immer strengere Aufsicht über die Geschäftsführung der RVP aus. Zu diesem Zwecke wurden Leitern und Referenten der RVP ab April 1927 Rechte und Pflichten von Beamten des Reichsministeriums übertragen (vgl. BArch, R 1603/2159).</p>
                <p>Aufgelöst wurde die RVP schließlich am 30. September 1930, wobei die Abwicklung sich bis zum 15. Oktober 1930 verzögerte (vgl. BArch, R 1603/2169, 2578).</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverwaltungsgericht</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsdienststrafhof</unittitle>
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                  <extent>4020 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                  <extent>782 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1872-01-01/1945-12-31">(1872-1913) 1920-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Maßnahmen zur Erhaltung der deutschen Kriegergräber und Kriegerdenkmäler aus dem Krieg 1870/71 in Frankreich und bei Saarbrücken 1921-1945 (6), Kriegerdenkmäler und Kriegergräber.- Reiseberichte mit Bildern 1925-1936 (10), Personalakten 1933-1945 (4)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Frühjahr 1945 fiel das gesamte in Berlin lagernde Material des ZAK durch Luftangriffe der Vernichtung anheim. Lediglich Handakten des Oberregierungsrates Hoffmann, die er als Leiter der Abteilung für Gräberangelegenheiten im ZAK geführt hatte, blieben erhalten.</p>
                <p>Die Handakten des ORR Hoffmann wurden nach dessen Tod an das Bundesarchiv abgegeben und als Bestand &quot;Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber&quot; aufgestellt; kassiert wurden Kassenbelege ohne Bedeutung. Eine geringfügige Ergänzung erfuhr der Bestand 1990 durch die vormals im Zentralen Staatsarchiv der DDR in Potsdam unter der Bestandssignatur 15.15 verwahrten Personalakten der Mitarbeiter Boian und Krause.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das 1963 in Koblenz entstandene Findbuch bildet die Grundlage für die Online-Fassung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 1501 Reichsministerium des Innern</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Absolon, Rudolf: Wehrgesetz und Wehrdienst 1935-1945, Boppard am Rhein 1960</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegsgräber (ZAK) wurde am 1. Okto‧ber 1919 als eine höhere, dem Reichsminister des Innern nachgeordnete, zivile Reichsbe‧hörde gegründet; Aufgabe: Erteilung von Auskünften über deutsche Kriegsteilnehmer und Kriegsopfer sowie Kriegs- und Zivilgefangene der ehemals &quot;feindlichen&quot; Staaten</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Das Zentralnachweiseamt für Kriegerverluste und Kriegergräber (ZAK) wurde am 1. Oktober 1919 als eine höhere, dem Reichsminister des Innern nachgeordnete, zivile Reichsbehörde gegründet. Sein Sitz war zunächst Spandau, Schmidt-Knobelsdorffstraße, seit 1936 Berlin SW, Lindenstr. 37. Es entstand durch Zusammenlegung der Zentralnachweisebüros des ehemaligen preußischen Kriegsministeriums und des ehem. Reichsmarineamtes, der Nachweisebüros der ehem. bayerischen, württembergischen und sächsischen Kriegsministerien (die dem ZAK als Außenstellen angegliedert wurden), der Zentralstelle für Nachlasssachen und der Kriegsgräber-Fürsorge-Abteilung des ehem. preußischen Kriegsministeriums. Diese Dienststellen waren bei Kriegsbeginn auf Grund der Mobilmachungsvorschriften unter Berücksichtigung der internationalen Abmachungen des Art. 14 der Anlage IV zur Haager Landkriegsordnung und des Art. 14 der Genfer Konvention begründet worden.</p>
                <p>Die Tätigkeit des ZAK sollte folgende Aufgabenbereiche umfassen: Bearbeitung der Angelegenheiten der Kriegerverluste und Kriegergräber aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) und Erteilung von Auskünften über deutsche Kriegsteilnehmer (einschließlich der Übergangswehrmacht bis 1920) sowie über Kriegs- und Zivilgefangene der ehemals feindlichen Staaten. Außerdem oblag ihm die Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der deutschen Auslandsvertretungen bei der Durchführung der Kriegsgräberfürsorge im Ausland.</p>
                <p>Leiter des ZAK waren: bis 1924 Direktor Jahn, bis 1938 der Ministerialrat und Geheime Oberregierungsrat Horning, bis 1943 Direktor Dr. Bourwieg, seit 1943 der Ministerialrat und Geheime Regierungsrat Weinholtz (mit der Leitung beauftragt).</p>
                <p>1922 gliederte sich das ZAK in folgende Stellen:</p>
                <p>I Hauptstelle Berlin (in Spandau) mit IX Abteilungen,</p>
                <p>II-IV die Zweigstellen München, Stuttgart, Dresden für die Verluste der früheren bayerischen, württembergischen und sächsischen Truppenteile,</p>
                <p>V Zweigstelle für die Marine in Spandau für die Verluste der alten Marine.</p>
                <p>In den Jahren 1924/25 wurde der Aufgabenbereich des ZAK erheblich erweitert: Um die 1919 für die Akten der Truppenteile gegründeten Reichsarchivzweigstellen von der Auskunftstätigkeit zu entlasten, wurde die Reichsarchivzweigstelle Spandau dem ZAK als Abteilung verwaltungsmäßig eingegliedert; fachlich blieb sie weiterhin dem Reichsarchiv unterstellt. Entsprechend gingen die Kriegsstammrollen und Kriegsranglisten der bayerischen Kontingente aus dem Weltkrieg von den Reichsarchivstellen München und Würzburg auf die Zweigstelle München des ZAK über (heute im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abt. IV Kriegsarchiv, München). Seitdem trat für das ZAK die Erteilung von Auskünften aus den Stammrollen in immer stärkerem Maße neben seine eigentlichen Aufgaben. In Stuttgart und Dresden dagegen wurden 1924 die Zweigstellen des ZAK mit ihrem Material den Reichsarchivzweigstellen eingegliedert, die damit die gesamte Auskunftstätigkeit übernahmen. Da mit zunehmendem zeitlichen Abstand vom Krieg die Zahl der Anfragen an das ZAK immer mehr zurückging, wurde in den Jahren 1931/32 bereits seine Angliederung an das Reichsarchiv erwogen. Seit 1933/34 wurde infolge der Arier- und Beamtengesetzgebung und des Aufbaues eines neuen Heeres die Auskunftstätigkeit des ZAK jedoch wieder so stark beansprucht, dass dieser Gedanke zurückgestellt werden musste.</p>
                <p>Mit der Begründung einer zentralen Heeresarchivverwaltung am 1. Oktober 1936 wurden die Reichsarchivzweigstellen Dresden und Stuttgart am 1. April 1937 auch haushaltsmäßig vom Reichsarchiv getrennt und mit dem Bayerischen Kriegsarchiv dem Chef der Heeresarchivverwaltung unterstellt. Zur Entlastung der neuen Heeresarchive Stuttgart und Dresden hatte man zunächst eine Übernahme des gesamten ZAK-Materials dieser Archive durch das ZAK Berlin in Erwägung gezogen, beschränkte sich aber dann auf die Abgabe des Gräber- und Kriegsgefangenenmaterials.</p>
                <p>Die Hauptstelle des ZAK in Berlin gliederte sich 1936 in die Abteilungen (Sachgebiete): Personal- und Verwaltungsangelegenheiten, Verluste, Stammrollen, Gräber, Kriegsgefangene. Sie verwaltete 1938 folgende Bestände: 36 Millionen Personalstammrollen, 42 Millionen Verlustkarten, 5,1 Millionen Karten über deutsche Kriegsgefangene, 250.000 Gräberlisten und 2 Millionen Gräberkarten sowie 300.000 Akten, auf die im Bedarfsfall zurückgegriffen wurde.</p>
                <p>Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde das Matrikelamt in Wien dem ZAK als Zweigstelle angegliedert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Politisches Archiv des Auswärtigen Amts (Deutschlandabteilung)</p>
                <p>Hauptstaatsarchiv Stuttgart (ehem. württembergische Verbände)</p>
                <p>Generallandesarchiv Karlsruhe (ehem. badische Verbände)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1504</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommission</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1878-01-01/1890-12-31">1878-1890</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverlagsamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1926-01-01/1944-12-31">1926-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1516</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsamt für Landesaufnahme</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1909-01-01/1953-12-31">1909-1945 (-1948, 1953)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>162 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Struktur und Aufgaben 1909-1945 (30), Ausstattung der Hauptvermessungsabteilungen 1939-1944 (4), Neuorganisation des Vermessungswesens 1936-1944 (1945-1947) (8), Planung und Errichtung von kriegsbedingten Ausweichquartieren (1919) 1942-1945 (1946-1948) (32), Auflösung des RfL (1936) 1945-1950 (7), Personalverwaltung allgemein 1916-1918, 1921-1945 (1953) (49), Ausbildung 1923-1945 (15), Abwicklung des Personals des ehemaligen RfL 1945-1949 (6), Katasterwesen 1938-1944 (6), Forschungsbeirat für Vermessungstechnik und Kartografie 1943-1944 (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die ausgelagerten Bestände des RfL einesteils von US-amerikanischen Besatzungstruppen, anderenteils durch die sowjetische Besatzungsmacht beschlagnahmt.</p>
                <p>Im September 1945 nahm im durch die westlichen Besatzungsmächte verwalteten Teil Berlins die Amtliche Anstalt für Kartographie und Kartendruck als Nachfolgerin v.a. der Kartographischen Abteilung des RfL ihre Arbeit auf. Sie war - zumindest bis Oktober 1947 direkt der amerikanischen Militärverwaltung unterstellt - eine amtliche Dienststelle des Landes Berlin. 1956 gab sie Unterlagen des ehemaligen RMdI an das Bundesarchiv ab. Es handelte sich dabei um Akten, Karteien, Prüfungsunterlagen und Listen über Beamte des Reichs- und preußischen Vermessungsdienstes aus der Registratur der Unterabteilung I (Vermessungswesen) des RMdI, die heute im Bestand R 1501 des Bundesarchivs zu suchen sind. Bei der Amtlichen Anstalt für Kartographie und Kartendruck verblieben zunächst die Personalakten des RfL, die dort weiterhin für den Nachweis von Dienstzeiten benötigt wurden. Noch im Jahr 1956 wurde die Amtliche Anstalt für Kartographie und Kartendruck als Außenstelle Berlin organisatorisch dem Institut für Angewandte Geodäsie (Sitz Frankfurt am Main) angegliedert, das nach dem Krieg ebenfalls in Teilen die Tradition des RfL fortgesetzt hatte. Die Trigonometrische Abteilung des RfL war zunächst in Bamberg ansässig gewesen (&quot;Land Survey Office&quot;, später Institut für Erdmessung) und 1950 unter Ergänzung v.a. photogrammetrischer und kartographischer Aufgaben nach Frankfurt am Main verlegt und schließlich in Institut für Angewandte Geodäsie umbenannt worden. Dieses war 1952 dem Bundesminister des Innern unterstellt worden. Mit Erlass vom 4. August 1997 wurde das Institut für Angewandte Geodäsie in Bundesamt für Kartographie und Geodäsie umbenannt.</p>
                <p>Teile der 1945 unter Gewahrsam der sowjetischen Besatzungsmacht gelangten Überlieferung des RfL wurden um 1967 an das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv der DDR) übergeben. Ein Teil der während des Krieges nach Friedrichroda verlegten Organisationseinheiten des RfL war dort verblieben gewesen und hatte - in neuem institutionellem Rahmen - unter anderem bei der Umsetzung der Bodenreform mitgewirkt. Entsprechend dieser neuen Aufgabensetzung für das Vermessungswesen hatte die Zuständigkeit zunächst bei der Land- und Forstverwaltung gelegen. Die Hauptabteilung Vermessungs- und Katasterwesen bei der Zentralverwaltung für Land- und Forstwirtschaft bzw. das Zentralamt für Vermessungswesen bei der Deutschen Verwaltung für Land- und Forstwirtschaft hatten allerdings kein Weisungsrecht gegenüber den Ländern besessen. Ende 1949 war das Vermessungswesen umorganisiert und im Januar 1950 dem Ministerium für Aufbau (HA I/3 Vermessung und Liegenschaften) zugeordnet worden. Am 31. Mai 1951 war die Zuständigkeit im Zuge der &quot;Neuorganisation und Vereinheitlichung des Karten- und Vermessungswesens&quot; an das Ministerium des Innern bzw. die Verwaltung für das Vermessungs- und Kartenwesen der DDR übergegangen.</p>
                <p>Der im ZStA unter der Signatur 15.16 verwahrte Bestandsteil (im Umfang von ca. 1 lfm) wurde 1990 in die Zuständigkeit des Bundesarchivs überführt. Er umfasste im wesentlichen Schriftgut über Personal- und Verwaltungsangelegenheiten. Zur selben Zeit gelangten im Verbund mit der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; vereinzelte weitere Überlieferungsfragmente des RfL, die bis dahin dem öffentlichen Zugriff vorenthalten gewesen waren, in die Obhut des Bundesarchivs.</p>
                <p>2002 wurden weitere Akten des RfL, die nach 1956 zunächst weiterhin beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie verblieben waren, infolge der Schließung von dessen Außenstelle Berlin an das Bundesarchiv übergeben. Dabei wurden Personalakten in die Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs überführt (dort im Bestand Pers 101 Personalakten von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes) und Akten der Königlichen Preußischen Landesaufnahme zuständigkeitshalber dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz übergeben.</p>
                <p>Weitere Unterlagen des Karten- und Vermessungswesens sowie der Wehrgeologenstellen, die sich seit Kriegsende bei den britischen Streitkräften befunden hatten, wurden im Jahr 2000 an das Amt für Geoinformation der Bundeswehr übergeben. 2003 wurden diese zur weiteren Verwendung der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs überlassen. Nach Sichtung der Akten wurde ein Teil der Überlieferung zuständigkeitshalber der Abteilung Deutsches Reich des Bundesarchivs übergeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Im Jahre 2000 verzeichnete Burkhardt Reiß im Zuge seiner praktischen archivfachlichen Ausbildung zunächst den aus dem ehemaligen Zentralen Staatsarchiv der DDR in Potsdam übernommenen, bis dato unerschlossenen Teilbestand (Altsignatur 15.16).</p>
                <p>Das daraus hervorgegangene Findbuch wurde 2006 überarbeitet. Dabei wurden Sachakten aus der Abgabe des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie von 2002, Teile der 2003 vom Amt für Geoinformation der Bundeswehr übergebenen Unterlagen sowie Akten und Dossiers aus der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; in den Bestand integriert.</p>
                <p>Im Zuge der Bearbeitung wurden Aktenpläne des RfL und der Hauptvermessungsabteilungen aufgefunden. Entsprechend konnte die Gesamtklassifikation für den Bestand neu erarbeitet werden. Ein Teil der aus dem Amt für Geoinformation der Bundeswehr übernommenen Unterlagen wurde kassiert. Zwei Akten der Königlichen Preußischen Landesaufnahme wurden in den Bestand PH 34 überführt. Ca. 1 lfm Akten wurde provenienzgemäß in den Bestand R 1501 (RMdI) des Bundesarchivs integriert. Im Aktenbestand überlieferte Karten wurden zur besseren Konservierung und sachgerechten Erschließung der Kartenabteilung des Bundesarchivs übergeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Vom RfL herausgegebene geographische Karten befinden sich in den Kartenabteilungen des Bundesarchivs (v.a. KART 1002 Kartensammlung DDR, Ausgabe Staat (AS). Ergänzendes Schriftgut ist in diversen Beständen des Bundesarchivs zu finden, darunter in R 1501 (Reichsministerium des Innern), R 43 (Reichskanzlei), R 2 (Reichsfinanzministerium), Pers 101 (Personalakten von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes), B 282 (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie), DO 1 (Ministerium des Innern der DDR).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen des Reichsamts für Landesaufnahme, Jge. 1 (1925) ff. (ab Jg. 16 [1940] Nr. 3: Mitteilungen des Reichsamts für Landesaufnahme, zugleich Verkündungsblatt des For‧schungsbeirats für Vermessungstechnik und Kartographie) (ab Jg. 16 [1940] Nr. 5: Mitteilun‧gen des Reichsamts für Landesaufnahme, Verkündungsblatt des Reichsministeriums des Innern für Vermessungswesen und Kartographie, zugleich Verkündungsblatt des For‧schungsbeirats für Vermessungstechnik und Kartographie) (ab Jg. 17 [1941] Nr. 1: Nach‧richten aus dem Reichsvermessungsdienst. Mitteilungen des Reichsamts für Landesauf‧nahme) (RD 26/1); Berichte zur Deutschen Landeskunde, hg. v. der Abteilung für Landeskunde im Reichs‧amt für Landesaufnahme, Bd. 1 (1941/42) ff. (RD 26/6)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Das Reichsamt für Landesaufnahme und seine Kartenwerke, Berlin 1931; Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 66; Schröder-Hohenwarth, J.: Die Preußische Landesaufnahme von 1816-1875, Frankfurt am Main 1958</p>
                <p>Bauch, Herbert: Findbuch zur DDR-Kartensammlung, Ausgabe Staat (Bestand KART 1002), in: Mitteilungen aus dem Bundesarchiv 14 (2006), H. 2, S. 89-93.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1921 entstanden durch Zusammenfassung der preußischen Landesaufnahme, einer Ein‧richtung des Heeres, mit dem sächsischen topografischen Büro; Aufgaben des Reichsam‧tes für Landesaufnahme (RfL): vermessungstechnische Erschließung des Reiches, Zusam‧menfassung aller Vermessungen, Durchführung von Vermessungsarbeiten, Herausgabe amtlicher Kartenwerke; im Juli 1934 Neuordnung des Vermessungswesens zur Reichskom‧petenz unter der Leitung des Reichsministeriums des Innern (RMdI); Gliederung des dem Ge‧schäftsbereich des RMdI zugeordneten RfL: Abteilung Z, Trigonometrische Abteilung, Fo‧togrammetrische Abteilung, Topografische Abteilung, Kartografische Abteilung, Abteilung für Landeskunde Sachsen</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Das Reichsamt für Landesaufnahme (RfL) entstand am 1. April 1921 durch den Zusammenschluss der Königlich-Preußischen Landesaufnahme, einer Einrichtung des Heeres, mit der Sächsischen Landesaufnahme. Bis 1934 war das Vermessungswesen zum größten Teil Sache der Länder; der Wirkungskreis des RfL blieb dementsprechend begrenzt. Dies änderte sich durch das Gesetz über die Neuordnung des Vermessungswesens vom 3. Juli 1934 (RGBl. I, S. 534). Mit ihm wurde das Vermessungswesen zur Reichsangelegenheit erklärt. Dies führte zum organisatorischen Zusammenschluss der Landesvermessungen (Erlass vom 31. Mai 1935) und zur Bildung von Hauptvermessungsabteilungen (Gesetz vom 18. März 1938; RGBl. I, S. 277). Die Bedeutung des RfL nahm dementsprechend zu. Es war dem Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern (RMdI) zugeordnet und gliederte sich in sechs Abteilungen:</p>
                <p>* Zentralabteilung (Personal- und Verwaltungsangelegenheiten)</p>
                <p>* Trigonometrische Abteilung</p>
                <p>* Photogrammetrische Abteilung</p>
                <p>* Topographische Abteilung</p>
                <p>* Kartographische Abteilung</p>
                <p>* Abteilung für Landeskunde Sachsen</p>
                <p>Seine Aufgaben waren die vermessungstechnische Erschließung des Reiches und die Herausgabe amtlicher Kartenwerke. Nur das Katasterwesen blieb bis 1944 als eigenständige Organisation des Vermessungswesens erhalten. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitete das RfL fast ausschließlich für die Wehrmacht - z.B. bei der Erstellung von Panzer- oder Durchgängigkeitskarten. Zugleich versuchte die Wehrmacht, eigene Vermessungs- und Kartenstäbe aufzubauen (Führererlass vom 4. Dez. 1940). Dadurch entstand eine Konkurrenzsituation zwischen wehrmachtseigenen Stäben und dem RfL.</p>
                <p>Erschwert wurde die Arbeit des RfL im Laufe des Krieges zusätzlich durch die zunehmenden Luftangriffe auf Berlin. Um die Vermessungsarbeiten fortzuführen, wurden die einzelnen Abteilungen ausgelagert (Erlass des RMdI vom 30. Juli 1943). Die Leitung, die Abteilung Z und die Trigonometrische Abteilung wurden nach Friedrichroda, die Topographische und die Photogrammetrische Abteilung nach Meyenburg/Priegnitz, die Kartographische Abteilung nach Waltershausen, Wanfried, Greiz, Heidenau, Eulau, Königswald und Neudorf und die Abteilung für Landeskunde nach Worbis/Eichsfeld verlegt. Dennoch wurden große Teile der Unterlagen des RfL im Zuge der Luftangriffe zerstört.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Vom RfL herausgegebene geographische Karten befinden sich als historischer Kartenbestand in Vermessungsämtern und Vereinen sowie in anderen Archiven und Bibliotheken. Allen voran ist die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz zu nennen. Ergänzende Schriftgutüberlieferung ist im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz zu finden.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1509</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">15.09 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 39 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Rep. 309 (Übernahme Landesarchiv Berlin)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichssippenamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1814-01-01/1947-12-31">1814-1945, (-1947)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1335 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Hauptteil der Überlieferung des im Bundesarchiv vorliegenden Bestandes bezieht sich auf den Schriftdenkmalschutz. Die Akten betreffen v.a. die Sicherung, Restaurierung und Verfilmung von Kirchenbüchern und anderen genealogischen Quellen.</p>
                <p>Die Hauptaufgabe der Behörde, die Abstammungsprüfung, ist sowohl durch Grundsatzvorgänge als auch durch einzelne Abstammungsbescheide und Beschwerden dagegen dokumentiert.</p>
                <p>Des Weiteren finden sich Unterlagen über die Tätigkeit der Sippenämter, Sippenkanzleien, sippenkundlichen Vereine und Sippenforscher sowie zur Zusammenarbeit mit anderen Behörden.</p>
                <p>Zu den überlieferten Akten über Organisations-, Verwaltungs- und Personalangelegenheiten gehören v.a. Unterlagen zum Dienstbetrieb, zu Haushalts- und Kassenangelegenheiten sowie Personalakten von Mitarbeitern.</p>
                <p>Einen besonderen Stellenwert besitzen die &quot;Ergänzungskarten für Angaben über Abstammung und Vorbildung&quot; aus der Volkszählung vom 17. Mai 1939, die Auskunft über die Zahl der jüdischen Einwohner nach dem Ergebnis der Volkszählung geben. Ungefähr 80 Prozent der ursprünglich vorhandenen Karten sind überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Schicksal des Bestandes war bestimmt durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges.</p>
                <p>Vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wurden im September 1946 Akten des Reichssippenamtes aus der Jüdischen Synagoge in Berlin, Oranienburger Straße 28, übernommen. Im Rahmen der Bestandsabgrenzung mit dem Bundesarchiv wurde 1972 der größte Teil dieser Akten an dessen Dienststelle in Koblenz übergeben. Es handelte sich dabei um Unterlagen aus der Abteilung III zum Schriftdenkmalschutz, zur Förderung der deutschen Sippenkunde, zur Aufsicht über Gau- bzw. Landessippenämter und Sippenkanzleien sowie um Unterlagen über Personal- und Verwaltungsangelegenheiten aus der Zentralabteilung. Die Akten wurden in Koblenz unter der Bestandsignatur R 39 geführt und waren über ein 1983 erstelltes Findbuch zugänglich. Im Koblenzer Teilbestand befanden sich auch die von der Firma Gatermann, Duisburg-Hamborn, in den letzten Kriegsmonaten in der Ausweichstelle Schloss Rathsfeld am Kyffhäuser aufgenommenen und bei Kriegsende von ihr geretteten Filme jüdischer Matrikel aus Orten auf dem Gebiet der späteren DDR und den vormals deutschen Gebieten östlich der Oder und Neiße, die 1958 vom Personenstandsarchiv in Brühl übergeben worden waren. Zu den Filmen lag ein Verzeichnis vor, das die Bestandssignatur R 39 Anhang &quot;Personenstandsregister jüdischer Gemeinden aus Mittel- und Ostdeutschland&quot; erhielt. Filme mit jüdischen Matrikeln aus dem Gebiet der Bundesrepublik gelangten nicht ins Bundesarchiv, sondern in die zuständigen Landesarchive.</p>
                <p>Im Geheimen Staatsarchiv blieben Akten zurück, die die Erfassung und Sicherung genealogischer Quellen in den vormals preußischen Provinzen östlich der Elbe und die Zusammenarbeit mit genealogischen Vereinen betrafen. Der Bestand trug im Geheimen Staatsarchiv die Signatur Rep. 309. Diese Unterlagen wurden dem Bundesarchiv im August 2001 mit einem Verzeichnis übergeben.</p>
                <p>Akten des Reichssippenamtes gelangten auch in das ehemalige Deutsche Zentralarchiv in Potsdam (später: Zentrales Staatsarchiv der DDR). Ein exakter Nachweis über den Zeitpunkt des Zugangs dieses Teilbestandes konnte bislang nicht aufgefunden werden. Es ist anzunehmen, dass er zusammen mit Beständen jüdischer Gemeinden und der Reichsvereinigung der Juden Mitte der 1960er Jahre von der Jüdischen Gemeinde Berlin ins Archiv übergeben wurde. Der Teilbestand umfasste v.a. Unterlagen zur Sicherung und Verfilmung von Kirchenbüchern und anderen Personenstandsunterlagen, Unterlagen zu Abstammungsprüfungen sowie Personalakten von Mitarbeitern. Die Akten waren unter der Bestandssignatur 15.09 in einem vorläufigen Findbuch erfasst, das nach einer Neuverzeichnung des Bestandes 1990 durch eine Findkartei ersetzt wurde.</p>
                <p>Dem Bestand zugeordnet wurden die &quot;Ergänzungskarten für Angaben über Abstammung und Vorbildung&quot; aus der Volkszählung vom 17. Mai 1939, die 1983 vom Dokumentationszentrum der Staatlichen Archivverwaltung der DDR übernommen wurden. Die Ergänzungskarten waren über Ortsverzeichnisse zugänglich. Mitte der 90er Jahre wurde im Bundesarchiv mit der computergestützten Erfassung der Karten begonnen. Seit Anfang 2001 steht die Datenbank im Benutzersaal des Bundesarchivs in Berlin für Recherchen an diesem Datenbestand zur Verfügung.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Im Zuge der Erfassung der verschiedenen Findmittel in der Datenbank des Bundesarchivs erfolgte in den Jahren 2004 bis 2010 eine Überarbeitung des Gesamtbestandes. Als Grundlage dienten dabei die bisherigen Findmittel, die durch Frau Meiburg (Findbuch, Koblenz 1883), Frau Dr. Grahn (Findkartei, Potsdam 1990) und durch das Geheime Staatsarchiv (Verzeichnis) erstellt worden waren.</p>
                <p>Die Akten des Koblenzer Teilbestandes sowie die vom Geheimen Staatsarchiv übernommenen Akten wurden umsigniert und mit dem ehemaligen Potsdamer Teilbestand zusammengeführt. Die Koblenzer Akten sind heute an den Signaturen ab R 1509/1001, die Akten des Geheimen Staatsarchivs an den Signaturen ab R 1509/2001 erkennbar. Auf eine komplette Neusignierung wurde verzichtet.</p>
                <p>Eine neue Klassifikation, die sich hauptsächlich an Sachzusammenhängen orientiert, wurde erstellt. Eine Gliederung nach Akten- bzw. Geschäftsverteilungsplan wäre auf Grund der sehr unterschiedlichen Vorerschließung der bisherigen Teilbestände nur mit einer völligen Neuverzeichnung des Bestandes möglich gewesen.</p>
                <p>Im Laufe der Bearbeitung wurden neue Bandreihen und Serien erstellt und eine Neuordnung des Bestandes vorgenommen. Akten mit Abstammungsunterlagen wurden ausgewertet und namentlich erschlossen.</p>
                <p>Kassationen wurden nicht vorgenommen.</p>
                <p>Abgaben erfolgten in verschiedenen Zeiträumen an die Deutsche Zentralstelle für Genealogie. Von besonderer Bedeutung sind hierbei v.a. folgende Unterlagen:</p>
                <p>· Filme und Kopien von Kirchenbüchern südosteuropäischer Pfarreien sowie von Personenstandsregistern und Kirchenbüchern aus dem ehemaligen Reichsgau Danzig-Westpreußen, dem Bezirk Bialystok, dem Kreis Sudauen und dem Generalgouvernement (Abgabe 2005);</p>
                <p>· Personenstandsregister jüdischer Gemeinden aus Mittel- und Ostdeutschland (Abgabe 2010);</p>
                <p>· Sippschaftstafeln Moordorf (Abgabe 2010).</p>
                <p>Bereits 1965 waren Originalkirchenbücher, Filme von Kirchenbüchern und familiengeschichtliche Sammlungen des Reichssippenamtes von der Staatlichen Archivverwaltung der DDR an die Deutsche Zentralstelle für Genealogie übergeben worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zahlreiche personenbezogene Einzelfallakten, v.a. zu Sippenforschern, aus der Überlieferung der HA IX/11 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR wurden dem Bestand R 9355 (Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot;) zugeordnet. Diese Unterlagen sind über eine Datenbank zugänglich.</p>
                <p>Personenstandsregister, Kirchenbücher und familiengeschichtliche Sammlungen werden im Sächsischen Staatsarchiv, Abt. Deutsche Zentralstelle für Genealogie, verwahrt.</p>
                <p>Ergänzende Überlieferungen finden sich v.a. in den Beständen R 1501 Reichsministerium des Innern und R 2 Reichsfinanzministerium.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Schriftenreihe der Reichsstelle für Sippenforschung, Bde. 1-4, Berlin 1937-1940</p>
                <p>(BA 333);</p>
                <p>Gercke, Achim: Die Aufgaben des Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsminister des Innern, Leipzig 1933 (Flugschriften für Familiengeschichte 23)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Mayer, Kurt: Der Aufgabenkreis der Reichsstelle für Sippenforschung. Familie, Sippe, Volk 2, Berlin 1936;</p>
                <p>Buchheim, Hans: Das Reichssippenamt. Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Bd. 1, München 1958;</p>
                <p>Schulle, Diana: Das Reichssippenamt. Eine Institution nationalsozialistischer Rassenpolitik, Berlin 2001;</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Organisation</p>
                <p>Beginnend mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden im Dritten Reich durch eine Reihe von Rechtsverordnungen die Einstellung in den Staatsdienst und die staatliche Approbation von dem Nachweis der &quot;arischen&quot; Abstammung abhängig gemacht. Zur Begutachtung und Ergänzung der Nachweise musste eine zentrale staatliche Stelle geschaffen werden.</p>
                <p>Am 18. April 1933 wurde die Stelle des Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern eingerichtet. Als Sachverständiger für Rasseforschung wurde der bisherige Leiter der NS-Auskunft bei der Reichsleitung der NSDAP, Dr. Achim Gercke, bestellt (vgl. Ministerialblatt für die Preußische innere Verwaltung 1933, S. 359). Seit dem 15. Oktober 1934 befand sich auch die Leitung des neu gegründeten Amtes für Sippenforschung der NSDAP, das aus der NS-Auskunft bei der Reichsleitung der NSDAP hervorgegangen war, in der Hand des Sachverständigen für Rasseforschung.</p>
                <p>Die Dienststelle des Sachverständigen für Rasseforschung wurde am 5. März 1935 in Reichsstelle für Sippenforschung (RfS) umbenannt und blieb weiterhin der Dienstaufsicht des Geschäftsbereichs der Abt. I des Reichsministeriums des Innern unterstellt. Anstelle des zurückgetretenen Dr. Gercke wurde am 18. März 1935 Dr. Kurt Mayer ernannt. Dr. Mayer war 1933 zum Rasse- und Siedlungshauptamt-SS nach Berlin gekommen und dort Hauptabteilungschef und Sachbearbeiter für Rassefragen (R 1509/1007). Am 1. April 1935 wurde er auch Reichsamtsleiter des Amtes für Sippenforschung der NSDAP. Die Ernennung Dr. Mayers zum Direktor der RfS hatte weitreichende Personalveränderungen zur Folge. Die Dr. Gercke nahestehenden Personen wurden vorläufig beurlaubt und später aus dem Dienst entfernt</p>
                <p>(R 1509/1007).</p>
                <p>Nach dem Geschäftsverteilungsplan der RfS vom 1. Mai 1936 war die Dienststelle zunächst in 7 Abteilungen gegliedert. Als 8. Abteilung war das Amt für Sippenforschung der NSDAP angegliedert (R 1509/1008). Kurz darauf erfolgte eine grundlegende Änderung der Organisation. Die RfS hatte nach dem Geschäftsverteilungsplan vom 1. Oktober 1936 nur noch 5 Abteilungen (R 1509/1007):</p>
                <p>Zentralabteilung: Personal- und Verwaltungsangelegenheiten</p>
                <p>I. Abteilung: Abstammungsnachweis</p>
                <p>II. Abteilung: Urkundliche Abstammungsprüfung</p>
                <p>III. Abteilung: Schriftdenkmalschutz</p>
                <p>IV. Abteilung: Archiv</p>
                <p>Dieser Geschäftsverteilungsplan wurde im Wesentlichen beibehalten. Die einzigen größeren Änderungen, neben der Umbenennung einzelner Aufgabengebiete, waren die Zusammenlegung der Abteilungen I und II am 2. Oktober 1939 (R 1509/1020) und die Einrichtung einer Zahlstelle für die zahlreichen Einnahmen an Gebühren für Gutachten (R 2301/6706).</p>
                <p>Mit der Okkupation Österreichs war die Einrichtung einer Zweigstelle in Wien verbunden. Sie wurde mit Wirkung vom 1. Juni 1938 beim &quot;Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich&quot; unter Leitung von Dr. Schultze-Naumburg eingerichtet und nahm im gesamten Gebiet der &quot;Ostmark&quot; die gleichen Aufgaben wie die Reichsstelle wahr. Alle Grundsatz-, Personal- und Haushaltsfragen wurden von der Dienststelle in Berlin entschieden. Die Auflösung der Zweigstelle Wien erfolgte am 31. Mai 1940 aufgrund des Erlasses Adolf Hitlers vom 28. August 1939 über die &quot;Vereinfachung der Verwaltung&quot;.</p>
                <p>Die RfS wurde am 12. November 1940 in Reichssippenamt (RSA) umbenannt, ohne dass es zu wesentlichen Änderungen in der Geschäftsverteilung bzw. zu Personalveränderungen kam. Leiter des RSA blieb bis Kriegsende Dr. Mayer.</p>
                <p>Aufgaben</p>
                <p>Die ursprüngliche Aufgabe der Dienststelle war die Prüfung von Abstammungsnachweisen auf Antrag von Behörden und Parteidienststellen. Es wurden aber auch auf Antrag von Privatpersonen Bescheinigungen über die rassische Einordnung ausgestellt. Die Nachprüfung geschah in der Regel aufgrund der vorgelegten Urkunden und Dokumente. Falls nach Abschluss der Abstammungsprüfung noch Zweifel an der Abstammung bestanden, konnte von der RfS bzw. dem RSA eine erb- und rassenkundliche Untersuchung bei einem anthropologischen Institut veranlasst werden (Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern 1937, S. 1425). Die Entscheidungen der RfS hießen zunächst &quot;Gutachten&quot;. Mit dem Runderlass des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 21. September 1936 wurde die Bezeichnung &quot;Abstammungsbescheid&quot; festgelegt (Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern 1936, S. 1276). Abstammungsbescheide galten als vollgültige Abstammungsnachweise. Sie konnten aufgrund von ermittelten Urkunden aufgehoben oder geändert werden. Gegen einen Abstammungsbescheid war eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Reichsminister des Innern möglich. Durch Aufhebung zahlreicher negativer Abstammungsbescheide durch das Reichsministerium des Innern kam es zu Divergenzen zwischen der RfS und dem vorgesetzten Ministerium (R 1509/1021). Wegen der starken Überlastung der RfS verfügte der Reichs- und Preußische Minister des Innern in einem Runderlass vom 6. Juli 1936, dass von der RfS nur dann ein Gutachten einzuholen sei, wenn nach Ausschöpfung aller Prüfungsmöglichkeiten noch immer begründete Zweifel an der Abstammung beständen. Notwendige Gutachten bei Einbürgerungsverfahren sollten etwa nur dann angefordert werden, wenn eine Weiterverfolgung des Antrags überhaupt in Frage kam (Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern 936, S. 951).</p>
                <p>Neben der Abstammungsprüfung gehörten nach einer Aufstellung vom Oktober 1940 noch folgende Aufgaben in die Zuständigkeit der Behörde (R 1509/1011):</p>
                <p>· Sippenkundlicher Schriftdenkmalschutz:</p>
                <p>Dazu gehörte die Erfassung und Sicherstellung aller für die Familienforschung wichtigen Quellen. Besonderer Wert wurde dabei auf die Kirchenbücher gelegt, deren Verfilmung und Verkartung entweder von</p>
                <p>der Dienststelle selbst durchgeführt oder von ihr unterstützt wurden. Der RfS bzw. dem RSA wurden Filme der aufgenommenen Kirchenbücher zur Verfügung gestellt, die zunächst im Filmarchiv der</p>
                <p>Dienststelle (Berlin, Oranienburger Str. 28) eingelagert und 1943/44 in den Berlepsch-Schacht des Kalibergwerks bei Staßfurt ausgelagert wurden (R 1509/1596).</p>
                <p>· Förderung der &quot;deutschen Sippenkunde&quot; und Zusammenarbeit mit dem Reichs-verband der Sippenforscher und Heraldiker;</p>
                <p>· Verwaltung und Aufbewahrung jüdischer sippenkundlicher Quellen:</p>
                <p>· Die Dienststellen der Sicherheitspolizei und des SD, die staatlichen Dienststellen und die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland wurden angewiesen, jüdische Personenstandsregister und Archivalien,</p>
                <p>· die sich in ihrem Besitz befanden, an die RfS bzw. das RSA bzw. die dem RSA unterstellte Zentralstelle für jüdische Personenstandsregister zur Auswertung und Aufbewahrung zu übergeben. Mit der</p>
                <p>· Einziehung und Auswertung der jüdischen Register konnte das RSA auch Gausippenämter beauftragen.</p>
                <p>· Führung der amtlichen Juden- und Mischlingskartei;</p>
                <p>· Vorbereitung der staatlichen Sippenamtsverwaltung sowie Aufsicht über die Sippenkanzleien und die zumeist erst Anfang der 40er Jahre errichteten staatlichen Gau- bzw. Landessippenämter.</p>
                <p>Die Diensträume der RfS befanden sich ursprünglich in Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 26. Spätestens ab August 1943 waren Teile der Dienststelle auch im Archivgebäude des RSA in Berlin N 4, Oranienburger Str. 28, untergebracht. Auslagerungsstellen für Unterlagen und Filme des RSA waren Stollen des Salzbergwerks Staßfurt und das Schloss Rathsfeld (R 1509/1046; 1611a).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Abt. Deutsche Zentralstelle für Genealogie</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1509-KARTEI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichssippenamt.- Volkszählungskartei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1939-12-31">1939-1939</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Karteien und Fachverfahren</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                </p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 36</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutscher Gemeindetag</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1906-01-01/1945-12-31">1906-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2806 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Dienststellenverwaltung, Ausschüsse, Personal- und Besoldungsangelegenheiten 1926-1945 (24), Personalakten 1927-1944 (25), Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen 1939-1943 (2), Geschäftsgang und Geschäftsführung 1936-1945 (10), Verlagsangelegenheiten 1933-1945 (16), Verfassungs- und Verwaltungsangelegenheiten 1926-1944 (10), Beamtenangelegenheiten 1916-1945 (350), Angestelltenangelegenheiten 1932-1944 (41), Arbeiterangelegenheiten 1932-1944 (55), Arbeitsrecht 1934-1944 (32), Krankenhauspersonal 1926-1945 (26), Vierjahresplan 1936-1944 (8), allgemeine Finanzfragen, Finanzausgleich 1920-1945 (40), Haushalts-, Kassen-, Rechnungswesen der Gemeinden 1923-1944 (37), Steuerwesen und Steuerrecht 1918-1945 (81), Beiträge und Gebühren 1932-1944 (6), Vermögens- und Schuldenwesen 1922-1944 (24), Sparkassen, Bankwesen 1928-1944 (17), Wohlfahrtspflege 1915-1945 (354), wirtschaftliche Fürsorge 1914-1945 (126), Gesundheitswesen 1912-1944 (60), Gesundheitsfürsorge 1909-1945 (108), Jugendwohlfahrt 1913-1945 (68), Arbeitslosenhilfe 1925-1945 (93), Sozialversicherung 1921-1945 (62), Unfallversicherung 1925-1945 (100), Krankenhauswesen 1920-1944 (12), Anstaltswesen 1912-1945 (177), Arbeitsdienst 1924-1944 (41), Fürsorgeerziehung 1928-1945 (59), Jugendertüchtigung 1921-1945 (35), Sport 1906-1945 (49), Friedhofs- und Bestattungswesen 1917-1944 (31), Wirtschaft und Verkehr 1935-1939 (3), Schulwesen 1913-1945 (167), Berufs- und Fortbildungsschulwesen 1920-1944 (26), Fach- und Hochschulwesen 1920-1945 (25), Volksbildung 1933-1945 (8), Kunst, Denkmalpflege, Naturschutz 1926-1945 (123), Religionswesen 1931-1943 (9), Fremdenverkehr 1934-1944 (3), Städtebau, Straßenwesen 1931-1945 (29), Straßenbau, Straßenverkehr 1925-1945 (39), Landwirtschaft, Forstwesen und Wasserwirtschaft 1927-1945 (23), allgemeine Angelegenheiten der Reichsverteidigung 1939-1944 (4), Kriegswohlfahrtspflege 1937-1945 (18), Kriegsernährungswirtschaft 1919-1944 (79), Luftschutz 1926-1945 (53)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand R 36 besteht vollständig aus den Akten der während der Kriegszeit nach Wels ausgelagerten Verwaltungsstellen. Abgesehen von den Kassenunterlagen und den Personalakten, deren Verbleib nicht aufzuklären war, haben die Welser Auslagerungsbestände den Krieg und die Wirren der Nachkriegszeit ohne Verluste überstanden. Sie wurden durch eine Mitarbeiterin des Deutschen Gemeindetages über Linz/Donau, Offenburg, Frankfurt/Main nach Siegburg gebracht, wo die Akten zunächst beim neubegründeten Deutschen Landkreistag aufbewahrt wurden. Dieser gab sie mit Zustimmung der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände 1953 an das Bundesarchiv ab.</p>
                <p>Die im Bundesarchiv vorliegende Überlieferung stellt nur einen geringen Teil der insgesamt überlieferten Unterlagen dar. Schätzungsweise dreiviertel des Gesamtbestandes, der sich aus den nicht verlagerten Registraturteilen des Deutschen Gemeindetages und den Altregistraturen der aufgelösten Spitzenverbände zusammensetzt, blieben in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Akten bei dem Verein für Kommunalwissenschaften gelagert, der sie 1968 als Depositum an das Landesarchiv Berlin abgab. Dort ist der Deutsche Gemeindetag heute mit 8600 Akteneinheiten verzeichnet. Den zweitgrößten Überlieferungsteil bildet der Nachlass des Deutschen und Preußischen Städtetags mit 4286 Akten, wobei dessen Kriegswirtschaftsakten aus den Jahren 1914 bis 1918 mit 1279 Akteneinheiten einen eigenen Bestand bilden. Weiterhin ist die Überlieferung des Reichsstädtebundes, des Verbands der preußischen Provinzen, des Deutschen und Preußischen Landkreistages, des Deutschen und Preußischen Landgemeindetages und weiterer Verbände, die 1933 im Deutschen Gemeindetag aufgingen, im Landesarchiv Berlin zu finden. Auch der Deutsche Städtetag hat seine Altregistraturen bis 1985 an das Landesarchiv Berlin abgegeben.</p>
                <p>Bereits 1937/38 war ein kleiner Teil der Akten der Vorgängereinrichtungen des Deutschen Gemeindetages an das Preußische Geheime Staatsarchiv - heute Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz - übergeben worden. Diese Bestände waren während des Krieges nach Stassfurt ausgelagert und dann ins Deutsche Zentralarchiv der DDR, Abteilung Merseburg, gelangt. Heute befindet sich die Überlieferung zum Deutschen und Preußischen Städtetag, zum Verband der preußischen Provinzen, zum Preußischen Landkreistag und zum Preußischen Landgemeindetag West wieder im Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem.</p>
                <p>Unterlagen des Deutschen und Preußischen Städtetages, des Reichsstädtebundes und des Deutschen und Preußischen Landkreistages im Umfang von etwa 2600 Akteneinheiten, die 1938 an das Reichsarchiv Potsdam überstellt worden waren, gingen beim Brand des Archivgebäudes im April 1945 verloren.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch stellt eine Überarbeitung des 1957 in Koblenz angefertigten Findbuches dar. Bandzählungen wurden, soweit sie in den Aktenzeichen vorgegeben worden waren, für die Bandfolgen übernommen. Darüber hinaus wurden weitere Bandfolgen archivisch gebildet. Die in einzelnen Bänden enthaltenen Vorgänge (&quot;Hefte&quot;) wurden in die Titel aufgenommen. Zur Veranschaulichung der Band- und Hefteinteilungen werden die Aktenzeichen im Findbuch angezeigt. Ferner wurden die Titel und die Klassifikation, welche vollständig auf dem Aktenplan des Deutschen Gemeindetages basiert hatten, geringfügig verändert. So wurden zum Beispiel Aktenplanpositionen zusammengefasst sowie die Bezeichnung einzelner Untergruppen vereinheitlicht. Die Veränderungen wurden behutsam vorgenommen, um die überlieferte Registraturordnung, soweit sie erhalten geblieben ist, möglichst getreu abzubilden. Kassationen erfolgten nicht. Weiterhin sei darauf aufmerksam gemacht, dass ein großer Teil der Akten von den Vorgängereinrichtungen angelegt und dann vom Deutschen Gemeindetag nach 1933 weitergeführt worden war.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 25 Hauptamt für Kommunalpolitik</p>
                <p>R 1501 Reichsministerium des Innern</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Der Gemeindetag, 1933-1944 (RD 116/3); Nachrichtendienst des Deutschen Gemeindetages 1933-1945 (RD 116/2, A II 1923)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Matzerath, Horst: Nationalsozialismus und kommunale Selbstverwaltung, Stuttgart 1970; Ziebill, Otto: Geschichte des Deutschen Städtetages. Fünfzig Jahre deutsche Kommunalpolitik, Stuttgart 1955</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler des Deutschen Reiches ernannt worden war, höhlte die NSDAP das demokratische System der Weimarer Republik in den folgenden Monaten nach und nach aus und beseitigte es schließlich. Entscheidende Etappen waren die Aufhebung der Grundrechte nach dem Brand des Reichstages am 28. Februar 1933 und die Beseitigung des Parlamentarismus durch das sogenannte Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933. Letzteres hob die Gewaltenteilung auf und übertrug der Regierung unter Adolf Hitler für vier Jahre sämtliche legislativen Befugnisse. Einen weiteren Schritt stellte die Zerschlagung der Parteien und Gewerkschaften dar. Nachdem die KPD verboten, die Gewerkschaften aufgelöst und die SPD handlungsunfähig gemacht worden waren, lösten sich die übrigen Parteien von alleine auf.</p>
                <p>Im Zuge dieser Maßnahmen verloren auch die bis dahin bestehenden sechs kommunalen Spitzenverbände ihre Selbständigkeit. Unter Zwang hatten die Vorsitzenden und geschäftsführenden Präsidenten, des Deutschen/Preußischen Städtetages, des Reichsstädtebundes, des Deutschen Landkreistages, des Deutschen Landgemeindetages, des Preußischen Landgemeindetages West und des Verbandes der preußischen Provinzen am 22. Mai 1933 ihre Einwilligung zur Überführung der verschiedenen Verbände in einen neuen Einheitsverband geben müssen. Dieser &quot;Deutsche Gemeindetag&quot; sollte von nun an die alleinige von der NSDAP anerkannte korporative Vertretung aller deutschen Städte- und Gemeindeverbände darstellen. Zur Vereinheitlichung der bisherigen Verbände mit ihren 80 Unterorganisationen wurde der kommissarische Oberbürgermeister von München, Karl Fiehler, als &quot;Beauftragter für die Vereinheitlichung der kommunalen Spitzenverbände&quot; eingesetzt. Die Geschäftsführung des neuen Verbandes übernahmen der kommissarische Leiter des Instituts für Kommunalwissenschaft in Berlin, Dr. Kurt Jeserich, und der Referent beim Reichsarbeitgeberverband, Dr. Ralf Zeitler. Der sich über Monate hinziehende Verschmelzungsprozess fand seinen Abschluss schließlich im Gesetz über den Deutschen Gemeindetag vom 15. Dezember 1933, womit die Bildung des neuen Verbandes endgültig festgeschrieben wurde.</p>
                <p>Als der einzig bestehenden kommunalen Spitzenorganisation gehörten dem Deutschen Gemeindetag, der als Körperschaft des öffentlichen Rechts grundsätzlich dem Reichsminister des Inneren unterstand, zwangsweise alle Städte, Landgemeinden, Landkreise, Provinzen und später auch die Reichsgaue in ihrer Eigenschaft als sich selbst verwaltende Regierungseinheiten an. Nach der Eingliederung Österreichs und des Sudetenlands in das Deutsche Reich im Jahre 1938, der Annexion Westpreußens, Danzigs und Posens im darauf folgenden Jahr, wurde der Wirkungskreis des Deutschen Gemeindetages auch auf die neuen Reichsteile und deren Gauverwaltungen ausgeweitet. Grundsätzlich übernahm der Verband für alle Gebiete, die unter deutsche Hoheit gestellt wurden, die kommunale Interessenvertretung.</p>
                <p>Zum ersten Vorsitzenden des Deutschen Gemeindetages wurde am 14. Februar 1934 der bisherige Beauftragte für die Vereinheitlichung, Karl Fiehler, bestellt. Fiehler war Leiter des Hauptamtes für Kommunalpolitik der NSDAP. Durch die Personalunion sollte die Ausrichtung der kommunalpolitischen Arbeit der NSDAP mit der Arbeit des Deutschen Gemeindetages abgestimmt werden und so der auf dem Reichsparteitag in Nürnberg 1933 verkündete Grundsatz über den Einklang von Partei und Staat befolgt werden. Die Geschäftsführung des Deutschen Gemeindetages unterstand dabei den Anweisungen des Vorsitzenden und Reichsleiters der Kommunalpolitik. Durch diese Verschränkung von parteilichen und staatlichen Stellen geriet der Deutsche Gemeindetag unter die &quot;von der NSDAP betreuten Organisationen&quot;, was zum Teil auch von Vorteil war, da die fachliche Arbeit unter der Oberherrschaft des Parteiamtes effektiver gestaltet werden konnte. Der Verband war nun in wesentlich höherem Maße Vertreter des Staates. Die Idee eines Einheitsverbandes mit klar umrissenen Aufgaben und einer engeren Bindung an den Staat war jedoch nichts neues; nicht wenige sahen darin die Möglichkeit, kommunale Interessen besser durchsetzen zu können. Die erzwungene Gleichschaltung und die Praxis des totalitären Staates konnten die möglichen Vorteile des neuen Einheitsverbandes aber nur in den Hintergrund treten lassen.</p>
                <p>Beaufsichtigt wurde der Verband durch den Reichsminister des Innern, der den Vorsitzenden, die Mitglieder des Vorstands und die Fachausschüsse bestellte. Vorstand und Fachausschüsse durften nur nach Einberufung durch den Minister tagen; dieser bestimmte auch die Tagesordnung. Zudem genehmigte er den Haushalt und er selbst oder ein Stellvertreter hatte den Vorsitz in den Gremien wahrzunehmen. Neben den 20 Fachausschüssen, die lediglich das Recht hatten, den Vorsitzenden zu beraten, bildeten die Landes- und Provinzialdienststellen die einzigen nachgeordneten Organe der Berliner Geschäftsstelle. Obwohl der Verband in hohem Maße zentralistisch aufgebaut war, führte die für einen verstärkten Erfahrungsaustausche notwendige Erweiterung um regionale Arbeitsgemeinschaften und Kreisabteilungen zu einer organisatorischen Struktur, die im Ansatz mit derjenigen der alten Verbände vergleichbar war.</p>
                <p>Besonders einschneidend wirkte sich die Tatsache aus, dass der Verband nicht mehr das Recht hatte, die kommunalen Belange aus eigener Initiative vor den Reichs- und Landesbehörden zu vertreten. Lediglich nach Aufforderung durch die Behörden sollte der Verband sich von nun an äußern dürfen. Gerade dieses Initiativrecht war jedoch vor 1933 entscheidend für die aktive Interessenvertretung gegenüber dem Staat und die Selbstbestimmung der kommunalen Verbände als Teil einer pluralistischen Gesellschaftsordnung gewesen.</p>
                <p>Trotz der organisatorischen und politischen Veränderungen spielte der Deutsche Gemeindetag auch zwischen 1933 und 1945 eine wichtige Rolle, und zwar vor allem als gemeindliche Beratungsstelle und als Vermittler praktischer Erfahrungen auf dem Gebiet der kommunalen Verwaltung. Auch der Austausch zwischen Kommunen und staatlicher Verwaltung wurde keineswegs eingestellt, wovon eine rege Gutachtertätigkeit des Deutschen Gemeindetags zeugt. Eine gewisse Kontinuität in der Verbandsarbeit konnte zudem dadurch gewährleistet werden, dass eine größere Anzahl leitender Personen aus den aufgelösten Verbänden in den neuen Verband übertrat. Die Organisationsstruktur des Deutschen Gemeindetages lehnte sich grundsätzlich in hohem Maße an diejenige des Deutschen/Preußischen Städtetages an. So übernahm der Deutsche Gemeindetag das Wappen des Deutschen/Preußischen Gemeindetages, das Holstentor, und auch dessen Registratur. Die Jahrestagungen des Deutschen Gemeindetages knüpften ebenfalls an ähnliche Veranstaltungen der Vorgängereinrichtungen an.</p>
                <p>Infolge der Bombardierungen Berlins während des Zweiten Weltkrieges verlegte der Deutsche Gemeindetag einen Teil seiner Verwaltungsstellen im August 1943 von Berlin nach Wels/Oberösterreich. Dort wurden in erster Linie Aufgaben der Abteilungen Ia (Beamten-, Angestellten- und Arbeiterfragen), II (Finanzen und Steuern), III (Wohlfahrtspflege, Gesundheitswesen und Sozialpolitik), V (Schulwesen), Va (Kulturpflege), VI (Grundstücks-, Bau- und Wohnungswesen) und Rv (Reichsverteidigung) bearbeitet. Dabei ist anzumerken, dass lediglich die Abteilung III mit sämtlichen Registraturen nach Wels zog. Die übrigen Abteilungen - wahrscheinlich handelte es sich nur um Arbeitsstäbe - nahmen nur Teile ihrer Registraturen mit. Auch die Kassenverwaltung und das Personalbüro siedelten nach Wels über. Die Abteilungen Z (Zentralabteilung: Allgemeine Verwaltung, Geschäftsführung), I (Verfassung und Verwaltung), IV (Wirtschaft und Verkehr) und die Abteilung für die Ostgebiete blieben in Berlin.</p>
                <p>Nach dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches 1945 wurde der Deutsche Gemeindetag aufgrund seines Status als &quot;betreute Organisation&quot; von den Alliierten als ein Teil der Gliederungen der NSDAP betrachtet und zusammen mit den anderen Organisationen der NSDAP verboten und formell aufgelöst. Dem vom Berliner Magistrat eingesetzten Sachwalter für die Belange des Deutschen Gemeindetages gelang es nicht, dieses Missverständnis zu korrigieren. Eine Art Gemeindekammer als Nachfolgeorganisation des Deutschen Gemeindetags konnte nicht eingerichtet werden. Dem &quot;Deutschen Städtetag&quot;, der sich bereits 1946 wieder konstituiert hatte, wurde zwar der Anspruch auf das Eigentum an dem Grundstück des Deutschen Gemeindetages zugesprochen, doch konnte er die finanzielle Belastung des Wiederaufbaus und der Instandsetzung des Gebäudes nicht alleine tragen. Zusammen mit dem Berliner Senat wurde schließlich der &quot;Verein zur Pflege kommunalwissenschaftlicher Aufgaben e.V.&quot; gegründet und 1951 als Vermögensträger des Deutschen Gemeindetages eingesetzt. Der Verein, der bald in &quot;Verein für Kommunalwissenschaften&quot; umbenannt wurde, übernahm das Dienstgebäude in der Straße des 17. Juni und auch die dort gelagerten Aktenbestände. Das heute unter dem Namen Ernst-Reuter-Haus bekannte Gebäude war von Albert Speer für den Deutschen Gemeindetag geplant, ab 1938 errichtet und 1942 schließlich vom Deutschen Gemeindetag bezogen worden. Der Deutsche Städtetag, die größte kommunale Spitzenorganisation, errichtete seine Hauptgeschäftsstelle aufgrund des Berliner Sonderstatus&apos; zunächst in Köln. Erst 1999 erfolgte die Teilverlagerung der Hauptgeschäftsstelle in das Ernst-Reuter-Haus nach Berlin. Neben dem Deutschen Städtetag bildeten sich auch die Spitzenverbände auf Kreis- und Gemeindeebene nach dem Zweiten Weltkrieg neu. Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund stellen zusammen mit dem Deutschen Städtetag die wichtigsten kommunalen Interessenverbände dar. Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände bietet diesen drei Verbänden dabei die Möglichkeit, ihre Interessen gebündelt vorzutragen und sich zu übergreifenden Problemen gemeinsam zu äußern.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 1507</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 134 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1920-01-01/1934-12-31">1920-1934</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2184 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 15.07): 1919-1933 (1.584):</p>
                <p>Dienststellenverwaltung 1920-1930 (11), Polizei und bewaffnete Macht, Nachrichtenwesen 1919-1930 (38), Rechtsnormen 1920-1930 (50), internationale Verhandlungen und Verträge 1920-1929 (6), Überwachung ausländischer Tätigkeit im Reich 1920-1930 (59), Abwehr 1920-1930 (12), Verkehr mit Waffen 1920-1930 (23), wirtschaftliche Verhältnisse in ihren Wirkungen auf die öffentliche Ordnung 1920-1929 (19), politische Bewegung 1920-1933 (52), Wahlen, Wahlergebnisse, Regierungsbildungen 1920-1930 (19), Parteien 1920-1930 (8), Die Internationalen 1925-1929 (2), Organisationen und Bewegungen politischer Art au‧ßerhalb der Parteien 1920-1930 (126), Gewerkschaften 1921-1929 (7), internationale Ver‧bindungen mit wirtschaftlichen Organisationen 1921-1927 (2), Offiziers- und Soldatenverei‧nigungen 1921-1930 (10), Erwerbslosenbewegung und Demonstrationen 1920-1925 (2), Organisationen, Institute und Bewegungen mit bestimmten einzelnen Zielen 1920-1931 (13), pazifistische Bewegung 1922-1927 (2), Presse 1920-1924 (2), besetzte sowie abgetretene Gebiete, Ostpreußen 1920-1928 (12), Ausland 1920-1929 (32), Sachakten über bestimmte Einzelvorgänge 1922-1933 (55), Materialsammlung über bestimmte Einzelpersonen 1920-1933 (978), Personalakten o.Dat. (44)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 134): 1920-1933 (99):</p>
                <p>Lageberichte 1920-1929 (57), Meldungen der Nachrichtensammelstelle 1929-1933 (42)</p>
                <p>Teil 3 (vormals: ZPA, St 12): 1919-1931 (297):</p>
                <p>Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1919-1931 (203), Kommunistische Internationale und ausländische kommunistische Parteien 1920-1927 (10), der KPD nahe stehende Organisa‧tionen 1921-1930 (52), andere Parteien und Organisationen 1920-1934 (16), Lichtbilderkartei der Nachrichtenstellen der Länder 1924-1929 (2), Personalakten 1920-1933 (14)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im August 1920 als innenpolitische Informations- und Nachrichtenstelle eingesetzt; unterrichtete die Reichsregierung über alle, die innere Lage des Reiches berührenden politischen Bestrebungen und Vorgänge; Auflösung 1929; Aufgaben wurden von der Nachrichtensammelstelle im Reichsministerium des Innern übernommen; Dienststelle ging 1933 im Geheimen Staatspolizeiamt auf.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Lageberichte (1920-1929) und Meldungen (1930-1933). Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung und Nachrichtensammelstelle im Reichsministerium des Innern. Bestand R 134 des Bundesarchivs in Koblenz. Mikrofichesausgabe, hrsg. von Ernst Ritter, München 1979.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im August 1920 als innenpolitische Informations- und Nachrichtenstelle eingesetzt; unter‧richtete die Reichsregierung über alle die innere Lage des Deutschen Reiches berührenden politischen Bestrebungen und Vorgänge; Auflösung 1929; Aufgaben wurden von der Nachrichtensam‧melstelle im Reichsministerium des Innern übernommen; Dienststelle ging 1933 im Gehei‧men Staatspolizeiamt auf</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 58</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">P St 3</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">17.03</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">17.01 St 3</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 58</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichssicherheitshauptamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1960-12-31">Ca. 17. Jh. - 1945 (1946, 1957-1960)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>10037 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_3b340364-25d1-4909-a056-f4124c0ebb97"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 17.03): 1917-1945 (138):</p>
                <p>Personal, Organisation, Geschäftsverwaltung verschiedener SS- und SD-Stellen 1917-1919, 1933-1945 (12), politische Lage (mit Berichten), Arbeiterbewegung, kommunistische und sozialdemokratische Aktionen, Kirchenangelegenheiten (jeweils In- und Ausland) 1921-1945 (22), Schulungstätigkeit (auch kirchenpolitische Schulung) 1936-1944 (13), Literaturnach‧weise (historische und zeitgenössische Unterlagen) 1927-1943 (9), Vorlesungsverzeichnisse, Seme‧ster- und Seminararbeiten, verschiedene Aufzeichnungen 1923-1945 (15), Hexenwesen, Zauberei (mit Quellennachweisen) 1932-1942 (36), Geheimes Staatspolizeiamt, Berlin 1933-1943 (14), Geheime Staatspolizei Bremen 1934 (1), Staatspolizei(leit)stellen - mit verschiedenen Außen(dienst)stellen und Grenz(polizei)kommissariaten - Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe, Königsberg (Preußen), München, Saarbrücken, Prag 1933-1944 (15), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD im Be‧reich des Militärbefehlshabers in Frankreich, Paris 1944 (1)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 58): 1920-1945 (1.670):</p>
                <p>Dienststellenverwaltung: Zentralbehörden der Sicherheitspolizei und des SD 1933-1945 (21), Mittel- und Unterbehör‧den 1933-1945 (6), Reichsstiftung für Länderkunde 1943-1944 (5), Schriftverkehr und Schriftgutverwaltung 1933-1945 (20), Beschaffungswesen, v.a. Waffen und Geräte 1933-1945 (15), Fahrzeuge 1936-1944 (10), Literaturbeschaffung 1941-1944 (9), Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen 1933-1945 (13), Personalangelegenheiten im Allgemeinen 1933-1945 (10), Angelegenheiten einzelner Dienststellen und Personen 1936-1945 (97), Heranziehung von Hochschullehrern durch die Forschungsstelle Orient 1944-1945 (3), Ein‧stellung, Ausbildung und Schulung 1930-1945 (22), Disziplinarmaßnahmen 1934-1944 (4)</p>
                <p>Überwachung und Verfolgung von politischen Gegnern: Grundsätze und Richtlinien 1933-1945 (6), Lageberichte und Übersichten aus dem gesam‧ten Reichsgebiet 1931-1944 (34), Lageberichte, v.a. einzelner Staatspolizei(leit)stellen 1933-1939 (68), Verhängung von Schutzhaft und &quot;Sonderbehandlung&quot; 1933-1945 (5), Über‧wachung und Verfolgung der Arbeiterbewegung im Allgemeinen 1928-1944 (27), Volksfront, Einheitsfront 1925-1940 (15), Deutsche Einheitspartei 1937-1940 (3), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und sozialistische Splittergruppen 1931-1943 (23), Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und kommunistische Splittergruppen 1932-1942 (41), einzelne sozialdemokratische, sozialistische oder kommunistische politische Organisationen 1926-1942 (17), sozialistische und kommunistische Jugend- und Sportorganisationen 1931-1941 (26), &quot;Rote Hilfe&quot; 1930-1939 (16), kulturpolitische Organisationen, Freidenker 1927-1941 (12), sozialpolitische, Berufs- und sonstige Organisationen 1920-1941 (7), Ge‧werkschaftsbewegung 1922-1944 (20), anarcho-syndikalistische Bewegung 1930-1940 (5), katholische und evangelische Kirchen 1933-1945 (16), Sekten und Freimaurer 1933-1943 (10), Juden im &quot;Altreich&quot; 1933-1944 (16), Juden in eingegliederten und besetzten Gebieten 1937-1944 (4), zionistische Bewegung 1933-1944 (5), antisemitische Propaganda 1936-1941 (6), nationale, liberale, konservative und monarchistische Gegner 1931-1945 (11)</p>
                <p>Überwachung der NSDAP, von deren Gliederungen und der Wehrmacht: NSDAP und Wehrmacht im Allgemeinen 1933-1943 (1), Dienststelle Ribbentrop 1937 (1), Deutsche Arbeitsfront 1933-1940 (2), ausländische nationalsozialistische und faschistische Gruppen und ausländische Emigranten in Deutschland 1934-1942 (1), 20. Juli 1944, 1944 (1)</p>
                <p>Überwachung unpolitischer Organisationen und wirtschaftlicher Unternehmen: unpolitische Organisationen 1929-1941 (3), Sport-, Jugend- und Gesellschaftsvereine 1930-1942 (2), Konsumgenossenschaften 1934-1941 (6), Kunstsprachorganisationen (Esperanto und andere) 1933-1943 (10), wirtschaftliche Unternehmen, v.a. Versicherungen 1933-1942 (13)</p>
                <p>Abwehr und Bekämpfung von Spionage und Sabotage: Abwehr von Spionage, Landesverrat und Sabotage im Allgemeinen 1933-1945 (22), Lan‧desverrat und Spionage 1933-1945 (9), Sabotage und Attentate 1933-1945 (13)</p>
                <p>Maßnahmen gegen Ausländer und in den eingegliederten, angegliederten und besetzten Gebie‧ten: Behandlung von Ausländern im Allgemeinen 1933-1944 (3), ausländische Arbeiter 1934-1944 (3), Kriegsgefangene 1938-1945 (4), nationale Minderheiten im Reichsgebiet und in eingegliederten, angegliederten und besetzten Gebieten 1934-1944 (1), staatspolizeiliche Maßnahmen in Österreich 1938-1943 (7), Tagesrapporte der Staatspolizeileitstelle Wien 1938-1940 (11), Stimmungs- und Lageberichte aus Österreich 1939-1944 (6), Sudetenland, Protektorat Böhmen und Mähren 1938-1945 (4), eingegliederte Ostgebiete und Generalgou‧vernement für die besetzten polnischen Gebiete 1939-1945 (3), Dänemark und Norwegen 1940-1945 (14), Eupen-Malmedy, angegliederte Westgebiete (Elsass, Lothringen, Luxem‧burg) 1940-1943, besetzte Westgebiete (Niederlande, Belgien, Frankreich) 1940-1944 (8), besetzte Ostgebiete (Baltikum, UdSSR) 1941-1945 (24), Jugoslawien, Ungarn, Siebenbür‧gen, Mazedonien, Operationszone Adriatisches Küstenland 1941-1945 (6)</p>
                <p>Verfolgung und Bekämpfung der unpolitischen Kriminalität: Restakten der Kriminalpolizei 1935-1944 (3)</p>
                <p>Überwachung der öffentlichen Meinung und Stimmung des Volkes: Grundsätze der Berichterstattung des Sicherheitsdienstes der SS (SD) 1937-1945 (2), Be‧richte zur innenpolitischen Lage 1939 (2), Meldungen aus dem Reich: Allgemeines, Gegner, kulturelle Gebiete, Volkstum und Volksgesundheit, Verwaltung und Recht, Wirtschaft, Luft‧krieg 1939-1943 (39), SD-Berichte zu Inlandsfragen 1943-1944 (10), regionale Stimmungs‧berichte 1943-1945 (2), Propaganda gegen ausländische Meldungen und &quot;staatsfeindliche&quot; Beeinflussung der öffentlichen Meinung 1933-1944 (3), Bekämpfung antinationalsozialisti‧schen Schrifttums 1933-1944 (11), Überprüfung und Verbot von Büchern und Broschüren 1933-1943 (66), Überwachung der Presse 1933-1945 (55), Rundfunk 1933-1945 (20), Musik, Theater, Film, Kunst 1935-1943 (2), Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung 1939-1945 (1), Volkstum 1939-1944 (1), Lage der allgemeinen Verwaltung 1939-1945 (4), Rechtspflege 1939-1942 (1), Wirtschaft 1939-1943 (1)</p>
                <p>Beschaffung und Auswertung von Nachrichten aus dem Ausland: Auslandsnachrichten im Allgemeinen 1938-1945 (16), Überwachung von Reisen in das Ausland 1936-1939 (10), deutsche Staatsangehörige und Emigranten im Ausland 1933-1943 (6), deutsche Minderheiten im Ausland 1933-1943, Nachrichten über einzelne Staaten: Abessinien, Afghanistan, Ägypten, Albanien, Algerien, Arabien, Argentinien, Australien, Bel‧gien, Brasilien, Bulgarien, Burma, Chile, China, Dänemark, Ekuador, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Indonesien, Irak, Iran, Italien, Japan, Jugoslawien, Kanada, Korea, Libanon, Luxemburg, Malaysia, Malta, Marokko, Mexiko, Neuseeland, Nie‧derlande, Norwegen, Österreich, Palästina, Polen, Portugal, Rhodesien, Rumänien, Schwe‧den, Schweiz, Sowjetunion, Spanien, Südafrika, Syrien, Transjordanien, Tschechoslowakei, Türkei, Ungarn, Uruguay, Venezuela, Vereinigte Staaten von Amerika, Zypern 1931-1945 (188)</p>
                <p>Einzelfälle von Verfolgung und Überwachung: Listen, Karteien und Sammelakten, v.a. über politische Gegner aus der Weimarer Republik 1934-1944 (7), Kartei über aus dem Kirchendienst ausgeschiedene Geistliche, Or‧densangehörige und Beamte 1940-1944 (5), Kartei des SD zu Akten über einzelne Perso‧nen auch außerhalb Deutschlands mit Personaldaten und Angaben zum Grund der Aktenführung, u.a. Emigranten, Diplomaten, Fremdenlegionäre, Logenzugehörigkeit, politische Tätigkeit, Spionage‧verdacht, Verlust des Dienstausweises 1936-1938 (157), Kartei des SD über Personen in einzelnen Orten, v.a. in Norddeutschland mit Schwerpunkt in Niedersachsen, u.a. Angaben zu Beruf, Organisation (u.a. KPD, Freimaurer, konfessionelle Vereine, Firmen, Be‧hörden), gegebenenfalls mit Zusatzstempel &quot;Jude&quot; o.Dat. (223), Karteien des SD über Deutsche und Ausländer, v.a. Iren, Österreicher, Polen, Schweizer, Slowaken, Spanier, Tsche‧chen und Ungarn 1933-1943 (22)</p>
                <p>Anhang: Personalunterlagen 1883-1945, 1957-1960 (73)</p>
                <p>Teil 3a (vormals: ZPA, PSt 3): 1913-1946 (616):</p>
                <p>Amt IV Geheimes Staatspolizeiamt: politische Überwachung im Bereich verschiedener Staatspolizei(leit)stellen 1929-1942 (135), Lage‧berichte 1938-1941 (4), KPD, SPD 1920-1944 (115), politische Emigration, Verzeichnisse flüchtiger politischer Gegner 1931-1944 (34), Verbreitung illegaler Flugschriften 1927-1940 (43), Rechtsprechung gegen politische Gegner und Vernehmungspraxis 1933-1943 (21), verschiedene Überwachungsbereiche 1913-1946 (27), Interna, Nachträge 1933-1944 (16)</p>
                <p>Sicherheitshauptamt des RFSS: Monats- und Lageberichte, Tagesmeldungen 1933-1939 (34), KPD, SPD, Roter Massen‧selbstschutz, Roter Frontkämpferbund 1924-1940 (50), Rheinischer Separatismus 1919-1940 (7), Verbreitung illegaler Flugschriften 1931-1941 (23), Rechtsprechung gegen politi‧sche Gegner 1931-1938 (9), verschiedene Überwachungsbereiche 1931-1939 (23), Perso‧nalangelegenheit Professor Dr. Scheidt 1936-1944 (1)</p>
                <p>Verschiedene Dienststellen des RSHA, u.a. Staatspolizei(leit)stellen Berlin, Leipzig, Magdeburg, Stettin, Wien 1920-1945 (73)</p>
                <p>Nachtrag: Gliederung der Hauptämter und Ämter des Reichsführers der SS o.Dat. (1)</p>
                <p>Teil 3b (vormals: ZStA, 17.01 St 3): 1919-1946 (1.344):</p>
                <p>Amt IV Geheimes Staatspolizeiamt: gedruckte Berichte der Geheimen Staatspolizei und Denkschriften 1923-1942 (29), Lageberichte des Geheimen Staatspolizeiamts 1933-1942 (63), statistische Meldungen der Staatspolizeistellen 1938-1942 (30), Meldungen der Staatspolizeistellen in Deutschland und den besetzten Gebieten 1941-1943 (23), Anwei‧sungen, Verordnungen, Befehle und Fahndungslisten der Geheimen Staatspolizei, u.a. Personalien und Berichte über Ärzte und Wachmannschaften in Konzentrationslagern 1928-1946 (42), Materialien des Geheimen Staatspolizeiamts über die Verbreitung illegaler Schriften, Verhaftungen, Ermittlungen, Prozesse und die Tätig‧keit der Parteiorganisationen der KPD 1928-1945 (81), verschiedene Materialien 1930-1945 (33), deutsche, ausländische und internationale Organisationen, Parteien und Projekte vor‧nehmlich der Arbeiterbewegung 1919-1945 (291); verschiedene Dienststellen (RSHA und andere) 1929-1945 (58); Berichte und Meldungen der Staatspolizeistellen 1921-1945 (417); Schriftensammlung: illegale Schriften mit Meldungen und Berichten der Geheimen Staatspolizei über ihre Verbreitung und Erfassung 1926-1945 (203); Nachträge: verschiedene Dienststellen (RSHA und andere) 1930-1946 (74)</p>
                <p>Teil 4 (Übernahme von der polnischen Archivverwaltung): ca. 17. Jh. - 1945 (771):</p>
                <p>verschiedene Dienststellen (RSHA und andere; Schwerpunkt: RSHA-Amt VII Weltanschauli‧che Forschung und Auswertung, mit illegalen und beschlagnahmten Materialien), ca. 17. Jh. - ca. 1945 (771)</p>
                <p>Teil 5 (Boberach/Muregger-Projekt): ca. 1782 - ca. 1946 (ca. 3.902):</p>
                <p>SD-Hauptamt und Ämter III, VI und VII.- Kontrolle und Verfolgung weltanschaulicher Gegner: Juden, Angehörige christlicher Konfessionen, Freimaurer-Logen (mit illegalen und beschlagnahmten Materialien), ca. 1782 - ca. 1946 (ca. 3.902)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Personalunterlagen liegen in der Sammlung &quot;Berlin Document Center&quot; (vgl. Bestand R 9361), zusätzliche personenbezogene Unterlagen und Sachakten (ca. 2.000) in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) vor (2.174; Datenbank)</p>
                <p>Vgl. Bestand NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Allgemeine Erlaß-Sammlung (AES) des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, Teil 2, 1934-1944 (RD 19/3) [unvollständig]; Befehlsblatt des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD, Jge. 1 (1940) - 6 (1945), hg. v. Reichssicherheitshauptamt Berlin (RD 19/2); Übersicht über die allgemeinen Erlasse des Reichssicherheitshauptamtes, Oktober 1940, hg. v. Reichssicherheitshauptamt, Januar 1941 (RD 19/36) [unvollständig]; Vorbeugende Verbrechensbekämpfung. Sammlung der auf dem Gebiete der vorbeugenden Verbrechensbekämpfung ergangenen Erlasse und sonstigen Bestimmungen, bearb. v. SS-Hauptsturmführer Kriminalrat Richrath im Reichssicherheitshauptamt, hg. v. Reichssi‧cherheitshauptamt, Amt V, Dezember 1941 (Schriftenreihe des Reichskriminalpolizeiamtes Berlin, Nr. 15) (RD 19/28-15)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. dems., Teil 1, München 1991, S. 121-126; Teil 2, München 1995, S. 90-92; Wildt, Michael: Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheits‧hauptamtes, Hamburg 2002</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zum 1. Oktober 1939 Zusammenfassung des (preußischen) Geheimen Staatspolizeiamtes (Ge‧stapa), des Büros des Politischen Polizeikommandeurs der (außerpreußischen) Länder, des Reichskriminalpolizeiamtes, des Hauptamtes Sicherheitspolizei und des Sicherheits‧haupt‧amtes (SD-Hauptamtes) der SS im neu errichteten und vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Reinhard Heydrich (seit 30. Januar 1943 Ernst Kaltenbrunner) geführten Reichssi‧cher‧heits‧hauptamt (RSHA); im Oktober 1943 war folgender Amtsaufbau des RSHA erreicht: Amt I Per‧sonal, Ausbildung und Organisation der Sicherheitspolizei und des SD, Amt II Haushalt und Wirtschaft, Amt III Deutsche Lebensgebiete, Amt IV Gegner-Erforschung und -Be‧kämp‧fung (Geheimes Staatspolizeiamt), Amt V Verbrechensbekämpfung (Reichskriminal‧poli‧zei‧amt), Amt VI Auslandsnachrichtendienst, Amt VII Weltanschauliche Forschung und Aus‧wer‧tung</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>&quot;Sonderarchiv&quot;, Moskau</p>
                <p>Archiv der Polnischen Hauptkommission zur Untersuchung von NS-Verbrechen, Warschau</p>
                <p>Staatsarchiv Posen</p>
                <p>Beauftragter der Bundesregierung für die Unterlagen der Staatssicherheit der DDR (BStU)</p>
                <p>LA Berlin (v.a. Akten des Kammergerichts)</p>
                <p>BArch, ASt Ludwigsburg</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 19</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">15.21</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 19</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptamt Ordnungspolizei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1945-12-31">1917-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>55587 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Adjutantur des Chefs der Ordnungspolizei 1933-1945 (24), Dienststellenverwaltung 1933-1945 (50), Nachrichten- und Befehlsblätter, Erlasse, Besprechungen 1933-1945 (41), Orga‧nisation und Zuständigkeit 1933-1945 (58), Haushalt 1933-1944 (9), Allgemeines Dienstrecht und Polizeidienstrecht 1931-1945 (37), Lehrgänge und Schulen 1930-1945 (89), Beurteilung, Beförderung, Abordnung und Versetzung von Angehörigen der Polizei 1931-1945 (38), Besoldung und Versorgung 1933-1945 (19), Straf- und Disziplinarangelegenheiten 1937-1945 (8), Uniformen und Orden 1933-1945 (8), Kameradschaftsbund deutscher Polizeibeamter 1933-1945 (6), Personalstatistik 1938-1945 (7), Unterbringung, Ausrüstung und Bewaffnung 1933-1945 (8), Sanitäts- und Vete‧rinärwesen, Polizeisport 1933-1945 (12), Polizeiverwaltungs- und Vollzugsdienst 1935-1945 (93), Einsatz von Polizeiverbänden und -einheiten 1933-1945 (108), Personalakten 1917-1945 (1.067), Staatskrankenhaus der Polizei in Berlin.- Krankenblätter (ZX) von Patienten 1940-1945 (1946) (3.149), Kartei des Staatskrankenhauses der Polizei in Berlin (k.A.)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bezug: Koblenzer Bestand</p>
                <p>Verbleib der Akten des Hauptamtes Ordnungspolizei</p>
                <p>Die Masse der Akten des Chefs der Ordnungspolizei muß als verloren gelten. Die Vorgänge, die zu diesem Verlust geführt haben, liegen noch weitgehend im Dunkeln. Verhältnismäßig gut sind wir über das Schicksal von größeren Teilen der Altregistraturen des Chefs der Ordnungspolizei, die vorwiegend Akten der ehemaligen Polizeiabteilungen des Preußischen Innenministeriums und des Reichsinnenministeriums sowie solche der 1935/36 aufgelösten preußischen Landespolizei enthielten, sowie über die Akten der Gruppe &quot;Kriegsgeschichte&quot;, unterrichtet.</p>
                <p>Die Altregistraturen des Chefs der Ordnungspolizei befanden sich im sogenannten &quot;Archiv des Hauptamtes Ordnungspolizei&quot;, das ab Oktober 1941 auf Einspruch des Generaldirektors der Staatsarchive in &quot;Aktenverwaltung des Hauptamtes Ordnungspolizei&quot; umbenannt wurde. Bestände dieser Aktenverwaltung sind während des Krieges in den Dienstgebäuden Unter den Linden, Kurfürstendamm und Breitestraße nachzuweisen. Aus den vom Chef der Ordnungspolizei übernommenen Registraturen der Polizeiabteilung des Preußischen Innenministeriums sind von 1941 bis 1944 rd. 8.500 Bände Akten an das Preußische Geheime Staatsarchiv in Berlin-Dahlem abgegeben worden. Das Geheime Staatsarchiv hatte diese Akten zum größten Teil in mitteldeutsche Bergwerke ausgelagert. Von dort dürften sie mit den übrigen ausgelagerten Beständen zum Zentralen Staatsarchiv II der DDR in Merseburg gekommen sind.</p>
                <p>Akten unbekannten Umfanges des Polizeiabteilung des Reichsinnenministeriums hauptsächlich über die Schutz- und Kriminalpolizei-, die 1936 vom Chef der Ordnungspolizei übernommen worden waren, sind 1941/42 vom Hauptamt Ordnungspolizei zum Reichsarchiv in Potsdam gelangt.Dort sind sie sehr wahrscheinlich durch den Luftangriff vom 14./15. 4. 1945 vernichtet worden.</p>
                <p>Die Akten der 1935 in die Wehrmacht überführten Preußischen Landespolizei aus der Zeit von 1933 bis 1935 sind allem Anschein nach während des Krieges an das Heeresarchiv in Potsdam abgegeben worden. Hier sind sie dann infolge des Luftangriffs vom April 1945 wahrscheinlich verbrannt.</p>
                <p>Weitaus lückenhafter als bei den Altregistraturen sind unsere Kenntnisse über das Schicksal der beim Hauptamt Ordnungspolizei vorhanden gewesen laufenden Registraturen. Am Schluß des Krieges sind nachzuweisen die Registraturen:</p>
                <p>O - Adj Adjutantur</p>
                <p>O - HB Hauptbüro</p>
                <p>O - Jur Jurist</p>
                <p>O - Kdo Adj. Adjutantur</p>
                <p>O - Kdo WF Weltanschauliche Führung</p>
                <p>O - Kdo Org/Ia Organisation, Einsatz, Führung</p>
                <p>O - Kdo I - Ib Nachschub</p>
                <p>O - Kdo I Ausb. Ausbildung</p>
                <p>O - Kdo I Sp. Sport</p>
                <p>O - Kdo I KrG Kriegsgeschichte</p>
                <p>O - Kdo II P</p>
                <p>O - Kdo II P Allg) Personalien</p>
                <p>O - Kdo II P R</p>
                <p>1) O - Kdo II P Dis Disziplinarangelegenheiten</p>
                <p>2) O - Kdo II P KrO Kriegsorden und Ehrenzeichen</p>
                <p>3) O - Kdo In K Inspektion Kraftfahrwesen</p>
                <p>4) O - Kdo In N Inspektion Nachrichtenverbindungswesen</p>
                <p>5) O - Kdo In WG Inspektion Waffen und Gerät</p>
                <p>6) O - Kdo In L Inspektion Luftschutz</p>
                <p>7) O - Kdo In F Inspektion Feuerschutzpolizei</p>
                <p>8) O - Kdo In Vet Inspektion Veterinärwesen</p>
                <p>9) O - W Pers Personalien</p>
                <p>10) O - W Vers Versorgung</p>
                <p>11) O - W I Wirtschaft</p>
                <p>12) O - W II Verwaltung und Recht</p>
                <p>13) O - W III Unterbringung</p>
                <p>14) O - San Sanitätswesen</p>
                <p>15) O - I. - S Generalinspekteur der Schutzpolizei</p>
                <p>O - I. - G Generalinspekteur der Gendarmerie und</p>
                <p>Schutzpolizei der Gemeinden</p>
                <p>16) O - I. - Sch Generalinspekteur der Schulen</p>
                <p>O - I. - FSchP Generalinspekteur für das Feuer-</p>
                <p>17) löschwesen (Feuerschutzpolizei</p>
                <p>und Feuerwehren)</p>
                <p>O - I. - FwSch Generalinspekteur für das Feuer-</p>
                <p>18) löschwesen (Feuerwehrschulen, Werk-</p>
                <p>feuerwehren und Brandschau)</p>
                <p>19) O - RTN Reichsamt Technische Nothilfe</p>
                <p>20) O - RFw Reichsamt Freiwillige Feuerwehren</p>
                <p>21) Geheimregistratur</p>
                <p>Die meisten dieser insgesamt 35 laufenden Registraturen scheinen völlig verloren gegangen zu sein. Nur die folgenden lückenhaften Nachrichten über ihren Verbleib sind dem Bundesarchiv bisher bekannt geworden.</p>
                <p>Ein Teil der Personalakten des Kommando-Amtes (Registraturen O-Kdo II P) scheint 1943/44 im Benehmen mit dem Reichsamt Technische Nothilfe auf die Burg Eisenhardt in Belzig/Mark (TN-Schule) ausgelagert worden zu sein. Sein Schicksal ist unbekannt. Ein anderer Teil kam im Frühjahr 1945 zunächst zur Polizeiverwaltung Gera, dann nach Weimar oder Gschenda, Kr. Arnstadt, wurde vorübergehend nach Biesenthal zurückgeholt und ging im April 1945 mit dem Südstab nach Fürstenfeldbruck. Schon in Biesenthal verbrannte die Masse der Akten über das Berufsbeamtengesetz, und weitere Verluste tragten auf dem Marsch von dort nach Fürstenfeldbruck durch Tieffliegerbeschuß ein. In Fürstenfeldbruck und Anfang Mai 1945 in Eben ist dann die Masse der mitgeführten Akten von Angehörigen des Südstabes verbrannt worden.</p>
                <p>Die Personalakten des Wirtschaftsverwaltungsamtes (Registratur O-W Pers.) wurde im Frühjahr 1945 zusammen mit denen des Kommando-Amtes in thüringische Orte verlagert. Sie gelangten über die Polizeiverwaltung in Gera zum Polizeiversorgungslager Linda bei Neustadt a. d. Orla - anderen Nachrichten zufolge auch nach Gschwenda - und kamen beim Anrücken der Amerikaner, nachdem durch einen mißverstandenen Funkspruch erhebliche Teile in Thüringen verbrannt worden waren, für kurze Zeit nach Biesenthal zurück. Von dort wurden sie im April 1945 vom Stüdstabe unter Verlusten durch Luftangriffe nach Fürstenfeldbruck mitgeführt. Hier und in Eben wurden die Akten Ende April/Anfang Mai 1945 zum weitaus größten Teil vernichtet. Nach anderen Überlieferungen sollen aber danach Anfang Mai 1945 nach weitere Akten in Maurach/Achensee verbrannt worden sein.</p>
                <p>Ein besonderes Schicksal hatten die Akten der Gruppe &quot;Kriegsgeschichte&quot; des Kommando-Amtes (Registratur O-Kdo I KrG). Bei der Gruppe war im Laufe des Krieges durch Abgaben von kriegsgeschichtlich wichtigem Material aus dem Bereich der Ordnungspolizei ein &quot;Sonderarchiv&quot; entstanden. Unter seinem Bestsänden sind vor allem die Tagebücher der 1939 aufgestellten SS-Polizeidivision, der 1945 aufgestellten 35. SS-(Polizei)Grenadierdivision, der SS-Polizeiregimenter, der Polizeischützenregimenter, der Polizeibataillone u. a. Polizeitruppeneinheiten sowie eine Sammlung der wichtigsten Erlasse des Hauptamtes Ordnungspolizei hervorzuheben. Diese wertvollen Unterlagen wurden Ende April/Anfang Mai 1945 von Angehörigen der Gruppe &quot;Kriegsgeschichte&quot; in Bischofteinitz/Böhmen restlos vernichtet. Nach wie vor ist undurchsichtig, in welchem Umfang Schriftgut des Chefs der Ordnungspolizei heute von Dienststellen der DDR verwahrt wird. Mit Sicherheit steht nur fest, daß sich im Bestand &quot;Reichsministerium des Innern&quot; des Zentralen Staatsarchivs I in Potsdam unter Abt. III 46 Aktenbände über die Polizei aus der Zeit von 1934 bis 1937 und Personalakten aus dem Hauptamt Ordnungspolizei befinden.</p>
                <p>Die in Fürstenfeldbruck und Eben nicht vernichteten Registraturreste der Personalgruppen und anscheinend auch Teile anderer Registraturen des Hauptamtes Ordnungspolizei wurden von den Amerikanern beschlagnahmt. Nach der Besetzung der Offiziersschule der Ordnungspolizei in Fürstenfeldbruck sichteten diese die vorgefundenen Akten, brachten sie in einen Speicher, transportierten sie unter Zurücklassung des für sie Uninteressanten im Herbst 1945 ab. Das dort verbliebene Material der Personalregistratur des Wirtschaftsverwaltungsamtes wurde im November 1954 über das Bayerische Hauptstaatsarchiv, Abt. I, dasjenige des Kommandoamtes im Januar 1955 und im Juli 1957 von der Bayerischen Polizeischule Fürstenfeldbruck unmittelbar an das Bundesarchiv abgegeben. Schon im Dezember 1956 waren hier etwa 550 Personalhefte des Kommando-Amtes mit den Anfangsbuchstaben M - Z eingetroffen, die, zunächst beschlagnahmt, von der amerikanischen Militärregierung 1949 dem Kommando der Schutzpolizei in Wiesbaden übergeben worden waren und dort - bei einem Bestand von ursprünglich rund 900 Heften - durch Abgaben der Unterlagen über wiederverwendete Polizeiangehörige an deren Dienststelle vermindert worden waren. Die Hauptmasse der weggeführtne Akten aber wurde zunächst in das Aktendepot der U.S. Army (Departmental Records Branch) in Alexandria/Virginia überführt und innerhalb der Records Group 1010/EAP 170 - 175 verfilmt (Mikrofilm Guide 39). Die Übergabe von dort an das Bundesarchiv ging im April 1962 vonstatten.</p>
                <p>Weitere Aktenübernahmen erfolgten aus Unterlagen, die zunächst im Document Center in Berlin zusammengeführt worden waren - zunächst im Jahre 1957 Personalakten über Gendarmeriebeamte über das Hessische Ministerium des Innern, dann 1962 in größerem Umfang und unmittelbar im Zusammenhang mit der sogenannten Sammlung Schumacher Schriftgut verschiedenster Organisationseinheiten und zum ungefähr gleichen Zeitpunkt aus biographischen Materialien Dalueges rekonstruierte Akten der Adjutantur des Chefs der Ordnungspolizei. Weitere Provenienzen, die unter biographischen Gesichtspunkten eingruppiert wurden, sind aber nach wie vor im Berlin Document Center zu suchen.</p>
                <p>Im Sommer 1957 übergab der ehemalige Chef des Kommando-Amtes, Generalleutnant der Ordnungspolizei a. D. Adolf v. Bomhard, zwei von ihm persönlich gesicherte Aktenbände (R 19/282 und 283) und darüber hinaus die unter C im Anhang aufgeführten Unterlagen. 1958 folgten Steuer-, Gehalts- und Lohnunterlagen von früheren Arbeitnehmern des Hauptzeugamtes der Ordnungspolizei von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder in Karlsruhe. Schließlich wurden Akten des Reichsamts Freiwillige Feuerwehren 1957 und 1964 von der Oberfinanzdirektion Hamburg übergeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bezug: Koblenzer Bestand</p>
                <p>Von einer durchgreifenden Kassation wurde angesichts der Geringfügigkeit</p>
                <p>oder des Fehlens von sonstigen Aktenüberlieferungen der Ordnungspolizei und</p>
                <p>dem versorgungsrechtlichen Bedürfnis nach Dienstzeitnachweisen für Polizei-</p>
                <p>angehörige abgesehen. Dagegen wurden, um zumindest einige Lücken des Be-</p>
                <p>standes zu füllen, nicht nur die amtlichen Drucksachen des Hauptamts Ordnungs-</p>
                <p>polizei mit aufgeführt, sondern auch wichtige Betreffe zur Ordnungspolizei</p>
                <p>aus den Beständen des Bundesarchivs R 43 (Reichskanzlei), R 18 (Reichsministe-</p>
                <p>rium des Innern), R 2 (Reichsfinanzministerium), R 22 (Reichsjustizministerium),</p>
                <p>NS 19 (Persönlicher Stab Reichsführer SS), NS 7 (SS- und Polizeigerichtsbarkeit)</p>
                <p>und R 36 (Deutscher Gemeindetag) eingearbeitet, ohne daß dabei Vollständig-</p>
                <p>keit angestrebt wurde. Auf die Berücksichtigung der Bestände R 20 (Chef der</p>
                <p>Bandenkampfverbände; Schulen der Ordnungspolizei) und R 70 (Polizeidienst-</p>
                <p>stellen eingegliederten, angegliederten und besetzten Gebieten des 2. Welt-</p>
                <p>krieges), die bei entsprechenden Nachforschungen ohnehin herangezogen</p>
                <p>werden müssen, wurde dagegen ganz verzichtet.</p>
                <p>Bei Klassifikation des Bestandes ließ sich eine Gliederung des Bestandes</p>
                <p>nach dem Registraturprinzip bei der Lückenhaftigkeit der erhaltenen Akten</p>
                <p>ebensowenig sinnvoll durchführen wie eine enge Anlehnung an die Verwal-</p>
                <p>tungsstruktur des Hauptamtes. Es wurde daher eine ideelle, aber der Gewichtig-</p>
                <p>keit der tatsächlich im Bestand überlieferten Sachbereiche angepaßte Aufglie-</p>
                <p>derung des Kompetenzbereiches des Hauptamtes Ordnungspolizei erarbeitet.</p>
                <p>An der Erschließung des Bestandes in besonderem Maße beteiligt waren in</p>
                <p>chronologischer Folge die Herren Dr. Neufeldt, Huck, Schatz, Dr. Boberach,</p>
                <p>Dr. Werner und Marschall.</p>
                <p>Koblenz, im Oktober 1974</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Befehlsblatt des Chefs der Ordnungspolizei, 1944-1945 (RD 18/2); Die Deutsche Polizei (bis 1937 unter dem Titel: Der deutsche Polizeibeamte), 1933-1945 (RD 18/1); Deutscher Feuerschutz, 1939-1944 (RD 18/26); Verordnungs- und Nachrichtenblatt der technischen Nothilfe, 1934-1945 (RD 18/29, RD 18/30)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Neufeld, Hans-Joachim; Huck, Jürgen; Tessin, Georg: Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936-1945, Koblenz 1957; Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 126-127</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juni 1936 durch Erlass Heinrich Himmlers als Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei errichtet; dem Hauptamt unterstanden die Verwaltungs- und Schutzpolizei (einschließlich Verkehrs- und Wasserschutzpolizei), die Gendarmerie, die Gemeinde- und Feuerschutzpoli‧zei sowie die Technische Nothilfe</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Überblick über die innere behördliche Organisation des Hauptamts Ordnungspolizei</p>
                <p>Durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs vom 30. Jan. 1934 (RGBl. I,75) gingen die Polizeihoheitsrechte der Länder auf das Reich über.</p>
                <p>Infolgedessen wurde am 1. Mai 1934 im Reichsministerium des Innern eine Polizeiabteilung (III) eingerichtet, die nach der Verschmelzung des Reichs-</p>
                <p>innenministeriums mit dem Preußischen Innenministerium im November 1934 mit der Polizeiabteilung (II) des letzteren vereinigt wurde. Organisatorisch</p>
                <p>fand diese Entwicklung am 17. Juni 1936 mit der Einsetzung Heinrich Himmlers als &quot;Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern&quot; ihren Abschluss (RGBl. I,487).</p>
                <p>Durch Erlass vom 26. Juni 1936 (MBliV, 946) unterteilte der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei seine Behörde in die Hauptämter Ordnungspolizei und Sicherheitspolizei und unterstellte sie eigenen Chefs. Chef der Ordnungspolizei wurde der bisherige Leiter der Polizeiabteilung des Reichs- und Preußischen Innenministeriums Ministerialdirektor und SS-Obergruppenführer (zuletzt Generaloberst der Polizei und SS-Oberstgruppenführer) Kurt Daluege. Ihn löste am 31. Aug. 1943 der General der Polizei und Waffen-SS Alfred Wünnenberg (m.d.F.b.) bis zum Kriegsende ab.</p>
                <p>Zum Ressort der Ordnungspolizei gehörten die Verwaltungspolizei, die Schutzpolizei (einschließlich Verkehrs- und Wasserschutzpolizei), die Gendar-</p>
                <p>merie, die Gemeindepolizei, die Feuerschutzpolizei und die Technische Nothilfe.</p>
                <p>Das Hauptamt Ordnungspolizei gliederte sich in &quot;Ämter&quot;, deren es anfänglich nur zwei gab: das Amt Verwaltung und Recht (VuR) und das Kommando-Amt (Kdo).</p>
                <p>Dem Amt Verwaltung und Recht oblag die Bearbeitung aller verwaltungspolizeilichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Aufgaben der gesamten Ordnungspolizei. Es gliederte sich bis Ende 1938 in Referate, dann in Amtsgruppen, Gruppen, Untergruppen und Sachgebiete. Im Zuge der organisatorischen Veränderungen im Hauptamt Ordnungspolizei wurde es im September 1943 aufgelöst (s.u.) Chef des Amtes war bis 1943 Ministerialdirektor Bracht.</p>
                <p>Das Kommando-Amt bearbeitete alle führungsmäßigen und sonstigen allgemeinen dienstlichen Angelegenheiten der Ordnungspolizei. Es gliederte sich</p>
                <p>zunächst in Ämter und seit Ende 1940 nach militärischem Vorbild in Amtsgruppen usw. wie das Amt Verwaltung und Recht. Für die technischen Arbeitsgebiete (Nachrichtenverbindungs- und Kraftfahrtzeugwesen, Waffen und Geräte) sowie für die Veterinär-, Luftschutz- und Feuerlöschangelegenheiten gab es ab September 1943 besondere Inspektionen im Kommando-Amt. Chefs des Amts</p>
                <p>waren nacheinander Generalleutnant von Bomhard (bis Oktober 1942), Generalleutnant Winkelmann (bis März 1944), Generalmajor Diermann (bis Juli 1944) und Generalmajor Flade (bis Mai 1945).</p>
                <p>Zu diesen beiden Kernämtern des Hauptamtes Ordnungspolizei traten im Laufe des Jahres 1941 zwei weitere Ämter.</p>
                <p>Durch Runderlass des Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei vom 14. Jan. 1941 wurde zur Vorbereitung des kolonialen Einsatzes der Ordnungspolizei das Kolonialpolizei-Amt errichtet. Es verlor jedoch mit der Verschlechterung der militärischen Lage 1943 an Bedeutung und wurde im März 1943 durch Führerbefehl aufgelöst.</p>
                <p>Am 9. Mai 1941 wurden als viertes Amt das Amt Feuerwehren und am 30. Dez. 1941 als fünftes das Amt Technische Nothilfe im Hauptamt Ordnungs-</p>
                <p>polizei gebildet.</p>
                <p>Grundlegende Änderungen in der Organisation des Hauptamtes Ordnungspolizei traten nach der Einsetzung Himmlers als Reichsinnenminister (August 1943) ein.</p>
                <p>Mit Wirkung vom 15. Sept. 1943 wurden die Ämter Verwaltung und Recht, Feuerwehren und Technische Nothilfe aufgelöst.</p>
                <p>Die Aufgaben des Amts Verwaltung und Recht gingen vor allem auf die beiden Neubildungen, das Wirtschaftsverwaltungsamt und das Rechtsamt, über. Das Rechtsamt wurde jedoch schon Anfang Dezember 1943 aufgelöst. Seine Arbeitsgebiete kamen zum größten Teil zum Wirtschaftsverwaltungsamt. Damit hatte dieses Amt bis zum Kriegsende im wesentlichen wieder die Aufgaben und die Stellung des alten Amts Verwaltung und Recht übernommen. Sein Chef wurde der SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei August Frank aus dem SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamt.</p>
                <p>Die meisten bisher von den Ämtern Feuerwehren und Technische Nothilfe bearbeiteten Sachgebiete fielen an das Kommando-Amt, Teile auch an die</p>
                <p>neugebildeten &quot;Reichsämter&quot; Freiwillige Feuerwehren und Technische Nothilfe. In der Bezeichnung &quot;Reichsamt&quot; kam der Sondercharakter dieser Or-</p>
                <p>ganisationen als Körperschaften des öffentlichen Rechts zum Ausdruck.</p>
                <p>Als unmittelbar dem Chef der Ordnungspolizei unterstelltes Amt ist noch das am 1. Okt. 1944 aus dem Kommando-Amt (Amtsgruppe III) herausge-</p>
                <p>löste Sanitäts-Amt zu nennen.</p>
                <p>Verlagerungsmaßnahmen während des Krieges</p>
                <p>(Für diesen und den folgenden Abschnitt ist zu vergleichen: Jürgen Huck; Ausweichstellen und Aktenschicksal des Hauptamts Ordnungspolizei im 2. Weltkrieg in: Neufeldt, Huck, Tessin: Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936 - 1945; Koblenz 1957)</p>
                <p>Der größte Teil des Hauptamtes Ordnungspolizei war bis 1942 im alten Dienstgebäude des Preußischen Innenministeriums in Berlin NW 7, Unter den</p>
                <p>Linden 72/74, untergebracht.</p>
                <p>Im Laufe des Jahres 1942 wurde das Amt-Verwaltung und Recht nach Berlin-Halensee, Kurfürstendamm 106/107, verlegt. Sein Nachfolger, das Wirtschaftsverwaltungsamt, mußte das Gebäude infolge Ausbombung verlassen und bezog im Februar 1944 mit den Amtsgruppen I (Wirtschaft) und III (Unterbringung) sowie der Gruppe &quot;Personal&quot; ein Dienstgebäude in Berlin-Lichterfelde, Unter den Eichen 126. Die Amtsgruppe II (Verwaltung) saß im Barackenlager in Berlin-Zehlendorf, Potsdamer Chaussee, und die Amtsgruppe IV (Versorgung und Recht) bis zu ihrer Auflösung im Februar 1944 im Gebäude Unter den Linden 72/74. Ende März 1944 wurde dann das gesamte Wirtschaftsverwaltungsamt, nachdem schon vorher Teile der Gruppe &quot;Personal&quot; und der Amtsgruppe II nach Biesenthal gegangen waren, in das Ausweichlager &quot;Heidenberg&quot; bei Biesenthal/Mark im Kreis Oberbarnim verlegt.</p>
                <p>Das Kommando-Amt kam, nachdem durch den Luftangriff vom 23./24. 11. 1943 das Gebäude Unter den Linden 72/74 stark beschädigt worden war, im</p>
                <p>Dezember 1943 in die Baracken des Ausweichlagers &quot;Paula&quot; bei Biesenthal. Nur die Inspektion L (Luftschutz) blieb bis zum 20. April 1945 im Dienstge-</p>
                <p>bäude in Berlin, Schadowstraße 2. Anderwärts untergebracht wurden die Inspektion Feuerschutzpolizei (in der Offiziersschule der Ordnungspolizei in</p>
                <p>Eberswalde), jeweils Teile der Inspektion Veterinärwesen (in Cottbus) und der Personalgruppen (in der Offiziersschule der Ordnungspolizei in Berlin-</p>
                <p>Köpenick). Die Gruppe &quot;Kriegsgeschichte&quot; wurde bereits im August 1943 in die Waffenschule der Ordnungspolizei nach Dresden-Hellerau verlegt und</p>
                <p>kam ein Jahr danach auf das Schloß des Fürsten Carl von Trauttmannsdorff nach Bischofteinitz bei Taus (Böhmen). Dagegen sind die zunächst nach Dresden verlegten Teile der Inspektion Kraftfahrwesen im November 1944 nach Biesenthal verlegt worden, so daß diese Inspektion bis zum April 1945 geschlossen im Lager &quot;Paula&quot; war.</p>
                <p>Für die in und um Berlin befindlichen Dienststellen des Chefs der Ordnungspolizei wurde im März 1945 die Verlegung nach Potsdam-Babelsberg angeordnet. Infolge der sich überstürzenden Kriegsereignisse konnten dieses und andere Vorhaben (Suhl und Weimar) nicht durchgeführt werden. Man entschloss sich daher Ende März/Anfang April 1945 zur Teilung des Hauptamtes Ordnungspolizei in einen Süd- und einen Nordstab. Die Aufteilung der Dienststellen auf die beiden Stäbe ist undurchsichtig. Die Masse ist jedoch dem Südstab zugeteilt gewesen.</p>
                <p>Der Arbeitsstab &quot;Süd&quot; verlegte in der 2. Aprilhälfte zur Offiziersschule der Ordnungspolizei in Fürstenfeldbruck. Hier wurde ein großer Teil seines</p>
                <p>Personals entlassen. Der verkleinerte Arbeitsstab fuhr dann am 28. April 1945 nach Eben/Achensee (Tirol) und kam Mitte Mai 1945 in Rottach-Egern (Tegernsee) in amerikanische Gefangenschaft.</p>
                <p>Der Arbeitsstab &quot;Nord&quot; verließ am 18. April 1945 Biesenthal, erreichte über Lübeck Anfang Mai Flensburg und wurde dort in der Feuerwehrschule</p>
                <p>Harriesleefeld von den Engländern gefangen genommen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 20</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Truppen und Schulen der Ordnungspolizei / Chef der Bandenkampfverbände</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1962-12-31">1931-1945, 1962</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>233 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_fa8189ce-3b6e-4b4a-bbca-161f85ffbc4a"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Polizeiregiment 14, 1941-1945 (75), SS-Polizeiregiment 19, 1941-1944 (58), II. Bataillon/Polizei-Regiment 5, 1942-1944 (3), Polizei-Bataillon 63, 1940-1941 (2), Polizei-Bataillon 121, 1941-1942 (2), Polizei-Bataillon 322, 1941-1942 (5), SS-Polizei-Division 1939-1941 (3), andere Einheiten der Ordnungspolizei 1939-1945, 1962 (50), Polizei-Offiziersschule Fürstenfeldbruck 1938-1945 (4), Polizeischulen und -institute in Berlin 1935-1945 (3), Polizeischule für Hochgebirgsausbildung Innsbruck 1939-1945 (4), andere Polizeischulen, Ausbildungsbataillone und -einheiten 1931-1945 (16), Chef der Bandenkampfverbände 1941-1945 (7)</p>
                <p>Der Bestand R 20 umfasst die splitterhafte Überlieferung einzelner Truppen und Schulen der Ordnungspolizei sowie des Chefs der Bandenkampfverbände. In Bezug auf die Ordnungspolizeitruppen sind vor allem Akten des Polizei-Regiments 14 (insbesondere des Regimentsstabes und des I. Bataillons), des Polizei-Regiments 19 (hier besonders Akten der 3. und 6. Kompanie) und des Polizei-Bataillons 322 (Kopien von Akten) im Bestand vorhanden. Darüber hinaus sind zahlreiche fragmentierte Aktenbestände einzelner Ordnungspolizeieinheiten zu finden.</p>
                <p>Zu den Polizeischulen sind vor allem Unterlagen der Polizei-Offiziersschule der Ordnungspolizei Fürstenfeldbruck und der Polizeischule für Hochgebirgsausbildung Innsbruck überliefert. Zusätzlich sind einige wenige Dokumente des Chefs der Bandenkampfverbände überliefert. Besonders erwähnenswert ist das Diensttagebuch des SS-Obergruppenführers Erich von dem Bach-Zelewski über den Zeitraum vom 25. Juni 1941 bis zum 22. Januar 1945, in welchem er seine persönlichen Kriegserfahrungen, insbesondere auch in seiner Funktion als Chef der Bandenkampfverbände, festgehalten hat.</p>
                <p>Im Bestand kommen die grundlegenden Aufgaben der Ordnungspolizeiverbände in den besetzten Gebieten anschaulich zum Ausdruck. Von großer Bedeutung war die Aufgabe der Partisanenbekämpfung. In den Berichten spiegelt sich der rücksichtslose Einsatz gegen Partisanen und deren Sympathisanten wider. Darüber hinaus sind Durchsuchungen in Wohnungen von Juden und Judenghettos, Aussiedlungsaktionen und sonstige Maßnahmen gegen Juden bis hin zu &quot;Säuberungsaktionen&quot; und Massenexekutionen dokumentiert.</p>
                <p>Anhand der Akten der Ordnungspolizeischulen wird deutlich, auf welche Art und Weise Lehrgänge, insbesondere für Offiziere bzw. Offiziersanwärter, veranstaltet und durchgeführt wurden. So finden sich Lehr-, Ausbildungs- und Wochendienstpläne, Prüfungsaufgaben und Beurteilungen sowie Erfahrungs- und Abschlussberichte zu den durchgeführten Lehrgängen. Des weiteren sind Unterrichtsmaterialien und Merkblätter überliefert, die einen Eindruck von der inhaltlichen und praktischen Ausgestaltung der Waffen- und Gefechtsausbildung sowie der Schulung in Polizeitaktik vermitteln.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Akten der Abwicklungsstelle des Polizei-Regiments 14 in Stuttgart, vor allem solche des Regimentsstabes und des I. Bataillons, gelangten im März 1953 über das Württembergische Hauptstaatsarchiv in das Bundesarchiv. Dazu gehören Akten, die aus der Zeit vor der Errichtung des Regiments, aber auch aus der Zeit nach der Auflösung des Regiments stammen. Im Zuge von Ordnungsarbeiten wurde etwa ein Viertel des Bestandes, vor allem Verwaltungsakten des Reserve-Polizei-Bataillons 51, kassiert. 1962 wurde ein großer Teil der Personalunterlagen an das Bundesverwaltungsamt in Köln zu aktuellen Bearbeitungszwecken ausgeliehen, später jedoch wieder in den Bestand zurückgeordnet. Die Akten der Polizeischulen stammen überwiegend aus Rückgaben kriegsbedingt verlagerten Archivguts durch die National Archives der Vereinigten Staaten von Amerika an das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Aus dem ehemaligen NS-Archiv des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR wurden 12 Akten - vor allem des SS-Polizei-Regiments 20 - eingearbeitet (R 20/227-238).</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch entstand im Rahmen eines Praktikums im August und September 2006.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung ist vor allem in den Beständen R 70 (Polizeidienststellen in den eingegliederten und besetzten Gebieten), NS 19 (Persönlicher Stab des Reichsführers SS) und R 19 (Hauptamt Ordnungspolizei) zu finden.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Neufeld, Hans-Joachim; Huck, Jürgen; Tessin, Georg: Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936-1945, Koblenz 1957; Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 134-135</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-BELGIEN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 BELGIEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Belgien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_10222d35-3df5-4478-955e-c29cf418a898"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Beauftragter des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD in Brüssel 1940-1944 (5), Gendarmerieposten Büllingen (Malmedy) 1941-1944 (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Himmler als Chef der Deutschen Polizei dehnte zwischen 1938 bis 1943 seine Befehlsgewalt auf alle angegliederten und besetzten Gebiete aus; ein direkter Instanzenzug bestand vom Reichsführer-SS und seinen Hauptämtern über die regionalen Höheren SS- und Polizeiführer (auch Höchste SS- und Polizeiführer) zu den Befehlshabern der Sicherheitspolizei und des SD sowie den Befehlshabern der Ordnungspolizei, denen örtliche Kommandeure unterstanden.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde mit den Beständen Polizeidienststellen Niederlande und Polizeidienststellen in Luxemburg bearbeitet. Das Findbuch wurde 1975 erstellt und dient als Grundlage. Weitere Unterlagen sind nicht hinzugekommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-BÖHMEN UND MÄHREN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 BÖHMEN UND MÄHREN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Böhmen und Mähren</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1965-12-31">1939-1945, 1965</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>22 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer (2), Befehlshaber der Sipo und des SD (15), Befehlshaber der Ordnungspolizei Prag (3), Generalkommandant der nichtuniformierten Protektoratspolizei (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Aktenrückgaben aus amerikanischem Gewahrsam und Kopien aus tschechischen Archiven zusammen. Im Jahr 2005 sind 5 Archivalieneinheiten aus dem NS-Archiv des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR dem Bestand zugeführt worden.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde auf der Grundlage einer vorläufigen Findkartei erschlossen. Die Unterlagen waren schon zu einem früheren Zeitpunkt im Bundesarchiv in Koblenz gebunden worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Himmler als Chef der Deutschen Polizei dehnte zwischen 1938 bis 1943 seine Befehlsgewalt auf alle angegliederten und besetzten Gebiete aus; ein direkter Instanzenzug bestand vom Reichsführer-SS und seinen Hauptämtern über die regionalen Höheren SS- und Polizeiführer (auch Höchste SS- und Polizeiführer) zu den Befehlshabern der Sicherheitspolizei und des SD sowie den Befehlshabern der Ordnungspolizei, denen örtliche Kommandeure unterstanden; zur Partisanenbekämpfung und zur Ermordung von Juden, Kommunisten und weiteren vom Nationalsozialismus als feindlich betrachtete Bevölkerungsgruppen wurden außerdem mobile Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD eingesetzt, die dem Reichssicherheitshauptamt unterstanden.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-DÄNEMARK</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 DÄNEMARK</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Dänemark</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1945-12-31">1943-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer 1943-1945 (3), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD 1944-1945 (3), Befehlshaber der Ordnungspolizei 1943-1945 (5).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich hauptsächlich aus Kopien aus dem dänischen Rikgsarkivet zusammen, die als Bestandsergänzung erworben wurden.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde gemeinsam mit dem Bestand R 70 Norwegen bearbeitet. Das Findbuch wurde 1975 erstellt und dient als Grundlage. Weitere Unterlagen sind nicht hinzugekommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-ELSASS</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 ELSASS</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen im Elsass</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1923-01-01/1945-12-31">(1923-1933, 1937-1939) 1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>82 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d094d4a3-09fb-43bb-89d0-e53ff228ad1a"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Straßburg (1923-1928) 1937-1944 (5), SD-Führer Straßburg 1939-1944 (6), SD-Außenstellen Hagenau und Thann 1940-1944 (3), Geheime Staatspolizei Straßburg 1944 (1), Einsatzkommando III/1 Straßburg 1937-1944 (8), Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD Baden-Elsass in Kolmar 1944-1945 (1), Grenzpolizeiposten Saal und Weyler 1940-1944 (8), Polizeipräsidenten in Straßburg und Mühlhausen 1940-1944 (2), Gendarmerie 1941-1944 (5).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Akten zusammen, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Bewertung und Verzeichnung erfolgte in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem vorläufigen Findbuch von 1976.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 83 Elsass Chef der Zivilverwaltung Elsass, NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Epp, René: Le terreur nazie en Alsace 1940-45. Documents et témoignages, Strasbourg 2002</p>
                <p>Das Elsass. Historische Landschaft im Wandel der Zeiten, hrsg. v. Michael Erbe, Stuttgart 2002</p>
                <p>Kettenacker, Lothar: Nationalsozialistische Volkstumspolitik im Elsaß, Stuttgart 1973</p>
                <p>Vorländer, Herwart: Nationalsozialistische Konzentrationslager im Dienst der totalen Kriegführung. Sieben württembergische Außenkommandos des Konzentrationslagers Natzweiler/Elsaß, Stuttgart 1978</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-FRANKREICH</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 FRANKREICH</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Frankreich</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1946-12-31">1941-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>77 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_382c36cc-90f6-49cd-b149-c8746c654a81"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer 1941-1944 (5), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD 1941-1946 (49), Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD/ Einsatzkommandos 1942-1944 (8), Befehlshaber der Ordnungspolizei 1943-1944 (3), Kommandeure der Ordnungspolizei Paris und Rennes 1941-1944 (10).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Überlieferung der Polizeidienststellen im Bereich des Militärbefehlshabers Frankreich sind höchst rudimentär in das Bundesarchiv gelangt. Sie stammen aus amerikanischen Aktenrückgaben, aus dem Centre de Documentation Juive Contemporaine, Paris (nur als Kopien) und aus Akten des NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR, das 1990 zum Bundesarchiv kam.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>1975 wurde im Bundesarchiv Koblenz ein Findbuch für den Bestand erstellt. Relevante Unterlagen aus dem NS-Archiv des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR wurden 2005 dem Bestand zugeordnet. Hier handelt es sich hauptsächlich um Abstammungsüberprüfungen, die bei Verdacht der jüdischen Abstammung einzelner Personen durchgeführt wurden. Sie sind namentlich erschlossen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei.</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-GRIECHENLAND</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 GRIECHENLAND</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Griechenland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1944-12-31">1943-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Athen 1942-1944 (3)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Akten zusammen, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Verzeichnung erfolgte in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem vorläufigen Findbuch von 1981.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: NS 19 Persönlicher Stab des Reichsführers SS, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt und R 9202 Deutsche Gesandtschaft in Athen.</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer, Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986;</p>
                <p>Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus in Jugoslawien, Griechenland, Albanien, Italien und Ungarn 1941-1945, hrsg. v. Martin Seckendorf, Berlin 1992;</p>
                <p>Santin, Tullia: Der Holocaust in den Zeugnissen griechischer Jüdinnen und Juden, Berlin 2003;</p>
                <p>Velliadis, Hannibal: Metaxas - Hitler. Griechisch-deutsche Beziehungen während der Metaxas-Diktatur 1936-1941, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-ITALIEN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 ITALIEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Italien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1945-12-31">1943-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>49 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höchster SS- und Polizeiführer 1943-1945 (34), Höherer SS- und Polizeiführer in der Operationszone Adriatisches Küstenland 1945 (1), SS- und Polizeiführer Oberitalien-West und Kommandeur der Ordnungspolizei 1944-1945 (1), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Italien und Triest 1943-1945 (6), Befehlshaber der Ordnungspolizei Italien 1944-1945 (7)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand wurde archivisch gebildet. Er setzt sich aus Aktenrückgaben vorwiegend aus englischem und amerikanischem Gewahrsam zusammen.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde 1981 endgültig bearbeitet. Das von Frau Archivinspektorin Gott erstellte Findbuch wurde als Grundlage für die Online-Erschließung genommen. Weitere Unterlagen wurden dem Bestand nicht zugeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt, R 83 Oberste Komissare für die Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland und RH 31/Militärmissionen und Bevollmächtigte Generale</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-JUGOSLAWIEN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 JUGOSLAWIEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Jugoslawien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1953-12-31">1941-1945 (1952-1953)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer (2), Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (3), Befehlshaber der Ordnungspolizei Alpenland (18), Befehlshaber der Ordnungspolizei in Kroatien (3), Befehlshaber der Ordnungspolizei in Kroatien (3)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Schriftgut des BdS Belgrad ist vermutlich zum großen Teil beim Abzug der deutschen Truppen 1944 vernichtet worden. Reste unbekannten Umfangs fielen jedoch in die Hand jugoslawischer Stellen und gelangten in das Archiv der Direktion für Staatssicherheit im jugoslawischen Innenministerium. Von dort wurden einige ausgewählte Akten 1953 über die jugoslawische Botschaft in Bonn der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Köln für das Strafverfahren gegen den Leiter der Dienststelle, SS-Ober-Führer und Oberst der Polizei Dr. Emanuel Schäfer, zur Verfügung gestellt. Die Staatsanwaltschaft gab dem Bundesarchiv Gelegenheit, vor Rückgabe der Akten an die Botschaft einen Mikrofilm herzustellen. Die davon gefertigten Rückvergrößerungen bilden den Bestand.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch basiert auf dem von Dr. Heinz Boberach 1962 in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs erstellten vorläufigen Findbuch.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt, R t</p>
                <p>R 9203 Deutsche Gesandtschaft in Belgrad, R 9223 Deutsche Gesandtschaft in Zagreb und NS 7 SS- und Polizeigerichtsbarkeit</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Erpenbeck, Dirk Gerd: Serbien 1941. Deutsche Militärverwaltung und serbischer Widerstand, Osnabrück 1976;</p>
                <p>Hory, Ladislaus; Broszat, Martin: Der kroatische Ustascha-Staat 1941-1945, Stuttgart 1964;</p>
                <p>Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus in Jugoslawien, Griechenland, Albanien, Italien und Ungarn 1941-1945, hrsg. v. Martin Seckendorf, Berlin 1992;</p>
                <p>Wehler, Hans-Ulrich: &quot;Reichsfestung Belgrad&quot; - Nationalsozialistische &quot;Raumordnung&quot; in Südosteuropa, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 1 (1963), S. 74-86.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-LOTHRINGEN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 LOTHRINGEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Lothringen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1926-01-01/1945-12-31">(1926) 1937-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>0,6 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der im Bundesarchiv verwahrte Schriftgutbestand der deutschen Polizeidienststellen in Lothringen enthält Akten der Dienststelle des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD in Metz sowie dazugehöriger Außenstellen, Akten des Höheren SS- und Polizeiführers Westmark, der Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD in Metz und Saarburg, der Befehlshaber der Ordnungspolizei in Saarbrücken und Metz, des dortigen Polizeipräsidenten und diesem unterstellter Organe sowie diverser Gendarmerieposten. Als inhaltliche Schwerpunkte sind v.a. Unterlagen zu diversen Polizeifahndungen und zur Verwaltungsorganisation überliefert.</p>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer Westmark (1), Befehlshaber der Sipo und des SD Metz: Abteilung I Verwaltung und Recht (6), Abt. III Lebensgebiete (2), Abt. IV Gegner und Abwehr - Gestapo - (12), Abt. V Kripo (3), Untersuchungsführer (6), Staatspolizeiaußendienststelle Diedenhofen (1), Staatspolizeiaußendienststelle Saarburg (1), Kriminalinspektion III Diedenhofen (1), Kripoaußenposten Hagendingen (1), Kommandeure der Sipo und des SD sowie Einsatzkommandos: Kommandeur der Sipo Metz (2), Einsatzkommando I/II Metz (2), Einsatzkommando II/3 Saarburg (3), Kommandeur der Sipo Westmark - Ausweichstellen Heiligenwald und St. Wendel (1), Befehlshaber der Ordnungspolizei Saarbrücken (12), Befehlshaber der Ordnungspolizei Metz (13), Staatliche Polizeiverwaltung Metz: Polizeipräsident (6), Kommando der Schutzpolizei (3), Kraftfahrstaffel (4), Abschnittskommando I (2); Gendarmerie: Kommandeur der Gendarmerie beim Reichsstatthalter in der Westmark und Chef der Zivilverwaltung in Lothringen (12), Gendarmerie-Stützpunkt Salzburgen (1), Gendarmerie-Hauptmannschaft St. Avold (1), Gendarmerieposten Farschweiler (2), Gendarmerieposten Mörchingen (1), Gendarmerieposten Rohrbach (1), Gendarmerie Kreis Saargemünd (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Der Bestand setzt sich zusammen aus Akten, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren. Insgesamt umfasst der Aktenbestand 93 AE.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
                <p>Die Bewertung und Verzeichnung des Bestandes erfolgte 1976 in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem dort erarbeiteten vorläufigen Findbuch.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und -einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) überliefert. Für eine Recherche stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienz- und sachbezogen abrufbar sind.</p>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich in den Beständen NS 19 (Persönlicher Stab Reichsführer SS), R 19 (Hauptamt Ordnungspolizei), R 58 (Reichssicherheitshauptamt) und R 83 (Chef der Zivilverwaltung Lothringen).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Mièvre, Jacques: L&apos;Ostland en France durant la deuxième guerre mondiale. Un tentative de colonisation agraire allemande en zone interdite, Nancy 1973;</p>
                <p>Schaefer, Hans: Bürckels Bauernsiedlung. Nationalsozialistische Siedlungspolitik in Lothringen während der &quot;verschleierten&quot; Annexion 1940-1944, Saarbrücken-Dudweiler 1997</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Ähnlich wie es für das Elsass der Fall war, wurde 1940 auch für Lothringen (Départe-ment Moselle) im Rahmen der Waffenstillstandsverhandlungen keine territoriale Regelung getroffen, die eindeutig auf eine Annektion des Gebietes durch Deutsch-land abgezielt hätte. Man wollte diese Einverleibung ebenso wie im Fall des Elsass stillschweigend betreiben, mit einer Germanisierungspolitik, die sich als Mittel zur Erreichung ihres Zieles teilweise der Vertreibung wie auch teilweise der kulturpoli-tischen Verdrängung französischer Traditionen aus dem öffentlichen Leben bediente. Die sicherheitspolizeilichen Aufgaben bestanden hier zum einen in der Unterstützung dieser Eindeutschungspolitik, zum anderen in den NS-üblichen Maßnahmen der Gegner- und Widerstandsbekämpfung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Online-Findbuch</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-LUXEMBURG</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Luxemburg</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Einsatzkommando Luxemburg 1941-1944 (3), Kommandeur der Gendarmerie beim Chef der Zivilverwaltung Luxemburg 1942-1943 (1), Schutzpolizei Dienstabteilung Rümelingen (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde mit den Beständen Polizeidienststellen Niederlande und Polizeidienststellen im Bereich des Militärbefehlshabers Belgien und Nordfrankreich bearbeitet. Das Findbuch wurde 1975 erstellt und dient als Grundlage. Weitere Unterlagen sind nicht hinzugekommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei und R 58 Reichssicherheitshauptamt</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-NIEDERLANDE</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 NIEDERLANDE</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in den Niederlanden</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>77 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Befehlshaber der Ordnungspolizei 1941-1944 (3), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD 1939-1945 (60), Außendienststellen des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD sowie Einsatzkommandos 1941-1945 (10)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Sommer 2001 wurde der gesamte Bestand im Rahmen des Archivalienaustausches zwischen deutschen und niederländischen Archiven an das Algemen Rijksarchief Den Haag abgegeben. Im Bundesarchiv sind lediglich Filmkopien vorhanden.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde mit den Beständen Polizeidienststellen Belgien und Polizeidienststellen in Luxemburg bearbeitet. Ein Findbuch wurde 1975 erstellt. Im Jahr 2001 sind 4 Archivalieneinheiten dazugekommen. Da im Bundesarchiv lediglich Filmkopien der Unterlagen vorhanden sind, wurden bei der Überarbeitung des Findbuches keine wesentlichen Änderungen vorgenommen. Neue Unterlagen sind seitdem nicht hinzugekommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt und NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Birn, Ruth Bettina: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten, Düsseldorf 1986</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-NORWEGEN</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 70 NORWEGEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Norwegen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>49 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Höherer SS- und Polizeiführer Nord bzw. für die besetzten norwegischen Gebiete 1942-1945 (7), Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD, insbesondere &quot;Meldungen aus Norwegen&quot; über sicherheitspolizeiliche Maßnahmen v.a. gegen die Widerstandsbewegung und über die Stimmung der Bevölkerung 1940-1945 (26), Befehlshaber der Ordnungspolizei 1941-1945 (4).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Akten zusammen, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Bewertung und Verzeichnung erfolgte in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem vorläufigen Findbuch von 1975. Im Jahr 2006 ist eine Archivalieneinheit dazugekommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt und R 83 Reichskommissar für die besetzten norwegischen Gebiete</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bohn, Robert: Reichskommissariat Norwegen. &quot;Nationalsozialistische Neuordnung&quot; und Kriegswirtschaft. München 2000; ders.: &quot;Ein solches Spiel kennt keine Regeln&quot;. Gestapo und Bevölkerung in Norwegen und Dänemark, in: Die Gestapo. Mythos und Realität, hrsg. v. Gerhard Paul u. Klaus Michael Mallmann, Darmstadt 1995, S. 463-481; Petrick, Fritz: Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus in Dänemark und Norwegen 1940-1945, Berlin 1992; Loock, Hans-Dietrich: Quisling, Rosenberg und Terboven. Zur Vorgeschichte und Geschichte der nationalsozialistischen Revolution in Norwegen, Stuttgart 1970</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-POLEN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in Polen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1949-12-31">(1914, 1916,1922-1924, 1929-1932) 1933-1945 (1947, 1949)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>760 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>15,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung:</p>
                <p>Der im Bundesarchiv verwahrte Aktenbestand der deutschen Polizeidienststellen in Polen enthält hinsichtlich der eingegliederten Gebiete Akten der Höheren SS- und Polizeiführer im Reichsgau Wartheland und in Danzig-Westpreußen, dazu entsprechend Akten der Gestapostellen in Danzig und Posen. Auf Seiten der staatlichen Polizeiverwaltung sind Akten der Polizeipräsidenten eben dieser Städte sowie der Schutzpolizei und Gendarmerie Litzmannstadt. Ferner der Gendarmerie in Preußisch-Stargard, der Gendarmerie im Regierungsbezirk Posen sowie der Gestapoaußenstelle Ruppin überliefert. Hinsichtlich des Generalgouvernements finden sich hier Akten des HSSPF Ost, der diesem unterstellten Befehlshaber der Sicherheitspolizei, der SS- und Polizeiführer von vier der schließlich fünf Bezirke des Generalgouvernements sowie der Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD in den Bezirken Krakau, Lublin, Radom und Warschau.</p>
                <p>Durch die Bezeichnung des Bestandes (&quot;eingegliederte und besetzte Gebiete&quot;) nicht adäquat rubriziert ist die Überlieferung an Akten von Polizeidienststellen in den preußischen Provinzen Schlesien und Ostpreußen. Da diese Überlieferung nur fragmentarisch vorliegt, wurde sie dennoch vorläufig in den vorliegenden Bestand integriert. Im einzelnen handelt es sich um Unterlagen der Staatspolizeistellen Breslau, Kattowitz und Liegnitz, der Polizeipräsidenten in Sosnowitz und Gleiwitz, der Gendarmerie in Oppeln sowie um Akten der Gendarmerie Elchwalde (Kreis Preußisch-Eylau) und der Staatspolizei im in die Provinz Ostpreußen eingegliederten Zichenau.</p>
                <p>Neben einer relativ großen Zahl von Schriftstücken zur Verwaltungs- und insbesondere der Finanzverwaltungstätigkeit diverser Dienststellen finden sich hier Akten zu den üblichen Bereichen der Tätigkeit von Gestapo, Kripo und SD. Fahndungen und Verhaftungen, Strafverfahren, Gegneraufklärung, Tätigkeitsberichte diverser Polizeieinheiten von der Gendarmerie bis zum Einsatzkommando, Verfügungen bezüglich Zwangsarbeit und Grenzverkehr, auch Schriftstücke - allerdings wenige - betreffend die Ghettoisierung und Deportation der jüdischen Bevölkerung.</p>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich vor allem in den Beständen NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS, R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 52 Regierung des Generalgouvernements und R 58 Reichssicherheitshauptamt.</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und -einheiten sind in den Sammlungen des ehemaligen Berlin Document Centers und des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR überliefert. Für eine Recherche stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
                <p>Allgemeine Angelegenheiten (2), Höherer SS- und Polizeiführer Weichsel (9), Staatspolizeileitstelle Danzig (5), Staatspolizeiaußendienststelle Rippin (1), Polizeipräsident Danzig (62), Staatliche Polizeikasse Danzig (1), Polizeidienststellen im Reichsgau Danzig-Westpreußen (2), Höherer SS- und Polizeiführer Warthe (9), Staatspolizeileitstelle Posen (10), Staatspolizeistelle Litzmannstadt (115), Befehlshaber der Ordnungspolizei Posen (22), Polizeiverwaltung Posen (17), Kommando der Schutzpolizei Litzmannstadt (4), Kommandeur der Gendarmerie beim Regierungs-präsidenten Litzmannstadt (11), Gendarmerie im Regierungsbezirk Posen (4), Gendarmerie im Regierungsbezirk Kalisch (23), Höherer SS- und Polizeiführer Ost (23), Befehlshaber der Sipo und des SD Krakau (20), Befehlshaber der Ordnungspolizei Krakau (4), SS- und Polizeiführer Lublin (18), SS- und Polizeiführer Radom (4), SS- und Polizeiführer Warschau (1), SS- und Polizeiführer Lemberg (2), Kommandeur der Sipo und des SD Krakau (8), Kommandeur der Sipo und des SD Lublin (81), Kommandeur der Sipo und des SD Radom (23), Außenstelle Petrikau (11), Außendienststelle Tomaschow (17), Kommandeur der Sipo und des SD Warschau (113), Grenzpolizei-posten Malkinia (1), Gendarmerie Distrikt Lublin (39), Gendarmerie Distrikt Radom (1), Gendarmerie Distrikt Galizien (1), Staatspolizeidienststelle Breslau (4), Staatspolizeileit-stelle Kattowitz (10), Staatspolizeistelle Liegnitz (2), Polizeipräsident in Sosnowitz (8), Polizeipräsidium Gleiwitz (4), Kommandeur der Gendarmerie Oppeln (3), Gendarmerie Elchwalde / Krs: Preußisch-Eylau (1), Staatspolizeidienststelle Zichenau (38)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Akten, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren, sowie aus kopierten Unterlagen nach Vorlagen aus den Instytut Zachodny Posen, teilweise kopierten Unterlagen aus dem Staatsarchiv Danzig, Kopien aus der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung national-sozialistischer Verbrechen, Kopien nach Vorlagen aus dem Staatsarchiv Lublin, Kopien nach Vorlagen aus dem Yivo-Institut New-York, aus Unterlagen aus dem Privatbesitz von Oskar Knofe (Generalmajor der Polizei a.D.), unbearbeiteten Resten diverser Akteneinheiten; überwiegend aber v.a. aus Personalakten und einer geringen Überlieferung von Sachakten (458 AE) aus der Sammlung &quot;NS-Archiv&quot; des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zusammen. Letztere wurden 2009/2010 in den Bestand integriert.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
                <p>Die Bewertung und Verzeichnung des Bestandes erfolgte 1978 in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem dort erarbeiteten vorläufigen Findbuch. 2009/2010 wurden 458 AE aus der Sammlung &quot;NS-Archiv&quot; des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in den Bestand integriert. Dabei mussten die Aktentitel z.T. überarbeitet und die Klassifikation erweitert werden. Kassationen fanden in sehr geringem Maße (ca. 15 AE) statt. Insgesamt umfasst der Aktenbestand aktuell 702 AE.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und -einheiten sind in den Sammlungen &quot;Berlin Document Center&quot; und &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; überliefert. Für eine Recherche stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienz- und sachbezogen abrufbar sind.</p>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich vor allem in den Beständen NS 19 (Persönlicher Stab Reichsführer SS), R 19 (Hauptamt Ordnungspolizei), R 52 (Regierung des Generalgouvernements) und R 58 (Reichssicherheitshauptamt).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Borodziej, Wlodzimierz: Terror und Politik. Die deutsche Polizei und die polnische Widerstandsbewegung im Generalgouvernement 1939-1944, Mainz 1999;</p>
                <p>Broszat, Martin: Nationalsozialistische Polenpolitik 1939-1945, Frankfurt (Main) 1965;</p>
                <p>Kleßmann, Christoph: September 1939. Krieg, Besatzung, Widerstand in Polen. Acht Beiträge, Göttingen 1989;</p>
                <p>Krausnick, Helmut; Wilhelm, Hans-Heinrich: Die Truppe des Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD 1938-1942, Stuttgart 1981;</p>
                <p>Madajczyk, Czeslaw: Die Okkupationspolitik Nazideutschlands in Polen 1939-1945, Berlin 1987;</p>
                <p>Weitbrecht, Dorothee: Der Exekutionsauftrag der Einsatzgruppen in Polen, Filderstadt 2001</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das besetzte Polen war neben den besetzten Gebieten der Sowjetunion dasjenige Territorium, in welchem der nationalsozialistische Terror, der Terror von Polizei und SS, die größten Ausmaße erreichte. Dass die administrative Zusammenfassung von Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst im Reichssicherheitshauptamt ausgerechnet Ende September 1939 erfolgte, einen guten Monat nach dem Überfall auf Polen, ist in dieser Hinsicht bezeichnend, sollten die Polizeikräfte in ihrer Überschneidung mit der SS im besetzten Polen doch eine ganz erhebliche Rolle spielen. Insgesamt wird an der Praxis der Polizeiorgane im besetzten Polen - nicht nur im Generalgouvernement, auch in den eingegliederten Gebieten - in besonderer Weise der - nach der Formulierung Ernst Fraenkels - maßnahmenstaatliche Charakter des Nationalsozialismus deutlich, wurde hier doch ganz offensichtlich mit großer Brutalität, Kompromisslosigkeit und vielfach unter Missachtung auch der Rechtsgrundlagen der eigenen Besatzungsverwaltung der &quot;Sicherungsauftrag&quot; der Polizeiorgane verwirklicht. Dieser Auftrag, den Polizei und SS nach Maßgabe der verantwortlichen leitenden Stellen in Polen zu erfüllen hatten, wurde im Juli 1939 in der internen Kommunikation des Reichssicherheitshauptamtes mit der griffigen Formel der &quot;Bekämpfung aller reichs- und deutschfeindlichen Elemente&quot; umrissen (vgl. hierzu: BArch, R 58/241, Bl. 169-175).</p>
                <p>In der Praxis bedeutete dies zunächst, parallel zu einer umfangreichen Welle von Festnahmen, weitreichenden Terror in Form von Geiselerschießungen als Reaktion auf vermeintliche oder tatsächliche bewaffnete Übergriffe von Seiten der polnischen Bevölkerung auf Armeeangehörige nach der Kapitulation des Landes. Ab Frühjahr 1940 begannen die Einsatztruppen der Polizei dann zusätzlich im Rahmen der &quot;Aktion AB&quot; mit der Liquidierung der polnischen Führungsschicht. Organe der Polizei und der SS waren naturgemäß ebenso an der ansatzweisen Durchführung der großangelegten Siedlungs- und Volkstumspläne beteiligt, welche im Umfeld von Heinrich Himmlers &quot;Reichskommissariat zur Festigung des deutschen Volkstums&quot; (RKF) und den Forschungsstellen des Reichssicherheitshauptamtes entworfen wurden.</p>
                <p>Alles in allem war die Durchdringung Polens und insbesondere des Generalgouvernements mit SS- und Polizeistellen so ausgeprägt wie in keinem anderen besetzten Land Europas.</p>
                <p>Was Kompetenzen und Handlungsspielraum von SS- und Polizei betraf, so wurde bereits in Polen nach dem insbesondere (aber nicht nur) im besetzten Osteuropa gängigen Grundsatz verfahren, dass diese zwar formal und nominell erst der Militär- und dann, ab deren Errichtung, der Zivilverwaltung unterstellt waren, aber gleichzeitig und tatsächlich ihren Terrorauftrag, von der obersten NS-Führung sanktioniert, weitgehend ungebunden und im Konfliktfall ohne Rücksicht auf andere Instanzen ausführen konnten und dies auch taten. Unterstützend hierbei wirkten noch zum einen die frühzeitige Übertragung der Standgerichtsbarkeit auf die Truppen von Polizei und SS (die bis dahin allein der Wehrmacht vorbehalten gewesen war) sowie die Etablierung einer eigenen Sondergerichtsbarkeit durch SS- und Polizeigerichte.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Online-Findbuch</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-SLOWAKEI</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in der Slowakei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1944-12-31">1938-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>373 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lageberichte 1938-1945 (55), Beziehungen der Slowakei zum Deutschen Reich und anderen Staaten 1938-1945 (28), Organisation und Geschäftsverteilung 1938-1945 (16), Personalangelegenheiten 1939-1945 (15), Tagesablagen, slowakische Innenpolitik 1938-1945 (45), Hlinkabewegung 1938-1945, 1947 (12), Wirtschaft 1938-1945 (25), Kultur und Propaganda 1938-1945 (33), Volksgruppen in der Slowakei 1938-1945 (34), Judenverfolgung 1938-1945 (10), Widerstandsbewegung, Aufstand 1944, 1943-1945 (15), Überwachung von Personen, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen 1938-1945 (85).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die nachmals im Bestand R 70 Slowakei formierten Unterlagen wurden zusammen mit anderen Akten verschiedener SS- und Polizeidienststellen, die in den besetzten bzw. eingegliederten Gebieten tätig gewesen waren, im Jahr 1962 aus US-amerikanischem Gewahrsam an das Bundesarchiv übergeben. Vorliegenden archivarischen Arbeitsberichten aus den 70er Jahren, die sich jeweils auf eine kleinere Aktengruppe des Bestandes beziehen, ist zu entnehmen, dass der Bestand sporadisch bearbeitet wurde, ohne dass einer der Bearbeiter sich einen Gesamtüberblick verschaffen konnte. Die Unterlagen waren bei ihrer Übernahme ins Bundesarchiv in Stapel von losen Blättern abgelegt und nur teilweise in Mappen geordnet. Waren schon von den jeweils zuständigen SD-Stellen die Registraturen durch mehrmaligen Standort- und Kompetenzwechsel &quot;durcheinander&quot; gebracht worden (An manchen Dokumenten sind Registraturvermerke bzw. Aktenzeichen angebracht worden; die beabsichtigte Zuordnung bzw. Vorgangsbildung fand aber in der vorgesehenen Weise nicht mehr statt.), so scheint sich die Situation durch die Verfilmungsaktion in den USA und den damit verbundenen Ordnungsarbeiten noch verschärft zu haben.</p>
                <p>Die Versuche, im Archiv eine provenienzbestimmte Ordnung wieder herzustellen, führten nicht zum Erfolg, so dass eine sachthematische Klassifikation vorgenommen werden mußte. Als erschwerend bei der jetzigen Verzeichnungsarbeit erwies es sich, dass die Ergebnisse früherer Bearbeitungsschritte: Kartei und oben erwähnte Arbeitsberichte, nur lückenhaft erhalten sind. Eine gültige Konkordanz zu den umsignierten Akten war nicht vorhanden, Bezüge auf kassierte Unterlagen, auf Fremdprovenienzen oder auf herausgelöste und anderen Beständen zugeführte Akten können nicht mehr nachvollzogen werden. Die Akten waren, bis auf 38 unverzeichnete Archivalieneinheiten, schon gelumbeckt. Dieser Ordnungszustand war bei der aktuellen Verzeichnungsarbeit zu akzeptieren. Die Verzeichnung lehnt sich an die vorhandene Kartei an, soweit die enthaltenen Informationen dies zulassen. Alle Bandfolgen wurden archivisch gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 58 Reichssicherheitshauptamt, NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Der Weg in die Katastrophe. Deutschtschechoslowakische Beziehungen 1938-1947, hg. v. Detlef Brandes u. Vaclav Kural, Essen 1994;</p>
                <p>Brogiato, Heinz Peter: Tschechoslowakei - Tschechien - Slowakei: Literatur in westlichen Sprachen 1975-1995, Frankfurt (Main), Berlin 1997;</p>
                <p>Europa unter dem Hakenkreuz. Die faschistische Okkupationspolitik in Österreich und der Tschechoslowakei (1938-1945), hg. v. Helma Kaden, Berlin 1988;</p>
                <p>Kaiser, Johann: Die Politik des Dritten Reiches gegenüber der Slowakei 1939-1945. Ein Beitrag zur Erforschung der nationalsozialistischen Satellitenpolitik in Südosteuropa (Dissertation), Bochum 1969;</p>
                <p>Kwiet, Konrad: Der Mord an Juden, Zigeunern und Partisanen. Zum Einsatz des Einsatzkommandos 14 der Sicherheitspolizei und des SD in der Slowakei 1944/45, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 1998;</p>
                <p>Niznansky, Eduard: Die Deportation der Juden in der Zeit der autonomen Slowakei im November 1938, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 1998;</p>
                <p>Tönsmeyer, Tatjana: Die Einsatzgruppe H in der Slowakei, in: Finis Mundi. Endzeiten und Weltenenden im östlichen Europa. Festschrift für Hans Lemberg zum 65. Geburtstag, hg. v. Joachim Hösler u. Wolfgang Kessler, Stuttgart 1998;</p>
                <p>Venohr, Wolfgang: Aufstand für die Tschechoslowakei. Der slowakische Freiheitskampf von 1944, Hamburg 1969</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 70-SOWJETUNION</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Polizeidienststellen in der Sowjetunion</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>158 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>HSSPF für das Ostland und in Russland-Nord (25), BdO Ostland (20), HSSPF Russland bzw. Russland-Mitte und Weißruthenien (41), KdS Minsk (25), HSSPF Russland-Süd, Schwarzes Meer und Kaukasus z.b.V., HstSSPF Ukraine (19), BdS Kiew bzw. Ukraine (16), KdO Rostow/Kuban (2), Einsatzgruppen im Bereich der UdSSR (6)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand setzt sich aus Akten, die bei Kriegsende von der US-amerikanischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben worden waren, sowie aus Unterlagen der Abwicklungsstelle des HSSPF Russland-Mitte und Sachakten des NS-Archivs zusammen.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Bewertung und Verzeichnung erfolgte vorrangig in der Dienststelle Koblenz des Bundesarchivs. Das vorliegende Findbuch basiert auf dem dort erarbeiteten vorläufigen Findbuch. Die in den Bestand integrierten Archivalien des NS-Archivs (67 AE) liegen größten Teils als Kopien von Akten vor, die in Archiven der ehemaligen Sowjetunion verwahrt werden und in der Dienststelle Berlin des Bundesarchivs bearbeitet wurden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zusätzlich sind folgende Bundesarchivbestände zu berücksichtigen: NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer SS, R 6 Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RmbO), R 19 Hauptamt Ordnungspolizei, R 20 Truppen und Schulen der Ordnungspolizei/Chef der Banden-kampfverbände, RH 22 Befehlshaber der rückwärtigen Heeresgebiete, R 58 Reichssicherheitshauptamt (RSHA, R 90 Reichskommissar Ostland, R 91 Gebietskommissare im Geschäftsbereich des Reichskommissars für das Ostland, R 92 Generalkommissar in Riga, R 93 Generalkommissar für Weißruthenien in Minsk und R 94 Reichskommissar für die Ukraine</p>
                <p>Personenbezogene Unterlagen von Angehörigen der Polizeidienststellen und Einheiten sind in den Beständen des ehem. &quot;Berlin Document Center&quot; (R 9361) und des &quot;NS-Archivs des Ministeriums der Staatssicherheit der DDR&quot; (R 9355) zu ermitteln. Für eine Recherche in diesen Unterlagen stehen Datenbanken zur Verfügung, die über Namen, Vornamen und Geburtsdatum sowie provenienzbezogen abrufbar sind.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Angrick, Andrej: Besatzungspolitik und Massenmord. Die Einsatzgruppe D in der südlichen Sowjetunion 1941-43, Hamburg 2003;</p>
                <p>Einsatz im &quot;Reichskommissariat Ostland&quot;. Dokumente zum Völkermord im Baltikum und in Weißrußland 1941-1944, hrsg. v. Wolfgang Benz, Konrad Kwiet und Jürgen Matthäus, Berlin 1998;</p>
                <p>Dallin, Alexander: Deutsche Herrschaft in Rußland 1941-1945, Düsseldorf 1958;</p>
                <p>Dean, Martin: Collaboration in the Holocaust. Crimes of the local police in Belorussia and Ukraine 1941-44, New York 2000;</p>
                <p>Gerlach, Christian: Kalkulierte Morde: die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941 bis 1944, Hamburg 2000;</p>
                <p>Mallmann, Klaus-Michael: &quot;Aufgeräumt und abgebrannt&quot;. Sicherheitspolizei und &quot;Bandenkampf&quot; in der besetzten Sowjetunion, in: Die Gestapo im zweiten Weltkrieg, hrsg. v. Gerhard Paul u. dems., Darmstadt 2000, S. 503-520;</p>
                <p>Krausnick, Helmut; Wilhelm, Hans-Heinrich: Die Truppe des Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD 1938-1942, Stuttgart 1981;</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 138-I</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 138 I</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">62 Ga 2</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden der allgemeinen inneren Verwaltung und der kommunalen Selbstverwaltung im Reichsgau Danzig-Westpreußen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1903-01-01/1945-12-31">ca. 1903-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>844 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lageberichte, Anordnungen, Rundschreiben 1939-1941 (2); Siedlungs- und Umlegungsan‧gelegenheiten 1933-1945 (133); Bevollmächtigter für den Nahverkehr 1903-1944 (12); Gau‧selbstverwaltung 1940-1944 (6); Regierungspräsident Danzig 1939-1942 (5), Kulturamt Danzig 1939-1945 (140), Landrat des Kreises Bromberg 1940-1942 (1), Amtskommissar Rauden 1940-1942 (2), Amtsbezirksverwaltung Schemmensee (Krs. Leipe) 1944-1945 (2), Amtsbezirksverwaltung Strasburg 1935-1945 (10), Stadtverwaltung Danzig 1939-1942 (5), Stadtverwaltung Goten‧hafen 1940-1945 (105), Jugendamt Gotenhafen (11), Zweigstelle Deutsche Volksliste Go‧tenhafen 1940-1944 (75), Stadtverwaltung Zoppot 1906-1944 (75), Stadtverwaltung Berent 1940-1944 (3), Stadtverwaltung Thorn 1940 (1), Stadtverwaltung Strasburg 1912 (1), Stadt- und Amtsbezirksverwaltung Schönsee 1942-1944 (7), Kreisselbstverwaltung Danzig-Land 1907-1944 (62), Zweigstelle Deutsche Volksliste Danzig-Land o.Dat. (73), Kreisselbstverwaltung Berent 1943-1944 (31), Kreisselbstverwaltung Marienburg 1926-1942 (1); Sparkassen: Stadtsparkasse Danzig 1938-1939 (1), Kreissparkasse Preußisch-Stargard 1939-1943 (2), Kreissparkasse Briesen 1945 (1), Kreissparkasse Strasburg 1938-1945 (7); Danzig-Westpreußische Landsiedlungs-GmbH 1930-1945 (54)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Überlieferung (191) liegt in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) vor (Datenbank)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Militärbefehlshabers Danzig-Westpreußen (1939) (RD 202/2); Amtsblatt des Militärbefehlhabers Danzig-Westpreußen 1939 (RD 202/4); Verordnungsblatt des Reichsstatthalters in Danzig-Westpreußen 1939-1945 (RD 202/3);Amtsblatt des Reichsstatthalters in Danzig-Wetspreußen 1939-1945 (RD 202/5)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 138-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Behörden der allgemeinen inneren Verwaltung und der kommunalen Selbstverwaltung im Reichsgau Wartheland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>54 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Reichsstatthalter und Gauselbstverwaltung 1939-1945 (7), Landräte in Kolmar, Lask, Schrimm, Krotoschin, Ostrowo 1940-1944 (5), Stadtverwaltung Posen 1942-1943 (2), Stadtverwaltung Litzmannstadt 1940-1944 (19); Kreissparkassen in Rawitsch, Samter, Wreschen und We‧lungen 1939-1944 (10), Stadtsparkasse Gnesen 1941-1945 (3)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Überlieferung (191) liegt in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) vor (Datenbank)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt des Reichsstatthalters im Reichsgau Wartheland 1939-1945 (RD203/1)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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              <did>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Persönlicher Stab Reichsführer SS</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1806-01-01/1945-12-31">(1806-1807) 1925-1945</unitdate>
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                  <extent>4747 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Dienststellenverwaltung:</p>
                <p>Dienstgebäude, Ausweichquartiere, Feldkommandostellen einschließlich der Sonderzüge 1939-1945 (14), Organisation und Geschäftsverteilung, innerer Dienst 1935-1945 (26), Schriftver‧kehr und Schriftgutverwaltung 1934-1945 (39), Beschaffungswesen 1938-1945 (10), Haus‧halts-, Kassen- und Rechnungswesen (1937) 1939-1945 (9), Personalangelegenheiten (1935) 1938-1945 (28)</p>
                <p>Reichsführer SS, Dienststellenleitung, Persönliches Referat, Adjutanturen, Handakten:</p>
                <p>Reichsführer SS Heinrich Himmler (persönliche und privatdienstliche Angelegenheiten): Persönliches 1926-1945 (21), persönlicher und privatdienstlicher Schriftwechsel 1929-1945 (17), Kalendernotizen, Terminbücher, Besprechungsnotizen, Telefongespräche 1934-1944 (17), Einladungen 1934-1944 (5), Beschaffung von Büchern, Gemälden und anderen Kunst‧gegenständen 1937-1945 (19), Glückwünsche, Geschenke 1935-1945 (61), Paten‧schaften 1936-1945 (9), Freundeskreis des Reichsführers SS 1938-1944 (3), Reden und Aufrufe 1926-1945 (36); Chef des Persönlichen Stabs Reichsführer SS 1937-1945 (7), Persönlicher Referent 1938-1945 (15), Adjutanturen 1934-1945 (13), Abteilung Auszeichnungen und Orden (der SS-Ad‧jutantur unterstellt) 1938-1944 (11), sonstige Handakten bzw. persönliche und privatdienstli‧che Ablagen 1938-1944 (4)</p>
                <p>Aufgabenverwaltung:</p>
                <p>Befehle, Anordnungen, Verfügungen, Rundschreiben des Reichsführers SS 1931-1945 (11), allgemeine personenbezogene Vorgänge: Sammelvorgänge 1933, 1941-1945 (6), Einzel‧vorgänge (A-Z) 1929-1945 (642); NSDAP, Gliederungen (außer SS), angeschlossene Ver‧bände, Organisation Todt, Reichsarbeitsdienst: Adolf Hitler (1930, 1935) 1938-1945 (11), Reichsleiter, Gauleiter und sonstige Parteiführer 1938-1944 (16), Dienststellen der Reichs‧leitung, angeschlossene Verbände 1937-1944 (24), Gliederungen (einschließlich SA, Hitler-Jugend, NS-Frauenschaft) 1934-1945 (27), NS-Fliegerkorps 1940, 1945 (2), NS-Reichskrie‧gerbund, Stahlhelm 1935-1942 (3), Organisation Todt (OT) 1943-1945 (3), Reichsarbeits‧dienst (RAD) 1938-1945 (9)</p>
                <p>Allgemeiner Aufbau und Organisation der SS, Einheiten der Allgemeinen SS: Anfänge, Auf‧gabenstellung, allgemeine Entwicklung und Aufbau 1925-1944 (21), Tagungen, Veranstal‧tungen, Feiern 1936-1944 (22), Uniformen, Abzeichen, Standarten 1935-1944 (17), SS-Oberabschnitte und -Abschnitte, Einheiten der Allgemeinen SS 1930-1945 (10), Personal‧wesen (SS-Führer) 1937-1945 (23)</p>
                <p>Beziehungen zum Ausland, allgemeine Besatzungspolitik: Auswärtiges Amt 1934-1945 (10), allgemeine außenpolitische Berichterstattung 1941-1943 (-1945) (5), Europa-Gedanke, Frie‧denspläne 1941-1943 (2), einzelne Staaten und Gebiete 1934-1945 (591)</p>
                <p>Allgemeine innere Verwaltung, Raumordnung 1936-1945 (7)</p>
                <p>Polizei, einschließlich SS- und Polizeigerichtsbarkeit, sonstige Gerichtsbarkeit: Ordnungspo‧lizei 1937-1944 (15), Sicherheitspolizei und SD 1934-1945 (122), Höhere (und Höchste) SS- und Polizeiführer (1937-) 1939-1945 (26), Bekämpfung von Partisanen und sonstigen Wider‧standsgruppen, Bandenkampfverbände 1941-1945 (29), SS- und Polizeigerichtsbarkeit, or‧dentliche und sonstige Gerichtsbarkeit 1935-1945 (31), personenbezogene Einzelfälle A-Z, v.a. polizeiliche bzw. SS- und polizeigerichtliche Ermittlungen und Maßnahmen, u.a. Fälle der ordentlichen und Wehrmachtsgerichtsbarkeit 1934-1945 (276), Reichssi‧cherheitsdienst 1935-1942 (51)</p>
                <p>Konzentrationslager (einschließlich Konzentrationslager-Produktionsstätten) und andere Haftstätten: Allgemeines 1935-1944 (17), einzelne Lager und Häftlingseinsätze 1938-1945 (30)</p>
                <p>Gesundheits-, Medizinal- und Sanitätswesen: Organisation, Zuständigkeiten, Einzelvorgänge (1934) 1937-1944 (33), naturgemäße Lebensweise, Naturheilverfahren 1938-1945 (17), me‧dizinische Forschungen und Versuche, einschließlich Experimenten an Konzentrationslager-Häftlingen 1937-1945 (35), Behandlung von Geisteskranken, Euthanasie (1935) 1940-1943 (6)</p>
                <p>Rassen-, Bevölkerungs- und Volkstumspolitik: Allgemeines (Ämter, Institutionen, Forschun‧gen) 1935-1944 (18), Rassenpolitik (Behandlung und Verfolgung von Juden, Zigeunern und anderen rassischen Gegnern) 1934-1945 (24), Bevölkerungspolitik (einschließlich Verlo‧bungs-, Heirats- und Eheangelegenheiten, Geburtenförderung, des Vereins &quot;Lebensborn&quot;, Einzel‧fällen (v.a. &quot;Lebensborn&quot;-Angelegenheiten, Fürsorge für uneheliche Kinder, Adop‧tionen, Vaterschaftsanerkennungen, verbotene Abtreibungen), Verhütung unerwünschter Kinder, Sterilisierung, straffreie Abtreibung (1931) 1934-1945 (173), Volkstums- und Sied‧lungspolitik, einschließlich Allgemeines (Organisation, Zuständigkeiten, Grundsatzangele‧genheiten), Deutschtums im Ausland, Volksdeutschen, &quot;Eindeutschungen&quot;, Volkstumsarbeit in den &quot;germanischen Ländern&quot;, Grundsätzen der Siedlungspolitik, Um- und Ansiedlungen von Reichs- und Volksdeutschen, Um- und Aussiedlung von &quot;Fremdvölkischen&quot; (Allgemeines, einzelne Gebiete) 1939-1945 (178)</p>
                <p>Kirchensachen 1935-1945 (23)</p>
                <p>Erziehung und Schulung, Führerausbildung: Führernachwuchs.- Allgemeines, Institute, Schulen, Dienststellen 1940-1945 (19), SS-Schule &quot;Haus Wewelsburg&quot; 1938-1944 (12), SS-Junkerschulen 1938-1943 (3), SS-Mannschaftshäuser 1938-1942 (5), weltanschauliche Schulung 1938-1945 (16), Leibeserziehung, Sport 1937-1944 (8)</p>
                <p>Wissenschaft, Presse und Propaganda: Wissenschaftliche Institutionen.- Allgemeines (v.a. Reichsforschungsrat, &quot;Das Ahnenerbe&quot;), Universitäten 1937-1945 (17), einzelne Forschungsgebiete und -projekte (1806-1807, 1932) 1933-1945 (150), Pressearbeit, &quot;Das Schwarze Korps&quot; 1935-1945 (11), Propaganda 1939-1945 (12)</p>
                <p>Wirtschaft und Verwaltung, Finanzen: Angelegenheiten des SS-Wirtschafts-Verwaltungs‧hauptamtes und seiner Vorgänger 1938-1945 (7), Haushalts-, Kassen- und Besoldungswe‧sen der SS 1936-1944 (14), Verpflegungswirtschaft 1942-1945 (12), Bekleidung und Ausrü‧stung 1938-1945 (21), Steine und Erden (einschließlich der Porzellan-Manufaktur Allach), Bau-, Wohnungs- und Unterkunftswirtschaft 1938-1945 (34), Erwerb von Ländereien, Gütern, Schlössern und Burgen für die SS, Stiftungen 1938-1944 (8), Rüstung und Kriegsproduktion 1936-1945 (126), sonstige Betriebe der gewerblichen Wirtschaft, Arisierungsmaßnahmen (1935) 1937-1945 (16), Bodenschätze, Rohstoffe, Energiewirtschaft 1938-1945 (40), staatli‧che Finanzen, Zollgrenzschutz 1942-1944 (4)</p>
                <p>Statistik 1935-1945 (39)</p>
                <p>Ernährung, Landwirtschaft, Forsten: Land- und Forstwirtschaft, Ernährungslage 1937-1945 (23), Ernährungswissenschaft, Pflanzengenetik, Pflanzenzucht (auch zur Gewinnung von Rohstoffen) 1938-1945 (26), Tierzucht und Veterinärwesen 1938-1944 (16)</p>
                <p>Arbeit, Soziales: Arbeitskräfteeinsatz, Fremdarbeiter 1939-1945 (22), Soziales, v.a. Fürsorge- und Versorgungsangelegenheiten der SS (1933-) 1938-1945 (23)</p>
                <p>Post und Verkehr 1935-1945 (22)</p>
                <p>Reichsverteidigung, Mobilmachung, Krieg, bewaffnete Teile der SS, Waffen-SS: Allgemei‧nes, v.a. allgemeine Verwaltung und Organisation der Waffen-SS (außer Feldtrup‧penteilen) 1938-1945 (18), Aufstellung, Organisation und Einsatz von Einheiten der Waffen-SS 1935-1945 (231), Angelegenheiten der Wehrmacht und Wehrmachtteile 1937-1945 (33), Ersatz- und Ergänzungswesen der Waffen-SS 1938-1945 (58), (militärische) Ausbildung, Bewaffnung und Ausrüstung, Nachschub und Transportwesen 1939-1945 (35), Nachrichten‧verbindungen, Fernmelde- und Fernsprechwesen 1933-1945 (30), Kriegspropaganda, SS-Kriegsberichter-Abteilung, SS-Standarte &quot;Kurt Eggers&quot; (nach 1941) 1942-1945 (19), Kriegseinsatz und Kriegsführung 1939-1945 (89), Abwehrangelegenheiten 1938-1945 (24), Kriegsgefangenenwesen, u.a. deutsche und ausländische Kriegsgefangene 1942-1945 (27)</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Die Überlieferung reicht in die Zeit bis 1925 zurück und bis in den Monat April 1945 hinein. Der Aufgabe des Persönlichen Stabes als &quot;zentrale Befehlsstelle&quot; Himmlers entsprechend dokumentiert der Bestand sowohl Angelegenheiten, die an Himmler zur Unterrichtung bzw. Entscheidung herangetragen wurden, als auch Vorgänge, die ex officio entstanden: Weisungen und Ideen Himmlers wurden weitergegeben mit der Auflage, sie auszuführen oder auf Realisierbarkeit hin zu prüfen [1]. In Akten und Einzelschriftstücken spiegeln sich nahezu alle Aufgabengebiete und Interessenbereiche Himmlers. Während sich die Aufgabenbereiche als Reichsminister des Innern und die kurzen Phasen der Funktionen als Oberbefehlshaber des Ersatzheeres und zweier Heeresgruppen in nur geringem Maße belegt finden, sind die Positionen als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei und als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums in beachtenswertem Umfang dokumentiert; Volkstums- und Umsiedlungsangelegenheiten sind kaum weniger dicht belegt als Aufgaben und Tätigkeiten der Höheren SS- und Polizeiführer in den eingegliederten und besetzten Gebieten.</p>
                <p>Eine Beschreibung der Vielfalt an Informationen, die dieser Bestand vermittelt, ist über die Charakterisierung als Produkt einer Kanzlei Himmlers, die neben den Fachressorts eine besondere Rolle spielte, und die Aufzählung der Kompetenzen hinaus kaum möglich. Die Bandbreite der Informationen umfaßt die Geschichte der Allgemeinen und der Waffen-SS, der Konzentrationslager und der Totenkopfverbände, kulturelle und weltanschauliche Angelegenheiten, Volkstums- und Siedlungspolitik, Himmlers gesundheits- und bevölkerungspolitische Vorstellungen, Wirtschafts- und Landwirtschaftsangelegenheiten, insbesondere auch Himmlers Pläne im Bereich der Pflanzenzucht, die Bedeutung, die er Wünschelrutengängern bei der Auffindung von Wasseradern und Bodenschätzen zumaß, die Politik und Maßnahmen der SS in den annektierten Gebieten, die Verfolgung und Vernichtung der Juden und anderer rassischer und politischer Gegner und Bevölkerungsgruppen, schließlich die Organisation und den Einsatz der Waffen-SS im Krieg. Unter den besonders augenfälligen Dokumenten kann eine Sammlung handschriftlicher Notizen Himmlers zu Vorträgen bei Hitler [2] sowie eine Sammlung von Reden und Redenotizen aus den Jahren 1925-1945 genannt werden [3]. Die Einschränkung, daß insbesondere für die Zeit ab 1939 eine Fülle von Unterlagen - wiederum der Funktion des Persönlichen Stabes entsprechend - nur punktuell informieren, so z.B. über die Landung der Alliierten in Nordafrika, über Widerstandsbewegungen usw., vermag den Dokumentationswert der Überlieferung nicht in Frage stellen. Daß Kompetenzstreitigkeiten zwischen der Vielzahl von SS- und Polizeidienststellen, die vom Persönlichen Stab zu schlichten waren, besonders oft in den Vorgängen sichtbar werden, hat freilich zur Überschätzung der Konflikte innerhalb der SS geführt, die der älteren Vorstellung von der &quot;monolithischen Organisation&quot; entgegengestellt wurde [4].</p>
                <p>Um die Realität des SS-Staates zu erfassen, bietet der Persönliche Stab mit seinen vielen tausend Dokumenten zweifellos die zentrale Überlieferung. Sie finden ihre natürliche Ergänzung in den Akten der bereits mehrfach erwähnten übrigen Hauptämter der Reichsführung-SS (NS 31, NS 33, NS 34, NS 7, NS 3, NS 2, NS 48), des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums (R 49), der Volksdeutschen Mittelstelle (R 59) und von Institutionen, die als &quot;Ämter&quot; im Persönlichen Stab verankert waren, insbesondere des &quot;Ahnenerbes&quot; (NS 21) und des Amtes &quot;Lebensborn&quot; [5]. Von erheblicher Bedeutung in diesem Zusammenhang sind auch die Überlieferungen des Reichssicherheitshauptamtes (R 58) und des Hauptamtes Ordnungspolizei (R 19), aber auch von Polizeidienststellen in den besetzten Gebieten (R 70). Ergänzend sind staatliche Akten insbesondere der Reichskanzlei (R 43), des Reichsjustiz- (R 3001) und des Reichsfinanzministeriums (R 2) heranzuziehen. Sie bestätigen das aus den Unterlagen von Himmlers Persönlichem Stab zu gewinnende Bild: daß &quot;die in der Zwischenzone zwischen Partei und Staat etablierten sekundären bürokratischen Apparate ... der ziellosen und widersprüchlichen verbrecherischen Dynamik, die das Regime freisetzte, ... den Charakter bürokratisch gesteuerter Planmäßigkeit&quot; gaben [6].</p>
                <p>Der Bestand des Persönlichen Stabs Reichsführer-SS gehört zu jenen deutschen zeitgeschichtlichen Quelle, deren Existenz seit Kriegsende bekannt war, die seit langem frei zugänglich und seit Jahrzehnten laufend und intensiv für die wissenschaftliche Forschung ausgewertet worden sind. Spektakuläre Neuentdeckungen, die nach Öffnung der Archive in der ehemaligen DDR und in Osteuropa an der Tagesordnung waren und heute von der historischen Forschung gleichsam abgefordert werden, sind heute in NS 19 zweifellos weniger zu erwarten. Die quantitative Fülle wie auch der hohe Quellenwert der Archivalien jedoch rechtfertigen die sichere Erwartung, daß die Akten auch künftig für überkommene, deswegen zumeist aber nicht überholte und für neue Fragestellungen der Geschichtswissenschaft immer wieder mit Gewinn herangezogen werden. Nicht nur überraschende Neuentdeckungen in Einzelfällen [7], vor allem die durchweg hohe Qualität der im Bestand enthaltenen Quellenbasis für Themen der sich weiter entwickelnden historischen Forschung zu nahezu allen Aspekten des NS-Regimes, dessen Verstehen und Analyse eine gleichbleibend große historisch-wissenschaftliche wie auch politische und moralische Herausforderung der Gegenwart bleiben, verleihen diesen Archivalien ihren außergewöhnlichen und bleibenden Wert.</p>
                <p>_________________________</p>
                <p>[1] Eine Vorstellung von der Vielfalt der Überlieferung vermittelt die Publikation - häufig unter dem Aspekt des Skurrilen und Absurden - ausgewählter Dokumente: Reichsführer!... Briefe an und von Himmler, hrsg. von Helmut Heiber, Stuttgart 1968.</p>
                <p>[2] NS 19/1447 und 1448.</p>
                <p>[3] Siehe unten Abschnitt B.1.9, insbes. NS 19/4002 bis 4018. - Vgl. auch Heinrich Himmler, Geheimreden 1933 bis 1945 und andere Ansprachen, hrsg. von Bradley F. Smith und Agnes F. Peterson, Frankfurt 1974. Die im Verzeichnis der Reden Himmlers, S. 268-277, als unvollständig bezeichneten Reden anläßlich der SS-Gruppenführer-Besprechungen am 8.11.1936 in Dachau und am 18.2.1937 in Tölz liegen im Bundesarchiv nach Ermittlung der stenographischen Aufzeichnungen und Anfertigung maschinenschriftlicher Übertragungen jetzt in vollständiger Überlieferung vor (NS 19/4003 u. 4004)</p>
                <p>[4] So vor allem von Heinz Höhne, Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, Hamburg 1966, der den Bestand - leider allerdings in Form der amerikanischen Mikrofilme und ihrer EAP-Signaturen - weitgehend benutzt hat, in Auseinandersetzung mit Eugen Kogon, Der SS-Staat, Frankfurt 1946. Auf eine Auflistung der derzeit vorliegenden allgemeinen Literatur zu Himmler, zur Geschichte der SS und deren Rolle im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, wird hier verzichtet.</p>
                <p>[5] Überlieferungssplitter in NS 48/28-32; Restakten, insbesondere zu Einzelfällen der Tätigkeit des &quot;Lebensborn&quot;, werden beim Internationalen Suchdienst, Arolsen/Waldeck, verwahrt.</p>
                <p>[6] Hans Mommsen, Der Nationalsozialismus, in: Meyers Enzyklopädisches Lexikon, Bd. 16, Mannheim 1976, S. 790.</p>
                <p>[7] Vgl. z.B. Lucien Steinberg, Un Document essentiel qui situe les dèbuts de la &quot;Solution Finale de la Question Juive&quot;, Paris 1992. Es handelt sich um Aufzeichnungen Eichmanns (Leiter des Referats IV B 4 im Reichssicherheitshauptamt) für Himmler, in denen Eichmann Ende 1940 von 5,8 Millionen Juden spricht, die als &quot;Objekte&quot; der &quot;Endlösung der Judenfrage&quot; infrage kämen (NS 19/3979).</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die bei den Dienststellen des Persönlichen Stabs Reichsführer-SS entstandene Aktenüberlieferung teilt im wesentlichen das andernorts beschriebene allgemeine Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit [1].</p>
                <p>Aktenverluste als Folge von Luftangriffen im November 1943 sind in Akten des Persönlichen Stabes mehrfach belegt. Das Dienstgebäude Prinz-Albrecht-Str. 8 ist im Februar 1945 von Bomben zerstört worden [2]; Angehörige der sowjetischen und U.S.-amerikanischen Besatzungsmacht sollen nach Kriegsende noch Akten aus den - später restlos abgetragenen - Gebäuderuinen geborgen haben [3].</p>
                <p>Nachrichten über das Schicksal der Akten des Persönlichen Stabes bei Kriegsende liegen im übrigen nicht vor, auch nicht darüber, wo die jetzt im Bundesarchiv verwahrten Überlieferungen von U.S.-amerikanischen Truppen erbeutet worden sind. Erste Nachricht vermittelt ein Aktenverzeichnis des &quot;7771 Document Center OMGUS&quot;, des nachmaligen und bis 1994 bestehenden U.S.-Document Center in Berlin-Zehlendorf, das nach dem Stand vom Juli 1948 einen &quot;an andere Stelle abgegebenen&quot; Bestand Persönlicher Stab Reichsführer-SS im Umfang von 2,5 t nachweist. Er war den Anklagebehörden der Nürnberger Kriegsverbecherprozesse zur Verfügung gestellt worden [4]. Bei der Aufbereitung der Akten für Prozeßzwecke wurden in Nürnberg zahlreiche und umfangreiche &quot;Personalvorgänge&quot; den Akten des Persönlichen Stabes entnommen und Führerpersonalakten des SS-Personalhauptamtes hinzugefügt. Während diese später an das Document Center in Berlin zurückkamen und - vermindert um Entnahmen z.B. für die im Document Center gegen alle archivischen Provenienzprinzipien nach sachthematischen Gesichtspunkten gebildete &quot;Sammlung Schumacher&quot;, die im Jahre 1962 in das Bundesarchiv gelangte - bis zur Übernahme des Document Center durch das Bundesarchiv im Sommer 1994 [5] in dessen Gewahrsam verblieben, wurde die auch noch durch weitere Entnahmen für Prozeßzwecke reduzierte Überlieferung des Persönlichen Stabes während der Berliner Blockade 1948/49 in die USA überführt.</p>
                <p>Im Gemenge mit anderen Überlieferungen aus dem Befehlsbereich des Reichsführers-SS [6] wurde sie im Zuge der allgemeinen Rückführung beschlagnahmter deutscher Archivalien aus britischem und amerikanischem Gewahrsam im Jahre 1962 von den National Archives in Washington dem Bundesarchiv in Koblenz übergeben. Sie bildet seitdem den Bundesarchiv-Bestand NS 19. Nach der Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 und der Vereinigung der ehemaligen zentralen staatlichen Archive der DDR mit dem Bundesarchiv gelangten die Archivalien des Persönlichen Stabes zusammen mit den übrigen staatlichen und parteiamtlichen Beständen des Bundesarchivs aus der Zeit vor 1945 in die Zuständigkeit der neu eingerichteten Abteilung &quot;Deutsches Reich&quot; des Bundesarchivs, die zunächst in Potsdam ansässig war, seit 1996 Teil der Dienststelle des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde ist.</p>
                <p>Eine Ergänzung fand die Überlieferung des Persönlichen Stabes im Bundesarchiv durch eine im Document Center gebildete und ebenfalls 1962 an das Bundesarchiv abgegebene &quot;Collection Himmler&quot; [7]. Sie enthielt persönliche Papiere Himmlers, die im Bundesarchiv, vervollständigt um einen Mikrofilm in der Hoover Institution verwahrter Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1914-1924 [8], den Nachlaß Himmlers bilden [9]. Der überwiegende Teil der Collection bestand jedoch aus Schriftgut des Persönlichen Stabes und der SS-Adjutantur, das dem Aktenbestand Persönlicher Stab Reichsführer-SS hinzugefügt wurde. Darunter sind Notizen und Aufzeichnungen über Termine und Telefongespräche Himmlers besonders hervorhebenswert. [10] Schließlich konnten im Bundesarchiv auch die zuvor im Document Center in die &quot;Sammlung Schumacher&quot; gelangten Akten des Persönlichen Stabs wieder mit dem Hauptbestand in NS 19 vereinigt werden. Das gilt auch für jene Teile aus einer umfänglichen, im Document Center vor der Überführung des Bestandes in die USA angelegten Kopiensammlung von Schriftgut des Persönlichen Stabs, deren &quot;originale&quot; Vorlagen im Bestand nicht mehr nachweisbar sind oder noch nicht nachgewiesen werden konnten.</p>
                <p>Die Identifizierung der Kopien mit den dazugehörigen Vorlagen erwies sich vor allem deshalb als sehr zeitaufwendig, da die innere Struktur der zumeist aus kompilierten Einzelstücken bestehenden Kopiensammlung sich von der für den Aktenbestand gefundenen bzw. neu erstellten Ordnung grundlegend unterschied. Die übrig gebliebenen, d.h. anhand von &quot;Originalen&quot; nicht identifizierbaren Kopien wurden schließlich als solche dem Bestand zugeordnet, ihre Überlieferungsform als Kopien wurden als Bemerkung festgehalten. Für die Mehrzahl dieser Restkopien, darunter auch die wenigen größeren zusammenhängenden Vorgänge [11], ist davon auszugehen, daß die entsprechenden &quot;Originale&quot; vor der Rückführung aus den USA verloren gingen, bzw. aus heute nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen von der Rückführung ausgenommen wurden oder einfach, wie viele andere deutsche zeitgeschichtliche Quellen auch, als verschollen gelten müssen. In Einzelfällen ist hingegen auch eine Doppelüberlieferung nicht auszuschließen; die &quot;Originale&quot; der als Kopien verzeichneten Unterlagen mögen sich noch an unvermuteter Stelle im Bestand befinden, sie unter allen Umständen finden zu wollen, hätte einen unvertretbaren Auswand erfordert.</p>
                <p>Im Zuge der Überarbeitung und Aufstockung des Gesamtbestandes im August 2007 durch Befehle, Anordnungen und Verfügungen der einzelnen Dienststellen im Persönlichen Stab des Reichsführers-SS sowie von Kommandobehörden der Waffen-SS und einzelne Einheiten der SS-Oberabschnitte betreffendem Schriftgut, konnte die bisher bestehende Sammlung in ihrer Bestandsbreite weiter ausgebaut werden. Weiterhin erfolgte die Aufnahme von Tätigkeitsberichten und teilweise personenbezogenen Dokumentationen der Höheren SS- und Polizeiführer sowie Bekanntmachungen, Erlasse und Befehle in Bezug auf kulturelle und weltanschauliche Angelegenheiten der Volkstums- und Umsiedlungspolitik.</p>
                <p>_________________________</p>
                <p>[1] Vgl. zum allgemeinen Aspekt Josef Henke, Das Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Beschlagnahme - Rückführung - Verbleib, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 30 (1982), S. 557-617.</p>
                <p>[2] Vgl. Topographie des Terrors (Anm. 51), S. 178 ff. sowie Gerald Reitlinger, Die SS, München 1957, S. 55.</p>
                <p>[3] Feststellungen von Angehörigen des damaligen Hauptarchivs (ehem. Preußischen Geheimen Staatsarchivs) in Berlin-Dahlem.</p>
                <p>[4] Zur Verwendung beschlagnahmter deutscher Akten für die Nürnberger Prozesse siehe Henke (Anm. 54), S. 570-577.</p>
                <p>[5] Vgl. Dieter Krüger, Das ehemalige &quot;Berlin Document Center&quot; im Spannungsfeld von Politik, Wissenschaft und öffentlicher Meinung, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 45 (1997), S. 49-74.</p>
                <p>[6] Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va., Bde. 32, 33., vgl. auch Heinz Boberach, Die schriftliche Überlieferung der Behörden des Deutschen Reiches 1871-1945. Sicherung, Rückführung, Ersatzdokumentation, in: Aus der Arbeit des Bundesarchivs (oben Anm. 1), S. 50-61, hier: S. 57.</p>
                <p>[7] Vgl. NSDAP Hauptarchiv, Guide to the Hoover Institution Microfilm Collection, compiled by Grete Heinz and Agnes F. Peterson, Hoover Institution Bibliographical Series XVII, Stanford 1964, S. 144-149.</p>
                <p>[8] Vgl. Werner T. Angress and Bradley F. Smith, Diaries of Heinrich Himmler&apos;s Early Years, in: The Journal of Modern History, Vol. XXXI, No. 3, 1959, S. 206-224.</p>
                <p>[9] Bundesarchiv-Bestand N 1126.</p>
                <p>[10] Siehe die unten in den Abschnitten B.1.3 und B.3 beschriebenen Archivalien.</p>
                <p>[11] [(NS 19/539) und in der Ukraine 1942-1945 (NS 19/544).</p>
                <p>Registraturverhältnisse</p>
                <p>Für die Schriftgutverwaltung des Persönlichen Stabes war dessen Abteilung &quot;Schriftgutverwaltung&quot; verantwortlich. Eine &quot;Schriftgutverwaltungsordnung&quot; regelte &quot;Aktenanlage und -Aufbewahrung&quot; [1]. Der Ablageplan sah eine Unterteilung des Schriftgutes in vier Kategorien vor: Personelle Ablage (rot), Sachliche Betreff-Ablage (blau), Sonderablage (grün), Befehlsablage (gelb). Die Kennzeichnung der Vorgänge erfolgte innerhalb eines Stempelaufdrucks: Persönlicher Stab Reichsführer-SS, Schriftgutverwaltung, Akt. Nr. ..., durch handschriftliche Farbeintragungen des Namens (Personelle Ablage) oder der Ablagenummer. Die Zuweisung zu den einzelnen Kategorien, insbesondere die Abgrenzung zwischen &quot;Personeller Ablage&quot; und &quot;Sachlicher Betreff-Ablage&quot; erfolgte häufig inkonsequent, d.h., daß z.B. auch Sachen nach dem Namen von Korrespondenzpartnern abgelegt wurden.</p>
                <p>Sachablagen konnten sowohl zu einem engeren Betreff im Sinne eines &quot;Vorganges&quot; erfolgen, aber auch zu Betreffserien bis zur Anzahl von 25 numerierten Einzelvorgängen anwachsen. Neben offenen Registraturakten wurden auch Geheimakten mit eigenen Registraturmerkmalen und -strukturen geführt. Die Kriegsverhältnisse und insbesondere auch die dezentralisierte Schriftgutführung in den Feldkommandostellen ließen abweichende Formen der Ablage nach einer Kombination von römisch-arabischen Ziffern ohne erkennbaren Sachzusammenhang der einzelnen &quot;Vorgänge&quot; entstehen, z.T. auch - ursprünglich nicht vorgesehene -Korrespondenzakten. Registraturhilfsmittel und nicht erhalten gebliebene Ablagehilfsmittel mögen den Zugriff zu dem nicht besonders hochentwickelten Schriftgutablagesystem einigermaßen gesichert haben.</p>
                <p>_________________________</p>
                <p>[1] NS 19/2881.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Beschlagnahmevorgänge bei Kriegsende, Aktentransporte zu Aktensammelstellen, Aktenentnahmen und Aktenumschichtungen zu verschiedenen Zwecken (z.B. für die Nürnberger Prozesse und für die biographischen Sammlungen des Document Center in Berlin), Mischungen von Provenienzen und Neubildungen von Akten haben das ohnehin schwache Ordnungssystem nicht unbeeinträchtigt gelassen. Hinzu kommt, daß Akten, die gleichsam auf den Schreibtischen der Dienststellen und Behörden beschlagnahmt wurden, und dazu zählt ein Großteil der bei SS-Dienststellen erbeuteten Unterlagen, sich zumeist in losem Zustand befanden und für Ordnungsstörungen besonders anfällig waren.</p>
                <p>Die in die USA gelangte Überlieferung der SS wurde dort im wesentlichen nach drei Kategorien geordnet: Akten von Kommandobehörden und Truppen der Waffen-SS einerseits und Akten von SS-Oberabschnitten mit unterstellten Einheiten und Einrichtungen andererseits fügte man in getrennten Komplexen mit unterschiedlicher Signierung zusammen. In einer dritten Kategorie führte man, in provenienzmäßiger Überschneidung zu den beiden genannten Kategorien und in einer bunten Provenienz- und Pertinenzmischung (so z.B. Akten staatlicher Behörden mit SS-Betreffen), alle die Akten zusammen, die geeignet erschienen, die SS als Organisation mit ihren vielfältigen Verästelungen darzustellen. Im Federal Records Center, einem Aktendepot in Alexandria, Virginia, bei Washington, D.C., wurden diese Akten - wie zahlreiche andere Überlieferungen ziviler Provenienzen auch - nach einem Schema geordnet, das man auf der Basis eines erbeuteten &quot;Einheitsaktenplans für das OKW und das OKH&quot; entwickelt hatte. Die SS-Akten wurden den EAP (= Einheitsaktenplan)-Sammelgruppen 160-164 (160 = Entwicklung der SS, 161 = Spitzengliederung der SS, 162 = Territoriale Gliederung der SS, 163 = Werbung, Dienst, besondere Angelegenheiten der Allgemeinen SS, 164 = Konzentrationslager und Totenkopfverbände) zugeordnet, innerhalb dieser in eine Sachgruppe mit ein oder zwei Untergruppen. Diese Ordnung wurde in eine alpha numerische Signatur umgesetzt (z.B. EAP 161-c-28-10); die Zählung der Akteneinheiten folgte nach einem Querstrich in der Numerierung 1-N (z.B. EAP 161-c-28-10/1).</p>
                <p>Dieser so gebildete, von den Amerikanern weitgehend verfilmte und schließlich in das Bundesarchiv gelangte Aktenkomplex wurde hier nach Provenienzen aufgeteilt. Erhebliche Teile der Archivalien bilden heute die Bestände NS 31 (SS-Hauptamt), NS 33 (SS-Führungshauptamt) und NS 34 (SS-Personalhauptamt). Beträchtlichen Zuwachs aus dieser Rückgabe erhielten auch die Bestände NS 7 (SS- und Polizeigerichtsbarkeit), NS 3 (SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt), NS 4 (Konzentrationslager), NS 21 (Ahnenerbe), NS 17 (Leibstandarte SS &quot;Adolf Hitler&quot;) NS 32 (SS-Helferinnenschule Oberehnheim), NS 2 (Rasse- und Siedlungshauptamt-SS) und NS 48 (Sonstige zentrale Einrichtungen der SS, dabei auch wenige Restunterlagen des Statistisch-wissenschaftlichen Instituts und der SS-Schule &quot;Haus Wewelsburg&quot;) sowie - in unterschiedlichem Umfang - zahlreiche weitere Archivalienbestände parteiamtlicher, aber auch staatlicher Provenienzen.</p>
                <p>Unterlagen regionaler SS-Dienststellen und -Einrichtungen, insbesondere von SS-Oberabschnitten und SS-Abschnitten, aber auch von SS-Standarten, - Sturmbannen und -Stürmen gelangten in die zuständigen Staatsarchive der Länder. Die vorgefundenen Akten von Einheiten der Waffen-SS wurden an die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg i. Br. für die dortige Bestandsgruppe RS abgegeben. Die ursprünglich in der &quot;Befehlsablage&quot;, später im Bundesarchiv in einer &quot;SS-Befehlssammlung&quot; vereinigten Befehle, Anordnungen, Verfügungen und Mitteilungen aller zentraler Dienststellen der SS wurden in chronologischen Serien nach Ausstellerprovenienz (Reichsführer-SS, SS-Hauptämter bzw. übrige unterstellte Organisationseinheiten) neu strukturiert und den entsprechenden Provenienzbeständen zugewiesen. Das hatte zur Folge, daß im Bestand NS 19 lediglich noch die besondere Kategorie der so genannten &quot;SS-Befehle&quot; und die vom Reichsführer-SS ohne jeden Zusatz sowie die von den Dienststellen des Persönlichen Stabes selbst erlassenen Befehle, Verfügungen und Anordnungen enthalten sind.</p>
                <p>Das verbliebene Schriftgut des Persönlichen Stabes, seinerzeit dann auch Bestand NS 19 &quot;neu&quot; genannt, zeigte sich, wie ein Blick in die Microfilm-Guides bestätigen kann, als Überlieferung, die zwar zum großen Teil aus formierten Schriftgutverwaltungsakten bestand, aber weder in der überkommenden Ordnung noch Aktenbeschreibung belassen werden konnte. In einem allerdings sehr zeitaufwendigen Arbeitsverfahren, das von der im Hinblick auf die authentische Dokumentation der Geschichte der SS und des NS-Staates gar nicht zu überschätzende Qualität des Bestandes her jedoch voll gerechtfertigt war, wurde, in der Regel ohne Rücksicht auf die originären Akteneinheiten, eine Neuordnung und Neuverzeichnung nach Vorgängen oder Betreffserien - soweit diese in sinnvoller Anlage gebildet worden waren - vorgenommen. Vorrangiges Ziel war, aus größeren Schriftgutkomplexen ohne oder mit nur geringem Sachzusammenhang möglichst sachlich klar definierte und beschriebene Vorgänge zu schaffen. Daß dies nicht selten zu archivisch gebildeten Archivalieneinheiten führte, deren Umfang sehr gering, oft nur minimal ist, mußte dabei in Kauf genommen werden, auch die daraus resultierende Enttäuschung des Benutzers darüber, hinter einem von der Sache her wichtigen Titel lediglich einen aus wenigen Blättern bestehenden Archivalienband zu finden. Umfänglichere Archivalieneinheiten erscheinen in der Regel mit detaillierten &quot;Enthält&quot;- und &quot;Hierin&quot;-Vermerken, so daß deren erschöpfende inhaltliche Beschreibung ebenfalls gewährleistet erscheint.</p>
                <p>Die schon Ende der sechziger Jahre von Elisabeth Kinder begonnene Verzeichnung richtete sich grundsätzlich nach den seinerzeit im Bundesarchiv gültigen, am 15. Januar 1963 in Kraft getretenen &quot;Richtlinien für die Titelaufnahme moderner Akten&quot; (Anweisung für die archivarische Tätigkeit Nr. 29). Die aufgenommenen Laufzeiten der zum größten Teil archivisch neu gebildeten Archivalieneinheiten folgen durchweg dem aktenmäßig zuerst und zuletzt feststellbaren Datum. Abweichungen sind in der Regel kenntlich gemacht. Nur dort, wo es wichtig und vor allem zweckmäßig erschien, vor allem bei Einzeldokumenten, werden auch Monats- und Tagesangaben gemacht. Laufzeiten von aus dem Zeitrahmen des eigentlichen Vorgangs fallenden Anlagen, auch von sonstigen Schriftstücken, die offensichtlich zeitliche &quot;Ausreißer&quot; sind, werden in Klammern, erschlossene Zeitangaben in eckigen Klammern aufgeführt.</p>
                <p>Mit Kassationen wurde bei der Erschließung auch dieses Bestandes von Archivalien des NS-Regimes - abgesehen von Doppelstücken und der Kopiensammlung aus der &quot;Sammlung Schumacher&quot; - mit äußerster Vorsicht umgegangen. Auch in den Fällen, in denen archivfachliche Gründe durchaus eine Kassation nahelegten, entschied man sich grundsätzlich für die Erhaltung der Archivalien. An das bisweilen auch politische Dimensionen berührende Problem der Vernichtung von Akten bedeutsamer Behörden und Dienststellen des NS-Staates, insbesondere wenn diese, wie die der SS und insbesondere des Reichsführers-SS, unmittelbar mit dessen Ideologie und Vernichtungsmaschinerie verknüpft waren, sei in diesem Zusammenhang erinnert. [1]</p>
                <p>Die nach Abschluß der Titelaufnahmen vorgenommene Klassifikation des Bestandes konnte sich nicht, wie z.B. bei einer Vielzahl von Ministerialaktenbeständen, auf vorgegebene Aktenpläne oder andere weit entwickelte Registraturhilfsmittel stützen. Zu finden war daher eine registraturunabhängige sachliche Gliederung, die sich in erster Linie aus der oben beschriebenen Kompetenzstruktur des Persönlichen Stabs, im weiteren Sinne auch aus dem von den verschiedenen Hauptämtern und sonstigen zentralen Dienststellen organisatorisch gekennzeichneten Gesamtaufgabenbereich der Reichsführung der SS begründete. Von der oben skizzierten Registraturordnung sind in großen Zügen lediglich noch die bereits erwähnte &quot;Befehlsablage&quot; (im Abschnitt C.1) und die &quot;Personelle Ablage&quot; (Abschnitte C.2 und C.7.6) erkennbar. Daß diese eher sachlich-fachliche Gliederung von den besonderen, zuweilen absonderlich-skurrilen persönlichen Interessegebieten Himmlers in auffälliger Weise akzentuiert, bisweilen sogar überlagert wird, so in den Bereichen Gesundheitswesen, Rassen- und Bevölkerungspolitik, Wissenschaft, Ernährung, Pflanzenzucht und Erfindungen, gibt dem Bestand seines Persönlichen Stabs eine besondere, von den Überlieferungen der übrigen SS-Hauptämter abweichende, eben &quot;persönliche&quot; Färbung.</p>
                <p>Zwar sind die einzelnen Gliederungsbereiche primär als auf die SS bezogen zu verstehen. Erziehung und Schulung meinen also zunächst Erziehung und Schulung der SS. Wissenschaft steht vor allem für die von der SS betriebene und in ihrem ideologischen Sinne mißverstandene, ja, pervertierte &quot;Wissenschaft&quot;. Und Wirtschaft bezieht sich vorrangig auf die SS-Wirtschaftsbetriebe. Unschwer ist jedoch zu erkennen, daß eine Vermengung mit &quot;SS-freien&quot; Dimensionen der Begriffe und Bereiche nicht immer zu vermeiden war. Im Kapitel Finanzen sind neben der Finanzierung der SS auch zum Teil Aspekte der staatlichen Finanzpolitik dokumentiert, neben der Verwaltung und der gänzlich ideologisierten gesundheitspolitischen Vorstellungen der SS betreffen manche Akten eben auch die staatliche Verwaltung, ebenso die staatliche Gesundheitspolitik. Der Abschnitt C.19 (Reichsverteidigung...) betrifft auch die Kriegführung der Wehrmacht neben der breit belegten Aufstellung, Organisation und dem Einsatz von Himmlers Waffen-SS. Letztlich erscheint diese Vermischung aber als ein Spiegelbild der in Himmlers Machtapparat durchweg praktizierten Gemengelage staatlicher und parteiamtlicher, hier also zumeist &quot;SS-mäßiger&quot; Kompetenzen, abgesehen davon, daß eine überzeugende archivische Trennung zumeist nur auf &quot;Blattebene&quot; möglich und damit zu aufwendig gewesen wäre. Querverweise wurden verhältnismäßig sparsam angebracht. Dagegen erscheinen Titel, die für mehrere Sachbereiche zutreffen, im Zweifelsfall mehrfach, also in jedem der jeweils passenden Abschnitte.</p>
                <p>Seit seiner Rückführung in das Bundesarchiv war der Bestand aufgrund der von den Alliierten vor der Rückgabe deutscher Akten von der Bundesregierung erbetenen Offenhaltungserklärung [2] von Anfang an und ständig benutzbar. Und zweifellos gehört er zu den seitdem am häufigsten benutzten Archivalien des Bundesarchivs. In den mehr als drei Jahrzehnten wurde er unverändert stark für alle Benutzungszwecke herangezogen, im wesentlichen natürlich für die historische Forschungen, aber auch für die bis in die späten siebziger Jahre hinein noch zahlreichen in- und ausländische Prozesse wegen NS-Gewaltverbrechen bzw. NS-Kriegsverbrechen. Dies führte nicht nur zu der ungewöhnlich langen Dauer seiner Erschließung - auch die Bearbeitung des Bestandes konnte aus archivfachlichen wie politischen Gründen kein Anlaß sein, die Archivalien zeitweise von der Benutzung auszuschließen - sondern auch zu unterschiedlichen, dem jeweiligen Erschließungszustand entsprechenden Zitierweisen in den zahlreichen Publikationen, zu deren Erstellung er herangezogen war. Neben den vor allem in sehr frühen Publikationen nahezu ausschließlich verwendeten amerikanischen EAP-Signaturen wurden häufig auch die unmittelbar nach der Rückführung, aber noch vor der Verzeichnung vergebenen &quot;alten&quot; NS-19-Signaturen gebraucht, diese ab den späten sechziger Jahren zunehmend zusammen mit den im Laufe der Neuverzeichnung vergebenen NS 19 (&quot;neu&quot;)-Signaturen. Nach Abschluß der Verzeichnung, als es nur noch &quot;neue&quot; Signaturen gab, verzichtete man folgerichtig auf den Zusatz &quot;neu&quot;, was wiederum in Einzelfällen zu Verwechslungen mit den früher verwendeten &quot;alten&quot; NS 19-Nummern führte, die ja ebenfalls ohne Zusatz &quot;alt&quot; ausgekommen waren.</p>
                <p>Auf eine an sich wünschbare Konkordanz zwischen EAP-, NS 19 (&quot;alt&quot;)- und NS 19 (&quot;neu&quot;)-Signaturen wurde allerdings verzichtet, ebenso auf den jeweiligen Nachweis der entsprechenden EAP-Signatur bei der Beschreibung der einzelnen neu gebildeten Archivalieneinheiten. Zum einen erlaubt die aufwendig geleistete Detailliertheit und Tiefe der Verzeichnung in aller Regel das Wiederauffinden gesuchter Vorgänge, aber auch einzelner Dokumente, zum anderen hätte die Tatsache, daß in der Mehrzahl der Fälle einer EAP- oder NS 19 (&quot;alt&quot;)-Nummer eine Vielzahl - in Einzelfällen bis zu 30 und mehr - von NS 19 (&quot;neu&quot;) Signaturen entspricht, und umgekehrt für eine NS 19 (&quot;neu&quot;)-Signatur häufig mehrere EAP- oder NS 19 (&quot;alt&quot;)-Nummern stehen. Unabhängig davon ist das Bundesarchiv in der Lage, im Bedarfsfall aufgrund interner Konkordanzen und Aufschreibungen den Verbleibsnachweis für solche gesuchte Dokumente zu führen, von denen nur eine amerikanische EAP- oder eine &quot;alte&quot; NS-19-Signatur bekannt ist. Die Anzahl solcher Wünsche ist in den letzten Jahren jedoch deutlich zurückgegangen. Alle seit den achtziger Jahren erschienenen Publikationen verweisen grundsätzlich nur noch auf die neu vergebenen Signaturen, so daß Probleme bei der Verifizierung von Akten des Persönlichen Stabs allenfalls noch bei der Heranziehung älterer Literatur auftreten. Schließlich sei daran erinnert, daß der U.S.-amerikanische Mikrofilmbestand &quot;Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei&quot; weder inhaltlich noch von der Ordnung her noch mit dem heutigen Bundesarchiv-Bestand NS 19 identisch ist. Die nach EAP-Nummern ausgerichtete, und in den Guides 32 und 33 publizierte Erschließung ist grundsätzlich nur für den amerikanischen Mikrofilm-Bestand anwendbar, nicht aber auf die Neuverzeichnung und Neuordnung des Bundesarchivs übertragbar. Für die Benutzung des Bestandes NS 19 ist demnach ausschließlich die nun vorliegende archivfachliche Erschließung des Bundesarchivs heranzuziehen. [3]</p>
                <p>Im Zuge der Veröffentlichung des Findmittels in Form eines Online-Findbuches und der damit einhergehenden Bereitstellung der Erschließungsinformationen der Archivalien via Internet, erfolgte im August 2007 eine Bestandsüberarbeitung. Dabei wurden neben der Redigierung einiger Klassifikationszuordnungen von Einzeltiteln auch eine Neuerschließung von ca. 170 bisher noch unerschlossener bzw. nur vorläufig verzeichneter Akteneinheiten vorgenommen. Ergänzungen fand die Gesamtüberlieferung vor allem durch Akten und Dossiers der Sammlung „NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot;.</p>
                <p>Beigefügt wurden ebenfalls mehrere Archivalien aus der Sammlung des ehemaligen Berlin Document Centers. Darunter sind speziell zu nennen die Reproduktionen der &quot;Collection Himmler&quot; mit persönlichen Unterlagen des Reichsführers-SS Heinrich Himmler sowie Redesammlungen und Aufzeichnungen dienstlicher und privater Provenienz.</p>
                <p>Weiterhin fanden ausgewählte Schriftstücke aus deutschen Akten, die durch die National Archives and Records Administration (NARA) in Washington verwahrt werden, ihren Eingang in den Gesamtbestand. Zwar in Form von Fotokopien vorliegend, geben sie dabei neben privatdienstlichen Belangen Schriftgut Heinrich Himmlers auch Auskunft über die interne SS-Aufgabenverwaltung, Polizeigerichtsbarkeit sowie Zustandsberichte über Arbeitskrafteinsätze im Generalgouvernement.</p>
                <p>_________________________</p>
                <p>[1] Vgl. Josef Henke, Quellenschicksale und Quellenbewertung. Archivische Überlieferungsbildung zur Verfolgung der Sinti und Roma im Dritten Reich, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 41 (1993), S. 61-67.</p>
                <p>[2] Henke (oben Anm. 54), S. 595; dort die vom Staatssekretär im Auswärtigen Amt Hallstein mit Schreiben vom 14.3.1956 dem U.S.-Botschafter Conant gegebene Versicherung, daß die Bundesregierung &quot;die zurückgegebenen Akten in archivarisch ordnungsgemäßer Weise aufbewahren und in- und ausländischen Gelehrten jederzeit Einsicht in die Akten gewähren wird.&quot;</p>
                <p>[3] Dazu auch Henke (oben Anm. 54), S. 599.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 2 Rasse- und Siedlungshauptamt SS</p>
                <p>NS 3 SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt</p>
                <p>NS 7 SS- und Polizeigerichtsbarkeit</p>
                <p>NS 21 Lehr- und Forschungsgemeinschaft &quot;Das Ahnenerbe&quot;</p>
                <p>NS 31 SS-Hauptamt</p>
                <p>NS 32 II SS-Herlferinnenschule Oberehnheim</p>
                <p>NS 33 SS-Führungshauptamt</p>
                <p>NS 34 SS-Personalhauptamt</p>
                <p>N 1126 Nachlass Himmler</p>
                <p>NS 48 Sonstige zentrale Dienststellen und Einrichtungen der SS</p>
                <p>R 58 Reichssicherheitshauptamt</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Boberach, Heinz: Die schriftliche Überlieferung der Behörden des Deutschen Reiches 1871-1945. Sicherung, Rückführung, Ersatzdokumentation. In: Aus der Arbeit des Bundesarchivs. Beiträge zum Archivwesen, zur Quellenkunde und Zeitgeschichte. Boppard 1989, S. 50-61.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. dems., Teil 1, München 1991, S. 114-115; Teil 2, München 1995, S. 89</p>
                <p>Buchheim, Hans: Die SS - Das Herrschaftsinstrument. Befehl und Gehorsam (Anatomie des SS-Staates, Bd. 1). Olten und Freiburg i. Br. 1967.</p>
                <p>Granier, G., Henke, J., Oldenhage, K.: Das Bundesarchiv und seine Bestände. Boppard 1977, S. 41 ff., 51 u. 53.</p>
                <p>Henke, Josef: Das Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Beschlagnahme-Rückführung-Verbleib. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 30 (1982), S. 557-617.</p>
                <p>Rürup, Reinhard: Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt auf dem &quot;Prinz-Albrecht-Gelände&quot;. Eine Dokumentation. Berlin 2007.</p>
                <p>Wolfe, Robert: The Holdings of the Berlin Document Center. A Guide to the Collections. Unveröffentlichtes Manuskript (Berlin) 1994, S. 13-22.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit Wirkung vom 9. November 1936 Umwandlung der Chefadjutantur des Reichsführers SS in die Organisationseinheit &quot;Der Reichsführer-SS Persönlicher Stab&quot;; Funktion des Persönli‧chen Stabs Reichsführer SS - eines der Hauptämter der Reichsführung SS - als sachbear‧beitende Dienststelle des Reichsführers SS für Aufgaben, die nicht in die Zuständigkeit von Fachressorts der SS fielen; Ämtergliederung des Persönlichen Stabs Reichsführer SS in den Jahren 1942-1944: Amt Wewelsburg, Amt Ahnenerbe, Amt Lebensborn, Amt/Abteilung Presse, Amt München (künstlerische und architektonische Aufgaben in Verbindung mit dem SS-Wirt‧schafts-Verwaltungshauptamt), Amt Rohstoffe/Rohstoffamt, Amt für Volkstumsfragen, Zen‧tralinstitut für optimale Menschenerfassung (statistische und praktische Auswertung der &quot;Menschenerfassung&quot; bei SS und Polizei), Amt Stabsführung (interne Angelegenheiten des Stabs und der Ämter)</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Als Heinrich Himmler im Alter von 28 Jahren durch Verfügung Hitlers vom 20. Januar 1929 zum Reichsführer-SS ernannt wurde, zählten zur SS, damals noch eine Sonderformation der SA, lediglich rund 280 Mann. Oberstes Führungsorgan der im Frühjahr 1925 zum persönlichen Schutz Hitlers und zum Versammlungsschutz aufgestellten &quot;Schutzstaffeln der NSDAP&quot;, deren Kürzel &quot;SS&quot; wohl zur bekanntesten die Schreckensherrschaft des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland und Europa symbolisierenden Chiffre werden sollte, war die &quot;Oberleitung der Schutzstaffeln der NSDAP&quot;, die organisatorisch als Teil der Obersten SA-Führung in München fungierte. Auf dem Höhepunkt des zweiten Weltkriegs, zum 30. Juni 1944, umfaßte die SS dann knapp 800000 Mitglieder, davon allerdings allein beinah 600000 in der Waffen-SS [1]. Der bürokratische Apparat der SS war in diesen 15 Jahren durch Errichtung immer neuer Ämter, Hauptämter und sonstiger zentraler Einrichtungen auf der obersten Führungsebene und durch Bildung zahlreicher nachgeordneter Dienststellen und Institutionen ins Riesenhafte angewachsen. Gleichzeitig hatte sich - auch als Folge von Himmlers Führungsprinzip der Spaltung von Kompetenzen einerseits und der Verknüpfung institutionell aufgeteilter Kompetenzen durch Personalunion andererseits - das Organisationsgeflecht in der Spitze der zu einem, wenn nicht dem entscheidenden Herrschaftsinstrument gewordenen SS [2] als nahezu unüberschaubar herausgestellt.</p>
                <p>Die formale Loslösung der SS von der SA geschah in zwei Schritten. Der Mitteilung Himmlers an die SS vom 1. Dezember 1930, wonach &quot;die restlose Trennung von SA und SS vollzogen&quot; sei [3], war eine Anordnung Hitlers als des Obersten SA-Führers vom 14. Januar 1931 gefolgt, daß der Reichsführer-SS als Führer der Gesamt-SS dem Chef des Stabes, die SS als selbständiger Verband mit eigenem Dienstwege dem Reichsführer-SS unterstellt sei [4]. Mit der durch Hitlers am 20. Juli 1934 verfügten &quot;Erhebung&quot; der SS &quot;zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP&quot; fand dann die Bindung der SS an die SA ihren endgültigen Abschluß. Begründet wurde dies mit den großen Verdiensten, &quot;besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen des 30. Juni 1934&quot; [5], also des sogenannten &quot;Röhm-Putsches&quot;. Gleichzeitig wurde der Reichsführer-SS, wie der Stabschef der SA, Hitler direkt unterstellt.</p>
                <p>1929 hatte die Reichsführung-SS, die zunächst noch einen &quot;Geschäftsführer der Oberleitung&quot; kannte, im Rahmen der damals ebenso gering entwickelten Obersten SA-Führung einen sehr bescheidenen Zuschnitt. Der von Himmler betriebene institutionelle Ausbau der SS-Führungsspitze verlief deutlich parallel zur Entwicklung der Obersten SA-Führung, nachdem Ernst Röhm diese als Stabschef im Januar 1931 übernommen hatte. Wie bei dieser entstanden bis Mai 1931 in der Reichsführung-SS mehrere Abteilungen und Referate in folgender Gliederung [6]:</p>
                <p>Ia</p>
                <p>Gliederung, Ausbildung, Sicherheitsdienst</p>
                <p>Ib</p>
                <p>Motorisierung, Transportwesen</p>
                <p>Ic</p>
                <p>Nachrichtenwesen, Presse</p>
                <p>Id</p>
                <p>Bekleidung, Verpflegung, Unterkunft</p>
                <p>Iia</p>
                <p>Personalabteilung, Stellenbesetzung</p>
                <p>Iib</p>
                <p>Stärkennachweise</p>
                <p>III</p>
                <p>Ehrenangelegenheiten, Rechtsangelegenheiten</p>
                <p>Iva</p>
                <p>Geldverwaltung</p>
                <p>Ivb</p>
                <p>Ärztliche Versorgung der SS (Reichsarzt-SS)</p>
                <p>V</p>
                <p>Propaganda</p>
                <p>Aus diesen Organisationseinheiten entwickelte sich im Jahre 1932 das SS-Amt. Das Referat Ic wurde zum SD-Amt, ein Rasseamt, später Rasse- und Siedlungsamt, Anfang 1932 neu geschaffen.</p>
                <p>Das SD-Amt, später SD-Hauptamt, nahm mit der Ernennung Himmlers zum Inspekteur der Preußischen Polizei am 20. April 1934 und der Funktion Reinhard Heydrichs als Leiter sowohl des Geheimen Staatspolizeiamtes als auch des SD-Hauptamtes eine von der engeren Reichsführung-SS getrennte Entwicklung, die 1939 im Zusammenschluß von SD-Hauptamt und Hauptamt Sicherheitspolizei zum Reichssicherheitshauptamt mündete [7]. Zwar zählte das Reichssicherheitshauptamt ebenso wie das Hauptamt Ordnungspolizei, der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums und die Volksdeutsche Mittelstelle nach dem Verständnis von SS und NSDAP zur Organisation der SS-Führung; diese Behörden nahmen jedoch jenseits der gemeinsamen Führung durch Himmler als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei bzw. als Reichskommissar für die Festigung Deutschen Volkstums und der Verknüpfung von staatlichen und parteiamtlich geprägten Aufgaben im wesentlichen staatliche Funktionen wahr [8].</p>
                <p>Das SS-Amt von 1932, das ab 1935 als SS-Hauptamt firmierte [9], wurde unter Veränderung seiner Aufgaben bis in die Kriegsjahre hinein zur Keimzelle neuer Hauptämter. Sie entstanden beim immer stärkeren Ausbau der Reichsführung-SS durch zunehmende Führungs- und Verwaltungsaufgaben: Aufbau der bewaffneten Verbände, Aufbau und Führung der Waffen-SS im Kriege, Verwaltung der Konzentrationslager (KL) und der Wirtschaftsunternehmungen der SS, Aktivitäten im weltanschaulich-politischen Bereich.</p>
                <p>Der Befehl des Reichsführers-SS vom 14. Januar 1935 über die Neugliederung in der Reichsführung-SS mit Wirkung vom 20. Januar 1935 nannte neben dem SS-Hauptamt, dem SD-Hauptamt und dem Rasse- und neben dem SS-Hauptamt, dem SD-Hauptamt und dem Rasse- und Siedlungshauptamt auch den &quot;Stab Reichsführer-SS&quot;. Dieser gliederte sich in Chefadjutantur, Personalkanzlei, SS-Gericht, Revisionsabteilung und Stabskasse [10]. Aus der Chefadjutantur sollte dann später das Hauptamt Persönlicher Stab Reichsführer-SS entstehen. Der Stab Reichsführer-SS und das SS-Hauptamt waren dadurch personell eng miteinander verknüpft, daß die Chefs einzelner Ämter des Hauptamtes zugleich Funktionen im Stab wahrnahmen. So korrespondierten im</p>
                <p>SS-Hauptamt:</p>
                <p>Stab Reichsführer-SS:</p>
                <p>Personalamt (II)</p>
                <p>Personalkanzlei (II)</p>
                <p>Gerichtsamt (III)</p>
                <p>SS-Gericht (III)</p>
                <p>Verwaltungsamt (IV)</p>
                <p>Verwaltungschef-SS und Reichskassenverwalter (IV)</p>
                <p>Sanitätsamt (V)</p>
                <p>Reichsarzt-SS (V)</p>
                <p>Dazu kamen im SS-Hauptamt noch das Führungsamt (I) und das Ergänzungsamt (VI) sowie - dem Chef des SS-Hauptamts unmittelbar unterstellt - der Inspekteur der KL und der SS-Wachverbände, ab 1936 der SS-Totenkopfverbände, und, ab Herbst 1935, der Inspekteur der Verfügungstruppe.</p>
                <p>Nacheinander entstanden in der Folge aus den entsprechenden Organisationseinheiten im SS-Hauptamt bzw. im Stab Reichsführer-SS</p>
                <p>1939:</p>
                <p>-</p>
                <p>das SS-Personalhauptamt für die Personalangelegenheiten der SS-Führer</p>
                <p>[11],</p>
                <p>-</p>
                <p>das Hauptamt SS-Gericht [12],</p>
                <p>-</p>
                <p>das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft [13], das ab 1942 mit dem Hauptamt Haushalt und Bauten des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei und dem SS-Verwaltungsamt zum SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt vereinigt wurde [14],</p>
                <p>1940:</p>
                <p>-</p>
                <p>das SS-Führungshauptamt &quot;zur militärischen Führung der Waffen-SS und vor- und nachmilitärischen Ausbildung der Allgemeinen SS&quot; [15],</p>
                <p>-</p>
                <p>die &quot;Dienststelle SS-Obergruppenführer Heißmeyer&quot;, die Nationalpolitische Erziehungsanstalten und Heimschulen im Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung beaufsichtigte, gleichsam die Vorstufe eines geplanten Hauptamtes Nationalpolitische Erziehung [16].</p>
                <p>Dem SS-Hauptamt unter seinem Leiter SS-Gruppenführer Gottlob Berger verbliebenen im wesentlichen das Erfassungs- und Ergänzungswesen sowie Angelegenheiten der Schulung, insbesondere der in den &quot;germanischen Ländern&quot; rekrutierten SS-Angehörigen.</p>
                <p>Neben diesen Hauptämtern und Ämtern hatte sich Himmler schon früh eine eigene Geschäftsstelle zur Lenkung des Apparates und zur Aufsicht über ihm direkt unterstellte Institutionen und außerhalb der Ämter verbleibender Aufgaben in seiner Adjutantur geschaffen. In sie war am 15. Juni 1933 der mit Himmler gleichaltrige SS-Hauptsturmführer Karl Wolff [17] als hauptamtlicher Adjutant eingetreten. Wolff wurde sehr bald der engste Vertraute Himmlers, begleitete ihn auf Reisen und nahm an seinen Führungsaufgaben teil. Im Jahre 1935 wurde er Chefadjutant.</p>
                <p>Der Aufwertung der Chefadjutantur als einer ihrer ursprünglichen Aufgabe entwachsenen Institution trug Himmler Rechnung, als er sie mit Befehl vom 9. November 1936 zum Persönlichen Stab umwandelte [18]:</p>
                <p>&quot;1.) Mit Wirkung vom 9. November 1936 erhält die bisherige Chef-Adjutantur des Reichsführers-SS in Anbetracht ihrer Größe und ihres im Laufe der Jahre stark erweiterten Dienstbereichs die Bezeichnung &apos;Der Reichsführer-SS Persönlicher Stab&apos;.</p>
                <p>2.) Zum Chef des Persönlichen Stabes ernenne ich den SS-Brigadeführer Wolff.</p>
                <p>3.) Die neu zu errichtende Adjutantur des Reichsführers-SS bildet eine Abteilung des Persönlichen Stabes.&quot;</p>
                <p>Die gleichzeitige Erhebung des Persönlichen Stabes zu einem Hauptamt war nicht nur nicht ausgesprochen, sondern vermutlich auch nicht intendiert. Die zunehmenden Aufgaben des Persönlichen Stabes einerseits und die Rücksichtnahme auf die Stellung Wolffs gegenüber den 1939 neu etablierten Hauptamtschefs mögen Himmler bewogen haben, einen anderen Befehl vom 9. November 1936 später, im Jahre 1939, nachträglich dahin zu interpretieren, daß er den Persönlichen Stab bereits damals zu einem Hauptamt erhoben habe. In diesem Befehl vom 9. November 1936 [19] über die &quot;Neuordnung der Befehlsverhältnisse in der Gesamt-SS&quot; hatte er die &quot;Gliederung der Dienststelle Der Reichsführer-SS&quot; folgendermaßen bekanntgegeben: SS-Hauptamt, SD-Hauptamt, Rasse- und Siedlungshauptamt, Reichsführer-SS Persönlicher Stab; außerdem hatte der Chef der Ordnungspolizei, SS-Obergruppenführer Daluege, den Rang eines Hauptamtschefs. Im Befehl vom 1. Juni 1939, mit dem er das SS-Personalhauptamt und das Hauptamt SS-Gericht bildete, griff er diesen Befehl wieder auf und formulierte, daß er als Hauptämter eben diese &quot;festgesetzt hatte&quot;. Noch im Befehl vom 20. April 1939 zur Gründung des Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft hatte er jedoch erklärt, daß dieses &quot;ein Hauptamt wie die übrigen Hauptämter der Reichsführung-SS (SS-Hauptamt, SD-Hauptamt, Rasse- und Siedlungshauptamt, Hauptamt Ordnungspolizei und Hauptamt Sicherheitspolizei)&quot; sei. Noch hier also war von einem Hauptamt Persönlicher Stab nicht die Rede. Wolff wurde erst am 8. Juni 1939 rückwirkend zum Hauptamtschef ernannt [20].</p>
                <p>Funktion und Aufgabe des Persönlichen Stabes sind in einer Weisung vom 3. April 1937 zur Befehlsführung und Sachbearbeitung im Geschäftsbereich des Reichsführers-SS [21] folgendermaßen beschrieben: &quot;Der Persönliche Stab des Reichsführers-SS ist sachbearbeitende Dienststelle des Reichsführers-SS für diejenigen Angelegenheiten, die nicht in die Tätigkeitsbereiche der Chefs des SS-Hauptamtes, des SD-Hauptamtes, des Rasse- und Siedlungshauptamtes oder der sachbearbeitenden Zentralstellen gehören. Der Chef des Persönlichen Stabes hat alle Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit der Chefs des SS-Hauptamtes, des SD-Hauptamtes, des Rasse- und Siedlungshauptamtes oder der sachbearbeitenden Zentralstellen fallen, zuständigkeitshalber endgültig an diese abzugeben.</p>
                <p>Der Chef des Persönlichen Stabes führt gleichzeitig die Aufsicht über</p>
                <p>a) die Adjutantur des Reichsführers-SS,</p>
                <p>b) die Eingangstelle des Reichsführers-SS,</p>
                <p>c) die Kanzlei des Reichsführers-SS&quot;.</p>
                <p>Zwei Merkmale des Persönlichen Stabes sind damit aufgezeigt: Er sollte keine Aufgaben in Konkurrenz zu den Fachressorts der SS ausüben, sollte hingegen Himmlers sachbearbeitende Dienststelle für Aufgaben außerhalb dieser Ressorts sein, d.h. wenigstens z.T. die Fachaufsicht über Himmler unmittelbar unterstehende Institutionen ausüben. Die Funktion des Persönlichen Stabes als einer &quot;zentralen Befehlsstelle der Reichsführung-SS&quot; [22], die die Qualität seiner Aktenüberlieferung und damit des hier zu beschreibenden Archivalienbestandes bewirkt hat, ist hier nicht angesprochen. Beim Persönlichen Stab ressortierten darüber hinaus eine Anzahl von Chefstellen, deren Inhaber in Personalunion als Chefs der entsprechenden Ämter im SS-Hauptamt oder im SS-Führungshauptamt fungierten, die sich ihrerseits aber nicht zu eigenen SS-Hauptämtern entwickelten: Der Chef Reichsverteidigung war zugleich Chef des Amtes für Sicherungsaufgaben im SS-Hauptamt, später im SS-Führungshauptamt. Der Inspekteur für Leibesübungen war Chef des Amtes für Leibesübungen im SS-Hauptamt. Der Inspekteur für Nachrichtenverbindungen, zugleich Chef des Amtes Nachrichtenverbindungen im SS-Hauptamt, später im SS-Führungshauptamt, wurde in Chef des Fernmeldewesens umgenannt und firmierte gegen Kriegsende als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern, Chef des Fernmeldewesens. Ab 1942 hatte er z.B. aufgrund eines persönlichen Befehls Himmlers ein weibliches Nachrichtenkorps der SS aufzustellen und auszubilden [23]. Auch der Leiter des 1938 errichteten, 1944 aufgelösten und zunächst Himmler persönlich unterstellten SS-Fürsorge- und Versorgungsamtes versah eine Chefstelle im Persönlichen Stab.</p>
                <p>Zu den Einrichtungen, die Himmler durch den Persönlichen Stab unmittelbar lenkte, gehörten die Mitte der 30er Jahre geschaffenen wirtschaftlichen Unternehmungen der SS [24] (Nordland-Verlag GmbH, Porzellanmanufaktur Allach, Photogesellschaft F.F. Bauer GmbH, Anton Loibl GmbH, Gemeinnützige Wohnungs- und Heimstätten-GmbH und die Spargemeinschaft-SS, später SS-Spargemeinschaft e.V.), die Gesellschaft zur Förderung und Pflege Deutscher Kulturdenkmäler e.V., die Externsteine-Stiftung und die König-Heinrich I.-Gedächtnis-Stiftung. Alle diese Einrichtungen dienten in einer Wechselbeziehung zugleich finanziellen wie kulturellen, weltanschaulichen oder auch sozialen Zwecken. So kamen beispielsweise die Lizenzgebühren aus der Verwertung des Patents eines Pedalrückstrahlers für Fahrräder - der Erfinder Loibl war ein Kraftfahrer Hitlers - durch die Anton Loibl GmbH dem &quot;Ahnenerbe&quot; e.V. und dem Verein &quot;Lebensborn&quot; zugute. Die Porzellanmanufaktur Allach stellte außer Gebrauchsgeschirr Geschenkartikel her, die nicht in den Handel kamen, sondern allein von Himmler über den Persönlichen Stab bzw. die SS-Adjutantur zu bestimmten Anlässen an SS-Angehörige und deren Familien sowie an andere Empfängerkreise verteilt wurden [25]. Zu den Artikeln, die für die &quot;Geschenkkammer&quot; Himmlers produziert wurden, zählten Lebensleuchter und Kinderfriesteller, Julleuchter und Julteller, Plastiken wie SS-Fahnenträger, SS-Reiter, Landsknecht mit Lanze, Garde du Corps, Gaukler, Dackel, Berghirsch, Trachtengruppen u.a.m. Im Persönlichen Stab waren diese Wirtschaftsbetriebe einem &quot;Kulturreferat&quot; zugeordnet, ausgenommen die Spargemeinschaft-SS, für die die &quot;Abteilung Wirtschaftliche Hilfe&quot; zuständig war. Das Kulturreferat alten Zuschnitts wurde hinfällig, als 1938 alle Wirtschaftsunternehmungen dem SS-Verwaltungsamt im SS-Hauptamt wirtschaftlich und organisatorisch unterstellt wurden. Eine Ausnahme bildete die Porzellanmanufaktur Allach, die im Persönlichen Stab als &quot;Amt München&quot; institutionalisiert wurde.</p>
                <p>Zu den 1938 wirtschaftlich dem SS-Verwaltungsamt unterstellten Einrichtungen zählten auch die Externsteine-Stiftung mit dem Zweck der Erhaltung der vermeintlichen germanischen Kultstätte in der Nähe von Detmold [26], die König Heinrich I.-Gedächtnis-Stiftung, der die Pflege und Erhaltung des Quedlinburger Domes oblag, und die Gesellschaft zur Förderung und Pflege Deutscher Kulturdenkmäler e.V., die eine Reihe von Objekten betreute, zu deren bekanntesten die Wewelsburg bei Paderborn, der Sachsenhain bei Verden/Aller und die Ausgrabungsstätte Haithabu bei Schleswig gehörten. Damit verlor auch die &quot;Abteilung für kulturelle Forschung&quot;, die im Persönlichen Stab - zusammen mit einer Abteilung &quot;Ausgrabungen&quot; - bis dahin für diese Institutionen und andere Ambitionen Himmlers in kulturell-historisch orientierten Bereichen war, ihre ideelle Zuständigkeit und schließlich auch ihre organisatorische Basis.</p>
                <p>Nutznießer war die 1935 gegründete &quot;Lehr- und Forschungsgemeinschaft Das Ahnenerbe&quot;, die seit Ende des Jahres 1936 dem Persönlichen Stab angegliedert war und ab 1. April 1942 in der Organisationsform eines Amtes zum Persönlichen Stab gehörte [27]. Wirtschaftlich unterstand das &quot;Ahnenerbe&quot; allerdings seit 1938 ebenfalls dem SS-Verwaltungsamt.</p>
                <p>Das &quot;Ahnenerbe&quot; - mit Himmler als Präsident an der Spitze - hatte satzungsgemäß die Aufgabe, &quot;Raum, Geist, Tat und Erbe des nordrassischen Indogermanentums zu erforschen, die Forschungsergebnisse lebendig zu gestalten und dem Volke zu vermitteln&quot;. Zielvorstellungen, das &quot;Ahnenerbe&quot; zum &quot;Sammelbecken für alle kulturellen Bestrebungen des Reichsführers-SS&quot; zu machen, wurden durch Himmlers Führungsstil indessen dadurch in Frage gestellt, &quot;daß er nicht unbedingt alles im &apos;Ahnenerbe&apos; vereinigen wolle, um nicht zu viel wichtige und wesentliche Dinge an einer Stelle zu konzentrieren&quot; [28]. Über die frühe Konzeption hinaus versuchte sich das &quot;Ahnenerbe&quot; im Laufe seiner komplizierten, die geistige Verirrtheit und Verworrenheit von Himmlers Ideologie und Wissenschaftsvorstellungen prägnant dokumentierende Geschichte als ebenso skurrile wie den NS-Herrschaftsvorstellungen ganz konkret dienstbare Forschungsstätte für verschiedenste Bereiche der &quot;Kultur-&quot; und Naturwissenschaften. Während des Krieges dehnte es seine Tätigkeit weiter aus, z.B. in Form des sogenannten &quot;Germanischen Wissenschaftseinsatzes&quot; in den besetzten &quot;germanischen&quot; Ländern. Für seine publizistische Tätigkeit verfügte es über einen Ahnenerbe-Stiftungs-Verlag.</p>
                <p>In unmittelbare Verstrickung mit den menschenverachtenden und verbrecherischen Praktiken des NS-Regimes geriet das &quot;Ahnenerbe&quot; schließlich durch das ihm angegliederten &quot;Institut für wehrwissenschaftliche Zweckforschung&quot;, dessen Errichtung Himmler persönlich befohlen hatte. Unter dem Deckmantel angeblich kriegswichtiger Forschungen wurden an Konzentrationslager-Häftlingen grausame Versuche vorgenommen, die mit den Namen beteiligter Ärzte wie z.B. Dr. Siegmund Rascher verknüpft sind. Pervertierte &quot;Forschung&quot; betrieb Prof. Dr. August Hirt an der Reichsuniversität Straßburg mit seinen anthropologischen Untersuchungen an Schädeln und Skeletten zuvor in Auschwitz getöteter &quot;jüdisch-bolschewistischer Kommissare&quot; [29].</p>
                <p>Ein &quot;Kulturobjekt&quot;, das außerhalb der Zuständigkeit des &quot;Ahnenerbe&quot; blieb, war die in Ostwestfalen gelegene Wewelsburg, mit der Himmler dem Ordensgedanken der SS eine bleibende Kultstätte zu schaffen gedachte [30]. Um ihren Ausbau blieb Himmler, bis hin zur Bepflanzung des Burghangs mit Walnußbäumen, persönlich besorgt. Organisatorisch wurde auch sie in einem Amt beim Persönlichen Stab verankert.</p>
                <p>Ein weiteres Amt im Persönlichen Stab, das einen Verein repräsentierte, war das Amt Lebensborn. Der Verein &quot;Lebensborn&quot; war 1936 gegründet worden und hatte - entgegen nach Kriegsende publizierten, auf eine besondere Neugierde der damaligen Leserschaft abhebenden Unsinnigkeiten über &quot;SS-Zuchtanstalten&quot; - satzungsgemäß den Zweck, ganz im Sinne der NS-Rassenideologie und -Bevölkerungspolitik &quot;rassisch und erbbiologisch wertvolle&quot; kinderreiche Familien zu unterstützen und ledigen Müttern behilflich zu sein [31]. Zu deren Unterbringung wurden besondere Heime eingerichtet. In eine direkt schuldhafte Rolle geriet der &quot;Lebensborn&quot; während des Krieges als betreuende Organisation für &quot;rassisch wertvolle&quot; Kinder, deren Eltern verfolgt, in Konzentrationslager verbracht oder getötet worden waren; zu ihnen zählten beispielsweise die Kinder der Einwohner von Lidice und Lezáky, die im Zuge der Vergeltungsmaßnahmen für das Attentat auf Reinhard Heydrich erschossen oder in Konzentrationslager eingewiesen worden waren, und Kinder, deren Eltern als Angehörige der tschechischen Widerstandsbewegung hingerichtet worden waren [32].</p>
                <p>Die Pressebeobachtung war ein frühes Anliegen Himmlers. Das spätere Amt Presse im Persönlichen Stab hatte die Aufgabe, Himmler über Pressenachrichten auf dem Laufenden zu halten. Darüber hinaus oblagen ihm die Zusammenarbeit mit Presselenkungsstellen von Partei und Staat, gewisse Zensuraufgaben sowie der Aufbau von Wort- und Bilddokumentationen. Das Amt bereitete u.a. auch ein &quot;Organisationsbuch der SS&quot; vor, da nach dem Urteil seines Leiters &quot;nur sehr wenige SS-Führer einen vollständigen Überblick über die Organisation des Arbeitsbereichs des Reichsführers-SS im einzelnen haben [33].</p>
                <p>Zur Wahrnehmung von Aufgaben, die Himmler im Rahmen des 2. Vierjahresplans zugekommen waren, wurde ein &quot;Amt Vierjahresplan&quot; im Persönlichen Stab geschaffen. Es hatte mitzuarbeiten bei der Beschaffung von Arbeitskräften, bei der Bewirtschaftung von Bau- und Rohstoffen, bei energiewirtschaftlichen Problemen und bei einschlägigen Forschungsarbeiten. Im Jahre 1942 wurde es &quot;stillschweigend&quot; aufgelöst und in das &quot;Rohstoffamt&quot; eingebracht [34], das aus dem Stabsamt des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums hervorgegangen war [35].</p>
                <p>Eine sehr frühe Dienststelle, die Himmler bleibend mit dem Persönlichen Stab organisatorisch verknüpfte, war das von Dr. Ernst Robert Grawitz bis Kriegsende geleitete Amt &quot;Reichsarzt SS und Polizei&quot;. Grawitz ist weniger bekannt geworden als Dr. Karl Gebhardt, der Chefarzt des SS-Lazaretts Hohenlychen, in dessen Behandlung Himmler sich sehr häufig begeben hat und der als &quot;Oberster Kliniker beim Stab Reichsarzt SS und Polizei&quot; firmierte [36]. Endlich sind die &quot;SS-Mannschaftshäuser&quot; zu nennen; sie dienten seit Mitte der 30er Jahre der Zusammenfassung der SS-Angehörigen an den Hochschulen &quot;zur Heranbildung des von der SS benötigten wissenschaftlichen Nachwuchses&quot;, wie Himmler 1939 formulierte [37], als er diese Einrichtung dem Rasse- und Siedlungshauptamt entzog und zu einer &quot;Dienststelle der SS im Persönlichen Stab&quot; machte.</p>
                <p>Stellenplänen und Aufgabenbeschreibungen zufolge [38] hatte der Persönliche Stab Reichsführer-SS in den Jahren 1942/44 folgende Gliederung und Besetzung:</p>
                <p>Chef des Persönlichen Stabes Reichsführer-SS</p>
                <p>SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff</p>
                <p>Ämter</p>
                <p>Amt Wewelsburg:</p>
                <p>SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Siegfried Taubert, Burghauptmann der SS-Schule &quot;Haus Wewelsburg&quot;</p>
                <p>Amt Ahnenerbe:</p>
                <p>SS-Oberführer Professor Dr. Walter Wüst, Kurator und Amtschef; SS-Standartenführer Wolfram Sievers, Reichsgeschäftsführer und stellvertretender Amtschef</p>
                <p>Amt Lebensborn:</p>
                <p>SS-Standartenführer Max Sollmann, Vorstand und Amtschef</p>
                <p>Amt/Abt. Presse:</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Gerhard Radke, später SS-Obersturmführer Otto Behrendt</p>
                <p>Amt München:</p>
                <p>SS-Standartenführer Professor Karl Diebitsch (Bearbeitung aller künstlerischen und architektonischen Fragen in Verbindung mit dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt)</p>
                <p>Amt Rohstoffe/Rohstoffamt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Albert Kloth</p>
                <p>Amt für Volkstumsfragen:</p>
                <p>SS-Brigadeführer Erich Cassel, Amtschef und Verbindungsführer zur Reichsleitung der NSDAP und den Dienststellen des Reichsführers-SS</p>
                <p>Zentralinstitut für optimale Menschenerfassung:</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Dr. Albert Bartels (Statistische und praktische Auswertung der gesamten &quot;Menschenerfassung&quot; in SS und Polizei)</p>
                <p>Amt Stabsführung:</p>
                <p>Stabsführer SS-Oberführer Otto Ullmann, ab Februar 1943 SS-Standartenführer Paul Baumert (zuständig für alle internen Angelegenheiten des Stabes und der Ämter)</p>
                <p>mit den unmittelbar unterstellten</p>
                <p>Hauptabteilungen:</p>
                <p>SS-Adjutantur:</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Werner Grothmann</p>
                <p>Polizei-Adjutantur:</p>
                <p>Oberstleutnant der Schutzpolizei Willy Suchanek und SS-Hauptsturmführer Martin Fälschlein</p>
                <p>Persönliches Referat Reichsführer-SS:</p>
                <p>SS-Standartenführer Dr. Rudolf Brandt, Ministerialrat, Persönlicher Referent des Reichsführers-SS und Reichsminister des Innern</p>
                <p>Sachbearbeiter Chef Persönlicher Stab (S.B.Ch.P.):</p>
                <p>SS-Obersturmführer Heinrich Heckenstaller</p>
                <p>Orden und Gäste:</p>
                <p>SS-Standartenführer Hans von Uslar, später SS-Sturmbannführer Dr. Helmut Fitzner</p>
                <p>Verwaltung:</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Oskar Winzer, später SS-Obersturmbannführer Christian Mohr (Verwaltung des Stabes und der unterstellten Ämter)</p>
                <p>Wirtschaftliche Hilfe:</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Dr. Helmut Fitzner (Entschuldungs- und Darlehensangelegenheiten für die SS)</p>
                <p>Personal:</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Fritz Breitfeldt</p>
                <p>SS-richterlicher Verbindungsführer:</p>
                <p>SS-Standartenführer Horst Bender</p>
                <p>Der Beauftragte für das Diensthundewesen beim Reichsführer-SS:</p>
                <p>SS-Oberführer Franz Mueller (Darß) (Diensthundefragen der Waffen-SS und Polizei beim Reichsführer-SS)</p>
                <p>und</p>
                <p>Abteilungen:</p>
                <p>-</p>
                <p>Auszeichnungen und Orden (unterstellt der SS-Adjutantur; Bearbeitung hoher Auszeichnungen in Waffen-SS und Polizei)</p>
                <p>-</p>
                <p>Schriftgutverwaltung und Geschäftszimmer (Schriftgut-Registrierung und -Verwahrung)</p>
                <p>-</p>
                <p>Nachrichtenstelle (Überwachung der gesamten Nachrichtenmittel der Berliner Dienststelle des Reichsführers-SS)</p>
                <p>-</p>
                <p>Fahrdienst</p>
                <p>-</p>
                <p>Kommandeur der Stabsabteilung der Waffen-SS (Führung und Betreuung sämtlicher zum Persönlichen Stab versetzten Waffen-SS-Angehörigen).</p>
                <p>In dieser Übersicht ist eine Reihe von weiteren Einrichtungen noch erwähnt, die Himmler persönlich unterstanden, im Persönlichen Stab &quot;bearbeitet&quot; wurden und dort aktenmäßig belegt sind. Dazu zählten z.B. der Reichsführer-SS Persönlicher Stab, Abteilung F, SS-Lager Dachau - Haus 13, Ernährungswissenschaftliches Versuchsgut. Leiter war Dr. Karl Fahrenkamp; seine Aufgabe bestand vor allem in der Entwicklung von Präparaten u.a. zur Förderung des Pflanzenwachstums. Etwa 1940 wurde die Dienststelle Inspekteur für Statistik eingerichtet. Sie führte ab Januar 1944 die Bezeichnung Statistisch-wissenschaftliches Institut des Reichsführers-SS, wurde von Dr. Richard Korherr geleitet und war mit der Anfertigung statistischer Arbeiten für Himmler beauftragt. Zu nennen in diesem Zusammenhang sind noch ad hoc gebildete Sondereinrichtungen wie der Beauftragte des Reichsführers-SS im Stab des Sonderbeauftragten für die Überprüfung des zweckmäßigen Kriegseinsatzes, General von Unruh, SS-Standartenführer Harro With, und der Reichsführer-SS Sonderstab Oberst Streck, der Zuschriften über Mißstände in Dienststellen und Truppen zu verfolgen hatte. Einem weiteren der zahllosen Interessenbereiche Himmlers, dem der Erschließung von Rohstoffen im Kriege, ist wohl zuzuschreiben, daß er nicht nur sehr persönlich z.B. um die Zucht von Karakulschafen und perennierendem Roggen oder um die Gewinnung von Ölschiefer besorgt war, sondern daß er sich von Göring offiziell zum Sonderbeauftragten für alle Fragen des Pflanzenkautschuks ernennen ließ [39]. Mit großem Aufwand wurden in den besetzten polnischen und sowjetischen Gebieten Anbauversuche mit Kok-Sagys, einer im europäischen Rußland vorkommenden Pflanze, unternommen, um daraus für die deutsche Kriegswirtschaft verwertbare Mengen von Naturgummi zu gewinnen.</p>
                <p>Die Geschäfte des Persönlichen Stabes im engeren Sinne führte das Amt Stabsführung mit den unterstellten Hauptabteilungen und Abteilungen. Die anderen Ämter - das Amt für Volkstumsfragen und das Zentralinstitut für optimale Menschenerfassung (mit Aufgaben statistischer Arbeitskräfteerfassung unter Anwendung des Hollerith-Verfahrens), die erst gegen Kriegsende errichtet wurden und anscheinend ohne Bedeutung und Aktenniederschlag blieben, wurden nur der Vollständigkeit wegen aufgeführt - gehörten zum Persönlichen Stab, hatten jedoch getrennte Dienstsitze und eigene Registraturen.</p>
                <p>Die wichtigsten Organisationseinheiten im Amt Stabsführung waren die Hauptabteilungen Persönliches Referat Reichsführer-SS und S.B.Ch.P. (Sachbearbeiter Chef Persönlicher Stab) sowie die Adjutanturen. Der Beauftragte für das Diensthundewesen arbeitete außerhalb der Dienststelle Persönlicher Stab. Der SS-richterliche Verbindungsführer befand sich zwar stets in der Umgebung Himmlers, führte jedoch seine Amtsgeschäfte getrennt vom Amt Stabsführung; seine Registratur ging in die Schriftgutverwaltung des Persönlichen Stabes nicht ein [40].</p>
                <p>Die wesentliche Aufgabe Wolffs als Chef des Persönlichen Stabes bestand darin, Himmler als engster Mitarbeiter und Vertrauter bei seinen Führungsaufgaben zu unterstützen. Durch die Ernennung zum Verbindungsführer des Reichsführers-SS bei Hitler am 26. August 1939 wandelte sich seine Funktion. Er hielt sich nunmehr in unmittelbarer Umgebung Hitlers, d.h. auch in dessen Feldquartieren auf. Ohne eine fachliche Kompetenz zu haben, sollte er Himmler über die Entwicklung im Führerhauptquartier auf dem Laufenden halten und für Rückfragen aus dem Führerhauptquartier zur Verfügung stehen. Die dem Chef Persönlicher Stab unmittelbar zuarbeitende Stelle war die Hauptabteilung S.B.Ch.P. (Sachbearbeiter Chef Persönlicher Stab). Der Amtsinhaber oder einer seiner Mitarbeiter hatte jeweils bei Wolff im Führerhauptquartier Dienst zu tun [41].</p>
                <p>Als Wolff im Februar 1943 schwer erkrankte, übernahm Himmler die Führung des Hauptamtes Persönlicher Stab zunächst &quot;bis auf weiteres&quot; selbst. Wolff kehrte in diese Position nicht mehr zurück; nach seiner Genesung im Sommer 1943 bereitete er sich auf seine Funktion in Italien vor [42]. Himmler ernannte keinen neuen Chef des Persönlichen Stabes, sondern nahm diese Funktion auch weiterhin selbst wahr. Die Hauptabteilung S.B.Ch.P. löste er auf.</p>
                <p>Der engste Mitarbeiter Himmlers war nach Wolff, insbesondere seit Wolffs Ernennung zum Verbindungsführer bei Hitler und schließlich zum Höchsten SS- und Polizeiführer in Italien, sein persönlicher Referent Dr. Rudolf Brandt. Dessen ohnehin großes Aufgabengebiet erweiterte sich mit der Ernennung Himmlers zum Reichsminister des Innern um die Bearbeitung von Aufgaben auch aus dem Bereich dieses Ministeriums. Brandt arbeitete stets in der unmittelbaren Nähe Himmlers. Seine Befugnisse reichten über die eines persönlichen Referenten, der Himmler auch auf Reisen begleitete und z.B. als ausgebildeter Stenograph die Reden Himmlers aufnahm, weit hinaus. Er entschied darüber, welche Post Himmler vorgelegt wurde oder nicht, hielt täglich Vortrag über anliegende Probleme, setzte Weisungen des Reichsführers-SS selbständig um und wehrte Anliegen ab, wenn sie vom Inhalt oder Zeitpunkt her als Himmler nicht vorlegbar erschienen. Auch ohne die Entscheidungen Himmlers persönlich einzuholen, konnte er in Einzelfällen dessen Entscheidung oder Meinung als gegeben voraussetzen und entsprechend handeln.</p>
                <p>Die Polizeiadjutanten hatten im wesentlichen &quot;vortragende&quot; bzw. &quot;übermittelnde&quot; Funktionen. Die Polizeiadjutantur war die Geschäftsstelle der beiden Verbindungsführer des Reichssicherheitshauptamtes und des Hauptamtes Ordnungspolizei. Suchanek befand sich im Kriege stets in Himmlers Feldkommandostelle, während Fälschlein den Dienst in Berlin versah. Im Unterschied zu der Polizeiadjutantur übte die SS-Adjutantur neben der Aufgabe der Adjutanten, den Reichsführer-SS zu &quot;begleiten&quot;, auch sachbearbeitende Tätigkeit wie Terminfestlegungen, Reisevorbereitungen, Bearbeitung von Einladungen, Glückwünschen und Geschenken aus. Sie bearbeitete außerdem sachliche und personelle Angelegenheiten der Waffen-SS, hielt Kontakt zum SS-Hauptamt und SS-Führungshauptamt sowie zu den Fronteinheiten der Waffen-SS. In München, Karlstraße 10, unterhielt die SS-Adjutantur eine Zweigstelle, besetzt mit SS-Hauptsturmführer Schnitzler. Dienstsitz des Persönlichen Stabes war das Gebäude Prinz Albrecht-Straße 8 in Berlin, das zugleich Dienstsitz Himmlers als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern sowie des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD (Reichssicherheitshauptamt) war [43].</p>
                <p>Im Kriege arbeitete Himmler sehr häufig in verschiedenen &quot;Feldkommandostellen&quot;. Zu den beständigsten Aufenthaltsorten zählte die Feldkommandostelle &quot;Hochwald&quot; in einem Wald bei Großgarten in Ostpreußen, ca. 40 km entfernt vom Führerhauptquartier &quot;Wolfsschanze&quot; [44]. Kommandant der Feldkommandostelle Reichsführer-SS und für deren Sicherheit verantwortlich war der SS-Obersturmbannführer Josef Tiefenbacher. Ihm unterstanden die SS- und Polizei-Begleiteinheiten sowie der Sonderzug &quot;Steiermark&quot;, Himmlers rollende Feldkommandostelle, der ihn zu den gewünschten Zielorten brachte oder ihn auch Hitlers Sonderzug folgen ließ. Dies geschah beispielsweise nach dem deutschen Einmarsch in Jugoslawien im April 1941, als Himmlers Sonderzug in Hitlers Nähe in Bruck/Murr abgestellt wurde. Seine Autokolonne hatte die Bezeichnung &quot;Sonderzug Heinrich&quot;. In der Nähe von Hitlers Führerhauptquartier &quot;Wehrwolf&quot; bei Winniza in der Ukraine hatte Himmler seine Feldkommandostelle &quot;Hegewald&quot; in einem volksdeutschen Siedlungsgebiet südlich von Shitomir errichtet.</p>
                <p>Die zunehmenden Luftangriffe auf Berlin machten es nötig, Ausweichquartiere außerhalb der Stadt zu suchen. Diese nahmen offenbar größere Bereiche der Dienststelle auf und verfügten über Einrichtungen, die der Sicherheit Himmlers und seines engeren Mitarbeiterstabes auch bei längerer Anwesenheit gerecht werden konnten. Das größte und systematisch ausgebaute Objekt war anscheinend die Ausweichstelle &quot;Birkenwald&quot; bei Prenzlau (Uckermark). Auf einem von der Stadtverwaltung überlassenen Areal von ca. 290.000 m2 mit einigen festen Gebäuden erfolgten Ausbauten bis in die letzten Kriegsmonate; die Verlegung eines Anschlußgleises für den Sonderzug &quot;Steiermark&quot; befand sich im November 1944 noch im Planungsstadium. Die Ausweichstelle hatte auch Unterkünfte für Himmler, seinen persönlichen Referenten und die Adjutanten. Für das Jahr 1944 ist in den Akten des Persönlichen Stabes die Existenz der Ausweichstellen &quot;Bergwald&quot; und &quot;Tannenwald&quot; nachgewiesen, ebenso auch für März 1945 das Ausweichlager &quot;Frankenwald&quot; in Bad Frankenhausen (Krs. Sondershausen/Thüringen) [45].</p>
                <p>_________________________</p>
                <p>[1] Vgl. die Angaben des Statistisch-wissenschaftlichen Instituts des Reichsführers-SS in NS 19/1471.</p>
                <p>[2] Vgl. Hans Buchheim, Die SS - Das Herrschaftsinstrument. Befehl und Gehorsam (Anatomie des SS-Staates, Bd. 1), Olten und Freiburg i. Br 1965.</p>
                <p>[3] SS-Befehl Nr. 20 vom 1. 12. 1930 (NS 19/1934).</p>
                <p>[4] SA-Befehl Nr. 1 (gleichzeitig für SS) vom 16. 1. 1931 (NS 19/1934).</p>
                <p>[5] Verfügung Hitlers vom 20. 7. 1934 bei Gerd Rühle, Das Dritte Reich, 1934, S. 237.</p>
                <p>[6] Stabsbefehl vom 12. 5. 1931 (NS 19/1934).</p>
                <p>[7] Vgl. Shlomo Aronson, Reinhard Heydrich und die Frühgeschichte von Gestapo und SD, Stuttgart 1971 sowie Buchheim (oben Anm. 3).</p>
                <p>[8] Vgl. Das Bundesarchiv und seine Bestände, hrsg. von Gerhard Granier, Josef Henke, Klaus Oldenhage, 3. Aufl., Boppard 1977, S. 41 ff., 51 und 53.</p>
                <p>[9] Bundesarchiv-Bestand NS 31.</p>
                <p>[10] SS-Hauptamt, Stabsbefehl Nr. 6 (NS 31/70). In einem Befehl zur Umbildung der Reichsführung-SS vom 9.2.1934 hatte Himmler für seinen Stab mit den Abteilungen I. Adjutantur, II. Personalabteilung, III. Gerichtsabteilung, IV. Revisionsabteilung und V. Pressabteilung lediglich die Dienstbezeichnung &quot;Der Reichsführer-SS&quot; verfügt (NS 17/135, Kopie in NS 19/4041).</p>
                <p>[11] Befehl vom 1.6.1939 (NS 19/3901); Restakten des SS-Personalhauptamtes im Bundesarchiv-Bestand NS 34.</p>
                <p>[12] Ebenfalls Befehl vom 1.6.1939 (ebd.); Bundesarchiv-Bestand NS 7.</p>
                <p>[13] Befehl vom 20.4.1939 (NS 19/1166).</p>
                <p>[14] Befehl vom 19.1.1942 (NS 19/3904); Bundesarchiv-Bestand NS 3.</p>
                <p>[15] Befehle vom 15.8.1940 und 5.9.1940 (NS 19/3903); erhalten gebliebene Akten des SS-Führungshauptamt im Bundesarchiv-Bestand NS 33.</p>
                <p>[16] Vgl. Befehl Himmlers vom 12.1.1941 (NS 19/3903), ferner Schreiben des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an den Reichsminister der Finanzen vom 7.11.1941 (R 2/12745).</p>
                <p>[17] Unterlagen über persönliche und privatdienstliche Angelegenheiten Wolffs finden sich in NS 19/3456 sowie in den weiteren unten in Abschnitt B. 2 beschriebenen Archivalieneinheiten; dazu auch das Wolff betreffende Dossier (Kopien) in den Unterlagen des Freundeskreises Reichsführer-SS in NS 48/81.</p>
                <p>[18] NS 19/3901. Himmler gab den Wortlaut des Befehls in einer - lange als unvollständig überliefert geltenden - Rede anläßlich der SS-Gruppenführertagung am 8.11.1936 in Dachau bekannt (NS 19/4003; vgl. auch Anm. 72).</p>
                <p>[19] NS 19/3902.</p>
                <p>[20] Siehe die Wolff betreffenden Unterlagen des Freundeskreises Himmler (Kopien) in NS 48/81.</p>
                <p>[21] NS 19/2881.</p>
                <p>[22] Gunther d&apos;Alquen, Die SS. Geschichte, Aufgabe und Organisation der Schutzstaffeln der NSDAP, Berlin 1939, S. 24.</p>
                <p>[23] Die erhalten gebliebenen Akten der SS-Helferinnenschule Oberehnheim befinden sich im Bundesarchiv-Bestand NS 32 II.</p>
                <p>[24] Vgl. Anmerkung 23.</p>
                <p>[25] Vgl. dazu z.B. die unten in Abschnitt B.1.6 beschriebenen Archivalien.</p>
                <p>[26] Vgl. Klaus Gruna, Die Externsteine können sich nicht wehren, in: Menschen, Landschaft und Geschichte, hrsg. von Walter Först, Köln und Berlin 1965, S. 239-249.</p>
                <p>[27] Überlieferung des &quot;Ahnenerbes&quot; im Bundesarchiv-Bestand NS 21. - Vgl. Michael H. Kater, Das &quot;Ahnenerbe&quot; der SS 1935-1945. Ein Beitrag zur Kulturpolitik des Dritten Reiches, Stuttgart 1974.</p>
                <p>[28] Aktennotiz des Reichsgeschäftsführers des &quot;Ahnenerbes&quot;, Wolfram Sievers, vom 4.11.1937 über einen Besuch Pohls im &quot;Ahnenerbe&quot; am 2.11.1937 (NS 21/779).</p>
                <p>[29] Vgl. u.a. Reinhard Henkys, Die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, Stuttgart und Berlin 1964, S. 66, 69 f., 247. Sievers wurde wegen der verbrecherischen Tätigkeit des Instituts im Nürnberger Ärzteprozeß zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hirt ist seit Kriegsende verschollen. Rascher wurde noch auf Befehl Himmlers wegen einer Kindesunterschiebung hingerichtet.</p>
                <p>[30] Vgl. Heiner Lichtenstein, Wo Himmler residieren wollte, in: Menschen, Landschaft und Geschichte (oben Anm. 29), S. 115-128 und Karl Hüser, Wewelsburg 1933 bis 1945. Kult- und Terrorstätte der SS. Eine Dokumentation, Paderborn 2. Aufl. 1987.</p>
                <p>[31] Vgl. Georg Lilienthal, Der &quot;Lebensborn e.V.&quot; Ein Instrument nationalsozialistischer Rassenpolitik, Stuttgart, New York 1984.</p>
                <p>[32] Vgl. den Schriftwechsel zur Unterbringung tschechischer Kinder 1943-1944 (NS 19/375) sowie Marc Hillel und Clarissa Henry, Lebensborn e.V. Im Namen der Rasse, Wien, Hamburg 1975.</p>
                <p>[33] Rechenschaftsbericht des Amtschefs vom 1.11.1942 (NS 19/2985).</p>
                <p>[34] Schreiben des SS-Standartenführers Kloth an SS-Obergruppenführer Wolff vom 3. 8. 1942 (NS 19/349).</p>
                <p>[35] Aktenvermerk von SS-Standartenführer Kloth vom 4.10.1943 zur. Errichtung der Dienststelle m.W. vom 15.1.1942 und Schreiben des Rohstoffamtes an die Verwaltung des Persönlichen Stabes vom 22.9.1943 (NS 19/1786).</p>
                <p>[36] Vgl. Henkys (oben Anm. 36), sowie Trials of War Criminals before the Nuernberg Military Tribunals under Control Council Law No. 10, Vols. 1-2, Washington, D. C. 1950, und Alexander Mitscherlich und Fred Mielke (Hrsg.), Medizin ohne Menschlichkeit. Dokumente des Nürnberger Ärzteprozesses, Heidelberg 1949.</p>
                <p>[37] SS-Befehl vom 12.2.1939 (NS 19/3901).</p>
                <p>[38] NS 19/2881.</p>
                <p>[39] Ernennungsschreiben vom 9.7.1943 (NS 19/1802).</p>
                <p>[40] Überlieferungsreste im Bundesarchiv-Bestand NS 7.</p>
                <p>[41] Anklageschrift der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München II im Strafverfahren gegen Karl Wolff; vgl. auch Anmerkung 22.</p>
                <p>[42] Zur Übernahme des Persönlichen Stabs durch Himmler selbst siehe NS 48/81; zu Wolffs späterer Verwendung in Italien vgl. auch NS 19/3456.</p>
                <p>[43] Vgl. Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt auf dem &quot;Prinz-Albrecht-Gelände&quot;. Eine Dokumentation, hrsg. von Reinhard Rürup, Berlin 8. Aufl. 1991.</p>
                <p>[44] Vgl. Peter Hoffmann, Die Sicherheit des Diktators, München 1976, S. 219.</p>
                <p>[45] Die Errichtung von Ausweichstellen dokumentieren im wesentlichen die unten in Abschnitt A. 1 beschriebenen Archivalien sowie weitere verstreute, über die Indices greifbare Unterlagen. Zu Birkenwald siehe vor allem NS 19/2888, 3273, 2211 und 1518.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sammlung von Befehlen, Erlassen, Anordnungen, Rundschreiben 1940-1945 (43), Chef, Adjutantur 1940-1945 (2), Allgemeines, Organisation, innerer Dienst 1932-1945 (9), Kom‧mandoamt der Allgemeinen SS 1933-1945 (80), Kommandoamt der Waffen-SS 1939-1945 (60), Kommandostab Reichsführer SS 1940-1945 (71), Persönliches Amt - Abwehrbeauf‧tragter 1936-1945 (21), Verwaltungsamt 1935-1945 (4), SS-Personalamt 1933-1944 (6), Waffenamt 1942-1945 (4), Kraftfahrwesen 1941-1945 (6), Führer- und Unterführer-Ausbil‧dung 1933-1945 (9), Waffeninspektion 1940-1945 (6), Sanitätswesen 1937-1945 (10)</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 34</p>
                <p>In der Sammlung &quot;Berlin Document Center&quot; (vgl. Bestand R 9361) befindet sich eine Sammlung mit Listen zu ca. 240.000 SS-Angehörigen (60 AE). Weitere Sachakten und personenbezogene Unterlagen (179) liegen in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) vor (Datenbank)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>SS-Befehlsblatt, 1932/33-1944 (NSD 41/2); Verordnungsblatt der Waffen-SS, 1940-1945 (NSD 41/1)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 118; The Holdings of the Berlin Document Center. A Guide to the Collections, Berlin (masch.) 1994, S. 68</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 Ausgliederung des SS-Führungsamtes aus dem SS-Hauptamt und Aufbau zum eigen‧ständigen Hauptamt als Kommandostelle für die Waffen-SS und als zentrale Instanz für die vor- und nachmilitärische Ausbildung der Allgemeinen SS</p>
              </scopecontent>
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                <physdesc>
                  <extent>110 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>1. Dienststellenverwaltung 1943-1945 (5)</p>
                <p>2. Aufgabenverwaltung 1932-1945 (93)</p>
                <p>2.1. Sammlung von Befehlen, Erlassen und Rundschreiben 1934-1945 (10)</p>
                <p>2.2. Personalwesen im Allgemeinen 1932-1945 (24)</p>
                <p>2.3. Personalangelegenheiten der SS-Führer und SS-Unterführer 1933-1945 (42)</p>
                <p>2.4. Personalangelegenheiten des Reichssicherheitshauptamtes 1935-1945 (17)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Aktenpläne und sonstige Registraturhilfsmittel sind nicht überliefert, so dass kaum Aussagen über die Schriftgutverwaltung der SS-Personalkanzlei bzw. des SS-Personalhauptamtes möglich sind. Immerhin lässt sich wohl eine deutliche Trennung zwischen den beim SS-Personalhauptamt geführten Personalakten der SS-Führer und den Sachakten der Dienststelle feststellen. Innerhalb der Sachakten scheinen die Akten für die Personalkanzlei durchgängig, für das SS-Personalhauptamt bis 1942 nach Organisationseinheiten (unter Hinzufügung der Kürzel der Bearbeiter und Kanzleikräfte) und Tagebuch-Nummern gegliedert gewesen zu sein, ehe ab 1943 auch Aktenzeichen eines sachthematisch orientierten, offenbar organisationsunabhängigen Aktenplans nachweisbar sind. Dennoch scheinen bis Kriegsende an die Organisationseinheiten gebundene Ablagen zumindest nicht ungewöhnlich zu sein; die beiden Schwerpunkte des hier verzeichneten Rest-Bestandes stammen eindeutig aus Ablagen des zuletzt als Leiter des Persönlichen Büros des Hauptamtchefs und als Amtschef des Zentralamts (I) fungierenden SS-Obersturmbannführers Alfred Franke-Gricksch, die auch privatdienstliche Handakten umfassen.</p>
                <p>Das allgemeine Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit ereilte auch das Schriftgut des SS-Personalhauptamtes. Selbstvernichtungen, Vernichtungen durch Feindeinwirkungen, Verluste infolge Verlagerung, Beschlagnahmung, Umlagerung, Entnahmen etc. führten zu einem fast vollständigen Verlust der Sachakten, während die Personalakten der SS-Führer relativ vollständig erhalten blieben. Diese bilden nach der Übergabe der amerikanischen Verwaltung an das Bundesarchiv eine weitere Quelle zum Verständnis des SS-Personalhauptamtes. Die im Bestand NS 34 vereinigten Bestandssplitter stammen zum größten Teil aus dem 1962 von der amerikanischen Regierung unter dem Sammeltitel &quot;Records of the Reich Leader of the SS and Chief o the German Police&quot; zurückgegebenen Akten der Reichsführung SS (Record Group 1010, Zugang I 169/62). Unter den aus diesem Aktenkomplex stammenden Archivalien sind die bereits erwähnten Restakten der Ablage des SS-Obersturmbannführers Franke-Gricksch sowie der Abteilung II 7 (Personalia des Reichssicherheitshauptamtes) an dieser Stelle noch einmal hervorzuheben.</p>
                <p>Hinzu kommen neben vereinzelten Abgaben aus nicht biographisch geordneten Beständen des ehemaligen Berlin Document Center schließlich &quot;Rückführungen&quot; aus der im Berlin Document Center ebenfalls 1962 dem Bundesarchiv überlassenen &quot;Sammlung Schumacher&quot; (Zugang I 217/62). Bei der Einordnung der aus dieser Sammlung Schumacher stammenden Schriftgutreste wurde eine Aufsplitterung der in der Sammlung gebildeten thematischen Komplexe nach strengen Provenienzgesichtspunkten dann vermieden, wenn eine weitere Aufteilung wenig sinnvoll erschien.</p>
                <p>Ebenfalls nicht ganz provenienzgerecht erfolgte die Bildung eines Teils der in diesem Findbuch verzeichneten Befehlssammlungen. Auch hier wird man verschiedene Provenienzen feststellen, doch hat sich bei der vor einigen Jahren durchgeführten Ordnung der von verschiedenen Dienststellen des Reichsführers-SS ergangenen und zunächst in einer &quot;SS-Befehlssammlung&quot; vereinigten Befehle, Anordnungen, Verfügungen und Mitteilungen die Bildung chronologischer Serien nach der Ausstellerprovenienz (Reichsführer-SS, Hauptämter bzw. unterstellte Organisationseinheiten) und deren Zuweisung zu den entsprechenden Provenienzbeständen als zweckmäßig erwiesen. Die z.B. in den Bänden NS 34/60 und 21, unabhängig von den jeweiligen Adressaten bzw. Ablageregistraturen gesammelten allgemeinen Befehle, Erlasse, Anordnungen und Mitteilungen der SS-Personalkanzlei bzw. des SS-Personalhauptamtes bilden eine für die Organisationsgeschichte und die Aufgabenerledigung des SS-Personalhauptamtes unersetzliche Quelle.</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch basiert auf der von Dr. Josef Henke in der 1980er Jahren erfolgten Verzeichnung des Bestandes. Neuzugänge aus der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit&quot; (26 Sachakten) sowie diverse weitere kleinere, zwischenzeitlich erfolgte Aktenrückgaben runden seit 2007 den Bestand ab. Zahlreiche SS-Führerpersonalakten sowie weitere personenbezogene Einzelvorgänge sind weiterhin in der Sammlung &quot;NS-Archiv des MfS&quot; (ca. 3.000 AE in Bestand R 9355) und im 1994 aus US-amerikanischer Besatzungshoheit an das Bundesarchiv übergebenen Bestand &quot;Berlin Document Center&quot; (BDC; ca. 62.000 AE) recherchier- und benutzbar. Die aus dem BDC stammende &quot;Kartei der Oberabschnitte der Allgemeinen SS&quot; wurde in NS 34 integriert.</p>
                <p>Unabhängig von diesem Zuwachs ist es in jedem Fall unerlässlich, für die Dokumentierung der Personalverwaltung der Reichsführung der SS die umfangreicheren Bestände der übrigen Hauptämter der SS, insbesondere des Persönlichen Stabes Reichsführer-SS (NS 19), des SS-Hauptamtes (NS 31), des SS-Führungshauptamtes (NS 33), des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes (NS 3) sowie der Führungsstellen und Oberkommandos der Waffen-SS (RS 1) als komplementäre Quellen heranzuziehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Sammlungen Berlin Document Center (BDC) und NS-Archiv des MfS</p>
                <p>NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS</p>
                <p>NS 31 SS-Hauptamt</p>
                <p>NS 33 SS-Führungshauptamt</p>
                <p>NS 3 SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt</p>
                <p>RS 1 Führungsstellen und Oberkommandos der Waffen-SS</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>SS-Verordnungsblatt, 1940-1945, NSD 41/1</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Klietmann, Kurt-Gerhard: Die Waffen-SS. Eine Dokumentation, Osnabrück 1965.</p>
                <p>Wegner, Bernd: Hitlers politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933-1945. Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite, 7. Aufl., Paderborn 2006.</p>
                <p>The Holdings of the Berlin Document Center. A Guide to the Collections (unveröff. Manuskript), Berlin 1994, S. 55-58 u. 67.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Entwicklung der für die Personalverwaltung innerhalb der Reichsführung der SS zuständigen Organisationseinheiten ist eng mit dem allgemeinen Anwachsen und institutionellen Ausbau des bürokratischen Apparates der SS seit der Ernennung Heinrich Himmlers zum Reichsführer SS Anfang 1929 verknüpft. Bereits die für 1931 nachzuweisende Gliederung der Reichsführung SS führte die Abteilung bzw. Referate II a - Personalabteilung, Stellenbesetzung - und II b - Stärkenachweise - auf, die auch in das 1932 entstandene SS-Amt übernommen wurden. Unter wechselnden Bezeichnungen - z.B. (Abt.) II, II (P), (Abt.) P I, P II sowie mit den Untergliederungen P 1 und P 2 bzw. II P 1 und II P 2 - ist diese Organisationseinheit des SS-Amtes nachweisbar, bis mit der Umwandlung des SS-Amtes in das SS-Hauptamt Anfang 1935 die Bezeichnung &quot;SS-Personalamt&quot; eingeführt wurde. Da das SS-Personalamt dem Chef des SS-Hauptamtes unterstand und bis zu den einschneidenden Umgliederungen des SS-Hauptamtes in den Kriegsjahren als Organisationseinheit des SS-Hauptamtes bestehen blieb, sind dessen Überlieferungsreste Teile des Bundesarchiv-Bestandes NS 31 (SS-Hauptamt).</p>
                <p>Neben der dem SS-Amt eingegliederten Personalabteilung entwickelte sich ab Frühjahr 1934 ein direkt dem Reichsführer SS zugeordnetes &quot;Personalreferat&quot; - zunächst mitunter auch als &quot;Personalabteilung (II)&quot; bezeichnet-, das von einem - unter dieser Bezeichnung ab Dezember 1934 nachweisbaren - &quot;Personalreferenten beim Reichsführer-SS&quot; geleitet wurde. Diese Dienststelle, die im Gegensatz zu dem im SS-Hauptamt verbliebenen &quot;SS-Personalamt&quot; als eigentlicher Vorläufer der SS-Personalkanzlei und damit des SS-Personalhauptamtes anzusehen ist, war zunächst Teil des &quot;Stabes Reichsführer-SS&quot;, also jener eigenen Geschäftsstelle des Reichsführers-SS, die sich Himmler - neben den verschiedenen Hauptämtern und Ämtern der Reichsführung - &quot;zur Lenkung des Apparates und zur Aufsicht über ihm direkt unterstellte Institutionen und außerhalb der Ämter verbleibende Aufgaben [...] geschaffen hatte&quot;, und für die - nachweislich mit Befehl vom 9.2.1934 - die Dienstbezeichnung &quot;Der Reichsführer-SS&quot; festgelegt war.</p>
                <p>Etwa gleichzeitig mit der Einführung der Bezeichnung &quot;SS-Personalamt&quot; im SS-Hauptamt vollzog sich im Januar 1935 die Umbenennung des &quot;Personalreferates&quot; im Stab des Reichsführers-SS - im Briefkopf häufig als &quot;Der Reichsführer SS - P.St. 2 oder II&quot; firmierend - in &quot;Der Reichsführer SS - SS-Personalkanzlei&quot;. Es folgte damit eine deutliche institutionelle Trennung von dem SS-Personalamt im SS-Hauptamt, nach dem bis dahin von den entsprechenden Organisationseinheiten - II, II (P), II P 1 ff. - verfasste Schreiben, Erlasse, Anordnungen und dergleichen sowohl unter der Behördenfirma &quot;Der Reichsführer SS - Der Chef des SS-Amtes&quot; als auch direkt mit dem eine unmittelbare Unterstellung kennzeichnenden Briefkopf &quot;Der Reichsführer SS&quot; herausgegangen waren. Die Dienstbezeichnung des Leiters der SS-Personalkanzlei lautete allerdings noch bis zum Spätherbst 1936 unverändert &quot;Der Personalreferent beim Reichsführer SS&quot;, ehe es dann &quot;Der Chef der SS-Personalkanzlei&quot; hieß. Dieser blieb stets dem Reichsführer-SS unmittelbar unterstellt.</p>
                <p>Die SS-Personalkanzlei wurde also nicht Teil des 1936 aus der Chefadjutantur des &quot;alten&quot; Stabes Reichsführer-SS entstandenen - später zum Hauptamt erhobenen - Persönlichen Stabs Reichsführer-SS. Wenngleich Himmlers &quot;Befehl über die Neuordnung der Befehlsverhältnisse in der Gesamt SS&quot; bei der Gliederung der Dienststelle &quot;Der Reichsführer-SS&quot; die SS-Personalkanzlei nicht als eigene Dienststelle aufführte, die genaue Position der Personalkanzlei im Gesamtgefüge der Reichsführung zwischen 1936 und 1939, bis zur Erhebung zum SS-Personalhauptamt, also noch nicht abschließend nachweisbar ist, so ist doch eine direkte Zuordnung zur &quot;Reichsführung SS&quot;, jedenfalls eine unmittelbare Unterstellung unter den Reichsführer-SS, als sicher anzunehmen.</p>
                <p>Es entsprach Himmlers Führungsprinzip der Spaltung von Kompetenzen einerseits und der Verknüpfung institutionell aufgeteilter Kompetenzen durch Personalunionen andererseits, dass die Chefs einzelner Ämter des SS-Hauptamtes zugleich Funktionen in korrespondierenden Organisationseinheiten im Stab bzw. der Dienststelle des Reichsführers-SS wahrnahmen. Dies galt für das Gerichtsamt (III), für das Verwaltungsamt (IV) und das Sanitätsamt (V) im SS-Hauptamt, denen im Stab des Reichsführers-SS die Dienststellen des SS-Gerichts, des Verwaltungschefs-SS und Reichskassenwalters sowie des Reichsarztes-SS entsprachen. Dies galt auch für das SS-Personalamt im SS-Hauptamt und die SS-Personalkanzlei in der Dienststelle &quot;Der Reichsführer-SS&quot;: Chef beider Organisationseinheiten war Walter Schmitt - zuvor neben SS-Oberführer Aumeier, Chef der Abteilung II P, bereits in führender Position in der Personalabteilung des SS-Amtes tätig - der vom SS-Sturmführer (20. April 1933) in rascher Folge die Leiter der SS-Ränge erklomm und bereits am 30. Januar 1937 zum SS-Gruppenführer befördert wurde.</p>
                <p>Als Chef der Personalkanzlei unterstand Schmitt Himmler unmittelbar und war Vorgesetzter sowohl des von ihm selbst geleiteten SS-Personalamtes als auch der Personalämter der übrigen beiden damals bestehenden Hauptämter der Reichsführung SS, des Rasse-und Siedlungshauptamtes und des SD-Hauptamtes. Mit Befehl des Reichsführers-SS vom 1. Juni 1939 wurde die SS-Personalkanzlei zum SS-Personalhauptamt erhoben, das bis Kriegsende Bestand hatte.</p>
                <p>Als Chef des SS-Personalhauptamtes fungierte der am 20. April 1942 noch zum SS-Obergruppenführer beförderte Schmitt bis Oktober 1942. Sein Nachfolger wurde SS-Brigadeführer Maximilian von Herff, der als ehemaliger Darmstädter Regimentskamerad des Chefs des Persönlichen Stabs Reichsführer-SS, Karl Wolff, von diesem in die SS geholt worden war. Herff zeichnete bereits im August 1942 in Schmitts Vertretung, wurde dann im November 1942 mit der Führung der Geschäfte des Hauptamtschefs beauftragt und ist im Dezember 1942 dann auch formal als Chef des SS-Personalhauptamtes nachzuweisen. Er wurde am 20. April 1944 zum SS-Obergruppenführer befördert und leitete das SS-Personalhauptamt bis Kriegsende. Über die Gründe der Ablösung Schmitts, dessen Dienststelle in den Dienstalterslisten der SS 1943/44 als Persönlicher Stab Reichsführer-SS bezeichnet wird, geben die vorhandenen Unterlagen keine Auskunft.</p>
                <p>Der Dienstsitz der SS-Personalkanzlei bzw. des SS-Personalhauptamtes befand sich bis Ende Oktober 1942 in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße 9, dem ehemaligen Hotel Vier Jahreszeiten, das 1934 Sitz des SS-Hauptamtes und des (später: Persönlichen) Stabes Reichsführer-SS wurde und neben dem Geheimen Staatspolizeiamt (ab 1939: Reichssicherheitshauptamt, Amt IV) mit dem Sitz in der Prinz-Albrecht-Straße 8 lag. Nach Oktober 1942 verlegte das SS-Personalhauptamt seinen Dienstsitz in die Wilmersdorfer Straße 98/99 in Berlin-Charlottenburg. Gegen Kriegsende wurden einige Organisationseinheiten nach Ausweichstellen in Radlow bei Berlin, Müncheberg, Storkow/Burg sowie in Gera und Umgebung (Sanatorium Tannenfeld) und Weimar verlegt.</p>
                <p>Das Verhältnis des sich als maßgebliche Instanz für die Personalangelegenheiten sämtlicher SS-Führer und für die Stellenbesetzung der Allgemeinen SS verstehenden SS-Personalhauptamtes zu den Personalämtern und den Personalabteilungen der anderen Hauptämter des Reichsführers-SS wurde von Himmler in den Ausführungsbestimmungen zu seinem SS-Befehl vom 1. Juni 1939 über die Aufstellung von Hauptämtern ebenso präzise wie einengend umschrieben. Danach unterstanden die Personalämter bzw. Personalabteilungen der Hauptämter der SS formal den jeweiligen Hauptamtschefs, diesen war lediglich &quot;enge Zusammenarbeit mit dem SS-Personalhauptamt&quot; aufgegeben. Die Beförderungen bis zum Hauptsturmführer (ausschließlich der aus den SS-Junker-Schulen hervorgegangenen Führer) sowie die Besetzung der Etatstellen bis einschließlich Führer von Sturmbannen, auch in den Stäben bis zum Dienstgrad eines Sturmbannführers, gehörten - mit Ausnahme der vom Reichsführer-SS unmittelbar getroffen Bestimmungen - zu den Befugnissen der Hauptamtschefs der Hauptämter.</p>
                <p>Die Bearbeitung der Beförderungspapiere der von den Hauptämtern zu befördernden Führer oblag den Personalämtern. Diese hatten die Papiere mit den Stellungnahmen der Hauptamtschefs dem SS-Personalhauptamt einzureichen; die Beförderungsurkunden erstellte das SS-Personalhauptamt. Die Besetzung der Etatstellen war dem SS-Personalhauptamt von Fall zu Fall mitzuteilen; eine Sonderregelung gab es aus Geheimhaltungsgründen mit dem SD-Hauptamt, das im Herbst 1939 im neu errichteten Reichssicherheitshauptamt aufging. Die Bestätigung der Führer in ihren Dienststellungen war nur vom SS-Personalhauptamt auszufertigen. Es folgten Regelungen über den gesamten Schriftverkehr aller Dienststellen; er sollte über die zuständigen Hauptämter gehen, die dafür zu sorgen hatten, dass die Personalvorgänge mit den Stellungnahmen der Hauptamtschefs kurzfristig an das SS-Personalhauptamt weitergegeben wurden, sofern die Angelegenheit nicht in eigener Zuständigkeit im Hauptamt selbst erledigt werden konnte.</p>
                <p>Schließlich war dem Chef des SS-Personalhauptamtes aufgegeben, die Chefs der übrigen Hauptämter bei Vorgängen aus deren Bereichen zu unterrichten. Diese die Machtbefugnisse des Chefs des SS-Personalhauptamts deutlich einengenden Bestimmungen wurden im Laufe des Krieges weitgehend zugunsten des Chefs des SS-Personalhauptamtes modifiziert.</p>
                <p>Mit Befehl vom 9. Dezember 1942 räumte Himmler unter Aufhebung aller entgegenstehenden Anordnungen aus den Ausführungsbestimmungen vom 1. Juni 1939 &quot;für die Kriegsdauer&quot; dem SS-Personalhauptamt &quot;im Rahmen von dessen Aufgaben für die Gesamt-SS&quot; die alleinige Zuständigkeit ein für</p>
                <p>a) alle Beförderungen und Ernennungen von Führerdienstgraden,</p>
                <p>b) alle Versetzungen (Versetzungskommandos) von SS-Führern,</p>
                <p>c) Bestätigungen aller Stellenbesetzungen von Führerplanstellen.</p>
                <p>Ebenfalls &quot;auf Dauer des Krieges&quot; wurde der Chef des SS-Personalhauptamtes ermächtigt, bei den Stellenbesetzungen kriegsnotwendige Erleichterungen zu gewähren. Schließlich verbat sich Himmler unmittelbare Vorlagen von Beförderungs-, Ernennungs, Versetzungs- und Besetzungsanträgen und verwies auf den alleinigen Dienstweg über das SS-Personalhauptamt.</p>
                <p>Am 1. Oktober 1944 erteilte Himmler dann im Zuge einer &quot;straffen Zusammenfassung auf dem Gebiete der Personalpolitik&quot; dem Chef des SS-Personalhauptamts innerhalb des fachlichen Arbeitsbereichs des SS-Personalhauptamts &quot;unmittelbares Weisungsrecht an alle Chefs der Personalämter, Personalabteilungen, Personalsachbearbeiter und II a.&quot; Dieses Weisungsrecht umfasste</p>
                <p>a) &quot;die einheitliche Leitung und Ausrichtung in allen grundsätzlichen Fragen der personalpolitischen Lenkung des Führerkorps,</p>
                <p>b) die Bearbeitung der Fragen der Beförderungen und Ernennungen innerhalb der Gesamtbreite der SS,</p>
                <p>c) die fachliche Führung, Ausbildung und Ausrichtung der gesamten Personalsachbearbeiter&quot;.</p>
                <p>Für den Bereich der Stellenbesetzung kündigte Himmler eine endgültige Regelung nach Kriegsende an und schloss mit dem Wunsch, dass &quot;dieses Weisungsrecht des Chefs des SS-Personalhauptamtes von allen beteiligten Hauptamtschefs, Höheren SS- und Polizeiführern nicht nur dienstlich unterstützt, sondern darüber hinaus zur Grundlage einer engen Zusammenarbeit zwischen dem SS-Personalhauptamt und allen Personalfragen bearbeitenden Stellen gemacht&quot; werde.</p>
                <p>Eine letzte bedeutende Kompetenzerweiterung erfuhr das SS-Personalhauptamt noch in den letzten Kriegsmonaten mit Befehl des Reichsführers-SS vom 10. Februar 1945. Nach Bestätigung der Verantwortlichkeit des Chefs des SS-Personalhauptamtes für &quot;eine einheitliche Personalsteuerung und die Lenkung aller Führer in der gesamten Schutzstaffel&quot; befahl Himmler die Eingliederung der Abteilungen II a in den Amtsgruppen B und D (Sanitätsführer) des SS-Führungshauptamtes in das SS-Personalhauptamt und die Vereinigung mit dem Amt II W des SS-Personalhauptamtes zu einem neu zu bildenden &quot;Personalamt der Waffen-SS im SS-Personalhauptamt&quot;. Die Personalbearbeitung der Führer und Nachwuchsführer des Generalstabsdienstes sollte nun ebenfalls durch das SS-Personalhauptamt erfolgen, womit dessen Chef dem Reichsführer-SS für die gesamte Führerbearbeitung in der Waffen-SS verantwortlich wurde.</p>
                <p>Weiter gliederte man das Amt XI &quot;Führernachwuchs&quot; beim SS-Führungshauptamt unter Umwandlung in ein &quot;Amt für Führernachwuchs und Schulen&quot; in das SS-Personalhauptamt ein. In diesem neuen Amt sollte &quot;der gesamte Führernachwuchs von der Erfassung bis zum Abschluss der Schulen und Lehrgänge bearbeitet und planmäßig gelenkt werden&quot;. Die organisatorische Umsetzung dieser mit Wirkung vom 20. Februar 1945 in Kraft zu tretenden Maßnahmen erläuterte der Stabsbefehl Nr. 3/45 des Hauptamtschefs des SS-Personalhauptamtes vom 28. Februar 1945.</p>
                <p>Wenn es auch angesichts der katastrophalen militärischen Entwicklungen sicher erscheint, dass die neuen organisatorischen Verhältnisse ohne praktische Auswirkung blieben und die nun vorgesehene Gliederung des SS-Personalhauptamtes kaum tatsächlich realisiert wurde, so verdanken wir dem Stabsbefehl den einzigen ermittelten, wenn auch sicher nur partiell realisierten Organisations- bzw. Geschäftsverteilungsplan des SS-Personalhauptamtes, der zwar im wesentlichen die neuen Erweiterungen zu berücksichtigen hatte, aber auch die bis dahin geltenden Organisationsverhältnisse in gewissem Maße widerspiegelt.</p>
                <p>Die SS-Personalkanzlei gliederte sich, wie aus den Geschäftszeichen der Befehlssammlungen im Bundesarchiv und SS-Führerpersonalakten des ehemaligen Berlin Document Center zu rekonstruieren ist, in den Jahren 1936 bis 1939 in folgende Abteilungen:</p>
                <p>P 1 Erziehung und Bildung</p>
                <p>P 2 Führerschulen</p>
                <p>P 3 Verfügungstruppe (V.T.) und Totenkopfverbände (T.V.)</p>
                <p>P 4 Kanzlei</p>
                <p>P 5 Stabspersonalien</p>
                <p>P 6 Dienstaltersliste</p>
                <p>P 7 Stellenbesetzung</p>
                <p>P 8 Beförderungen</p>
                <p>P 9 Adrema (Adressenverwaltung)</p>
                <p>P 10 Statistik</p>
                <p>P 11 Führerpersonalien</p>
                <p>sowie ein angegliedertes Referat &quot;Ausweise&quot;.</p>
                <p>Nach der Erhebung der SS-Personalkanzlei zum SS-Personalhauptamt lassen sich ab Sommer 1939 tiefer gestaffelte Ämter, Hauptabteilungen, Abteilungen oder Referate ausmachen. So erscheint bereits am 1.6.1939 der Briefkopf &quot;Der Reichsführer SS, SS-Personalhauptamt, Amt Führerpersonalien, Abteilung I A 1&quot;. Zwischen 1940 und etwa 1943 lassen sich eine Zentralkanzlei, eine Verwaltung und drei Ämter (I, II, III) nachweisen.</p>
                <p>Insgesamt lässt sich aufgrund verschiedener Personalunterlagen folgende Gliederung in Abteilungen rekonstruieren:</p>
                <p>I A 1 Personalakten (mit Zentralregistratur) Stellenbesetzung</p>
                <p>I A 2 Beförderungen</p>
                <p>I A 3 Stabspersonalien</p>
                <p>I B 1 Statistik</p>
                <p>I B 2 Dienstaltersliste</p>
                <p>I B 3 Anschriften</p>
                <p>I/ FSch Führerschulen</p>
                <p>I/ O Auszeichnungen</p>
                <p>II 1 Junkerschulen</p>
                <p>II 2 Polizeinachwuchs</p>
                <p>II 3 Stellenbesetzung</p>
                <p>III Erziehung und Bildung</p>
                <p>III A Inspektion der Junkerschulen</p>
                <p>ZK Zentralkanzlei</p>
                <p>V Verwaltung</p>
                <p>Diese Organisationseinteilung wurde im Laufe der Jahre 1942 bis 1944 immer wieder erweitert und ergänzt. 1943 ist ein Amt II W, eine Hauptabteilung II W 1 und eine Hauptabteilung II W 2 mit mindestens 3 Abteilungen nachzuweisen, die sich mit der Bearbeitung der Führerpersonalien der Waffen-SS befassten; für eine Hauptabteilung II 7 lässt sich in den Aktenresten für einen gewissen Zeitraum (1943-1945) die &quot;SS-mäßige&quot; Personalbearbeitung für die im Reichssicherheitshauptamt und dessen Geschäftsbereich eingesetzten SS-Führer nachweisen.</p>
                <p>Der mit Stabsbefehl Nr. 3/45 vom 28. Februar 1945 vorgesehene Organisationsplan sah - vorbehaltlich der nicht mehr nachweisbaren Genehmigung durch den Reichsführer-SS - folgende Gliederung und Besetzung vor:</p>
                <p>1. Chef des SS-Personalhauptamtes: SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS von Herff</p>
                <p>Direkt unterstellt:</p>
                <p>Persönliches Büro:</p>
                <p>Verbindungsführer zur Wehrmacht: SS-Obersturmbannführer Ohrtmann</p>
                <p>Persönlicher Adjutant: SS-Obersturmbannführer Linnemayer</p>
                <p>Führer der Verwaltung (IV a): SS-Hauptsturmführer Heinrich</p>
                <p>Truppenarzt (IV b): SS-Sturmbannführer Dr. Hana</p>
                <p>2. Amtsgruppe A</p>
                <p>Amtsgruppenchef: vorl. unbesetzt</p>
                <p>Amt I (Zentralamt): Amtschef: SS-Obersturmbannführer Franke-Gricksch</p>
                <p>Amt II (Führernachwuchs- und Schulen) Amtschef: SS-Brigadeführer Dörffler-Schuband</p>
                <p>Amt III (Disziplinar- und Ehrenangelegenheiten): wird während des Krieges nicht aufgestellt; Bearbeitung vorläufig durch Amt I</p>
                <p>Amtsgruppe B:</p>
                <p>(Personalamt Allgemeine SS)</p>
                <p>Amtsgruppenchef: vorläufig unbesetzt</p>
                <p>Amt IV: SS-Standartenführer Becker</p>
                <p>Amt V: z. Zt. nicht aufgestellt</p>
                <p>Amtsgruppe C:</p>
                <p>(Personalamt Waffen-SS)</p>
                <p>Amtsgruppenchef: SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS Dr. Katz</p>
                <p>Chefgruppe: SS-Obersturmbannführer Kron</p>
                <p>Amt VI: Mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragte Führer noch nicht bestimmt</p>
                <p>Amt VII: Mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragte Führer noch nicht bestimmt</p>
                <p>Amtsgruppe D:</p>
                <p>(als Amtsgruppe &quot;Polizei&quot; geplant)</p>
                <p>Amtsgruppenchef sowie Chefs der Ämter VIII u. IX:</p>
                <p>z.Zt. nicht besetzt. Die Aufgaben werden vorläufig durch die dem Hauptamts-Chef direkt unterstehenden Hauptabteilungen &quot;Sicherheitspolizei und Ordnungspolizei&quot; des SS-Personalhauptamtes erledigt.</p>
                <p>Es ist bezeichnend, dass der gleiche Stabsbefehl die Verlegung großer Teile des SS-Personalhauptamtes nach Gera und Weimar bestimmte; lediglich der Hauptamtschef mit Führungsstab sowie der Amtschef des Amts I (Zentralamt) mit Arbeitsstab blieben in Berlin. Die militärische Entwicklung sowie der nahe Zusammenbruch des NS-Regimes verhinderten mit Sicherheit, dass das SS-Personalhauptamt jemals in der auf dem Papier festgelegten Form funktionieren konnte.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Militärarchiv Prag (Kriegsarchiv der Waffen-SS)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 2</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rasse- und Siedlungshauptamt - SS</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1945-12-31">1931-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>403 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_da3d545b-f1a0-48c3-8304-3e471f68fbc6"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Befehle, Erlasse, Rundschreiben 1934-1944 (23), Schriftwechsel mit Einzelpersonen und Institutionen 1934-1945 (26), Schriftwechsel mit dem Reichsführer SS 1936-1942 (17), Schriftwechsel mit sonstigen SS-Dienststellen 1934-1945 (24); Dienststellenverwaltung: Allgemeines 1934-1945 (16), Organisation und innere Verwaltung 1934-1944 (14), Haushalts- und Personalangelegenheiten 1934-1945 (16); Aufgabenverwaltung: Allgemeines 1934-1945 (6), Schulung und Ausbildung 1934-1944 (6), Siedlungswesen 1935-1941 (7), sonstige Fachangelegenheiten 1934-1945 (8), Schulungs‧amt 1934-1938 (1), Rassenamt 1934-1944 (16), Siedlungsamt 1935-1941 (5), Sippenamt bzw. Amt für Bevölkerungsstatistik der SS 1941 (1), Ahnentafelamt 1932-1945 (42), Heirats‧amt 1934-1945 (26), Hauptfürsorge- und Versorgungsamt SS 1935-1944 (19), Amt Fürsorge 1942-1945 (3); Anhang: Personal- und Verwaltungsangelegenheiten 1935-1945 (10)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der vorliegende Bestand NS 2 entstand durch die Zusammenführung von Registraturteilen des RuSHA, die seit 1952 von verschiedenen Seiten in das Bundesarchiv gelangt waren. Bereits am 21. Juni 1952 wurden Akten des Ahnentafelamtes (24 Bde.), die 1945 in die Hände der Amerikaner gefallen und bei den Prozessen der Alliierten gegen die Kriegsverbrecher in Nürnberg verwendet worden waren, vom Staatsarchiv Nürnberg zusammen mit anderem Nürnberger Prozessmaterial dem Bundesarchiv übergeben (Zug. 107; vgl. Az.2022/1). Den größten Teil der Akten des RuSHA jedoch erhielt das Bundesarchiv mit der Schriftgutrückgabe des amerikanischen Document Centers vom Dezember 1962. Diese Akten stammen überwiegend aus der Adjutantur des Chefs des RuSHA und der Stabsführung, daneben u.a. aus den Registraturen des Ahnentafelamtes, des Heiratsamtes, des Sippenamtes und des Rassenamtes (Zug. I 186/1962; vgl. Az. 4702/13).</p>
                <p>Mit der Rückgabe aus den USA im April 1962 gelangten zuvor noch Schriftgutsplitter (18 Nrn.) des Sippenamtes, des Heiratsamtes und des Chefs des RuSHA in das Bundesarchiv (Zug. I 206/1962; vgl. Az. 4702/12). Weiteres Registraturgut des RuSHA, wahrscheinlich des Heiratsamtes, befindet sich bei dem &quot;Biographic Material&quot;, das noch in der Sammlung &quot;Berlin Document Center&quot; verwahrt wird. Hierbei handelt es sich um Akten zur Erteilung von Heiratsgenehmigungen an SS-Angehörige mit Unterlagen über 450.000-500.000 Personen (vgl. FA 48, Bd. 1). Über den Verbleib des sonstigen Schriftgutes des RuSHA (beispielsweise des Rassenamtes und des Siedlungsamtes) ist nichts bekannt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die aus dem Document Center und aus den USA zurückgegebenen Akten waren dort nur zu einem Teil in ihrem registraturmäßigen Zusammenhang belassen worden. Einige der aus Amerika zurückgegebenen Bände enthielten nur zusammenhanglose Einzelschriftstücke, die - soweit es sich dabei um Runderlasse, Befehle u.ä. handelte - beim Ordnen des Bestandes aufgelöst wurden. Im Document Center hatte man einer Anzahl von Bänden Schriftstücke entnommen, um sie in der sog. &quot;Sammlung Schumacher&quot; (ebenfalls an das Bundesarchiv abgegeben) mit Schriftgut</p>
                <p>anderer Provenienzstellen nach dem Pertinenzprinzip neu zu formieren oder nach sonstigen, meist unverständlichen Gesichtspunkten zusammenzufassen. Ein Registraturschema ließ sich, außer für den Bereich des Ahnentafelamtes, bei der Verzeichnung nicht erkennen. Der größere Teil des erhaltenen Schriftgutes ist in Serien zusammengefaßt, innerhalb derer die Schriftstücke ausschließlich nach Korrespondenten oder auch nach Korrespondenten und Sachbetreffen abgelegt wurden. Daneben finden sich, vor allem im Ahnentafelamt, auch einige Sachakten.</p>
                <p>Bei der Ordnung und Verzeichnung des Bestandes wurden zunächst die in den einzelnen Ämtern gebildeten Reihen von Befehlen, Erlassen und Rundschreiben aufgelöst, in einer nach Ausstellern gegliederten Sammlung zusammengefasst und dann in die neugebildete Bestandssystematik eingereiht. Diese Stücke wurden bei der Neuordnung nicht, wie im RuSHA, von unten nach oben, sondern nach dem Behördenprinzip (von oben nach unten) abgelegt. Soweit möglich blieb der Überlieferungszustand erhalten, jedoch waren häufig Bände neu zu bilden und umfangreiche Bände aufzuteilen. Die innere Ordnung mußte in Einzelfällen wiederhergestellt werden; auch wurden manchmal kleinere Vorgänge zu Betreffserien zusammengefasst.</p>
                <p>Die Ordnung des Bestandes erfolgte in Anlehnung an die Funktionsgliederung der Dienststelle. In der ersten Gruppe, &quot;Zentrale Führung und Verwaltung&quot;, sind jedoch die Akten der Adjutantur, der Stabsführung, des Zentralamtes und des Verwaltungsamtes aufgrund der behördengeschichtlichen Entwicklung und ihres registraturmäßigen Zusammenhanges zu einer Einheit zusammengefasst. Innerhalb dieser Gruppe wurden die Serien den übrigen, sachlich-systematisch geordneten Titeln vorangestellt. In der zweiten Gruppe erfolgte die Ordnung innerhalb der Fachämter in ähnlicher Weise. Die Akten des Ahnentafelamtes wurden nicht nach ihren Aktenzeichen, sondern sachlich-systematisch, der Gliederung des Amtes entsprechend, geordnet.</p>
                <p>Kassiert wurden Doppelstücke von Runderlassen, Akten zur Hausverwaltung und Einzelvorgänge von geringer Bedeutung. Einige Bände, die wegen ihrer rechtlichen Bedeutung (Dienstzeitnachweise) nur befristet aufbewahrt werden sollen, sind nicht in die Systematik aufgenommen, sondern dem Bestand als Anhang angefügt. Eine Auswahl charakteristischer Einzelfälle aus dem Bereich der einzelnen Fachämter wurde im Bestand belassen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>In der Sammlung &quot;Berlin Document Center&quot; (vgl. Bestand R 9361) befinden sich Einzelfallakten zu ca. 240.000 SS-Angehöri‧gen. Weitere 458 personenbezogene und Sachakten liegen in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) vor (Datenbank)</p>
                <p>Weiteres ergänzendes Material befindet sich im Bundesarchiv in den Beständen: Sammlung Schumacher, Nachlaß Darré, All.Proz.1 und NS 19</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>SS-Fürsorge- und Versorgungsbestimmungen, 1939 ff, NSD 41/13.</p>
                <p>SS-Leitheft, 1935/1936 ff, NSD 41/77.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>The Holdings of the Berlin Document Center. A Guide to the Collections, Berlin Document Center (masch.), Berlin 1994, S. 49-54</p>
                <p>Isabel Heinemann: Rasse, Siedlung, deutsches Blut. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas, Göttingen 2003</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1931 Einrichtung des Rasseamts SS beim Reichsführer SS; 1933 Umbenennung in Rasse- und Siedlungshauptamt SS, nach Umstrukturierung ab 1935 zuständig für die Planung der Ras‧sen- und Siedlungspolitik; 1941/42 Erweiterung der Zuständigkeiten durch die Unterstel‧lung des Hauptfürsorge- und Versorgungsamts SS und der Sammelstelle für Verluste der SS</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Zentralstelle für Genealogie im Staatsarchiv Leipzig</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 3</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2054 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e9536dc5-743d-4d4b-ac94-c946262af34d"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung</p>
                <p>Die Archivalien des Bestandes NS 3 sind ein unverzichtbarer Quellenfundus nicht nur für die Rekonstruktion der historischen Entwicklung von SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung. Darüber hinaus sind sie mit Nutzen auswertbar bei wissenschaftlichen Interpretationen zur Gesamtgeschichte der SS und des NS-Staates.</p>
                <p>Den quantitativen Schwerpunkt der Überlieferung des Bestandes NS 3 bilden eindeutig, um nicht zu sagen: einseitig die in der Amtsgruppe W (Wirtschaftliche Unternehmungen) des SS-WVHA klassifizierten Unterlagen; in den entsprechenden Klassifikationsebenen ist - wie o. ausgeführt wurde - auch das Schriftgut des Stabes W und der DWB GmbH integriert.</p>
                <p>Damit liegt für den Bereich der SS-Wirtschaft eine verglichen mit Überlieferungen zu anderen Gebieten der Geschichte der SS außergewöhnlich dichte und aussagefähige archivalische Quellengrundlage vor.</p>
                <p>Von großer Tragweite sind die erheblichen Lücken in den Überlieferungen der Amtsgruppen C (Bauwesen) und D (Konzentrationslager), die nur teilweise durch Ergänzungsüberlieferungen (s.u., Punkt 5 der Vorbemerkung) ausgeglichen werden können. Immerhin konnte eine umfangreiche, wenngleich unvollständige Häftlingskartei mit ca. 116.000 Häftlingskarten, die sich bis 1990 in der Zuständigkeit des Dokumentationszentrums der Staatlichen Archivverwaltung des Ministeriums des Innern der DDR befand, dem Bestand NS 3 zugeführt werden (NS 3/1577; Benutzung nur nach Beratung durch das zuständige Fachreferat).</p>
                <p>Im Vergleich mit den Amtsgruppen C und D können die bei den Amtsgruppen A (Truppenverwaltung) und B (Truppenwirtschaft) bestehenden ebenfalls ausgedehnten Überlieferungslücken angesichts der in diesen beiden Amtsgruppen bearbeiteten Zuständigkeitsgebiete von der historischen Forschung mit größerer Gelassenheit hingenommen werden.</p>
                <p>Inwieweit die hier umrissenen Überlieferungsverluste in der Kriegs- oder aber erst in der Nachkriegszeit, d.h. vor der Übergabe der entsprechenden Unterlagen ans Bundesarchiv, eingetreten sind, muss offen bleiben.</p>
                <p>Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass bedeutsame Aspekte etwa des Konzentrationslagerwesens und zur Geschichte der Konzentrationslager-Häftlinge nicht nur im Schriftgut der Amtsgruppe D, sondern darüber hinaus in Archivalien der übrigen Amtsgruppen, gerade auch der sehr gut überlieferten Amtsgruppe W belegt sind.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Welchen Weg die Unterlagen des SS-WVHA gegen Kriegsende und in der frühen Nachkriegszeit nahmen, läßt sich heute nicht mehr bzw. nur sehr unvollständig nachzeichnen.[5]</p>
                <p>Angesichts dieser Erkenntnisdefizite müssen als frühe Nachkriegsnachweise schon die erst im Februar/März 1952 datierten Formblätter &quot;List of Contents for Shipment of Records&quot; eingestuft werden, in denen von US-Stellen beschlagnahmte Unterlagen des SS-WVHA erfaßt sind; darin ist in der Rubrik &quot;From&quot; jeweils das Berlin Document Center (7771 Document Center, Berlin) ausgewiesen, während die Rubrik &quot;To&quot; jeweils offen blieb.</p>
                <p>Die heute im Bundesarchiv-Bestand SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) formierten Unterlagen gelangten in ihrem wesentlichen Umfang als Bestandteile zahlreicher Rückführungen beschlagnahmten Schriftguts aus dem Gewahrsam unterschiedlicher US-Stellen seit 1958 ins Bundesarchiv. In diesem Zusammenhang erwähnenswert sind insbesondere jene Aktenrückführungen ins Bundesarchiv, die im Jahre 1962 sowohl aus den USA als auch aus dem Berlin Document Center (BDC) und im Jahre 1966 wiederum aus den USA erfolgten.</p>
                <p>Ein - allerdings nur geringer - Teil derjenigen Utnerlagen, die vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR archiviert wurden un ddie sich seiter der deutschen Wiedervereinigung im Bundesarchiv befinden, war der Provenienz folgend im Jahre 2004 nach einer erforderlichen archivischen Bearbeitung dem Bestand NS 3 zuzuführen. Ob und ggf. in welchem Umfang diese Materialien vormals von sowjetischer Seite beschlagnahmt und dann an DDR-Stellen abgegeben worden sind, lässt sich nicht zweifelsfrei klären.</p>
                <p>-------------------------------</p>
                <p>[5] S. zur allgemeinen Entwicklung den Beitrag Josef Henkes, Das Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Beschlagnahme - Rückführung - Verbleib, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 30/1982, S. 557-620.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Erschließungsarbeiten am Bundesarchiv-Bestand NS 3 erstreckten sich - mit naturgemäß unterschiedlicher Intensität und Prioritätensetzung - über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten. Neben den Grenzen der Personalausstattung ist dies durch die Abhängigkeit vom sehr unregelmäßigen Rhythmus der Aktenrückführungen ins Bundesarchiv zu erklären. Hinzu kommen die nicht unkomplizierten Registraturverhältnisse im SS-WVHA, der außerordentlich mangelhafte Ordnungszustand der rückgeführten Akten und die Erfordernisse einer vergleichsweise tiefen archivischen Erschließung.</p>
                <p>Ein weiterer Grund für die lange Dauer der Erschließung ist darin zu sehen, dass die Archivalien des Bestandes NS 3 seit dessen Bildung im Bundesarchiv von vornherein und ohne zeitliche Einschränkung benutzbar waren und auch zu verschiedenartigen Zwecken benutzt worden sind, nicht nur im Rahmen wissenschaftlicher Forschungsprojekte, sondern etwa auch von amtlicher Seite zur Vorbereitung von Kriegsverbrecherprozessen oder Prozessen wegen nationalsozialistischer Gewaltverbrechen; eine auch nur vorübergehende Benutzungssperre, und sei es auch zur archivischen Bearbeitung, erschien weder historisch noch politisch vertretbar.</p>
                <p>Die Erschließungsarbeiten am Bestand NS 3 wurden in ihren Hauptteilen über lange Jahre geleistet von Frau Archivoberrätin Elisabeth Kinder und insbesondere Herrn Archivdirektor Dr. Josef Henke; daneben von Herrn Archivamtsrat Johannes Ganser, Herrn Leitenden Archivdirektor Wolf Buchmann und dem Bearbeiter.</p>
                <p>Bei der Klassifikation des im Bundesarchiv nach Provenienzprinzip gebildeten Bestandes NS 3 konnten - aufgrund von häufig festzustellenden Qualitätsdefiziten in allerdings nur begrenztem Ausmaß und mit höchst unterschiedlichem Nutzen und damit anders als etwa bei vielen Reichsministerialaktenbeständen - die in NS 3 nur sehr lückenhaft überlieferten Aktenpläne, Teilaktenpläne, Geschäftsverteilungspläne, Organigramme und andere Organisationsunterlagen und Registraturhilfsmittel verschiedener Einrichtungen und Organisationseinheiten des SS-WVHA und seiner Funktionsvorgänger verwendet werden.</p>
                <p>Ausgangspunkt für die Klassifikation des Bestandes NS 3 ist der am 03. März 1942 von Himmler genehmigte Organisationsplan des SS-WVHA[6]. Darin sind - soweit, wie es an dieser Stelle der Vorbemerkung zweckmäßig erscheint, der Blick auf die Ebenen lediglich der Amtsgruppen und Ämter beschränkt bleibt - ausgewiesen:</p>
                <p>Amtsgruppe A Truppenverwaltung</p>
                <p>- Amt A I Haushaltsamt</p>
                <p>- Amt A II Kassen- und Besoldungswesen</p>
                <p>- Amt A III Rechtsamt</p>
                <p>- Amt A IV Prüfungsamt</p>
                <p>- Amt A V Personalamt</p>
                <p>Amtsgruppe B Truppenwirtschaft</p>
                <p>- Amt B I Verpflegungswirtschaft</p>
                <p>- Amt B II Bekleidungswirtschaft</p>
                <p>- Amt B III Unterkunftswirtschaft</p>
                <p>- Amt B IV Rohstoffe und Beschaffungen</p>
                <p>Amtsgruppe C Bauwesen</p>
                <p>- Amt C I Allgemeine Bauaufgaben</p>
                <p>- Amt C II Sonderbauaufgaben</p>
                <p>- Amt C III Technische Fachgebiete</p>
                <p>- Amt C IV Künstlerische Fachgebiete</p>
                <p>- Amt C V Zentrale Bauinspektion</p>
                <p>- Amt C VI Bauunterhaltung und Betriebswirtschaft</p>
                <p>Amtsgruppe D Konzentrationslager</p>
                <p>- Amt D I Zentralamt</p>
                <p>- Amt D II Arbeitseinsatz der Häftlinge</p>
                <p>- Amt D III Sanitätswesen und Lagerhygiene</p>
                <p>- Amt D IV KL-Verwaltung</p>
                <p>Amtsgruppe W Wirtschaftliche Unternehmungen</p>
                <p>- Amt W I Steine und Erden (Reich)</p>
                <p>- Amt W II Steine und Erden (Ost)</p>
                <p>- Amt W III Ernährungsbetriebe</p>
                <p>- Amt W IV Holzbearbeitungsbetriebe</p>
                <p>- Amt W V Land-, Forst-, Fischwirtschaft</p>
                <p>- Amt W VI Textil- und Lederverwertung</p>
                <p>- Amt W VII Buch und Bild</p>
                <p>- Amt W VIII Sonderaufgaben</p>
                <p>Zum 01. Nov.1944 wurde zusätzlich das SS-WVHA-Amt W IX Forsten errichtet, auf das Teile der Zuständigkeiten, der Verwaltung und des Personals u.a. der Ämter W V und W VIII übergingen[7].</p>
                <p>Wesentliche Abweichungen von dem am 03. März 1942 genehmigten Organisationsplan des SS-WVHA weist die Klassifikation des Bestandes NS 3 vor allem im Bereich der Amtsgruppe W (Wirtschaftliche Unternehmungen) auf, in dem z.B. das beim Stab W und bei der Deutschen Wirtschaftsbetriebe GmbH entstandene Schriftgut integriert und die vom Stab W direkt geführten Unternehmungen wie auch die außerhalb der Ämter geführten Unternehmungen berücksichtigt sind. Insbesondere auf den Klassifikationsebenen der Amtsgruppe W ist den verschränkten Registraturverhältnissen Rechnung zu tragen; beispielsweise ist, soweit es sachlich erforderlich erscheint, den Ämtern W I bis W VIII und den Unternehmungen außerhalb der Ämter teilweise auch Schriftgut zuklassifiziert, das im Stab W und bei der DWB GmbH entstanden ist, teilweise gilt dies auch umgekehrt.</p>
                <p>Demgegenüber erklären sich klassifikationsbezogene Abweichungen vom o.a. Organisationsplan hinsichtlich der Amtsgruppen A (Truppenverwaltung), B (Truppenwirtschaft), C (Bauwesen) und D (Konzentrationslager) vornehmlich aus den mengenbezogenen Schwerpunkten der Überlieferung des Bestandes NS 3 (s. dazu u., Punkt 4 der Vorbemerkung).</p>
                <p>Ergänzt ist die Klassifikation um folgende Funktionsvorgänger des SS-WVHA:</p>
                <p>Verwaltungschef der SS</p>
                <p>Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft</p>
                <p>Hauptamt Haushalt und Bauten</p>
                <p>Unterlagen dieser Funktionsvorgänger finden sich naturgemäß auch auf den Klassifikationsbenen des SS-WVHA (v.a. bei fortgeführten Akten).</p>
                <p>Wird im Findbuch das Schriftgut durch die Klassifikation strukturiert, so sind Einzelnachweise durch ausführliche Indizes (Personenindex, Geographischer Index, Sachindex) gewährleistet.</p>
                <p>Angesichts des bedeutenden Quellenwertes der Unterlagen des Bestandes NS 3 wird eine &quot;tiefe&quot; Erschließung geboten: Zu den Verzeichnungseinheiten liegen neben den häufig ausführlich gestalteten Titeln in vielen Fällen mehrere und ihrerseits detaillierte Enthält-Vermerke vor.</p>
                <p>-------------------------------------------</p>
                <p>[6] BArch NS 3/555, fol. 8; ediert in: Walter Naasner, SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung (s. dazu o., S. IX, Fußnote 1), S. 242 f.</p>
                <p>[7] S. den Chefbefehl Nr. 49 des Chefs des SS-WVHA vom 25. Okt. 1944, BArch NS 3/1080, fol. 232; ediert in: Walter Naasner, SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung (s. dazu o., S. IX, Fußnote 1), S. 227.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Eine zentrale archivalische Überlieferung zur Geschichte der SS enthält zweifellos der Bundesarchiv-Bestand Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), der bei einer Auswertung des Bestandes NS 3 routinemäßig gleichsam parallel benutzt werden sollte.</p>
                <p>Weitere vorrangige Ergänzungen zur Überlieferung des Bestandes NS 3 bilden die Unterlagen anderer SS-Einrichtungen, formiert vor allem in den Bundesarchiv-Beständen SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34), Konzentrationslager (NS 4), Rasse- und Siedlungshauptamt-SS (NS 2), SS- und Polizeigerichtsbarkeit (NS 7), Ahnenerbe (NS 21) und Sonstige zentrale Dienststellen und Einrichtungen der SS (NS 48).</p>
                <p>In diesem Kontext sind von weitreichender Bedeutung u.a. auch die Bundesarchiv-Bestände Reichssicherheitshauptamt (R 58), Reichsministerium des Innern (R 1501), Hauptamt Ordnungspolizei (R 19), Polizeidienststellen in den eingegliederten und besetzten Gebieten (R 70), Reichsschatzmeister der NSDAP (NS 1), Reichsfinanzministerium (R 2), Reichswirtschaftsministerium (R 3101), Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (R 3), Reichsorganisationsleiter der NSDAP (NS 22), Reichskanzlei (R 43), Reichsjustizministerium (R 3001) und Partei-Kanzlei der NSDAP (NS 6).</p>
                <p>Ferner zu berücksichtigen sind die weitgehend personenbezogenen Sammlungen des Bundesarchivs (ehem. Berlin Document Center), Berlin, und die heute im Bundesarchiv, Außenstelle Dahlwitz-Hoppegarten befindlichen Bestände des ehem. Dokumentationszentrums der Staatlichen Archivverwaltung des Ministeriums des Innern der DDR und der ehem. Hauptabteilung IX/11 (Hauptabteilung Untersuchungsorgan/Abteilung Aufklärung von Nazi- und Kriegsverbrechen) des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS)</p>
                <p>Im Bundesarchiv, Außenstelle Ludwigsburg befinden sich u.a. Vorermittlungsakten zu Angehörigen des ehemaligen SS-WVHA.</p>
                <p>In bemerkenswerter Weise ergänzt werden die im Bestand NS 3 vorliegenden Archivalien einerseits der Amtsgruppe D (Konzentrationslager) des SS-WVHA durch den o. bereits angeführten Bundesarchiv-Bestand Konzentrationslager (NS 4).</p>
                <p>Zu den Nürnberger Prozessen (Pohl-Prozess) vgl. ALLPROZ.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Merkblatt für die Verpflegung der Waffen-SS, Jg. 1940 ff. (ab Jg. 1944 Nr. 55 unter dem Titel: Verpflegungsmerkblätter für SS und Polizei). Hrsg. vom Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei. Hauptamt Haushalt und Bauten (ab Jg. 1942 Nr. 42: Hrsg. vom Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei. SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt) [NSD 41/15]</p>
                <p>Verwaltungs-Mitteilungen für die Waffen-SS, Jg. 1 (1940). Hrsg. vom Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei. Hauptamt Haushalt und Bauten [NSD 41/14]</p>
                <p>Wirtschafts- und Verwaltungsanordnungen (W.V.A.), Jg. 1 (1942) ff. Hrsg. vom Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei. SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt [NSD 41/16]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>- Georg, Enno: Die wirtschaftlichen Unternehmungen der SS, Stuttgart 1963.</p>
                <p>- Henke, Josef: Das Schicksal deutscher zeitgeschichtlicher Quellen in Kriegs- und Nachkriegszeit. Beschlagnahme - Rückführung - Verbleib, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 30/1982, S. 557-620.</p>
                <p>- Kaienburg, Hermann: Die Wirtschaft der SS, Berlin 2003.</p>
                <p>- Naasner, Walter: Neue Machtzentren in der deutschen Kriegswirtschaft 1942-1945. Die Wirtschaftsorganisation der SS, das Amt des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz und das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition / Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im nationalsozialistischen Herrschaftssystem, Boppard am Rhein 1994.</p>
                <p>- Naasner, Walter: SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung. &quot;Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt und die unter seiner Dienstaufsicht stehenden wirtschaftlichen Unternehmungen&quot; und weitere Dokumente, Düsseldorf 1998.</p>
                <p>- Pingel, Falk: Häftlinge unter SS-Herrschaft. Widerstand, Selbstbehauptung und Vernichtung im Konzentrationslager, Hamburg 1978.</p>
                <p>- Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. Nürnberg, 14.11.1945 - 1.10.1946, Bd. I-XLII, Nürnberg 1947 ff.</p>
                <p>- Schulte, Jan Erik: Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS: Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933-1945, Paderborn (u.a.) 2001.</p>
                <p>- Trials of War Criminals before the Nuernberg Military Tribunals under Control Council Law No. 10. Nuernberg, October 1946 - April 1949, Bd. 5: The Pohl-Case, Washington, DC 1950.</p>
                <p>- Tuchel, Johannes: Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der &quot;Inspektion der Konzentrationslager&quot; 1934-1938, Boppard am Rhein 1991.</p>
                <p>- Tuchel, Johannes: Die Inspektion der Konzentrationslager 1938-1945. Das System des Terrors. Eine Dokumentation, Berlin 1994.</p>
                <p>- Wegner, Bernd: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen-SS 1933-1945. Studien zu Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite, Paderborn 1. Aufl. 1982 (4. Aufl. 1990)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die SS war das prägende und wirkungsvollste Terror- und Vernichtungsinstrument des nationalsozialistischen Staates. Dies setzte vor allem die vollständige Vereinnahmung der staatlich-polizeilichen Exekutive durch die SS und die stufenweise Herauslösung der Polizeigewalt aus der Normenkontrolle der Judikative voraus. Doch beschränkte sich die Expansion der SS nicht auf den polizeilichen Sektor.</p>
                <p>Niemand konnte im März 1923 anläßlich der Gründung der ersten &quot;Stabswache&quot; und damit der frühesten Vorläuferorganisation der SS durch Hitler die einzigartige Entwicklung der seit dem Frühjahr 1925 so bezeichneten Schutzstaffel(n) der NSDAP (SS) vorausahnen. Als Personen- und Versammlungsschutztrupp aufgestellt, auch mit Abonnentenwerbung und Plakatklebeaktionen zugunsten der NSDAP und ihrer Organe befaßt und im November 1930 als innerer Polizeidienst der Partei aufgewertet, konnte sich die SS seit 1933/34 schrittweise nicht nur polizeiliche, sondern mit der Waffen-SS und deren Vorläufern auch militärische Exekutivbefugnisse des Staates aneignen. Die SS, spätestens nach den Ereignissen des 30. Juni und des 1. und 2. Juli 1934 endgültig aus dem Schatten der Sturmabteilung(en) der NSDAP (SA) herausgetreten, gestaltete, perfektionierte und beherrschte das groß angelegte System der Konzentrations- und Vernichtungslager; sie plante und vollstreckte den rassenideologisch begründeten Völkermord an Juden, an Sinti und Roma und anderen stigmatisierten Bevölkerungsgruppen, die sich im deutschen Einfluss- und Herrschaftsbereich befanden. In der nationalsozialistischen Rassen-, Volkstums- und Siedlungspolitik, die in der SS bereits seit Januar 1932 mit den Vorläufern des erst seit Januar 1935 so bezeichneten Rasse- und Siedlungshauptamtes-SS eine institutionelle Grundlage gefunden hatte, war der Reichsführer-SS (RFSS) seit Oktober 1939 in seiner neuen Funktion als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKFV) der ausschlaggebende Machtfaktor. Die deutsche Kultur- und Wissenschaftspolitik wurde von der SS seit den dreißiger Jahren vornehmlich mit Hilfe der &quot;Forschungs- und Lehrgemeinschaft &apos;Das Ahnenerbe&apos; e.V.&quot; infiltriert.</p>
                <p>Die SS, deren Gesamtpersonalbestand sich bis Ende Juni 1944 auf nahezu 800.000 erhöhte, diente nicht nur als zuverlässiges Machtinstrument des Führerwillens und als bedeutsamstes Trägerorgan der nationalsozialistischen Ideologie; sie konnte zudem im genuinen Herrschaftsinteresse Hitlers als vielseitig verwendbare Alternativinstanz erforderlichenfalls Anpassungsdruck auf konkurrierende Kompetenzträger des zivilen und des militärischen Sektors ausüben.</p>
                <p>Vor dem hier skizzierten Hintergrund wird deutlich: Die Wirtschaft konnte im Gesamtgefüge der von der SS beanspruchten und besetzten Zuständigkeitsbereiche nur ein Ausschnitt sein, dem gleichwohl in der zweiten Kriegshälfte besondere Bedeutung beizumessen war.</p>
                <p>Der wirtschaftlichen Betätigung der SS lagen verschiedenartige, teils miteinander unvereinbare Motive zugrunde. Der Reichsführer-SS und die Vertreter der SS-Wirtschaft und der SS-Verwaltung verknüpften die wirtschaftliche Funktion der SS uneinheitlich, beeinflusst auch von jeweils vorherrschenden Opportunitätserwägungen, mit Zielsetzungen der ideologischen Selbstdarstellung jenseits aller Gewinnerwartungen, mit Selbstversorgungs- und Autarkieplanungen wie auch mit zügellosen wirtschaftlichen Ausdehnungstendenzen. Parallel dazu gewann seit 1940/41 auch für die SS die Perspektive einer künftigen Friedenswirtschaft an Bedeutung; hier galt es, der SS gegenüber anderen Interessenten eine günstige Ausgangsposition zu sichern.</p>
                <p>In den ersten Jahren des nationalsozialistischen Staates standen die wirtschaftlichen Aktivitäten der SS nicht vorrangig unter der Prämisse der Umsatz- und Gewinnmaximierung; wichtiger war in dieser ökonomischen Aufbauphase vielmehr die einführende Auseinandersetzung der Parteigliederung mit betriebswirtschaftlichen und handelsrechtlichen Rahmenregularien. Über die im Wesentlichen lagerintern ausgerichteten Werkstattbetriebe in den Konzentrationslagern hinaus gründete bzw. übernahm die SS seit 1934 Gesellschaften, Vereine und Stiftungen ideologisch-repräsentativer und kulturell-historischer Prägung.</p>
                <p>Im Spannungsfeld aufrüstungsbedingter gesamtwirtschaftlicher Bedarfsdeckungslücken, vor allem auf dem Gebiet des so genannten &quot;Arbeitseinsatzes&quot;, und der aus ideologischen Gründen gleichwohl vorangetriebenen städtebaulichen Großprojekte des nationalsozialisti‧schen Regimes gelangte die SS-Wirtschaft mit der Gründung der Deutschen Erd- und Steinwerke GmbH (DESt) im April 1938 in ein neues Entwicklungsstadium. Mit der Errichtung der Deutschen Ausrüstungswerke GmbH (DAW) im Mai 1939 waren, neben weiteren Gesellschaften, die beiden vorerst größten und bedeutendsten SS-Unternehmen im Zeichen der forcierten wirtschaftlichen und politischen Kriegsvorbereitung des Regimes entstanden.</p>
                <p>Sowohl die mit dem Kriegsbeginn eröffneten umfassenden wirtschaftlichen und machtpolitischen Ausbaumöglichkeiten der SS als auch die ungünstige und reformbedürftige ökonomische Anfangsentwicklung der wichtigsten SS-Gesellschaften führten im Juli 1940 zur Gründung der Deutschen Wirtschaftsbetriebe GmbH (DWB). Die in dieser Holding-Gesellschaft zusammengeführten SS-Unternehmen bildeten Tochtergesellschaften des nun errichteten SS-Konzerns. Zahlreiche Gesellschaften unterschiedlicher Wirtschaftszweige mit einer Vielzahl von Betrieben waren im DWB-Konzern formiert. Ferner wurden eine Reihe weiterer Gesellschaften, Stiftungen, Vereine, Vermögen ohne eigene Rechtspersönlichkeit etc. unter der Dienstaufsicht des SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes verwaltet.</p>
                <p>Nach dem Ende der &quot;Blitzkriege&quot; und unter dem Eindruck der militärischen Winterkrise 1941/42 waren das nationalsozialistische Regime und seine kriegswirtschaftlichen Steuerungsorgane, unterstützt von staats- und privatwirtschaftlichen Interessenvertretern, bereit zur Einbeziehung des Wirtschaftspotentials der SS in den Prozeß der Rüstungsproduktion. Dementsprechend betrieb die Wirtschaftsverwaltung der SS seit 1942 die Umstellung der SS-Unternehmen auf Rüstungsprojekte. Im Gesamtrahmen der SS-Wirtschaft war eine bedeutsame Steigerung der Umsätze seit 1941 und der Gewinne seit 1943 zu verzeichnen.</p>
                <p>Die von der SS-Führung umfassend angestrebte eigenständige Verankerung der SS in der industriellen Produktionsplanung und Rüstungsendfertigung scheiterte außer an spezifischen Defiziten der SS-Wirtschaft vor allem am Widerstand der staatlichen und der privaten Rüstungsindustrie, militärischer Kriegswirtschaftsinstanzen, des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion und der von ihm gelenkten staatlich-industriellen Rüstungsorganisation. Im Gesamtmaßstab der deutschen Rüstungsendfertigung waren dem selbständigen Beitrag der SS-eigenen Betriebe enge Grenzen gesetzt; die Funktion der SS in der Rüstungswirtschaft bestand vorrangig in der Bereitstellung zusätzlicher Arbeitskräfte für die SS-externe Rüstungsindustrie. Gleichwohl sicherte die SS ihre kriegswirtschaftliche Position, indem sie die alleinige Kontrolle über den wichtigsten ihr verfügbaren Produktionsfaktor, das Arbeitskräftepotential der KZ-Häftlinge, behauptete; ferner stellte die SS sicher, dass die in SS-externen Rüstungsbetrieben geleistete Häftlingszwangsarbeit den von der SS geprägten Bedingungen des KZ-Wesens angepasst wurde.</p>
                <p>Das wirklichkeitsferne Ziel eines Führungsmonopols der SS-Wirtschaft und des SS-WVHA im Gesamtgefüge der deutschen Kriegswirtschaft wurde vom nationalsozialistischen Regime nicht verfolgt. Sein Interesse richtete sich vielmehr auf die möglichst weitgehende rüstungswirtschaftliche Ausbeutung der Häftlingszwangsarbeit und auf den von der SS-Wirtschaft als Alternativpotential ausgehenden politischen und ökonomischen Anpassungsdruck auf die staatlich-industriellen Lenkungsorgane der Kriegswirtschaft und auf industrielle Praktiker.</p>
                <p>Die wirtschaftliche Betätigung der SS war unmittelbar mit dem Verwaltungshandeln der Organisation verschränkt. Grundsätzlich zu bedenken ist, daß die SS als Gliederung der NSDAP ohne eigene Rechtspersönlichkeit und eigenes Vermögen war.[2] Die institutionelle und organisatorische Frühentwicklung der Spitzengliederung der SS und insbesondere der SS-Verwaltung gestaltete sich außerordentlich kompliziert. Im April 1934 erklärte Himmler hierzu rückblickend:</p>
                <p>&quot;In den ersten Jahren der Aufstellung der SS erschöpften sich die Verwaltungsarbeiten in der Aufbringung von Geldern und ihrem sachgemäßen Nachweis, der, der beruflichen Tätigkeit des &apos;Geldverwalters&apos; entsprechend, von diesem meist in der verschiedenartigsten Form erfolgte. [...]</p>
                <p>Mit dem Wachsen der SS und ihrer organisatorischen Durchbildung ergaben sich jedoch weitere und sehr wichtige Aufgaben durch Erweiterung der Einnahmequellen, Erhöhung der einfließenden Mittel und durch erhebliche vermehrte Beschaffung von Bekleidung und Ausrüstung.</p>
                <p>Durch die Verwaltung dieser Mittel und durch den Nachweis der Beschaffungen hat sich das Aufgabengebiet des Geldverwalters derartig ausgeweitet, daß von einer nur &apos;Geld&apos;-verwaltung nicht mehr gesprochen werden kann, sondern von einer &apos;Verwaltung&apos; schlechthin.&quot;[3]</p>
                <p>Der Ausbau der Geldverwaltung zu einem allgemeinen Verwaltungswesen der SS erfolgte im Sommer 1932. Von dieser Zeit an ist das zunächst von Gerhard Schneider geleitete Verwaltungsamt-SS (VA-SS) dokumentarisch nachweisbar bis zur Neugliederung in der Reichsführung-SS im Januar 1935, durch die das 1932 errichtete SS-Amt (SS-A) in das SS-Hauptamt (SS-HA) umgewandet wurde; eines der Ämter des SS-Hauptamtes war das Verwaltungsamt-SS (IV).</p>
                <p>Oswald Pohl, seit dem 01. Febr. 1934 als Nachfolger des SS-Oberführers Gerhard Schneider Chef der Abteilung IV bzw. Chef des Verwaltungsamtes-SS, nahm mit Wirkung vom 01. Juni 1935 zusätzlich die Funktionen des Verwaltungschefs der SS im &quot;persönlichen Stabe&quot; des Reichsführers-SS[4] und des Reichskassenverwalters der SS wahr. Innerhalb der SS war ausschließlich der Verwaltungschef der SS, die oberste SS-Verwaltungsdienststelle, zu Verhandlungen mit der Reichsleitung der NSDAP und mit staatlichen Instanzen in Haushalts- und damit verbundenen Verwaltungsangelegenheiten befugt. Als Reichskassenverwalter der SS war Pohl Bevollmächtigter und Beauftragter des Reichsschatzmeisters der NSDAP (RSM) und führte den etat- und verwaltungsmäßigen Geschäftsverkehr mit der Dienststelle des Reichsschatzmeisters.</p>
                <p>Angesichts der wirtschaftlichen und exekutiven Expansion der SS wurde mit Wirkung vom 20. Apr. 1939 die Dienststelle des Verwaltungschefs der SS zum Hauptamt in der Reichsführung-SS aufgewertet, das die Bezeichnung &quot;Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft&quot; (HAVW) erhielt. Der Chef des Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft in der Reichsführung-SS, Pohl, war zugleich Chef des Hauptamtes Haushalt und Bauten (HAHB) des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern (RFSSuCHdDtPol im RMdI). Die Bildung des HAVW war ein Jahr nach der Gründung der DESt GmbH, des ersten großen SS-Unternehmens, ein Anzeichen für die gewachsene Bedeutung und das untrennbare Wechselverhältnis der SS-Wirtschaft und der SS-Verwaltung.</p>
                <p>Als Chef des HAVW und nach wie vor als Reichskassenverwalter der SS agierte Pohl auf der parteiamtlichen Ebene und war insoweit für die von der Partei zur Unterhaltung der Allgemeinen SS geleisteten Aufwendungen zuständig. Demgegenüber hatte das HAHB formell ministeriellen Charakter, dem die am 20. Apr. 1939 erfolgte Ernennung Pohls zum Ministerialdirektor beim RFSSuChdDtPol im RMdI, Hauptamt Haushalt und Bauten, entsprach; diese manipulative Konstruktion eröffnete der SS-Verwaltung den unmittelbaren Zugang zu den für die Reichsmittelfinanzierung der SS-Verfügungstruppe (SS-VT), der SS-Totenkopfverbände (SS-TV) und der Konzentrationslager verantwortlichen staatlichen Zuweisungsstellen, sicherte Pohl die direkte Verfügungsgewalt über die zugehenden Reichsaufwendungen und ermöglichte eine fiktive Differenzierung von parteibezogener und staatlicher Finanzverwaltung der SS.</p>
                <p>Mit Wirkung vom 01. Sept. 1941 wurde das HAVW reorganisiert und in acht römisch bezifferte &quot;W&quot;-Ämter untergliedert. Anders als die zuvor fachlich unkoordinierte Ämter- und Hauptabteilungsstruktur des HAVW folgte das nun errichtete System der W-Ämter mit den in ihnen vertretenen SS-Unternehmungen einem wirtschaftlichen Branchenmodell. Der Stab des HAVW-Chefs Pohl bestand aus den Fachabteilungen Rechtswesen (R), Wirtschaftsprüfung (W) und Betriebsinspektion (J).</p>
                <p>Am 01. Febr. 1942 wurden die Aufgaben und Befugnisse der mit Wirkung vom 31. Jan. 1942 aufgelösten Amtsstellen Hauptamt Haushalt und Bauten, Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft und Verwaltungsamt-SS gebündelt und vom nun errichteten SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt übernommen. Das SS-WVHA blieb bis zum Ende des Krieges die zentrale Lenkungsbehörde der SS-Wirtschaft und der SS-Verwaltung. Als Chef des SS-WVHA wurde Pohl am 20. Apr. 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS ernannt.</p>
                <p>Das SS-WVHA war seit März 1942 in die fünf Amtsgruppen A (Truppenverwaltung), B (Truppenwirtschaft), C (Bauwesen), D (Konzentrationslager) und W (Wirtschaftliche Unternehmungen) untergliedert. Die Amtsgruppe W bestand analog zu der am 01. Sept. 1941 eingeführten Gliederung des vormaligen HAVW aus den fachlich nach Wirtschaftsbranchen ausgerichteten Ämtern W I bis W VIII mit den in ihnen verwalteten wirtschaftlichen Unternehmungen der SS.</p>
                <p>Innerhalb des SS-WVHA dienten der Chef (des Stabes) W und der ihm unterstellte Stab W der Überwachung, Koordination und Beratung der W-Ämter und der W-Unternehmen; der Chef W war wirtschaftlicher Berater des Hauptamtschefs Pohl, den er in seinen Führungsaufgaben unterstützte. Die W-Amtschefs hatten ständig Verbindung zum Chef W zu halten. Der Stab W war sowohl organisatorisch als auch personell mit der DWB GmbH verflochten.</p>
                <p>Die nach außen im HAHB / HAVW verankerte institutionelle Trennung von parteimäßiger und staatlicher Finanzverwaltung der SS wurde mit der Bildung des SS-WVHA wieder aufgehoben; in ihm erfolgte die Bearbeitung aller Wirtschafts-, Verwaltungs- und Bauangelegenheiten des Reichsführers-SS gleichermaßen in ministerieller Instanz.</p>
                <p>Eine institutionelle Sonderstellung nahm die Amtsgruppe W ein. Die zum Personal der Amtsgruppe W gehörenden SS-Amtsträger waren für die einzelnen Gesellschaften - parallel zu ihrer SS-amtlichen Unterstellung unter Pohl als SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und als Chef des SS-WVHA - formell SS-extern im nicht-behördlichen und nicht partei- bzw. SS-amtlichen Angestellten- oder Bevollmächtigtenverhältnis nach Handelsrecht tätig; die W-Ämter befanden sich dezentral an vom SS-WVHA räumlich getrennten Standorten.</p>
                <p>Die DWB GmbH wurde wie die meisten SS-Unternehmen von SS-Angehörigen, die handelsrechtlich als Privatpersonen mit Zivilberufen auftraten, bzw. über handelsrechtlich verankerte SS-Gesellschaften auf der Grundlage eines im Einzelnen noch darzustellenden Treuhandverhältnisses gegründet, erworben oder übernommen; diese natürlichen und juristischen Personen zeichneten für die eingebrachten Stammkapitaleinlagen. Die tatsächliche Herkunft der Einzelanteile des stufenweise erhöhten Eigenkapitals der DWB GmbH ist allerdings nicht rechtsgültig niedergelegt worden, so daß entsprechende Mehrheitsverhältnisse sowohl des Reiches als auch der NSDAP konstruierbar sind.</p>
                <p>Pohl führte den DWB-Konzern als alleiniger Gesellschafter und alleinvertretungsberechtigter erster Geschäftsführer treuhänderisch für den Reichsführer-SS. Im Oktober 1943 offerierte Pohl notariell die Abtretung der von ihm lediglich als Treuhänder vertretenen Eigenkapitalanteile der DWB GmbH und der Ostindustrie GmbH (Osti) an den RFSS oder einen von diesem zu benennenden Dritten. Das bei der Führung der SS-Wirtschaft ersichtliche inoffizielle, freiwillig eingegangene Treuhandverhältnis trug dem Umstand Rechnung, daß die SS als NSDAP-Gliederung und der RFSS keine eigenständigen Rechtspersönlichkeiten und Vermögensträger sein konnten und daß zudem nach deutschem Handelsrecht treuhänderische Gesellschaftsgründungen und Kapitaleinlagen nicht möglich waren.</p>
                <p>Angesichts dieser normativen Rechtsverhältnisse formierte die SS-Führung den bedeutenden Anteil der SS-Wirtschaft nicht als Reichs- oder als Parteigesellschaft, sondern in Gestalt eines privatwirtschaftlichen Konzerns. Dabei bot sich die Chance zur Verwirklichung einer übergeordneten wirtschaftlichen Zielvorstellung der SS: Die privatwirtschaftliche Orientierung und die rechtliche Verankerung des DWB-Konzerns und damit des wichtigsten Teils der SS-Wirtschaft außerhalb des unmittelbaren institutionellen Rahmens der SS waren grundlegende Voraussetzungen zur langfristigen wirtschaftlichen Verselbständigung der SS und zur Abschirmung der SS-Wirtschaft gegen mögliche Einflußversuche und Kontrollansprüche des Staates und der Partei wie auch privatwirtschaftlicher Interessenvertreter. Die Finanzbehörden des Reiches und der Reichsschatzmeister der NSDAP haben den privatwirtschaftlichen Charakter des handelsrechtlich verfaßten DWB-Konzerns anerkannt und auf vermögensrechtliche Ansprüche gegen die DWB GmbH, die sich beispielsweise auf die bei den Eigenkapitaleinzahlungen und -erhöhungen der Gesellschaft eingebrachten Reichs- und Parteimittel hätten beziehen können, verzichtet.</p>
                <p>-----------------------------------------</p>
                <p>[1] Die Ausführungen in Kapitel 1 der Vorbemerkung folgen weitgehend der Darstellung in: Walter Naasner: SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung. &quot;Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt und die unter seiner Dienstaufsicht stehenden wirtschaftlichen Unternehmungen&quot; und weitere Dokumente, Düsseldorf 1998, S. 3-9.</p>
                <p>[2] In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass die in § 1 Abs. 2 des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 01. Dez. 1933, RGBl I S. 1016, enthaltene Bestimmung über den Status der NSDAP als Körperschaft des öffentlichen Rechts durch den § 4 des Erlasses des Führers über die Rechtsstellung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei vom 12. Dez. 1942, RGBl I S. 734, aufgehoben wurde. S. dazu die in: Walter Naasner, SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung (s. dazu o., S. IX, Fußnote 1), S. 289-292, edierten Dokumente (BArch NS 3/1072, fol. 2, 4-6).</p>
                <p>[3] RFSS-Erlaß vom 16. Apr. 1934 betr. &quot;Verwaltungsführer&quot;. BArch NS 31/361, fol. 50 (einschl. Rückseite).</p>
                <p>[4] S. dazu den RFSS-Befehl vom 01. Juni 1935. BArch NS 3/555, fol. 31; ediert in: Walter Naasner, SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung (s. dazu o., S. IX, Fußnote 1), S. 209</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU)</p>
                <p>Im Hinblick auf einschlägige Ergänzungsüberlieferungen ist an den Nürnberger US-Nachfolgeprozess, Fall IV (Pohl-Prozess) zu denken; die in ihm verwendeten Unterlagen sind in unterschiedlicher Dichte und Form in zahlreichen Archiven überliefert, u.a. im Staatsarchiv Nürnberg und in den National Archives and Records Administration, Washington, DC.</p>
                <p>&quot;Sonderarchiv&quot;, Moskau: Bestand Konzentrationslager und Kriegsgefangenenlager in Deutschland (Fond 1367), Bestand Zentralbauleitung der Waffen-SS und der Polizei in Auschwitz (Fond 502 [7310 Archivalieneinheiten]), Bestand Fürsorge- und Versorgungsdienststellen der Waffen-SS (Fond 1372)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-AU</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Auschwitz</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1945-12-31">1937-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>34 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Aufstellungen von Häftlingen und deren Bewegungen innerhalb des Lagersystems liegen Unterlagen zum SS-Personal und dessen Beförderung, Ernennung und Kommandierung sowie zu einzelnen SS-Kommandos vor. Ebenso überliefert sind Truppenstammrollen-Auszüge, Kommandantur-Befehle und Ermittlungsverfahren zu einzelnen SS-Männern. Personenbezogene Akten zu einzelnen Häftlingen und SS-Angehörigen liegen sonst nur im Falle der Häftlingsakte von Walter Olber und der SS-Personalakte von Josef Mengele vor; bei letztgenannter Akte handelt es sich um Kopien aus dem ehemaligen Berlin Document Center. Darüber hinaus enthält der Bestand Verwaltungs- und Organisations-Akten sowie verschiedene Karteimittel betreffend Bedarfsermittlungen für Lebensmittel, Einsatz der Werkstätten und Möglichkeiten des Häftlingseinsatzes.</p>
                <p>Häftlinge 1943-1945 (5), SS-Personal 1937-1945 (16), Organisation und Verwaltung 1941-1945 (7)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Nach der Eingliederung des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (1990) und des ehemaligen Berlin Document Center (1994) in das Bundesarchiv konnten bei Bestandsbereinigungen Unterlagen aus diesen Sammlungen integriert und neu erschlossen werden. Darüber hinaus wurden aus dem Bestand NS 4 Flossenbürg ausgesonderte Akten (4 AE) und Kopien des Archivs des Instituts für Marxismus-Leninismus (2 AE) hinzugefügt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlininen angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Sammlungen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), des NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). In der Akte NS 4 MA/59 befinden sich Pläne des Fundaments und eines Einmuffel-Einäscherungsofens im KZ Auschwitz. Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Assmann, Aleida: Firma Topf &amp; Söhne - Hersteller der Öfen für Auschwitz. Ein Fabrikgelände als Erinnerungsort, Frankfurt am Main 2002;</p>
                <p>Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, hg. v. Wolfgang Benz und Barbara Distel; München 2007;</p>
                <p>Deselaers, Manfred: &quot;... und Sie hatten nie Gewissensbisse?&quot; Biografie von Rudolf Höß, Kommandant von Auschwitz, und die Frage nach seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, Leipzig 1997;</p>
                <p>Kilian, Andreas: &quot; ... so dass mein Gewissen rein ist und ich am Vorabend meines Todes stolz darauf sein kann&quot;. Handlungsräume im Sonderkommando Auschwitz in Lagersystem und Repräsentation, Tübingen 2004;</p>
                <p>Levi, Primo: Bericht über Auschwitz, Berlin 2006;</p>
                <p>Orth, Karin: Die Konzentrationslager der SS. Sozialstrukturelle Analysen, Göttingen 2000;</p>
                <p>Rees, Laurence: Auschwitz. Geschichte eines Verbrechens, München 2005;</p>
                <p>Schüle, Annegret: Industrie und Holocaust. Topf &amp; Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz, Göttingen 2010;</p>
                <p>Völklein, Ulrich: Josef Mengele - der Arzt von Auschwitz, Göttingen 1999;</p>
                <p>Wagner, Bernd: IG Auschwitz. Zwangsarbeit und Vernichtung von Häftlingen des Lagers Monowitz 1941-1945, Bochum 2000;</p>
                <p>Zürcher, Regula Christina: &quot;Wir machen die schwarze Arbeit des Holocaust&quot;. Das Personal der Massenvernichtungsanlagen von Auschwitz, Nordhausen 2004</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Im Jahre 1940 wurde auf Befehl Heinrich Himmlers das größte nationalsozialistische KZ in Auschwitz (polnisch: Oświêcim) etwa 60 Kilometer westlich von Krakau an der Bahnstrecke Ostrau-Krakau im ostoberschlesischen Industriegebiet errichtet. Es diente zunächst als Arbeitslager und ab August 1941 auch als Vernichtungslager im Sinne der rassistischen NS-Ideologie und setzte sich aus drei Einzellagern zusammen:</p>
                <p>Auschwitz I (Stammlager, errichtet zwischen Mai und Juli 1940)</p>
                <p>Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau, errichtet 1941/42)</p>
                <p>Auschwitz III (Auschwitz-Monowitz, errichtet 1941 als Zwangsarbeitslager)</p>
                <p>Des weiteren bestanden zeitweise bis zu 40 Außen- und Nebenlager. Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß (Mai 1940 - Nov. 1943)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Artur Liebehenschel (Nov. 1943 - Mai 1944)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Richard Baer (ab Mai 1944 in Auschwitz I und in Auschwitz II ab Nov. 1943 - Jan. 1945)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Friedrich Hartjenstein (Nov. 1943 - Mai 1944 in Auschwitz II)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz (Ende 1943 - Jan. 1945 in Auschwitz III)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Josef Kramer (ab Frühjahr 1944 - Jan. 1945)</p>
                <p>Das Lager Auschwitz I war zunächst mit Angehörigen des Widerstandes und der polnischen Intelligenz belegt worden und wuchs bis zum Jahre 1943 auf eine Häftlingszahl von 30.000 an. Es bestand aus dem sogenannten Schutzhaftlager für die Häftlinge und den Gebäuden des Kommandanturbereichs außerhalb des Lagers. Auschwitz II entstand etwa 3 Kilometer vom Stammlager entfernt und verfügte über mehrere Teillager mit bis zu 250 Steingebäuden und Baracken. Dazu gehörten auch das Quarantänelager, das tschechische &quot;Familienlager&quot; mit Häftlingszugängen aus Theresienstadt, das &quot;Zigeunerlager&quot; und das Effektenlager. In Auschwitz II waren bis zu 150.000 Häftlinge untergebracht. Auschwitz III wurde 1941 für die IG-Farben-Industrie errichtet. Wegen der dortigen Produktionsstätte für die Buna-Werke wurde es zunächst auch &quot;Lager Buna&quot; genannt. Im Laufe des Jahres 1943 kam es zu großangelegten Deportationen und Inhaftierungen von Sinti und Roma. Viele von ihnen kamen im August 1943 bei der Liquidierung des sogenannten &quot;Zigeunerlagers&quot; in Birkenau ums Leben. Im November 1943 wurden die Lager Birkenau und Monowitz organisatorisch abgetrennt. Nach der Besetzung Ungarns und der Auflösung des Ghettos in £odz (damals Litzmannstadt) gelangten im Laufe des Jahres 1944 mehrere zehntausend Menschen nach Auschwitz-Birkenau. Im November 1944 wurde das Stammlager verwaltungstechnisch wieder mit dem Lager Birkenau vereinigt. Bereits im November 1943 hatte das Reichssicherheitshauptamt verfügt, dass die jüdischen Häftlinge aller KZ in das Lager Auschwitz und das &quot;Kriegsgefangenenlager Lublin&quot; zu überstellen waren. Beide Lager sollten als Arbeitskräftereservoir für die geplante Ostsiedlung dienen. Schon ab September 1941 hatten die ersten Tötungen von Häftlingen mittels Zyklon B im Stammlager begonnen. Bis Oktober 1942 blieb dort die Gaskammer des Krematoriums in Betrieb. In Birkenau entstanden Anfang und Mitte 1942 weitere Gaskammern. Später entstanden auch in Auschwitz I zwecks Erhöhung der Tötungskapazität zwei weitere große sowie zwei kleinere Krematorien mit Gaskammern. Diese gingen im Jahre 1943 in Betrieb. Die Selektion von zu tötenden Personen erfolgte in der Regel schon bei der Einlieferung in das Lager, aber auch in späteren Fällen durch die Aussonderung kranker und nicht arbeitsfähiger Häftlinge. Der berüchtigte Arzt und SS-Führer Josef Mengele nutzte in diesem Zusammenhang seine Dienststellung zur Auswahl der Opfer für seine medizinischen Experimente aus. Wegen des Vorrückens der sowjetischen Armee wurden bereits ab Spätherbst 1944 gemäß Himmler-Befehl die Vergasungsanlagen zerstört. Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten noch etwa 7.000 von der SS zurückgelassene Häftlinge, die krank und nicht transportfähig waren. Über 58.000 Häftlinge waren von der SS bereits ab dem 18. Januar 1945 im Rahmen von &quot;Evakuierungen&quot; gezwungen worden, den Marsch in verschiedene andere KZ des NS-Herrschaftsgebiets anzutreten.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Oświêcim</p>
                <p>ul. Wiêźniów Oświêcimia 20</p>
                <p>PL-32620 Oświêcim</p>
                <p>Archiwum Pañstwowe w Krakowie</p>
                <p>ul. Sienna 16</p>
                <p>PL-30960 Kraków</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-BU</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Buchenwald</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1954-12-31">1934-1954</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>297 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben den Verwaltungsunterlagen des Lagers Sachsenburg aus den Jahren 1935 bis 1937 umfasst ein Großteil des Bestandes Schriftwechsel, der im Zusammenhang mit dem Häftlingswesen im Lager Buchenwald entstanden ist. Dokumentiert sind Häftlingsbewegungen innerhalb des Lagersystems, Häftlingszahlen und Häftlingseinsätze, Bestrafungen und Exekutionen, finanzielle Angelegenheiten sowie Angaben zu Verpflegungssätzen. Zum SS-Personal des Lagers existieren neben einigen Akten mit persönlichem Schriftwechsel, u.a. auch des Lagerkommandanten Pister, Akten der Totenkopfverbände und Sturmbanne sowie Fotos von einzelnen SS-Angehörigen. Eine Vielzahl der vorliegenden Verwaltungsunterlagen befasst sich mit der Verpflegung und Einkleidung des Lagerpersonals und der Häftlinge sowie mit dem Postverkehr. Ferner umfasst das Schriftgut Tätigkeitsberichte und statistische Angaben zum Lagerwesen. Die Unterlagen des SS-Standort- und Lagerarztes enthalten Meldungen, auch statistischer Art, über Erkrankungen sowie über &quot;medizinische&quot; Versuche an Häftlingen. Diensttagebücher und Wachbücher des Lagers liegen im Bestand für den Zeitraum von Februar 1937 bis Dezember 1944 vor.</p>
                <p>Schutzhaftlager Sachsenburg 1934-1937 (8), Häftlinge Buchenwald 1936-1954 (187), SS-Personal Buchenwald 1937-1945 (5), Organisation und Verwaltung Buchenwald 1937-1945 (61), SS-Standort- und Lagerarzt Buchenwald 1937-1945 (16), Diensttagebücher Buchenwald 1937-1944 (17)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte und Verzeichnung des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfanumerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde Anfang 1963 zunächst durch ein vorläufiges Findbuch erschlossen. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende aktuelle Findmittel-Fassung ersetzt. Die Original-Akten waren bereits im Jahre 1987 im Zuge eines Aktentausches vom Bundesarchiv an die DDR abgegeben worden und befinden sich heute im Hauptstaatsarchiv Weimar. Im Bundesarchiv ist der Bestand nur noch auf Mikrofilm zu nutzen. Weitere hier erschlossene Akten sollen nach der Verfilmung ebenfalls zeitnah an das Hauptstaatsarchiv Weimar abgegeben werden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3), Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34), Konzentrationslager Anhang (NS 4 ANH.) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Améry, Jean: Jenseits von Schuld und Sühne, Stuttgart 2002;</p>
                <p>Beckert, Werner: Die Wahrheit über das Konzentrationslager Buchenwald, Weimar 1945;</p>
                <p>Davidsen-Nielsen, Hans: Carl Værnet. Der dänische SS-Arzt in Buchenwald, Wien 2004;</p>
                <p>Drobisch, Klaus: Widerstand in Buchenwald, Berlin 1989;</p>
                <p>Finn, Gerhard: Die Roten und Buchenwald. Vom schwierigen Werden einer zweifachen Gedenkstätte, Berlin 2002;</p>
                <p>Gerasch, Fritz: In der Hölle faschistischer Konzentrations-Lager. Erlebnisse in den Konzentrationslagern Dora und Buchenwald sowie vom Todesmarsch, Weißenfels 1978;</p>
                <p>Kogon, Michael: Buchenwald, Eugen Kogon, die Kommunisten und die Wahrheit, Frankfurt am Main 1997;</p>
                <p>Pieck, Henri: Buchenwald. Zeichnungen aus dem Konzentrationslager, Berlin 1949;</p>
                <p>Röll, Wolfgang: Homosexuelle Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald, Weimar 1991;</p>
                <p>Schley, Jens: Nachbar Buchenwald. Die Stadt Weimar und ihr Konzentrationslager, Köln 1999;</p>
                <p>Solf, Ursula: Ilse Koch, die Kommandeuse von Buchenwald, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Buchenwald wurde im Juli 1937 auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet. Die zunächst geplante Bezeichnung &quot;Konzentrationslager Ettersberg&quot; wurde nach Einspruch der &quot;NS-Kulturgemeinde&quot; Weimar wieder verworfen. Ein Teil der ersten Häftlinge stammte aus dem bereits im Mai 1933 in einer stillgelegten Spinnerei eingerichteten KZ Sachsenburg, das sich unterhalb des Schlosses Sachsenburg an der Zschopau befand. Dort waren zunächst etwa 100 Häftlinge, zumeist Arbeiterfunktionäre aus der Region, inhaftiert. Lager-Kommandant war der SA-Standartenführer Max Hähnel. Bis zur Auflösung des Lagers im Juli 1937 waren dort bis zu 2.000 Menschen inhaftiert. Das Lager Sachsenburg diente vorrangig als Arbeitslager. Unter schwersten Bedingungen wurde die Arbeitskraft der Häftlinge im Steinbruch und beim Bau von Uferbefestigungen ausgebeutet. Des weiteren gelangten Häftlinge des aufgelösten Lagers Lichtenburg sowie aus Sachsenhausen in das neue Lager Buchenwald. Erste Insassen waren politisch und wegen ihrer Religion oder sexuellen Orientierung Verfolgte, aber auch Kriminelle. In der ersten Hälfte des Jahres 1938 wurden auch sogenannte &quot;Arbeitsscheue&quot; und &quot;Asoziale&quot; in das Lager eingewiesen. Nach der Pogromnacht im November 1938 wies die SS nahezu 10.000 Juden in das KZ Buchenwald ein. Die Lebensbedingungen im innerhalb des Schutzhaftlagers befindlichen &quot;Judenlager&quot; waren besonders schlecht. Bereits im Jahre 1941 wurde mit der Vergasung von Häftlingen des Lagers in den &quot;Heil- und Pflege-Anstalten&quot; Sonnenstein und Bernburg begonnen. 1942 wurde das schon bestehende Krematorium ausgebaut. &quot;Medizinische&quot; Versuche forderten darüber hinaus weitere Opfer. Im Herbst 1942 wurden die meisten jüdischen Häflinge nach Auschwitz deportiert. Etwa 8.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden im selben Jahr durch Genickschuss ermordet. Zwischen 1941 und 1943 existierte eine sogenannte Kinobaracke, in der die Häftlinge von der SS zu genehmigende kulturelle Veranstaltungen durchführen konnten. Ab 1943 gab es für Häftlinge, als Anreiz für höhere Arbeitsleistungen, ein Lagerbordell. Die zur Prostitution gezwungenen Frauen waren zumeist Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück. Außerhalb des eingezäunten Lagers befand sich der SS-Bereich mit Lagerverwaltung, Kommandantur und SS-Kasernen. In der Mitte dieses SS-Bereichs lag das Sonderlager &quot;Fichtenhain&quot; mit seinen Isolierungsbaracken für prominente Insassen. Nach dem 20. Juli 1944 wurden hier auch an dem Attentat beteiligte Angehörige des Widerstands und ihre Familien inhaftiert.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Karl Otto Koch (1937-1941)</p>
                <p>SS-Oberführer Hermann Pister (1942-1945)</p>
                <p>Bereits zum Ende des Jahres 1939 hatte die Belegungsstärke des KZ Buchenwald etwa 12.600 Häftlinge betragen. Diese arbeiteten u.a. für die Deutschen Ausrüstungswerke (DAW), in handwerklichen und in landwirtschaftlichen Betrieben sowie in einem nahegelegenen Steinbruch. Auf Grund der ab 1942 verstärkten Orientierung der SS auf Ausnutzung der KZ nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten wurde von Buchenwald aus die große Zahl von über 130 Außen- und Nebenlagern verwaltet, darunter auch seit Sommer 1943 das Lager Dora-Mittelbau. Dorthin war nach der Zerstörung der Peenemünder Produktionsstätten durch die Alliierten die V2-Produktion verlegt worden. Im Bundesarchiv-Bestand NS 4 ANH. finden sich verschiedene Verweise auf Mittelbau/Mittelwerk. Hauptsächlich wurde unter Ausbeutung der Arbeitskraft der Häftlinge die Herstellung von Flugzeugen, Raketen, Treibstoffen und Munition vorangetrieben. 1943 entstand der Rüstungsbetrieb &quot;Gustloff-Werk II&quot; des Weimarer &quot;Fritz-Sauckel-Werks&quot; als Arbeitsstätte für über 4.000 Häftlinge. Dieser Betrieb wurde im Sommer 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. Die strengen Arbeitsbedingungen, schlechte Unterbringungsverhältnisse, aber auch Epidemien, sorgten für eine ständige Dezimierung der Häftlingszahlen. Nach der durch den Vormarsch der Roten Armee bedingten Auflösung der Lager im Osten gelangten zu Beginn des Jahres 1945 nochmals tausende Insassen nach Buchenwald. Mit über 100.000 Häftlingen war nun Buchenwald das größte der noch bestehenden KZ. Die Überfüllung des Lagers hatte zur Folge, dass bis zur Befreiung noch nahezu 14.000 Menschen verstarben. Bei der Befreiung am 11. April 1945 fanden die amerikanischen Truppen noch über 21.000 Überlebende, darunter viele Kinder und Jugendliche, vor. Bereits seit dem 5./6. April hatte die SS mit der Evakuierung des Lagers begonnen und die Häftlinge nach Süddeutschland und Österreich verlegt. In der Zeit seines Bestehens hatten schätzungsweise 250.000 Menschen aus allen Ländern Europas das Lager durchlaufen. Über 50.000 fanden dort den Tod.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte Buchenwald</p>
                <p>99427 Weimar</p>
                <p>Die Original-Akten befinden sich im Thüringischen Hauptstaatsarchiv, Marstallstraße 2 in 99423 Weimar.</p>
                <p>Im Bundesarchiv sind nur Mikrofilme nutzbar.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-DA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Dachau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1909-01-01/1945-12-31">1909-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>49 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung</p>
                <p>Neben Aufstellungen von Häftlingen und deren Einsatz sowie deren Bewegungen innerhalb des Lagersystems liegen Unterlagen zum SS-Personal und dessen Beförderung, Ernennung und Kommandierung vor. Personenbezogenes Schriftgut zu einzelnen SS-Angehörigen und Capos sowie zu Ermittlungen aus der Zeit nach Mai 1945 im Zusammenhang mit im Lager Dachau verübten Verbrechen ist ebenfalls im Bestand enthalten. Die Verwaltungsakten betreffen Material-, Verpflegungs- und Bekleidungsbeschaffung. Überliefert sind auch Unterlagen der Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei München-Dachau.</p>
                <p>Häftlinge 1930-1945 (15), SS-Personal 1921-1946 (25), Organisation und Verwaltung 1939-1945 (9)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fasung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Im Zuge der neuesten Bestandsbearbeitung wurden auch Kopien von deutschen Unterlagen (2 AE), die seit Ende des Zweiten Weltkrieges in den National Archives der USA verwahrt wurden, in den Bestand integriert. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34), Lehr- und Forschungsgemeinschaft &quot;Das Ahnenerbe&quot; (NS 21) sowie in den personenbezogenen Sammlungen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Im Bestand Reichsfinanzministerium befindet sich unter der Signatur R 2/28350 eine Akte über die SS-Kaserne und das KZ Dachau.</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu den KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
                <p>.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Benz, Wolfgang; Königseder, Angelika: Das Konzentrationslager Dachau. Geschichte und Wirkung nationalsozialistischer Repression, Berlin 2008;</p>
                <p>Bergner, Gabriele: Aus dem Bündnis hinter den Stacheldraht. Italienische Häftlinge im KZ Dachau 1943-1945. Deportation und Lebensbedingungen, Hamburg 2002;</p>
                <p>Bernou-Fieseler, Anne;Theofilakis, Fabien: Das Konzentrationslager Dachau. Erinnerung, Erlebnis, Geschichte, München 2006;</p>
                <p>Kupfer-Koberwitz, Edgar: Dachauer Tagebücher. Die Aufzeichnungen des Häftlings 24814/Edgar Kupfer-Koberwitz, München 1997;</p>
                <p>Lacombe, Fabien: Kommando Kaufbeuren. Außenlager von Dachau 1944-1945. Ein Memorial, Kaufbeuren 1995;</p>
                <p>Marcuse, Harold: Legacies of Dachau. The uses and abuses of a concentration camp, Cambridge 2001;</p>
                <p>Neurath, Paul Martin: Die Gesellschaft des Terrors: Innenansichten der Konzentrationslager Dachau und Buchenwald, Frankfurt am Main 2004;</p>
                <p>Orth, Karin: Die Konzentrationslager der SS. Sozialstrukturelle Analysen, Göttingen 2000;</p>
                <p>Riedel, Dirk: Kerker im KZ Dachau. Die Geschichte der drei Bunkerbauten, Dachau 2002;</p>
                <p>Schalm, Sabine: Überleben durch Arbeit. Außenkommandos und Außenlager des KZ Dachau 1933-1945, Berlin 2009</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Als erstes KZ in Deutschland entstand das KZ Dachau bei München. Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde bereits am 21./22. März 1933 mit dem Bau des Lagers begonnen. Neben dem eingezäunten Häftlingslager befanden sich der Kommandanturbereich mit den Verwaltungseinrichtungen der SS sowie mit den Kasernen für das Wachpersonal. Der seit 26. Juni 1933 zuständige Kommandant Theodor Eicke entwickelte mit dem Aufbau der Organisation, den strengen Wachvorschriften und einer verschärften Straf- und Disziplinarordnung für die Häftlinge - mit Dachau als Musterlager - den Prototyp für alle weiteren KZ in Deutschland und später in den von Deutschland besetzten Gebieten. Eicke wurde bereits im Juli 1934 zum Inspekteur aller KZ mit Sitz in Berlin, seit 1938 in Oranienburg, ernannt.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Hilmar Wäckerle (Apr. - Juni 1933)</p>
                <p>SS-Obergruppenführer Theodor Eicke (Juni 1933 - Dez. 1934)</p>
                <p>SS-Oberführer Heinrich Deubel (Dez. 1934 - Apr. 1936)</p>
                <p>SS-Oberführer Hans Loritz (Apr. 1936 - Ende 1939)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Alex Piorkowski (Anfang 1940 - Aug. 1942)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Martin Weiß (Sept. 1942 - Okt. 1943)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Eduard Weiter (Nov. 1943 - Apr. 1945)</p>
                <p>Die Zuständigkeit für das Lager lag zunächst bei der Bayerischen Politischen Polizei. Zunächst diente Dachau als Inhaftierungsort vorrangig für Kommunisten, Angehörige der SPD und Reichsbanner-Funktionäre sowie für Geistliche und Personen aus dem kirchlichen Umfeld und war ursprünglich nur für 5.000 Insassen ausgelegt. Nach dem &quot;Anschluss&quot; Österreichs erfolgte die Einweisung diverser prominenter Persönlichkeiten des Landes. Die zunächst in großer Zahl im November 1938 nach dem Pogrom eingewiesenen Menschen jüdischen Glaubens wurden teilweise mit der Auflage, Deutschland zu verlassen, wieder freigelassen. Ab Mai 1941 gelangten auch Beteiligte des Bürgerkrieges in Spanien als Häftlinge nach Dachau. Nach dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion erfolgten bereits ab Ende August 1941 Massenerschießungen von sowjetischen Kriegsgefangenen, die bis in das Jahr 1942 fortdauerten. Nachdem Heinrich Himmler im Oktober 1942 verfügt hatte, dass die im Reichsgebiet befindlichen Konzentrationslager &quot;judenfrei&quot; zu sein hätten, wurden die noch in Dachau verbliebenen Juden größtenteils nach Auschwitz abtransportiert. Schon ab Anfang 1942 erfolgten Deportationen kranker Häftlinge nach Schloss Hartheim bei Linz an der Donau zwecks Tötung durch Gas. Ende 1942 begannen im Lager medizinische Versuche (Höhen- und Kälteversuche), für die u.a. die Ärzte Sigmund Rascher und Kurt Eisele verantwortlich waren. Die Häftlinge wurden zum Arbeitseinsatz in SS-eigenen Betrieben, bei der Moorkultivierung sowie beim Straßenbau gezwungen, ab Kriegsbeginn erfolgte auch ihr Einsatz in der Rüstungsindustrie. Ab 1942 und verstärkt ab 1944 wurde die Arbeitskraft mehrerer zehntausend Menschen in verschiedenen Außenlagern - zum Teil auch in unterirdischen Produktionshallen für den Flugzeugbau - ausgebeutet. Bis zur Befreiung durch die US-Streitkräfte am 29. April 1945, als sich noch etwa 30.000 Gefangene im Lager befanden, hatten etwa 200.000 Häftlinge das Lager durchlaufen. Dachau galt nicht als Vernichtungslager. Die systematische Ermordung von Häftlingen erfolgte in der Regel nach der Verbringung in andere Lager. Am 26. April 1945 wurden etwa 7.000 Häftlinge durch die SS weiter nach Süddeutschland &quot;evakuiert&quot;. Auch die Häftlinge der Außenlager wurden auf Todesmärsche geschickt. Die Wachmannschaften verließen am 28. April 1945, einen Tag vor Eintreffen der Amerikaner, das Lager.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Bayerisches Hauptstaatsarchiv</p>
                <p>Schönfeldstraße 5</p>
                <p>80539 München</p>
                <p>Gedenkstätte Dachau</p>
                <p>Alte Römerstraße 75</p>
                <p>85221 Dachau</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-FL</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Flossenbürg</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1945-12-31">1938-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>493 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-GR</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Groß-Rosen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung</p>
                <p>Neben Aufstellungen von Häftlingen und deren Bewegungen innerhalb des Lagersystems sowie verschiedenen Meldungen über durchgeführte Exekutionen enthält der Bestand personenbezogenes Schriftgut zu einzelnen Häftlingen. Personalangelegenheiten der SS-Wachmannschaften sind lediglich in drei Aktenbänden überliefert. Die Verwaltungsunterlagen betreffen Bereiche wie Krankenbau, Waffen- und Gerätebestand, Auszeichnungsvorschläge und Briefwechsel der Häftlinge mit ihren Angehörigen. Ferner liegt ein Fotoalbum der Kommandantur vor.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Im Zuge der letzten Bestandsbearbeitung wurden auch Akten aus Sammlungen des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (4 AE), aus dem Bestand NS 4 Flossenbürg (2 AE) sowie Kopien von deutschen Unterlagen (3 AE), die seit dem Zweiten Weltkrieg in den National Archives der USA verwahrt werden, in den Bestand intergriert.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlings-Datenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Cybulski, Bogdan: Außenlager des KL Groß Rosen im Eulengebirge, Wa³brzych 1992;</p>
                <p>Konieczny, Alfred: Das Kommando &quot;Wetterstelle&quot; im KL Groß Rosen, Wa³brzych 1994;</p>
                <p>Orth, Karin: Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsgeschichte, Hamburg 1999;</p>
                <p>Sprenger, Isabell: Groß-Rosen. Ein Konzentrationslager in Schlesien, Köln 1996</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Groß Rosen (polnisch: Rogoźnica) in Niederschlesien wurde im August 1940 unweit des Ortes Groß Rosen an der Bahnstrecke Jauer-Striegau als Arbeitslager und Teil des Nebenlagersystems von Sachsenhausen errichtet. Der Bau des ‚Kleinen Lagers&apos; mit vier Häftlings-Blocks erfolgte ab März 1941. Ab Mai 1941 galt Groß Rosen als eigenverwaltetes Lager.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Obersturmführer Arthur Rödl (Mai 1941 - Sept. 1942)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Wilhelm Gideon (Sept. 1942 - Okt. 1943)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Johannes Hassebroeck (Okt. 1943 - Feb. 1945)</p>
                <p>Der Bau des &quot;Großen Lagers&quot; für bis zu 20.000 Häftlinge war Anfang 1944 fertiggestellt worden. Als wegen der fortschreitenden Kriegslage die Häftlinge des KZ Auschwitz verlegt werden mussten, erlangte das Lager Groß Rosen durch die Einrichtung des sogenannten ‚Auschwitzer Lagers&apos; als Ausweichstelle eine Gefangenenzahl von bis zu 45.000 Insassen. Bereits seit dem Jahre 1943 hatte die Gestapo Breslau in Groß Rosen ein Arbeits- und Erziehungslager betrieben. Inhaftiert waren in Groß Rosen rassisch und politisch verfolgte Deutsche sowie Menschen aus den von Deutschland besetzen Gebieten, vorrangig jedoch aus Polen und der Sowjetunion. Ein Großteil der eingelieferten sowjetischen Kriegsgefangenen wurde planmäßig ermordet. Jüdische Häftlinge waren separat im sogenannten ‚Judenblock&apos; untergebracht und hatten die schwersten Arbeiten zu verrichten. Der Einsatz der Inhaftierten diente vorrangig dem Abbau des Granits in den örtlichen Steinbrüchen, die durch die SS-eigene &quot;Erd- und Steinwerke GmbH&quot; (DESt) aufgekauft worden waren. Darüber hinaus wurden in etwa 100 Außenkommandos und kriegswichtigen Betrieben Häftlinge, darunter auch viele Frauen aus gesonderten Lagern, zur Arbeit gezwungen. Im Jahre 1942 erfolgte der Bau eines Krematoriums. 1944 wurde die bis dahin in Dachau ansässige Forschungsstelle für Hochfrequenztechnik - &quot;Kommando Wetterstelle&quot; - in das vor Luftangriffen noch relativ sichere Niederschlesien verlegt. In dieser Einrichtung gelangten Häftlinge mit einschlägigen Fachkenntnissen, separiert von den übrigen Gefangenen, zum Einsatz. Ebenfalls im Jahre 1944 erfolgte der Einsatz der Häftlinge beim Bau des &quot;Führerhauptquartiers Riese&quot; in Wüstewaltersdorf und beim parallelen Bau von unterirdischen Fertigungsstätten für die Rüstingsindustrie. Durch die Evakuierung der weiter östlich gelegenen Lager und Gefängnisse erlangte Groß Rosen beim Vorrücken der Ostfront als aufnehmende Stelle zunehmend an Bedeutung. Anfang 1945 befanden sich etwa zehn Prozent aller KZ-Insassen in Groß Rosen und seinen Außenlagern. Bereits ab Anfang Februar 1945 begann die SS mit der Evakuierung des Lagers. Die Häftlinge wurden in die noch im deutschen Einflussbereich verbliebenen KZ, wie Flossenbürg und Buchenwald, verlegt und nur noch wenige zurückgebliebene Gefangene konnten am 13. Februar 1945 durch die sowjetische Armee befreit werden. Während des Bestehens des Lagers wurde es von etwa 130.000 Menschen durchlaufen. Schätzungsweise 40.000 bis 45.000 Menschen kamen dabei ums Leben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Museum Rogoźnica</p>
                <p>PL - 58 152 Gosza³ków</p>
                <p>Archiwum Pañstwowe w Wroc³awiu</p>
                <p>Ul. Pomorska 2</p>
                <p>PL- 50 215 Wroc³aw</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-HE</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Herzogenbusch</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1944-12-31">1942-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfasst nur zwei Aktenbände, die Verwaltungsunterlagen des Außenkommandos Haaren enthalten und inhaltlich finanzielle Transaktionen mit dem KZ Lublin berühren.</p>
                <p>Verwaltung 1942-1944 (2)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingskartei -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34), sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Doerry, Janine; Klei, Alexandra; Thalhofer, Elisabeth; Wilke, Karsten: NS-Zwangslager in Westdeutschland, Frankreich und den Niederlanden, Paderborn 2008;</p>
                <p>Pflock, Andreas: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu den Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, Bonn 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Herzogenbusch (niederländisch: Kamp Vught) in der Nähe von &apos;s-Hertogenbosch in den Niederlanden nahm im Januar 1943 seinen Betrieb auf. Der Bau des Lagers war durch Häftlinge aus dem KZ Amersfoort betrieben worden.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Untersturmführer Karl Chmielewski (Jan.-Okt. 1943)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Adam Grünewald (Okt. 1943 - Feb. 1944)</p>
                <p>SS-Untersturmführer Hans Hüttig (Feb.-Sept. 1944)</p>
                <p>Zum Lager gehörten ein &quot;Schutzhaftlager&quot;, ein &quot;Jugendauffanglager&quot;, ein &quot;Geisellager&quot;, ein &quot;Studentenlager&quot;, ein &quot;Polizeiliches Durchgangslager&quot; und ein &quot;Judendurchgangslager&quot;, von dem aus auch die weiteren Deportationen nach Polen, in der Regel über das Lager Westerbork, erfolgten. Die Häftlinge hatten Arbeitseinsätze an den Befestigungsbauten außerhalb des Lagers sowie in den Werkstätten der Firma Philips zu leisten. Im Juni 1943 waren alle jüdischen Kinder über das Lager Westerbork nach Sobibór transportiert worden, wo sie ermordet wurden. Bereits Anfang September 1944 wurde das Lager wegen der vorrückenden alliierten Truppen evakuiert. Die Häftlinge wurden in das KZ Sachsenhausen und seine Außenlager verbracht. Die Befreiung durch kanadische Truppen erfolgte noch im selben Monat. Im Lager befanden sich noch mehrere hundert Überlebende sowie die zahllosen sterblichen Reste von Ermordeten. Über 30.000 Häftlinge, darunter eine Vielzahl aus den Niederlanden und Belgien, durchliefen das Lager während seines Bestehens.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Nationaal Monument Kamp Vught</p>
                <p>Lunettenlaan 600</p>
                <p>NL-5263 NT Vught</p>
                <p>Rijksarchief</p>
                <p>Prins Willem-Alexanderhof 26</p>
                <p>Postbus 90520</p>
                <p>NL- 2509 LM &apos;s Gravenhage</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-HI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Hinzert</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>68 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a52cb538-d30f-4083-94cb-9553e886d492"/>
                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält neben allgemeinen Häftlingsunterlagen Schriftwechsel über den Arbeitseinsatz der Häftlinge bei verschiedenen Firmen sowie Angaben zu Bestrafungen. Zuschriften von Angehörigen der Häftlinge sind ebenfalls enthalten. Zum SS-Personal liegen allgemeine Versetzungs-, Kommandierungs- und Beförderungsunterlagen vor sowie Unterlagen im Zusammenhang mit Disziplinarangelegenheiten. Darüber hinaus sind diverse personenbezogene Akten zu einzelnen SS-Angehörigen enthalten. Die Verwaltungsunterlagen weisen neben allgemeinem Schriftwechsel auch Korrespondenz mit dem SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt betreffend die Verwendung von Zahngold, die &quot;Wiedereindeutschungsfähigkeit&quot; polnischer Häftlinge sowie zur Druckerei in Auschwitz auf.</p>
                <p>Häftlinge 1939-1944 (7), SS-Personal 1939-1944 (39), Organisation und Verwaltung 1939-1945 (22)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich in den Bundesarchiv-Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlings-Datenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager Bd. 5, hrsg. v. Wolfgang Benz und Barbara Distel, München 2007;</p>
                <p>Engel, Marcel: Hinzert. Das SS-Sonderlager im Hunsrück 1939-1945, Luxemburg 1983;</p>
                <p>Doerry, Janine; Klei, Alexandra; Thalhofer, Elisabeth; Wilke, Karsten: Zwangslager in Westdeutschland, Frankreich und den Niederlanden, Paderborn 2008;</p>
                <p>Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933-1945. Gedenkstätte Sonderlager/KZ Hinzert, hrsg. v. der Landeszentrale für Politische Bildung, Mainz 2009;</p>
                <p>Meyer, Hans-Georg: &quot;Für die Außenwelt seid ihr tot!&quot; Mainz 2000;</p>
                <p>Pütz, Albert: Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert 1940-1945. Das Anklageverfahren gegen Paul Sporrenberg. Eine juristische Dokumentation, Frankfurt am Main 1998;</p>
                <p>Schneider, Volker: Das ehemalige SS-Sonderlager/KZ Hinzert 1939-1945, Mainz 1998;</p>
                <p>Ders.: Waffen-SS, SS-Sonderlager Hinzert. Das Konzentrationslager im Gau Moselland 1939-1945. Untersuchungen zu einem Haftstättensystem der Organisation Todt, der Inspektion der Konzentrationslager und des Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes der SS, Nonnweiler-Otzenhausen 1998</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Hinzert im Hunsrück wurde bereits im Oktober 1939 als Polizeihaft- und Erziehungslager des Reichsarbeitsdienstes (RAD), insbesondere für straffällig gewordene &quot;Westwall&quot;-Arbeiter, errichtet. Seit Juli 1941 unterstand das Lager (&quot;SS-Sonderlager Hinzert&quot;) dem Inspekteur der KZ beim SS-Führungshauptamt (SS-FHA).</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Hermann Pister (Okt. 1939 - Dez. 1941)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Egon Zill (Dez. 1941 - Apr. 1942)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Paul Sporrenberg (Apr. 1942 - Jan. 1945)</p>
                <p>Das Lager Hinzert war mit einer Vielzahl von Außenlagern und somit vielen verschiedenen Einsatzorten der Häftlinge konzipiert. Ursprünglich für 560 Häftlinge angelegt, war das Hauptlager zeitweise mit der doppelten Anzahl an Insassen besetzt. Es diente den nationalsozialistischen Machthabern in seiner Funktion als Arbeitserziehungs- und &quot;Eindeutschungs&quot;-Lager sowie als Durchgangslager für die Deportation in den Osten. Der Arbeitseinsatz der Gefangenen fand in den örtlichen Kiesgruben und Steinbrüchen sowie bei der Errichtung einer neuen militärischen Infrastruktur statt. Auf Grund seiner geografischen Lage stammten besonders viele Gefangene aus den Ländern Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Eine Vielzahl sowjetischer Kriegsgefangener wurde im Lager im Herbst 1941 ermordet. Im Januar 1945 wurde das Sonderlager Hinzert dem KZ Buchenwald als Außenlager unterstellt. Im März 1945 begann bei Heranrücken der alliierten Truppen die &quot;Evakuierung&quot;. Im April 1945 konnten die US-Streitkräfte die noch verbliebenen Gefangenen befreien. Etwa 13.000 Menschen durchliefen das Lager in der Zeit seines Bestehens. Die französische Militärverwaltung schätzte im Jahre 1946 die Zahl der Toten auf ca. 1.000 Gefangene.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert</p>
                <p>An der Gedenkstätte</p>
                <p>54411 Hinzert-Pölert</p>
                <p>Landeshauptarchiv Koblenz</p>
                <p>Karmeliterstraße 1/3</p>
                <p>56068 Koblenz</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-LI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Lichtenburg</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1944-12-31">1935-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält lediglich zwei Akten, die Angaben zu verschiedenartigen Häftlingsangelegenheiten (inklusive Fotos des Lagerkommandanten Otto Reich) und das Kassenbuch der Gefangenenkasse des Lagers beinhalten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlings-Datenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dietrich, Werner: Konzentrationslager Lichtenburg, Prettin 2002;</p>
                <p>Drobisch, Klaus: Konzentrationslager im Schloß Lichtenburg, Wittenberg 1997;</p>
                <p>Endlich, Stefanie: Das Konzentrationslager Lichtenburg, in: Verfolgung, Terror und Widerstand in Sachsen-Anhalt 1933-1945, hrsg. v. Wolfgang Benz, Wolf Kaiser u. Jens Michelsen, Berlin 2001;</p>
                <p>Hesse, Hans; Harder, Jürgen: ...und wenn ich lebenslang in einem KZ bleiben müsste, Essen 2001;</p>
                <p>Hördler, Stefan; Jacobeit, Sigrid: Lichtenburg. Ein deutsches Konzentrationslager, Berlin 2009;</p>
                <p>Junge, Lore: Gestapo - Zuchthaus - Konzentrationslager. Lebensberichte von Frauen aus Dortmund, Dortmund 1992;</p>
                <p>&quot;Sie überstanden die KZ Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück. Verzeichnis nach 1945 verstorbener Kameradinnen und Kameraden aus Deutschland&quot;, bearb. v. Ursel Hochmuth, Stuttgart 1999</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Bereits im Juni 1933 wurde in Prettin auf dem Renaissance-Schloss Lichtenburg ein KZ für männliche &quot;Schutzhäftlinge&quot;, politisch und rassisch Verfolgte, eingerichtet. Das Schloss war bereits seit dem frühen 19. Jahrhundert als Zuchthaus genutzt, aber während der Zeit der Weimarer Republik wegen verschiedener baulicher Mängel in seiner Funktion aufgegeben worden. Die Bewachung der dort Inhaftierten unterlag anfänglich regulären Schutzpolizeieinheiten; ab August 1933 übernahm eine SS-Wachtruppe, zunächst unter dem SS-Kommandanten Edgar Entsberger, die Bewachung. Ab Juni 1934 ging die Zuständigkeit für das KZ vom Regierungspräsidenten in Merseburg auf die SS über.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Brigadeführer Theodor Eicke (ab Mai 1934)</p>
                <p>SS-Standartenführer Bernhard Schmidt (ab März 1935)</p>
                <p>SS-Standartenführer Karl Koch (März-Apr. 1935)</p>
                <p>SS-Standartenführer Otto Reich (Apr. 1935 - Apr. 1936)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Max Koegel (Sept. 1939)</p>
                <p>Mit der Errichtung der Lager Sachsenhausen und Buchenwald wurde das Männerlager auf der Lichtenburg im Sommer 1937 aufgelöst. Anschließend diente es als Haftstätte für Zeuginnen Jehovas (&quot;Bibelforscherinnen&quot;), zurückkehrende Emigrantinnen, rassisch Verfolgte sowie kriminelle und &quot;asoziale&quot; Frauen; Leiter des Frauen-KZ war seit Dezember 1937 SS-Standartenführer Günther Tamaschke. Die Unterbringung der Gefangenen erfolgte in Teilen des Schlosses sowie im sogenannten Zellenbau. Mit Fertigstellung des KZ Ravensbrück im Frühjahr 1939 wurden die inhaftierten Frauen nach dort verlegt und das KZ Lichtenburg geschlossen. Danach nutzte zunächst das II. Ersatzbataillon der SS-Totenkopfverbände das Schloss als Kaserne, ab Winter 1941 befand sich dort ein SS-Bekleidungslager und von Frühjahr 1942 bis zum Kriegsende das SS-Hauptzeugamt. Auch hier waren Häftlinge des Lagers Sachsenhausen für Arbeiten eingesetzt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Mahn- und Gedenkstätte Schloss Lichtenburg</p>
                <p>06922 Prettin</p>
                <p>Internationaler Suchdienst</p>
                <p>Große Allee 5-9</p>
                <p>34444 Bad Arolsen</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-LU</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Lublin</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Aufstellungen zu Häftlingsbewegungen und Häftlingsausbildung sind Übersichten zu Deportationen aus französischen Lagern enthalten. Das SS-Personal betreffende Unterlagen dokumentieren Versetzungen und Beurteilungen und umfassen Personal-Listen verschiedener SS-Einheiten. Des weiteren liegen die Wachvorschriften des Lagers sowie verschiedene Kommandantur- und Sonderbefehle vor. Zu den baulichen Angelegenheiten in Lublin und Trawniki sind Lagerpläne vorhanden. Eine Beschreibung der Arbeitsweise der &quot;Entlausungsanlage&quot; mit Zyklon-B ist ebenfalls Teil des Bestandes. Der im Juli 1942 erfolgte Massenausbruch sowjetischer Häftlinge aus dem Gefangenenlager Lublin und das folgende Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Gefangenenbefreiung ist in der SS-Führerpersonalakte (ehem. Slg. BDC) Karl Koch (geb. 2.8.1897) dokumentiert.</p>
                <p>Häftlinge 1941-1944 (1), SS-Personal 1942-1944 (4), Verwaltung 1941-1944 (3)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Nach der Eingliederung des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR konnten im Zuge von Bestandsbereinigungen Akten (3 AE) aus dieser Sammlung ergänzend eingearbeitet werden.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung kann sich auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ) befinden. Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Ambach, Dieter; Köhler, Thomas: Lublin-Majdanek. Das Konzentrations- und Vernichtungslager im Spiegel von Zeugenaussagen, Düsseldorf 2003;</p>
                <p>Mailänder Koslov, Elisa: Gewalt im Dienstalltag. Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek, Hamburg 2009;</p>
                <p>Marszalek, Josef: Majdanek. Konzentrationslager in Lublin, Warschau 1984;</p>
                <p>Mencel, Tadeusz: Majdanek 1941-1944, Lublin 1991;</p>
                <p>Müller-Münch, Ingrid: Die Frauen von Majdanek. Vom zerstörten Leben der Opfer und der Mörderinnen, Reinbek 1982;</p>
                <p>Schwindt, Barbara: Das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek. Funktionswandel im Kontext der &quot;Endlösung&quot;, Würzburg 2005</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Lublin befand sich in Ostpolen nahe dem Ort Majdanek bei Lublin und war das erste von der SS errichtete KZ im sogenannten Generalgouvernement. Im Zusammenhang mit der von den NS-Machthabern vorgesehenen &quot;Ostsiedlung&quot; wurde durch Heinrich Himmler im Juli 1941 der Befehl zur Errichtung des Lagers, das bis zu 50.000 Häftlinge aufnehmen sollte, erlassen. Das Einsatzgebiet der Häftlinge erstreckte sich zunächst auf bauliche Aufgaben für SS und Polizei. Lublin besaß Gaskammern und diente ab Herbst 1942 auch als Vernichtungslager. Ein Nebenlager des KZ befand sich in Radom.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Karl Koch (Sept. 1941 - Juli 1942)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Max Koegel (Aug.-Okt. 1942)</p>
                <p>SS-Standartenführer Hermann Florstedt (Okt. 1942 - Sept. 1943)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Martin Weiß (Sept. 1943 - Mai 1944)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Arthur Liebehenschel (Mai-Juni 1944)</p>
                <p>Kommandantin des Frauenlagers war Else Ehrich.</p>
                <p>Bis September 1941 war die Zahl der Häftlinge auf 5.000 gewachsen. Auf Grund der enormen Anzahl sowjetischer Kriegsgefangener plante die SS eine Übernahme von bis zu 200.000 Gefangenen aus der Zuständigkeit des Wehrmachts-Kriegsgefangenenwesens. Allerdings konnten wegen der bis Dezember 1941 erreichten Aufnahmekapazität nur 20.000 Kriegsgefangene im Lager Lublin untergebracht werden. Die Bauarbeiten wurden durch die Häftlinge unter schwersten Bedingungen ausgeführt, so dass ein Großteil verstarb. Bei den im November 1943 durchgeführten Massakern an den jüdischen Einwohnern des Generalgouvernements, die im Besonderen im Lager Lublin sowie in den Orten Poniatowa und Trawniki stattfanden, starben über 40.000 Menschen, davon allein in Lublin/Majdanek etwa 18.000 bis 20.000. Im Mai 1944 wurde das KZ Warschau, das auf den Trümmern des Warschauer Ghettos entstanden war, dem Lager Lublin unterstellt. Lublin musste aber bereits im Juli 1944 wegen der vorrückenden Front aufgegeben werden. Das Krematorium sowie weitere Gebäude wurden vor dem Abzug durch die SS zerstört, die Gefangenenbaracken sowie die Gaskammern blieben erhalten. Die noch verbliebenen Häftlinge wurden zu großen Teilen nach Auschwitz, zum anderen in weitere Lager verbracht. Zwischen 300.000 und 500.000 Gefangene hatten das Lager in der Zeit seines Bestehens durchlaufen; über 200.000 Menschen fanden dort den Tod. Am 23. Juli 1944 befreite die Rote Armee das Lager Lublin mit seinen noch ca. 1.500 zurückgelassenen Häftlingen als erstes aller bestehenden KZ.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Pañstwowe Muzeum na Majdanku</p>
                <p>Ul. Droga Mêczenników Majdanka 67</p>
                <p>PL-20325 Lublin</p>
                <p>Archiwum Pañstwowe w Lublinie</p>
                <p>Ul. Trybunalska 13</p>
                <p>PL-20950 Lublin</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-MA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Mauthausen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>60 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>1,3 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Zu den im Lager Inhaftierten liegt eine große Zahl von Todesfallaufnahmen, insbesondere zu spanischen Häflingen, vor. Eingeschlossen sind dabei auch einige Akten des spanischen Konsulats in Wien. Zum SS-Personal sind lediglich eine Personalakte sowie fotografische Aufnahmen vorhanden. Eine weitere Aufnahme zeigt wohl die Leichname von Häftlingen. Neben allgemeinem Verwaltungsschriftgut liegen Korrespondenzen mit der Firma Topf &amp; Söhne, Erfurt, sowie Kataster- und Lagerpläne vor. Auch ein Fundamentplan zum Lager Auschwitz ist vorhanden. Darüber hinaus enthält der Bestand umfangreiches Schriftgut betreffend den SS-Arzt Dr. Karl Gross, u.a. persönliche und medizinisch-fachliche Papiere und Berichte über &quot;medizinische&quot; Versuche.</p>
                <p>Häftlinge 1940-1946 (17), SS-Personal 1942-1943 (3), Organisation und Verwaltung 1939-1945 (5), persönliche und medizinisch-fachliche Papiere von Dr. Karl Gross 1920-1945 (6), &quot;medizinische&quot; Versuche Dr. Karl Gross&apos; 1942-1943 (29)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Durch Bestandsbereinigungen gelangten auch eine Akte aus dem sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (Alt-Signatur: ZC 20108 A.18) sowie eine Akte aus dem Bestand NS 4 Flossenbürg (Alt-Signatur: NS 4 Fl/12) in den Bestand.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Baumgartner, Andreas: Die vergessenen Frauen von Mauthausen. Die weiblichen Häftlinge des Konzentrationslagers Mauthausen und ihre Geschichte, Wien 1997;</p>
                <p>Beyer, Wilhelm Raimund: Rückkehr unerwünscht. Joseph Drexels &quot;Reise nach Mauthausen&quot;, München 1980;</p>
                <p>Dürr, Christian: Die Häftlinge des KZ Mauthausen. Ein Erfassungsprojekt des Archivs der Gedenkstätte Mauthausen, in: Jahrbuch des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands, Wien 2007, S. 50-63;</p>
                <p>Filipin, France: Slowenen in Mauthausen, Wien 2004;</p>
                <p>Haunschmied, Rudolf; Mills, Jan-Ruth; Witzany-Durda, Siegi: St. Georgen, Gusen, Mauthausen. Concentration Camp Mauthausen Reconsidered, St. Georgen an der Gusen 2007;</p>
                <p>Marsalek, Hans: Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen, Mauthausen 2006;</p>
                <p>Ders. u. Hecker, Kurt: Kurzgeschichte des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner drei größten Nebenlager Gusen, Ebensee, Melk, Wien 1996;</p>
                <p>Waite, Robert G.: Level III. The Mauthausen Concentration Camp, in: Bulletin der Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung, Berlin 1996, S. 68-92;</p>
                <p>Wiesner, Otto: Lasst nicht mehr zu, was wir an Last getragen. Authentische Erzählungen aus Sachsenhausen und Mauthausen, Stuttgart 1996</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Mauthausen nahm im Sommer 1938, nach der Besetzung Österreichs, seinen Betrieb auf. Es befand sich im Verwaltungsbezirk Perg in Oberösterreich unweit der Stadt Linz. Das Lager war in die Teillager I, II und III sowie in eine Vielzahl von Außenlagern gegliedert.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Albert Sauer (Aug. 1938 - Feb./Apr. 1939)</p>
                <p>SS-Standartenführer Franz Ziereis (Feb./Apr. 1939 - Mai 1945)</p>
                <p>Im August 1938 wurden die ersten Häftlinge aus dem Lager in Dachau nach Mauthausen verlegt. In den Jahren von 1938 bis 1940 entstand das Lager I mit 20 Häftlings-Baracken. Bereits zum Ende des Jahres 1938 befanden sich dort über 1.000 Häftlinge. Bis Oktober 1938 wurde Mauthausen verwaltungsmäßig als Außenlager des KZ Dachau geführt. Das Lager II wurde im Jahre 1941 errichtet, das Lager III erst Anfang 1944. Zwischen 1939 und 1941 entstanden ein Zellenbau sowie die Küchen- und Wäscherei-Baracken. Das im Herbst 1941 für sowjetische Kriegsgefangene gebaute &quot;Russenlager&quot; wurde auch als Krankenlager genutzt und verfügte seit April 1942 über eine Gaskammer. Seit 1942 befand sich in Mauthausen ein Häftlingsbordell. Von Dezember 1944 bis April 1945 existierte darüber hinaus ein separates Zeltlager für Häftlinge. Das im April 1938 gegründete SS-Unternehmen &quot;Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH&quot; (DESt) beutete die Häftlinge in Mauthausen als Arbeitskräfte in den vor Ort liegenden Granitsteinbrüchen aus. Der Granit wurde reichsweit in großer Menge für die sogenannten &quot;Führerbauten&quot; benötigt. Neben den männlichen Häftlingen war in Mauthausen auch ein geringer Prozentsatz an Frauen und Kindern inhaftiert. In Mauthausen festgehaltene sowjetische Kriegsgefangene kamen in großer Zahl im Zuge von der SS durchgeführter Mordaktionen ums Leben. Tausende Häftlinge wurden zur Zwangsarbeit in den Außenlagern herangezogen. Die größten Außenlager befanden sich in Gusen, Ebensee, Melk, auf Schloß Hartheim sowie in den Orten Hinterbrühl (Flugzeugwerk Seegrotte), Guntramsdorf und in der Wiener Neustadt (Raxwerke).</p>
                <p>Außenlager</p>
                <p>Das Außenlager Gusen lag etwa 4,5 Kilometer von Mauthausen entfernt. Gusen I wurde 1939 errichtet und bestand aus über 30 Baracken und Wirtschaftsgebäuden sowie einem eigenen Krematorium. Der Einsatz der Häftlinge erfolgte in den örtlichen Steinbrüchen, beim Bau von Stollen und bei der Herstellung von Waffen und Flugzeugmotoren. Gusen II war seit März 1944 in Betrieb und konnte 16.000 Häftlinge aufnehmen. Diese waren im Stollenbau für das geheime Projekt &quot;B 8 Bergkristall&quot; (Fertigung des Me 262 Düsenjägers) eingesetzt. Gusen III gehörte seit Ende 1944 mit seinen Einsatzorten, einer Großbäckerei in Lungitz und einem Ersatzteillager der Messerschmidt GmbH, dem Lagersystem an. In den Lagern in Gusen waren weit über 60.000 Gefangene inhaftiert, von denen wohl über 30.000 ums Leben kamen. Die Todesrate in Gusen war somit zeitweise die höchste von allen Lagern im Deutschen Reich. Nach der Zerstörung der V2-Produktionsstellen in Peenemünde wurde die nun unterirdische Fertigung Ende 1943 in das Lager Ebensee verlegt. Ende 1944 wurde dort mit dem Bau einer ebenfalls unterirdischen Schmierölraffinerie begonnen, die bereits im Februar 1945 ihre Produktion aufnahm. Von den über 18.000 Häftlingen in Ebensee starben über 8.000. Im April 1944 wurde für die Dauer eines Jahres das Außenlager Melk für etwa 500 Häftlinge eingerichtet. Mehrere Stollen für die unterirdische Fertigung von Kugellagern der Steyrwerke-AG wurden dort bis zum Winter fertiggestellt. Die Häftlinge des Außenlagers Linz kamen bei den dortigen &quot;Hermann-Göring-Werken&quot; in einem Stahlwerk zum Einsatz. Im Sommer 1943 wurde in Guntramsdorf der Bau von Flugzeugmotoren mit einer Häftlingsstärke von zeitweise bis zu über 3.000 aufgenommen. Weitere Außenlager befanden sich in Amstetten, Bachmanning, Bretstein, Dipoldsau, Eisenerz, Enns, Grein, Großraming, Gunskirchen, Hirtenberg, Klagenfurt, Leibnitz, Lenzing, am Loiblpass, in Passau, Peggau, Redl-Zipf, den Schlössern Lannach, Mittersill und Lind, in St. Aegyd, St. Lambrecht, St. Valentin, Steyr-Münichholz, Ternberg, Vöcklabruck, Wels, Wien und in der Wiener Neustadt. Die Befreiung Mauthausens und seiner Außenlager erfolgte am 5. Mai 1945 durch amerikanische Streitkräfte. Die SS hatte noch vor ihrer Flucht die Gaskammer abgebaut und belastendes Schriftgut vernichtet. Die weitere Bewachung der noch verbliebenen Gefangenen wurde in die Hände des &quot;Volkssturms&quot; sowie der Wiener Feuerschutzpolizei gelegt. Nahezu 200.000 Häftlinge hatten das KZ Mauthausen während der Zeit seines Bestehens durchlaufen, wovon etwa die Hälfte umkam.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte Mauthausen</p>
                <p>Erinnerungsstr. 1</p>
                <p>A-4310 Mauthausen</p>
                <p>Oberösterreichisches Landesarchiv</p>
                <p>Anzengruberstraße 19</p>
                <p>A - 4020 Linz</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-NA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Natzweiler</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>119 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Akten über die Überstellung und den Arbeitseinsatz der Häftlinge sowie den damit verbundenen organisatorischen Angelegenheiten sind Akten zu den Außenkommandos des Lagers vorhanden. Zum SS-Personal liegen diverse Personalakten von SS-Angehörigen und SS-Helferinnen vor. Darüber hinaus sind Unterlagen über Versetzungen und Kommandierungen vorhanden. Der Verwaltungsschriftwechsel umfasst allgemeine Anordnungen, Kommandantur- und Sonderbefehle sowie Dienstvorschriften. Diverse Akten beinhalten Schriftwechsel betreffend den Unterhalt des Lagers.</p>
                <p>Häftlinge 1937-1944 (59), SS-Personal 1939-1945 (28), Organisation und Verwaltung 1936-1944 (27)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Im Zuge einer Bestandsbereinigung gelangten auch Kopien von deutschen Unterlagen, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges in den National Archives der USA verwahrt werden, zum Bestand (6 AE). Unterlagen aus dem Historischen Archiv des Unternehmens Krupp in Essen, die dort nach Aktenrückführungen aus Großbritannien seit dem Jahre 1992 wieder vorgelegen hatten, wurden ebenfalls in den Bestand eingearbeitet (4 AE).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Awosusi, Anita; Pflock, Andreas: Sinti und Roma im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, Heidelberg 2006;</p>
                <p>Doerry, Janine; Klei, Alexandra; Thalhofer, Elisabeth; Wilke, Karsten: Zwangslager in Westdeutschland, Frankreich und den Niederlanden, Paderborn 2008;</p>
                <p>Freund, Florian; Perz, Bertrand: Konzentrationslager in Oberösterreich 1938-1945, Linz 2007;</p>
                <p>Mall, Volker; Roth, Harald: Jeder Mensch hat einen Namen, Gedenkbuch für die 600 jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen, Berlin 2009;</p>
                <p>Markowitsch, Tobias: Goldfisch und Zebra. Das Konzentrationslager-Außenkommando Neckarelz, Konzentrationslager des Verlagerungsprojektes A8 und Außenkommando von Natzweiler-Struthof, Neckarelz 2005;</p>
                <p>Porzig, Max: Schulung. Ein Tatsachenbericht aus den Konzentrationslagern Natzweiler, Dachau, Alach, Singen 1945;</p>
                <p>Riexinger, Klaus: Vernichtung durch Arbeit. Rüstung im Bergwerk. Die Geschichte des Konzentrationslagers Kochendorf. Außenkommando des KZ Natzweiler-Struthof, Tübingen 2003;</p>
                <p>Steegmann, Robert: Das KL Natzweiler-Struthof. Geschichte eines Konzentrationslagers im annektierten Elsass 1941-1945, Strasbourg 2005</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Natzweiler-Struthof (franz.: Natzwiller) befand sich in der Nähe der Bahnstation Rohnau - etwa 50 Kilometer entfernt von Straßburg - und bestand seit Mai 1941. Die Planungsarbeiten für die Errichtung des Lagers hatten bereits kurz nach der Besetzung Frankreichs begonnen. In den Vogesen, auf etwa 800 Meter Höhe gelegen, sollte es als Straf- und Arbeitslager vorrangig dem Abbau des dortigen Granitvorkommens dienen. Betraut mit der Organisation dieses Vorhabens war das SS-Unternehmen &quot;Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt)&quot;. Granit wurde als bevorzugter Baustoff für die geplanten NS-Repräsentationsbauten reichsweit benötigt. Vor der Fertigstellung der Lagerbaracken wurden die Häftlinge zunächst in dem nahegelegenen Hotel ‚Struthof&apos; untergebracht, was zur Entstehung der heute geläufigen Lagerbezeichnung beitrug. Die anfänglich kleine Anzahl von Häftlingen (etwa 300) wuchs, nachdem ab Sommer 1942 Natzweiler auch für reguläre Einweisungen des Reichssicherheitshauptamtes genutzt wurde, bis Anfang 1944 auf knapp 2.000, um im Herbst 1944 auf etwa 7.000 Personen anzusteigen.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Untersturmführer Hans Hüttig (Apr. 1941 - Apr. 1942)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Egon Zill (Mai - Sept. 1942)</p>
                <p>SS-Obersturmführer Josef Kramer (Okt. 1942 - Mai 1944)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Fritz Hartjenstein (Mai 1944 - März 1945)</p>
                <p>Neben den auszuführenden Steinbrucharbeiten stieg die Zahl der Einsätze für Rüstungsvorhaben. Ab Sommer 1943 wurden im Lager durch Häftlinge Flugzeugmotoren für die Junkers-Werke überholt. Sogenannte &quot;NN&quot;- (Nacht und Nebel) Häftlinge wurden unter besonders harten Arbeitsbedingungen, hier vor allem beim Straßenbau sowie im Steinbruch, eingesetzt. Ab September 1944 waren gemäß einer Weisung des Reichssicherheitshauptamtes alle &quot;germanischen&quot; NN-Häftlinge in das KZ Natzweiler zu überstellen. Ebenso wurde ab 1944 eine Vielzahl von Angehörigen der französischen Résistance in Natzweiler eingewiesen. Ein großer Anteil dieser Personengruppe wurde bereits kurz nach der Einlieferung ermordet. Schon im Sommer 1943 war eine Gaskammer im Lager errichtet worden. 130 aus Auschwitz überführte Häftlinge wurden in Natzweiler für die &quot;Skelettsammlung&quot; des Anatomischen Instituts der Universität Straßburg getötet. Weitere &quot;medizinische&quot; Versuche an Häftlingen, wie etwa Experimente mit Giftgas-Gegenmitteln, fanden ebenfalls in Natzweiler statt.</p>
                <p>Außenlager</p>
                <p>Da ab 1944 die Arbeiten für Rüstungsaufgaben in den KZ expandierten, führte dies auch im Falle Natzweilers zu einer verwaltungsmäßigen Zuteilung verschiedener Außenlager. In Neckarelz befand sich die unterirdische Produktion der Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerke, in Leonberg bei Stuttgart produzierte mit bis zu 3.000 Häftlingen die Flugzeugfirma Messerschmidt in einem ehemaligen Autobahntunnel. In den Lagern Bisingen, Dormettingen, Erzingen, Schömberg und Schörzingen wurde Anfang 1944 die Ölschiefer-Produktion aufgenommen. Die Anzahl der Inhaftierten stieg dort bis Jahresende auf 1.000 Menschen. Ab Mitte 1944 arbeiteten Häftlinge für die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) im Außenlager Geislingen/Steige. Das Lager Echterdingen wurde Ende 1944 auf dem dortigen Flugplatz errichtet. Die dort Inhaftierten hatten Reparaturen an den Flughafen-Einrichtungen auszuführen und waren zum Teil auch im Steinbruch eingesetzt. Insgesamt ist mit einer Häftlingszahl von bis zu 19.000 Personen für die Außenlager zu rechnen. Die Evakuierung des Stammlagers begann wegen der vorrückenden alliierten Truppen bereits im August/September 1944. Die Außenlager wurden teilweise noch bis in den März 1945 betrieben. Die verbliebenen Häftlinge wurden auf Todesmärschen vor allem zum Lager Dachau verbracht. Insgesamt 30.000 bis 33.000 Häftlinge hatten das Lager in den Jahren seines Bestehens durchlaufen müssen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof</p>
                <p>Camp de Struthof</p>
                <p>F - 67130 Natzwiller</p>
                <p>Archives Departementales du Bas-Rhin</p>
                <p>5-9 rue Fischart</p>
                <p>F - 67000 Strasbourg</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-NE</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Neuengamme</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_4ef67326-f2e2-4912-82a7-7a0ad9478f28"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält lediglich die Küchentagebücher der Arbeitslager Husum und Dalum sowie einen Bericht über die Verlegung von kranken Häftlingen (2).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Im Zuge von Bestandsbereinigungen gelangten auch Kopien von deutschen Unterlagen, die seit Ende des Zweiten Weltkrieges in den National Archives der USA verwahrt werden, zum Bestand (1 AE).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlings-Datenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Baeyens, Victor: Im Schatten des Galgens: Breendonk, Neuengamme, Hamburg, Sandbostel, Hamburg 2001;</p>
                <p>Buggeln, Marc: Arbeit und Gewalt. Das Außenlagersystem des KZ Neuengamme, Göttingen 2009;</p>
                <p>Das KZ Neuengamme und seine Außenlager, hrsg. v. Oliver von Wrochem, unter Mitarbeit von Lars Jockheck, Berlin 2010;</p>
                <p>Diercks, Herbert: Die Freiheit lebt! Widerstand und Verfolgung in Hamburg 1933-1945, Hamburg 2010;</p>
                <p>Doerry, Janine; Klei, Alexandra; Thalhofer, Elisabeth; Wilke, Karsten: Zwangslager in Westdeutschland, Frankreich und den Niederlanden, Paderborn 2008;</p>
                <p>Ernst, Christoph: Als letztes starb die Hoffnung. Berichte von Überlebenden aus dem KZ Neuengamme, Hamburg 1989;</p>
                <p>Garbe, Detlef: Ein KZ in Hamburg - nie gehört! Das vergessene KZ Neuengamme. Dokumentation über die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 1981;</p>
                <p>Jensen, Ulrike: &quot;Es war schön, nicht zu frieren!&quot; Die Aktion Bernadotte und das Skandinavierlager des Konzentrationslagers Neuengamme, in: Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland 2 (1995), S. 24-34;</p>
                <p>Walter, Verena: Helmstedt/Beendorf A 3. Außenlager des KZ Neuengamme, Berlin 2001</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Neuengamme bei Hamburg bestand seit dem Jahre 1938. Bis 1940 gehörte es verwaltungstechnisch zum Lager Sachsenhausen und galt erst seit 1940 als eigenständiges Lager. Neuengamme verfügte über eine Vielzahl von Außenlagern.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Walter Eisfeld (Feb.-März 1940)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Martin Weiss (Apr.-Aug. 1942)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Max Pauly (Sept. 1942 - Mai 1945)</p>
                <p>Im Hauptlager befanden sich unter der Hoheit des SS-Unternehmens &quot;Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt)&quot; eine Ziegeleiproduktion sowie eine Gärtnerei und kriegswichtige Rüstungsbetriebe der Junghans- und Walther-Werke. Darüber hinaus wurden die Häftlinge zur Arbeit in Tongruben und bei Kanalbauarbeiten gezwungen. Im Jahre 1942 erfolgte in zwei Aktionen die Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener durch Gas. &quot;Medizinische&quot; Versuche an Häftlingen, darunter auch an Kindern, wurden durch den Arzt Dr. Kurt Heißmeyer durchgeführt. Noch im April 1945 wurden zur Vertuschung dieser Versuche die Kinder und deren Pfleger ermordet.</p>
                <p>Im April 1945 begann auch die &quot;Evakuierung&quot; des Lagers; die Häftlinge sollten auf &quot;Todesmärschen&quot; dem Zugriff der Alliierten entzogen werden. Die zum Teil in Richtung Ostsee verbrachten Häftlinge wurden unter katastrofalen Bedingungen auf Schiffe getrieben. Etwa 7.000 der dort Eingesperrten kamen noch am 3. Mai 1945 bei der Bombardierung der &quot;Cap Arkona&quot; und anderer Schiffe durch britische Flieger ums Leben. Als britische Truppen am 4. Mai 1945 das KZ erreichten, fanden sie es verlassen vor. Im Lager Neuengamme waren während seines Bestehens über 100.000 Menschen inhaftiert; etwa die Hälfte überlebte nicht.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte Neuengamme</p>
                <p>Jean-Dolidier-Weg 75</p>
                <p>21039 Hamburg</p>
                <p>Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg</p>
                <p>Kattunbleiche 19</p>
                <p>22041 Hamburg</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-RA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Ravensbrück</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1944-12-31">1942-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben allgemeinem Verwaltungsschriftgut enthält der Bestand einen Ausweis und eine Sondergenehmigung für einen Konstrukteur zum Betreten des Sperrgebietes bei Karlshagen auf Usedom, einen Krankenbericht für eine Inhaftierte, zwei Akten mit Karteikarten von Aufseherinnen und Transportzettel über die Verlegung von inhaftierten Personen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Drei Akten aus dem NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR wurden bei der Überarbeitung in den Bestand integriert.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Albrecht, Martin: Flugzeuge aus Barth. Heinkels &quot;Müller-Werk&quot; und das Außenlager des KZ Ravensbrück, Schwerin 2006;</p>
                <p>Amesberger, Helga; Halbmayr, Brigitte: Namentliche Erfassung von ehemals österreichischen Häftlingen im Konzentrationslager Ravensbrück, in: Jahrbuch 2007 des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Wien 2007, S. 64-83;</p>
                <p>Herbermann, Nanda: The blessed abyss. Inmate # 6582 in Ravensbrück Concentration Camp for Women, Detroit 2000;</p>
                <p>Hesse, Hans: &quot;... und wenn ich lebenslang in einem KZ bleiben müßte&quot;. Die Zeuginnen Jehovas in den Frauenkonzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück, Essen 2001;</p>
                <p>Jacobeit, Sigrid: Kreuzweg Ravensbrück. Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen, Leipzig 1989;</p>
                <p>Jeske, Natalja: Das KZ-Außenlager Barth. Geschichte und Erinnerung, Kückenshagen 2010;</p>
                <p>Klier, Freya: Die Kaninchen von Ravensbrück, München 1994;</p>
                <p>Schwarz, Erika; Steppan, Simone: Die Außenlager Königsberg/Neumark, Zichow und Mildenberg des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, in: Bulletin für Weltkriegs- und Faschismusforschung (2003), H. 20, S. 8-30;</p>
                <p>Tillion; Germaine: Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Die Massentötungen durch Gas in Ravensbrück, Lüneburg 1998</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Ravensbrück, gelegen am Schwedtsee bei Fürstenberg an der Havel, etwa 90 Kilometer nördlich von Berlin, wurde im Frühjahr 1939 als Lager für weibliche Häftlinge eingerichtet. Bereits ab November 1938 war durch weibliche Häftlinge aus dem KZ Lichtenburg sowie mit Unterstützung von männlichen Häftlingen aus Sachsenhausen mit dem Bau von Baracken und der Lagermauer begonnen worden. Ab dem Jahre 1941 befanden sich in Ravensbrück auch ein kleineres Lager für männliche Häftlinge und ab 1942 das &quot;Jugendschutzlager Uckermark&quot;. Zum Lager gehörte außerdem eine größere Anzahl von Außenlagern.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Günther Tamaschke (1938-1939)</p>
                <p>SS-Obersturmbannführer Max Koegel (1940-1942)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Fritz Suhren (1942-1945)</p>
                <p>Im Frühjahr 1939 wurden zunächst die Frauen aus dem KZ Lichtenburg nach Ravensbrück verlegt. Es folgten Sinti und Roma und mit Kriegsbeginn Frauen aus Polen und den in der Folgezeit von Deutschland besetzten Gebieten. Für Zwecke der Kriegswirtschaft wurde im Sommer 1940 die &quot;Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung m.b.H.&quot; gegründet, die die Arbeitskraft der Häftlinge speziell mit damals frauentypischen Arbeiten ausbeutete. Ab Sommer 1942 ließ die Firma Siemens &amp; Halske für ihre kriegswichtige Produktion Baracken in Ravensbrück errichten. Bei fortschreitendem Kriegsverlauf hatte das Lager auch gefangene Frauen und Kinder nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes sowie Häftlinge aus den im Osten liegenden zu evakuierenden KZ aufzunehmen. Eine Vielzahl der nun nur noch in Zelten untergebrachten Frauen und Kinder überlebten den Winter 1944/195 nicht. Ende 1944 bzw. Anfang 1945 wurde eine Gaskammer errichtet, in der bis Kriegsende noch Tausende Inhaftierte ermordet wurden. Bereits im Jahre 1942 waren über 1.500 in Ravensbrück gefangene jüdische Frauen vergast worden. Da das Lager damals noch über keine Gaskammer verfügte, wurden die Opfer in die &quot;Landes- Heil- und Plflegeanstalt&quot; nach Bernburg verbracht und dort ermordet. Im Jahre 1942 begann man in Ravensbrück auch mit der Aufnahme &quot;medizinischer&quot; Versuche (u.a. Sulfonamidversuche) an Häftlingen. Mit Beginn der Auflösung des KZ Ravensbrück befanden sich dort Anfang 1945 noch über 50.000 weibliche und nahezu 8.000 männliche Häftlinge. Im April 1945 konnte das Schwedische Rote Kreuz unter Graf Bernadotte mehrere Tausend Frauen in die Schweiz und nach Schweden evakuieren. Gegen Ende April 1945 begann die Räumung des Lagers durch die SS. Die Häftlinge gingen auf Todesmärsche&quot;, konnten aber zu Teilen noch von der Roten Armee befreit werden. Die etwa 3.000 im Lager verbliebenen Menschen wurden am 30. April 1945 befreit. Etwa 130.000 Menschen durchliefen das Lager Ravensbrück und seine Außenlager in der Zeit seines Bestehens, ca. 40.000 überlebten nicht.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück</p>
                <p>Straße der Nationen</p>
                <p>16798 Fürstenberg</p>
                <p>Brandenburgisches Landeshauptarchiv</p>
                <p>An dern Orangerie 3</p>
                <p>14469 Potsdam</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-SA</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Sachsenhausen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>42 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_9e39368a-a3f5-4945-b82a-0af753b0b635"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben einzelnen Häftlingsakten und Häftlingskarteikarten liegen auch Straf- und Vernehmungsunterlagen, Forderungsnachweise und Unterlagen betreffend die Überweisung von Häftlingen vor. Zum SS-Personal befinden sich im Bestand Versetzungsverfügungen und Veränderungs- und Stärkemeldungen einzelner Einheiten. Ferner liegen Disziplinar- und Strafunterlagen vor. Akten zu allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten enthalten auch Unterlagen über Wachvorschriften.</p>
                <p>Häftlinge 1933-1945 (16), SS-Personal 1933-1945 (23), Organisation und Verwaltung 1939-1944 (3)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Im Zuge von aktuellen Bestandsbereinigungen wurden in den Bestand auch Akten aus dem sogenannten &quot;NS-Archiv&quot; (28 AE) und der Bibliothek der Hauptabteilung IX/11 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (6 AE) integriert.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Burger, Adolf: Des Teufels Werkstatt. Die Geldfälscherwerkstatt im Konzentrationslager Sachsenhausen, Berlin 2006;</p>
                <p>Hoffmann, Henrike: Die Außenlager des KZ Sachsenhausen. Ketschendorf und Falkensee, Berlin 2003;</p>
                <p>Kaienburg, Hermann: Der Militär- und Wirtschaftskomplex der SS im KZ-Standort Sachsenhausen-Oranienburg, Berlin 2006;</p>
                <p>Michel, Antje: Restrukturierte Wirklichkeit. Studien zur Kommunikationssituation im Konzentrationslager am Beispiel der Gerüchtekommunikation im KZ Sachsenhausen, Münster 2005;</p>
                <p>Morsch, Günther: Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten, Berlin 2007;</p>
                <p>Oren-Hornfeld, Saul: Wie brennend Feuer. Ein Opfer medizinischer Experimente im KZ Sachsenhausen erzählt, Berlin 2005;</p>
                <p>Reichmann, Hans: Deutscher Bürger und verfolgter Jude. Novemberpogrom und KZ Sachsenhausen 1937 bis 1939, München 1998;</p>
                <p>Müller, Joachim; Sternweiler, Andreas: Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin 2000;</p>
                <p>Wiesner, Otto: Lasst nicht mehr zu, was wir an Last getragen. Authentische Erzählungen aus Sachsenhausen und Mauthausen, Stuttgart 1996;</p>
                <p>Wunderlich, Rudolf: Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg 1939 bis 1944. Die Aufzeichnungen des KZ-Häftlings Rudolf Wunderlich, Frankfurt am Main 1997</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 bei Oranienburg durch Häftlinge des aufgelösten KZ Esterwegen errichtet. Dem Lager kam auf Grund seiner Nähe zur &quot;Reichshauptstadt&quot; Berlin eine Sonderstellung zu. Seit August 1938 befand sich in Sachsenhausen die zentrale Inspektion der KZ als Verwaltungsstelle für alle Lager im deutschen Einflussbereich. In Sachsenhausen wurden die SS-Wachmannschaften auch für die anderen KZ ausgebildet. Die Häftlinge hatten in Sachsenhausen und den zahlreichen Nebenlagern Zwangsarbeit für die SS-eigenen Werkstätten sowie für die Rüstungsindustrie, hierbei auch in Industriebetrieben im nahen Berlin, zu leisten. Neben dem Lager befanden sich in Oranienburg Wohnsiedlungen für das SS-Führungspersonal und dessen Familien.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Standartenführer Karl Otto Koch (1936-1937)</p>
                <p>SS-Standartenführer Hermann Baranowski (1937)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Walter Eisfeld (1937-1938)</p>
                <p>SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß (1938-1940)</p>
                <p>SS-Oberführer Hans Loritz (1940-1942)</p>
                <p>SS-Standartenführer Anton Kaindl (1942-1945)</p>
                <p>Waren zunächst hauptsächlich politische Gründe für die Einlieferung in das KZ ausschlaggebend, nahm die Zahl der wegen ihrer &quot;rassischen&quot; oder religiösen Zugehörigkeit sowie der wegen ihrer sexuellen Orientierung Inhaftierten ständig zu. Die Häftlinge hatten Zwangsarbeit zu leisten oder wurden Opfer &quot;medizinischer&quot; Versuche. Neben der Arbeit für die Rüstungsbetriebe wurde durch die SS ein Klinkerwerk betrieben, das die Bauvorhaben für die &quot;Reichshauptstadt&quot; unterstützen sollte. Besondere Bedeutung kam der Fälschung fremder Währungen zu, die in Sachsenhausen von einer aus Häftlingen bestehenden Experten-Gruppe erzwungen wurde. Ein separater Zellenbau diente als Inhaftierungsort, u.a. auch für Zwecke der Gestapo. Inhaftiert waren hier z.B. prominente Persönlichkeiten wie Staatsoberhäupter fremder Staaten, über deren Verbleib Stillschweigen herrschen sollte. So stieg die Zahl der Inhaftierten nach der Okkupation Österreichs und der Pogromnacht 1938 rapide an. Nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion wurden in Herbst 1941 über 10.000 sowjetische Kriegsgefangene in Sachsenhausen ermordet. Der Neubau eines Krematoriums erfolgte im Jahre 1942, der Bau einer Gaskammer im Jahre 1943. Nach dem Attentat auf Adolf Hitler im Juli 1944 richtete man im Krankenrevier ein Haftlazarett für die &quot;Sonderkommission 20. Juli&quot; ein, in dem erkrankte Beteiligte des Attentats wiederhergestellt werden sollten. In der Zeit seines Bestehens waren im KZ Sachsenhausen über 200.000 Menschen inhaftiert. Bis zum 21. April 1945 wurden noch über 30.000 Häftlinge auf &quot;Todesmärsche&quot; geschickt, auf denen mehrere Tausend ihr Leben verloren. Die Befreiung des Lagers und der noch etwa 3.000 zurückgelassenen Menschen erfolgte am 22. April 1945 durch die Rote Armee. Nach der Befreiung wurde das Lager übergangsweise als Lazarett und für die Unterbringung von Kriegsopfern genutzt. Ab August 1945 bis in das Jahr 1950 diente es als sowjetisches Internierungslager.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen</p>
                <p>Straße der Nationen</p>
                <p>16515 Oranienburg</p>
                <p>Brandenburgisches Landeshauptarchiv</p>
                <p>An der Orangerie 3</p>
                <p>14469 Potsdam</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-ST</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Stutthof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>41 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Häftlings-Einzelfallakten liegen Dienst- und Einsatzbefehle für verschiedene Außenlager sowie ein Evakuierungsplan vom Januar 1945 vor. Darüber hinaus befinden sich im Bestand ein Schreiben des SS-Führungshauptamtes betreffend die Übernahme von Führern und Männern des Polizeihaftlagers Stutthof in die Waffen-SS sowie die Lagerordnung für das Lager Potulitz.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangte der Bestand im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Im Zuge von Bestandsbereinigungen gelangte zum Bestand auch Schriftgut aus dem sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (1 AE).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich gegebenenfalls auch in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ). Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Kuhn, Hermann; Grabowska, Janina: Stutthof. Ein Konzentrationslager vor den Toren Danzigs, Bremen 1995;</p>
                <p>Orski, Marek: The Czechs, Slovaks and Yugoslavs in Stutthof Concentration Camp, Gdansk 1997</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
                <p>Das KZ Stutthof (polnisch: Sztutowo) wurde im Spätsommer 1939 etwa 35 km östlich von Danzig errichtet. Bei den ersten Gefangenen handelte es sich um Angehörige der polnischen Elite der Freien Stadt Danzig, dann um Polen aus dem gesamten polnischen Staat und später um Verhaftete aus weiteren von Deutschland besetzten Staaten. Stutthof war ein Arbeitslager mit einer Vielzahl von SS-eigenen Betrieben, Werkstätten, landwirtschaftlichen Einrichtungen und Außenlagern.</p>
                <p>Als Lagerkommandanten waren folgende SS-Führer eingesetzt:</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Max Pauly (1939-1942)</p>
                <p>SS-Sturmbannführer Paul Werner Hoppe (1942-1945)</p>
                <p>Stutthof galt zunächst als Zivilgefangenenlager, dann als SS-Sonderlager und erst ab dem Jahr 1942 als KZ. Wegen zunehmender Überbelegung wurde im Jahre 1943 mit dem Bau eines neuen Lagers begonnen, das aber nie vollständig fertiggestellt wurde und ursprünglich 25.000 Häftlinge, vorrangig sowjetische Kriegsgefangene, unterbringen sollte. Ende 1944 hatte Stutthof eine große Zahl von Häftlingen aufzunehmen, die bis dahin in Lagern im Baltikum, aber auch in Auschwitz inhaftiert gewesen waren. Bereits ab Ende 1942 verstarben viele Häftlinge bei sich ausbreitenden Typhus- und Fleckfieber-Epidemien. Erschießungen und Tötungen durch Giftspritzen sowie die chronische Unterversorgung der Gefangenen trugen zu einer weiteren Dezimierung der Insassenzahlen bei. Der Bau einer Gaskammer erfolgte im Jahre 1944. Im Herbst 1944 arbeiteten in Stutthof und seinen Nebenlagern etwa 47.000 jüdische Häftlinge, darunter auch viele Frauen. In der Zeit des Bestehens des Lagers waren dort über 100.000 Menschen inhaftiert, von denen wohl über 60.000 den Tod fanden. Ende Januar 1945 begann die &quot;Evakuierung&quot; des Lagers und über 10.000 Häftlinge wurden auf &quot;Todesmarsch&quot; geschickt. Im KZ Stutthof und seinen Außenlagern blieben jedoch noch mehrere Tausend Häftlinge zurück, die in Etappen weiteren Evakuierungsmaßnahmen, auch über den Seeweg auf der Ostsee, ausgesetzt wurden. Erst nach der Kapitulation wurde das Lager am 9./10. Mai 1945 von der Roten Armee befreit.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Gedenkstätte Museum Stutthof</p>
                <p>Ul. Muzealna 6</p>
                <p>PL-82110 Sztutowo</p>
                <p>Archiwum Pañstwowe w Gdañsku</p>
                <p>Ul. Wa³y Piastowskie 5</p>
                <p>PL-80958 Gdañsk</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 4-ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Konzentrationslager Anhang</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1970-12-31">1933-1945 (1950, 1970)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>59 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Im Anhang zum Bestand &quot;Konzentrationslager&quot; befinden sich die sachthematisch zahlenmäßig geringfügig überlieferten Archivalien, die die Bildung eines eigenen Teilbestandes nicht rechtfertigen. Neben Schriftgut zu den kleineren Haftstätten und Lagern wie Esterwegen, Moringen und Kauen sind dort auch die Überlieferungen der frühen KZ Oranienburg und Columbia sowie des für die Kriegsproduktion so wichtigen KZ Mittelbau mit ca. 20 Akten der Mittelwerk G.m.b.H. zusammengefasst. Darüber hinaus sind neben Haftstätten-Verzeichnissen, Gefangenenbüchern, Dienst- und Lagerordnungen sowie ähnlichem organisatorischen Schriftgut Sterbefallanzeigen zu Häftlingen sowie eine größere Aufstellung von Häftlingen tschechischer Nationalität enthalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstandenes Schriftgut des Internationalen Suchdienstes des Roten Kreuzes (ISD) mit Listen über die Entlassung befreiter Überlebender der Lager - u.a. liegt eine Liste staatenloser Juden mit deren jeweiligen Emigrationszielen vor - bildet einen weiteren wesentlichen Teil des Bestandes.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Geschichte des Bestandes</p>
                <p>Im Zuge von Rückführungen deutscher Akten aus den USA, die dort nach einem dem Einheitsaktenplan (EAP) der Wehrmacht zu Grunde liegenden Schema alfa-numerisch geordnet worden waren, gelangten die ehemals in KZ entstandenen Akten im Jahre 1962 in das Bundesarchiv. Nach der Eingliederung des ehemaligen Berlin Document Center im Jahre 1994 in das Bundesarchiv konnten im Zuge von Bestandsbereinigungen Akten (7 AE) aus dieser Sammlung ergänzend eingearbeitet werden. Darüber hinaus wurden dem Bestand im Jahre 2010 Akten des Internationalen Suchdienstes (7 AE) und des Bundesarchiv-Bestandes NS 4 Flossenbürg (1 AE) hinzugefügt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Anfang 1963 wurde zunächst ein vorläufiges Findbuch erstellt. Dieses Provisorium wird durch die nunmehr vorliegende Findmittel-Fassung ersetzt. Das Findmittel wurde den gültigen Erschließungsrichtlinien angepasst und standardisiert sowie ein neues Klassifikationsschema gebildet. Serien und Bandfolgen wurden zur Verbesserung der Übersichtlichkeit angelegt. Von einer Zusammenführung der Teil-Bestände von NS 4 in einen Gesamt-Bestand wurde abgesehen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Ergänzende Überlieferung zu den KZ findet sich in den Beständen SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (NS 3) - hier auch Häftlingsdatenbank -, Persönlicher Stab Reichsführer-SS (NS 19), Reichssicherheitshauptamt (R 58), SS-Hauptamt (NS 31), SS-Führungshauptamt (NS 33), SS-Personalhauptamt (NS 34) sowie in den personenbezogenen Beständen des ehemaligen Berlin Document Center (R 9361), im sogenannten NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (R 9355) und in der Überlieferung zu den Alliierten Prozessen (ALLPROZ).</p>
                <p>Hingewiesen werden soll noch auf den Bestand Ministerium des Innern der DDR/Staatliche Archiv-Verwaltung/Dokumentationszentrum (DO 1) mit seiner ergänzenden Überlieferung zu KZ und Haftanstalten der NS-Zeit.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die nach dem Reichstagsbrand aufgrund der Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in großer Zahl verhafteten politischen Gegner des NS-Regimes wurden in unabhängig von Polizei- und Justizgefängnissen eingerichtete Konzentrationslager (KZ) ver‧bracht. Eine systematische Organisation und Vereinheitlichung der KZ und ihrer Wachmann‧schaften, der im Herbst 1934 aus der Allgemeinen SS herausgelösten SS-Totenkopfverbän‧de (SS-TV), erfolgte 1934. Die seit 1938 in Oranienburg bei Berlin ansässige Dienststelle des Inspekteurs der KZ war zunächst dem SS-Hauptamt, ab 1940 dem SS-Führungshaupt‧amt unterstellt, ehe diese 1942 als Amtsgruppe D dem neu gebildeten SS-Wirtschafts-Ver‧waltungshauptamt angegliedert wurde. In zunehmenden Maße wurden auch Gewohnheits‧verbrecher, sog. Asoziale, Zeugen Jehovas und ab 1938 verstärkt Juden in den KZ inhaftiert. Während des Krieges wuchsen die Häftlingszahlen durch die Massen‧einweisungen von Angehörigen fremder Nationalitäten sprunghaft an. Die KZ, denen in vielen Fällen besondere Abteilungen für sowjetische Kriegsgefangene ange‧gliedert waren, entwickelten sich zu Vernichtungslagern oder zu Produktionsstätten der SS, deren Insassen in zahlreichen Arbeitskommandos für die Kriegswirtschaft eingesetzt wurden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Internationaler Suchdienst des Roten Kreuzes Arolsen; zuständige Staatsarchive; Gedenkstätten der Konzentrationslager</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 32-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">SS-Helferinnenschule Oberehnheim</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">(1933-1937), 1942-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>124 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Errichtung, Organisation und Entwicklung der SS-Helferinnenschule 1942-1945 (22), Lei‧tung, Führungs- und Aufsichtspersonal, ärztliche Betreuung 1933-1945 (12), Liegenschaften, Inventar und Beschaffungswesen 1942-1945 (14), innerer Dienst, Ausbildungs-, Arbeits- und Dienstpläne 1942-1945 (21), Werbung und Einstellung von SS-Helfe‧rinnen 1942-1945 (11), Anforderungen und Einsätze von SS-Helferinnen 1943-1945 (18), Personalangelegen‧heiten 1942-1945 (24)</p>
                <p>Trotz seines relativ geringen Umfangs dokumentiert der vorliegende Bestand sehr gut die Geschichte der SS-Helferinnenschule sowie ihre Beziehungen zu Staat und NSDAP. Er leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Thema &quot;Frauen im SS-Staat&quot;.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsbeschreibung</p>
                <p>Die Akten der Provenienz SS-Helferinnenschule entstammen dem Sammelbestand &quot;Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei&quot; (RG 1010), der Unterlagen enthielt, die im Zuge von Aktenrückgaben aus amerikanischem Gewahrsam ins Bundesarchiv gelangten. Mit ihnen vereinigt wurden die im Bundesarchiv-Militärarchiv überlieferten Akten der SS Helferinnenschule (früher Bestand RS 5).</p>
                <p>Der Bestand NS 32 II wurde 1973 in Koblenz gebildet und in Form eines Findbuches zugänglich gemacht.</p>
                <p>Die zum Bestand gehörenden personenbezogenen Unterlagen befanden sich seit 1973 in der Zentralnachweisstelle (ZNS) in Aachen, wo sie zur Erteilung von Dienstzeitnachweisen mittels automatischer Datenverarbeitung auf Personennamen ausgewertet wurden. Nach Auflösung der ZNS zum Jahresende 2005 wurden die Akten in den Bestand zurückgeführt.</p>
                <p>Es wird darauf hingewiesen, dass sich unter den Akten einige Bände der Provenienz &quot;Chef des Fernmeldewesens beim Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei&quot; befinden, deren Einordnung in den Bestand aufgrund ihres eindeutigen Sachinhalts sinnvoll erschien. Es handelt sich dabei um die Nummern 1-6, 9, 22, 26, 27, 45, 47 und 110.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei der Neubearbeitung wurden nur geringfügige Änderungen in der Verzeichnung der Akten vorgenommen. Kassationen erfolgten nicht.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS</p>
                <p>Datenbank BASYS-P</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Raab Kennedy, Betty: SS-Helferinnen. The Women´s Communication Corps-SS, 1942 - 1945, Edwardsville, Southern Illinois Univ. thesis 1982;</p>
                <p>Seidler, Franz W.: Blitzmädchen. Die Geschichte der Helferinnen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, Bonn 1998</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Gedanke der Aufstellung eines weiblichen Nachrichtenkorps der SS (WNK-SS) geht auf die persönliche Initiative Heinrich Himmlers zu Beginn des Jahres 1942 zurück. Dieser hatte am 17. Februar sein Amt &quot;Chef des Fernmeldewesens&quot; mit der Formulierung eines Aufstellungsbefehls sowie mit der Ausarbeitung von Richtlinien für Aufgaben, Organisation und Ausbildung des zu schaffenden Weiblichen-Nachrichten-Korps der SS beauftragt. Primärer Zweck dieser Maßnahme war es, männliches Nachrichtenpersonal der SS an der Front einsetzen zu können, Hinter-gedanke sicher auch, das Nachrichtenwesen der SS leistungsfähiger und von Nachrichtenhelferinnen der Wehrmacht und Luftwaffe unabhängig zu gestalten.</p>
                <p>Vorgesehen war die Gründung einer &quot;Schule WNK-SS&quot;, zur &quot;Heranbildung von Funkerinnen, Fernschreiberinnen und Fernsprecherinnen für den Nachrichten-übermittlungsdienst auf den Dienststellen im Gesamtbereich des Reichsführers-SS und Chefs der Deutschen Polizei&quot;.</p>
                <p>Als Schulungsort wurde die Stadt Oberehnheim im Elsass, ca. 30 km südlich von Straßburg gelegen, ausersehen, die mit dem Schloss Oberkirch, dem &quot;Ehn-schlösschen&quot;, der Villa Schwörer und dem Schloss &quot;Leonhardsau&quot; über die ausreichenden Unterkünfte verfügte.</p>
                <p>Erster Kommandeur der SS-Nachrichtenschule Oberehnheim, später &quot;Reichsschule-SS&quot;, wurde der SS-Oberführer von Dufais, der nach seiner Ernennung am 29. Juni 1942 für die weitere technische und personelle Ausrüstung der Schule verantwortlich war. Letztere bestand im wesentlichen aus der Werbung und Aus-bildung von Lehrpersonal. Die notwendigen Vorarbeiten, zu denen auch die Organisation der Nachwuchswerbung gehörte, waren bis gegen Ende des Jahres abgeschlossen, so dass der Lehrbetrieb zu Beginn des Jahres 1943 aufgenommen werden konnte.</p>
                <p>Die Werbung und Einstellung von SS-Helferinnen erfolgte zunächst aufgrund eines Erlasses des Reichsführer-SS vom 14.8.1942 (NS 32 II/3) ausschließlich durch die SS-Oberabschnitte. Während des Krieges wurden SS-Helferinnen auf Grund der Notdienstverordnung vom 15.10.1938 (RGBl I S. 1441) unter Begründung eines einem Arbeitsvertrage entsprechenden Beschäftigungsverhältnisses herangezogen. Als Voraussetzung für die Einstellung galt, dass die Bewerberin den &quot;Anforderungen entsprach, die an Ehegattinnen von SS-Angehörigen gestellt wurden&quot;.</p>
                <p>Der endgültigen Einstellung ging ferner ein Tauglichkeits- und Intelligenztest, eine ärztliche Untersuchung sowie eine SD-mäßige Überprüfung voraus.</p>
                <p>Nach erfolgter Einberufung zur SS-Helferinnenschule durchliefen die SS-Maiden (offizielle Benennung von SS-Helferinnen während der Ausbildung) einen acht-wöchigen Grundlehrgang, der neben der weiteren Überprüfung und Auslese, insbesondere der weltanschaulichen Schulung diente. Ihm schloss sich ein Speziallehrgang in einer der insgesamt fünf Ausbildungsgruppen (Draht, Funk, Stabs- und Verwaltungsdienst, Hauswirtschaft, Unterführerinnenschule) an, der zwischen sechs und 24 Wochen dauerte.</p>
                <p>Nach beendeter Ausbildung und bestandener Prüfung erhielten die Helferinnen ihren Einsatzbefehl zu einer SS-Dienststelle im Reich oder in den besetzten und ange-gliederten Gebieten. Vorgesehen war ursprünglich der Einsatz in geschlossenen militärischen Einheiten (Kameradschaften, Züge, Bereitschaften). Diese Orga-nisationsform gelangte jedoch nie zur Durchführung, da der Bedarf an Helferinnen die Zahl der in Oberehnheim ausgebildeten Nachrichten-Maiden zu jeder Zeit weit überstieg. In der Praxis erhielt die SS-Helferinnenschule tägliche Bedarfsmeldungen der SS-Ergänzungsämter (zumeist telegraphisch vorausgesandt). Im Gegenzug wurde dann den Ergänzungsämtern die Inmarschsetzung einer zumeist hinter der Anforderung zurückbleibenden Zahl von Helferinnen gemeldet. Den SS-Ergänzungs-ämtern fiel im August 1942, nachdem die Werbeergebnisse der SS-Oberabschnitte stets unbefriedigend geblieben waren, auch die Nachwuchswerbung und das Einstellungsverfahren zu. Daneben wurde eine verstärkte Mitarbeit des BDM bei der Nachwuchswerbung in Gang gesetzt. Dennoch konnte die bereits zu Beginn des Lehrbetriebs erreichte Kapazität von ca. 250 Lehrgangsteilnehmerinnen nie wesentlich überschritten werden. Die Gesamtzahl der an der SS-Helferinnenschule aus-gebildeten Nachrichtenhelferinnen beläuft sich daher auf ca. 3000.</p>
                <p>Strukturelle Veränderungen traten im November 1944 ein, als die näherrückende Westfront den Rückzug aus Oberehnheim erforderlich machte. Der Stab sowie die Grundlehrgänge wurden nach Geislingen an der Steige verlegt, die restlichen Ausbildungsgruppen nach Heidenheim. Die Ausbildungsgruppe Draht bezog bereits einen Monat später (Mitte Dezember 1944) Quartier in der Polizeihelferinnenschule Erfurt, die bis dahin dem Befehlshaber der Ordnungspolizei unterstanden hatte und jetzt dem SS-Hauptamt unterstellt wurde. Örtlicher Leiter war SS-Hauptsturmführer Appelbaum, während die Gesamtleitung der SS Helferinnenschulen, inzwischen auf Heidenheim, Geislingen und Erfurt verteilt, bei Obersturmbannführer Mutschler lag, der im Juni 1944 Dufais abgelöst hatte.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 47</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Allgemeine SS: SS-Oberabschnitte, SS-Abschnitte und unterstellte Einheiten außerhalb des Gebietes der BRD</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
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                  <extent>56 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der vorliegende Bestand dokumentiert anschaulich die Tätigkeiten des RuS-Führers und einiger SS-Pflegestellen im Oberabschnitt &quot;Weichsel&quot; sowie des RuS-Führers Frankreich: An der Art der Bearbeitung von Verlobungs- und Heiratsgesuchen, von Gesuchen um Aufnahme in die SS, in Fragen der (An-) Siedlung von SS-Angehörigen, der &quot;Wiedereindeutschung&quot;, Volkszugehörigkeit und der Behandlung von &quot;Mischehen&quot; und unehelichen Kindern wird immer wieder die Rassenideologie der SS deutlich: Streng wurde auf die Einhaltung der &quot;Rassenreinheit&quot; der SS und in Volkszugehörigkeitsfragen auf den &quot;Schutz&quot; des deutschen Volkes vor &quot;minderwertigem Blut&quot; geachtet, und entsprechend wurden die &quot;rassisch nicht Erwünschten&quot; selektiert.</p>
                <p>Die Überlieferung weiterer Dienststellen im Bestand NS 47 ist stark fragmentiert: Die Dokumente des SS-Oberabschnitts &quot;Westmark&quot; entstammen vornehmlich der 125. SS-Standarte, welche ihr Hauptquartier in Metz bezogen hatte und im Jahr 1940 SS-Standartenführer Wilhelm Hiller, seit dem 12.11.1940 SS-Standartenführer Willy Stemmler unterstand. Hierbei handelt es sich vor allem um Personal- und Verwaltungsangelegenheiten, um Aufnahmegesuche, Entlassungen, Stärkennachweise, Fürsorgefälle und Verlustmeldungen.</p>
                <p>Auch in der Überlieferung des SS-Abschnitts XXXXV (Straßburg/Elsass), welcher die beiden Standarten 122 und 123 umfasste und vom 1.12.1940 bis zum 23.11.1944 SS-Oberführer Rudolf Lohse (ab 9.11.1943 SS-Brigadeführer) unterstand, sowie jener des SS-Oberabschnitts &quot;Warthe&quot;, der sein Hauptquartier in Posen bezogen hatte und vom 26.10.1939 bis 9.11.1943 von SS-Gruppenführer Wilhelm Koppe geführt wurde, sind vorrangig Verwaltungs- und Personalangelegenheiten dokumentiert.</p>
                <p>SS-Oberabschnitt Weichsel 1940-1945 (29), SS-Oberabschnitt Warthe 1940 (1), SS-Abschnitt XXXXV Elsass (SS-Oberabschnitt Südwest) 1942-1944 (5), SS-Ober‧abschnitt Westmark, Dienststelle Lothringen 1940-1944 (8), SS-Führer im Rasse-und Siedlungswesen Frankreich 1942-1944 (13)</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die im Bestand NS 47 zusammengefasste Überlieferung war ursprünglich Teil des Sammelbestands NS 17 (&quot;Allgemeine SS - SS-Oberabschnitte und unterstellte Einheiten&quot;), der aus einer amerikanischen Aktenrückgabe vom Dezember 1960 entstanden war.</p>
                <p>Im November 1961 wurden sämtliche Akten von Waffen-SS-Dienststellen zuständigkeitshalber der Abteilung Militärarchiv übergeben.</p>
                <p>1977 wurden Unterlagen regionaler Provenienz innerhalb des Bereichs der Bundesrepublik Deutschland an die entsprechenden Staatsarchive abgegeben: So wurden Provenienzen aus dem Bereich der SS-Oberabschnitte &quot;Fulda-Werra&quot; und &quot;Rhein&quot; den hessischen Staatsarchiven, solche aus dem Bereich der SS-Oberabschnitte &quot;Main&quot; und &quot;Süd&quot; den Staatlichen Archiven Bayerns, solche aus dem Bereich des SS-Oberabschnitts &quot;Mitte&quot; dem Niedersächsischen Staatsarchiv und solche des SS-Oberabschnitts &quot;Südwest&quot; dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart überantwortet.</p>
                <p>Einen größeren Zuwachs erfuhr der Bestand NS 47 (&quot;Regionale SS-Dienststellen, Allgemeine SS-Einheiten außerhalb des Gebiets der Bundesrepublik Deutschland&quot;) im Zuge einer Neuordnung von SS-Restbeständen im Jahr 1980. Unterlagen des RuS-Führers &quot;Weichsel&quot; und einiger SS-Pflegestellen im Reichsgau Danzig-Westpreußen wurden dem Bestand zugeordnet, die zuvor im Bestand NS 2 als &quot;Fremdprovenienzen&quot; erfasst worden waren.</p>
                <p>Weitere &quot;Splitter&quot;, die dem Bestand 1980 zuflossen, entstammen einer Abgabe des Berlin Document Centers aus dem Jahr 1962.</p>
                <p>Im Rahmen von Ordnungsarbeiten am Bestand wurden 1982 weitere Akten regionaler Provenienzen aus dem Bereich der SS-Oberabschnitte &quot;Fulda-Werra&quot;, &quot;West&quot;, &quot;Südwest&quot;, &quot;Rhein&quot;, &quot;Main&quot;, &quot;Süd&quot;, &quot;Mitte&quot; und &quot;Spree&quot; an die zuständigen Staatsarchive abgegeben. Die bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv der DDR unter der Signatur 17.12 verwahrten 33 AE des 6. Sturms der 44. Standarte (Oranienburg/Hohen-Neuendorf) wurden im Februar 2006 dem Brandenburgischen Landeshauptarchiv übergeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Erste umfangreiche Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten am Bestand erfolgten zu Anfang der 1980er Jahre.</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch, das auch in der Online-Fassung der Beständeübersicht des Bundesarchivs abrufbar ist, entstand im Rahmen eines Praktikums im August 2006.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 2 SS-Rasse- und Siedlungshauptamt</p>
                <p>R 9361 Sammlung Berlin Document Center</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Buchheim, Hans; Broszat, Martin; Jacobsen, Hans-Adolf; Krausnick, Helmut: Anatomie des SS-Staates, 6. Aufl., München 1994;</p>
                <p>Heinemann, Isabel: &quot;Rasse, Siedlung, deutsches Blut&quot;. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas, Göttingen 2003;</p>
                <p>Noack, Winfried: Die NS-Ideologie, Frankfurt (Main) 1996;</p>
                <p>Yerger, Mark C.: Allgemeine-SS. The Commands, Units and Leaders of the General SS, Atglen 1997</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Bestand NS 47 beinhaltet die splitterhafte Überlieferung einzelner Dienststellen der Allgemeinen SS außerhalb des Gebiets der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Es handelt sich um Dokumente der SS-Oberabschnitte &quot;Weichsel&quot; und &quot;Warthe&quot;, des SS-Abschnitts XXXXV im Elsass, des SS-Oberabschnitts &quot;Westmark&quot; und des SS-Führers im Rasse- und Siedlungswesen (RuS-Führer) in Frankreich.</p>
                <p>Die sogenannten &quot;SS-Führer im Rasse- und Siedlungswesen&quot; in den SS-Oberabschnitten im Reich und im besetzten Europa können als die &quot;Rasseexperten&quot; der SS angesehen werden und waren, als der für sie zuständigen Dienststelle, vor allem dem Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) gegenüber verantwortlich, welches am 1.1.1932 als &quot;Rassenamt der SS&quot; gegründet worden war. In den SS-Oberabschnitten waren sie Teil der Dienststellen der Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF), wobei sie aber über eigene Mitarbeiterstäbe verfügten.</p>
                <p>Zu den Aufgaben der RuS-Führer gehörte die &quot;rassische Auslese&quot; von SS-Kandidaten und ihren Ehefrauen. Später wies der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, dem RuSHA die Aufgabe zu, in landwirtschaftlichen Gebieten an den Grenzen des deutschen Reichs SS-Angehörige anzusiedeln, und auch der Krieg führte zu einer Kompetenzerweiterung für das RuSHA, da die von der Behörde entwickelten Methoden zur &quot;Rassenselektion&quot; auch auf die Bevölkerung in den annektierten Gebieten angewandt wurde. An der Durchführung dieser Aufgaben waren die RuS-Führer vor Ort maßgeblich beteiligt. Die RuS-Führer in den SS-Oberabschnitten entschieden darüber, wer als &quot;Deutscher&quot; anzusehen war und wer für eine &quot;Eindeutschung&quot; in Frage kam. Nicht nur die &quot;Reinhaltung&quot; der &quot;Rasse&quot; sollte durch die &quot;Rasseexperten&quot; gewährleistet werden, sondern Siedlungsbelange und SS-&quot;Sippenpflege&quot; zählten ebenso zu ihrem Aufgabenbereich. Sie galten als überzeugte Ideologen, welche &quot;Vordenker&quot; von &quot;Germanisierungsplänen&quot; und &quot;Rassenselektion&quot; waren. Zugleich traten sie aber auch als &quot;Vollstrecker&quot; des nationalsozialistischen Rassenwahns auf.</p>
                <p>RuS-Führer für den am 9. November 1939 eingerichteten Oberabschnitt &quot;Weichsel&quot; war SS-Hauptsturmführer Franz Vietz (geb. 1908), der zum HSSPF &quot;Weichsel&quot; (bis 20.04.1943) und späteren RuSHA-Chef Richard Hildebrandt ein ausgeprochen gutes Verhältnis pflegte. Die Stelle des &quot;RuS-Führer Frankreich&quot;, im Oktober 1943 mit SS-Surmbannführer Walter Zwickler (geb. 1904) besetzt, wurde erst relativ spät eingerichtet (Herbst 1943).</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sonstige zentrale Dienststellen und Einrichtungen der SS</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1955-12-31">1928-1945 (1955)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung</p>
                <p>Der Bestand enthält nur eine splitterhafte Überlieferung folgender Dienststellen:</p>
                <p>* Statistisch-wissenschaftliches Institut des Reichsführers-SS, 1935-1945</p>
                <p>* Reichsarzt SS und Polizei, 1939-1944</p>
                <p>* SS-Schule &quot;Haus Wewelsburg&quot; und andere Schulen, 1933-1939</p>
                <p>* Lebensborn e.V., 1937-1955</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand NS 48, 1983 unter der Bezeichnung Statistisch-wissenschaftliches Institut des Reichsführers-SS angelegt, wurde 1989 durch Schriftgutsplitter einer Reihe weiterer SS-Provenienzen erweitert, die bis dahin in den Sammelbeständen Kleine Erwerbungen (NS 20), NS-Splitter sowie SS-Schule Haus Wewelsburg (NS 32 III) verwahrt wurden.</p>
                <p>Neu hinzugekommen sind bei der Neubearbeitung Unterlagen, die dem Bundesarchiv 1997 durch das Deutsche Institut für Vormundschaftswesen e.V. in Heidelberg übergeben wurden. Es handelt sich hierbei um eine Kartei über Geburten in Heimen des Lebensborn e.V. sowie um ein Mündelbuch.</p>
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            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgesundheitsamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1819-01-01/1954-12-31">1819-1954</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6412 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bestandsüberblick:</p>
                <p>1 Reichsgesundheitsamt</p>
                <p>1.1 Organisation; 1.2 Gesundheitswesen.- Allgemeines; 1.3 Öffentliche Gesundheitspflege; 1.4 Veterinärwesen; 1.5 Ärzte, Heilpersonal, Arznei- und Heilmittel; 1.6 Ernährungswesen; 1.7 Soziale Gesundheitsfürsorge; 1.8 Bau- und Wohnungswesen, Wasserversorgung und Beseitigung der Abfallstoffe; 1.9 Verschiedenes</p>
                <p>2 Institut für Infektionskrankheiten &quot;Robert Koch&quot;</p>
                <p>2.1 Dienststellenverwaltung; 2.2 Fachverwaltung; 2.3 Verschiedenes</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1876 als Kaiserliches Gesundheitsamt gegründete Behörde (seit 1918 Bezeichnung Reichsgesundheitsamt) im Geschäftsbereich des Reichsministerium des Innern. Zuständig für das Medizinal- und Veterinärwesen mit nachgeordneter Opiumstelle. Der 1900 errichtete Reichsgesundheitsrat unterstützte das Reichsgesundheitsamt bei seinen Aufgaben. Zwischen 1935 und 1942 wurden das Preußische Institut für Infektionskrankheiten &quot;Robert Koch&quot; und die Preußische Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene dem Reichsgesundheitsamt unterstellt, danach erhielten sie als Reichsanstalten ihre Selbständigkeit zurück. Ende 1945 erfolgte die Umbenennung des Reichsgesundheitsamtes in Institut für allgemeine Hygiene und die Eingliederung als Zweigdienststelle 1 in das Zentralinstitut für Hygiene und Gesundheitsdienst.</p>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Erste bekannt gewordene Verluste der Aktenbestände entstanden 1933 in Zusammenhang mit einem Registraturschnitt: Ein neuer Aktenplan führte in der Hauptdienststelle des Reichsgesundheitsamtes in der Klopstockstraße 18 in Berlin-Tiergarten zur teilweisen Vernichtung der Altakten und der Lagerung der übrig geblieben in den Kellern des Gebäudes. Die Zerstörung des Gebäudes durch Luftangriffe im November 1943 führte zur fast völligen Vernichtung der Akten aus der Zeit des Dritten Reichs. Erhalten blieb nur das Schriftgut der Veterinärabteilung, da dieses nach Berlin-Dahlem verlagert war, und trotz einiger Brandverluste die in den Kellern gelagerten Unterlagen aus der Zeit bis 1932. Diese konnten von Mitarbeitern des damaligen Berliner Hauptarchivs (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz) sichergestellt werden, von wo später ein Teil an die Berliner Dienststelle des Bundesgesundheitsamtes abgegeben wurde. Die übrigen Akten gelangten mit zwei Findbüchern 1969 in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Das Bundesgesundheitsamt übergab 1984, 1985 und 1987 Schriftgut des Reichsgesundheitsamtes mit Unterlagen des Instituts für Infektionskrankheiten „Robert Koch&quot; an das Bundesarchiv. Der Bestand Reichsgesundheitsamt des Zentralen Staatsarchiv der DDR (Signatur 15.11) konnte dem Bestand nicht zugeordnet werden, da keine der 13 Akten der Provenienz entstammt. Dagegen blieb das Schriftgut des Instituts für Infektionskrankheiten „Robert Koch&quot; beim Bestand Reichsgesundheitsamt. Außerdem sind einzelne Unterlagen des Kaiserin-Auguste-Victoria-Hauses, Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit, in den Bestand gelangt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
                <p>Die Aufteilung der Unterlagen aus der Zeit 1945 - 1952 zwischen den Beständen Reichsgesundheitsamt und Bundesgesundheitsamt (B 208) orientierte sich am Kriegsende.</p>
                <p>Akten, die vor dem 8. Mai 1945 angelegt wurden, verblieben beim Bestand R 86, später angelegte Unterlagen gingen in den Bestand B 208 über.</p>
                <p>Nicht in den Bestand Reichsgesundheitsamt integriert wurden die Unterabteilungen Kriminalbiologische Forschungsstelle (R 160) und Rassehygienische und Kriminalbiologische Forschungsstelle (R 165) sowie die Reichsanstalt für Wasser-und Luftgüte (R 154), die jeweils eigene Bestände bilden.</p>
                <p>Erste Neuverzeichnungsarbeiten von Herrn Dr. Michael Wettengel orientierten sich an der Ordnung der Findbücher aus dem Jahre 1954, dies wurde aufgrund der verschiedenen Umorganisationen und Aktenplanänderungen auch bei der endgültigen Verzeichnung übernommen. Die Gliederung der separat verzeichneten Akten des Instituts für Infektionskrankheiten „Robert Koch&quot; entspricht dieser Klassifizierung. Das vorliegende Findbuch wurde von Matthias Meissner in der Archivdatenbank BASYS 2005 erstellt und ist inzwischen auch online zugänglich.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Publikationen des Reichsgesundheitsamtes ergänzen die Aktenüberlieferung und sind teilweise in der Bibliothek des Bundesarchivs in Berlin-Lichterfelde überliefert (siehe RD = Reichsdrucksache):</p>
                <p>• Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamtes. 1 (1877) - 49 (1925). Berlin 1877-1925 [RD 28/1]</p>
                <p>• Reichs-Gesundheitsblatt. 1 (1926) - 20 (1945). Berlin [RD 28/3]</p>
                <p>• Beihefte des Reichsgesundheitsblattes. Berlin 1926 ff. (RD 28/4)</p>
                <p>• Mitteilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Berlin 1881/1884</p>
                <p>• Merkblätter des Reichsgesundheitsamtes 1 (1939) - 55 (1942). Berlin 1939-1942 [RD 28/1]</p>
                <p>• Verzeichnis der Krankheiten und Todesursachen mit einer Anleitung zur Aufstellung der deutschen Todesursachenstatistik, aufgestellt im Reichsgesundheitsamt. Berlin 1932 [RD 75/19]</p>
                <p>• Arbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte/ Reichsgesundheitsamt [Beihefte zu den „Veröffentlichungen des RGA&quot;]. 1 (1886) - 74 (1940/42). Berlin 1886-1940/42</p>
                <p>• Jahresbericht über die Verbreitung von Tierseuchen im Deutschen Reiche. 1 (1886) - 30 (1918). Berlin 1886-1918</p>
                <p>• Medizinal-Statistische Mitteilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte/Reichsgesundheitsamt [Beihefte zu den „Veröffentlichungen des RGA&quot;]. 1 (1893) - 23 (1925). Berlin 1893-1925</p>
                <p>• Tuberkulosearbeiten aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. 1 (1904) - 14 (1918). Berlin 1904-1918</p>
                <p>• Sammlung gerichtlicher Entscheidungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege [Beihefte zu den „Veröffentlichungen des RGA&quot;]. I (1896) - VIII (1923). Berlin 1896-1923</p>
                <p>• Auszüge aus gerichtlichen Entscheidungen zum Gesetze betr. den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen [Beihefte zu den „Veröffentlichungen des RGA&quot;]. I (1892) - X (1923). Berlin 1892-1923</p>
                <p>• Das Deutsche Reich in gesundheitlicher und demographischer Beziehung. Festschrift, den Teilnehmern am XIV. Internationalen Kongresse für Hygiene und Demographie Berlin 1907 gewidmet vom Kaiserlichen Gesundheitsamte und vom Kaiserlichen Statistischen Amte. Berlin 1907</p>
                <p>• Das Reichsgesundheitsamt 1876-1926. Festschrift hrsg. vom Reichsgesundheitsamt aus Anlass seines fünfzigjährigen Bestehens. Berlin 1926</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 165 f.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Geschichte und Organisation des Kaiserlichen Gesundheitsamtes/ Reichsgesundheitsamtes</p>
                <p>Mit der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 unterlag dem Bund die Beaufsichtigung der Maßregeln der Medizinal- und Veterinärpolizei (Artikel 4 Nr. 15 der Verfassung). Diese Zuständigkeit erhielt auch das Reich in der Verfassung von 1871, ohne jedoch über eine entsprechende Behörde zu verfügen. Den Forderungen von Medizinern und Verwaltung, eine zentrale Behörde zur Führung von Gesundheitsstatistiken, Vorbereitung von Gesundheitsgesetzen und Ausführung der Rechtsvorschriften einzurichten, kam Bismarck durch die Beauftragung der Wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen in Preußen entgegen, ein entsprechendes Gutachten zu erstellen, das im November 1871 vorgelegt wurde. Das Gutachten hielt allerdings die Errichtung einer zentralen Gesundheitsbehörde im Deutschen Reich mit exekutiver Gewalt ohne Ausdehnung der Kompetenzen des Reichs nicht für durchführbar. Erst eine Resolution des Bundesratsauschusses für Handel und Verkehr von 1873 und Beratungen im Reichstag im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Reichsimpfgesetzes von 1874 führten schließlich 1876 zur Gründung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes mit Sitz in Berlin im Geschäftsbereich des Reichskanzleramtes, seit 1879 beim Reichsamt des Innern [Detailliert dazu: Stürzbecher, Manfred, 100 Jahre Forschung für die Gesundheit. Vom Kaiserlichen Gesundheitsamt zum Bundesgesundheitsamt, in: Die Berliner Ärztekammer, 13. Jahrgang, Heft 4, 1976, S. 147-154].</p>
                <p>Neben den ursprünglichen Aufgaben der Vorbereitung der Gesetzgebung des Medizinal- und Veterinärwesens, Beobachtung der Durchführung der im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege getroffenen Maßnahmen und der Erstellung medizinischer Statistiken für das Reich übernahm das Amt Forschungsaufgaben. Die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden der Bundesstaaten erforderte mehr Personal als im Haushalt vorgesehen war, so dass ab 1880 medizinische Sachverständige als außerordentliche Mitglieder für Sonderaufgaben ernannt wurden. Die Zunahme von Epidemien Ende des 19. Jahrhunderts führten zum Reichsseuchengesetz im Jahre 1900, das auch die Bildung eines Reichsgesundheitsrats beinhaltete. Dieser hatte das Kaiserliche Gesundheitsamt zur Bewältigung der Aufgaben zu unterstützen. Personal erhielt das Amt außerdem durch die Abordnung von Sanitäts- und Veterinäroffizieren des Heeres und der Marine. Den kontinuierlichen Ausbau des Kaiserlichen Gesundheitsamtes mit Personal, Grundstücken und Gebäuden unterbrach der Erste Weltkrieg. Die 1918 in Reichsgesundheitsamt umbenannte Einrichtung erhielt 1923 weitere Forschungskapazitäten durch die Eingliederung der Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, 1924 wurde die Opiumstelle integriert. Ende 1924 übernahm das Amt das Sozialhygienische Archiv der Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Neben Erweiterungen der Aufgabengebiete ging 1925 jedoch die Zuständigkeit der Medizinal- und Veterinärstatistik größtenteils an das Statistische Reichsamt über.</p>
                <p>Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden strukturelle Änderungen an der Behörde vorgenommen und der Personalbestand erhöht. Es entstand u.a. eine Abteilung für Erb- und Rassenpflege. Die Einrichtungen der Kaiser-Wilhelms-Akademie wurden ausgegliedert, der Reichsgesundheitsrat wurde mit Ablauf der letzten Wahlperiode Ende 1933 nicht neu besetzt und das Preußische Institut für Infektionskrankheiten „Robert Koch&quot; sowie die Preußische Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene 1935 dem Reichsgesundheitsamt unterstellt. 1942 erhielten die beiden ehemals preußischen Einrichtungen als Reichsanstalten ihre Selbständigkeit zurück.</p>
                <p>Nach dem Zusammenbruch 1945 übernahm der Magistrat von Groß-Berlin kurz nach Kriegsende neben den beiden Reichsanstalten auch das Reichsgesundheitsamt mit Teilen des Personals in die Arbeitsgruppe B der Abteilung Gesundheitswesen zum Wiederaufbau einer medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Im Oktober 1945 entstand aus der Arbeitsgruppe B das Zentralinstitut für Hygiene und Gesundheitsdienst, 1948 nach Umstrukturierungen das Robert Koch Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten. 1952 wurden schließlich die bis dahin unter der Verwaltung des Berliner Magistrats stehenden Einrichtungen im neu errichteten Bundesgesundheitsamt organisatorisch neu gegliedert.</p>
                <p>Leiter des Kaiserlichen Gesundheitsamtes/Reichsgesundheitsamtes</p>
                <p>1876 - 1884 Direktor Heinrich Struck</p>
                <p>1884 - 1885 kommissarische Leitung durch Robert Koch</p>
                <p>1885 - 1905 Direktor, ab 1900 Präsident Karl Köhler</p>
                <p>1905 - 1926 Präsident Franz Bumm</p>
                <p>1926 - 1933 Präsident Carl Hamel</p>
                <p>1933 - 1945 kommissarische Leitung, ab 1. Oktober 1933 Präsident Hans Reiter</p>
                <p>Abteilungen des Reichsgesundheitsamtes (Stand 1926)</p>
                <p>1) Chemisch-hygienische Abteilung</p>
                <p>2) Medizinische Abteilung</p>
                <p>3) Veterinärabteilung</p>
                <p>4) Bakteriologische Abteilung</p>
                <p>Abteilungen des Reichsgesundheitsamtes (Stand 1939)</p>
                <p>1) Abteilung A, Humanmedizin</p>
                <p>2) Abteilung B, Veterinärmedizin mit einer experimentellen Unterabteilung</p>
                <p>3) Abteilung C, Chemie</p>
                <p>4) Abteilung E, allgemeine und Arbeitshygiene</p>
                <p>5) Abteilung F, Pharmakologie und Physiologie</p>
                <p>6) Abteilung G, Arzneimittel und Opium</p>
                <p>7) Abteilung J, Biochemie</p>
                <p>8) Abteilung L, Erb- und Rassenpflege mit vier Unterabteilungen</p>
                <p>1. Allgemeine und angewandte Erb- und Rassenpflege</p>
                <p>2. Kriminalbiologische Forschungsstelle</p>
                <p>3. Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle</p>
                <p>4. Erbwissenschaftliches Forschungsinstitut</p>
                <p>9) Abteilung N, Ernährungsphysiologie</p>
                <p>10) Abteilung V, Verwaltung</p>
                <p>Abteilungen des Instituts für Infektionskrankheiten „Robert Koch&quot; (Stand 1939)</p>
                <p>1) Seuchenbekämpfung</p>
                <p>2) Untersuchungsstation</p>
                <p>3) Tuberkulose</p>
                <p>4) Pocken</p>
                <p>5) Wutschutz</p>
                <p>6) Serologie</p>
                <p>7) Viruskrankheiten</p>
                <p>8) Zellforschung</p>
                <p>9) Tropenkrankheiten</p>
                <p>10) Desinfektion</p>
                <p>11) Koch-Museum</p>
                <p>Abteilungen der Landesanstalt für Wasser-, Boden und Lufthygiene (Stand 1939)</p>
                <p>1) Trinkwasserversorgung, hygienisch</p>
                <p>2) Trinkwasserversorgung, chemisch</p>
                <p>3) Abwasserbeseitigung, chemisch</p>
                <p>4) Wasserbiologie</p>
                <p>5) Lufthygiene</p>
                <p>6) Wasser- und Abwassertechnik</p>
                <p>7) Hygienische Schädlingsbekämpfung</p>
                <p>Reichsgesundheitsrat (Stand 1920)</p>
                <p>Vorsitzender: Bumm, Präsident</p>
                <p>Stellvertretender Vorsitzender: Rubner, Preußischer Geheimer Ober-Medizinal-Rat</p>
                <p>Mitglieder: 92, in neun Ausschüsse:</p>
                <p>1) Gesundheitswesen im Allgemeinen, insbesondere soweit Wohnung, Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Bekleidung, Schule, Bäder, Bestattung und Beförderung von Leichen in Betracht kommen</p>
                <p>2) Ernährungswesen - ausschließlich Fleischbeschau</p>
                <p>3) Wasserversorgung und Beseitigung der Abfallstoffe, einschließlich der Reinhaltung von Gewässern</p>
                <p>4) Gewerbehygiene</p>
                <p>5) Seuchenbekämpfung, einschließlich Desinfektion</p>
                <p>6) Heilwesen im Allgemeinen, insbesondere Unterbringung, Behandlung und Beförderung von Kranken, Angelegenheiten des Heilpersonals</p>
                <p>7) Heilmittel, einschließlich des Verkehrs mit Giften</p>
                <p>8) Schiffs- und Tropenhygiene</p>
                <p>9) Veterinärwesen, einschließlich Tierseuchenstatistik, Angelegenheiten des Veterinärpersonals und Fleischbeschau</p>
                <p>Verbindungen zu weiteren Gesundheitseinrichtungen</p>
                <p>Den mangelnden Einfluss aufgrund fehlender exekutiver Zuständigkeiten glich das Reichsgesundheitsamt durch eine enge Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden auf landes- und kommunaler Ebene, privaten Verbänden und ausländischen Institutionen aus. Mitarbeiter nahmen Funktionen in Leitungsgremien von Gesundheitseinrichtungen war.</p>
                <p>Präsident Franz Bumm war in der Weimarer Republik u.a.</p>
                <p>• Vorsitzender des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose</p>
                <p>• Vorsitzender des Kuratoriums des Kaiserin-Auguste-Victoria-Hauses</p>
                <p>• Vorsitzender der Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit</p>
                <p>• Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Säuglingsschutz</p>
                <p>• Stellvertretender Vorsitzender im Preußischen Roten Kreuz</p>
                <p>• Mitglied des Hauptvorstandes des Deutschen Roten Kreuzes</p>
                <p>• Stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Zentralkomitees für Zahnpflege in Schulen</p>
                <p>• Ausschussmitglied in der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten</p>
                <p>• Ausschussmitglied in der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen</p>
                <p>Nach der Aufnahme des Deutschen Reichs in den Völkerbund wurde Präsident Hamel</p>
                <p>• Mitglied im Hygiene-Komitee des Völkerbundes und</p>
                <p>• Ständiger deutscher Vertreter beim Internationalen Gesundheitsamt in Paris</p>
                <p>Präsident Hans Reiter fungierte als</p>
                <p>• Hauptstellenleiter im Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP und</p>
                <p>• Mitglied des Sachverständigenbeirates für Volksgesundheit im Stabe des Stellvertreters des Führers • Leiter der Arbeitsgemeinschaft der ärztlichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Vereine</p>
                <p>• Ständiger deutscher Vertreter beim Internationalen Gesundheitsamt in Paris</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 96-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsarbeitsgemeinschaft für Heil- und Pflegeanstalten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1962-12-31">1934-1962</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>28 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_92bc3c31-e09a-40ff-b041-d71071eefc35"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand besteht ausschließlich aus Kopien v.a. von Verfahren vor amerikanischen Militärgerichten (sog. Heidelberger Dokumente), die sich im Original in den US National Archives befinden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten wurde als Scheinorganisation Ende 1939 innerhalb des Hauptamtes II der Kanzlei des Führers geschaffen. Sie war neben der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekrat), der Gemeinnützigen Stiftung für Anstaltspflege und der Zentralverrechnungsstelle ein Teil der &quot;Euthanasie-Zentrale&quot; (inoffiziell &quot;T 4&quot; genannt), die die Massentötung an psychisch Kranken im Deutschen Reich organisierte, und hatte u.a. die Auswahl, Einrichtung und Kontrolle der &quot;Euthanasieanstalten&quot; zur Aufgabe.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Beck, Christoph: Sozialdarwinismus, Rassenhygiene, Zwangssterilisierung und Vernichtung &quot;lebensunwerten&quot; Lebens: eine Bibliographie zum Umgang mit behinderten Menschen im &quot;Dritten Reich&quot; - und heute. Bonn 1995.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 166 f.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Ende 1939 als Scheinorganisation innerhalb des Hauptamtes II der Kanzlei des Führers ge‧schaffen; sie war neben der Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft (Gekrat), der Gemeinnützigen Stiftung für Anstaltspflege und der Zentralverrechnungsstelle Teil der &quot;Eu‧thanasie-Zentrale&quot; (inoffiziell &quot;T 4&quot; genannt), die die Massentötung an psychisch Kranken im Deutschen Reich organisierte; hatte u.a. die Auswahl, Einrichtung und Kontrolle der &quot;Eutha‧nasieanstalten&quot; zur Aufgabe.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 96-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichstuberkuloseausschuß</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>89 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_5a452f0e-46a4-44f1-ae8b-e8a41f7bdeeb"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 185</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">KLErw 512</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">KLErw 883</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1945-12-31">1942-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e1b09a65-e652-45b5-90ce-3eaee67cca1f"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im Juli 1942 ernannte Hitler seinen Begleitarzt Dr. Karl Brandt zum Bevollmächtigten für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, verantwortlich für &quot;Sonderaufgaben und Verhandlungen zum Ausgleich des Bedarfs an Ärzten, Krankenhäusern und Medikamenten usw. zwischen dem militärischen und dem zivilen Sektor&quot;. Diese Funktion nutzte Brandt zur Autorisierung der ab 1943 beginnenden sogenannten &quot;Aktion Brandt&quot;, dem Mord an Behinderten aus Heil- und Pflegeanstalten zur Kapazitätserweiterung von Ausweichkrankenhäusern in von Luftangriffen wenig gefährdeten Gebieten. Als Generalkommissar Erweiterung seiner Zuständigkeit durch Führererlass vom 05.09.1943 hinsichtlich der Entwicklung der medizinischen Wissenschaft und Forschung sowie der Fertigung und Verteilung von Sanitätsmaterial. Erhielt am 25.08.1944 den Titel eines Reichskommissars, seine Dienststelle wurde oberste Reichsbehörde mit Weisungsrecht gegenüber allen staatlichen und Partei-Dienststellen und Organisationen des Sanitäts- und Gesundheitswesens.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Winfried Süß: Der beinahe unaufhaltsame Aufstieg des Karl Brandt: Zur Stellung des &quot;Reichskommissars für das Sanitäts- und Gesundheitswesen&quot; im gesundheitspolitischen Machtgefüge des &quot;Dritten Reiches&quot;, in: Geschichte der Gesundheitspolitik in Deutschland. Von der Weimarer Republik bis in die Frühgeschichte der &quot;doppelten Staatsgründung&quot;, hrsg. von Wolfgang Woelk und Jörg Vögele (Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bd. 73), Berlin 2002, S. 197-224.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juli 1942 ernannte Adolf Hitler seinen Begleitarzt Dr. Karl Brandt zum Bevollmächtigten für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, verantwortlich für &quot;Sonderaufgaben und Verhandlungen zum Ausgleich des Bedarfs an Ärzten, Krankenhäusern und Medikamenten usw. zwischen dem militärischen und dem zivilen Sektor&quot;; diese Funktion nutzte Brandt zur Autorisierung der ab 1943 beginnenden sogenannten &quot;Aktion Brandt&quot;, dem Mord an Behinderten aus Heil- und Pflegeanstalten zur Kapazitätserweiterung von Ausweichkrankenhäusern in von Luftan‧griffen wenig gefährdeten Gebieten; als Generalkommissar Erweiterung seiner Zuständigkeit durch Führererlass vom 5. September 1943 hinsichtlich der Entwicklung der medizinischen Wissen‧schaft und Forschung sowie der Fertigung und Verteilung von Sanitätsmaterial; erhielt am 25. August 1944 den Titel eines Reichskommissars, seine Dienststelle wurde oberste Reichsbe‧hörde mit Weisungsrecht gegenüber allen staatlichen und Partei-Dienststellen und Organi‧sationen des Sanitäts- und Gesundheitswesens.</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 154</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsanstalt für Wasser- und Luftgüte</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1882-01-01/1962-12-31">1882-1962</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>12575 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Akteninhalt umfasst neben den fachneutralen Verwaltungsaufgaben den Aufgabenbereich der angewandten Hygiene des Lebensraums des Menschen in der modernen industrialisierten Umwelt, in den Ballungsräumen sowie in den verkehrsreichen Gebieten sowie die Erforschung von Möglichkeiten zur Abwehr der dadurch bedingten Gesundheitsgefahren mit den Mitteln der Technik.</p>
                <p>Kerngebiete sind die gesundheitstechnischen Probleme der kommunalen und industriellen Wasserversorgung, die Beseitigung der flüssigen und festen Abfallstoffe der Gemeinden und der Industrie, die Bekämpfung tierischer Schädlinge sowie die Reinhaltung der Gewässer und der Luft.</p>
                <p>Die Überlieferung dokumentiert mithin die frühen und kontinuierlich fortgesetzten Bemühungen um den Umweltschutz.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Am 1. Apr. 1901 erfolgte die Gründung der &quot;Königlichen Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung&quot;, die zunächst dem Preußischen Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten und ab dem 1. Apr. 1911 dem Preußischen Ministerium des Innern unterstand. Mit Erlass des Preußischen Ministers des Innern vom 27. Febr. 1913 erfolgte die Umbenennung in &quot;Königliche Landesanstalt für Wasserhygiene&quot;. Mit gemeinsamen Erlass der Preußischen Minister für Volkswohlfahrt, für Handel und Gewerbe und für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 25. Apr. 1923 erhielt die Einrichtung den Titel &quot;Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene&quot;. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Dr. Reiter, wurde durch Erlass des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 2. Febr. 1935 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Präsidenten der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene beauftragt, Aufsichtsbehörde war das Reichsministerium des Innern. Mit dem 1. Apr. 1942 Umwandlung der Anstalt in die &quot;Reichsanstalt für Wasser- und Luftgüte&quot; und Ausdehnung ihres Arbeitsgebietes auf das gesamte Deutsche Reich, zum Leiter wurde Prof. Dr. Konrich ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg Umbenennung in Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene als Zweigdienststelle 3 des Zentralinstituts für Hygiene und Gesundheitsdienst.</p>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Die Registratur der Reichsanstalt mit einem Aktenmaterial von rund 15.000 Spezial- und Verwaltungsakten die Kriegsereignisse unbeschadet überstand, darf davon ausgegangen werden, dass im Bundesarchiv heute die komplette Überlieferung dieser Behörde aufbewahrt wird. Ebenso ist die Bibliothek, die seit 1901 das Schrifttum über Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung und seit 1923 auch das der Lufthygiene gesammelt hatte und 1945 über ca. 50.000 Bücher verfügte, erhalten geblieben. Auch das Kartenmaterial (Plankammern) mit rund 6.000 Messtischblättern und ca. 2.000 geologischen Karten wurde vom Kriegsgeschehen nicht betroffen.</p>
                <p>Im September 1977 wurden die &quot;Altakten&quot; des Instituts an das Bundesarchiv abgegeben. Lediglich 2 - 3 Regaleinheiten Akten über Flusswasseruntersuchungsämter, einschließlich eines ungeordneten Rests, wurden seinerzeit im Wabolu belassen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung:</p>
                <p>Die im Bundesarchiv überlieferten Akten des Wabolu umfassen 12.178 Aktenbände, die in der Zeit von 1900 - 1954 entstanden sind. Darunter befinden sich ca. 1.600 Generalakten, während es sich bei der Masse der Akten um Einzelfallakten handelt.</p>
                <p>Die Verzeichnung der Sachakten erarbeitete Archivar Dillenberger im Bundesarchiv. Das 1984 vorgelegte Findbuch gliedert die Generalakten nach Funktionen und Aufgaben der Anstalt.</p>
                <p>Für die zahllose Gutachten und Spezialuntersuchungen umfassenden Einzelfallakten wurde hingegen eine EDV-mäßige Erschließung vorgenommen, die 1991 ihren Abschluss fand. Die rund 10.700 Bände dieser Klassifikationsgruppe wurden nicht weiter sachlich untergliedert und sind im Wesentlichen nach Stichworten recherchierbar. 2008 erfolgte die Retrokonversion und Zusammenfassung der Findmittel in einem Online-Findbuch.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Jahresberichte der Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene zu Berlin-Dahlem. Berlin 1920 - 1939.</p>
                <p>Bericht über die Tätigkeit der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene zu Berlin-Dahlem. Berlin 1939 - 1941</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Naumann, Erich: 60 Jahre Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene. Stuttgart 1961.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 166.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1. Vorgeschichte und Entstehung</p>
                <p>Der Übergang vom Agrar- zum Industriestaat gegen Ende des 19. Jahrhunderts löste das schnelle Wachstum der Großstädte aus. Beide, sowohl die Industrie, als auch die Großstädte brauchten Wasser und mussten ihr Abwasser beseitigen. Erfahrungen über Beschaffung und Schutz guten Trinkwassers wie über brauchbare Abwasserreinigung lagen jedoch kaum vor. Ein unkontrolliertes Vorgehen auf diesem Gebiet erhöhte die Gefahr &quot;explosiver gesundheitlicher Katastrophen&quot; und chronischer Missstände. Die sich immer zahl- und umfangreicher entwickelnden Anlagen zur zentralen städtischen und industriellen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung machte das Eingreifen des Staates unter diesen Umständen unumgänglich. Es musste eine neutrale Stelle geschaffen werden, um die Beurteilung der Wasserverhältnisse, die Verhütung der Verunreinigung bzw. der Verseuchung der Gewässer und die Wirtschaftlichkeit der Wassergewinnungs- und Abwasserreinigungsanlagen sicher zu stellen. So erfolgte die Gründung der &quot;Königlichen Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung&quot; am 1. April 1901 vor allem unter dem Druck der schwierig gewordenen gesundheitlichen Verhältnisse.</p>
                <p>Wie stark das Bedürfnis nach einer solchen gutachterlich beratenden Prüfungs- und Versuchsanstalt war, geht daraus hervor, dass sich die interessierten Kreise, insbesondere die Stadtverwaltungen und industriellen Unternehmen zur Unterstützung der Aufgabe der Landesanstalt bereits Anfang 1902 als &quot;Verein für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung e.V.&quot; zusammenfanden.</p>
                <p>Die Anstalt unterstand zunächst dem Preußischen Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten [s. R 154/409 fol. 42], wurde aber durch die Allerhöchste Kabinettsorder vom 30. November 1910, die die Überweisung der Medizinalverwaltung an das Innenministerium regelte, ab dem 1. April 1911 in die Zuständigkeit des Preußischen Ministeriums des Innern überführt [s. R 154/409 fol. 60].</p>
                <p>Mit dem Umzug der Anstalt in ihren Neubau in Berlin-Dahlem am 1. April 1913 war eine Namensänderung verbunden. Nachdem der zu lange Titel immer wieder zu Verwechslungen und Schwierigkeiten geführt hatte, wurde er mit Erlass des Preußischen Ministers des Inneren vom 27. Februar 1913 in &quot;Königliche Landesanstalt für Wasserhygiene&quot;, unter ausdrücklicher Erwähnung, dass das Arbeitsgebiet der Anstalt durch diese Namensänderung nicht berührt würde, umgeändert [s. R 154/409 fol. 70].</p>
                <p>Auf Beschluss der Preußischen Staatsregierung vom 7. Mai 1919 gingen am 1. September 1919 die Geschäfte der Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern (und damit auch der Anstalt) auf das neu errichtete Ministerium für Volkswohlfahrt über [s. R 154/409 fol. 79, Erlass vom 18. August 1919 des Ministers für Volkswohlfahrt].</p>
                <p>Die Aufgabengebiete der Landesanstalt wurden im Laufe der Zeit mehr und mehr erweitert. So beschäftigte sie sich neben der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung auch mit der Beseitigung von festen Abfallstoffen (Müllbeseitigung, Straßenreinigung), also auf einem Gebiet, das im Wesentlichen auf dem der Bodenhygiene lag. Als zum 1. April 1923 auch noch offiziell (durch die Einstellung der erforderlichen Mittel in den Staatshaushalt) das Gebiet der Lufthygiene hinzukam, musste der derartig erweiterten Aufgabenstellung durch eine Namensänderung Rechnung getragen werden. Durch einen gemeinsamen Erlass der Preußischen Minister für Volkswohlfahrt, für Handel und Gewerbe und für Landwirtschaft, Domänen und Forsten vom 25. April 1923 wurde die Bezeichnung Landesanstalt für Wasserhygiene in &quot;Landesanstalt für Wasser-, Boden-und Lufthygiene&quot; geändert [s. R 154/409 fol. 98].</p>
                <p>Am 29. Oktober 1932 wurde durch die Zweite Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der [Preußischen] Verwaltung das Ministerium für Volkswohlfahrt aufgelöst und die Medizinalverwaltung mit den ihr unterstellten Instituten wieder in den Geschäftsbereich des Innenministeriums überführt [s. R 154/409 fol. 104-105].</p>
                <p>Durch Erlass des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 2. Februar 1935 wurde der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Prof. Dr. Reiter, mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Präsidenten der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene ab dem 1. Februar 1935 beauftragt, was einer faktischen Unterstellung der Landesanstalt unter das Reichsgesundheitsamt gleichkam. Gleichzeitig wurde Prof. Dr. Lehmann, der am 27. Juni 1934 zum kommissarischen Leiter der Anstalt ernannt worden war, zum stellvertretenden Präsidenten der Anstalt bestellt [s. R 154/409 fol. 104-105].</p>
                <p>Mit dem 1. April 1942 wurde die &quot;Preußische Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene&quot; in die &quot;Reichsanstalt für Wasser- und Luftgüte&quot; umgewandelt und ihr Arbeitsgebiet auf das gesamte Deutsche Reich ausgedehnt [s. R 154/114]. Damit war ihre frühere Selbständigkeit - nun auf Reichsebene - wiederhergestellt.</p>
                <p>Nach dem II. Weltkrieg gelang es nur mit Mühe, die Auflösung der Reichsanstalt zu verhindern, die den Krieg materiell ohne größere Einbuße überdauert hatte [s. R 154/417]. Schon Mitte Mai 1945 wurde der Dienst unter Prof. Dr. Tiegs, als Vertreter des Präsidenten, wiederaufgenommen und mit Aufräumungsarbeiten begonnen [s. R 154/621].</p>
                <p>Am 14. Mai 1945 wurde mit Genehmigung der Sowjetischen Militäradministration eine Berliner Städtische Selbstverwaltung gegründet, deren Leiter für das Gesundheitswesen, Prof. Dr. Sauerbruch, die Arbeit der Reichsanstalt unterstützte. Nach einem vorläufigen Organisationsplan des Magistrats der Stadt Berlin vom 25. Juni 1945 gehörte die Reichsanstalt für Wasser- und Lufthygiene (Namensänderung!) zur Abteilung für Gesundheitsdienst, Arbeitsgruppe B [s. R 154/621], deren Augenmerk zunächst auf der Bekämpfung der stark erhöhten Seuchengefahr in Groß-Berlin lag. So mussten die zentrale Trinkwasserversorgung wieder in Gang gesetzt und bei der Abwasserbeseitigung gesundheitlich einwandfreie Zustände wiederhergestellt werden.</p>
                <p>Im Zuge des Neuaufbaus der Abteilung für Gesundheitsdienst wurden durch Verfügung des Magistrats der Stadt Berlin vom 23. Oktober 1945 die ehemaligen Reichsinstitute, nämlich das Reichsgesundheitsamt, das Robert-Koch-Institut und die Reichsanstalt für Wasser- und Lufthygiene als Zweigdienststellen im &quot;Zentralinstitut für Hygiene und Gesundheitsdienst&quot; zusammengeschlossen. Die Leitung wurde dem Präsidenten Prof. Dr. Lentz übertragen [s. R 154/621]. Diese Maßnahme schränkte fachwissenschaftlich gesehen die Arbeiten und Tätigkeit nicht ein. Verwaltungsmäßig brachte diese Zusammenfassung allmählich, verglichen mit der früheren Selbständigkeit als Landes- bzw. Reichseinrichtung, eine Einengung der Befugnisse. Diese Entwicklung setzte sich fort, als durch Beschluss des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin das Zentralinstitut für Hygiene und Gesundheitsdienst zum 1. April 1949 in ein einheitliches Institut mit der Bezeichnung &quot;Robert Koch-Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten&quot; umgewandelt wurde, das neben 4 bakteriologischen Abteilungen und den Abteilungen für Physiologie und Pharmakologie und Veterinärmedizin, die Abteilung für allgemeine Hygiene und Gesundheitstechnik sowie die Abteilung für Wasser-und Lufthygiene (Abteilungsdirektor Prof. Dr. Tiegs) umfasste. Die seit Bestehen selbständige Einrichtung mit mehreren Abteilungen, die den im Institut vertretenen Disziplinen entsprachen, war nun auf dem Stand einer Abteilung angelangt (Abteilung V des Robert Koch-Instituts) [s. R 154/621].</p>
                <p>Nach der Übernahme der in Berlin befindlichen ehemaligen Reichsinstitute durch die Bundesrepublik und der Eingliederung der Anstalt in das dem Bundesinnenministerium unterstellte Bundesgesundheitsamt (1952), arbeitete die Anstalt als &quot;Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene&quot; (Wabolu) weiter [s. WABOLU, Eine Informationsschrift von Rolf Beutler, Bericht 14-74].</p>
                <p>Nach Angliederung der bisher zum Max von Pettenkofer-Institut des Bundesgesundheitsamtes gehörenden Laboratorien für allgemeine Hygiene und für Gesundheitstechnik (Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Klimatechnik) wurde dem Institut 1957 die zusätzliche Bezeichnung &quot;Forschungsstätte für allgemeine Hygiene und Gesundheitstechnik&quot; verliehen.</p>
                <p>Beim Übergang der Gesundheitsabteilung vom Bundesinnenministerium auf das neu errichtete Bundesministerium für Gesundheitswesen im Januar 1962 wurde mit dem Bundesgesundheitsamt auch dessen Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene dem neuen Ministerium unterstellt [s. WABOLU, Eine Informationsschrift von Rolf Beutler, Bericht 14-74].</p>
                <p>Durch den Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 19. Dezember 1972, der die Zuständigkeiten auf dem Gebiet der Umwelthygiene neu ordnete, wurde schließlich die entsprechende Fachaufsicht über das Institut wieder dem Bundesinnenministerium übertragen [s. Bundesgesundheitsamt, 100 Jahre Forschung für die Gesundheit].</p>
                <p>2. Organisation und Aufgaben</p>
                <p>Die Königliche Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung hatte zunächst nur die folgenden Aufgaben [s. Geschäftsanweisung und Gebührenordnung der Anstalt in: R 154/ 409 fol. 41-46]:</p>
                <p>&quot;1. die auf dem Gebiete der Wasserversorgung und Beseitigung der Abwässer und Abfallstoffe sich vollziehenden Vorgänge in Rücksicht auf deren gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Wert zu verfolgen;</p>
                <p>2. dahin gehörige Ermittlungen und Prüfungen im allgemeinen Interesse aus eigenem Antriebe zu veranlassen;</p>
                <p>3. Untersuchungen über die in ihrem Geschäftsbereichs fallenden Angelegenheiten im Auftrage der Ministerien und auf Antrag von Behörden und Privaten gegen Gebühr auszuführen;</p>
                <p>4. den Zentralbehörden auf Erfordern des vorgesetzten Ministers Auskunft zu erteilen und einschlägige Gutachten im öffentlichen Interesse zu erstatten.&quot;</p>
                <p>In den folgenden Jahrzehnten wurde der Tätigkeitsbereich der Anstalt mehr und mehr erweitert. Neben die Wasserversorgung und die Beseitigung der Abwässer und festen Abfallstoffe von Gemeinden und Industrie (Müll, Tierkörper, gewerbliche Abfälle u.ä.) trat die Reinhaltung der Luft und die Bekämpfung tierischer Schädlinge. Auf allen diesen Gebieten war es jedoch immer die Aufgabe des Instituts, durch wissenschaftliche Forschung und Arbeit in der Praxis die Grundlagen zur Verbesserung der Verhältnisse zu schaffen. Hieraus ergab sich eine Arbeitsweise, die in außergewöhnlichem Maße Laboratorium und Praxis, wissenschaftliche Forschung und wirkliche Anwendung verschmolz. In diesem Zusammenhang sind die vielen tausend wissenschaftlichen Arbeiten, die größtenteils in dem eigenen Organ, den &quot;Kleinen Mitteilungen&quot; publiziert wurden, genauso hervorzuheben, wie die ebenfalls in die Tausende reichende Anzahl von Einzelfallakten, die die überwachungs- und gutachterliche Tätigkeit der Anstalt, insbesondere auf den Gebieten der Wasserversorgung und Abwasserreinigung, hervorragend dokumentieren.</p>
                <p>Gründer der Anstalt war der Vortragende Rat in der Medizinalabteilung des preußischen Kultusministeriums, der Wirkliche Geheime Obermedizinalrat Prof. Dr. Schmidtmann, der als Leiter der Anstalt ( - 1910) gleichzeitig Vorsitzender einer aus den Vertretern aller beteiligten Ministerien (Ministerium der Medizinalangelegenheiten, des Inneren, für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, für Handel und Gewerbe, der öffentlichen Arbeiten, der Finanzen) zusammengesetzten Kommission war, die jedes Vierteljahr zusammentrat, und der über die Geschäftstätigkeit der Anstalt Bericht zu erstatten war [s. R. 154/409 fol. 41-46].</p>
                <p>Für die Arbeiten der neuen Anstalt wurden zunächst 3 wissenschaftliche Mitglieder und 3 Hilfsarbeiter angestellt [s. R 154/410 fol. 121]. Im Laufe des Jahres 1901 erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter auf insgesamt 18 Personen (11 Wissenschaftler, einschließlich 3 freiwilligen wissenschaftlichen Mitarbeitern, und 7 Mitarbeitern vom Verwaltungs-, Kanzlei-, Unter- und Hauspersonal) [s. R. 154/419 ]. 1942 umfasste die Anstalt, einschließlich der 1923 gegründeten Außendienststelle &quot;Abteilung Mainwasser-Untersuchungsamt&quot; in Wiesbaden [s. R 154/409 fol. 98], 120 Kräfte, darunter 50 Angehörige verschiedenster naturwissenschaftlicher Disziplinen [s. R. 154/621].</p>
                <p>Die Organisation der neugegründeten Anstalt war denkbar einfach: Neben dem &quot;Bureau&quot; und der Bibliothek gab es zunächst nur 2 Abteilungen, die chemische und die &quot;bacteriologische&quot; Abteilung [s. R 154/410 fol. 142]. Letztere wurde bereits 1902 zur biologisch-bakteriologischen Abteilung erweitert [s. R 154/410 fol. 147]. 1907 waren bereits 3 Abteilungen (Chemische Abteilung, Biologisch-bakteriologische Abteilung und Wassertechnische Abteilung) eingerichtet [s. R 154/410 fol. 163]. Die Biologisch-bakteriologische Abteilung wurde in eine Biologische Abteilung und eine Hygienisch-bakteriologische Abteilung unterteilt, woraus sich für 1911 ein Stand von 4 Abteilungen ergab [s. R 154/409 fol. 62].</p>
                <p>Erst 1942 erhielt die Reichsanstalt die Organisationsstruktur, die sie bis zum Kriegsende beibehielt [s. R 154/621]:</p>
                <p>- Chemische Abt. 1</p>
                <p>- Chemische Abt. 2</p>
                <p>- Hygienisch-Bakteriologische Abt.</p>
                <p>- Technische Abt.</p>
                <p>- Biologische Abt.</p>
                <p>- Zoologische Abt.</p>
                <p>Neben diesen Fachabteilungen darf man die Dienststellenverwaltung (Büro, Kanzlei) und die für ihr Fachgebiet einzigartige Bibliothek (1945 ca. 50 000 Bücher) sowie die große Schausammlung (Museum), die vor allem für zahlreiche Unterrichtskurse benutzt wurde, nicht vergessen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 69</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Einwandererzentralstelle Litzmannstadt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1925-01-01/1945-12-31">1925-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>9383 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_ca91684d-73c8-4e0c-baad-e243fb77aef5"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Mit Erlass vom 7.10.1939 wurde die Einwandererzentralstelle (EWZ) als eine Sammeldienststelle des Reichssicherheitshauptamts gegründet, um die im Herbst 1939 durch internationale Verträge einsetzenden Umsiedlungen deutscher Volkszugehöriger aus osteuropäischen Staaten durchzuführen. Vom Reichsführer SS Heinrich Himmler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums wurde der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes mit der Einbürgerung der umgesiedelten Volksgruppen beauftragt. Als Einrichtung der Polizei war die Einwandererzentralstelle eine Institution des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums unter Dienstaufsicht des Reichssicherheitshauptamtes.</p>
                <p>Die Einwandererzentralstelle mit dem Hauptsitz in Posen, seit Herbst 1940 in Litzmannstadt (Lodz), war für die Rückführung, Umsiedlung, Einbürgerung und Ansiedlung von volksdeutschen Umsiedlern zuständig. Zur Beschleunigung des Umsiedlererfassungsverfahrens wurde aus den bisherigen Fachbehörden Personal der Reichsverwaltungen zur Einwandererzentralstelle als Reichsbehörde der allgemeinen und inneren Verwaltung abgeordnet und dort organisatorische unter einer einheitlichen Leitung zusammengefasst.</p>
                <p>Im Januar 1945 wurde kriegsbedingt die Dienststelle von Litzmannstadt nach Zwickau verlegt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Sammlung von Runderlassen in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten : zum Gebrauch für die Behörden in den besetzten Ostgebieten, Berlin 1943.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Lüdtke, Franz: Ostland. München 1939.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 175, Teil 2, S. 135.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit Erlass vom 7. Oktober 1939 wurde die Einwandererzentralstelle (EWZ) als eine Sammeldienststelle des Reichssicherheitshauptamts gegründet, um die im Herbst 1939 durch internationale Verträge einsetzenden Umsiedlungen deutscher Volkszugehöriger aus osteuropäischen Staaten durchzuführen; vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler in seiner Eigenschaft als Reichskommissar für die Festigung deut‧schen Volkstums wurde der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes mit der Einbürgerung der umgesiedelten Volksgruppen beauftragt; als Einrichtung der Polizei war die EWZ eine Institution des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums unter Dienstaufsicht des Reichssicherheitshauptamtes; die EWZ mit dem Hauptsitz in Posen, seit Herbst 1940 in Litzmannstadt (Lodz), war für die Rückführung, Umsiedlung, Einbürgerung und Ansiedlung von volksdeutschen Umsiedlern zuständig; zur Beschleunigung des Umsiedlererfassungsverfahrens wurde aus den bisherigen Fachbehörden Personal der Reichsverwaltungen zur EWZ als Reichsbehörde der allgemeinen und inneren Verwaltung abgeordnet und dort organisatorisch unter einer einheitlichen Leitung zusammen gefasst; im Ja‧nuar 1945 wurde die Dienststelle kriegsbedingt von Litzmannstadt nach Zwickau verlegt.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Umwandererzentralstelle Posen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
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                  <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im Frühjahr 1940 als eine dem Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD nachgeordnete Koordienierungsstelle mit Dienststelle in Litzmannstadt und weiteren Außenstellen vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD im Auftrag des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums (RKFV) gegründet. Im November 1940 Errichtung der Umwandererzentralstelle (UWZ) Danzig, im Juni 1943 UWZ in Kattowitz. In der Eigenschaft als Dienststelle der RKFV war die UWZ unter Zwischenschaltung dem Reichssicherheitshauptamt unterstellt. Schwerpunkt war die Aussiedlung der Polen und Juden aus den eingegliederten Gebieten (Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland, neue Gebiete der preußischen Provinzen Ostpreußen und Schlesien).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Götz Aly, Endlösung. Die Entscheidung zum Mord an den europäischen Juden. Frankfurt am Main 1995.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 2, S. 131-133.</p>
                <p>Michael G. Esch: Migrationssteuerung im totalen Staat: Die Umwandererzentralstelle im besetzten Polen 1939-1944, in: Jochen Oltmer (Hg): Migration steuern und verwalten (IMIS-Schriften Bd. 12). Göttingen 2003, S. 177-206.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Frühjahr 1940 als eine dem Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD nachgeordnete Koordinierungsstelle mit Dienstsitz in Litzmannstadt und weiteren Außenstellen vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD im Auftrag des Reichskommissars für die Festigung deut‧schen Volkstums (RKFV) gegründet; im November 1940 Errichtung der Umwandererzentral‧stelle (UWZ) Danzig, im Juni 1943 der UWZ in Kattowitz; in der Eigenschaft als Dienststelle des RKFV war die UWZ mittelbar dem Reichssicherheitshauptamt unterstellt; Schwerpunkt war die Aussiedlung der Polen und Ju‧den aus den eingegliederten Gebieten: Reichsgaue Danzig-Westpreußen und Wartheland, preußische Provinzen Ostpreußen und Schlesien.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Wojewodschaftsarchive Posen und Lodz; Polnische Hauptkommission, Warschau.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
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                  <extent>11847 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Am 7.10.1939 nach der Eroberung Polens durch Führererlass Einsetzung des Reichsführer SS als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKFV); Aufgaben waren die Umsiedlung deutscher Minderheiten aus dem Ausland und ihre Ansiedlung in den eingegliederten Gebieten sowie die Ausschaltung &quot;schädigenden Einflusses von volksfremden Bevölkerungsteilen&quot;; zur Lösung regionaler Aufgaben wurden 1939-1944 Reichsstatthalter, Chefs von Zivilverwaltungen, Oberpräsidenten sowie Gauleiter und Höhere SS- und Polizeiführer zu Beauftragten des RKFV (insgesamt 33) ernannt; 1941-1944 Ausdehnung der Dienststelle des RKFV zum Stabshauptamt mit Außenstellen; seit August 1944 einschneidende Verkleinerung des Stabshauptamtes und etappenweise Verlagerung aus Berlin bis Frühjahr 1945.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungsblatt des Beauftragten des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums. Marburg an der Drau 1941-1942 [RD 10/1].</p>
                <p>Planung und Aufbau im Osten. Erläuterungen und Skizzen zum ländlichen Aufbau in den neuen Ostgebieten. 1941/42 [RD 10/2].</p>
                <p>Die Festigung deutschen Volkstums als zentrale Ostaufgabe. [RD 10/3].</p>
                <p>Der Menscheneinsatz. Grundsätze, Anordnungen und Richtlinien. 1940/41 [RD 10/4].</p>
                <p>Neue Dorflandschaften. Gedanke und Pläne zum ländlichen Aufbau in den neuen Ostgebieten und im Altreich. [RD 10/5].</p>
                <p>Erste Durchführungsbestimmung über die bevorzugte Seßhaftmachung von Kriegsversehrten, Kriegsdienstbeschädigten des Weltkrieges, Kämpfern für die Nationale Erhebung sowie deren Hinterbliebenen im Bereich der Landwirschaft in den neuerworbenen Gebieten des Deutschen Reiches. 1942/1943 [RD 10/6].</p>
                <p>Ländliche Möbel in einfacher Herstellung.1943 [RD 10/7].</p>
                <p>Lehmbaudienst. Mitteilungen der Lehr- und Beratungsstelle Lehmbau. Posen 1944 [RD 10/8].</p>
                <p>Die Wirtschaft. Wirtschaftliche Bestimmungen für die Umsiedler. Verträge, Anordnungen und Richtlinien. 1941 [RD 10/9].</p>
                <p>Sammlung der Arbeitsgrundlagen der D.U.T. (Loseblattsammlung) [RD 10/10].</p>
                <p>Gestaltung der neuen Siedlungsgebiete. Allgemeine Anordnungen des Reichsführer SS, RKFV [RD 10/11].</p>
                <p>Das Deutschtum in der Gottschee. Informationsunterlagen des SS-Ansiedlungsstabes &quot;Südmark&quot; [RD/10/12].</p>
                <p>Reichsverwaltungsatlas. Kartenreihe zur regionalen Gliederung der Reichsverwaltung, Teil I: Die Verwaltungsbereiche der Mittelstufe. 1944 [RD 10/13]. Richtlinien für die Planung und Gestaltung der Städte in den eingegliederten deutschen Ostgebieten. Allgemeine Anordnung Nr.13/II vom 30.1. 1942 Handausgabe der Umsiedlungsbestimmungen für die deutschen Optanten. 1940 [RD 11/1].</p>
                <p>Brücke zur Heimat. Blätter für die Volksdeutschen in den besetzten Gebieten. [s. RD 105/32]l</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 173 f., Teil 2, S. 128-130.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 7. Oktober 1939 nach der Eroberung Polens durch Führererlass Einsetzung des Reichsführers-SS als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKFV); Aufgaben waren die Umsiedlung deutscher Minderheiten aus dem Ausland und ihre Ansiedlung in den einge‧gliederten Gebieten sowie die Ausschaltung &quot;schädigenden Einflusses von volksfremden Bevölkerungsteilen&quot;; zur Lösung regionaler Aufgaben wurden 1939-1944 Reichsstatthalter, Chefs von Zivilverwaltungen, Oberpräsidenten sowie Gauleiter und Höhere SS- und Polizei‧führer zu Beauftragten des RKFV (insgesamt 33) ernannt; 1941-1944 Ausdehnung der Dienststelle des RKFV zum Stabshauptamt mit Außenstellen; seit August 1944 einschnei‧dende Verkleinerung des Stabshauptamtes und etappenweise Verlagerung aus Berlin bis Frühjahr 1945</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Umsiedlungs-Treuhand-Gesellschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1952-12-31">1939-1946, 1950-1952</unitdate>
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                  <extent>21154 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Volksdeutsche Mittelstelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1922-01-01/1945-12-31">1922-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1512 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Volksdeutsche Mittelstelle - VOMI - entstand 1936 aus dem beim Stellvertreter des Führers erricheteten Volkstumsbüro als eine Zentralstelle zur finanziellen und politischen Betreuung der Volksdeutschen im Ausland. Bis Oktober 1939 Hitler unmittelbar unterstellt, wurde sie nach der Ernennung Himmlers zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKF) diesem zugewiesen. Juni 1941, Umwandlung in ein Hauptamt der SS; zum 09.09.1942 Kompetenzabgrenzung zwischen Hauptamt VOMI und Stabshauptamt des RKF. Die VOMI mit ihren 11 Ämtern war zuständig für die Volkstumsarbeit, Betreuung der in die Abteilungen III und IV der Deutschen Volksliste eingestuften Umsiedler, Absiedlung, Transport und Versorgung der Umsiedler in den Lagern und die Führung der deutschen Volksgruppen. Aufgaben aus dem Bereich der Angelegenheiten des Deutschtums des Reichsministerium des Innern wurden der Volksdeutschen Mittelstelle 1943 übertragen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 174 f., Teil 2, S. 134.</p>
                <p>Valdis O. Lumans: Himmler&apos;s Auxiliaries. The Volksdeutsche Mittelstelle and the German national minorities of Europe, 1933-1945. Chapel Hill and London 1993.</p>
                <p>Melanie Schmitt: Das Umsiedlungslager der Volksdeutschen Mittelstelle in Kloster Sießen, Kreis Saulgau, 1940-1945. Diplomarbeit Univ. Mannheim. Vervielfältigung 2003.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Umsiedlungen und Wiederansiedlungen wurden durch die vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler gegründete und von SS-Obergruppenführer Lorenz geleitete Volksdeutsche Mittelstelle (Vomi) durchgeführt; die Vomi entstand 1936 aus dem beim Stellvertreter des Führers errichteten Volkstumsbüro als eine Zentralstelle zur finanziellen und politischen Betreuung der Volksdeutschen im Ausland; bis Oktober 1939 Adolf Hitler unmittelbar unterstellt, wurde sie nach der Ernennung Himmlers zum Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (RKF) diesem zugewiesen; im Juni 1941 Umwandlung in ein Hauptamt der SS; zum 9. September 1942 Kompetenzabgrenzung zwischen dem Hauptamt Vomi und dem Stabshauptamt des RKF; die Vomi mit ihren elf Ämtern war zuständig für die Volkstumsarbeit, die Betreuung der in die Abteilungen III und IV der Deutschen Volksliste eingestuften Umsiedler, die Absiedlung, den Transport und die Versorgung der Umsiedler in den Lagern sowie für die Führung der deutschen Volksgruppen; Aufgaben aus dem Bereich der Angelegenheiten des Deutschtums des Reichsministeriums des Innern wurden der Vomi 1943 übertragen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 165</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rassenhygienische und kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1944-12-31">1936-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>379 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im Frühjahr 1936 unter der Bezeichnung Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes auf Veranlassung des Leiters der Abteilung Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern gegründet; hatte u.a. die Aufgabe, Forschungsvorhaben zu koordinieren und ihre Ergebnisse in die erbpflegerische Praxis überzuleiten. Schwerpunkt dabei bildete die &quot;rassenkundliche Erfassung&quot; der &quot;Zigeuner&quot; und &quot;Zigeunermischlinge&quot;. Ab 1941 lautet die Bezeichnung Rassenhygienische und Kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes. Leiter war Robert Ritter.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Joachim S. Hohmann: Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie. &quot;Zigeunerforschung&quot; im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. Frankfurt am Main [u.a.] 1991, (Studien zur Tsiganologie und Folkloristik).</p>
                <p>Guenter Lewy: &quot;Rückkehr nicht erwünscht&quot;. Die Verfolgung der Zigeuner im Dritten Reich. Berlin 2001.</p>
                <p>Martin Luchterhandt: Der Weg nch Birkenau. Entstehung und Verlauf der nationalsozialistischen Verfolgung der &quot;Zigeuner&quot;. Lübeck 2000 (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V.).</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 166.</p>
                <p>Josef Henke: Quellenschicksale und Bewertungsfragen. Archivische Probleme bei der Überlieferungsbildung zur Verfolgung der Sinti und Roma im Dritten Reich, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 41 (1993), S. 61-77.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Frühjahr 1936 unter der Bezeichnung Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes auf Veranlassung des Leiters der Abteilung Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern gegründet; hatte u.a. die Aufgabe, For‧schungsvorhaben zu koordinieren und ihre Ergebnisse in die erbpflegerische Praxis überzu‧leiten; Schwerpunkt dabei bildete die &quot;rassenkundliche Erfassung&quot; der &quot;Zigeuner&quot; und &quot;Zi‧geunermischlinge&quot;; ab 1941 lautete die Bezeichnung Rassenhygienische und Kriminalbiologi‧sche Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes; Leiter war Robert Ritter.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 160</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriminalbiologisches Institut des Reichsgesundheitsamtes</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1943-12-31">1940-1943</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>69 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_9d1bc0c9-1560-4452-9d12-1fa164af09f5"/>
                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sachakten des Kriminalbiologischen Instituts im RGA sind nicht überliefert. Die vorliegenden Akten bieten allerdings ein exemplarisches Beispiel für die Aufgabenstellung, die Durchführung der kriminalbiologischen Untersuchungen und die inhaltliche Ausrichtung dieses Instituts. Die zeitliche Überlieferung des Bestandes beschränkt sich zum größten Teil auf das Jahr 1942. Ausnahmen bilden hier die Akten R 160/5 mit einer Laufzeit von 1940 - 1943 sowie die Akte R 160/69, welche die Korrespondenz der „Volkspflegerin&quot; Anne Pillmann mit dem Kriminalbiologischen Institut des RGA in den Jahren 1942 - 1943 enthält (17). Der Bestand beinhaltet insgesamt 69 Akten. 65 personenbezogene Akten dokumentieren das Material der „kriminalbiologischen Erhebungen&quot;.</p>
                <p>Wie aus dem Schriftverkehr mit Robert Ritter hervorgeht, war Pillmann im Jahr 1942 für einen begrenzten Zeitraum von etwa sechs Monaten mit kriminal-biologischen Erhebungen im Rheinland und in Württemberg beauftragt (18). Ausgangspunkt der Untersuchungen war das Zuchthaus in Rheinbach. Dieses diente seit dem 1. April 1914 als Ersatz für das veraltete Zuchthaus auf dem Michaelsberg in Siegburg (19). Dem Schriftverkehr nach wurden bereits im Jahr 1912 kriminalbiologische Untersuchungen durch den damaligen Direktor der Strafanstalt, Herrn Dr. Rath, unternommen (20). Rath hatte seinerzeit eine Dissertation zu jenen Forschungen verfasst. Durch die Nachforschungen von Anne Pillmann sollten nun die Nachkommen der Probanden des Dr. Rath mit dem Ziel untersucht werden, einen Nachweis über die Erblichkeit verbrecherischer Veranlagungen zu erbringen (21).</p>
                <p>Die Akte R 160/67 beinhaltet 30 Karteikarten zu ehemaligen Probanden des Dr. Rath. Sie informieren über die gestellten Diagnosen zu seinen Patienten. Außerdem umfassen die Akten Schriftverkehr von Anne Pillmann mit örtlichen Dienststellen wie Einwohnermeldeämtern und Ortspolizeibehörden, die dem Kriminalbiologischen Institut des RGA Informationen über die potenziellen Probanden zukommen ließen.</p>
                <p>Die Akten R 160/66-68 enthalten ebenso personenbezogenes Archivgut, umfassen jedoch im Gegensatz zu den anderen Akten jeweils einen größeren Personenkreis, ohne das hierbei ein besonderes Kriterium ersichtlich ist, welches zu dieser veränderten Ordnung führte.</p>
                <p>(17) BArch R 160/5 und BArch R 160/69</p>
                <p>(18) BArch R 160/69 Bl. 170</p>
                <p>(19) www.jva-rheinbach.nrw.de</p>
                <p>(20) BArch R 160/69 Bl. 9, Bl. 59</p>
                <p>Weitere Angaben zur Identität des Dr. Rath sind aus den Akten des Bestandes nicht ersichtlich.</p>
                <p>(21) BArch R 160/69 Bl. 3</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Ende 1943 zog das Reichsgesundheitsamt nach der Zerstörung seines Dienstgebäudes in der Thielallee aus Berlin in einem nicht genau zu bezeichnenden Umfang u. a. in das Dorf Drögen bei Fürstenberg/ Havel (22). Ritter berichtete nach dem Krieg, „...als im Sommer 1943 die Gefahr drohte, dass in Berlin unsere ganze Forschungsarbeit durch Sprengbomben oder Brand der Vernichtung anheim fiel, verlegte ich die jugendärztliche und kriminalbiologische Forschungsstelle und damit auch das gesamte während des Zeitraumes von 1932 bis 1943 in Schwaben gesammelte wissenschaftliche Material nach Württemberg zurück und brachte es in der Heilanstalt Mariaberg unter (23).&quot; Dort hielt er mit einigen wenigen Mitarbeitern, darunter auch Eva Justin, bis Mitte 1946 aus. Die Unterlagen blieben nach dem Krieg zum großen Teil in den Händen der ehemaligen Mitarbeiter des Instituts und müssen als verschollen gelten. Professor Dr. Hermann Arnold (24) wurde zum Nachlassverwalter der Ritterschen Tätigkeit. 1980 übergab er die wenigen verbliebenen Akten dem Bundesarchiv. Die Akte R 160/69 gelangte 1986 als weitere Abgabe von Arnold in das Bundesarchiv.</p>
                <p>(22) BArch R 2301/6778. S. 161. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes an den Rechnungshof des Deutschen Reichs am 4. Mai 1944. „...Die Rechnung für 1942 konnte nur zum Teil geprüft werden, da bei dem Luftangriff auf das Reichsgesundheitsamt am 22. November 1943 sowohl die Rechnungsnachweisung als auch sämtliche Belege hierzu vernichtet worden sind.&quot;</p>
                <p>(23) Aus der Nachkriegsbewerbung Ritters vom 3.11.1945. Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, Historisches Archiv Gp 3.6 Der Fall Robert Ritter. Aus: Schmidt-Degenhard. Ebd. S. 170. siehe Anmerkung Nr. 571</p>
                <p>(24) BArch ZSg 142 und ZSg 142 Anh.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Zu verweisen ist auf weitere relevante Überlieferungen innerhalb und außerhalb des Bundesarchivs in Auswahl wie folgt:</p>
                <p>R 86 Reichsgesundheitsamt</p>
                <p>R 165 Rassenhygienische und kriminalbiologische</p>
                <p>Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes</p>
                <p>R 1501 Reichsministerium des Innern</p>
                <p>ZSg 142 Sammlung Arnold</p>
                <p>ZSg 142 Anh. Sammlung Arnold Anhang</p>
                <p>Dienstakte 2420/ 21</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Ute Brucker-Boroujerdi/ Wolfgang Wippermann. Die „Rassenhygienische und Erbbiologische Forschungsstelle&quot; im Reichsgesundheitsamt. In: Bundesgesund-heitsblatt. Hrsg. vom Bundesgesundheitsamt, Sonderheft zur Ausstellung „Das Reichsgesundheitsamt 1933 - 1945 - eine Ausstellung&quot;. Köln (u. a.) 1989. S. 13 - 19.</p>
                <p>Joachim S. Hohmann. Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie. „Zigeuner-forschung&quot; im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. In: Studien zur Tsiganologie und Folkloristik. Bd. 4. Frankfurt a. M. 1991.</p>
                <p>Hans Reiter. Das Reichsgesundheitsamt 1933-1939. Sechs Jahre nationalsozialistische Führung. Berlin 1939.</p>
                <p>Robert Ritter. Die Aufgaben der Kriminalbiologie und der kriminalbiologischen Bevölkerungsforschung. In: Kriminalistik. Monatshefte für die gesamte krimi-nalistische Wissenschaft und Praxis. Berlin. 15. Jg. 1941. Heft 4. S. 38 - 41.</p>
                <p>Tobias Schmidt-Degenhard. Vermessen und Vernichten. Der NS- „Zigeunerforscher&quot; Robert Ritter. Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Hrsg. Baten, Frie, Holzem u. a. Bd. 76. Stuttgart 2012.</p>
                <p>Jürgen Simon. Kriminalbiologie - theoretische Konzepte und praktische Durch-führung eines Ansatzes zur Erfassung von Kriminalität. In: Juristische Zeit-geschichte Nordrhein-Westfalen. Bd. 6. Kriminalbiologie. Hrsg. vom Justiz-ministerium des Landes NRW 1997. S. 69 - 105.</p>
                <p>Helmut Theisel/ Helmut Eiden-Jaegers. Zentrale Einrichtungen des Gesundheitswesens. 1968 - Einhundert Jahre für die Gesundheit. Ämter und Organisationen der Bundesrepublik Deutschland, Band 15. Frankfurt/Main [u.a.]. 1968.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes (RGA) (1) wurde im Jahr 1937 unter der Leitung von Prof. Dr. Ferdinand von Neureiter (2) gegründet. Entscheidende Aufgabe war die Einführung eines kriminalbiologischen Dienstes im Deutschen Reich (3).</p>
                <p>Ab 1941 übernahm Dr. Robert Ritter (4) nach der Berufung von Neureiters an die neugegründete Reichsuniversität in Straßburg diese Stelle. Ritter betrieb bereits zuvor rassenhygienische „Zigeunerforschung&quot; (5) und leitete auch die hierfür zuständige „Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle&quot; (6), ebenfalls eine Unterabteilung im RGA (7). Das pseudowissenschaftliche Forschungsgebiet der „Zigeunerforschung&quot; wurde in den Untersuchungen der Kriminalbiologischen Forschungsstelle auf „Asoziale und Verbrecher&quot; sowie deren Nachkommen ausgedehnt. Die Konzentration auf die Kriminalpsychologie und die Begutachtung auffälliger Jugendlicher wurden zu Schwerpunkten der Ritterschen Tätigkeit.</p>
                <p>Hintergrund dieser Untersuchungen war die Annahme, dass die Neigung zum Verbrechen vererbbar sei und sich beim Nachwuchs weiter verschlimmern würde (8). Bereits in seiner Publikation „Ein Menschenschlag&quot; (9) von 1937 befasste sich Ritter mit den Thesen vom „geborenen Verbrecher&quot;. Die Untersuchung von Straffälligen auf erbliche Anlagen als „Verbrecher&quot; entwickelte sich zum Kernpunkt der Kriminalbiologie unter dem Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie. Mittels der „kriminalbiologischen Erhebungen&quot; verfolgte das Institut die Absicht, Entwicklungsvorhersagen über Straffällige zu treffen. Somit wurden nicht nur die Straffälligen selbst kriminalbiologischen Untersuchungen unterzogen, sondern ebenso deren gesamte Familien, vom Ehepartner über die Kinder bis hin zu den Eltern und Großeltern, wie auch die entferntere Verwandtschaft. Ritter sah die Entwicklung eines Verfahrens, mit dem ein Verbrecher bereits vor Begehen einer Straftat als solcher identifiziert werden konnte, als primäres Ziel an. Straffällige müssten hierfür zunächst in Kategorien („einmalig entgleiste Menschen&quot;, Kranke und geborene Verbrecher) eingeteilt werden. Die Einzelheiten zur Erhebung und Einteilung der Straffälligen in die vorgenannten Kategorien ließ Ritter hierbei offen (10). Die Untersuchungen sollten als eine Maßnahme zum Schutz des „Volkskörpers&quot; dienen (11).</p>
                <p>Abgesehen von Robert Ritters leitender Funktion sind Struktur, Organisation und Personal des Institutes im Einzelnen nicht bekannt. Mindestens seit 1942 firmierte diese Institution als Kriminalbiologisches Institut, zuvor als kriminalbiologische Forschungsstelle des RGA(12). Aus der Korrespondenz, welche von der „Volkspflegerin&quot; Anne Pillmann mit dem Institut in Berlin-Dahlem geführt wurde, ist ersichtlich, dass eine Frau Betz (13) und ein Herr Dr. Scheinfuß am Institut tätig waren (14), ebenso wie Eva Justin, die darüber hinaus als engste Mitarbeiterin Ritters in der Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des RGA bekannt ist (15).</p>
                <p>Am 21. Dezember 1941 übernahm Robert Ritter ehrenamtlich als wissenschaftlicher Leiter das Kriminalbiologische Institut der Sicherheitspolizei (16). Schließlich erfolgte 1943 seine Ernennung zum Direktor beim Reichsgesundheitsamt.</p>
                <p>(1) BArch Sg. Orgunterlagen, R 86. Geschäftsverteilungsplan des Reichsgesundheitsamtes vom 20. Dez. 1937. Abteilung L: Erb- und Rassenpflege. Unterabteilung: Kriminalbiologische Forschungsstelle L 3. Zur Aufgabenstellung siehe auch BArch R 1501/ 5583. S. 207</p>
                <p>(2) Prof. Dr. Ferdinand von Neureiter (1893 - 1946). Mediziner, Gerichtsmediziner, Professor in Riga, Berlin und Straßburg</p>
                <p>(3) Hans Reiter. Das Reichsgesundheitsamt 1933 - 1939. Sechs Jahre nationalsozialistische Führung. Berlin 1939. S. 355 ff.</p>
                <p>(4) Dr. Robert Ritter (1901-1951) siehe Biographie: Schmidt-Degenhard, Tobias. Vermessen und Vernichten. Der NS-„Zigeunerforscher&quot; Robert Ritter. Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Hrsg. von Baten, Frie, Holzem u. a. Bd. 76. Stuttgart 2012</p>
                <p>(5) Die Akten hierzu verwahrt das BArch unter der Bestandsnummer R 165 Rassenhygienische und kriminalbiologische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes.</p>
                <p>(6) Die Bezeichnung änderte sich einige Male oder wurde oftmals unkorrekt wiedergegeben. vergl. Anm. 3 Reiter. S. 299. Im Organigramm der Behörde heißt es: Rassen- und bevölkerungskundliche Forschungsstelle. S. 300: wiederum Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle</p>
                <p>(7) Siehe Anm. 1. Zur Aufgabenstellung auch BArch R 1501/ 5583. S. 209</p>
                <p>(8) Robert Ritter. Die Aufgaben der Kriminalbiologie und der kriminalbiologischen Bevölkerungsforschung. In: Kriminalistik. Monatshefte für die gesamte kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Berlin. 15. Jg. 1941. Heft 4. S. 38 - 41. S. 39</p>
                <p>(9) Robert Ritter. Ein Menschenschlag. Erbärztliche und erbgeschichtliche Untersuchungen über die durch 10 Geschlechterfolgen erforschten Nachkommen von Vagabunden, Jaunern und Räubern. Mit 3 teilweise farbigen Erbtafeln. Leipzig. 1937</p>
                <p>(10) Siehe Anm. 8. S. 38</p>
                <p>(11) Jürgen Simon. Kriminalbiologie - theoretische Konzepte und praktische Durchführung eines Ansatzes zur Erfassung von Kriminalität. In: Juristische Zeitgeschichte Nordrhein-Westfalen. Bd. 6. Kriminalbiologie. Hrsg. vom Justizministerium des Landes NRW 1997. S. 69 - 105 S. 91</p>
                <p>(12) BArch R 160/69 S. 48. Briefkopf mit der Bezeichnung „Kriminalbiologisches Institut des Reichsgesundheitsamtes&quot;</p>
                <p>(13) BArch R 160/69. In der Korrespondenz als Frau Dr. Betz angesprochen. Es liegt nahe, dass es sich hierbei um die Ehefrau von Dr. Manfred Betz handelt. Siehe BArch ehemals BDC VBS 1/1000053524 und 1040061842. Zu M. Betz auch Schmidt-Degenhard, Tobias. Vermessen nd Vernichten. Der NS-„Zigeunerforscher&quot; Robert Ritter. S. 154 f. Schmidt-Degenhard bezieht ich auf den Bestand &lt;UAT 164 Forschungsprojekt Dr. Manfred Betz (Unterschichten Schlossberg) 1937-1939&gt; im Universitätsarchiv Tübingen, Abgabe an das Bundesarchiv 1989, jetzt BArch 165/216-243</p>
                <p>(14) BArch R 160/69</p>
                <p>(15) Joachim S. Hohmann. Robert Ritter und die Erben der Kriminalbiologie. „Zigeunerforschung&quot; im Nationalsozialismus und in Westdeutschland im Zeichen des Rassismus. In: Studien zur Tsiganologie und Folkloristik. Bd. 4. Frankfurt a. M. 1991. Hohmann setzt sich in seiner Monographie ab S. 238 intensiv mit der Rolle der Eva Justin in der Rassenhygienischen Forschungsstelle des RGA auseinander.</p>
                <p>(16) BArch NS 2/69 S. 1a. Vorschlag des Reichssicherheitshauptamtes an das Rasse- und Siedlungshauptamt am 15. Juni 1941</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsjustizministerium</unittitle>
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                  <extent>143885 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.01):</p>
                <p>Alte Registratur (alfabetisch nach Schlagworten geordnet) 1877-1934: Beamte 1872-1937 (250), Beamtenrecht 1872-1933 (229), Behörden 1875-1932 (36), Berg‧recht 1882-1934 (7), Beziehungen zum Ausland 1872-1933 (23), Bodenrecht 1875-1934 (80), Bürgerliches Recht 1869-1934 (931), Elsass-Lothringen 1875-1920 (42), Finanzrecht 1876-1934 (329), Geschäfte 1873-1936 (185), Gewerberecht 1867-1934 (178), gewerblicher Rechtsschutz und Patentgesetzgebung 1876-1934 (359), Handel 1868-1934 (733), Kirchen‧recht 1871-1934 (18), Konkursrecht 1876-1935 (73), Militärwesen und Militärgerichte 1870-1934 (153), Personenstand 1870-1934 (70), Presserecht 1877-1934 (17), Privatrecht 1872-1933 (325), Rechtspflege 1867-1934 (824), Reichsämter 1882-1918 (5), Reichsgericht.- Strafsachen 1869-1934 (914), Spezialrecht 1876-1920 (10), Staatsbürgerrecht 1876-1934 (68), Staatsoberhäupter 1875-1934 (103), Staatsrecht 1885-1929 (45), Strafprozess und Strafprozessordnung 1871-1934 (481), Strafrecht und Strafrechtskommission 1867-1935 (598), Urheberrecht 1875-1934 (215), Vereinsrecht 1878-1934 (23), Verfassung 1868-1934 (279), Verkehrsrecht 1875-1934 (188), Verwaltungsrecht 1908-1934 (49), Völkerrecht 1868-1934 (793), Wirtschaftsrecht 1884-1934 (178), Zivilprozess und Zivilprozessordnung 1874-1934 (222)</p>
                <p>Neue Registratur 1934-1945: Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit 1934-1938 (57), Personal und Organisationsan‧gelegenheiten 1934-1945 (120), Besetzung der Amtsgerichte und der Amtsanwaltschaften 1900-1943 (1.050), Besetzung der Landgerichte und Staatsanwaltschaften 1903-1945 (134), Rechtsanwälte und Notare 1940-1945 (78), Strafgesetzgebung und Jugendrecht 1935-1944 (63), einzelne Strafsachen 1934-1945 (ca. 800.000), Strafrechtspflege 1929-1944 (30), Strafvollzug 1930-1945 (291), Bürgerliches Recht, bäuerliches Recht und Rechtspflege 1934-1944 (130), Handelsrecht 1934-1943 (12), Aktiengesellschaften und Aktienrecht 1933-1945 (191), Umwandlung von Kapitalgesellschaften 1934-1943 (220), Verkehrs- und Genos‧senschaftsrecht 1933-1943 (39), Wirtschaftsrecht 1934-1942 (42), Banken und Sparkassen 1934-1942 (72), Börsenwesen 1934-1943 (6), Versicherungsrecht 1934-1943 (17), Gewer‧bewesen 1934-1944 (23), Luftschutz 1935-1940 (5), koloniale Betätigung Deutschlands 1936-1943 (2), Abwesenheitspflegschaften 1939-1944 (51), auswärtige Angelegenheiten 1934-1942 (29), Haushalt und Verwaltung 1934-1943 (220), Justizhaushaltsplan 1917-1938 (8), Staat und Wirtschaft, Vierjahresplan 1936-1943 (15), Reichsgrundbesitzverzeichnisse der Reichsjustizverwaltung 1935-1939 (41), Bauten in einzelnen Oberlandesgerichtsbezirken 1879-1941 (85), Unterbringung der Gerichtsgefängnisse 1934-1937 (93), Unterbringung der Amtsgerichte 1935-1938 (122), Unterbringung der Landgerichte 1936-1937 (10), verschie‧dene Dienstgebäude der Reichsjustizverwaltung 1936-1937 (3)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 22) (1877-1933) 1933-1945:</p>
                <p>Hauptbüro.- Rundverfügungen 1936-1945 (23), Büro des Ministers Gürtner: Diensttagebuch mit Personen-und Sachregister 1933-1935 (18), privatdienstliche Korrespondenz 1932-1941 (67), Eingaben und Vermerke zu einzelnen Strafverfahren 1940-1941 (1), Büro des Ministers Thierack: Korrespondenz mit dem Reichsführer SS und dem Reichssicherheitshauptamt 1942-1944 (1), Reden, Vorträge und Aufsätze 1943-1945 (2), Büro der Staatssekretäre Schlegelberger, Freisler, Rothenberger und Klemm: Vorträge und Aufsätze 1942-1943 (1), rechtliche Behandlung der Polen und Juden sowie Angelegenheiten der Oberreichsanwalt‧schaft beim Volksgerichtshof 1941-1942 (1), Korrespondenz mit dem Chef der Sicherheits‧polizei und des SD Kaltenbrunner 1944 (1)</p>
                <p>Verfassung und Verwaltung: Rundverfügungen 1936-1945 (1), Verfassung im Allgemeinen 1933-1944 (4), Sudetenland 1938-1942 (1), Großhamburggesetz 1937-1944 (1), Staats‧oberhaupt 1936-1944 (2), österreichische Angelegenheiten 1938-1939 (1), Gesetzgebung im Allgemeinen 1934-1945 (8), staatsrechtliche Behandlung völkerrechtlicher Verträge 1936-1943 (1), Reichstag, Reichsrat, Preußischer Landtag und Staatsrat 1931-1938 (1), Volksab‧stimmung vom 10. April 1938, 1938 (1), Rechtsstellung der NSDAP, von deren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden 1934-1945 (4), NS-Rechtswahrerbund 1942-1945 (2), Deut‧sche Arbeitsfront, Deutsches Frauenwerk und Hitlerjugend 1935-1945 (3), Parteigerichtsbar‧keit der NSDAP sowie SS-und Polizeigerichtsbarkeit 1938-1945 (2), Vereinfachung der Ju‧stizverwaltung aus Anlass des Zweiten Weltkriegs 1939-1945 (2), Protektorat Böhmen und Mähren 1938-1944 (10), wirtschaftliche Auseinandersetzungen zwischen Teilen der ehemaligen Tsche‧choslowakei 1939-1941 (1), Generalgouvernement 1942-1945 (1), Reichsbürgerrecht und Staatsangehörigkeit 1935-1944 (2), Umsiedlung von Reichs-und Volksdeutschen 1939-1944 (2), Namensänderungen und Führung von Adelstiteln, Orden und Ehrenzeichen, Berufsbe‧zeichnungen 1934-1944 (8), Ablösung von Adelsrenten 1838 (1), Blutschutzgesetzgebung, Behandlung von Juden und Minderheiten 1935-1945 (5), oberste Reichs- und Landesbehör‧den, Geschichte der Justizverwaltung 1801-1944 (4), Geschäftsverteilung im Reichsjustizmi‧nisterium 1935-1945 (17), Geschäftsverteilung anderer oberster Reichsbehörden und der Dienststellen der NSDAP 1934-1944 (3), Presse und Publikationen, v.a. &quot;Deutsche Justiz&quot; 1935-1945 (3), sonstige Reichs- und Landesbehörden, Körperschaften und Stiftun‧gen 1934-1943 (2), Statistik und Vermessungswesen 1935-1944 (2), Repräsentationsver‧pflichtungen 1934-1945 (11), nationale Feiertage und Festakte 1939-1944 (1), Öffentlich‧keitsarbeit und Auseinandersetzungen in der Presse 1934-1945 (20), Reichshauptstadt Ber‧lin, Gemeinden und Gemeindeverbände 1935-1944 (6), Geschäftsgang und innerer Dienst 1934-1945 (25), Geschäftsordnung und Beteiligung der Parteikanzlei der NSDAP 1933-1945 (16), Mitteilungen in Strafsachen, Dienststrafsachen und Personalangelegenheiten anderer Behörden, v.a. Sicherheitspolizei und SD 1934-1944 (7), Statistik der Geschäfts‧entwicklung im Reichsjustizministerium 1934-1945 (5), Schriftgutverwaltung und Aktenein‧sicht durch Dritte, Geschäftsordnung für die obersten Reichsbehörden 1934-1945 (14)</p>
                <p>Rechts- und Dienstverhältnisse: Beamte allgemein 1937-1944 (7), deutsches Beamtenge‧setz 1937-1945 (2), Ausbildung und Laufbahn für den Justiz- und Verwaltungsdienst 1936-1945 (19), Dienstalter 1934-1944 (5), Anwendung von Rechtsvorschriften im Elsass, in Loth‧ringen und Luxemburg 1939-1945 (6), Abordnung von Beamten, v.a. zur NSDAP und Wehrmacht sowie in das Generalgouvernement und die besetzten Gebiete 1938-1945 (72), Beamtenorganisationen 1934-1944 (5), Übersichten zum Personalbestand im Reichs‧justizministerium 1935-1945 (3), Ernennung, Versetzung und Beförderung von Beamten 1940-1945 (17), Warte-und Ruhestandsbeamte 1935-1944 (3), Dienststrafrecht 1937-1944 (4), Beamtenpflichten 1934-1945 (10), Dienstkleidung 1934-1945 (5), Beamtenrechte, Per‧sonalakten, Amtsbezeichnungen und Beurlaubung 1934-1945 (14), Fortbildung und Schu‧lung der Beamten 1934-1945 (17), vermögensrechtliche Verhältnisse der Beamten 1934-1945 (37), Dienstverhältnisse der Richter, Staatsanwälte und Referendare 1935-1945 (19), rechtswissenschaftliches Studium, juristische Prüfungen und Vorbereitungsdienst 1934-1945 (79), Dienstverhältnisse der Beamten des gehobenen und des einfachen mittleren Dienstes 1934-1945 (33), Dienstverhältnisse der Amtsanwälte und Dolmetscher 1935-1945 (3), Dienstverhältnisse der Gerichtsvollzieher und sonstigen Vollstreckungsbeamten 1934-1945 (39), Rechtsverhältnisse der Angestellten und Arbeiter 1934-1945 (36), Ehrung gefalle‧ner Gefolgschaftsmitglieder 1941-1944 (1)</p>
                <p>Zivilrecht und Zivilrechtsgang: Rechtspflege allgemein 1932-1944 (48), Justizreform 1933-1945 (45), Gerichtsverfassung 1933-1944 (32), Richteramt und Richterbriefe 1933-1944 (14), Justizverwaltung und Lenkung der Rechtspflege 1932-1945 (74), Rechtsanwaltschaft 1934-1945 (31), Gerichtsorganisation 1931-1945 (24), Reichsgerichtsentscheidungen in Zi‧vil- und Strafsachen 1938-1945 (16), Staatsanwaltschaften und Volksgerichtshof 1934-1945 (9), materielles bürgerliches Recht 1933-1945 (17), Schuldrecht und einzelne Schuldverhält‧nisse 1933-1945 (104), Sachenrecht 1926-1944 (29), Familienrecht 1934-1944 (5), Eherecht, v.a. Einzelfälle 1932-1945 (122), Verwandtschafts- und Vormundschaftsrecht 1934-1945 (20), Erbrecht 1935-1944 (12), Handelsrecht 1875-1945 (98), Verzeichnis der von der Einhaltung handelsrechtlicher Vorschriften befreiten Firmen 1940-1944 (25), Urheberrecht und gewerblicher Rechtsschutz 1934-1944 (25), Patentwesen 1934-1945 (15), Verfahrens‧recht der streitigen Zivilgerichtsbarkeit 1934-1945 (89), Verfahrensrecht der freiwilligen Ge‧richtsbarkeit, v.a. Personenstandsangelegenheiten, Registersachen, Notare und Notariate, Grundbuchangelegenheiten und Hinterlegungswesen 1934-1945 (111)</p>
                <p>Strafrecht, Strafrechtsgang und Polizei: materielles Strafrecht 1933-1945 (11), Urteile und Entscheidungen von Sonder- und Amtsgerichten in Strafrechtseinzelfällen 1937-1945 (402), Strafrechtsreform 1933-1944 (134), Bestrafung von Verbrechen und Vergehen im Allgemei‧nen 1934-1945 (18), Hoch- und Landesverrat 1934-1945 (15), &quot;Schutz der Volkskraft&quot;.- An‧griffe auf die Wehrkraft, Arbeitskraft und Volksgesundheit, &quot;Rassenschande&quot;, Abtreibung, Unterhalts- und Sittlichkeitsdelikte, &quot;Gemeinschädlichkeit&quot;, Devisen- und Kriegswirtschafts‧vergehen 1934-1945 (19), politisches Strafrecht, v.a. Heimtückegesetz, Eingriffe in Befugnisse der Kirchen und der NSDAP, Eidesverletzungen 1934-1944 (10), Tötung (auch &quot;unwertes Leben&quot;), Körperverletzung und Nötigung 1933-1945 (5), Ehrenkränkung und Be‧leidigung 1934-1945 (4), Kriegsehebruch, Betrug, Erpressung, Untreue, Urkundenfälschung 1934-1945 (3), Angriffe auf das Vermögen 1930-1945 (18), Rechtsvereitelung, Geheimnis‧schutz 1934-1939 (2), Polizeistrafrecht und strafrechtliche Nebengebiete 1934-1942 (7), Strafverfahrensrecht einschließlich Reformbestrebungen 1934-1944 (65), Sondergebiete der Strafrechtspflege 1933-1945 (14), Kriminalpolitik und -statistik 1934-1945 (17), Jugendstraf‧recht 1932-1945 (29), Entschädigung unschuldig Verurteilter und Verhafteter 1935-1944 (1), Kosten der Strafrechtspflege, Strafregister 1933-1945 (15), Gnadenrecht 1933-1945 (20), Strafvollstreckung und Strafvollzug 1934-1945 (290), Arbeitseinsatz von Gefangenen 1942-1945 (30), &quot;Mordregister&quot; 1939-1945 (4/11 Mikrofilmrollen), Organisation der Polizei 1935-1944 (9), Geheime Staatspolizei und SD 1934-1944 (3), Schutz und Vorbeugehaft 1934-1944 (7), Baupolizei 1936-1942 (3), Gesundheits- und Nahrungsmittelpolizei 1934-1944 (15), Sicherheitspolizei, v.a. Aufruhr und Ausnahmezustand 1934-1945 (12), Pass- und Meldewesen 1933-1943 (4), Presse- und Schrifttum 1934-1944 (6), Ordnungs- und Sittenpo‧lizei 1933-1945 (4)</p>
                <p>Finanzwesen: Vertretung des Deutschen Reichs vor Gericht 1940-1944 (1), Haushalt 1933-1945 (32), Kassen- und Rechnungswesen 1936-1945 (22), Grundstücks- und Bauangelegenheiten 1934-1945 (79), staatliches Beschaffungswesen 1934-1945 (30), Abgaben, Steuern und Gebühren 1934-1944 (12), gerichtliches Kostenwesen 1934-1945 (77)</p>
                <p>Kultur und Wohlfahrtspflege: Kirchen- und Religionsgemeinschaften, jüdische Kultusvereini‧gungen 1934-1944 (11), Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Sprachpflege und Recht‧schreibung, deutsche Kurzschrift, Kalender und Zeitbestimmung 1935-1944 (6), Fürsorge‧wesen, Winterhilfswerk, Jugendwohlfahrt, Leibesübungen, Wohnungs- und Gesundheitswe‧sen, Erbgesundheitspflege, Erfassung und Behandlung Asozialer, Erbgesundheitsgerichte, Heilpersonen und Apotheker 1933-1944 (29), Sozialversicherung 1934-1944 (11), Rundver‧fügungen 1936-1944 (1)</p>
                <p>Wirtschaftsangelegenheiten: Versorgung der Bevölkerung im Kriege 1934-1944 (7), Bergbau 1935-1944 (5), Staat und Wirtschaft, Vierjahresplan 1936-1945 (12), wirtschaftliche Schutz‧maßnahmen 1934-1944 (3), Organisation der deutschen Wirtschaft 1936-1943 (2), Geld- und Kreditwesen, Devisenbewirtschaftung 1934-1945 (15), Versicherungsrecht und Versi‧cherungsunternehmungen 1934-1945 (32), Verkehrsstrafsachen 1936-1944 (3), Reichswas‧serstraßen und Eisenbahnwesen 1934-1944 (6), Post-, Fernsprech-, Telegrafen- und Funkwesen 1934-1945 (7), Kraftfahrwesen 1934-1944 (4), Luftverkehr 1933-1944 (5), Schifffahrt 1934-1944 (4), Gewerbeangelegenheiten 1935-1942 (10), Arbeitsrecht und Ar‧beitsgerichts-wesen 1934-1944 (26)</p>
                <p>Land- und Forstwirtschaft: Wirtschaftslage und Kreditverhältnisse 1933-1944 (34), Natur‧schutz und Schädlingsbekämpfung 1934-1943 (4), Tier- und Pflanzenzucht 1936-1942 (1), Staatsforsten und Forstschutz 1934-1943 (2), Landeskultur, ländliche und städtische Sied‧lungen, Pachtschutz 1934-1944 (36), Boden- und Heimstättenrecht 1934-1944 (5), Fidei‧kommisse, v.a. Einzelfälle 1934-1945 (175), Erbhofrecht, u.a. Abweichungen von der gesetzlichen Anerbenfolge in Einzelfällen 1934-1945 (67), Wasserrecht 1934-1945 (6), Jagd und Fischerei 1934-1944 (8)</p>
                <p>Wehrmacht und auswärtige Angelegenheiten: Wehrmacht und Wehrverfassung 1936-1944 (1), Kriegsmarine 1939-1944 (1), Luftwaffe 1935-1944 (1), Wehrmachtsverwaltung und Be‧schaffungswesen 1935-1944 (1), Volkssturm 1944-1945 (1), Pflichten und Rechte der Ange‧hörigen der Wehrmacht 1934-1944 (6), Militärrechtspflege und Disziplinarbestrafung 1934-1945 (12), Leistungen für die Wehrmacht 1934-1944 (5), Luftschutz 1935-1945 (35), aus‧wärtige Angelegenheiten, u.a. Monatsberichte von Landesgruppen der Auslandsorgani‧sation der NSDAP 1934-1945 (9), Legalisation von Urkunden 1929-1945 (10), Verletzung deutscher Hoheitsrechte 1930-1938 (1), ausländische Fremdenlegionen 1935-1942 (1), Si‧cherung der Reichsgrenze 1938-1941 (1), Kolonialwesen und deutsche Interessen im Aus‧land 1934-1944 (14), Erfahrungs- und Materialaustausch mit dem Ausland, v.a. bei Gesetzgebung und Verwaltung 1925-1945 (309), Reichsverteidigung und Kriegseinsatz, Fürsorge für Soldaten, Soldatenbriefe, Luftangriffe auf deutsche Städte, Behandlung &quot;feindli‧chen&quot; und jüdischen Vermögens, Beamtenrecht, Privatrecht, Strafrecht und bürgerliches Recht, Gerichtsverfassung und Rechtspflege, gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht, Arbeitsrecht und Sozialrecht, Vereinfachung juristischer Prüfungen, wirtschaftliche Maßnah‧men 1939-1945 (132), Vertrag von Versailles und Gebietsverluste sowie Rückgliederung des Saargebiets 1934-1945 (36), Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete 1938-1944 (18), Einführung des deutschen Rechts in angegliederten und besetzten Gebieten, Waffenstill‧standsvertrag mit Frankreich 1938-1945 (28), Völkerrecht, v.a. zwischenstaatliche Abkommen mit einzelnen Ländern 1938-1945 (248), Gesandtschaften und Konsuln 1934-1944 (10), völkerrechtliche Verfassungsorganisationen, v.a. Völkerbund und Inter‧nationaler Gerichtshof 1934-1942 (7), Kriegsverhütungsrecht 1934-1944 (5), Kriegsrecht, Prisenrecht und Luftkriegsrecht 1914-1945 (38), internationale Interessengemeinschaften auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, des Handels- und Privatrechts, der Wirtschaft, des Verkehrs sowie der Kultur und Wohlfahrtspflege 1934-1944 (122)</p>
                <p>Personalbewirtschaftung: Juristen im Dienste der Rechtspflege einschließlich der Rechtsanwälte und Notare 1934-1936 (54), allgemeine Dienstalterskartei der Reichsjustizverwaltung: höhe‧rer Dienst 1934-1945 (25), Personalakten des Reichsjustizministeriums für den gesamten Geschäftsbereich, einschließlich der Vorakten 1933-1945 (31.500), Angehörige der Reichsjustiz‧verwaltung in Österreich, mit Vorakten 1938-1945 (200), Angehörige der Akademie für Deut‧sches Recht 1934-1945 (43), Besetzungsakten für die einzelnen Oberlandesgerichtsbezirke des Deutschen Reiches: vormals preußische Oberlandesgerichtsbezirke, mit Vorakten 1933-1945 (700), vormals nichtpreußische Oberlandesgerichtsbezirke 1935-1945 (300), Personal‧übersichten über Angehörige der Reichsjustizverwaltung einschließlich des Reichsgerichts und des Volksgerichtshofs 1934-1945 (304), &quot;Goldenes Buch&quot;.- Beförderungsvorschläge 1940-1942 (8), &quot;Braunes Buch&quot;.- Verzeichnis der vor dem 30. Jan. 1933 der NSDAP beigetretenen Angehörigen des höheren Justizdienstes (2), Geburtstagsglückwünsche von Richtern für Wilhelm II. 1938-1942 (1), Glückwunschschreiben zu Dienstjubiläen, Ordensverleihungen und Kriegsaus‧zeichnungen im Bereich der Reichsjustizverwaltung 1939-1945 (63), Personalangelegen‧heiten der Kammern für Handelssachen bei den Landgerichten 1934-1945 (28): im Kammer‧gerichtsbezirk (3), Oberlandesgerichtsbezirke Braunschweig, Bres‧lau, Celle, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Hamm, Innsbruck, Jena, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Königsberg, Linz, Marienwerder, Naumburg, Oldenburg, Rostock, Stettin, Stutt‧gart, Wien und Zweibrücken (23), Personalangelegenheiten der Rechtsanwälte und Notare 1939-1945 (131), Reichsrechtsanwalts- und Reichsnotarkammer (3), Patentanwälte (2), Kammer‧gerichtsbezirk (2), Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg (3), Oberlandesgerichtsbezirk Braunschweig (4), Oberlandesgerichtsbezirk Breslau (4), Oberlandesgerichtsbezirk Celle (4), Oberlandesgerichtsbezirk Danzig (5), Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt (5), Oberlandesgerichtsbezirk Dresden (4), Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf (9), Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt am Main (4), Oberlandesgerichtsbezirk Hamburg (4), Oberlandesgerichtsbezirk Hamm (4), Oberlandesgerichtsbezirk Jena (4), Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe (3), Oberlandesgerichtsbezirk Kattowitz (4), Oberlandesgerichtsbezirk Kassel (4), Oberlandesgerichtsbezirk Kiel (4), Oberlandesgerichtsbezirk Leitmeritz (4), Oberlandesgerichtsbezirk Köln (10), Oberlandesgerichtsbezirk Königsberg (4), Oberlandesgerichtsbezirk München (4), Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg (4), Oberlandesgerichtsbezirk Nürnberg (3), Oberlandesgerichtsbezirk Oldenburg (4), Oberlandesgerichtsbezirk Posen (4), Oberlandesgerichtsbezirk Prag (4), Oberlandesgerichtsbezirk Stettin (4), Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart (4) Oberlandesgerichtsbezirk Zweibrücken (5), Namensverzeichnisse (1); Ersatzakten in Personal- und sonstigen Verwaltungsangelegenheiten, z.T. mit Vorgängen über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums 1939-1945 (623): Kammergerichtsbezirk (66), Oberlandesgerichtsbezirk Braunschweig (15), Oberlandesgerichtsbezirk Breslau (26), Oberlandesgerichtsbezirk Celle (30), Oberlandesgerichtsbezirk Danzig (17), Oberlandesgerichtsbezirk Darmstadt (17), Oberlandesgerichtsbezirk Dresden (33), Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf (43), Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt am Main (23), Oberlandesgerichtsbezirk Ham‧burg (8), Oberlandesgerichtsbezirk Hamm (14), Oberlandesgerichtsbezirk Jena (19), Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe (19), Oberlandesgerichtsbezirk Kassel (19), Oberlandesgerichtsbezirk Kattowitz (20), Oberlandesgerichtsbezirk Kiel (19), Oberlandesgerichtsbezirk Köln (40), Oberlandesgerichtsbezirk Königsberg (24), Oberlandesgerichtsbezirk Leitmeritz (25), Oberlandesgerichtsbezirk Marienwerder (13), Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg (28), Oberlandesgerichtsbezirk Oldenburg (13), Oberlandesgerichtsbezirk Posen (11), Oberlandesgerichtsbezirk Prag (14), Oberlandesgerichtsbezirke Rostock, Schwerin (11), Oberlandesgerichtsbezirk Stettin (18), Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart (21) Oberlandesgerichtsbezirk Zweibrücken (21); Presse und politische Strafsachen 1939-1945 (2), Straf- und Dienststrafverfahren gegen Justizbedienstete 1939-1945 (13), Vorwürfe gegen die Justizverwaltung, v.a. Be‧schwerden und Anträge der NSDAP 1939-1945 (6), Namensverzeichnisse (60), Handakten in Personalangelegenheiten 1934-1945 (18)</p>
                <p>Teil 3: (vormals: ZPA, St 1) 1918-1939:</p>
                <p>Unterlagen zu politischen Strafverfahren, v.a. gegen Mitglieder der Kommunisti‧schen Partei Deutschlands 1918-1939 (123), Lageberichte des Reichskommissars für die Überwachung der öffentlichen Ordnung 1920-1923 (15)</p>
                <p>Teil 4: (vormals: Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot;): Einzelfallakten zu politischen Strafverfahren aus dem Teilbestand &quot;RJM&quot; 1933-1945 (11.402), diverse Strafverfahrensakten 1933-1945 (11.425)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 3002 Reichsgericht</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Deutsche Justiz, Rechtspflege und Rechtspolitik. Amtliches Blatt der Deutschen Rechtspflege, 1933-1945</p>
                <p>Handbuch der Justizverwaltung, bearb. im Büro des Reichsjustizministeriums, Berlin 1942</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Sauer, Franz: Das Reichsjustizministerium, Berlin 1939; Vom Reichsjustizamt zum Bundesministerium der Justiz, hg. v. Bundesministerium der Justiz, Köln 1977; Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 179-183; Teil 2, München 1995, S. 139</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Nach Vereinheitlichung der Gerichtsorganisation und des Verfahrensrechts der Länder zum 1. Januar 1877 Verselbständigung der Rechtsabteilung des Reichskanzleramtes als Reichsju‧stizamt (seit 1919 Reichsjustizministerium); 22. Oktober 1934 Vereinigung mit dem preußischen Justizministerium; 1934/35 Übernahme der Landesjustizverwaltungen</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgericht</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>12136 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Generalakten: Eröffnung und Zuständigkeit des Bundes-/Reichsoberhandelsgerichts 1870-1879 (3), Besetzung des Reichsgerichts und der Reichsanwaltschaft 1870-1936 (24), Rechtsanwälte beim Reichsgericht 1870-1936 (13), mittlere, Kanzlei- und untere Beamte des Reichsgerichts 1869-1936 (34), Ordensverleihungen 1872-1922 (4), Geschäftsverwaltung und Dienstbetrieb 1870-1943 (70), Etats-, Kassen- und Kostenwesen 1870-1936 (34), Steuer- und Versicherungsangelegenheiten der Beamten und Angestellten 1878-1923 (11), andere Reichsbehörden 1905-1942 (5), Gesetzgebung und Rechtsauslegung in anderen Staaten 1870-1879 (5), einzelne Rechtsgebiete 1871-1943 (25), einzelne Gerichtsverfahren 1920-1935 (11), Reform des Zivil- und Strafprozessrechts 1881-1924 (5), Materialien der Strafrechtskommission und des Bürgerlichen Gesetzbuches 1893-1936 (36), Schiedsgerichte 1919-1932 (5), Ge‧schäftsbereiche des I., II., IV., V., VI., VII. und VIII. Zivilsenats 1879-1945 (85), Geschäftsbe‧reich des V. Strafsenats 1925-1942 (4), Auflösung des Reichsgerichts 1946-1949 (4), Akten-Abga‧beverzeichnisse der Oberlandesgerichte und des Kammergerichts für Revisionsverfahren in Zivilsachen 1910-1945 (244), Personalakten o.Dat. (1.121), Bauakten 1884-1926 (138)</p>
                <p>Bibliothek: Direktion 1860-1945 (9), Verwaltung und Dienstbetrieb 1876-1945 (26), Verfü‧gungen und Geschäftsverteilungspläne 1879-1941 (10), Bibliotheksverzeichnisse 1879-1946 (17), Etatswesen 1892-1937 (3), Geschäftsverkehr mit anderen Behörden 1901-1948 (5), Geschäftsverkehr mit Buchbindern und Buchhändlern 1879-1937 (11), Verhandlungen mit Behörden, Vereinen und Gemeinschaften 1901-1944 (18), deutsche und internationale Rechtsangelegenheiten 1896-1939 (13), Personalangelegenheiten und Personalakten 1884-1944 (19), Presseangelegenheiten 1883-1943 (13), Bibliotheksbenutzung, Kataloge und Statistiken 1880-1944 (19), Literaturbeschaffung und Bücherschenkungen 1879-1949 (12), Kongresse und Ausstellungen 1926-1939 (2)</p>
                <p>Hauptbüro: Bibliotheksangelegenheiten 1923-1944 (4), Verfügungen und Geschäftsvertei‧lungspläne 1913-1945 (5), internationales Strafrecht 1929-1939 (11), Großer Senat für Straf‧sachen 1918-1939 (7), Arbeitsgemeinschaft für deutsch-polnische und deutsch-österreichi‧sche Rechtsbeziehungen 1932-1939 (3), Dienstjubiläen und Feierlichkeiten 1924-1939 (20), Handakten 1913-1944 (5)</p>
                <p>Prozessakten: Zivilsenate 1900-1945 (45.000), Strafsenate 1906-1945 (45.000), Besonderer Strafsenat 1939-1945 (30), Nichtigkeitsbeschwerden in Strafsachen 1940-1945 (3.800), Ur‧teilssammlung 1900-1945 (40.000)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen (RGZ), Bd. 1-172, Leipzig, Berlin 1880-1944 (Datenbank unter Nationallizenz); Entscheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen (RGSt), Bd. 1-77, Leipzig, Berlin 1880-1944; Bd. 78, Berlin, New York 2008 (Datenbank unter Nationallizenz)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Kaul, Friedrich Karl: Geschichte des Reichsgerichts, Bd. IV: 1933-1945, Glashütten 1971; Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 198-199; Teil 2, München 1995, S. 148-149</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1879 Bildung des Reichsgerichts in Leipzig, hervorgegangen aus dem 1869 errichteten Bun‧desoberhandelsgericht (seit 1871 Reichsoberhandelsgericht); in erster Linie zuständig als erst- und einziginstanzliches Gericht für politische Strafsachen (Hoch- und Landesverrat) bis 1934; zugleich auch letzte Revisionsinstanz in Zivil- und Strafsachen; Reichsschiedsgericht zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen den Bundesstaaten; Disziplinargericht für die Mitglieder des Reichsgerichts sowie als Berufunginstanz der Anwaltskammer; 1879 als An‧klagebehörde des Oberreichsanwalts beim Reichsgericht eingerichtet; eigene Bereiche beim Reichsgericht: Bibliothek und Bürodirektor (ab 1919 Hauptbüro); auf der Grundlage der Verfassung von 1919 Erweiterung der Kompetenzen: Verfolgung von Kriegs‧verbrechen im Ersten Weltkrieg, Schlichtung von Streitfällen zwischen dem Reich und den Ländern, Rechtsprechung in gegen die Verfassung der Weimarer Republik gerichteten politischen Strafsachen sowie Revisionsinstanz gegen Berufungsurteile der Landesarbeitsgerichte (Reichsarbeitsgericht); durch Errichtung des Volksgerichtshofes (1934) sowie der Behörde des Oberreichsanwalts beim Volksgerichtshof (1936) Zuständigkeit des Reichsgerichts in politischen Strafsachen außerordentlich eingeschränkt; seit 1940 konnte der Oberreichsan‧walt beim Reichsgericht gegen alle von unteren Gerichten erlassene Strafurteile die Nichtig‧keitsbeschwerde beim Besonderen Strafsenat (1940-1945) einlegen und eine Art Revisions‧verhandlung herbeiführen</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberreichsanwalt beim Reichsgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1879-01-01/1945-12-31">1879-1945</unitdate>
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                  <extent>29890 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.03):</p>
                <p>Gesetzentwürfe, Geschäftsverteilung sowie Verfügungen und Anordnungen zum Geschäfts‧gang 1879-1926 (34), Statistik der rechtskräftig erledigten Strafsachen 1882-1925 (2), Revi‧sion in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten 1901-1926 (1), Disziplinarsachen gegen Rechtsan‧wälte 1880-1923 (2), in erster und letzter Instanz beim Reichsgericht zur Verhandlung kom‧mende Strafsachen 1918-1919 (1), Strafverfahren wegen Landesverrats 1913-1928 (3), Hochverrat in der Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik 1920-1923 (2), sozialistisch-anarchistische Bewegung 1886-1890 (1), Gesetz zur Verfolgung von Kriegsverbrechen und Kriegsvergehen 1919-1926 (4), Berichte der Untersuchungskommission und Kriegsverbrecherprozesse 1914-1928 (12), von auslän‧dischen Gerichten im Abwesenheitsverfahren verurteilte Deutsche 1919-1925 (1), Bestim‧mungen über die Behandlung von Kriegsgefangenen 1915-1920 (1), völkerrechtswidriges Verhalten der Entente 1920-1924 (2), militärische Operationen, Plünderungen und Deporta‧tionen in okkupierten Gebieten 1914-1921 (6), grundlegende Befehle zum U-Boot-Krieg 1915-1923 (2), Kriegsverbrechen und Militärsachen 1920-1922 (2), Errichtung und Ge‧schäftsordnung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik 1922-1928 (11), Separa‧tistenbewegung in der Pfalz, im Rheinland und an der Ruhr 1923-1931 (7), Überblick über die polnische Presse 1924-1926 (3), Oberreichsanwalt und Mitglieder der Reichsanwaltschaft 1886-1926 (9), Personalien der Büro- und Kanzleibeamten 1889-1925 (7), Erlasse der ober‧sten Reichsbehörden 1893-1918 (5), Grundstücke und Gebäude des Reichsgerichts 1941-1945 (1), widersprüchliche Entscheidungen und Rechtsansichten verschiedener Strafsenate des Reichsgerichts 1907-1926 (1), Revisionssachen der Abteilungen 1D und 4D 1930-1943 (2), Untersuchungsrichter und Strafvollstreckungslisten der Reichsanwaltschaft 1928-1935 (6), Strafverfahrensrecht und Gerichtsverfassungsgesetz 1932-1935 (1), Urteilssammlungen v.a. zum Hoch- und Landesverrat 1881-1934 (4), Fall Kampfe 1936 (1), Dienststrafverfahren gegen den Landgerichtspräsidenten Dr. Hösch in Nürnberg 1940 (1), Verbot der in München erscheinenden &quot;Allgemeinen Rundschau&quot; 1932 (1), an die Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof abgegebene Akten in Hoch- und Landesverrats‧verfahren 1935-1942 (3), Deckadressen des französischen Nachrichtendienstes 1933 (1), Handakten zu Verfahren gegen Kommunisten 1912-1934 (3), Zeitungsausschnitte, Berichte der Landespolizeiämter und Denkschriften zur kommunistischen Umsturzbewegung in Deutschland 1921-1933 (10), Proletarische Esperanto-Bewegung 1929-1930 (1), Aufführung des Theaterstücks &quot;Giftgas über Berlin&quot; in Berlin 1929 (1)</p>
                <p>Politische Strafverfahren der Geschäftsstellen (Abteilungen) aJ und bJ wegen Kriegsverbre‧chen 1920-1923, politische Strafverfahren der Geschäftsstellen (Abteilungen) 6J, 7J und 11J, v.a. wegen Spionage und Landesverrats 1921-1934, politische Strafverfahren der Geschäftsstellen (Abteilungen) 8J, 9J, 13J, 14aJ, 14bJ, 15J, 16J und 17J, v.a. we‧gen Hochverrats (Linksparteien) 1932-1934, politische Strafverfahren der Geschäftsstelle (Abteilung) 12J, v.a. wegen Hochverrats (Rechtsparteien) 1922-1933, politische Strafverfahren der Geschäftsstelle (Abteilung) 14J, v.a. gegen Separatisten und Sonderbündler 1924-1933, diverse politische Strafverfahren (C.-Sachen), v.a. wegen Spionage sowie Hoch- und Landesverrats 1879-1921 (insgesamt ca. 21.000); Reichs‧tagsbrandprozess 1933-1935 (48), beschlagnahmte und eingezogene Druckschriften, v.a. Broschüren und Zeitungen 1879-1935 (2.500), Akten und Dokumente zur Internationalen Roten Hilfe (IRH) und Roten Hilfe Deutschlands (RHD) sowie Strafverfahren gegen den Lei‧ter der Mitteleuropäischen Vertretung (MEV) Eugen Schönhaar 1924-1930 (36)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: ZPA, St 2):</p>
                <p>Politische Strafverfahren aus den Sammlungen des ehemaligen Zentralen Parteiarchivs der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, v.a. gegen Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands sowie Redak‧teure und Journalisten kommunistischer Zeitungen und Verlage 1907-1939 (308), Reichs‧tagsbrandprozess 1933-1935 (278)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 199; Teil 2, München 1995, S. 148-149</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit der Ausweitung der Zuständigkeit des Reiches auf straf- und prozessrechtliche Angele‧genheiten 1879 beim Reichsgericht als Reichsanwaltschaft errichtet; wirkte als Revisionsin‧stanz des Reichsgerichts vor allem bei Strafverfahren mit, jedoch ohne eigene Registratur‧bildung; Anklagebehörde im ersten und letzten Rechtszuge für die Strafverfolgung von Hoch- und Landesverrat; die Akten dieser von bestimmten Strafsenaten des Reichsgerichts und vom Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik entschiedenen Verfahren gelangten in die Registratur des Oberreichsanwalts</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prisengerichte</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1913-01-01/1945-12-31">1913-1923, 1936-1945</unitdate>
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                  <extent>627 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschiedsgericht zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen den Bundesstaaten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1877-01-01/1939-12-31">1877-1939</unitdate>
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                  <extent>38 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>625 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.09):</p>
                <p>Organisation, Verwaltung und Geschäftsverteilung 1922-1926 (16), Beschwerden gegen Verbote von überwiegend deutschnationalen und deutschvölkischen Vereinen, Verbänden, Organisationen und Parteien sowie von Zeitungen und Zeitschriften 1922-1925 (203), Beschwer‧den gegen Schutzhaftsachen und Verbote von Zeitungen 1922-1926 (103), Beschwerden gegen Verbote und Auflösung des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten 1922-1935 (11), Be‧schwerden überwiegend in Schutzhaftsachen 1924-1926 (221), Beschwerden gegen das Verbot von Tages- und Wochenzeitungen 1924-1929 (43)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: ZPA, St 19):</p>
                <p>Verbot von überwiegend kommunistischen Zeitungen und Zeitschriften 1922-1926 (27), Schutzhaft überwiegend gegen Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands, Be‧schwerden und Eingaben der jeweiligen Rechtsanwälte 1923-1925 (7)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik vom 21. Juli 1922 beim Reichsgericht errichtet; zugleich Verfassungs-, Straf- und Verwaltungsgericht; entschied als Verfassungs‧gericht über Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Reich und den Ländern bei beabsichtigter Auflösung von Vereinen, Verbänden und Versammlungen; fungierte als Strafgericht für alle unter das Republikschutzgesetz fallenden Straftaten, wobei die Reichsanwaltschaft Anklage‧behörde war; zugleich Verwaltungsgericht, Beschwerdeinstanz gegen alle auf der Grundlage des Gesetzes zum Schutze der Republik ergangenen Verwaltungsverfügungen der Länder, insbesondere gegen die Verbote von Parteien, Vereinen und sonstigen Organisatio‧nen sowie von Zeitungen und Zeitschriften</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 60 I</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">30.16</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Volksgerichtshof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>918 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.16):</p>
                <p>Verfassung und Verwaltung: Gliederungen und angeschlossene Verbände der NSDAP, Deutsche Arbeitsfront 1939-1944 (1), Parteigerichtsbarkeit der NSDAP 1935-1943 (1), Staatsbürgerrecht im Allgemeinen, v.a. Orden und Ehrenzeichen 1934-1945 (3), rassenpolitische Veröffentlichungen 1935-1944 (1), Reichsarbeitsdienst 1941-1942 (1), Verfügungen, Verordnungen und Rundschreiben 1934-1943 (5), Einladungen zu behördli‧chen Veranstaltungen und Tagungen 1934-1945 (7), Beisetzung des Oberreichsanwalts Pa‧rey und des Staatsanwalts Dr. Geipel 1938 (1), Beileidsschreiben, v.a. zum Tode des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich und des Reichsjustizministers Dr. Thierack 1941-1945 (1), Gedächtnistage, Einweihung von Gebäuden und sonstige Feierlichkeiten 1941-1945 (1), Dienstbetrieb, Geschäftsverteilung und Unterrichtung der Öffentlichkeit durch Presse und Rundfunk 1934-1945 (12)</p>
                <p>Beamtenangelegenheiten im Allgemeinen sowie Fachschaftsgruppe Volksgerichtshof, v.a. Ernennung, Versetzung und Beförderung von Beamten beim Volksgerichtshof 1934-1945 (43), Dienstreisen und Reisekosten 1944-1945 (2), Angestellte und Arbeiter beim Volksgerichtshof 1934-1945 (6)</p>
                <p>Zivilrecht und Zivilrechtsgang, einschließlich Gerichtsverfassung 1934-1945 (18), Strafrecht, Strafverfahrensrecht, Strafvollzug und Polizei, einschließlich Strafprozessordnung 1934-1945 (17), Hauptverhandlung, Urteil nebst Tenor 1941-1945 (3), Strafrechtspflege gegen Ju‧gendliche 1943-1944 (1), Kosten der Strafrechtspflege 1935-1943 (2), Strafvollstreckung im Allgemeinen, Strafvollstreckungsordnung und Strafvollzug 1935-1945 (5), Vollzug der Todes‧strafe 1935-1945 (3), Vollzugsordnung und Vollzugsanstalten 1936-1945 (6), Polizei und Schutzhaft 1937-1942 (1), Pass-und Meldewesen 1939-1944 (1)</p>
                <p>Öffentliche Sammlungen, Sammlungsgesetz 1936-1945 (1), Haushaltsrecht und Reichshaus‧haltsordnung 1934-1944 (3), Haushalt des Volksgerichtshofs 1934-1945 (19), Justizkassen und Zahlstellen 1934-1945 (11), Akten- und Registraturordnung 1939-1943 (1), Dienstge‧bäude und Unterbringung des Volksgerichtshofs, Grundstücksverwaltung 1934-1945 (48), Bürobedarf und Ausstattung 1934-1945 (7), Bibliothek des Volksgerichtshofs, v.a. Beschaffung von Büchern 1934-1945 (7), Dienstfahrzeuge 1936-1945 (6), Gebühren der Rechtsanwälte 1944-1945 (1)</p>
                <p>Kultur- und Wohlfahrtspflege, v.a. Wissenschaft, Rechtschreibung, Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie Sozialversicherungen 1934-1945 (11), Wirtschaftswerbung, Devisen‧recht, Falschgeld und Bodenrecht 1934-1944 (9), Wehrmacht und auswärtige Angelegen‧heiten, v.a. Volkssturm und Luftschutz 1937-1945 (5), Handakten von Richtern, Staatsanwälten und ehrenamtlichen Beisitzern, v.a. Urteilsauszüge und Einladun‧gen zu Sitzungen 1936-1942 (4), Personalakten 1936-1941 (8)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 60 I):</p>
                <p>Urteile nebst Tenor gegen etwa 1.600 Angeklagte bzw. Verurteilte bei Verfahren, v.a. gegen Protektoratsangehörige, Österreicher, Elsässer und Lothringer, überwiegend aus dem 1. Senat (Vorsitzender der Präsident des Volksgerichtshofes Roland Freisler) 1940-1944 (636)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Verfahrens- und Sachakten (104) sind in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) überliefert (Datenbank)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 226-228; Teil 2, München 1995, S. 176</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch das Gesetz zur Änderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 wurden dem Reichsgericht die bislang von ihm erst- und letztinstanzlich verhandelten politischen Strafsachen, insbesondere Hoch- und Landesverrat, entzogen und dem neu gebildeten Volksgerichtshof übertragen; die auf den Volksgerichtshof bezogenen staatsanwaltschaftlichen Funktionen wurden zunächst von einer in Berlin etablierten Außen‧stelle der Reichsanwaltschaft des Reichsgerichts in Leipzig wahrgenommen; mit Wirkung vom 18. April 1936 fungierte als Anklagebehörde ein eigener Reichsanwalt, ab Dezember 1937 der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof; im Februar 1940 erfuhr der Volksgerichtshof durch Verordnung eine erhebliche Erweiterung seiner Zuständigkeit: Diese erstreckte sich nunmehr auch auf Delikte der Wehrkraftzersetzung, Wehrmittelbeschädigung sowie &quot;Feind‧begünstigung&quot; und Rundfunkvergehen; letzte Verhandlungen fanden noch Ende April 1945 statt</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Keine Kassationen, da große Aktenverluste infolge Kriegseinwirkung. Überlieferungsteil des ehemal. Freienwalderstr. unbewertet überführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Französisches Nationalarchiv, Paris</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3017</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">30.10</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 60 II</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">St 4</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">VGH/Z</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1945-12-31">(1928-1933) 1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>61387 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.17):</p>
                <p>Personalliste der Reichsanwaltschaft beim Volksgerichtshof 1934-1942 (1), Geschäftsvertei‧lungspläne 1937-1943 (1), Behandlung der Hochverratssachen 1942-1945 (1), Regelung von Gnadenangelegenheiten und Gnadenregister der Geschäftsstelle 3J 1935-1944 (2), Vollzug der Todesstrafe 1942-1945 (1), Anweisungen und Verfügungen zum Dienstbetrieb 1934-1944 (4), Tagebuch der Geschäftsstelle 8J 1934-1943 (1), Terminkalender und Register der Geschäftsstelle 9J 1932-1943 (2), Register der Geschäftsstelle 15J 1937-1938 (1), Gnaden‧register und Statistiken der Geschäftsstellen 4J, 6J, 7J, 8J, 9J und 10J (1924-1927) 1938-1945 (6), Untersuchungsgefangene und Anklageschriften der Geschäftsstelle 11J 1936-1944 (2), Strafhäftlinge und vollstreckte Todesurteile der Geschäftsstellen 6J, 7J und 15J 1933-1945 (1), Verzeichnis der im Zuchthaus Waldheim einsitzenden zum Tode Verurteilten 1944-1945 (1), Widerstandsorganisationen im Protektorat Böhmen und Mähren 1944-1945 (1), Überführung von Häftlingen in die Untersuchungshaftanstalt Leipzig 1945 (1), Namensregi‧ster der von anderen Gerichten an den Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof abgegebe‧nen Verfahren 1937 (1), Personalakten 1936-1945 (6), Handakten des Staatsanwalts Dr. Kaven.- Auslegung und Anwendung der Strafbestimmungen in Hoch- und Landesverrats‧sachen 1935-1937 (1), Strafverfahren der Geschäftsstelle 0J 1944 (3), Strafverfahren der Geschäftsstelle 1J 1938-1944 (76), Strafverfahren der Geschäftsstelle 2J 1934-1944 (1.225), Strafverfahren der Geschäftsstelle 3J 1938-1945 (1.419), Strafverfahren der Geschäftsstelle 4J 1934-1945 (1.197), Strafverfahren der Geschäftsstelle 5J 1935-1945 (3.572), Strafverfah‧ren der Geschäftsstelle 6J 1933-1945 (967), Strafverfahren der Geschäftsstelle 7J 1933-1945 (1.030), Strafverfahren der Geschäftsstelle 8J 1934-1945 (740), Strafverfahren der Ge‧schäftsstelle 9J 1933-1945 (761), Strafverfahren der Geschäftsstelle 10J 1938-1944 (595), Strafverfahren der Geschäftsstelle 11J 1933-1945 (868), Strafverfahren der Geschäftsstelle 12J 1939-1944 (93), Strafverfahren der Geschäftsstelle 13J 1933-1945 (43), Strafverfahren der Geschäftsstelle 14J 1932-1942 (870), Strafverfahren der Geschäftsstelle 15J 1932-1937 (1.270), Strafverfahren der Geschäftsstelle 16J 1933-1938 (811), Strafverfahren der Ge‧schäftsstelle 17J 1933-1937 (678)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 60 II):</p>
                <p>Geschäftsverteilung der Oberreichsanwaltschaft und der Senate sowie Register der Ge‧schäftsstelle 9J 1934-1944 (4), Strafverfahren gegen unbekannte Täter und Einzelgänger 1933-1944 (24), Strafverfahren gegen Sozialisten und Mitglieder sozialistisch-kommunisti‧scher Organisationen 1934-1944 (12), Strafverfahren gegen Kommunisten 1934-1945 (104), Strafverfahren gegen Anhänger der &quot;Schwarzen Front&quot; und der &quot;Deutschen Freiheitspartei&quot; 1937-1939 (4), Strafverfahren gegen Geistliche und Angehörige kirchlicher Organisationen 1936-1945 (4), Strafverfahren gegen &quot;Westdeutsche Separatisten&quot; 1940-1943 (3), Strafver‧fahren wegen Beteiligung an der Verschwörung und dem Attentat vom 20. Juli 1944 sowie gegen die Fluchthelfer 1944-1945 (5), Strafverfahren gegen Einwohner Österreichs, mit Südsteier‧mark und Südkärnten 1940-1944 (5), Strafverfahren gegen Einwohner des Protektorats Böhmen und Mähren sowie des Sudetenlands 1939-1944 (20), Strafverfahren gegen Ein‧wohner der eingegliederten und besetzten Ostgebiete, des Generalgouvernements und Loth‧ringens 1939-1945 (5), einzelne Strafverfahren wegen Landesverrats und &quot;Feindbegünstigung&quot; 1934-1944 (9), einzelne Strafverfahren wegen Unterstützung ausländischer Nachrichten‧dienste 1934-1944 (11), Strafverfahren wegen Unterstützung flüchtiger Juden und Kriegs‧gefangener 1942-1944 (4), Strafverfahren wegen Verbreitung ausländischer Flugblätter, Zeitungen und Rundfunkmeldungen 1933-1944 (10), Strafverfahren wegen Sabotage und Wehrmittelbeschädigung 1935-1944 (3), Strafverfahren wegen Wehrkraftzersetzung 1943-1944 (35), einzelne Strafverfahren, v.a. wegen Vorbereitung zum Hoch- und Landesverrat sowie &quot;Feindbegünstigung&quot; 1934-1945 (375)</p>
                <p>Teil 3 (vormals: ZPA, St 4):</p>
                <p>Einzelne Strafverfahren, v.a. gegen kommunistische Reichstags- bzw. Landtagsabgeordnete wegen Vorbereitung zum Hochverrat 1924-1933, 1934-1944 (150)</p>
                <p>Teil 4</p>
                <p>Akten aus den ehemaligen Beständen des Berlin Document Center zu Strafverfahren, v.a. gegen Einwohner des Pro‧tektorats Böhmen und Mähren sowie gegen Deutsche wegen &quot;Feindbegünstigung&quot;, Wehr‧kraftzersetzung und Sabotage 1934-1945 (ca. 20.000)</p>
                <p>Teil 5 (vormals: Berlin Document Center, VGH-Z):</p>
                <p>&quot;VGH Nummern&quot; (sog. &quot;Nummernakten&quot;).- Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof.- Verfahrensakten, u.a. Verfahren gegen Deutsche und Ausländer in Deutschland wegen Spionage gegen das Deutsche Reich o.Dat. (k.A.); &quot;VGH Namen&quot; (sog. &quot;Namensakten&quot;).- Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof.- Verfahren gegen Bewohner der besetzten Gebiete, v.a. des Protektorats Böhmen und Mähren o.Dat. (k.A.); &quot;VGH-Mitteilungsblätter&quot;.- Geschäftsverteilung und Personal des Volksgerichtshofs o.Dat. (1);</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Verfahrensakten (16.385) sind in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) überliefert (Datenbank)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Deutsche Justiz, 1839-1945 (RD 42)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 226-228, Teil 2, S. 176.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit Errichtung des Volksgerichtshofes 1934 wurde als Anklagebehörde in ständiger Vertre‧tung des Leipziger Oberreichsanwalts beim Reichsgericht das Amt des Reichsanwalts, Zweigstelle Berlin, geschaffen, die nach ihrer Verselbständigung im Dezember 1937 Ober‧reichsanwalt beim Volksgerichtshof hieß; die Zuständigkeit wurde nach Kriegsbeginn und insbesondere durch die Verordnung vom 21. Februar 1940 erbeblich erweitert: Neben Straf‧sachen wegen Hoch- und Landesverrats konnte der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof nunmehr auch Anklage wegen Wehrkraftzersetzung und Wehrmittelbeschädigung erheben. Der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof fungierte als Registraturbildner für die vor dem Volksgerichtshof geführten Verfahren</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Nationalsozialistische Justiz</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2174 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                </p>
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            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichspatentamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1877-01-01/1951-12-31">(1877-1918) 1919-1945 (1946-1951)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3667 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>100,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche Charakterisierung</p>
                <p>Generalakten (R 131/1-1205)</p>
                <p>Der Generalaktenbestand gibt einen Einblick in die Tätigkeit des Reichspatentamts, der von erheblichem Wert für die Geschichte der Technik und die Entwicklung des Rechtswesens, insbesondere des gewerblichen Rechtsschutzes in Deutschland, sein dürfte. Hervorhebenswert sind die umfangreiche Sammlung von Gesetzen und Verordnungen zum gewerblichen Rechtsschutz im Ausland sowie die Akten aus der Mitarbeit des Reichspatentamts in der Internationalen Union zum Schutz des gewerblichen Eigentums. Diese Mitarbeit hatte auch das Ziel, die internationalen Abkommen mit den deutschen Gesetzen auf diesem Gebiet zu koordinieren. Nach 1945 hatte das Reichspatentamt noch partiell weiter gearbeitet, was die Fortführung einiger Akten bis 1951 erklärt.</p>
                <p>Überlieferung: (1877-1918) 1919-1945 (1946-1951) (1.171 AE):</p>
                <p>Patente 1877-1949 (187), Gebrauchs- und Geschmacksmuster 1877-1945 (24), Warenzei‧chen 1894-1945 (65), Patentklasseneinteilung 1882-1944 (9), Abteilungsmitgliedersitzungen und -entscheidungen 1877-1945 (30), Post- und Fernmeldewesen, Auslegestellen 1879-1946 (28), Annahme und Anmeldung 1877-1945 (21), Veröffentlichungen 1878-1949 (47), Zivilgerichtsbarkeit und Rechtsauskünfte 1879-1944 (13), Dienstbetrieb, Aktenführung und Präsidialverfügungen 1877-1948 (76), kriegsbedingte Maßnahmen auf dem Gebiet des ge‧werblichen Rechtsschutzes 1914-1948 (49), Zusammenarbeit mit Ingenieur- und Erfinder‧verbänden 1911-1951 (11), gewerblicher Rechtsschutz im Ausland 1878-1944 (13), ein‧zel‧ne Länder 1877-1944 (425), internationale Zusammenschlüsse, Abkommen und Kongresse 1878-1944 (57), Patentanwaltsgesetz, Patentanwaltskammer 1933-1949 (5), Eintragung und Löschung als Patentanwalt 1900-1948 (34), Ausbildung und Prüfung, Berufsausübung und Ehrengerichtsbarkeit 1900-1950 (41), Patentanwaltswesen im Ausland 1894-1949 (36)</p>
                <p>Findmittel: BASYS</p>
                <p>Vergeltungsakten (R 131/1001-10346)</p>
                <p>Die 1973 ins Bundesarchiv gelangten Akten dokumentieren die Behandlung von Anträgen einzelner Firmen auf die Erteilung von Ausübungsrechten gemäß der Verordnung über gewerbliche Schutzrechte britischer Staatsangehöriger vom 26. Februar 1940 (RGBl I S. 424), der Verordnung über Urheberrechte britischer Staatsangehöriger vom 1. Juli 1940 (RGBl I S. 947) sowie der Verordnung über gewerbliche Schutzrechte und Urheberrechte von Angehörigen der Vereinigten Staaten von Amerika vom 22. Dezember 1942 (RGBl I S. 737). Die für archivwürdig befundenen Vergeltungsakten besitzen somit einen gewissen Aussagewert über das Verhältnis Deutschlands zu den USA und Großbritannien, wenn auch beschränkt auf den gewerblichen Rechtsschutz während des Zweiten Weltkriegs. Darüber hinaus ist zu erkennen, auf welchen Gebieten Erfindungen als kriegswichtig und als zur Wahrung allgemeiner Belange notwendig angesehen wurden.</p>
                <p>Die in den Jahren 2008-2010 nacherschlossenen Unterlagen behandeln vor allem deutsche Reichspatente, die Urheberrechte für künstlerische Werke, deutsche Warenzeichen und österreichische Marken.</p>
                <p>Überlieferung: 1940-1945 (345 AE):</p>
                <p>Erteilte Ausübungsrechte: deutsche Reichspatente 1940-1945 (4), Patentanmeldungen 1941 (1), österreichische Patente 1940-1944 (1), Patente Protektorat Böhmen und Mähren 1940-1945 (2), deutsche Gebrauchsmuster 1940-1941 (1), deutsche Warenzeichen 1940-1942 (2), Warenzeichen Protektorat Böhmen und Mähren 1941-1942 (1), Urheberrechte für künstlerische Werke 1941-1945 (7); nicht erteilte Ausübungsrechte: deutsche Reichspatente 1940-1945 (175), Patentanmeldungen 1940-1944 (14), deutsche Gebrauchsmuster 1940-1941 (1), deutsche Warenzeichen 1940-1945 (44), österreichische Marken 1940-1945 (19), Urheberrechte für künstlerische Werke 1940-1945 (73)</p>
                <p>Findmittel: BASYS (Online-Findbuch)</p>
                <p>Patentanmeldungen</p>
                <p>a) R 131/EC 3317 - EC 4316</p>
                <p>Auf den Mikrofilmen jener Unterlagen, deren Originale sich bis heute in der &quot;National Lending Library for Science and Technology&quot; in Boston Spa befinden, sind aneinander gereiht einzelne Patentanmeldungen mit den dazugehörigen Erläuterungen zu finden. Sie erstrecken sich über den Zeitraum 1941-1945. Bearbeitungsvermerke oder Schreiben des Reichspatentamts sind selten vorhanden. Lediglich Hinweise auf Druckschriften, die zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenstands in Betracht gezogen wurden, tauchen hin und wieder auf.</p>
                <p>Diese Unterlagen stammen aus Verfahren, die wegen des Kriegsgeschehens nicht zu Ende geführt werden konnten und zu denen keine Patente mehr erteilt wurden. Dennoch geben sie einen Einblick in die Anstrengungen und Errungenschaften deutscher Erfinder und Unternehmen in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs. Man erkennt teilweise, welche gewerblichen und industriellen Zweige infolge der kriegsbedingten Probleme zurückgestellt werden mussten. Der technikgeschichtliche Wert der Unterlagen dürfte nicht unerheblich sein.</p>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>Patentanmeldeakten 1941-1945 (999 Mikrofilme)</p>
                <p>Findmittel: Findbuch (1984)</p>
                <p>b) R 131/10347-10670, 11287-11292</p>
                <p>Die über das Zentrale Staatsarchiv der DDR überlieferten Unterlagen beziehen sich vornehmlich auf Erfindungen, die mit dem Wirtschaftsbereich des Bergbaus zu tun haben. Es handelt sich um in ihrer Struktur gleichförmige Einzelfall-Vorgänge, denen in der Regel allerdings die Anlagen abhanden gekommen sind, die zur Erteilung von Patenten herangezogen werden mussten. Ein Teil dieser Anlagen sind vermutlich die als &quot;Hilfsmittel&quot; verzeichneten fremdsprachigen Unterlagen. Da die registraturmäßige Ordnung dieses Überlieferungsteils vollkommen zerstört vorgefunden wurde und die verbliebenen Unterlagen zu wenige Geschäftsgangsvermerke tragen, war eine Rekonstruktion der ursprünglichen Vorgänge leider nicht möglich.</p>
                <p>Überlieferung: (1877-1918) 1919-1945 (314 AE):</p>
                <p>Patentanmeldungen (249): Deutsches Reich 1878-1945 (211), Großbritannien 1883-1942 (6), Belgien 1905-1944 (2), Frankreich 1881-1937 (4), Niederlande 1915-1939 (2), Österreich 1897-1945 (2), Ungarn 1902-1945 (4), USA 1880-1939 (8), andere Länder 1888-1942 (10); Gebrauchsmuster (12): Deutsches Reich 1913-1939 (11), Ausland 1927-1936 (1); ungültige Patente (7): Deutsches Reich 1877-1941 (4), Ausland: Frankreich 1905-1927 (2), andere Länder 1905-1929 (1); Hilfsmittel (46): Großbritannien 1877-1937 (12), Frankreich 1907-1937 (11), USA 1875-1938 (20), andere Länder 1894-1939 (3)</p>
                <p>Findmittel: BASYS (Online-Findbuch)</p>
                <p>Personalakten (R 131/1698-2853, 10672-11306)</p>
                <p>Der Teilbestand umfasst Personalakten von Mitarbeitern des Reichspatentamts sowie von Patentanwälten. Bei den Akten R 131/1698-2720 handelt es sich um eine Abgabe des Deutschen Patentamts München aus dem Jahr 1980, bei R 131/2730-2758 um eine Abgabe des Jahres 1981. Weitere, umfangreiche Abgaben (R 131/10672-11306) stammen aus dem Jahr 2004. Zu den Patentanwälten zählen 84 jüdische Anwälte, denen man ihrer Abstammung wegen die Zulassung entzogen hatte und die entsprechend 1933 bzw. 1938 aus der im Patentamt geführten Anwaltsliste gelöscht worden waren (R 131/2760-2853). Die zugehörigen 94 Akten wurden 1995 vom Deutschen Patentamt übernommen.</p>
                <p>Generell wurden zu den Patentanwälten im Reichspatentamt Akten angelegt, sobald diese sich um eine Zulassung bemühten. Dokumentiert sind in diesen Akten die jeweiligen Lebensläufe und Ausbildungsgänge, die schriftlichen und mündlichen Prüfungen, die für die Zulassuzng als Patentanwalt erforderlich waren, die Eröffnung von Anwaltsbüros und die Eintragung ihrer Inhaber in die Liste der Paqtentanwälte. Für die Zeit des Dritten Reichs sind ferner belegt die Durchführung der Abstammungsnachweise, die für die jüdischen Anwälte im Berufsverbot mündeten, sowie auch die Verpflichtung von Anwälten zur Arbeit in kriegswichtigen Betrieben und die finanziellen Notlagen während des Zweiten Weltkrieges.</p>
                <p>Bei den Akten R 131/2720-2758 handelt es sich vornehmlich um Vorakten jener Institutionen, in denen spätere Mitarbeiter des Reichspatentamts vordem tätig gewesen waren. R 131/11196-11241 umfassen ausnahmslos Verfahrensakten des Ehrengerichtshofs für Patentanwälte. Den zugehörigen Personalakten sind sie in Serien zugeordnet. Bei den Akten R 131/11242-11272 handelt es sich um reine Personalakten von Mitarbeitern des Patentamts, wohingegen R 131/11273-11286 Akten von Patentbüros sind, die sinngemäß - da inhabergeführt - den Personalakten des Bestands zugeordnet wurden.</p>
                <p>Überlieferung: (1877-1918) 1919-1945 (1.883 AE)</p>
                <p>Findmittel: BASYS</p>
                <p>Umfang:</p>
                <p>Gesamt: 4702 AE = 3721 AE und 999 Mikrofilme</p>
                <p>Generalakten: 44,9 lfm - 1.171 AE (R 131/1-1205)</p>
                <p>Vergeltungsakten: 3,7 lfm - 345 AE (R 131/10001-10346)</p>
                <p>Patentanmeldungen:</p>
                <p>314 AE (R 131/10347-10670) und</p>
                <p>999 Mikrofilmrollen (R 131/EC 3317-EC 4316)</p>
                <p>Personalakten:</p>
                <p>1.883 AE (R 131/1698-2853, 10672-11306)</p>
                <p>Gesamtlaufzeit des Bestands: (1877-1918) 1919-1945 (1946-1951)</p>
                <p>Teilbestände:</p>
                <p>Generalakten: (1877-1918) 1919-1945 (1946-1951)</p>
                <p>Vergeltungsakten: 1940-1945</p>
                <p>Patentanmeldungsakten:</p>
                <p>Filme 1941-1945</p>
                <p>Akten (1877-1918) 1919-1945</p>
                <p>Personalakten: (1877-1918) 1919-1945</p>
                <p>Erschließungszustand (Überblick):</p>
                <p>Generalakten: BASYS</p>
                <p>Patentanmeldungsakten: Findbuch (1984) zu den Filmen, BASYS (Online-Findbuch) zu den nicht verfilmten Akten</p>
                <p>Vergeltungsakten: BASYS (Online-Findbuch)</p>
                <p>Personalakten: BASYS</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Wie andere Dienststellen der Verwaltung auch lagerte das in der Gitschiner Straße 97-103 in Berlin ansässige Reichspatentamt einen großen Teil seiner Unterlagen während des Zweiten Weltkriegs an Ausweichstandorte aus. Ab 1943 gelangten die Geheimsachen, das gesamte Prüfungsmaterial, die Akten der 21 Patentabteilungen sowie fast alle Unterlagen über noch schwebende Patentanmeldungen (ca. 180.000 Patenterteilungsakten der ersten Instanz) nach Schlesien, in ein leerstehendes Zuchthaus in Striegau und in den Ort Jauer.</p>
                <p>Die Geheimsachen über Patentanmeldungen, geheime Gebrauchsmuster, erteilte und Sonderpatente wurden im Januar 1945 wieder nach Berlin und im Februar 1945 in ein verlassenes Kalibergwerk in Heringen (Werra) gebracht. Dorthin verlegte man auch die Personalakten sowie einen Großteil der Bibliotheksbestände des Reichspatentamts (ca. 300.000 Bände) und das &quot;Index&quot; genannte Patentregister seit 1939 - mit Ausnahme des Buchstaben R, dessen Register in Striegau verblieb.</p>
                <p>Striegau wurde am 10. Februar 1945 von sowjetischen Truppen besetzt, die das Zuchthaus sprengten. Das gesamte Prüfungsmaterial, die Akten von 18 Patentabteilungen sowie das Patentregister für den Buchstaben R fielen den Flammen zum Opfer. Die nach der Rückeroberung der Stadt durch deutsche Truppen geborgenen Reste verbrachte man nach Heringen. Das Prüfungsmaterial und die Akten der drei restlichen Patentabteilungen, die zuvor in Jauer aufbewahrt worden waren, verlagerte man nach Eger und von dort aus später nach Lichtenfels. Andere Teile, vor allem Bücher und Prüfungsmaterial, flüchtete man im März 1945 von Striegau aus in eine Försterei in Bayerisch-Eisenstein. Diese Unterlagen überdauerten die Wirren der letzten Kriegstage. Das Schicksal der nach Jauer verlagerten Schriftgutbestände ist indes ungewiss.</p>
                <p>Von den in Berlin verbliebenen Unterlagen, v.a. Patenterteilungsakten der zweiten Instanz, d.h. Beschwerde- und Nichtigkeitsverfahren, sowie Akten über Gebrauchsmuster- und Warenzeichenverfahren, fielen große Teile den Kriegseinwirkungen in den letzten Monaten des Krieges zum Opfer. Durch Bomben zerstört wurden fast sämtliche Warenzeichenakten (ca. 520.000), Unterlagen über die in Deutschland geschützten, international registrierten Marken, fast sämtliche Gebrauchsmusterakten (ca. 160.000) sowie viele Verwaltungsakten. Vollständig zerstört wurden insbesondere die Sachakten der Personalverwaltung. Erhalten blieben vor allem die Patent-, Gebrauchsmuster- und Warenzeichen-Rollen.</p>
                <p>Von den sowjetischen Truppen wurden nach ihrem Einmarsch in Berlin am 27. Mai 1945 Patentanmeldungen, die sich im Beschwerdeverfahren befanden (ca. 2.787), Akten über erteilte Patente, von denen noch keine gedruckten Patentschriften vorlagen (ca. 150.000), eine Sammlung der deutschen Patentschriften (ca. 14.000 Bände), Teile der Büchereibestände über wichtige technische Probleme, sämtliche Dissertationen sowie ein Teil der Verwaltungsakten beschlagnahmt und teilweise weggeführt.</p>
                <p>Als nicht wichtig sah man offenbar die noch nicht bearbeiteten ca. 150.000 Patentanmeldungen an, da von diesen nur Durchschläge vorzufinden waren; die Originale waren in Striegau verbrannt. Die nicht von der UdSSR beschlagnahmten Unterlagen blieben in der Dienststelle Berlin, darunter auch Verwaltungsakten über Rechtssachen, das Patentanwaltswesen, Haushalts- und Kassensachen, und wurden später der Außenstelle Berlin des Deutschen Patentamts übergeben.</p>
                <p>Nicht mehr im laufenden Geschäftsbetrieb benötigte Unterlagen hatte das Reichspatentamt bereits ans Reichsarchiv auf dem Brauhausberg in Potsdam abgegeben. Dieser Schriftgutbestand wurde im April 1945 zerstört, als das Reichsarchiv nach Bombenabwürfen brannte.</p>
                <p>Nach dem Einmarsch der Westalliierten in Berlin fand sich die dortige Dienststelle des Reichspatentamts im US-amerikanisch besetzten Sektor der Stadt wieder. Von deren noch vorhandenen, unzerstört gebliebenen Unterlagen, darunter vor allem von den Patentanmeldungen, fertigte die amerikanische &quot;Organization Field Information Agency Technical&quot; (FIAT) Mikrofilme, die in die USA gebracht wurden. Das &quot;British Intelligence Objective Sub-Committee&quot; (BIOS) erstellte Auszüge aus den Patentakten, die in 22 Bänden zusammengefasst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.</p>
                <p>Im Schacht Heringen hatten SD-Angehörige vor der Besetzung durch US-amerikanische Truppen wichtige Patente und Geheimakten (zu 95 Prozent) sowie Personalakten vernichtet. Ein großer Teil der dort verbliebenen Unterlagen, darunter ein Teil noch nicht bearbeiteter geheimer Anmeldungen und die geheime Patentrolle, wie auch der in Lichtenfels und in Bayerisch-Eisenstein sichergestellten Akten, wurde in die USA abtransportiert, unter anderem in das Aktendepot der US Army in Alexandria bei Washington.</p>
                <p>Das Patentamt erhielt im Juli 1945 die Erlaubnis, seine Tätigkeit wieder aufzunehmen. Als Amt für Bodenforschung wurde es mit Unterstützung der Regierung in Kassel an das Geologische Institut der Universität Marburg verlegt. Seine Akten lagerte man in der Grube Beilstein bei Oberscheld ein. Im Januar 1946 erfolgte die Abtrennung der für die Arbeit im großhessischen Raum benötigten von den die sowjetisch besetzten Gebiete betreffenden Unterlagen. Derart gelangte nach Beilstein das für die Provinzen Schleswig-Holstein, Hannover, Oldenburg, Braunschweig, Westfalen, das Rheinland und Süddeutschland relevante Material.</p>
                <p>Dem 1949 in München neu eröffneten Deutschen Patentamt übergaben die USA die Bibliothek des Reichspatentamts im Umfang von ca. 350.000 Bänden sowie Fotokopien beschlagnahmter Akten.</p>
                <p>Das in die USA verbrachte Schriftgut des Reichspatentamts wurde in den 1950er und 60er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland zurückgeführt. Größtenteils gelangte das Schriftgut direkt ins Deutsche Patentamt nach München, darunter auch vor der Zerstörung im Schacht Heringen gerettete Personalakten.</p>
                <p>Die ehemalige Außenstelle des Reichspatentamts in Berlin nahm zu Anfang der 1950er Jahre ihre Arbeit offiziell wieder auf. Diese Treuhandstelle Reichspatentamt - Informationsamt für gewerbliche Schutzrechte wurde 1968 als Dienststelle Berlin in das Deutsche Patentamt übernommen.</p>
                <p>Die in Alexandria zur Record Group 1016 gehörigen Akten des Reichspatentamts (112 Kartons) wurden 1959 an das Bundesarchiv zurückgegeben, das sie im selben Jahr nach München abgab.</p>
                <p>Zu den von der Sowjetunion zurückbehaltenen Teilen der Überlieferung des Reichspatentamts gehören 132 Akten, die in den 1960er Jahren von der Geheimen Abteilung des Ministeriums für Landwirtschaft der UdSSR in das sog. &quot;Sonderarchiv&quot; überführt wurden. Diese ausschließlich das Fachgebiet Landwirtschaft betreffenden Akten erstrecken sich über die Laufzeit 1935-1942 und sind in einem russischsprachigen Findbuch erschlossen. Sie befinden sich noch heute in dem zur Aufbewahrung von &quot;Beuteakten&quot; bestimmten Archiv, das heute dem Russländischen Zentralen Staatlichen Militärarchiv untersteht (siehe www.sonderarchiv.de).</p>
                <p>Generalakten (R 131/1-1205)</p>
                <p>Die Generalakten des Reichspatentamts wurden von den Westalliierten direkt in das Deutsche Patentamt überführt. 1972 gab sie die Dienststelle Berlin des Patentamts an das Bundesarchiv ab (Zugang Nr. I 77/72).</p>
                <p>Patentanmeldungsakten (R 131/EC 3317 - EC 4316, 10347-10670, 11287-11292)</p>
                <p>Bis zum Kriegsende konnten nicht mehr alle Anmeldungen beim Reichspatentamt bearbeitet werden. Die Patentakten aus den Fällen, in denen wegen der Kriegsereignisse in den Jahren 1944-1945 kein Patent mehr erteilt werden konnte und die nicht bekannt gegeben worden waren, wurden zwischen 1945 und 1947 zusammen mit anderen Unterlagen technischer und wissenschaftlicher Art von zunächst militärischen, dann zivilen &quot;Investigating Teams&quot; der Briten und US-Amerikaner beschlagnahmt. Entscheidend für die Auswahl des Materials war das Interesse der britischen und US-amerikanischen Industrie an Fertigungsverfahren der deutschen Kriegswirtschaft.</p>
                <p>Fachleute beider Seiten arbeiteten anhand der Akten Forschungsberichte, sog. &quot;Reports&quot;, über einzelne Firmen oder Produktionssparten sowie kurze Inhaltsbeschreibungen, sog. &quot;Summaries&quot;, aus und machten diese der Öffentlichkeit zugänglich.</p>
                <p>Großbritannien veröffentlichte die &quot;British Intelligence Objectives Sub-Committee Overall Reports&quot; (BIOS) und die USA die &quot;Field Information Agency Technical US Group, Control Council for Germany&quot;-Serie (FIAT). Daneben wurde noch gemeinsam die &quot;Combined Intelligence Objectives Sub-Committee&quot;-Serie (CIOS) herausgegeben.</p>
                <p>Die Veröffentlichungen erregten ihrerzeit öffentliches Aufsehen. Der sog. Harmsen-Report übte Kritik an der &quot;Ausbeutung&quot; deutscher Patente seitens der USA und Großbritanniens.</p>
                <p>Auf britischer Seite war zunächst die &quot;German Division&quot; der &quot;Technical Information and Document Unit&quot; (TIDU) beim &quot;Ministry of Economic Warfare&quot; für diese Aktion zuständig. 1946 wurde die TIDU dem &quot;Board of Trade&quot; unterstellt. 1951 kam diese Informations- und Dokumentationsstelle in den Geschäftsbereich des &quot;Department of Scientific and Industrial Research&quot; (DSIR). Bei der Auflösung der TIDU 1957 übertrug man die Verwahrung des deutschen Aktenmaterials der &quot;Lending Library Unit&quot; des DSIR. Infolge Raummangels wurde diese 1961/62 als &quot;National Lending Library for Science and Technology&quot; nach Boston Spa, Yorkshire, verlegt.</p>
                <p>Die Originale der von den Briten ausgewerteten deutschen Patentakten befinden sich noch heute in Boston Spa. Zu Anfang der 1950er Jahre erwarb das Deutsche Patentamt in München Mikrofilme dieses Aktenbestands. Diese 1.000 Mikrofilmrollen kopierte das Bundesarchiv in den Jahren von 1969 bis 1974 auf Sicherheitsfilm um. Diese Filmduplikate bilden einen eigenen Teilbestand innerhalb von R 131.</p>
                <p>Sieben einzelne Patentakten gab das Deutsche Patentamt in München 1972 an das Bundesarchiv ab.</p>
                <p>Im Jahr 1975 wurden 243 sogenannte &quot;Erteilungsakten&quot; des Reichspatentamts mit der Genehmigung des Bundesarchivs in der Dienststelle Berlin des Deutschen Patentamts kassiert.</p>
                <p>Mehrere Kartons mit Patentanmeldungsunterlagen gelangten nach dem Zweiten Weltkrieg in die DDR, vermutlich in das Zentrale Staatsarchiv der DDR (ZStA) in Potsdam, wo sie zunächst wohl nicht weiter bearbeitet, d.h. auch nicht erschlossen wurden. In Ermangelung entsprechender Dokumentation lässt sich der Zeitpunkt, zu dem diese Unterlagen nach Deutschland kamen, nicht näher bestimmen.</p>
                <p>Russischsprachige Vermerke auf einzelnen Dokumenten lassen immerhin darauf schließen, dass diese Unterlagen 1945 von den sowjetischen Besatzungstruppen beschlagnahmt und von Fachleuten gesichtet, vermutlich auch ausgewertet wurden. Ob sie im Zuge der sowjetischen Aktenrückgaben in den 1950er Jahren oder zu einem anderen Zeitpunkt nach Deutschland zurückkehrten, ließ sich bisher leider genauso wenig feststellen.</p>
                <p>Nach der Integration der zentralen Archive der DDR ins Bundesarchiv 1990 wurden diese Unterlagen jedenfalls in die neue Außenstelle des Archivs in Hoppegarten umgelagert. Dort blieben sie bis 2010, als das Archiv Aufräumarbeiten durchführte, weitgehend unbeachtet.</p>
                <p>Vergeltungsakten (R 131/1001-10346)</p>
                <p>Eine wenig umfangreiche Überlieferung an Vergeltungsakten (ca. 420 AE) gelangte im April 1973 durch eine Abgabe (Zugang I 26/73) der Dienststelle Berlin des Deutschen Patentamts ins Bundesarchiv.</p>
                <p>Personalakten (R 131/1698-2853, 10672-11306)</p>
                <p>Das Deutsche Patentamt gab im Jahr 1980 aus seiner Dienststelle in München Personalakten von Beamten des Reichspatentamts ab, die nach dem Krieg noch weiterbeschäftigt worden waren. Die in München gelagerten Akten waren infolge eines Brandschadens bei der zu Kriegsende erfolgten Auslagerung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, zu großen Teilen angesengt bzw. vollständig verbrannt.</p>
                <p>Die Dienststelle München gab im selben Jahr 1980 ferner &quot;Personalakten verschiedener Behörden und Gerichte über Personen, deren Zugehörigkeit zum ehemaligen Kaiserlichen Patentamt/Reichspatentamt nicht festgestellt werden konnte&quot;, ab. Aus seiner Dienststelle in Berlin gab das Deutsche Patentamt 1980 in dreizehn Kartons 859 Personalakten von Angehörigen des Kaiserlichen bzw. des Reichspatentamts ab. Das Bundesministerium der Justiz (BMJ) als vorgesetzte Dienststelle des Bundespatentamts reichte 1980 im Nachgang eine weitere Archivalieneinheit nach (R 131/2720). Aus den für archivwürdig befundenen Akten wurde im Bundesarchiv der Teilbestand &quot;R 131 - Personalakten&quot; gebildet (Signaturen: R 131/1698-2720).</p>
                <p>1981 gab das BMJ weitere 29 Personalakten des Reichspatentamts ab, die dem Bestand beigefügt wurden (R 131/2730-2758). 1995 wurden dem Bundesarchiv vom Deutschen Patentamt, München, 94 Personalakten jüdischer Patentanwälte übergeben (R 131/2760-2853).</p>
                <p>Im März 2004 gab das Bundespatentamt sechs Kartons mit 325 Personalakten von Patentanwälten an das Bundesarchiv ab. Im April desselben Jahres folgten weitere 194 Akten, im Juli drei weitere Kartons. Spätere Nachlieferungen sind nicht im Einzelnen dokumentiert, auch fehlen weitere Abgabeverzeichnisse oder namentliche Auflistungen. Insgesamt handelt es sich um ca. 19 lfm in 38 großen Umzugskartons. Aus dem Bestand 30.12 (Reichsjustizprüfungsamt) des Zentralen Staatsarchivs der DDR in Potsdam wurden 0,57 lfm (3 Archivkartons) mit Fragmenten von Personalakten in den Bestand übernommen (Altsignaturen: 30.12/2296-2895). Diese Unterlagen wie auch weitere 0,14 lfm (ein Archivkarton) an Fragmenten von Personalunterlagen unbekannter Herkunft - inklusive aller &quot;Reste&quot; insgesamt 98 große Umzugskartons an Akten wurden in den Jahren 2014-2016 erschlossen (R 131/10672-11306).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das Schriftgut des Reichspatentamts bildet im Bundesarchiv den Bestand R 131. Für die unterschiedlichen Überlieferungsteile wurden in den 1980er Jahren zunächst jeweils eigenständige Findmittel (maschinenschriftliche Findbücher) angefertigt:</p>
                <p>R 131 - Generalakten</p>
                <p>R 131 - Vergeltungsakten</p>
                <p>R 131 - Patentanmeldungsakten</p>
                <p>R 131 - Personalakten</p>
                <p>In späteren Jahren kamen weitere Personal- und Patentanmeldungsakten hinzu.</p>
                <p>Organisationsunterlagen und Aktenpläne des Reichspatentamts sind nicht vorhanden. Lediglich ein Aktenplan von 1935/36 (vgl. R 131/446) konnte ermittelt werden, der in Anlehnung an den Generalaktenplan des Reichsjustizministeriums nach Haupt- und Untergruppen gegliedert, allem Anschein nach aber nie in Kraft getreten ist.</p>
                <p>Das Fehlen von Aktenplänen bzw. von entsprechend aufschlussreichen sonstigen Nachweisen über die Registraturführung im Reichspatentamt einerseits und das Vorhandensein zahlreicher Akten ohne Aktenzeichen andererseits lassen definitive Aussagen über die Schriftgutverwaltung der Behörde und eine durchweg induktive Klassifikation nicht zu.</p>
                <p>Generalakten (R 131/1-1205)</p>
                <p>Die Aktenverwaltung oblag den einzelnen Registraturen des Reichspatentamts. Vermutlich führten diese - nach dem Muster der Justizverwaltung - jeweils Generalaktenregister, in welche die dort gebildeten Generalakten eingetragen und anhand derer neue Aktenzeichen für neu anfallende Akten vergeben wurden. Es ist auch zu vermuten, dass in einer der Registraturen oder Organisationseinheiten des Hauses ein &quot;vollständiges&quot; Generalaktenregister geführt worden ist.</p>
                <p>Die Vergabe von Aktenzeichen erfolgte offenbar nach Aufgabenbereichen, gekennzeichnet durch römische Ziffern, so z.B. &quot;gen. I&quot; für Patentsachen. Auf der Aktenstufe vergab man arabische Ziffern, so z.B. &quot;gen. I, 1&quot;. In einigen Fällen erfolgte eine weitere Untergliederung des Aktenstoffs durch Anfügen von Kleinbuchstaben an die Grundnummer, so z.B.</p>
                <p>&quot;gen. III, 4 - Zeichen&quot;</p>
                <p>&quot;gen. III, 4 a - Freizeichen&quot;</p>
                <p>&quot;gen. III, 4 b - Wortzeichen&quot;</p>
                <p>&quot;gen. III, 4 c - Wappen&quot;.</p>
                <p>Zahlreichen Generalakten sind Rotuli vorgeheftet, in denen die Schriftstücke vorgangsweise nachgewiesen sind. Nach klassischem Muster wurden im Reichspatentamt zu den Generalakten auch abgeleitete Akten in Form von Specialia und Adhibenda angelegt: Die Kennzeichnung erfolgte durch die bekannten Abkürzungen &quot;spec.&quot; und &quot;adh.&quot;. Die Gliederung des Aktenstoffes in diese Aktenkategorien scheint dem Wortsinn nach fast durchweg logisch durchgeführt worden zu sein.</p>
                <p>Eine erste Bearbeitung der Generalakten nahmen in den Jahren 1984-1985 Dorothe Günthner und Johannes Ganser vor. Bei der Verzeichnung der Akten wurden nicht nur sämtliche Aktenzeichen aufgenommen, sondern auch auf den Aktendeckeln angebrachte Hinweise auf verwandte Aktenzeichen, allerdings nur insoweit, als letztere im Bundesarchiv überliefert sind.</p>
                <p>Der Umstand, dass die Überlieferung des Schriftguts des Reichspatentamts, darunter auch jenes der Generalakten, nur unvollständig in das Bundesarchiv gelangt ist; lässt sich anhand der Klassifikation deutlich ablesen. Die Klassifikation des Bestands konnte nach der vom Reichspatentamt vorgenommenen Gruppierung der Akten nach Aufgabenbereichen (römische Ziffern) und Aktennummern (arabische Ziffern) in aufsteigender Zahlenfolge vorgenommen werden, ausgenommen die ohne Aktenzeichen überlieferten Akten zu den Patentanwälten, die als Gruppe VI angefügt wurden. Die Gesamtklassifikation stellt sich nunmehr folgendermaßen dar:</p>
                <p>I Patente</p>
                <p>II Geschmacks- und Gebrauchsmuster</p>
                <p>III Warenzeichen</p>
                <p>IV Angelegenheiten von Hauptbüro/Präsidialabteilung</p>
                <p>V Gewerblicher Rechtsschutz im Ausland</p>
                <p>VI Patentanwälte.</p>
                <p>Die Klassifizierung der Gruppen I-III und V gestaltete sich dank vorgegebener Aktenzeichen bei der Mehrzahl der Akten nach diesem Raster problemlos. Die ohne Aktenzeichen vorliegenden Akten in den Gruppen I-III konnten relativ leicht nach sachlichem Zusammenhang zugeordnet werden. Eine tiefer gestufte Klassifikation erschien nicht erforderlich.</p>
                <p>In den Gruppen I-III waren die Akten-Nummern ursprünglich wohl so vergeben worden, dass sie den jeweiligen Paragraphen der Patent-, Muster- und Warenzeichengesetze entsprachen. Für diejenigen Akten, die nicht in unmittelbarem Bezug zu Gesetzesparagraphen standen, sind die Aktenzeichen offenbar in fortlaufender nummerischer Abfolge vergeben worden.</p>
                <p>Die Gruppe IV hebt sich gegenüber den übrigen Gruppen insofern ab, als es sich um den schriftlichen Niederschlag übergreifender Tätigkeiten des Hauptbüros bzw. der Präsidialabteilung handelt:</p>
                <p>Regelungen zur Handhabung der Bestimmungen des Patent-, Gebrauchs- und Geschmacksmuster- sowie des Warenzeichenrechts einerseits sowie Regelungen des Dienstbetriebs, Geschäftsgangs, Postverkehrs andererseits. Hier ist - auf Grund der unvollständigen Überlieferung der Akten - eine Aktenordnung ähnlich jener der Gruppen I-III nicht erkennbar.</p>
                <p>Wegen der lückenhaften Überlieferung des Bestands einerseits und fehlender Aktenzeichen andererseits - meist sind nur Spezialia oder Adhibenda vorhanden, während die Generalia fehlen - wurde bei der Klassifikation zwar die Abfolge der Aktenzeichen beibehalten, aber im Unterschied zu den Gruppen I-III und V eine archivische Klassifikation durchgeführt, die eine feiner gestufte Gliederung notwendig machte.</p>
                <p>Die Akten der Gruppe V sind vom Reichspatentamt nach einem Länderalphabet angelegt, die Aktenzeichen auch hier in aufsteigender Zahlenfolge vergeben worden. Die Reihung der Akten nach Aktenzeichen wurde bei der Klassifikation lediglich dadurch unterbrochen, dass die Akten betreffend internationale Zusammenschlüsse, Abkommen und Kongresse, die mitten in der Länderserie angesiedelt worden waren, dort herausgenommen und an den Schluss der Aktengruppe gestellt wurden.</p>
                <p>Angesichts im Laufe der Jahrzehnte geänderter Bezeichnungen einzelner Staatsgebiete (vgl. z.B. Schutzgebiete) ist zur Erleichterung der Benutzung ein geografischer Index gefertigt worden.</p>
                <p>Die ohne Aktenzeichen überlieferten Akten der Gruppe VI wurden nach Sachkomplexen klassifiziert.</p>
                <p>Kassiert wurden im Jahr 1995 die in den Generalakten enthaltenen und Auszüge aus Gesetzes- und Veröffentlichungsblättern sowie bedeutungsloser Schriftwechsel - z.B. über die Verlegung von Sitzungen des Reichspatentamts.</p>
                <p>Das von Dorothe Günthner und Johannes Ganser erarbeitete Findbuch wurde von Frau Schuster geschrieben. Diese Erschließungsdaten wurden nach 2005 retrokonvertiert und können nunmehr im Datenbanksystem des Bundesarchivs (BASYS) über das Recherchesystem INVENIO abgerufen werden.</p>
                <p>Vergeltungsakten (R 131/1001-10346)</p>
                <p>Dorothe Günthner und Johannes Ganser bearbeiteten im April 1984 den ersten Teil der Überlieferung. Von den ursprünglich 376 Bänden (ca. 1,5 Gefach) des ersten Überlieferungsteils wurden 75 Bände als archivwürdig bewertet (R 131/10001-10076). Kassiert wurden insbesondere diejenigen Akten, die aus rein formalen Gründen abgelehnte Anträge nach der Verordnung über die Behandlung feindlichen Vermögens vom 15. Januar 1940 (RGBl I S.191) zum Gegenstand haben.</p>
                <p>Bei Aktengruppen, welche die Bearbeitung von Anträgen einer bestimmten Firma auf die Nutzung von mehreren Patentrechten dokumentieren, die eine andere Firma innehatte, wurde, da ursprünglich für jedes Patent ein einzelner Band angelegt worden war, jeweils nur ein Beispielband aufgehoben.</p>
                <p>Im 1984 entstandenen Findbuch erschlossen wurden der Name des Antragstellers, des Schutzrechtinhabers, die Laufzeit sowie die alten Vergeltungsaktenzeichen. Auf die Nennung der einzelnen Schutzrechtinhalte wurde verzichtet, da sie hinter dem Aspekt der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen des Deutschen Reiches in heutiger Bewertung zurück stehen.</p>
                <p>Die vorgegebene Gliederung in Akten über erteilte und nicht erteilte Ausübungsrechte wurde beibehalten. Diese beiden Gruppen waren wiederum unterteilt in Patente, Gebrauchsmuster, Warenzeichen, Urheberrechte und Patente in einzelnen eingegliederten Gebieten.</p>
                <p>In der zweiten Jahreshälfte 2008 wurde der Bestand einer Revision unterzogen, da Unstimmigkeiten im Signaturensystem aufgetaucht waren. 270 Archivalieneinheiten, die bei Bestandsbereinigungen aufgefunden worden waren, wurden neu verzeichnet (R 131/10077-10346). Der gesamte Überlieferungsteil &quot;Vergeltungsakten&quot;, der nun insgesamt 345 AE umfasst, wurde eingemappt und vollständig neu signiert.</p>
                <p>Kassationen wurden nicht vorgenommen. Die Erschließung folgte den Vorgaben des Findbuchs von 1984. Erfasst wurden entsprechend die Namen der Antragsteller, der Schutzrechtinhaber, die Laufzeiten sowie die Aktenzeichen der Vergeltungspatente.</p>
                <p>Die Verzeichnungsdaten zum ersten Überlieferungsteil wurden per Retrokonversion in die Datenbank des Bundesarchivs (BASYS) übertragen. Bei der Integration der neu hinzugekommenen Unterlagen konnte das bereits vorgegebene Klassifikationsschema beibehalten werden.</p>
                <p>Das vorliegende, von Karl-Heinz Eggert und Sabine Dumschat bearbeitete Findmittel ist online recherchierbar.</p>
                <p>Patentanmeldungsakten (R 131/EC 3317 - EC 4316, 10347-10670, 11287-11292)</p>
                <p>Patent- und Gebrauchsmusteranmeldungen wurden im Reichspatentamt bestimmten Klassen zugeordnet. Zu diesem Zweck bestand dort eine nach gewerblichen und industriellen Spezialfachgebieten gegliederte Patentklasseneinteilung. Sie diente als Grundlage für die Bearbeitung der Anmeldungen.</p>
                <p>Der wichtigste Grundsatz für die Bestimmung der Klassenzugehörigkeit einer Anmeldung war deren Zuweisung in dasjenige Spezialfachgebiet, in dem die Erfindung lag. Zur Feststellung der Erfindung musste der Prüfer alle eingereichten Unterlagen, d.h. Beschreibung, Zeichnung, Ansprüche, heranziehen. Falls mehrere Spezialgebiete vorlagen, fiel die Entscheidung auf die am wichtigsten erscheinende Klasse.</p>
                <p>Zu den Mikrofilmen jener Akten, die sich bis heute in britischem Gewahrsam, in der &quot;National Lending Library for Science and Technology&quot; in Boston Spa befinden, erstellte 1984 Johannes Ganser ein Findbuch, das im Benutzersaal des Bundesarchivs für Recherchen zur Verfügung steht.</p>
                <p>Die Grundlage der Gliederung des Teilbestands bildet die beim Reichspatentamt praktizierte Patentklasseneinteilung. Diese war für die Briten bei der Verfilmung der Akten indes nicht der entscheidende Klassifikationsmaßstab. Anmeldungen zu einer bestimmten Klasse können somit auf mehreren Filmen zu finden sein; auf jedem Film sind vice versa Unterlagen zu mehreren Patentklassen zu erwarten.</p>
                <p>Bei der Benutzung der Filme ist demnach zunächst von dem in Frage kommenden Spezialfachgebiet gemäß der Patentklasseneinteilung auszugehen. Auf welchen Filmrollen zum entsprechenden Fachgebiet Unterlagen vorhanden sind, ist der 1. Konkordanz im Findbuch zu entnehmen. Die 2. Konkordanz stellt die Verknüpfung zwischen den Rollensignaturen und den Filmsignaturen her.</p>
                <p>Die über das Zentrale Staatsarchiv der DDR überlieferten Einzelfall-Unterlagen wurden im Zeitraum 2011-2012 bearbeitet. Sie befanden sich zunächst in einem ungeordneten, um nicht zu sagen: chaotischen Zustand. Es ist davon auszugehen, dass der Kontext einstmals organisch gewachsener Einzelvorgänge empfindlich gestört ist. Begleitende Dokumentation irgendwelcher Art konnte nicht ermittelt werden. Die Unterlagen waren stoßweise in Papier eingeschlagen und mit Paketband verknotet. Diese Bündel wurden geöffnet, die Unterlagen vollständig durchsortiert.</p>
                <p>Da kein Überlieferungskontext, geschweige denn ein System der Aktenbildung zu erkennen war, wurde versucht, vermittels alphabetischer Sortierung nach Patent-Anmeldern Abhilfe zu schaffen. Anschließend wurden 314 Archivalieneinheiten gebildet, neu eingemappt und signiert (R 131/10347-10670). Doppelstücke wurden vernichtet, darüber hinaus jedoch keine Kassationen vorgenommen. Eine Akte (R 131/10502) wurde an das Bergbauarchiv im Deutschen Bergbau-Museum, Bochum, abgegeben. Ein &quot;Nachtrag zur Nummernliste&quot; für das Jahr 1933 ist nunmehr in der Dienstbibliothek des Bundesarchivs zugänglich (Signatur: ZB 24128).</p>
                <p>Sowohl die Klassifikation des Bestands als auch die Erschließungsparameter orientieren sich an dem Muster, welches das Findbuch für die Vergeltungsakten aus dem Jahr 1984 vorgegeben hat. Unterschieden wurden die Anmeldung von Patenten und Gebrauchsmustern, ungültige Patente und Hilfsmittel in Form von Unterlagen, welche die Zulassungen ausländischer Patentämter dokumentieren. Unterschieden wurde nach Anmeldern, die im Deutschen Reich ansässig waren, und solchen, die vom Ausland aus ihre Ansprüche geltend zu machen versuchten. Bei letzteren handelt es sich unter anderem um Dependancen deutscher Konzerne im Ausland.</p>
                <p>Im Einzelnen erfasst wurden bei der Erschließung jeweils: Namen der anmeldenden Firmen oder privaten Antragsteller bzw. der Patentinhaber, schlagwortartig der Patentanspruch, d.h. der Gegenstand des Patents respektive das zu schützende Verfahren, das Aktenzeichen des Reichspatentamts, gegebenenfalls auch die zugeteilte Patentnummer sowie die Laufzeiten der Akten. Das von Karl-Heinz Eggert und Sabine Dumschat bearbeitete Findmittel ist online recherchierbar.</p>
                <p>Personalakten (R 131/1698-2853, 10672-11306)</p>
                <p>Von den vom Deutschen Patentamt 1980 aus seiner Dienststelle in München abgegebenen Personalakten von Beamten des Reichspatentamts, die nach dem Krieg noch weiterbeschäftigt worden waren, wurden nur zwei als archivwürdig angesehen. Der Rest wurde kassiert. Die in den Bestand R 131 integrierten Akten sind vorläufig personenbezogen erschlossen (sog. &quot;Anlage 2&quot;).</p>
                <p>Bei allen im selben Jahr 1980 abgegebenen &quot;Personalakten verschiedener Behörden und Gerichte über Personen, deren Zugehörigkeit zum ehemaligen Kaiserlichen Patentamt/Reichspatentamt nicht festgestellt werden konnte&quot;, handelte es sich bei näherer Prüfung um Vorakten des Reichspatentamts. Die Mehrzahl der Akten wurde für kassabel befunden (untergeordnetes Büropersonal). Lediglich 14 Akten wurden in den Bestand übernommen: R 131/1737, 1754, 1787, 1804, 1942-1943, 1996, 2609, 2000, 2000 a, 2000 b und 2721-2723. Sie sind in einem Vorläufigen Verzeichnis personenbezogen erfasst (sog. &quot;Anlage 3&quot;).</p>
                <p>Mit den aus seiner Dienststelle in Berlin 1980 in 13 Kartons übergebenen 859 Personalakten von Angehörigen des Kaiserlichen bzw. des Reichspatentamts lieferte das Deutsche Patentamt ebenfalls ein Vorläufiges Verzeichnis mit namentlicher Auflistung (sog. &quot;Anlage 4&quot;) ab. Abgesehen von den Akten R 131/2724, 2725 und 2726 waren diese Unterlagen stark zerstört und kassabel.</p>
                <p>Zu den &quot;bei der Dienststelle Berlin des Deutschen Patentamts befindlichen Personalakten oder Personalaktenteile[n] über Angehörige des ehemaligen Kaiserlichen Patentamts und des Reichspatentamts&quot; existiert noch eine zweite, undatierte, namentliche Aufstellung mit 875 Einzelpositionen, die sich mit der oben genannten nicht deckt.</p>
                <p>Aus den nach der Bewertung verbliebenen Akten wurde im Bundesarchiv 1980 der Teilbestand &quot;R 131 - Personalakten&quot; gebildet (Signaturen: R 131/1698-2720). 1981 kamen vom Bundesministerium der Justiz abgelieferte 29 Personalakten des Reichspatentamts hinzu, zu denen gleichfalls ein Vorläufiges Verzeichnis vorhanden ist (R 131/2730-2758). Eine namentliche Auflistung existiert ebenso zu den 1995 vom Deutschen Patentamt abgegebenen 94 Personalakten jüdischer Patentanwälte (R 131/2760-2853). Diese Daten wurden in den Jahren 2014-2016 an den Akten abgeglichen und in BASYS eingepflegt.</p>
                <p>Von den im Jahre 2004 vom Deutschen Patentamt abgegebenen Personalakten, v.a. von Patentanwälten, lagen lediglich zu 519 namentliche Auflistungen vor. Eine Revision der Personalakten unter Abgleich der Abgabelisten und Erschließung der vorerst letzten, insgesamt 98 große Umzugskartons umfassenden Ablieferungen erledigten 2014-2016 Monika Hessel, Matti Spieler und Sabine Dumschat (jetzt R 131/10672-11306). Dabei wurden auch die aus dem Bestand 30.12 (Reichsjustizprüfungsamt) des Zentralen Staatsarchivs der DDR in Potsdam aussortierten Fragmente von Personalakten sowie weitere 0,14 lfm (ein Archivkarton) Personalunterlagen unbekannter Herkunft berücksichtigt.</p>
                <p>Nach dem sichtenden Abgleich mit den drei älteren Abgabeverzeichnissen wurden die Personalakten geordnet, eingemappt, gegebenenfalls neu signiert, vollständig in BASYS erschlossen und klassifiziert. Fünf Akten, die sich als Patentanmeldungen entpuppten, wurden entsprechend umklassifiziert (R 131/11287-11292), sechs Akten provenienzgerecht in verwandte Schriftgutbestände des Bundesarchivs transferiert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>B 180 Deutsches Patentamt</p>
                <p>Z 22 Rechtsamt der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes</p>
                <p>DF 3 Amt für Erfindungs- und Patentwesen (DDR)</p>
                <p>R 1501 Reichsministerium des Innern</p>
                <p>R 3001 Reichsjustizministerium</p>
                <p>R 3002 Reichsgericht</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Veröffentlichungen des Reichspatentamts lassen sich in zwei Gruppen aufteilen:</p>
                <p>a)</p>
                <p>- Amtliche Veröffentlichungen</p>
                <p>- Deutsche und ausländische Patentschriften</p>
                <p>- Patentblatt (neben dem Reichsanzeiger das amtliche Veröffentlichungsblatt für Patentanmeldungen und -erteilungen)</p>
                <p>b) Sonstige Veröffentlichungen des Patentamts zur umfassenden Information interessierter Kreise:</p>
                <p>- Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen (vgl. RD 43/1)</p>
                <p>- Warenzeichenblatt</p>
                <p>- Auszüge aus den Patentschriften</p>
                <p>- Nummernliste der deutschen Patentschriften</p>
                <p>- Verzeichnis der vom Reichspatentamt im Jahre (...) erteilten Patente</p>
                <p>- Gruppenliste der deutschen Patentschriften</p>
                <p>- Gruppeneinteilung der Patentklassen</p>
                <p>- Stichwörterverzeichnis</p>
                <p>· Warengleichartigkeit (Sammlung der Spruchpraxis des Reichspatentamts und der Gerichte)</p>
                <p>Patentgesetz vom 7. April 1891: Gesetz, betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern vom 1. Juni 1891, Gesetz betreffend das Urheberrecht an Mustern und Modellen vom 11. Januar 1876; nebst Ausführungsbestimmungen unter eingehender Berücksichtigung der Rechtssprechung des Reichsgerichts und der Praxis des Patentamts, bearb. v. R. Stephan, 5. Aufl., Berlin 1900 (4480/22a);</p>
                <p>Vorschriften für die mit der Prüfung von Patentanmeldungen betrauten Beamten des Reichspatentamts, Berlin 1941;</p>
                <p>Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen, Jg. 1-50, 1894-1944, Fortsetzung s. Bd.130/1, hg. v. Kaiserlichen Patentamt, ab 1919 v. Reichspatentamt (RD 43/1); Sachregister zum Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen für die Jahre 1904-1927, hg. v. Reichspatentamt (RD 43/1 a); Ergänzungsband zum Blatt für Patent-, Muster- und Zeichenwesen Jahrgang 1901. Die Geschäftstätigkeit des Kaiserlichen Patentamts und die Beziehungen des Patentschutzes zu der Entwicklung der einzelnen Industriezweige Deutschlands in den Jahren 1891-1900, hg. v. Kaiserlichen Patentamt, 1902 (RD 43/2);</p>
                <p>Mitteilungen aus dem Kaiserlichen Patentamt. Anmeldestelle für Gebrauchsmuster, hg. v. Kaiserlichen Patentamt, Jg. 1-4, 1891-1894 (RD 43/3);</p>
                <p>Patentblatt. Patentblatt und Auszüge aus den Patentschriften [erschien jeweils in zwei Ausgaben, mit und ohne Patentbeschreibungen], Jg. 10-18, 1886-1894, hg. v. Kaiserlichen Patentamt (RD 43/4); Sachregister zum Patentblatt für die Jahre 1877-1890, bearb. v. Kaiserlichen Patentamt (RD 43/4a);</p>
                <p>Alphabetisches Namenverzeichnis zu den in der Zeit vom 1. Januar 1895 bis Ende Dezember 1898 veröffentlichten a) Patentanmeldungen, -erteilungen, -übertragungen, b) Gebrauchsmustereintragungen, -umschreibungen, -Schutzverlängerungen, 1895-1898 und 1901-1903 [erschien nach dem Abschluss eines jeden Kalendervierteljahrs], ab 1901 unter dem Titel: Alphabetisches Namensverzeichnis (...) a) Patentanmeldungen, -erteilungen, -änderungen in der Person des Inhabers, b) Gebrauchsmustereintragungen, -änderungen und -verlängerungen in der Person des Inhabers; ab 1902 unter dem Titel: Alphabetisches Namensverzeichnis (...) Patentanmeldungen, -erteilungen und -änderungen in der Person des Patentinhabers (RD 43/4 b);</p>
                <p>Auszüge aus den Patentschriften, Jg. 7-15, 1886-1894 (RD 43/5);</p>
                <p>Taschenbuch des gewerblichen Rechtsschutzes, hg. v. Reichspatentamt, 1936 (RD 43/6);</p>
                <p>Das Reichspatentamt 1877-1927. Rückblick auf sein Werden und Wirken, hg. v. Reichspatentamt, Berlin 1927 (E I d 43);</p>
                <p>Abhandlungen zum Arbeitsgebiet des Reichspatentamts. Festgabe zur Feier des 50jährigen Bestehens des Reichspatentamts, hrsg. v. Hermann Isay, Berlin 1927;</p>
                <p>Hundert Jahre Patentamt. Festschrift, hg. v. Deutschen Patentamt, München 1977 (E I d 126)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Althammer, Werner: Das Deutsche Patentamt. Aufgaben, Organisation und Arbeitsweise, München 1970;</p>
                <p>Boehmer, Thilo von: Der Schutzbereich des deutschen Reichs-Patentes. Darf im Patentverletzungsstreit der Schutzbereich des Patentes abweichend von der im Patentanspruch gegebenen Definition unterstellt werden?, Berlin 1936;</p>
                <p>Heß, Guido: Die Vorarbeiten zum deutschen Patentgesetz vom 25. Mai 1877, Frankfurt am Main 1966;</p>
                <p>Hilgers, Guy: Hundert Jahre Patentamt, in: DPA-Forum (1977), H. 2/3, S. 11-23;</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 187;</p>
                <p>Kirchhoff, Heinrich: Das deutsche Patentwesen. Rückschau und Ausblick, Berlin 1947</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Rechtsgrundlagen</p>
                <p>Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte in Deutschland mit 29 verschiedenen Patentrechten bzw. Privilegienordnungen jeweils territorialer Wirkung eine große Rechtszersplitterung auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes. Dieser Zustand wurde durch das von einer Patentkommission des Reichskanzleramts erarbeitete Patentgesetz vom 25. Mai 1877 (RGBl. S. 501) beendet. Dieses war mehr industrie- als erfinderfreundlich, denn der Erteilungsanspruch stand dem ersten Anmelder, nicht dem Erfinder zu, und Patente konnten gewerblich verwertet werden.</p>
                <p>Jedermann hatte das Recht auf Einsichtnahme in die Erteilungsunterlagen. Beschreibungen und Zeichnungen wurden von da an amtlich veröffentlicht. Obwohl die Möglichkeit der Lizenzerteilung an Dritte ohne Übertragung des Patentrechts vorgesehen war, unterlag der Patentinhaber drei Jahre nach der Erteilung einem indirekten Lizenzzwang.</p>
                <p>Die gesetzlichen Grundlagen für das Kaiserliche Patentamt bildeten das o.g. Patentgesetz und die Verordnung betreffend die Errichtung, das Verfahren und den Geschäftsgang des Patentamts vom 18. Juni 1877 (RGBl. S. 533). Der Patentschutz war aber noch nicht effektiv genug, und die Zahl der Anmeldungen stieg, so dass schon am 4. April 1891 ein neues Patentgesetz (RGBl. S. 79) erlassen wurde. In erster Linie verstärkte es die Rechte der Patentinhaber. Der Neuheitsbegriff im Sinne des § 2 des Gesetzes wurde eingeschränkt und unter bestimmten Voraussetzungen die Aussetzung der Bekanntmachung ermöglicht.</p>
                <p>Das Gesetz betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern vom 1. Juni 1891 (RGBl. S. 290) war eine Ergänzung des Patentgesetzes und trat ebenso wie dieses am 1. Oktober 1891 in Kraft. Es war notwendig geworden, da das Gesetz betreffend das Urheberrecht an Mustern und Modellen vom 11. Januar 1876 (RGBl. S. 11) nur die sogenannten Geschmacksmuster, jedoch nicht die zur Steigerung der Gebrauchsfähigkeit dienenden Modelle (Gebrauchsmuster) schützte.</p>
                <p>Eine weitere Vereinheitlichung des gewerblichen Rechtsschutzes brachte das Gesetz zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894 (RGBl. S. 441). Auf diesem Gebiet hatte es bis 1874 lediglich regionale Zeichenrechte gegeben. Das Gesetz über den Markenschutz vom 30. November 1874 (RGBl. S. 1943) hatte die Zuständigkeit für die Registrierung den Amtsgerichten zugewiesen. Nun oblag auch diese Aufgabe dem Patentamt.</p>
                <p>Das Gesetz betreffend die Patentanwälte vom 21. Mai 1900 (RGBl. S. 233; neugefasst durch das Patentanwaltsgesetz vom 28. September 1933 (vgl. RGBl. II S. 669) führte eine Liste von berufsmäßigen Vertretern im Verfahren vor dem Patentamt, eine Prüfungskommission und einen Ehrengerichtshof für Patentanwälte ein.</p>
                <p>Starke Reformbestrebungen seit ca. 1900, die 1913 zu einem Entwurf der Reichsregierung für ein neues Patentgesetz nebst Gebrauchsmustergesetz führten, wurden durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrochen. Sie wurden ab 1927 wieder aufgenommen, konnten auf Grund der innenpolitischen Verhältnisse aber nicht sofort durchgeführt werden und fanden ihren Abschluss erst in den Gesetzen über den gewerblichen Rechtsschutz vom 5. Mai 1936.</p>
                <p>Das Patentgesetz vom 5. Mai 1936 (RGBl. II S. 117) brachte hauptsächlich dem Erfinder zugute kommende Änderungen, darunter die Ersetzung des Anmelderprinzips durch das Erfinderprinzip, die Unterstützung mittelloser Erfinder und eine Neuheitsschonfrist. Das Patentrecht sollte das geistige Eigentum des Erfinders schützen.</p>
                <p>Durch das Gebrauchsmustergesetz vom 5. Mai 1936 (RGBl. II S. 130) wurden das materielle Gebrauchsmusterrecht und das Verfahrensrecht an das Patentgesetz angeglichen. Auch das neue Warenzeichengesetz vom 5. Mai 1936 (RGBl. II S. 134) brachte verschiedene Neuerungen.</p>
                <p>Im Zweiten Weltkrieg gab es neben der Einführung von Geheimpatenten und eingeschränkten Beschwerdemöglichkeiten auch im Interesse der Rüstungswirtschaft stehende Fortschritte im Arbeitnehmererfinderrecht.</p>
                <p>Aufgaben des Patentamts</p>
                <p>Die wesentlichen Aufgaben des Patentamts waren die Erteilung von Patenten und die Entscheidung über die Erklärung der Nichtigkeit bzw. die Zurücknahme von Patenten sowie die Erteilung von Zwangslizenzen. Daraus ergab sich eine Doppelfunktion sowohl als Verwaltungsbehörde als auch als gerichtliche Instanz. Eine Möglichkeit der Berufung gegen Nichtigkeitsbeschlüsse bestand beim Reichsoberhandelsgericht in Leipzig, ab dem 1. Oktober 1879 beim Reichsgericht.</p>
                <p>Einen besonderen Aufgabenbereich des Reichspatentamts in der Zeit des Zweiten Weltkriegs bildete die Vergeltung von Patenten. Auf der Grundlage des § 26 der Verordnung über die Behandlung feindlichen Vermögens vom 15. Januar 1940 (RGBl I S. 191) erließ der Reichsjustizminister in den folgenden Jahren mehrere Verordnungen über gewerbliche Schutzrechte bzw. Urheberrechte ausländischer Staatsangehöriger.</p>
                <p>Wurden deutschen Staatsangehörigen oder Unternehmen auf Grund fehlender bilateraler Abkommen oder Verträge auf der Grundlage von Ausnahmegesetzen Beschränkungen in der Nutzung von ausländischen Patenten auferlegt und in der Vergeltung ihrer eigenen Patente durch ausländische Firmen eine gegenüber den Bürgern dieser ausländischen Staaten abweichende Behandlung zuteil, so wurden sie für entstandene finanzielle Schäden durch das Deutsche Reich vergolten.</p>
                <p>An den in Deutschland wirksamen Schutzrechten ausländischer Staatsangehöriger konnten zur Wahrung allgemeiner Belange Ausübungsrechte an deutsche Firmen erteilt werden. Außerdem bestand die Möglichkeit, Patenterteilungen auszusetzen bzw. Gebrauchsmuster und Warenzeichen einzutragen. Die entsprechenden Anordnungen wurden vom Präsidenten des Reichspatentamts getroffen, gegen dessen Entscheidung keine Beschwerde möglich war.</p>
                <p>Organisation</p>
                <p>Zu Beginn seiner Tätigkeit gliederte sich das Patentamt in sechs Anmeldeabteilungen (für Patentanmeldungen) und eine Nichtigkeitsabteilung. Es gab keine eigenen Beschwerdeabteilungen, denn über Beschwerden gegen Beschlüsse einer Anmeldeabteilung entschied jeweils eine der anderen Anmeldeabteilungen.</p>
                <p>Das Patentgesetz von 1891 schuf erstmals die klare funktionelle Trennung von Anmelde-, Beschwerde- und Nichtigkeitsabteilungen sowie ein Vorprüfverfahren durch Mitglieder der Anmeldeabteilungen. Durch das Gebrauchsmustergesetz von 1891 wurde die Einrichtung einer Anmeldestelle für Gebrauchsmuster notwendig. Jedoch fand das Gebrauchsmusterlöschungsverfahren vor den ordentlichen Gerichten statt. Das Warenzeichengesetz von 1894 führte zur Errichtung von Warenzeichenabteilungen.</p>
                <p>Am 31. Oktober 1917 wurde das Patentamt aus dem Geschäftsbereich des Reichsamts des Innern ausgegliedert und dem Reichsjustizamt nachgeordnet. Am 24. März 1919 erhielt es die Bezeichnung &quot;Reichspatentamt&quot; (RPA). 1926 wurde beim Reichspatentamt der Große Senat gebildet, der die Entscheidungsbefugnis über grundsätzliche Rechtsfragen erhielt.</p>
                <p>Die Gesetze über den gewerblichen Rechtsschutz von 1936 bewirkten folgende organisatorische Veränderungen: Im Patentbereich wurden die Anmelde-, Beschwerde- und Nichtigkeitsabteilungen in Senate umbenannt, an deren Spitze Senatspräsidenten standen. Im Warenzeichenbereich gab es fortan Warenzeichenabteilungen und Beschwerdesenate.</p>
                <p>Im Gebrauchsmusterbereich ging die Zuständigkeit für Gebrauchsmusterlöschungsverfahren von den Zivilgerichten auf das Patentamt über. Daher gab es neben der Gebrauchsmusterstelle, die für Anmeldungen zuständig war, auch Gebrauchsmusterabteilungen, die mit Löschungen befasst waren.</p>
                <p>Durch eine Verordnung vom 17. Juni 1938 (RGBl. I S. 638) wurden das österreichische Patentamt und der österreichische Patentgerichtshof mit Wirkung vom 1. Juli 1938 übernommen und als Zweigstelle Österreich dem Reichspatentamt angegliedert. Die Zweigstelle wurde allerdings durch Erlass des Reichsjustizministers vom 23. Dezember 1941 (s. &quot;Deutsche Justiz&quot; 1942, S. 13) zum 31. März 1942 wieder aufgelöst (vgl. R 131/587-589, 794-796, 1021-1025).</p>
                <p>Im April 1945 stellte das Reichspatentamt seine Arbeit ein. Bedingt durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges entwickelten sich in beiden deutschen Staaten separate Patentämter, in der Bundesrepublik Deutschland das Deutsche Patentamt (DPA) mit Sitz in München sowie einer Außenstelle in Berlin und in der Deutschen Demokratischen Republik das Amt für Erfindungs- und Patentwesen (AfEP).</p>
                <p>Personelle Entwicklung im Patentamt</p>
                <p>Bei der personellen Besetzung des Patentamts unterschied man neben dem Vorsitzenden, der seit der Bekanntmachung vom 26. Oktober 1882 den Titel &quot;Präsident&quot; führte, zwischen ständigen und nicht ständigen Mitgliedern sowie den &quot;sonstigen&quot; Bediensteten (Hilfskräften).</p>
                <p>Es gab zum einen rechtskundige, d.h. zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst befähigte, zum anderen technische, d.h. in einem Bereich der Technik sachverständige, Mitglieder, die sämtlich in den Anfangsjahren des Patentamts nebenberuflich tätig waren. Im Jahr 1877 beschäftigte das Patentamt insgesamt 39 Personen.</p>
                <p>Im Zuge des Personalausbaus erhöhte sich zwar die Zahl der Beschäftigten von 39 (1877) auf 172 (1889), jedoch stieg die Mitgliederzahl nur von 22 auf 36. Der Grund dafür war das verstärkte Einstellen technischer Hilfsarbeiter (wissenschaftlicher Hilfskräfte).</p>
                <p>Als Folge der Neugestaltung durch das Patentgesetz von 1891, welches auch die Berufung der Mitglieder auf Lebenszeit brachte, wuchs der Personalbestand von über 600 (1900) auf annähernd 1.000 Personen (1914) an. Dabei vergrößerte sich die Zahl der Techniker im Vergleich zu den Juristen immer stärker.</p>
                <p>Im Ersten Weltkrieg wurden vermehrt weibliche Arbeitskräfte als Hilfskräfte eingestellt. Nach dem Krieg erreichte man den Stand von 1914 erst wieder im Jahr 1926 mit rund 1.000 Bediensteten. Ab 1930 setzte eine rasche Vergrößerung des Personalbestands ein, der seine Höchstzahl 1939 mit ca. 1.900 Personen erreichte.</p>
                <p>Internationale Zusammenarbeit:</p>
                <p>Auf internationaler Ebene kam es zur ersten Zusammenarbeit anlässlich der &quot;Pariser Verbandsübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums&quot; vom 20. März 1883 (vgl. R 131/1049-1052, 1055). Dieser trat Deutschland allerdings erst mit Wirkung vom 1. März 1903 bei. Seitdem galt die Übereinkunft als innerdeutsches Recht. Ihre wichtigsten Bestimmungen waren die Unionspriorität und die Inländerbehandlung aller Unionsangehörigen. Diese Handhabung galt seit der Revision von 1911 auch für Gebrauchsmuster und Warenzeichen.</p>
                <p>Von besonderer Bedeutung ist außerdem das &quot;Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Fabrik- und Handelsmarken&quot; vom 14. April 1891 (vgl. R 131/1040, 1077-1081), dem Deutschland 1924 beitrat. Dies führte zur Bildung der Markenstelle für internationale Markenregistrierung beim Reichspatentamt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>National Lending Library for Science and Technology, Boston Spa, Yorkshire (England)</p>
                <p>&quot;Sonderarchiv&quot;, Moskau: f. 1492 (132 AE, Laufzeit: 1935-1942)</p>
                <p>&quot;Sonderarchiv&quot;, Moskau: f. 1492 (132 AE, Laufzeit: 1935-1942)</p>
                <p>Deutsches Patentamt, München</p>
                <p>Die Dienststelle Berlin des Deutschen Patentamts besitzt umfangreiche Verzeichnisse und Hilfsmittel, insbesondere die Patentrolle des Reichspatentamts</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 61</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">30.13</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 61</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Akademie für Deutsches Recht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>712 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_6cceee5f-fec0-4956-8174-7855b76ef270"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA, 30.13):</p>
                <p>Rechtsgrundlagen, Organisation, Dienststellenverwaltung, Bibliothekswesen und Veröffentli‧chungen 1933-1945 (68), Rechtswissenschaft.- Abteilung für Rechtsforschung 1936-1945 (47), Rechtspolitik.- Abteilung für Rechtsgestaltung.- Allgemeine Ausschussakten 1935-1943 (6), einzelne Ausschüsse 1933-1944 (365)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch, R 61):</p>
                <p>Ausschüsse 1933-1940 (36), Ausland 1934-1942 (34), internationale Kongresse, Tagungen 1935-1941 (16), Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht 1935-1939 (10), Sitzungsan‧gelegenheiten, Einladungen, Protokolle 1935-1939 (7), Handakten, Interna, Einzelstücke 1934-1944 (26), Verein zur Besserung der Strafgefangenen 1934-1942 (26), Deutsche Ge‧sellschaft für Gefängniskunde 1927-1939 (7)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Wie zahlreiche Bestände des Bundesarchivs ist auch das Schriftgut der Akademie für Deutsches Recht infolge von Kriegsverlusten nur unvollständig überliefert und geteilt. Die Teilung begann bereits im Jahre 1943, als die beiden Geschäftsstellen Akten, Bücher und Inventar zum Schutz vor Luftangriffen in kleinere Orte der Umgebung auslagerten, die Geschäftsstelle München nach Altötting, Griesbach und Wegscheid (Amtsgericht), die Berliner vornehmlich in die auch vom Reichsjustizministerium benutzten Auslagerungsstätten Feldberg (Mecklenburg), Havelberg, Prenzlau, Zehdenick und wohl auch Templin; außerdem auf die Burg Cochem.</p>
                <p>Die aus Berlin ausgelagerten Akten wurden zum Teil von russischen Truppen beschlagnahmt. Seit 1957 befanden sie sich im Zentralen Staatsarchiv in Potsdam, wo sie den Bestand 30.13 bildeten (Übersicht über die Bestände des Deutschen Zentralarchivs 1957, S. 86). Dieser hatte einen Umfang von 155 Bänden aus der Zeit von 1933-1942, von denen 33 sich auf die Tätigkeit der Ausschüsse beziehen und 31 offenbar aus der Auslandsabteilung der Akademie stammen; mit dem Bestand vereinigt sind Akten des Vereins zur Besserung der Strafgefangenen (25 Bände) und der Deutschen Gesellschaft für Gefängniskunde.</p>
                <p>In die Hand amerikanischer Truppen fiel neben Münchener Akten das bei Kriegsende noch in der Berliner Geschäftsstelle vorhandene Schriftgut, außerdem Akten, die 1945 anscheinend noch aus Zehdenick nach Thüringen gebracht worden waren. Dieser Teilbestand kam überwiegend über das Ministerial Collecting Center bei Kassel in die World War II Records Division des amerikanischen Nationalarchivs nach Alexandria, Va. und bildete dort mit anderem deutschen Schriftgut die Record Group 1036. Ein kleinerer Teil wurde Anfang der fünfziger Jahre dem Bundesjustizministerium übergeben, und die Kartei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler blieb bei einer Dienststelle der US Army in Deutschland.</p>
                <p>In Alexandria wurden die Akten 1958 von der American Historical Association verfilmt und 1959 im Band 6 der Guides to German Records Microfilmed at Alexandria, Va., S. 14-27, beschrieben. 1960 wurde dieser Teilbestand dem Bundesarchiv übergeben, das 1962 auch die übrigen Akten vom Bundesjustizministerium und die genannte Kartei übernehmen konnte. In einer letzten Rückgabe erhielt das Bundesarchiv Unterlagen der Akademie im Jahre 1973 von der Library of Congress, Washington D.C.</p>
                <p>Einige Akten des Ausschusses für deutsch-italienische Rechtsbeziehungen waren nach Kriegsende in das Institut voor Oorlogsdocumentatie in Amsterdam gelangt; sie wurden von diesem 1974 gleichfalls dem Bundesarchiv zur weiteren Vervollständigung des inzwischen aus den bereits vorliegenden Akten gebildeten Bestandes R 61 zur Verfügung gestellt. Schließlich überließ auch das Institut für Zeitgeschichte, München, das einen Teil der in München gesammelten Ausfertigungen der Protokolle der Ausschusssitzungen und die Handakten des ordentlichen Professors Dr. jur. Hermann Krause (1939-1944 Mitglied des Hauptausschusses der Akademie) hatte erwerben können, seine Unterlagen dem Bundesarchiv; und noch im März 1976 konnte durch die Übernahme der Handakten des Reg. Dir. a.D. und damaligen Vorstandsmitglieds der Deutschen Centralbodenkredit AG., Oesterlink, Mitglied des Hypotheken-Rechtsausschusses der Akademie, eine Überlieferungslücke auf diesem Gebiet geschlossen werden. Damit waren im Bestand R 61 wohl alle erhalten gebliebenen Überlieferungen der Akademie für Deutsches Recht außerhalb der DDR zusammengeführt. 1990 wurde der im Zentralen Staatsarchiv der DDR überlieferte Bestandsteil mit R 61 zusammengeführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>(nur Altbestand R 61, ohne ZStA 30.13)</p>
                <p>Das Schriftgut der Akademie für Deutsches Recht setzt sich im wesentlichen aus zwei schon äußerlich klar voneinander abgesetzten Teilen zusammen. Neben einem umfangreichen Komplex von Sach- und Korrespondenzakten steht eine zu einem erheblichen Teil im &quot;Archiv&quot; der Verwaltungsstelle für Presse und Zeitschriftenwesen erwachsene Sammlung von Sitzungsprotokollen und -niederschriften, von denen sich einige auch in den Akten der Abteilung für Rechtsgestaltung finden. Das Schriftgut der Akademie wurde ab 1938 mit wenigen Ausnahmen in einer Zentralregistratur nach einem systematischen Aktenplan abgelegt. Die Ablage erfolgte chronologisch von unten nach oben, war jedoch häufig nachträglich gestört. Um die - oft starken - Unregelmäßigkeiten zu beseitigen und die Benutzbarkeit des Bestandes zu verbessern, wurden bei der Ordnung und Verzeichnung des Bestandes im Bundesarchiv im Jahre 1967 alle Betreffseinheiten und Einzelvorgänge in Behördenablage (von oben nach unten) gebracht und dabei zerrissene Akteneinheit wieder vereinigt. Loses Schriftgut wurde nach Sachbetreffen neu formiert. Die Akten befinden sich daher nicht mehr in dem Zustand, den sie bei der Verfilmung in den USA hatten, so daß eine Identität zwischen den Bänden mit den amerikanischen Signaturen ADR 1 bis ADR 238, die z.T. auch Schriftgut anderer Provenienzen bezeichneten, und den im Bundesarchiv signierten Bänden nur selten besteht; soweit möglich, wurden jedoch die entsprechenden amerikanischen Signaturen vermerkt, und außerdem ermöglicht die Konkordanz zwischen den Signaturen des Bundesarchivs und den Rollenbezeichnungen des Mikrofilms T-82 (unten S. 87-90) einen Vergleich.</p>
                <p>Kassationen wurden vor allem in Sachgruppen vorgenommen, die weitgehend vollständig im Bundesarchiv überliefert sind. Neben der Entfernung zahlreicher Dubletten wurde vornehmlich das Verwaltungsschriftgut von allem unbedeutenden Schriftwechsel befreit. Auch die meist an die Ausschüsse gerichteten Eingaben in privaten Rechtsangelegenheiten ohne allgemeine Bedeutung wurden größtenteils vernichtet.</p>
                <p>Da die Protokolle und Niederschriften in der Registratur der Akademie ursprünglich ebenfalls vorhanden waren, wurde bei der Neuordnung des Be- standes, der im übrigen das alte Aktenplanschema nicht zugrunde liegt, die alte Einheit von Schriftgut und Protokollen der einzelnen Ausschüsse und sonstigen Arbeitsgremien der Akademie für Deutsches Recht soweit wie möglich wieder herzustellen versucht, wobei die interne &quot;Provenienz&quot; (Registratur oder &quot;Archiv&quot;) im Aktenverzeichnis lediglich durch die alte Signatur zum Ausdruck kommt. Die in der Registratur abgelegten Protokolle tragen, soweit sie sich nicht beim Schriftwechsel befinden, vor dem Aktenzeichen den Buchstaben &quot;P&quot;, die &quot;Archiv&quot;-Exemplare besitzen keine Signatur. Um die Trennung des Bestandes in die Teilprovenienzen Berlin und München anzudeuten, wurde außerdem, soweit ermittelt, die Angabe des Entstehungsortes in die Spalte Bemerkungen aufgenommen. Im übrigen richtet sich die Gliederung des Bestandes in vereinfachter Form nach dem Aufbau der Akademie.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Das Entstehen und Wirken der Akademie wird außer aus ihrem eigenen Schriftgut vor allem durch im Bundesarchiv aufbewahrte Akten des Reichs- justizministeriums belegt. Sie betreffen die Akademie im allgemeinen (R 22/198 und 199) und bieten zahlreiche Unterlagen über ihre Tätigkeit bei der Gesetzesvorbereitung. Es handelt sich wesentlich um Unterlagen aus folgenden Gebieten: Richter und Rechtspflege (R 22/3764); Vertrags- und Schadenersatzrecht (345, 346); Seerecht (581); Muster- und Modellschutz (640); Zivilprozessreform (646, 647); Jugendrecht (1180-1182, 1184, 1194, 1195); Luftrecht (2042) und Luftschutzrecht (2337); Bürgerliche Rechtspflege (646, 647); Freiwillige Gerichtsbarkeit (735); eheliches Güterrecht (471); Fahrnisrecht (422); Erbrecht (502).</p>
                <p>Weiteres Material zur Entwicklung der Akademie enthält das Schriftgut der Reichskanzlei (R 43 II, 1509, 1510a), daneben auch zu Fragen der personellen Besetzung der Spitzenpositionen (Präsident und Stellvertreter) in den Akten über Reichsminister Frank (139 c) und die Neubesetzung des Reichsjustizministeriums 1942 (1145a). Schließlich ist ihre Mitwirkung bei der Gesetzgebung in der Gruppe Justiz der Reichskanzleiakten dokumentiert.</p>
                <p>Informationen über die Haushalts- und Vermögensangelegenheiten der Akademie für den Zeitraum 1934-1945 bieten in den Akten des Reichsfinanzministeriums die Bände R 2/24103 und 24048. Diese Unterlagen enthalten in Rechnungsprüfungsberichten des Rechnungshofes des Deutschen Reiches auch Aussagen über die Verwaltungspraxis der Akademie.</p>
                <p>Aussagen von Dr. Hans Frank über seine Wirksamkeit als Präsident der Akademie finden sich in den Protokollen und Dokumenten des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg (Bestand All.Proz. 1), in seinem Tagebuch als Generalgouverneur (Kopie in R 52 II) sowie in seinen Erinnerungen: Im Angesicht des Galgens (Eigenverlag Brigitte Frank 1955, S. 166ff.).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht, 1934-1942; Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht, 1933-1940; Schriften der Akademie für Deutsches Recht, 1934-1942; Deutsche Rechtswisssenschaft, 1939-1941</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 186</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Gründung 1933, seit 1934 als öffentliche Körperschaft des Reichs der Aufsicht des Reichsju‧stizministers und Reichsinnenministers unterstehend, zuständig für die Förderung und Ver‧wirklichung des &quot;nationalsozialistischen Programms auf dem gesamten Gebiete des Rechts&quot;</p>
                <p>Langtext:</p>
                <p>Gründung und Rechtsgrundlagen</p>
                <p>Die Akademie für Deutsches Recht konstituierte sich am 26. Juni 1933 in München unter dem Vorsitz des Bayerischen Justizministers und Reichsleiters des Reichsrechtsamtes der NSDAP Hans Frank; an der konstituierenden Sitzung nahmen der Reichsgeschäftsführer des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen Dr. Heuber, die Professoren Dr. Wilhelm Kisch und Dr. von Zwiedineck-Südenhorst, der Generaldirektor der Münchner Rückversicherungsgesellschaft Kißkalt, zwei Vertreter der Wirtschaft und der künftige Direktor Dr. Karl Lasch teil.</p>
                <p>Am 22. September 1933 erging ein bayerisches Gesetz (Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 37, S. 277), dessen einziger Artikel der Akademie den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts verlieh. Als Anlage war die Satzung beigefügt, nach der vorläufiger Sitz München sein sollte und die die Aufgaben der neuen Körperschaft wie folgt umriss: Unter &quot;Anwendung bewährter wissenschaftlicher Methoden&quot; sollte sie &quot;die Neugestaltung des deutschen Rechtslebens (...) fördern und in enger dauernder Verbindung mit den für die Gesetzgebung zuständigen Stellen das nationalsozialistische Programm auf dem gesamten Gebiet des Rechts und der Wirtschaft (...) verwirklichen.&quot; Im einzelnen gehörten die Mitarbeit bei Gesetzentwürfen, bei der Reform der rechts- und staatswissenschaftlichen Ausbildung, bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen und der finanziellen Förderung von praktischen wissenschaftlichen Arbeiten zur Erforschung von Sondergebieten des Rechts und der Wirtschaft, Veranstaltung wissenschaftlicher Tagungen und Lehrkurse sowie der Pflege der Beziehungen zu gleichgerichteten Einrichtungen des Auslandes zu ihrem Wirkungskreis.</p>
                <p>Das Amt des Führers der Akademie sollte der Leiter des Reichsrechtsamtes der NSDAP in Personalunion innehaben; ihm oblag die Vertretung der ADR nach außen, ihre innere Leitung, alle Personalentscheidungen und die Entscheidung über Satzungsänderungen sowie die Auflösung im Einvernehmen mit dem Führer der NSDAP. Als Hilfsorgane waren ein Stellvertreter, ein Führerstab und ein Schatzmeister sowie die Abteilungsleiter der zu gründenden Fachabteilungen vorgesehen. Die Aufsicht sollte beim bayerischen Staatsministerium der Jusitz liegen. Die Mitglieder der Akademie, deren Zahl zweihundert nicht überschreiten sollte, waren auf vier Jahre zu berufen; ordentliche, außerordentliche, fördernde und korrespondierende Mitglieder wurden unterschieden.</p>
                <p>Auf dem ersten Deutschen Juristentag in Leipzig wurde die Errichtung der Akademie für Deutsches Recht am 2. Oktober 1933 feierlich proklamiert. Bereits damit kam zum Ausdruck, daß Frank danach strebte, die Akademie zur Institutionen des Reichs zu machen, die ihm auch nach dem Abschluss seiner Tätigkeit als Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justitz in den Ländern eine Einwirkungsmöglichkeit geben sollte. Am 18. Juni 1934 wurde dem Chef der Reichskanzlei der Entwurf eines Gesetzes über die Akademie für Deutsches Recht zur Vorlage im Kabinett übersandt (BA, R 43 II/1509). Der Reichsjustizminister erklärte sich damit einverstanden, nachdem geklärt war, daß die Akademie sich aus eigenen Mitteln erhalten sollte und das Reich, die Länder oder Gemeinden nicht belasten würde. Auf Verlangen des Reichsinnenministeriums wurde der Entwurf dahingehend geändert, daß eine gemeinsame Aufsicht über die Akademie durch Reichsjustiz- und Reichsinnenministerium vorgesehen wurde.</p>
                <p>Nach Verabschiedung in der Kabinettssitzung vom 3. Juli 1934 erging am 11. Juli 1934 das Gesetz, (RGBl. I. S. 605), mit dem die Akademie für Deutsches Recht zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft des Reichs wurde; beigegeben war eine neue Satzung. Mit diesem Gesetz änderten sich die Aufgaben der Akademie nur insoweit, als die Zuständigkeit für die Neugestaltung des deutschen Rechtslebens auf dem Gebiete der Wirtschaft wegfiel. Der Sitz blieb München. Aus dem Führer der Akademie wurde ein ehrenamtlicher Präsident, dessen Ernennung durch den Reichskanzler erfolgte. Die Bindung des Amtes an die Leitung des Reichsrechtsamtes der NSDAP fiel weg. Als Organ der Akademie trat neben den Präsidenten ein Präsidium zu seiner Unterstützung und Beratung. Die Höchstzahl der Mitglieder wurde auf 300 festgesetzt. Zur Durchführung der praktischen Arbeit der Akademie waren Ausschüsse vorgesehen.</p>
                <p>Das Gesetz vom 11. Juli 1934 wurde bis 1945 nicht geändert. Im November 1934 war eine Änderung geplant, die für den Präsidenten eine Besoldung gemäß den Vorschriften für Reichsbeamte vorsah. Der Entwurf wurde jedoch auf Anweisung Hitlers von der Tagesordnung der Kabinettssitzung vom 4. Dezember 1934 abgesetzt (BA, R 22/198, R 43 II/1509). Dagegen erfolgten zwei Satzungsänderungen, und zwar zuerst am 16. Oktober 1935 (RGBl. I. S. 1250). Sie sah vor, dass im Falle einer Auflösung der Akademie deren Vermögen an das Reich fallen sollte, und zwar bedingt durch die Aufnahme einer hohen Hypothek, welche die Akademie zum Ausbau ihres Berliner Hauses aufgenommen hatte. Schwerwiegender in ihrer Bedeutung war die zweite Änderung vom 9. Juni 1943 (Reichs- und Staatsanzeiger vom 9. Juni 1943). Sie wurde durch den neuen Präsidenten Reichsjustizminister Dr. Otto Thierack veranlasst. Er verbot die Entgegennahme privater Spenden für die Akademie und hob das Amt des Schatzmeisters auf. Die neue, vom Direktor der Akademie Gaeb dem Reichsjustizministerium am 10. Dezember 1942 vorgelegte Satzung sollte dem Rechnung tragen und zugleich eine Straffung der Bestimmungen vornehmen (BA, R 22/199). Nach Beratungen in den beteiligten Reichsministerien wurde die neue Satzung in einer Besprechung am 8. Juni 1943 zwischen Vertretern des Reichsjustizministeriums, des Reichsministeriums des Innern und der Akademie endgültig formuliert, am 9. Juli 1943 unterzeichnet und noch am gleichen Tag veröffentlicht.</p>
                <p>Neben dem Wegfall des Amtes de Schatzmeisters und der Institution der fördernden Mitglieder bestanden die Änderungen vor allem darin, dass Bestimmungen über die Hilfsorgane des Präsidenten und den wissenschaftlichen Aufbau der Akademie aufgenommen wurden, die vorher in der Aufbauordnung und der Verwaltungsordnung enthalten waren, sowie in einer übersichtlichen Anordnung. Die genannte Aufbauordnung war am 15. Dezember 1936 als Anordnung des Präsidenten betreffend die Neugestaltung der wissenschaftlichen Arbeiten der Akademie für Deutsches Recht (Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht 1937, S. 23) ergangen. Sie legte die Gliederung des wissenschaftlichen Apparats der Akademie fest. Aus der Gesamtheit der Mitglieder wurden drei Abteilungen gebildet, von denen die erste, der Ehrensenat, nur geringe Bedeutung hatte, die beiden anderen jedoch, die Abteilung für Rechtsgestaltung für den Bereich der Rechtspolitik und die Abteilung für Rechtsforschung für die wissenschaftliche Forschung, von ausschlaggebender Bedeutung waren. Außerdem behandelte sie den zukünftigen Mittelpunkt der Akademie, das &quot;Haus des Deutschen Rechts&quot;, zu dem wenige Monate vorher der Grundstein gelegt worden war und das die Forschungs- und Bildungseinrichtungen der Akademie aufnehmen sollte.</p>
                <p>Ergänzend und erweiternd hatte der Präsident am 1. April 1937 eine Verwaltungsordnung der Akademie für Deutsches Recht (Zeitschrift der ADR, S. 405f.) erlassen, in der die Aufgaben der einzelnen Organe näher umrissen wurden, nämlich neben dem Schatzmeister und dem Direktor, denen die finanzielle und die allgemeine Verwaltung der Akademie oblag, des Leiters der wissenschaftlichen und rechtspolitischen Arbeiten, der Ausschussvorsitzenden und der Klassen-Sekretäre, die mit der Leitung der Klassen betraut waren. Ferner wurden acht Verwaltungsstellen aufgeführt, von denen je eine für die Abteilungen für Rechtsgestaltung und Rechtsforschung, für Personal- und Kanzleiwesen, Organisationswesen, Büchereiwesen, Zeitschriften- und Pressewesen, Auslandverkehr und Kassen- und Rechnungswesen vorgesehen war.</p>
                <p>Nach der Satzungsänderung vom 9. Juni 1943 erfolgte am 10. Juni 1943 auch eine Änderung der Verwaltungsordnung (Zeitschrift der ADR 1943, S. 37f.), in der die Bestimmungen über das Schatzmeisteramt ganz in Wegfall gekommen und die Ausführungen über die Verwaltung stark gekürzt sind. Die umfangreichen Ausführungen über die Verwaltungsstellen sind durch kurze Angaben über die - schon lange bestehende - Referatseinteilung ersetzt.</p>
                <p>Organisation und personelle Besetzung</p>
                <p>Der Präsident der Akademie besaß - abgesehen von der Bindung an die aufsichtsführenden Ministerien - umfangreiche Machtbefugnisse. Seine Ernennung durch Hitler und die ehrenamtliche Stellung, die ein weiteres, ihren Inhaber finanziell sicherndes Amt voraussetzte, konnten ihm Gewicht gegenüber den Behörden und Parteidienststellen geben. Zum ersten Präsidenten wurde am 1. August 1934 ihr Gründer Dr. Hans Frank berufen. In seinen Erinnerungen &quot;Im Angesicht des Galgens&quot; bekennt er, dass die Akademie für ihn ein wichtiges Mittel zur Gestaltung des Rechts sein sollte, zumal das Reichsrechtsamt, dessen Leiter er seit 1929 war und das ihm einen Platz in der obersten Parteihierarchie sicherte, in der Zeit nach der Machtübernahme mehr und mehr an Bedeutung verlor, und der NS-Rechtswahrerbund, dessen Führung er seit 1928 innehatte, nur wenig Einflussmöglichkeiten auf die Rechtsetzung bot. Franks Vorstellungen wurden anerkannt, als er, nachdem sein Auftrag als Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern beendet war, von Hitler am 19. Dezember 1934 zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich ernannt wurde; im Ernennungsschreiben wurde die Akademie für Deutsches Recht als Einrichtung bezeichnet, die ihn in den Stand setze, &quot;ohne Beschränkung auf die Justiz im engeren Sinne bei der Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung auf allen Gebieten des Rechts mitzuwirken&quot;, eine Erweiterung des Aufgabenbereichs also über den Rahmen der Rechtssetzung auch in die übrigen Bereiche des Rechtslebens, die in dieser von Hitler ausgehenden Form eine wichtige Machterweiterung darstellte. Frank konnte sich damit im Besitz einer Art Sonderministerium für nationalsozialistische Rechtsformung in Konkurrenz zum Reichsjustizministerium Gürtners sehen. In den Jahren bis 1939 blieb Frank, dessen Ministerialamt bereits am 3. Juli 1935 von seinem ersten Domizil Voßstraße 5 in Berlin in das Berliner Gebäude der Akademie am Leipziger Platz 15 übersiedelte, der Arbeit der Akademie und der Rechtspolitik denn auch aufs engste verbunden. Sein Versuch, sich 1939 von der lästigen Aufsicht des Reichsjustiz- und Reichsinnenministeriums, welche ihn vor allem hinsichtlich etwaiger Satzungsänderungen, aber auch in finanziellen Fragen von Gürtner und Frick abhängig machte, zu befreien und die Akademie seiner Aufsicht als Minister zu unterstellen, blieb allerdings ohne Erfolg (BA, R 2/24103).</p>
                <p>Die Präsidentschaft Franks endete im August 1942, nachdem bereits seit seiner Ernennung zum Generalgouverneur in Polen am 12. Oktober 1939 die Geschäfte praktisch vom stellvertretenden Präsidenten geführt worden waren. Mit Urkunde vom 20. August entband Hitler Frank von seinem Amt als Präsi-dent der Akademie. Es traf jedoch nicht zu, wenn Frank seinem Stellvertreter Professor Emge mitteilte, der Grund für die Entlassung sei die &quot;überfüllte und stets steigende Last&quot; seiner Aufgaben im Generalgouvernement. Frank hatte vielmehr den Unwillen Hitlers erregt, weil er zwischen dem 9. Juni und 21. Juli 1942 an den Universitäten Berlin, München und Heidelberg sowie an der Akademie der Wissenschaften in Wien in vier Reden Recht, richterliche Unabhängigkeit, persönliche Freiheit und Menschlichkeit gegen den Polizeistaat verteidigt hatte (vgl. H. Weinkauff, Die deutsche Justitz und der Nationalsozialismus, 1968, S. 74, 161f.) Dieser Alleingang, der vor allen Dingen gegen Himmler und Bormann gerichtet war, führte außerdem zu einem Redeverbot und dem Verlust seiner Stellung als Reichsrechtsführer und Leiter des Reichsrechtsamtes, das aufgelöst wurde.</p>
                <p>Damit verbunden war auch ein Wechsel im Amt des stellvertretenden Präsidenten, der nach der Satzung von 1934 vom Präsidenten zu ernennen und von beiden aufsichtsführenden Ministerien zu bestätigen war. Frank war seit 1937 durch den ordentlichen Professor für Rechtsphilosophie an der Universität Berlin Dr. Carl Emge vertreten worden, nachdem der 1933 berufene Vizepräsident Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Kisch, ordentlicher Professor für Zivilprozessrecht und deutsches bürgerliches Recht an der Universität München und Lehrer Franks aus Gesundheitsgründen sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. An Emges Stelle trat im November 1942 der Staatssekretär im Reichsjustizministerium Dr. Rothenberger. Ob nach der Entlassung (Januar 1944) Rothenbergers als Staatssekretär sein Nachfolger Herbert Klemm ebenfalls noch zum stellvertretenden Präsidenten der Akademie berufen wurde, ist nicht festzustellen.</p>
                <p>Zweites Organ der Akademie war neben dem Präsidenten das Präsidium. Hervorgegangen aus dem im Gesetz von 1933 vorgesehenen Führerrat der Akademie, hatte es die Aufgabe, den Präsidenten zu unterstützen und zu beraten, den Haushalt festzustellen und die Vorprüfung der Haushaltsrechnung vorzunehmen. Nach der 1937 erlassenen Verwaltungsordnung gehörten ihm kraft Amtes der Präsident, sein Stellvertreter, der Schatzmeister und der Leiter der wissenschaftlichen und rechtspolitischen Arbeiten an. Dazu konnte der Präsident weitere Mitglieder der Akademie ins Präsidium berufen, das mindestens einmal jährlich tagen sollte.</p>
                <p>Nach der neuen Verwaltungsordnung vom 10. Juni 1943 traten als neue ständige Mitglieder die Reichsminister der Justiz und des Innern hinzu. Auch der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei Lammers gehörte dem Präsidium an. Die Leitung der eigentlichen Arbeit der Akademie auf den Gebieten der Rechtspolitik und Rechtsforschung lag bei dem Leiter der wissenschaftlichen und rechtspolitischen Arbeiten, der vom Präsidenten aus der Reihe der Mitglieder berufen wurde und den Abteilungen für Rechtsgestaltung und Rechtsforschung ihre Richtlinien gab und ihre Aufgaben zuwies. Dieses für die Arbeit der Akademie besonders nach der starken Inanspruchnahme Franks durch seine Aufgaben im Generalgouvernement wichtige Amt wurde zunächst von Staatssekretär Freisler, später vom stellvertretenden Präsidenten ausgeübt.</p>
                <p>Solange die Akademie ganz oder zu einem erheblichen Teil von der freiwilligen Spenden der fördernden Mitglieder getragen wurde, war der Schatzmeister von großer Bedeutung. Ihm oblag die gesamt Finanz- und Vermögensverwaltung, vornehmlich die Überwachung des Haushalts und aller Verträge, die die Finanzen der Akademie berührten. Die Funktion hatte von Anfang an ein enger Vertrauter Franks inne, Generaldirektor Arendts, der sie bis zu ihrer Abschaffung im Jahre 1942 behielt. An Einfluss hatte der Schatzmeister jedoch bereits 1939 verloren, seit das Reich einen immer größeren Zuschuss zum Akademieetat leistete und seine Kontrolle damit immer stärker wurde.</p>
                <p>Die allgemeinen Fragen der Organisation, der Verwaltung und des Personalwesens der Akademie für Deutsches Recht sowie die Verbindung zu den Reichsbehörden lagen beim Direktor der Akademie. Diese Stelle bekleidete seit 1933 Dr. Karl Lasch bis zu seiner Ernennung zum Gouverneur des Distrikts Radom 1939. Danach übernahm zunächst als stellvertretender Direktor Diplomvolkswirt Dr. Gaeb das Amt, das er bis 1945 behielt. Die Mitglieder der Akademie gliederten sich in verschiedene nach ihren Rechten und Aufgaben unterschiedene Gruppen. Den Kern bildeten die auf zunächst vier Jahre berufenen 300 ordentlichen Mitglieder; die Zahl wurde 1943 beibehalten, die Mitgliedschaft auf 10 Jahre verlängert. Die Begrenzung auf eine relativ kleine Zahl sollte nach Franks Absicht den elitären Charakter der Akademie hervorheben und bei ihren Mitgliedern ein Elitebewußtsein erwecken. Neben Rechts-, Staats- und Wirtschaftswissenschaftlern, Rechtsanwälten und hohen Beamten gehörten dazu auch einige korporative Mitglieder, so u.a. die juristischen und staatswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten, die von ihren Dekanen vertreten wurden. Außerordentliche Mitglieder kraft Amtes waren die Reichsminister der Justiz und des Innern. Als korrespondierende Mitglieder wurden Ausländer aufgenommen, die an der Akademiearbeit interessiert und bereit und qualifiziert waren, einen Beitrag zu dieser Arbeit zu leisten.</p>
                <p>Die fördernden Mitglieder sollten die Akademie finanziell unterhalten. Es handelte sich dabei meist um Wirtschaftsunternehmen, die zum Teil aktiv gewor- ben wurden und für die Ehre, der Akademie formell anzugehören, einen je nach finanziellem Vermögen unterschiedlichen Beitrag zu leisten bereit waren. Dieses Finanzierungssystem besaß den Nachteil, dass es eine finanzielle Abhängigkeit von den Spenden schuf und den Verdacht auf eine Beeinflussung der Akademiearbeit durch die Spender erwecken konnte. Es wurde durch das Verbot jeglicher Annahme von Spenden 1942 beseitigt.</p>
                <p>Die Arbeit der Akademie wurde in den Abteilungen für Rechtsgestaltung und Rechtsforschung geleistet. In ihnen waren alle ordentlichen Mitglieder der Akademie organisiert, überwacht und geleitet vom Leiter der wissenschaftlichen und rechtspolitischen Arbeiten. Die Abteilung für Rechtsgestaltung, zu der alle ordentlichen Mitglieder gehörten, hatte die Hauptlast zu tragen. In zahlreichen (bis über 70) im Laufe der Jahre wechselnden Ausschüssen, die sich oft in Haupt-, Unter- und Sonderausschüsse sowie Arbeitsgemeinschaften gliederten oder Zentralausschüsse bildeten, beriet sie aktuelle Fragen der Rechtspolitik und wirkte an den Gesetzesvorbereitungen der Ministerien durch Vorschläge, Stellungnahmen, Gutachten und Entwürfe mit. Thierack konnte beim zehnjährigen Bestehen der Akademie im Juni 1943 auf eine stattliche Anzahl von Gesetzen hinweisen, an denen sie bis 1941 maßgeblich beteiligt gewesen war, darunter die Deutsche Gemeindeordnung und das Wehrgesetz von 1935, das Deutsche Beamten- und das Aktiengesetz von 1937, das Jugendschutz- und das Ehegesetz von 1938, das Gesetz über die Einführung der Pflichtversicherung 1939. Besonders intensiv beschäftigte die Abteilung für Rechtsgestaltung sich mit der Strafrechtsreform und der Schaffung eines neuen Volksgesetzbuches.</p>
                <p>Nach Kriegsbeginn wurden zahlreiche Ausschüsse suspendiert und, als der Krieg länger andauerte, auch aufgelöst. Dennoch kam die Arbeit nicht zum Erliegen. Es verschob sich lediglich das Gewicht nunmehr auf alle mit dem Krieg zusammenhängende Materien, z.B. Luftschutzrecht und vor allem Nationalitäten- und Völkerrecht. In den entsprechenden Ausschüssen wurden Fragen einer Neuordnung des europäischen Kontinents, aber auch der See- und Landkriegsführung und der Beziehungen zu den USA eingehend behandelt. Auf Verlangen Franks nahm die Akademie auch zu Fragen der deutschen Politik im Osten und einer Neugestaltung des Generalgouvernements Stellung; sie erstattete einen Geheimbericht vom Januar 1940: &quot;Rechtsgestaltung deutscher Polenpolitik nach volkspolitischen Gesichtspunkten&quot; (BA, R 61/243, Dokument 661-PS des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher). Noch 1942 besaß die Akademie 76 Ausschüsse mit elf Unterausschüssen. Nachdem nach und nach alle Ausschüsse, die sich mit Friedensthemen befasst hatten, suspendiert worden waren oder ihre Arbeit abgeschlossen hatten, blieben Ende 1943 nur noch Ausschüsse mit unmittelbar kriegswichtigen Aufgaben bestehen, darunter die Ausschüsse für Sozialversicherung und Völkerrecht. Auch die an der Ausarbeitung des geplanten Volksgesetzbuches beteiligten Ausschüsse stellten ihre Arbeit ein, bis auf den Hauptausschuss, der aber nur die notwendigen Arbeiten weiterführte.</p>
                <p>Die wissenschaftliche Arbeit wurde innerhalb der Akademie für Deutsches Recht von der Abteilung für Rechtsforschung wahrgenommen. In diese Abteilung wurden nur Wissenschaftler berufen. Ihre Aufgabe war die Erforschung der Geschichte, Methodenlehre und Erkenntnis des Rechts und später auch der Wirtschaft; sie tagte in Arbeitsgemeinschaften, die in Klassen zusammengefasst waren. Zunächst bestanden drei Klassen, von denen sich die Klasse I mit der Erforschung der Geschichte und Grundfragen des Rechts, Klasse II mit der Erforschung des Rechts von &quot;Volk und Reich&quot; und Klasse III mit der Erforschung des &quot;volksgenössischen&quot; Rechtslebens befaßten. An der Spitze jeder Klasse stand ein Klassenobmann. Die Geschäftsführung lag bei einem Klassensekretär. Die Ämter waren zunächst wie folgt besetzt:</p>
                <p>Klasse I: Obmann: Prof. Dr. Heymann, Sekretär: Prof. Dr. Felgentraeger</p>
                <p>Klasse II: Obmann: Prof. Dr. von Freytag-Loringhoven, Sekretär: Prof. Dr. Weber</p>
                <p>Klasse III: Obmann: Prof. Dr. Hedemann, Sekretär: Prof. Dr. Lange</p>
                <p>Nach Kriegsbeginn gab es nur noch Klassensekretäre, und zwar für Klasse I Prof. Dr. Heymann, für Klasse II Prof. Dr. Gleispach, für Klasse III Prof. Dr. Hueck.</p>
                <p>Die Abteilung für Rechtsforschung gab die Schriftenreihe, die Arbeitsberichte und das Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht und ab 1941 auch &quot;Das deutsche Rechtsschrifttum&quot; heraus. Sie betreute daneben die Vierteljahresschrift &quot;Deutsche Rechtswissenschaft&quot; und die Sammlung außerdeutscher Strafgesetzbücher. Im Rahmen der Abteilung bestand ein Ausschuß zur Überprüfung der rechtswissenschaftlichen Studienordnung, der 1939 seine Ergebnisse dem Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vorlegte. 1940 trat mit zunehmender Bedeutung wirtschaftlicher Fragen eine vierte Klasse ins Leben, der die Erforschung der &quot;völkischen Wirtschaft&quot; oblag, und die den Behörden und Dienststellen die Ergebnisse der Wirtschaftswissenschaft für die Durchführung praktischer Aufgaben zugänglich machen sollte.</p>
                <p>Im August 1944 wurde auf Anweisung des Präsidenten die Arbeit der noch bestehenden Ausschüsse und Arbeitsgemeinschaften &quot;für die weitere Dauer des Krieges&quot; wie auch die Förderung der einzelnen Mitglieder erteilten speziellen Forschungsaufträge eingestellt (Schreiben Thieracks an Lammers vom 12.8.1944, BA, R 43 II/1510a).</p>
                <p>Über die korrespondierenden Mitglieder hielt die Akademie regen Kontakt mit dem Ausland. Besuche ausländischer Wissenschaftler, Studierender, aber auch Politiker waren häufig. Daneben waren ihr die deutschen Sektionen verschiedener ausländischer Institutionen angeschlossen. Andererseits war man bemüht, durch Errichtung neuer Gesellschaften oder engen Kontakt zu bestehenden Gesellschaften im Inland den Einflussbereich der Akademie zu erweitern. Für die Auslandsarbeit bestand eine eigene Abteilung in der Verwaltung der Akademie, von der die Verbände betreut wurden; soweit es sich um rein deutsche Organisationen handelte, lag die Betreuung bei den Fachreferaten der Abteilung für Rechtsgestaltung.</p>
                <p>In der Zeit ihres Bestehens waren der Akademie für Deutsches Recht folgende Verbände angeschlossen:</p>
                <p>1. Deutsche Sektion des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften</p>
                <p>2. Deutsche Landesgruppe der International Law Association</p>
                <p>3. Deutsche Arbeitsgemeinschaft für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e.V.</p>
                <p>4. Internationale Vereinigung für Finanz- und Steuerrecht</p>
                <p>5. Deutsche Gesellschaft für Finanz- und Steuerrecht</p>
                <p>6. Deutsche Gesellschaft für Gefängniskunde (seit 1935 angeschlossen)</p>
                <p>7. Gesellschaft für Rechts- und Staatswissenschaften in Wien</p>
                <p>8. Gesellschaft für deutsches Strafrecht</p>
                <p>9. Arbeitsgemeinschaften:</p>
                <p>a) für die Deutsch-Bulgarischen Rechtsbeziehungen</p>
                <p>b) für die Deutsch-Italienischen Rechtsbeziehungen</p>
                <p>c) für die Deutsch-Polnischen Rechtsbeziehungen (bis 1939)</p>
                <p>d) für die Deutsch-Ungarischen Rechtsbeziehungen</p>
                <p>Bibliothek und Veröffentlichungen</p>
                <p>Schon frühzeitig begann die Anlage einer Präsenzbibliothek für die in der Akademie arbeitenden Wissenschaftler. Es war das Ziel Franks, diese Biblio- thek zu einer zentralen Sammelstelle des gesamten bedeutenden Rechtsschrifttums und seiner verwandten Gebiete auszubauen. Den Grundstock bildete der Ankauf der Bibliothek des 1930 verstorbenen Rechtshistorikers Prof. Karl von Amira; später kam ebenfalls durch Ankauf die Bibliothek des Münchener Rechtswissenschaftlers Prof. Konrad Beyerle hinzu. Weitere Zugänge aus verschiedenen Quellen, meist durch Abgaben von Behörden (so z.B. die Bibliothek des früheren Reichskolonialamtes, die Dublettenbestände des Reichsarchivs in Potsdam sowie Dubletten ausländischer Gesetzes- sammlungen und Zeitschriften aus der Reichstagsbibliothek) brachten den Bestand bis 1937 auf rund 60.000 Veröffentlichungen. In erster Linie sollte die Bibliothek zwar der Akademie dienen, jedoch stand sie grundsätzlich jedem qualifizierten Interessenten offen.</p>
                <p>Der Bibliothek war ein &quot;Archiv&quot; angeschlossen, das auf Weisung Franks</p>
                <p>1. eine &quot;Kartei jüdisch-juristischer Verfasser&quot; erstellte, die die &quot;Ausmerzung des jüdischen Schrifttums aus der Bibliothek bzw. Abstellung in eine Sonderabteilung&quot; zum Ziel hatte, darüber hinaus aber mithelfen sollte, aus sämtlichen öffentlichen oder Studienzwecken dienenden Büchereien die Werke jüdischer Autoren zu entfernen und in eigene Abteilungen zu überführen, &quot;die das Wirken der Juden und des jüdischen Volkes anzeigen&quot; sollten;</p>
                <p>2. eine Kartei allgemein juristischer Verfasser nach Autoren und Werken bearbeitete. Ferner waren eine Sammlung von Juristenporträts, eine Presseausschnittssammlung zu den Themen &quot;Recht in der Presse&quot; und &quot;Akademie in der Presse&quot; sowie eine Zeitschriften-Aufsatzsammlung aus dem gesamten rechtswissenschaftlichen Schrifttum in Arbeit.</p>
                <p>In den Händen des ersten Bibliotheksleiters Utschlag lag auch die Gestaltung einer großen rechtshistorischen und allgemein über das Recht informierenden Ausstellung, die die Akademie in Verbindung mit der juristischen Fakultät der Universität München anlässlich der Jahrestagung 1936 unter der Bezeichnung &quot;Das Recht&quot; in München veranstaltete.</p>
                <p>Über die laufende Arbeit der Akademie und über aktuelle Fragen des Rechts informierte die bereits 1934 ins Leben gerufene Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht, die zunächst von einem eigenen Schriftenamt betreut, schließlich 1937 an die C-H. Becksche Verlagsbuchhandlung übertragen wurde und dort bis 1944 erschien. Sie brachte neben ausführlichen Berichten über die repräsentativen Veranstaltungen im Rahmen der Akademie (häufig auch als Sonderbeilagen oder Festausgaben) Aufsätze, Nachrichten über organisatorische Änderungen und die Tätigkeit der Arbeitsgremien der Akademie sowie Buchbesprechungen. Daneben veröffentlichte die Zeitschrift ab 1935 Gerichtsentscheidungen grundsätzlicher Natur. Die Entscheidungen wurden der Akademie von den Gerichten über das Reichsjustizministerium zugeleitet. Als Herausgeber fungierte der Präsident, Hauptschriftleiter war zunächst Direktor Dr. Lasch, danach Kammergerichtsrat Dr. Lauterbacher.</p>
                <p>Als zweite Zeitschrift erschien ab dem 1. Januar 1939 vierteljährlich die Deutsche Rechtswissenschaft, die mit Einverständnis des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom bisherigen Herausgeber Prof. Dr. Karl August Eckhardt an die Abteilung für Rechtsforschung überging. Sie brachten Abhandlungen, Beiträge und Buchbesprechungen. Die Akademie gab ferner die Zeitschrift für Wehrrecht heraus und war beteiligt bei der Herausgabe der Zeitschrift der Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz, der Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft, der Blätter für Gefängniskunde und des Gerichtssaals.</p>
                <p>Einen Überblick über die Arbeit innerhalb eines Jahres sollte das Jahrbuch der Akademie für Deutsches Recht geben. Es wurde ebenfalls herausgegeben vom Präsidenten und bot in den ersten Ausgaben einen guten Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen in der Akademie und ihre Ausschussarbeit, während später größere Abhandlungen zu einzelnen Fragen überwogen. Detaillierte Auskunft über die Ausschusstätigkeit war in den ersten Jahren aus den Arbeitsberichten zu gewinnen, die in kleiner Auflage, im Umdruckverfahren hergestellt, nur zur vertraulichen Information von Parteistellen und Behör- den gedacht waren und nicht weiter in Umlauf gebracht werden sollten. Daneben bestand eine weitere - öffentliche - Serie Arbeitsberichte der Akademie für Deutsches Recht, in denen die Vorsitzenden die Arbeitsergebnisse ihrer Ausschüsse veröffentlichten.</p>
                <p>Für umfangreichere wissenschaftliche Arbeiten, die aus der Akademie hervorgegangen waren, sollte die Schriftenreihe der Akademie für Deutsches Recht dienen, von der ca. 80 Bände erschienen; sie war nach Sachgebieten in einzelne Gruppen unterteilt. Schließlich führte die Akademie die vom Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft veranstaltete Sammlung außerdeutscher Strafgesetzbücher fort und publizierte bei besonderen Anlässen einzelne Schriften, z.B. zur Eröffnung des Hauses des Deutschen Rechts.</p>
                <p>Finanzierung und Vermögen</p>
                <p>In seinen Erinnerungen betont Frank 1946 die von &quot;Reich, Staat und Partei&quot; unabhängige Finanzierung der Akademie für Deutsches Recht, mit der er die tatsächliche Überparteilichkeit seines Instituts zu wahren gehofft habe. In der Tat wurde die Akademie in den ersten Jahren ihrer Existenz fast völlig durch Spenden Dritter unterhalten, der fördernden Mitglieder, zu denen Privatleute wie auch Wirtschaftsunternehmen gehörten. Das Reichsjustizministerium hatte seine Zustimmung zur Übernahme auf das Reich ebenfalls davon abhängig gemacht, dass die Akademie sich selbst tragen müsse. Im Rechnungsjahr 1935/36 erreichte das Spendenaufkommen die Rekordhöhe von über 1 Million RM, und 1936 brachten 70 Spender noch etwas über 500.000 RM auf. Dies genügte zur Deckung der Ausgaben, insbesondere da das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung einen einmaligen Betrag von 250.000 RM zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten zur Verfügung gestellt hatte. Dagegen ergab sich bereits 1937 trotz eines Spendenaufkommens von fast 700.000 RM bei 94 Spendern ein Fehlbetrag, der aus Spenden für das Rechnungsjahr 1938 gedeckt werden mußte.</p>
                <p>Im März 1938 erklärte Generaldirektor Arendts, der Schatzmeister der Akademie, in einer Besprechung mit dem zuständigen Referenten des Reichsfinanzministeriums, an der auch Direktor Lasch teilnahm, &quot;daß die Akademie anstrebe, daß ihr ganzer Haushalt mit rund 750 - 800.000 RM im Verlauf von etwa 3 Jahren allmählich völlig durch Beiträge des Reichs getragen&quot; werde, und begründete das mit dem &quot;Ziel, sie zur Gesetzgebungseinrichtung des Reichs auszubauen.&quot; Noch im selben Monat bat er das Reichsfinanzministeriums um einen Zuschuss von 250.000 RM für den Personal- und Sachhaushalt im Etatsjahr 1938/39. In seinem Prüfungsbericht für die Jahre 1936-1937 vom 24. März 1939 vertrat auch der Rechnungshof des Deutschen Reiches die Auffassung, dass eine Fortsetzung der bisherigen Finanzierungsart mit dem Ansehen des Reiches nicht vereinbar sei; es sei Pflicht des Reiches, die Finanzierung der Aufgaben &quot;auf eine einwandfreie Grundlage zu stellen&quot; (BA, R 2/24103). Dies wurde unerlässlich, nachdem auf Grund des Sammlungsgesetzes vom 5. November 1934 der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers im Juli 1939 eine Sammlungsgenehmigung für die Akademie endgültig abgelehnt hatte. Damit mußte auch die Werbung einge- stellt werden, für die man sich eines eigenen Werbefachmanns bedient hatte. Im Rechnungsjahr 1939/40 gingen die Spenden auf 290.000 RM zurück, und es wurde erstmals ein Zuschuss des Reichs von etwa 480.000 RM zu den laufenden Kosten gewährt, womit diese nun überwiegend vom Reich getragen wurden. Zwar stiegen 1940/41 die Spendenerträge nochmals etwas an, die für 1942 bereits eingegangenen Spenden wurden jedoch auf Weisung Thieracks der Dankspendenstiftung des Deutschen Volkes überwiesen. Die Akademie für Deutsches Recht wurde nunmehr völlig aus dem Reichshaushalt finanziert.</p>
                <p>Erhebliche finanzielle Mittel verwandte die Akademie für Deutsches Recht auf eine repräsentative Unterbringung. Für die Berliner Geschäftsstelle wurden am 6. Juni 1935 aus einer Zwangsversteigerung Haus und Grundstück Leipziger Platz 15 von der Vermögenstreuhandverwaltung der Frau Lachmann-Mosse zum Preis von 1,25 Millionen RM erworben. Von dem Kaufbetrag wurde eine Million RM durch acht Hypotheken einer Gruppe von Versicherungsanstalten aufgebracht, für die das Reich zu Lasten des Haushaltes des Reichsjustizministeriums den Zins- und Tilgungsdienst übernahm; das war der Grund für die Satzungsänderung, dass im Falle der Auflösung der Akademie deren Vermögen an das Reich fallen sollte. Die Höhe des vom Reich jährlich zu leistenden Beitrags belief sich auf 50.000 RM für die Dauer von 25 Jahren. Der Restkaufpreis von 250.000 RM sollte zinslos in fünf Jahresraten zu 50.000 RM abgezahlt werden, die aus Spenden aufgebracht werden sollten.</p>
                <p>Wesentlich aufwändiger war die Errichtung eines &quot;Hauses des Deutschen Rechts&quot; am Sitz der Akademie in München. Die ersten Pläne von Januar bis Juni 1936 sahen drei Bauteile vor, für die über 5.3 Millionen RM veranschlagt wurden. Im Verlauf der Verhandlungen schrumpfte das Mammutprojekt auf zwei Bauabschnitte zusammen. Zum Bauteil I, Vorderhaus und Lesehalle, wurde am 24. Oktober 1936 anlässlich der zweiten Jahrestagung der Akademie von Reichsminister Rust der Grundstein gelegt. Die Kosten sollten sich auf 2,2 Millionen RM belaufen, die durch ein Darlehen der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte aufgebracht wurden, dessen Zins- und Tilgungsdienst das Reich übernahm. Bereits am 31. Oktober 1937 konnte die Akademie das Richtfest, am 13. Mai 1939 die Eröffnung des Bauteils I feiern. Als Bauteil II wurde das frühere Max-Joseph-Stift, das renoviert und durch einen Festsaal erweitert werden sollte, zum Preis von über 1,3 Millionen RM erworben; dafür wurde im Juni 1938 von der Reichsversicherungsanstalt in Höhe von 2,2 Millionen RM ein weiterer Kredit aufgenommen, dessen Rest von 900.000 RM jedoch eingefroren wurde, als nach Kriegsausbruch die Baumaßnahmen eingestellt wurden.</p>
                <p>Verwaltung und Registraturwesen</p>
                <p>Der Verwaltungsapparat der Akademie entstand ab Juli 1934 allmählich. Zunächst wickelte sich der Dienstbetrieb zum überwiegenden Teil in dem Berliner Dienstgebäude ab; daneben bestand eine kleine Geschäftsstelle vornehmlich zur Errichtung der geplanten umfangreichen Bibliothek am Sitz in München. Erst nach Fertigstellung des Bauteils I des Hauses des Deutschen Rechts im Jahre 1939 begann man auch dort mit dem Aufbau einer größeren gegliederten Geschäftsstelle, deren Leitung in die Hände eines eigenen Referenten gelegt wurde.</p>
                <p>Nach der Geschäftsordnung, die die Akademie im September 1935 dem Reichsjustizministerium vorlegte (BA, R 22/198), war die Verwaltung in Abtei- lungen gegliedert, an deren Spitze jeweils ein Referent, unterstützt von einem Assistenten, stand. Bei den Referenten handelte es sich um Assessoren oder beurlaubte jüngere Beamte in den Eingangsstellungen ihrer Laufbahn, vorausgesetzt wurden volkswirtschaftliche Kenntnisse. Dem Präsidenten diente eine Präsidialkanzlei als persönliches Büro. Die Leitung des gesamten Dienstbetriebs lag beim Direktor der Akademie, dem ein persönlicher Referent zur Verfügung stand. Der Direktor hatte auch die Leitung des Arbeitsgebiets Organisation, bei dem die Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen lag. Der Bürodienst wurde von einem Personalreferenten geleitet, dem neben der Personalbearbeitung auch Registratur- und Kanzleiwesen, Haus- und Grundstücksverwaltung sowie Aufgaben der Haushaltsüberwachung übertragen waren. Weitere Referenten standen den Ausschussvorsitzenden der Abteilung für Rechtsgestaltung zur Seite, und zwar im allgemeinen einer für vier Ausschüsse. Den Sekretären der drei Forschungsklassen waren dagegen nur Assistenten beigeordnet.</p>
                <p>Für die gesamte Finanz- und Vermögensverwaltung, die Aufstellung des Haushalts, die Kassen- und Buchführung, Rechnungslegung, für Vertragsab- schlüsse und die übrige Haushaltsführung stellte der Schatzmeister die nötigen Kräfte mit Ausnahme eines Werbefachmanns und einer Hilfskraft unentgeltlich zur Verfügung.</p>
                <p>Die Auslandsabteilung, welche neben der Pflege der Auslandskontakte auch die Überwachung des ausländischen Publikationen, den Zeitschriften- und Literaturaustausch sowie die Geschäftsführung der angeschlossenen internationalen Gesellschaften und Vereinigungen bearbeitete, war mit einem Referenten und dessen Stellvertreter, einer wissenschaftlichen Assistentin, einer Dolmetscherin und einem (nebenamtlichen) Hilfsarbeiter für slavische Sprachen relativ stark besetzt.</p>
                <p>Die Verwaltungsordnung der Akademie von 1937 fasste die bisherigen Organisationsformen zu neun Verwaltungsstellen zusammen, die im Januar 1938 je nach Aufgabengebiet ein bis sieben Referate umfassten. Diese Referate entsprachen den vorherigen Abteilungen. Am umfangreichsten war die Verwaltungsstelle für Rechtsgestaltung mit sieben Referaten (I - VII). Die Verwaltungsstelle für Zeitschriften und Pressewesen hatte zwei (X, XI), die übrigen (Rechtsforschung, Büchereiwesen und Auslandsverkehr) hatten nur je eines (VIII, IX, XII), desgleichen die Verwaltungsstellen für Kassen- und Rechnungswesen (XIV), Organisationswesen (XV) und Personal- und Kanzleiwesen (XIII), die jedoch zusätzlich unter einem Zentralreferat zusammengefasst waren. Daneben bestand als &quot;Rechtsamt der ADR&quot; ein Referat XVI (Justitiariat).</p>
                <p>Diese Organisation bestand im Prinzip auch während des Krieges weiter, jedoch mit den dadurch bedingten einschneidenden Personalbeschränkungen, die zu Beginn praktisch zu einer Lahmlegung des gesamten Akademieapparats führten, später aber doch die Aufrechterhaltung des Betriebes erlaubten. Nach der Stillegung der Arbeiten der Akademie, deren Büros am 10. Januar 1944 in das Gebäude des Reichsjustizministeriums in der Wilhelmstraße 65 verlegt wurden, wurde Ende 1944 der größte Teil des Personals freigegeben, jedoch arbeiteten Teile (Finanzwesen) noch bis zum März 1945.</p>
                <p>Die bei der Tätigkeit der Akademie entstehenden Akten wurden zunächst in sogenannten Abteilungsregistraturen, d.h. Schriftgutablagen der einzelnen Referenten geführt. Erst 1938 begann die mindestens teilweise Zusammenfassung des bisher angefallenen Schriftgutes in einer Zentralregistratur. Mit der Ausführung war der für das Kanzleiwesen verantwortliche Referent betraut. Zuerst wurden die Registraturgeschäfte der Abteilung für Rechtsgestaltung, später die des Hauptverwaltungsbüros (ohne die Personalakten) übernommen. Von einer Abgabe der Aktenführung der Abteilung für Rechtsforschung an die Zentralregistratur wurde zunächst abgesehen. Die Registratur der Auslandsabteilung blieb selbständig. Über spätere Änderungen im Registraturwesen konnte nichts Wesentliches ermittelt werden. Bei der Einrichtung des Hauses des Deutschen Rechts in München wurde auch dort eine Registratur eingerichtet.</p>
                <p>Es ist sicher, dass seit der Registraturzusammenlegung von 1938 die entsprechenden Akten nach einem einheitlichen und systematisch gegliederten Aktenplan abgelegt wurden. Nach dem Stand von 1940 umfasste dieser Plan (BA, R 61/34) sieben Hauptgebiete, die sich in drei Gruppen und in Unter- gruppen gliederten. Der Aktenplan war nach dem Dezimalsystem mit vierstelligen Ziffern aufgebaut, denen bei Bedarf durch Schrägstrich eine weitere Ziffer sowie eine Jahreszahl angefügt werden konnten. Neben dem bei der Verwaltungstätigkeit anfallenden Aktenschriftgut erwuchs ein umfangreicher, für die Akademie und ihre Arbeit charakteristischer Schriftgutkomplex in Gestalt von Sitzungsprotokollen der Ausschüsse und sonstigen Fachgremien, die zum Teil auf umfangreichen stenografischen Mitschriften beruhen. Ausfertigungen wurden in der Registratur und im &quot;Archiv&quot; der Zeitschriften- und Presseabteilung aufbewahrt. Sie bilden den wichtigsten Teil des Bestandes.</p>
                <p>Zeittafel zur Geschichte der Akademie</p>
                <p>1933</p>
                <p>26. Juni Konstituierung im Bayerischen Jusitzministerium</p>
                <p>22. September Verleihung der Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts in Bayern durch bayerisches Gesetz</p>
                <p>2. Oktober Feierliche Proklamation der Akademie für Deutsches Recht auf dem Deutschen Juristentag in Leipzig</p>
                <p>5. November 1. Vollsitzung in Berlin</p>
                <p>1934</p>
                <p>1. Januar Eröffnung der Berliner Büros</p>
                <p>29. Januar 2. Vollsitzung</p>
                <p>17. März 3. Vollsitzung</p>
                <p>26. Mai Gründung der Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht</p>
                <p>26. Juni 1. Jahrestagung in München, zugleich 4. Vollsitzung</p>
                <p>11. Juli Erhebung zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft des Reichs durch Reichsgesetz</p>
                <p>9. August Ernennung des bisherigen Führers der Akademie, Dr. Hans Frank, zum Präsidenten</p>
                <p>13. November 5. Vollsitzung in Berlin</p>
                <p>18.-22. November Bulgarienreise Franks</p>
                <p>19. Dezember Ernennung Franks zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich</p>
                <p>1935</p>
                <p>27. Februar 6. Vollsitzung</p>
                <p>26.-28. Juni Zweite Jahrestagung mit Festakt in Anwesenheit Hitlers, zugleich 7. Vollsitzung</p>
                <p>21. August Festsitzung anlässlich des XI. Internationalen Kongresses für Strafrecht und Gefängniswesen, zugleich 8. Vollsitzung</p>
                <p>15. Oktober Einweihung des Gebäudes in Berlin, Leipziger Platz 15</p>
                <p>16. Oktober Satzungsänderung</p>
                <p>30. November 9. Vollsitzung</p>
                <p>1936</p>
                <p>28. Februar 10. Vollsitzung</p>
                <p>12.-17. März Polenreise Franks auf Einladung der Universität Warschau</p>
                <p>2.-8. April Besuch Franks in Rom</p>
                <p>2. Juni Festsitzung anlässlich des Internationalen Kongresses für gewerblichen Rechtsschutz</p>
                <p>21.-24. Oktober 3. Jahrestagung, zugleich 11. Vollsitzung, Grundsteinlegung zum Haus des Deutschen Rechts und Eröffnung der Ausstellung &quot;Das Recht&quot;</p>
                <p>15. Dezember Präsidialsitzung in Berlin mit Verkündung der Anordnung des Präsidenten über den inneren Aufbau</p>
                <p>1937</p>
                <p>1. Januar Übernahme der Deutschen Juristenzeitung in die Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht</p>
                <p>1. März Baubeginn am Haus des Deutschen Rechts</p>
                <p>3. März Gründung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht und Weltpolitik</p>
                <p>1. April Erlass einer Verwaltungsordnung durch den Präsidenten</p>
                <p>10. Mai 12. Vollsitzung</p>
                <p>11. Mai Konstituierung der Arbeitsgemeinschaft für die Deutsch-Polnischen Rechtsbeziehungen</p>
                <p>17. Mai Eröffnung eines Lehrstuhls für Deutsches Recht an der Universität Sofia durch Direktor Lasch</p>
                <p>19. Juni Konstituierung der Abteilung für Rechtsforschung der Akademie für Deutsches Recht (mit 1. Klassensitzung)</p>
                <p>28.-31. Oktober 4. Jahrestagung in München, zugleich 13. Vollsitzung und Veranstaltung der Vereinigung der ausländischen Freunde der Akademie für Deutsches Recht</p>
                <p>2. November Gründung der Arbeitsgemeinschaft für die Deutsch-Italienischen Rechtsbeziehungen</p>
                <p>Dezember Preisausschreiben: &quot;Staat und Partei in Italien&quot;</p>
                <p>1938</p>
                <p>1. Juni Eröffnung einer Gastvortragsreihe an der Universität Wien</p>
                <p>16.-18. Juni 5. Jahrestagung in München, zugleich 14. Vollsitzung</p>
                <p>1939</p>
                <p>13. Mai Feierliche Einweihung des Hauses des Deutschen Rechts</p>
                <p>Juli Verbot der weiteren Erhebung von Spenden</p>
                <p>12. Oktober Ernennung Franks zum Generalgouverneur für die besetzten polnischen Gebiete</p>
                <p>13. Oktober Ernennung von Direktor Dr. Lasch zum Distriktsgouverneur in Radom und Übernahme der Vertretung durch Dr. Gaeb</p>
                <p>1940</p>
                <p>10. Januar Errichtung der IV. Klasse (Erforschung der völkischen Wirtschaft) in der Abteilung für Rechtsforschung</p>
                <p>22.-24. November 7. Jahrestagung in München mit Vollsitzung</p>
                <p>1942</p>
                <p>9. Juni bis 21. Juli Reden Franks in Berlin, Wien, München und Heidelberg gegen den Polizeistaat</p>
                <p>20. August Entlassung Franks als Präsident und Berufung des Reichsjustizministers Dr. Thierack</p>
                <p>Oktober Rücktritt des stellvertretenden Präsidenten Prof. Dr. Emge</p>
                <p>3. November Berufung von Staatssekretär Dr. Rothenberger zum stellvertretenden Präsidenten</p>
                <p>1943</p>
                <p>9. Juni Verkündung einer neuen Satzung der Akademie für Deutsches Recht</p>
                <p>1944</p>
                <p>10./12. Januar Verlegung der Geschäftsstelle Berlin in das Reichsjustizministerium</p>
                <p>12. August Stilllegung aller rechtspolitischen und wissenschaftlichen Arbeiten</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsjustizprüfungsamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5754 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Personal- und Kostenangelegenheiten 1930-1944 (11), Bestimmungen und Verordnungen 1915-1944 (10), Prüfungswesen: Prüfungsstellen 1931-1945 (10), Prüfungen und Ergebnisse 1898-1945 (12); Gemeinschaftslager Hanns Kerrl 1934-1939 (25), Prüfungsakten zu ca. 5.000 Gerichtsreferendaren und As‧sessoren 1934-1945 (520)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 188</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1934 bei der Auflösung der Landesjustizprüfungsämter eingerichtet; hatte die oberste Leitung über die Erste juristische Prüfung; vor ihm wurde die Große Juristische Staatsprüfung abgelegt; der Reichsminister der Justiz konnte die Bearbeitung das Prüfungswesen für den höheren Justizdienst allgemein betreffender Angelegenheiten übertragen</p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 66</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsrechtsanwaltskammer</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>17 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Steuerstelle der Reichsrechtsanwaltskammer 1943-1945 (14), Arbeitskräfteeinsatz und Eva‧kuierung 1943-1945 (2), Rechtsanwälte mit Steuerberatungsbefugnis und Zulassung als Steuerberater, Mitgliedschaft in der Reichskammer der Steuerberater 1943-1945 (6), Steuer‧angelegenheiten, Auskunftserteilung an Rechtsanwälte durch die Steuerstelle und Steuerbe‧ratung durch Rechtsanwälte 1943-1945 (6), Fortbildungsamt des Instituts für angewandte Rechtswissenschaft in der Reichsrechtsan‧waltskammer 1941, 1943-1944 (3), Fortbildung der Rechtsanwälte, auch in Kriegsgefangen‧schaft befindlicher 1941, 1943-1944 (2), einberufene &quot;Rechtsanwälte-Steuerberater&quot; 1943-1944 (1)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Steuerstelle der RRAK war seit 1939 im Hause der RRAK in Berlin, Admiral-von-Schröder-Str. 6 untergebracht. Nach der Zerstörung des Gebäudes bei dem Bombenangriff vom 22./23. Nov. 1943 nahm sie in der Ausweichstelle Ilmenau/Thüringen, wo sich auch schon das Institut für angewandte Rechtswissenschaft und die Reichskammer der Steuerberater befanden, ihre Tätigkeit wieder auf. Diesen drei Institutionen war auch gemeinsam, dass bei ihnen der Rechtsanwalt und Steuerberater Dr.Dr. Megow führend tätig war, und zwar bei den beiden ersten als Leiter und bei der Reichskammer der Steuerberater als Geschäftsführer. Vermutlich durch ihn sind die nachstehend verzeichneten Unterlagen zusammen mit den 1954 ins Bundesarchiv gelangten Akten des Reichsjustizministeriums (BArch R 3001) im Umfang von 27 Stehordnern überliefert worden. Diese stellen höchstwahrscheinlich die einzige erhalten gebliebene Überlieferung der RRAK überhaupt dar, wie Anfragen bei der Bundesrechtsanwaltskammer, der Funktionsnachfolgerin in der RRAK, sowie den regionalen Rechtsanwaltskammern ergaben. Lediglich die Hanseatische RAK in Hamburg wies auf einige offenbar bei ihr noch verwahrte Sachakten und Personalunterlagen aus den Jahren 1943-1945 hin.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Nach vorläufigen Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten in den Jahren 1970 und 1972 wurde die Erschließung im Juni 1975 abgeschlossen. Von durchgreifenden Kassationen wurde abgesehen. Zwei Archivalieneinheiten über die Reichskammer der Steuerberater wurden nach Maßgabe des Provenienzprinzips ausgeschieden.</p>
                <p>Die Verzeichnung von 1975 war die Grundlage des vorliegenden Online-Findbuches.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen der Reichs-Rechtsanwaltskammer, 1936-1942 (RD 45/2)</p>
                <p>Richtlinien für die Ausübung des Anwaltsberufs. Aufgestellt von der Reichsrechtsanwaltskammer. 1938 [RD 45/3]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 188</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsrechtsanwaltskammer (RRAK) wurde am 18. März 1933 durch Verordnung des Reichspräsidenten über Maßnahmen auf dem Gebiete der Finanzen, der Wirtschaft und der Rechtspflege (RGBl I S. 119) als Dachorganisation der 26 deutschen Rechtsanwaltskammern (jeweils am Sitz eines Oberlandesgerichts) zur Förderung der Interessen der Rechtsanwaltschaft errichtet. Sie war der zwangsweise Zusammenschluß aller bei den deutschen Gerichten zugelassenen Rechtsanwälte. Organisation und Rechtsform der Kammer regelte die Reichsrechtsanwaltsordnung (RRAO) in der Fassung vom 21. Febr. 1936 (RGBl I S. 107 ff). Danach gehörte sie zum Geschäftsbereich des Reichsministers der Justiz und war diesem mit ihren Organen und sonstigen Einrichtungen unterstellt. Die Tätigkeit der RRAK und ihrer Organe ist im einzelnen in ihrer Satzung festgelegt, die vom Reichsminister der Justiz aufgrund von § 117 RRAO erlassen wurde. Zum Präsidenten der RRAK wurde 1933 Justizrat Dr. jur. Reinhard Neubert M.D.R., Rechtsanwalt in Berlin gewählt, den der Reichsminister der Justiz 1937 für weitere fünf Jahre in diesem Amt bestätigte und der es schließlich bis 1945 beibehielt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ehrengerichtshof für die deutschen Rechtsanwälte</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1879-01-01/1945-12-31">1879-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4303 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Generalakten 1933-1945 (10), Einzelverfahren 1879-1945 (3.926)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 257</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Berufungsinstanz der die Ehrengerichtsbarkeit über die Rechtsanwälte ausübenden An‧waltskammern</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsehrengerichtshof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststrafsenat beim Reichsgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1945-12-31">1935-1945</unitdate>
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                  <extent>676 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Einzelverfahren 1935-1945 (659)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hg. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 254</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Überprüfte in zweiter Instanz Entscheidungen der Dienststrafkammern bei Dienstvergehen von Rechtsanwälten, Notaren, Richtern und sonstigen Justizbeamten</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschiedsgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1921-01-01/1926-12-31">1921-1926</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>662 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 87</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">30.19</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Behandlung feindlichen Vermögens</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11363 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben allgemeinen Akten zu Organisation und Personalangelegenheiten, Grundsatzfragen der Anmeldung und Behandlung deutschen Vermögens im feindlichen Ausland und Feindlichen Vermögen im Inland und in den besetzten Gebieten sowie zur Vermögensverwaltung - allgemein nach § 12 ff der Verordnung über Feindvermögensverwaltung , v.a. Verwalter-Richtlinien, Bewerbungen und Vergütungen, sind v. a. Einzelfallakten der Vermögensverwaltung überliefert und zwar: Vermögen mit Ausnahme der Beteiligungen und Grundstücke (70), Beteiligungen, Unternehmen, Schutzrechte, Zweckvermögen v.a. britisches, französisches und amerikanisches Vermögen nach 1940 (1819), Grundstücke im Kammergerichtsbezirk Berlin und den einzelnen Oberlandesgerichtsbezirken v.a. britisches Vermögen einschließlich Commonwealth, französisches Vermögen einschl. Kolonien und amerikanisches und sowjetisches Vermögen nach 1940 (6465).</p>
                <p>Wenige Akten betreffen Jüdisches Vermögen. Zugeordnet sind Unterlagen des Beauftragten des Reichskommissars beim Reichsprotektor von Böhmen und Mähren - Verbindungsstelle Prag, des Chefs der Zivilverwaltung in Luxemburg - Kommissar für die Verwaltung von unter feindlichem Einfluss stehenden Unternehmen, des Militärbefehlshaber Frankreich - Reststab und des Militärbefehlshaber Frankreich - Reststab.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Lindner, Stephan H.: Das Reichskommissariat für die Behandlung feindlichen Vermögens im Zweiten Weltkrieg: eine Studie zur Verwaltungs-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte des nationalsozialistischen Deutschlands, Stuttgart 1991 [BA 30912]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Eingesetzt durch Verordnung vom 15.01.1940 mit Zuständigkeit für die Beschlagnahme und Verwaltung des beweglichen wie unbeweglichen Vermögens von am Zweiten Weltkrieg gegen das Deutsche Reich beteiligten Staaten und ihrer Staatsangehörigen im ganzen Reichsgebiet, dem Protektorat Böhmen und Mähren und in Luxemburg; nachgeordnet dem Reichsjustizminister; Abwicklung der Aufgaben bis zur Unterstellung des verwalteten Feindvermögens durch Gesetz Nr. 52 der Militärregierung unter die Kontrolle der Besatzungsmächte durch den Treuhänder für das Vermögen der alliierten Staaten und ihrer Staatsangehörigen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 137-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Justizbehörden in den ehemaligen Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland sowie im Generalgouvernement</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1890-01-01/1956-12-31">ca. 1890-1956</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>505 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Justizbehörden in den Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland sowie im Gene‧ralgouvernement (R 137 I): Amtsgericht Adelnau (Warthegau) 1938-1939 (1), Amtsgericht Birnbaum (Warthegau) 1939 (1), Amtsgericht Bojanowo (Wartheland) 1936-1939 (1), Sondergericht Bromberg 1939-1944 (31), Landgericht und Staatsanwaltschaft beim Landgericht Bromberg 1940-1942 (4), Amtsgericht Czarnikau (Wartheland) 1939 (1), Oberlandes-, Land- und Sondergericht Danzig 1936-1945 (10), Reichsoberseeamt, Staatliches Seeamt Danzig 1940-1944 (4), Amtsgericht Fileh‧ne (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Gnesen (Wartheland) 1938-1939 (2), Amtsgericht Gos‧tyn (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Gotenhafen (Wartheland) 1941-1943 (1), Amtsgericht Grätz (Wartheland) 1939 (1), Staatsanwaltschaft und Sondergericht Hohensalza 1940-1944 (20), Amtsgericht Jarotschin (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Kempen (Wartheland) 1939-1946 (2), Amtsgericht Kolmar (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Koschmin (Wartheland) 1939 (1), Deutsche Staatsanwaltschaft und Sondergericht Krakau 1941-1945 (1946-1955) (6), Burggericht Krasnystaw (Lublin) 1943-1944 (1), Amtsgericht Krotoschin (Wartheland) 1937-1939 (1), Amtsgericht Kulm (Weichsel) 1941-1944 (1), Amtsgericht Kutno (Wartheland) 1927-1940 (2), Amtsgericht Lehmstädt (Wartheland) 1939 (1), Deutsche Staatsanwaltschaft und Sondergericht Lemberg 1941-1945 (4), Landgericht und Sondergericht Leslau (Warthe) 1942-1944 (1949-1953) (2), Oberstaatsanwalt beim Landgericht Lissa 1940-1941 (1), Amtsgericht Litzmannstadt (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Löbau (Wartheland) 1931-1945 (7), Amtsge‧richt Löwenstadt (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Neutomischel (Wartheland) 1931-1939 (1), Amtsgericht Obornik (Wartheland) 1932-1939 (1), Amtsgericht Ostrowo 1938-1939 (1), Amts‧gericht Pleschen (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht und Sondergericht Posen 1938-1945 (1948-1955) (4), Amtsgericht Pudewitz (Wartheland) 1939 (1), Deutsche Staatsanwaltschaft und Gericht Radom 1943-1945 (2), Amtsgericht Rawitsch (Wartheland) 1932-1939 (1), Amts‧gericht Rogasen (Posen) 1932-1945 (2), Amtsgericht Samter (Wartheland) 1939 (1), Amtsge‧richt Schieratz (Wartheland) 1942 (1), Amtsgericht Schrimm (Wartheland) 1938-1939 (1), Amts‧gericht Schroda (Wartheland) 1939 (1), Amtsgericht Schubin (Wartheland) 1939 (1), Amtsge‧richt Strasburg (Westpreußen) 1940-1945 (1), Amtsgericht Strelno (Wartheland) 1938-1939 (1), Staatsanwaltschaft und Sondergericht Thorn 1941-1944 (18), Amtsgericht Turek (Wartheland) 1939 (1), Deutsche Staatsanwaltschaft und Gericht Warschau 1942-1945 (3), Amtsgericht Wollstein (Wartheland) 1937-1939 (1), Amtsgericht Wongrowitz (Wartheland) 1937-1939 (1), Amtsgericht Zgierz (Wartheland) 1938-1939 (1), Amtsgericht Znin (Wartheland) 1938-1939 (1), Amtsgericht Zoppot (Westpreußen) 1894-1944 (81)</p>
                <p>Teil 2 (vormals: Dokumentationszentrum des Ministeriums des Innern der DDR, Bestand &quot;Ostgerichte&quot;) 1939-1945:</p>
                <p>Appelationsgericht Kattowitz.- Anwaltsakten o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Krakau.- Personalakten o.Dat. (k.A.); Prozessakten: Zuchthaus Krone an der Brahe o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Tschenstochau o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Petrikau o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Kielce o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Stanislau o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Radom o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Cholm o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Tarnopol o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Reichshof o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Lublin o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Warschau o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Krakau o.Dat. (k.A.), deutsche Justizbehörden auf dem Gebiet der Tschechoslowakei o.Dat. (k.A.), Kriminalbiologische Untersuchungsstelle Prag o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Leslau o.Dat. (k.A.), Oberlandesgericht Bezirk Posen o.Dat. (k.A.), Deutsche Staatsanwaltschaft Lemberg o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Riga o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Kauen o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Minsk o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Zweigstellen Baranowitsche o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Luzk o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Zweigstelle Litowsk o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Rowno o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Proskurow o.Dat. (k.A.), Deutsches Gericht Shitomir o.Dat. (k.A.), Sondergericht Litzmannstadt o.Dat. (k.A.), Staatsanwaltschaft Landgericht Hohensalza o.Dat. (k.A.), Sondergericht I Leslau o.Dat. (k.A.), Amtsgericht Eichenbrück o.Dat. (k.A.), Sondergericht Hohensalza o.Dat. (k.A.), Staatsanwaltschaft Kalisch o.Dat. (k.A.), Sondergericht Bromberg o.Dat. (k.A.), Landgericht Schneidemühl o.Dat. (k.A.)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Personal- und Strafverfahrensakten (2.232) sind in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) überliefert (Datenbank)</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 137-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Justizbehörden im ehemaligen Sudetenland sowie im Protektorat Böhmen und Mähren</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1920-01-01/1955-12-31">ca. 1920-1955</unitdate>
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                  <extent>1031 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Obergericht, Sondergericht und Staatsanwaltschaft Brünn 1938-1945 (6), Landgericht Bud‧weis 1944-1946 (2), Land-, Amts- und Sondergericht Eger 1941-1945 (1949) (12), Amtsge‧richt Gablonz 1941-1943 (2), Amtsgericht Haida 1940-1945 (1), Amtsgericht Hotzenplotz 1941-1944 (2), Amtsgericht Jägerndorf 1944 (1), Amtsgericht Jechnitz 1936-1945 (5), Amts‧gericht Kaaden 1941-1943 (10), Amtsgericht Karlsbad 1945 (1), Amts- und Sondergericht Königsberg (Ostsudetenland) 1942-1944 (2), Amtsgericht Komotau 1942-1944 (1), Amtsge‧richt Kratzau 1943-1944 (3), Staatsanwaltschaft Leitmeritz 1944 (1), Amtsgericht Luditz 1942-1943 (2), Landgericht Mährisch-Ostrau 1944-1945 (1), Staatsanwaltschaft und Amtsge‧richt Mährisch-Schönberg 1943-1944 (5), Amtsgericht Mährisch-Trübau 1942-1944 (2), Amtsgericht Müglitz 1941-1944 (1), Bezirksgericht Niemes 1920-1929, 1941 (1), Amtsgericht Olmütz 1940-1945 (1), Sondergericht Prag 1940-1945 (9), Staatsanwaltschaft, Land- und Amtsgericht Reichenberg (Sudetengau) 1941-1948 (7), Amtsgericht Stadt Libau 1942-1943 (2), Amtsgericht Tachau 1941-1944 (1), Amtsgericht Teplitz-Schönau (Sudetengau) 1943-1944 (1), Amtsgericht Trautenau 1943-1944 (3), Amts- und Sondergericht Troppau 1942-1945 (8), Amtsgericht Wagstadt (Ostsudetengau) 1943-1944 (1), Landgericht Znaim (Niederdonau) 1944 (1955) (1), Amtsgericht Zwickau (Sudetengau) 1941-1942 (1948) (1)</p>
              </scopecontent>
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                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Personal- und Strafverfahrensakten (2.232) sind in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) überliefert (Datenbank)</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 137-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Justizbehörden in den ehemaligen besetzten Gebieten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1944-12-31">1941-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>38 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sondergericht Brest-Litowsk 1943-1944 (18), Landgericht Den Haag 1943-1944 (4), Sonder‧gericht Luxemburg 1941-1943 (1), Staatsanwaltschaft und Sondergericht Reval 1941-1944 (12), Sondergericht Riga 1943-1944 (1), Staatsanwaltschaft Rowno 1941-1943 (1), Sonder‧gericht Shitomir 1943 (1)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Weitere Personal- und Strafverfahrensakten (2.232) sind in der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR&quot; (vgl. Bestand R 9355) überliefert (Datenbank)</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 137-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Stammlager Sosnowitz</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1946-12-31">1940-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>55 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Wachpersonal und Vollstreckungspläne 1940-1943 (3), Häftlingsnachweise und Belegungs‧bücher 1941-1945 (13), Lebensmittelverwaltung 1940-1945 (2), Häftlingskartei 1945 (37)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Nach einem &quot;vorläufigen Vollstreckungsplan für die angegliederten Gebiete des Bezirks Breslau&quot; des Generalstaatsanwalts in Breslau war das Gefängnis Sosnowitz im &quot;vorläufigen Landgerichts‧bezirk Beuthen - Kattowitz&quot; Anfang 1940 Vollzugsanstalt für voll‧jährige Vorbestrafte mit Gefängnisstrafen bis zu 9 Monaten; eine Anschlußverfügung hob die Einschränkung auf den Personenkreis Vorbestrafter noch im Frühjahr 1940 auf.</p>
                <p>Der Charakter der Anstalt wandelte sich mit der Polenvollzugs‧ordnung, die den Vollzug von Freiheitsstrafen gegen Verurteilte, die dem Polenstrafrecht unterstanden, in Stammlagern der Justizverwaltung vorschrieb. Freiheitsstrafen waren nach der o. a. Verordnung Straflager von 3 Monaten bis zu 10 Jahren. Bei schweren Fällen konnte auf verschärftes Straflager von 2 bis zu 15 Jahren erkannt werden. Nicht beitreibbare Geldstrafen wurden mit Straf‧lager von einer Woche bis zu einem Jahr geahndet. Das Gefängnis Sosnowitz wurde nunmehr zum Straflager.</p>
                <p>Das Lager gliederte sich nach einem - vermutlich bis Kriegsende fortgeschriebenen - Vollstreckungsplan für den Oberlandesge‧richtsbezirk Kattowitz in ein</p>
                <p>- Stammlager für Männer für den Zuständigkeitsbereich des Landgerichtsbezirks Beuthen - Kattowitz</p>
                <p>- Stammlager für Frauen für den Zuständigkeitsbereich der Landgerichtsbezirke Gleiwitz, Neiße und Oppeln.</p>
                <p>Als &quot;Nebenstellen&quot; des Stammlagers fungierten das Gerichtsgefängnis in Warthenau und das Strafgefängnis in Bendsburg. Arbeits- und Außenkommandos des Stammlagers bestanden in Jaworzno (Grube und Kraft‧werk) und in Grodziec (Gutsverwaltung) sowie - zumindest zeitweise - bei einzelnen Firmen.</p>
                <p>Die Leitung der Anstalten hatte &quot;Der Vorstand des Männer- und Frauen-Stammlagers in Sosnowitz, des Strafgefängnisses in Bendsburg und des Gerichtsgefängnisses in Warthenau&quot;.</p>
                <p>Die Belegstärke hat die Zahl von mehreren hundert, im Tagesdurchschnitt wohl nie mehr als maximal 800 Gefangenen, offenbar nicht überschritten.</p>
                <p>Letzte Eintragungen über Häftlingszahlen lassen vermuten, daß das Lager am oder um den 22.1.1945 aufgegeben worden ist. Daß insbesondere die Häftlingskartei nicht an Ort und Stelle zurückblieb, läßt darauf schließen, daß die Gefangenen im Zuge der Räumung der im östlichen Reichsgebiet gelegenen Haftanstalten evakuiert worden sind.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">NS 7</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">SS- und Polizeigerichtsbarkeit</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1964-12-31">1933-1945 (1946-1964)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2829 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Inhaltliche und zeitliche Charakterisierung des Bestandes</p>
                <p>Auch wenn die Akten des Hauptamtes SS-Gericht als in der Masse verloren gelten müssen, wird die Arbeit dieser Behörde doch nicht nur durch die mehrbändige Erlass-Sammlung im Bestand NS 7 (NS 7/2-6) und die amtlichen Drucksachen des Hauptamtes SS-Gericht (vgl. NSD 41/3; 41/17; 41/18; 41/19; 41/38; 41/39 - 1942; 41/41) aufschlussreich dokumentiert, wie Elisabeth Kinder meinte, sondern durch die schriftliche Hinterlassenschaft der Dienststelle des SS-Richters beim Reichsführer-SS insgesamt (vgl. zu den Entstehungsbedingungen der Erlass-Sammlung Henke, Josef: Einleitung, in: ders.: Bestand NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS, Findbücher zu den Beständen des Bundesarchivs, Bd. 57, Koblenz 1997, Bd. 1, S. XXII).</p>
                <p>Da die Dienststelle des SS-Richters beim Reichsführer-SS vor allem ein Organ des Hauptamtes SS-Gericht gewesen ist, bildet der Bestand eine Parallelüberlieferung zu dem verlorengegangenen Schriftgut, den wahrscheinlich bei Kriegsende planmäßig vernichteten Akten des Hauptamtes SS-Gericht.</p>
                <p>Dabei blieb das Schriftgut der Dienststelle des SS-Richters beim Reichsführer-SS, ungeachtet möglicher vorheriger Aktenverluste oder bewusster Aktenvernichtungen in Berlin oder in einem der Ausweichquartiere bei Kriegsende, immerhin soweit erhalten, dass sich unter den Akten nicht nur Registraturhilfsmittel wie die Brieftagebücher der Jahre 1940 bis 1945 oder ein Verzeichnis grundsätzlicher Vorgänge fanden.</p>
                <p>Der Bestand NS 7 lässt erahnen, wieviele der ursprünglichen Vorgänge verlorengegangen sein müssen, bildet aber andererseits das breite Spektrum der Tätigkeitsfelder der SS- und Polizeigerichtsbarkeit angemessen ab, wie anhand der Amtsdrucksachen und der erhalten gebliebenen Registraturhilfsmittel zu erkennen ist.</p>
                <p>Da die Dienststelle des SS-Richters beim Reichsführer-SS erst im Mai 1940 eingerichtet wurde und sich auch die junge Institution der SS- und Polizeigerichtsbarkeit erst seit ihrer kurz zuvor erfolgten Einführung Ende 1939 rasant zu entwickeln begann, kann es nicht verwundern, dass die Akten größtenteils aus der Zeit nach 1940 stammen.</p>
                <p>Bei Archivalien aus den Jahren 1933 bis 1939 handelt es sich vermutlich um versprengte Unterlagen des SS-Gerichtes bzw. des Hauptamtes SS-Gericht.</p>
                <p>Die weitaus meisten Akten stammen aus der zweiten Kriegshälfte seit dem Jahr 1942, als sich die organisatorischen Strukturen der SS- und Polizeigerichtsbarkeit allmählich verfestigten und sich nach einer Phase der permanenten Ausweitung - sowohl der Organisation als auch des der Gerichtsbarkeit unterworfenen Personenkreises - eine gewisse Routine der Arbeits- und Verfahrensweise einstellte.</p>
                <p>Den Hauptteil des Bestandes bilden Vorgänge, die dem SS-Richter beim Reichsführer-SS vom Hauptamt SS-Gericht zur Unterrichtung und zur Entscheidung durch den Reichsführer-SS zugeleitet wurden. Das Schriftgut enthält also regelmäßig die vom SS-Richter beim Reichsführer-SS dokumentierten und dem Hauptamt SS-Gericht in München anschließend übermittelten Entschlüsse des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler, die dieser anlässlich solcher Entscheidungsvorlagen gefällt hat.</p>
                <p>Inhaltlich kreisen die Vorgänge hauptsächlich um folgende Fragen: Organisation und Zuständigkeit der SS- und Polizeigerichtsbarkeit, Personalangelegenheiten, darunter vor allem die Gewinnung geeigneten richterlichen Nachwuchses, inhaltliche Aspekte der Rechtsprechung und Rechtsanwendung der SS- und Polizeigerichte, die immer wieder den jeweiligen politischen Erfordernissen angepasst werden mussten, sowie Strafvollstreckung und Strafvollzug, darunter vor allem die Handhabung des Aufhebungs-, Bestätigungs- und Gnadenrechts bei Urteilen der SS- und Polizeigerichte.</p>
                <p>In denselben Kontext gehören auch die neun aus den BDC-Sammlungen &quot;Research&quot; und &quot;Schumacher&quot; hinzugekommenen Akten sowie jene des BDC-Teilbestandes &quot;Diverses/DS/HA SS-Gericht&quot;. Bei letzteren handelt es sich überwiegend um Fragmente personenbezogener Einzelfallakten, die vor allem Gnadengesuche und Strafverfahren dokumentieren. Jene Prozessakten betreffen insbesondere Heinrich Himmler in seiner Eigenschaft als Befehlshaber des Ersatzheeres seit Ende Juli 1944 unterstehende Angehörige der Wehrmacht. Ferner ist aus dem Bestand &quot;Diverses&quot; eine einzelne Sachakte hinzugekommen. Es handelt sich dabei um ein &quot;Brieftagebuch&quot;, das die bereits vorher vorhandene Überlieferung ergänzt.</p>
                <p>Den kleineren und abschließenden Teil des Bestandes bilden einzelne zufällig erhalten gebliebene Verfahrensakten von SS- und Polizeigerichten und Feldgerichten mobiler SS-Einheiten. Teilweise dokumentieren sie die Arbeitsweise der SS- und Polizeigerichte, während andere auch Vorgänge enthalten, die - zum Beispiel als Straftilgungssache - bis in die Nachkriegszeit reichen.</p>
                <p>Mit den Unterlagen aus der &quot;Sammlung NS-Archiv des MfS der DDR&quot; kamen insbesondere Strafverfahrens-Einzelfallakten des SS-und Polizeigerichtes in Krakau hinzu sowie einzelne Akten der SS- und Polizeigerichte in Düsseldorf, Berlin, Danzig, Oslo und Kassel.</p>
                <p>Die Vollstreckungs- und Gnadenkartei stammt aus dem Amt III des Hauptamtes SS-Gericht, das unter anderem für die Exekution von Strafen und die Rehabilitation Verurteilter zuständig war. Zeitlich deckt die Kartei nur Vorgänge der Monate Juli bis Oktober 1944 ab. Auf den einzelnen Karten sind die jeweiligen Strafvollstreckungs- bzw. Begnadigungsarten erfasst, die bei den von SS- und Polizeigerichten Verurteilten zur Anwendung kamen. Dabei sind jeweils Vor- und Familiennamen, Geburtsdaten und Dienstgrade der Delinquenten sowie das erkennende Gericht und das Aktenzeichen des Strafverfahrens vermerkt. Eine Kennzeichnung mit dem Buchstaben &quot;G&quot; weist auf eine Gnadenentscheidung hin, &quot;V&quot; auf eine &quot;Vollstreckungssache&quot; und &quot;Z&quot; auf &quot;Zuchthaus&quot;.</p>
                <p>Im oberen Abschnitt der Karteikarten sind Ziffernblöcke angebracht. Die Bedeutung der dort eingetragenen Ziffern ist Folgende:</p>
                <p>1. Zum Tode verurteilt und exekutiert</p>
                <p>2. Zum Tode verurteilt, Strafe jedoch umgewandelt: Zuchthaus</p>
                <p>3. Zuchthaus, Urteil jedoch umgewandelt: Gefängnisstrafe</p>
                <p>4. Bewährungseinheit</p>
                <p>5. Arbeitspflicht/-zwang</p>
                <p>6. Zivile Bewährung (Arbeitsvertrag im Deutschen Reich)</p>
                <p>7. Bewährung in der eigenen Polizei- oder SS-Einheit</p>
                <p>8. Bewährung in der Einheit &quot;Dirlewanger&quot; - nur für Personen, die aus der SS ausgestoßen und zu Zuchthausstrafen bzw. zum Tode verurteilt worden waren</p>
                <p>9. Bewährung in einer anderen Bewährungseinheit (außer der Einheit &quot;Dirlewanger&quot;)</p>
                <p>10. Wiedereinsetzung in die Waffen-SS</p>
                <p>11. Verbleib in der SS oder der Polizei unter Beibehaltung des alten Dienstrangs</p>
                <p>12. Polizei-Rehabilitation - für lebende Verurteilte</p>
                <p>13. Rehabilitation für im Einsatz getötete Personen</p>
                <p>14. Vorgeschlagene Kassation der Fristen</p>
                <p>15. Exekutierte Kassation der Fristen</p>
                <p>16. Nicht verwendet</p>
                <p>Die römischen Ziffern unter der Rubrik &quot;Gericht&quot; verweisen auf das für den jeweiligen Fall zuständige SS- und Polizeigericht, die arabischen Ziffern auf das Gericht einer Feldeinheit.</p>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>SS-Richter beim RFSS - Hauptamt SS-Gericht:</p>
                <p>Allgemeine Festlegungen 1933-1945 (9),</p>
                <p>Dienststellenverwaltung: Allgemeines und Geschäftsverteilung 1938-1944 (6), Geschäftsverkehr 1935-1945 (11), Personalangelegenheiten 1933-1945 (31), Zusammenarbeit von Dienststellen der SS- und Polizeigerichtsbarkeit mit anderen Dienststellen 1939-1945 (11)</p>
                <p>Organisation der SS- und Polizeigerichtsbarkeit: Befugnisse des RFSS 1933-1945 (5), Einrichtung einzelner SS- und Polizeigerichte 1933-1945 (20), Einsetzung und Aufgaben der Gerichtsherren 1942-1945 (27), Zuständigkeit der SS- und Polizeigerichte: Allgemeines 1933-1945 (25), bestimmte Personenkreise 1933-1945 (34), Standgerichte 1933-1945 (13), Gerichte der Wehrmacht 1942-1945 (45), zivilrechtliche und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit 1941-1945 (14)</p>
                <p>Rechtsprechung: Allgemeines 1933-1945 (40), Disziplinar- und Ehrenrecht: Allgemeines 1933-1945 (34), Einzelfälle 1934-1945 (29), Verbrechen gegen Staatsordnung und Manneszucht 1940-1945 (32), Verbrechen gegen die Sittlichkeit 1940-1945 (7), Verbrechen gegen Vermögen 1940-1945 (11), Verbrechen gegen Grundsätze der Bewirtschaftung 1942-1945 (10), Strafverfahren 1939-1945 (45), Strafarten 1942-1945 (5)</p>
                <p>Strafvollstreckung und -vollzug: Allgemeines 1940-1945 (11), Recht der Bestätigung von Urteilen 1942-1945 (20), Gnadenrecht 1941-1945 (27), Todesstrafe 1942-1945 (19), Freiheitsstrafen 1940-1945 (21), Strafaussetzung zur Bewährung 1940-1945 (62), Fürsorge für Angehörige von Verurteilten 1940-1945 (5), Vollstreckungs- und Gnadenkartei 1944 (1.962)</p>
                <p>Einzelne SS- und Polizeigerichte: SS- und Polizeigerichte I, München, und XXV, Nürnberg 1941-1945 (6), SS- und Polizeigericht II, Düsseldorf 1941-1945 (4), SS- und Polizeigericht III, Berlin 1940-1944 (4), SS- und Polizeigericht IV, Danzig 1940-1945 (3), SS- und Polizeigericht VI, Krakau 1940-1945 (1952-1953) (14), SS- und Polizeigericht VIII, Prag 1940-1945 (3), SS- und Polizeigericht Nord (bzw. IX), Oslo 1942-1945 (1946-1964) (35), SS- und Polizeigericht X, Den Haag 1942-1945 (5), SS- und Polizeigericht XII, Hamburg 1941-1945 (1946-1958) (8), SS- und Polizeigericht XIV, Metz bzw. Wiesbaden 1940-1945 (7), SS- und Polizeigericht XV, Breslau 1942-1943 (2), SS- und Polizeigericht XVII, Russland-Mitte 1941-1944 (2), SS- und Polizeigericht XXII, Kassel 1944-1945 (3), SS- und Polizeigericht XXIII, Salzburg 1943-1945 (3), SS- und Polizeigericht XXXII, Brüssel 1944 (2), SS- und Polizeigericht XXX, Kopenhagen 1942-1944 (2), andere 1944-1945 (1952-1953) (8)</p>
                <p>Gerichte einzelner SS-Einheiten: SS-Kriegsberichter-Abteilung 1940-1942 (5), SS-Standarte Kurt Eggers 1933-1945 (29), SS-Jagdverbände 1944-1945 (2), SS-Totenkopfdivision (3. SS-Panzerdivision) 1940-1945 (2), 1. SS-Totenkopf-Reiterstandarte/1. SS-Totenkopf-Reiter-Regiment/SS-Kavallerie-Regiment 1939-1941 (3), andere 1944-1945 (1946-1950) (7)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Aus Unterlagen des Persönlichen Stabes des Reichsführers-SS ist zu entnehmen, dass sich das Hauptamt SS-Gericht in München schon 1943 um ein Ausweichquartier bemühte und im August 1943 &quot;einen Teil der wichtigsten Akten&quot; nach Gmund verlagerte (vgl. NS 19/3717). Diese Maßnahme wurde aber auf Befehl des Reichsführers-SS wieder gestoppt.</p>
                <p>Bei einem Luftangriff im Juli 1944 wurde das Dienstgebäude des Hauptamtes SS-Gericht in der Karlstraße 10 in München beschädigt. Daher verlegte man das Hauptamt zum 1. August 1944 in ein Ausweichquartier im Hotel Kronprinz in Prien am Chiemsee. Ob ein Teil seiner Akten bereits bei dem genannten Luftangriff verbrannte oder ob die Akten erst bei Kriegsende in Prien am Chiemsee planmäßig von Mitarbeitern des Hauptamtes SS-Gericht vernichtet wurden, ist unbekannt. Die Akten des Hauptamtes SS-Gericht, das am 30. April 1945 endgültig aufgelöst wurde, müssen jedenfalls größtenteils als verloren gelten.</p>
                <p>Offenbar aufgrund einer allgemeinen Anordnung wurden bei Kriegsende auch die Registraturen der SS- und Polizeigerichte, die sich an den Dienstsitzen der Höheren SS- und Polizeiführer befanden, und die der mobilen Feldgerichte bei den SS-Divisionen und SS-Korps vernichtet, um die Akten nicht in Feindeshand fallen zu lassen.</p>
                <p>Die Dienststelle des SS-Richters beim Reichsführer-SS, d.h. des SS-richterlichen Verbindungsführers des Hauptamtes SS-Gericht beim Reichsführer-SS, deren Akten heute den Hauptteil des Bestandes NS 7 bilden, befand sich bei Kriegsende im Ausweichquartier &quot;Frankenwald&quot; des Persönlichen Stabes des Reichsführers-SS in Bad Frankenhausen in Thüringen.</p>
                <p>Dort fiel die Registratur der Dienststelle den vorrückenden US-amerikanischen Streitkräften in die Hände. Die Unterlagen gelangten dann gemeinsam mit wenigen Restakten des Hauptamtes SS-Gericht über regionale US-amerikanische Akten-Sammelstellen 1946 in das &quot;Berlin Document Center&quot; (BDC).</p>
                <p>Im BDC wurden die Unterlagen des SS-Richters beim Reichsführer-SS (Berlin) und einige versprengte Akten des Hauptamtes SS-Gericht (München) im Umfang von einer Kiste mit neun Ordnern verfilmt und schließlich im September 1962 als Bestand &quot;Hauptamt SS-Gericht&quot; an das Bundesarchiv mit Dienstsitz in Koblenz zurückgegeben. Einige Restakten des Hauptamtes SS-Gericht verblieben weiterhin im BDC.</p>
                <p>Im Bundesarchiv wurde aus den vom BDC abgegebenen Akten der Bestand NS 7 gebildet. Private Papiere des ehemaligen SS-Richters beim Reichsführer-SS vorwiegend aus den 1920er und 1930er Jahren, die sich in dieser Abgabe befanden (Umfang: 2 Ordner), wurden 1966 vom Bundesarchiv an Horst Bender persönlich zurückgegeben.</p>
                <p>Hervorzuheben ist, dass das BDC den ursprünglichen Registraturbestand vollständig zerschlagen hatte. Aus der Überlieferung hatte es neue Aktenvorgänge gebildet und diese alphabetisch aneinandergereiht, ohne auf die organisch gewachsenen Aktenstrukturen Rücksicht zu nehmen. Daher dürften in der &quot;Sammlung BDC&quot;, für die seit 1994 das Bundesarchiv zuständig ist, vor allem in den sogenannten &quot;Biographic Files&quot;, nach wie vor nicht wenige Einzelvorgänge und -schriftstücke zu finden sein, die ursprünglich aus Dienststellen der SS- und Polizeigerichtsbarkeit stammen.</p>
                <p>Mit den Rückgaben deutschen Aktenschriftguts aus dem Nationalarchiv der Vereinigten Staaten von Amerika (NARA) in den 1960er Jahren gelangten noch weitere Unterlagen der SS- und Polizeigerichtsbarkeit in das Bundesarchiv. Unter anderem wurden Akten des provisorischen Bestandes &quot;Reichsführer-SS&quot; (RG 1010) in NS 7 überführt.</p>
                <p>1965 wurde der Bestand um eine umfangreiche Abgabe zufällig erhalten gebliebener Strafverfahrensakten einzelner SS- und Polizeigerichte sowie mobiler Feldgerichte einzelner SS-Einheiten ergänzt. Diese Akten waren zuvor in der Zentralnachweisstelle des Bundesarchivs in Aachen-Kornelimünster (ZNS) verwahrt und für die Erteilung von Auskünften vor allem an Ämter ausgewertet worden. Hierzu zählen Unterlagen über Einzelverfahren des SS- und Polizeigerichtes Nord, Oslo, unter anderem der Außenstelle Drontheim, sowie des SS- und Polizeigerichtes XII, Hamburg. Letztere waren 1952 vom Kriminalamt der Polizeibehörde Hamburg an das Bundesarchiv übergeben worden.</p>
                <p>1965 wurden zahlreiche Vorgänge aus dem BDC-Bestand &quot;Sammlung Schumacher&quot; in NS 7 übernommen. 1966 reichte die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, Ludwigsburg, Kopien einer Archivalieneinheit weiter, die im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes verwahrt wird (NS 7/1020).</p>
                <p>In den Jahren 1968 und 1970 folgten weitere Aktenübergaben seitens der ZNS, darunter zahlreiche Unterlagen des SS- und Polizeigerichtes III, Berlin. 1973 übergab das Hessische Hauptstaatsarchiv, Wiesbaden, eine Archivalie des SS- und Polizeigerichtes VI, Krakau (NS 7/1149).</p>
                <p>Bis zur Mitte der 1980er Jahre kam es vereinzelt zu weiteren Aktenabgaben aus dem In- und Ausland. Im Rahmen der Rückführung deutscher Archivalien aus der Library of Congress in Washington D.C. zum Beispiel gelangte im November 1983 ein ca. 2000 Karteikarten umfassender Teil der Vollstreckungs- und Gnadenkartei des Hauptamtes SS-Gericht - in drei Holzkästen verwahrt und von 4401 bis 6399 nummeriert - in das Bundesarchiv. Dieses Karteienfragment war am 15. August 1945 von US-amerikanischen Soldaten in der Garage des Hotels Kronprinz in Prien am Chiemsee gefunden worden. Mindestens 30 Karteikarten fehlen, die innerhalb des Nummernbereichs 4401-6400 unbelegt sind. Wie viele weitere Karten abhanden gekommen sind, lässt sich nicht nachvollziehen.</p>
                <p>1986 wurden aus dem BDC-Bestand &quot;SS-Miscelanneous&quot; vier Archivalien mit Schriftgut des SS-Richters beim Reichsführer-SS und Splitter der Provenienz &quot;Strafvollzugslager der SS und Polizei Danzig-Matzkau&quot; in den Bestand NS 7 übernommen (NS 7/1171-1174).</p>
                <p>1990 übernahm das Bundesarchiv das sogenannte &quot;NS-Archiv&quot; aus der Überlieferung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Bei der Erschließung und provenienzgerechten Bestandszuordnung dieser Unterlagen wurden unter anderem elf von SS- und Polizeigerichten stammende Archivalieneinheiten ermittelt. Diese wurden 2008 in den Bestand integriert (NS 7/1176-1186). Im Zuge der Auflösung der aus dem BDC stammenden &quot;Sammlung Research&quot; wurden weitere acht Archivalieneinheiten sowie eine Akte aus der &quot;Sammlung Schumacher&quot; (heute Bestand R 187) in NS 7 überführt (NS 7/1187-1193, 6401-6403).</p>
                <p>Die Restakten des Hauptamtes SS-Gericht, die nach 1962 weiterhin im BDC verblieben waren, wurden 1994 mit dem Gesamtbestand des BDC ins Bundesarchiv überführt. 2012 wurden diese insgesamt 179 Archivalieneinheiten des BDC-Teilbestandes &quot;Diverses/DS/HA SS-Gericht&quot; aus der &quot;Sammlung BDC&quot; ausgegliedert und provenienzgerecht in den Bestand NS 7 integriert (NS 7/6404-6583).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der ursprüngliche, registraturmäßige Zustand der Überlieferung war im BDC planmäßig zerstört worden, d.h. man hatte ohne Rücksicht auf die gewachsenen Strukturen neue Aktenvorgänge gebildet. Daher musste der Bestand mit Blick auf die Bedeutung und den Informationswert der Unterlagen im Bundesarchiv vollständig neu geordnet und verzeichnet werden. Dies geschah in der Mitte der 1960er Jahre unter der Leitung von Elisabeth Kinder.</p>
                <p>Dabei wurden wiederum weit überwiegend archivisch gebildete Archivalieneinheiten nach Vorgängen oder Betreff-Serien geschaffen und die ursprünglich durchweg losen Akten zwischen Aktendeckel gebunden. In dem Bemühen, sachlich klar definierte und beschriebene Vorgänge zu schaffen, wurden dabei mitunter Archivalieneinheiten gebildet, die vom Umfang her sehr bescheiden ausgefallen sind.</p>
                <p>Dies führt beim Benutzer unvermeidlich zu der Enttäuschung, hinter einem von der Sache her wichtigen und vor allem vielversprechenden Titel einen aus nur wenigen Blättern bestehenden Archivalienband zu finden (vgl. Henke, Josef: Einleitung, in: ders.: Bestand NS 19 Persönlicher Stab Reichsführer-SS, Findbücher zu den Beständen des Bundesarchivs, Bd. 57, Koblenz 1997, Bd. 1, S. XXIII). Die umfangreicheren Aktenbände sind durch entsprechende Enthält-Vermerke näher charakterisiert.</p>
                <p>Die Klassifikation des Bestandes orientiert sich im Wesentlichen an den drei wichtigsten Überlieferungsteilen: Akten des SS-Richters beim Reichsführer-SS und des Hauptamtes SS-Gericht, zumeist Generalia, überwiegend Einzelfallakten einzelner SS- und Polizeigerichte und Akten der Gerichte einzelner SS-Einheiten.</p>
                <p>Mit Rücksicht auf die in den 1960er Jahren dominierende Auskunftstätigkeit des Bundesarchivs sowohl gegenüber amtlichen Stellen, u.a. Gerichten, als auch gegenüber privaten Anfragenden wurde zum Bestand NS 7 ein umfangreicher Namensindex angefertigt. Um einzelne in den Akten dokumentierte Gerichtsverfahren und Urteile zielgerichtet recherchieren und nachweisen zu können, wurden in diesem Index sowohl die Namen der Personen erfasst, die in den Aktentiteln genannt sind, als auch jene, über die in den Akten lediglich Informationen enthalten sind. Das im August 1969 von Elisabeth Kinder fertiggestellte und - mit Rücksicht auf noch folgende Aktenzugänge - vorläufige Findbuch war entsprechend auf eine sukzessive Fortschreibung hin angelegt.</p>
                <p>Die Neubearbeitung des Bestandes begann 2006. Zunächst wurden die Erschließungsdaten aus dem vorläufigen Findbuch von 1969 retrokonvertiert und in das Datenbanksystem des Bundesarchivs (BASYS) überführt. Detailliert erfasst wurden dabei auch die Angaben aus dem erhalten gebliebenen Teil der Gnaden- und Vollstreckungskartei des Hauptamtes SS-Gericht. Zugleich erhielt die umfangreiche Kartei neue Signaturen (alt NS 7/395, 396, 397 - neu NS 7/4401-6400). Aus konservatorischen Gründen sowie zu Zwecken der besseren Benutzbarkeit wurden die einzelnen Karten der Kartei vollständig verficht. Diese Reproduktionen stehen nun als Benutzerkopien für Recherchen im Benutzersaal zur Verfügung.</p>
                <p>In den Jahren 2008-2010 erfolgte die Prüfung auf Vollständigkeit und Korrektur der retrokonvertierten Daten, die zusätzlich inhaltlich ergänzt wurden, wo es geboten erschien. Zugleich wurde erstmalig eine wissenschaftlichen Ansprüchen genügende organisationsgeschichtliche Einleitung für das Findbuch erarbeitet.</p>
                <p>Elf Archivalieneinheiten aus der Sammlung &quot;NS-Archiv des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR&quot; (NS 7/1176-1186) kamen zum Bestand hinzu sowie neun aus der &quot;Sammlung Research&quot; (ehemals BDC) ausgegliederte und eine Akte aus der &quot;Sammlung Schumacher&quot; (ehemals BDC, heute R 187) (NS 7/1187-1193, 6401-6403).</p>
                <p>Die personenbezogenen Daten für die besonders häufig nachgefragten Akten NS 7/140, 296, 1059, 1064 und 1099 wurden im Jahr 2011 nacherfasst. Die vollständige formale Korrektur der Erschließungsdaten beinhaltete die Anpassung an die gültigen Richtlinien, die Bildung von Serien und Bandfolgen sowie die aktentypengerechte Verzeichnung von Prozessakten und personenbezogenen Unterlagen. Alle nacherschlossenen Verzeichnungseinheiten wurden neu klassifiziert. Dabei konnte, von kleineren Änderungen abgesehen, die von Elisabeth Kinder in den 1960er Jahren entworfene Klassifikation im Wesentlichen beibehalten werden. Die drei Hauptklassifikationsgruppen lauten:</p>
                <p>1. SS-Richter beim RFSS - Hauptamt SS-Gericht</p>
                <p>2. Einzelne SS- und Polizeigerichte</p>
                <p>3. Gerichte einzelner SS-Einheiten</p>
                <p>Bei einer Revision fehlender Akten wurde festgestellt, dass die Archivalieneinheiten NS 7/247, 406 und 1017 offenbar unwiederbringlich abhanden gekommen sind. Bei der im vorläufigen Findbuch von 1969 aufgeführten Nr. 1851 (S. 221) scheint es sich allerdings um einen Tippfehler zu handeln. Es existiert keine Karteikarte mit dieser Vorgangs-Nummer. Im vorläufigen Findbuch aus dem Jahr 1969 fand man 23 Verzeichnungseinheiten aufgeführt, die mit sogenannten Ableitungen (Ziffern) in den Signaturen versehen waren. Da hierzu keine eigenständigen Archivalieneinheiten existieren, wurden diese Signaturen bereinigt. Allein die abgeleiteten Signaturen NS 7/1065a und NS 7/1078a kennzeichnen eigenständige Archivalieneinheiten.</p>
                <p>Im Jahr 2012 erfolgte die Integration der zuvor noch in der Sammlung &quot;BDC&quot; verbliebenen 179 Akten des Teilbestandes &quot;Diverses/DS/HA SS-Gericht&quot; in den Bestand NS 7 (NS 7/6404-6583). Kassationen wurden nicht vorgenommen.</p>
                <p>Sämtliche in BASYS erfassten Erschließungsdaten sind anhand des Recherchesystems INVENIO in strukturierter Form sowie vermittels Volltextsuche zugänglich. Auf der Webseite des Bundesarchivs steht zusätzlich ein Online-Findbuch zur Verfügung, das die Erschließungsdaten - mit Ausnahme der gesetzlich durch Fristen geschützten personenbezogenen Daten - via Internet recherchierbar macht. In BASYS sind auch sämtliche Altsignaturen aller Archivalieneinheiten erfasst.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>NS 31 (SS-Hauptamt)</p>
                <p>NS 3 (SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt)</p>
                <p>NS 19 (Persönlicher Stab Reichsführer-SS)</p>
                <p>NS 34 (SS-Personalhauptamt)</p>
                <p>R 2 (Reichsfinanzministerium)</p>
                <p>R 43 II (Reichskanzlei)</p>
                <p>R 70 (Deutsche Polizeidienststellen in den besetzten Gebieten)</p>
                <p>R 3001 (Reichsjustizministerium)</p>
                <p>N 756 (Nachlass Wolfgang Vopersal)</p>
                <p>Sammlung &quot;Berlin Document Center&quot; (BDC)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen über die SS- und Polizeigerichtsbarkeit, Bd. I (1940/41) - III (1944) (NSD 41/3);</p>
                <p>Anordnungsblatt des Reichsführers-SS und Chef der Deutschen Polizei, Hauptamt SS-Gericht 1. Jg. (1943/44) (NSD 41/17);</p>
                <p>Sammelerlasse des Hauptamtes SS-Gericht, 2. Jg. (1944), 3. Jg. (1945) (NSD 41/18);</p>
                <p>Hinweise für den SS-Richter, H. 1 (Jan. 1944) - H. 3 (Dez. 1944) (NSD 41/19);</p>
                <p>Schieds- und Ehrengerichtsordnung der SS (1935); SS-Disziplinarstraf- und Beschwerdeordnung (1933-1934, 1943) (NSD 41/25);</p>
                <p>Übersicht über die Erlasse, Sammelerlasse usw. des Hauptamtes SS-Gericht, Nov. 1939 - Dez. 1940, hg. v. Hauptamt SS-Gericht (1941) (NSD 41/38);</p>
                <p>Erlass-Sammlung des Hauptamtes SS-Gericht. Stand: 30. Okt. 1942 (NSD 41/39);</p>
                <p>Die SS- und Polizeigerichtsbarkeit. Ein Leitfaden. Stand vom 1. Juli 1944 (NSD 41/41);</p>
                <p>Verordnung über eine Sondergerichtsbarkeit in Strafsachen für Angehörige der SS und für die Angehörigen der Polizeiverbände bei besonderem Einsatz vom 17. Okt. 1939, in: RGBl. 1939 I, S. 2107-2108, 1. Durchführungsverordnung vom 1. Nov. 1939, in: RGBl. 1939 I, S. 2293-2296, 2. Durchführungsverordnung vom 17. April 1940, in: RGBl. 1940 I, S. 659-660.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Akademie für Deutsches Recht 1933-1945. Protokolle der Ausschüsse, Bd. VIII: Ausschüsse für Strafrecht, Strafvollstreckungsrecht, Wehrstrafrecht, Strafgerichtsbarkeit der SS und des Reichsarbeitsdienstes, Polizeirecht sowie für Wohlfahrts- und Fürsorgerecht (Bewahrungsrecht), hg. v. Werner Schubert, Frankfurt am Main 1999;</p>
                <p>Akten der Partei-Kanzlei der NSDAP. Rekonstruktion eines verlorengegangenen Bestandes, hg. v. Institut für Zeitgeschichte, bearb. v. Helmut Heiber (u.a.), Teil I, Regesten, Bd. 1-2, München (u.a.) 1983 [Mikrofiche-Edition];</p>
                <p>Boehnert, Gunnar C.: The Jurists in the SS-Führerkorps, 1925-1939, in: Der &quot;Führerstaat&quot;. Mythos und Realität. Studien zur Struktur und Politik des Dritten Reiches, hg. v. Gerhard Hirschfeld u. Lothar Kettenacker (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London, Bd. 8), 1. Aufl., Stuttgart 1981, S. 361-374;</p>
                <p>Bohn, Robert: Reichskommissariat Norwegen. &quot;Nationalsozialistische Neuordnung&quot; und Kriegswirtschaft, München 2000, S. 91-114;</p>
                <p>Buchheim, Hans: Die Organisation der Sondergerichtsbarkeit der SS und Polizei (Gutachten vom 13. Juni 1956), in: Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, Bd. 1, München 1958, S. 343-348; dass., in: Buchheim, Hans: Die SS - das Herrschaftsinstrument, in: ders.; Broszat, Martin; Jacobsen, Hans-Adolf; u. Krausnick, Helmut: Anatomie des SS-Staates. Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, 6. Aufl., München 1994, S. 153-160;</p>
                <p>Büchler, Yehoshua Robert: &quot;Unworthy Behavior&quot;. The Case of SS Officer Max Täubner, in: Holocaust and Genocide Studies 17 (2003), Nr. 3, S. 409-429;</p>
                <p>Das Bundesarchiv und seine Bestände, hg. v. Gerhard Granier, Josef Henke u. Klaus Oldenhage, 3. Aufl., Boppard am Rhein 1977, S. 372-373;</p>
                <p>Die SS. Geschichte, Aufgabe und Organisation der Schutzstaffeln der NSDAP, bearb. im Auftrage des Reichsführers SS von SS-Standartenführer Gunter d&apos;Alquen (Schriften der Hochschule für Politik, H. 33), Berlin 1939, S. 15-16, 21, 30 (Organigramm);</p>
                <p>[Freisler, Roland:] Strafgerichtsbarkeit der SS und des Reichsarbeitsdienstes, in: Deutsche Justiz 100 (1938), Ausgabe A Nr. 9 vom 4. März 1938, S. 352-353;</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates. Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP, bearb. v. Heinz Boberach, Teil 1, München 1991, S. 237-238; Teil 2, München 1995, S. 183;</p>
                <p>Jäger, Herbert: Verbrechen unter totalitärer Herrschaft. Studien zur nationalsozialistischen Gewaltkriminalität (Texte und Dokumente zur Zeitgeschichte), Olten/Freiburg im Breisgau 1967;</p>
                <p>Matthäus, Jürgen: Der Fall Heyde. Ermittlungen der SS im Arbeitserziehungslager Rattwitz (1942/43), in: Dachauer Hefte 13 (1997), S. 56-61;</p>
                <p>Organisationsbuch der NSDAP, hg. v. Reichsorganisationsleiter der NSDAP, 1. Aufl., München 1936, S. 422; 7. Aufl., München 1943, S. 420;</p>
                <p>Rüping, Hinrich: Nationalsozialistische Rechtsprechung am Beispiel der SS- und Polizei-Gerichte, in: Neue Zeitschrift für Strafrecht 3 (1983), H. 3, S. 112-114;</p>
                <p>Scheffler, Wolfgang: Zur Praxis der SS- und Polizeigerichtsbarkeit im Dritten Reich, in: Klassenjustiz und Pluralismus. Festschrift für Ernst Fraenkel zum 75. Geburtstag am 26. Dezember 1973, hg. v. Günther Doeker u. Winfried Steffani, 1. Aufl., Hamburg 1973, S. 224-236;</p>
                <p>Ders.: Der Beitrag der Zeitgeschichte zur Erforschung der NS-Verbrechen. Versäumnisse, Schwierigkeiten, Aufgaben, in: Vergangenheitsbewältigung durch Strafverfahren? NS-Prozesse in der Bundesrepublik Deutschland, hg. v. Jürgen Weber u. Peter Steinbach, München 1984, S. 114-133;</p>
                <p>The Holdings of the Berlin Document Center. A Guide to the Collections (masch.), Berlin 1994, S. 64-66;</p>
                <p>Vieregge, Bianca: Die Gerichtsbarkeit einer &quot;Elite&quot;. Nationalsozialistische Rechtsprechung am Beispiel der SS- und Polizei-Gerichtsbarkeit (Juristische Zeitgeschichte, Abt. 1: Allgemeine Reihe, Bd. 10), 1. Aufl., Baden-Baden 2002;</p>
                <p>Wegner, Bernd: Die Sondergerichtsbarkeit von SS und Polizei. Militärjustiz oder Grundlegung einer SS-gemäßen Rechtsordnung?, in: Das Unrechtsregime. Internationale Forschung über den Nationalsozialismus. Festschrift für Werner Jochmann zum 65. Geburtstag, hg. v. Ursula Büttner, Bd. 1: Ideologie - Herrschaftssystem - Wirkung in Europa (Hamburger Beiträge zu Sozial- und Zeitgeschichte, Bd. XXI), Hamburg 1986, S. 243-259, dass. als &quot;Exkurs&quot; in ders.: Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 1933-1945. Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite, 5. Aufl., Paderborn (u.a.) 1997, S. 319-332;</p>
                <p>Weingartner, James J.: Law and Justice in the Nazi SS. The Case of Konrad Morgen, in: Central European History 16 (1983), S. 276-294.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1934 als eigene Disziplinargerichtsbarkeit der SS eingerichtet, 1939 zum Hauptamt erhobe‧nes SS-Gericht und dem Reichsführer SS direkt unterstellt. Durch Verordnung vom 17. Oktober 1939 wurde eine Sonderstrafgerichtsbarkeit der SS und Polizei eingerichtet, der auch die Angehörigen der Waffen-SS, der Polizei und ihrer Hilfsverbände sowie die Bewohner einiger besetzter Gebiete unterworfen waren</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 46</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichserbhofgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>535 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben einer Sammlung von Entscheidungen des Reichserbhofgerichtes 1934-1944 und der Entscheidungskartei des Reichserbhofgerichtes sind v. a. Verfahrensakten 1938-1945 zu Beschwerden gegen Vorinstanzen, über die bei Kriegsende noch nicht entschieden war, überliefert. Zum Bestand gehören auch Personalakten 1940-1945.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Masse der Akten des Reichserbhofgerichts ist im November 1943 durch Luftangriffe in Berlin vernichtet worden. Außer der Sammlung von abschriftlichen Entscheidungen des Reichserbhofgerichts und der Entscheidungskartei muss das gesamte Schriftgut als verloren gelten. Auch die vorhandenen wenigen Personalakten wurden erst nach dem Luftangriff als Ersatzstücke angelegt.</p>
                <p>Die heute im Bundesarchiv vorhandenen Akten gelangten im September 1957 vom Oberlandesgericht Celle ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Entscheidungen des Reichserbhofgerichtes, hg. von den beamteten Mitgliedern des Gerichtshofes, 1935-1943 (RD 86/1-1 bis 10)</p>
                <p>Das Reichserbhofgesetz. Ein Leitfaden zum Reichserbhofrecht nebst Wortlaut des Reichserbhofgesetzes vom 29.9. 1933 und der 1. Durchführungsverordnung vom 19.10. 1933 (BDC 91.01)</p>
                <p>Das Reichserbhofrecht, Kommentar von Dr. Otto Wöhrmann, 1933-1938 (BDC 9103)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1934 Einrichtung des Reichserbhofgerichtes beim Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Reichserbhofgesetz vom 29.9. 1933 § 47); als oberste Instanz der mit der Durchführung des Reichserbhofgesetzes betrauten Anerbengerichte urteilte das Reichserbhofgericht über Beschwerden gegen die vorinstanzlichen Entscheidungen der Erbhofgerichte.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 123</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Rep. 358</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswirtschaftsgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1945-12-31">1915-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14000 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3010</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">30.10</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsarbeitsgericht</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5113 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <unittitle>Finanzen, Bau und Raumordnung</unittitle>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">21.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfinanzministerium</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1849-01-01/1961-12-31">(1849-) 1919-1945 (-1961)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>81856 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung des RFM deckt mehr oder weniger umfangreich das Gesamtaufgabenspektrum der Behörde mit folgenden Überlieferungsschwerpunkten ab:</p>
                <p>- Aufstellung des Reichshaushalts, dabei v.a. Akten zur Aufstellung des Haushalts der Fachressorts, zum Heeres-, Marine- und Kolonialetat, zum Schuldenwesen des Reichs sowie zu Reichsbürgschaften, Reichsbeteiligungen, Exportkrediten, zu Banken, Währungs- und Devisenangelegenheiten</p>
                <p>- Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten der Reichsfinanzverwaltung, Liegenschafts- und Reichsbauverwaltung, dabei v.a. Akten zur Unterbringung der Dienststellen der Reichsfinanzverwaltung, das Reichsgrundbesitzverzeichnis sowie Akten zur Verwertung militärischer Liegenschaften</p>
                <p>- Zölle, dabei v.a. Akten zur Zollgesetzgebung, zur Handhabung des Zolltarifs für einzelne Waren und zu Handelsbeziehungen zum Ausland</p>
                <p>- Reichssteuern und Verbrauchsabgaben, dabei v.a. Akten zur Einkommens- und Umsatzsteuer, zum Reichsbewertungsgesetz und Bodenschätzungsgesetz sowie zu Verbrauchsteuern auf Branntwein, Tabak, Zucker und Süßstoff</p>
                <p>- Landessteuern, Länder- und Gemeindefinanzen, Finanzausgleich</p>
                <p>- Abwicklung des Ersten Weltkriegs, dabei v.a. Reparations-, Saar- und Besatzungsangelegenheiten</p>
                <p>- Rüstungsfinanzierung und Kriegsschäden beider Weltkriege</p>
                <p>Zum Bestand gehören ca. 4000 Personalakten überwiegend Beschäftigter des höheren Dienstes im RFM (ca. 600) und im nachgeordneten Bereich</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bis 1936 war der größte Teil der bis 1929 entstandenen Akten des RFM sowie auch zahlreiche Akten der &quot;Neuen Registratur&quot; ab 1930, darunter die Haushaltsakten der Wehrmacht, der SS und der Konzentrationslager, bereits an das Reichsarchiv in Potsdam abgegeben worden. Da nur teilweise in die kriegsbedingten Auslagerungen einbezogen, wurden große Teile dieser Akten beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 vernichtet, darunter fast alle Geheimakten nach 1925 sowie zahlreiche Akten der neuen Registratur, insbesondere zu Beamten- und Versorgungsangelegenheiten, Angestellten- und Arbeiterfragen. Auch bei den vom Reichsarchiv ausgelagerten Akten sind Verluste eingetreten. Als vernichtet gelten heute v.a. die genannten Haushaltsakten der Wehrmacht, der SS und der Konzentrationslager. Weitere Aktenverluste sind durch Aktenvernichtungen in der Behörde selbst und an den Auslagerungsorten eingetreten. Das betrifft insbesondere die nach Sigmaringen ausgelagerten Akten zur Behandlung von volks- und reichsfeindlichem, jüdischem und beschlagnahmten Vermögen der Referate &quot;Eylert&quot; und &quot;Maedel&quot; des RFM. Diese Akten wurden höchstwahrscheinlich kurz vor Kriegsende gemeinsam mit den Unterlagen des Finanzamts Sigmaringen dort verbrannt.</p>
                <p>Nach Kriegsende gelangten Teile der Überlieferung in Abhängigkeit der Auslagerungsorte sowohl in das Bundesarchiv Koblenz als auch das damalige Deutsche Zentralarchiv Potsdam (DZA). Das Bundesarchiv Koblenz übernahm dabei in den 60er Jahren vom Bundesministerium der Finanzen v. a. die zunächst von der &quot;Restverwaltung&quot; bzw. ab 1946 vom &quot;Archiv des ehemaligen Reichsfinanzministeriums&quot; verwahrten Akten der bis 1945 laufenden Registraturen. In das DZA Potsdam gelangten v.a. die in die Kalischächte Sraßfurt und Schönebeck ausgelagerten Akten des Reichsarchivs sowie 1955 aus der Sowjetunion zurückgeführtes beschlagnahmtes Schriftgut.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung und Bewertung</p>
                <p>Die Gesamtüberlieferung des Reichsfinanzministeriums befand sich bis 1990 zu etwa gleichen Teilen im Zentralen Staatsarchiv der DDR und im Bundesarchiv Koblenz. In beiden Archiven wurde die Überlieferung sukzessive verzeichnet und in vorläufigen Findmitteln (Verzeichnisse und Karteien) erfasst. Aufgrund der unterschiedlichen Überlieferungsschwerpunkte beider Teilbestände erfolgte die jeweilige Gliederung des Teilbestandes nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Während der Potsdamer Teilbestand mit Überlieferungsschwerpunkt bis 1930 entsprechend der Abteilungsstruktur sachlich gegliedert wurde, folgte die Koblenzer Gliederung dem 1929 eingeführten Einheitsaktenplan der Reichsfinanzverwaltung. Die als Bestand 21.01 im Zentralen Staatsarchiv der DDR verwahrte Überlieferung wurde darüber hinaus abhängig vom Enstehungszeitpunkt in zwei Signaturfolgen gegliedert. A-Signaturen erhielten bis 1919 angelegte Akten mit Provenienz Reichsschatzamt, B-Signaturen die Akten des RFM. Bei der Zusammenführung beider Überlieferungsteile 1990 mussten zur eindeutigen Kennzeichnung der Einzelakten auch die unterschiedlichen Signaturfolgen zusammengeführt werden. Die Signaturen der Koblenzer Akten wurden beibehalten, die alten A-Signaturen mit 40000 und die B-Signaturen mit 50000 addiert. Seit dem Jahr 2000 erfolgt schrittweise auch die findbuchmäßige Zusammenführung der beiden Überlieferungsteile in Online-Teilfindbüchern, beginnend mit den Haushaltsakten der Fachressorts.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtliche Druckschriften (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Amtsblatt der Reichsfinanzverwaltung 1919ff [RD 47/4]</p>
                <p>Reichssteuerblatt 1920ff [RD 47/37]</p>
                <p>Reichszollblatt 1906ff [RD 47/108]</p>
                <p>Reichshaushaltsplan 1874-1944 [RD 47/1]</p>
                <p>Reichshaushalts- und Besoldungsblatt 1922-1944 (1922-1936 u.d.T. Reichsbesoldungsblatt 1937-1945) [RD 47/31]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Groth, Karl: Die Reichsfinanzverwaltung, Berlin 1944</p>
                <p>Pausch, Alfons: Von der Reichsschatzkammer zum Bundesfinanzministerium, Bonn 1969</p>
                <p>Hettlage, Karl M., Die Finanzverwaltung. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte, Bd. 4, 1985, S. 177-201</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das aus der Finanzabteilung (bis 1877: Finanzbüro) des Reichskanzleramtes 1879 entstandene Reichsschatzamt wurde 1919 zum Reichsfinanzministerium (RFM). Das RFM übernahm zunächst die Struktur und die dem Reichsschatzamt übertragenen Zuständigkeiten für Reichshaushalt, Währung sowie Zölle und Verbrauchsabgaben. Lediglich die Verwaltung des reichseigenen Besitzes, die Verwertung reichseigenen Gutes v.a. von Heer und Marine und die finanzielle Beaufsichtigung industrieller Betriebe und der Beteiligungen des Reiches an industriellen Unternehmen wurden vorübergehend an das im März 1919 neu geründete und 1923 wieder aufgelöste Reichsschatzministerium abgegeben. Das Aufgabengebiet des Reichsfinanzministeriums wurde im Zuge der Erzbergerschen Finanzreform von 1919/1920 beträchtlich erweitert, vor allem durch die Zuständigkeit für Besitz- und Verkehrssteuern. Die Länder mußten ihren Steuerapparat dem Reich überlassen, so dass das RFM als Spitze der Reichsfinanzverwaltung nun über einen einheitlichen behördlichen Unterbau in Form von Landesfinanzämtern auf regionaler und Finanzämtern und Hauptzollämtern auf lokaler Ebene verfügte. Seit der Auflösung des Reichsministeriums für Wiederaufbau (1924) hatte das RFM außerdem die umfassende Kompetenz für die Abwicklung der Kriegsfolgen. Einen weiteren Aufgabenzuwachs erfuhr das RFM im Zusammenhang mit der Aufhebung der Länderhoheit 1934, in deren Folge die Finanzministerien der Länder der Aufsicht des RFM unterstellt wurden. Lediglich das preußische Finanzministerium konnte seine Selbständigkeit bewahren und wurde dem RFM erst im September 1944 und auch nur formal eingegliedert.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2-ANH.</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">21.01 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Restverwaltung des ehemaligen Reichsfinanzministeriums</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1958-12-31">(1938-) 1945-1958</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>98 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Ausgehend von der Aufgabenstellung der Behörde sind neben wenigen Akten zur Organisation und Auskünften zu Beschäftigungszeiten im Wesentlichen Ausarbeitungen und Auskünfte v. a. für die vier Besatzungsbehörden zum Reichshaushalt und zu finanziellen Angelegenheiten des Reichs, zur Rüstungsfinanzierung, zu Deutschem Vermögen im Ausland sowie feindlichem und ausländischem Vermögen im Inland, darunter auch 12 Aktenbände zur Arisierung und Zerschlagung des Petschek-Konzerns, überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die von der Restverwaltung bzw. dem Archiv des BMF verwahrten Akten des ehemaligen Reichsfinanzministeriums sowie die aus der eigenen Tätigkeit erwachsenen Unterlagen sind in den 60er Jahren z. T. über das Bundesministerium der Finanzen bzw. das Geheime Staatsarchiv als Zwischenstation in das Bundesarchiv gelangt.</p>
                <p>Zusätzlich wurden dem Bestand jene in das Bundesarchiv gelangten Ausarbeitungen, v. a. statistische Zusammenstellungen, eingefügt, die von den deutschen Arbeitsgruppen des ehemaligen Ministerial Collecting Center, Economic Division, aus Akten des ehemaligen Reichsfinanzministeriums erarbeitet worden sind.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die &quot;Restverwaltung&quot; entstand als unmittelbare Nachkriegseinrichtung in Berlin aus einer kleinen Gruppe früherer Angehöriger des Reichsfinanzministeriums zur Erarbeitung von Übersichten und Zusammenstellungen aus erhalten gebliebenen Akten des RFM im Auftrag der Alliierten. Die Erhebung der &quot;Restverwaltung&quot; zu einer Dienststelle erfolgte mit ihrer Angliederung an die Generalsteuerdirektion und der Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel durch die Verfügung der Finanzabteilung des Magistrats der Stadt Berlin vom 31. Jan. 1946. Am 4. Dez. 1946 wurde von der Alliierten Kommandantur die Schließung der Restverwaltung verfügt und der Magistrat von Berlin angewiesen, &quot;ein Amt für die Sicherung und Klassifizierung der Archive des früheren Reichsfinanzministeriums ... einzurichten&quot;. Die Tätigkeit des daraufhin errichteten &quot;Archiv des ehemaligen Reichsfinanzministeriums&quot; war zunächst weiterhin darauf beschränkt, &quot;den vier Besatzungsmächten Auskunft zu erteilen&quot; (siehe: R 2 ANH./1). Später kam die Auskunftserteilung an deutsche Dienststellen sowie an Firmen und Privatpersonen hinzu.</p>
                <p>Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Finanzen und dem Senator für Finanzen des Landes und der Stadt Berlin vom 2. Juni/ 6. Juli 1951 wurde das &apos;Archiv&apos; mit Wirkung vom 1. April 1951 in das Bundesministerium für Finanzen eingegliedert und führte bis zur Auflösung Ende 1957/Anfang 1958 die Bezeichnung „Archiv des Bundesministeriums der Finanzen&quot;.</p>
              </scopecontent>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2201</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">22.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschatzministerium</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1927-12-31">(1914) 1918-1927</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>500 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2301</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">23.01</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 47</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rechnungshof des Deutschen Reiches</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1822-01-01/1946-12-31">1822-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14491 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_7a62b1e9-45b9-442e-bec0-dae3f2b6e1bc"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung des Rechnungshofes deckt mehr oder weniger umfangreich das Gesamtaufgabenspektrum der Behörde mit folgenden Überlieferungsschwerpunkten ab:</p>
                <p>- Organisations-, Rechts-, Verwaltungs- und Betriebsangelegenheiten</p>
                <p>- Rechnungshof und Reichssparkommissar</p>
                <p>- Beamtenpflichten und-rechte</p>
                <p>- Angelegenheiten von Angestellten und Arbeitern</p>
                <p>- Haushalts-, Kassen-, Rechnungs-, und Rechnungsprüfungswesen</p>
                <p>- Fach- und Prüfungsakten über einzelne Behörden und Unternehmen wie Reichsfinanzministerium, Reichsarbeitsministerium, Reichsministerium</p>
                <p>des Innern, Reichsstelle für Raumordnung, Reichsnährstand, Reichsstellen und Hauptvereinigungen, Vereinigte Industrieunternehmungen AG und</p>
                <p>Untergesellschaften (VIAG), Kleinbahnunternehmen und Wohnungsbauunternehmen, Hauptversorgungs- und Versorgungsämter sowie Wehrmachtversorgungsämter</p>
                <p>- Sammlung von Verwaltungsberichten, Statuten und sonstigen Druckschriften von Verwaltungen auf Orts- und Kreisebene (Orte A-Z)</p>
                <p>- Haushaltspläne und Haushaltsrechnungen der Länder und kommunalen Einrichtungen</p>
                <p>- Gesetzsammelmappen</p>
                <p>Darüber hinaus gehören 3089 Personalakten zum Bestand.</p>
                <p>,</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der überwiegende Teil der sich schon im Reichsarchiv befindlichen Registratur des RH gelangte nach kriegsbedingter Auslagerung in das ehemalige Zentrale Staatsarchiv der DDR. Ein weiterer Teil der vorhandenen Überlieferung befand sich bei Kriegsende noch in den Dienstgebäuden des RH in Potsdam und Berlin und gelangte nach 1946 ins Archiv. Die durch den alliierten Luftangriff vom April 1945 auf Potsdam eingetretenen Verluste belaufen sich auf ca. 9 lfm.</p>
                <p>Da die preußische Oberrechungskammer 1934 die Prüfung von Reichaufgabe für Kunst, Wissenschaft, kirchliche Angelegenheiten und Forstwirtschaft übernahm (für diese Gebiete bestanden bei der preußischen Oberrechungskammer bereits entsprechende Abteilungen) befinden sich diese Überlieferungen - ebenso wie die Vorakten des RH im Bestand Rep. 138 des Geheimen Staatsarchivs, Stiftung preußischer Kulturbesitz.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Registraturen des RH unterschieden entsprechend der Aufgabenstellung der Behörde drei Aktengruppen, die sich auch in der Klassifikation widerspiegeln:</p>
                <p>- Allgemeine Akten</p>
                <p>- Fachakten mit speziellen Prüfungsunterlagen und -anweisungen</p>
                <p>- Prüfungsakten für die eigentlichen Prüfungsverhandlungen.</p>
                <p>Im vorliegenden Findbuch werden sowohl die relevanten Akten der bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv als Bestand R 2301 verwahrten Überlieferung als auch die im Bundesarchiv als Bestand R 47 verwahrten Akten erfasst.</p>
                <p>Dabei wurden zwar durch Zusammenführung beider Überlieferungsteile notwendige Vereinheitlichungen einzelner Erschließungsinformationen vorgenommen, eine vollständige Neuverzeichnung hat jedoch nicht stattgefunden.</p>
                <p>Die allgemeinen Akten wurden nach einem einheitlichen Aktenplan geführt und stehen zusammengefasst am Anfang des Bestandes. Die Fach- und Prüfungsakten sind entsprechend dem zuletzt gültigen Geschäftsverteilungsplan geordnet. Daneben werden die Akten des &quot;Archivs&quot; als relativ selbständiger Strukturteil mit verschiedenen Spezialregistraturen gesondert aufgeführt.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung der Akten war in der Regel die Bildung archivischer Aktentitel, Bandfolgen und Serien erforderlich; dabei war, aufgrund der Spezifik des Bestandes, die Bildung gleichlautender Titel unvermeidbar.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Denkschriften und Bemerkungen des Rechnungshofes zu den Reichshaushaltsrechnungen sowie sonstige Denkschriften erschienen als Drucksachen des Reichstages.</p>
                <p>Rangliste (ab 1904: Liste) der Beamten der Königlich-preußischen Oberrechnungskammer und des Rechnungshofes des Deutschen Reiches. Zusammengestellt von F. Krüger (ab 1904 J. Gleesner).- Potsdam bis 1914.</p>
                <p>Rechnungslegungsordnung für das Reich (RRO), 1929, 1935-1936, 1939, 1942 [RD 106/2]</p>
                <p>Vorprüfungsordnung für die Länder (VPOL), 1937 [RD 106/1].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Rainer Weinert: Die Sauberkeit der Verwaltung im Kriege - Der Rechnungshof des Deutschen Reiches 1938-1946. Westdeutscher Verlag GmbH. Opladen. 1993.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991, Teil 1, S. 335-337.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Unter der Bezeichnung Rechnungshof des Norddeutschen Bundes übernahm die Preußische Oberrechungskammer erstmalig für die Rechnungsjahre 1867-1869 die Kontrolle des Haushalts des Deutschen Reiches unter Umbenennung der Behörde in Rechnungshof des Deutschen Reiches.</p>
                <p>Neben der Kontrolle des Reichshaushalts war die Oberrechnungskammer in ihrer Funktion als Rechnungshof für die Prüfung des Landeshaushalts von Elsass-Lothringen (1874-1919) sowie für die Kontrolle des Haushalts des Schutzgebiete (seit 1892/95 Afrika, seit 1898 alle Schutzgebiete) verantwortlich. Der Rechungshof (RH) wurde vom Chefpräsidenten der Oberrechungskammer geleitet; seine Mitglieder wurden auf Vorschlag des Bundesrates vom Kaiser ernannt.</p>
                <p>Die Aufgabe der Rechnungsprüfung des Reichshaushalts musste der Oberrechnungskammer durch wiederholte Einzelgesetzgebung meist jährlich neu übertragen werden.</p>
                <p>Durch Artikel 86 S. 2 der Weimarer Verfassung (&quot;Die Rechnungsprüfung wird durch Reichsgesetz geregelt&quot;) wurde die Rechnungsprüfung für die Reichsverwaltung verfassungsrechtlich fundiert. Die Reichshaushaltsordnung vom 31.12.1922 sah dementsprechend die grundsätzliche Prüfung des Reichshaushalts durch den Rechnungshof des Deutschen Reiches vor (Legalisierung der Prüfung der &quot;Wirtschaftlichkeit der Verwaltung&quot;). Damit wurde erstmals die Rechnungsprüfung als Recht des Staates fixiert; zugleich wurde die Einrichtung des RH als selbständige, von der Reichsregierung unabhängige Reichsbehörde, geregelt. Die Reichshaushaltsordnung bestimmte - als eine wichtige Zielsetzung des RH nach Prüfung der gelegten Jahresrechungen - Denkschriften über die hauptsächlichsten Prüfungsergebnisse anzufertigen und der Reichsregierung Vorschläge zur Behebung festgestellter Mängel in de Verwaltung zur Abänderung und Auslegung von Gesetzen zu unterbreiten.</p>
                <p>Der RH der Weimarer Republik stellte ein Kollegium aus Präsident, Direktoren und Räten dar, das alle grundsätzlichen Angelegenheiten durch Mehrheitsbeschluss in der Vollversammlung entschied. Zur Entscheidung sachlich begrenzter, nur einzelne Verwaltungsgebiete betreffender Angelegenheiten räumte die Reichshaushaltsordnung die Bildung von Senaten, die aus mindestens 3 Mitgliedern bestehen mussten, ein. Des Weiteren konnte die gutachterliche Tätigkeit auf Ersuchen der Reichsminister, des Reichstages und des Reichsrates erfolgen; darüber hinaus konnten auch Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit vom RH geprüft werden, Der Präsident und die übrigen Mitglieder des RH wurden nunmehr vom Reichspräsidenten unter Gegenzeichnung des Reichsministers der Finanzen ernannt. Der Präsident des RH war in Personalunion zugleich zuständig für die Leitung der preußischen Oberrechnungskammer. Allerdings führte er ab 1. Oktober 1922 nicht mehr die preußische, sondern die Reichsbehörde hauptamtlich.</p>
                <p>Präsidenten des RH waren:</p>
                <p>1869-1890: Karl Ewald von Stünzner</p>
                <p>1890-1898: Arthur Paul Ferdinand von Wolff</p>
                <p>1898-1914: Eduard Ludwig Karl von Magdeburg</p>
                <p>1914-1922: Ernst Holz</p>
                <p>1922-1938 Friedrich Ernst Moritz Saemisch</p>
                <p>1938-1945 Heinrich Müller</p>
                <p>1922 wurde Saemisch außerdem zum Reichssparkommissara ernannt mit der Aufgabe, zusammen mit dem Reichsfinanzminister den gesamten Haushalt zu überprüfen und darüber Gutachten zu erstellen.</p>
                <p>Unterstützt wurde er vom Sparausschuss des Reichstages.</p>
                <p>Im Dezember 1933 wurde diese Stelle wieder aufgelöst und die Aufgaben gingen auf die neue Präsidialabteilung des Rechnungshofes über.</p>
                <p>Als oberste Rechnungsprüfungs- und Kontrollbehörde oblag dem RH die Übehrwachung der gesamten Reichshaushaltsführung durch Prüfung der Haushaltsrechungen einschließlich der außerplanmäßigen Einnahmen und Ausgaben aller Reichsveraltungen, der Rechnungen über das gesamte, nicht in Geld bestehende Eigentum des Reiches sowie der Bücher und Rechnungsunterlagen der Betriebe des Reiches.</p>
                <p>Seit Ende des 1. Weltkrieges hatte der RH auch hin zunehmenden Maße die Verwendung der Reichsmittel zu kontrollieren, die in Form von Darlehen, Krediten, Bürgschaften, Beihilfen und Beteiligungen in die private Wirtschaft flossen, indem sowohl bedeutende Wirtschaftsuntennehmen als auch eine Reiche kleinerer Betriebe in sein Prüfungsgebiet einbezogen wurden.</p>
                <p>Die innere Struktur des RH blieb im Wesentlichen in der gesamten Zeit seines Bestehend unverändert. Er gliederte sich in die Präsidialabteilung und in eine wechselnde Anzahl von Prüfungsabteilungen, denen die zu prüfenden Behörden und Unternehmen nach sachlichen Gesichtspunkten zugeordnet wurden. Zur Sammlung und karteimäßigen Erschließung von Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsbestimmungen, Dienstvorschriften und sonstigen für die Rechnungsprüfung benötigten Unterlagen war der Präsidialabteilung eine Nachrichtenstelle angegliedert, die ab 1937 die Bezeichnung &quot;Archiv&quot; führte.</p>
                <p>1933 wurde der RH als eine der Reichsregierung gegenüber selbständige oberste Reichsbehörde bestätigt, jedoch das bisherige Verfahren der Mehrheitsbeschlüsse aufgehoben und dem Präsidenten weitgehend Weisungsbefugnis an alle Organe des RH eingeräumt. Mit Ausnahme der Wehrmachtkontrolle und der Verwendnugsprüfung von Zuschüssen des Staates an die NSDAP konnte der RH zunächst seine Aufgaben im Rahmen der Finanzkontrolle auch nach 1933 in vollem Umfang wahrnehmen.</p>
                <p>1934 wurde das Büro des Reichssparkommissars, der mit der Beratung der Reichsregierung in allen Fragen der Haushaltsführung und zweckmäßigen Gestaltung, Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung beauftragt war, aufgelöst und seine wichtigsten Funktionen einem Büro der Präsidialabteilung des RH überwiesen.</p>
                <p>Ebenfalls ab 1934 bestanden durch das Gesetz zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft Möglichkeiten, die Zuständigkeit des RH auf die Prüfung von Körperschaften, Anstalten u. a. juristische Personen des öffentlichen Rechts auszudehnen (endgültig gesetzlich festgelegt durch die Reichsprüfungsordnung vom 30. März 1938).</p>
                <p>Im Zuge der Reichsreform-Bestrebungen des 3. Reiches bracht das &quot;Gesetz über die Haushaltsführung, Rechnungslegung und Rechnungsprüfung der Länder und über die vierte Änderung der Reichshaushaltsordnung&quot; vom 17. Juni 1936 wichtige Beränderungen: mit Beginn des Rechnungsjahres 1936 wurde die Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung der Länder dem TH übertragen, In Anlehnung an die bereits bestehenden Landesprüfungsämter errichtete der RH 1937 zu diesem Zweck jeweils für ein oder mehrere Länder zuständige Außenabteilungen, und zwar zunächst in Hamburg, Karlsruhe, Leipzig (ab 1940 Dresden) und München. Später kamen noch Wien (1939), Posen (1942) und Metz (1942) hinzu. Diesen Außenabteilungen des RH wurden von den Ländern als Vorprüfstellen &quot;Rechnungsämter&quot; entsprechend der &quot;Vorprüfordnung für die Länder&quot; vom 9. April 1937 zugeordnet.</p>
                <p>Nach 1938, insbesondere während des Krieges, verlagerte sich der Schwerpunkt der Prüfungstätigkeit des RH: einerseits wurde die Rechnungsprüfung der Verwaltungen im sogenannten &quot;Altreich&quot; reduziert, andererseits jedoch die Zuständigkeit des RH auf alle deutschen Verwaltungen in den besetzten Gebieten ausgedehnt und dort auch in vielem Umfang wahrgenommen. Lediglich das Generalgouvernement und die autonome Protektoratsregierung verfügten über eigene Prüfungsämter.</p>
                <p>.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2401</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">24.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschuldenverwaltung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1924-01-01/1945-12-31">1924-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>580 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung des Bestands R 2401 besteht aus drei Bereichen, die sich überwiegend mit verschiedenen Ablieferungen decken:</p>
                <p>Den in der Klassifikation an erster Stelle stehenden Bereich bilden die Handakten Kraushaar, eines Beamten der Abwicklungsstelle des Reichskommissars für die Ablösung der Reichsanleihen alten Besitzes. Diese befassen sich mit Organisation, Tätigkeit und Personal der Reichsschuldenverwaltung 1924-1945, gesetzlichen Grundlagen des Schuldenwesens 1924-1944 und den Themen Reichsschuldbuch, Vorzugsrente, Zusatzrente und Sonderrente 1925-1944.</p>
                <p>Einen zweiten Bereich bildet die 1995 übenommene Auswahlüberlieferung von Reichschuldbüchern. Diese werden ergänzt um fragmentarisch überlieferte Depotaufstellungen unpersönlicher Gläubiger und Reichsschuldbuchkonten persönlicher Gläubiger aus einer Ablieferung 2013.</p>
                <p>Den dritten und umfangreichsten Bereich bilden 2013 an das Bundesarchiv abgelieferte Unterlagen zur Enteignung jüdischer Gläubiger. Sie bestehen überwiegend aus zwei inhaltlichen Komplexen, die die verschiedenen Tätigkeiten der Reichsschuldenverwaltung in diesem Bereich belegen.</p>
                <p>Zum einen sind dies die 1942 beginnenden Ablieferungen von staatlichen Wertpapieren (Anleihen, Schuldverschreibungen, Kriegsanleihen aus dem Ersten Weltkrieg) von der Reichsbank an die RSV sowie die Anweisungen zur entschädigungslosen Vernichtung dieser Wertpapiere durch das Referat Patzer im Reichsfinanzministerium. Sortiert sind diese Unterlagen nach einer grob chronologisch vergebenen sog. Ju-Nummer.</p>
                <p>Zum anderen umfasst dieser Bereich Sachakten, Schuldbuchkontoakten und Karteien, die nach Schuldbuchkontonummern sortiert sind. Den Großteil der Überlieferung bilden 385 erhalten gebliebene Schuldbuchkontoakten persönlicher jüdischer Gläubiger. Diese wurden in der Kontoabteilung I mit einer Kontonummer bestehend aus dem Anfangsbuchstaben des Nachnamens und einer für jeden Buchstaben laufenden Zählung geführt. Von unpersönlichen Gläubigern liegen nur zwei Akten der Kontoabteilungen II und IV vor. Korrespondiert zur Kontonummernordnung der Schuldbuchakten, allerdings zurückgehend auf Listen in Sachakten der RSV entstand nach 1945 eine mehrteilige Kartei, die teilweise als Judenkartei bezeichnet wurde. Sie führt in der Ordnung der Kontonummern die Enteignungen jüdischer Gläubiger auf.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                <p>Die Registraturordnung der RSV basierte in den 1930er und 1940er Jahren auf einem vierstelligen Aktenplan analog zum insbesondere im Reichsfinanzministerium angewendeten Einheitsaktenplan der Reichsfinanzverwaltung (Siehe für den Aktenplan der RSV: R 2401/8-9)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der bereits an das Reichsarchiv abgegebene Aktenbestand sowie die entsprechenden Findmittel wurden im Apr. 1945 vollständig vernichtet. Das von der Reichsschuldenverwaltung im Zentralen Staatsarchiv Potsdam überlieferte Schriftgut wurde 1954 bzw. 1964 vom Ministerium der Finanzen der DDR abgegeben. Es bestand zum einen aus Reichsschuldbüchern und zum anderen aus Handakten eines Beamten der der Reichsschuldenverwaltung angegliederten Abwicklungsstelle des Reichskommissars für die Ablösung der reichsanleihenalten Besitzes. Die vorhandenen Reichsschuldbücher wurden nach 1990 an die Bundesschuldenverwaltung abgegeben. 1995 wurden die Reichsschuldbücher wieder dem Bundesarchiv angeboten. Anstelle einer vollständigen Übernahme der ca. 170 laufende Meter umfassenden Überlieferung wurden Muster der verschiedenen Schuldbücher archivert. Am 1. November 2013 gelangten die Unterlagen zur Enteignung jüdischer Gläubiger sowie einige ergänzende Unterlagen zu Schuldbüchern und Depotaufstellungen als Ablieferung ins Bundesarchiv. Die Ablieferung fand über das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) statt, Schlussprovenienz der Unterlagen war die Bundesschuldenverwaltung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>B 239 Bundesschuldenverwaltung</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium (u.a. R 2/41973-41975, 70000-70005)</p>
                <p>R 2301 Rechnungshof des Deutschen Reichs (u.a. R 2301/2552, 7511-7518, 7528)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Articus, Ernst: Die Stellung der Reichsschuldenverwaltung im Rahmen der Zentralbehörden in Gegenwart und Zukunft, in: Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht, 1943. S. 161-163</p>
                <p>Borght, Richard van der: Die Entwicklung der Reichsfinanzen, Leipzig 1908</p>
                <p>Friedenberger, Martin: Die Reichsfinanzverwaltung im Nationalsozialismus. Darstellung und Dokumente, Ed. Temmen, Veröffentlichungen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz 1, Bremen 2002</p>
                <p>Groth, Karl: Die Reichsfinanzverwaltung, Berlin 1944</p>
                <p>Heinrici, Carl: Gesetz über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. 7. 1925, Berlin 1925</p>
                <p>Hettlage, Karl M., Die Finanzverwaltung. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte, Bd. 4, 1985, S. 177-201</p>
                <p>Kühnemann: Die staatsrechtliche Stellung der Reichsschuldenverwaltung, in: Archiv des öffentlichen Rechts. Heft 2 NF. 24</p>
                <p>Kuller, Christiane: Bürokratie und Verbrechen. Antisemitische Finanzpolitik und Verwaltungspraxis im nationalsozialistischen Deutschland (Das Reichsfinanzministerium im Nationalsozialismus, Band 1), München 2013</p>
                <p>Moll, Ewald: Die preußische Hauptverwaltung der Staatsschulden 1820-1920. Gedenkschrift zum 17. Januar 1920. Berlin 1920</p>
                <p>Rohmann, H.: Die Entwicklungstendenzen des Finanzsystems im Deutschen Reich und in der Bundesrepublik von 1871 bis zur Gegenwart, Dissertation, Bonn 1956</p>
                <p>Schultzenstein, Siegfried (Lt. HB DT. Reich 1939 Mitglied der RSV): Die Reichsschuldenverwaltung und ihre Aufgaben, in: Finanzrechtliche Zeitfragen, Bd. 1, Berlin 1930</p>
                <p>Terhalle, Fritz: Geschichte der deutschen öffentlichen Finanzwirtschaft vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Schluss des Zweiten Weltkrieges, in: Gerloff, Wilhelm / Neumark, Fritz (Hrsg.): Handbuch der Finanzwissenschaft, Band 1, Tübingen 1952, S. 274-325</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsschuldenverwaltung (RSV) regelte als selbständige und unabhängige Kollegialbehörde durch die Reichsschuldenordnung vom 13. Feb.1924 (RGBl. I S. 94) die Verwaltung der Schulden und unterlag nur in bestimmten Fragen der Oberaufsicht des Reichsfinanzministeriums. Soweit es sich um die Ausstellung und Einziehung von Schuldurkunden, die Führung des Reichsschuldbuches sowie die Zinszahlung und Tilgung der Reichsschulden, die Verwahrung, Entwertung und Vernichtung der eingelösten, zurückerworbenen oder in eine Buchschuld umgewandelten Schuldurkunden handelte, blieb die Behörde selbständig und unabhängig. Neben der Verwaltung der Reichsschulden oblag der RSV seit 1924 auch die Verwaltung der preußischen Staatsschulden, der Schulden der Reichspost und der Reichsbahn sowie seit 1933 der Reichsautobahnen. In der Durchführung ihrer Geschäfte unterlag die RSV der Kontrolle des Reichsschuldenausschusses, der sich aus je 6 Mitgliedern des Reichsrats und des Reichstages unter Vorsitz des Präsidenten des Rechnungshofes zusammensetzte. Der Reichsschuldenausschuss hatte jährlich mindestens eine Prüfung der Geld- und Wertpapierbestände der RSV durchzuführen und über die Verwaltung der Reichsschuld dem Reichsrat und Reichstag Bericht zu erstatten. Der RSV angegliedert war die Abwicklungsstelle des im Juli 1925 eingesetzten Reichskommissars für die Ablösung der Reichsanleihen alten Besitzes, womit der RSV die endgültige Gewährung der Vorzugs- und Wohlfahrtsrenten übertragen wurde. Zugleich stellte sie die oberste Beschwerdeinstanz für die Gewährung von Versorgungs- und Wohlfahrtsrenten sowie für die Gewährung von Auslosungsrechten an Altbesitzer von Markanleihen des Reichs sowie der Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände und öffentliche Körperschaften dar.</p>
                <p>Die RSV war im Nationalsozialismus an der Enteignung jüdischer Anleihebesitzer beteiligt und führte die vom Reichfinanzministerium angeordnete Vernichtung der Wertpapiere jüdischer Gläubiger aus.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die Handakten Kraushaar waren mittels eines vorläufigen Findbuchs von 1967 des Zentralen Staatsarchivs der DDR in Potsdam erschlossen. An den Bewertungsentscheidungen für die weiteren Unterlagen waren mehrere Kolleginnen und Kollegen der Standorte Koblenz, Potsdam bzw. Berlin-Lichterfelde beteiligt. Von Dezember 2013 bis Februar 2014 wurde der gesamte Bestand im IT-System des Bundesarchivs (BASYS-S) erschlossen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 37</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfinanzhof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1947-12-31">1918-1945 (1946-1947)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>43000 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2501</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 28 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">25.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Reichsbank</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1876-01-01/1945-12-31">1876-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>25890 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Von den über 20 Abteilungen der Reichshauptbank in Berlin sind heute nennenswerte Überlieferungen nur von der Volkswirtschaftlichen und Statistischen Abteilung und der Abteilung für Auslandsschulden, in die 1941/42 die Abteilung Deutsche Kreditabkommen eingegliedert wurde, vorhanden. Bei den Akten der Volkswirtschaftliche und Statistische Abteilung handelt es sich um Materialsammlungen mit Zeitungsausschnitten, Geschäftsberichten, Informationsdiensten und sog. Handakten mit Berichten zur Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik sowie zur Organisation des Bankwesens in Deutschland einschließlich der Organisation, Aufgaben und Geschichte der Reichsbank. Die Akten der Abteilung Kreditabkommen und Auslandsschulden (AfA) betreffen neben Unterlagen zum Geschäftsbetrieb in erster Linie deutsche Auslandsschulden und -kredite, Kredit- und Stillhalteabkommen, Schriftwechsel mit in- und ausländischen Banken und Firmen und Landesfinanzämtern.</p>
                <p>Die als Bestand R 28 im Bundesarchiv in Koblenz verwahrten Akten stammen v. a. vom Reichsbankdirektorium und der Reichshauptbank.</p>
                <p>Darüber hinaus sind Unterlagen vom Abwickler der Reichsbank überliefert.</p>
                <p>Umfangreiche Personalakten befinden sich noch in der im Bundesarchiv befindlichen Sammlung personenbezogener Unterlagen des sogenannten NS-Archivs des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Über den Umfang der sich 1945 in den Räumen der ehemaligen Reichsbank befindlichen Akten sowie über eventuelle Aktenvernichtungen oder größerer Auslagerungen liegen keine gesicherten Angaben vor. Die bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv Potsdam befindlichen Unterlagen wurde vom Berliner Stadtkontor, das bei seiner Gründung die Räume und das Inventar der ehemaligen Reichsbank übernahm, abgegeben. Dabei handelt es sich in erster Linie um Akten der Volkswirtschaftlichen und Statistischen Abteilung sowie der Abteilung für Auslandsschulden und Kreditabkommen.</p>
                <p>Der in das Bundesarchiv Koblenz gelangte Teilbestand stammt fast ausschließlich aus den Registraturen der Reichshauptbank, der Reichsbankhauptstelle Frankfurt/Main sowie den Reichsbankstellen Kaiserslautern und Plauen/Vogtland.</p>
                <p>Akten des Abwicklers der Reichsbank wurden zunächst von der Bundesbank in Frankfurt/M. und der Oberfinanzdirektion Berlin verwahrt. Beide Einrichtungen haben diese Akten 1999 an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Metschies, Kurt: Der Bestand &quot;Deutsche Reichsbank&quot;, Volkswirtschaftliche und Statistische Abteilung im Deutschen Zentralarchiv Potsdam, Historische Abteilung I (Bestandsinformation für den Wirtschaftshistoriker aus dem Deutschen Zentralarchiv Potsdam) im Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1968/ III</p>
                <p>Währung und Wirtschaft in Deutschland 1876 bis 1975, hg. von der Deutschen Bundesbank, Frankfurt a.M. 1976.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Reorganisation der seit 1846 bestehenden Preußischen Bank auf Grund des Bankgesetzes vom 14. März 1875 als Reichsbank (später: Deutsche Reichsbank) errichtet; Aufnahme ihrer Tätigkeit als Zentralnotenbank unter Aufsicht und Leitung des Reiches zur Regelung des Geldumlaufs und zur Nutzbarmachung verfügbaren Kapitals am 1. Januar 1876; Aufsicht des Reichs durch das vierteljährlich tagende Bankenkuratorium unter Vorsitz des Reichskanzlers; Präsident und Mitglieder des Direktoriums wurden vom Kaiser auf Vorschlag des Bundesrates ernannt; Grundkapital der Deutschen Reichsbank lag ausschließlich in privater Hand, Vertretung der privaten Anteilseigner durch jährlich unter Vorsitz des Präsidenten tagende Generalversammlung, die aus ihrer Mitte den Zentralausschuss als eine ständige Vertretung wählte, wahrgenommen; durch Gesetz über die Autonomie der Deutschen Reichsbank vom Mai 1922 Selbständigkeit gegenüber der Regierung vergrößert; bis 1924 blieb Organisation der Reichsbank als Rechtsgebilde mit behördlichem Charakter auf der Grundlage privaten Kapitals in ihren Grundzügen annähernd konstant; Bankgesetz vom August 1924 setzt an Stelle des Bankkuratoriums den Generalrat, der bis 1930 zur Hälfte aus ausländischen Mitgliedern bestand; Mitglieder des Reichsbankdirektoriums jetzt durch Reichsbankpräsident ernannt, Reichspräsident hat lediglich Bestätigungsrecht; Generalversammlung als Vertretung der Anteilseigner wählte den Zentralausschuss (wesentlich gutachtliche Tätigkeit); Generalrat als Kontrollorgan zur Wahl des Präsidenten der Deutschen Reichsbank und zur Prüfung der Berichte des Präsidenten und des Notenkommissars (ab 1939: Prüfungsamt der Deutschen Reichsbank); durch Gesetz vom Oktober 1933 Aufhebung der Autonomie, direkte Unterstellung unter Reichskanzler; Präsident sowie Mitglieder des Direktoriums durch Reichspräsident ernannt; durch Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Reichsbank und der Reichsbahn vom Februar 1937 Verstaatlichung der Deutschen Reichsbank fortgesetzt; durch Gesetz über die Deutsche Reichsbank vom Juni 1939 letzt-malige Regelung der Rechtsverhältnisse der Bank durch unmittelbare Unterstellung unter Führer und Reichskanzler: ernannte den Präsidenten der Deutschen Reichsbank und die Mitglieder des unter seiner Aufsicht und nach seinen Weisungen tätigen Direktoriums; Reichshauptbank in Berlin mit über 20 Abteilungen als Zentrale; daneben dichtes Netz von Reichsbankhauptstellen, Reichsbankstellen (unmittelbar dem Direktorium unterstehend) und Reichsbanknebenstellen (unterstehend den Reichsbankhaupt- bzw. Reichsbankstellen) im gesamten Reichsgebiet.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 184</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Verrechnungskasse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1948-12-31">1934-1948</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>172 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung besteht im wesentlichen aus Kontoführungsunterlagen (Buchungen/ Zahlungen) der DVK sowie Schriftverkehr der DVK i.L mit verschiedenen Banken, Firmen, Einrichtungen, Privatpersonen des In- und Auslandes über zu leistende Zahlungen, v.a. Clearing.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der größere Teil der vorhandenen Überlieferung gelangte mit der Überlieferung der Deutschen Reichsbank ins Zentrale Staatsarchiv und wurde erst im Jahr 2004 ausgesondert und zu einem eigenen Bestand formiert. Umfangreiche Unterlagen der Verrechnungskasse i. Liqu. mit Schriftgut mit Laufzeiten bis in die 70er Jahre wurden 2001 von der Oberfinanzdirektion Berlin ans Bundesarchiv abgegeben. Aus dieser Abgabe wurden Akten mit einer Laufzeit bis 1950 (zu diesem Zeitpunkt arbeitete die DVK als relativ eigenständige Behörde) ausgesondert und dem Bestand R 184 hinzugefügt. Akten mit späteren Laufzeiten wurden dem Referat B 3 zur weiteren Bewertungsentscheidungen übergeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Fabiunke, Günter: Der Clearing- und Kompensationsverkehr im Außenhandel in seiner historischen Entwicklung, Berlin 1955</p>
                <p>Weber, Franz: Die Verrechnungs- und Zahlungsabkommen Deutschlands mit dem Ausland, Bad Oeynhausen 1939-1942</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Gesetz vom 16.10.1934 (RGBl. I S. 997) als Körperschaft des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Reichswirtschaftsministeriums gebildet; organisatorisch allerdings der Reichsbank angegliedert; Hauptaufgabengebiet war die Durchführung der zur Abwicklung von Handelsverträgen auf dem Wege des Clearingverkehrs (=Verrechnungsabkommen mit den Partnerstaaten oder ihren Zentralnotenbanken) wegen Devisenschwierigkeiten abgeschlossenen Verrechnungsabkommen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 182</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Golddiskontbank</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1924-01-01/1979-12-31">1924-1969 (-1979)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>649 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu den gesetzlichen Grundlagen und zur Errichtung, dabei v.a. Erlasse und Verordnungen, Akten der allgemeinen Verwaltung sowie zum Vermögen der Dego und zu Wertpapieren und Konten, einschließlich der Bereinigung nach Kriegsende und zum Zusatzausfuhrverfahren. Bei den vorhandenen Akten zu jüdischem Vermögen handelt es sich in ertsre Linie um Einzelfallakten zu Auflagen über ersatzlose Zahlungen an die Dego als Voraussetzung für die Mitnahme von Umzugsgut.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten wurden 1998 von der Oberfinanzdirektion Berlin übernommen. Die Bewertung und Verzeichnung der Masse der Generalakten erfolgte 2002 im Rahmen einer Prüfungsarbeit durch Herrn Dr. Sebastian Barteleit. Die Einzelfallakten der Serie &quot;Auflagen zu ersatzlosen Zahlungen an die Dego als Voraussetzung für die Mitnahme von Umzugsgut.- Einzelfälle A-Z, v.a. Belege über erfolgte Einzahlungen&quot; wurden durch Auszubildende verzeichnet. Erst nach 2002 der Dego zugeordnete Generalakten sind 2006 im Rahmen der praktischen Referendarsausbildung von Herrn Dr. Tobias Herrmann bewertet und verzeichnet worden. Bandfolgen und Serien sind in der Regel archivisch angelegt.</p>
                <p>Die institutionengeschichtliche Einleitung wurde im Rahmen eines Archivpraktikums durch die Studentin Frau Konstanze Sieb 2004 erarbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Gabler Banklexikon. Handbuch für das Bank- und Sparkassenwesen, Wiesbaden 1983</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Gesetz über die Deutsche Golddiskontbank vom 19.März 1924 (RGBl. II S. 71) als Tochterunternehmen der Reichsbank zunächst als Notenbank gegründet; seit 1925 im wesentlichen Exportkreditbank zur Entlastung deutscher Banken und Industrieunternehmen durch Gewährung kurzfristiger Auslandskredite; ab 1933 zentrale Stellung bei der Entwicklung des zur Erhöhung des Deviseneingangs eingerichteten Zusatzausfuhrverfahrens (Sperrguthaben konnten nur noch bei der Dego erworben werden); ab 1934 auch zuständig für die Verwaltung der auf Grund des Anleihestockgesetzes vom Dez. 1934 und Dez. 1937 (Verpflichtung der Kapitalgesellschaften zur Überweisung von Gewinnanteile über 6 bzw. 8 % an die Dego) zufließenden Gelder, ab 1938 Abwicklung finanzieller Transaktionen hinsichtlich Wertpapieren und Barvermögen jüdischer Auswanderer; Gesetz zur Liquidation zum 1. Oktober 1961 in Kraft; Liquidationsabschluss am 30. September 1969; Aktien gingen durch Ankauf in den Besitz der Bundesbank über; Verwaltung der Konten durch die Oberfinanzdirektion Berlin</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2102</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verwaltung des Reichskriegsschatzes</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1872-01-01/1920-12-31">1872 - 1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_4782c49b-7f72-4ded-8c43-eaef9e98627c"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Verwaltung des Reichskriegsschatzes 1872-1920 (8); insbesondere Überprüfung der Vollständigkeit des Reichskriegskriegsschatzes</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Überlieferung ist ca. 1936 ins Reichsarchiv gelangt, wobei über den Umfang der Aktenübergabe und über eine Bearbeitung im Reichsarchiv keine Angaben vorliegen. Nach kriegsbedingter Auslagerung wurden die Akten in das Zentrale Staatsarchiv der DDR in Potsdam zurückgeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dehn, Paul: Der Reichskriegsschatz, München 1901.</p>
                <p>Eheberg, Karl Theodor von: Die Kriegsfinanzen, Kriegskosten, Kriegsschulden, Leipzig, 1917</p>
                <p>Lauter, Max: Die Finanzierung des Krieges. Quellen, Methoden und Lösungen seit dem Mittelalter bis zum Ende des zweiten Weltkrieges 1939-1945, Luzern, 1950</p>
                <p>Rohmann, H.: Die Entwicklungstendenzen des Finanzsystems im Deutschen Reich und in der BRD von 1871 bis zur Gegenwart. Diss., Bonn, 1956</p>
                <p>Samhaber, Ernst: Wie werden Kriege finanziert ?, Leipzig, 1940.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1871 Schaffung des Reichskriegsschatzes - zunächst unter Aufsicht des Reichskanzleramtes, ab 1879 des neu gebildeten Reichsschatzamtes - aus einem Teil der Frankreich nach Abschluss des deutsch-französischen Krieges 1870/71 auferlegten Kriegskontributionen als Sonderfonds des Reiches. Der Betrag wurde im Juliusturm auf dem Gelände der Spandauer Zitadelle deponiert und durfte nur für unmittelbare Mobilmachungszwecke auf kaiserliche Anordnung und unter Zustimmung von Bundesrat und Reichstag verwendet werden. Der Reichskriegsschatz blieb in seiner Höhe bis 1913/14 bestehen und wurde erst im Zusammenhang mit den Heeresverstärkungen um eine zusätzliche Gold- und Silberreserve, die durch die Reichshauptkasse und verschiedene Reichsbankhauptstellen verwahrt wurden, ergänzt. Unmittelbar nach Ausbruch des ersten Weltkrieges erfolgte die Überweisung der Geldmittel an die Reichsbank zur Bestreitung der Mobilmachungsaufgaben. Der Reichskriegsschatz wurde nicht wieder aufgefüllt und war damit ohne formelle Auflösung erloschen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Restverwaltung für Reichsaufgaben</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1945-12-31">1914-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1041 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfasst im wesentlichen Akten folgender Provenienzen:</p>
                <p>Kommissar des Reichsfinanzministeriums für Rechtsangelegenheiten aus dem Kriege, Restverwaltung für Reichsaufgaben, Landesfinanzamt bzw. Oberfinanzpräsident Berlin (Nachfolger der RfR), Reichsausgleichsamt, Reichsentschädigungsamt für Kriegsschäden, Kommissar für Entschädigungen auf Grund des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens (Polko)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>1944 befanden sich relativ umfangreiche Aktenüberlieferungen von Reichsbehörden und Reichskommissariaten mit Abwicklungsaufgaben. die von der RfR übernommen worden waren im Reichsarchiv. Nach kriegsbedingter Auslagerung gelangte die Überlieferung ohne nennenswerte Verluste ins Zentrale Staatsarchiv der DDR.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Im Rahmen von Bestandsbearbeitungen sind umfangreiche Kassationen von Massenschriftgut aus der täglichen Aufgabenerledigung vorgenommen worden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Restverwaltung für Reichsaufgaben wurde zum 1. Okt. 1923 auf Initiative des Reichssparkommissars wegen der bis zu diesem Zeitpunkt starken Zersplitterung der sich aus dem Versailler Vertrag ergebenden Aufgaben errichtet und unmittelbar dem Reichsfinanzministerium unterstellt. Sie hatte die aus dem 1. Weltkrieg erwachsenen Abwicklungsarbeiten verschiedener Reichsverwaltungen zusammenzufassen und abzuschließen. Sie übernahm im Rahmen dieser Zuständigkeit in den Jahren 1923-1931 die diesbezüglichen Aufgaben folgender Reichsbehörden und</p>
                <p>-verwaltungen:</p>
                <p>- Kommissar des Reichsfinanzministeriums für Rechtsangelegenheiten aus dem Kriege (Teilaufgaben)</p>
                <p>- Reichsfinanzministerium, Referat IH (R)</p>
                <p>- Reichsschatzministerium, Auflösungsstelle Abteilung A</p>
                <p>- Heeresfriedenskommission</p>
                <p>- Verwaltungskommission für Restitutionsangelegenheiten</p>
                <p>- Abwicklungsstelle der Zivilverwaltung für die besetzten Gebiete</p>
                <p>- Abwicklungsstelle für Kriegsgefangenenwesen</p>
                <p>- Reichsministerium für Wiederaufbau (Teilaufgaben)</p>
                <p>- Kolonialzentralverwaltung</p>
                <p>- Reichstreuhand AG, Abteilung Ausland</p>
                <p>- Reichsentschädigungsamt für Kriegsschäden</p>
                <p>- Reichsausgleichsamt</p>
                <p>- Kommissar für die Entschädigungen auf Grund des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens (Polko)</p>
                <p>- Reichsministerium des Innern, Abwicklung Zivilverwaltungen Belgien, Polen, Litauen und Baltenland.</p>
                <p>Bei Errichtung der RfR bestand die innere Struktur aus zwei Gruppen mit jeweils 4 Referaten, zur Zeit der größten Ausdehnung des Geschäftsbereiches um 1930/31 wurden die Hauptaufgaben von drei weitgehend selbständigen Abteilungen wahrgenommen:</p>
                <p>Abteilung R - Abwicklung von Ansprüchen gegen die ehemalige Heeres- und Marineverwaltung, das Kriegsamt, Kolonialzentralverwaltung, Schutztruppen, Kriegsgefangenenangelegenheiten, Reichswasserschutz</p>
                <p>Abteilung A - Abwicklung von Geldverbindlichkeiten nach Artikel 296 und 72 des Versailler Vertrages (Reichsausgleichsamt)</p>
                <p>Abteilung E - Durchführung der Entschädigungsverfahren entsprechend den Kriegsschädengesetzen (Abwicklung Reichsentschädigungsamt)</p>
                <p>Nach Auflösung der RfR am 31. März 1933 wurden die Aufgaben bis 1945 von einer Außenstelle beim Landesfinanzamt (später Oberfinanzpräsident) Berlin weitergeführt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2104</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichshauptkasse - Beutestelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2105</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 81 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsmonopolverwaltung für Branntwein</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1952-12-31">1919-1945 (1950-1952)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1622 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sammlung von Nachrichtenblättern 1932-1944, Bilanzen 1919-1941, Rundschreiben 1919-1945, 1950-1952.</p>
                <p>Einzelfallakten Brennereien (unverzeichnet).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Schon im Reichsarchiv gab es einen Bestand &quot;Reichsmonopolamt für Branntwein&quot;, der jedoch durch den Luftangriff auf Potsdam im April 1945 vollständig verbrannt ist.</p>
                <p>Wie bei vielen Beständen des Bundesarchivs üblich bestand auch für die Reichsmonopolverwaltung für Branntwein ab 1945 ein eigener Bestand im Zentralen Staatsarchiv (unter der Nummer 21.05) sowie im Bundesarchiv in Koblenz (unter der alten Bestandssignatur R 81).</p>
                <p>Der in Potsdam lagernde Teil der Überlieferung bestand fast ausschließlich aus Sammlungen von Nachrichtenblättern einzelner Abteilungen der Verwertungsstelle (z.B. Adlershof, Guben, Krakow am See, Mecklenburg und Stettin), die im Zuge von Aktenabgaben des VEB Spiritus Adlershof und dem VEB Spiritus Adlershof, Auslieferungslager Krakow am See, 1963 und 1964 an die Historische Abteilung I des Zentralen Staatsarchives in Potsdam abgegeben wurden.</p>
                <p>Da es sich dabei vorwiegend um Unterlagen der ehemaligen Abteilungen Krakow am See in Mecklenburg, Berlin-Adlershof und Guben handelte, wurden diese im Zuge von Bestandsbereinigungen an die Staatsarchive Potsdam und Schwerin sowie das Stadtarchiv (heute: Landesarchiv) Berlin abgegeben.</p>
                <p>Die im Koblenzer Bestand verwahrten Akten lagerten bis Anfang der 70er Jahre noch in Berlin bei der Verwertungsstelle der Monopolverwaltung für Branntwein. Die erste erste Aktenlieferungen mit Bilanzen und Geschäftsberichten (ca. 6 lfm) gelangte 1972 per Luftfracht nach Koblenz. Die zweite Abgabe (12 Regaleinheiten), von der bis 2012 150 Kartons unbearbeitet geblieben waren, erfolgte 1986.</p>
                <p>Die dritte und letzte Abgabe von Einzelfallakten der Brennereien, die bei der Monopolverwaltung verblieben waren, wurde im Jahr 1998 vom Bundesarchiv in Berlin übernommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Baade, Fritz: Neugestaltung der deutschen Branntweinwirtschaft, Berlin 1927</p>
                <p>Cron, Hermann: Kriegsbranntweinwirtschaft mit Reichsbranntweinstelle und Spirituszentrale (allgemeine Orientierung), Potsdam 1943 )Inventare des Reichsarchivs Serie II Heft 33).</p>
                <p>Kaiser, Erhard: Die Wandlung des Branntweinmonopols und ihre wirtschaftlichen und politischen Hintergründe, Sonderdruck aus: Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1936.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2106</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Umschuldungsverband deutscher Gemeinden</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1953-12-31">1933-1945 (1947-1953)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>671 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung umfasst neben Akten über die allgemeine Geschäftsführung im wesentlichen die Akten über Gebietskörperschaften des früheren Deutschen Reiches, deren Territorium zum Staatsgebiet der ehemaligen DDR gehörte. Vorhanden sind wenige allgemeine Akten und Darlehenskontenbücher und v. a. Einzelfallakten der Mitgliedsgemeinden des Verbandes.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Schriftgut des Umschuldungsverbandes gelangte nach Schließung der Preußischen Staatsbank über die Deutsche Zentralverwaltung für Finanzen an die Deutsche Investitionsbank. 1964 wurde ein Teil der Akten an das Zentrale Staatsarchiv übergeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bayrhoffer, Walter und Fuchs, Herbert: Das Gemeindeumschuldungsgesetz vom 21.September 1933 in der Fassung des Gesetzes zur Änderung des Gemeindeumschuldungsgesetzes vom 21.November 1933. Kommentar</p>
                <p>Ehrenfort, Werner: Gemeindefinanzen und Neuregelung der Gemeindeumschuldung, in: Bankarchiv 34 (1934/35)</p>
                <p>Soldat, Wilhelm: Umschuldungsverband deutscher Gemeinden, in: Deutsche Finanzwirtschaft 2, Nr. 5/6 (1948)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die zugespitzte finanzielle Lage der meisten deutschen Städte und Gemeinden, die 1932 mit Schulden in Höhe von 11,5 Mrd. Reichsmark belastet waren, führte 1933 zu einer gesetzlich vorgeschriebenen teilweisen kommunalen Umschuldung. Als Träger des Umschuldungsverfahrens wurde durch das Gemeindeumschuldungsgesetz vom September 1933 der Umschuldungsverband deutscher Gemeinden als Körperschaft öffentlichen Rechts errichtet. Zielstellung war die Ordnung des Schuldenwesens der beigetretenen Gemeinden und Kommunalverbände durch Umwandlung hochverzinslicher Schulden in eine bis 1958 laufende mit 4% pro Jahr verzinsliche und ab 1.Oktober 1936 mit 3% tilg-bare Amortisationsschuld. Ab Oktober 1936 bestand das Haupttätigkeitsfeld in der bankmäßigen Abwicklung der Umschuldung. Einziges Organ des Verbandes war der vom Reichsfinanzministerium ernannte Vorstand. Die Geschäfte führte bis 1945 die Umschuldungsabteilung der Preußische Staatsbank (Seehandlung). 1947-1951 erfolgte die Zahlung des Schuldbetrages der auf dem Gebiet der ehemaligen DDR liegenden Mitgliedsgemeinden auf Anordnung der Deutschen Zentralverwaltung für Finanzen an Finanzorgane der DDR. Endgültig zum Abschluss kam das Umschuldungsverfahren für den Bereich der ehemaligen DDR durch die 5. Durchführungsverordnung zum Gesetz über den Staatshaushaltsplan vom 11. Dez. 1952.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2107</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberfinanzdirektion Berlin-Brandenburg. - Außenstelle für feindliches Vermögen: Einzelfälle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>7931 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberfinanzdirektion Berlin-Brandenburg. - Außenstelle für feindliches Vermögen: Generalia</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>581 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_4b867caa-0fde-41eb-af81-acd22af06984"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>Regelung des Dienstbetriebes der Oberfinanzdirektion allgemein und der Außenstelle 1934-1945, Behandlung des Vermögens im allgemeinen 1938-1944, Behandlung feindlichen Vermögens in Deutschland und in den von Deutschland besetzten Ländern und Gebieten 1940-1943, Behandlung deutschen Vermögens im Ausland (nach Einflusssphären und Ländern A-Z) 1940-1944, Behandlung jüdischen Vermögens 1941-1944 (91) sowie von Vermögen einzelner Personen und Unternehmen 1929-1945, Prisenangelegenheiten in Frankreich 1940-1944, Schadensregelungen 1935-1953.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der Außenstelle für feindliches Vermögen des OFP Berlin-Brandenburg wurden nach 1945 von Oberfinanzdirektion Berlin weitergeführt. Bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit im Mai 1945 hatte die Außenstelle hunderttausende Anmeldebögen und die umfangreiche Kartei, die in den letzten Kriegsjahren in die Tresore der Deutschen Reichsbank ausgelagert worden war, übernommen. Ende 1962 wurden die Akten und Karteien in das Archivdepot Dornburg der Staatlichen Archivverwaltung der DDR überführt und waren dort faktisch unbenutzbar. Bei der Auflösung des Archivdepots 1992 gelangten die Unterlagen ins Bundesarchiv. Aufgrund der Tatsache, dass der großen Masse der durch die vorhandene alphabetische Kartei benutzbaren Einzelfallakten ein vergleichsweise geringer Bestand unverzeichneter Generalia gegenüberstand, wurden zwei Teilbestände R 2107 (Einzelfallakten) und R 2107 I (Generalia) gebildet.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Generalia sind zwischen 1997 und 2002 bewertet und verzeichnet worden. Im Zuge der Bewertung wurden einerseits ca. 2,0 lfm Akten des Amtes für Preise bei der Stadtbezirksverwaltung Berlin-Prenzlauer Berg sowie des Zentralfinanzamts Groß-Berlin bzw. des Magistrats von Berlin ausgesondert und dem Landesarchiv Berlin übergeben, andererseits zahlreiche Amtsdrucksachen herausgelöst und an die Bibliothek des Bundesarchivs abgegeben. Kassiert wurden zahlreiche Doppelstücke, Formularsammlungen sowie Routineschriftgut.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Breyhan, Christian: 40 Jahre Reichsfinanzverwaltung, in: Die öffentliche Verwaltung 12 (1959)</p>
                <p>Bathe, Horst: Zur Geschichte der Berliner Finanzämter 1919-1994, Brühl 1996</p>
                <p>Bathe, Horst und Kumpf, Johann Heinrich: Die Mittelbehörden der Reichsfinanzverwaltung 1919-1945. Eine Dokumentation, Hg.: Finanzgeschichtliche Sammlung der Bundesfinanzakademie, Brühl 1999</p>
                <p>Roeske, Ulrich: Bundesarchiv-Bestände mit Einzelfallakten über die Behandlung feindlichen bzw. jüdischen Vermögens im zweiten Weltkrieg, in: Der Archivar, Beiband 7: Archive und Herrschaft. Referate des 66. Deutschen Archivtages 2001 in Cottbus, 2002.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Landesfinanzämter wurden 1919 als Reichsmittelbehörden der in drei Stufen aufgebauten Reichsfinanzverwaltung errichtet und führten ab Apr. 1937 die Behördenbezeichnung Oberfinanzpräsident. Ihre Zuständigkeit war in der Regel territorial begrenzt. Lediglich desm LFA/OFP Berlin wurden nach 1933 verschiedene Zuständigkeiten übertragen, die für das gesamte Reichsgebiet wahrzunehmen waren, darunter die Verwaltung feindlichen Vermögens in Deutschland und deutschen Vermögens im Ausland (1942 in einer besonderen Außenstelle für feindliches Vermögen bearbeitet).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Brandenburgisches Landeshauptarchiv</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2108</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">21.08</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverwertungsstelle GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1929-01-01/1931-12-31">1929-1931</unitdate>
                <physdesc>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2109</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">21.09</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfinanzschule Ilmenau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1952-12-31">1936-1952</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>211 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Überlieferungsschwerpunkt liegt bei den Unterlagen zu einzelnen Lehrgängen.</p>
                <p>Darüber hinaus befidnen sich 22 Personalakten im Bestand.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand gelangte 1971 vom Staatsarchiv Weimar in das damalige Zentrale Staatsarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der größte Teil des Bestandes besteht aus Akten nach 1945.</p>
                <p>Die bereits vorliegende Verzeichnungskartei wurde im Wesentlichen so übernommen. Veränderungen wurden in der Klassifikation vorgenommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Reinhardt, Fritz: Die Reichsfinanzverwaltung und die Schulung ihrer Nachwuchsmänner.- In: Zeitschrift für Zölle und Verbrauchssteuern, 1937</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 328.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsfinanzschule, errichtet vom Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Fritz Reinhardt (1895-1969), wurde am 04. Mai 1936 im Gebäude des ehemaligen Ilmenauer Technikums eröffnet. Ihre Gründung diente in erster Linie der Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Reichsfinanzverwaltung und der nationalsozialistischen Schulung ihrer Beamten. In verwaltungsmäßigen Angelegenheiten unterstand die Schule dem zuständigen Oberfinanzpräsidenten und in Fragen der Ausbildung unmittelbar dem Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums. Anfang 1943 musste die Ausbildung aufgrund der fortschreitenden Kriegsereignisse eingestellt werden. Doch bereits am 01.Mai 1946 kam es am bisherigen Standort mit Zustimmung der Sowjetischen Militäradministration und unter den erschwerten Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit zur Wiederaufnahme des Lehrbetriebs in der - so der neue Name - Schule der Deutschen Finanzverwaltung in der sowjetischen Zone.</p>
                <p>1952 wurde diese Bildungsstätte nach Gotha verlagert und als zentrale Fachschule für Finanzwirtschaft (später: für Finanzen) der DDR fortgeführt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 2202</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">22.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichstreuhandgesellschaft AG</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1928-12-31">1915-1928</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>394 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferung</p>
                <p>Organisation und Geschäftsbetrieb:</p>
                <p>Gründung, Aufsichtsrat, RTG AG und ihre Strukturteile 1919-1927, Tätigkeitsberichte, Finanzielle Abrechnung 1920-1924, Rundschreiben 1919-1923, Zweigstellen 1919-1923.</p>
                <p>Verwaltung und Verwertung der durch die Demobilmachung freigewordenen Militär- und sonstigen reichseigenen Güter: Inland: Allgemeines 1915, 1919-1924, Ausführung der Friedensvertragsbestimmungen, Reparationen (Interalliierte Militärkontrollkommission - IMKK, Büro de Liquidation du Materiaux de Guerre - BLMG) 1919-1928, Abwicklung der Kriegswirtschaftsorganisationen 1915/16-1923, einzelne Betriebe, v.a. &quot;Reichswerke&quot; 1919-1923. Ausland: Allgemeines 1919-1923, Niederlande, Luxemburg 1919-1923, Skandinavien, Finnland, Rußland, Baltikum, Polen 1917-1924, Italien 1919-1922, Österreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Balkanländer 1919-1923, Türkei, Iran 1919-1923</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der bereits vom Reichsarchiv übernommene Bestand gelangte nach kriegsbedingter Auslagerung annähernd vollständig ins Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Im Rahmen der Bestandsbearbeitung wurden umfangreiche Kassationen von Massenschriftgut aus der laufenden Aufgabenerledigung vorgenommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Reichstreuhandgesellschaft AG Berlin NW 7, Sonderdruck o.O.u.J.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zur Verwaltung und Verwertung der durch die Demobilmachung frei gewordenen Militär- und sonstigen reichseigenen Güter im In- und Ausland wurde im November 1919 das Reichsverwertungsamt gebildet, das später dem Reichsschatzministerium als Abteilung III eingegliedert wurde. Zur besseren und schnelleren Bewältigung der kaufmännischen Seite der Verwaltung und Verwertung von Heeresgut entstand im April 1920 die Reichstreuhandgesellschaft. Für die Behandlung der Grundsatzfragen blieb weiterhin das Reichsschatznministerium, speziell seine Abt. III zuständig. Hauptaktionäre der Gesellschaft waren neben dem Reich die Länder Preußen, Sachsen und Bayern sowie Spitzenverbände von Industrie, Handel und Handwerk. Die Zentrale der Reichstreuhandgesellschaft AG (RTG AG) war nach Fachgebieten in eine große Anzahl von Unterabteilungen gegliedert. Nach Abwicklung der ursprünglichen Aufgaben gingen die Anteile in Privathand über. Die Firma wurde 1924 zur Deutschen Kredit- und Handelsgesellschaft umgewandelt und führte als solche neben anderen Geschäften die Verwertungsarbeiten zu Ende.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 110</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen des Zollgrenzschutzes</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Akten des Generalinspekteurs des Zollgrenzschutzes sind Unterlagen folgender regionaler Dienststellen vorhanden: Befehlsstelle Neu Sandez, Befehlsstelle Zakopane, Befehlsstelle Radziechow, Befehlsstelle Tomaszow-Ost, Befehlsstelle Krosnosowie zum Einsatz in Elsaß, in Lothringen, in Frankreich und in den Niederlanden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Es handelt sich um einen zusammengefassten Bestand aus Unterlagen des Generalinspekteurs des Zollgrenzschutzes und verschiedener Befehlsstellen des Zollgrenzschutzes v. a. im Generalgouvernement.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Reichszollblatt 1920 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Eulitz, Walter: Der Zollgrenzdienst. Seine Geschichte vom Beginn des 19.Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Bonn 1968</p>
                <p>Sandkühler, Thomas: Von der &quot;Gegnerabwehr&quot; zum Judenmord. Grenzpolizei und Zollgrenzschutz im NS-Staat, in: &quot;Durchschnittstäter&quot; [Hg. Christian Gerlach], Berlin, 2000 (Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus ; 16), S. 95-154.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1939 durch das Zollgesetz Beschreibung der Aufgaben des Zollgrenzschutzes als Dienststelle der Reichsfinanzverwaltung: Sicherung der Zollgrenze, Überwachung des Warenverkehrs im Zollgrenzbezirk und in den Zollausschlüssen; 1944 durch Befehl des Reichsführers - SS Unterstellung des Zollgrenzschutzes unter den Reichsführer - SS, Dienstbereich des Chefs der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, kurz vor Kriegsende wieder der Reichsfinanzverwaltung unterstellt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 110-ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen des Zollgrenzschutzes (Materialsammlung)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1971-12-31">1937-1971</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>28 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand besteht im wesentlichen aus der Materialsammlung Dr. Walter Eulitz für sein 1969 in der Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen erschienenen Buchs &quot;Geschichte des Zollgrenzdienstes. Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart&quot;. Hinzugefügt wurden weitere persönliche Erinnerungen bzw. Aufzeichnungen von Hanns Behrendt, Finanzpräsident a.D. Lottner und Theo Marxen sowie Unterlagen, die im Zusammenhang mit der Klärung von Versorgungsangelegenheiten zur Frage Zollgrenzschutz als militärischer Dienst nach dem Bundesversorgungsgesetz entstsnden sind.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Eulitz, Walter: Der Zollgrenzdienst. Seine Geschichte vom Beginn des 19.Jahrhunderts bis zur Gegenwart, Bonn 1968</p>
                <p>Sandkühler, Thomas: Von der &quot;Gegnerabwehr&quot; zum Judenmord. Grenzpolizei und Zollgrenzschutz im NS-Staat, in: &quot;Durchschnittstäter&quot; [Hg. Christian Gerlach], Berlin, 2000 (Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus 16).</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 133</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvermögensverwaltung für die besetzten rheinischen Gebiete</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1898-01-01/1931-12-31">1898-1931</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>183 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 177</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feindvermögensverwaltung in den besetzten Niederlanden</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1950-12-31">1940-1950</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2320 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bei dem überwiegenden Teil der Überlieferung handelt es sich um Einzelfallakten über die Verwaltung der &quot;feindlichen&quot; Vermögenswerte, alphabetisch geordnet nach den Namen der Firmen. Die Bände enthalten neben den von den Verwaltern geforderten Berichten auch Prüfungsberichte der Deutschen Revisions- und Treuhand AG, Zweigstelle Den Haag, sowie Schriftwechsel zu den Entscheidungen des Generalkommissars. Daneben sind allgemeine Bände über die Behandlung des Feindvermögens einschließlich der Einsetzung von Verwaltern sowie Unterlagen über die Behandlung des jüdischen Vermögens vorhanden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der Abteilung Feindvermögen des Generalkommissars für Finanz und Wirtschaft, darunter auch einige wenige Bände der Provenienz Treuarbeit, gelangten erst 1984 von der Deutschen Revisions- und Treuhand AG in Frankfurt/M. ins Bundesarchiv.</p>
                <p>Die Akten wurden im Jahr 2001 im Bundesarchiv verfilmt und die Originalakten an das Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie Amsterdam abgegeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Ordnung der Akten im Findbuch folgt den in der Registratur des Generalkommissars nach dem Anfangsbuchstaben des Hauptschlagwortes fortlaufend vergebenen Registrierungsnummern.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 8135 Deutsche Revisions- und Treuhand AG, Zweigstelle Den Haag</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Meiburg, Anette und Rest, Matthias: Der Zugriff auf das wirtschaftliche Vermögen in den besetzten Niederlanden, in: Aus der Arbeit der Archive. Festschrift für Hans Booms, hg. von Friedrich P. Kahlenberg, Boppard 1989 ( = Schriften des Bundesarchivs 36)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die &quot;Erfassung und Behandlung feindlichen Vermögens&quot; in den besetzten Niederlanden wurde im Zuge der Errichtung einer deutschen Zivilverwaltung geregelt. Die Zuständigkeit lag beim Generalkommissar für Finanz und Wirtschaft. Leiter des zunächst im Generalreferat ausgewiesenen und ab 1. Nov. 1941 zur eigenen Abteilung erweiterten Aufgabenbereichs Feindvermögen war zunächst Kammergerichtsrat Dr. Schröder. Unter Feinsvermögensverwaltung fiel das bewegliche und unbewegliche Vermögen von natürlichen und juristischen Personen der am Krieg gegen Deutschland beteiligten Staaten. Der Generalkommissar entschied über die Einsetzung von entsprechenden Verwaltern. Zunächst wurde auch das Vermögen von ins Ausland geflohenen Juden unter Verwaltung gestellt, diese Vermögensverwaltungen wurden jedoch ab März 1941 in Treuhänderschaften umgewandelt. Die Liquidierung der Unternehmen erfolgte nach Verordnung über die Behandlung anmeldepflichtiger Unternehmen (Wirtschaftsentjudungsverordnung) vom 12.März 1941 durch die Wirtschaftsprüfstelle des Generalkommissars.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 139-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Finanzbehörden in den ehemaligen Reichsgauen Danzig-Westpreußen und Wartheland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e72fad80-472e-49a4-91fe-4d855f96be54"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 139-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Finanzbehörden im Gebiet der DDR</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1944-12-31">1936-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>0,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 29</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">25.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptverwaltung der Reichskreditkassen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>39 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu Organisationsangelegenheiten 1940-1945 und zur Kreditgewährung, finanzielle und wirtschaftliche Lage 1939-1945.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Ein Teil der Akten der Hauptverwaltung der Reichskreditkassen ist 1952 zusammen mit anderen für die Nürnberger Prozesse ausgewerteten Unterlagen vom Staatsarchiv Nürnberg an das Bundesarchiv abgegeben worden. Von den ursprünglich 320 Bänden sind große Teile als nicht archivwürdig eingestuft und kassiert worden. Dabei handelte es sich überwiegend um Verrechnungsunterlagen, Überweisungen und Kontoauszüge sowie Personalunterlagen bestehend aus Urlaubsgesuchen, Krankmeldungen etc.</p>
                <p>Im Zentralen Staatsarchiv Potsdam befanden sich bis 1990 21 Aktenbände der Hauptverwaltung als Bestand 25.02. Beide Teile wurden 1992 in einem gemeinsamen Findbuch R 29 zusammengeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (mit Bezug zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Kretschmann, Max: Die Reichskreditkassen, in: Deutsche Geldpolitik, Berlin, 1941, S.113ff.</p>
                <p>Kasten, Helmut: Währung und Reichskreditkassen in den besetzten Gebieten&quot;, Berlin, 1941</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Reichskreditkassen (RKK) wurden im September 1939 ursprünglich nur im besetzten Polen eingerichtet und fungierten zunächst als eine Art Zentralnotenbank für das Generalgouvernement; ab Mai 1940 Einrichtung der RKK auch in allen anderen besetzten Gebieten und damit erhebliche Erweiterung der Stellung und Aufgaben; die RKK regelten den Zahlungs- und Kreditverkehr für die deutschen Truppen und Verwaltungsbehörden und sollten den Wiederaufbau bzw. die Wiederaufnahme des Geld- und Kreditwesens in den besetzten Ländern vorbereiten; Hauptaufgabe war dabei die Ausgabe von Reichskreditkassenscheinen, die neben ihrer Funktion als Wehrmachtsgeld auch, neben der Landeswährung oder als neugeschaffene provisorische Landeswährung, gesetzliche Zahlungsmittel in den besetzten Gebieten waren; darüber hinaus waren die RKK bei der Ausgabe von Darlehen, der Wechseldiskontierung und im Giroverkehr tätig; oberste Verwaltungsbehörde war der Verwaltungsrat der RKK, der aus Vertretern der Reichsbank, des Reichsfinanzministeriums, des Reichswirtschaftsministeriums, dem Leiter der Reichsgruppe Banken und Vertretern des Oberkommandos der Wehrmacht bestand; der Geschäftsbetrieb wurde von der Hauptverwaltung (HV) der RKK, die in rechtlich selbständiger Form der Reichsbank eingegliedert war, durch Reichsbankbeamte geregelt; zur besseren Organisation unterhielt die HV in Brüssel einen Sonderbevollmächtigten West und in Krakau eine Verbindungsstelle Ost; die RKK wurden bei Wiederaufnahme der Tätigkeit bzw. bei Neugründung nationaler Notenbanken von diesen zum Teil übernommen bzw. aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4606</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 120 Koblenzer Überlieferung</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">46.06 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Kl. Erw. Nr. 864 Schelkes</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1923-01-01/1948-12-31">(1923-) 1937-1945 (-1948 )</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5226 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Büro Speer 1937-1944 (111);</p>
                <p>Handakten leitender Mitarbeiter (soweit nicht sachlich zugeordnet) 1937-1944 (59);</p>
                <p>Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft:</p>
                <p>Allgemeine Verwaltung: Dienststellenverwaltung 1937-1945 (99), Allgemeine Aufgabenverwaltung 1932-1945 (442), Grundstücks- und Gebäudeangelegenheiten 1937-1945 (71), Beschaffungswesen und Inventarverwaltung 1937-1945 (4), Haushaltsangelegenheiten 1937-1945 (299), Rechnungs- und Buchhaltungswesen 1938-1944 (17), Geheimakten (chronologisch) 1938-1945 (34), Prüfungsamt 1940-1945 (56), Amtskasse 1938-1945 (91),</p>
                <p>Sonstige Finanz- und Verwaltungsangelegenheiten 1939-1945 (11).</p>
                <p>Personal 1938-1943 (152), Recht 1937-1945 (51), Wohnungsfragen (Räumung und Umsiedlung), 1937-1945 (50),</p>
                <p>Kontingentsverwaltung 1939-1945 (80);</p>
                <p>Planungsstelle:</p>
                <p>Plankammer 1937-1943 (15), Wettbewerbe Ausstellungen und Sammlungen 1934-1942 (44), Bereichserklärungen 1938-1944 (64), Einzelne Bauplanungsbereiche: Allgemeines 1937-1945 (133), Rüstungsausbau 1939-1943 (43), Wehrmachtanlagen 1937-1944 (98), Reichsluftfahrtministerium Flughäfen 1937-1940 (31), Verkehr 1934-1943 (402), Bauten und Anlagen 1935-1944 (567), Behörden und Organisationen 1936-1944 (428), Industriebauten 1936-1944 (402),</p>
                <p>Wohnbauten in einzelnen Verwaltungsbezirken Berlins und im Umland 1936-1944 (405), Sonstige Planungsvorhaben 1938-1944 (7), Bauvorhaben außerhalb Berlins 1936-1943 (164);</p>
                <p>Durchführungsstelle für die Neugestaltung der Reichshauptstadt 1938-1944(19);</p>
                <p>Generalbauleitung:</p>
                <p>Bauleitung Oberkommando des Heeres: Allgemeines 1939-1945 (38), Einzelvorhaben (Baublöcke) 1939-1945 (150).</p>
                <p>Bauleitungen 1939-1945 (10),</p>
                <p>Karten Pläne Schemata: Allgemeines 1938-1942 (11), Bebauungsplanung Siedlungen und Randgemeinden 1938-1942 (20), Straßen und Plätze Grün- und Freiflächen 1937-1943 (50), Behörden und Institutionen 1938-1943 (36), Wehrmacht Einrichtungen des Reichsluftfahrtministeriums 1937-1940 (7), Hochschul- und Lehreinrichtungen 1938-1943 (11), Industrie- und Bürobauten 1939-1943 (28), Wohnbauten 1939-1944 (46), Reichsbahnbaudirektion Berlin 1939-1941 (18), Theaterbauten 1936-1943 (260), Bauten außerhalb Berlins 1923-1948 (44).</p>
                <p>Abwicklungsstelle: 1946-1948 (1).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Überlieferung des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt ist in Deutschland auf drei Archive verteilt: das Bundesarchiv, das Landesarchiv Berlin und das Bayerische Hauptstaatsarchiv München.</p>
                <p>Für den Bestand R 4606 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt lagen insgesamt drei Findbücher im Bundesarchiv vor. Die Bestände sind Anfang der 1990er Jahre aus Potsdam und Koblenz zusammengeführt worden und tragen seitdem die Bestandsbezeichnung R 4606 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt.</p>
                <p>Im Landesarchiv Berlin befinden sich 1016 Akten sowie in der dortigen Plankammer 1.000 Blatt des GBI unter der Signatur A Pr.Br.Rep. 107 aus den Jahren (1935) 1937 bis 1945.</p>
                <p>Außerdem befinden sich hier Akten des seit Juli 1932 und zuletzt in seinem Auftrag tätigen Gräberkommissars, des ehemaligen sozialdemokratischen Regierungspräsidenten Ernst von Harnack. Die nach Stadtbezirken und Friedhöfen geordnete Kartei der Gräber bedeutender Persönlichkeiten sollte die Errichtung eines Ehrenfriedhofes vorbereiten, der &quot;der geistigen Bedeutung der Reichshauptstadt Ausdruck verleihen&quot; sollte (148 Bde., 1941-1943).</p>
                <p>Mit der Provenienzangabe &quot;Baubüro Speer&quot; befinden sich im Hauptstaatsarchiv München über 3.000 Pläne für Bauten vor allem in Berlin (u.a. Reichskanzlei, Reichstag, &quot;Haus des Führers&quot;, &quot;Große Halle&quot;), das Parteitagsgelände in Nürnberg und andere.</p>
                <p>Weiterhin existiert im Sonderarchiv in Moskau ein Bestand, der unter Fond 1409 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt insgesamt 86 Akten unterschiedlichsten Inhaltes aus den Jahren 1920 bis 1944 enthält, z.B. zum Einsatz von Kriegsgefangenen beim GBI oder Schriftwechsel Speers mit Behörden und Privatpersonen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde vor 1990 sowohl in Potsdam mit der Bestandsbezeichnung R 46.06 als auch in Koblenz (R 120) bis zur Findbucherstellung archivisch bearbeitet. Mit der genannten Zusammenführung der Bestände erhielten die Koblenzer Akten neue Signaturen. Angesichts des großen öffentlichen Interesses an Informationen aus diesem Archivbestand entschloss man sich im Jahr 2008 zur Retrokonvertierung der Findbücher mit dem Ziel einer Veröffentlichung im Internet. Erschlossen und nachträglich verzeichnet wurden 177 Akten aus einer Aktenübergabe des Staatsarchivs Bamberg aus den 1980er Jahren, die den Bau des Oberkommandos des Heeres und der Soldatenhalle zum Inhalt haben. Hinzu kamen im Jahre 2008 auch die unter der bisherigen Bezeichnung &quot;Kleine Erwerbungen Nr. 864&quot; geführten 29 Akten Nachlassunterlagen des Abteilungsleiters beim GBI, Schelkes. Eine weitere Übernahme beinhaltete den archivisch in den Bestand übernommenen Bestandsteil &quot;Kunst im Dritten Reich&quot;, aus dem 38 Verzeichnungseinheiten an Karten und Plänen dem Bestand zugeordnet und verzeichnet wurden. Die Archivalien sind bereits 1997 von der Abteilung DDR übernommen worden. Sie sind jedoch jedoch wegen Signaturengleichheit nicht dem Bestand hinzugefügt, sondern bis dahin als ein extra Konvolut ohne direkten Bestandsbezug geführt worden.</p>
                <p>Die vorgefundenen Klassifikationen wurde weitgehend übernommen und sachorientiert zusammengefasst. Die bis dahin vorliegenden Erschließungsdaten wurden zum Teil verändert sowie Serien und Bandfolgen gebildet.</p>
                <p>Die innere Ordnung der Akten wurde beibehalten. Der Bestand ist bereits aus Stehordnern in Mappen umgelagert worden. Der Kartenbestand wird in eigens dafür vorgesehenen Mappen und Schränken gelagert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Landesarchiv Berlin, Hauptstaatsarchiv München, Sonderarchiv Moskau</p>
                <p>Nachlass Rudolf Wolters (N 1318).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Neufert, Ernst, Bombensicherer Luftschutz im Wohnungsbau. Hrsg: Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Architekt Albert Speer, Berlin 1941 [NSD 80/1.]</p>
                <p>Vom künstlerischern Ringen und Bekennen. Hrsg: Der Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, Berlin 1944.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Fest, Joachim: Speer - eine Biographie.- Alexander Fest Verlag, Berlin 1999</p>
                <p>Donath, Matthias: Bunker, Banken, Reichskanzlei. Architekturführer Berlin 1933 - 1945,- Lukas Verlag, Berlin 2005</p>
                <p>Donath, Matthias: Architektur in Berlin 1933 - 1945. Ein Stadtführer.- Lukas Verlag, Berlin 2004</p>
                <p>Willems, Susanne: Der entsiedelte Jude - Albert Speers Wohnungsmarktpolitik für den Berliner Hauptstadtbau.- Berlin 2000 (Publikationen der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Bd. 10</p>
                <p>Das Zentrale Staatsarchiv in Moskau (&quot;Sonderarchiv&quot;) : Rekonstruktion und Bestandsverzeichnis verschollen geglaubten Schriftguts aus der NS-Zeit / Götz Aly ; Susanne Heim. - Düsseldorf : Hans-Böckler-Stiftung, 1992</p>
                <p>Kai von Jena und Lenz, Wilhelm: Die deutschen Bestände im Sonderarchiv in Moskau; in: Der Archivar 45 (1992)</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP.- hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte, Texte und Materialien zur Zeitgeschichte, hier:</p>
                <p>Band 3/1, Teil 1: Reichszentralbehörden, regionale Behörden und wissenschaftliche Hochschulen für die zehn westdeutschen Länder sowie Berlin, bearb. von Heinz Boberach.- K.G.Saur, München, London, New York, Paris 1991.- ISBN 3-598-10861-3</p>
                <p>Band 3/2, Teil 2: Regionale Behörden u. wissenschaftliche Hochschulen für die fünf ostdeutschen Länder, die ehemaligen preußischen Ostprovinzen u. eingegliederte Gebiete in Polen, Österreich u. d. Tschechischen Republik mit Nachträgen zu Teil 1, bearb. von Heinz Boberach.- K.G.Saur, München, London, New York, Paris 1995.- ISBN 3-598-11135-5.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einleitung</p>
                <p>Steine sprechen nicht. Noch viel weniger können oder müssen gar ganze Bauwerke die ganze historische Wahrheit verraten. Der Nationalsozialismus sollte funktionieren. Auch Bauen im Nationalsozialismus diente diesem Ziel, unmittelbar im Auftrag des Systems oder mittelbar zumindest, indem es dieser Zielsetzung nicht entgegenstand. Die Indienstnahme der Architektur durch das Regime blieb nicht auf Neubauten der NS-Zeit beschränkt. Der Nationalsozialismus richtete sich auch im Bestand ein, instrumentalisierte Altbauten allenthalben für seine Zwecke. Nicht einmal alle bedeutenden Kommandozentralen des NS-Regimes oder Hauptschauplätze des NS-Terrors waren durchweg in Bauten untergebracht, denen im historischen Rückblick ihre Herkunft und damalige Funktion anzusehen wären.</p>
                <p>Im Gedächtnis der Stadt und im Stadtraum sind Orte der Täter wie Orte der Opfer überliefert, deren Rolle sich erst in der Erläuterung und Kommentierung ihrer historischen Funktion im &quot;Dritten Reich&quot; erschließt.</p>
                <p>Vorgeschichte bis 1937</p>
                <p>Die Architektur diente im Dritten Reich dazu, Macht und Herrschaft zum Ausdruck zu bringen. Das wird in der Innenstadt Berlins besonders deutlich. Die monumentalen Neubauten in der Reichshauptstadt sollten &quot;deutsche Weltgeltung&quot; symbolisieren. Adolf Hitler wollte in Berlin &quot;Werke für die Ewigkeit&quot; entstehen sehen, &quot;nur mit dem alten Ägypten, Babylon oder Rom vergleichbar&quot;, wie er 1936 sagte. Auf dem Reichsparteitag 1937 verkündete Hitler: &quot;... Deshalb sollen unsere Bauwerke nicht gedacht sein für das Jahr 1940, auch nicht für das Jahr 2000, sondern hineinragen gleich den Domen unserer Vergangenheit in die Jahrtausende der Zukunft.&quot;</p>
                <p>Bald nach der Machtergreifung wurde mit propagandistisch wirksamen Bauvorhaben begonnen. Dazu gehörten das Reichsluftfahrtministerium, der Flughafen Tempelhof, der zum &quot;Weltflughafen&quot; ausgebaut werden sollte, und das im Hinblick auf die Olympischen Spiele erweiterte und neugestaltete Reichssportfeld. Die machtvollen Bauten wurden mit großem publizistischen Aufwand der Öffentlichkeit präsentiert.</p>
                <p>Auf dem Reichsparteitag 1936 in Nürnberg kündigte Hitler den &quot;Neuaufbau von Berlin als Hauptstadt des Deutschen Reiches&quot; an. Hitler hatte anfangs die Absicht gehabt, seine Pläne zur Neuordnung des innerstädtischen Bereichs von der Berliner Stadtverwaltung bearbeiten zu lassen. Als er feststellen musste, dass die kommunalen Behörden zögerten, seine weitreichenden Umgestaltungsphantasien durchzusetzen, änderte er die Zuständigkeiten für Planen und Bauen in der Hauptstadt.</p>
                <p>Der junge Architekt Albert Speer wurde am 30. Januar 1937 zum Generalbauinspektor für die Umgestaltung der Reichshauptstadt (GBI) berufen und direkt dem &quot;Führer&quot; unterstellt.</p>
                <p>Organisation und Geschichte ab 1937</p>
                <p>Wenige Tage nach der Ernennung Speers ordnete Hitler an, das Haus der Akademie der Künste am Pariser Platz Nr. 4, das bis dahin zum Amtsbereich des Erziehungsministers gehört hatte, für das Büro des Generalbauinspektors zu räumen.</p>
                <p>Binnen anderthalb Jahren schwoll allein der Planungsstab des GBI auf siebenundachtzig Personen an, während die sogenannte Durchführungsstelle noch einmal ebenso viele Mitarbeiter beschäftigte.</p>
                <p>An die leitenden Stellen der drei Hauptabteilungen, in die er das Amt teilte, berief Speer einige gleichermaßen fachkundige wie zuverlässige Leute: Das Hauptbüro, das den Etat verwaltete, übernahm der Finanzfachmann Karl Maria Hettlage, die Allgemeine Bauleitung Walter Brugmann, den Speer in Nürnberg kennengelernt hatte, und für das Planungsbüro, da ihm sachlich am wichtigsten war, zog er neben Hans Stephan, mit Rudolf Wolters und Willi Schelkes zwei langjährige, ihm seit Studientagen verbundene Freunde heran.</p>
                <p>Die seit 1937 nacheinander entstandenen Ämter Speers wurden erst Mitte 1940 unter zentraler Leitung des GBI in drei Hauptämter gegliedert. Nach seiner Ernennung zum GBI erweiterte Speer seinen Planungsstab zur &quot;Dienststelle&quot; des GBI. Dieses spätere Hauptamt I, Planungsstelle, war für alle Planungsangelegenheiten zuständig, ordnete bis 1942 mehr als einhundert Bereiche der Neugestaltung an und setzte die jeweiligen Räumungstermine fest.</p>
                <p>Ab 1938 wurden auf der Grundlage der &quot;Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens&quot; jüdische Mieter zur Aufhebung ihrer Mietverträge gezwungen, es erfolgten Einweisungen in Judenhäuser, später in Konzentrationslager. Für die &quot;Aussiedlung&quot; von Juden und die Neuvergabe der Wohnungen war die &quot;Durchführungsstelle&quot; des GBI unter Leitung von Karl Maria Hettlage eingerichtet worden. Auf diese Weise wurden etwa 18.000 Wohnungen requiriert. Gebiete, aus denen die Juden vollständig vertrieben waren, wurden als &quot;judenfrei&quot; bezeichnet.</p>
                <p>Die Anzahl der Bauten, die in den zwölf Jahren nationalsozialistischer Herrschaft zwischen 1933 und 1945 entstanden sind, ist überraschend hoch, zumal man bedenken muss, dass durch den Zweiten Weltkrieg eigentlich nur sechs Jahre zur Verfügung standen. Im November 1939 wurde ein kriegsbedingtes Neubauverbot erlassen, dem ein halbes Jahr später die Einstellung aller nicht kriegsnotwendigen Baumaßnahmen folgte.</p>
                <p>Gesetzesgrundlagen</p>
                <p>Der GBI wurde durch den Erlass vom 30. Jan. 1937 berufen. Das Amt selbst wurde Albert Speer übertragen, der seit 1934 &quot;Der Beauftragte für Bauwesen im Stab des Stellvertreters des Führers&quot; war und als solcher schon einige NS-Parteibauten vor allem in Nürnberg errichtet hatte.</p>
                <p>Die Zuständigkeit des GBI ging zunächst nicht über Berlin und nähere Umgebung hinaus.</p>
                <p>Das &quot;Gesetz über die Neugestaltung deutscher Städte&quot; vom 4. Okt. 1937 enthält noch keine nähere Bestimmung über die für die Ausführung dieser Vorhaben vorgesehene, von Hitler selbst &quot;beauftragte Stelle&quot;. Nur so war es möglich, dass durch Erlass vom 21. Dez. 1938 ein besonderer &quot;Generalbaurat für die Hauptstadt der Bewegung&quot; München berufen und dieses Amt mit dem NS-Parteiarchitekten Hermann Giesler besetzt wurde; Giesler war außerdem mit der Errichtung von NS-Parteibauten in Augsburg und Weimar beauftragt.</p>
                <p>Erst durch den dritten Erlass über den GBI vom 18. Okt. 1940 wurde die Zuständigkeit des GBI bedeutend erweitert. Dieser wurde darin ausdrücklich zur &quot;beauftragten Stelle&quot; im Sinne des Gesetzes über die Neugestaltung deutscher Städte erklärt. Seine neuen Aufgaben wurden dementsprechend wie folgt umschrieben:</p>
                <p>&quot;Dem GBI obliegt neben der Neugestaltung der Reichshauptstadt die Durchführung städtebaulicher Maßnahmen in anderen Städten.....Er ist ermächtigt, die ihm durch den Erlass vom 30. Jan. 1937 übertragenen Befugnisse für diese Städte entweder selbst oder durch Beauftragte auszuüben.&quot;</p>
                <p>In den Jahren 1938 bis 1942 wurden auf Grund des Gesetzes vom 4. Okt. 1937 insgesamt 32 Städte im damaligen Reichsgebiet durch Erlasse und Verordnungen, die im Reichsgesetzblatt verkündet wurden, in die neue Planung einbezogen.</p>
                <p>Ab Ende 1942 ruhte der Fortgang aller städtebaulichen Pläne friedensmäßiger Art völlig, da kriegswichtige Aufgaben der Lösung harrten und Speer daran selbst seit seiner Berufung zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition am 15. Febr. 1942 und am 2. Sept. 1943 zum Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion weitestgehend beteiligt war.</p>
                <p>Mit dem Erlass über die Vorbereitung des Wiederaufbaues bombenbeschädigter Städte vom 11. Okt. 1943 wurde Speer in seiner Eigenschaft als GBI mit den notwendigen Aufgaben beauftragt. Er hatte den Rahmen für die künftige Gestaltung der Städte festzulegen und das Recht, in städtebaulichen Fragen der Wiederaufbaustädte an Stelle des Reichsarbeitsministers zu entscheiden. Die Ausschaltung des Reichsarbeitsministers, an den bis dahin Speer als GBI trotz seiner unmittelbaren Unterstellung unter Hitler gebunden war, war vor allem eine Folge der nunmehrigen Stellung Speers als Reichsminister.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Landesarchiv Berlin</p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 113</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Raumordnung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1945-12-31">1935-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2612 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die allgemeine Organisation und Arbeitsweise der Reichsstelle für Raumordnung und ihrer Nebenstellen dokumentieren die Akten von Dienststellenverwaltung und Planungsbehörden. Einblick in konkrete Aufgaben, Verfahren und Tätigkeitsbereiche geben die Überlieferungen der einzelnen Landesplanungsgemeinschaften. Schwerpunkte bilden hierbei die Unterlagen zu verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Die Absicht, wissenschaftliche Aspekte der Raumforschung in regionale Wirtschafts- und Sozialstrukturen einfließen zu lassen, verdeutlichen u.a. Akten der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung sowie der Deutschen Akademie für Städtebau.</p>
                <p>Letztlich enthält der Bestand Materialsammlungen aus Archiv und Pressestelle, die sich zu einem Großteil aus Zeitungsausschnitten und Druckschriften zusammensetzen.</p>
                <p>Als ergänzende Überlieferungen sind der Bestand R 164 Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumordnung sowie der im Bundesarchiv in Koblenz befindliche Kartenbestand der RfR (R 113 Kart) zu nennen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im März 1946 bekam der damalige Baudirektor im Sektor der britischen Militärregierung, Martin Mäckler, vom Berliner Magistrat den Auftrag die Aktenrückführung der Reichsstelle für Raumordnung aus Wittenberg in die Wege zu leiten. Nach deren Sichtung ging ein Teil dieser Unterlagen 1947 an die Hauptabteilung &quot;Siedlungs- und Wohnungswesen, Städtebau und Landesplanung&quot; des Zentralamtes der Hauptverwaltung Arbeit der britischen Besatzungszone in Lemgo. Nach Auflösung der Hauptverwaltung wurden die Karten, Akten und Bücher zunächst an das dortige Finanzamt weitergeleitet und schließlich vom Bundesministerium für Wohnungsbau angefordert.</p>
                <p>Ein anderer weitaus größerer Teil gelangte an das Berliner Hauptamt für Gesamtplanung des Westberliner Magistrats , darunter auch Personalakten, und wurde schließlich an die Außenstelle Berlin des Instituts für Raumforschung (Sitz Bad Godesberg) abgegeben.</p>
                <p>Die Überführung in das seit 1946 für Behördenakten zuständige Berliner Hauptarchiv (ab 1963 wieder Geheimes Staatsarchiv) erfolgte im Jahre 1959, wo unter der Signatur Rep.325 die Erschließung begann. 1962 waren 2295 Karten und Pläne sowie 1717 Akten in Form einer Zettelkartei verzeichnet.</p>
                <p>Ein im April 1962 aus den USA zurückgegebener Mischbestand beinhaltete 15 Aktenbände der RfR, die mit den im Hauptarchiv befindlichen Archivalien vereinigt wurden.</p>
                <p>Im Zuge des Archivalienaustausches von 1969 hat das Geheime Staatsarchiv dem Bundesarchiv neben den Akten auch den Kartenteil der RfR in seiner Gesamtheit überlassen, der 1971 in Koblenz eingelagert wurde.</p>
                <p>Auf der Grundlage der im Geheimen Staatsarchiv erfolgten ersten Aktenerschließung begann im Jahr 1987 im Bundesarchiv unter der Bestandssignatur R 113 die neuerliche Verzeichnung des Aktenbestandes. Ein erstes Findbuch für die ca. 2400 Akten liegt seit 1990 vor.</p>
                <p>Die Zusammenführung von Koblenzer und Potsdamer Akten im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde kam 1993 zu stande. Letztere , vor allem Zeitungsausschnitte, Druckschriften sowie Geschäfts- und Arbeitsberichte, waren 1957 vom Staatsarchiv Magdeburg und 1963 vom Rat des Kreises Wittenberg an das Deutsche Zentralarchiv in Potsdam übergeben worden.</p>
                <p>Während der datenbankgestützten Erfassung des Bestandes erfolgte eine Überarbeitung von Aktentiteln und Klassifikation, wobei gestützt auf das Findbuch aus dem Jahr 1990 jedoch darauf verzichtet wurde, jeden der insgesamt über 3000 Aktenbände nochmals zu sichten. Serien und Bandfolgen wurden mehrheitlich archivisch gebildet. Der in Koblenz verwahrte Kartenbestand blieb hierbei unberücksichtigt.</p>
                <p>Die im Bestand R113 vorliegenden Personalakten werden aus datenschutzrechtlichen Gründen im Online-Findbuch nicht ausgewiesen. Diesbezügliche Anfragen sind direkt an das zuständige Referat R 3 zu richten.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 164 Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumordnung</p>
                <p>Kartenbestand der RfR (R 113 Kart) in Koblenz</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungsblatt der Reichsstelle für Raumordnung. Jg. 1-3 Berlin 1937-1939. Siehe unter ZDB (Leipzig Deutsche Nationalbibliothek und Berlin Staatsbibliothek)</p>
                <p>Raumforschung und Raumordnung. Monatsschrift der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumordnung. Jg.1-8. Berlin 1936-1944 (BArch)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 348 f.</p>
                <p>Bongards, Martin: Raumplanung als wissenschaftliche Disziplin im Nationalsozialis-mus, Marburg, 2004</p>
                <p>Venhoff, Michael: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung und die reichsdeutsche Raumplanung seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, Hannover, 2000</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch das vom Reichsernährungsministerium ausgehende Gesetz über die Rege-lung des Landbedarfs der öffentlichen Hand vom 29. März 1935 (1) wurde eine Reichsbehörde ins Leben gerufen, die mit dem Führererlass vom 26. Juni 1935 als Reichsstelle für Raumordnung (RfR) &quot;die zusammenfassende, übergeordnete Planung und Ordnung des deutschen Raumes für das gesamte Reichsgebiet&quot;(2) übernehmen sollte.</p>
                <p>Die Ausdehnung der Planung auf Reichs- und Landesebene führte zur Herauslösung der Raumordnung aus kommunalpolitischer Hoheit. &quot;Im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Arbeitsminister regelt der Leiter der Reichsstelle für Raumordnung insbesondere die Organisation der Planungsverbände und übt die Aufsicht über sie aus.&quot; (3)</p>
                <p>Die RfR mit Sitz Berlin war als Oberste Reichsbehörde dem Führer und Reichskanzler direkt unterstellt und bediente sich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben der Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsplanung und Raumordnung (Gezuvor) (4), der späteren Reichsplanungsgemeinschaft e.V. (RPG).</p>
                <p>Leiter der RfR und Präsident der RPG war der Reichsminister und Preußische Staatsminister Hanns Kerrl, der in Personalunion auch dem Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten (RKM) vorstand. Nach seinem Tod im Jahre 1941 übernahm Hermann Muhs, bis dahin Staatssekretär im Reichsministerium für die kirchlichen Angelegenheiten, die Führung der Amtsgeschäfte.</p>
                <p>Aufgrund enger personeller und organisatorischer Verbindung erschien die Reichsplanungsgemeinschaft ab Juni 1937 im Geschäftsverteilungsplan der RfR. Beide als Glieder einer Organisation, in welcher der Reichsstelle für Raumordnung die Aufgabe der &quot;Verwaltung&quot;, der Reichsplanungsgemeinschaft die der &quot;Gestaltung&quot; zugewiesen war. Der Geschäftsverteilungsplan nannte zwei Registraturen, die beide Stellen nach dem Sachgebiet bedienten. Die eine Registratur arbeitete für die Zentralabteilung (Hauptbüro), die andere für die Verwaltungs- und Planungs-abteilung.(5) Im gemeinsamen Haushalt für das Rechnungsjahr 1937 hieß es: &quot;Da die Arbeitsgebiete der RfR und der RPG sich vielfach überschneiden, ist bei der Besonderheit der gestellten Aufgaben und auch zur zweckmäßigen Ausnutzung aller Arbeitskräfte keine völlige verwaltungs- und haushaltsmäßige Trennung zwischen der RfR und der RPG vorgenommen worden.&quot; (6)</p>
                <p>Kerrls Erste Verordnung zur Durchführung der Reichs- und Landesplanung vom 15. Februar 1936(7) enthält die Regularien über die Organisation der nachgeordneten Dienststellen. Der organische Aufbau der Raumordnungsverwaltung sollte der doppelten Aufgabenstellung der NS-Raumordnung entsprechen - politische Führungsaufgabe einerseits sowie Abstimmung aller raumbetreffenden Fragen andererseits. Die Reichsstelle für Raumordnung entstand als &quot;Organ von Staat und Partei, und es muß besonders hervorgehoben werden, daß ihre Kompetenz sich nicht auf Ordnungsarbeit gegenüber Landwirtschaft, Wohnungswesen und Industrie beschränkt, sondern daß sie auch mitbestimmend ist bei Anforderungen von Gelände für die öffentliche Hand&quot;. (8)</p>
                <p>Organisatorisch wurde unterschieden zwischen Planungsbehörden und Landespla-nungsgemeinschaften. Erstere waren die Reichsstatthalter, in Preußen die Ober-präsidenten. Sie führten die Aufsicht über die Landesplanungsgemeinschaften und hatten die Aufgabe, die von der Zentrale gegebenen Richtlinien durchzusetzen. Sie konnten eine jährliche Prüfung der Rechnungsführung veranlassen sowie den jeweiligen Haushalt genehmigen. Die eigentliche Planungsarbeit leisteten die Landesplanungsgemeinschaften, von denen reichsweit 22 entstanden und deren Zahl sich durch die 1938 einsetzenden Annexionen bis 1941 auf 33 erhöhten. (9) Ihre Mitglieder setzten sich aus Land- und Stadtkreisen, Reichs- und Landesbehörden, Selbstverwaltungskörperschaften, den Verwaltungen berufsständischer Organisationen und den zur Förderung der Reichs- und Landesplanung berufenen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Geschäftsführer waren die Landesplaner. Die Satzungen der Landesplanungsgemeinschaften orientierten sich an der vom Leiter der Reichsstelle erlassenen Mustersatzung. Diese hatte Hanns Kerrl zur Wahrung der Einheitlichkeit innerhalb der Organisation aufgestellt. Die Satzung sah als Vorsitzenden den Leiter der Planungsbehörde vor und stellte auch im weiteren Verwaltungsunterbau eine enge Verbindung zwischen den Planungsgemeinschaften und Planungsbehörden sicher. Nach der Musterbeitragsordnung wurden Kosten etwa in folgendem Verhältnis getragen: 51 v. H. trägt das Reich, der Rest wird je zur Hälfte von den Mitgliedergruppen &quot;Selbstverwaltung&quot; (z.B. Provinzialverbände, Stadt- und Landkreise) und &quot;Wirtschaft&quot; (z.B. Deutsche Arbeitsfront, Reichsnährstand, Industrie- und Handelskammern) aufgebracht. (10) Behandelt wurden die Landesplanungsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts. (11) Die Dienststellen des Staates, der Gebietskörperschaften und die berufsständischen Organisationen hatten den Planungsbehörden und -gemeinschaften Amts- und Verwaltungshilfe zu leisten.</p>
                <p>Als Leitungs- und Koordinierungsorgan für die Territorialplanung im gesamten Reichsgebiet geschaffen, sollte die RfR zunächst darüber &quot;wachen, dass der deutsche Raum in einer den Notwendigkeiten von Volk und Staat entsprechenden Weise gestaltet wird&quot;. (12) Neben ziviler Siedlungsplanung und -lenkung ging es</p>
                <p>im Rahmen der Aufrüstung um die Standortverteilung militärischer Anlagen und Verkehrswege. Dessen ungeachtet wurden jedoch die entscheidenden Planungen letztlich von Wehrmacht, Reichswirtschaftsministerium und den Vierjahresplanver-antwortlichen erstellt. (13) Die Reichsstelle besaß praktisch keine Entscheidungsbe-fugnisse und konnte im Einzelfall lediglich ein Veto einlegen. Ihre Tätigkeit be-schränkte sich somit auf die Verwaltungsaufsicht über regionale Planungsbehörden, Landesplanungsgemeinschaften und die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, die Forschungsergebnisse zu Fragen der Territorialplanung lenk-</p>
                <p>te und koordinierte. In Zusammenarbeit mit dem Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wurden &quot;in größter Form die Fakultäten aller deutschen Hochschulen zur Mitarbeit aufgerufen&quot;. (14) Mit Hilfe der wissenschaftlichen Hochschulen entwickelte man Gutachten zu Fragen der Notstands- und Ballungsraumsanierung in der Vorkriegszeit, wobei sich der Fokus nach Kriegsausbruch auch auf die eingegliederten Ostgebiete richtete.</p>
                <p>Als zentrale Kontrollinstanz verlor die Reichsstelle für Raumordnung jedoch nach und nach ihre Kompetenzen, spätestens zum Zeitpunkt des intensiv einsetzenden Wirkens der unter Heinrich Himmler entstandenen Dienststelle des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums bei der Gestaltung des &quot;Lebensraumes im Osten&quot;. (15)</p>
                <p>Das während des Krieges von Hitler erlassene Verbot aller Nachkriegsplanungen führte zur Einstellung der eigentlichen fachlichen Tätigkeit. Das Personal der RfR (16) wurde zunehmend eingeschränkt. Den für die Planungsinstitutionen notwendigen Freistellungen vom Wehrdienst wurde nach der Niederlage von Stalingrad nicht mehr stattgegeben. Am 6. Februar 1943 teilte der Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers den Obersten Reichsbehörden mit, dass die Reichsstelle nunmehr lediglich ihre Unterlagen verwalten und auf Anforderung Auskünfte erteilen werde. (17)</p>
                <p>Aus Luftschutzgründen wurde das Schriftgut zusammen mit dem der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung und Teilen des Reichsministeriums für die kirchlichen Angelegenheiten 1943/44 nach Wittenberg verlagert.</p>
                <p>Anmerkungen</p>
                <p>(1) RGBl. 1935, I, S. 468</p>
                <p>(2) RGBl. 1935, I, S. 793</p>
                <p>(3) RGBl. 1935, I, S. 1515</p>
                <p>(4) Zuvor Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e.V. (bis 1935)</p>
                <p>(5) BArch, R 113/2030</p>
                <p>(6) BArch, Bibliothek 96.11.22, S.3</p>
                <p>(7) RGBl. 1936, I, S.104</p>
                <p>(8) BArch, R 113/2439</p>
                <p>(9) Michael Venhoff, &quot;Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung (RAG) und die reichs-</p>
                <p>deutsche Raumplanung seit ihrer Entstehung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945&quot;,</p>
                <p>Hannover 2000, S.15</p>
                <p>(10)Pfundtner/Neubert, Das neue Deutsche Reichsrecht I b 25 S.12</p>
                <p>(11)Vergl. u.a. Werner Weber, &quot;Die Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts&quot;,</p>
                <p>München und Berlin, 1943, S.52</p>
                <p>(12)Siehe §3 des Gesetzes über die Regelung des Landbedarfs der öffentlichen Hand vom 29.3.1935</p>
                <p>(13)&quot;Die Sonderplanung in den einzelnen Arbeitsgebieten bleibt weiterhin Aufgabe der zuständigen</p>
                <p>Ressorts. Diese haben die Verpflichtung, ihre Planungsvorhaben der Reichsstelle für Raumord-</p>
                <p>nung bekanntzugeben.&quot; (2. Erlass über die Reichsstelle für Raumordnung vom 18. Dez.1935),</p>
                <p>R 113/128</p>
                <p>(14)BArch, R 113/2439</p>
                <p>(15)Vgl. Michael Venhoff, siehe oben, S.73</p>
                <p>(16)Genaue Mitarbeiterzahlen liegen nicht vor</p>
                <p>(17)BArch, R 43 II/708, Bl.51</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 164</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>372 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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          </c>
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              <unittitle>Wirtschaft, Rüstung, Landwirtschaft, Post, Verkehr</unittitle>
            </did>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3101</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 7</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswirtschaftsministerium</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1869-01-01/1946-12-31">1869-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>25893 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind vor allem Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Personal- und Verwaltungsangelegenheiten</p>
                <p>- Allgemeine Wirtschaftspolitik, hier insbesondere zu Industrie- und Handelskammern</p>
                <p>- Wirtschaftliche Mobilmachung</p>
                <p>- Bewirtschaftung der gewerblichen Erzeugnisse und Lenkung der Industrie</p>
                <p>- Durchführung der Versorgung (Handel, Handwerk, Gewerbe)</p>
                <p>- Bank- und Kreditwesen</p>
                <p>- Finanzierung wirtschaftlicher Unternehmungen und Übernahme von Reichsgarantien in verschiedenen Industriezweigen</p>
                <p>- Exportkredite, Kreditversicherung und Garantien für den Wirtschaftsausbau im Ausland</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Als durch die Fliegerangriffe in der zweiten Novemberhälfte 1943 das Hauptgebäude in der Behrenstraße zerstört wurde, hatte sich das RWM für diesen Fall bereits vorbereitet. Mit Verfügung vom 12. Juli 1943 hatte der Leiter der Hauptabteilung II i.V. Maßnahmen zur &quot;Sicherung von Akten und Arbeitsmaterial für den Fall von Bombenschäden&quot; angeordnet. Das Aktenmaterial sollte überprüft und, sofern es als besonders kriegswichtig eingestuft würde, im RWM bombensicher untergebracht werden. Doppelstücke und von unentbehrlichen Vorgängen anzufertigende Abschriften sollten außerhalb Berlins gesichert werden. Hinzu kam die wirtschaftliche Notwendigkeit, infolge von Rohstoffmangel Altpapier der Papierindustrie zur Verfügung zu stellen. Nur wenige Tage später, am 20. Juli 1943 folgte eine entsprechende Anordnung. Entbehrliche und für zukünftige Arbeiten bedeutungslose Akten sollten zum Einstampfen abgeliefert werden. &quot;Akten, die auch für die Zukunft von Wert sind, sei es als Grundlage für Rechtsverhältnisse irgendwelcher Art, sei es als Quelle zur Geschichte des Amtes oder der Wirtschaftsverwaltung, müssen vor der Vernichtung ausgeschlossen werden.&quot; Sie sollten - sofern nicht mehr benötigt - &quot;für die Abgabe an das Reichsarchiv in Potsdam oder das Preußische Staatsarchiv&quot; bereitgehalten werden. Die Hauptabteilung OBH berichtete am 14. August 1943, dass in den Registraturen II Bg und OBH ca. 1900 Aktenbände ausgesondert und bereits von mit der Abholung betrauten Firma abgefahren worden seien. Im Zuge der Auslagerung des RWM aus Berlin erließ der Staatssekretär am 16. März 1945 eine besondere Verordnung über die Sicherung von Aktengut. Bemerkenswert ist der 2. Punkt: &quot;Durch die bisherigen Luftangriffe ist im Deutschen Reich wertvolles und z.T. unersetzliches Material aus der Übersicht über die wirtschaftlichen Maßnahmen der Vergangenheit verlorengegangen. Da für die Wirtschaftsführung zur Fortentwicklung wirtschaftlicher Maßnahmen die Kenntnis der Tatbestände, Motive, Argumente und Gegenargumente der bisherigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen von besonderer Bedeutung ist, so muss jedes Material, das diese Kenntnis noch vermitteln kann, gesichert werden. Ich habe daher angeordnet, dass die dafür in Frage kommenden Unterlagen aus Akten und Schriftgut archivmäßig zusammengefasst und luftschutzmäßig gesichert untergebracht werden. Die Hauptabteilungen haben daher aus ihren Akten- und Schriftgutbeständen die entsprechenden Materialien auszusondern und nach Art und Menge Herrn Dr. Lück abtransportbereit zu melden.&quot; Lück gehörte zur &quot;Volkswirtschaftlichen Abteilung&quot;, der Ohlendorf bevorzugtes Interesse schenkte. Es ist nicht auszuschließen, dass durch diese Aktion wichtige Teile des RWM gerettet werden konnten. Ingesamt wurde eine Reihe von Ausweichstellen eingerichtet.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Bei Übernahme der Überlieferungen des ZStA in das Bundesarchiv musste zunächst die eindeutige Benutzbarkeit des Bestandes gewährleistet werden. In einem ersten Schritt wurde daher aus rein praktischen Erwägungen heraus festgelegt, die Signierung des größeren Potsdamer Teilbestandes beizubehalten und die Koblenzer Akten umzusignieren, indem jede Aktensignatur mit 30.000 addiert wurde (Beispiel: alt R 7/ 1196 ist neu: R 3101/ 31196).</p>
                <p>Der Klassifikation des zweiten Teils des Findbuches wurde der Geschäftsverteilungsplan von 1943 zugrunde gelegt. Aus den Koblenzer und Potsdamer Teilbeständen wurden die nicht nach Schlagworten klassifizierten Akten erfasst und zusammengeführt. Die Grundlage für die Klassifikation bildet der Geschäftsverteilungsplan von 1943.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Ministerialblatt für Wirtschaft und Arbeit 1934-1935</p>
                <p>Ministerialblatt für Wirtschaft 1936-1938</p>
                <p>Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums 1939-1945</p>
                <p>Deutsches Handelsarchiv (1847-) 1922 ff.</p>
                <p>Wirtschafts-Nachrichten 1916 ff.</p>
                <p>Reichswirtschaftsamt / Reichswirtschaftsministerium [RD 55]</p>
                <p>Kriegswirtschaftsorganisationen des Reichswirtschaftsamtes [RD 56]</p>
                <p>Reichsstellen des Reichswirtschaftsministeriums [RD 58]</p>
                <p>Reichsstelle für den Außenhandel [RD 57]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Wilhelm Lenz, Hedwig Singer: Reichswirtschaftsministerium (Bestand R 7) (Findbücher zu den Beständen des Bundesarchivs Bd. 29), Koblenz 1991</p>
                <p>Hans Quecke: Das Reichswirtschaftsministerium. Werdegang und Stand der Wirtschaftsverwaltung, Berlin 1941</p>
                <p>Friedrich Facius: Wirtschaft und Staat, Boppard 1959</p>
                <p>50 Jahre Deutsches Wirtschaftsministerium, hrsg. vom Bundeswirtschaftsministerium, Düsseldorf 1973</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 355-359, Teil 2, S. 241</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Erlass vom 21. Oktober 1917 Übertragung der aus dem Reichsamt des Innern ausgeglie‧derten wirtschafts- und sozialpolitischen Aufgaben auf das neu gegründete, dem Reichs‧kanzler direkt unterstellte Reichswirtschaftsamt; Anfang 1919 Aufwertung zum Reichs‧wirtschaftsministerium (RWM); mit der Auflösung des Reichsministeriums für wirtschaftliche Demobilmachung 1919 Übertragung der Lenkung und Abwicklung der Kriegsrohstoffabtei‧lungen auf das RWM; 1920 nach Bildung des Reichsministeriums für Ernährung und Land‧wirtschaft Auflösung der kurzzeitigen Vereinigung mit dem Reichsernährungsministerium; 1921 Abgabe der Zuständigkeit für die Binnenschifffahrt und 1926 für die Seeschifffahrt an das Reichsverkehrsministerium; mit Auflösung des Reichsschatzministeriums 1923 Über‧nahme der elektrowirtschaftlichen Gesetzgebung und anderer wirtschaftlicher Aufgaben au‧ßerhalb der Kompetenz des Reichsfinanzministeriums; 1933 Abgabe der Arbeitsgebiete Wirtschaftswerbung, Ausstellungs-, Messe- und Reklamewesen an das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda; Abtrennung der Devisenbewirtschaftung vom RWM, Bildung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung; 1934 Vereinigung mit dem preußischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit; 1935-1938 offizielle Bezeichnung: Reichs- und Preußi‧sches Wirtschaftsministerium; 1936 Abgabe der Zuständigkeit für das Verfügungsrecht über Rohstoffe, Devisen, Arbeitskräfte und das Beschaffungsprogramm an die Vierjahres‧planbehörde; nach der Zentralisierung der beiden Behörden 1937 Übergang wichtiger Teile der Vierjahresplanbehörde an das RWM: die Rohstoffbewirtschaftung, das Außenhandelsreferat und der Generalbevollmächtigte für die Eisen- und Stahlbewirtschaftung; 1941 Übertragung des Bereichs Energiewirtschaft auf den Generalinspektor für Wasser und Energie; nach Auf‧bau der Reichsbergbehörden 1943 Schaffung der Hauptabteilung &quot;Der Oberberghauptmann&quot;; mit Erlass vom 2. September 1943 über die Konzentration in der Kriegswirtschaft Übertragung der Zuständigkeit auf den Gebieten der Rohstoffversorgung, Produktion und Rüstungsindustrie auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion: Zuständigkeit des RWM (vgl. Speer-Erlass vom 29. Oktober 1943) für die zivile Produktion, die allgemeine Wirtschaftspolitik, das Handels- und Gewerbewesen, den Bergbau und die Wirtschaftsfinanzierung.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3101-ANH.</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 7 ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ministerial Collecting Center (MCC)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1948-12-31">1933-1948</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>442 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand R 3101 ANH. enthält fragmentarische Teile der im Auftrag der amerikanischen Besatzungsmacht im Ministerial Collecting Center bei Kassel von deutschen Arbeitsgruppen auf der Grundlage der zusammengeführten Akten seit 1945 erstellten Gutachten und statistischen Übersichten, insbesondere über die Leistungen der deutschen Wirtschaft im Kriege und den Aufbau der deutschen Verwaltung sowie Ausarbeitungen und Vorschläge für den Übergang zur Friedenswirtschaft.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, seit Mai 1945, sammelte die amerikanische Besatzungsbehörde u. a. in einem sogenannten Ministerial Colecting Center (MCC) in einer ehemaligen Munistionsfabrik zwischen Fürstenhagen und Hessisch-Lichtenau alle erreichbaren Schriftgutbestände von Behörden des Reiches und Gliederungen der Organistion der gewerblichen Wirtschaft. In erster Linie handelt es sich um Schriftgut wirtschaftlichen und zwar vorwiegend rüstungswirtschaftlichen Inhalts. Nach Auflösung des Ministerial Collecting Center Ende 1946 wurden die Bestände in die Friesenkaserne in Berlin verlagert und später in das Document Center in Berlin-Zehlendorf verbracht.</p>
                <p>Nach weiteren Verlagerungen gelangte das Schriftgut schließlich 1952 in das Bundesarchiv Koblenz.</p>
                <p>Eine erste Ordnung und Verzeichnung erfuhren die Akten bereits 1945 in Lägern in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen usw. durch deutsche Beamte und Angestellte.</p>
                <p>Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, seit Mai 1945, sammelte die amerikanische Besatzungsbehörde u. a. in einem sogenannten Ministerial Collecting Center (MCC) in einer ehemaligen Munitionsfabrik zwischen Fürstenhagen und Hessisch-Lichtenau alle erreichbaren Schriftgutbestände von Behörden des Reiches und Gliederungen der Organistion der gewerblichen Wirtschaft. In erster Linie handelt es sich um Schriftgut wirtschaftlichen und zwar vorwiegend rüstungswirtschaftlichen Inhalts. Nach Auflösung des Ministerial Collecting Center Ende 1946 wurden die Bestände in die Friesenkaserne in Berlin verlagert und später in das Document Center in Berlin-Zehlendorf verbracht.</p>
                <p>Nach weiteren Verlagerungen gelangte das Schriftgut schließlich 1952 in das Bundesarchiv Koblenz.</p>
                <p>Eine erste Ordnung und Verzeichnung erfuhren die Akten bereits 1945 in Lägern in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen usw. durch deutsche Beamte und Angestellte.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung der Akten war in der Regel die Bildung archivischer Aktentitel, Bandfolgen und Serien erforderlich; dabei war, aufgrund der Spezifik des Bestandes, die Bildung gleichlautender Titel unvermeidbar.</p>
                <p>Als Laufzeit der Akten wird der Zeitraum der Erarbeitungbzw. Fertigstellung der Gutachten/Ausarbeitungen angegeben. Zeiträume, auf die sich die Gutachten/Ausarbeitungen beziehen, bleiben dabei unberücksichtigt bzw. wurden in Einzelfällen in Klammern gesetzt.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die von den Vereinigten Staaten nach Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmten Schriftgutbestände vor allem der obersten Reichsbehörden wurden in das Ministerial Collecting Center (MCC) in einer ehemaligen Munitionsfabrik im Raum Fürstenhagen/Hessisch Lichtenau südlich von Kassel gebracht. Das MCC war eine von mehreren zentralen Sammelstellen der westlichen Alliierten für beschlagnahmte deutsche Akten. Weitere Collecting Centers bzw. Document Centers befanden sich in Berlin und vor allem im südlichen Hessen (Darmstadt, Frankfurt und Offenbach). Die Bearbeitung der Ministerialakten im MCC erfolgte mit Hilfe internierter höherer und höchster Beamter der Reichsministerien.</p>
                <p>Für das Schriftgut von Dienststellen und Gliederungen der NSDAP war als zentrale Sammelstelle das Document Center in Berlin-Zehlendorf zuständig. Dorthin wurden immer mehr auch umfangreiche staatliche Bestände verbracht, so daß bereits Anfang 1946 das MCC seine Selbständigkeit verlor und dem Berlin Document Center unterstellt wurde.</p>
                <p>Stand: Dezember 2005</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3102</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 24</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Statistisches Reichsamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1904-01-01/1947-12-31">1904-1947</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>8121 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Im Wesentlichen sind folgende Schriftgutgruppen zu nennen, die als Schwerpunkte des Bestandes gelten:</p>
                <p>- Sozialstatistik</p>
                <p>- Industrie</p>
                <p>- Finanz- und Steuerstatistik</p>
                <p>- Verkehrs- und Transportwesen</p>
                <p>- Ausland</p>
                <p>- Geld- und Kreditwesen, Versicherungen</p>
                <p>Teil 1 (vormals: ZStA 31.02):</p>
                <p>Organisation und Geschäftsbetrieb 1922-1945 (186); Bevölkerung und Gebiet 1925, 1933-1943 (28); Wirtschaftliche Querschnittsbereiche 1910-1944 (533); Rüstungs- und Kriegswirtschaft 1933-1947 (312); Industrie 1910-1946 (542); Land- und Forstwirtschaft, Fischereiwesen 1913, 1924-1945 (93); Verkehrs- und Transportwesen 1924-1945 (475); Post- und Telegrafenwesen 1913-1944 (12); Handwerk 1895, 1936-1944 (8); Kunst und Kultur 1930-1944 (88); Medizinalwesen und Sport 1928-1945 (72); Sozialwesen 1909-1945 (164); Bildung und Erziehung 1937, 1939-1944 (4); Finanzen und Steuern 1913-1945 (177); Geld- und Kreditwesen, Versicherungen 1876-1946 (223); Justiz- und Kriminalstatistik 1937-1941 (3); Ausland 1904-1944 (640).</p>
                <p>Teil 2 (vormals: BArch R 24):</p>
                <p>Dienststellenverwaltung 1923-1945 (16); Handels- und Verkehrsstatistik 1927-1944 (11); Sozialstatistik 1927-1945 (1633); Bevölkerungs- ,Betriebs- und Kulturstatistik 1910-1944 (5); Finanz- und Steuerstatistik 1913-1945 (527); Zusammenfassende Wirtschaftsstatistik 1934-1945 (53); Industrielle Produktionsstatistik 1936-1945 (35); Allgemeine Auslandsstatistik 1927-1945 (107); Statistische Mitteilungen - Memel 1932-1934 (2).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Durch Kriegseinwirkungen und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches hat das Schriftgut des Statistischen Reichsamtes schwere Verluste erlitten. In der Berliner Zentrale in der Neuen Königstraße wurden bei Bombenangriffen im Mai 1945 Teile des statistischen Materials vernichtet, Bei der Sprengung des Gebäudes 1945 gingen die Zentralregistratur vollständig und von der 200 000 Bände umfassenden Bibliothek ca. 10% verloren. In den Jahren 1943/44 waren mehrere Abteilungen bzw. Referate mit ihrem Schriftgut in Ausweichstellen verlegt worden. Von dem Material, welches in den später von sowjetischen Truppen besetzten Gebieten verblieben ist, wurde vieles vernichtet, anderes gelangte an das damalige Zentrale Staatsarchiv Potsdam.</p>
                <p>Im April konnte von der Darguner und der Weimarer Außenstelle noch wichtiges Material nach Schwerin gebracht werden, von wo die dortigen Bediensteten des Statistischen Reichsamtes Ende April mit Teilen des in Schwerin befindlichen Schriftgutes nach Hamburg flüchten konnten. In russische Hände fielen in Schwerin das Urmaterial der Industriellen Produktionsstatistik und die Masse der preisstatistischen Dokumente. Die nach Wernigerode ausgelagerten Teile der Steuerstatistik wurden vor dem Rückzug der amerikanischen Truppen nach Derenburg in Hessen transportiert.</p>
                <p>Die nach Würzburg verbrachten Bestände erlitten durch Bombenschäden Verluste; das übrige Schriftgut blieb erhalten. Nach 1945 wurden die nach den westlichen Besatzungszonen ausgelagerten Bestände und aus der sowjetischen Besatzungszone darin geretteten Überlieferungssplitter an drei Stellen konzentriert:</p>
                <p>1. in der britischen Besatzungszone im Statistischen Amt in Hamburg und Minden</p>
                <p>2. und der amerikanischen Besatzungszone im Ministerial Collecting Center in Fürstenhagen bei Kassel; von dort wurden größere Teile in die USA gebracht</p>
                <p>3. in der französichen Besatzungszone im Amt für Statistik und Wirtschaftsförderung in Baden-Baden.</p>
                <p>Im Wesentlichen gelangten die damals in die Hände der westlichen Besatzungsmächte gefallenen Unterlagen auf dem Wege über das amerikaische Document Center in Berlin, über das Statistische Bundesamt oder über die USA an das Bundesarchiv.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die sukzessive Abgabe von Überlieferungsteilen aus dem Statistischen Reichsamt an das Bundesarchiv hat zu einer stufenweisen Verzeichnung des Bestandes geführt. Die Unterlagen zur Verbrauchssteuerstatistik, die 1952 mit Schriftgutsplittern anderer Abteilungen aus amerikanischer Hand in das Bundesarchiv gelangten, wurden durch ein Findbuch erschlossen. Das 1958 aus Alexandria zurückgegebene Material wurde 1959 provisorisch erschlossen. Nach einer Aktenrückführung aus dem Berliner Document Center im Jahre 1962 und weiteren Splitterabgaben konnte 1968 ein vorläufiger Abschluss der Verzeichnung erreicht werden. Sämtliches ins Bundesarchiv gelangte Schriftgut des Statistischen Reichsamtes wurde durch eine Findkartei erschlossen, wobei Teile des im Findbuch der Verbrauchsstatistik erfassten Materials umsigniert wurden. Die damals im Budnesarchiv vorhandenen Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamtes wurden in Ergänzung dazu in einer zweiten Kartei erfasst. Später konnten vor allem vom Statistischen Bundesamt noch weitere Unterlagen der Agrarstatistik, der Industriellen Produktionsstatistik bzw. des Reichsamtes für wehrwirtschaftliche Planung und die Sozialstatistik übernommen werden. Aus in das Bundesarchiv gelangten Überlieferungen des Reichsnährstandes und der Reichsstelle für Raumordnung wurden weitere Ausstellerprovenienzen eingegliedert. Ferner übergab das Imperial War Museum in London dem Bundesarchiv noch einschlägiges Schriftgut geringen Umfangs. Im Winter 1975 wurden auch diese Zugänge in den Bestand eingearbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich. 1880-1942. [RD 75/2]</p>
                <p>Vierteljahreshefte zur Statistik des Deutschen Reichs 1898-1943. [RD 75/3]</p>
                <p>Wirtschaft und Statistik. Hrsg. vom Statistischen Reichsamt. 1922-1944. [RD 75/8]</p>
                <p>Monatliche Nachweise über den auswärtigen Handel Deutschlands1992-1914, 1925-1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1872 Gründung des Kaiserlichen Statistischen Amtes durch den Reichskanzler mit der Erteilung einer Geschäftsinstruktion,</p>
                <p>zunächst dem Reichskanzleramt, seit 1879 dem Reichsamt des Innern und seit 1918 mit gleichzeitiger Umbenennung in Statistisches Reichsamt dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt,</p>
                <p>1934 Fusion mit dem Preußischen Statistischen Landesamt</p>
                <p>Aufgabe des Amtes war die Sammlung des Materials für die Reichsstatistik, dessen technische und wissenschaftliche Prüfung, Bearbeitung und Veröffentlichung, gutachterliche Berichterstattung über statistische Fragen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3201</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 38 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für wirtschaftliche Demobilmachung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1919-12-31">1918-1919</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>79 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Arbeitsnachweis, Berufsberatung, Ausbildung, Arbeitsmarkt, Arbeitsvermittlung 1918-1919 (17), Erwerbslosenfürsorge 1918-1919 (7), Gesundheitswesen 1918-1919 (2), Tarifangelegenheiten, Arbeitszeit, hier v.a. Werften 1918-1919 (20), Sammeln von Heeresgerät 1918-1919 (1), Streikbewegungen 1918-1919 (3), Kohlenbergbau 1918-1919 (2), Sozialisierungskommission 1919 (1), Zuteilung, Freigabe von Rohstoffen und Halbfertigfabrikaten 1918-1919 (6), Verschiedenes: v.a. zu den Schwerpunkten Enteignungsrecht, Aufhebung des Sparzwanges für Jugendliche, ausländische Arbeiter, Sammelmappen des Auswärtigen Amtes zur wirtschaftlichen Lage, Meldebogen der Frauenarbeitsmeldestellen, Auflösung der Schlichtungsausschüsse 1918-1919 (19).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtliche Anordnungen und Mitteilungen des Reichsministeriums für wirtschaftliche Demobilmachung, des Kriegsamtes und des Reichsverwertungsamtes, Jge. 1918-1919, ab 30.04.1919 vom Auswärtigen Amt als Nachrichtenblatt &quot;Die wirtschaftliche Demobilmachung&quot; herausgegeben</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Joseph Koeth: Die wirtschaftliche Demobilmachung. Ihre Aufgaben und ihre Organe. In: Handbuch der Politik, 3. Auflage. Band 4. Berlin. 1921. S. 163-168.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zur Überleitung der Kriegs- in die Friedenswirtschaft am 12. November 1918 als Reichsamt für die wirtschaftliche Demobilmachung gegründet</p>
                <p>im März 1919 umbenannt und am 26.April 1919 aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3301</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 38 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für Wiederaufbau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1924-12-31">1919-1924 (mit Vorakten)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2296 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Den Schwerpunkt der Überlieferungen bilden die Akten des Generalreferats, Materialien zu Entschädigungen, Liquidationen, Reparationen, Sanktionen, Restitutionen und Substitutionen sowie zu Zerstörungen und Entschädigungsansprüche. Darüber hinaus sind vor allem Unterlagen zu Haushalt, zur Organisation und Durchführung des Wiederaufbaus überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Schriftgut des Reichsministeriums für Wiederaufbau und der meisten seiner nachgeordneten Dienststellen war zum großen Teil schon vor Kriegsausbruch vom Reichsarchiv Potsdam übernommen worden. Die Ministerialakten sowie die Unterlagen des nachgeordneten Bereichs des Treuhänders für das feindliche Vermögen haben den Krieg überdauert und lagerten im Zentralen Staatsarchiv Potsdam unter der Bestandssignatur 33.01.</p>
                <p>Dagegen wurden die Akten von 13 nachgeordneten Behörden und Dienststellen nicht verlagert und verbrannten Anfang April 1945 bei der Zerstörung des Reichsarchivs Potsdam. Vernichtet wurden damals folgende Bestände:</p>
                <p>Reichsentschädigungskommission</p>
                <p>Reichskommissar bei dem Ausschuss zur Feststellung</p>
                <p>von Kriegsschäden in Ostpreußen</p>
                <p>Reichskommissar für die Liquidation ausländischer Unternehmen</p>
                <p>Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen</p>
                <p>deutsche Zivilpersonen in Feindesland</p>
                <p>Reichsausschuss für Schiffsbau und Schiffsablieferung</p>
                <p>Reichskommissar für die Rücklieferung von Eisenbahnmaterial</p>
                <p>Deutsch-Französische Möbelausfuhrkommission Kehl</p>
                <p>Reichsrücklieferungskommission</p>
                <p>Deutsche Kohlenkommission Essen</p>
                <p>Reichsausgleichsamt</p>
                <p>Reichsentschädigungsamt</p>
                <p>Staatskommissar für die Wiederherstellung der</p>
                <p>Universitätsbibliothek Löwen</p>
                <p>Archivische Bewertung un Bearbeitung</p>
                <p>Die im Frühjahr 1955 vom Bundesfinanzhof in Bonn an das Bundesarchiv in Koblenz abgegebenen Archivalien waren unter der Bestandssignatur R 38 zusammengefasst.</p>
                <p>Im Zuge der Vereinigung beider deutscher Staaten konnten beide Teile des Reichsministeriums für Wiederaufbau unter der nunmehr gültigen Signatur R 3301 wieder zusammengeführt werden.</p>
                <p>Der ehemalige Koblenzer Teilbestand wurde umsigniert und dem Potsdamer Teil angeschlossen, d.h. die Koblenzer Signaturen wurden mit der Zahl 2000 addiert (Beispiel: alt R 38 / 3 - neu R 3301/2003).</p>
                <p>Die überlieferten Akten entstammen vor allem aus den Bereichen Generalreferat G und Ministerialregistratur. Vereinzelt wurden die Akten vom später für die Aufgabenerledigung zuständigen Reichsfinanzministerium weitergeführt, verblieben jedoch wegen des Entstehungszusammenhanges bei der Überlieferung des Reichsministeriums für Wiederaufbau und haben somit eine abweichende Laufzeit. Einige Bände sind älteren Datums; sie wurden z.T. schon bei Kriegsausbruch 1914 im Reichsamt des Innern begonnen, seit 1917 im Reichswirtschaftsamt weitergeführt und 1919 dem Wiederaufbauministerium übergeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Einhorn: Die Nachentschädigung für Auslands-, Kolonial- und Grenzlanddeutsche mit den amtlichen Nachentschädigungs-, Wiederaufbaudarlehns- und Härtefondsrichtlinien. Berlin: Sollberg 1925</p>
                <p>Hugo, Otto: Die wirtschaflichen Aufgaben des Wiederaufbaus. Berlin 1921</p>
                <p>Hugo, Otto: Das RMfWA in seiner wirtschaftspolitischen Funktion für den Arbeitsmarkt 1919/1920. In: Wirtschaftspolitik und Arbeitsmarkt, hrsg. von Hermann Kellenbenz, Wien 1974, S. 289-306.</p>
                <p>Die Nachentschädigung für Auslands-, Kolonial- und Grenzlanddeutsche: mit den amtlichen Nachentschädigungs-, Wiederaufbaudarlehns- und Härtefondsrichtlinien, hrsg. von Einhorn und H. W. Herold. Berlin 1925.</p>
                <p>Der Schutz der landwirtschaftlichen Erzeugung als Vorbedingung des Wiederaufbaues der deutschen Wirtschaft : Denkschrift zur 55. Vollversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrates. - [S.l.], Berlin 1925.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Reichsministerium verdankt seine Entstehung vorwiegend parteipolitischen Rücksichten. Als die Deutsche Demokratische Partei am 02.10.1919 als Koalitionspartner wieder die Regierungsverantwortung übernahm, erhielt sie entsprechend Ihrer Stärke im Reichstag außer der Stellvertretung des Reichskanzlers drei Ministersitze, die im amtierenden Kabinett teils durch Neubildung bereitgestellt wurden. Die Folge war die Bildung eines neuen Reichsministeriums für Reparationsangelegenheiten. Am 21.10.1919 wurde Dr. Otto Gessler (21.10. bzw. 07.11.1919 - 26.03.1920 im Reichskabinett Gustav Bauer) zum ersten Reichsminister dieses Ressorts ernannt. Die Funktion übten weiterhin aus:</p>
                <p>Dr. Walther Rathenau (28.05. - 25.10.1921 im 1. Reichskabinett Dr. Josef Wirth),</p>
                <p>Dr. Heinrich Friedrich Albert (29.03. - 12.08.1923 im Reichskabinett Dr. Wilhelm</p>
                <p>Cuno),</p>
                <p>Robert Schmidt (13.08. - 29.11.1923 im 1. und 2. Reichskabinett Dr. Gustav Stresemann).</p>
                <p>Durch Erlass des Reichspräsidenten vom 07.11.1919 (RGBl. S. 1875) wurde das Reichsministerium für Wiederaufbau zur Durchführung der dem Deutschen Reich durch den Friedensvertrag von Versailles (28.06.1919) auf wirtschaftlichem Gebiet auferlegten Verpflichtungen de iure errichtet. Eigentlich war es das Ministerium für Reparationsangelegenheiten, denn der Wiederaufbau galt den ehemaligen westlichen Kriegsgebieten außerhalb des Reiches.</p>
                <p>Folgende Aufgaben wurden dem neuen Ministerium übertragen:</p>
                <p>· die unmittelbare wirtschaftliche Wiedergutmachung (Teil VIII des Friedensvertrages),</p>
                <p>· der Ausgleich von Forderungen und Schulden gegenüber den bisher feindlichen Staaten (Teil X Abschnitt 3 des Friedensvertrages),</p>
                <p>· die Abwicklung der Liquidationen (Teil X Abschnitt 4 des Friedensvertrages),</p>
                <p>· die Entschädigung der Auslands-, Kolonial- und verdrängten Deutschen,</p>
                <p>· der Ausgleich der Kriegsschäden der deutschen Reedereien (See- und Binnenschifffahrt sowie Fischerei).</p>
                <p>Diesem Aufgabenkreis war die Organisation des Ministeriums angepasst, die während der ganzen Dauer seines Bestehens kaum verändert wurde:</p>
                <p>Abteilung A:</p>
                <p>Wirtschaftliche Wiedergutmachung einschließlich des Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete, insbesondere Rücklieferungen und Reparationslieferungen.</p>
                <p>Abteilung B:</p>
                <p>Liquidationen, Entschädigungen, Vorkriegsschulden.</p>
                <p>Abteilung C:</p>
                <p>Ablieferung von See- und Binnenschiffen; Kriegsschäden der See- und Binnenschifffahrt.</p>
                <p>Abteilung C 1:</p>
                <p>Ablieferung von Fischereifahrzeugen; Kriegsschäden der Seefischerei.</p>
                <p>Abteilung D:</p>
                <p>Personalangelegenheiten.</p>
                <p>Abteilung E:</p>
                <p>Finanzielle Angelegenheiten.</p>
                <p>Abteilung F:</p>
                <p>Juristische Angelegenheiten.</p>
                <p>Generalreferat G:</p>
                <p>Allgemeine Angelegenheiten und Angelegenheiten betreffend den Friedensvertrag.</p>
                <p>Abteilung K:</p>
                <p>Kolonialzentralverwaltung als Abwicklungsstelle des früheren Reichskolonialministeriums (seit 01.04.1920).</p>
                <p>Zur Beratung in Fragen der wirtschaftlichen Wiedergutmachung stand dem Ministerium ein Beirat für Wiedergutmachungsfragen zur Seite. Dieser setzte sich aus Mitgliedern des Reichsrats und aus Vertretern der Reichstagsfraktionen und der interessierten Wirtschaftskreise zusammen. Die erste Sitzung hielt der Beirat am 26.04.1920 ab. Es folgten nur noch wenige weitere. Auch scheint die Bedeutung des Beirats nur gering gewesen zu sein.</p>
                <p>Das Reichsministerium für Wiederaufbau stand während seines ganzen Daseins im Schatten des Auswärtigen Amtes und des Reichsfinanzministeriums, aus deren Aufgabengebieten gewisse Teile abgetrennt worden waren, um dem neuen Ressort eine Grundlage zu geben.</p>
                <p>Auch durch die Hinzunahme der Abwicklungsaufgaben des mit Wirkung vom 01.04.1920 aufgelösten Reichskolonialministeriums wurde diese Grundlage nicht günstiger. Im Gegenteil, die Abhängigkeit vom Auswärtigen Amt, aus dem das Reichskolonialamt bzw. -ministerium erst 1907 hervorgegangen war, wurde noch fühlbarer. Es hing ganz wesentlich von der Persönlichkeit und der Amtsführung der Wiederaufbauminister ab, in welchem Maße sich das neue Ressort zwischen und neben den anderen Reichsministerien behaupten, seinen Platz ausbauen und damit seine Daseinsberechtigung beweisen konnte. Es ging letztlich darum, ob das Wiederaufbauministerium in dem für Deutschlands Schicksal so wichtigen Reparationsproblem eine führende Rolle übernehmen oder ob es in außenpolitischer Beziehung nur der &quot;verlängerte Arm&quot; des Auswärtigen Amtes, in finanzieller nur &quot;ausführendes Organ&quot; des Reichsfinanzministeriums sein sollte. Diese Aufgabe war nach dem ungünstigen, parteipolitisch bedingten Start des Wiederaufbauministeriums und seiner Stellung zwischen zwei Ministerien von überragendem Gewicht höchst schwierig.</p>
                <p>Dementsprechend schwankte bei den jeweiligen Regierungsparteien die Wertschätzung des Wiederaufbauministeriums. Die Neigung einen Minister dafür zu repräsentieren war stets gering. So mußte das Ministerium in den 4 ½ Jahren seiner Existenz insgesamt drei Jahre lang ohne Minister auskommen.</p>
                <p>Die Amtszeit von Gessler prägte dem Ministerium entscheidende Strukturen auf, die bis zuletzt beibehalten wurden. Die höchste politische Rolle spielte es unter Rathenau. Er erreichte in den beiden Protokollen des Wiesbadener Abkommens vom 06. und 07.10.1921 immerhin erstmals eine deutsch-französische Übereinstimmung über einen Plan für deutsche Sachlieferungen (Wiederaufbaumaterial) an Frankreich; diese Lieferungen waren zeitlich und wertmäßig begrenzt, nicht mehr wie bisher ungemessen. Für eine zentralisierte Ausführung der deutschen Reparationsleistungen wurden zwei große Organisationen in Deutschland und Frankreich vorgesehen.</p>
                <p>Die tatsächliche Leitung des Reichsministeriums für Wiederaufbau lag von Anfang bis zum Ende im Wesentlichen in den Händen des einzigen Staatssekretärs Dr. Ing. E. h. Gustav Müller, dessen Verantwortung um so größer war, als das Ministerium meistens keinen Minister hatte.</p>
                <p>Nach dem Abbruch des passiven Widerstandes im Ruhrkampf (26.09.1923) und der Stabilisierung der deutschen Währung (20.11.1923) beschloss die Reparationskommission am 29.11.1923, zwei internationale Sachverständigenausschüsse einzusetzen, um künftig Reparationszahlungen auf neuer Basis zu regeln. Die Vorschläge des Reichsministeriums für Wiederaufbau zur Neuregelung der Bearbeitung der bisher von ihm wahrgenommenen Angelegenheiten sollten seine weitere Existenz sichern. Im Gegensatz dazu traten das Auswärtige Amt und das Reichsfinanzministerium für die Auflösung des Wiederaufbauministeriums ein. Schließlich lieferten die seit der Schaffung der Rentenmark eingeleiteten Sparmaßnahmen innerhalb der Reichsverwaltung die Begründung für die Auflösung des Ministeriums. Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 08.05.1924 (RGBl. I S. 443) wurde am 11.05.1924 das Ministerium, lange bevor der Dawes-Plan als Neuregelung des Reparationsproblems am 01.09.1924 wirksam wurde, aufgelöst.</p>
                <p>Die Angelegenheiten des Reichsministeriums für Wiederaufbau übernahm fast ausschließlich das Reichsfinanzministerium, in dessen nachgeordnetem Geschäftsbereich sich zuletzt noch von 1930 bis 1933 die Restverwaltung für Reichsaufgaben mit der Abwicklung der Reparations- und Kolonialangelegenheiten befassen musste.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1946-12-31">1936-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2383 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben den als &quot;Ministerbüro Speer&quot; zusammengefassten Unterlagen, v.a. Niederschriften zu Führerbesprechungen, fast alle großen kriegswirtschaftlichen Denkschriften Speers sowie Berichte über seine Reisen in die Frontgebiete von Sept. 1944 - Jan. 1945, Ministerreden und amtlicher Schriftwechsel Speers, geheime und vetrauliche Berichte des Ministeriums über Entwicklung, Produktion und Leistungen der Rüstungsindustrie seit 1940 und Unterlagen der Zentralen Planung und des Jägerstabs, enthält der Bestand Unterlagen v. a. folgender Ämter und Dienststellen des Geschäftsbereichs:</p>
                <p>- Amtsgruppe Information, Arbeitsgruppe Ausland</p>
                <p>- Zentralstelle Berichtswesen, Amtsgruppe Maschinelles Berichtswesen, v a. die Reichsbetriebskartei, Beschäftigtenmeldungen mit Industrieberichten, Unterlagen zur Reichswarennummerung</p>
                <p>- Planungsamt (errichtet 4. Sept. 1943)</p>
                <p>- Rohstoffamt (errichtet 29. Okt. 1943), dabei Unterlagen der Amtsgruppe Chemie und der Amtsgruppe</p>
                <p>Textilrohstoffe</p>
                <p>- Rüstungsamt (errichtet 7. Mai 1942, aufgelöst 15. Nov. 1944)</p>
                <p>- Technisches Amt (errichtet im April 1942), dabei Unterlagen der Amtsgruppe Maschinen, Motoren und</p>
                <p>Werkzeuge</p>
                <p>- Produktionsamt (errichtet 29. Okt. 1943)</p>
                <p>- Amt Bau (errichtet 29. Okt. 1943)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand R 3 &quot;Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion&quot; wurde aus mehreren Teilen gebildet, die zu unterschiedlichen Zeiten ins Bundesarchiv gelangt sind.</p>
                <p>- Nach der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 übergab Reichsminister Speer das während des Krieges vorsorglich in Nürnberg gebildete &quot;Zweigarchiv&quot; seines gesamten Geschäftsbereiches in unversehrtem Zustand den Alliierten. Nach Auswertung der Unterlagen in Vorbereitung des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof 1945/46 wurden diese wohl zum großen Teil in die USA gebracht. Die in Nürnberg zurückgebliebenen Akten und Sammlungen wurden von Archivrat Dr. Mommsen (damals im Staatsarchiv Nürnberg) 1950 vorläufig im Bayerischen Staatsarchiv Nürnberg sichergestellt und im Juni 1952 über das Stadtarchiv Aachen in das neu errichtete Bundesarchiv verbracht.</p>
                <p>- Ein zweiter wesentlicher Teil des Bestandes entstammt einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
                <p>- Weiteren Zuwachs erfuhr der Bestand 1958 im Rahmen einer Rückgabe deutschen Schriftguts aus Großbritannien. Bei den etwa 1948 in das englische Depot deutscher Akten nach Whaddon Hall verbrachten Unterlagen handelte es sich überwiegend um Schriftgut aus der persönlichen Verwaltungssphäre Albert Speers, die von diesem den Alliierten bei seiner Verhaftung in Flensburg ausgehändigt worden waren. Die Überlieferung wurde dem Bestand als Gruppe &quot;Ministerbüro Speer&quot; zugeordnet. Eine bedeutsame Ergänzung erfuhr diese Gruppe im Jahr 1969 durch die Abgabe von Schriftgut aus dem Besitz des ehemaligen Reichsministers Speer, dabei v. a. eine Abschrift der Chronik der Dienststellen des Amtsbereichs Speer 1941-1944.</p>
                <p>- Weitere Teile wurden dem Bestand im Rahmen von Aktenrückgaben aus dem Departmental Records Branch in Alexandria (USA) zwischen 1960 und 1965 und aus dem Imperial War Museum London 1972 und 1974 hinzugefügt. Bei den aus Alexandria zurückgeführten Akten handelte es sich offenbar um die für die Nürnberger Prozesse ausgewerteten und anschließend in die USA verbrachten Unterlagen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Für den Bestand existieren derzeit 4 Findbücher für Sachakten und 1 Findbuch für die Unterlagen der sogenannten Reichsbetriebskartei, die die einzelnen Ablieferungsteile widerspiegeln. Band 1 des Findbuchs, erstellt 1954, enthält dabei die 1952 aus Nürnberg direkt und die aus Minden ins Bundesarchiv gelangten Akten. Bei der Verzeichnung wurden die Endprovenienzen (Ämter und Dienststellen) innerhalb des Geschäftsbereichs Speer wiederhergestellt und die Überlieferung entsprechend klassifiziert. Der 1966 erstellte und 1969 überarbeitete Band 2 des Findbuchs enthält die Akten des Ministerbüros Speer aus Whaddon Hall, ergänzt durch die von Albert Speer direkt dem Bundesarchiv übergebenen Akten. Band 3 listet die US-Rückgaben von 1959-1965 auf und Band 4 die Abgaben des Imperial War Museum London. Auch in den Bänden 3 und 4 sind die Akten grob nach den Ämtern und Dienststellen des Geschäftsbereichs geordnet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtliche Druckschriften (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Mitteilungen für die Gefolgschaft des Reichsministeriums Speer, Hg.: Zentralamt, 1943-1944 [RD 76/2]</p>
                <p>Nachrichten des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion, 1942-1945 [RD 76/1]</p>
                <p>Vertrauliche Mitteilungen des Amtes Bau-OT, 1944-1945 [RD 81 a/2]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Janssen, Gregor: Das Ministerium Speer. Deutschlands Rüstung im Krieg, Berlin 1968</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition wurde durch Führererlass vom 17. März 1940 begründet (RGBl. I S. 513). Es war eines der jüngsten Reichsministerien. Seine Lebensdauer betrug bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945 nur wenig mehr als fünf Jahre. Zweck des neuen Ministeriums war die Zusammenfassung aller in der Waffenherstellung und Munitionserzeugung tätigen Stellen im Großdeutschen Reich und im Generalgouvernement zu höchster Leistung. Maßgebend bei der Gründung war wohl auch die Rücksicht auf die bevorstehenden Feldzüge gegen Nord- und Westeuropa, vor allem gegen Frankreich. Die Bindung des Ministeriums an die Kriegsaufgaben war so eng und nur auf das nächstliegende beschränkt, dass im weiteren Kriegsverlauf seine Abhängigkeit von der jeweiligen militärischen Lage des Reiches sich immer stärker und lebhafter äußerte und eines seiner wesentlichen Merkmale wurde. Die 1. Durchführungsverordnung vom 20. März 1940 (RGBl. I S. 514) umschrieb die Aufgaben des Reichsministeriums in großen Zügen. Reichsminister für Bewaffnung und Munition wurde Dr.-Ing. Fritz Todt (geb. 1891), Generalmajor der Luftwaffe, der seit 5. Juli 1933 Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen (RGBl. II 1933 S. 509, § 8, und I 1933 S. 1081. Oberste Reichsbehörde durch Erlass des Reichspräsidenten vom 30. Nov. 1933, RGBl. I S. 1057) und Chef der nach ihm benannten, 1933 für den Bau der Reichsautobahnen gebildeten Organisation Todt (OT) war.</p>
                <p>Todt gliederte das neue Reichsministerium in die beiden Geschäftsbereiche Bewaffnung und Munition (= eigentliches Ministerium) und Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen (einschließlich OT-Zentrale). Dagegen ließ er sein Amt als Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft, das seit Anfang 1939 als Vierjahresplanbehörde tätig war, außerhalb seines Ministeriums. Für die allgemeine Angelegenheiten aller seiner Ämter richtete Todt das Ministeramt und die Zentralabteilung ein.</p>
                <p>Die Stellung Todts und seiner Geschäftsbereiche wurde noch mehr gefestigt; als der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen durch Erlass vom 3. April 1941 (RGBl. I S. 192) die Befugnisse eines Reichsministers erhielt. Ein fünfter, besonders bedeutender Auftrag wurde Todt zuteil, als er durch Erlass vom 29. Juli 1941 (RGBl. I S. 467) in das neugeschaffene Amt des Generalinspektors für Wasser und Energie - Oberste Reichsbehörde - mit Stellung und Befugnissen eines Reichsministers berufen wurde.</p>
                <p>Nachfolger in allen Ämtern des am 8. Febr. 1942 tödlich verunglückten Reichsministers Todt wurde am 15. Febr. 1942 (RGBl. I S. 80) der Architekt Dipl.-Ing. Prof. Albert Speer (geb. 1905). Speer war seit 1933 mit Bauten der NSDAP, vor allem in Nürnberg, beauftragt und bekleidete nur einige Parteiämter für Architektur und Städtebau, bis er am 30. Jan. 1937 das für ihn neugebildete Amt des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin (RGBl. I S. 103) übernahm.</p>
                <p>Speer besaß außerordentliche organisatorische Fähigkeiten, die sich vor dem Kriege bei den großzügigen Bauvorhaben für die Nürnberger Parteibauten und die umfassende städtebauliche Neugestaltung Berlins ausgewirkt hatten. Sie fanden nunmehr ein neues Betätigungsfeld, das mit den ins Uferlose steigenden Erfordernissen der deutschen Kriegsführung einen immer gewaltigeren Umfang annahm. Von Anfang an scheute Speer nicht davor zurück, seinem Ministerium auch Arbeitsgebiete anderer Oberster Reichsbehörden einzugliedern oder gänzlich neue Organisationsformen zu schaffen, wenn er es für notwendig hielt. Kennzeichen seiner Tätigkeit war daher nicht nur das ständige Bestreben, die Kompetenzen seines gesamten Geschäftsbereichs zu erweitern, sondern auch ein fortgesetztes Um- und Neuorganisieren, das im letzten Kriegsjahr, aufs stärkste beeinflusst von den militärischen Rückschlägen an allen Fronten und fast völlig abhängig von dem verschärften Luftkrieg gegen das Reichsgebiet, immer hastiger vor sich ging. Die Tätigkeit des Ministeriums war eigentlich seit Mitte 1944 nur noch auf die Erfordernisse des Augenblicks und, soweit überhaupt noch möglich, auf deren Erfüllung eingestellt.</p>
                <p>Unter dem Druck der militärischen Lage beim Jahresbeginn 1942, nach dem Fehlschlag einer schnellen Niederwerfung Russlands im Winter 1941/42, sah Speer seine neue Aufgabe in der weitgehenden Steigerung der Kriegsproduktion. Die von Todt geschaffene Einrichtungen, die sich fast nur auf die Lenkung der Munitionsherstellung beschränkten, reichten dazu nicht aus. Die Aufgaben der gesamten Waffenherstellung konnte Speer aber nur dann verwirklichen, wenn ihm der Beauftragte für den Vierjahresplan und das Oberkommando der Wehrmacht die seither von ihnen selbst wahrgenommenen Angelegenheiten dieser Art überließen. Um dem Machtstreben des Beauftragten für den Vierjahresplan, Reichsmarschall Göring, nicht zu nahe zu treten, ließ sich Speer bereits am 1. März 1942 zum Generalbevollmächtigten für Rüstungsaufgaben innerhalb des Vierjahresplans bestellen (Nachr. Speer S. 50). Dazu setzte er die Bildung der Zentralen Planung beim Beauftragten für den Vierjahresplan am 22. April 1942 durch (Nachr. Speer S. 6). Mit diesen beiden Einrichtungen, die Speer von Anfang an nur als Dienststellen seines Ministeriums auffasste und entwickelte, hatte er gegenüber dem Vierjahresplan genügend freie Hand.</p>
                <p>Diesem ersten bedeutenden Einbruch in ein bisher festgefügtes Interessengebiet folgte unmittelbar ein zweiter, ebenso wichtiger. Speer erreichte mit dem Führererlass vom 7. Mai 1942 (Nachr. Speer S. 33), dass ihm das Oberkommando der Wehrmacht die bedeutendsten Teile des Wehrwirtschafts- und Rüstungsamtes mitsamt den nachgeordneten Rüstungsdienststellen (Rüstungs-Inspektionen und Rüstungs-Kommandos) für die Dauer des Krieges abtrat. Heer und Marine waren seitdem hinsichtlich ihrer Rüstungsaufgaben an die Weisungen Speers gebunden. Dagegen unterstand die Luftrüstung weiterhin dem Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, sie wurde erst durch Erlass vom 20. Juni 1944 Speer übertragen (Nachr. Speer S. 409, 410). Aus dem Wehrwirtschaftsamt wurde beim Reichsministerium für Bewaffnung und Munition am 7. Mai 1942 das neue Rüstungsamt geschaffen; die beim Oberkommando der Wehrmacht verbliebenen Restaufgaben des bisherigen Wehrwirtschaftsamts wurden dem dort gebildeten Feldwirtschaftsamt übertragen.</p>
                <p>Außerdem trat im April 1942 das Oberkommando des Heeres seine seit 1937 bestehende, nach dem Hollerithverfahren arbeitende Lochkartenstelle an Speer ab, der daraus eine besondere Amtsstelle Maschinelles Berichtswesen (MB) bildete. Mit der MB-Zentralstelle und ihren regional verteilten Außenstellen (MB-Bezirksstellen) schuf sich Speer alsbald ein Instrument, das allein imstande war, ihm die unerlässlichen Unterlagen für alle Planungsarbeiten unmittelbar, schnell und zuverlässig zu liefern.</p>
                <p>Um die kriegswichtige Fertigung fachlich im einzelnen genau zu lenken und zu überwachen, rief Speer bald nach Antritt seines Ministeramtes die neue Organisation der Selbstverantwortung in der Rüstungswirtschaft (ISV = Industrielle Selbstverantwortung) ins Leben. Den Begriff der Selbstverantwortung hatte schon Todt im März 1940 geprägt, aber die daraufhin eingerichteten Selbstverantwortungsstellen der Industrie (Nachr. Speer S. 31) waren bei dem Versuch, die Industrie einzuschalten, stehengeblieben. Speer ging auf diesem Weg erfolgreich weiter und beteiligte die gesamt Rüstungswirtschaft in einem dichten Netz von ehrenamtlich tätigen Ausschüssen und Ringen verantwortlich an der Planung und Durchführung der Beschaffung von Munition und Waffen. Die durch seinen Erlass vom 20. April 1942 gebildeten Ausschüsse (Haupt-, Sonder- und Arbeitsausschüsse für die kriegswichtige Fertigung) und Ringe (Haupt-, Sonder- und Arbeitsringe für die Zulieferung) fanden ihre zentrale Spitze im gleichzeitig neugebildeten Rüstungslieferungsamt des Reichsministeriums für Bewaffnung und Munition (Nachr. Speer S. 25).</p>
                <p>Nach diesen ersten bedeutenden Erweiterungen gliederte sich der gesamte Geschäftsbereich Speer im Mai 1942, noch angelehnt an die von Todt übernommene Einteilung, folgendermaßen:</p>
                <p>Der Reichsminister für Bewaffnung und Munition zugleich</p>
                <p>Generalbevollmächtigter für Rüstungsaufgaben im Vierjahresplan,</p>
                <p>Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen,</p>
                <p>Generalinspektor für Wasser und Energie,</p>
                <p>Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft im Vierjahresplan,</p>
                <p>verfügte über mehrere Zentralabteilungen (Recht und Organisation, Finanzen und Wirtschaft, Personal und Verwaltung, Kultur, Organisation Todt), die für alle Ämter Speer gleichzeitig zuständig waren.</p>
                <p>Außerdem gab es mit ihren jeweiligen besonderen Aufgaben und entsprechender Geschäftsverteilung die vier Geschäftsbereich:</p>
                <p>Reichsminister für Bewaffnung und Munition,</p>
                <p>Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen,</p>
                <p>Generalinspektor für Wasser und Energie,</p>
                <p>Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft</p>
                <p>Speer schloss also, anders als ein Vorgänger, den Geschäftsbereich &quot;Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft&quot; als Rüstungsangelegenheit seinem Ministerium an. Dagegen ließ er sein Amt als Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt zunächst noch außerhalb seiner Kriegsrüstungsaufgaben für sich bestehen; es wurde erst etwa Anfang 1944 dem Ministerium angeschlossen, und zwar dem Geschäftsbereich &quot;Generalbauinspektor für die Regelung der Bauwirtschaft&quot;, nachdem der Generalbauinspektor auch mit der Neugestaltung zahlreicher anderer Städte, insbesondere aber mit dem Wiederaufbau bombengeschädigter Städte beauftragt worden war (Führererlass vom 11. Okt. 1943 - RGBl. I S. 575).</p>
                <p>Der Geschäftsbereich &quot;Reichsminister für Bewaffnung und Munition&quot;, der hier hervorgehoben werden muss, war seinerseits in vier, sämtlich erst im März/April 1942 errichtete Ämter gegliedert: Zentralamt, Technisches Amt, Rüstungslieferungsamt, Rüstungsamt. Das Zentralamt stand also keineswegs etwa an der Spitze des ganzen Geschäftsbereichs Speer. Das Technische Amt war dazu berufen, die technischen Angelegenheiten der Waffenherstellung (Entwicklung neuer Waffen u.a.) wahrzunehmen.</p>
                <p>Den schon von Todt als beratendes Organ berufenen Rüstungsrat (Zentralausrüstungsrat) ließ Speer bestehen, ergänzte ihn aber schon bald durch einen Rüstungsstab. Ebenso übernahm er die vorhandenen Kommissionen (von Sachverständigen) für bestimmte Waffenfertigungsfragen, berief aber schon bald nach seinem Amtsantritt einige weitere. Sie wurden später durch eine größere Zahl von Arbeitsstäben für sachlich und zeitlich engumgrenzte Aufgaben ergänzt. Die Kommissionen und Arbeitsstäbe sind heute im einzelnen noch nicht restlos erkennbar.</p>
                <p>Ein sichtbares äußeres Zeichen des neuen Geistes, der mit Speer im Reichsministerium für Bewaffnung und Munition seinen Einzug hielt, war die Herausgabe der &quot;Nachrichten des Reichsministers für Bewaffnung und Munition&quot;. Sie erschienen anfangs als geheimes, ab Nr. 4 als vertrauliches und deshalb jetzt selten gewordenes Ministerialblatt (Nr. 1 - 28 vom 31. März 1942 bis 6. Sept. 1943), fortgesetzt als &quot;Nachrichten des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion&quot; (Nr. 29 - 55 vom 15. Sept. 1943 bis 13. März 1945; weitere Nummern z. Zt. nicht feststellbar).</p>
                <p>Die lückenlose fachliche Aufgliederung der Rüstungswirtschaft durch Ausschüsse und Ringe wurde noch 1942 ergänzt durch ein dichtes regionales Netz von Rüstungsdienststellen als Mittelinstanz im Reichsgebiet, in den angegliederten und besetzten Gebieten sowie in den mit dem Reich verbündeten Staaten. Rüstungsdienststellen waren alle Rüstungskommissionen, Rüstungsinspektionen, Wehrkreisbeauftragten, Rüstungsobmänner und Bezirksobmänner. Ihre Aufgaben wurden wiederholt geregelt (insbesondere durch Erlass des Beauftragten für den Vierjahresplan vom 17. Sept. 1942 - Nachr. Speer S. 127 - und die dazu ergangene 1. Durchführungsanordnung des Reichsministers für Bewaffnung und Munition vom 10. Okt. 1942 - Nachr. Speer S. 133 -, umfassend durch Erlass des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion vom 29. Okt. 1943 - Nachr. Speer, Beilage nach Nr. 31 -, ergänzt durch Erlass Speers vom 22. Juni 1944 - Nachr. Speer S. 412 -).</p>
                <p>Seine größte Machtfülle erreichte Speer durch den Führererlass vom 2. Sept. 1943 über die Konzentration der Kriegswirtschaft (RGBl. I S. 529). Die katastrophalen militärischen Niederlagen seit Beginn des Jahres 1943 und die dadurch eingetretenen ungeheuren Materialverluste verursachten abermals gesteigerte Anforderungen an die Rüstungswirtschaft. Die mit diesem Erlass vollzogene Umbenennung in &quot;Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion&quot; war in Wahrheit kein Zeichen kraftvoller Zusammenfassung, sondern Ausdruck der Not, die zur Zusammenlegung zwang, um dem drohenden Verhängnis, soweit wie überhaupt noch möglich, Einhalt zu gebieten. Hatte sich Speer schon im April 1942 mit den Selbstverantwortungsorganen der Ausschüsse und Ringe bedenklich dem Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministerium genähert, so nahm er sich jetzt daraus alles, was er für notwendig hielt. Da nahezu die gesamte Wirtschaft zugleich Kriegswirtschaft, fast die gesamte Produktion auch Kriegsproduktion war, so musste das Reichswirtschaftsministerium große Teile seiner bisherigen Aufgaben an das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion abtreten. Das Reichswirtschaftsministerium wurde geradezu ausgehöhlt und auf Handel und Gewerbe beschränkt.</p>
                <p>Die Aufgaben des Reichsministeriums Speer schwollen gleichzeitig so erheblich an, dass es völlig umgebaut, teilweise sogar neu organisiert werden musste. Speers Erlass vom 29. Okt. 1943 über die Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft regelte diese Angelegenheiten bis ins einzelne (Nachr. Speer, Beilage nach Nr. 31).</p>
                <p>Die gesamten Produktionsaufgaben wurden in sechs Hauptbereiche gegliedert, die dementsprechend von sechs z. T. neu gebildeten Ämtern des Reichsministeriums Speer beaufsichtigt wurden:</p>
                <p>Rohstoffamt (neu gebildet),</p>
                <p>Rüstungslieferungsamt,</p>
                <p>Produktionsamt für Verbrauchsgüter (neu gebildet),</p>
                <p>Technisches Amt für Rüstungsendfertigung,</p>
                <p>Amt Bau (neu gebildet),</p>
                <p>Amt Energie (neu gebildet).</p>
                <p>Speer übernahm gleichzeitig auch die Selbstverwaltungsorgane der gewerblichen Wirtschaft (Wirtschaftsgruppen der Reichsgruppe Industrie und deren Untergliederungen), die seit ihrer Errichtung 1934 zum Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministeriums gehörten, und bildete sie sofort zu Vollzugsorganen seines Ministeriums für die industrielle Produktion um. Die neuen Vollzugsorgane führten, ohne eigentlich neue Dienststellen zu bilden, unter Beibehaltung ihrer bisherigen Organisation und ihres Personals die Bezeichnung &quot;Produktionshauptausschuss&quot; für ihren jeweiligen Aufgabenbereich (= Wirtschaftsgruppe) und &quot;Produktionsausschuss&quot; (= Fachgruppe). Die Produktionshauptausschüsse wurden unmittelbar den zuständigen Ämtern des Ministeriums zugeordnet.</p>
                <p>Die der gesamten Produktion gemeinsamen Aufgaben wurden als Querschnittsaufgaben besonders eingeteilt und folgenden Ämtern des Ministeriums zugewiesen:</p>
                <p>Planungsamt (neu gebildet),</p>
                <p>Rüstungsamt,</p>
                <p>Technisches Amt,</p>
                <p>Rüstungslieferungsamt,</p>
                <p>Generalreferat Wirtschaft und Finanzen (aus der bisherigen Zentralabteilung Wirtschaft und Finanzen in erweiterter Form hervorgegangen),</p>
                <p>Zentralabteilung Kultur.</p>
                <p>Von größter Bedeutung unter diesen Dienststellen für Querschnittsaufgaben war das Planungsamt. Errichtet wurde es auf Speers Betreiben durch Erlass des Beauftragten für den Vierjahresplan vom 4. Sept. 1943 (Nachr. Speer S. 314) beim Generalbevollmächtigten für Rüstungsaufgaben, seine Aufgaben durch Erlass des Generalbevollmächtigten für Rüstungsaufgaben vom 16. Sept. 1943 (Nachr. Speer S. 323) näher bestimmt. Die Bildung dieses Amtes stellte den zu spät unternommenen Versuch dar, der gesamten kriegswirtschaftlichen Planung noch Herr zu werden und der Zentralen Planung eine Art ausführendes Organ zu geben. Speers Absichten hatten sich auf diesem Gebiet offensichtlich nur langsam entwickelt, vielleicht auch nur schwer durchsetzen lassen. Denn die Zentrale Planung war zwar bereits am 22. April 1942 (Nachr. Speer S. 6) gebildet worden, sie erhielt aber erst gemäß nichtveröffentlichtem Erlass vom 20. Okt. 1942 (erwähnt Nachr. Speer S. 324, Art. IV) ein eigenes Büro, dessen Aufgaben durch Erlass Speers vom 16. Sept. 1943 (Nachr. Speer S. 324, Art. IV) endlich dem Planungsamt übertragen wurden. Auch des Planungsamtes bediente sich Speer als einer Dienststelle seines Ministeriums, nicht als einer solchen des Vierjahresplanes.</p>
                <p>Die Bildung des Amtes Bau durch nichtveröffentlichten Erlass Speers vom 29. Okt. 1943 leitete eine weitere Entwicklung auf dem Gebiet des Rüstungsbauwesens ein. Zunächst gelang es Speer durch dieses neue Amt, sich als bisheriger Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft aus dem Abhängigkeitsverhältnis zum Beauftragten für den Vierjahresplan zu lösen, da er jetzt alle von diesem Auftrag herrührenden Aufgaben seinem eigenen Amt Bau übertrug. Die aus dem Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministeriums übernommenen Dienststellen &quot;Wirtschaftsgruppe Bauindustrie&quot; und &quot;Der Reichsbeauftragte für den Holzbau&quot; (berufen durch Verordnung vom 29. März 1943 - Reichsanz. Nr. 76 -) ergaben, zusammen mit den bisherigen Rüstungsbauaufgaben Speers, ein genügend großes Feld für dieses Amt des Ministeriums. Im Mai 1944 wurde schließlich die bisher noch für sich bestehende Organisation Todt (OT) auf das Reich übernommen und durch organisatorische Eingliederung in das Amt Bau völlig mit dem Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion verschmolzen (Erlass noch unbekannt. Erwähnt: Mitteilungsblatt der OT-Zentrale 1944, S. 339, und Aussage Speers in Nürnberg - in: Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg. Deutsche Ausg. Bd. 16, Nürnberg 1948, S. 518).</p>
                <p>Wie vordem Todt, so hatte auch Speer als Reichsminister und Chef der OT zur Wahrung dieser letzteren Aufgabe nur die OT-Zentrale in seinem Ministerium zur Verfügung. Speer wurde durch Erlass vom 2. Sept. 1943 (RGBl. I S. 530) als Chef der OT und der bei ihr eingesetzten Transporteinrichtungen bestätigt und gleichzeitig unmittelbar dem Führer unterstellt, die OT selbst zur &quot;Einrichtung zur Durchführung kriegsentscheidender Bauaufgaben aller Art&quot; erklärt. Diese Übernahme der gesamten OT in das Ministerium erweiterte Speers Stellung und Auftrag beträchtlich. Die OT hat ihre eigene, nach damaligem Zeitmaß lange Geschichte, die im einzelnen noch erforscht werden muss. Sie entstand bereits 1933 als Zusammenfassung der technischen und Bautruppe, die Todt als Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen zum Zweck der Planung und Durchführung des Baues der Reichsautobahnen aufgestellt hatte. Seit dem Baubeginn an militärischen Befestigungen der westlichen Reichsgrenze (&quot;Westwall) 1937/38 wurde die OT zunehmend für Wehrbauten herangezogen und fortlaufend vergrößert. Ihr Arbeitsgebiet wurde mit Kriegsbeginn räumlich und sachlich fast ins unübersehbar gesteigert. Als Speer 1942 Chef der OT wurde, traten zu den bisherigen technischen und Bau-Einheiten mehrere unabhängig davon entstandene Transporteinrichtungen, so das Transportkorps Speer und die Transportflotte Speer (beide ursprünglich wohl aufgestellt für Speers Aufgaben als Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt und im Rahmen der Nürnberger Parteibauten seit 1937), die NSKK-Transporteinheiten (aufgestellt 1940 für die besetzten westlichen und norwegischen Gebiete), sowie einige kleinere Transportformationen für Sonderzwecke.</p>
                <p>Auch die Entwicklung des Geschäftsbereichs &quot;Generalinspektor für Wasser und Energie&quot; war seit der Amtsübernahme durch Speer eng mit der Kriegs- und Kriegswirtschaftslage verknüpft und führte zu einer Aufspaltung seiner Aufgaben. Innerhalb des Geschäftsbereichs verblieben unverändert nur alle Angelegenheiten der Wasserwirtschaft und der Wasserstraßen. Dagegen sonderten sich die Fragen der Energiewirtschaft (Elektrizitäts- und Gasversorgung), die für die Kriegsproduktion von ausschlaggebendem Gewicht waren, ziemlich rasch als selbständig ab. Mit einfachen Sparmaßnahmen, die im August 1942 zur Errichtung der Energiestelle beim Rüstungslieferungsamt führten (Nachr. Speer S. 99), begann die Entwicklung, mit durchgreifenden organisatorischen Maßnahmen endete sie binnen Jahresfrist in der Bildung des Amtes Energie im Zug der Konzentration der gesamten Kriegswirtschaft (Nachr. Speer, Beilage nach Nr. 31). Doch blieben im September 1943 gewisse Besonderheiten der Energiewirtschaft auch hinsichtlich ihrer Verwaltung gewahrt. Die Energiestelle (für Sparmaßnahmen in einzelnen Betrieben) blieb deshalb weiterhin bestehen, ebenso die durch Speers Erlass vom 11. Dez. 1942 (Nachr. Speer S. 198) ins Leben getretene Dienststelle Energieplanung. Alle sonstigen Aufgaben betreute nunmehr das Amt Energie. Grundlegende Handhaben für dessen Tätigkeit boten bereits die Verordnung zur Sicherstellung der Elektrizitätsversorgung vom 3. Sept. 1939 (RGBl. I S. 1607) mit gleichzeitiger Bildung der Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler Elektrizität) und die Verordnung zur Sicherstellung der Gasversorgung vom 20. Sept. 1939 (RGBl. I S. 1856), die später die Errichtung des Reichslastverteilers Gas zur Folge hatte. Diese Grundlagen wurden durch den Führererlass vom 6. Aug. 1943 (RGBl. I S. 479) über Kriegsmaßnahmen in der Elektrizitätswirtschaft erheblich erweitert; Speer wurde ermächtigt, &quot;alle Maßnahmen zum kriegswirtschaftlich zweckmäßigsten Einsatz der Elektrizitätsbetriebe zu treffen&quot;. So vereinigte das neue Amt Energie alle Aufgaben der Lenkung und Führung der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft. Ihm gehörten die beiden Reichslastverteiler Elektrizität und Gas sowie der Sonderbeauftragte für die Energieeinsparung (berufen auf Grund der Verordnung über Einschränkung des Energieverbrauchs vom 22. Juni 1943 - RGBl. I S. 366 -) an, zugeordnet waren die Reichsgruppe Energiewirtschaft mit ihren beiden Wirtschaftsgruppen Energieversorgung und Gas- und Wasserversorgung.</p>
                <p>Eine besondere Gruppe im Gesamtbereich Speer bildeten die von ihm gegründeten und betreuten Gesellschaften. Deutsche Kriegsgesellschaften in der Form privatrechtlich organisierter, aber mit öffentlichen Mitteln ausgestatteter und im Reichsinteresse tätiger Unternehmen hatte es bereits im Ersten Weltkrieg gegeben. Der nationalsozialistische Staat griff darauf bereits 1937 zurück, als im Rahmen der Durchführung des Vierjahresplanes Reichsunternehmungen ins Leben gerufen wurden, unter ihnen als bedeutendste die Reichswerke AG für Berg- und Hüttenbetriebe Hermann Göring. Wiederum war der Vierjahresplan seit 1940 führend an der Bildung von Kriegsgesellschaften zur Ausbeutung der besetzten Ostgebiete beteiligt. Ihm folgte 1941 das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete mit einigen ähnlichen Unternehmen. Das Reichswirtschaftsministerium hingegen beschränkte sich auf mehrere Handelsgesellschaften. Auch die Speer-Gesellschaften, über die alle wesentlichen Aufschlüsse noch fehlen, blieben Handels- oder Holdingsgesellschaften, die ihrerseits Tochtergesellschaften für besondere Zwecke als Betriebsgesellschaften gründeten. Von ihnen konnten bisher folgende ermittelt werden:</p>
                <p>Unmittelbar dem Reichsministerium gehörig:</p>
                <p>Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH [= Montan-Industriewerke GmbH?], mit Beteiligungen</p>
                <p>Hanseatisches Kettenwerk GmbH</p>
                <p>Alkett Altmärkisches Kettenwerk GmbH,</p>
                <p>Spandauer Stahl-Industrie GmbH,</p>
                <p>Faserstoff- und Spinnerei-AG Fürstenberg,</p>
                <p>Feinmechanische Werke GmbH,</p>
                <p>Ostmarkwerke GmbH,</p>
                <p>Paltenstahlindustrie GmbH,</p>
                <p>Sprengstoffwerke Blumenau AG,</p>
                <p>Warschauer Vereinigte Maschinenfabriken AG,</p>
                <p>Monturon GmbH Briesen/Mark, Verwaltung Ludwigshafen/Rhein.</p>
                <p>Mittelbar dem Reichsministerium gehörig:</p>
                <p>Rüstungskontor GmbH, Berlin, mit Beteiligungen</p>
                <p>Deutsche Industrie-Werke AG,</p>
                <p>Düna-Werke Gerätebau GmbH,</p>
                <p>Mittelwerk GmbH</p>
                <p>Industriekontor GmbH, mit Beteiligungen</p>
                <p>Roges Rohstoff-Handelsgesellschaft mbH, Berlin,</p>
                <p>Betriebsmittel GmbH, Berlin,</p>
                <p>Erdölanlagen GmbH, Berlin,</p>
                <p>Esplanade-Hotel AG, Berlin,</p>
                <p>Ostdeutsche Maschinenbau GmbH,</p>
                <p>Festkraftstoff AG, Friesack (Mark),</p>
                <p>Generatorkraft AG, Berlin</p>
                <p>Famo Fahrzeug- und Motorenwerke AG, Breslau</p>
                <p>Forschungsgesellschaft für Formung GmbH,</p>
                <p>Metallwerk Spaichingen GmbH,</p>
                <p>Weingutbetriebe GmbH.</p>
                <p>Im Geschäftsbereich Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen:</p>
                <p>Reichsautobahn-Kraftstoff GmbH,</p>
                <p>Reichsautobahn-Raststätten GmbH.</p>
                <p>Im Geschäftsbereich Generalinspektor für Wasser und Energie:</p>
                <p>Saaletalsperre AG, Weimar</p>
                <p>Energieversorgung Oberschlesien AG,</p>
                <p>Energiebau Ost GmbH,</p>
                <p>Süddeutsche Ferngas AG,</p>
                <p>Ferngas Schlesien AG.</p>
                <p>Im Geschäftsbereich Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt:</p>
                <p>Steinbildhauerwerkstätten Arno Breker GmbH, Berlin,</p>
                <p>Bildteppichwerkstätten GmbH, Berlin.</p>
                <p>Unter den großen organisatorischen Maßnahmen des Spätjahrs 1943 innerhalb des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion war schließlich auch die Gründung einer eigenen Betriebskrankenkasse von Bedeutung. Im gesamten Geschäftsbereich Speer waren bei Jahresbeginn 1943 als Verwaltungspersonal rund 30.000 Personen beschäftigt, davon rund 7000 im eigentlichen Ministerium, rund 23.000 bei den sonstigen Dienststellen (ohne die Bediensteten und Arbeiter der OT-Gliederungen und der Speer-Gesellschaften). Spätere Nachweise fehlen, doch dürften sich bis Anfang 1944 diese Zahlen noch merklich erhöht haben. Das Reichsministerium Speer stand damit weitaus an der Spitze aller Obersten Reichsbehörden. Diese ungeheure personelle Ausweitung, zu der auch Tausende von krankenkassenpflichtigen Personen erforderlich waren, führte noch Ende 1943 zur Bildung der Betriebskrankenkasse Speer. Sie ging auf die Betriebskrankenkasse der Reichsverkehrsverwaltung zurück, die 1941 beim Übergang der Reichswasserstraßenverwaltung auf den Generalinspektor für Wasser und Energie (Erlass vom 29. Juli 1941 RGBl. I S. 467 -, Bek. vom 23. Sept. 1941 - Reichsmin.bl. S. 221 -) mitübernommen worden war. Vom 1. Dez. 1943 ab wurde sie durch Runderlass Speers vom 7. Dez. 1943 unter der Bezeichnung &quot;Betriebskrankenkasse für den Geschäftsbereich des Reichsministeriums Speer&quot; (BK Speer), Sitz Hamburg, Hauptgeschäftsstelle Posen (Sitz und Hauptgeschäftsstelle ab 1. Juni 1944 verlegt nach Weimar) zur gemeinsamen Krankenkasse des Reichsministeriums Speer bestimmt (Mitt. für die Gefolgschaftsmitglieder des Reichsministeriums Speer Nr. 23 S. 2, Nr. 26 S. 2). Zu ihr gehörten sämtliche Ministerialabteilungen sowie die nachgeordneten Behörden und Dienststellen des Reichsministeriums, des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, des Generalinspektors für Wasser und Energie und des Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft.</p>
                <p>Der Führererlass vom 2. Sept. 1943 wirkte sich bereits seit Anfang 1944 voll aus; dieser Stand konnte im ersten Halbjahr 1944 im wesentlichen eingehalten werden. Brachte die Übernahme der Luftrüstung seit dem 20. Juni 1944 äußerlich letztmals einen Zuwachs an Aufgaben, die geeignet waren, eine Lücke in der Kriegsproduktion zu schließen, so zeigten der am Tage zuvor vollzogene Führererlass über die Konzentration der Rüstung und Kriegsproduktion (Nachr. Speer S. 429) und Speers sieben Anordnungen dazu vom 20. - 22. Juli 1944 (Nachr. Speer S. 431), vom 11. Aug. 1944 (Nachr. Speer S. 458) und vom 7. Febr. 1945 (Nachr. Speer S. 567), dass der Gipfel in der Entwicklung des Reichsministeriums Speer bereits überschritten war. Die Konzentration schlug jetzt ins Gegenteil um und führte unter der katastrophalen Einwirkung des Rohstoffmangels, des Fehlens an Facharbeitskräften, des verschärften Luftkriegs und der Kette militärischer Niederlagen im Westen, Süden, Südosten und Osten zur Auflösung der organisch zusammenhängenden Kriegsproduktion in einzelne &quot;Schwerpunktfertigungen&quot;. Vielleicht glaubte Speer, mit einem System von Aushilfen (z. B. durch großangelegte Räumungsaktionen aus feindbedrohten Grenzgebieten, Betriebsverlagerungen aus luftgefährdeten Gebieten, Auftragsverlagerungen in gesicherte Gebiete außerhalb des Reichs, Steigerung der Heimarbeit, Aufhebung aller Dringlichkeitsregelungen für Fertigungen) sich den neuen eisernen Notwendigkeiten anpassen zu können, doch brachen die deutschen Stellungen in Westeuropa, Italien und auf dem Balken im August 1944 so rasch zusammen, dass es in dieser drohenden Sturmflut bald keinen Halt mehr gab.</p>
                <p>Alle Dienststellen waren seit September 1944 nur noch für Spar-, Hilfs- und Sofortmaßnahmen tätig, um die schlimmsten Schäden aller Art zu beheben. Die nächsten Schritte in diesem Auflösungsprozess führten schnell zur Verkleinerung des Ministeriums, vor allem durch Zusammenlegung einiger der wichtigsten Ämter, teils durch weitgehende Personalunion, teils durch völlige Verschmelzung. Das Planungsamt, das seine eigentlichen Aufgaben kaum noch erfüllen konnte, wurde personell mit dem Rohstoffamt zusammengelegt (etwa September 1944). Das Rüstungslieferungsamt wurde am 12. Nov. 1944 (Nachr. Speer S. 501) aufgelöst und seine Aufgaben auf mehrere andere Ämter verteilt, so dass sich deren gerade ein Jahr zuvor geregelte Kompetenzen zu verwischen begannen. Die dabei vom Technischen Amt übernommenen Angelegenheiten waren so beträchtlich, dass es durch Erlass vom 22. Dez. 1944 (Nachr. Speer S. 530) völlig neugeordnet werden musste. Das Rüstungsamt endlich ging durch Erlass vom 15. Nov. 1944 (Nachr. Speer S. 500) mit Wirkung vom 1. Jan. 1945 (Nachr. Speer S. 549) im Zentralamt auf. Diese Zusammenlegung hatte zur Folge, dass das Zentralamt erstmals wirklich zentrale Funktionen innerhalb des gesamten Geschäftsbereichs, die es bisher nicht ausgeübt hatte, zugewiesen bekam. Doch konnte sich diese späte Regelung nicht mehr auswirken. Das allgemeine Durcheinander, das sich auch auf die Mittel- und Unterinstanzen erstreckte und immer weitergehende Neuregelungen erforderlich machte, war im Januar 1945 bereits so groß, dass das formell restlos aufgelöste Rüstungslieferungsamt und das Rüstungsamt immer noch weiterbestanden, zumindest mit Teildienststellen außerhalb Berlins.</p>
                <p>Der Zerfallsprozess schritt indessen weiter. Als Speer seit Dezember 1944 Rüstungsbevollmächtigte in feindbedrohten Gebieten einzusetzen begann (zuerst für den Rüstungsbezirk Rhein-Ruhr in Düsseldorf, ferner seit Anfang 1945 für den Rüstungsbezirk Süd-West in Heidelberg, Süd-Ost in Prag, Nord-West in Hamburg usw.), zog er bereits den Schlussstrich unter die Existenz seines Ministeriums (Nachr. Speer S. 563). Es war nämlich beabsichtigt, dass diese Rüstungsbevollmächtigten im äußersten Notfall der Einschließung ihrer Gebiete oder des Verlustes von Berlin völlig auf sich gestellt die Rüstungswirtschaft so lange wie möglich aufrechterhalten sollten. Wirksam wurde dieser Plan nicht mehr. Im Wirbel der letzten militärischen Ereignisse seit Anfang März 1945 zerfiel rasch jeder Zusammenhalt, trotz der erstaunlichen Tatsache, dass einzelne Dienststellen bis in den Mai 1945 zäh ihre Arbeit fortsetzten, und dass sich hie und da neue Arbeitsstäbe bildeten, um dringende Maßnahmen einzuleiten.</p>
                <p>Speer selbst gehörte zu denjenigen Reichsministern, die mit ihren engsten Stäben Mitte April 1945 vor der drohenden Einschließung Berlins nach Norddeutschland auswichen und sich zunächst in Plön, dann in Flensburg um den Großadmiral Dönitz sammelten. Nach Hitlers Tod bildete Dönitz als Staatsoberhaupt des Reiches auftragsgemäß eine neue &quot;geschäftsführende Reichsregierung&quot;, die vom 5. bis 23. Mai 1945 tätig war. Dönitz ließ dabei die von Hitler festgelegte Ministerliste, in der Speer nicht genannt war, unberücksichtigt und berief nur Männer seines Vertrauens. Zu diesen gehörte Speer, der &quot;mit der Führung der Geschäfte des Reichswirtschafts- und Produktionsministers&quot; beauftragt wurde (Lüdde-Neurath, Regierung Dönitz. Göttingen 1951, S. 90). Diese letzte deutsche Reichsregierung endete mit ihrer Verhaftung durch britische Truppen am 23. Mai 1945 in Flensburg.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Der Beauftragte für die Verwaltung des Reichsvermögens im ehemaligen Geschäftsbereich Speer</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1964-12-31">(1941-) 1945-1954, 1964</unitdate>
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                  <extent>474 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben allgemeinen Abwicklungsangelegenheiten der Dienststelle und der Vorgängerdienststellen sind Unterlagen zur Abwicklung des Vermögens folgenden Dienststellen des Geschäftsbereichs Speer vorhanden: Amtskasse des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin und Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion, Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin, Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion und Beauftragter für den Vierjahresplan, Organisation Todt, Transporteinheiten Todt/Speer, Firmen und Gesellschaften, Generalinspektor für Wasser und Energie und Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Unterlagen wurden 1969 aus den vom Geheimen Staatsarchiv Berlin abgegebenen Unterlagen des Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin herausgelöst und als selbständiger Bestand aufgestellt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei der Bearbeitung in den 70er Jahren wurden lediglich unbedeutende Einzelfälle kassiert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zur Erfassung und Verwaltung von Reichsvermögen, hier insb. aus dem Geschäftsbereich des Reichsministeriums Speer in Berlin und Umgebung entstanden schon kurz nach dem Zusammenbruch im Mai 1945 in Berlin zahlreiche Abwicklungs- und Erfassungsstellen, teils gebildet aus Eigeninitiativen ehemaliger Bediensteter, teils auf Anordnung des Magistrats von Berlin im Einvernehmen mit der Militärregierung (z. B.: &quot;Beauftragter der Stadt Berlin für die Erfassung von Vermögenswerten des früheren Generalinspektors für Wasser, Energie und Straßenwesen&quot;, &quot;Erfassungsstelle des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen&quot;, &quot;Abwicklungsstelle des Generalinspektors&quot;, Abwicklungsstellen für die Wehrmacht, die Organisation Todt usw.). Als Hauptabwicklungsstellen für Vermögen des RM Speer in Berlin sind hier zu nennen die &quot;Abwicklungsstelle des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion und des Beauftragten für den Vierjahresplan&quot; (Abwicklungsstelle RuK) und die &quot;Abwicklungsstelle des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin&quot; (Abwicklungsstelle GBI), die nicht Rechtsnachfolger der ehemaligen Dienststellen wurden, sondern lediglich deren Vermögen zu erfassen, zu verwalten und ggf. zu verwerten hatten sowie als Gutachter- und Auskunftsstellen fungieren sollten.</p>
                <p>Nach Übernahme der Abwicklungsstelle RuK durch die britische Militärregierung im Juni/Juli 1946 und Einsetzung des Wirtschaftsprüfers Dr. Heinz Maerten als Custodian wurde die Dienststelle umgewandelt in &quot;Der Beauftragte für die Verwaltung des Reichsvermögens im ehem. Geschäftsbereich Speer&quot;. Maerten wurde im Einvernehmen mit den anderen Militärregierungen zugleich Treuhänder für alle Sektoren von Groß-Berlin (für den sowjetischen Sektor bis zum 1. Sept. 1947) und war für die Abwicklung auch folgender Gesellschaften zuständig:</p>
                <p>Rüstungskontor GmbH</p>
                <p>Betriebsmittel GmbH</p>
                <p>Montan-Industriewerke GmbH</p>
                <p>Industriekontor GmbH</p>
                <p>Roges Rohstoffhandelsgesellschaft mbH</p>
                <p>In dieser neuen Dienststelle firmierten die einzelnen weiterbestehenden Erfassungsstellen (s. auch Erfassungsstelle des GBI) praktisch als Organisationseinheiten des &quot;Beauftragten für die Verwaltung des Reichsvermögens im ehem. Geschäftsbereich Speer&quot;. Die Treuhänderschaft wurde durch Verfügung der &quot;Property Control&quot; vom 19. April 1947 auf das gesamte britische Besatzungsgebiet erweitert.</p>
                <p>In den anderen Besatzungszonen entstanden für die Erfassung, Verwaltung und Abwicklung von Reichsvermögen eigene Dienststellen, so z. B. in Bayern (amerikanische Zone) das &quot;Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung&quot;, das jedoch mit dem &quot;Beauftragten&quot; enge Zusammenarbeit zur &quot;bestmöglichen Abwicklung des Speer-Vermögens&quot; vereinbart hatte.</p>
                <p>Folgende Aufgaben wurden dem &quot;Beauftragten&quot; entzogen:</p>
                <p>1.) Durch Verfügung der Property Control Sec. H. Q Hansestadt Hamburg vom 12. Juli 1947 wurde die Verwaltung der Geldmittel und Lager der OT in der britischen Zone dem Oberfinanzpräsidium Hamburg übertragen (das in Berlin vorhandene Vermögen der OT wurde seit Dezember 1945 von der Abwicklungsstelle für Wehrmachtsgrundstücke beim Finanzamt für Liegenschaften verwaltet).</p>
                <p>2.) Seit dem 15. März 1948 wurden die Reichsautobahnen in der britischen Zone von dem General-Custodian Dipl. Ing. Usinger in Bielefeld verwaltet, dazu kam</p>
                <p>3.) ab 25. Nov. 1948 die Abwicklung der Werksteinbestände in der britischen Zone.</p>
                <p>Die Abwicklungsstelle des &quot;Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin&quot; (GBI) wurde im Juni 1945 im Auftrag des Magistrats der Stadt Berlin - Amt für Liegenschaften - gebildet. Leiter wurde Oberbürgermeister a.D. Dr. Neikes, der bereits vorher beim GBI tätig war. Treuhänder der amerikanischen Militärregierung war der Leiter des Amtes für Liegenschaften, Rabethge, der zuständig für alle Liegenschaften des ehem. GBI im amerikanischen Sektor von Berlin war (Verf. vom 17. Aug. 1945) und dessen Treuhänderschaft dann auch auf den britischen und französischen Sektor ausgedehnt wurde.</p>
                <p>Aufgabe der Abwicklungsstelle war es, das Vermögen des GBI in Berlin zu erfassen und zu verwalten, worunter vor allem die für Zwecke des Luftschutzes in privaten und öffentlichen Luftschutzräumen eingebauten und die noch auf Lagerplätzen vorhandenen Materialien sowie sämtliche Vermögenswerte zu verstehen waren, ferner die Feststellung aller nach der Kapitulation von unberechtigter Seite entfernten Materialien und Gegenstände des GBI. Am 19. Nov. 1945 wurde die Abwicklungsstelle des GBI von der &quot;Zentralen Finanzverwaltung für das russische Besatzungsgebiet&quot; bevollmächtigt, das Vermögen des GBI auch im russischen Sektor und Besatzungsgebiet zu erfassen und zu verwalten. Diese Aufgabe wurde am 1. Sept. 1947 von der &quot;Deutschen Treuhandstelle zur Verwaltung des requestrierten und beschlagnahmten Vermögens im sowjetischen Besetzungssektor der Stadt Berlin&quot; übernommen bzw. von der Kommunalverwaltung der Provinz Brandenburg.</p>
                <p>Zur Erfüllung dieser Aufgaben wurden in den einzelnen Verwaltungsbezirken selbständige Architekten beauftragt, von denen die Mehrzahl vorher beim GBI beschäftigt und mit den Verhältnissen in den einzelnen Gebieten vertraut war. Mit der Gesamtleitung wurde der Architekt Bartlewski beauftragt, der - neben seiner Zuständigkeit für die Bezirke Mitte und Prenzlauer Berg - besoldeter Angestellter der Abwicklungsstelle war.</p>
                <p>Mitte 1947 sollen die Arbeiten der Abwicklungs-, später Erfassungsstelle zu 90 % durchgeführt gewesen sein außer der Feststellung des Wertes der unberechtigt entfernten Materialien, welche als öffentliches Vermögen den betreffenden Stellen in Rechnung zu stellen waren bzw. worüber Verhandlungen geführt wurden.</p>
                <p>Für die Verwaltung der Barackenlager wurde etwa im Sept. 1945 in der Abwicklungsstelle eine &quot;Zentralstelle für Barackenlager&quot; gebildet. Anfang 1946 jedoch ging auf Anordnung der Besatzungsbehörden die Verwaltung der in dem britischen und amerikanischen Sektor gelegenen Baracken an das Finanzamt für Liegenschaften über, die Verwaltung für die im sowjetischen und französischen Sektor gelegenen Baracken an den Magistrat der Stadt Berlin.</p>
                <p>Am 1. April 1946 wurde die Abwicklungsstelle (nach Ausscheiden von Dr. Neikes&quot; umbenannt in &quot;Erfassungsstelle für Vermögenswerte des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt&quot; und im Rahmen der Dienststellen des &quot;Beauftragten für die Verwaltung des Reichsvermögens in dem Geschäftsbereich Speer&quot; unter britischer Custodianship weitergeführt.</p>
                <p>Durch Verfügung des Senators für Finanzen vom 1. Apr. 1951 wurde die Dienststelle des &quot;Beauftragten&quot; aufgelöst. Die restlichen Arbeiten wurden von zwei Angestellten in &quot;arbeitsrechtlicher Zusammenfassung mit der Rüstungskontor GmbH i.L.&quot; fortgeführt mit Ausnahme des Arbeitsgebietes der &quot;Erfassungsstelle GBI&quot;, das dem Landesfinanzamt Berlin - Sondervermögen - eingegliedert wurde.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3601</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 14 (Koblenz)</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1902-01-01/1945-12-31">1902-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4541 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung des Bestandes ist äußerst bruchstückhaft. Nach dem Geschäftsverteilungsplan des RMEL von 1942, der der Bestandsgliederung zugunde liegt, ist Schriftgut der Abteilung V Zoll- und Handelspolitik nur minimal und der Abteilung IX Dorfaufrüstung, Bergland, Umlegung nicht vorhanden. Dokumentiert wird besonders die Tätigkeit der Abt. I Allgemeine Verwaltungs-, Personal-, Haushalts- und Rechtsangelegenheiten, Abt. II Erzeugungs- und Ernährungspolitik, hier v.a. die Ernährungssicherung während und nach dem I. Weltkrieg, sowie der Abt. III Reichsgestütverwaltung. An größeren Aktengruppen sind zu nennen die Unterlagen der allgemeinen Verwaltung und die der Versuchs- und Forschungsanstalten, der Kriegsschädenregelung sowie der Domänenverwaltung, besonders in den eingegliederten Ostgebieten. Vor allem aber ist in diesem Zusammenhang auf die Akten zur Enteignung des jüdischen landwirtschaftlichen Grundbesitzes hinzuweisen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der größte Teil der bis 1944 an das Reichsarchiv abgegebenen Akten des RMEL (ca. 2500 Aktenbände) ist bei dem Bombenangriff auf Potsdam im April 1945 vernichtet worden. Das gleiche Schicksal traf den allergrößten Teil der Akten des RMEL, die sich in den Berliner Dienstgebäuden in der Wilhelmstraße und Behrenstraße befunden haben. Davon verschont blieben in erster Linie diejenigen laufenden Akten, die im Zusammenhang mit der Evakuierung verschiedener Abteilungen des RMEL und der Reichsnährstandsverwaltung in den letzten Kriegsmonaten nach und in die Umgebung von Landsberg/Warthe gelangt waren. Eine weitere Verlegung in das Waldgebiet von Müncheberg/Seelow in der Nähe von Küstrin war geplant, ist aber nicht mehr zustande gekommen.</p>
                <p>Bei der Zusammenlegung mit dem RMEL war bereits ein großer Aktenbestand des Preußischen Landwirtschaftsministeriums an das damalige Preußische Geheime Staatsarchiv abgegeben worden. Seit 1990 befinden sich diese, zwischenzeitlich vom Zentralen Staatsarchiv der DDR, Abteilung Merseburg verwahrten Akten, wieder im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin.</p>
                <p>Die nach Kriegsende von der amerikanischen Besatzungsmacht sichergestellten Aktenreste des RMEL wurden zunächst gemeinsam mit anderen Beständen der Gruppe Ernährung und Landwirtschaft im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau gesammelt und listenmäßig erfasst. Der größte Teil dieser Akten ist Anfang 1946 mit der Verlegung des MCC nach Berlin gebracht und einige Jahre später vom dortigen Document Center übernommen worden, während ein kleinerer Teil in das Document Center in Darmstadt gelangt zu sein scheint.</p>
                <p>Von den vom Geheimen Staatarchiv in Berlin abgegebenen Akten zur Enteignung jüdischen landwirtschaftlichen Grundbesitzes abgesehen, sind die meisten Bände der ehemals in Koblenz als Bestand R 14 verwahrten Überlieferung über das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sukzessive seit 1953 ins Bundesarchiv Koblenz gekommen. Dagegen enthielten die späteren Aktenabgaben aus Amerika und England nur ganz vereinzelte Stücke des ehemaligen RMEL.</p>
                <p>Es muss hier festgestellt werden, dass von den in Hessisch-Lichtenau erfassten Akten leider nicht mehr als die Hälfte schließlich den Weg ins Bundesarchiv gefunden haben. Die übrigen Akten wird man heute als vermisst betrachten müssen.</p>
                <p>Die bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv in Potsdam als Bestand 36.01 befindliche Überlieferung stammt aus Aktenübergaben des Ministeriums für Land- und Forstwirtschaft der DDR, der Staatsarchive Potsdam und Magdeburg sowie aus Aktenrückgaben aus der UdSSR.</p>
                <p>1990 wurden beide Überlieferungsteile als Bestand R 3601 zusammengefasst.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Ordnung des Bestandes erfolgt weitgehend nach dem Geschäftsverteilungsplan vom Sommer 1942, d.h. die einzelnen Abteilungen bilden die Hauptgruppen der Klassifikation. Untergruppen wurden weitgehend in Anlehnung an die Hauptaufgabengebiete der Abteilungen gebildet. Wenn notwendig wurden Modifizierungen vorgenommen. Innerhalb der einzelnen Klassifikationsgruppen erfolgte die Reihung soweit sinnvoll und erkennbar nach den vorhandenen Aktenzeichen.</p>
                <p>Bedingt durch den bruchstückhaften Charakter der Überlieferung fehlen bei bereits in der Registratur des Ministeriums angelegten Bandfolgen häufig einzelne Bände. Der besseren Übersichtlichkeit wegen wurde auf entsprechende Hinweise bei den einzelnen Bandfolgetiteln verzichtet. Vermerkt wurde lediglich, wenn Bandfolgen oder Serien erst im Archiv gebildet wurden.</p>
                <p>In Anbetracht der rudimentären Überlieferung wurden Kassationen, von Doppelstücken abgesehen, weitgehendst vermieden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungen zur Einführung der Kriegsernährungswirtschaft, 1939 [RD 82/17]</p>
                <p>Wegweiser durch die Erlasse und Anordnungen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft über die Lebensmittelbewirtschaftung, 1943 [RD 82/18]</p>
                <p>Reichsministerialblatt der landwirtschaftlichen Verwaltung, hg. vom RMEL,1936-1945 [RD 82/14</p>
                <p>Die Meliorationen in den Jahren 1933-1936, hr. vom RMEL, 1936-1945 [RD 82/14]</p>
                <p>Die Erzeugungsschlacht im Kriege, hr. vom RMEL, 1940 [RD 82/23]</p>
                <p>Das Bezugsscheinwesen der Ernährungswirtschaft. Erlass des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 20. Juni 1940 nebst Einleitung und Erläuterung [RD 82/29]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Lenz, Wilhelm: Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Bestand R 14) (Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 14), Koblenz 1978</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Entstehung und Entwicklung des Ministeriums, Kompetenzen:</p>
                <p>Angelegenheiten der Ernährung und Landwirtschaft gehörten vor 1914 überwiegend zur verwaltungsmäßigen Zuständigkeit der Bundesstaaten. Soweit das Reich beteiligt war, wurden die entsprechenden Aufgaben vom Reichsamt des Innern wahrgenommen. Der Erste Weltkrieg brachte hier eine entscheidende Wende; je länger der Krieg dauerte, umso dringlicher mussten zwangswirtschaftliche Maßnahmen hinsichtlich der Ernährungssicherung ergriffen werden. Als erster Schritt in dieser Richtung ist die am 25. November 1914 errichtete Kriegsgetreidegesellschaft anzusehen. Diese Gesellschaft wurde zusammen mit der nur wenig später gegründeten Behörde des Reichskommissars für die Brotbewirtschaftung und der für die Mehlbelieferung zuständigen Reichsverteilungsstelle am 28.6.1915 zur Reichsgetreidestelle vereinigt. Für die Bewirtschaftung und Verteilung anderer Produkte entstand im Laufe der folgenden Monate eine Vielzahl weiterer Reichsstellen, zu deren gemeinsamer Aufsicht am 29.5.1916 das Kriegsernährungsamt ins Leben gerufen wurde. Damit war zum ersten Mal eine Zentralinstanz für die einheitliche Regelung der Kriegsernährungswirtschaft im Reich geschaffen worden.</p>
                <p>Da nach Kriegsende die allgemeine Notlage eine vorläufige Fortführung der zwangswirtschaftlichen Maßnahmen auf dem Ernährungssektor erforderlich machte, wurde die Einrichtung beibehalten und am 19.11.1918 in Reichsernährungsamt umbenannt. Hierbei handelt es sich um die unmittelbare Vorgängerbehörde des Reichsernährungsministeriums, das durch Erlass über die &quot;Errichtung und Bezeichnung der obersten Reichsbehörden&quot; vom 21.3.1919 begründet wurde.</p>
                <p>Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Gemeinwirtschaft hatte man vorübergehend vom 15.9.1919 bis zum 30.3.1920 das Ernährungsministerium mit dem Wirtschaftsministerium vereinigt. Nach seiner erneuten Verselbständigung erhielt es dann die Bezeichnung &quot;Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft&quot;.</p>
                <p>Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde die Ernährungswirtschaft schrittweise einer staatlich gelenkten Marktregulierung unterworfen. Die Reichsnährstandsverwaltung, die auf Grund der durch Gesetz vom 13.9.1933 erfolgten Gleichschaltung bzw. Auflösung der bisherigen Berufsvertretungen und Selbstverwaltungskörperschaften entstand, gehörte nicht nur zum Aufsichtsbereich des RMEL, sonder war gleichzeitig mit dem Ministerium an der Spitze durch Personalunion verbunden. Analog zu anderen obersten Reichsbehörden wurde am 1.1.1935 das RMEL mit dem Preußischen Landwirtschaftsministerium zusammengelegt und nannte sich bis zur Einverleibung Österreichs 1938 &quot;Reichs- und Preußisches Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft&quot;.</p>
                <p>Eine neue und damit konkurrierende Zuständigkeit für die Ernährungswirtschaft entstand durch die Verkündung des Vierjahresplanes 1936. Eine organisatorische Verbundenheit mit dem RMEL wurde insofern hergestellt, als einer der beiden Staatssekretäre die Leitung der Geschäftsgruppe Ernährung im Vierjahresplan übernahm. Infolge Personalmangels kam es während des Zweiten Weltkrieges zur Eingliederung der Reichsnährstandsverwaltung in das RMEL.</p>
                <p>Bei der Begründung des RMEL 1920 erstreckte sich seine Zuständigkeit auf Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Forst- und Holzwirtschaft sowie Fischerei. Das Ministerium behielt diese Kompetenzen mehr oder weniger unverändert über ein Jahrzehnt. Mit Wirkung vom 5.7.1932 wurde dem RMEL vom Reichsarbeitsministerium zusätzlich das Aufgabengebiet &quot;Landwirtschaftliches Siedlungswesen&quot; übertragen. Auf der anderen Seite musste es an das neu errichtete Reichsforstamt am 12.7.1934 bzw. 12.7.1935 die Kompetenzen der Forstwirtschaft und des Jagdwesens resp. der Holzwirtschaft und des Wildbrethandels abgeben.</p>
                <p>Nachdem mehrere Versuche des RMEL, die Zuständigkeit für das Veterinärwesen vom Reichsministerium des Innern zu übernehmen, fehlgeschlagen waren, wurde vielmehr das Preußische Veterinärwesen, das zur Kompetenz des Preußischen Landwirtschaftsministeriums gehört hatte, nach dessen Zusammenlegung mit dem RMEL schließlich durch Erlass vom 11.3.1935 ebenfalls dem Innenministerium zugeschlagen. Bereits vor der Zusammenlegung war vom Preußischen Landwirtschaftsministerium durch Gesetz vom 29.6.1934 die Zuständigkeit für das landwirtschaftliche Berufs- und Fachschulwesen auf das neu geschaffene Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung übertragen worden.</p>
                <p>Die Kompetenz der Wasserwirtschaft, die das RMEL bei der Vereinigung mit dem Preußischen Landwirtschaftsministerium übernommen hatte, verlor es wieder durch Erlass vom 29.7.1941 an den neu eingesetzten Generalinspektor für Wasser und Energie.</p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3701</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 44 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">37.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsforstamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1911-01-01/1945-12-31">1911-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1521 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der größte Teil der ursprünglich vorhandenen Akten ist 1943 kriegsbedingt vernichtet worden. So fehlen Unterlagen zu Rechtsangelegenheiten, Natur- und Vogelschutz und Verwaltung des Forstbesitzes völlig. Auch die übrigen Arbeitsgebiete sind jeweils nur mit wenigen Akten belegt. Schwerpunkt der Überlieferung liegt in den Jahren 1941-1945.</p>
                <p>Nennenswerte Überlieferung ist zu folgenden Sachbetreffen vorhanden:</p>
                <p>Forstliche Hochschulen, Eberswalde und Hann. Münden 1935-1939,</p>
                <p>Personalangelegenheiten im weitesten Sinn, dabei: Beamtengesetz und Reichsdienststrafordnung 1941-1945, Versorgung 1941-1945, Fürsorge und Stiftungen, Orden und Ehrenzeichen 1944, Personalnachweis und -statistik 1941-1944, Beamte und Angestellte 1941-1945, Forstschutzkorps 1941-1945.</p>
                <p>Allgemeine Forstwirtschaft, dabei: Gesetzgebung 1935-1942, Forststatistik 1941, Forstwesen des Auslandes 1942-1945, Forstliche Verbindung mit dem Ausland 1941-1944, Forstattachés 1941-1944, Reichsinstitut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft 1941-1945, Internationale Forstzentrale 1941-1945, Forschungsfragen.</p>
                <p>Haushaltsangelegenheiten, Ordnungsstrafverfahren 1940-1944, Devisengesetzgebung 1942-1945</p>
                <p>Allgemeines zur Holwbewirtschaftung und Jagdwesen, dabei: Jagdgesetzgebung 1941-1942, Jagdpacht und -erlaubnis 1941-1945, Jagdeinschränkungen 1941-1944, Wild- und Jagdschaden 1941-1945, Jagdschutz 1941-1945, Jagdscheine 1940, 1943-1944, Bewirtschaftung der Wildbestände 1938-1945, Wildkrankheiten 1941-1944, Schießwesen, Wildpflege 1940-1942, Jagdliches Schrifttum und Bildwesen 1941-1945, Aufsicht über die Deutsche Jägerschaft 1942-1944 Bewirtschaftung der Wildbestände 1936-1941, Staatsjagdreviere 1941-1942</p>
                <p>Grundbesitz in einzelnen deutsche Regionen 1932-1945.</p>
                <p>Personalakten o.D. (621)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Beim alliieretn Fliegerangriff auf Berlin am 22./23. Nov. 1943, bei dem das Gebäude des Reichsforstamts am Leipziger Platz teilweise zerstört wurde, ging ein großer Teil der Überlieferung verloren. Die Schriftgutreste, die früher als Bestand 37.01 im Zentralen Staatsarchiv Potsdam verwahrten wurden, gelangten 1953 vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR bzw. 1966 von der Deutschen Staatsbibliothek ins ZStA. Die ins Bundesarchiv Koblenz gelangten, als Bestand R 44 verwahrten, wenigen Akten stammen fast ausschließlich aus dem Referat Grundbesitz.</p>
                <p>Beide Teilbestände wurden 1990 zum Bestand R 3701 zusammengeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Reichsministerialblatt der Forstverwaltung (RMBl. d.F.), zugleich Amtsblatt der Obersten Naturschutzbehörde, hg. vom Reichsforstamt und Preußischen Oberforstamt, Berlin 1937-1944</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Rubner, Heinrich: Deutsche Forstgeschichte 1933-1945: Forstwirtschaft, Jagd und Umwelt im NS-Staat. St. Katharinen 1985</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit Gesetz vom 3. Juli 1934 (RGBl. I S. 534) wurde das Reichsforstamt als oberste Reichsbehörde mit Göring als &quot;Reichsforstmeister&quot; - in Jagdsachen als &quot;Reichsjägermeister&quot; - gegründet. Mit Wirkung vom 1. März 1935 (RGBl. I S. 305) erfolgte die sachliche und räumliche Zusammlegung des Preußischen Landesforstamtes mit dem Reichsforstamt. Zu den Aufgaben des Reichsforstamts gehörten die Verwaltung bzw. Beaufsichtigung der staatlichen bzw. nichtstaatlichen Forsten (ab 1940), die Fortlichen Hochschulen (bis 1938), die Forst- und Holzwirtschaftspolitik, der Natur-, Vogel- und Pflanzenschutz, die Jagdgesetzgebung, Jagdverwaltung und Jagdpolizei.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3702</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbund Deutsche Jägerschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>44 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung besteht im Wesentlichen aus Personalbögen der Kreisjägermeister o.D., Unterlagen zu anerkannten Lehrherrn für Berufsjägerlehrlinge o.D., zu Berufsjägerlehrlingen sowie Anträgen auf Zulassung zur Berufsjägerprüfung 1927-1944.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Über den Zugang der Unterlagen ins Zentrale Staatsarchiv Potsdam liegen keine Informationen vor.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Jahrbuch der Deutschen Jägerschaft, hg. vom Reichsbund &quot;Deutsche Jägerschaft&quot;, Berlin 1936</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Unter Auflösung aller bestehenden Jagdvereine und -verbände wurde 1934 der Reichsbund Deutsche Jägerschaft (ursprünglich unter der Bezeichnung Landesverband der Preußischen Jäger) als Zwangsorganisation für ganz Deutschland gegeründet. Er hatte den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts und war der Aufsicht des Reichsjägermeisters unterstellt. Der Reichsbund umfasste alle Jagdscheininhaber und war neben der Ausbildung von Berufsjägern für die Hege des Wildes zuständig. Der &quot;Deutschen Jägerschaft&quot; angegliedert waren das Institut für Jagdkunde und die Deutsche Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen e.V. Der Reichsbund hatte eigene Gerichtsbarkeit (§ 57 RJagdges.).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4701</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 48 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">47.01(Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichspostministerium</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1811-01-01/1945-12-31">(1811-) 1867-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>28010 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_874503ad-3823-4a7f-a73b-a1abb5f23215"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Allgemeines: Verfassung und Gesetzgebung 1856-1944 (80), Beziehungen zu Institutionen und Organisationen 1868-1944 (43), Stellung und Lage des Post-, Telegraphen-, Fernsprech- und Funkwesens während innen- und außenpolitischer Ereignisse 1866-1945 (chronologisch, 468), Wirtschaftspolitik 1890-1945 (32). Einrichtung und Gliederung der Deutschen Reichspost: Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen in deutschen Ländern und dessen Überleitung auf das Reich 1848-1929 (87), Verwaltungsrat 1924-1937 (39), Regelung des Dienstbetriebes 1819-1945 (645), Einrichtung, Umwandlung und Aufhebung von Oberpostdirektionen und Ämtern 1850-1945 (121), Haushalt, Kassen- und Rechnungswesen (638), Öffentlichkeitsarbeit 1882-1944 (56), Veröffentlichungen, Statistik 1867-1945 (103). Personalangelegenheiten: Allgemeines 1859-1945 (112), Einstellung und Entlassung, Übernahme und Abgabe von Beamten1839-1945 (52), Besoldung und Vergütung 1842-1945 (142), Arbeitszeit und Urlaub 1847-1945 (80), Warte- und Ruhestands- sowie Hinterbliebenenangelegenheiten 1857-1944 (94), Laufbahn- und Beförderungsfragen, 1850-1944 (53), Organisations- und Rechtsfragen 1864-1945 (233), Aus- und Weiterbildung 1825-1944 (147), Gesundheits- und Sozialwesen, Versicherungen 1819-1945, (339), Dienstverhältnisse einzelner Personalgruppen (Beamte, Angestellte, Arbeiter, Frauen, Jugendliche) 1811-1945 (424), Disziplinarangelegenheiten 1842-1944 (208), Postpersonal in den Kolonien und im Ausland 1838-1945 (48), Personalakten ca. 1900-1944 (ca. 300). Postverkehr und -betrieb (Inland): Postordnungs- und -betriebsvorschriften 1798-1945 (461), Aufgabe, Zustellung und Abholung von Postsendungen 1821-1945 (170), Porto-, Gebühren- und Zollbestimmungen 1849-1945 (169), Postwertzeichen 1850-1945 (231), Postbeförderung (Bahnpost, Kraftpost, See- und Schiffspost, Luftpost) 1848-1945 (442), Postzeitungswesen 1864-1944 (89), Postscheckdienst und Postsparkassenwesen 1866-1944 (256), Mechanisierung, Vereinfachung des Postbetriebes 1864-1945 (31). Internationales Postwesen, Postverkehr mit dem Ausland und Postwesen in einzelnen Ländern: Allgemeines 1821-1945 (71), Weltpostverein und Vorläufer, internationale Postkongresse 1866-1945 (160), Weltpostverkehr und -betrieb 1869-1944 (349), Postverkehr mit und Postwesen in einzelnen Ländern (Erdteile und Länder A-Z) 1864-1944 (798), Postwesen in den deutschen Kolonien 1884-1944 (71), Deutsche Postanstalten im Ausland (China, Türkei und Marokko) 1869-1926 (74). Telegraphen- und Fernsprechwesen, Inland: Telegraphenwesen: Grundsatzregelungen 1855-1945 (966), Einrichtung und Dienstbetrieb der Telegraphenämter 1876-1945 (79), Telegraphenbau und -instandhaltung 1864-1945 (177), Apparate- und Übertragungstechnik 1868-1945 (83), Telegraphenleitungsnetz 1865-1944 (167), Telegrammverkehr, Rohrpostanlagen 1855-1945 (124), Sonderdienste (Wetter-, Flugsicherungsdienst u.a.) 1867-1945 (47), Hochfrequenzdrahtfunk 1934-1945 (93), Erfindungen, Versuche, Patente 1882-1945 (57); Fernsprechwesen: Grundsatzregelungen 1879-1945 (163), Einrichtung und Dienstbetrieb 1882-1945 (62), Fernsprechlinien und -technik 1878-1945 (140), Fernsprechanlagen für Behörden (Störungsnetze A-Z) 1933-1945 (88); Ausland: Internationales Telegraphenwesen (Konferenzen, Verträge, Gesellschaften) 1856-1945 (146), Telegraphenverkehr mit dem Ausland und Telegraphenwesen im Ausland: Allgemeines 1869-1945 (36), Telegraphische Verbindungen mit einzelnen Ländern (Erdteile und Länder A-Z) 1850-1945 (292), Fernsprechverbindungen mit einzelnen Ländern A-Z 1879-1945 (217). Funk und Fernsehen, Inland: Grundsatzregelungen 1900-1945 (121), Funkstationen und -ämter 1901-1945 (189), Funkdienste und Funknetze 1901-1945 (150), Funktechnik und -gerät 1899-1945 (55), Erfindungen, Versuche und Patente 1898-1945 (93), Funkgesellschaften (Transradio, Telefunken), Funkkommissionen und -ausschüsse 1902-1944 (81); Rundfunk: Aufbau, Gliederung und Empfangsverhältnisse 1919-1945 (212), Einzelne Rundfunksender A-Z 1923-1945 (76), Fernsehen 1935-1945 (25); Ausland: Allgemeines 1901-1944 (86), Funkverbindungen mit und Funkwesen in einzelnen Ländern A-Z 1902-1945 (178), Funkverbindungen mit den Kolonien 1902-1923 (48). Postbauwesen: Bauordnungen und -vorschriften 1834-1945 (106), Bauhaushalt 1861-1945 (58), Baustoffe und -materialien 1878-1944 (16), Wohnungs- und Siedlungswesen, 1867-1945 (132), Grundstücksverwaltung 1868-1944 (90), Neu-, Um- und Erweiterungsbauten an Postgebäuden bis 1928 (gegliedert nach OPDen und Postorten A - Z) 1867-1929 (ca. 5000), Neu-, Um- und Erweiterungsbauten an Postgebäuden ab 1928 (gegliedert wie bis 1928) 1929-1945 (417). Teil 2: 1845-1919 (1529): (noch ungeordnet, u.a.): Lohnstammkarten und Personalakten von Beschäftigten des RPM, Grundstücksakten, internationale Telegraphenverträge 1875-1949 (ca. 400), Weltpostverträge 1878-1940 (ca. 100), Behandlung von Wertbriefen und Wertkästchen 1845-1924 (48), Beschreibungen von Fernkabeln (34), An- und Umbauten an den Dienstgebäuden des RPM 1916-1945 (27), Übersichten über die Geschäftstätigkeit der Eichämter im Deutschen Reich (14), Unterlagen über den Schutz gegen Starkstromanlagen (12). Teil 3: 1912-1934 (5336): Abt. München des RPM (betrifft das bayerische Postgebiet; Laufzeit gilt im wesentlichen für alle Aktengruppen): Verwaltung und Personal (1167), Haushalt, Kassen- und Rechnungswesen, Geldverkehr (480). Postverkehr und Postbetrieb: Gesetzliche Bestimmungen (58), Postgebühren, Postordnungsvorschriften, Postzollordnung, (137), Postzeitungswesen, (30), Gebührenverrechnung und -ablösung, Dienstwertzeichen, (12), Postwertzeichen, Barfreimachung (39), Postbetriebsvorschriften, Bahnpostdienst, Postreklame (185), Postagenturen, Posthilfsstellen (39), Postfuhrwesen, Postfahrzeuge, Mechanisierung, (54), Kraftfahrwesen (792), Beförderungswesen, Luftpost (117), Weltpostvorschriften, Verkehr mit den angrenzenden Ländern (91), Bau und Unterhaltung der Telegraphen-, Fernsprech- und Funkanlagen (21), Postbauwesen (236), Telegraphen- und Fernsprechverkehr und betrieb (510); Funkverkehr und -betrieb (152), Allgemeine Angelegenheiten: Dienstanweisungen, Postdienststellen in Bayern, Jahresberichte und Statistik, Presse- und Rechtsangelegenheiten, Besichtigungen und Ausstellungen, Postgeschichte u.a. (384). Teil 4: 1920-1945 (145): Allgemeine Staatsangelegenheiten, Einrichtung und Gliederung der Deutschen Reichspost 1920-1945 (16), Postwesen 1927-1945 (7), Fernmeldewesen 1929-1945 (4), Fernsprechwesen 1941-1945 (4), Funkwesen 1923-1945 (5), Postbauwesen, Dienstausstattung 1934-1945 (10), Haushaltswesen 1933-1944 (4), Personalwesen (1902) 1920-1945 (59), Persönliche Korrespondenz des Reichspostministers Ohnesorge 1937-1943 (26).</p>
                <p>(Anm: in Bearbeitung)</p>
                <p>Weitere Überlieferungen</p>
                <p>Im Bundesarchiv enthalten eine ganze Reihe von Beständen Akten mit Bezug auf die Thematik, unter anderem R 2 Reichsfinanzministerium, R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, R 4702 Reichspostzentralamt,</p>
                <p>R 4703 Oberpostdirektionen des ehemaligen Deutschen Reiches, R 4704 Der Sonderbeauftragte der Deutschen Reichspost in Spanien, R 4705 Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost, R 907 Sammlung Geschäftsberichte, R 43 Reichskanzlei, R 4606 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, DM 3 Ministerium für Post- und Fernmeldewesen, B 257 Bundesministerium für Post- und Telekommunikation. Im Bundesarchiv-Militärarchiv enthalten die ärbiografische Sammlung MSG 1 und die Militärgeschichtliche Sammlung MSG 2 etwa 3.000 Feldpostbriefe.</p>
                <p>Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem befinden sich unter der Bestandsbezeichnung I. HA Rep. 103 Generalpostmeister bzw. Generalpostamt 77 laufende Meter Archivalien aus den Jahren 1646 bis 1867.</p>
                <p>Die Staatsarchive der Länder, regionale und kommunale Archiven verfügen über eine große Anzahl an Archivdokumenten zum Thema, vielfach sind Online-Recherchen und Aktenbestellungen über das Internet zur Vorbereitung von Archivbesuchen möglich.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Abkürzungsverzeichnis</p>
                <p>(von den in Akten und überlieferten Findmitteln ermittelten Abkürzungen konnten nicht alle aufgelöst werden)</p>
                <p>A (oder Auftr) Postauftrag</p>
                <p>a.d. [Ort] an der [Flussname]</p>
                <p>Aan Aachen</p>
                <p>AB Ausführungsbestimmungen</p>
                <p>AbrPÄ Abrechnungspostämter</p>
                <p>AbrPM Abrechnungspostamt</p>
                <p>Abs. Absatz</p>
                <p>Abschn. Abschnitt</p>
                <p>AbsPAnst Absatzpostanstalt</p>
                <p>Abt. Abteilung</p>
                <p>Abt.dir. Abteilungsdirektor</p>
                <p>AbtDir Abteilungsdirektor</p>
                <p>ADA Allgemeine Dienstanweisung</p>
                <p>AG Aktien-Gesellschaft</p>
                <p>Agsb Augsburg</p>
                <p>Alt Altona/Elbe</p>
                <p>Altm Altmark</p>
                <p>Amtsbl Amtsblatt</p>
                <p>AmtsG Amtsgehilfe</p>
                <p>Amtsh Amtshauptmannschaft</p>
                <p>Anh Anhalt</p>
                <p>Anh. Anhang</p>
                <p>Anl Anlage</p>
                <p>Anm. Anmerkung</p>
                <p>Art. Artikel</p>
                <p>AufgNr. Aufgabenummer</p>
                <p>Aufs.DA Aufsichtsdienstanweisung</p>
                <p>AuswPAnst Auswechslungspostanstalt</p>
                <p>Barm Barmen</p>
                <p>bayer. bayerisch</p>
                <p>Bbch Biberach</p>
                <p>Bd Bund</p>
                <p>Beil Beilage</p>
                <p>Bf Brief</p>
                <p>BGB Bürgerliches Gesetzbuch</p>
                <p>Bhf Bahnhof</p>
                <p>Bhf. Bahnhof</p>
                <p>Blf Bielefeld</p>
                <p>Bln Berlin</p>
                <p>Bmbg Bamberg</p>
                <p>BotM Botenmeister</p>
                <p>Bp Bahnpost</p>
                <p>BPA Bahnpostamt</p>
                <p>BPÄ Bahnpostämter</p>
                <p>Brb Brandenburg</p>
                <p>Brg Breisgau</p>
                <p>Brm Bremen</p>
                <p>Brsl Breslau</p>
                <p>Bswg Braunschweig</p>
                <p>Btl Beutel</p>
                <p>Btl m K Beutel mit Karte</p>
                <p>Btl o K Beutel ohne Karte</p>
                <p>BTr Bautrupp</p>
                <p>Btzn Bautzen</p>
                <p>BWKw oder BWKW Betriebswerkstatt für [Post-]Kraftwagen</p>
                <p>By Bayern</p>
                <p>Bz Bezirk</p>
                <p>Canst Cannstatt</p>
                <p>CCIT Internationaler Beratender Ausschuss für den Telegrafendienst</p>
                <p>CCIT: Comité Consultatif International Téléphonique [et Télégrafique])</p>
                <p>Chlb Charlottenburg</p>
                <p>Chnz Chemnitz</p>
                <p>CMI Gemischter Zwischenstaatlicher Ausschuss für Starkstromschutz der</p>
                <p>Fernsprechleitungen</p>
                <p>D dringend</p>
                <p>DA Dienstanweisung</p>
                <p>DB Ortsbatterie</p>
                <p>DBSt Drucksachenverteilungsstelle</p>
                <p>Dd Drucker</p>
                <p>DFKG Deutsche Fernkabel-Gesellschaft</p>
                <p>Dmst Darmstadt</p>
                <p>DM-Station Dezimeterwellenstation</p>
                <p>DN Ortsnetz</p>
                <p>DRP Deutsche Reichspost</p>
                <p>Dsdn Dresden</p>
                <p>Dssd Düsseldorf</p>
                <p>Dtmd Dortmund</p>
                <p>E Einschreiben, Einschreib-</p>
                <p>Ebf Einschreibbrief</p>
                <p>Ebg Elbing</p>
                <p>Eft Erfurt</p>
                <p>Egb Erzgebirge</p>
                <p>Eilb Eilbote</p>
                <p>Elbf Elberfeld</p>
                <p>Esn Essen</p>
                <p>F Festgespräch</p>
                <p>FA Fernmeldeamt oder Fernsprechamt</p>
                <p>FÄ Fernsprechämter</p>
                <p>FAZ</p>
                <p>FDSt. Fernsprechdienstelle(n)</p>
                <p>Ffm Frankfurt/Main</p>
                <p>Ffo Frankfurt/Oder</p>
                <p>FN Forderungsnachweis</p>
                <p>FO Fernsprechordnung</p>
                <p>fr freigemacht</p>
                <p>Frb Freiburg im Breisgau</p>
                <p>Fshfn Friedrichshafen</p>
                <p>F-Stangen Bezeichnung für Telegrafenmasten, die ihrer äußeren Form nach wie ein F</p>
                <p>aussehen</p>
                <p>Gbn Guben</p>
                <p>Gbz Gebührenzettel</p>
                <p>GG Giroguthaben</p>
                <p>Gmb Gumbinnen</p>
                <p>GÖ Gemeindliche öffentliche Sprechstelle</p>
                <p>GPK Generalpostkasse</p>
                <p>Gppng Göppingen</p>
                <p>Grlz Görlitz</p>
                <p>Gsln Geislingen</p>
                <p>GWKw</p>
                <p>Hal Halle (Saale)</p>
                <p>Hbhf. oder Hbf. Hauptbahnhof</p>
                <p>Hdh Heidenheim</p>
                <p>Hdlb Heidelberg</p>
                <p>Hess Hessen</p>
                <p>HG-Gefolgschaft</p>
                <p>Hgn Hagen/Westfalen</p>
                <p>HilfstInh Hilfstelleninhaber</p>
                <p>HJ Hitlerjugend</p>
                <p>Hlbr Heilbronn</p>
                <p>HMasch Hilfsmaschinist</p>
                <p>Hmb Hamburg</p>
                <p>Hnvr Hannover</p>
                <p>Hnvr Hannover</p>
                <p>Homages Hochfrequenz-Maschinen-Aktiengesellschaft für drahtlose Telegrafie</p>
                <p>HPKrf Hilfspostkraftwagenführer</p>
                <p>HPSch Hilfspostschaffner</p>
                <p>Hrb-Wsb Harburg-Wilhelmsburg</p>
                <p>HTA Haupttelegrafenamt</p>
                <p>HWKW</p>
                <p>Hzn Hohenzollern</p>
                <p>K Karte</p>
                <p>KAss Kanzleiassistent</p>
                <p>Kbg Königsberg/Preußen</p>
                <p>Kblz Koblenz</p>
                <p>Kchh Kirchheim</p>
                <p>KLGL-Sender</p>
                <p>Kln Köln</p>
                <p>Klrh Karlsruhe</p>
                <p>Kösl Köslin</p>
                <p>KPD Kommunistische Partei Deutschlands</p>
                <p>KPH Kraftposthalle</p>
                <p>KPW Kraftpostwerk</p>
                <p>KPW oder KPBW Kraftpostbetriebswerk</p>
                <p>Kr Kraftwagen</p>
                <p>Kr Kreis</p>
                <p>Krf Krefeld</p>
                <p>KrOBL Kraftfahr-Oberbetriebsleitung</p>
                <p>KS Kanzleisekretär</p>
                <p>KSchl Kartenschluss</p>
                <p>Kssl Kassel</p>
                <p>Kstz Konstanz</p>
                <p>KW oder Kw Kraftwagen</p>
                <p>KWH oder KWh Kraftwagenhalle</p>
                <p>KWi</p>
                <p>Laus Lausitz</p>
                <p>Lbd Lübeck</p>
                <p>LDetm Lippe-Detmold</p>
                <p>Ldsht Landshut</p>
                <p>Lgtz Liegnitz</p>
                <p>Lkp Landkraftpost</p>
                <p>LPA Leitpostamt</p>
                <p>LPÄ Leitpostämter</p>
                <p>Lsb Ludwigsburg</p>
                <p>Lzg Leipzig</p>
                <p>Masch Maschinist</p>
                <p>MaschIng Maschineningenieur</p>
                <p>MaschM Maschinenmeister</p>
                <p>MaschOIng Maschinenoberingenieur</p>
                <p>Mchn München</p>
                <p>Mecklb Mecklenburg</p>
                <p>Mein Meiningen</p>
                <p>Mfr Mittelfranken</p>
                <p>Mgd Magdeburg</p>
                <p>Mind Minden</p>
                <p>Mnh Mannheim</p>
                <p>Mnz Mainz</p>
                <p>Mob. Mobilmachung</p>
                <p>Mon Monat</p>
                <p>MSchw Mecklenburg-Schwerin</p>
                <p>MStr Mecklenburg-Strelitz</p>
                <p>Mstr Münster</p>
                <p>N Nachnahme</p>
                <p>nachm. nachmittags</p>
                <p>Nass Nassau</p>
                <p>Nbg Nürnberg</p>
                <p>Nby Niederbayern</p>
                <p>nfr nichtfreigemacht</p>
                <p>Nm Neumark</p>
                <p>Nr. Nummer</p>
                <p>NSDAP Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands</p>
                <p>Nst Neustadt</p>
                <p>Ö Öffentliche Sprechstelle</p>
                <p>OA. Oberamt</p>
                <p>OBotM Oberbotenmeister</p>
                <p>Oby Oberbayern</p>
                <p>ODd Oberdrucker</p>
                <p>Odw Odenwald</p>
                <p>Ofbh Offenbach</p>
                <p>Ofr Oberfranken</p>
                <p>Okt Oktober</p>
                <p>Oldb Oldenburg</p>
                <p>OMasch Obermaschinist</p>
                <p>OPBI Oberpostbauinspektor</p>
                <p>OPBR Oberpostbaurat</p>
                <p>OPBS Oberpostbausekretär</p>
                <p>OPD Oberpostdirektion</p>
                <p>OPDir Oberpostdirektor</p>
                <p>Opf Oberpfalz</p>
                <p>OPI Oberpostinspektor</p>
                <p>OPK Oberpostkasse</p>
                <p>OPKR Oberpostkassenrendant</p>
                <p>OPM Oberpostmeister</p>
                <p>Oppl Oppeln</p>
                <p>OPR Oberpostrat</p>
                <p>Opr Ostpreußen</p>
                <p>OPS Oberpostsekretär</p>
                <p>OPSch Oberpostschaffner</p>
                <p>OTI Obertelegrafeninspektor</p>
                <p>OTS Obertelegrafensekretär</p>
                <p>OWKw oder OWKW</p>
                <p>PA Postamt</p>
                <p>PÄ Postämter</p>
                <p>PAg Postagentur</p>
                <p>PAg m e B Postagentur mit einfacherem Betrieb</p>
                <p>PAgt Postagent</p>
                <p>PAmtm Postamtmann</p>
                <p>PAnst Postanstalt</p>
                <p>PAnw Postanweisung</p>
                <p>PAss Postassistent</p>
                <p>PAssess Postassessor</p>
                <p>PAw Postanwärter</p>
                <p>PAwn Postanwärterin</p>
                <p>PAZ</p>
                <p>Pb Postbote</p>
                <p>PBetrAss Postbetriebsassistent</p>
                <p>PBPr Postbaupraktikant</p>
                <p>PBR Postbaurat</p>
                <p>PBRef Postbaureferendar</p>
                <p>PBSup Postbausupernumerar</p>
                <p>PD Postdirektor</p>
                <p>PDG Postdienstgebäude</p>
                <p>Pdm Potsdam</p>
                <p>Pfzh Pforzheim</p>
                <p>PG Postgebäude</p>
                <p>PGn Postgehilfin</p>
                <p>Pgtz Prignitz</p>
                <p>PH Posthaus</p>
                <p>PHilfst Posthilfstelle</p>
                <p>PHilfstInh Posthilfstelleninhaber</p>
                <p>PI Postinspektor</p>
                <p>PKrf Postkraftwagenführer</p>
                <p>Pkt Paket</p>
                <p>Pktk Paketkarte</p>
                <p>PL Postlehrling</p>
                <p>PM Postmeister</p>
                <p>Pn Päckchen</p>
                <p>PO Postordnung</p>
                <p>Pomm Pommern</p>
                <p>Postil Postillion</p>
                <p>PPr Postpraktikant</p>
                <p>PProt Postprotest</p>
                <p>PR Postrat</p>
                <p>Pr Preußen</p>
                <p>Präs Präsident</p>
                <p>PRef Postreferendar</p>
                <p>PrÖ Öffentliche Sprechstelle bei Privaten</p>
                <p>Prov Provinz</p>
                <p>PS Postsekretär</p>
                <p>PSA Postsparkassenamt</p>
                <p>PSch Postschaffner</p>
                <p>PSchA Postscheckamt</p>
                <p>PSchÄ Postscheckämter</p>
                <p>PSchG Postscheckgesetz</p>
                <p>PSchO Postscheckordnung</p>
                <p>PSt Poststelle</p>
                <p>PStInh Poststelleninhaber</p>
                <p>PSup Postsupernumerar</p>
                <p>PW Postverwalter</p>
                <p>PZA Postzeitungsamt</p>
                <p>PZO Post-Zollordnung</p>
                <p>R Rückanmeldungsgespräch</p>
                <p>Rb Rechnungsbüro</p>
                <p>RBG Reichsbeamtengesetz</p>
                <p>RD Rechnungsdirektor</p>
                <p>RegBM Regierungsbaumeister</p>
                <p>RegMaschM Reservemaschinenmeister</p>
                <p>Rf Rundfunk</p>
                <p>Rf-Sender Rundfunksender</p>
                <p>RGBl Reichsgesetzblatt</p>
                <p>Rgbz Regierungsbezirk</p>
                <p>Rgsb Regensburg</p>
                <p>RL englisch: Radioletter (Funkbrief)</p>
                <p>Rl Rheinland</p>
                <p>RMdJ Reichsministerium der Justiz</p>
                <p>RP Reichspost</p>
                <p>RPD Reichspostdirektion</p>
                <p>Rpf Rheinpfalz</p>
                <p>RPM Reichspostministerium, auch: Reichspostminister</p>
                <p>Rprov Rheinprovinz</p>
                <p>RPZ Reichspostzentralamt</p>
                <p>RPZ (TRA) Reichspostzentralamt (Telegrafentechnisches Reichsamt)</p>
                <p>RSch Rückschein</p>
                <p>Rsgb Riesengebirge</p>
                <p>Rst Rostock</p>
                <p>R-Stangen Bezeichnung für Telegrafenmasten, die ihrer äußeren Form nach wie ein R aussehen</p>
                <p>Rtlng Reutlingen</p>
                <p>Rttw Rottweil</p>
                <p>RVO Reichsversicherungsordnung</p>
                <p>Rvsb Ravensburg</p>
                <p>S Sachsen</p>
                <p>SA Selbstanschluss</p>
                <p>SA Sturmabteilung</p>
                <p>SA-Amt Selbstanschlussamt</p>
                <p>Sbr Saarbrücken</p>
                <p>Sch Ablieferungsschein</p>
                <p>SchL Schaumburg-Lippe</p>
                <p>Schles Schlesien</p>
                <p>SchlHols Schleswig-Holstein</p>
                <p>Schw Schwerin</p>
                <p>Schwab Schwaben</p>
                <p>Schzw Schwarzwald</p>
                <p>Sp Spalte</p>
                <p>Spy Speyer</p>
                <p>St. Sankt [Ort]</p>
                <p>St. Stück</p>
                <p>StGB Strafgesetzbuch</p>
                <p>Stgt Stuttgart</p>
                <p>Stn Stettin</p>
                <p>StPO Strafprozessordnung</p>
                <p>Str./..str. Straße/...straße</p>
                <p>TA Telegrafenamt</p>
                <p>TÄ Telegrafenämter</p>
                <p>TAnst Telegrafenanstalt</p>
                <p>TAss Telegrafenassistent</p>
                <p>TAw Telegrafenanwärter</p>
                <p>TAwn Telegrafenanwärterin</p>
                <p>TBA Telegrafenbauamt</p>
                <p>TBÄ Telegrafenbauämter</p>
                <p>TBD Telegrafenbaudienst</p>
                <p>TBDSt Telegrafenbaudienststelle</p>
                <p>TBetrAss Telegrafenbetriebsassistent</p>
                <p>TBf Telegrafenbauführer</p>
                <p>Tbng Tübingen</p>
                <p>TBO Telegrafenbauordnung</p>
                <p>TBTr Telegrafenbautrupp</p>
                <p>TD Telegrafendirektor</p>
                <p>TDA Telegrafendienstanweisung</p>
                <p>techn technisch</p>
                <p>Techn Technisch[er]</p>
                <p>Tel Telegramm</p>
                <p>TGn Telegrafengehilfin</p>
                <p>Th Thüringen</p>
                <p>THilfsst Telegrafenhilfstelle</p>
                <p>THilfstInh Telegrafenhilfstelleninhaber</p>
                <p>TI Telegrafeninspektor</p>
                <p>TLA Telegrafenleitungsaufseher</p>
                <p>TMech Telegrafenmechaniker</p>
                <p>TO Telegrafenordnung</p>
                <p>TOBf Telegrafenoberbauführer</p>
                <p>TOLA Telegrafenoberleistungsaufseher</p>
                <p>TOWM Telegrafenoberwerkmeister</p>
                <p>TPr Telegrafenpraktikant</p>
                <p>TRA/T.R.A. Telegrafentechnisches Reichsamt</p>
                <p>Tri Trier</p>
                <p>TS Telegrafensekretär</p>
                <p>TSup Telegrafensupernumerar</p>
                <p>Tttlng Tuttlingen</p>
                <p>TWf Telegrafenwerkführer</p>
                <p>TWM Telegrafenwerkmeister</p>
                <p>TZA Telegrafenzeugamt</p>
                <p>TZÄ Telegrafenzeugämter</p>
                <p>Übs Übersicht</p>
                <p>Übtr Übertrag</p>
                <p>übtr übertragen</p>
                <p>ÜFEST</p>
                <p>Ufr Unterfranken</p>
                <p>UM Unzustellbarkeitsmeldung</p>
                <p>V Ferngespräch mit Voranmeldung</p>
                <p>V Vogtland</p>
                <p>v H vom Hundert</p>
                <p>VA Verkehrsamt</p>
                <p>VA Verstärkeramt</p>
                <p>VÄ Verkehrsämter</p>
                <p>VAnst Verkehrsanstalt</p>
                <p>VerlPAnst Verlagspostanstalt</p>
                <p>Vg Verfügung</p>
                <p>vorm. vormittags</p>
                <p>VSt Vermittlungsstelle</p>
                <p>VStM Vermittlungsstelle ... ?</p>
                <p>VStW oder Vstw Vermittlungsstelle Wählbetrieb</p>
                <p>W Wert</p>
                <p>W-Amt Wählamt</p>
                <p>Wbf Wertbrief</p>
                <p>Wbn Wiesbaden</p>
                <p>Weim Weimar</p>
                <p>Wf Werkführer</p>
                <p>Wf Westfalen</p>
                <p>Wg Württemberg</p>
                <p>Wkt Wertkästchen</p>
                <p>WM Werkmeister</p>
                <p>Wobs Wasserobservation</p>
                <p>Wobs-Telegramm Telegramm über Wasserstand und Wasserstandsverhalten</p>
                <p>Wpkt Wertpaket</p>
                <p>Wpr Westpreußen</p>
                <p>W-Teilamt Wähl-Teilamt</p>
                <p>Wzb Würzburg</p>
                <p>Z Zoll</p>
                <p>z A zur Annahmeeinholung</p>
                <p>ZAnw Zahlungsanweisung</p>
                <p>ZB Zentralbatterie</p>
                <p>ZB Zentralbatterie</p>
                <p>Zentr. Zentral[e]</p>
                <p>ZI Zollinhaltserklärung</p>
                <p>Zk Zahlkarte</p>
                <p>ZK Zentralkomittee</p>
                <p>ZPA Zentralpostamt</p>
                <p>ZPktk Zollpaketkarte</p>
                <p>ZPO Zivilprozessordnung</p>
                <p>ZU Zustellungsurkunde</p>
                <p>ZwPA Zweigpostamt</p>
                <p>ZwPÄ Zweigpostämter</p>
                <p>Einleitung</p>
                <p>Zur Geschichte der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Vorgeschichte bis 1867</p>
                <p>In Deutschland hatte sich infolge der territorialen Zersplitterung des Reiches ein einheitliches Postwesen nicht entwickeln können. Noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts existierten 17 selbständige Landespostgebiete neben der &quot;Reichs-Post&quot; der Fürsten von Thurn und Taxis, die bereits im 16. Jahrhundert vom Kaiser mit der Ausübung des Postregals beauftragt worden waren und seitdem vor allem in den kleineren und kleinsten deutschen Territorien wirkte. Durch den Abschluss von Verträgen zwischen einzelnen Ländern des Deutschen Bundes, darunter die Gründung des Deutsch-Österreichischen Postvereins im Jahre 1850, wurden zwar Schritte zur Einheit im Postverkehr getan; jedoch bestanden 1866 noch 9 Lan-despostgebiete in Deutschland.</p>
                <p>Als bedeutendste Staatspost auf Landesebene hatte sich die Post im Königreich Preußen herausgebildet. Das preußische Postgebiet umfasste außer dem Staatsgebiet noch das Herzogtum Anhalt, die Fürstentümer Waldeck-Pyrmont, und Oldenburg-Birkenfeld, Teile von Schwarzburg-Rudolstadt und Sondershausen, von Sachsen-Weimar sowie Postanstalten in Hamburg und Bremen. Dazu kamen ab 1866 das Herzogtum Lauenburg und die Provinz Hannover, ab 1867 Schleswig-Holstein und das oldenburgische Fürstentum Lübeck sowie vormals bayerische Gebiete in der Rhön, im Spessart, auch die Exklave Caulsdorf und ab dem 1. Juli 1867 die vordem im Thurn und Taxischen Postverein zusammengeschlossenen Staaten in Thüringen und Süddeutschland.</p>
                <p>Vom Norddeutschen Bund bis zur Reichsgründung (1867-1871)</p>
                <p>Die Verfassung des Norddeutschen Bundes vom 24. Juni 1867 erklärte das Post- und Telegrafenwesen zur Bundesangelegenheit. In der Gliederung der norddeutschen Postverwaltung wurden die in Preußen schon seit 1849 bestehenden Oberpostdirektionen als Mittelbehörden übernommen. Das preußische Postwesen wurde somit auf den Bund übertragen und die norddeutschen Postverwaltungen gingen in ihm auf, so dass die Norddeutsche Bundespost (1868-1871) unter Führung Preußens die erste einheitliche Staatspost auf deutschem Boden war. Ihre obere Leitung nahm das Bundeskanzleramt wahr, in ihm gliederte sich dazu das bisherige preußische Generalpostamt als Abteilung I ein. Daneben trat die Generaldirektion der Telegrafen als Abteilung II.</p>
                <p>Die Post im Deutschen Reich von 1871 bis 1919</p>
                <p>Den Grundstein der Deutschen Reichspost bildet die Reichsverfassung vom 16. April 1871. Das einzige Gebiet des Verkehrswesens, auf dem das Reich seine staats- und verkehrspolitischen Zwecke unmittelbar zu fördern vermochte, war das Post- und Telegrafenwesen. Die als unmittelbare Reichsverwaltung aufgebaute Reichspost erstreckte ihre Wirksamkeit auf das ganze Reichsgebiet mit Ausnahme der Staaten Bayern und Württemberg, die sich für ihre inneren Postverhältnisse das sogenannte Postreservat einräumen ließen.</p>
                <p>Das Post- und das damals noch selbständige Telegrafenwesen waren damit Reichssache. Organisatorisch verschmolzen beide Verwaltungen am 1. Januar 1876 mit der Schaffung der &quot;Reichspost- und Telegrafenverwaltung&quot; als oberster Behörde, die sich aus dem Generalpostamt und der Generaldirektion der Telegrafen zusammensetzte. Beide unterstanden dem Generalpostmeister und bildeten zunächst die I. und II. Abteilung des Reichskanzleramts. Die so geschaffene Verbindung von Post- und Telegrafenwesen ist danach nicht mehr gelöst worden. Hinzu kam, dass der Generalpostmeister aus dem Reichskanzleramt herausgelöst und verselbständigt wurde. Der kaiserliche Erlass vom 23. Februar 1880 fasste Generalpostamt und Generaltelegrafenamt auch organisatorisch zusammen. Das nun entstanden Reichspostamt war damit den anderen obersten Reichsbehörden gleichgestellt. Seine Leitung hatte der preußische Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-1897) inne, der schon 1870 an die Spitze des Generalpostamtes gerückt war.</p>
                <p>Die neue Gestaltung des Reichspostwesens bedeutete für die Verkehrsentwicklung zweifellos einen Fortschritt. Wirt-schaftlicher Aufstieg, steigende Bedeutung des deutschen Außenhandels, der Erwerb von Kolonien und die Erschließung der Meere, mithin die weltpolitische und weltwirtschaftliche Bedeutung Deutschlands, stellten auch Post und Telegrafie vor besondere Herausforderungen. So wurde unter Heinrich von Stephans Führung der Weltpostverein im Jahre 1874 geschaffen; Auslands- und Kolonialpostämter nahmen ihre Arbeit auf.</p>
                <p>Während des 1. Weltkrieges wurde die bereits seit dem 18. Jahrhundert in Preußen zu Kriegszeiten existierende Feldpost reaktiviert. Sie unterstand dem Feld-Oberpostmeister im Großen Hauptquartier und war in Armeepostdirektionen, Feldpostinspektionen, -ämter und -stationen untergliedert. In den okkupierten Gebieten beseitigte die Deutsche Reichspost die dortigen Landespostverwaltungen und schuf eigene Posteinrichtungen in Belgien, auf polnischem Gebiet und in Rumänien. Die im Baltikum wirkende Deutsche Post- und Telegrafenverwaltung im Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost (November 1915 bis Dezember 1918; seit August 1918: Militärpostdirektion beim Oberbefehlshaber Ost) war eine militärische Dienststelle und dem Stab Oberost angegliedert.</p>
                <p>Weimarer Republik (1919-1933)</p>
                <p>Einen bedeutsamen Fortschritt brachte die Reichsverfassung von 1919 durch die Vereinheitlichung des Post- und Fernmeldewesens in der Hand des Reichs.</p>
                <p>Im Zusammenhang mit der Schaffung parlamentarisch verantwortlicher Reichsminister durch das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt vom 10. Februar 1919 legte der Erlass des Reichspräsidenten vom 21. März 1919 die neuen Bezeichnungen der obersten Reichsbehörden fest. Dabei wurde auch das Reichspostamt in Reichspostministerium umbenannt.</p>
                <p>Eine weitere Folge der staatlichen Umwälzung von 1918/19 waren die Staatsverträge vom 29. und 31. März 1920, durch die auch die Postverwaltungen Württembergs und Bayerns auf das Reich übergingen. Allerdings behielten sie noch immer eine gewisse Sonderstellung. Die Oberpostdirektion Stuttgart war zuständig für alle inneren Angelegenheiten des ihr zugewie-senen Verkehrsgebietes, des Landes Württemberg, soweit sie nicht allgemein dem Reichspostministerium vorbehalten waren, und für Bayern wurde sogar eine eigene Abteilung VII (seit 1924 Abteilung VI) mit Sitz in München, einem Staatssekretär an der Spitze und derselben weitgehenden Zuständigkeit wie in der Oberpostdirektion in Stuttgart geschaffen.</p>
                <p>Der Charakter der Reichspost wurde entscheidend geprägt von dem am 1. April 1924 in Kraft getretenen Reichs-postfinanzgesetz. Wichtigster Punkt war die Trennung der Post vom übrigen Reichshaushalt. Damit wurde die Deutsche Reichspost als Sondervermögen des Reiches wirtschaftlich verselbständigt. Das Reichspostfinanzgesetz schuf den Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost unter Vorsitz des Reichspostministers. Der Verwaltungsrat hatte über alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen, finanziellen und personellen Angelegenheiten zu entscheiden. Die Ausführung der Beschlüsse des Verwaltungsrats oblag dem Minister bzw. den jeweils zuständigen Strukturteilen des Reichspostministerium.</p>
                <p>Nationalsozialismus (1933-1945)</p>
                <p>Von Anfang an ließ die Behörde keine Zweifel an ihrer Einstellung zum Nationalsozialismus aufkommen: &quot;Für die Deutsche Reichspost war es selbstverständlich, die nationalsozialistischen Ideen, wo immer nur es möglich war, mit aller Kraft zu verwirklichen und sich mit ihrem ganzen Sein und Tun in den Dienst des Führers zustellen&quot;.</p>
                <p>Die formelle Aufhebung des Reichspostfinanzgesetzes durch das Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung vom 27. Februar 1934 änderte zwar nichts am Sondervermögensstatus der Deutschen Reichspost, jedoch brachte es einige grundlegende Änderungen. So wurde z.B. der Verwaltungsrat aufgelöst und durch einen Beirat ersetzt, der keine entscheidenden Befugnisse hatte, sondern nur beratende Funktion ausübte. Das Gesetz beseitigte sowohl die Abteilung VI in München als auch die Sonderstellung der Oberpostdirektion Stuttgart, nachdem Hitler einen schon im Mai 1933 unternommenen Vorstoß des Reichspost- und Reichsverkehrsministers, Freiherr von Eltz-Rübenach, sie aufzuheben, noch als verfrüht abgelehnt hatte. Vom 1. April 1934 an traten die letzten Sondervereinbarungen der Reichspost mit den Ländern Bayern und Württemberg außer Kraft, so dass erst von diesem Zeitpunkt an die &quot;vollständige Einheitlichkeit des Post- und Fernmeldewesens in Recht und Verwaltung für das ganze Reichsgebiet hergestellt&quot; war.</p>
                <p>Am 1. Oktober 1934 erhielten die Oberpostdirektionen die Bezeichnung &quot;Reichspostdirektionen&quot;. Ihnen waren die Ämter und Amtsstellen nachgeordnet.</p>
                <p>Durch &quot;Führererlass&quot; vom 2. Februar 1937 wurde die Personalunion zwischen Reichsverkehrs- und Reichspostminister, die seit 1932 bestanden hatte, aufgehoben und mit Wilhelm Ohnesorge (1872 bis 1962) wieder ein Reichspostminister ernannt. Anlass war die Unterstellung der Reichsbahn unter Reichshoheit.</p>
                <p>Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am Ende des zweiten Weltkrieges bedeutete auch das Ende der Deutschen Reichspost. Seine schriftliche Fixierung fand diese Tatsache in den Artikeln 5 und 9 einer Erklärung des Alliierten Kontrollrates vom 5. Juni 1945, wonach &quot;alle Einrichtungen und Gegenstände des ... Nachrichtenwesens ... zur Verfügung der Alliierten Vertreter zu halten&quot; waren und &quot;bis zur Herbeiführung einer Aufsicht über alle Nachrichtenverkehrsmittel&quot; jeglicher Sendebetrieb verboten war.</p>
                <p>Das Post- und Fernmeldewesen bzw. der Betrieb seiner Einrichtungen wurde schließlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten und getrennt nach den vier Besatzungszonen Deutschlands von den jeweiligen Oberbefehlshabern wieder in Gang gesetzt.</p>
                <p>Die Aufgabengebiete der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Gesellschaftlicher und technischer Fortschrift sowie die Auswirkungen bedeutender Erfindungen bedingten zwangsläufig sowohl die quantitative Ausdehnung der Kommunikationsbeziehungen als auch deren stetige Verbesserung bis hin zur Einführung und Anwendung neuer Dienste im Post-, Telegrafen- und Funkwesen.</p>
                <p>Die Beförderung von Postsendungen</p>
                <p>Ein wesentliches Aufgabengebiet der Deutschen Reichspost, die Nachrichtenbeförderung, erstreckte sich zunächst nicht auf alle Postsendungen. Vom sogenannten Postzwang betroffen waren anfangs nur verschlossene Briefe und politische Zeitungen, die nicht im Absendeort verblieben. Alle offenen Sendungen (v.a. Postkarten und Drucksachen) für einen anderen als den Absendeort und Briefe, Pakete u.a. für Empfänger im Absendeort konnten auch durch sogenannte Privatbeförderungsanstalten eingesammelt, befördert und verteilt werden. Solche &quot;Privatposten&quot; siedelten sich vor allem in Großstädten an und traten beispielsweise durch niedrigere Gebührensätze der Deutschen Reichspost in zunehmendem Maße als scharfe Konkurrenten entgegen. Dieser Konkurrenz musste sich die Reichspost entledigen, zumal sie verpflichtet war, kostspielige und z. T. sogar unrentable Zustelleinrichtungen bis in die entferntesten Gegenden des Reiches zu unterhalten. Die Postgesetznovelle vom 20. Dez. 1899 verbot daher ab 1. April 1900 alle gewerbsmäßig betriebenen Privatpostanstalten im Deutschen Reich und dehnte den Postzwang auf verschlossene Briefe innerhalb des Absendeortes aus.</p>
                <p>Die Beförderung von Personen</p>
                <p>Von alters her befasste sich die Post auch mit der Personenbeförderung. Vor dem Aufkommen der Eisenbahnen war die Personenbeförderung mittels Postkutsche das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel und als solches in vielen Ländern auch Bestandteil des Postmonopols. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes beschränkte diese Verkehrsbetätigung der Post zwar zunächst sehr, sie gewann aber nach der Erfindung und weiteren Vervollkommnung des Automobils wieder steigende Bedeutung. So kam es seit den Jahren 1906/07 zur Errichtung von Kraftomnibuslinien (&quot;Postkraftwagen-Überlandverkehr&quot;, oft auch kurz &quot;Kraftposten&quot; genannt). Sie wurden vor allem in den Jahren 1924 bis 1929 ausgebaut, so dass die Deutsche Reichspost am 1. April 1929 knapp 2000 Kraftpostlinien mit einer Betriebslänge von mehr als 37.000 km unterhielt und zu diesem Zeitpunkt bereits 68 Millionen Reisende beförderte.</p>
                <p>Postüberweisungs- und Postscheckdienst sowie Postsparkassendienst</p>
                <p>Der gewaltige wirtschaftliche und technische Aufschwung in Deutschland nach der Gründung des Deutschen Reiches hatte auch für die Reichspost- und Telegrafenverwaltung zur Folge, dass ihre Kasseneinrichtungen für den immer stärker fließenden Zahlungsverkehr in Anspruch genommen wurden. Neben den Banken übernahm die Post die Regelung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Am 1. Januar 1909 wurde in Deutschland der Postüberweisungs- und Postscheckdienst eröffnet (13 Postscheckämter). Sowohl die Zahl der Konten als auch die Höhe der Guthaben nahm in den folgenden Jahrzehnten, ausgenommen die Zeit der beiden Weltkriege, laufend zu.</p>
                <p>Die bankmäßige Tätigkeit der Deutschen Reichspost, &quot;die der Erfüllung staatlicher Tätigkeit, nicht dem Wettbewerb mit der Privatwirtschaft dient[e]&quot;, gliederte sich in fünf Hauptzweige: Postanweisungs-, Postnachnahme-, Postauftragsdienst, Post-überweisungs- und Scheckdienst, Postsparkassendienst. Letzterer wurde erst nach der Annexion Österreichs (hier gab es bereits seit 1883 eine Postsparkasse) ab 1. Januar 1939 eingeführt.</p>
                <p>Telegrafenwesen und Funktelegrafie</p>
                <p>Obwohl das Telegrafenwesen vor der Gründung der Reichspost noch von einer selbständigen, dem Generalpostamt gleichgeordneten Behörde, verwaltet wurde, stand es bereits seit 1854 in naher Beziehung zur Post. In jenem Jahr übertrug man in Preußen die Ausübung des Telegrafendienstes in kleinen Gemeinden der jeweiligen Postanstalt.</p>
                <p>Eigene Telegrafenstationen gab es in der Regel nur in Städten und größeren Gemeinden, wo der Betrieb sich rentierte. Umfang und Leistungsfähigkeit der technischen Anlagen nahmen stark zu: 1871 gab es im Deutschen Reich (einschließlich Bayern und Württemberg) insgesamt 3.535 Telegrafenstationen mit 107.485 km Telegrafenleitungen und einer Jahresleistung von über 10 Millionen Telegrammen. Dieser Stand wurde bis zum Beginn des ersten Weltkrieges um das Sechsfache übertroffen.</p>
                <p>Im Unterschied zu den USA, wo die Bevölkerung den Fernsprechverkehr schnell nutzte, wollte sich die deutsche Öffentlichkeit offenbar zunächst nicht mit der neuen Einrichtung des Fernsprechwesen anfreunden. Generalpostmeister Stephan ließ schon 1877 eine erste Fernsprechleitung zwischen dem Generalpostamt in der Leipziger und dem Generaltelegrafenamt in der Französischen Straße errichten und veranlasste bald darauf Versuche auf weitere Entfernungen. Noch im Jahre 1880 fand ein Aufruf von Stephans zur Teilnahme an einer Stadtfernsprechanlage in Berlin jedoch nur geringen Zuspruch, sodass hier die erste Vermittlungsstelle für den Ortsverkehr im Januar 1881 mit nur 8 Teilnehmern den Betrieb aufnahm. Man erkannte jedoch bald die Vorteile des Fernsprechverkehrs und die Verbreitung des Telefons nahm schnell zu. In München wurde zuerst 1884 der 24-Stunden-Dienst im Fernsprechverkehr aufgenommen und Berlin eröffnete im Mai 1889 bereits die 10. 000. Sprechstelle. Bereits 1896 gab es in Deutschland 130.000 &quot;Fernsprechstellen&quot;; 1920 waren es ca. 1,8 Millionen, 1930 über 3 Millionen und 1940 fast 5 Millionen Anschlüsse.</p>
                <p>Der Entwicklung und dem Ausbau der drahtlosen Telegrafie, also des Funkwesens, wandte die Post bereits seit der praktischen Erprobung der Hertzschen elektromagnetischen Wellen, d.h. seit 1895, große Aufmerksamkeit zu. Von Anfang an bestand kein Zweifel darüber, dass die Reichspost für das Funkwesen (als einer Art der Nachrichtenbeförderung) zuständig war. Nachdem die ersten Funktelegrafiegeräte in Deutschland von den Firmen Siemens und AEG produziert und 1890 die ersten öffentlichen Funkstellen in Betrieb genommen worden waren, begann ein geregelter Funkdienst im Deutschen Reich.</p>
                <p>In den folgenden Jahrzehnten behielt die Reichspost das ausschließliche Recht zur Errichtung und zum Betrieb von Funkanlagen. Sie war jedoch nicht in der Lage, alle damit verbundenen Leistungen selbst auszuführen und delegierte deshalb z. T. dieses Recht an andere Unternehmungen. So existierten schließlich 3 Gruppen von Funkdiensten:</p>
                <p>- der von der Reichspost mit eigenen Funkstellen betriebene Funkdienst (Seefunk, Flugfunk),</p>
                <p>- der von Gesellschaften betriebene Funkdienst. Die &quot;Transradio AG für drahtlosen Überseeverkehr&quot; führte in den Jahren</p>
                <p>1921-1932 den gesamten Überseefunkverkehr im Auftrag der Deutschen Reichspost durch. Hochseefunk, Zugfunk und</p>
                <p>dem Polizeifunk sind auf ihren Gebieten Rechte in ähnlicher Weise verliehen worden,</p>
                <p>- die Funkdienste öffentlicher Verkehrsträger wie Reichsbahn, Reichsautobahnen und Wasserstraßen.</p>
                <p>Rundfunk und Fernsehen</p>
                <p>Die ausschließliche Kompetenz für das Funkwesen erstreckte sich auch auf den nach dem 1. Weltkrieg entstehenden Rundfunk. Für diesen neuen Tätigkeitsbereich der Post, waren mehr als für andere Aufgabengebiete rechtliche und organisatorische Fragen zu lösen. Für die Beziehungen zwischen Post und Rundfunk sind zwei Phasen zu unterscheiden:</p>
                <p>a) Von 1923 bis 1933 war die Deutsche Reichspost zuständig für alle gesetzgeberischen Angelegenheiten, den Erlass der Benutzungsbestimmungen, die Erteilung der Genehmigungen, die Festsetzung und Erhebung von Gebühren, die Errichtung der Sender, die Durchführung des technischen Betriebes sowie die Überwachung der Wirtschaftsführung. Die grundsätzliche Regelung der bei der Programmgestaltung auftretenden politischen und kulturellen Fragen stand dem Reichsministerium des Innern gemeinsam mit den Länderregierungen zu. Den Rundfunkbetrieb selbst überließ die Reichspost Gesellschaften, denen sie eine Genehmigung hierzu erteilte.</p>
                <p>Als Dachorganisation fungierte die 1923 gegründete Reichsrundfunkgesellschaft, an der die Deutsche Reichspost durch Kapital- und Stimmenmehrheit maßgeblich beteiligt war und an deren Spitze der Rundfunkkommissar der Deutschen Reichspost stand.</p>
                <p>b) Im Jahre 1933 übernahm das neu geschaffene Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda alle organisatorischen und geschäftsführenden Fragen des Rundfunks; die Deutsche Reichspost blieb nur noch für Kabelnetz und Sendeanlagen, für Zulassungen, Gebührenerhebung und Rechnungslegung verantwortlich. Infolge des Reichskulturkammergesetzes vom 22. Sept. 1933 stand die Reichsrundfunkkammer an der Spitze des Rundfunkwesens, in der die Reichsrundfunkgesellschaft und einige andere Verbände vertreten waren. Damit begann die absolute Unterordnung des Rundfunks unter die nationalsozialistische Diktatur.</p>
                <p>Die ersten Versuche des Fernsehens sind, ebenfalls unter der Regie der Deutschen Reichspost, bereits in den zwanziger Jahren unternommen worden. Die Post blieb auch in den folgenden Jahren wesentlich an der wissenschaftlich-technischen Entwicklung des Fernsehens beteiligt. Nachdem auf der Funkausstellung Berlin 1932 eine verbesserte Braunsche Röhre gezeigt worden war, wurden im Geschäftsbericht der Deutschen Reichspost 1933 Fernsehversuchssendungen im Bereich eines großen Stadtgebiets als praktisch durchführbar bezeichnet. Im März 1935 richtete die Deutsche Reichspost im Reichspostmuseum in Berlin die erste öffentliche Fernsehstelle der Welt ein, in der die Bevölkerung unentgeltlich den Empfang der Programme verfolgen konnte. In die Programmgestaltung teilten sich das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und die Reichsrundfunkgesellschaft (RRG). Für die Sendeanlagen war die Reichspostministerium-Tochtergesellschaft &quot;Reichspost-Fernseh-GmbH&quot; (seit 1939) und auch das Reichsministerium für Luftfahrt &quot;mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung für die Flugsicherung und den nationalen Luftschutz&quot; zuständig.</p>
                <p>Die Organisation und Struktur der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Die Post besaß von allen Reichsverwaltungszweigen den umfangreichsten und am klarsten strukturierten behördlichen Unterbau. Er wurde 1871 vom preußischen Postwesen übernommen und war seitdem bis zur Zerschlagung des Deutschen Reichs 1945 in folgende 3 Stufen gegliedert:</p>
                <p>Das Reichspostamt /Reichspostministerium</p>
                <p>Die oberste Reichsbehörde gliederte sich seit 1880 in die drei Abteilungen für Post (I), für Telegrafen- (und bald Fernsprech) wesen (II) und für Personal-, Etat-, Rechnungs- und Bauwesen (III). Wenig später wurde von Stephan zum Staatssekretär ernannt und damit auch äußerlich den Leitern der übrigen inzwischen errichteten Reichsämter gleichgestellt. Die Abteilung III wurde 1896 geteilt. Der nun neuen Abteilung III wurden die allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten zugewiesen, während fortan die Abteilung IV das Personal-, Kassen- und Rechnungswesen zu bearbeiten hatte. Später gingen Kassen- und Rechnungswesen wieder auf die Abteilung III über und Abteilung IV behielt nur die Personalangelegenheiten. Ab 1919, nunmehr als Reichspostministerium, erweiterten eine fünfte Abteilung für das Funkwesen und eine sechste für soziale Angelegenheiten die Organisationsstruktur. Die Abteilung VI fiel allerdings nach der Inflation 1924 wieder fort, und zugleich vertauschten die Abteilungen III und V ihre Bezeichnungen, so dass in dieser das Haushalts-, Kassen- und Bauwesen, in jener das Telegrafen- und Funkwesen bearbeitet wurden, während die Abteilung II für das Fernsprechwesen, anfangs noch vereinigt mit den Telegrafenbauangelegenheiten, zuständig war. Am 1. Juni 1926 trat eine weitere Abteilung für Wirtschafts- und Organisationsfragen hinzu, die aus dem bisherigen Wirtschaftsreferat gebildet wurde.</p>
                <p>Seit 1926 gab es schließlich die folgenden acht Abteilungen:</p>
                <p>Abt. I Postwesen</p>
                <p>Abt. II Telegrafen- und Fernsprechtechnik und Fernsprechbetrieb</p>
                <p>Abt. III Telegrafenbetrieb und Funkwesen</p>
                <p>Abt. IV Personalwesen</p>
                <p>Abt. V Haushalts-, Kassen, Postscheck- und Bauwesen</p>
                <p>Abt. VI in München, für Bayern, 1934 aufgelöst</p>
                <p>Abt. VII für Württemberg, 1934 aufgelöst</p>
                <p>Abt. VIII Wirtschaftsabteilung. Ab 1934 Abt. VI, später als Abt. für Kraftfahrwesen, Maschinentechnik und Beschaffungswesen bezeichnet.</p>
                <p>Ab 30.11. 1942 Abt. VII: Verselbständigung aller Funk- und Fernsehangelegenheiten aus Abt. III (seit 1940 bereits als &quot;Sonderabteilung Fl&quot; unmittelbar dem Staatssekretär Flanze [zugleich Präsident des Reichspostzentralamts] unterstellt)</p>
                <p>Das Ministerium wurde unter der nationalsozialistischen Herrschaft 1938 um eine Zentralabteilung (Min-Z) für politische Aufgaben und Fragen der Personalführung erweitert. Während des Krieges traten eine Auslandspolitische und eine Kolonialabteilung sowie eine Abteilung Ost hinzu. Vorübergehend wurde auch eine Sonderabteilung F 1 für Rundfunkangelegenheiten gebildet.</p>
                <p>Während des 2. Weltkrieges richtete sich die Organisation des Postwesens in den annektierten und besetzten Gebieten nach der Art und Intensität ihrer Einbeziehung in den nationalsozialistischen Machtbereich. In den annektierten Gebieten wurde die Postverwaltung vollständig von der Deutsche Reichspost übernommen. In den meisten besetzten Gebieten dagegen blieben die Posteinrichtungen der jeweiligen Länder bestehen. Neben ihnen arbeitete die Feldpost weiter. Für die Versorgung der deutschen Besatzungsbehörden entstand in verschiedenen Verwaltungsgebieten, so z. B. im &quot;Protektorat Böhmen und Mähren&quot; (1939-1945), in den Niederlanden (1940-1945), Norwegen (1942-1945), &quot;Adria und Alpenland&quot; (beide 1943-1945), &quot;Ostland&quot; und &quot;Ukraine&quot; (beide 1941-1944) eine Deutsche Dienstpost. Die Deutschen Dienstposten &quot;Ostland&quot; und &quot;Ukraine&quot;, jeweils unter einem Generalpostkommissar, versahen zugleich die Geschäfte der als Landespost fingierten &quot;Deutschen Post Ostland&quot; bzw. &quot;Deutschen Post Ukraine&quot;. Die vom Reichspostministerium unternommenen Versuche einer zentralen Leitung des Nachrichtenwesens aller annektierten und überfallenen Gebiete scheiterten an dem letztlich durchgesetzten Grundsatz von der Einheit der Verwaltung im jeweiligen Territorium.</p>
                <p>Für die Erledigung spezieller Sachgebiete bestanden im Reichspostministerium eine Reihe von Fachbüros, wie z. B. das Feldpost-, Kraftfahr-, Bauverwaltungs- und Scheckbüro.</p>
                <p>Dem Reichspostministerium waren folgende Dienststellen unmittelbar angegliedert bzw. unterstellt:</p>
                <p>- die Generalpostkasse als Organ der gesamten Kassenverwaltung des Post- und Telegrafenwesens,</p>
                <p>- das Postanweisungsamt. Es wurde vom 1. April 1912 ab der Oberpostdirektion Berlin als Postrechnungsamt unterstellt,</p>
                <p>- das Postzeitungsamt, ab 1. Januar 1918 ebenfalls der Oberpostdirektion Berlin unterstellt,</p>
                <p>- die Postversicherungskommission für Angelegenheiten der Unfall- u.a. -fürsorge, die am 1. August 1926 auf die neu</p>
                <p>gegründete Versorgungsanstalt der Deutschen Reichspost überging. Mit dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts</p>
                <p>wurde die vorher unterschiedlich geregelte Zusatzversorgung für das Postpersonal vereinheitlicht: Die Beiträge wurden zu zwei Dritteln von der Deutsche Reichspost und zu einem Drittel von den Versicherten selbst getragen,</p>
                <p>- das Telegrafentechnische Reichsamt, 1920 gegründet. 1928 übernahm es weitere Aufgaben aus dem Reichspost-</p>
                <p>ministeriumsbereich, wie z. B. Bahnpostfragen, Poststatistik, Ausbildungs- und Unterrichtsangelegenheiten, Kassen- und Rechnungswesen und Beschaffungswesen und wurde in Reichspostzentralamt umbenannt,</p>
                <p>- das Reichspostmuseum, geschaffen 1872,</p>
                <p>- die Reichspostbaudirektion, 1937 gebildet zur Realisierung der postdienstlichen Bedürfnisse bei der baulichen</p>
                <p>Neugestaltung Berlins,</p>
                <p>- das nach der Annexion Österreichs im März 1938 übernommene Postsparkassenamt in Wien. Es hatte in unmittelbarer</p>
                <p>Unterordnung unter das Reichspostministerium die zentrale Kontenführung für den Postsparkassendienst wahrzunehmen,</p>
                <p>nachdem dieser auf das Altreich ausgedehnt wurde.</p>
                <p>Eine Sonderstellung kam dem &quot;Postschutz&quot;, einer paramilitärischen Vereinigung unter dem Dach des Postministeriums, zu. Die Reichsführung der SS und die Oberste SA-Führung einigten sich im Juni 1935 auf verbindliche Regelungen hinsichtlich der Zugehörigkeit von Postbediensteten zur SA oder SS. Der Postdienst und damit auch der Postschutzdienst erhielten Vorrang vor »jeglicher Inanspruchnahme durch die SA und SS. Durch die Beanspruchung für Zwecke der SA und SS außerhalb des Postdienstes darf die ordnungsgemäße Abwicklung des Postdienstes nicht leiden« hieß es. Der Postschutz war uniformiert und einheitlich bewaffnet.</p>
                <p>Spezialprobleme der Fernsehtechnik untersuchte die am 1. Januar 1937 gegründete Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost. Die Reichspostforschungsanstalt war zuständig für die Koordination aller Fernseh-Rüstungsprojekte und Aufträge an die Industrie. Sie beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung der Forschungsgebiete zu militärischen Zwecken. Den Aufgabenkreis umreißt ein von Ohnesorge unterzeichnetes Dokument: &quot;1. Fernsehen; 2. allgemeine Physik, insbesondere Atomphysik, Optik, Akustik, Elektronik; 3. Chemie; 4. Sonderaufgaben für den Vierjahresplan.&quot;</p>
                <p>Nicht in den Behördenaufbau der Reichspost eingegliedert, aber mit deren oberster Leitung in Personalunion verbunden, war die Reichsdruckerei. Am 1. April 1879 wurde sie als selbständiges Reichsunternehmen der Reichspost- und Telegrafenverwaltung unterstellt. Durch ihre Erzeugnisse unterhielt sie engste Beziehungen zur Reichspost, da z. B. Postwertzeichen, Postschecks, das Reichskursbuch u.a. für Rechnung der Postkasse hergestellt wurden.</p>
                <p>Die Oberpostdirektionen/Reichspostdirektionen</p>
                <p>Die Oberpostdirektionen (OPD) als Mittelbehörden zwischen der Berliner Zentrale und den Postanstalten entstanden schon 1850 in Preußen. Sie zählten nach ihrer Übernahme in die Reichspost zu den höheren Reichsbehörden. Das Reichspostministerium hat an die OPDen immer zahlreichere Zuständigkeiten delegiert, so dass deren Handlungsfreiheit ständig wuchs und sie allmählich zum Schwerpunkt der Postverwaltung wurden. 1928 kam es zur Errichtung Geschäfts-führender Oberpostdirektionen, die zusammenfassend für eine Bezirksgruppe (mehrere OPD-Bezirke) die Federführung für bestimmte Aufgaben übernahmen (z.B. Ausbildungs- und Unterrichtswesen sowie Beschaffungs- und Versorgungswesen). 1934 bis 1945 als Reichspostdirektionen (RPD) bezeichnet, unterlagen sie in ihrem Gebietsumfang und in ihrer Anzahl vielen Veränderungen. Im Jahre 1943 gab es 51 RPD.</p>
                <p>Für mehrere OPD/RPD zuständig und insofern auch als Mittelbehörden anzusehen waren die Postscheckämter (1909 gebildet), die Telegrafenbauämter und die Telegrafenzeugämter (1920 eingerichtet).</p>
                <p>Die Postanstalten</p>
                <p>Die Postanstalten, im Bereich der Deutschen Reichspost als Verkehrsämter und Amtsstellen bezeichnet, bildeten die örtlichen Dienststellen der untersten Stufe; sie waren der jeweils räumlich am nächsten gelegenen OPD/RPD untergeordnet. Zu den örtlichen Dienststellen gehörten nicht nur die bis 1924 in 3 Klassen eingeteilten Postämter (erst seit 1924 einheitliche Bezeichnung Postamt), sondern auch die diesen unterstellten Postagenturen, Posthilfsstellen, Bahnpostämter, Telegrafen- und Fernsprechämter sowie öffentliche Sprechstellen in den Gemeinden. Im Jahre 1942 gab es im Deutschen Reich ca. 70.000 solcher Ämter und Amtsstellen.</p>
                <p>Aktenordnung und Quellenlage</p>
                <p>Registraturverhältnisse im Reichspostministerium</p>
                <p>Kennzeichnend für die Registraturverhältnisse im RPM bis 1928 war die Unterteilung in &quot;Geheimes Archiv&quot; und &quot;Geheime Registratur&quot;. In das &quot;Geheime Archiv&quot; wurden die Generalakten und wichtigsten Spezialakten aus der &quot;Geheimen Registratur&quot; übernommen, ebenso auch historisch wertvolle Akten aus den aufgelösten Postverwaltungen der deutschen Länder, so dass sich das &quot;Geheime Archiv&quot; immer mehr zu einem Auslesearchiv entwickelte. Demgegenüber stellte die &quot;Geheime Registratur&quot; die eigentliche, allgemeine Registratur des RPM dar. Sie bestand aus einer häufig wechselnden Anzahl von Registraturstellen. Mitte der zwanziger Jahre gab es derer siebzehn. Durch die Bildung von sog. Fachakteien für einzelne Arbeitsgebiete, wie z. B. Bp (Postbankverkehr) oder Zp (Postzeitungswesen), wurde die Zahl der Registraturstellen stark vermindert. Am 1. Januar 1928 wurde im RPM und wenig später im Gesamtbereich der Deutschen Reichspost ein Aktenplan in Kraft gesetzt, der in seinen Grundzügen noch in der Deutschen Bundespost und in der Deutschen Post der DDR bis zu deren Ende gegolten hat. Er bestand aus acht Hauptgruppen, die im wesentlichen der vorliegenden Klassifikation des Aktenbestandes entsprechen, hier auf der Grundlage des Aktenplanes aus dem Jahre 1938 unter Berücksichtigung struktureller Gegebenheiten des Bestandsbildners.</p>
                <p>Die Übernahme von Akten in das Reichsarchiv</p>
                <p>Im Zeitraum von 1933 bis 1941 hatte das Reichspostministerium ca. 2.200 historisch wertvolle Akteneinheiten, die im Dienstbetrieb nicht mehr benötigt wurden, an das Reichsarchiv abgegeben. Der größte Teil der Akten wurde gegen Kriegsende zusammen mit anderen Beständen in die Kalischächte bei Staßfurt und Schönebeck ausgelagert. Sie überstanden dort ohne nennenswerte Verluste den Krieg. Die vom Reichsarchiv nicht ausgelagerten Akten, vor allem der Teilbestand Reichsdruckerei, sind beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 verbrannt. Verluste sind auch bei den in den verschiedenen Dienststellen des RPM verbliebenen Akten zu verzeichnen, vor allem in insgesamt 15 Ausweichstellen auf dem Land, wohin das Schriftgut seit 1943 sukzessive verlagert worden war, aber auch im RPM-Gebäude selbst, das durch mehrere Bombentreffer in den Jahren 1943 bis 1945 schwer beschädigt worden war. Der Gesamtaktenverlust des RPM wurde nach 1945 auf die Zahl von 2.417 Aktenordnern beziffert. Die vorhandenen Akten bildeten den Grundstock für den später genannten Bestandsteil R 4701 I, der sich bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv in Potsdam (ZStA) befand und mit der deutschen Einheit in das Bundesarchiv überging.</p>
                <p>Der Bestand im Bundesarchiv zum Zeitpunkt der Retrokonversion der Findmittel im Jahre 2009</p>
                <p>Für die Zeit ab 1945 muss der Aktenbestand RPM differenziert betrachtet werden, weil seine vier Teile auf sehr unterschiedlichen Wegen ins Bundesarchiv gelangt sind und dementsprechend auch nicht nur ihre eigene Überlieferungsgeschichte, sondern auch eigene Findmittel, eigene Signaturen usw. erhalten hatten. Beispielsweise wurden die Kennbuchstaben B, D, GA, und P als Signaturzusatz verwendet, was sich nicht nur in der archivischen Praxis zuweilen als recht unpraktisch erwies.</p>
                <p>Schon lange war vorgesehen, alle Teile in einem gemeinsamen Findbuch zu erfassen. Seit ca. 1990 bediente man sich nachfolgender Unterscheidungsmerkmale, die jedoch im archivischen Alltag kaum zum Tragen kamen.</p>
                <p>Bestandsteil R 4701 I, ehemals R 47.01 - Potsdam bis 1990</p>
                <p>Es handelt sich um die Masse des Bestandes, der im Zentralen Staatsarchiv Potsdam lagerte. In der Regel wurde die Bezeichnung R 4701 I nicht verwendet, sondern nur R 4701 mit nachfolgender Signatur, früher R 47.01. Hierin befanden sich auch die o.g. Akten mit den zusätzlichen Kennbuchstaben.</p>
                <p>Dieser vom Reichsarchiv ausgelagerte Teil des Bestandes wurde 1950 in das damalige Deutsche Zentralarchiv Potsdam überführt. Den Hauptteil der Akten erhielt das DZA Potsdam in den Jahren 1957, 1960 und 1966 vom Ministerium für Post- und Fernmeldewesen der DDR, jedoch wurden zunächst nur die Altakten mit einer Laufzeit bis zum Jahre 1928 abgegeben. Die Akten seit der Einführung des Aktenplanes 1928 verblieben noch im DDR-Ministerium und wurden erst 1983 an das ZStA Potsdam übergeben, allerdings bei weitem nicht vollständig (vgl. Ausführungen zu R 4701 II). Außerdem waren 1961 auch RPM-Akten aus ehemaligen Auslagerungsstätten in Potsdam in das DZA Potsdam gelangt. Ebenfalls Anfang der 1960er Jahre waren alle Akten, die in preußischen Postzentralbehörden vor 1868 entstanden und abgeschlossen waren, zuständigkeitshalber an die damalige Historische Abteilung II des DZA in Merseburg abgegeben worden. Diese Akten befinden sich heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem (GStA).</p>
                <p>Die Akten der folgenden, dem RPM nachgeordneten Dienststellen wurden ebenfalls 1976-1978 ausgegliedert und zu eigenen Beständen formiert:</p>
                <p>R 4702 Reichspostzentralamt,</p>
                <p>R 4703 Oberpostdirektionen Metz und Straßburg,</p>
                <p>R 4704 Der Sonderbeauftragte der Deutschen Reichspost in Spanien,</p>
                <p>R 4705 Forschungsstelle der Deutschen Reichspost.</p>
                <p>Bestandsteil R 4701 II, Potsdam 1983 und Berlin 1990.- Akten des RPM aus dem Verwaltungsarchiv des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der DDR</p>
                <p>In der Regel hatte man die Bezeichnung R 4701 II nicht verwendet. In den Jahren 1983/84 eingegangene Akten sind in den Bestand R 4701 integriert worden. Weiterhin sind im Dezember 1991 diesem Bestandsteil zuzuordnende Archivalien in einer Menge von ca. 30 lfm völlig ungeordnet dem Bundesarchiv übergeben worden. Es handelte sich um Akten, die bei der Auflösung des Verwaltungsarchivs des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der DDR im Dezember 1991 an das Bundesarchiv übergeben wurden. Angesichts der Unüberschaubarkeit des in 1990 überlieferten Konvolutes hat man einen 1997 begonnenen Versuch, die Akten zu integrieren, offenbar zunächst nicht weiter verfolgt.</p>
                <p>Bestandsteil R 4701 III, Koblenz 1985.- Akten der Abteilung München</p>
                <p>Akten der Abteilung München, vom Bundesarchiv 1985 nach Koblenz übernommen. Der Bestand wurde zwar mit der deutschen Einheit unter R 4701 vereinnahmt, jedoch in praxi lange unter &quot;Alt R 48 Abt. München&quot; geführt.</p>
                <p>Die Akten der Abteilung München des RPM verblieben nach der Auflösung der Abteilung im Jahr 1934 für Jahrzehnte in München. Ende 1985 sind sie zuständigkeitshalber an das Bundesarchiv abgegeben worden. Über den endgültigen Verbleib im Bundesarchiv verständigten sich zuletzt Bundesarchiv und Bayerisches Hauptstaatsarchiv im Jahre 2008.</p>
                <p>Bestandsteil R 4701 IV, Koblenz.- Aktenrückgaben aus den USA und den</p>
                <p>Niederlanden</p>
                <p>Am 13. Mai 1958 gelangten im Zuge einer Aktenrückgabe aus der amerikanischen Departemental Records Branch in Alexandria/Va. 27 Behälter mit Akten des Reichspostministeriums in das Bundesarchiv. Weitere zwei Pakete, hauptsächlich Bauakten, erhielt das Bundesarchiv am 11. Januar 1960 vom Bundespostmuseum in Frankfurt/M.; auch sie dürften sich vorher in amerikanischen Gewahrsam befunden haben. Schließlich kamen fünf Aktenhefte mit einem in den Vereinigten Staaten von Amerika gebildeten Mischbestand ins Bundesarchiv. Bei den nunmehr vereinigten verschwindend wenigen Akten des Reichspostministeriums, die sich in Koblenz befanden, handelte es sich ganz überwiegend um Handakten. Der archivischen Ordnung wurde der Aktenplan des Reichspostministeriums zugrunde gelegt, wobei die Handakten nach dem jeweils überwiegend darin vertretenen Aktenzeichen eingeordnet wurden. Kassiert wurden verschiedene versprengte Schriftstücke ohne Wert. Eine Reihe von Personalaufstellungen und ähnlichen nicht archivwürdigen Unterlagen, darunter eine vollständige Kartei der Beamten des Reichspostministeriums und der höheren Beamten der Reichspostdirektionen nach dem Stande 1. April 1945, wurde an das Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen abgegeben.</p>
                <p>Im Zuge der Rückführung deutscher Akten aus den Niederlanden gelangten im Oktober 1974 auch 3 Bündel Schriftgut der Provenienz &quot;Deutsche Dienstpost in den besetzten niederländischen Gebieten&quot; in das Bundesarchiv. Die ca. 2.000 Runderlasse und ca. 50 Pressemitteilungen des ehemaligen Reichspostministeriums wurden zu 20 Bänden formiert.</p>
                <p>Auch die Signaturen dieses Bestandes gingen in R 4701 auf, auch hier hielt sich in praxi lange &quot;Alt R 48&quot;, die Bezeichnung R 4701 III wurde meist nicht verwendet.</p>
                <p>Besondere Verfahrensweisen im ZStA Potsdam</p>
                <p>Sowohl für die im Weiteren folgenden Informationen zur archivischen Bearbeitung als auch für die Bestandslage relevant sind die nachstehenden Hinweise zum Umgang mit einem Teil der Archivalien des Reichspostministeriums im ZStA Potsdam.</p>
                <p>Dort sind in den 1970er Jahren ca. 5.000 Akten, obwohl buchungstechnisch bereits kassiert, dem damaligen Postmuseum der DDR - heute Museum für Post und Kommunikation - in Berlin übergeben worden. Dabei handelt es sich zum Teil auch um Akten eines zu der Zeit bereits vorliegenden Findbuches (1960) des Geheimen Archivs, aus dem Archivalien kassiert wurden, was als schwer nachvollziehbar gilt, da es sich um einen bis dahin homogenen Bestand handelte. Verantwortungsvollem Handeln der Mitarbeiter des Museums und des Bundesarchivs sowie der Aufmerksamkeit von Archiv- und Museumsbenutzern ist es zu verdanken, dass diese Akten weiterhin der historischen Forschung zur Verfügung stehen. Die Modalitäten über weitere Aufbewahrung und Umgang sind zwischen der Museumsstiftung Post und Telekommunikation und dem Bundesarchiv geklärt, die insgesamt 4.261 Archivalien befinden sich wieder im Bundesarchiv und sind bei der Bestandsbearbeitung berücksichtigt worden.</p>
                <p>Gleichwohl ungewöhnlich ist die Tatsache, dass man im ZStA ebenfalls Ende der 1970er Jahre Kassanda aus dem Potsdamer Bestand des Reichspostministeriums den seinerzeit staatlichen Auktionshäusern der DDR zur öffentlichen Veräußerung übergeben hatte. Allerdings rief das DDR-Postministerium wenig später bereits zur Auktion freigegebene Akten wieder zurück. Dennoch sind in dieser Zeit weit über 100 &quot;Lose&quot; versteigert worden und in Privathand gelangt.</p>
                <p>Mit Sanktionierung der damaligen ZStA-Leitung erfolgte außerdem eine Verwahrung von als kassiert geltenden Akten für Zwecke der praktischen Ausbildung von Lehrlingen und Studenten, ganz offenbar, um Studien etwa über Geschäftsgang und Aktenbildung zu betreiben oder das Lesen der Sütterlinschrift zu üben.</p>
                <p>Aus Erfahrung ist daher zu vermuten, dass zuweilen Akten des Reichspostministeriums als Handelsobjekt in der Öffentlichkeit auftauchen können, auf die das Bundesarchiv möglicherweise keinen Besitzanspruch erheben kann.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung des Bestandes</p>
                <p>In den Jahren 2007 bis 2009 wurde eine Bestandsrevision und eine Neukartonierung durchgeführt. Zugleich erhielten die Akten des Bestandes im Sinne einer Vereinheitlichung und Datenbankfähigkeit neue Signaturen. So haben die Akten der vormaligen Bestandsteile mit den Kennbuchstaben B, D, GA, und P völlig neue Archivsignaturen erhalten. Die Akten des ehemaligen Bestandes R 48 (Koblenzer Teil und Abteilung München) sind innerhalb dieser Aktion endgültig in R 4701 integriert worden und erhielten neue Signaturen.</p>
                <p>Vor diesem Hintergrund erfolgte im Rahmen eines Retrokonversationsprojektes mit der Deutschen Forschungsgesellschaft im Jahre 2009 die Aktenaufnahme in die Datenbank BASYS-S. Grundlagen waren die Kartei des Potsdamer Bestandes sowie die Findbücher der Abteilung München und der 200 Koblenzer Akten. Die über die Retrokonversion erstellten Datensätze wurden mit den wenigen, bereits vorhandenen, in der Datenbank vereinigt, die Altsignaturen mit erfasst, sodass eine Online-Suche auch über die Eingabe der Altsignatur möglich ist. Für einen gegebenenfalls notwendigen Abgleich zwischen Alt- und Neusignatur stehen zudem Konkordanzlisten zur Verfügung.</p>
                <p>Die bestehende Bestandsgliederung musste nach eingehender Prüfung weitgehend überarbeitet werden. Es entstand eine neue Klassifikation, die sich im Wesentlichen am Aktenplan von 1938 orientiert und die Entwicklung und strukturelle Gegebenheiten des Bestandsbildners berücksichtigt. Die Klassifikationsgruppe 5 Forschung, Entwicklung, Patentangelegenheiten wurde archivisch neu gebildet. Etwa 1.500 Akten waren außerdem noch neu zu verzeichnen.</p>
                <p>Es gibt zwei Bestandsteile: Teil I umfasst die Akten des Ministerialbereiches. Der Teilbestand der Abteilung München ist als Bestandsteil II aufgenommen worden und verblieb autark. Somit ergibt sich nachstehende innere Ordnung:</p>
                <p>Teil I: Ministerium Berlin</p>
                <p>1 Verfassung; allgemeine Staatsangelegenheiten, Gesetzgebung,</p>
                <p>zwischenstaatliche Übereinkommen; Einrichtung und Gliederung der Deutschen Reichspost</p>
                <p>2 Postwesen</p>
                <p>3 Fernmeldewesen, Telegrafenwesen, Fernsprechwesen</p>
                <p>4 Funkwesen</p>
                <p>5 Forschung, Entwicklung, Patentangelegenheiten</p>
                <p>6 Postbauwesen, Dienstausstattung</p>
                <p>7 Haushalt, Geldbewirtschaftung, Kassen- und Rechnungswesen,Statistik</p>
                <p>8 Personalwesen</p>
                <p>Teil II: Abteilung München</p>
                <p>1 Verwaltung und Personal</p>
                <p>2 Haushalt, Kassen- und Rechnungswesen, Geldverkehr</p>
                <p>3 Postverkehr und Postbetrieb</p>
                <p>4 Bau und Unterhaltung der Telegrafen-, Fernsprech- und Funkanlagen</p>
                <p>5 Postbauwesen</p>
                <p>6 Telegrafen- und Fernsprechverkehr und -betrieb</p>
                <p>7 Funkverkehr und Funkbetrieb</p>
                <p>8 Allgemeine Angelegenheiten</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurden, wo es geboten schien, Originalschreibweisen und -interpunktionen, auch in der Klassifikation, übernommen. Soweit sie nicht eigenständige Begriffe (Namen, Firmenbezeichnungen) betreffen, sind weitgehend neuere Schreibweisen (wie &quot;Telegrafen&quot; oder &quot;Schifffahrt&quot;, ss- und ß-Regeln) gemäß der gültigen Deutschen Rechtschreibung eingesetzt worden.</p>
                <p>Bei Vorliegen der entsprechenden formalen Kriterien (Laufzeit, Alphabeth, Numerus currens) sind aus den bereits bestehenden, aber lückenhaften Bandfolgen generell neue Bandfolgen in durchnummerierter Reihenfolge gebildet worden. Nur in Einzelfällen blieb die alte Bandzählung erhalten, eine Bemerkung an jeweiliger Stelle weist darauf hin. Die bereits genannte, aus dem 19. Jh. historisch überbrachte parallele Aktenführung zu verschiedenen Sachverhalten in einer bis 1928 extra bestehenden sog. &quot;Geheimen Registratur&quot; und einem &quot;Geheimen Archiv&quot; gestaltete sich für das Endarchiv (Reichsarchiv, ZStA) immer kompliziert. Im ZStA Potsdam verzeichnete man im Jahre 1961 den Bestand &quot;Geheimes Archiv&quot; noch einmal extra, ehe man die Archivalien in die allgemeine Reihung der Akten aufnahm. Das hatte zur Folge, dass sich bei der späteren Bildung von Serien und Bandfolgen zum Teil Laufzeitüberschneidungen ergaben, z.B. bei den Kolonialakten. Die Reihung und Sortierung der Archivalien innerhalb der Klassifikationsgruppen erfolgte in der Regel zuerst nach Aktenzeichen und dann nach Laufzeit. Soweit sie dem Verständnis dienen, wurden Zusatzinformationen verwendet.</p>
                <p>Einige Bestandsspezifika erforderten ein besonderes Herangehen an bestimmte Verzeichnungsangaben, wie sie bereits bei anderen Beständen (vgl. R 4601 Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen) zur besseren Verständlichkeit praktiziert wurden. Um z.B. Strecken- und Leitungsführungen sowie Verkehrsverbindungen kenntlich zu machen und gegenüber anderen Begrifflichkeiten abzugrenzen, sind diese im Gegensatz zur üblichen Schreibweise bei Doppelnamen, Straßen-namen usw. mit einem Leerzeichen vor und nach dem Bindestrich versehen (z.B.: Eisenbahnverbindung Wittenberg - Halle - Leipzig - Bitterfeld - Dessau oder Seekabel Emden - Azoren; aber: Berlin-Charlottenburg oder Ludwig-Feuerbach-Straße).</p>
                <p>Wo es notwendig erschien, sind geografische Bezeichnungen näher erläutert worden. So sind zum Teil die heutigen polnischen Namen von Orten, die früher deutsche Namen trugen, ergänzend in Klammern gesetzt worden, z.B. Stettin (Szczecin), Breslau (Wroclaw). Missverständlich konnten auch Angaben über frühere Kolonialgebiete sein, da nicht immer klar war, ob es sich um eine deutsche Kolonie in Afrika oder um ein anders verwaltetes afrikanisches Land/Gebiet handelte. Die unter deutscher Kolonialherrschaft gestandenen Gebiete werden daher so bezeichnet, wie sie heute allgemein üblich in offenen Nachschlagewerken dargestellt werden, also Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Samoa usw.</p>
                <p>Wenn nicht schon eine Indexierung vorlag, wurde auf selbige angesichts der Volltext-Recherchiermöglichkeit der Daten verzichtet. Die nur fragmentarisch vorliegende Indexierung wurde zudem für die Druckausgabe, die lediglich Sicherungs-zwecken dient und keine Publikation darstellt, nicht extra ausgeworfen.</p>
                <p>Ein kleiner Teil der in großer Menge vorliegenden Abkürzungen, besonders aus dem technischen Bereich, konnte nicht aufgelöst werden.</p>
                <p>Die archivische Gliederung der Abteilung München nach dem Aktenplan von 1926 und den auf dieser Grundlage erstellten Findbüchern blieb weitgehend erhalten. Im Sinne der Erhaltung der historischen Überlieferung wurden die Akten der Abteilung München nicht den einzelnen Klassifikationsgruppen des Bestandes R 4701 zugeordnet, so dass dieser Bestandsteil ein autarkes Gebilde darstellt. Bis dahin unverzeichnete Akten derselben Provenienz fanden dementsprechend Eingang. Größtenteils wurde die original überlieferte Verzeichnung und Schreibweise aus den bisherigen Findbüchern verwendet.</p>
                <p>Personalakten und personenbezogene Akten des Bestandes R 4701 Reichspostministerium sind extra in einer Personen-datenbank erfasst.</p>
                <p>Seit April 2009 ist der Bestand R 4701 Reichspostministerium im Internet auf der Seite des Bundesarchivs recherchierbar, eine Upgrade folgte nach dem Abschluss der Bestandsarbeiten im Jahre 2014.</p>
                <p>Es liegt eine Druckfassung der Findbücher für Teil I und II vor. Auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Bundesarchiv und dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv hat letzteres eine Druckfassung des Findbuches des Bestandsteiles II Abteilung München erhalten.</p>
                <p>Der Bestand R 4701 Reichspostministerium belegt den historischen Zeitraum von 1867 bis 1945. Alle Archivalien befinden sich in Berlin. Die Akten sind in geeigneten Mappen und Kartons gelagert. Ein Teil der Archivalien ist restaurierungsbedürftig, dazu liegen die Angaben beim bestandsführenden Referat.</p>
                <p>Insgesamt handelt es sich bei ca. 850 laufenden Metern um eine Gesamtzahl von 28.743 Verzeichnungseinheiten.</p>
                <p>Weitere Überlieferungen</p>
                <p>Im Bundesarchiv enthalten eine ganze Reihe von Beständen Akten mit Bezug auf die Thematik, unter anderem R 2 Reichsfinanzministerium, R 55 Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, R 4702 Reichspostzentralamt, R 4703 Oberpostdirektionen des ehemaligen Deutschen Reiches, R 4704 Der Sonderbeauftragte der Deutschen Reichspost in Spanien, R 4705 Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost, R 907 Sammlung Geschäftsberichte, R 43 Reichskanzlei, R 4606 Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt, DM 3 Ministerium für Post- und Fernmeldewesen, B 257 Bundesministerium für Post- und Telekommunikation. Im Bundesarchiv-Militärarchiv enthalten die Militärbiografische Sammlung MSG 1 und die Militärgeschichtliche Sammlung MSG 2 etwa 3.000 Feldpostbriefe. Im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem befinden sich unter der Bestandsbezeichnung I. HA Rep. 103 Generalpostmeister bzw. Generalpostamt 77 laufende Meter Archivalien aus den Jahren 1646 bis 1867.</p>
                <p>Die Staatsarchive der Länder, regionale und kommunale Archiven verfügen über eine große Anzahl an Archivdokumenten zum Thema, vielfach sind Online-Recherchen und Aktenbestellungen über das Internet zur Vorbereitung von Archiv-besuchen möglich.</p>
                <p>Literatur:</p>
                <p>Sautter, Karl, Geschichte der Deutschen Post.</p>
                <p>Teil 3: Geschichte der Deutschen Reichspost 1871-1945.- Frankfurt (Main) 1951,</p>
                <p>Lotz, Wolfgang und Gerd R. Ueberschär: Die deutsche Reichspost 1933-1945. Eine politische Verwaltungsgeschichte.- Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1999,</p>
                <p>Band I Wolfgang Lotz: 1933- 1939,</p>
                <p>Band II Gerd R. Ueberschär: 1939-1945.</p>
                <p>Anmerkungen der Druckfassung (Fußnoten) technisch nicht möglich.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsblatt der Deutschen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung ( ab Jg. 5, Nr.20: ... des Reichspostamts, ab Jg. 44, Nr. 21: ... des RPM), Jg. 1-70, Berlin 1876-1945 [RD 94].</p>
                <p>Deutsches Postarchiv (ab Jg.3: Archiv für Post und Telegraphie), hrsg. i.A. des RPM, Jg. 1-68, Berlin 1873-1940, bis Jg. 48 (1920) = Beiheft zum Amtsblatt des RPM</p>
                <p>Post-Nachrichtenblatt (ab Jg. 4[1923] = Nachrichtenblatt des RPM), Jg. 1-5, Berlin 1920- 1924.</p>
                <p>Deutsche Postgeschichte, Hrsg. i.A des RPM, Bde 1-4, Leipzig 1937-1943.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Die Deutsche Reichspost 1933 - 1945. Eine politische Verwaltungsgeschichte. 2 Bde, Bd 1 1933-1939 von Wolfgang Lotz, Bd 2 1939-1945 von Gerd R. Ueberschär, Berlin 1999</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 373-375.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1. Zur Geschichte der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Vorgeschichte bis 1867</p>
                <p>In Deutschland hatte sich infolge der territorialen Zersplitterung des Reiches ein einheitliches Postwesen nicht entwickeln können. Noch in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts existierten 17 selbständige Landespostgebiete neben der „Reichs-Post&quot; der Fürsten von Thurn und Taxis, die bereits im 16. Jahrhundert vom Kaiser mit der Ausübung des Postregals beauftragt worden waren und seitdem vor allem in den kleineren und kleinsten deutschen Territorien wirkte. Durch den Abschluss von Verträgen zwischen einzelnen Ländern des Deutschen Bundes, darunter die Gründung des Deutsch-Österreichischen Postvereins im Jahre 1850, wurden zwar Schritte zur Einheit im Postverkehr getan; jedoch bestanden 1866 noch 9 Landespostgebiete in Deutschland. Als bedeutendste Staatspost auf Landesebene hatte sich die Post im Königreich Preußen herausgebildet.</p>
                <p>Vom Norddeutschen Bund bis zur Reichsgründung (1867-1871)</p>
                <p>Die Verfassung des Norddeutschen Bundes vom 24. Juni 1867 erklärte das Post- und Telegraphenwesen zur Bundesangelegenheit. In der Gliederung der norddeutschen Postverwaltung wurden die in Preußen schon seit 1849 bestehenden Oberpostdirektionen als Mittelbehörden übernommen. Das preußische Postwesen wurde somit auf den Bund übertragen und die norddeutschen Postverwaltungen gingen in ihm auf, so dass die Norddeutsche Bundespost (1868-1871) unter Führung Preußens die erste einheitliche Staatspost auf deutschem Boden war. Ihre obere Leitung nahm das Bundeskanzleramt wahr, in ihm gliederte sich dazu das bisherige preußische Generalpostamt als Abteilung I ein. Daneben trat die Generaldirektion der Telegraphen als Abteilung II.</p>
                <p>Die Post im Deutschen Reich von 1871 bis 1919</p>
                <p>Den Grundstein der Deutschen Reichspost bildet die Reichsverfassung vom 16. April 1871. Das einzige Gebiet des Verkehrswesens, auf dem das Reich seine staats- und verkehrspolitischen Zwecke unmittelbar zu fördern vermochte, war das Post- und Telegraphenwesen. Die als unmittelbare Reichsverwaltung aufgebaute Reichspost erstreckte ihre Wirksamkeit auf das ganze Reichsgebiet mit Ausnahme der Staaten Bayern und Württemberg, die sich für ihre inneren Postverhältnisse das sogenannte Postreservat einräumen ließen.</p>
                <p>Das Post- und das damals noch selbständige Telegraphenwesen waren damit Reichssache. Organisatorisch verschmolzen beide Verwaltungen am 1. Januar 1876 mit der Schaffung die „Reichspost- und Telegraphenverwaltung&quot; als oberster Behörde, die sich aus dem Generalpostamt und der Generaldirektion der Telegraphen zusammensetzte. Beide unterstanden dem Generalpostmeister und bildeten zunächst die I. und II. Abteilung des Reichskanzleramts. Die so geschaffene Verbindung von Post- und Telegraphenwesen ist danach nicht mehr gelöst worden. Hinzu kam, dass der Generalpostmeister aus dem Reichskanzleramt herausgelöst und verselbständigt wurde. Der kaiserliche Erlass vom 23. Februar 1880 fasste Generalpostamt und Generaltelegraphenamt auch organisatorisch zusammen. Das nun entstanden Reichspostamt war damit den anderen obersten Reichsbehörden gleichgestellt. Seine Leitung hatte der preußische Generalpostmeister Heinrich von Stephan (1831-1897) inne, der schon 1870 an die Spitze des Generalpostamtes gerückt war.</p>
                <p>Die neue Gestaltung des Reichspostwesens bedeutete für die Verkehrsentwicklung zweifellos einen Fortschritt. Wirtschaftlicher Aufstieg, steigende Bedeutung des deutschen Außenhandels, der Erwerb von Kolonien und die Erschließung der Meere, mithin die weltpolitische und weltwirtschaftliche Bedeutung Deutschlands, stellten auch Post und Telegraphie vor besondere Herausforderungen. So wurde unter Heinrich von Stephans Führung der Weltpostverein im Jahre 1874 geschaffen. Auslands- und Kolonialpostämter nahmen ihre Arbeit auf.</p>
                <p>Während des 1. Weltkrieges wurde die bereits seit dem 18. Jahrhundert in Preußen zu Kriegszeiten existierende Feldpost reaktiviert. Sie unterstand dem Feld-Oberpostmeister im Großen Hauptquartier und war in Armeepostdirektionen, Feldpostinspektionen, -ämter und -stationen untergliedert. In den okkupierten Gebieten beseitigte die Deutsche Reichspost die dortigen Landespostverwaltungen und schuf eigene Posteinrichtungen in Belgien, auf polnischem Gebiet und in Rumänien. Die im Baltikum wirkende Deutsche Post- und Telegraphenverwaltung im Postgebiet des Oberbefehlshabers Ost (November 1915 bis Dezember 1918; seit August 1918: Militärpostdirektion beim Oberbefehlshaber Ost) war eine militärische Dienststelle und dem Stab Oberost angegliedert.</p>
                <p>Weimarer Republik (1919-1933)</p>
                <p>Einen bedeutsamen Fortschritt brachte die Reichsverfassung von 1919 durch die Vereinheitlichung des Post- und Fernmeldewesens in der Hand des Reichs. Im Zusammenhang mit der Schaffung parlamentarisch verantwortlicher Reichsminister durch das Gesetz über die vorläufige Reichsgewalt vom 10. Febr. 1919 legte der Erlass des Reichspräsidenten vom 21. März 1919 die neuen Bezeichnungen der obersten Reichsbehörden fest. Dabei wurde auch das Reichspostamt in Reichspostministerium umbenannt.</p>
                <p>Eine weitere Folge der staatlichen Umwälzung von 1918/19 waren die Staatsverträge vom 29. und 31. März 1920, durch die auch die Postverwaltungen Württembergs und Bayerns auf das Reich übergingen. Allerdings behielten sie noch immer eine gewisse Sonderstellung. Die Oberpostdirektion Stuttgart war zuständig für alle inneren Angelegenheiten des ihr zugewiesenen Verkehrsgebietes, des Landes Württemberg, soweit sie nicht allgemein dem Reichspostministerium vorbehalten waren, und für Bayern wurde sogar eine eigene Abteilung VII (seit 1924 Abteilung VI) mit Sitz in München, einem Staatssekretär an der Spitze und derselben weitgehenden Zuständigkeit wie in der Oberpostdirektion in Stuttgart geschaffen.</p>
                <p>Der Charakter der Reichspost wurde entscheidend geprägt von dem am 1. April 1924 in Kraft getretenen Reichspostfinanzgesetz. Wichtigster Punkt war die Trennung der Post vom übrigen Reichshaushalt. Damit wurde die Deutsche Reichspost als Sondervermögen des Reiches wirtschaftlich verselbständigt. Das Reichspostfinanzgesetz schuf den Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost unter Vorsitz des Reichspostministers. Der Verwaltungsrat hatte über alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen, finanziellen und personellen Angelegenheiten zu entscheiden. Die Ausführung der Beschlüsse des Verwaltungsrats oblag dem Minister bzw. den jeweils zuständigen Strukturteilen des Reichspostministerium.</p>
                <p>Nationalsozialismus (1933-1945)</p>
                <p>Von Anfang an ließ die Behörde keine Zweifel an ihrer Einstellung zum Nationalsozialismus aufkommen: „Für die Deutsche Reichspost war es selbstverständlich, die nationalsozialistischen Ideen, wo immer nur es möglich war, mit aller Kraft zu verwirklichen und sich mit ihrem ganzen Sein und Tun in den Dienst des Führers zustellen&quot;.</p>
                <p>Die formelle Aufhebung des Reichspostfinanzgesetzes durch das Gesetz zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung vom 27. Februar 1934 änderte zwar nichts am Sondervermögensstatus der Deutschen Reichspost, jedoch brachte es einige grundlegende Änderungen. So wurde z.B. der Verwaltungsrat aufgelöst und durch einen Beirat ersetzt, der keine entscheidenden Befugnisse hatte, sondern nur beratende Funktion ausübte. Das Gesetz beseitigte sowohl die Abteilung VI in München als auch die Sonderstellung der Oberpostdirektion Stuttgart, nachdem Hitler einen schon im Mai 1933 unternommenen Vorstoß des Reichspost- und Reichsverkehrsministers, Freiherr von Eltz-Rübenach, sie aufzuheben, noch als verfrüht abgelehnt hatte. Vom 1. April 1934 an traten die letzten Sondervereinbarungen der Reichspost mit den Ländern Bayern und Württemberg außer Kraft, so dass erst von diesem Zeitpunkt an die „vollständige Einheitlichkeit des Post- und Fernmeldewesens in Recht und Verwaltung für das ganze Reichsgebiet hergestellt&quot; war.</p>
                <p>Am 1. Oktober 1934 erhielten die Oberpostdirektionen die Bezeichnung „Reichspostdirektionen&quot;. Ihnen waren die Ämter und Amtsstellen nachgeordnet.</p>
                <p>Durch „Führererlass&quot; vom 2. Februar 1937 wurde die Personalunion zwischen Reichsverkehrs- und Reichspostminister, die seit 1932 bestanden hatte, aufgehoben und mit Wilhelm Ohnesorge (1872 bis 1962) wieder ein Reichspostminister ernannt. Anlass war die Unterstellung der Reichsbahn unter Reichshoheit.</p>
                <p>Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am Ende des zweiten Weltkrieges bedeutete auch das Ende der Deutschen Reichspost. Seine schriftliche Fixierung fand diese Tatsache in den Artikeln 5 und 9 einer Erklärung des Alliierten Kontrollrates vom 5. Juni 1945, wonach „alle Einrichtungen und Gegenstände des ... Nachrichtenwesens ... zur Verfügung der Alliierten Vertreter zu halten&quot; waren und „bis zur Herbeiführung einer Aufsicht über alle Nachrichtenverkehrsmittel&quot; jeglicher Sendebetrieb verboten war.</p>
                <p>Das Post- und Fernmeldewesen bzw. der Betrieb seiner Einrichtungen wurde schließlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten und getrennt nach den vier Besatzungszonen Deutschlands von den jeweiligen Oberbefehlshabern wieder in Gang gesetzt.</p>
                <p>2. Die Aufgabengebiete der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Gesellschaftlicher und technischer Fortschrift sowie die Auswirkungen bedeutender Erfindungen bedingten zwangsläufig sowohl die quantitative Ausdehnung der Kommunikationsbeziehungen als auch deren stetige Verbesserung bis hin zur Einführung und Anwendung neuer Dienste im Post- und Telegraphenwesen.</p>
                <p>Die Beförderung von Postsendungen</p>
                <p>Ein wesentliches Aufgabengebiet der Deutschen Reichspost, die Nachrichtenbeförderung, erstreckte sich zunächst nicht auf alle Postsendungen. Vom sogenannten Postzwang betroffen waren anfangs nur verschlossene Briefe und politische Zeitungen, die nicht im Absendeort verblieben. Alle offenen Sendungen (v.a. Postkarten und Drucksachen) für einen anderen als den Absendeort und Briefe, Pakete u.a. für Empfänger im Absendeort konnten auch durch sogenannte Privatbeförderungsanstalten eingesammelt, befördert und verteilt werden. Solche „Privatposten&quot; siedelten sich vor allem in Großstädten an und traten beispielsweise durch niedrigere Gebührensätze der Deutschen Reichspost in zunehmendem Maße als scharfe Konkurrenten entgegen. Dieser Konkurrenz musste sich die Reichspost entledigen, zumal sie verpflichtet war, kostspielige und z. T. sogar unrentable Zustelleinrichtungen bis in die entferntesten Gegenden des Reiches zu unterhalten. Die Postgesetznovelle vom 20. Dez. 1899 verbot daher ab 1. April 1900 alle gewerbsmäßig betriebenen Privatpostanstalten im Deutschen Reich und dehnte den Postzwang auf verschlossene Briefe innerhalb des Absendeortes aus.</p>
                <p>Die Beförderung von Personen</p>
                <p>Von alters her befasste sich die Post auch mit der Personenbeförderung. Vor dem Aufkommen der Eisenbahnen war die Personenbeförderung mittels Postkutsche das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel und als solches in vielen Ländern auch Bestandteil des Postmonopols. Der Ausbau des Eisenbahnnetzes beschränkte diese Verkehrsbetätigung der Post zwar zunächst sehr, sie gewann aber nach der Erfindung und weiteren Vervollkommnung des Automobils wieder steigende Bedeutung. So kam es seit den Jahren 1906/07 zur Errichtung von Kraftomnibuslinien („Postkraftwagen-Überlandverkehr&quot;, oft auch kurz „Kraftposten&quot; genannt). Sie wurden vor allem in den Jahren 1924 bis 1929 ausgebaut, so dass die Deutsche Reichspost am 1. April 1929 knapp 2000 Kraftpostlinien mit einer Betriebslänge von mehr als 37.000 km unterhielt und zu diesem Zeitpunkt bereits 68 Millionen Reisende beförderte.</p>
                <p>Postüberweisungs- und Postscheckdienst sowie Postsparkassendienst</p>
                <p>Der gewaltige wirtschaftliche und technische Aufschwung in Deutschland nach der Gründung des Deutschen Reiches hatte auch für die Reichspost- und Telegraphenverwaltung zur Folge, dass ihre Kasseneinrichtungen für den immer stärker fließenden Zahlungsverkehr in Anspruch genommen wurden. Neben den Banken übernahm die Post die Regelung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs: Am 1. Januar 1909 wurde in Deutschland der Postüberweisungs- und Postscheckdienst eröffnet (13 Postscheckämter). Sowohl die Zahl der Konten als auch die Höhe der Guthaben nahm in den folgenden Jahrzehnten, ausgenommen die Zeit der beiden Weltkriege, laufend zu.</p>
                <p>Die bankmäßige Tätigkeit der Deutschen Reichspost, „die der Erfüllung staatlicher Tätigkeit, nicht dem Wettbewerb mit der Privatwirtschaft dient[e]&quot;, gliederte sich in fünf Hauptzweige: Postanweisungs-, nachnahme-, Postauftragsdienst, Postüberweisungs- und Scheckdienst, Postsparkassendienst. Letzterer wurde erst nach der Annexion Österreichs (hier gab es bereits seit 1883 eine Postsparkasse) ab 1. Januar 1939 eingeführt.</p>
                <p>Telegraphenwesen und Funktelegraphie</p>
                <p>Obwohl das Telegraphenwesen vor der Gründung der Reichspost noch von einer selbständigen, dem Generalpostamt gleichgeordneten Behörde, verwaltet wurde, stand es bereits seit 1854 in naher Beziehung zur Post. In jenem Jahr übertrug man in Preußen die Ausübung des Telegraphendienstes in kleinen Gemeinden der jeweiligen Postanstalt.</p>
                <p>Eigene Telegraphenstationen gab es in der Regel nur in Städten und größeren Gemeinden, wo der Betrieb sich rentierte. Umfang und Leistungsfähigkeit der technischen Anlagen nahmen stark zu: 1871 gab es im Deutschen Reich (einschließlich Bayern und Württemberg) insgesamt 3.535 Telegraphenstationen mit 107.485 km Telegraphenleitungen und einer Jahresleistung von über 10 Millionen Telegrammen. Dieser Stand wurde bis zum Beginn des ersten Weltkrieges um das Sechsfache übertroffen.</p>
                <p>Im Unterschied zu den USA, wo die Bevölkerung den Fernsprechverkehr schnell nutzte, wollte sich die deutsche Öffentlichkeit offenbar zunächst nicht mit der neuen Einrichtung des Fernsprechwesen anfreunden. Generalpostmeister Stephan ließ schon 1877 eine erste Fernsprechleitung zwischen dem Generalpostamt in der Leipziger und dem Generaltelegraphenamt in der Französischen Straße errichten und veranlasste bald darauf Versuche auf weitere Entfernungen. Noch im Jahre 1880 fand ein Aufruf von Stephans zur Teilnahme an einer Stadtfernsprechanlage in Berlin jedoch nur geringen Zuspruch, so dass hier die erste Vermittlungsstelle für den Ortsverkehr im Januar 1881 mit nur 8 Teilnehmern den Betrieb aufnahm. Man erkannte jedoch bald die Vorteile des Fernsprechverkehrs und die Verbreitung des Telefons nahm schnell zu. In München wurde zuerst 1884 der 24-Stunden-Dienst im Fernsprechverkehr aufgenommen und Berlin eröffnete im Mai 1889 bereits die 10. 000. Sprechstelle. Bereits 1896 gab es in Deutschland 130.000 „Fernsprechstellen&quot;; 1920 waren es ca. 1,8 Millionen, 1930 über 3 Millionen und 1940 fast 5 Millionen Anschlüsse.</p>
                <p>Der Entwicklung und dem Ausbau der drahtlosen Telegraphie, also des Funkwesens, wandte die Post bereits seit der praktischen Erprobung der Hertzschen elektromagnetischen Wellen, d.h. seit 1895, große Aufmerksamkeit zu. Von Anfang an bestand kein Zweifel darüber, dass die Reichspost für das Funkwesen (als einer Art der Nachrichtenbeförderung) zuständig war. Nachdem die ersten Funktelegraphiegeräte in Deutschland von den Firmen Siemens und AEG produziert und 1890 die ersten öffentlichen Funkstellen in Betrieb genommen worden waren, begann ein geregelter Funkdienst im Deutschen Reich.</p>
                <p>In den folgenden Jahrzehnten behielt die Reichspost das ausschließliche Recht zur Errichtung und zum Betrieb von Funkanlagen. Sie war jedoch nicht in der Lage, alle damit verbundenen Leistungen selbst auszuführen und delegierte deshalb z. T. dieses Recht an andere Unternehmungen. So existierten schließlich 3 Gruppen von Funkdiensten:</p>
                <p>- der von der Reichspost mit eigenen Funkstellen betriebene Funkdienst (Seefunk, Flugfunk),</p>
                <p>- der von Gesellschaften betriebene Funkdienst. Die „Transradio AG für drahtlosen Überseeverkehr&quot; führte in den Jahren 1921-1932 den gesamten</p>
                <p>Überseefunkverkehr im Auftrag der Deutschen Reichspost durch. Hochseefunk, Zugfunk und dem Polizeifunk sind auf ihren Gebieten Rechte in ähnlicher</p>
                <p>Weise verliehen worden,</p>
                <p>- die Funkdienste öffentlicher Verkehrsträger wie Reichsbahn, Reichsautobahnen und Wasserstraßen.</p>
                <p>Rundfunk und Fernsehen</p>
                <p>Die ausschließliche Kompetenz für das Funkwesen erstreckte sich auch auf den nach dem 1. Weltkrieg entstehenden Rundfunk. Für diesen neuen Tätigkeitsbereich der Post, waren mehr als für andere Aufgabengebiete rechtliche und organisatorische Fragen zu lösen. Für die Beziehungen zwischen Post und Rundfunk sind zwei Phasen zu unterscheiden:</p>
                <p>a) Von 1923 bis 1933 war die Deutsche Reichspost zuständig für alle gesetzgeberischen Angelegenheiten, den Erlass der Benutzungsbestimmungen, die Erteilung der Genehmigungen, die Festsetzung und Erhebung von Gebühren, die Errichtung der Sender, die Durchführung des technischen Betriebes sowie die Überwachung der Wirtschaftsführung. Die grundsätzliche Regelung der bei der Programmgestaltung auftretenden politischen und kulturellen Fragen stand dem Reichsministerium des Innern gemeinsam mit den Länderregierungen zu. Den Rundfunkbetrieb selbst überließ die Reichspost Gesellschaften, denen sie eine Genehmigung hierzu erteilte.</p>
                <p>Als Dachorganisation fungierte die 1923 gegründete Reichsrundfunkgesellschaft, an der die Deutsche Reichspost durch Kapital- und Stimmenmehrheit maßgeblich beteiligt war und an deren Spitze der Rundfunkkommissar der Deutschen Reichspost stand.</p>
                <p>b) Im Jahre 1933 übernahm das neu geschaffene Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda alle organisatorischen und geschäftsführenden Fragen des Rundfunks; die Deutsche Reichspost blieb nur noch für Kabelnetz und Sendeanlagen, für Zulassungen, Gebührenerhebung und Rechnungslegung verantwortlich. Infolge des Reichskulturkammergesetzes vom 22. Sept. 1933 stand die Reichsrundfunkkammer an der Spitze des Rundfunkwesens, in der die Reichsrundfunkgesellschaft und einige andere Verbände vertreten waren. Damit begann die absolute Unterordnung des Rundfunks unter die nationalsozialistische Diktatur.</p>
                <p>Die ersten Versuche des Fernsehens sind, ebenfalls unter der Regie der Deutschen Reichspost, bereits in den zwanziger Jahren unternommen worden. Die Post blieb auch in den folgenden Jahren wesentlich an der wissenschaftlich-technischen Entwicklung des Fernsehens beteiligt. Nachdem auf der Funkausstellung Berlin 1932 eine verbesserte Braunsche Röhre gezeigt worden war, wurden im Geschäftsbericht der Deutschen Reichspost 1933 Fernsehversuchssendungen im Bereich eines großen Stadtgebiets als praktisch durchführbar bezeichnet. Im März 1935 richtete die Deutsche Reichspost im Reichspostmuseum in Berlin die erste öffentliche Fernsehstelle der Welt ein, in der die Bevölkerung unentgeltlich den Empfang der Programme verfolgen konnte. In die Programmgestaltung teilten sich das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und die Reichsrundfunkgesellschaft (RRG). Für die Sendeanlagen war die Reichspostministerium-Tochtergesellschaft „Reichspost-Fernseh-GmbH&quot; (seit 1939) und auch das Reichsministerium für Luftfahrt „mit Rücksicht auf die besondere Bedeutung für die Flugsicherung und den nationalen Luftschutz&quot; zuständig.</p>
                <p>3. Die Organisation und Struktur der Deutschen Reichspost</p>
                <p>Die Post besaß von allen Reichsverwaltungszweigen den umfangreichsten und am klarsten strukturierten behördlichen Unterbau. Er wurde 1871 vom preußischen Postwesen übernommen und war seitdem bis zur Zerschlagung des Deutschen Reichs 1945 in folgende 3 Stufen gegliedert:</p>
                <p>Das Reichspostamt /Reichspostministerium</p>
                <p>Die neue oberste Reichsbehörde gliederte sich seit 1880 in die drei Abteilungen für Post (I), für Telegraphen- (und bald Fernsprech-)wesen (II) und für Personal-, Etat-, Rechnungs- und Bauwesen (III). Wenig später wurde von Stephan zum Staatssekretär ernannt und damit auch äußerlich den Leitern der übrigen inzwischen errichteten Reichsämter gleichgestellt. Die Abteilung III wurde 1896 geteilt. Der nun neuen Abteilung III wurden die allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten zugewiesen, während fortan die Abteilung IV das Personal-, Kassen- und Rechnungswesen zu bearbeiten hatte. Später gingen Kassen- und Rechnungswesen wieder auf die Abteilung III über und Abteilung IV behielt nur die Personalangelegenheiten. Ab 1919, nunmehr als Reichspostministerium, erweiterten eine fünfte Abteilung für das Funkwesen und eine sechste für soziale Angelegenheiten die Organisationsstruktur. Die Abteilung VI fiel allerdings nach der Inflation 1924 wieder fort, und zugleich vertauschten die Abteilungen III und V ihre Bezeichnungen, so dass in dieser das Haushalts-, Kassen- und Bauwesen, in jener das Telegraphen- und Funkwesen bearbeitet wurden, während die Abteilung II für das Fernsprechwesen, anfangs noch vereinigt mit den Telegraphenbauangelegenheiten, zuständig war. Am 1. Juni 1926 trat eine weitere Abteilung für Wirtschafts- und Organisationsfragen hinzu, die aus dem bisherigen Wirtschaftsreferat gebildet wurde.</p>
                <p>Seit 1926 gab es schließlich die folgenden acht Abteilungen:</p>
                <p>Abt. I Postwesen</p>
                <p>Abt. II Telegraphen- und Fernsprechtechnik und Fernsprechbetrieb</p>
                <p>Abt. III Telegraphenbetrieb und Funkwesen</p>
                <p>Abt. IV Personalwesen</p>
                <p>Abt. V Haushalts-, Kassen, Postscheck- und Bauwesen</p>
                <p>Abt. VI in München, für Bayern, 1934 aufgelöst</p>
                <p>Abt. VII für Württemberg, 1934 aufgelöst</p>
                <p>Abt. VIII Wirtschaftsabteilung. Ab 1934 Abt. VI, später als Abt. für Kraftfahrwesen, Maschinentechnik und Beschaffungswesen bezeichnet. Ab 30.11. 1942 Abt. VII: Verselbständigung aller Funk- und Fernsehangelegenheiten aus Abt. III (seit 1940 bereits als „Sonderabteilung Fl&quot; unmittelbar dem Staatssekretär Flanze [zugleich Präsident des Reichspostzentralamts] unterstellt)</p>
                <p>Das Ministerium wurde unter der nationalsozialistischen Herrschaft 1938 um eine Zentralabteilung (Min-Z) für politische Aufgaben und Fragen der Personalführung erweitert. Während des Krieges traten eine Auslandspolitische und eine Kolonialabteilung sowie eine Abteilung Ost hinzu. Vorübergehend wurde auch eine Sonderabteilung F 1 für Rundfunkangelegenheiten gebildet.</p>
                <p>Während des 2. Weltkrieges richtete sich die Organisation des Postwesens in den annektierten und besetzten Gebieten nach der Art und Intensität ihrer Einbeziehung in den nationalsozialistischen Machtbereich. In den annektierten Gebieten wurde die Postverwaltung vollständig von der Deutsche Reichspost übernommen. In den meisten besetzten Gebieten dagegen blieben die Posteinrichtungen der jeweiligen Länder bestehen. Neben ihnen arbeitete die Feldpost weiter. Für die Versorgung der deutschen Besatzungsbehörden entstand in verschiedenen Verwaltungsgebieten, so z. B. im „Protektorat Böhmen und Mähren&quot; (1939-1945), in den Niederlanden (1940-1945), Norwegen (1942-1945), „Adria und Alpenland&quot; (beide 1943-1945), „Ostland&quot; und „Ukraine&quot; (beide 1941-1944) eine Deutsche Dienstpost. Die Deutschen Dienstposten „Ostland&quot; und „Ukraine&quot;, jeweils unter einem Generalpostkommissar, versahen zugleich die Geschäfte der als Landespost fingierten „Deutschen Post Ostland&quot; bzw. „Deutschen Post Ukraine&quot;. Die vom Reichspostministerium unternommenen Versuche einer zentralen Leitung des Nachrichtenwesens aller annektierten und überfallenen Gebiete scheiterten an dem letztlich durchgesetzten Grundsatz von der Einheit der Verwaltung im jeweiligen Territorium.</p>
                <p>Für die Erledigung spezieller Sachgebiete bestanden im Reichspostministerium eine Reihe von Fachbüros, wie z. B. das Feldpost-, Kraftfahr-, Bauverwaltungs- und Scheckbüro.</p>
                <p>Dem Reichspostministerium waren folgende Dienststellen unmittelbar angegliedert bzw. unterstellt:</p>
                <p>- die Generalpostkasse als Organ der gesamten Kassenverwaltung des Post- und Telegraphenwesens</p>
                <p>- das Postanweisungsamt. Es wurde vom 1. April 1912 ab der Oberpostdirektion Berlin als Postrechnungsamt unterstellt</p>
                <p>- das Postzeitungsamt, ab 1. Januar 1918 ebenfalls der Oberpostdirektion Berlin unterstellt;</p>
                <p>- die Postversicherungskommission für Angelegenheiten der Unfall- u.a. -fürsorge, die am 1. August 1926 auf die neu gegründete Versorgungsanstalt der</p>
                <p>Deutschen Reichspost überging. Mit dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts wurde die vorher unterschiedlich geregelte Zusatzversorgung für das</p>
                <p>Postpersonal vereinheitlicht: Die Beiträge wurden zu zwei Dritteln von der Deutsche Reichspost und zu einem Drittel von den Versicherten selbst</p>
                <p>getragen.</p>
                <p>- das Telegraphentechnische Reichsamt, 1920 gegründet. 1928 übernahm es weitere Aufgaben aus dem Reichspostministeriumsbereich, wie z. B.</p>
                <p>Bahnpostfragen, Poststatistik, Ausbildungs- und Unterrichtsangelegenheiten, Kassen- und Rechnungswesen und Beschaffungswesen und wurde in</p>
                <p>Reichspostzentralamt umbenannt</p>
                <p>- das Reichspostmuseum, geschaffen 1872;</p>
                <p>- die Reichspostbaudirektion, 1937 gebildet zur Realisierung der postdienstlichen Bedürfnisse bei der baulichen Neugestaltung Berlins.</p>
                <p>- das nach der Annexion Österreichs im März 1938 übernommene Postsparkassenamt in Wien. Es hatte in unmittelbarer Unterordnung unter das</p>
                <p>Reichspostministerium die zentrale Kontenführung für den Postsparkassendienst wahrzunehmen, nachdem dieser auf das Altreich ausgedehnt wurde.</p>
                <p>Eine Sonderstellung kam dem „Postschutz&quot;, einer paramilitärischen Vereinigung unter dem Dach des Postministeriums zu. Die Reichsführung der SS und die Oberste SA-Führung einigten sich im Juni 1935 auf verbindliche Regelungen hinsichtlich der Zugehörigkeit von Postbediensteten zur SA oder SS. Der Postdienst und damit auch der Postschutzdienst erhielten Vorrang vor »jeglicher Inanspruchnahme durch die SA und SS. Durch die Beanspruchung für Zwecke der SA und SS außerhalb des Postdienstes darf die ordnungsgemäße Abwicklung des Postdienstes nicht leiden« hieß es. Der Postschutz war uniformiert und einheitlich bewaffnet.</p>
                <p>Spezialprobleme der Fernsehtechnik untersuchte die am 1. Januar 1937 gegründete Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost. Die Reichspostforschungsanstalt war zuständig für die Koordination aller Fernseh-Rüstungsprojekte und Aufträge an die Industrie. Sie beschäftigte sich mit der Weiterentwicklung der Forschungsgebiete zu militärischen Zwecken.Den Aufgabenkreis umreißt ein von Ohnesorge unterzeichnetes Dokument: „1. Fernsehen; 2. allgemeine Physik, insbesondere Atomphysik, Optik, Akustik, Elektronik; 3. Chemie; 4. Sonderaufgaben für den Vierjahresplan.&quot;</p>
                <p>Nicht in den Behördenaufbau der Reichspost eingegliedert, aber mit deren oberster Leitung in Personalunion verbunden, war die Reichsdruckerei. Am 1. Apr. 1879 wurde sie als selbständiges Reichsunternehmen der Reichspost- und Telegraphenverwaltung unterstellt. Durch ihre Erzeugnisse unterhielt sie engste Beziehungen zur Reichspost, da z. B. Postwertzeichen, Postschecks, das Reichskursbuch u.a. für Rechnung der Postkasse hergestellt wurden.</p>
                <p>Die Oberpostdirektionen/Reichspostdirektionen</p>
                <p>Die Oberpostdirektionen (OPD) als Mittelbehörden zwischen der Berliner Zentrale und den Postanstalten entstanden schon 1850 in Preußen. Sie zählten nach ihrer Übernahme in die Reichspost zu den höheren Reichsbehörden. Das Reichspostministerium hat an die OPDen immer zahlreichere Zuständigkeiten delegiert, so dass deren Handlungsfreiheit ständig wuchs und sie allmählich zum Schwerpunkt der Postverwaltung wurden. 1928 kam es zur Errichtung Geschäftsführender Oberpostdirektionen, die zusammenfassend für eine Bezirksgruppe (= mehrere OPD-Bezirke) die Federführung für bestimmte Aufgaben übernahmen (z. B. Ausbildungs- und Unterrichtswesen sowie Beschaffungs- und Versorgungswesen). 1934-1945 als Reichspostdirektionen (RPD) bezeichnet, unterlagen sie in ihrem Gebietsumfang und in ihrer Anzahl vielen Veränderungen. Im Jahre 1943 gab es 51 RPD. Für mehrere OPD/RPD zuständig und insofern auch als Mittelbehörden anzusehen waren die Postscheckämter (1909 gebildet), die Telegraphenbauämter und die Telegraphenzeugämter (1920 eingerichtet).</p>
                <p>Die Postanstalten</p>
                <p>Die Postanstalten, im Bereich der Deutschen Reichspost als Verkehrsämter und Amtsstellen bezeichnet, bildeten die örtlichen Dienststellen der untersten Stufe; sie waren der jeweils räumlich am nächsten gelegenen OPD/RPD untergeordnet. Zu den örtlichen Dienststellen gehörten nicht nur die bis 1924 in 3 Klassen eingeteilten Postämter (erst seit 1924 einheitliche Bezeichnung Postamt), sondern auch die diesen unterstellten Postagenturen, Posthilfsstellen, Bahnpostämter, Telegraphen- und Fernsprechämter sowie öffentliche Sprechstellen in den Gemeinden. Im Jahre 1942 gab es im Deutschen Reich ca. 70.000 solcher Ämter und Amtsstellen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4702</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 171 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">47.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichspostzentralamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1873-01-01/1928-12-31">1873-1928</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3101 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_09288cf4-3bf0-43d2-8164-efa2b03e54b2"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Teil 1: 1873-1928 (378):</p>
                <p>Verwaltung 1879-1922 (29), Fernkabel- und Verstärkertechnik 1875-1919 (13), Kabel- und Leitungsanlagen 1877-1927 (58), Funkwesen 1905-1928 (44), Apparate und Amtsbautechnik, Nebenstellenanlagen 1911-1914 (1), Bauzeugbeschaffung 1901-1924 (23), Apparate- und Gerätebeschaffung, Erprobungen 1873-1926 (187), Telegrafen- und Fernsprechbetrieb 1890-1919 (12), Unterrichtswesen 1894-1911 (3), Telegrafen- und Fördertechnik 1892-1903 (1).</p>
                <p>Teil 2: Abteilung München des RPZ 1920-1934 (1707):</p>
                <p>Verwaltung und Personal (388), Haushalt, Kassen- und Rechnungswesen, Geldverkehr (113), Postverkehr und -betrieb (354), Bau und Unterhaltung der Telegraphen-, Fernsprech- und Funkanlagen (392), Postbauwesen (15),Telegraphen- und Fernsprechverkehr und -betrieb (122), Funkverkehr und -betrieb, Allgemeines (24), Rundfunkdienste (15), Unterhaltungsrundfunk (164), Allgemeine Angelegenheiten, v.a. Dienstanweisungen, Presse, Postgeschichte (120).</p>
                <p>Teil 3: 1896-1954, überwiegend 1926-1945 (812):</p>
                <p>(Ungeordnet) Technische Einrichtungen der Fernmeldedienststellen und Fernsprechvermittlungsstellen nach OPD-Bezirken A-Z, Internationaler Beratender Ausschuss für Fernsprechwesen (CCI und CCIF), Bahnpostwagen, Rohrpostanlagen, Gerätebeschaffung, Wertzeichengeber, Mischungspläne, Apparate-, Übertragungs- und Kabeltechnik, häusliche Prüfungsarbeiten u.a.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen aus dem Reichspostzentralamt, Bd 15-23, Berlin 1931-1945 (vorher unter dem Titel: Mitteilungen aus dem Telegraphenversuchsamt, Bd 1-7, Berlin 1892-1914; Mitteilungen aus dem Telegraphentechnischen Reichsamt, Bd 8-14, Berlin 1925-1929). [RD 95] - Deutsche Reichspost. Verzeichnis der Fernschreibteilnehmer, hrsg. vom Reichspostzentralamt. Nach dem Stande von ..., Berlin 1938-1943. - Das Reichspostzentralamt - Ein Erinnerungsbuch, hrsg. vom Reichspostzentralamt, Berlin 1929.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 389.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1920 Zusammenfassung mehrerer Dienststellen im Bereich der Deutschen Reichspost (DRP) zum Telegrafentechnischen Reichsamt (TTRA) als nachgeordnete Behörde des Reichspostministeriums (vgl. Bestand R 4701); April 1928 Umbenennung des TTRA in Reichspost‧zentralamt (RPZ); bearbeitete alle außerhalb des eigentlichen Geschäftskreises des RPM liegenden zentralen Aufgaben der allgemeinen Verwaltung, der Abwehr, des Betriebes, des Baus und der Technik, vor allem Arbeitspsychologie, Poststatistik, Bahnpost-, Ausbildungs- und Unterrichtsfragen sowie Kassen- und Rechnungswesen der Deutschen Reichspost. Das RPZ war geglie‧dert in ein Präsidialamt und zehn Fachämter, die vom Präsidenten bzw. von Abteilungspräsi‧denten geleitet wurden; dem RPZ waren zeitweise die Generalpostkasse, das Postrech‧nungsamt, das Reichspostmuseum und die Kursbuchstelle des Reichspostministeriums unterstellt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 5</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsministerium</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1865-01-01/1952-12-31">(1865) 1919-1945 (-1952) </unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14711 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Eisenbahnabteilungen:</p>
                <p>Grundlegendes zur Reichsbahn im Rahmen des Staats- und Völkerrechts 1912-1939 (137), Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der Deutschen Reichsbahngesellschaft 1901-1944 (76), Grundsätzliches zur Deutschen Reichsbahn ab 1937, einschließlich des Verwaltungsrats 1920-1946 (133)</p>
                <p>Allgemeine Verwaltung und Organisation (725): v.a. Beziehungen zu Behörden, Institutionen, Organisationen und Verbänden 1901-1946 (137), Neuerungen, Erfindungen, Patente 1923-1945 (71), Privatbahnen und Kleinbahnen 1883-1945, 1957 (218), Gliederung der Verwaltung 1895-1944 (57), Geschäftsverteilung und Schriftgutverwaltung 1875-1945 (35)</p>
                <p>Finanzen und Steuern (588): v.a. Finanzlage der Reichsbahn, Finanzausgleich 1919-1953 (178), Haushalt des RVM 1919-1945 (85), Kassen- und Rechnungswesen, Mittelwirtschaft 1919-1945 (171), Abrechnung von Leistungen 1915-1945 (88), Abgaben, Gebühren, Steuern 1894-1945 (35)</p>
                <p>Rechtswesen (347): v.a. allgemeine Rechtsfragen 1919-1945 (82), Vertrags- und Verdingungswesen 1919-1944 (38), Vermietungen und Verpachtungen 1900-1945 (52), Liegenschaften und Enteignungen 1897-1944 (108)</p>
                <p>Personal- und Sozialwesen (442): v.a. allgemeine Personalangelegenheiten, Personalwirtschaft 1895-1945 (159), Personalrecht 1912-1945 (147), Aus- und Weiterbildung 1906-1945 (51), Sozialwesen, Wohnungen und Siedlungen, Versicherungen 1915-1944 (151)</p>
                <p>Allgemeine Verkehrsfragen (320): u.a. Personenverkehr 1901-1945 (31), Güterverkehr 1913-1945 (225), Reisegepäck-, Eil- und Expressgutverkehr 1919-1945 (18), Kraftwagenverkehr 1921-1945 (16)</p>
                <p>Tarife (377): u.a. Transportrecht 1919-1945 (35), Güter- und Tiertarife, v.a. Gütertarifarten A-Z 1919-1945 (220), Militärtarif 1890-1943 (8)</p>
                <p>Betrieb (567): v.a. grundlegende Merkblätter und Vorschriften für den Betriebsdienst 1920-1945 (60), Fahrdienstvorschriften 1908-1945 (30), Fahrpläne und Fahrkarten 1903-1945 (54), Lokomotiv- und Wagendienst 1904-1945 (60), Betriebsüberwachung, Luftschutz 1921-1945 (46), Sicherungs- und Fernmeldewesen 1910-1951 (85), Wärme- und Energiewirtschaft 1898-1945 (104)</p>
                <p>Bauwesen (1.383): v.a. Ausbau von Strecken in den Reichsbahndirektions-Bezirken 1907-1944 (81), Brücken-, Beton- und Eisenbetonbauten 1923-1950 (191), Oberbau.- Gleise und Bettung 1924-1948 (83), Wegesachen 1907-1945 (79), Bahnhöfe und Rangieranlagen 1847-1951 (235), Neubau von Bahnen 1853-1944 (475), Bau und Ausrüstung von Strecken für den elektrischen Zugbetrieb 1921-1944 (161), Schiffsbau und Schifffahrt 1920-1944 (22)</p>
                <p>Maschinentechnik und Einkauf (1.462): v.a. Fahrzeugwirtschaft, v.a. Dienstvorschriften, Brems-, Lok-, Personen- und Güterwagenausschuss 1905-1945 (224), Einkauf von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen 1888-1945 (159), Bauart von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen, v.a. Triebfahrzeuge und Wagen 1909-1945 (563), Maschinen und maschinenartige Anlagen 1922-1945 (104), Werkstättenwesen 1909-1945 (176), Zeug- und Stoffwirtschaft 1912-1944 (90)</p>
                <p>Internationale Eisenbahnorganisationen, Beziehungen zum Ausland (441): v.a. Internationaler Eisenbahnverband (IEV) 1907-1944 (246), Beziehungen zu einzelnen Ländern A-Z 1886-1945 (150)</p>
                <p>Findbuch: Eisenbahnabteilungen (2005)</p>
                <p>Handakten leitender Mitarbeiter 1903-1945 (247)</p>
                <p>Binnenschifffahrt und Seeverkehr:</p>
                <p>Binnenschifffahrt: Organisation und Personal 1917-1946 (30), Grundsatzfragen 1919-1944 (300), einzelne Wasserstraßen 1921-1944 (79), Polizei- und Verkehrsvorschriften 1920-1945 (125), Tarifpolitik 1906-1944 (74), wirtschaftliche und soziale Fragen, Unterstützungsmaßnahmen 1919-1945 (290), Transport- und Verkehrsleitungen, v.a. für die Donau 1920-1945 (142), Abgaben und Gebühren, Statistik 1894-1944 (286), Eichwesen 1910-1944 (39), internationale Stromkommissionen 1920-1944 (368), Wasserbautechnik: Grundsatzfragen (1848) 1918-1944 (41), einzelne Gewässer 1885-1945 (134), Kanäle 1896-1944 (67), Talsperren 1899-1945 (19), Häfen 1875-1944 (35), Seezeichen 1868-1943 (224), Hafen-, Maschinen- und Wasserbauämter 1910-1944 (33); Beauftragter für Binnenschiffsbauten 1940-1945 (68)</p>
                <p>Seeverkehr: Organisation und Haushalt 1919-1945 (9), Grundsatzfragen 1871-1945 (47), Seedienst Ostpreußen 1938-1944 (23), nautische, betriebliche und technische Fragen 1919-1945 (182), Personal 1925-1945 (75), Finanzen und Wirtschaft 1932-1945 (11), Kriegsmaßnahmen 1939-1945 (26), Gaubeauftrager für Kranfragen in Hamburg 1942-1945 (16), Erfassung von Hafengerät in den Niederlanden und Belgien 1942-1945 (19)</p>
                <p>Findbuch: Binnenschifffahrt und Seeverkehr (2000)</p>
                <p>Kraftverkehr und Straßenwesen:</p>
                <p>Allgemeine Grundsatzfragen, Organisation und Struktur, Beziehungen zum Ausland 1918-1945 (54); Kraftverkehr: Grundsatzfragen 1920-1944 (74), Personenbeförderung 1924-1945 (140), Güterverkehr 1921-1944 (94), Normung und Typisierung 1926-1944 (9), Forschungen und Erfindungen 1924-1945 (31); Straßenwesen (79): u.a. Grundsatzfragen 1856-1957, 1917-1944 (38), Forschungen und Versuche 1926-1939 (23), Straßenbahnen 1893-1945 (18)</p>
                <p>Bevollmächtigter für den Nahverkehr (Nbv) 1936-1945 (31)</p>
                <p>Luftschifffahrt und Flugverkehr, Wetterdienst 1895-1937 (58)</p>
                <p>Reichs- und Landesverteidigung (73): u.a. Mobilmachung 1935-1945 (17), kriegswichtige Gesetze und Verordnungen 1934-1944 (9), Abwehrmaßnahmen 1933-1944 (12), Transportangelegenheiten 1934-1945 (29), Luftschutzmaßnahmen auf Schiffen 1940-1945 (6)</p>
                <p>Hauptbüro, Verwaltung (599): u.a. Allgemeines 1913-1945 (37), Erlasse des RVM 1938-1944 (73), Struktur und Geschäftsverteilung des RVM insgesamt 1918-1944 (20), Haushalt und Finanzen 1925-1944 (39), Kassen- und Rechnungswesen 1929-1945 (108), Grundstücke, Gebäude und Wohnungen 1874-1945 (7), Personalangelegenheiten 1920-1945 (67), Bibliothek und Presse 1918-1944 (18), berufsständische Gliederung 1933-1944 (97), Reichsverkehrsrat 1933-1943 (77), Beziehungen des RVM zu Dienststellen, Organisationen und Institutionen 1878-1946 (33), Verkehrsorganisation im Ausland 1926-1944 (23)</p>
                <p>Findbuch: Kraftverkehr, Straßenwesen, Luftschifffahrt und übrige Strukturteile (2003)</p>
                <p>Personalakten 1891-1969 (94)</p>
                <p>Abwicklung des Reichsverkehrsministeriums 1945-1951 (7)</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Reichsverkehrsblatt, herausgegeben im RVM. Berlin 1920-1945, RD 97/1</p>
                <p>1920-1924: Abt. A für Eisenbahnen, Abt. B für Wasserstraßen sowie Luft- und Kraftfahrwesen 1925-1929: nur eine Ausgabe, nicht in A und B getrennt 1929-1933: Teil I: Nachrichten für Luftfahrer, Teil II des Reichsverkehrsblatts (Angelegenheiten des Luftfahrwesens)</p>
                <p>1933-1934: nur eine Ausgabe, Teile I und II zusammengefasst</p>
                <p>1934-1945: Ausgabe A für Wasserstraßen, Ausgabe B für Kraftfahrwesen</p>
                <p>1940-1944: Ausgabe A.I. Allgemeines und Ausgabe A. II. für Wasserstraßen und Schiffahrt.</p>
                <p>Die Reichsbahn. Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn (-Gesellschaft). Berlin 1924-1945 ? RD 97/3, siehe auch RD 98?</p>
                <p>1924-1925: Mitteilungen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft</p>
                <p>1925-1933: Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft</p>
                <p>1934-1935: Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft und der Gesellschaft &quot;Reichsautobahnen&quot;</p>
                <p>1936-1938: Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn und der Gesellschaft &quot;Reichsautobahnen&quot;</p>
                <p>1938-1941: Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn und der Reichsautobahnen</p>
                <p>1941-1945: Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 368-372.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juni 1919 zur Übernahme der bisher von den deutschen Bundesstaaten verwalteten Eisenbahnen und Wasserstraßen gegründet; 1920 Schaffung der Deutschen Reichsbahn, die von 1924 an als &quot;Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft&quot; hinsichtlich der Verwaltung und des Betriebs der Eisenbahnen selbstständig war; die Aufsicht über die Reichsbahn und deren Vermögen verblieben im Reichsverkehrsministerium; 1937 Rückgliederung der &quot;Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft&quot; in das Reichsverkehrsministerium; bis 1926 schrittweise Übernahme des Luft- und Kraftfahrwesens, der Binnenschifffahrt und des Seeverkehrs; 1933 Abgabe des Luftverkehrs an den Reichsminister der Luftfahrt (vgl. Bestand RL 1) sowie der Planung des Straßenwesens und der Verwaltung der Hauptverkehrsstraßen an den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen (s. Bestand R 4601); 1941 Übergabe der Wasserstraßenverwaltung an den Generalinspektor für Wasser und Energie (s. Bestand R 4604); 1942 Abgabe des Seeverkehrs an den Reichskommissar für die Seeschifffahrt (vgl. Bestand R 147); nach Gründung des Generalinspektors für das Kraftfahrwesen 1942 im Wesentlichen nur noch für Schienenverkehr und Binnenschifffahrt zuständig.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>GStA</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 5-ANH. I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsministerium (Sammlung Sarter)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1957-12-31">1919-1957</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>194 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>A. Schriftwechsel und Beiträge zur geplanten Publikation 1952-1957 (25); B. Materialsammlung: Generalbetriebsleitungen 1933-1955 (6), Reichsbahndirektionen A-Z 1925-1956 (74), Eisenbahnen in den eingegliederten und besetzten Gebieten.- Einsatz und Tätigkeit deutscher Eisenbahner sowie Zusammenarbeit mit ausländischen Dienststellen, v.a. Organisation, Bau, Betrieb, Fernmeldewesen, Verkehr, Wirtschaft, Personal, Luftschutz, Kriegsschäden 1939-1954 (106, darunter viele Karten), Feldeisenbahnkommandos 1940-1944 (37); C. Auswertung der Materialsammlung nach Sachgesichtspunkten o.Dat (k.A.).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>1979/80 durch das Bundesarchiv übernommene Sammlung des Reichsbahndirektionspräsidenten a.D. Dr. Adolf Sarter (1880-1957) über Leistungen der Deutschen Reichsbahn während des Zweiten Weltkrieges für eine geplante (jedoch nicht erschienene) Publikation; enthält Aktenabschriften und -kopien, darunter Erlasse und Verfügungen, Geschäftsverteilungspläne sowie Berichte einzelner Dienststellen, amtliche Druckschriften, Fahrpläne, Erfahrungs- und Erlebnisberichte, statistische Unterlagen, Zeitungsausschnitte, Karten und Bilder.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juni 1919 zur Übernahme der bisher von den deutschen Bundesstaaten verwalteten Eisenbahnen und Wasserstraßen gegründet; 1920 Schaffung der Deutschen Reichsbahn, die von 1924 an als &quot;Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft&quot; hinsichtlich der Verwaltung und des Betriebs der Eisenbahnen selbstständig war; die Aufsicht über die Reichsbahn und deren Vermögen verblieben im Reichsverkehrsministerium; 1937 Rückgliederung der &quot;Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft&quot; in das Reichsverkehrsministerium; bis 1926 schrittweise Übernahme des Luft- und Kraftfahrwesens, der Binnenschifffahrt und des Seeverkehrs; 1933 Abgabe des Luftverkehrs an den Reichsminister der Luftfahrt (vgl. Bestand RL 1) sowie der Planung des Straßenwesens und der Verwaltung der Hauptverkehrsstraßen an den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen (s. Bestand R 4601); 1941 Übergabe der Wasserstraßenverwaltung an den Generalinspektor für Wasser und Energie (s. Bestand R 4604); 1942 Abgabe des Seeverkehrs an den Reichskommissar für die Seeschifffahrt (vgl. Bestand R 147); nach Gründung des Generalinspektors für das Kraftfahrwesen 1942 im Wesentlichen nur noch für Schienenverkehr und Binnenschifffahrt zuständig.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>GStA</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 5-ANH. II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsministerium (Sammlung Kreidler)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1948-12-31">1942-1948</unitdate>
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                  <extent>151 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Allgemeines, einschließlich der Organisation, des Finanz- und Bauwesens 1920-1975 (10), Bahnschutz und Unruhen 1919-1949 (7), Mobilmachung, Reichsverteidigung, Verhältnis Eisenbahn - Wehrmacht 1904-1971 (4), Organisation und Aufgaben des Militär-/Wehrmachttransportwesens 1914-1974 (16), Feldeisenbahnen und Eisenbahnpioniere 1926-1957 (3), Personalwesen 1939-1976 (3), Betrieb, einschließlich der Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges 1931-1974 (17), Wirtschaft, Transport und Verkehr 1939-1962 (2), Eisenbahnwesen, v.a. während des Zweiten Weltkrieges, in einzelnen Ländern A-Z 1936-1978 (26), Wiederaufnahme des Eisenbahnbetriebes nach 1945 (2); Karten 1833-1944 (148).</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1979 von Ministerialrat a.D. Dipl.Ing. Eugen Kreidler (geb. 1904) käuflich erworbene Sammlung von Unterlagen für sein Buch: Die Eisenbahnen im Machtbereich der Achsenmächte während des Zweiten Weltkrieges, Göttingen 1975. Die Sammlung enthält vor allem Unterlagen aus der Tätigkeit Kreidlers als Leiter der Verbindungsgruppe des Reichsverkehrsministeriums zum Transportchef des Oberkommandos des Heeres (vgl. Bestand RH 2); im einzelnen: Akten von Eisenbahndienststellen, amtliche Drucksachen, Buchauszüge, Zeitschriften- und Zeitungsausschnitte, Erlebnisberichte, Karten, Skizzen und Fotos.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 5 Reichsverkehrsministerium</p>
                <p>R 5-ANH. I Reichsverkehrsministerium (Sammlung Sarter)</p>
                <p>R 5-ANH. II Reichsverkehrsministerium (Sammlung Kreidler)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juni 1919 zur Übernahme der bisher von den deutschen Bundesstaaten verwalteten Eisenbahnen und Wasserstraßen gegründet; 1920 Schaffung der Deutschen Reichsbahn, die von 1924 an als &quot;Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft&quot; hinsichtlich der Verwaltung und des Betriebs der Eisenbahnen selbstständig war; die Aufsicht über die Reichsbahn und deren Vermögen verblieben im Reichsverkehrsministerium; 1937 Rückgliederung der &quot;Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft&quot; in das Reichsverkehrsministerium; bis 1926 schrittweise Übernahme des Luft- und Kraftfahrwesens, der Binnenschifffahrt und des Seeverkehrs; 1933 Abgabe des Luftverkehrs an den Reichsminister der Luftfahrt (vgl. Bestand RL 1) sowie der Planung des Straßenwesens und der Verwaltung der Hauptverkehrsstraßen an den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen (s. Bestand R 4601); 1941 Übergabe der Wasserstraßenverwaltung an den Generalinspektor für Wasser und Energie (s. Bestand R 4604); 1942 Abgabe des Seeverkehrs an den Reichskommissar für die Seeschifffahrt (vgl. Bestand R 147); nach Gründung des Generalinspektors für das Kraftfahrwesen 1942 im Wesentlichen nur noch für Schienenverkehr und Binnenschifffahrt zuständig.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>GStA</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4101</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">41.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichseisenbahnamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1869-01-01/1920-12-31">1869-1920</unitdate>
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                  <extent>527 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Allgemeines, vor allem Bahnbetriebsangelegenheiten und Statistik: 1874-1920 (200 Akten), Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen Preußen: 1904-1921 (5), Deutscher Staatswagenverband: 1871-1914 (4), Württemberg: 1887-1925 (5), Baden: 1879-1920 (4), Oldenburg: nur Birkenfeld 1879-1880 (1), Elsass: nur Erstein-Straßburg-Trachtenheim 1885-1903 (1), Militär- und Mobilmachungsangelegenheiten 1889-1920 (159), Güterverkehr/Sprengstoffe 1876-1919 (111), Ausstellungsverkehr 1869-1914 (5), Tarifwesen 1875-1909 (25), Schifffahrtsangelegenheiten und Wasserwege 1911-1917 (3).</p>
                <p>Ergänzende Überlieferungen</p>
                <p>Für den Bestand ergeben sich eine ganze Reihe von Beständen des Bundesarchivs mit tangierenden Sachverhalten, vor allem R 5 Reichsverkehrsministerium, R 4201 Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, R 4202 Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen.</p>
                <p>Die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg verwaltet die Archivalien des Großen Generalstabes (Bestand PH 3).</p>
                <p>Im Geheimen Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz in Berlin befinden sich die Akten des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Bestand I. HA Rep. 93 B Ministerium der ö</p>
                <p>öffentlichen Arbeiten).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Als überliefert galten im Jahr 1957 laut Bestandsübersicht des Deutschen Zentralarchivs in Potsdam etwa 600 Bände aus den Jahren 1873 bis 1919. Zum Zeitpunkt der Überarbeitung des Bestandes im Jahre 2008 lag ein Findbuch aus dem Jahr 1958 mit einem Umfang von zuletzt 421 verzeichneten Akten vor. Eine Übernahme aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz anfangs der 2000er Jahre beinhaltete noch einmal etwa 100 Akten, die im Jahre 2008 verzeichnet und zum Bestand genommen wurden. Der gesamte Bestandsumfang beläuft sich nunmehr auf 523 Akteneinheiten mit einer Länge von 14 lfm.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Zum Zwecke ihrer Onlinestellung im Internet sind die Archivalien in 2008 in der Archiv-Datenbank BASYS-S erfasst worden. Die bisherige Klassifikation wurde beibehalten und z.T. ergänzt. Die bereits in 1958 verzeichneten Akten wurden anhand des Findbuches aufgenommen, dabei waren redaktionelle Änderungen (z.B. Änderung von Begriffen unter Beibehaltung bzw. Verbesserung ihres Aussagegehaltes) notwendig. Die noch unverzeichneten Akten wurden körperlich aufgenommen und verzeichnet und im Findmittel archivisch mit den bereits verzeichneten zusammengeführt. Es handelt sich um fadengeheftete Akten im Folioformat.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Statistik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen Deutschlands. Bearbeitet im Reichseisenbahnamt ( Bde 40-43 im Reichsverkehrsministerium, Bde 44-50 durch die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft), Bde 1-50, !880/81-1930 [ RD 98 ].</p>
                <p>Übersichtskarte der Eisenbahnen Deutschlands. Im Jahre 1876 aufgestellt im Reichseisenbahnamt, Maßstab 1:1250000, Berlin 1876.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Morsey, Rudolf, Bismarcks Eisenbahnpolitik und die Bedeutung des Reichseisenbahnamts 1867/73 - 1890. In: Die Bundesbahn 30. Jg. 1956, S. 817 - 823.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Geschichte</p>
                <p>Das Reichseisenbahnamt war eine Behörde des Deutschen Reiches. Es wurde am 16. September 1873 von Reichskanzler Otto von Bismarck unter der amtlichen Bezeichnung &quot;Reichseisenbahnamt&quot; mit Sitz in Berlin gegründet.</p>
                <p>Das Reichseisenbahnamt hatte als Zentralbehörde innerhalb der durch die Verfassung bestimmten Zuständigkeit des Reichs das Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen.</p>
                <p>Die Aufgabe des Reichseisenbahnamtes bestand darin, die Beziehungen des Staats mit den Eisenbahnverwaltungen zu pflegen und über die Ausführung der die Eisenbahnen regelnden Gesetze zu wachen. Weitere Aufgaben des Amtes waren z.B. die Entgegennahme und Bearbeitung von Beschwerden, Verhandlungen über das Verhältnis der Eisenbahnen zur deutschen Reichsmilitär-, Telegraphen- und Postverwaltung, die Ausarbeitung einer Signalordnung und die Fürsorge für gleichmäßige Bestimmungen über das rechtzeitige Öffnen der Wartesäle und Billetschalter, für ein ordnungsmäßiges Ausrufen der Stationen, Heizung, Erleuchtung und Ventilation der Personenwagen und die Herstellung einheitlicher Verschlussvorrichtungen an den Personen- und Güterwagen.</p>
                <p>Ein Regulativ vom 13. März 1876 schrieb vor, dass das Reichseisenbahnamt aus dem Präsidenten des Eisenbahnamts oder seinem Stellvertreter als Vorsitzenden, zwei Räten des Reichseisenbahnamts und drei richterlichen Beamten bestehen sollte . Seine Leiter hatten dafür Sorge zu tragen, das dem Reich zustehende Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen. Weiterhin sollten sie die Ausführung der in der Reichsverfassung festgeschriebenen Grundsätze und weiterer, auf das Eisenbahnwesen bezogenen Gesetze und verfassungsmäßigen Vorschriften überwachen sowie bestehenden Mängeln und Missständen im Eisenbahnwesen entgegenwirken. Die Ausarbeitung eines Reichseisenbahngesetzes stand als weitere Aufgabe der Behörde an, deren erster Leiter Albert (von) Maybach war.</p>
                <p>Die Pläne scheiterten 1877, so daß das Reichseisenbahnamt seitdem nur auf die Wahrnehmung der Reichsaufsicht über die deutschen Eisenbahnen, dabei vor allem auf die Vereinheitlichung des Tarifrechts, auf Baumaßnahmen, das Feldeisen-bahnwesen und auf die Eisenbahnstatistik, beschränkt blieb. Es arbeitete bei strategischen Planungen für die Erweiterung des deutschen Bahnnetzes eng mit dem Großen Generalstab (PH 3) zusammen. Maybach wurde 1879 als Minister des neu geschaffenen preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten mit der Leitung der preußischen Staatseisenbahnen betraut.</p>
                <p>Im Juni 1919 wurde das Amt dann zunächst dem Reichsverkehrsminister unterstellt, bis im Oktober 1919 seine Aufgaben völlig auf das Reichsverkehrsministerium (R 5) übergingen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4601</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 65 I- R 65 IV Teilbestand Koblenz</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">46.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1922-01-01/1973-12-31">(1922) 1933-1945 (1952,1973)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4264 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Führung und Organisation des Straßenwesens:</p>
                <p>Gesetzgebung, Erlasse (57). Organisation, Verwaltung und Personalwesen: Allgemeines (74), Personalangelegenheiten (78), Grundstücks- und Raumordnungsangelegenheiten (15), Verdingungswesen (59), Baumaschinen, -geräte und -fahrzeuge (29), Kraftfahrwesen (47), Baustoffe und Kraftstoffe (47) Verkehrsregelung und -sicherung (27), Winterdienst (90), Fremdenverkehr (25), Statistiken( 19), Mobilmachung, Kriegseinsatz, besetzte Gebiete (27), Kartenwesen (37), Handakten Führung (40), Handakten aus der Abteilung L-Landstraßen (19), Handakten aus der Abteilung A-Autobahnen (27), Handakten aus der Abteilung V-Verwaltung (11), Handakten von Sachbearbeitern für Sonderfragen der Abteilungen L und A (3). Abteilung West, Wiesbaden (5). Ausweichstelle Potsdam Alte Zauche (5).</p>
                <p>Landstraßen:</p>
                <p>Reichsstraßen: Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten der Reichsstraßen (32), Finanzierung der Reichsstraßen (90), Technische Ausführung des Streckenbaus und Durchführung von Baumaßnahmen (136), Bauvorhaben (48), Karteiblätter Reichsstraßen (14), Straßenbücher Reichsstraßen (133).</p>
                <p>Landstraßen I. und II. Ordnung: Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten der Landstraßen I. und II. Ordnung (28), Finanzierung der Landstraßen.- Öffa (20), Bauvorhaben (60),</p>
                <p>Karteiblätter Landstraßen (2). Umgehungsstraßen, Ortsdurchfahrten, Zubringer (105) Einzelprojekte (45).</p>
                <p>Reichsautobahnen:</p>
                <p>Gesetzgebung und Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten der Reichsautobahnen (83), Finanzierung der Reichsautobahnen, Haushalts- und Kassenangelegenheiten (36), Grundstücks- und Raumordnungsangelegenheiten (8), Projektierung und Streckenführung (46), Landschafts- und Städtearchitektur, Tierschutz, Naturschutz, Denkmäler (38), Zusammenarbeit mit anderen Reichsdienststellen (27). Materiell-technische Infrastruktur und Betriebsdienst: Planfeststellung und Umlegungen (13),</p>
                <p>Treibstoffwesen und Tankstellen (15), Autobahn- und Straßenverbindungen mit dem Ausland (10), Betriebsdienst (24), Baumaterial, Straßenbeläge (40), Technische Ausführung des Streckenbaus und Durchführung von Baumaßnahmen (9). Personelle Infrastruktur: Einsatz und Unterbringung von Arbeitskräften (61), Löhne, Tarife, Sonderregelungen (29), Personalangelegenheiten (27). Akten der Reichsautobahndirektion Berlin: Direktionsakten (18), Gebiete der Obersten Bauleitungen (124).</p>
                <p>Oberste Bauleitungen: Berlin (25), Breslau (15), Dresden (12), Essen (18), Frankfurt/Main (25), Halle (6), Hamburg (12), Hannover (3), Kassel (7), Köln (12), Königsberg (3), Linz (7), München (13), Nürnberg (9), Stettin (4), Stuttgart (6), Wien (5), Bauabteilung Wittlich der Reichsautobahnen (1). Öffentlichkeitsarbeit, Presseangelegenheiten, Vortragstätigkeit (21), Unfallgeschehen (20).</p>
                <p>Bahnübergänge (45), Brücken und Kunstbauten (63), Radwege und Wanderwege (32), Forschung, Entwicklung, Normung (182), Kongresse, Fachtagungen, Ausstellungen, Arbeit von Fachverbänden (50).</p>
                <p>Personalakten A-Z 1938-1973 (112), 12 lfm unerschlossen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die im Bestand R 4601 Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen zusammengefassten Bestände setzen sich aus mehreren Teilen aus der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik zusammen.</p>
                <p>Dazu gehören etwa 2.300 Akten und fast 1800 Karteiblätter aus dem ehemaligen Zentralen Staatsarchiv der DDR, die dort früher als Bestand 46.01 geführt wurden und in einer Findkartei mit zum Teil sehr allgemeiner und ungenauer Titelaufnahme erfasst waren.</p>
                <p>Aus dem Bundesarchiv kamen die Akten der nachfolgend beschriebenen Bestände R 65 I bis R 65 IV dazu. Hier lagen Findbücher mit präzisen Titelaufnahmen und Enthält-Vermerken vor. Zum Bestand R 65 I gehörten neben der &quot;Braunen Denkschrift&quot; Todts weitere 34 Akten aus US-Rückgaben mit einer Laufzeit von 1934 bis 1945. Weiterhin sind Akten der Bauabteilung Wittlich 1941 (1), der Abteilung Wiesbaden 1938-1943 (2) sowie die Handakten Böttger 1938-1945 (11), Bonacker 1937, 1942-1944 (2), Dittrich 1926-1952 (67), Schönleben 1939-1944 (6) und Nachträge 1939 (1) überliefert.</p>
                <p>Der Bestand R 65 II enthielt 141 Akten der Reichsautobahndirektion Berlin und ist 1962 durch den Bundesminister für Verkehr an das Bundesarchiv übergeben worden (Dienstakten Bundesarchiv, Az.: 3115/4, Vermerk v. 31. Jan. 1962).</p>
                <p>Der Bestand R 65 III war eine Erlass-Sammlung des Generalinspektors.</p>
                <p>Der Bestand R 65 IV enthielt Personalakten, von denen 112 Akten erschlossen und weitere 12 lfm unerschlossen sind.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Erschließung des Bestandes erfolgte anhand der o.g. vorliegenden Findmittel mittels Eingabe in die Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs mit dem Zwecke der Onlinestellung der Findbuchangaben. Eine körperliche Aufnahme der Akten erfolgte aus Zeitgründen bis auf einige Ausnahmen nicht. Bei der Verzeichnung wurden die Archivsignaturen des Potsdamer Bestandes weitgehend beibehalten, jedoch erhielt bei vorgefundenen Akten mit Bandnummerierungen jeder Band eine eigene Archivsignatur.</p>
                <p>Die Signaturen beginnen:</p>
                <p>bei Nr. 1 für den ehemaligen Bestand 46.01,</p>
                <p>bei Nr. 3001 für den ehemaligen Bestand R 65 I,</p>
                <p>bei Nr. 4001 für den ehemaligen Bestand R 65 II (seit 2014 Zuordnung zum Bestand R 4602 unter der gleichen Archivnummer)</p>
                <p>bei Nr. 5001 für den ehemaligen Bestand R 65 III,</p>
                <p>bei Nr. 10001 für den ehemaligen Bestand R 65 IV. Die bereits erschlossenen 112 personenbezogenen Akten sind neu verzeichnet worden, jedoch nicht Bestandteil dieses Findbuches.</p>
                <p>Die vorgefundene Klassifikation wurde zum größten Teil erneuert und orientiert sich sowohl an der Organisationsstruktur des Bestandsbildners als auch an seinen sachlichen Zuständigkeiten. Die innere Ordnung der Akten wurde beibehalten. Der Bestand ist bereits aus Stehordnern in Mappen umgelagert worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Straße (Untertitel: Die Autobahn) 1934-1945, hg. vom Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Amtliches Blatt des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen und der Reichsautobahnen, mit den Mitteilungen der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen und den Mitteilungen der Reichsgemeinschaft für Radwegebau (RD 78/1); Ministerialblatt des Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft, des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen und des Generalinspektors für Wasser und Energie, 1943-1945 (RD 77/1).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Franz W. Seidler: Fritz Todt, Baumeister der Dritten Reiches, Herbig Verlagsbuchhandlung, München-Berlin, 1986</p>
                <p>Richard Vahrenkamp: Die Zentrallage Kassels. Verkehrspolitik und Autobahnbau in Nordhessen 1920 bis 2000. Erschienen in: Hildebrandt Ptak (Hrsg.): Betriebswirtschaftlicher Wandel in Deutschland, Hamburg 2006.</p>
                <p>HAFRABA e.V., Deutsche Autobahn-Planung 1926-1934, von Martin Kornrumpf. Archiv für Geschichte des Straßenwesens, hrsg. von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Kirschbaum Verlag Bonn, 1990.</p>
                <p>Schrift Nr.1 der HAFRABA: &quot;Die Autostraße Hansestädte-Frankfurt-Basel&quot;, in: BArch, R 4602/727.</p>
                <p>Das Unternehmen Reichsautobahn, nach einem Essay von Gernodt Pehnelt, erschienen im Funk Verlag Bernhard Hein e.K. Dessau, 2003.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 372 f.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einleitung</p>
                <p>Vorgeschichte bis 1933</p>
                <p>Durch die rasche Zunahme des Autoverkehrs nach dem Ersten Weltkrieg ergab sich für den Straßenbau in Deutschland die Aufgabe, sich diesen neuen Erfordernissen zu stellen. Es ging darum, zügig die bestehenden Straßenverhältnisse zu verbessern und sie durch den Ausbau der bestehenden Landstraßen und den Bau von Autobahnen den neuen Anforderungen der zunehmenden Motorisierung anzupassen. Eine zeitgenössische Statistik zeigt, dass im Jahre 1924 in Deutschland jeder 321. Einwohner einen &quot;Kraftwagen&quot; besaß, während zum gleichen Zeitpunkt in Frankreich auf jeden 90., in Großbritannien auf jeden 71. und in den USA bereits auf jeden 7. Einwohner ein Auto kam. Der private deutsche Fahrzeugpark im Land verdoppelte sich in den Jahren von 1923 bis 1926 von 100.340 Autos auf 206.456 Im Jahre 1933, nur sieben Jahre später, sind knapp 800.000 Kraftfahrzeuge in Deutschland zugelassen.</p>
                <p>Allerdings hatte man sich schon viel früher über die Zukunft des Straßensystems Gedanken gemacht, der Bau der Berliner AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungs-Straße) 1921 sowie die Aktivitäten der Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau (STUFA) spielten dabei eine besondere Rolle, letztere insbesondere, was den Ausbau der bestehenden Landstraßen betraf. Der Krieg und seine Folgen verhinderten jedoch bis Mitte der zwanziger Jahre eine Wiederaufnahme dieser Diskussion.</p>
                <p>Mit der Gründung des Vereins HAFRABA und deren Übergang in die GEZUVOR nahmen besonders Pläne für die neuen Autobahnen Gestalt an, die nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kurzerhand zu den &quot;Straßen des Führers&quot; erklärt wurden. Im Verlaufe ihrer Arbeit erstellte die HAFRABA etwa 70 Pläne für ein Autobahnnetz in Deutschland vor. Von vielen Ergebnissen ihrer komplexen Forschungen, Versuchsreihen, aber auch Studien für die Arbeitsbeschaffung für größere Mengen von Arbeitskräften konnten die späteren zentralen und territorialen Straßenbauverwaltungen profitieren.</p>
                <p>Die bestehenden Verhältnisse hinsichtlich der Straßenverwaltung in der jeweils landeshoheitlichen Zuständigkeit einerseits und dem (Reichs-) Gesetzgeber andererseits sowie die zunehmende Blockierung der Straßenbaupläne aus Reichsbahn- und Finanzkreisen aber auch aus den Ländern und Provinzen erzwangen gewissermaßen die Notwendigkeit einer Neuorganisation des Straßenwesens in Deutschland, die nicht lange nach der Machtergreifung durch die Hitlerdiktatur auf sich warten ließ.</p>
                <p>Adolf Hitler war noch keine zwei Wochen Reichskanzler, als er im Kabinett den Bau von kreuzungsfreien Autofahrbahnen zur Diskussion stellte. Schon am 11. Februar 1933 verkündete er die &quot;Inangriffnahme und Durchführung eines großzügigen Straßenbauplanes&quot;, mit dem sowohl ein modernes Verkehrssystem geschaffen werden als auch die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll bekämpft werden sollte, erntete damit aber auch den Widerspruch von Reichsbahn-Generaldirektor Dorpmüller und Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk. Zielstrebig diskutierte er dennoch mit Verkehrsexperten und führenden Vertretern der Wirtschaft über die Notwendigkeit von Autobahnen. In einem Gespräch am 6. April 1933 mit HAFRABA-Geschäftsführer Willy Hof ließ er sich ausführlich über die Pläne des Vereins informieren.</p>
                <p>Schon am 27. Juni 1933 verkündete die Reichsregierung gegen den Willen der Reichsbahnvertreter die Bildung des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot;, welches zunächst als ein Zweigunternehmen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft fungierte. Einen Tag später ernannte Hitler den linientreuen, hochintelligenten Bauingenieur Dr. Fritz Todt zum &quot;Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen&quot;. Mit dem späteren &quot;Erlass über den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen&quot; vom 30.11.1933 wurde Todt auch der Geschäftsbereich des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot; übertragen. Im Erlass heißt es: &quot;Für die Durchführung des Baues der Reichsautobahnen ... wird eine oberste Reichsbehörde mit dem Sitz in Berlin errichtet, deren Leiter die Amtsbezeichnung &apos;Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen&apos; erhält. Er wird vom Reichspräsidenten auf Vorschlag des Reichskanzlers ernannt und untersteht dem Reichskanzler&quot;.</p>
                <p>Hitler war von der Eignung Todts überzeugt, nachdem er dessen so genannten &quot;Braunen Bericht&quot;, eine Denkschrift über &quot;Straßenbau und Straßenverwaltung&quot;, in der Todt sich mit den bisherigen Verhältnissen des Straßenbaues in Deutschland auseinandersetzt und Zielstellungen für die Zeit des Nationalsozialismus formuliert, gelesen hatte.</p>
                <p>Die neue Behörde hatte die Aufgabe, den Bau der &quot;Reichsautobahnen&quot; und die Unterhaltung der Landstraßen, soweit sie bisher zur Zuständigkeit des Reichsverkehrsministers gehört hatten, zu organisieren.</p>
                <p>Gesetzesgrundlagen</p>
                <p>Schon das &quot;Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen&quot; vom 27. Juni 1933, mehr noch die erste Verordnung dazu vom 7. August 1933 und das &quot;Gesetz zur Änderung Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen&quot; vom 18. Dezember 1933 schufen dem Generalinspektor ein Fundament an Vollmachten und Befugnissen, welches ihn in die Lage versetzte, die von der Reichsführung gestellten Ziele schnellstmöglich durchzusetzen. Dazu gehörten das Recht auf Linienführung und Ausgestaltung der Reichsautobahnen ebenso wie das Recht auf Gebührenerhebung, das Enteignungsrecht und die Übernahme der staatlichen Hoheitsrechte über die Autobahnen.</p>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung&quot; vom 26. März 1934 wurde zudem die Einteilung der Straßen in</p>
                <p>1. Kraftfahrbahnen, später &quot;Reichsautobahnen&quot;,</p>
                <p>2. Reichsstraßen,</p>
                <p>3. Landstraßen I. Ordnung,</p>
                <p>4. Landstraßen II. Ordnung</p>
                <p>festgelegt sowie weitere Regelungen hinsichtlich der Verteilung der Straßenbaulast, die Verwaltung der Reichsstraßen und der Landstraßen I. Ordnung, der Straßenaufsicht usw. getroffen wurden. Eine weitestgehende Generalvollmacht wurde dem Generalinspektor mit der in § 1 niedergeschriebenen Formulierung &quot;Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen bestimmt, welche Straßen den Bestimmungen dieses Gesetzes unterliegen und welche Straßen die Eigenschaften von Reichsstraßen und von Landstraßen I. und II. Ordnung haben.&quot; erteilt.</p>
                <p>Die mit den genannten Gesetzesgrundlagen geschaffenen Voraussetzungen widerspiegelten sich sehr bald in Aufbau und Organisation der Dienststelle des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen.</p>
                <p>Organisation und Struktur</p>
                <p>So umfasste der Geschäftsbereich der Generalinspektors im Jahre 1934 die beiden großen Zuständigkeitsbereiche Landstraßen und Reichsautobahnen sowie sich daraus ergebende Verbindungen zu den 30 Obersten Straßenbaubehörden mit 176 Landesbau-, Straßen- und Flussämtern der Länder und Provinzen einerseits und den 15 Obersten Bauleitungen mit 65 Bauabteilungen für die Kraftfahrbahnen andererseits.</p>
                <p>Daraus resultierte die innere Dienststellenstruktur wie folgt:</p>
                <p>Dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen waren vier Abteilungen zugeordnet.</p>
                <p>1. Abteilung Landstraßen (L),</p>
                <p>2. Abteilung Verwaltung/Verwaltung (V),</p>
                <p>3. Abteilung Forschung/Ausstellung/Kongress (F)</p>
                <p>4. Abteilung Reichsautobahnen (A)</p>
                <p>Weiterhin war dem Generalinspektor ein Landschaftsberater zugeordnet.</p>
                <p>Den Abteilungen L und A waren neben einem gemeinsamen Presse- und Sozialpolitischen Referenten jeweils 5 Referenten (L1 bis L5 und A1 bis A5) unterstellt, deren Arbeitsgebiete sich auf die Zusammenarbeit mit den Straßenbaubehörden in Ländern und Provinzen sowie mit den Obersten Bauleitungen der Kraftfahrbahnen erstreckten. Danach ergaben sich folgende (territoriale) Zuständigkeiten:</p>
                <p>Abteilung L - Landstraßen</p>
                <p>L1: Hannover, Oldenburg, Braunschweig, Westfalen, Rheinprovinz, Hessen-Kassel, Schaumburg-Lippe, Lippe-Detmold</p>
                <p>L2: Bayern, Baden, Württemberg, Hohenzollern, Land Hessen, Hessen-Wiesbaden</p>
                <p>L3: Thüringen, Land Sachsen, Oberschlesien, Niederschlesien, Ostpreußen</p>
                <p>L4: Brandenburg, Grenzmark, Pommern, Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Provinz Sachsen, Anhalt</p>
                <p>L5: Allgemeine Angelegenheiten des Landstraßenwesens, Sonderaufgaben</p>
                <p>Arbeitsbeschaffung</p>
                <p>Abteilung A - Reichsautobahnen</p>
                <p>A1: Bauleitungen Stettin, Hannover, Altona, Königsberg</p>
                <p>A2: Bauleitungen Breslau, Dresden, Halle, Kassel</p>
                <p>A3: Bauleitungen Essen, Köln, Frankfurt/Main</p>
                <p>A4: Bauleitungen München, Stuttgart, Nürnberg</p>
                <p>A5: Sonderaufgaben: Beleuchtung, Tankstellen, Baugrundfragen, Baukontrolle des Betondeckenbaus</p>
                <p>Bereits im Sommer 1934 legte Todt einen ersten Bericht über die Tätigkeit seiner Behörde vor.</p>
                <p>Eine Übersicht über die dem Generalinspektor unterstellten Straßenbaubehörden aus dem Jahre 1935 verdeutlicht das Streben nach einer stark zentralisierten Anbindung der Straßenbauaufgaben in Deutschland.</p>
                <p>Nachdem durch eine Erklärung Hitlers am 30.1.1937 das Deutsche Reich die uneingeschränkte Hoheit über die Deutsche Reichsbahn wieder an sich genommen hatte und die Deutsche Reichsbahn durch das Gesetz vom 10.2.1937 in eine reine Reichsverwaltung umgewandelt worden war, sollten die Reichsautobahnen eine ähnliche Stellung erhalten wie die deutsche Reichsbahn. Dies geschah im &quot;Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Autobahn&quot; vom 1. Juli 1938 und durch die &quot;3. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens ‚Reichsautobahnen&apos;&quot; vom 1. Juni 1938. Fritz Todt wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes der Reichsautobahnen ernannt. Die Dienststellen der Gesellschaft wurden unmittelbare Reichsbehörden. Damit verlor das Unternehmen Reichsautobahnen seinen Charakter als Gesellschaft. Das in allen Behörden des &quot;Dritten Reichs&quot; praktizierte &quot;Führerprinzip&quot; dominierte spätestens seit Erlass dieses Gesetzes auch die Organisation der Reichsautobahnen.</p>
                <p>Mit dem schnellen Voranschreiten der politischen und wirtschaftlichen Prozesse in Deutschland, mit der Wiederaufrüstung, mit der Herstellung immer neuer politisch-organisatorischer Strukturen im Reichsgebiet, dem Einmarsch in Österreich und in das Sudetenland, mit der Errichtung des Westwalls nach der Besetzung des entmilitarisierten Rheinlandes und schließlich mit Beginn und Verlauf des Krieges bildeten sich immer neue und andere Organisationseinheiten und Arbeitsschwerpunkte innerhalb der Dienststelle heraus.</p>
                <p>Die Obersten Bauleitungen der Reichsautobahnen wurden um gleichartige Behörden in den okkupierten Gebieten erweitert. In den Bau des Westwalls ab Mitte 1938 wurden die 22 Oberbauleitungen an der deutschen Westgrenze fest integriert, nachdem Hitler unter schweren Vorwürfen gegen den Generalstab des Heeres diese Aufgabe kurzerhand Todt übertrug - es war die Geburtsstunde der &quot;Organisation Todt&quot;. Ihren ersten Sitz hatte sie als Abteilung West in Wiesbaden.</p>
                <p>In den Akten des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen widerspiegelt sich vielfältig eine Aufgabenverflechtung mit anderen Ministerien (z.B. Reichsverkehrsministerium, Reichsfinanzministerium), der NSDAP sowie das Zusammenwirken mit vielen anderen Organisationen, so z.B. dem Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik (NSBDT), der Deutsche Arbeitsfront (DAF), dem Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps (NSKK) und dem Deutschen Automobilclub (DDAC) u.v.a.</p>
                <p>Der Geschäftsverteilungsplan des Generalinspektors vom 28. Oktober 1938 bringt deutlich zum Ausdruck, dass man bereits auf Höhe der politischen Entwicklung war. Direkt dem Generalinspektor unterstellt waren jetzt nicht nur die 4 Abteilungen sondern auch drei weitere Geschäftsbereiche: Forschung, NSDAP-Verbindungen, Reichsverteidigung und Abwehr (vgl. Abb. Seite XII).</p>
                <p>Fritz Todt hatte eine Vielzahl politischer Ämter inne. Seit 1933 war er nicht nur Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, sondern auch Leiter des Hauptamtes für Technik der NSDAP, 1938 wird er Generalbevollmächtigter für die Regelung der Bauwirtschaft, 1940 Reichsminister für Bewaffnung und Munition sowie Generalinspektor für die Sonderaufgaben im Vierjahresplan, 1941 Generalinspektor für Wasser und Energie. Auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere kommt Todt bei einem Flugzeugabsturz am 8. Februar 1942 nahe dem &quot;Führerhauptquartier&quot; bei Rastenburg/Ostpreußen ums Leben. Sein Amt übernimmt schon am 9. Februar 1942 Albert Speer.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4601-PLAN</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen.- Planbestand</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Pläne</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_3796c5ac-db77-4dee-a203-b82c7dc6d7b4"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4602</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">46.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsautobahnen-Direktion</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1926-01-01/1966-12-31">(1926-) 1933-1945 (1950-1966)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>891 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_5757314f-00b0-452b-b5b3-60c7f938f7ae"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Organisation und Verwaltung der Reichsautobahnen-Direktion:</p>
                <p>Gesetzgebung, Erlasse 1934-1945 (109), Organisations- und Verwaltungsangelegenheiten, Einzelnes 1934-1945 (46), Planung der Reichsautobahnen: HAFRABA.-Handakten Theodor Krebs 1926-1934 (10), GEZUVOR, Planung und Projektierung 1933-1944 (4), Verwaltungsrat 1933-1938 (5), Handakten einzelner Mitarbeiter 1939-1945 (16),</p>
                <p>Personalangelegenheiten: Einsatz und Unterbringung von Arbeitskräften 1934-1945 (151), Lohn- und Sozialangelegenheiten 1935-1944 (47)</p>
                <p>Finanzierung der Reichsautobahnen, Haushalts- und Kassenangelegenheiten 1936-1945 (30)</p>
                <p>Autobahnbau und Betriebsdienst: Technische Ausführung des Streckenbaus und Durchführung von Baumaßnahmen 1937-1945 (87), Verdingungswesen 1934-1945 (10), Dienstgebäude und -räume, Unterkünfte 1934-1945 (43), Luftschutz 1930-1945 (7), Verkehrsregelung und -sicherung 1935-1945 (12), Kraftfahrwesen 1934-1943 (14), Baumaschinen und Geräte 1936-1944 (3), Baustoffe 1936-1945 (11), Treibstoffwesen und Tankstellen 1935-1945 (17), Raststätten 1938-1945 (9), Unfallgeschehen 1928/1937-1945 (7), Sonstiges 1938-1945(22)</p>
                <p>Grundstücks- und Raumordnungsangelegenheiten 1935-1945 (6), Landschafts- und Städtearchitektur, Tierschutz, Naturschutz, Denkmäler 1935-1945 (8), Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen 1927-1945 (8), Rechtsangelegenheiten 1936-1945(23), Patent- und Erfindungswesen 1935-1943 (12), Öffentlichkeitsarbeit, Presseangelegenheiten, Vortragstätigkeit 1934-1944 (19).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Zum Bestand R 4602 Reichsautobahnen-Direktion existierte eine Findkartei aus dem Jahre 1954, der größte Teil des Bestandes wurde bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv Potsdam aufbewahrt. Eingegliedert wurden während der Erschließung einige Akten, die zunächst dem Bestand R 4601 Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen zugeordnet waren sowie eine Überlieferung der ehemaligen &quot;Kleinen Erwerbungen&quot;, des Bundesarchivs, hier die Nr. 667 &quot;HAFRABA e.V. Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte-Frankfurt-Basel&quot; (10 Akten), zu der bisher ein Findbuch existierte. Der Bestand wurde im Jahr 2008 online gestellt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Erschließung des Bestandes erfolgte anhand der Findmittel mittels Eingabe in die Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs mit dem Zwecke der Onlinestellung der Findbuchangaben. Zum Zwecke des Vergleiches mit den Eintragungen auf den vorhandenen Karteikarten wurden fast alle Akten begutachtet, auch unter dem Aspekt, Klarheit über ggf. bisher nicht wahrgenommene Quellen für die Autobahnforschung zu erhalten. Bei einem Teil der verzeichneten Akten wurden die Verzeichnungsangaben intensiviert und damit deren Auskunftsfähigkeit z.T. erheblich verbessert. Bezüglich des hohen öffentlichen Interesses kann z.B. festgestellt werden, dass zu den von den Forschern schon lange recherchierten, und des öfteren benannten 70 Bänden, die die HAFRABA hinterlassen haben soll, keine Hinweise auf das Vorhandensein dieser Bände im Bestand R 4602 Reichsautobahnen-Direktion vorhanden sind.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurden die Archivsignaturen beibehalten, Zugänge wurden hinten angestellt.</p>
                <p>Die vorgefundene Klassifikation wurde zum größten Teil erneuert und orientiert sich sowohl an der Organisationsstruktur des Bestandsbildners als auch an seinen sachlichen Zuständigkeiten. Die innere Ordnung der Akten wurde beibehalten. Der Bestand ist bereits aus Stehordnern in Mappen umgelagert worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Straße (Untertitel: Die Autobahn) 1934-1945. Amtliches Blatt des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen und der Reichsautobahnen [RD 77/1],</p>
                <p>Die Reichsbahn. Amtliches Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn und der Gesellschaft &quot;Reichsautobahnen&quot;. 1934-1941 [ RD 97/3] Der Aufbau der Gesellschaft &quot;Reichsautobahnen&quot;. Bearbeitet von Franz Volk nach den Unterlagen der Direktion der Reichsautobahnen. 1935 [RD 78/15].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Kurt Kaftan: Der Kampf um die Autobahnen.- Geschichte der Autobahnen in Deutschland 1907 bis 1935.- Berlin 1955</p>
                <p>Franz W. Seidler: Fritz Todt, Baumeister des Dritten Reiches, Herbig Verlagsbuchhandlung, München-Berlin, 1986</p>
                <p>Karl-Heinz Friedrich: &quot;Tunlich geradlinig&quot;. Die Gründung des Vereins &quot;HAFRABA&quot; 1926 und der Bau der deutschen Autobahnen. In: Mitteilungen aus dem Bundesarchiv, Heft 2/2006</p>
                <p>Karl-Heinz Friedrich: Der Bestand R 4601 Generalinspektor für das Deutsche Straßenwesen, In: Mitteilungen aus dem Bundesarchiv, Heft 1/2007</p>
                <p>Martin Kornrumpf: HAFRABA e.V., Deutsche Autobahn-Planung 1926-1934.- Archiv für Geschichte des Straßenwesens, hrsg. von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Kirschbaum Verlag Bonn, 1990</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, Die Überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP.- hrsg. v. Institut für Zeitgeschichte, Texte und Materialien zur Zeitgeschichte, Band 3/1, Teil 1: Reichszentralbehörden, regionale Behörden und wissenschaftliche Hochschulen für die zehn westdeutschen Länder sowie Berlin, bearb. von Heinz Boberach.- K.G.Saur, München, London, New York, Paris, 1991.- ISBN 3-598-10861-3.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einleitung</p>
                <p>Vorgeschichte bis 1933</p>
                <p>Anfangs bis Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts, als in Italien die ersten Autobahnen Europas gebaut und dem Verkehr übergeben wurden, weil wirtschaftliche und touristische Kreise als Ersatz für die mannigfachen schwierigen Hindernisse ein neues, einem schnelleren und sichereren Verkehr gewachsenes Straßennetz verlangt hatten, sahen sich auch in Deutschland die bau- und unterhaltungspflichtigen Behörden vor die schwere Aufgabe umfangreicher Neu- und Umbauten gestellt.</p>
                <p>Es ging darum, zügig die bestehenden Straßenverhältnisse zu verbessern und sie durch den Ausbau der bestehenden Landstraßen und den Bau von Autobahnen den neuen Anforderungen der zunehmenden Motorisierung anzupassen. In Deutschland herrschte zu jener Zeit im Straßenwesen ein unorganischer Aufbau des bau- und unterhaltungspflichtigen Behördenapparates. Man sprach gern von 64.000 Straßenbaubehörden. Beispielgebend ist die Einschätzung, dass sich in der Zeit um 1925 als größter Übelstand der deutschen Landstraßen vor allem die vielen und meist ungeschützten Eisenbahnübergänge in einem miserablen Zustand befänden und die notwendig erkannten Straßenverbreiterungen nicht radikal durchgeführt wurden.&quot;</p>
                <p>Der Deutsche Straßenbau-Verband stellte schon 1924 einen Plan von Fernverkehrsstraßen auf, dessen Netz eine Ausdehnung von rund 30.000 km Länge hatte. Im Jahre 1925 trat die STUFA (Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau) mit dem von ihr ausgearbeiteten Plan eines Fernstraßennetzes Deutschlands vor die Öffentlichkeit, das im ersten Ausbau eine Länge von 10.630 km, im zweiten Ausbau eine Länge von 4.725 km, zusammen also eine Länge von 15.355 km haben sollte. Diese Arbeit lief parallel der Arbeit des Deutschen Straßenbau-Verbandes.</p>
                <p>Beide Stellen strebten dem großen Ziel des Ausbaus der deutschen Landstraßen für einen gesteigerten Fern-Kraftverkehr zu, und beide hatten gemeinsam die Ablehnung des Baues von ausgesprochenen Autobahnen, denn sie waren der Ansicht, dass der Ausbau der vorhandenen, zum größten Teil infolge der Kriegskatastrophe von 1918 heruntergewirtschafteten Landstraßen das unumgängliche Gebot der Stunde sei, während &quot;die Planung reiner Autostraßen zur Zeit nicht in Frage komme.&quot;</p>
                <p>Fünf Jahre später (1930) stellte das Reichsverkehrsministerium zu einer &quot;Karte der Fernverkehrsstraßen Deutschlands&quot; (Reichsfernstraßennetz), die sich im wesentlichen auf die vorher bekannten Entwürfe des Ausschusses &quot;Planung&quot; der STUFA stützte, auch Richtlinien für den Ausbau von Fernverkehrsstraßen auf, durch die eine gewisse Einheitlichkeit im Ausbau der wichtigsten Durchgangsstraßen erzielt werden sollte. Diese Richtlinien bezogen sich in der Hauptsache auf die Breite der Straßen, die Querneigung der Fahrbahnen, die Längsneigungen, Krümmungen, Bepflanzungen und Über- und Unterführungen, auf das Freihalten der Verkehrsräume, auf die Ortsdurchfahrten und vieles andere mehr.&quot;</p>
                <p>Der am 6. November 1926 gegründete Verein &quot;Hafraba e.V.&quot; mit der Unterbezeichnung &quot;Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hamburg - Frankfurt - Basel&quot; unter der Leitung des Geheimen Regierungsrates Professor Robert Otzen von der Technischen Hochschule Hannover gilt als der Vorreiter einer deutschen Autobahnplanung, wenngleich sich auch anderenorts eine Reihe weiterer gleichartiger Vereine bildeten. &quot;Die Autobahn-Idee lag sozusagen in der Luft. Einzigartig war aber, dass die HAFRABA-Planer - lange vor dem Bau auch des nur ersten Kilometers Reichsautobahn - alles bis ins Detail planten und am Modell erprobten.&quot;</p>
                <p>Vereinszweck der HAFRABA war es, laut Satzung, &quot;im Rahmen einer Vorbereitungs-Gesellschaft alle Arbeiten zu leisten, welche in technischer, wirtschaftlicher, finanzieller, verkehrspolitischer und propagandistischer Hinsicht zur Prüfung der Durchführbarkeit und zur Vorbereitung der Ausführung der Autostraße Hamburg -Frankfurt - Basel geeignet und erforderlich&quot; waren. Vereinssitz war Frankfurt/Main. Anfang 1928 hatte der Verein bereits über 100 Mitglieder, größtenteils juristische Personen.</p>
                <p>Im November 1929 schrieb Prof. Otzen in einem Artikel &quot;Drei Jahre HAFRABA&quot;, dass das öffentliche Straßennetz mir der &quot;Nur-Autostraße&quot; gar nichts zu tun habe. Man müsse statt dessen von &quot;AUTOBAHNEN&quot; sprechen.</p>
                <p>Die Planungen der HAFRABA nahmen schnell Gestalt an, neben der eigentlichen Streckenführung Hansestädte - Frankfurt - Basel, die später bis nach Genua reichen sollte, wurden Gedanken über andere Strecken, so z.B. eine Strecke von Berlin über München nach Rom - mithin die Grundzüge einer Netzidee - diskutiert.</p>
                <p>Schon 1927 stand die Linienführung für die Hauptstrecke und deren einzelne Bauabschnitte. Bereits im Mai 1927 wurde ein Vorprojekt auf der Internationalen Automobilausstellung in Köln der Öffentlichkeit vorgestellt.</p>
                <p>Der technische Ausschuss der HAFRABA befasste sich mit Detailfragen über Breite der Fahrbahnen, Quergefälle, Bankette, Krümmungen, Überhöhungen, Kurvenausbau, Steigungen und Gefälle. Gegenstand der Beratungen waren auch gründliche Erörterungen zur Fahrbahnbefestigung, wie z.B. Kleinpflaster, Beton, Walz- und Teerasphalt.</p>
                <p>Die Finanzierung glaubte man durch die Erhebung von Straßennutzungsgebühren sicherstellen zu können. Es gelang jedoch nicht - gewissermaßen in einem Spagat zwischen der jeweils landeshoheitlichen Zuständigkeit für die Straßen einerseits und dem (Reichs-)Gesetzgeber andererseits - die zuständigen Genehmigungsbehörden von der Zweckmäßigkeit, vor allem aber von der Wirtschaftlichkeit einer Benutzungsgebühr für die Autobahnen zu überzeugen.</p>
                <p>Im Zuge ihrer Erarbeitung von verkehrswirtschaftlichen Unterlagen legte die</p>
                <p>HAFRABA auch Vorschläge für die Arbeitsbeschaffung für größere Mengen von Arbeitskräften vor, die im Autobahnbau und in damit im Zusammenhang stehenden logistisch zu lösenden Aufgaben zum Einsatz kommen könnten.</p>
                <p>Weltwirtschaftliche Gründe und vielfältige politische Zwänge ausgangs der Weimarer Republik verhinderten letztendlich die Bestrebungen der HAFRABA. Die nun folgende Phase der Stagnation, die verschiedene Ursachen hatte, endete bald nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten.</p>
                <p>Organisation und Geschichte ab 1933</p>
                <p>Schon am 11. Februar 1933 verkündete Adolf Hitler die &quot;Inangriffnahme und Durchführung eines großzügigen Straßenbauplanes&quot;, mit dem einerseits ein modernes Verkehrssystem geschaffen werden und andererseits die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll bekämpft werden sollte.</p>
                <p>Am 27. Juni 1933 gab die Reichsregierung die Bildung des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot; bekannt, welches zunächst als ein Zweigunternehmen der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft fungierte. Letztere stellte dem Unternehmen Reichsautobahnen ein Grundkapital von 50 Millionen Reichsmark zur Verfügung. Am 28. Juni 1933 wurde der Bauingenieur Dr. Fritz Todt zum &quot;Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen&quot; ernannt. Mit dem späteren &quot;Erlass über den Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen vom 30.11.1933&quot; wurde Todt auch der Geschäftsbereich des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot; übertragen.</p>
                <p>Mit der Bildung des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot; wurde klar, dass es ein Weiterbestehen der HAFRABA in der bisherigen Form nicht mehr geben konnte. Gewissermaßen in Zugzwang geraten, beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung am 17. August 1933 die Umwandlung des Vereines in &quot;Gezuvor -Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen e.V.&quot;</p>
                <p>Am 18. August 1933 wurde im Einvernehmen mit dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen die Gezuvor als Nachfolgerin der Hafraba mit der Aufgabe betraut, &quot;alle Arbeiten technischer, wirtschaftlicher, verkehrspolitischer und propagandistischer Natur zu leisten, die dazu dienen, den Bau der Reichsautobahnen aufgrund des Reichsgesetzes vom 27. Juni 1933 vorzubereiten und zu fördern&quot;.</p>
                <p>Um die Zusammenarbeit mit den Ministerien und vor allem mit dem Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen und der Gesellschaft Reichsautobahnen zu erleichtern, wurde der Vereinssitz der Gezuvor nach Berlin verlegt.</p>
                <p>Die schon weit fortgeschrittenen Planungen und Studien der HAFRABA für ein Autobahnnetz in Deutschland - wissenschaftlich und verkehrstechnisch fundierte Grundlagen für die Gestaltung einer funktionstüchtigen Autobahn - wurden kurzerhand übernommen.</p>
                <p>Am 23. September 1933 gab es mit großem Pomp den ersten Spatenstich für die nach Hafraba-Plänen gebaute Teilstrecke Frankfurt-Darmstadt-Heidelberg. Die so genannten &quot;Straßen des Führers&quot; waren geboren und der weitere Bau der Autobahnen wurde von nun an propagandistisch in höchsten Maße verwertet. &quot;Keine Propagandalüge der Nationalsozialisten erwies sich als so langlebig wie jene, Hitler habe als Erster - und ohne Verbrechen - Autobahnen gebaut und auf diese Weise die Massenarbeitslosigkeit beseitigt.&quot;</p>
                <p>Anfang 1935 hatte die GEZUVOR die Projektierungsarbeiten für das Grundnetz im wesentlichen beendet. Im Juli 1935 wurde die &quot;GEZUVOR - Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsautobahnen&quot; in die &quot;GEZUVOR - Gesellschaft zur Vorbereitung der Reichsplanung und Raumordnung e.V.&quot; umgebildet. Die Führung ging von Generalinspektor Dr. Todt auf Reichsminister Kerrl über, der zum Vorsitzenden des Vorstandes der Gesellschaft den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden und Geschäftsführer des Vorstandes Blöcker ernannte.</p>
                <p>Im Jahre 1938 wurden die Verwaltungsstellen des Unternehmens Reichsautobahnen zu Reichsbehörden, der Verwaltungsrat in einen Beirat umgewandelt, dessen Vorsitz weiterhin beim Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn verblieb. Den Vorsitz im Vorstand hingegen nahm seitdem der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen wahr.</p>
                <p>Eine weitgehende personelle und finanzielle Trennung von der Deutschen Reichsbahn erfolgte 1941. Die Reichsautobahnen-Direktion schied aus dem Reichsverkehrsministerium aus und wurde Bestandteil der Behörde des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen, Abteilung Reichsautobahnen.</p>
                <p>Am 18. September 1944 erfolgte auf Anordnung Albert Speers die Auflösung des Unternehmens &quot;Reichsautobahnen&quot; unter Bezug auf den &quot;Führererlass über den totalen Kriegseinsatz&quot; vom 27. Juli 1944.</p>
                <p>Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges waren rund 3.300 Kilometer Autobahn befahrbar. In den Kriegsjahren wurde der Autobahnbau so gut wie nicht fortgesetzt. Bei Kriegsende gab es etwa 3.800 km Reichsautobahnen, ein Großteil davon war stark beschädigt und nicht befahrbar.</p>
                <p>Unterlagen zur Geschäftsorganisation und zur personellen Besetzung befinden sich an verschiedenen Stellen des Bestandes, sie widerspiegeln die Dynamik der Entwicklung der Institution in verschiedenen Phasen.</p>
                <p>Gesetzesgrundlagen</p>
                <p>Das &quot;Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen&quot; vom 27. Juni 1933 , die erste Verordnung dazu vom 7. August 1933 und das &quot;Gesetz zur Änderung Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahnen&quot; vom 18. Dezember 1933 schufen die Voraussetzungen, die gestellten Ziele schnellstmöglich durchzusetzen. Dazu gehörten das Recht auf Linienführung und Ausgestaltung der Reichsautobahnen ebenso wie das Recht auf Gebührenerhebung, das Enteignungsrecht und die Übernahme der staatlichen Hoheitsrechte über die Autobahnen.</p>
                <p>Die Führung auf dem Gebiet der Reichsautobahnen war indes der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft zugedacht, weil man glaubte, den &quot;Streit zwischen Schiene und Kraftwagen nur durch eine einheitliche Leitung des Güterfernverkehrs&quot; beilegen zu können.</p>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz über die einstweilige Neuregelung des Straßenwesens und der Straßenverwaltung&quot; vom 26. März 1934 wurde zudem die Einteilung der Straßen, darunter der Reichsautobahnen, festgelegt sowie weitere Regelungen hinsichtlich der Verteilung der Straßenbaulast, der Straßenaufsicht usw. getroffen.</p>
                <p>Nachdem durch eine Erklärung Hitlers am 30.1.1937 das Deutsche Reich die uneingeschränkte Hoheit über die Deutsche Reichsbahn wieder an sich genommen hatte und die Deutsche Reichsbahn durch das Gesetz vom 10.2.1937 in eine reine Reichsverwaltung umgewandelt worden war, sollten die Reichsautobahnen eine ähnliche Stellung erhalten wie die deutsche Reichsbahn.</p>
                <p>Dies geschah im &quot;Gesetz zur Neuregelung der Verhältnisse der Autobahn&quot; vom 1. Juli 1938 und durch die &quot;3. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Errichtung eines Unternehmens ‚Reichsautobahnen&apos;&quot; vom 1. Juni 1938. Fritz Todt wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes der Reichsautobahnen ernannt. Die Dienststellen der Gesellschaft wurden unmittelbare Reichsbehörden.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4604</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 4 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">46.04 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektor für Wasser und Energie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1886-01-01/1951-12-31">1886-1946 (1951)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>919 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_2a7fa1c3-d9f4-4e7e-828a-fba2f578deba"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Energiewirtschaft (198); Elektrizitätswirtschaft: Forschung (5), Planungen und Bauvorhaben, aufgegliedert nach Regionen (164), Pläne und Zeichnungen (13); Gaswirtschaft (204); Wasserbau und Gewässeraufsicht: Wasserkraftausbau-Förderung ( 7), Organisation/Allgemeines (125), Gebietsverwaltung (79), Personal (18), Generalplanung und technisch-wissenschaftliche Angelegenheiten (57); Windkraftwerke (17), Rechtliche Angelegenheiten (9); Betriebskrankenkasse Speer (10), Nachkriegsangelegenheiten (2), Generalbevollmächtigter für die Energiewirtschaft (10).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Der Generalinspektor für Wasser und Energie (GIWE) wurde durch Erlass vom 29. Juli 1941 (RGBl. I 467) zur Führung, Neuordnung und Beaufsichtigung des Energieaufbaues und der Energie- und Wasserwirtschaft eingesetzt. Er hatte die Stellung und Befugnisse eines Reichsministers und eines Preußischen Ministers. Seine Behörde war Oberste Reichsbehörde und Preußische Oberste Landesbehörde. Sie bestand bis zum 8. Mai 1945.</p>
                <p>Durch denselben Erlass vom 29. Juli 1941 gingen mit wenigen Ausnahmen die Zuständigkeiten des Reichswirtschaftsministeriums auf dem Gebiete der Energiewirtschaft auf den GIWE über. Dieses Aufgabengebiet umfasste im Rahmen des Energiewirtschaftsgesetzes vom 13. Dez. 1935 (RGBl. I 1451) alle Organisationsfragen, die energiewirtschaftlichen Großplanungen, Bauvorhaben, Finanzierungsangelegenheiten, Sicherstellung der Gas- und Elektrizitätsversorgung sowie die - über das Gesetz hinausgehenden kriegsbedingten Maßnahmen.</p>
                <p>Gleichzeitig wurden dem GIWE die Zuständigkeiten des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsverkehrsministers auf dem Gebiete der Wasserwirtschaft übertagen. Weitere Einzelheiten wurden durch die Erlasse vom 11. Sept. 1941 (LwRMBl. S. 719, MBliV. S. 1719) und vom 1. Juni 1942 (LwRMBl. S. 754) geregelt.</p>
                <p>Das Reichsverkehrsministerium blieb für den Verkehr auf den Wasserstraßen zuständig, wie in der Bekanntmachung vom 23. Sept. 1941 (RMBl. S. 251) festgesetzt wurde.</p>
                <p>Die Abgrenzung der Aufgaben auf dem Gebiet des Gesundheits- und Wasserwesens zwischen dem Reichsministerium des Innern und dem GIWE wurde durch den Erlass vom 9. Aug. 1943 (MBliV. S. 1332, Mbl. Speer S. 87) geregelt.</p>
                <p>Zum Generalinspektor für Wasser und Energie wurde durch Erlass vom 29. Juli 1941 (RGBl. I 467) der Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Generalbevollmächtigte für die Regelung der Bauwirtschaft Dr.-Ing. Fritz T o d t (geb. 1891, gest. 8. Febr. 1942) ernannt.</p>
                <p>Durch Bekanntmachung vom 15. Febr. 1942 (RGBl. I 80) wurde Nachfolger des tödlich verunglückten Dr. Todt Architekt Dipl.-Ing. Prof. Albert S p e e r (geb. 1905).</p>
                <p>Das Aufgabengebiet des GIWE war in folgende Abteilungen gegliedert:</p>
                <p>Abteilung Wasserstraßen,</p>
                <p>Abteilung Wasserwirtschaft,</p>
                <p>Landesanstalt für Gewässerkunde und Hauptnivellements,</p>
                <p>Abteilung Energiewirtschaft.</p>
                <p>Zu seinem Geschäftsbereich zählten:</p>
                <p>1. Die Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler Elektrizität), gegründet durch Verordnung vom 3. Sept. 1939 (RGBl. I 1607),</p>
                <p>2. der Reichslastverteiler Gas, errichtet durch Verordnung vom 20. Sept. 1939 (RGBl. I 1856).</p>
                <p>Dem GIWE waren zugeordnet:</p>
                <p>1. Die Reichsgruppe Energiewirtschaft und ihre beiden Wirtschaftsgruppen Energieversorgung sowie Gas- und Wasserversorgung,</p>
                <p>2. Der Sonderbeauftragte für die Energieeinsparung, berufen durch Verordnung vom 22. Juni 1943 (RGBl. I 366).</p>
                <p>Weiterhin gehörten zum Geschäftsbereich des GIWE folgende Reichsunternehmungen:</p>
                <p>Saaletalsperre AG Weimar,</p>
                <p>Energieversorgung Oberschlesien AG,</p>
                <p>Energiebau Ost GmbH,</p>
                <p>Süddeutsche Ferngas AG,</p>
                <p>Ferngas Schlesien AG.</p>
                <p>Das Energiewirtschaftsgesetz vom 13. Dez. 1935 hatte alle früheren gesetzlichen Bestimmungen dieser Art abgelöst und diente der einheitlichen Führung der Energiewirtschaft (Elektrizität und Gas), dem wirtschaftlichen Einsatz der Energiearten im allgemeinen Interesse, der Sicherung des öffentlichen Einflusses, der Verhinderung volkswirtschaftlich schädlicher Auswirkungen des Wettbewerbs sowie der Förderung von Planungen und Bauvorhaben für den planmäßigen Ausgleich durch Verbundwirtschaft. Im Kriege wurde die Sicherung der allgemeinen Elektrizitäts- und Gasversorgung, insbesondere für die Rüstungsindustrie, in Deutschland und in den besetzten Gebieten zunehmend berücksichtigt.</p>
                <p>Mit dem Erlass vom 29. Juli 1941 gingen alle Zuständigkeiten des Reichswirtschaftsministeriums im Bereiche der Energiewirtschaft auf den GIWE über. Seine Hauptaufgabe war es, die gesamte Energiewirtschaft durchgreifend für die Erfordernisse der Kriegswirtschaft zu konzentrieren.</p>
                <p>Aus der Amtsübernahme durch Speer (15. Febr. 1942) ergab sich eine immer engere Verknüpfung der energiewirtschaftlichen Aufgaben mit der Rüstungsindustrie. Diese enge Verbindung des GIWE mit dem Reichsministerium Speer hatte auch eine Reihe von organisatorischen Veränderungen zur Folge und führte fast zu einer Aufspaltung der Aufgaben des GIWE.</p>
                <p>Die Angelegenheiten der Wasserwirtschaft und Wasserstraßen blieben zwar unverändert. Dagegen sonderten sich die Fragen der Energiewirtschaft (Gas und Elektrizität) bald als selbständig ab. Die Entwicklung begann mit Sparmaßnahmen, die im August 1942 zur Errichtung der Energiestelle beim Rüstungslieferungsamt (im Reichsministerium Speer) führte (Nachr. Speer 1942 S. 99), und endete im August/September 1943 mit der Bildung des Amtes Energie beim Reichsministerium Speer (Nachr. Speer, Beilage nach Nr. 31). Dennoch blieb die Energiestelle für Sparmaßnahmen in einzelnen Betrieben weiterhin bestehen, ebenso die durch Erlass vom 11. Dez. 1942 eingerichtete Dienststelle Energieplanung (Nachr. Speer S. 198).</p>
                <p>Das neue Amt Energie erfüllte alle Aufgaben der Lenkung und Führung der Elektrizitäts- und Gaswirtschaft, die sich aus den Verordnungen vom 3. Sept. 1939 (RGBl. I 1607) für die Sicherstellung der Elektrizitätsversorgung und vom 20. Sept. 1939 (RGBl. I 1856) zur Sicherstellung der Gasversorgung, sowie aus dem Erlass vom 6. Aug. 1943 (RGBl. I 479) für den kriegswirtschaftlich zweckmäßigsten Einsatz der Elektrizitätsbetriebe ergaben. Dem Amt Energie wurden unterstellt die beiden Reichslastverteiler Elektrizität und Gas sowie der Sonderbeauftragte für die Energieeinsparung (berufen durch Verordnung vom 22. Juni 1943, RGBl. I 366); zugeordnet waren die Reichsgruppe Energiewirtschaft mit ihren beiden Wirtschaftsgruppen Energieversorgung und Gas- und Wasserversorgung.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Von dem Aktenmaterial des GIWE, das einmal beträchtlichen Umfang hatte, sind nur geringe Reste erhalten geblieben. Der größte Teil ist dem Luftkrieg zum Opfer gefallen. Was von den geretteten Resten den Zusammenbruch 1945 überdauert hatte und in amerikanische Hände gefallen war, gelangte 1947 zusammen mit Aktensplittern anderer energiewirtschaftlicher Provenienzen in die Dienststelle des Generallastverteilers für Elektrizität, von da 1955 teilweise in das Bundesministerium für Wirtschaft in Bonn und in das Bundesarchiv in Koblenz. Erst 1957 konnten alle Frankfurter Restbestände im Bundesarchiv vereinigt werden. Dazu kamen 1959 und 1960 noch einige Splitter, die sich unter den von den USA an die Bundesrepublik zurückgegebenen Akten des Reiches befunden haben.</p>
                <p>Innerhalb der beiden Hauptgruppen Elektrizitätswirtschaft und Gaswirtschaft nehmen die Bauvorhaben in Deutschland und in den besetzten Gebieten den bedeutendsten Raum ein. Um des Zusammenhangs willen wurden möglichst alle Planungen und Bauvorhaben im Sinne der damaligen Energiepolitik nach Großwirtschaftsräumen geordnet.</p>
                <p>Eine Sondergruppe stellen die Akten über die Erforschung und Nutzbarmachung der Windkraft dar.</p>
                <p>Im Potsdamer Bestandsteil 46.04 waren die Abteilungen des GIWE Wasserbau- und Gewässeraufsicht (Abt. W I), Generalplanung und technisch-wissenschaftliche Angelegenheiten (Abt. W II), Wasserrecht (Abt. W III) sowie die Abteilung Energiewirtschaft und Akten zur Betriebskrankenkasse Speer überliefert.</p>
                <p>Die vorhandenen Akten geben trotz lückenhafter Überlieferung mancherlei Einblicke in den Aufbau und die Pläne für die Neuordnung von Wirtschaft und Industrie im Großdeutschen Reich vom Beginn bis zum Ende der nationalsozialistischen Herrschaft 1933 - 1945. Hierzu sei besonders auf die energiewirtschaftlichen Beziehungen zum Ausland sowie auf die energie- und rüstungswirtschaftliche Nutzbarmachung der besetzten Gebiete einschließlich Italiens hingewiesen.</p>
                <p>Besonderer Hinweis:</p>
                <p>Durch Fahrlässigkeit der US-Truppen geriet die Hauptmasse der Akten zwischen 1945 - 1947 in Berührung mit einer stark gelb färbenden, bitteren, im Übrigen unbekannten Chemikalie. Bei Benutzung der Akten ist daher eine gewisse Vorsicht geboten.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der Koblenzer Bestand R 4 wurde 1957/58 im Bundesarchiv von Frau Hedwig Singer unter Anleitung von Archivrat Dr. Facius geordnet und verzeichnet. Die Ordnungsarbeit wurde im September 1961 mit der Einreihung der mit mehreren Ablieferungen aus den USA zurückgelangten Stücke beendet.</p>
                <p>Die Akten des Generalbevollmächtigten für die Energiewirtschaft (Dienststelle des Beauftragten für den Vierjahresplan, die Anfang 1942 auf den Generalinspektor für Wasser und Energie überging) wurden in den Bestand integriert und weisen die Signaturen R 4604/541 bis 550 auf. Das Schriftgut ist vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin-Dahlem, an das Bundesarchiv abgegeben worden (vgl. Dienstakten des Bundesarchivs 3116/3).</p>
                <p>Die Verzeichnung des Potsdamer Bestandes 46.04 erfolgte auf Grundlage der vorhandenen Überlieferung der Abteilungen des GIWE Wasserbau- und Gewässeraufsicht (Abt. W I), Generalplanung und technisch-wissenschaftliche Angelegenheiten (Abt. W II), Wasserrecht (Abt. W III) sowie Energiewirtschaft und Betriebskrankenkasse Speer.</p>
                <p>Im Zuge der Erfassung der Findmittel zum Generalinspektor für Wasser und Energie der ehemals zwei Bestandsteile R 4 (Koblenzer Überlieferung) und 46.04 (Potsdamer Überlieferung) in Basys-2 wurden beide Bestandsteile unter der Bestandssignatur R 4604 vereinigt und die Klassifikationen angepasst.</p>
                <p>Die Akten des ehemaligen Bestandes R 4 weisen die Archivnummern 1 bis 550 und die Akten des ehemaligen Bestandes 46.04 die Archivnummern 1001 bis 1275 auf.</p>
                <p>Die Archivnummern 551 bis 1000 sind nicht belegt.</p>
                <p>Im Jahr 2009 wurden bei Magazinarbeiten am Dienstort Hoppegarten ca. 3 lfm. unverzeichnetes Archivgut (21 Archivkartons) ermittelt, welche dem Bestand R 4604 zuzuordnen waren. Diese 21 Archivkartons wurden dem bereits vorhandenen Bestand R 4604 unverzeichnet hintenangestellt.</p>
                <p>Im Jahr 2016 wurde dieses unverzeichnete Schriftgut bewertet und geordnet. Dabei wurde festgestellt, dass es sich hauptsächlich um Pläne zum Bau und Ausbau von Wasserstraßen und dazugehörigen Bauwerken handelte. Diese Pläne wurden im neu gebildeten Bestand R 4604-PLAN abschließend verzeichnet.</p>
                <p>Dazugehöriges Schriftgut wurde im Bestand R 4604 integriert und unter den Signaturen 1276 bis 1367 verzeichnet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 4604-PLAN (Planbestand)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Ministerialblatt des Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft, des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen und des Generalinspektors für Wasser und Energie, 1943-1945 [ RD 77/1].</p>
                <p>Reichsverkehrsblatt, Ausgabe A, II. Wasserstraßen und Schiffahrt, hrsg. im Reichsverkehrsministerium zugleich für den Generalinspektor für Wasser und Energie 1941-1945 [RD 97/1].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 360 f.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 50-I</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">46.05 Potsdamer Überlieferung</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Organisation Todt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1950-12-31">1916, 1929, 1938-1946, 1950</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>15584 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_c60d6132-25cb-4519-82bf-1c6e717879ce"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkt bilden hier die Unterlagen zu einzelnen OT-Einsatzgruppe sowie die Materialien zur Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Unterlagen von der einstmals riesigen Organisation Todt sind so gut wie kaum überliefert.</p>
                <p>Die in West-Berlin nach 1945 sichergestellten Materialien wurden bereits 1947 der Oberfinanzdirektion Hamburg übergeben und dort mit anderen OT-Unterlagen vereinigt. Aufgrund einer Anordnung der britischen Militärregierung führte seit August 1948 die Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg die Abwicklungsgeschäfte der ehemaligen OT. 1957 wurden aus Hamburg Unterlagen der Organisation Todt, welches auch Materialien der Transporteinheiten Speer enthielt, dem Bundesarchiv -Zentralnachweisstelle in Aachen - übergeben. Weitere Splitterakten gelangten aus Rom ins Bundesarchiv. Zu erwähnen ist auch das vom Military Intelligence Research Section (MIRS), London, zusammengestellte &quot;Handbook of the OT&quot;, das eine Übersicht über die Geschichte, Organisation, Gliederung und Tätigkeit der OT gibt.</p>
                <p>.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungsblatt der OT-Zentrale, 1942-1944</p>
                <p>Vertrauliche Mitteilungen des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion - Amt Bau-OT-Zentrale, 1944</p>
                <p>OT-Frontarbeitertarif, 1944</p>
                <p>OT-Firmenangestelltentarif, 1943</p>
                <p>Richtlinien für die Behandlung von Kriegsgefangenen im OT-Einsatz, 1943</p>
                <p>Tarifordnung für die OT und das deutsche Baugewerbe im Ausland, 1943</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Daub, Walter: OT-Verträge. Das Vertragsrecht der Organisation Todt, Wiesbaden 1943</p>
                <p>Quellen zur Geschichte der Organisation Todt, hrsg von Hedwig Singer, Osnabrück 1987-1998 (4 Bde):</p>
                <p>- Bd.1/2: Singer, Hedwig: Entwicklung und Einsatz der Organisation Todt (OT)/ Dittrich, Rudolf: Vom Werden, Wesen und Wirken der Organisation</p>
                <p>Todt/Dorsch, Xaver: Die Organisation Todt, Osnabrück 1998</p>
                <p>- Bd. 3: Böhm, Klaus: Die Organisation Todt im Einsatz 1939-1945, dargestellt nach Kriegsschauplätzen auf Grund der Feldpostnummern, Osnabrück</p>
                <p>1987</p>
                <p>- Bd. 4: Handbook of the Organisation Todt, Reprint of the ed. London March 1945, Osnabrück 1992</p>
                <p>Seidler, Franz: Die Organisation Todt. Bauen für Staat und Wehrmacht 1938-1945, Koblenz 1987</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Organisation Todt (OT) entstand im Mai 1938, als Adolf Hitler den durch den Autobahnbau bewährten Fritz Todt mit den Arbeiten für den bis dahin von der Wehrmacht geleiteten Bau des Westwalls beauftragte. Todt entwickelte dafür aus dem Zusammenwirken von Bauverwaltungen, privaten Firmen und bis Kriegsbeginn 1939 auch dem Reichsarbeitsdienst (RAD) eine effektive Institution. Allerdings war sie nicht das Ergebnis einer legislativen oder exekutiven Entscheidung, es gab weder einen Befehl noch ein Gesetz oder eine Verordnung über ihre Aufstellung. Hitler prägte den Namen Organisation Todt auf dem Reichsparteitag 1938.</p>
                <p>Aus kleinsten Anfängen entwickelte sie sich schnell zur kriegswichtigsten Organisation außerhalb von Wehrmacht und Schutzstaffel (SS), die sowohl in Deutschland als auch in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten wichtige Bauvorhaben durchführte.</p>
                <p>Nach dem Bau des Westwalls bildete sich die OT mit Beginn des Zweiten Weltkriegs in eine militärisch gegliederte Bauorganisation um. Nach Ernennung Todts zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition im Jahre 1940 erhielt die OT als zentrale Verwaltungsstelle eine Amtsgruppe im neuen Ministerium. Die Bauformationen der Wehrmacht wurden in die OT eingegliedert. Die deutschen Arbeiter der OT trugen olivgrüne Uniformen und unterstanden einer quasi-militärischen Dienstpflicht.</p>
                <p>Nach Kriegsbeginn stützten sich sämtliche Baumaßnahmen der OT in den von Deutschland besetzten Gebieten sowie im Deutschen Reich vor allem auf angeworbene freiwillige Hilfskräfte aus den westeuropäischen Ländern. Ab 1943 mussten auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unter schwersten Bedingungen auf den OT-Baustellen arbeiten. So verfügte die OT gegen Ende 1944 über rund 1.360.000 Arbeitskräfte, von denen nur etwa 60.000 Deutsche waren.</p>
                <p>Eine der ersten Maßnahmen der OT war der Bau der Hunsrückstraße. Die wohl bekannteste aber war der Bau des Westwalls. Dieser bildete entlang der deutsch-französischen Grenze ein hundert Kilometer langes befestigtes Sperrwerk.</p>
                <p>Im Herbst 1940 begannen Baumaßnahmen zum Ausbau der U-Bootstützpunkte an der französischen West- und Südküste sowie zur Errichtung von Großbunkern für U-Boote. Der festungsartige Ausbau der europäischen Atlantikküste zum Atlantikwall begann mit Befehls Hitlers vom Dezember 1941.</p>
                <p>Die wichtigsten Aufgaben der OT in den besetzten Gebieten waren neben der Errichtung von Verteidigungsanlagen der Bau von Verkehrswegen, Fernmeldenetzen, Fabriken, Rohstoffförderungsanlagen, Brücken und Baracken. Aber auch für die deutsche Kriegswirtschaft wichtige Arbeiten wie die Sicherstellung, Reparatur und Wiederinbetriebnahme wirtschaftlicher Einrichtungen und die Nutzung von Ressourcen in den eroberten Gebieten lagen in den Händen der OT.</p>
                <p>Nach dem Tod von Todt im Februar 1942 erfolgte unter seinem Nachfolger Albert Speer eine Neuorganisation der OT. Stellvertreter von Speer in der OT wurde Ministerialrat Franz Xaver Dorsch, der seit Anfang 1941 Leiter der OT-Zentrale in Berlin war.</p>
                <p>Bis Mitte 1943 existierte der Name Organisation lediglich als gewohnheitsmäßige Bezeichnung, da weder eine Gründungsurkunde noch ein Erlass die Entstehung dokumentierte. Um die kriegswichtige Bedeutung der OT klarzustellen, bemühte sich Speer um ihre unmittelbare Unterstellung unter Hitler. Nicht zuletzt wollte Speer damit auch die Eingriffe von Wehrmacht und Partei unterbinden. Mit Erlass vom 02. Aug. 1943 (RGBl. 1943 I S. 530) erklärte sich Hitler damit einverstanden, dass die OT ausschließlich dem Führer des Deutschen Reiches unterstehe und nur diesem verantwortlich sei.</p>
                <p>Mit diesem Führererlass erhielt die Organisation Todt die Zuständigkeit für sämtliche kriegswichtige Bauaufgaben einschließlich der militärischen Projekte.</p>
                <p>Die OT baute ab Anfang 1943 Abschussbasen für die in der Entwicklung befindlichen Vergeltungswaffen, der Flugbombe V1, der Fernrakete V2 und der Langrohrkanone V3 in Nordfrankreich.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 50-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Transporteinheiten Todt/Speer</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1948-12-31">1940-1948</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>106 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_0bf41472-8800-419e-85be-c934f8c4a10b"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung umfasst überwiegend Unterlagen zur NSKK-Transportstandarte Speer und zur Zahlmeisterei.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Unterlagen von der einstmals riesigen Organisation Todt sind so gut wie kaum überliefert.</p>
                <p>Die in West-Berlin nach 1945 sichergestellten Materialien wurden bereits 1947 der Oberfinanzdirektion Hamburg übergeben und dort mit anderen OT-Unterlagen vereinigt. Aufgrund einer Anordnung der britischen Militärregierung führte seit August 1948 die Finanzbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg die Abwicklungsgeschäfte der ehemaligen OT. 1957 wurden aus Hamburg Unterlagen der Organisation Todt, welches auch Materialien der Transporteinheiten Speer enthielt, dem Bundesarchiv -Zentralnachweisstelle in Aachen - übergeben. Weitere Splitterakten gelangten aus Rom ins Bundesarchiv. Zu erwähnen ist auch das vom Military Intelligence Research Section (MIRS), London, zusammengestellte &quot;Handbook of the OT&quot;, das eine Übersicht über die Geschichte, Organisation, Gliederung und Tätigkeit der OT gibt.</p>
                <p>.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verordnungsblatt Transportkorps Speer, 1942-1945.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3112</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 25 (Koblenzer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsamt für Wirtschaftsausbau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1958-12-31">1931-1945 (1958)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>365 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Vorrakten Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe (Sekretariat Pleiger)</p>
                <p>- Organisation, Haushalt</p>
                <p>- Sitzungen, Besprechungen, Lageberichte</p>
                <p>- Statistische Unterlagen u.a. Informationsmaterial</p>
                <p>- Statistische Unterlagen u.a. Informationsmaterial</p>
                <p>- Vierjahresplan, Mob-Pläne, Wehrwirtschaftliche Erzeugungspläne, Industrieausbaupläne, Produktionsprogramme</p>
                <p>- Einzelne Fachgebiete des Wirtschaftsausbaus</p>
                <p>- Unterlagen des Beauftragten für Trockeneis beim Reichsbeauftragten für Chemie</p>
                <p>- Forschungsfragen</p>
                <p>- Vorträge</p>
                <p>- Handakten Obering. Ludwig Raichle, Kommissar des GebeChem beim Beauftragten für den Vierjahresplan</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Großteil des Schriftgutes ist vernichtet. Die wenigen bis 1990 im Bundesarchiv Koblenz als Bestand R 25 verwahrten Registraturreste stammen aus Aktenrückgaben aus den USA und betreffen insbesondere die Förderung der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der industriellen Rohstofferzeugung und -verarbeitung sowie die Planung und Lenkung industrieller Produktionsprogramme.</p>
                <p>Im Zentralen Staatsarchiv der DDR wurden bis 1990 zwei Telbestände 31.12 Reichsamt für Wirtschaftsausbau und 31.20 Reichsamt für Wirtschaftsausbau-Beauftragter für Trockeneis verwahrt, die 1959 und 1970 übernommen wurden. Die Herkunft der Unterlagen konnte nicht geklärt werden. In Folge der Wiedervereinigung und der Zusammenführung der Bestände des Bundesarchivs und des Zentralen Staatsarchivs der DDR wurden die drei Teilbestände unter der Tektoniknummer R 3112 zusammengeführt. Die Akten der Potsdamer Bestände 31.12 und 31.20 wurden umsigniert in neu: R 3112/ 301-383 bzw. R 3112/ 401-468.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In Folge der Wiedervereinigung und der Zusammenführung der Bestände des Bundesarchivs und des Zentralen Staatsarchivs der DDR wurden die drei Teilbestände unter der Tektoniknummer R 3112 zusammengeführt. Die Akten der Potsdamer Bestände 31.12 und 31.20 wurden umsigniert in neu: R 3112/ 301-383 bzw. R 3112/ 401-468. Bandfolgen und Serien sind fast ausschließlich archivisch gebildet.</p>
                <p>Das Findbuch wurde mit den im IT-System des Bundesarchivs vorhandenen Programmen zur Erschließung und Findbucherstellung (BASYS-S) erarbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Eichholtz, Dietrich: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Bd. 1-3, Berlin 1969, 1985, 1996</p>
                <p>Birkenfeld, Wolfgang: Der synthetische Treibstoff, Göttingen 1964</p>
                <p>Petzina, Dieter: Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan, Stuttgart 1986</p>
                <p>Facius, F.: Wirtschaft und Staat, Schriften des Bundesarchivs Bd. 6, Boppard 1959.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1938 Bildung im Wesentlichen aus dem im Vierjahresplan gebildeten Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe mit der Aufgabe der Organisation und Förderung der Forschung, Entwicklung und des Aufbaus auf dem Gebiet der industriellen Rohstofferzeugung und - verarbeitung und Vorbereitung der Planung auf dem Gebiet der industriellen Erzeugung</p>
                <p>dem Beauftragten für den Vierjahresplan beim Reichswirtschaftsministerium nachgeordnete höhere Reichsbehörde.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Textilwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1970-12-31">(1915-) 1933-1945 (-1970)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>679 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Akten dieses Bestandes ermöglichen Einblicke in die Tätigkeit einer Reichsstelle für einen bedeutenden deutschen Wirtschaftszweig, vor allem in den Kriegsjahren. Bei aller Lückenhaftigkeit, die auf den Verlusten beim Zusammenbruch und der Wegführung von Akten durch die Amerikaner beruht, lassen sich wesentliche Erkenntnisse über die gesetzlichen und wirtschaftlichen Grundlagen der textilwirtschaftlichen Reichsstellen und ihre Tätigkeit gewinnen. Als besonders wertvoll erschien das beträchtliche statistische Material, auf dessen Erschließung bei der Erstverzeichnung große Sorgfalt verwandt wurde; es bietet für vielerlei wirtschafts- und sozialgeschichtliche Probleme der deutschen Textilwirtschaft im 2. Weltkrieg schlüssige Auskünfte.</p>
                <p>Schwerpunkte der Überlieferung bilden vor allem die Materialien zur Planung und Lenkung der Produktion (1935-1945), Einfuhr, Ausfuhr, Devisen (1934-1945), Verarbeitung, Bedarf, Verbrauch (1933-1945) sowie die Sammlung von Anordnungen und Bekanntmachungen der Reichsstelle und des Reichswirtschaftsministeriums bezüglich der Bewirtschaftung von Textilrohstoffen, Spinnstoffen und Spinnstoffwaren (1934-1945).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Reichsstelle für Textilwirtschaft wurde 1942 durch die Zusammenlegung einer Reihe verschiedener Vorgänger-Reichsstellen im Textilsektor gegründet. Als nachgeordnete Dienststelle des Reichswirtschaftsministeriums war es ihre Aufgabe, Planung und Produktion in der Textilwirtschaft zu kontrollieren und zu lenken.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen waren bis Mitte 1941 wohl noch vollständig vorhanden. Erst der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31. Mai 1941 ließ bei den Reichsstellen eine komplette Aktenvernichtung nach fünf Jahren zu. Davon wurde offensichtlich alsbald und fortlaufend in weitestem Umfang Gebrauch gemacht, da sich Vorgänge aus den Anfangsjahren kaum erhalten haben. Durch die Zusammenlegung der textilwirtschaftlichen Reichsstellen wurden mancherlei Akten entbehrlich, sodass deren Bestand abermals gelichtet wurde.</p>
                <p>Bereits Mitte 1943 wurden aus Luftschutzgründen mehrere große Abteilungen der Reichsstelle mit ihren Akten von Berlin nach Guben und Forst, vorübergehend auch nach Neu-Globsow und Werdau verlagert. Spätestens Ende 1944/Anfang 1945 wurden diese an den unverändert gebliebenen Sitz der Reichsstelle in Berlin (Adresse: Wallstr. 23/24) zurückgezogen. Anfang 1945 gelangte schließlich der größte Teil dieser Reichsstelle nach Mühlhausen/Thüringen und Umgebung.</p>
                <p>Aktenverluste durch den Luftkrieg sind wahrscheinlich wegen der rechtzeitigen und wirksamen Verlagerung aus Berlin gering. Lediglich die Akten der bis Kriegsende in Bremen als Außenstelle weitergeführten, früher als Reichsstelle selbstständigen Hauptabteilung Baumwolle wurden bei Luftangriffen auf Bremen größtenteils vernichtet, erhalten gebliebene Reste nach Kriegsende als angeblich wertlos weggeworfen.</p>
                <p>Die in Mühlhausen und Umgebung befindlichen Akten der Reichsstelle fielen Ende März unversehrt den amerikanischen Truppen zu. Das Schriftgut wurde im Mai in das als Sammelstelle für erbeutete deutsche Akten in Fürstenhagen bei Kassel eingerichtete Ministerial Collecting Center (MCC) verbracht. Nach ersten Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten, die jedoch in den Anfängen stecken blieben, wurden diese Materialien unterschiedlichster Provenienzen aus dem Textilbereich im Februar 1946 nach Berlin-Tempelhof transportiert. Bei der dort von den Amerikanern vorgenommenen Sichtung wurden alle Akten, die ihnen personell, politisch und wirtschaftlich aufschlussreich erschienen, herausgezogen und an andere amerikanische Stellen weitergegeben; über ihren Verbleib ist zum Teil nichts bekannt.</p>
                <p>Die Masse der Akten, die nach gründlicher Aussiebung durch die Amerikaner 1946-1947 in Berlin-Tempelhof verblieb, wurde im März 1947 an das neu entstandene deutsche Zentralamt für Wirtschaft in Minden geschickt. Von Minden gelangten sämtliche Akten im Herbst 1947 an die Zweizonen-Wirtschaftsverwaltung in Frankfurt/Main. Im April 1951 wurden sie dem genau ein Jahr zuvor entstandenen Bundesministerium für Wirtschaft in Bonn übergeben, das sie im Juni 1952 schließlich dem Bundesarchiv in Koblenz zuleitete.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Im Bundesarchiv wurden die Unterlagen mühsam geordnet und auf die insgesamt enthaltenen 17 verschiedenen Provenienzen verteilt. Grundlage bildeten dabei die Provenienzen nach dem Stand von Anfang 1945. Dem Bestand R 8 I Reichsstelle für Textilwirtschaft wurden deshalb als Vorprovenienzen auch die Akten der in ihr aufgegangenen Überwachungs- und Reichsstellen zugeschlagen. Lediglich die Unterlagen der Bremer Überwachungs- bzw. Reichsstelle für Baumwolle sind restlos verloren. Da der Bereich Asbest und Glasfasern seine eigene Registratur auch nach der Vereinigung mit der Reichsstelle für Textilwirtschaft behielt, wurden diese Akten gesondert zusammengefasst.</p>
                <p>Da ein Aktenplan der Reichsstelle nicht überliefert ist, wurden die als archivwürdig bewerteten Akten nach einer neuen sachlich-chronologischen Ordnung verzeichnet, die sich aus dem Inhalt der Akten ergab. Die Neuordnung und Verzeichnung, bei der der Inhalt jedes einzelnen Stücks richtig ermittelt und der Betreff neu formuliert werden musste, wurde durch Archivrat Dr. Facius bis Oktober 1954 vorgenommen. Dabei wurden alle Bewirtschaftungsangelegenheiten im engeren Sinne, insbesondere einzelne Herstellungsanweisungen, Rohstoffzuteilungen, Einfuhr- und Verarbeitungsbewilligungen kassiert. Sie waren ursprünglich auf Vordrucken erteilt, aber hier nur in Durchschriften auf vordrucklosem Papier erhalten und deshalb unverständlich und wertlos. Eine umfangreiche Sammlung von Tageskopien und Korrespondenzen mit Einzelfirmen ohne wirklichen Aussagewert konnten nach sorgfältiger Prüfung ebenfalls vernichtet werden. 1956 war das erste Findbuch mit umfangreicher Einleitung fertig; es enthielt zunächst die Signaturen Nr. 1-317 und - als Abteilung Asbest und Glasfasern - die Nr. 1001-1161.</p>
                <p>1962 und 1967 wurden in Koblenz Ergänzungen zum bestehenden Findbuch mittels vorläufiger Archivverzeichnisse vorgenommen. So kamen die Signaturen Nr. 318-440 und Nr. 1162-1196 hinzu. Woher das hinzugefügte Material stammte, ließ sich leider nicht mehr rekonstruieren, es ist aber anzunehmen, dass es sich ebenfalls um von den Amerikanern beschlagnahmte Dokumente handelte; auf eine Zuordnung zur Klassifikation wurde dabei verzichtet. Zu einem unbekannten späteren Zeitpunkt wurden einige wenige weitere Nachträge im Koblenzer Findbuch vorgenommen (Nr. 441-448 und Nr. 1197-1200). Außerdem fanden sich die Nr. 1201-1229 noch in einer Findkartei mit Nachträgen zu den Wirtschaftsbeständen, die in den 1990er Jahren aus Koblenz nach Berlin gegeben wurde. Hier handelte es sich dem Augenschein nach zum Teil um Abgaben des Bayerischen Hauptstaatsarchivs.</p>
                <p>Eine Übertragung des Findbuchs in die Datenbank des Bundesarchivs Basys-S, bei der die Klassifikation des Bestandes aber nicht grundsätzlich verändert wurde, erfolgte 2015. Titelbildung, Enthältvermerke und Serienbildung wurden - wo erforderlich - heutigen Standards angepasst, bei Personalunterlagen auch Namen erfasst. Allerdings wurden einige wenige sehr lange Enthältvermerke (v.a. Nr. 306 und 316), die bei der außerordentlich detaillierten Erstverzeichnung der als besonders wertvoll eingestuften Statistiken entstanden waren, belassen, da sie recht hilfreich sein dürften. Die statistischen Unterlagen wurden in der Klassifikation noch stärker konzentriert und einige reine Doppelstücke (Nr. 1003, 1004, 1010) kassiert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 8 II Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeauftragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichtigen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden. Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I, S. 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt. Den höchsten Stand an Aufgaben auf dem Gebiet des gewerblichen Warenverkehrs wurde vom Reichswirtschaftsministerium und seinen nachgeordneten Dienststellen durch den Runderlass des RWM über die Neuordnung der Bewirtschaftung vom 25.11.1942 (RWMBl. 636) und die Bildung umfassender sog. Lenkungsbereiche in der gewerblichen Wirtschaft erreicht. Die mit der Einführung der Lenkungsbereiche verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden.</p>
                <p>Die Verschärfung der Kriegslage erforderte seit 1942 eine erhöhte Konzentration auf die Rüstungswirtschaft. Im engsten Zusammenhang damit erfolgte der Ausbau des bisherigen Reichsministeriums für Bewaffnung und Munition zum Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion, der schließlich zur durchgreifendsten Änderung führte: Mit dem Erlass über die Konzentration der Kriegswirtschaft vom 2.9.1943 (RGBl. I, S. 529) und der dazugehörigen 1. Durchführungsverordnung vom 6.9.1943 (RGBl. I, S. 531) gingen alle kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion über. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation (v.a. Produktionsausschüsse und -ringe) so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die Reichsstelle für Textilwirtschaft ist als solche eine der spätesten Gründungen dieser Art. Ihre unmittelbaren Vorgänger sind jedoch die ältesten Überwachungs- bzw. Reichsstellen überhaupt. Aufgrund des Gesetzes über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabrikaten vom 22. März 1934 (RGBl. I, S. 212) wurden bereits durch die Verordnungen des Reichswirtschaftsministers vom 26. März 1934 (RAnz. Nr. 73) die Überwachungsstelle für Wolle und Tierhaare mit Sitz in Berlin, die Überwachungsstelle für Baumwolle mit Sitz in Bremen und die Überwachungsstelle für Bastfasern mit Sitz in Berlin errichtet. Ihnen folgten durch die Verordnung vom 17. Aug. 1934 (RAnz. Nr. 194) die Überwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe und am 4. Sept. 1934 (RAnz. Nr. 209) die Überwachungsstelle für Seide, Kunstseide, Kleidung und verwandte Gebiete, beide mit Sitz in Berlin. Bei letzterer machte das Hinzukommen der in Deutschland aus Autarkiegründen lebhaft geförderten neuen Zellwolle schon bald eine Neuverteilung erforderlich. So entstand durch Verordnung vom 29. Okt. 1935 (RAnz. Nr. 261) die neue Überwachungsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle in Berlin, während die bisherige Behörde unter der Bezeichnung Überwachungsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete fortbestand.</p>
                <p>Um Missstände, die durch das Nebeneinander der sechs textilwirtschaftlichen Überwachungsstellen mit teilweise ineinandergreifenden Arbeitsgebieten entstanden, zu beseitigen und die Arbeit der textilwirtschaftlichen Überwachungsstellen besser zu koordinieren, wurde im September 1939 ein Sonderbeauftragter für die Spinnwirtschaft (Verordnung des Reichswirtschaftsministeriums vom 3. Sept. 1939; RAnz Nr. 204) eingesetzt. Seine Tätigkeit reichte jedoch nicht, um die Reibungsverluste der nebeneinander bestehenden Reichsstellen zu minimieren, so dass der Reichswirtschaftsminister mit Verordnung vom 27. Feb. 1942 (RAnz Nr. 53) die Gründung einer neuen Reichsstelle für Textilwirtschaft mit Wirkung zum 1. April 1942 anwies. Bis Ende 1942 gingen bis auf die Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete, die bis 1945 völlig selbständig bestehen blieb, alle anderen fünf sog. textilen Reichsstellen in der Reichsstelle für Textilwirtschaft auf: Am 1. April 1942 die Reichsstelle für Baumwollgarne und -gewebe und die Reichsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle; ab 1. Juli 1942 die Reichsstelle für Baumwolle, die als Hauptabteilung Baumwolle weiterhin in Bremen verblieb, während alle anderen Einrichtungen in Berlin verortet waren; am 10. Dez. 1942 (RAnz Nr. 295) die Reichsstelle für Wolle und andere Tierhaare sowie zum 1. Jan. 1943 die Reichsstelle für Bastfasern.</p>
                <p>Als letztes ging am 10. Mai 1943 noch die Bewirtschaftung von Asbest (mineralische Fasern) und Glasfasern (deutsche Austauschstoffe für Asbest) von der Reichsstelle für Kautschuk und Asbest auf die Reichsstelle für Textilwirtschaft über. Die neue Abteilung blieb allerdings etwas separat und erhielt später mit Walter Hess (*11.07.1900)(vorher Referent ebendort) auch einen eigenen Abwickler.</p>
                <p>Mit dieser Übernahme hatte die Reichsstelle für Textilwirtschaft ihre größte Ausdehnung erreicht. Bereits im September 1943 trat ein erheblicher Rückgang ein, da im Zuge der Konzentration der Kriegswirtschaft die gesamten Produktionsaufgaben auf die Produktionsausschüsse Textilwirtschaft und Asbestwirtschaft des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion übergingen. Der noch im Februar 1945 vom Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion gebildete Arbeitsstab für die Spinnstoffwirtschaft in Mühlhausen/Thüringen konnte sich aufgrund der militärischen Ereignisse und der Besetzung Mühlhausens Ende März 1945 von amerikanischen Truppen nicht mehr entfalten.</p>
                <p>Leiter der Reichsstelle für Textilwirtschaft wurde bei ihrer Gründung 1942 Walter Linder (*09.12.1909 Radevormwald). Die anderen ehemaligen Reichsbeauftragten der zuvor selbstständigen textilwirtschaftlichen Reichsstellen fungierten nach der Übernahme zum Teil als Abteilungsleiter in der größeren Behörde, so etwa zu Beginn die beiden Stellvertreter des Reichsbeauftragten, Theodor Hammer und Dr. Josef Otten, die zuvor als Leiter der Überwachungs- bzw. Reichsstellen für Baumwollgarne und -gewebe bzw. für Seide, Kunstseide und Zellwolle tätig gewesen waren und nun den beiden Hauptabteilungen Verarbeitung (Hammer) und Planung (Dr. Otten) vorstanden. Leiter der Hauptabteilung Statistik war von Beginn an Dr. Kellerer, während Staatsrat Pabst die Außenstelle in Bremen leitete.</p>
                <p>Die Organisationsstruktur der Reichsstelle in den Jahren 1943/44 zeigte sich etwas ausdifferenzierter und bildete die Tatsache ab, dass die Planung nun der Kernbereich der Reichsstelle geworden war: Hammer war nun alleiniger Stellvertreter des Reichsbeauftragten, wurde darin aber von Herrmann vertreten, dem die Langfristige Rohstoff- und Großraumplanung und weitere Sonderfragen unterstanden. Die Fachaufgaben konzentrierten sich im Bereich Planung (Arlt), die sich in die beiden Stränge Rohstoffe (Michel) und Erzeugnisse (Arlt) unterteilte. Darunter bildeten die jeweiligen Materialien und Produktklassen einzelne „Abteilungen&quot; (heute: Referate), etwa der Bereich Naturseide/Kunstseide (Dr. Claussen), Bastfasern/Papier (Becker), Wolle u.a. Tierhaare (Michel), Asbest und Glasfaser (Heyl) oder Männliche Berufskleidung, weibliche Oberbekleidung, Mantelstoffe, Teppiche und Möbelstoffe (Niessen). Parallel zur Planung bestand weiterhin die Hauptabteilung Buchhaltung und Statistik (Dr. Kellerer) und die Außenstelle in Bremen (Pabst). Zum Verwaltungsbereich gehörten schließlich u.a. die Arbeitsbereiche Recht und Personal (Gerke), Verwaltung (Dr. Peters), Devisen (Hölzle) und Bewirtschaftung in den besetzten Gebieten (Liesegang, später Röbling).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1973-12-31">1941-1973</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>151 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_03750e2c-3fd0-4a49-b1a1-577a431f40d6"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schwerpunkt bilden die Unterlagen zum Bedarf und zur Versorgung der Bevölkerung, v.a. Versorgung Fliegergeschädigter (1943-1946) sowie Materialien zur Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die gesamte Registratur der Reichsstelle ging bei den Bombenangriffen auf Berlin im November 1943 verloren. Akten aus der Zeit vor 1943 sind daher im allgemeinen nicht erhalten geblieben, und auch der Verlust an dem nach 1943 neu entstandenem Schriftgut war beträchtlich. Es wurde bei der Verlagerung einzelner Abteilungen der Reichsstelle aus Berlin nach Stendal, Cottbus und Meiningen entsprechend aufgeteilt. Diese Teilregistraturen gingen, soweit sich heute überblicken lässt, zugrunde. Dagegen blieb das Schriftgut ab 1943 am Hauptsitz der Reichsstelle in Berlin erhalten. Es diente nach dem Zusammenbruch bei Mitte 1946 der vom Berliner Magistrat eingesetzten Abwicklungsstelle als Arbeitsmaterial. Danach wurde es von der amerikanischen Besatzungsmacht in Berlin übernommen und mit den inzwischen von Fürstenhagen nach Berlin-Tempelhof verbrachten beschlagnahmten Akten zahlreicher deutscher Dienststellen der ehemaligen Reichswirtschaftsverwaltung vereinigt. In der Zeit bis zur Rückgabe dieses Materials an neue deutsche Dienststellen wurden die Akten von den Amerikanern gesichtet und wichtige Stücke davon zurückbehalten.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bereits bei der Vorordnung der an deutsche Dienststellen zurückgegebenen Akten der Reichswirtschaftsverwaltung im Bundeswirtschaftsministerium in Bonn wurden wertlos erkannte Formblatt-Angelegenheiten der Reichsstelle in größeren Mengen kassiert.</p>
                <p>Die im alten Findbuch bereits vorgegebenen Aktentitel wurden in der Regel übernommen, gegebenenfalls an die neuen Verzeichnungsrichtlinien angepasst und in der Datenbank erfasst.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichtigen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I S. 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Aufgrund der Verordnung vom 4. Sept. 1934 (RAnz Nr. 209) entstand die Überwachungsstelle für Seide, Kunstseide, Kleidung und verwandte Gebiete mit Sitz in Berlin. Die Herstellung künstlicher Textilfasern wurde besonders gefördert, um den hohen Devisenverbrauch für die Einfuhr der natürlichen Textilrohstoffe zu verringern. Die Produktion von Kunstseide und Zellwolle nach neuartigen deutschen Verfahren wurde deshalb außerordentlich gesteigert, ihre Verwendung im ganzen textilen Vesorgungsgebiet angestrebt. So erwies sich der Aufgabenbereich der zuständigen Überwachungsstelle schon ein Jahr nach ihrer Gründung als zu groß und wurde geteilt. Die Arbeitsgebiete Seide, Kunstseide und Zellwolle wurden durch Verordnung vom 29. Okt. 1935 (RAnz Nr. 261) ausgeschieden und einer neuen Überwachungsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle mit dem Sitz in Berlin übertragen, während das immer noch stattliche Arbeitsfeld Kleidung der bisherigen Überwachungsstelle verblieb, die als Überwachungstelle für Kleidung und verwandte Gebiete in Berlin fortbestand. Sie führte seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I S. 1429; RAnz Nr. 192) wie alle Überwachungsstellen die Bezeichnung Reichsstelle. Selbst die lebhaften Bestrebungen für einen Zusammenschluss der verschiedenen textilwirtschaftlichen Reichsstellen in den Jahren 1941-1943, aus denen am 1. April 1942 die Reichsstelle für Textilwirtschaft hervorging, erkannten den Bewirtschaftungsaufgaben für Kleidung soviel Eigenbedeutung zu, dass sie die dafür tätige Reichsstelle auch weiterhin als selbständig bestehen ließen. Ihre Tätigkeit erlosch erst mit der Kapitulation am 8. Mai 1945.</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle Eisen und Metalle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1972-12-31">1934-1972</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben den Materialien zur Abwicklung von Personalforderungen und Vermögensangelegenheiten, die den inhaltlichen Schwerpunkt des Bestandes bilden, sind aus der Tätigkeit der Behörde Vorschriften, Anordnungen, Rundschreiben und Preisbekanntmachungen, Ordnungsstrafbescheide gegen Firmen sowie Personalsachen überliefert.</p>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>Tätigkeit der Reichsstelle: Personalangelegenheiten (5); Anordnungen und Vorschriften (6); Praktische Tätigkeiten (5);</p>
                <p>Abwicklung der Reichsstelle: Personalangelegenheiten (7); Vermögensangelegenheiten (4)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen waren bis Mitte 1941 wohl noch vollständig vorhanden. Erst der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.05.1941 zur Papiergewinnung ließ bei den Reichsstellen eine totale Aktenvernichtung nach fünf Jahren zu. Davon wurde offensichtlich alsbald und fortlaufend in weitestem Umfang Gebrauch gemacht, da sich Vorgänge aus den Anfangsjahren kaum erhalten haben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
                <p>Die Vorschriften der Reichsstelle für Eisen und Metalle zur Neuregelung der Metallbewirtschaftung, 1944.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die Abwicklung der Reichsstelle erfolgte nach 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1945-12-31">(1937) 1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Von den Unterlagen der Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler) haben sich nur wenige Akten erhalten, die lediglich einen kleinen Teil der Tätigkeit der Behörde dokumentieren.</p>
                <p>Zur Errichtung der Dienststelle liegen genau zwei Akten vor mit Geschäftsverteilungsplan, Dienstanweisungen für die Bezirkslastverteiler und einer Deutschlandkarte mit Versorgungswegen. Daneben haben sich einige wenige Leistungsbilanzen und Monats- oder Quartalsberichte mit statistischem Material erhalten, die durch vereinzelte Exemplare in anderen Beständen (R 4604/13, R 3101/31137) ergänzt werden können.</p>
                <p>Von der Tätigkeit der Reichsstelle ist vor allem eine ganze Reihe von Erlassen und Anordnungen zur Einschränkung des Stromverbrauchs überliefert. Die wichtigsten Dokumente dabei bilden Abschaltlisten, die für jeden Energiebezirk definierten, welche Unternehmen ihren Stromverbrauch bei verschiedenen Dringlichkeitsstufen um welchen Anteil zu drosseln hatten. Diese Prioritätensetzung bei der Verteilung der knappen Elektrizität gehörte zum Kernbereich der Aufgaben der Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft, auch nachdem ansonsten der Generalinspektor für Wasser und Energie zur bestimmenden Figur bei der Energieversorgung im Krieg geworden war.</p>
                <p>Als weitere Aufgabe wird der Luftschutz für Energieversorgungsanlagen und die Bevorratung mit Ersatzteilen und Materialien der Elektrizitätswirtschaft deutlich.</p>
                <p>Überlieferung</p>
                <p>- Einrichtung, Aufgaben, Wirkungskreis (2)</p>
                <p>- Tätigkeitsberichte und Statistiken (6)</p>
                <p>- Maßnahmen zur Sicherung der Stromversorgung und zur Verbrauchseinschränkung (11)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler) war eine in den ersten Kriegstagen vom Reichswirtschaftsministerium geschaffene Behörde zur Sicherstellung und Priorisierung der Dringlichkeit der Elektrizitätsversorgung.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen waren bis Mitte 1941 wohl noch vollständig vorhanden. Erst der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.05.1941 ließ bei den Reichsstellen eine totale Aktenvernichtung nach fünf Jahren zur Papiergewinnung zu. Davon wurde offensichtlich alsbald und fortlaufend in weitestem Umfang Gebrauch gemacht, da sich Vorgänge aus den Anfangsjahren kaum erhalten haben. In den Unterlagen der Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft ist immerhin eine Akte von 1939 mit dem Errichtungserlass und ersten Dienstanweisungen sowie eine Versorgungskarte von 1937 überliefert.</p>
                <p>Ins Bundesarchiv nach Koblenz gelangten die Unterlagen des Reichslastverteilers im Wesentlichen als Rückgaben aus amerikanischer Hand. Nur einige wenige Akten wurden dem Bundesarchiv vom britischen Imperial War Museum Anfang der 1960er Jahre übergeben.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Die jetzt im Bestand R 8 IV zusammengefassten Akten wurden in Koblenz 1956/57 erstmals in einer Findkartei erschlossen und 1962 zu einem vorläufigen Archivverzeichnis zusammengestellt. 1965 wurden Signaturen nochmals umgestellt, um aus dem Imperial War Museum erhaltene Akten ohne größere Änderung in den Bestand einfügen zu können (jetzt die Signaturen Nr. 9-13).</p>
                <p>Eine elektronische Verzeichnung in der Datenbank Basys des Bundesarchivs erfolgte 2014/2015. Dabei wurden auch eine Klassifikation und eine Findbucheinleitung erarbeitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 4604 Generalinspektor für Wasser und Energie</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeauftragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939</p>
                <p>Stier, Bernhard: Staat und Strom. Die politische Steuerung des Elektrizitätssystems in Deutschland 1890-1950, Ubstadt-Weiher 1999</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichtigen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden. Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I, S. 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler) wurde mit der vom Reichswirtschaftsminister und Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft, Walter Funk, erlassenen Verordnung zur Sicherstellung der Elektrizitätsversorgung vom 3. Sept. 1939 (RGBl. I, S. 1607f) gebildet. Ihre Aufgabe war die Aufrechterhaltung der Energieversorgung im Krieg für die wichtigen industriellen Verbraucher. Dazu wurde sie ermächtigt, die Elektrizitätsversorgung nach dem Grad der Dinglichkeit zu regeln und Verbraucher vom Strombezug auszuschließen oder ihre Stromabnahme zu beschränken. Außerdem konnte die Behörde „auch direkt in die Betriebsführung der Kraftwerke eingreifen, Fahrpläne der Werke festlegen sowie Kooperationen und Aushilfslieferungen anordnen.&quot; Durch die 1. Durchführungsverordnung zur Verordnung zur Sicherstellung der Elektrizitätsversorgung vom 30. Nov. 1942 (RGBl. I, S. 681f) „wurde der Reichslastverteiler von der Bindung an den Staatshaushalt gelöst, was weitere Flexibilisierung in seiner Geschäftsführung ermöglichte.&quot; (Stier, Staat und Strom, S. 478)</p>
                <p>Leiter der Behörde und damit Reichslastverteiler wurde Dr. Richard Fischer, der bereits Vorstandsvorsitzender der Berliner Licht- und Kraft-AG (BEWAG), Vorstandsmitglied der Ostpreußenwerk AG, stellvertretender Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft und kommissarischer Leiter der Energieabteilung des Reichswirtschaftsministeriums war. Er richtete sechs verschiedene Referate ein, deren Tätigkeitsbereiche die Aufgaben der Reichsstelle wiedergeben: Regelung der Lastverteilung (Ref. 1), Regelung der Kohlenzuteilung (Ref. 2), Regelung des Arbeitseinsatzes und der Freistellung von Kraftfahrzeugen und Betriebsstoffen (Ref. 3), Fortführung wichtiger Bauvorhaben (Ref. 4), Nachrichten- und Messwesen (Ref. 5) sowie Personal, Haushalt und Rechtsfragen (Ref. 6). Außerdem ernannte er als mittlere Ebene Bezirkslastverteiler in den Bezirkswirtschaftsämtern und auf lokaler Ebene Ortslastverteiler aus den Industrie- und Handelskammern.</p>
                <p>Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit mit Energie und zur Durchsetzung von Rationalisierung und Zentralisierung in der Energiewirtschaft wurde durch Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 29. Juli 1941 das Amt eines Generalinspektors für Wasser und Energie (GIWE) geschaffen (RGBl. I, S. 467f) und Fritz Todt damit beauftragt, der bereits als Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen und Reichsminister für Bewaffnung und Munition fungierte. Der Energieinspektor erhielt Stellung und Befugnisse eines Reichsministers und umfassende Zuständigkeiten im Energiesektor einschließlich der staatlichen Energieaufsicht sowie bei Wasserwirtschaft und -straßen. Auch die Reichsstelle für die Elektrizitätswirtschaft (Reichslastverteiler) wurde aus dem Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministeriums herausgelöst und dem neuen Generalinspektor für Wasser und Energie untergeordnet.</p>
                <p>Aber weder Fritz Todt noch seinem Nachfolger Albert Speer gelang eine radikale Umstrukturierung und Zentralisierung der Energieerzeugung. Der immer spürbarer werdende Mangel an Elektrizität führte ab dem Winter 1941/1942 zu Kürzungen im Spitzenbedarf, und die fehlende Kraftwerksleistung wurde in Folge des durch die massiven Rüstungsanstrengungen nach dem Scheitern der Blitzkriegsstrategie gestiegenen Energiebedarfs immer problematischer. Im Winter 1942/43 betrugen die Stromabschaltungen in der Bedarfsspitze 4%, im Januar 1944 dann knapp 8% und ein Jahr später aufgrund der im Luftkrieg zerstörten Kraftwerke und Leitungen gut 29% (s. Eichholtz, Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Bd. 2, S. 391).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Historisches Konzernarchiv RWE in Essen, Bestand DVG Deutsche Verbundgesellschaft e.V.: Nachlass von Prof. Dr. Richard Fischer, bis 1945 Reichslastverteiler (4 Akten)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Industrielle Fette und Waschmittel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1932-01-01/1959-12-31">1932-1959</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>265 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben einer großen Anzahl von Personalakten ist vor allem Schriftwechsel mit verschiedenen Firmen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Von den umfangreichen Kassationen zur Papiergewinnung seit Kriegsbeginn, insbesondere nach dem Erlass des Reichswirtschaftsminisnteriums vom 13.05.1941 wurden auch die Akten der Reichsstelle für industrielle Fette und Waschmittel stark betroffen. So stammen auch die hier überlieferten Akten offensichtlich nicht aus einer zentralen Registratur der Reichsstelle, sofern eine solche überhaupt bestand, sondern wurden von einem Hauptabteilungsleiter namens Erich Ahlmann, über den sich keine weiteren Personalangaben ermitteln ließen, gesammelt.</p>
                <p>Nach 1945 gelangten diese Akten in das Ministerial Collecting Center (MCC) in Fürstenhagen. Nach dem dort das für die Alliierten interessante Schriftgut ausgesondert und der Rest an das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden, später an die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/Main und von doer wiederum 1951 an das Bundesaministerium für Eirtschaft abgegeben worden war, erhielt 1952 das Budnesarchiv die verbliebenen Akten. Hinzu kamen noch ca. 20 Bände aus amerikanischen Abgaben aus Alexandria.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Das Schriftgut wurde zwischen 1955 und 1962 vorläufig karteimäßig erfasst und 1962 in einem vorläufigen Archivverzeichnis aufgeführt.</p>
                <p>Die überwiegende Zahl der Schriftstücke musste chronologisch geordnet bzw. zu neuen Vorgängen zusammengefasst werden . Dabei wurden zahlreiche Doppelstücke kassiert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die Reichsstelle für industrielle Fette wurde durch die Verordnung über industrielle Fettversorgung vom 06. Juli 1934 DAnz Nr. 168) gegründet.</p>
                <p>Durch Verordnung vom 18. Aug. 1939 (RGBl I S. 1429) umbenannt in Reichsstelle für industrielle Fettversorgung - ebenso wie alle anderen Überwachungsstellen jeweils den Namen Reichsstelle erhielten. Ihr Aufgabenbereich änderte sich dadurch nicht. Eine weitere Umbenennung wurde vorgenommen durch die Bekanntmachung über die Reichsstelle für industrielle Fettversorgung vom 20. Aug. 1942 (Ministerialblatt des RWM Nr. 25, S. 444), nach der sie mit Wirkung vom 22. Aug. 1942 den Namen Reichsstelle für industrielle Fette und Waschmittel führte (RAnz und Preuss. Staatsanzeiger Nr. 196).</p>
                <p>Im Verlauf des Krieges nahm die Bedeutung der Reichsstelle in Bezug auf dei Bestimmung der Bewirtschaftungsmaßnahmen ab, da das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion die Aufgaben aus diesem Bereich an sich zog.</p>
                <p>Die Abwicklung erfolgte nach 1945.</p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-VI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Lederwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1972-12-31">1934-1945 (1947-1972)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind vor allem zwei Bereiche aus der Tätigkeit der Reichsstelle: Einerseits Bewirtschaftungsmaßnahmen im weitesten Sinne, wozu auch Bedarfsermittlung, Erzeugungsplanung und Rohstoffverteilung zählen, andererseits Statistische Erhebungen und Zahlen zur Branche. Daneben finden sich noch einige Bände mit Wochenberichten, Rundschreiben und sonstigen Anweisungen der Reichsstelle, Erlasse des Reichswirtschaftsministeriums, Firmenangelegenheiten und Abwicklungsunterlagen.</p>
                <p>Insgesamt ist die Aussagekraft der Unterlagen aufgrund ihres fragmentarischen Charakters und des Fehlens grundsätzlicher Vorgänge beschränkt. Von besonderem Interesse dürften lediglich einige Bände zu Leder-Austauschstoffen sein.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Reichsstelle für Lederwirtschaft (bis Aug. 1939 Überwachungsstelle für Lederwirtschaft) wurde 1934 als nachgeordnete Behörde des Reichswirtschaftsministeriums gegründet und war für die Regelung und Kontrolle der Beschaffung von Fellen und Häuten (etwa durch Devisenzuteilungen für die Wareneinfuhr), deren Verteilung, Lagerung, Absatz und Verbrauch zuständig.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen erlitten bereits seit Kriegsbeginn, vor allem aber nach dem Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31. Mai 1941 (Möglichkeit der totalen Aktenvernichtung nach Ablauf von fünf Jahren) durch umfangreiche Kassation zur Papiergewinnung erhebliche Verluste. Hier stellt die Überlieferung der Reichsstelle für Lederwirtschaft keine Ausnahme dar.</p>
                <p>Nach 1945 gelangten die verbliebenen Akten zusammen mit den Registraturen anderer Reichsbehörden und Organisationen der gewerblichen Wirtschaft in das Ministerial Collecting Center (MCC) in Fürstenhagen bei Kassel. Nach Aussonderung der für die Alliierten interessanten Unterlagen wurde das verbliebene Schriftgut an das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden, später an die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/Main abgegeben. Von dort gelangten die Akten 1951 zum Bundesministerium für Wirtschaft, das sie nach einer Vorsichtung 1952 dem Bundesarchiv in Koblenz zuleitete (Archivsignaturen Nr. 1-86).</p>
                <p>Nach der 1968 erfolgten Erstverzeichnung wurden dem Bestand noch Unterlagen zur Abwicklung der Reichsstelle hinzugefügt (Nr. 88-105).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei der Ordnung des Bestandes in Koblenz 1968 waren kaum einheitliche Betreffe oder chronologische Ablagen noch Registraturzusammenhänge zu erkennen. Da kein Aktenplan der Reichsstelle für Lederwirtschaft vorhanden ist und sich ein solcher auch nicht aus den geringen Schriftgutsplittern erschließen ließ, wurden die Akten im Koblenzer Bundesarchiv nach Betreffen neu geordnet und klassifiziert. Kassiert wurden vor allem zahlreich vorhandene Doppelstücke sowie Formblätter (letzteres bis auf einen Beispielband: R 8 VI/44).</p>
                <p>Bei der Übernahme der Erschließungsinformationen in das elektronische Datenbanksystem des Bundesarchivs (Basys) im Jahr 2015 wurde die Klassifikation modifiziert, die nachträglich dem Bestand zugeordneten Akten zur Abwicklung der Behörde integriert und Anpassungen in der Titelbildung vorgenommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 10 VI Gemeinschaft Schuhe</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen des Reichsbeauftragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikation der Reichsstelle.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage des Gesetzes über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabrikaten vom 22. März 1934 (RGBl. I 1934, S. 212) und der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichtigen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1939, S. 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt. So waren die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (d.h. der Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen) sowie den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren schließlich die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943, denn letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die Reichsstelle für Lederwirtschaft wurde am 9. April 1934 durch die Verordnung des Reichswirtschaftsministers über Häute und Felle unter der Bezeichnung Überwachungsstelle für Häute und Felle ins Leben gerufen (RAnz. Nr. 83): &quot;Zur Regelung und Überwachung des Verkehrs mit Fellen und Häuten der Nr. 153 des Deutschen Zolltarifs, insbesondere [...] ihrer Beschaffung, Verteilung, Lagerung, ihres Absatzes und ihres Verbrauchs&quot; wurde die Überwachungsstelle ermächtigt, &quot;für die Verarbeitung der in Abs. 1 genannten Waren Höchstmengen&quot; festzusetzen sowie &quot;Bestimmungen über die Höhe der Vorräte&quot; zu erlassen; die Einfuhr wurde durch Devisenzuteilungen kontrolliert. Zum Leiter der Überwachungsstelle und Reichsbeauftragten wurde Legationsrat Steinbeck bestellt. Sitz der Behörde war Berlin, anfangs in der Potsdamer Straße, seit 1943 in Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstr. 78-79.</p>
                <p>Mit der Verordnung über die Errichtung von Überwachungsstellen vom 4. Sept. 1934 (RAnz. Nr. 209) wurde die Überwachungsstelle für Häute und Felle umbenannt in Überwachungsstelle für Lederwirtschaft. Im Juli 1938 übernahmen der Legationsrat von der Decken als Reichsbeauftragter und sein Stellvertreter Dr. Steitz die Leitung der Überwachungsstelle.</p>
                <p>Laut dem in R 2/21558 überlieferten Geschäftsverteilungsplan verfügte die Überwachungsstelle Ende 1938 im Wesentlichen über zwei Hauptabteilungen: Die Hauptabteilung I für die devisenwirtschaftlichen Aufgaben mit den vier Abteilungen I S (Transit- und Nebenkostenanträge, Sonderaufgaben), A (Einfuhr von Fellen, Häuten, Gerbstoffe), B (Einfuhr von Leder, Waren aus Leder) und C (Devisen, Statistik und Buchführung), sowie die Hauptabteilung II für Mengenbewirtschaftung mit den beiden Abteilungen F (Felle und Häute) und L (Leder und Waren aus Leder).</p>
                <p>Durch die Bekanntmachung über die Reichsstellen zur Überwachung und Regelung des Warenverkehrs vom 18. Aug. 1939 (RAnz. Nr. 192) wurde die Überwachungsstelle für Lederwirtschaft in Reichsstelle für Lederwirtschaft umbenannt, ohne dass sich ihre Zuständigkeit geändert hätte.</p>
                <p>Lenkungsbereiche als fachlich abgegrenzte Zuständigkeitsbereiche der Reichsstellen sowie Bewirtschaftungsstellen als Ausführungsorgane der Reichsstellen wurden durch den Erlass des Reichswirtschaftsministers zur Neuordnung der Bewirschaftung vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. 1942, S. 636) sowie endgültig durch die Verordnung über den Warenverkehr in der Fassung vom 11. Dez. 1942 (RGBl. I 1942, S. 686 ff) eingeführt.</p>
                <p>Einen weit schwereren Eingriff in die Kompetenzen der Reichsstelle für Lederwirtschaft bedeutete die Gründung der Gemeinschaft Schuhe durch die Anordnung über die Errichtung der Gemeinschaft Schuhe vom 15. Okt. 1942 (RAnz. Nr. 244). Die gesamte Zuständigkeit auf dem Gebiet der Schuhwirtschaft, d.h. Rohstoffbeschaffung, Planung, Produktionsüberwachung und Verteilung, ging damit von der Reichsstelle für Lederwirtschaft auf die neue Gemeinschaft Schuhe (vgl. Bestand R 10 VI) über.</p>
                <p>Ab Frühjahr 1943 bis Kriegsende bekleidete Dr. Mohr das Amt als Leiter der Reichsstelle für Lederwirtschaft.</p>
                <p>Nach Errichtung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion (Erlass des Führers über die Konzentration der Kriegswirtschaft vom 2. Sept. 1943 (RGBl. I 1943, S. 529)) und der damit verbundenen neuen gesamtwirtschaftlichen Aufgabenverteilung wurden auch im Bereich der Lederwirtschaft die Zuständigkeiten immer komplizierter. Durch das Schreiben des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion vom 7. Jan. 1944 (in R 3/174) wurde auch im Bereich der Lederwirtschaft die Errichtung eines Produktionshauptausschusses angeordnet und gleichzeitig die Reichsstelle für Lederwirtschaft von der Planung der Belegung und der Durchführung der Erzeugungslenkung auf dem Gebiet der Ledererzeugung und Lederverarbeitung (außer Schuhherstellung) einschließlich der Durchführung der Auftragsverlegung in die besetzten Gebiete entbunden. Weiterhin verfügt das Scheiben den Übergang des Weisungsrechts des Reichsbeauftragten für Lederwirtschaft an die Bewirtschaftungsstellen auf dem Gebiet der Erzeugungslenkung auf den Produktionshauptausschuss und damit auf die Wirtschaftsgruppe.</p>
                <p>Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches war die Tätigkeit der Reichsstelle für Lederwirtschaft beendet, die Behörde wurde abgewickelt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-VII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Mineralöl</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1971-12-31">1934-1945 (-1971)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>437 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sowohl im Reichswirtschaftsministerium als auch in der Reichsstelle für Mineralöl sind im Verhältnis nur wenige Aktenbände betreffend die Mineralölwirtschaft erhalten. Die spärlich ausfallende Aktenüberlieferung liegt wohl nicht zuletzt in der Geheimhaltung der Mineralölwirtschaft begründet.</p>
                <p>Neben einigen Unterlagen zu Personalangelegenheiten, Kassenwesen und Abwicklung (25) sowie grundsätzlichen Unterlagen zur Mineralölwirtschaft und der Kontingentierung, hier insbes. Versorgung der Wehrmacht, (Akten der Abteilungen Kraftstoffe, Schmierstoffe und Technische Benzine, Benzole und Petroleum) (96) sind hauptsächlich Akten der Revisions- und Treuhandabteilung erhalten (310). Diese enthalten neben allgemeinen Regelungen zur Ein- und Ausfuhr sowie dem sog. Verlustausgleich zum Teil auch Besprechungsvermerke und grundsätzlichen Schriftwechsel bis hin zur Ebene des Reichswirtschaftsministeriums. Weiterhin ist zahlreicher Schriftverkehr mit den Erdöl-importierenden, weiterverarbeitenden oder produzierenden Unternehmen enthalten, dem u.a. auch Mengen an eingeführtem Rohöl sowie Mengen an produzierten / weiterverarbeiteten Öls und dessen Verwendung zu entnehmen ist.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1934 wurde die Überwachungsstelle (ab 1939: Reichsstelle) für Mineralöl zur Steuerung der Öl-Ein- und -Ausfuhr eingerichtet. Ihre Hauptaufgabe lag in der Sicherung der Versorgung des Reichs mit Kraftstoffen; dazu gehörten die Überwachung und Koordinierung der Ölgewinnung und der Öllieferungen an das Deutsche Reich, ab Kriegsbeginn verstärkt die Versorgung der Wehrmacht sowie die Kontingentierung der Öllieferungen und die Verarbeitung und Verteilung der in den besetzten Gebieten gewonnenen Ressourcen an Mineralöl.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Aktenabgaben erfolgten wohl in den 1950er Jahren aus den USA ausschließlich an das Bundesarchiv in Koblenz. Ein weiterer Teil von Akten der Reichsstelle für Mineralöl sowie der Kontinentalen Öl AG wurde im Juli 1959 vom Berlin Document Center an das Bundesarchiv übergeben, darüber hinaus stammt ein Aktenband aus Bremerhaven. Alle Akten wurden zunächst dem Bestand R 8 VII zugeordnet. Das vorläufige Bestandsverzeichnis wurde im Jahr 1955 im Bundesarchiv in Koblenz erstellt und um das Ablieferungsverzeichnis aus dem BDC aus dem Jahr 1959 ergänzt. Es folgten weitere Ergänzungen durch Werkstudenten im Jahr 1965.</p>
                <p>Im Zuge der Bearbeitung erfolgte im Jahr 2013 eine Bestandsbereinigung: Die Akten der Kontinentalen Öl AG wurden dem 1986 neu gebildeten Bestand R 176 zugeordnet.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Zum vorläufigen Verzeichnis von 1965 bestand eine zwischenzeitlich wohl kassierte sog. &quot;A-Kartei&quot;, die nähere Informationen zur Erschließung des Verzeichnisses enthielt. Da die Verzeichnung ohne diese ergänzende Kartei wenig aussagekräftig war, wurden die Akten komplett neu erschlossen.</p>
                <p>Bei der Erschließung wurden die Mängel der bisweilen eigenwillig anmutenden Aktenführung durch detailliertere Enthält-Vermerke kompensiert.</p>
                <p>Soweit möglich wurden die ursprünglichen Serien rekonstruiert und nach (sinnvollen) Aspekten neu formiert und gereiht. Da die Originalbehälter nicht mehr erhalten und ursprüngliche Aktenbeschriftungen somit kaum mehr nachvollziehbar waren, ließ sich die im vorläufigen Findmittel bestimmte aktenführenden Organisationseinheit aus dem Jahr 1961 größtenteils nicht (mehr) nachvollziehen. Die vorliegende strukturelle Gliederung wurde zu Gunsten einer sachbezogenen Klassifikation unter Berücksichtigung der Inhalte und Aufgabenwahrnehmung modifiziert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium</p>
                <p>R 3112 Reichsamt für Wirtschaftsausbau</p>
                <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion</p>
                <p>R 26 II Reichskommissar für die Preisbildung</p>
                <p>R 52 XI Generalgouvernement Polen - Der Sonderbevollmächtigte für die Erdölwirtschaft</p>
                <p>R 13 XXII Wirtschaftsgruppe Groß- und Außenhandel (vormals Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel)</p>
                <p>Bd. 1: Erdöl-Reichsverband / Fachuntergruppe Mineralöl und Mineralölerzeugnisse der Fachgruppe Mineralöl</p>
                <p>R 13 XXIII Wirtschaftsgruppe Kraftstoffindustrie</p>
                <p>R 176 Kontinentale Öl AG</p>
                <p>R 125 Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft</p>
                <p>R 8128 IG-Farbenindustrie AG</p>
                <p>R 63 Südosteuropa Gesellschaft</p>
                <p>R 3406 Arbeitsgemeinschaft für Erdölgewinnung und -verarbeitung</p>
                <p>R 8160 Erdöl- und Kohleverwertungs AG (Evag)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeauftragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
                <p>Eine Sammlung der Mineralöl betreffenden Verordnungen und Anordnungen befindet sich in der Sammlung &quot;Gesetze der Kriegswirtschaft und Kriegsverwaltung Teil 1 3: Gewerbliche Wirtschaft und Arbeitsfragen, 1943 (Signatur der Bibliothek Berlin-Lichterfelde: 06 B 312-1,3).</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939</p>
                <p>Karlsch, Rainer und Stokes, Raymond G.: Faktor Öl: Die Mineralölwirtschaft in Deutschland 1859-1974, München 2003</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Vorbemerkung: Zur Organisation der Reichsstellen allgemein</p>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichtigen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums errichtet (vgl. Bestand R 3101). Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden. Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde. Die Abwicklung der Reichsstellen erfolgte nach 1945.</p>
                <p>Die Reichsstelle für Mineralöl</p>
                <p>a) Zur Lage der Mineralölwirtschaft in Deutschland bis zur Machtergreifung</p>
                <p>Das Aufkommen an Mineralöl innerhalb der deutschen Gebiete war von je her nie besonders hoch. Nennenswerte Vorkommen traten v.a. im Raum Hannover und insbes. im Elsass auf. Eine systematische Ausbeutung dieser Vorkommen fand erst ab 1745 statt (s. dazu Karlsch/Stokes: Faktor Öl). Im Zuge der Industrialisierung wuchs der Bedarf stetig, gleichzeitig war auf dem Weltmarkt (durch die in Amerika, Russland, Rumänien und Österreich-Ungarn erschlossenen großen Mengen) mehr Öl verfügbar.</p>
                <p>In den 1880er Jahren förderte Bismarck die Einfuhr russischen Petroleums. Ab 1900 drängten mehr und mehr die Großbanken ins Ölgeschäft: Durch geschickte Geschäftsbeziehungen waren lukrative Geschäfte möglich. Der deutsche Petroleummarkt wurde stark durch die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft (DAPG) dominiert. Als Tochterunternehmen der Standard Oil Company beherrschte sie den Petroleumhandel, der Aufbau eines Monopols gelang ihr jedoch aufgrund der konkurrierenden Unternehmen, die Petroleum aus Rumänien, Russland und Galizien einführten, nicht.</p>
                <p>Wegen der stetigen Verdrängung des Leuchtöls durch Gas und die Elektroenergie verlor das Petroleum bis in die 1920er Jahren weitestgehend an Bedeutung. Die Einführung eines staatlichen Petroleummonopols - die spätestens ab 1919 als Anachronismus angesehen werden musste - gelang nicht.</p>
                <p>In Deutschland entwickelte sich ein breiter Markt für Schmierstoffe und Benzin, bedeutende Gewinne konnten die 1911 gegründete Deutsche Erdöl AG (DEA) sowie im Benzinsektor die Rhenania, eine Tochter der Royal Dutch, vorweisen. Im Laufe der Jahre verdrängte jedoch die DAPG die Rhenania von der Spitze der deutschen Benzinanbieter.</p>
                <p>Die deutschen Großbanken waren aktiv an der Gründung der DEA bzw. Deutschen Petroleum AG beteiligt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam der Markt jedoch zum Erliegen. &quot;Nach der Niederlage von 1918 und dem Friedensvertrag von Versailles verloren die deutschen Banken bzw. Mineralölunternehmen [...] ihre Auslandsbeteiligungen&quot; und wurden damit de facto &quot;auf den Stand von vor 1900 zurückgeworfen. &quot;.</p>
                <p>Trotzdem entwickelte sich der Mineralölmarkt während der Weimarer Republik auch in Deutschland wieder. Nach Ende der Inflation und der Währungsreform wuchs insbes. der Treibstoffbedarf für Kraftfahrzeuge sowie der Bedarf an Flugbenzin und Bitumen. Die marktbeherrschenden &quot;großen Drei&quot; waren die Rhenania-Ossag AG, die DAPG sowie die Anglo-Iranian Oil Company: &quot;[Ihnen] gehörten die wichtigsten Raffinerien in Deutschland, sie verfügten über flächendeckende Tankstellennetze und eine Palette von Marktprodukten&quot;. Da überwiegend Zwischen- oder Fertigprodukte eingeführt wurden, war der Betrieb von Rohölraffinerien nicht notwendig.</p>
                <p>Ab 1931 trat im Mineralölgeschäft die Wintershall AG in Erscheinung, die bald darauf zum wichtigsten einheimischen Erdölproduzenten und Verarbeiter aufsteigen sollte.</p>
                <p>Schon in den frühen dreißiger Jahren war die potentielle Erschöpfung der Erdölvorräte ein großes Thema. Die Suche nach Alternativen mündete in der Gewinnung von Öl aus Kohle. Zur großtechnischen Umsetzung der - tendenziell von je her unwirtschaftlichen - Kohlehydrierung waren jedoch in erster Linie die finanzstarken Unternehmen wie die BASF bzw. die IG-Farbenindustrie AG in der Lage.</p>
                <p>b) Die Organisation der Mineralölwirtschaft seit der Machtergreifung</p>
                <p>Seit 1933 wurden im Reichsgebiet intensiv neue Quellen für Erdöl erkundet. Das sog. &quot;Reichsbohrprogramm&quot; des Reichswirtschaftsministeriums sollte der Abhängigkeit von ausländischen Ölimporten entgegenwirken. Zwar stand fest, dass aufgrund der geologische Voraussetzungen auf Reichsgebiet nur geringe Vorkommen erwartet werden durften, dennoch sollten die Ressourcen voll ausgeschöpft und zudem der Abbau der Arbeitslosigkeit vorangetrieben werden .</p>
                <p>1934 wurde beim Reichswirtschaftsministerium zur Steuerung der Ein- und Ausfuhr die Überwachungsstelle für Mineralöl eingerichtet.</p>
                <p>Neben der Produktion und Einfuhr von Mineralöl wurde 1934 mit der Gründung der &quot;Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (WiFo)&quot; parallel auch die Einlagerung von Mineralöl im Deutschen Reich vorangetrieben (vgl. Bestand R 125).</p>
                <p>Mit der Organisation der Vierjahresplanung unter Göring, der seit 4. Apr. 1936 das Amt des &quot;Rohstoff- und Devisenkommissars&quot; inne hatte, wurde Ende 1936 das Amt für Deutsche Roh- und Wertstoffe&quot; eingerichtet. Dessen Aufgaben waren insbes. die</p>
                <p>· Aufstellung von Plänen für die industrielle Erzeugung,</p>
                <p>· Kontrolle der Kraftstofferzeugungsstätten,</p>
                <p>· Förderung der Erdölgewinnung im Inland, auch Forschung und Entwicklung</p>
                <p>· Überwachung der Lagerhaltung</p>
                <p>· Sicherstellung der Versorgung der Wehrmacht und Wirtschaft</p>
                <p>· Regulierung des Treibstoffmarktes sowie der</p>
                <p>· Förderung des Mineralöl-Imports.</p>
                <p>Noch im selben Jahr wurde mit der Aufstellung eines Mineralölplans und der dafür zu veranschlagenden Finanzierung begonnen.</p>
                <p>Das - bedingt durch die sich überschneidenden Aufgaben entstandene -Kompetenzgerangel mit dem Oberkommando der Wehrmacht konnte erst mit der Verschiebung der Zuständigkeiten des Amtes für Deutsche Roh- und Wertstoffe auf die Reichsstelle für Wirtschaftsausbau und das Reichswirtschaftsministerium beseitigt werden. Mit Verfügung vom 22. August 1938 ernannte Göring, seinerzeit Ministerpräsident, Generalfeldmarschall und Beauftragter für den Vierjahresplan, den in der Reichsstelle für Wirtschaftsausbau beschäftigten Direktor Dr. Carl Krauch zum Bevollmächtigten für die Erzeugung von Mineralöl, Kautschuk und Leichtmetallen, von Schieß- und Sprengstoffen sowie für die Erzeugung von chemischen Kampfmitteln. Im Rahmen des wehrwirtschaftlichen neuen Erzeugungsplans wurde von ihm 1938 ein Sofortprogramm für Mineralöl erarbeitet, das zum Teil auch als &quot;Krauch-Programm&quot; bezeichnet wurde.</p>
                <p>Am 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) wurden die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich in Reichsstellen umbenannt. Die Überwachungsstelle trug nunmehr die Bezeichnung &quot;Reichsstelle für Mineralöl&quot;. Ihre Hauptaufgabe lag im Wesentlichen in der Sicherung der Versorgung des Reichs mit Kraftstoffen, dabei die Überwachung und Koordinierung der Ölgewinnung und der Öllieferungen an das Deutsche Reich, ab Kriegsbeginn verstärkt die Versorgung der Wehrmacht sowie die Kontingentierung der Öllieferungen und die Verarbeitung und Verteilung der in den besetzten Gebieten gewonnenen Ressourcen an Mineralöl.</p>
                <p>Aber auch durch geschickte Handelsbeziehungen sollte die Ölversorgung gesichert werden: Am 23. März 1939 wurden ein Deutsch-Rumänisches Handelsabkommen und ein Jahr später die Öl-Verträge mit Rumänien und Russland abgeschlossen.</p>
                <p>Die Reichsstelle für Mineralöl arbeitete eng mit dem Reichskommissar für die Preisbildung sowie den Öl importierenden und verarbeitenden Unternehmen zusammen.</p>
                <p>Am 27. März 1941 wurde - insbesondere zum Zwecke der Nutzung der neu zu erschließenden Erdölvorkommen im Kaukasus - die Kontinentale Öl AG gegründet.</p>
                <p>Ebenso wirkte sie an der Umsetzung des Mineralölsicherungsplans mit, der im Juni 1944 als Geheimprojekt geplant und nach seinem Initiator Edmund Geilenberg benannt war, Generalkommissar für die Sofortmaßnahmen beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion (&quot;Geilenberg-Programm&quot;).</p>
                <p>Organisation der Reichsstelle für Mineralöl</p>
                <p>Zur Organisation und Verwaltung der Reichsstelle für Mineralöl sind Unterlagen praktisch nicht vorhanden. Anhand der Aktenüberlieferung ließ sich feststellen, dass es früher u.a. folgende Abteilungen gegeben haben muss:</p>
                <p>· Rechtsabteilung: Abteilungsleiter RA Dr. Helmuth Morell, *6.09.1896</p>
                <p>· Wehrwirtschaftliche Abteilung</p>
                <p>· Technische Abteilung: Abteilungsleiter Dr. Willibald von Zezschwitz, *25.08.1899</p>
                <p>· Sachgebiet V Warenbewirtschaftung:</p>
                <p>Abteilung Kraftstoffe (V a)</p>
                <p>Abteilung Schmierstoffe (V b)</p>
                <p>Abteilung für technische Benzine, Benzole und Petroleum (V c)</p>
                <p>· Sachgebiet VI: Sonstige Abteilungen:</p>
                <p>· Revisions- und Treuhandabteilung VI c: Abteilungsleiter Hellmut Röhrbein</p>
                <p>· Abteilung für Preiskontrolle, statistisches Zentralreferat (und Erhebungsabteilung), Kassenrevision: Abteilungsleiter Dr. Friedrich Sartisson, * 2.11.1876</p>
                <p>· Sonderabteilung Besetzte Gebiete:</p>
                <p>stellvertretender Abteilungsleiter Karl Heinz Becker, *12.02.1905.</p>
                <p>Zur Aktenführung:</p>
                <p>Die Aktenführung innerhalb der Reichsstelle für Mineralöl weist keine Zeichen behördlicher Schriftgutverwaltung auf, daher ist davon auszugehen, dass Aktenpläne keine Verwendung fanden. Die Akten wurden vorwiegend auf Ebene der Sachbearbeiter geführt und im Wesentlichen sachthematisch, nach Korrespondenzpartnern und/oder in Sammlungen (z.B. nach Schriftgutart) abgelegt. Die Bearbeiterkürzel sind in der Regel nicht aufzulösen, so dass eine Kontext- Zuordnung anhand der wahrgenommenen Aufgaben oder durch Funktionen bestimmter Personen nur selten möglich ist.</p>
                <p>Eine Besonderheit bei den Korrespondenzserien stellt der Umstand dar, dass nicht immer alphabetisch nach Korrespondenzpartner, sondern auch nach Orten der Korrespondenzpartner und jeweils jahrgangsweise alphabetisch abgelegt wurde. So finden sich in diesen Serie beispielsweise Korrespondenzen mit dem Reichswirtschaftsministerium nicht unter &quot;R&quot;, sondern, unter &quot;B&quot; für Berlin. Den alphabetischen Schriftwechselserien wurden zum Teil allgemeine Unterlagen (z.B.: Korrespondenz mit &quot;Allen&quot; oder Anordnungen) vorgeheftet.</p>
                <p>Die Unterlagen der Revisions- und Treuhand-Abteilung wurden überwiegend nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt:</p>
                <p>Aus den Unterlagen zur Prüfung einzelner Firmen sind auch Geschäftsbeziehungen mit anderen Unternehmen ersichtlich, mitunter sind den Anträgen auf Verlustausgleich auch die erst Jahre später erfolgten Prüfungsvermerke zugeordnet.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-VIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Chemie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1945-12-31">1934-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>472 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-IX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Technische Erzeugnisse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1961-12-31">1938-1961</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die vorliegenden Akten geben einen Einblick in die Tätigkeit der Reichsstelle , allerdings nur in die ab Anfang 1944. Schwerpunkte bilden die Materialien zur Einfuhr sowie Preislisten, Preisausgleichsverfahren und Unterlagen zur Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die gesamten Akten wurden durch Brand infolge Fliegerschaden am 23.11.1943 und 30.01.1944 vernichtet. Die noch vorliegenden Akten setzen sich aus folgenden Abgaben zusammen:</p>
                <p>Abgabe des Bundesaministeriums für Wirtschaft, 1952</p>
                <p>Abgabe aus Alexandria/Virginia, 1961</p>
                <p>Ababe des Geheimen Staatsarchvis Preußischer Kulturbesitz, 1965.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Geschäftsverteilung ist aufrund der großen Verluste von Aktenmaterial nicht mehr zu rekonstruieren. Da auch kein Geschäftsverteilungs- oder Aktenplan aus der Zeit 1944/45 ermittelt werden konnte, wurden die Akten unter verschiedenen Oberbegriffen zusammengeführt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die Aufgabe der Reichsstelle für Technische Erzeugung (RTE) war die Überwachung der Einfuhr und die Bewirtschaftung von Erzeugnissen aus Eisen und Metall (RAnz Nr 218) sowie seit Kriegsbeginn die Bewirtschaftung von Industriediamanten und Glimmer. Im Laufe des Krieges kam dann noch die Verbrauchsregelung u. a. für Haushaltsmaschinen, Rundfunkgeräte, Schreibmaschinen, Trockenbatterie und Zentrifugen hinzu. Um die durch den Krieg stark zurückgegangene Produktion der durch die Reichsstelle bewirtschafteten Waren dorthin zu leiten, wo der Bedarf am größten war, wurde am 01. Okt. 1943 durch die Anordnung der Reichsstelle für Technische Erzeugnisse vom 10. Sept. 1943 (vgl. RD 58/10) das RTE-Verfahren eingeführt. Ihre Bewirtschaftungsstellen waren gemäß Anordnung des Reichswirtschaftministers vom 04. Okt. 1942 die Wirtschaftsgruppe Eisen-, Stahl- und Blechwarenindustrie, gemäß Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 04.Okt. 1942 (RAnz Nr. 236) die Wirtschaftsgruppe Metallwaren und verwandte Industriezweige, sowie ab dem 03. Jan. 1945 die Gruppenarbeitsgemeinschaft Eisen- und Metallwaren in der Reichsgruppe Handel. Sitz der RTE war Berlin.</p>
                <p>Die Abwicklung der Reichsstelle erfolgte nach 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-X</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Edelmetalle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1946-12-31">1934-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1133 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Glas, Keramik und Holzverarbeitung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1932-01-01/1973-12-31">1932-1973</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>408 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Masse der Akten hat die Abwicklung des Warenverkehrs mit verschiedenen Staaten zum Inhalt. Eine weitere Gruppe umfasst statistisches Material über die Versorgungslage bei den einzelnenWarengruppen gemäß der Zuständigkeit der Überwachungsstelle für Waren verschiedener Art.</p>
                <p>Die Unterlagen über die Übewachungs- bzw. Reichsstelle selbst sind recht spärlich und auch die Akten betr. Regelung von Bewirtschaftungs- und Prdoduktionsangelegenheiten, Zulassung von Devisenberatern und Durchführung von Betriebsprüfungen treten mengenmässig kaum in Erscheinung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Registraturen der Reichsstelle wurden wahrscheinlich vor Kriegsende durch Kassation stark dezimiert, da der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.04.1941 eine totale Vernichtung des Schriftgutes der Reichsstellen nach Ablauf einer Fünfjahresfrist zu ließ. Weitere Registraturteile dürften infolge von Auslagerung verlorengegangen sein. Nach Kriegsende wurde das verbliebene Schriftgut zusammen mit den Schriftgutbeständen anderer Reichsbehörden und Organisationen der gewerblichen Wirtschaft von den Amerikanern in das sogenannte Ministerial Collecting Center, Fürstenhagen bei Kassel, verbracht. Nach Aussonderung des die Alliierten interessierenden Materials wurden die übrigen Akten wenig später an die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfrurt/Main abgegeben. Von hier übernahm sie 1951 das Bundsesmininisterium für Wirtschaft in Bonn und leitete sie schließlich im folgenden Jahr dem Bundesarchiv zu.</p>
                <p>Weitere Akten wurden in den Jahren 1954-1956 vom Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft in Frankfurt/Main an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>1955/56 wurden die Akten der Reichsstelle im Bundesarchiv provisorisch erfasst, im September 1962 nummeriert und in einem vorläfugen Archivverzeichnis zusammengestellt. 1965 erfolgte aus dem Bestand die Entnahme sämtlicher Devisenerlasse, die dem Bestand Reichswirtschaftsministerium beigefügt wurden. Gleichzeitig wurde der Bestand durchkassiert und für den Restbestand das vorläufige Archivverzeichnis erneuert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Während alle Überwachungs/Reichsstellen meist ein geschlossenes Warengebiet umfassen, wurde der Überwachungsstelle für Waren verschiedener Art ein Zuständigkeitsbereich mit über 400 Nummern des statistischen Warenverzeichnissesm in folgenden 15 Warengruppen zusammengefasst, zugewiesen:</p>
                <p>1. Kaffee</p>
                <p>2. Steine und Erden</p>
                <p>3. Steinwaren</p>
                <p>4. Porzellanwaren</p>
                <p>5. Glas und Glaswaren</p>
                <p>6. Schnitz- und Formerstoffe</p>
                <p>7. Holzwaren</p>
                <p>8. Federn und Borsten</p>
                <p>9. Fasern und Rohre</p>
                <p>10. Edelsteine</p>
                <p>11. Edelmetalle</p>
                <p>12. Schmuckwaren</p>
                <p>13. Uhren</p>
                <p>14. Musikwaren</p>
                <p>15. Sonsitige Waren.</p>
                <p>Der erste größere Eingriff in die Kompetenzen der Überwachungsstelle Waren verschiedener Art brachte die Bekanntmachung vom 12. Juli 1935 (RAnz. Nr. 164), nach der mit Wirkung vom 01. Aug. 1935 eine Überwachungsstelle für Edelmetalle errichtet wurde. Eine erneute Beschneidung des Zuständigkeitsbereiches wurde dann mit der Verordnung vom 22. März 1937 (RAnz. Nr. 70) vorgenommen, die die Überwachungsstelle für Kaffee ins Leben rief.</p>
                <p>Mit o. g. Verordnung vom 18. Aug. 1939 wurde auch die Überwachungsstelle für Waren verschiedener Waren in Reichsstelle für Waren verschiedener Art umbenannt. Diese erfuhr durch die Verordnung vom 15. Sept. 1939 (RAnz. Nr. 216) eine erneute Einengung, als eine Reichsstelle für Steine und Erden in Berlin errichtet wurde.</p>
                <p>Die kriegswirtschaftlichen Erfodernisse und die damit notwendig werdenden organisatorischen Maßnahmen zur Lenkung und Steigerung der Produktion begannen seit dem Jahre 1942 die Kompetenzen der Reichsstellen zu verschieben. Der Runderlass des Reichswirtschaftsminsters vom 25. Nov. 1942 (RWMBL. 1942, S. 636) grenzte die fachliche Zuständigkeit der Reichsstellen neu ab, fasste die Funktionen der Reichsstellen und Kriegsbeauftragten zusammen und schuf so vom Reichsbeauftragten einheitlich geführte Lenkungsbereiche. Die Reichsstellen sollten sich daher fortan auf die allgemeine Sachführung, insbesondere die Planung, Lenkung und Kontrolle ihres Bereiches konzentrieren, während die Bewirtschaftung im Einzelnen auf die Organisation der gewerblichen Wirtschaft oder auf marktregelnde Zusammenschlüsse zur selbsverantwortlichen Ausübung als Bewirtschaftungsstellen der zuständigen Reichsbeauftragten übertragen wurde.</p>
                <p>Mit der Bekanntmachung vom 17. Dez. 1942 (RAnz. Nr. 299) erfolgte die letzte größere Ausgliederung von Warennummern aus dem Zuständigkeitsbereich der Reichstelle für Waren verschiedener Art zugunsten anderer Reichsstellen, insbesondere der Reichsstelle für Papier und Verpackungswesen sowie der Reichsstelle für Edelmetalle. Die Folge war eine Umbenennung der Reichsstelle für Waren verschiedener Art in Reichsstelle für Glas, Keramik und Holzverarbeitung (Runderlass des Reichswirtschaftsministers vom 18. Dez. 1942).</p>
                <p>Durch den Erlass des Führes über die Konzentration der Kriegswirtschaft vom 02. Sept. 1943 (RGBl. I S. 529ff) ging die Lenkung der gesamten kriegswirtschaftlichen Produktion an den Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion über.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Tabak und Kaffee</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>107 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_7182efd5-67b9-4693-be57-ad92ac8a1456"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Unterlagen zur Produktion und Versorgung sind hauptsächlich dei Materialien zum Tabak-Import und -Export überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen waren bis Mitte 1941 wohl noch vollständig vorhanden. Erst der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.05.1941 liess bei den Reichsstellen eine totale Aktenvernichtung nach von fünf Jahren zu. Davon wurde offensichtlich alsbald und fortlaufend in weitestem Umfang Gebrauch gemacht, da sich Vorgänge aus den Anfangsjahren kaum erhalten haben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>derzeit keine Angaben</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Mit der Verordnung vom 22. März 1937 (RAnz. Nr. 70) wurde die Überwachungsstelle für Kaffee ins Leben rief.</p>
                <p>Die Reichsstelle für Tabak wurde am 11. Jan. 1943 mit der Reichsstelle für Kaffe zur Reichsstelle für Tabak und Kaffe vereinigt (RAnz. Nr. 9).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Steine und Erden</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>16 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier vor allem Handakten, Unterlagen zu Produktion und Versand und zur personellen Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten aller Reichsstellen waren bis Mitte 1941 wohl noch vollständig vorhanden. Erst der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.05.1941 liess bei den Reichsstellen eine totale Aktenvernichtung nach von fünf Jahren zu. Davon wurde offensichtlich alsbald und fortlaufend in weitestem Umfang Gebrauch gemacht, da sich Vorgänge aus den Anfangsjahren kaum erhalten haben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>derzeit keine Angaben</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Die in der Reichsstelle für Waren verschiedener Art zugewiesene Warengruppe Steine und Erden wurde mit Verordnung vom 15. Sept. 1939 (RAnz. Nr. 216) eine selbständige Reichsstelle (Reichsstelle für Steine und Erden) mit Sitz in Berlin.</p>
                <p>Die Abwicklung der Reichsstelle nach 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XIV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Papier</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1932-01-01/1971-12-31">1932-1971</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>279 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Den Schwerpunkt des Bestandes bilden die Akten bezüglich Preisausgleich und Bewirtschaftungsfragen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Registraturen der Reichsstelle wurden wahrscheinlich vor Kriegsende durch Kassation stark dezimiert, da der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.04.1941 eine totale Vernichtung des Schriftgutes der Reichsstellen nach Ablauf einer Fünfjahresfrist zu ließ.</p>
                <p>Durch Bombenangriffe auf Berlin in den Nächten vom 22. bis 24. November 11943 wurde die Dienststelle in Berlin-Charlottenburg mit ihrer gesamten Büroeinrichtung durch Brand vernichtet. Es erfolgte eien räumliche Dreiteilung der Geschäfte derart, dass die Zentrale, zugleich der kleinere Teil der Reichsstelle mit dem Reichsbeauftragten selbst im Hause der Feldmühle in Berlin einrichtete, während die Mehrzahl der Abteilungen in Notbüros als Außenstelle Niederschlema Erzgebirge zusammengefasst wurde. Im Zeitpunkt des Zusammenbruchs waren sämtliche Akten, mit Ausahme der o. g. vernichteten , sowohl die in den Räumen in der Feldmühle , als auch die in der Außenstelle Niedeschlema seit dem 13. August 1943 entstandenen, vollzählig und unversehrt vorhanden. Die Rückführung derAkten aus Niederschlema erfolte in derZeit von Juni 1945 bis Januar 1946. Es wurden nur diejenigen Vorgänge zurückgeführt, welche für die weiteren Abwicklungsarbeiten in Berlin gebraucht wurden, Sämtliche die abgeschlossenen Einfuhren und sonstige nicht mehr benötigte, Bewirtschaftungsmaßnahmen betreffende Vorgänge wurden zuvor ausssortiert und vernichtet.</p>
                <p>Die Akten des Bestandes gelangten im September 1955 zusammen mit zahlreichen anderen Provenienzen aus dem Geschäftsbereich der Reichswirtschaftsverwaltung in das Bundesarchiv, Sie wurden unverzeichnet und ungeordnet vom Custodian für die Reichsstellen , Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französischen Sektor von Berlin abgeliefert, der sie seinerseits von der 1953 aufgelösten Aktensammelstelle der Britsichen Militärregierung übernommen hatte.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die im Bundesarchiv vorgenommene Kassation beschränkte sich in der Hauptsache auf ca. 20 Stehordner, die Preisausgleichsanträgen und -genehmigungen in alphabetischer Folge enthielten. 10 Stehordner mit Reichsgesetz- und Ministerialblättern wurden der Bibliothek des Bundesarchivs zugeleitet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
                <p>Anordnungen der Reichsstelle für Papier und Verpackungswesen und einschlägige Bewirtschaftungsbestimmungen mit Erläuterungen (Loseblattsammlung), 1941 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 (RGBl. I S. 816) wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
                <p>Aufgrund der o. g. Verordnung vom 04. Sept. 1934 wurde die Überwachungsstelle für Papier mit Sitz in Berlin errichtet. die Zuständigkeit der Überwachungsstelle für Papier wurde im Einzelnen durch Bekanntmachung über die Zuständigkeit der Überwachungsstele fürPapier in Berlin vom 14. Sept. 1934 (RAnz. Nr. 218) nach den einfuhrnummern des Statistischen Warenverzeichnisses bestimmt. Es folgte eine Reihe von Zuständigkeitsveränderungen, die wie folgt aussahen:</p>
                <p>- erste Bekanntmachung über die Änderung der Zuständigkeit von Überwachungsstellen vom 14. Jan. 1935 (RAnz. Nr. 14): Bimsstein-, Glas-, Rost-, Sand-, Schmirgel- sowie anderes Schleif- und Polierpapier gingen auf die Überwachungsstelle für Waren verschiedener Art über ,</p>
                <p>- zweite Bekanntmachung vom 16. März 1935 (RAnz. Nr. 65): von der Überwachungsstelle für Seide etc. Hüte aus anderen pflanzlichen Flechtstoffen als Stroh und von der Überwachungsstelle Chemie transparentes Viskosepapier und Waren daraus an die Überwachungsstelle für Papier,</p>
                <p>- siebente Bekanntmachung vom 27. Nov. 1936 (RAnz Nr. 280): Zuständigkeit für Hüte aus anderen pflanzlichen Flechtstoffen als Stroh und Binsen etc., für Hutstoffe und -geflechte, Hutstoffe und -geflechte in Verbindung mit Gespinsten oder Gespinstwaren etc. zur Überwachungsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete,</p>
                <p>- achte Bekanntmachung vom 26. April 1937 (RAnz, Nr. 95): u. a. Zuständigkeit der Holzfaserplatten ging auf die Überwachungsstelle für Holz über,</p>
                <p>- neunte Bekanntmachung vom 27. Sept. 1938 (RAnz Nr. 228): Briefmarken (gummierte, nicht gummierte und entwertete), Kupfer- und Stahlstiche, Holzschnitte, Photogravüren und dgl., Gemälde zur Überwachungsstelle für Waren verschiedener Art; Farb- und Gewerbemusterkarten und Modezeichnungen zur Überwachungsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete</p>
                <p>- vierzehnte Bekanntmachung vom 13. Feb. 1940 (RAnz. Nr. 40): Sulfitablauge von der Zellstofffabrikation, Waren aus Glimmer und drgl. entfielen</p>
                <p>- sechszehnte Bekanntmachung vom 29. mai 1940 (RAnz. Nr. 126): Post- und Paketkarten, Briefumschläge und dgl., sowie Briefmarken aller Art, auch entwertete Ganzsachen zur Reichsstelle für Waren verschiedener Art</p>
                <p>- neunzehnte Bekanntmachung vom 24. Okt. 1941 (RAnz. Nr. 251) entwerte Steuer-, Stempel-, Gebühren- und ähnliche Marken sowie außer Kurs gesetzte Banknoten und Notgeldscheine gingen zur Reichsstelle Waren verschiedener Art</p>
                <p>- fünfundzwanzigste Bekannmachung vom 16. Nov. 1942 (RAnz. Nr. 271: Zuständigkeit für Brillenfutterrale ging auf die Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik als Reichsstelle für feinmechanische und optische Erzeugnisse über</p>
                <p>- siebenundzwanzigste Bekanntmachung vom 17. Dez. 1942 (RAnz. Nr. 299): Reichsstelle für Papier und Verpackungswesen gewann die Zuständigkeit für eine ganze Reihe von Positionen, darunter Briefmarken und Gemälde</p>
                <p>- vierunddreißigste Bekannmachung vom 12. Aug. 1943 (RAnz, Nr. 291): Zuständigkeit für verschiedene Arten Säcke ging wieder zur Reichsstelle für Kleidung und verwandte Gebiete über.</p>
                <p>Der der Reichsstelle für Papier im März/April 1939 erteilte Auftrag auf dem Gebiet des Verpackungswesens erlosch durch die Verordnung über die Einsetzung eines Reichsbeauftragten für Verpackungsmittel vom 08. Feb. 1943 (RAnz. Nr. 38). Dieser errichtete keine eigene Geschäftsstelle, sondern bediente sich dazu der Arbeitsgemeinschaft Verpackung die durch Anordnung vom 11. Feb. 1943 (RAnz. Nr. 38) geschaffen wurde. Der Erlass des Reichswirtschaftsministers über die Neuordnung des Verpackungswesens vom 15. Feb. 1943 (RMBl. 1943, S. 156 ff) regelte das Verhältnis zwischen dem Reichsbeauftragten bzw. Reichsstellen, in deren Lenkungsbereichen Verpackungsmittel hergestellt wurden.</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Verpackungsmittel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
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                  <extent>174 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8-XVI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Maschinenbau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben diversen Anordnungen liegen lediglich Unterlagen zu Außenwirtschaftsbeziehungen vor.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsbeschreibung</p>
                <p>Die Registraturen der Reichsstelle wurden wahrscheinlich vor Kriegsende durch Kassation stark dezimiert, da der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 31.04.1941 eine totale Vernichtung des Schriftgutes der Reichsstellen nach Ablauf einer Fünfjahresfrist zu ließ.</p>
                <p>Weiteren Angaben liegen nicht vor.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>derzeit keine Angaben</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Anordnungen der Reichsbeaufragten erschienen im Reichsanzeiger und im Ministerialblatt des Reichswirtschaftsministeriums sowie als Publikationen der einzelnen Reichsstellen.</p>
                <p>Der Bevollmächtigte für die Maschinenproduktion als Reichsstelle. Anweisungen und Erläuterungen zur Auftragsregelung für Maschinenbauerzeugnisse, Lenkung der Maschinenproduktion (Loseblattsammlung), 1943 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Die Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf der Grundlage der Verordnung über den Warenverkehr vom 4. September 1934 (RGBl. I S. 816) wurden für alle wichti‧gen Fachgebiete der gewerblichen Wirtschaft ca. 30 Überwachungsstellen zur Überwachung des Warenverkehrs auf dem inneren Markt und zur Kontrolle, Lenkung und Verteilung der Rohstoffgütereinfuhr als nachgeordnete Dienststellen des Reichswirtschaftsministeriums (vgl. Bestand R 3101) errichtet. Jede Überwachungsstelle wurde mit ihrer Errichtung juristische Person und unterstand einem vom Reichswirtschaftsminister berufenen und verpflichteten Reichsbeauftragten. Die Reichsbeauftragten waren berechtigt, Anordnungen mit Verordnungscharakter zu erlassen, die im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden.</p>
                <p>Seit dem 18. Aug. 1939 (RGBl. I 1429 und RAnz. Nr. 192) hießen die bisherigen Überwachungsstellen einheitlich Reichsstellen.</p>
                <p>Die Aufgaben der Überwachungs- bzw. Reichsstellen im allgemeinen und die ihnen im Einzelnen zur Wahrnehmung zugewiesenen Angelegenheiten veränderten sich in den elf Jahren ihres Bestehens aus verschiedenen Ursachen wiederholt.</p>
                <p>Die 1942 mit der Einführung des Begriffes Lenkungsbereich verknüpften praktischen Auswirkungen waren beträchtlich, da von jetzt ab stärker als vorher der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (Reichsgruppe Industrie, ihren Wirtschaftsgruppen und deren Untergliederungen), den Reichsvereinigungen und Gemeinschaften mehr oder weniger große Aufgaben im Rahmen der wirtschaftlichen Reichsbeauftragungsverwaltung neben oder mit den Reichsstellen, vereinzelt sogar mit der Eigenschaft als Reichsstelle, übertragen wurden. Am durchgreifendsten waren die Folgen des Übergangs aller kriegswichtigen Produktionsaufgaben vom Reichswirtschaftsministerium auf das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion im Herbst 1943. Letzteres baute dafür seine eigene, großenteils neue Organisation so umfassend auf, dass das System der Reichsstellen weitgehend ausgehöhlt wurde.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 9-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für den Außenhandel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">(1919-)1933 -1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2291 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkte bilden vor allem:</p>
                <p>Schriftwechsel mit den Außenhandelsstellen (Gauwirtschaftskammern) A-Z: Auskünfte über ausländische Vertreter- und Handelsfirmen 1940-1945 (510)</p>
                <p>Brief- und Telegrammvermittlung 1940-1945</p>
                <p>Verwaltungsangelegenheiten, dabei auch Personalvorgänge A-Z, Geschäftsverteilungspläne, Haushaltsfragen 1922-1945</p>
                <p>Allgemeine Angelegenheiten der Außenhandelsförderung, gesetzliche und organisatorische Fragen der RfA und ihrer Vorgängerinstitutionen 1934-1945</p>
                <p>Materialsammlung zu sämtlichen Ländern der Welt (Zeitungsausschnitte, Broschüren, Missionsberichte, amtliche Bekanntmachungen, Firmen- und Privatbriefe u.a.), innerhalb der Länder bzw. Ländergruppen nach Themenbereichen (Wirtschaftslage, Industrie, Handel, Bankwesen, Soziale Lage, Außenhandel, Rechtswesen, Pressewesen etc.) geordnet</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Unterlagen gelangten im September 1955 als Teil einer Abgabe des Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französischen Sektor von Berlin ohne Ablieferungsverzeichnis und ungeordnet ins Bundesarchiv. Abgesehen davon, dass der Bestand nur einen Registraturteil ausmacht, hat er zudem Entnahmen durch die britische Besatzungsmacht erfahren, von der er 1945 beschlagnahmt und Anfang 1948 geprüft worden ist. Ende 1949 erfolgte die Freigabe an den Custodian, der die Akten Anfang 1951 selbst übernahm. Ein weiterer umfangreicher Registraturteil befindet sich noch in US-amerikanischer Hand. Darunter mehrere Karteien, wobei es sich um die Judenkarteien und die Kartei der unsicheren Firmen des Auslands handeln könnte, die die Ausbombung der RFA (zu 50 %) im Nov. 1943 nachweislich ohne Einbuße überstanden haben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand, der ohne Ablieferungsverzeichnis und ungeordnet ins Bundesarchiv gelangte, bestand vorwiegend aus Stehordnern, deren Erhaltungszustand im Allgemeinen gut war. Eine Ausnahme davon macht das Facharchiv der Abteilung III A, das fast ausschließlich lose Sachen enthielt. Diese Sammlung hat im Laufe ihres Bestehens eine Reihe noch erkennbarer Wandlungen durchgemacht, die sich in wechselnden Signaturen nach falchlichen Gesichtspunkten widerspiegeln.</p>
                <p>Im Findbuch wird das gesamte Material des Facharchivs nach Ländern geordnet aufgeführt. Dabei werden grundsätzlich die zum damaligen Zeitpunkt gültigen, in der Sammlung selbst verwendeten Ländernamen gebracht, also Kroatien, Serbien statt Jugoslawien etc. Alle Länderbezeichnungen, egal ob sie ein einzelnes Land, eine Ländergruppe (wie Skandinavien) oder Gebietsteile von Ländern (wie Schottland) betreffen, sind in alphabetischer Folge. Lediglich die Besitzungen der europäischen Kolonialstaaten sind geschlossen unter der jeweiligen Bezeichnung (Britische Besitzungen, Niederländische Besitzungen etc.) aufgeführt.</p>
                <p>Schriftgut von Außenhandelsstellen wurde an die regional zuständigen Staatsarchive abgegeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Schriftgut von Außenhandelsstellen an die regional zuständigen Staatsarchive abgegeben.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Nachrichten für den Außenhandel, 1931 ff [RD 57/1].</p>
                <p>Merkblätter für den Außenhandel nach Ländern A-Z [RD 57/3]. Deutsche Außenwirtschaft, hrsg. im Auftrag des Reichswirtschaftsministeriums 1944,1945 [RD 55/4].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Alexander Pohlmann: Außenwirtschaftlicher Nachrichten- und Auskunftsdienst. Als Mskr. gedruckt, 1982.</p>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 383 f.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Verfügung vom 07. Sept. 1929 fassten Auswärtiges Amt und Reichswirtschaftsministerium die Zentralstelle für den wirtschaftlichen Auslandsnachrichtendienst, das Zollbüro im Reichswirtschaftsministerium und die Deutsche Wirtschaftsdienst GmbH für die ihnen zugewiesenen Aufgaben auf dem Gebiet der Außenhandelsförderung mit sofortiger Wirkung unter dem gemeinsamen Namen Zentralstelle für den Außenhandel (ZFA) zusammen.</p>
                <p>Die ZFA gliederte sich wie folgt:</p>
                <p>- Nachrichtendienst</p>
                <p>- Handelsauskunftsdienst</p>
                <p>- Zolldienst.</p>
                <p>Die rechtliche Grundlage war im Gesetz über Maßnahmen zur Förderung des Außenhandels vom 18. Okt. 1933 verankert.</p>
                <p>Die bisherige ZFA hatte sich in der Praxis bewährt und firmierte nunmehr, gesetzlich anerkannt, als Reichsstelle für den Außenhandel (RFA), die ein gemeinsames Referat des Auswärtigen Amts und des Reichswirtschaftsministeriums war. Sie war weisungsbefugt gegenüber den unter ihrer Aufsicht stehenden regionalen (zuletzt 22) Außenhandelsstellen.</p>
                <p>Im Zuge der Neuorganisation der gewerblichen Wirtschaft wurden die bisherigen Außenstellen aufgelöst bzw. in die Gauwirtschaftskammern eingegliedert. Ihre Tätigkeit wurde nunmehr wahrgenommen durch bei den Gauwirtschaftskammern errichteten Abteilungen für die Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Ausland (Außenwirtschaftsabteilungen).</p>
                <p>Die RFA bestand bis zum Zusammenbruch im Jahre 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 9-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Bekleidungsindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>18 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das hier befindliche Registraturgut der Prüfungsstelle Bekleidungsindustrie setzt 1936 ein und enthält im Wesentlichen Unterlagen über die Aus- und Einfuhr textiler Bekleidung.</p>
                <p>Aufgrund der lückenhaften Überlieferung und das Fehlen eines Geschäftsvertei-lungsplans können zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit keine Angaben gemacht werden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1967 gelangte das Schriftgut der Prüfungsstelle Bekleidungsindustrie als US-Rückgabe aus Alexandria ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 9-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Holzverarbeitende Industrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier sind lediglich Unterlagen zur Überwachung des Waren-, Zahlungs- und Geschäftsreiseverkehrs deutscher Firmen im Ausland, dabei u.a. Belieferungssperre jüdischer und deutschfeindlicher Firmen überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Registraturgut der Prüfungsstelle Holzverarbeitende Industrie gelangte vermutlich nach 1955 direkt vom Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französischen Sektor ins Bundesarchiv Koblenz. Das Schriftgut der Holzverarbeitenden Industrie setzt 1942 ein und enthält nur einige Rundschreiben.</p>
                <p>Informationen zur Aufgabenverwaltung und Tätigkeit der Prüfungsstelle liegen</p>
                <p>aufgrund fehlender Unterlagen nicht vor.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Frachten</unittitle>
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                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Hauptüberlieferung des Bestandes betrifft die Rohstoffeinfuhr.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Kurz vor Kriegsende wurde die Prüfungsstelle Frachten von Berlin nach Hamburg verlegt. Durch Anordnung der Militärregierung vom 25.5.1945 wurde sie der Aufsicht des Bürgermeisters der Hansestadt Hamburg unterstellt und am 31.12.1945 von der Veraltung der Hansestadt Hamburg für die Dauer ihrer Abwicklungstätigkeit zur Reichssonderverwaltung erklärt. Sie war der Hauptverwaltung des Seeverkehrs des Vereinigten Wirtschaftsgebietes Hamburg, angegliedert. Ihre Akten kamen später zu dem 1949 errichteten Bundesministeriums für Verkehr, Geleitet wurde sie vom 8.5.1945 bis zum 31.12.1946 von Dr. Karl Schubert. Neben der Dienststellenverwaltung bestand sie aus zwei Arbeitsgebieten:</p>
                <p>Arbeitsgebiet I: Bearbeitung aller Verfahren und Anträge der See- und Binnen</p>
                <p>Schifffahrt</p>
                <p>Arbeitsgebiet II: Bearbeitung aller übrigen Anträge und Feststellungsverfahren.</p>
                <p>Ab dem 1.1.1947 wurde die Prüfungsstelle Frachten von ihrem neuen Leiter RR. Z. Wv. Swoboda als &quot;Abwicklungsstelle der Prüfungsstelle Frachten&quot; fortgeführt. Die endgültige Abwicklung war am 31.1.1948 beendet, ihr Vermögen wurde der Oberfinanzdirektion Hamburg übergeben.</p>
                <p>Der im Bundesarchiv vorhandenen Bestand setzt sich aus folgenden Abgaben zusammen:</p>
                <p>1. Abgabe des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) Abteilung Seeverkehr,</p>
                <p>Hamburg 1954</p>
                <p>2. Abgabe des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) 1957</p>
                <p>3. Abgabe aus Alexandria/Virginia 1958.</p>
                <p>Die Akten geben einen Einblick in die laufenden Geschäfte der Prüfungsstelle Frachten und deren Abwicklungsstellen und zeigen somit die Lenkung der Wirtschaft des Staates, seinen Einfluss auf Preisbildung und Verkehrsbedingungen.</p>
                <p>Ein Geschäftsverteilungs- oder Aktenplan aus der Zeit vor Kriegsende waren nicht vorhanden, lediglich ein Geschäftsverteilungsplan von 1946. Dieser diente der Klassifikation als Grundlage. Dies erschien schon deshalb sinnvoll, da ein großer Teil der Akten nach dem Kriege fortgeführt worden war.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
                <p>Die Prüfungsstelle Frachten wurde im Herbst 1939 vom Reichswirtschaftsminister eingerichtet. Wahrscheinlich zum ersten Mal erwähnt wurde sie in dem allgemein vertraulichen Erlass des Reichswirtschaftsministeriums vom 23. Nov. 1939 durch den die Prüfungsstelle Frachten und ihre Aufgaben den Leitern der übrigen Prüfungs- und Devisenstellen bekannt gemacht wurden. Der Rechtscharakter gleich dem der anderen, ebenfalls auf Anordnung des Reichswirtschaftsministers bei den Wirtschaftsgruppen der gewerblichen Wirtschaft errichteten Prüfungsstellen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Keramische Industrie</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das im Bundesarchiv befindliche Registraturgut der Prüfungsstelle Keramische Industrie setzt 1936 ein und enthält überwiegend Unterlagen zur Ausfuhr keramischer Produkte.</p>
                <p>Aufgrund der lückenhaften Überlieferung und das Fehlen eines Geschäftsverteilungsplans können zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit keine Angaben gemacht werden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Registraturgut der Prüfungsstelle Keramische Industrie gelangte im September 1955 durch Abgabe des Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französichen Sektor von Berlin in das Geheime Staatsarchiv.</p>
                <p>1969 erfolgte die Abgabe an das Bundesarchiv.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                  <extent>37 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hauptüberlieferung liegt auf den Gebieten Ausfuhrangelegenheiten und Zusatzausfuhrverfahren.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Registraturgut der Prüfungsstelle Maschinenbau gelangte im September 1955 durch Abgabe des Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französischen Sektor von Berlin in das Geheime Staatsarchiv.</p>
                <p>1969 erfolgte die Abgabe an das Bundesarchiv.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                  <extent>18 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das im Bundesarchiv verwahrte Registraturgut der Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik setzt 1941 ein und enthält im Wesentlichen Unterlagen über die Ausfuhr feinmechanischer und optischer Erzeugnisse ins Ausland.</p>
                <p>Die lückenhafte Überlieferung erschwert Angaben zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit der Prüfungsstelle, die aber in jedem Fall sehr eng verzahnt war mit den Aufgaben der Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik, so dass sich viele Anordnungen und auch Personalangelegenheiten der Prüfungsstelle in den Akten der Wirtschaftsgruppe wiederfinden. Letztere fungierte zugleich als Reichsstelle für feinmechanische und optische Erzeugnisse, so dass eine hohe Konzentration der Kompetenzen vorlag. Leiter der Prüfungsstelle und der Wirtschaftsgruppe war in Personalunion Dr. Karl Albrecht, später Reichsbeauftragter für Feinmechanik und Optik.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Schriftgut der Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik gelangte 1967 als US-Rückgabe aus Alexandria ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 13 VI Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzeswerken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte. Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sie statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I 1943, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636), welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und Kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I 1943, S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Eisenschaffende Industrie</unittitle>
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                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das hier befindliche Registraturgut der Prüfungsstelle setzt 1936 ein und enthält Unterlagen über Devisen- und Exportangelegenheiten.</p>
                <p>Aufgrund der lückenhaften Überlieferung und das Fehlen eines Geschäftsverteilungsplans können zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit keine Angaben gemacht werden.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1967 gelangte das Schriftgut der Prüfungsstelle Eisenschaffende Industrie als US-</p>
                <p>Rückgabe aus Alexandria ins Bundesarchiv.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Glasindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
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                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier in erster Linie zentrale Richtlinien zu Preisregelungen, Unterlagen zu Ausfuhrsperren und Belieferungsverboten, Rundschreiben und Anordnungen sowie Statistiken.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Ein Großteil der Akten wurde bereits im Nov. 1943 durch einen Bombenangriff vernichtet. Die Beständeübersicht des Geheimen Staatsarchivs Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aus dem Jahre 1967 gibt an, das Registraturgut der Prüfungsstellen sei im Sept. 1955 durch Abgabe des Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen Wirtschaftsstellen im amerikanisch, britischen und französischen Sektor von Berlin in das Geheime Staatsarchiv gelangt.</p>
                <p>Diese Berliner Abgabe umfasste 25 Archivalieneinheiten, die in 3 Hauptgruppen gegliedert waren: Rundschreiben und Anordnungen - Warenausfuhr und Preislisten-Planung und Statistik. Diese Einteilung wurde bei der Neuordnung (insgesamt 33 Archivalieneinheiten) beibehalten.</p>
                <p>Teil I enthält jetzt 13 Nummern mit Anordnungen, Rundschreiben, Sondermitteilungen sowie hektographierten Umdrucken der Wirtschaftlichen Vereinigung für Glaswaren und chemisch-pharmazeutische Glasinstrumente. Er bildet dem Umfang nach den Hauptteil. Die Ordnung erfolgte, soweit möglich, nach der laufenden Nummer, ansonsten chronologisch nach dem Ausgabedatum der jeweiligen Umdrucke.</p>
                <p>Teil II, Steuerungs-, Überwachungs- und Planungsmaßnahmen, enthält in 8 Nummern eine Reihe kleinerer Vorgänge zu einzelnen Ausfuhrangelegenheiten, jeweils nach Firmen, Ausfuhrland oder Art der Glaswaren angelegt. Ihre Ordnung machte eine blattweise Einfügung in eine neue Systematik erforderlich. Die 12 Nummern von Teil III stellen eine Sammlung von Statistiken unterschiedlichster Art dar. In ihnen befindet sich u. a. eine vollständige Statistik der Jahre 1939-1943, die für sämtliche Glaswaren die Jahresumsätze anzeigt.</p>
                <p>Zur Kassation wurden lediglich Doppel- und Mehrfachschriftstücke ausgesondert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, J.: Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939, in Volkswirtschaftliche Studien, Heft 62</p>
                <p>Facius, F.: Wirtschaft und Staat, Boppard 1959</p>
                <p>Pietzsch, A.: Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Berlin 1938, in Schriften der Hochschule für Politik</p>
                <p>Perdöhl, A. und Weippert, G.: Wirtschaftsverbände undWirtschaftspolitik, Berlin 1965, in Schriften des Bereins für Sozialpolik, Bd. 37</p>
                <p>Quecke, H.: Das Reichswirtschaftsministerium, Werdegang und Stand der Wirtschaftsverwaltung, Berlin 1941</p>
                <p>Taschenbuch für Verwaltungsbeamte,1939-1943</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen ERlass vom 18. juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leitne aber snsonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort eienr Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leioter der entsprechenden prüfungsstelle war.In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlrieche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und FAchuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Insitutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Auslan (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsmat durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhabungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung de rPrüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompentenzen.</p>
                <p>Die Gauwirttschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942, werlcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche beeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, prüfungsstellen udn Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des geleichn Lenkungsbereichs angepasst. Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
                <p>Der Leiter der Wirtschaftlichen Vereinigung für Glaswaren und chemisch-pharmazeutische Glasinstrumente Produktionsbeauftragter des Reichsministeriums Speer. Damit gingen auch die letzten noch verbliebenen Befugnisse der Prüfungsstelle auf die Bewirtschaftungsstelle über und sie beschränkte ihre Tätigkeit in der Folge auf Sammlung von Außenhandelsinformationen, Erstellung von Lageberichten und Anfertigung statistischer Unterlagen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das im Bundesarchiv befindliche Registraturgut der Prüfungsstelle Gießereiindustrie setzt 1935 ein und enthält überwiegend Unterlagen zur Ausfuhr von Gusserzeugnissen.</p>
                <p>Aufgrund der lückenhaften Überlieferung und das Fehlen eines Geschäftsverteilungsplans können zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit keine Angaben gemacht werden.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Registraturgut der Prüfungsstelle Gießereiindustrie gelangte im September 1955 durch Abgabe des Custodian für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und anderen staatlichen Wirtschaftsstellen im amerikanischen, britischen und französischen Sektor von Berlin in das Geheime Staatsarchiv.</p>
                <p>1969 erfolgte die Abgabe an das Bundesarchiv.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                <physdesc>
                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nach abgeschlossener Ordnung und Verzeichnung enthält der Bestand in 3 Klassifikationsgruppen Unterlagen zu Organisation, Personal, Dienstbetrieb und allgemeiner Aufgabenwahrnehmung der Prüfungsstelle, Material zur Ein- und Ausfuhr, zur Preisentwicklung bergbaulicher Produkte sowie statistische Unterlagen.</p>
                <p>Die Archivalien umfassen den Zeitraum von 1935 - 1945. Für sich betrachtet stellen die Akten der Prüfungsstelle Bergbau dennoch eine gute Ergänzung der ebenfalls im Bundesarchiv befindlichen Bestände R 13 XX Wirtschaftsgruppe Bergbau, R 10 VIII Reichsvereinigung Kohle und des Bestandes R 3101 Reichswirtschaftsministeriums, der in der Gruppe Oberberghauptmann eine umfangreiche Dokumentation des Bergbaus enthält, dar.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Das Schriftgut der Prüfungsstelle Bergbau gelangte 1969 im Rahmen der zwischen dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem und dem Bundesarchiv vereinbarten archivalischen Flurbereinigung ins Bundesarchiv und wurde als Teilbestand R 9 XVII der Bestandsgruppe Prüfungsstellen zugewiesen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
                <p>Der Leiter der Wirtschaftlichen Vereinigung für Glaswaren und chemisch-pharmazeutische Glasinstrumente Produktionsbeauftragter des Reichsministeriums Speer. Damit gingen auch die letzten noch verbliebenen Befugnisse der Prüfungsstelle auf die Bewirtschaftungsstelle über und sie beschränkte ihre Tätigkeit in der Folge auf Sammlung von Außenhandelsinformationen, Erstellung von Lageberichten und Anfertigung statistischer Unterlagen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Prüfungsstelle Lederindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1945-12-31">1935-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das Schriftgut setzt 1935 ein und enthält überwiegend Unterlagen über Ausfuhrförderung, Exportpreise, Rundschreiben an die Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Lederindustrie und Exportfirmen, Berichte an das Reichswirtschaftsministerium sowie eine Akte Personalangelegenheiten.</p>
                <p>Aufgrund der lückenhaften Überlieferung und das Fehlen einesGeschäftsverteilungsplans können zur Aufgabenverwaltung und zur Tätigkeit keine Angaben gemacht werden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>1970 erfolgte die Abgabe der Unterlagen der Prüfungsstelle Lederindustrie vom Bundesministerium für Wirtschaft an das Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Nachrichten für den Außenhandel [RD 57/1]</p>
                <p>Die Reichsstellen zur Überwachung und Regelung des Warenverkehrs und Übersicht über ihre Zuständigkeit, hrsg. Von der Reichsstelle für den Außenhandel 1943 [RD 57/8]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Barthel, Johannes: Tätigkeit und Wirkung der Überwachungsstellen, Berlin 1939</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Prüfungsstellen waren als öffentlich-rechtliche Einrichtungen unmittelbar dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Zuständig für sie waren die Referate 1 - 8 der Abteilung V des Reichswirtschaftsministeriums. Ihre Entstehung verdanken sie einem ministerialen Erlass vom 18. Juni 1935. Bemerkenswert erscheint, dass kein Gesetz und keine Verordnung unmittelbar auf die Prüfungsstellen Bezug nimmt; allenfalls werden sie in größeren Gesetzes werken erwähnt, leiten aber ansonsten ihre Tätigkeit aus einfachen Erlassen her. Standort einer Prüfungsstelle war jeweils der Sitz einer Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Industrie, deren Geschäftsführer in der Regel auch Leiter der entsprechenden Prüfungsstelle war. In größeren Fachbereichen, so im Maschinenbau und in der Elektroindustrie, entstanden zahlreiche Vorprüfstellen, vergleichbar den Fachgruppen und Fachuntergruppen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW). Deren Sitz war häufig außerhalb Berlins, während die Prüfungsstellen durchweg in der Reichshauptstadt anzutreffen waren. Die enge räumliche Verknüpfung einerseits sowie die Personalunion von Geschäftsführer einer Wirtschaftsgruppe und Leiter einer Prüfungsstelle andererseits lassen die funktionelle Einheit beider rechtlich getrennten Institutionen erkennen, die im Verlauf des Krieges zu einer Realunion werden sollte, Die Funktion der Prüfungsstelle als Brückenschlag vom Reichswirtschaftsministerium zum Produzenten ergibt sich aus ihrer Tätigkeit und Zielsetzung.</p>
                <p>Das Gesetz über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Ausland (RGBl. I 1939, S. 645 ff) führte zu einer Aufgabenerweiterung und -verlagerung in den Prüfungsstellen. Die im Auftrag des Reichswirtschaftsmininisteriums vom Statistischen Reichsamt durchgeführten Erhebungen veranlassten die Prüfungsstellen, sich ebenfalls mit der statistischen Auswertung von Außenhandelszahlen zu befassen und ihr Material dem Statistischen Reichsamt zur Verfügung zu stellen. Innerhalb ihres Fachbereichs führten sei statistische Erhebungen auch in eigener Regie durch. War die Aufgabenstellung der Prüfungsstellen in den ersten Jahren ihres Bestehens noch relativ klar abgegrenzt, so verwischten die kriegswirtschaftlichen Produktionsbedingungen sowie die Priorität der Rüstungswirtschaft ihre Kompetenzen.</p>
                <p>Die Gauwirtschaftskammerverordnung vom 20. April 1943 (RGBl. I, S. 189) und der Erlass des Reichswirtschaftsministers vom 25. Nov. 1942 (RWMBl. S. 636) , welcher die Einführung sogenannter Lenkungsbereiche vorsah, führten zu einer durchgreifenden Neuordnung der Bewirtschaftungsmethoden und kontingentierungsverfahren. Die Schaffung einheitlicher Lenkungsbereiche bedeutete in der Praxis die Zusammenlegung der bisher von den Reichsstellen, Prüfungsstellen und Wirtschaftgruppen getrennt ausgeübten Vollmachten. Die Führung eines Lenkungsbereichs lag in den Händen eines Reichsbeauftragten. Die Prüfungsstellen wurden dem entsprechenden Reichsbeauftragten unterstellt und ihre Zuständigkeit der der Reichsstelle des gleichen Lenkungsbereichs angepasst.</p>
                <p>Nach Schaffung des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion im Sept. 1943 (RGBl. I S. 529) erfuhr der Wirtschaftsdirigismus eine weitere Straffung. Es entstanden die sogenannten Hauptausschüsse und -ringe, denen Speer das alleinverantwortliche Anordnungsrecht für Herstellung und Typisierung übertrug. Die Tätigkeit der Prüfungsstellen war damit de facto zum Erliegen gebracht, wenngleich sie noch bis Kriegsende Verwaltungs-, Beratungs- und Informationstätigkeiten ausübten.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvereinigung Bastfaser</unittitle>
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                  <extent>173 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvereinigung Chemische Fasern</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Statistische Übersichten über Erzeugung von Zellwolle und Kunstseide</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Bereits vor 1914 Schaffung von Einrichtungen zur Beschränkung des Wettbewerbs und zur Regelung des Absatzes in Form von Syndikaten, die in der Weimarer Republik fortbestan‧den. Umstellung der Friedens- auf die Kriegswirtschaft zu Beginn des zweiten Weltkrieges und damit die sich verschärfende Versorgungslage erforderten höchstmögliche Produktions‧steigerung und im Zuge der allgemeinen Warenbewirtschaftung straffere Koordinierung der Lenkungsmaßnahmen, Erschließung neuer Entwicklungsmöglichkeiten und zusätzlicher Rohstoffquellen. Aufgaben dieser Art - bisher ausschließlich von der &quot;Organisation der Ge‧werblichen Wirtschaft&quot; (R 8, R 9, R 11, R 12, R 13) wahrgenommen - übernahmen seit 1940/41 auch die neugebildeten Reichsvereinigungen und Gemeinschaften; unterlagen dem Aufsichts- und Eingriffsrecht des Reichswirtschaftsministers (R 3101). Rechtliche Grundlage: Gesetz über die Errichtung von Zwangskartellen vom 15.07.1933 und Verordnung über Ge‧meinschaftswerke in der gewerblichen Wirtschaft vom 04.09.1939. Reichsvereinigungen und Gemeinschaften waren als privatrechtliche Zusammenschlüsse ausschließlich aufgrund ihrer Satzungen tätig, nicht aufgrund allgemein verbindlichen öffentlichen Rechts.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvereinigung Eisen</unittitle>
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                <physdesc>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvereinigung Textilveredelung</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>115 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsches Kalisyndikat GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1879-01-01/1960-12-31">1879-1945 (-1960)</unitdate>
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                  <extent>479 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben allgemeinen Verwaltungsangelegenheiten, Unterlagen zur Tätigkeit des Syndikats insgesamt und zur Kaligesetzgebung sind Akten zu Fragen von Handel, Absatz und Verbrauch von Kali und Kaliprodukten, hier v. a. zum Pariser (Kali)-Abkommen von 1926 sowie zu Finanzfragen überliefert. Ein weiterer Teil der Unterlagen betrifft einzelne Syndikatswerke, Syndikatsbeitritte und Beteiligungsquoten sowie sonstige Einrichtungen der Kaliwirtschaft wie die Verteilungsstelle der Kaliindustrie, die Kaliprüfungsstelle und die Berufungskommission der Kaliindustrie. Dem Bestand zugeordnet sind darüber hinaus Abwicklungsunterlagen bis 1960.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand R 10 V Kalisyndikat gehört zu den in Folge des 2. Weltkrieges getrennt überlieferten Beständen des Bundesarchivs. Durch die getrennte Überlieferung in Ost- und Westdeutschland entstanden zwei Teilbestände: 80 Ka 1 im Zentralarchiv Potsdam und R 10 V im Bundesarchiv Koblenz. Als Findmittel wurden im Zentralarchiv Potsdam eine Kartei und im Bundesarchiv Koblenz ein Findbuch gefertigt.</p>
                <p>Die Akten der Deutschen Kalisyndikat GmbH wurden Ende des 2. Weltkrieges, soweit nicht vernichtet, nach Eisleben und Bad Salzungen ausgelagert. Im April 1945 gelangten die nach Bad Salzungen ausgelagerten Akten in die Hände amerikanischer Truppen und wurden zusammen mit anderen Akten in das amerikanische Sammellager erbeuteter deutscher Akten (Ministerial Collecting Center) nach Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen gebracht und gelangten 1952 über das Bundeswirtschaftsministeriums ins Bundesarchiv. Diese Akten bildeten die Grundlage des Teilbestandes R 10 V im Bundesarchiv. Dort bearbeitete zunächst Archivrat Dr. F. Facius den Bestand R 10 V, der bis 1954 13 und nach dem Ordnen und Verzeichnen 15 Bände umfasste. Weitere Unterlagen (insbesondere der Kaliprüfungsstelle und der Deutschen Kalisyndikat GmbH) konnten 1969 im Zuge der &quot;Flurbereinigung&quot; mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem von der Berliner Firma I. Velten gekauft werden. Nach diesem Zugang von 1,5 Fächern Druck- und Schriftgut umfasste der Teilbestand, nach Ordnung, Bewertung und Kassation 115 Aktenbände.</p>
                <p>Diejenigen Akten die nach Eisleben (später DDR) ausgelagert worden sind, wurden zunächst im Vereinigten Archiv der Kaliindustrie der DDR in Sondershausen verwahrt und gelangten bei Auflösung dieses Archivs 1985 in das Zentrale Staatsarchiv Potsdam und bildeten dort den Bestand 80 Ka 1.</p>
                <p>In Folge der Wiedervereinigung und der Zusammenführung der Bestände des Bundesarchivs und des Zentralen Staatsarchivs der DDR erhielt der Gesamtbestand die Tektoniknummer R 10 V, die Akten des Teilbestandes 80 Ka 1 wurden entsprechend umsigniert (neu: R 10 V/ 201-556).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Ohlendorf, Kurt: Archivalische Bestandsinformation zur Geschichte der Monopole und ihrer Verbände in der deutschen Kaliindustrie, Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1970/I, S. 227-245</p>
                <p>Seifert, Ulrich: Die Verteilungsstelle für die Kaliindustrie/ Kaliprüfungsstelle als Teil der Kaliindustrie: Ein Beitrag zur Institutionengeschichte, unter Berücksichtigung wichtiger Aspekte der Entwicklung der Kaliindustrie, Potsdam 1991</p>
                <p>Literatur (mit Bezug zum Bestand)</p>
                <p>Ohlendorf, Kurt: Abriss der Geschichte der Kaliindustrie in Deutschland. Rat des Bezirkes Erfurt, Abteilung Volksbildung, Pädagogisches Bezirkskabinett, Fachgruppe Kalibergbau 1961</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Erkenntnisse der Agrikulturchemie führten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in wachsendem Umfang zur Verwendung der Kalisalze als landwirtschaftliches Düngemittel. 1859 wurden die Kalilager bei Staßfurt ermittelt, bereits zwei Jahre später entstand dort die erste deutsche Kalifabrik. Weitere sehr bedeutende Vorkommen wurden im übrigen Mitteldeutschland und im Oberrheingebiet (Baden und Elsass) bergbaulich erschlossen.</p>
                <p>Das Deutsche Reich besaß von 1871-1919 nahezu das Weltmonopol für Kali. Der freiwillige Zusammenschluss der deutschen Kaliindustrie im Kalisyndikat garantierte seit 1888 die Behauptung dieser hervorragenden Stellung. Sie war von innen her ernsthaft bedroht, als 1909 das Syndikat auseinanderbrach. Erst durch das Eingreifen des Reichs konnten wieder geordnete Verhältnisse hergestellt werden. Entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung der deutschen Kaliindustrie erhielt ihre Organisation in einem Zwangssyndikat durch das Gesetz über den Absatz von Kalisalzen vom 25. Mai 1910 (RGBl. I, S. 775 ff.) eine völlig neue Grundlage, die zugleich den praktischen Anfang der Zwangskartellierung in der deutschen Wirtschaftsgeschichte darstellt. Das neue Kalisyndikat (Kalisyndikat GmbH) von 1910 war zwar nach außen hin immer noch privatwirtschaftlich organisiert, aber seine Stellung als Zwangskartell und Verkaufsmonopolorganisation war durch das Reichsgesetz wesentlich gefestigter als früher und mit öffentlich-rechtlichen Elementen durchsetzt. Es unterstand der Aufsicht des Reichs, die infolge des Fehlens eines Reichsamtes für wirtschaftliche Angelegenheiten vom Reichskanzler ausgeübt wurde. Die Rechtsstellung des Kalisyndikats war nicht ausdrücklich bestimmt, es kam ihm aber ein öffentlich-rechtlicher Charakter &quot;kraft Wesens&quot; zu.</p>
                <p>Sichtbarster Ausdruck dieser Neuerungen war die Verteilungsstelle für die Kaliindustrie in Berlin, die schon Ende 1910 auf Grund der §§ 30 - 34 des genannten Kaligesetzes von 1910 ihre Tätigkeit auf Kosten des Reichs (§ 44) aufnahm. Die Verteilungsstelle war für die gesamte Absatzregelung auf weite Sicht zuständig. Durch vorsorgliche Maßnahmen sollten die Gefahren, die schließlich 1909 über Absatzstockung und Preiskämpfe infolge Überproduktion zum Ende des alten Kalisyndikats geführt hatten, gebannt werden. Gegen die Festsetzungen und Entscheidungen der Verteilungsstelle waren Berufungen zulässig, für die gleichzeitig eine besondere Berufungskommission für die Kaliindustrie gebildet wurde (a.a.O., §§ 31 - 33). Die Hauptarbeit der neuen Organisation fiel der Verteilungsstelle zu. Ihre bescheidene Bezeichnung ließ nur die eine Seite ihrer Tätigkeit, die Absatzregelung, erkennen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, bedurfte die Stelle genauer Kenntnis der gesamten deutschen Kaliindustrie. Die andere Seite der Tätigkeit der Verteilungsstelle bestand deshalb darin, sich diese Kenntnis über jedes einzelne Kalibergwerk und Kaliwerk auf dem Wege der den Besitzern gesetzlich auferlegten Pflicht zur Auskunftserteilung zu verschaffen. Darüber hinaus hatte die Verteilungsstelle das Recht, Anlagen der Kaliindustrie zu besichtigen und Gruben zu befahren.</p>
                <p>Einzelheiten des Gesetzes vom 25. Mai 1910 wurden bis 1918 in weiteren Änderungsgesetzen und Bekanntmachungen abgeändert oder geregelt.</p>
                <p>Im Verlauf des Ersten Weltkrieges griffen wirtschaftliche Probleme in einem bis dahin ungeahnten Ausmaß in Politik und Kriegführung ein. Sie führten vor allem in dem von der übrigen Welt beinahe völlig abgeschlossenen Deutschland dahin, dass immer weitere Teile der Wirtschaft durch Zwang erfasst und gelenkt werden mussten. Es sprach für den schon im Frieden geschaffenen soliden Aufbau des Kalisyndikats und der Verteilungsstelle, dass ihre Organisation bis Kriegsende beibehalten werden konnte. Auch die Bestrebungen zur Sozialisierung und Demokratisierung des wirtschaftlichen Lebens im republikanischen Reich seit Ende 1918 änderten am Kern der 1910 gebildeten Einrichtungen nichts (vgl. zum Beispiel Verordnung vom 27. Dezember 1918 über die Teilnahme der Werksangestellten bei Entscheidungen der Verteilungsstelle für die Kaliindustrie - RGBl. I/1919, S. 20 f..</p>
                <p>Die Leitgedanken einer Neuregelung der deutschen Kaliwirtschaft wurden noch vor der Vollendung des Weimarer Verfassungswerkes durch das Gesetz über die Regelung der Kaliwirtschaft vom 24. April 1919 (RGBl. I, S. 413 ff., vgl. auch a.a.O., S. 661 f.) niedergelegt. Die grundlegenden Bestimmungen dieses Gesetzes wurden durch die vom Reichsministerium (= Reichsregierung) erlassenen Vorschriften zu seiner Durchführung vom 18. Juli 1919 (RGBl. I, S. 663 ff.) umfassend ausgebaut. Maßgeblich waren schließlich diese Vorschriften in der Fassung der Verordnung vom 22. Oktober 1921 (RGBl. I, S. 1312 ff.), die sich nunmehr auf Artikel 156 der Weimarer Reichsverfassung stützen konnte. Durch das Gesetz vom 19. Juli 1919 (RGBl. I, S. 661 f.) wurde das alte Kaligesetz von 1910 außer Kraft gesetzt, an seine Stelle traten die neuen Vorschriften vom 18. Juli 1919. Die Organisation der Kaliwirtschaft war damit über das Kalisyndikat hinaus zum marktregelnden Einheitsverband erweitert.</p>
                <p>Das Deutsche Reich hatte zwar durch den Frieden von Versailles erhebliche Kalivorkommen im Elsass verloren und dadurch sein Weltmonopol eingebüsst, aber es stand in der Weltkaliproduktion immer noch an der Spitze und ließ alle anderen Produktionsländer weit hinter sich. In der deutschen Wirtschaft nahm die Kaliindustrie unverändert einen hervorragenden Platz ein. Die geregelte Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Kali war nach dem Verlust großer landwirtschaftlicher Überschussgebiete in Ostdeutschland jetzt geradezu eine lebenswichtige Frage.</p>
                <p>Auf dieser Erkenntnis beruhte die neue Organisation von 1919. Die Kaliindustrie blieb im Deutschen Kalisyndikat GmbH zusammengeschlossen. Als Selbstverwaltungsorgan der Kaliwirtschaft wurde der Reichskalirat ins Leben gerufen (Vorschriften zur Durchführung usw. vom 18. Juli 1919, §§ 2 - 15); er unterstand der Oberaufsicht des Reiches, die vom Reichswirtschaftsministerium ausgeübt wurde. Neben bzw. unter dem Reichskalirat standen eine Reihe von sogenannten Kalistellen für Einzelaufgaben der Kaliwirtschaft:</p>
                <p>1. Kaliprüfungsstelle (a.a.O., §§ 17 - 25)</p>
                <p>2. Kaliberufungsstelle (§§ 26 - 29. Fortsetzung der früheren Berufungskommission, zuständig für Einsprüche gegen Maßnahmen der Kaliprüfungsstelle)</p>
                <p>3. Kalilohnprüfungsstelle erster Instanz (§ 30)</p>
                <p>4. Kalilohnprüfungsstelle zweiter Instanz (§§ 31 - 34. Zuständig für Berufungen gegen Entscheidungen der Kalilohnprüfungsstelle erster Instanz)</p>
                <p>5. Landwirtschaftlich-technische Kalistelle (§§ 35 - 37. Stelle zur Förderung des inländischen Kaliabsatzes, Beratungsstelle für Kalidüngung usw.).</p>
                <p>Sitz des Kalisyndikats, des Reichskalirates und seiner fünf Kalistellen war Berlin. Von den Kalistellen ist die Kaliprüfungsstelle, deren Tätigkeit am 1. Januar 1920 begann, am bedeutendsten. Sie war die gradlinige legitime Fortsetzung der am 31. Dezember 1919 aufgelösten Verteilungsstelle für die Kaliindustrie. Ihre Aufgaben und Befugnisse gegenüber der Kaliindustrie waren stark erweitert, sie verkörperte das ausführende Organ des Reichskalirates. Da die Kaliprüfungsstelle zugleich als Kalilohnprüfungsstelle erster Instanz wirkte, war sie auch mit sozialpolitischen Fragen der Kaliwirtschaft nahe verbunden.</p>
                <p>Die wirtschaftlichen Depressionen der ersten Nachkriegsjahre und die aus dem Verlust der elsässischen Kaliwerke hervorgegangene Konkurrenz Frankreichs auf dem Weltkalimarkt zwangen die Kaliprüfungsstelle schon zu Anfang der 1920er Jahre, erstmals in beträchtlichem Umfang einschneidende bergbauliche Maßnahmen zu treffen und eine Reihe von Kalibergwerken, Sonderfabriken und Abteufschächten bis 1933 stillzulegen und die Erschließung neuer Vorkommen auszusetzen. Nur dadurch war es möglich, Förderung und Absatz des Kalis auf weite Sicht zu regeln und die Krisenjahre zu überwinden.</p>
                <p>Der nationalsozialistische Staat, der im Sinne seiner Autarkiebestrebungen auch die Landwirtschaft besonders zu heben versprach, wandte sich 1933 sogleich der Kaliwirtschaft zu. In deren Organisation beseitigte er in seinen ersten Maßnahmen durch das Gesetz über Änderung der kaliwirtschaftlichen Bestimmungen vom 21. April 1933 (RGBl. I, S. 205) alles, was seinen Führungsbegriffen widersprach und was ihm allzu sehr nach Weimarer Demokratie aussah. Infolgedessen wurden alle Kalistellen personell weitgehend umbesetzt, die beiden Kalilohnprüfungsstellen aufgelöst. Diese Übergangsregelung wurde bereits am 18. Dezember 1933 durch das neue Kaliwirtschaftsgesetz (RGBl. II, S. 1027 ff.) mit Wirkung vom 1. Januar 1934 beseitigt; Einzelheiten zur Durchführung bestimmte die Verordnung vom 29. Juni 1934 (RGBl. II, S. 363). Diese Vorschriften beseitigten endgültig alle als demokratisch angesehenen und darum missliebig gewordenen Bestandteile der Kaligesetzgebung seit 1919 und ließen unter engster Bindung an das Reichswirtschaftsministerium nur noch folgende Einrichtungen bestehen:</p>
                <p>1. Kalisyndikat (als Vertriebsgemeinschaft) (Kaliwirtschaftsgesetz §§ 3 - 15)</p>
                <p>2. Kaliprüfungsstelle (a.a.O., §§ 16 - 36) und die dazugehörige Berufungskommission (§§ 37 - 38)</p>
                <p>3. Landwirtschaftlich-technische Kalistelle (§§ 39 - 43. Mit Beteiligung des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie des Reichsnährstandes).</p>
                <p>Der Reichskalirat verschwand somit ab 1. Januar 1934 völlig, er folgte den beiden Lohnprüfungsstellen nach. An den Zuständigkeiten der drei genannten Einrichtungen, die erhalten blieben, änderte sich nichts. Der seit 1910 gut eingespielte Apparat des kaliwirtschaftlichen Zwangskartells und der für Produktions- und Absatzplanung tätigen Kaliprüfungsstelle sagte den nationalsozialistischen Machthabern durchaus zu, vertrug er sich doch weitgehend mit ihren - im übrigen aus anderer Auffassung erwachsenen und vielfach noch weitergehenden - Anschauungen von staatlicher Wirtschaftslenkung, die sie eben jetzt (1934) in größtem Umfang zu verwirklichen begannen. Die Oberaufsicht des Reiches wurde wie seit 1919 fernerhin durch das Reichswirtschaftsministerium ausgeübt, aber dessen Befugnisse reichten erheblich weiter als vordem; denn in allen Fällen, wo nach den Vorschriften von 1919 der Reichskalirat als Mittler zwischen Reich und Wirtschaft eingeschaltet war, konnte der Reichswirtschaftsminister jetzt unmittelbar selbst entscheiden.</p>
                <p>Die Errichtung der Reichsstelle für Kali und Salz in Berlin durch Verordnung des Reichswirtschaftsministers vom 9. September 1939 (Reichsanzeiger Nr. 211 vom 11. Sept. 1939, S. 2, ebenda auch die gleichzeitige Bekanntmachung über die Zuständigkeit dieser Reichsstelle) ließ die bisherigen Einrichtungen unberührt. Denn die Tätigkeit der Reichsstelle erstreckte sich nur auf die Überwachung des Warenverkehrs mit Kali und Salz auf Grund der Vorschriften über den Warenverkehr in der Fassung vom 18. August 1939 (RGBl. I, S. 1430 ff.). Namentlich der Außenhandel mit Kali (Lenkung des Auslandsabsatzes) bedurfte wegen der Devisenvorschriften einer Überwachung durch die Reichsstelle. Der deutsche militärische Zusammenbruch an fast allen Fronten seit August 1944 ließ die Tätigkeit dieser Reichsstelle als überflüssig erscheinen, so dass im Februar 1945 ihre Auflösung im Reichswirtschaftsministerium erwogen wurde.</p>
                <p>Dagegen wurde das Fortbestehen der Kaliprüfungsstelle auch damals gutgeheißen; ihre Aufgaben waren durch das Kaliwirtschaftsgesetz bestimmt, und die Auflösung der Stelle wäre mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden gewesen. Die Kapitulation vom 8. Mai 1945 führte das Ende sämtlicher Kalieinrichtungen herbei. Von ihnen waren die Kaliprüfungsstelle und die Reichsstelle für Kali und Salz seit 1943 von Berlin nach Eisleben verlagert. Dort wurden die Abwicklungsstelle der Reichsstelle bereits im Juni 1945, die der Kaliprüfungsstelle im April 1946 durch die sowjetische Besatzungsmacht aufgelöst.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gemeinschaft Schuhe</unittitle>
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                  <extent>99 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält in der Gruppe Verwaltung neben Personalakten in erster Linie Unterlagen zur Organisation, Geschäftsverteilung und innerem Dienstbetrieb. In der Gruppe Planung und Statistik sind v. a. umfangreiche nach Kriegshalbjahren geordnete Produktionserhebungen und Umsatzstatistiken vorhanden. Überliefert sind darüber hinaus Unterlagen zum Komplex Lederaustauschstoffe sowie zur Materialbewirtschaftung und Verteilung von Schuhen an öffentliche und zivile Bedarfsträger.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bereits im August 1943 errichtete die Gemeinschaft Schuhe ein Ausweichquartier in Sorau, das nach einem Bombenangriff auf das Dienstgebäude in Berlin im Dez. 1943 von einem großen Teil der Mitarbeiter genutzt wurde. Mit dem Näherrücken der Front wurde die Dienststelle nach Weissenfels/ Saale verlegt. Die dort von den amerikanischen Alliierten beschlagnahmten Akten gelangten über das Ministerial Collecting Center in Fürstenhagen, die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt und schließlich das Bundeswirtschaftsministerium 1952 ins Bundesarchiv und bilden heute den Bestand R 10 VI. Über das Schicksal der in der Berliner Dienststelle zurückgebliebenen Akten liegen keine Informationen vor.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Überlieferungszustand der Aktenbände war unterschiedlich. Nur wenige Bände konnten ohne weitere Ordnungsarbeit verzeichnet werden. Für die Masse der Akten musste zunächst eine innere Ordnung hergestellt werden. Der Gliederung des Gesamtbestandes liegt der Geschäftsverteilungsplan vom 10. Nov. 1944 zugrunde.</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Gemeinschaft Schuhe wurde durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 15. Okt. 1942 zum 1. November 1942 als juristische Person privaten Rechts errichtet. Die Aufsicht hatte das Reichswirtschaftsministerium. Mitglieder waren laut § 1, Abs. 2 der Satzung &quot;alle Unternehmen, Betriebe und Einzelpersonen ...., welche Schuhe aller Art gewerblich herstellen, ausbessern, einführen oder verteilen&quot; (RAnz. Nr. 244 vom 17. Okt. 1942). Wichtigste Aufgaben waren:</p>
                <p>- Ermittlung des zivilen Schuhbedarfs, Aufstellung von Erzeugungsplänen, Erlass von Vorschriften über Art und Umfang der Produktion</p>
                <p>- Verteilung von Roh- und Hilfsstoffen an die Hersteller und</p>
                <p>- Zuteilung der Kontingente an öffentliche und zivile Bedarfsträger.</p>
                <p>Der Gemeinschaft Schuhe unterstellt war die Arbeitsgemeinschaft Schuhe in der Reichsgruppe Handel, die nach Vorgaben der Gemeinschaft Schuhe die Einfuhr und den Absatz von Schuhen durch Handelsunternehmen sowie die Regelung des Marktes im Bereich des Handels steuerte. Mit der Umorganisation der Kriegswirtschaft durch den Erlass des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion vom 29. Okt. 1943 (&quot;Bandwurmerlass&quot;) wurde die Gemeinschaft Schuhe Organ des Planungsamts im RMfRuK. Als mit dem Führererlass über die Konzentration der Kriegswirtschaft vom 2. Sept. 1943 die Zuständigkeit des Reichswirtschaftsministeriums auf dem Gebiet der Rohstoffbewirtschaftung und in Produktionsangelegenheiten auf den Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion überging, war auch die Gemeinschaft Schuhe nunmehr ausschließlich an die Weisungen aus dem Ministerium Speer gebunden.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gemeinschaft Asbest</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind lediglich ein Aktenband zur Errichtung und Tätigkeit der Gemeinschaft Asbest und ihres Beirats sowie ein Aktenband über Lieferung von Asbest aus Nordfrankreich</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bestand umfasst nur zwei Akteneinheiten</p>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1940 hervorgegangen aus der Reichsstelle für Kautschuk und Asbest</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsvereinigung Kohle</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Stickstoffsyndikat GmbH</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verkaufsgemeinschaft Sanitärkeramik</unittitle>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verband technisch-keramischer Fabriken</unittitle>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-XII</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Rep. 337 - IV</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vereinigung für Wand- und Bodenplatten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>17 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bilanzen, Rundschreiben, Gehaltslisten, Betriebsverlagerungen, Absatzlenkung</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-XIII</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 III</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Rep. 337 - IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verband Deutscher Kachelofenfabrikanten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1943-12-31">1935-1943</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Berichte über die Prüfung der Buchführung bzw. des Jahresabschlusses des Verbandes</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-XIV</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Rep. 337 - V</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Behälter-Verkehrs-GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1950-12-31">1933-1945 (-1950)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Satzungen, Personalunterlagen, Bilanzen, Niederschriften von Aufsichtsratssitzungen, Ortsverzeichnis der Außenstellen, Schriftwechsel mit der Deutschen Wagenbau-Vereinigung, dem Reichsausschuss für Verpackungswesen beim Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit (R 107), dem Kühlwagenausschuss beim Generalbevollmächtigten für das Kraftfahrwesen, der Amtsgruppe Motorisierung des Generalbevollmächtigten für die Rüstung, der Transport-Hauptkommission Behälterverkehr und Dauerpackmittel, dem Internationalen Behälter-Büro (I.B.B.) bei der Internationalen Handelskammer in Paris u.a.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die Überlieferung gelangte 1969 durch eine Abgabe des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz ins Bundesarchiv. Die dort als Untergruppe V dem Bestand Rep. 337 zugeordneten Akten wurden im Bundesarchiv zunächst zur Bestandsgruppe R 119 Zweckvereinigungen (speziell R 119 IV) formiert, 1983/84 dann der Bestandsgruppe R 10 Marktregelnde Einrichtungen zugeordnet. Die Überlieferung der Deutschen Behälter-Verkehr GmbH ist seitdem Bestand R 10 XIV.</p>
                <p>Neben Akten der GmbH enthält die Überlieferung Unterlagen der Studiengesellschaft für Behälterverkehr e.V.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die kriegsbedingt steigenden Anforderungen an den Güterverkehr veranlassten das Reichsverkehrsministerium nach neuen Wegen zur Wirtschaftlichkeit bei der Verkehrsabwicklung zu suchen. Als ein Weg wurde die Einbeziehung des Behälterverkehrs gesehen. Durch Erlass des Reichsverkehrsministeriums vom Sept. 1940 wurde die Studiengesellschaft für Behälterverkehr e. V. beauftragt, alle Vorbereitungen für die Organisation eines planmäßigen Einsatzes von Behältern zu treffen, d.h. &quot;geeignete Behältertypen und die für den Behälterumschlag erforderlichen technischen Hilfsmittel zu entwickeln sowie alle mit der Beförderung und dem Umschlag zusammenhängenden technischen Fragen zu klären&quot; (BArch, R 5/ 8311b).</p>
                <p>Zur praktischen Durchsetzung einer planmäßigen und zentralen Lenkung des Behälterumschlags wurde am 27. Febr. 1941 die auf gemeinnütziger Grundlage unter Aufsicht des Reichsfinazministeriums arbeitende Behälter-Verkehrs GmbH gegründet. Der Gesellschaftsvertrag von 1941 bestimmte als Zweck den planvollen und wirtschaftlichen Einsatz von Behältern einschl. Herstellung, Beschaffung, Vertrieb und Vermietung derartiger Behälter (Massengutbehälter, Flüssigkeitsbehälter, Kühlbehälter, Verpackungsbehälter, Universalbehälter, Sonderbehälter und dergleichen). (BArch, R 13 XIV/ 11)</p>
                <p>Gesellschafter waren:</p>
                <p>- Studiengesellschaft für Behälterverkehr e. V.</p>
                <p>- Deutsche Spedition GmbH</p>
                <p>- Wirtschaftsgesellschaft mbH des Reichs-Kraftwagen-Betriebsverbandes</p>
                <p>- &quot;Der Güternahverkehr&quot; Zentralgenossenschaft der Arbeitsgemeinschaften des Deutschen Fuhr- und Kraftfahrgewerbes eGmbH</p>
                <p>- Zentralverein für deutsche Binnenschiffahrt e.V.</p>
                <p>- Frachten-Treuhand-Gesellschaft mbH</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 10-XV</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">80 Schw 1</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Schwefel GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1949-12-31">1936-1949</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schriftwechselakten sowie Unterlagen zu Organisation, Produktion, Verkauf, Absatz und Importe, Bilanzen und Jahresabschlüsse</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Gründung der Schwefel GmbH 1936 in Frankfurt am Main zur zentralen Erfassung der gesamten Produktion von Schwefel und dessen Zuführung an die Verbraucherzweige; wirtschaftliche Lenkungsstelle.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 11</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswirtschaftskammer</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1945-12-31">1917-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2199 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sowohl vom Deutschen Industrie- und Handelstag (1861-1934) als auch von den Nachfolgeorganisationen Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in der Reichswirtschaftskammer (1935-1943) und der Reichswirtschaftskammer selbst sind heute nur Bruchstücke der ehemals umfangreichen Registarturen überliefert.</p>
                <p>Der Bestand enthält etwa 200 Akten des bis 1934 vorwiegend zu Geld-, Banken-, Börsen- und Kreditwesen. Etwa 3/4 des c.a 2200 Akten umfassenden Bestandes sind Akten, deren Laufzeit über 1934 hinausgeht bzw. erst 1935 einsetzt. Schwerpunktmäßig vorhanden sind dabei Akten der Aktenplangruppen B III - Bildungs-, Unterrichts- und Prüfungswesen und D I - Außenhandelskammern, Außenhandel, Wirtschaftlicher Außenhandelsnachrichtendienst sowie der mit Sondervollmachten ausgestatteten Prüfstelle für den Bereich der Organisation der gewerblichen Wirtschaft in der Reichswirtschaftskammer.</p>
                <p>Im Einzelnen sind Akten zu folgenden Sachbetreffen überliefert:</p>
                <p>Organisation, Geschäftsverteilung, Tätigkeit, Haushalt, Kassenwesen, Dienstgebäude, Geschäftsbetrieb 1926-1945, Industrie- und wirtschaftliche Berichterstattung, Wirtschaftsforschung 1936-1945, Rundschreiben des Deutschen Industrie- und Handelstages, der Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern, der Reichswirtschaftskammer (unvollständige Sammlung) 1925-1945, Deutscher Industrie- und Handelstag: Geschäftsführung, Personalwesen 1922-1923, kaufmännische Ehrengerichte, berufsständischer Aufbau der Wirtschaft 1932-1936, Bildungs-, Unterrichts- und Prüfungswesen 1921-1945, Preisbildung und Bewirtschaftung 1925-1927,1930-1945, Gewerberecht, Kartellwesen, Marktaufsicht, Arbeitseinsatz (auch ausländische Arbeitskräfte und Kriegsgefangene) 1935-1945, Vereinigungen, Verbände, Auslandshandelskammern, Wirtschaftlicher Auslandsnachrichtendienst 1924-1944, Zölle, Veredlungsverkehr, Handelsverträge, Internationale Handelskammer 1922-1937,1942-1944, Steuern sowie Geld- und Kreditwesen, Börse, Sozialisierung 1917-1933, 1935-1942, Eisenbahnverkehr, Tarife, Spediteure 1923-1943, Schifffahrt, Reichswasserstraßenverwaltung und Luftverkehr 1924-1944, Verkehrswesen, Fremdenverkehr, Energiewirtschaft 1929-1942, Ehrengerichtshof und Ehrengerichte 1937-1943, Geschäftsführung der Deutschen Landesgruppe der Internationalen Gesellschaft für kaufmännisches Bildungswesen 1938, 1941-1944, Prüfstellen für den Bereich der Organisation der gewerblichen Wirtschaft 1932-1945</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die über die Kriegs- und Nachkriegsereignisse hinweg geretteten Aktenreste des deutschen Industrie- und Handelstages und der Reichswirtschaftskammer stammen aus einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
                <p>Dabei handelte es sich nicht selten um in der Reichswirtschaftskammer fortgeführte Akten des Deutschen Industrie- und Handelstages, die sich bei der Bestandsbildung und -abgrenzung nur schwer auf die beiden Provenienzstellen hätten aufteilen lassen. Infolge dieser starken registraturmäßigen Kontinuität wurden daher die Archivalien beider Provenienzstellen in einem Bestand integriert, der wegen seiner Schlussprovenienz die Bestandsbezeichnung &quot;Reichswirtschaftskammer&quot; erhielt. Durch US-Rückgaben 1962-1966, 1965 und 1973 wurde der Bestand ergänzt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft. Verzeichnis der Mitglieder und deren Untergliederungen, Hg.: Reichswirtschaftskammer, 1938, 1939 1942, 1944 [RD 65/1]</p>
                <p>Ehrengerichtsordnung der gewerblichen Wirtschaft, 1936 [RD 65/6]</p>
                <p>Informationsdienst der Reichswirtschaftskammer, 1940-1942 [RD 65/4]</p>
                <p>Nachrichten der Reichswirtschaftskammer für die Organisation der gewerblichen Wirtschaft und deren Gliederungen, Hg.: Reichswirtschaftskammer, 1944/1945 [RD 65/3]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (mit Bezug zum Bestand)</p>
                <p>Facius, Friedrich und Trumpp, Thomas: Deutscher Industrie- und Handelstag / Reichswirtschaftskammer (Bestand R 11). Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs Bd. 12, Koblenz 1976, Nachdruck 1993</p>
                <p>Lieratur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Franke, Hermann: Reichswirtschftskammer/Wirtschaftskammer/Industrie- und Handelskammern, Leipzig 1937</p>
                <p>Pietzsch, Albert: Die Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Berlin 1938</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufgaben der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Esenwein-Rothe, Ingeborg: Die Wirtschaftsverbände von 1933 bis 1945, Berlin 1965</p>
                <p>Kannapin, Hans-Eckhardt: Wirtschaft unter Zwang, Köln 1966</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1861 Konstituierung des Deutschen Handelstages als politische und berufsständige Vereinigung von Kaufleuten; 1918 Änderung des Namens in Deutscher Industrie- und Handelstag, Spitzenorganisation der Industrie- und Handelskammern; Januar 1935 Überführung der Geschäftsstelle des Deutschen Industrie- und Handelstages in die Arbeitsgemeinschaft der Industrie und Handelskammern (Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft vom 27.02.1934, Verordnung betreffend die Überführung vom 24.07.1935); Vereinigung mit der Dienststelle des Führers der Wirtschaft und Angliederung an die Reichswirtschaftskammer, der Dachorganisation der &quot;Organisation der gewerblichen Wirtschaft&quot;, und Übertragung der öffentlich-rechtlichen Vertretung der gewerblichen Wirtschaft auf die dem Reichswirtschaftsministerium unterstellte Reichswirtschaftskammer; September 1943 Übernahme der Lenkung der Kriegs- und Rüstungswirtschaft durch das Reichsministerium für Rüstung und Kriegswirtschaft, damit Aufhebung der Vermittlerfunktion zwischen Staat und einzelnem Betrieb (Erlass des Führers über die Konzentration der Kriegswirtschaft vom 02.09.1943; Erlass über die Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29.10.1943).</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 12-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgruppe Industrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1930-01-01/1945-12-31">1930-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>380 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind vorwiegend Unterlagen der Abteilungen V Sozialwirtschaft, VIII Statistik und Wirtschaftsbeobachtung, Z Gemeinschaftshilfe der Wirtschaft und eine Sammlung von Handakten des stellvertretenden Abteilungsleiters der Abt. V Sozialwirtschaft und Leiter des Kriegsschädenreferats Dr. Wilhelm Reuss.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der größte Teil der Akten des Bestandes R 12 I Reichsgruppe Industrie entstammt einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Von der Arbeitsgruppe XIX Wirtschaftsorganisation (Section Economics Organization) wurden auf diese Weise u. a. Akten der Reichswirtschaftskammer und der Reichsgruppe Industrie bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
                <p>1962 wurden weitere 128 Aktenbände aus dem Berlin Document Center übernommen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die 1952 aus dem Bundeswirtschaftsministerium übernommenen Unterlagen wurden 1966 bzw. 1968 von Archivinspektorin A. Wagener (Teil 1) und Archivinspektor A. Loos (Teil 2) verzeichnet und vorläufige Archivverzeichnisse angefertigt. Teil 1 enthielt dabei vorwiegend Unterlagen der Abteilungen V Sozialwirtschaft, VIII Statistik und Wirtschaftsbeobachtung sowie Z Gemeinschaftshilfe der Wirtschaft. Bei Teil 2 handelte es sich um eine Sammlung von Handakten des stellvertretenden Abteilungsleiters der Abt. V Sozialwirtschaft und Leiter des Kriegsschädenreferats Dr. Wilhelm Reuss.</p>
                <p>Die 1962 vom Berlin Document Center übernommenen Akten wurden 1977 bearbeitet und als Teil 3 verzeichnet. Da die Akten zum großen Teil ungeordnet waren und sich häufig mehrere Betreffe ohne sachlichen Zusammenhang in einem Aktenband befanden, war eine komplette Neuordnung und Neuformierung von Bänden/Bandfolgen notwendig. Inhaltlich betrafen diese Akten ebenfalls vorwiegend die Abt. V Sozialwirtschaft.</p>
                <p>Bei der 2009 erfolgten Neubearbeitung des Bestandes mit der Verzeichnungsdatenbank Basys-S des Bundesarchivs sind in erster Linie die vorhandenen drei Teilbestände aufgelöst und die Klassifikation als Gesamtbestand vorgenommen worden. Die vorher als Teil 2 zusammengefassten Handakten des Dr. Reuss bilden dabei bis auf wenige Ausnahmen jetzt die Klassifikationsgruppe Kriegssachschädenregelung. Die Verzeichnungsangaben der bisherigen vorläufigen Verzeichnisse wurden zum großen Teil ohne weitere Prüfung von Einzelakten übernommen. In Einzelfällen mussten allerdings Anpassungen von zu langen Aktentiteln und unübersichtlichen Enthält-Vermerken vorgenommen werden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtliche Druckschriften (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Marktordnungsgrundsätze der Reichsgruppe Industrie (um 1935)</p>
                <p>Gliederung der Reichsgruppe Industrie, hg. von der Geschäftsführung, 1936, 1939, 1941</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 &quot;Wiederaufbaugesetz&quot; (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 13. März 1934 durch Reichswirtschaftsminister Schmitt bekanntgegebene Organisationsstruktur der Organisation der gewerblichen Wirtschaft (OGW) sah eine Gliederung der Wirtschaft in zwölf Hauptgruppen vor, davon sieben für die verschiedenen Industriezweige:</p>
                <p>I Bergbau, Eisen- und Metallgewinnung</p>
                <p>II Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Feinmechanik</p>
                <p>III Eisen-, Blech- und Metallwarenindustrie</p>
                <p>IV Steine und Erden, Holz-, Bau-, Glas- und keramische Industrie</p>
                <p>V Chemische, Papier- und Papier verarbeitende Industrie</p>
                <p>VI Leder-, Textil- und Bekleidungsindustrie</p>
                <p>VII Nahrungsmittelindustrie.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) beseitigte diese Zersplitterung der Industrie durch die Zusammenfassung der sieben Gruppen in der Reichsgruppe Industrie, in die der Reichsstand/Reichsverband der Deutschen Industrie durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers am 12. Jan. 1935 überführt wurde. Aus den übrigen Hauptgruppe VIII Handwerk, IX Handel, X Banken und XI Versicherungen wurden ebenfalls Reichsgruppen.</p>
                <p>Die Reichsgruppe Industrie war zugleich ein Teil der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, die dem Reichswirtschaftsministerium unterstand. Zusammen mit den übrigen Reichsgruppen Handwerk, Handel, Banken, Versicherungen, Energiewirtschaft, Fremdenverkehr (fachlich) und den Wirtschaftskammern (regional) bildete sie die Untergliederung der Reichswirtschaftskammer. Sie war nach Bezirken untergliedert in 26 Industrieabteilungen, die die Verbindung zwischen der Reichsgruppe Industrie und den Industrie-Unternehmungen herstellten. Den einzelfachlichen Unterbau der Reichsgruppe Industrie bildeten die Wirtschaftsgruppen, die in einer Anordnung des Reichswirtschaftsministers als alleinige Vertreter ihres Fachzweiges anerkannt wurden. Die auf dem jeweiligen Fachgebiet tätigen Unternehmen waren ihnen als Pflichtmitglieder angeschlossen, die Reichsgruppe Industrie selbst hatte keine Einzelmitglieder.</p>
                <p>Die Geschäftsführung der Reichsgruppe bestand 1941 aus folgenden 13 Abteilungen unter der Leitung des Hauptgeschäftsführers Dr. Karl Guth</p>
                <p>Abt. I Organisation und Rechtswesen</p>
                <p>Abt. II Innere Verwaltung, Verkehrswesen, Gewerbe-, Wasser- und</p>
                <p>Verwaltungsrecht, Judengesetzgebung</p>
                <p>Abt. III Steuern</p>
                <p>Abt. IV Außenhandel</p>
                <p>Abt. V Absatzförderung, Patent-, Muster- und Zeichenwesen</p>
                <p>Abt. VI Wehrwirtschaft, Rohstoffbewirtschaftung, Industrieausbau</p>
                <p>Abt. VII Werkluftschutz, Werkschutz und Industrieschutz, Kolonialfragen</p>
                <p>Abt. VIII Marktordnung und Betriebswirtschaft</p>
                <p>Abt. IX Kartellaufsicht</p>
                <p>Abt. X Sozialwirtschaft</p>
                <p>Abt. XI Industrieelle Qualitätsarbeit</p>
                <p>Abt. XII Bank-, Kredit- und Finanzierungsfragen, Gemeinschaftshilfe, privates</p>
                <p>Versicherungswesen</p>
                <p>Abt. XIII Statistik und Wirtschaftsbeobachtung</p>
                <p>Angegliederte Dienststellen: Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät (AGK)</p>
                <p>Ab 6. Jan 1944 galt folgende neue Gliederung</p>
                <p>Generalreferat für Industrieabteilungen</p>
                <p>Abt. Z Innere Verwaltung, Haushalt, Gemeinschaftshilfe, Versicherungsfragen</p>
                <p>Abt. I Organisation und Recht</p>
                <p>Abt. II Innere Wirtschaft (Rohstoffbewirtschaftung, allgemeine Produktion,</p>
                <p>Wehrwirtschaft, Wasser und Energie, Verkehr, Ostwirtschaft, Technisches</p>
                <p>Referat</p>
                <p>Abt. III Marktordnung und Betriebswirtschaft</p>
                <p>Abt. IV Steuern und Finanzfragen</p>
                <p>Abt. V Sozialeirtschaft, Kriegsschäden</p>
                <p>Abt. VI Außenwirtschaft einschl. Industrieverschleppung, Messe- und Ausstellungswesen, Werbung</p>
                <p>Abt. VII Werkluftschutz</p>
                <p>Abt. VIII Statistik und Wirtschaftsbeobachtung</p>
                <p>Angeliedert: Nachrichtenstelle und Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät</p>
                <p>Leiter der Reichsgruppe Industrie waren:</p>
                <p>bis Dez. 1934: Gustav Krupp von Bohlen-Halbach</p>
                <p>ab Dez. 1934: Ewald Hecker, Leiter der Reichswirtschaftskammer</p>
                <p>1935: Ernst Trendelenburg, Aufsichtsratsvorditzender der Vereinigten Industrie-Unternehmnungen AG und der Reichskreditgesellschaft AG</p>
                <p>ab Dez. 1936: Gottfried Dierig, Christian Dierig AG und Leiter der Wirtschaftsgruppe Industrie</p>
                <p>ab Nov. 1938: Wilhem Zangen, Generaldirektor der Mannesmann-Röhrenwerke</p>
                <p>Als beratende Gremien der Reichsgruppe fungierten neben dem im Gesetz vorgesehenen Beirat der sogenannte Große Beirat und zahlreiche Ausschüsse. Dem Großen Beirat gehörten neben den Beiratsmitgliedern die Leiter der Wirtschaftsgruppen und Industrieabteilungen sowie die Vorsitzenden der 24 (1941) Ausschüsse an. Die Geschäfsführung der Ausschüsse lag bei den jeweils fachlich zuständigen Abteilungen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 12-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgruppe Energiewirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1930-01-01/1945-12-31">1930-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>842 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben wenigen allgemeinen Unterlagen zur Organisation der deutschen Energiewirtschaft, Gaswirtschaft und Versorgungsfragen besteht der Bestand v.a. aus Unterlagen über Bauvorhaben von Einzelfirmen der Elektrizitäts - und Gaswirtschaft A-Z (alphabetisch geordnet nach Firmensitz)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die 1934/35 geschaffene &quot;Organisation der gewerblichen Wirtschaft&quot; umfasste die Reichsgruppen Industrie, Energiewirtschaft, Handel, Banken, Handwerk, Versicherungen und Fremdenverkehr und wurde in zahlreiche Wirtschaftsgruppen (R 13), Fachgruppen und Fachuntergruppen aufgegliedert. Gleichzeitig regionale Zusammenfassung der Wirtschaftsgruppen in Wirtschaftskammern. Spitze der fachlichen und regionalen Gliederungen bildete die Reichswirtschaftskammer (R 11).</p>
                <p>Hauptmasse des Registraturgutes der 7 Reichsgruppen ist im zweiten Weltkrieg verbrannt oder verschollen. Die 1934/35 gebildete Reichsgruppe Energiewirtschaft wurde 1941 dem neu geschaffenen Generalinspektor für Wasser und Energie (R 4604) unterstellt. Zur Reichsgruppe Energiewirtschaft gehörten die Wirtschaftsgruppen Elektrizitätsversorgung (R 13 XVI) und Gas- und Wasserversorgung (R 13 XVII).</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 12-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgruppe Handel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 12-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgruppe Versicherungen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind nur 5 Aktenbände vorwiegend Rundschreiben</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die 1934/35 geschaffene &quot;Organisation der gewerblichen Wirtschaft&quot; umfasste die Reichsgruppen Industrie, Energiewirtschaft, Handel, Banken, Handwerk, Versicherungen und Fremdenverkehr und wurde in zahlreiche Wirtschaftsgruppen (R 13), Fachgruppen und Fachuntergruppen aufgegliedert. Gleichzeitig regionale Zusammenfassung der Wirtschaftsgruppen in Wirtschaftskammern. Spitze der fachlichen und regionalen Gliederungen bildete die Reichswirtschaftskammer (R 11).</p>
                <p>Die Hauptmasse des Registraturgutes der 7 Reichsgruppen ist im zweiten Weltkrieg verbrannt oder verschollen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verein deutscher Eisen- und Stahlindustrieller/Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1848-01-01/1945-12-31">1848-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>712 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Stahl- und Eisenbau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Statistik, Hollerithlisten, Verwaltungssachen, Gemeinschaftshilfe</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Stahl- und Eisenbau.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppe faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Maschinenbau</unittitle>
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                  <extent>1989 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie</unittitle>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Elektroindustrie</unittitle>
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                  <extent>281 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
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                  <extent>127 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Akten zur allgemeinen Geschäftstätigkeit, Organisation und Verwaltungs-, Haushalts- und Personalangelegenheiten sind v. a. Akten zur Industrieberichterstattung mit zahlreichen Statistiken, zur Lage der feinmechanischen und optischen Industrie im In- und Ausland sowie zur Warenbewirtschaftung in den besetzten Gebieten überliefert. Dabei bildet der Außenhandel eindeutig den Schwerpunkt der Überlieferung, sowohl bei den überlieferten Einzelfällen (z.B. Devisen- und Ausfuhrgenehmigungen) als auch bei den Statistiken. Aufgrund der engen inhaltlichen wie personellen Verzahnung der Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik, die zugleich als Reichsstelle für feinmechanische und optische Erzeugnisse agierte, mit der Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik geben die Akten außerdem zum Teil auch Aufschluss über die Tätigkeit der Prüfungsstelle.</p>
                <p>Überlieferung</p>
                <p>1 Dienststellenverwaltung: Organisation, Geschäftsverteilung und Personal (19 Signaturen);</p>
                <p>2 Aufgabenverwaltung: 2.1 Allgemeine Rundschreiben und Anweisungen (15); 2.2 Expertisen zur feinmechanischen und optischen Industrie im In- und Ausland (18); 2.3 Regelungen, Genehmigungsbescheide und Karteien für den Außenhandel (31); 2.4 Sonstige Bewirtschaftungsfragen und Firmenlisten (7); 2.5 Wirtschaftsdaten und -statistiken mit Schwerpunkt Außenhandel (37)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die aus der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik hervorgegangene Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik war eine Organisation der gewerblichen Wirtschaft, der alle Unternehmen der Branche angehörten und die im NS-Wirtschaftssystem mit der Bewirtschaftung und Kontrolle von Produktion und Handel der feinmechanischen und optischen Industrie beauftragt war.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der größte Teil der Akten des Bestandes R 13 VI Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik entstammt einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Von der Arbeitsgruppe VII Optics and Finemechanics wurden auf diese Weise Akten der Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben (jetzige Archivsignaturen Nr. 1-50 sowie 113-117). Ergänzt wurde der Bestand 1962 durch Akten aus US-Rückgaben (Signaturen Nr. 51-112) sowie 1969 durch Akten aus einer Abgabe des Geheimen Staatsarchivs Berlin-Dahlem (Signaturen Nr. 118-127).</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Im Bundesarchiv in Koblenz wurde die ersten Unterlagen 1957 von Frau Singer auf Karteikarten verzeichnet und 1962 zusammen mit den aus den USA neu erhaltenen Dokumenten als vorläufiges Verzeichnis in das Sammelfindbuch R 13, Bd. 1, aufgenommen. Anzumerken ist, dass es sich bei den im April 1962 aus den USA erhaltenen Akten (US-Signaturen RG 1048, IX-109/1 bis 42) aller Wahrscheinlichkeit nach um Handakten von Dr. Karl Albrecht handelt, der in Personalunion die Wirtschaftsgruppe und die Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik leitete. Auf die Kenntlichmachung dieses Umstandes in den jeweiligen Aktentiteln wurde allerdings aus Platzgründen verzichtet.</p>
                <p>2015 erfolgte die Übertragung der Erschließungsinformationen in die Datenbankanwendung Basys des Bundesarchivs mit gleichzeitiger Onlinestellung. Dabei wurden Aktentitel und Serienbildung überarbeitet und erstmals eine Klassifikation erstellt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 9 X Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
                <p>Jahreshauptversammlung der Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik, 1936-1938 [RD 65/53]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 (Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56)</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934, S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Feinmechanik und Optik aus der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 31. Aug. 1934 wurde die Wirtschaftsgruppe als ausschließliche Vertretung der optischen Industrie anerkannt. Außerdem fungierte die Wirtschaftsgruppe zugleich als Reichsstelle für feinmechanische und optische Erzeugnisse und ihre Leiter, Dr. Karl Albrecht, führte in Personalunion auch die Prüfungsstelle Feinmechanik und Optik. Die genannten Dienststellen befanden sich auch im gleichen Gebäude in Berlin.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen einheitliche Lenkungsbereiche zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte allerdings erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft&quot; (GVBl. 1956, S.87).</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-VII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Eisen-, Stahl- und Blechwarenindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1945-12-31">1937-1945</unitdate>
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                  <extent>168 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-VIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Bauindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
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                  <extent>323 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Im Bestand zusammengefasst sind Akten der Wirtschaftsgruppe und ihrer Vorprovenienzen. Die Akten umfassen den Zeitraum von 1919 bis 1945 jedoch mit einer Überlieferungslücke zwischen 1935 und 1943. Gut dokumentiert sind die Zeit der Neuorganisation der baugewerblichen berufsständischen Einrichtungen ab 1933 und die Anfänge der Wirtschaftsgruppe bis 1935 sowie die Zusammenarbeit mit der Organisation Todt und der SS. Die vorhandenen Akten betreffen die Schwerpunkte: Organisation der Bauwirtschaft mit Unterlagen der Verbandsorgane, der Hauptgeschäftsstelle, der Bezirksgruppen, Fachabteilungen, -unterabteilungen und -gruppen, ferner Akten zur Baunormung, -technik und -material, zu Arbeitsbeschaffung, Arbeitseinsatz, Arbeitsbedingungen, Tarif- und Sozialwesen, zum Verdingungswesen sowie zur Geräteerfassung und Vermietung und Baustoffbewirtschaftung.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Neben 7 Bänden aus amerikanischen Rückgabeb wurde der weitaus überwiegende Teil des Bestandes im Rahmen der archivischen Flurbereinigung zwischen dem Bundesarchiv und dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem 1969 ins Bundesarchiv übernommen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Bei der Verzeichnung des Bestandes 1979 und 1982 wurde von Kassationen in Anbetracht der durch die kriegsbedingten Aktenverluste ohnenhin nur bruchstückhaften Überlieferung weitestgehend verzichtet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Die Bauindustrie. Organ der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie, 1941 [RD 65/58]</p>
                <p>Satzung der Wirtschaftsgruppe Bauindustrie, 1935 [RD 65/59]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen im Dez. 1934 die Wirtschaftsgruppe Bauindustrie durch Umbenennung des Reichsverbandes des Ingenieurbaus, der bereits durch Verfügung des Reichswirtschaftsministers vom 2. Juli 1934 als alleiniger Vertreter aller nichthandwerklichen Bauunternehmer anerkannt worden war.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppe faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-IX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Holzverarbeitende Industrie</unittitle>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Glasindustrie</unittitle>
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                  <extent>373 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Keramische Industrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1920-01-01/1945-12-31">1920-1945</unitdate>
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                  <extent>65 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>619 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Unterlagen der Vorgängerinstitutionen Verein zur Wahrung der Interessen der Chemischen Industrie Deutschlands e. V. und Gesamt-Verband der Deutschen Kunstseidenindustrie enthält der Bestand Akten der Wirtschaftsgruppe selbst und ihrer Fachgruppen Chemische Herstellung von Fasern, Körperpflegemittel, Pharmazeutische Erzeugnisse, Seifen-, Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie sowie Kautschukindustrie.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der größte Teil der Akten des Bestandes R 13 XII Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie entstammt einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Von der Arbeitsgruppe VIII Chemicals and Pharmaceutics (Chemie einschließlich Pharmazeutik) wurden auf diese Weise Akten des Vereins zur Wahrung der chemischen Interessen Deutschlands, der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie und ihrer Fachgruppen Pharmazeutische Industrie, Chemische Herstellung von Fasern und Körperpflegemittel sowie Akten der Reichsstelle Chemie bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben. Neben wenigen Akten aus dem Document Center 1972 wurde der Bestand 1974 durch 51 Aktenbände aus einer Aktenabgabe aus dem Imperial War Museum, London, ergänzt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die 1952 von Duisdorf ins Bundesarchiv gelangten Akten wurden 1955 provisorisch karteimäßig erfasst. Das auf dieser Grundlage 1962 erstellte vorläufige Archivverzeichnis wurde jeweils um die Zugänge aus dem Document Center 1972 und dem Imperial War Museum 1976 ergänzt. Dieses Verzeichnis bildete die Grundlage für das nun vorliegende Online-Findbuch. Die Verzeichnungsangaben wurden weitgehend in die Erschließungsdatenbank des Bundesarchivs übernommen. Neben wenigen redaktionellen Vereinheitlichungen mussten insbesondere die Laufzeiten und konkreten Enthält-Vermerke der Einzelbände innerhalb von Bandfolgen präzisiert werden, da das Archivverzeichnis nur die Gesamtlaufzeit einer Bandfolge erfasst hatte.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Presseauschnittsammlung Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie [ZSg 127]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
                <p>Die Chemische Industrie, hg. von der Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie, 1933-1938 [RD 65/68]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie aus dem seit 1877 bestehenden Verein zur Wahrung der Interessen der Chemischen Industrie Deutschlands e.V. Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 23. Aug. 1934 wurde die Wirtschaftsgruppe als ausschließliche Vertretung der chemischen Industrie anerkannt.</p>
                <p>Als Leiter der Wirtschaftsgruppe fungierten zwischen 1934 und 1945:</p>
                <p>Mai - Aug. 1934 Bernard Pfotenhauer</p>
                <p>Direktor der Fa. Merck, Chemische Fabrik Darmstadt</p>
                <p>Aug. 1934 - Okt. 1937 Carl Adolf Clemm</p>
                <p>Direktor der Kalichemie AG</p>
                <p>1937 - Anfang 1943 Dr. Johannes Heß</p>
                <p>Direktor der Dr. Alexander Wacker GmbH, München</p>
                <p>Anfang 1943 - 1945 Hermann August Schlosser</p>
                <p>Direktor Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt vorm.</p>
                <p>Roessler</p>
                <p>Geschäftsführer war im Gesamtzeitraum des Bestehens der Wirtschaftsgruppe 1934-1945 Dr. Claus Ungewitter, ab 1935 zugleich Leiter der Prüfungsstelle Chemische Industrie.</p>
                <p>Die Wirtschaftsgruppe gliederte sich 1936 in eine Sammelabteilung und eine Fachgruppenabteilung.</p>
                <p>Die Sammelabteilung war zuständig für:</p>
                <p>- Schwefelsäure, Soda, Alkalielektrolyse und zugehörige Produkte</p>
                <p>- Sonstige Grundchemikalien</p>
                <p>- Teerfarben und Teerfarbenprodukte</p>
                <p>- Mineralöle und Mineralölprodukte außer Kraftstoffen und Schmiermitteln</p>
                <p>- Düngemittel</p>
                <p>- Sprengstoffe, Munition und Zündwaren</p>
                <p>- Ätherische Öle und Riechstoffe</p>
                <p>- Reinigungs- und Putzmittel, Stearin und Textilhilfsprodukte</p>
                <p>- Sonstige chemische Erzeugnisse</p>
                <p>In der Fachgruppenabteilung waren folgende Fachgruppen und Fachuntergruppen zusammengefasst:</p>
                <p>Fachgruppe 1: Pharmazeutische Erzeugnisse</p>
                <p>Fachgruppe 2: Körperpflegemittel</p>
                <p>Fachgruppe 3: Mineralfarben</p>
                <p>Fachgruppe 4: Lacke</p>
                <p>Fachgruppe 5: Chemische Herstellung von Fasern</p>
                <p>Fachgruppe 6: Seifen- und Waschmittelindustrie</p>
                <p>Fachgruppe 7: Kautschukindustrie mit Fachuntergruppe Bereifung</p>
                <p>Fachgruppe 8: Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel</p>
                <p>Fachgruppe 9: Chemische Erzeugnisse für photographische Zwecke</p>
                <p>Fachgruppe 10: Kunststoffe</p>
                <p>Fachgruppe 11: Walindustrie</p>
                <p>Fachgruppe 12: Verschiedene chemische Erzeugnisse</p>
                <p>Fachuntergruppen: Schuh-, Leder- und Fußbodenpflegemittel, Dachpappenindustrie und Bleistiftindustrie</p>
                <p>Einzelne Erzeugnisse werden später im Rahmen der Sammelabteilung in einzelnen speziellen Fachabteilungen zusammengefasst. 1941 existieren zur Geschäftsführung neben dem Hauptsitz in Berlin die Zweigstellen Ostmark in Wien und Sudetenland in Aussig. Zur fachlichen Betreuung der Mitgliedsfirmen sind diese je nach Sparte und ihren besonderen Bedürfnissen zusammengefasst entweder in der Sammelabteilung (und in ihr zum Teil in besonderen Fachabteilungen), Fachgruppenabteilungen, in besonderen Fachgruppen oder in der Wirtschaftsgruppe unmittelbar unterstellten Fachuntergruppen. Im April 1941 sind 17 Fachabteilungen, 9 Fachgruppen und 3 Fachuntergruppen nachweisbar.</p>
                <p>Mit der Übernahme der Leitung der Wirtschaftsgruppe durch den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt (Degussa) Hermann August Schlosser Anfang 1943 erfolgte eine grundlegende Neuorganisation der Wirtschaftsgruppe. Am 1. Juni 1944 existierten neben den 7 Querschnittsbereichen Arbeitseinsatz, Energie, Kohle, Materialeinsatz, Transport, Verlagerungen und Planungsunterlagen zur allgemeinen Verwaltung der gesamten Wirtschaftsgruppe und den 3 Sammelgruppen (I - Sonstige anorganische Erzeugnisse, II - Sonstige organische Erzeugnisse und III - Sonstige Erzeugnisse der chemischen Industrie) folgende Fachgruppen und Fachabteilungen:</p>
                <p>- Fachgruppe Soda, Ätzalkalien, Chlor, Salzsäure und verwandte Erzeugnisse</p>
                <p>- Fachgruppe Schwefel und Schwefelverbindungen</p>
                <p>- Fachgruppe Karbidchemie, Methanol und Holzverkohlung</p>
                <p>- Fachgruppe Technische Gase</p>
                <p>- Fachgruppe Kunststoffe</p>
                <p>- Fachgruppe Pulver und Sprengstoffe</p>
                <p>- Fachgruppe Chemische Herstellung von Fasern</p>
                <p>- Fachgruppe Kautschuk-Industrie</p>
                <p>- Fachgruppe Lacke</p>
                <p>- Fachgruppe Mineralfarben</p>
                <p>- Fachgruppe Textil-Lederhilfsmittel und Gerbstoffe</p>
                <p>- Fachgruppe Pharmazeutische Industrie</p>
                <p>- Fachgruppe Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel</p>
                <p>- Fachgruppe Leime, Klebstoffe und Gelatine</p>
                <p>- Fachgruppe Seifen-, Wasch- und Reinigungsmittel-Industrie</p>
                <p>- Fachgruppe Körperpflegemittel</p>
                <p>- Fachgruppe Dachpappenindustrie</p>
                <p>- Fachgruppe Tierkörperverwertung</p>
                <p>- Fachgruppe Verarbeitung von Walen (z. Zt. außer Funktion)</p>
                <p>- Fachabteilung Ferrolegierungen, Stahl- und Leichtmetallveredler</p>
                <p>- Fachabteilung Photochemische Erzeugnisse</p>
                <p>Zusätzlich nicht in Form von Fachgruppen bewirtschaftet wurden die Erzeugnisse:</p>
                <p>- Buna (persönlicher Auftrag an Dr. Ambros, IG-Farben)</p>
                <p>- Teerfarben und Teerfarbenzwischenprodukte (persönlicher Auftrag an Dr. von Schnitzler, IG-Farben)</p>
                <p>- Stickstoff</p>
                <p>- Phosphordüngemittel</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr,</p>
                <p>Energie).&quot; Der Erlass ordnete die Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie dem Rohstoffamt unter Präsident Hans Kehrl, speziell der Amtsgruppe 4 Chemie (Leiter: Dr. Kolb) zu.</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Lederindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1925-01-01/1946-12-31">1925-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>452 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_c0cf71a5-8079-42c0-b892-759c7d299e79"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XIV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Textilindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1893-01-01/1946-12-31">(1893-)1931-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>380 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_8dedec28-2001-4d8a-9b0d-6e1ecb4e3ec5"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1932-01-01/1946-12-31">1932-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>141 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a87f5556-5f4e-4951-ae87-780293d4bb02"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Akten der Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie enthält der Bestand Unterlagen der Fachgruppe Knopf- und Bekleidungsverschlussindustrie. Zugeordnet sind 8 Aktenbände zur Abwicklung der Wirtschaftsgruppe bis 1947.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Ein Teil der Akten des Bestandes R 13 XV Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie entstammt einem Schriftgutkomplex, der nach 1945 von den amerikanischen Besatzungsbehörden im Ministerial Collecting Center (MCC) in Hessisch-Lichtenau und Fürstenhagen angelegt wurde. Die dort zusammengetragenen Akten wurden im Auftrag der Amerikaner von deutschen Beamten und Angestellten in sogenannten Working Groups oder Sections neu erschlossen und bearbeitet. Von der Arbeitsgruppe X Working Group Clothing and Textiles wurden auf diese Weise auch Akten der Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie bearbeitet. Über das Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden und später die Verwaltung für Wirtschaft in Frankfurt/M. gelangten die Unterlagen schließlich 1951 stark dezimiert in die Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums nach Duisdorf und wurden dann nach einer ersten Sichtung, Vorordnung und Aussonderung nicht archivwürdiger Unterlagen im Juni 1952 an das Bundesarchiv abgegeben. Der Bestand wird ergänzt durch Akten aus US-Rückgaben 1962.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie aus der Fachgruppe Bekelidungsindustrie beim Reichsverband der Deutschen Industrie. Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 8. Aug. 1934 wurde die Wirtschaftsgruppe als ausschließliche Vertretung des Industriezweigs anerkannt.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XVI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Elektrizitätsversorgung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1940-12-31">1935-1936, 1940</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind nur zwei Aktenbände Organisation der Wirtschaftsgruppe und Überwachung und Durchführung der Graner-Patente zur Frequenzleistungsregelung</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die am 13. März 1934 bekanntgegebene Organisationsstruktur sah die Gliederung der Wirtschaft in zwölf (später 13) Hauptgruppen vor. Neben 7 industriellen Hauptgruppen waren als Hauptgruppen VIII bis XII vorgesehen: VIII Handwerk, IX Handel, X Banken, XI Versicherungen XII Verkehrswesen und XIII Energiewirtschaft (kam später hinzu). Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden 1935 in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, aus den Hauptgruppen Handel, Handwerk, Banken, Versicherungen und Energiewirtschaft wurden ebenfalls Reichsgruppen. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstanden innerhalb der Reichsgruppe Energiewirtschaft die Wirtschaftsgruppen Elektrizitätsversorgung und Gas- und Wasserversorgung.</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Gas- und Wasserversorgung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1955-12-31">1928-1955</unitdate>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_dc9be8c3-9300-48df-9e3c-e3caf91d8012"/>
                </p>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XVIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1963-12-31">1928, 1934-1945, 1946-1963</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>192 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die bruchstückhafte Überlieferung besteht v. a. aus Rundschreiben der Wirtschaftsgruppe sowie zwei Schriftwechselakten zur Verwaltung und Verwertung verfallenen und beschlagnahmten jüdischem Vermögens.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Rundschreiben des Centralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes bzw. der Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe, 1901-1945 [RD 65/160]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl. I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl. I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die am 13. März 1934 bekanntgegebene Organisationsstruktur sah die Gliederung der Wirtschaft in zwölf (später 13) Hauptgruppen vor. Neben 7 industriellen Hauptgruppen waren als Hauptgruppen VIII bis XII vorgesehen: VIII Handwerk, IX Handel, X Banken, XI Versicherungen XII Verkehrswesen und XIII Energiewirtschaft (kam später hinzu). Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden 1935 in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, aus den Hauptgruppen Handel, Handwerk, Banken, Versicherungen und Energiewirtschaft wurden ebenfalls Reichsgruppen. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die technischen Fortschritte auf</p>
                <p>Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaftlichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten Rohstoffe für ihre</p>
                <p>Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche Förderung der</p>
                <p>Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen marktregelnde Maßnahmen</p>
                <p>nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betreffenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstanden innerhalb der Reichsgruppe Banken als eine von 6 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe.</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Archiv des Bundesverbandes deutscher Banken e.V.</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XIX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Druck</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941, 1944-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_7935813d-637c-4682-a945-b97048f38a34"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind lediglich zwei Aktenbände zur Organisation sowie zu Ausbildung und Prüfungswesen</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die wenigen Akten sind im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem ins Bundesarchiv gelangt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdruckschriften (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
                <p>Sondermitteilungen über Papierbewirtschaftung, 1940-1941 [RD 65/75]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Druck.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Bergbau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>628 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_81e53857-5712-471e-89e9-1fd28d70f926"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält sowohl Akten der Fachgruppe Bergbau (alter Art) im Reichsverband der Deutschen Industrie ab 1919 als auch der Wirtschaftsgruppe Bergbau bis 1945.</p>
                <p>Hierbei widerspiegeln die überlieferten Dokumente vor allem die Bereiche Arbeits- und Sozialwesen inklusive Ausbildung im Bergbau, Wirtschaftswesen, Betrieb und Technik, Verkehrswesen, Steuern und Abgaben.</p>
                <p>Im Bestand nachgewiesen sind darüber hinaus Unterlagen der Bezirksgruppen sowie der Fachgruppen Steinsalzbergbau und Salinen, Metallerzbergbau, Flussspat- und Schwerspatbergbau sowie Kalibergbau. Darüber hinaus finden sich im Bestand vereinzelt auch Akten aus dem Bereich der Preußischen Hütten- und Bergwerks AG (Preussag).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte und Archivische Bearbeitung</p>
                <p>Der größte Teil des Bestandes gelangte 1969 im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem (GStA) ins Bundesarchiv, nachdem dieser dort 1964 als Bestand 315-33 bearbeitet und bereits nicht archivwürdiges Schriftgut kassiert wurde.</p>
                <p>Im Jahre 1990 wurden dem Bestand 7 Bände der Fachgruppe Kalibergbau hinzugefügt, die sich als Bestand A V, FK zunächst im Kalifacharchiv Sondershausen</p>
                <p>befanden und 1985 vom Zentralen Staatsarchiv der DDR übernommen worden waren.</p>
                <p>Dem 1969 vom GStA übernommenen Bestand hinten angeschlossen waren des Weiteren Akten der Wirtschaftsgruppe Bergbau, welche sich bereits im Bundesarchiv befanden. Sie wiesen die Signaturen R 13-XX/1 bis 10 auf.</p>
                <p>Die Erschließungsinformationen des vorliegenden Findbuches wurden 2016 in die Datenbank Basys-2S übertragen und die bereits vorhandene Klassifikation modifiziert und ergänzt. Die Akten R 13-XX/610 bis 628 wurden abschließend ebenfalls in Basys-2S erfasst.</p>
                <p>Da bei einer Vielzahl der Verzeichnungseinheiten mehrere Hefte zu einer Signatur vorlagen, wurde der Bestand neu signiert. Die Umsignierung ist damit zu begründen, dass bei einer Neuverzeichnung gemäß Erschließungsrichtlinie des Bundesarchivs für eine Signatur keine Ergänzungsbuchstaben vergeben werden.</p>
                <p>Die letzte belegte Archivnummer ist 628. Eine Konkordanzliste wurde erstellt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium</p>
                <p>R 12-I Reichsgruppe Industrie</p>
                <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gewerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Wirtschaftsgruppe Bergbau ging aus der Fachgruppe (alter Art) Bergbau des Reichsverbandes bzw. Reichsstands der Deutschen Industrie hervor, welche seit 1919 als bergbauliche Spitzenvertretung bestand [1].</p>
                <p>Durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers Hjalmar Schacht [2] vom 17. Dezember 1934 wurde die Wirtschaftsgruppe Bergbau als ausschließliche Vertretung des deutschen Bergbaus anerkannt [3]. Diese Anordnung beruhte auf Grundlage des § 1 des Gesetzes zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der Deutschen Wirtschaft vom 27. Febr. 1934 [4].</p>
                <p>Der § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen, Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen, Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen und dabei insbesondere den Führergrundsatz einzuführen, die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen sowie</p>
                <p>Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen [5].</p>
                <p>Mit der am 27. November 1934 erlassenen Ersten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom 27. Februar 1934 [6] wurden die bisher auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen.</p>
                <p>Die noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen (I Bergbau, Eisen- und Metallgewinnung, II Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Feinmechanik, III Eisen-, Blech- und Metallwarenindustrie, IV Steine und Erden, Holz-, Bau-, Glas- und keramische Industrie, V Chemische, Papier- und Papier verarbeitende Industrie, VI Leder-, Textil- und Bekleidungsindustrie, VII Nahrungsmittelindustrie) wurden in der Reichsgruppe Industrie zusammengefasst. Als fachliche Gliederungen entstanden Wirtschaftsgruppen. Diese waren in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt.</p>
                <p>Die Wirtschaftsgruppe Bergbau war für den Steinkohlenbergbau, den Braunkohlenbergbau sowie den Eisenerzbergbau, nach Revieren in Bezirksgruppen gegliedert, wobei die Geschäftsführung bei der Wirtschaftsgruppe lag [7]:</p>
                <p>Steinkohlenbergbau</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Ruhr</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Aachen</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Saar</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Oberschlesien</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Niederschlesien</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Sachsen</p>
                <p>· Bezirksgruppe Steinkohlenbergbau Niedersachsen</p>
                <p>Braunkohlenbergbau</p>
                <p>· Bezirksgruppe Mitteldeutschland Braunkohlenbergbau</p>
                <p>· Bezirksgruppe Süddeutschland</p>
                <p>· Bezirksgruppe Sudetengau</p>
                <p>Eisenerzbergbau</p>
                <p>· Bezirksgruppe Siegen</p>
                <p>· Bezirksgruppe Wetzlar</p>
                <p>· Bezirksgruppe Mitteldeutscher Eisenerzbergbau</p>
                <p>· Bezirksgruppe Süddeutschland</p>
                <p>Nach Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde die Bezirksgruppe Ostmark ergänzt. Die Bezirksgruppe Ostmark umfasste sämtliche Bergbauarten ihres Bereiches.</p>
                <p>Eine Gliederung in Fachgruppen bestand für die Bergbauarten [8]</p>
                <p>· Metallerzbergbau</p>
                <p>· Flussspat- und Schwerspatbergbau</p>
                <p>· Kalibergbau</p>
                <p>· Steinsalzbergbau und Salinen</p>
                <p>· Erdölgewinnung</p>
                <p>· Schachtbau</p>
                <p>· Bohrungen und Untertagebau.</p>
                <p>Für den Graphitbergbau und den Bernsteinbergbau bestanden keine besonderen Gliederungen.</p>
                <p>Leiter der Wirtschaftsgruppe Bergbau war von 1934 - 1936 Dr. e. h. Gustav Knepper (geb. 1870) [9]. Von 1936 bis 1945 oblag die Leitung dem Generaldirektor der Preußischen Hütten- und Bergwerks AG (Preussag) Heinrich Wisselmann (geb. 1889) [10]. Als Geschäftsführer fungierte der Bergassessor a. D. Friedrich Wilhelm Hölling (geb. 2. Aug. 1880) [11].</p>
                <p>Zu den Hauptaufgaben der Wirtschaftsgruppe Bergbau gehörten Beratung, Betreuung und Vertretung der bergbaulichen Unternehmer und Unternehmungen auf dem Fachgebiet des Bergbaus und die Erfüllung der gemeinsamen wirtschaftspolitischen Aufgaben des Bergbaus.</p>
                <p>Außerdem betreute die Wirtschaftsgruppe Bergbau die Fachgruppe Erdölgewinnung der Wirtschaftsgruppe Kraftstoffindustrie in bergtechnischen und sozialwirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft&quot; [12]</p>
                <p>Anmerkungen</p>
                <p>[1] Vorliegendes Findbuch R 13-XX (ehem. GStA-Bestand 315-33) aus dem Jahr 1964.</p>
                <p>[2] Horace Greeley Hjalmar Schacht (1877-1970) Reichswirtschaftsminister ab Aug. 1934 bis Nov. 1937.</p>
                <p>[3] BArch, R 3101/9077, fol. 126: Anordnung des Reichswirtschaftsministers über die Anerkennung der Wirtschaftsgruppe Bergbau vom 17. Dezember 1934.</p>
                <p>[4] RGBl. I 1934, S. 185 f.</p>
                <p>[5] Ebd.</p>
                <p>[6] RGBl. I 1934, S. 1194 ff.</p>
                <p>[7] BArch, R 3101/30629, fol. 24 ff.: Die Wirtschaftsgruppe Bergbau und ihre Gliederungen.</p>
                <p>[8] Ebd.</p>
                <p>[9] Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen (II), Dokumentation über ihre Stellungen in Monopolen, monopolistischen Verbänden und bei staatsmonopolistischen Wirtschaftsregulierung in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Teil I 1980, S. 178 f.</p>
                <p>[10] Ebd.</p>
                <p>[11] BArch, NS 5/17612</p>
                <p>[12] GVBl. 1956, S.87</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Weitere Akten im Bergbau-Archiv Bochum (Bestand 15 Fachgruppe/Wirtschaftsgruppe Bergbau, 34 laufende Meter)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Gießereiindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1953-12-31">1934-1953</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>251 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Groß- und Außenhandel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1895-01-01/1945-12-31">1895-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>796 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben wenigen Unterlagen des Reichsverband des deutschen Groß- und Überseehandels ab 1895 bzw. der Wirtschaftsgruppe Groß- und Einzelhandel ab 1935 sind Akten folgender Fachgruppen vorhanden: Fachgruppe Textilien und Bekleidung 1895-1945, Fachgruppe Technische Chemikalien, Öle und Fette, Drogen und Kautschuk 1943-1945, Fachgruppe Kosmetika und Seifen 1934-1945, Fachgruppe Textile Rohstoffe und Halbfabrikate 1938-1945, Erdöl-Reichsverband/ Fachuntergruppe Mineralöl und Mineralölerzeugnisse 1922-1945</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der überwiegende Teil des Bestandes gelangte aus westalliiertem Gewahrsam 1953 in den Besitz des Senators der Finanzen als Treuhänder für die Reichsstellen, Wirtschaftsgruppen und andere staatliche Wirtschaftseinrichtungen (Custodian). Im September 1955 schließlich werden die Akten dem Berliner Hauptarchiv (später Geheimes Staatsarchiv) übergeben und gelangten von dort im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem 1969 ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Hayler, Franz: Die Reichsgruppe Handel, Berlin, 1940</p>
                <p>&quot;Deutscher Groß- und Außenhandel&quot;. Offizielles Mitteilungsblatt der Wirtschaftsgruppe Groß- und Außenhandel, 1941 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Die Wirtschaftsgruppe Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel wurde als eine Wirtschaftsgruppe der Reichsgruppe Handel errichtet als Nachfolgeorganisation des Reichsverband des Deutschen Groß- und Überseehandels und als alleinige Vertretung ihres Wirtschaftszweiges anerkannt durch Anordnung des Reichswirtschaftsministers vom 18. Sept. 1934. Sie hatte ihren Sitz zunächst in Berlin, Mackensenstr. seit Mai 1944 im Gebäude der Reichsgruppe Handel in Berlin-Schöneberg.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Kraftstoffindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1944-12-31">1936-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind nur 5 Aktenbände: Rundschreiben 1939, Berichte über Besprechungen 1941, Satzung der Wirtschaftsgruppe 1937, Deutschlands Treibstoff- und Mineralölversorgung (Denkschrift) 1936, Verschiedenes 1942-1944</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Kraftstoff-Industrie</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXIV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Metallindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1945-12-31">1937, 1942-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>39 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Luftfahrtindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1944-12-31">1936-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>22 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die wenigen überlieferten Aktenbände betreffen neben der allgemeinen Geschäftstätigkeit 1936-1944 v.a. Normungsfragen 1938-1943. Darüber hinaus sind dem Bestand drei Handakten des Leiters der Wirtschaftsgruppe Admiral Rudolf Lahs zugeordnet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe Luftfahrtindustrie.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Lebensmittelindustrie</unittitle>
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                  <extent>602 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Statistischen Jahrbüchern für die Deutsche Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstoffindustrie 1937-1944 ist die Satzung der Fachgruppe Holzstofferzeugung 1935 sowie ein band mit Rundschreiben 1944-1945 überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen für die Mitglieder der Reichsgruppe Industrie, 1942-1944 [RD 65/197]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Barth, Eberhard: Wesen und Aufbau der Organisation der gwerblichen Wirtschaft, Hamburg 1939</p>
                <p>Reinhold, Günter: Die Rechtsform der Wirtschaftsgruppen des organischen Aufbaus der gewerblichen Wirtschaft, Dresden, 1939</p>
                <p>Guth, Karl: Die Reichsgruppe Industrie. Standort und Aufgaben der industriellen Organisation, Berlin 1941 = Schriften der Hochschule für Politik, Neue Folge, Teil 2: Schriften zum Staatsaufbau, Bd. 55/56</p>
                <p>Eckert, Rainer: Die Leiter und Geschäftsführer der Reichsgruppe Industrie, ihrer Haupt- und Wirtschaftsgruppen, Teil 1 und 2, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 1979 T. IV und 1980, T. I, Berlin, 1979 und 1980</p>
                <p>Kahn, Daniela: Die Steuerung der Wirtschaft durch Recht im nationalsozialistischen Deutschland. Das Beispiel der Reichsgruppe Industrie, Berlin 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit dem &quot;Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft&quot; vom 27. Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 185f) wurde die rechtliche Grundlage für die Umgestaltung des bisherigen freien Verbandswesens geschaffen. § 1 des Gesetzes ermächtigte den Reichswirtschaftsminister:</p>
                <p>1. Wirtschaftsverbände als alleinige Vertreter ihres Wirtschaftszweiges anzuerkennen</p>
                <p>2. Wirtschaftsverbände zu errichten, aufzulösen oder miteinander zu vereinigen</p>
                <p>3. Satzungen und Gesellschaftsverträge von Wirtschaftsverbänden zu ändern und zu ergänzen, insbesondere den Führergrundsatz einzuführen</p>
                <p>4. die Führer von Wirtschaftsverbänden zu bestellen und abzuberufen und</p>
                <p>5. Unternehmer und Unternehmungen an Wirtschaftsverbände anzuschließen.</p>
                <p>Die am 27. Nov. 1934 vom Reichswirtschaftsminister erlassene Erste Verordnung zur Durchführung des Gesetzes vom Feb. 1934 (RGBl I 1934 S. 1194) bildete die eigentliche Grundlage für die Gliederung der Wirtschaft. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf freiwilliger Basis existierenden Wirtschaftsverbände wurden in eine fachliche und bezirkliche Gliederung überführt und erhielten die Stellung von rechtsfähigen Vereinen. Die neue Organisation sollte den gesamten Fachbereich umfassen, daher wurde der in den früheren Verbänden bestehende Grundsatz der Freiwilligkeit beseitigt und alle Unternehmungen (natürliche und juristische Personen) unabhängig von der Größe des Unternehmens als Pflichtmitglied derjenigen Wirtschaftsgruppe zugewiesen, in deren Rahmen das Schwergewicht ihrer fachlichen Betätigung lag.</p>
                <p>Die zunächst noch bestehenden 7 industriellen Hauptgruppen wurden in einer einheitlichen Reichsgruppe Industrie zusammengefasst, der von ihr repräsentierte Wirtschaftsbereich nach fachlichen und territorialen Gesichtspunkten unterteilt und zusammengefasst. Als fachliche Gliederung entstanden Wirtschaftsgruppen (entsprechend den jeweiligen Industriezweigen), die wiederum in Fachgruppen und Fachuntergruppen unterteilt waren, deren Anzahl entsprechend der Spezialisierung der einzelnen Industriezweige variierte.</p>
                <p>Die Aufgaben der Wirtschaftsgruppen wurden in § 16 der Verordnung vom 27. Nov. 1934 nur allgemein mit Beratung der Mitglieder und Verwaltungsarbeit umschrieben. Der Erlass des RWM über die Reform der Organisation der gewerblichen Wirtschaft vom 7. Juli 1936 präzisiert die Hauptaufgaben der Gruppen folgendermaßen, &quot;ohne dass die Aufzählung erschöpfend sein, die Gruppen in ihrer Arbeit beschränken oder die Zuständigkeit der Industrie- und Handelskammern berühren soll:&quot;</p>
                <p>1. Technische Unterrichtung und Aufklärung der Mitglieder, Unterrichtung über</p>
                <p>Einführung neuer technischer Verfahren, über neue Werkstoffe und über die</p>
                <p>technischen Fortschritte auf Nachbargebieten.</p>
                <p>2. Wirtschaftliche Unterrichtung der Mitglieder über die wesentlichen wirtschaft-</p>
                <p>lichen Fragen ihres Fachzweigs (Marktlage der Vorprodukte und der wichtigsten</p>
                <p>Rohstoffe für ihre Erzeugnisse).</p>
                <p>3. Betreuung der Mitglieder mit dem Ziel der Verbesserung der Arbeitsweise und</p>
                <p>der Betriebsführung zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit (betriebswirtschaftliche</p>
                <p>Förderung der Mitglieder, Kalkulationswesen).</p>
                <p>4. Betreuung in Kartellfragen, jedoch mit der Maßgabe, dass die Organisation der</p>
                <p>gewerblichen Wirtschaft bis zum Erlass anderweitiger Anordnungen</p>
                <p>marktregelnde Maßnahmen nicht durchführen darf.</p>
                <p>5. Behandlung steuerpolitischer Fachfragen.</p>
                <p>6. Behandlung von Verkehrstariffragen von mehr als örtlicher Bedeutung.</p>
                <p>7. Behandlung von handelspolitischen und Devisenfragen.</p>
                <p>8. Förderung von Forschungs- und Schulungsinstituten, deren Arbeit dem betref-</p>
                <p>fenden Fachzweig zugute kommt.</p>
                <p>9. Behandlung wehrwirtschaftlicher und Luftschutzfragen.</p>
                <p>10. Erstattung von Gutachten über Angelegenheiten des Fachzweiges.</p>
                <p>11. Betreuung in allen sonstigen wirtschaftsrechtlichen und sozialwirtschaftlichen</p>
                <p>Fragen des Fachgebiets.</p>
                <p>12. Mitwirkung bei Ausbildung des Nachwuchses.</p>
                <p>13. Mitwirkung im Ausstellungs- und Messewesen.</p>
                <p>Die Aufgaben speziell der Wirtschaftsgruppen als Mittler zwischen staatlicher Wirtschaftsführung und einzelnem Unternehmen, vornehmlich der Leitungen der Wirtschaftsgruppen, erstreckten sich im wesentlichen auf Fragen der Rohstoff- und Devisenbewirtschaftung, auf die Verteilung von Staats- und Rüstungsaufträgen, auf die Export- und Importlenkung, die Preisgestaltung und die Beratung und Kontrolle der Mitgliedsfirmen bei betriebswirtschaftlichen Fragen.</p>
                <p>Die Leiter jeder Wirtschaftsgruppe wurden auf Vorschlag der Reichsgruppe Industrie vom Reichswirtschaftsminister ernannt, die Leiter der Fachgruppen und Fachuntergruppen auf Vorschlag des Leiters der Wirtschaftsgruppe vom Leiter der Reichsgruppe Industrie berufen. Außerdem erhielt jede Wirtschaftsgruppe einen Beirat, dem insbesondere die Kassen- und Rechnungsführung oblag.</p>
                <p>Im Zuge dieser Entwicklung entstand als eine der 31 Wirtschaftsgruppen die Wirtschaftsgruppe der Papier-, Pappen-, Zellstoff- und Holzstofferzeugung.</p>
                <p>Gehörten die Wirtschaftsgruppen bis 1942 nur zum Bereich des Reichswirtschaftsministeriums, so wurde ihre Stellung durch die kriegsbedingten Maßnahmen im Rahmen der Rüstungswirtschaft verändert. Der Erlass des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion vom 20. Apr. 1942 schuf zum einen zur Leistungssteigerung in den einzelnen Fertigungszweigen Ausschüsse und für die Zulieferungsproduktion Ringe und zum anderen zur stärkeren Abstimmung der Warenbewirtschaftung auf die Produktion einheitliche Lenkungsbereiche. Die Wirtschaftsgruppen mit ihren Fach- und Fachuntergruppen wurden innerhalb der Lenkungsbereiche zu Bewirtschaftungsstellen als ausführende Organe des Reichsbeauftragten der zuständigen Reichsstelle.</p>
                <p>Mit dem Erlass zur Aufgabenverteilung in der Kriegswirtschaft vom 29. Okt. 1943, dem so genannten Bandwurmerlass, wurden weitere organisatorische Veränderungen vorgenommen. Der Gesamtbereich der Produktion wurde in 6 Produktions-Hauptbereiche gegliedert, wobei jeder Hauptbereich einem Amt entsprach. Für die den Ämtern zugeordneten Selbstverantwortungs- und Selbstverwaltungsorgane waren diese Ämter &quot;Befehlsstellen für die Steuerung und Sicherung der von ihnen betreuten Produktion. Sie üben die fachliche Aufsicht über die ihnen unterstehenden Selbstverantwortungsorgane aus und sorgen für eine intensive Durchführung der diesen übertragenen Aufgaben und vertreten nötigenfalls gegenüber den anderen Ämtern die Erfüllung der Produktionsvoraussetzungen (Arbeitseinsatz, Verkehr, Energie).&quot;</p>
                <p>Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hörten die Wirtschaftsgruppen faktisch auf zu existieren. Die rechtliche Liquidierung erfolgte erst am 20. Jan. 1956 mit dem Berliner &quot;Gesetz über die Auflösung der Organisationen der gewerblichen Wirtschaft &quot; (GVBl. 1956 S.87).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Verband Deutscher Papierfabriken</p>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXIX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Einzelhandel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1923-01-01/1945-12-31">1923-1945</unitdate>
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                  <extent>181 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Gemeinschaftseinkauf</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1945-12-31">1931-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>196 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXXI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Vermittlergewerbe</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1922-01-01/1947-12-31">1922-1947</unitdate>
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                  <extent>32 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXXII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Sägeindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1946-12-31">1937-1946</unitdate>
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                  <extent>85 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXXIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Papierverarbeitung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1945-12-31">1935-1936,1939,1944-1945</unitdate>
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                  <extent>30 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 13-XXXIV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgruppe Steine und Erden</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1902-01-01/1945-12-31">1902-1906, 1912-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>212 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">34.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Zentrale</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1952-12-31">(1933-) 1936-1945 (1946, 1952)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>134 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Das wenige im Bundesarchiv überlieferte Schriftgut der Zentrale des Beauftragten für den Vierjahresplan enthält neben einigen allgemeinen Akten zur Aufgabenverwaltung nur wenige Bände des Zentralsekretariats Görings (v. a. Schriftwechsel A-Z) und des Büros des Staatssekretärs Körner sowie verschiedene Vorakten zu den Aufgaben des Vierjahresplans (Handakten des Beauftragten des Führers und Reichskanzlers für Wirtschaftsfragen Wilhelm Keppler). Außerdem sind einige Akten zur Rohstoffversorgung und zu allgemeinen (auch außen-) wirtschaftlichen Fragen sowie die umfangreicheren Unterlagen der Pressestelle zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Vierjahresplanbehörde vorhanden. Die Moskauer Akten stammen vorwiegend aus der Geschäftsgruppe Devisen und erlauben insbesondere Rückschlüsse auf die Gold- und Devisenpolitik des Deutschen Reiches sowie Umfang und Einsatz des Devisensonderfonds&apos; des Vierjahresplans.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Der 1936 von Hitler verkündete Vierjahresplan zielte darauf ab, Deutschland innerhalb von vier Jahren wirtschaftlich und militärisch in die Lage zu versetzen, erfolgreich einen Krieg zu führen. Der damit betraute Preußische Ministerpräsident Hermann Göring erhielt dazu weitreichende Kompetenzen im Wirtschafts- und Rüstungssektor, insbesondere in der Rohstoffversorgung.</p>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Das Registraturgut sowohl der Zentrale des Beauftragten für den Vierjahresplan als auch der zahlreichen nachgeordneten Einrichtungen muss durch die Kriegsereignisse als nahezu vollständig verloren gelten. Nur wenige Überlieferungssplitter haben sich erhalten. Davon befindet sich ein wichtiger Teil im Sonderarchiv in Moskau (Fonds Nr. 700, 122 Akteneinheiten), während der Rest in die beiden zentralen deutschen Archive in Ost und West gelangte.</p>
                <p>Das Koblenzer Bundesarchiv verwahrte einschließlich Strichnummern 55 Akten, die heute die Signaturen Nr. 1-52 tragen und aus unterschiedlichen Erwerbungen stammen; unter anderem wurden einige Unterlagen 1964 von der Salzgitter AG ans Archiv übergegeben (heutige Signaturen Nr. 29-39), andere vom Imperial War Museum in London 1974 in Kopie übernommen (heutige Signaturen Nr. 40-41, 44).</p>
                <p>Das Zentrale Staatsarchiv der DDR in Potsdam führte unter der Bestandssignatur 34.01 weitere 71 Akten des Beauftragten für den Vierjahresplan, die heute mit der Signatur 101 beginnen; dieser Teil beinhaltete fast 40 Bände der für den Vierjahresplan zuständigen Pressestelle im Preußischen Staatsministerium sowie sieben Akten der Forschungsstelle für Wehrwirtschaft.</p>
                <p>Die ebenfalls Unterlagen der Pressestelle beinhaltende Signatur Nr. 177 stammt aus der Auflösung des so genannten NS-Archivs der HA IX/11 des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.</p>
                <p>Zuletzt wurden dem Bestand R 26 I noch als Signaturen Nr. 178 bis 184 einige Kopien von Unterlagen des Beauftragten für den Vierjahresplan im ehemaligen Sonderarchiv in Moskau (Fond 700) zu Gold- und Devisenfragen zugeordnet.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung:</p>
                <p>Nach der 1990 erfolgten Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurden die beiden Überlieferungsteile im Bundesarchiv in Berlin unter der Bestandsbezeichnung R 26 I zusammengeführt, allerdings zunächst ohne dass eine gemeinsame Systematik entwickelt worden wäre.</p>
                <p>2014 wurden die aus den 1960er Jahren stammenden Erschließungsinformationen in die Datenbank des Bundesarchivs überführt, die Verzeichnung überarbeitet und eine aufgabenbezogene Gliederung für den Gesamtbestand erarbeitet. Die Zuordnung der Dokumente aus Moskau erfolgte 2015.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium, v.a. Abschnitt BV - Vierjahresplan</p>
                <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Der Vierjahresplan. Zeitschrift für nationalsozialistische Wirtschaftspolitik; amtliche Mitteilungen des Beauftragten für den Vierjahresplan Ministerpräsident Reichsmarschall Göring. Berlin 1937-1944</p>
                <p>Ergebnisse der Vierjahresplan-Arbeit: Ein Kurzbericht nach dem Stande vom Frühjahr 1942. Bearb. von der Dienststelle des Beauftragten für den Vierjahresplan. Berlin 1942</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Petzina, Dietmar: Autarkiepolitik im Dritten Reich. Der nationalsozialistische Vierjahresplan. (Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte / Schriftenreihe; 16) Stuttgart 1968</p>
                <p>Schmelzer, Janis: Devisen für den Endsieg. Görings Geschäftsgruppe Devisen, die Schweiz und die deutsche Wirtschaft. Stuttgart 2003</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf eine geheime Denkschrift Adolf Hitlers aus dem Sommer 1936 zurückgehend (überliefert in R 3/1501), wurde der neue Vierjahresplan auf dem Reichsparteitag im September 1936 offiziell verkündet. Als Beauftragter für den Vierjahresplan wurde am 18.10.1936 der preußische Ministerpräsident Hermann Göring eingesetzt (RGBl. 1936 I, S. 887); als Zentralstelle fungierte das Preußische Staatsministerium unter Hermann Göring (Büro des Staatssekretärs Paul Körner). Er erhielt die Befugnis zur zentralen Lenkung aller wirtschaftlichen, insbesondere kriegswirtschaftlichen Maßnahmen einschließlich der Vollmacht, Anweisungen an die Reichsministerien und alle Ebenen der Partei zu erteilen.</p>
                <p>Aufgabe des (zweiten) Vierjahresplanes war die Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Aufrüstung und Kriegsproduktion sowie die Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Importen (Autarkiebestrebung), vor allem im Rohstoff- und Ernährungssektor, um die von Hitler gesteckten Ziele (&quot;1. Die deutsche Armee muß in vier Jahren einsatzfähig sein. 2. Die deutsche Wirtschaft muß in vier Jahren kriegsfähig sein.&quot;) zu erreichen. Wichtigste Maßnahmen waren einerseits die Kontingentierung wichtiger Rohstoffe und deren teilweise synthetische Herstellung im Reich, andererseits die Planung und Lenkung des Arbeitseinsatzes sowie die Stabilisierung der Löhne und Preise, um Investitionen in die Produktionsgüterindustrie zu lenken und den privaten Konsum einzuschränken.</p>
                <p>Zur Durchführung der Aufgaben wurden zahlreiche Sonderbeauftragte eingesetzt und verschiedene Sonderbehörden geschaffen, unter anderem zur wirtschaftlichen Ausbeutung der besetzten und annektierten Gebiete. 1940 wurde der Vierjahresplan um weitere vier Jahre verlängert mit der Maßgabe einer Anpassung an die Bedürfnisse des Krieges (RGBl. 1940 I, S. 1395). Ab 1942 gingen allerdings immer mehr Kompetenzen an den Reichsminister für Bewaffnung und Munition (später für Rüstung und Kriegsproduktion) über.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>Sonderarchiv Moskau, Fonds Nr. 700 Beauftragter für den Vierjahresplan (122 Bde.)</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 26-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Reichskommissar für die Preisbildung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1946-12-31">(1931-) 1936-1945 (1946)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>986 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält vor allem nach 1936 entstandene Unterlagen über Preisbildungsfragen in unterschiedlichen Branchen und Wirtschaftsbereichen; dazu gehören auch Prüfberichte, Preislisten und Richtlinien und Vorschriften für die Preisgebung. Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die Handakten des Amtsrats Strohhöfer mit sehr detaillierten Unterlagen zu den Preisregelungen im Bereich Eisen und Stahl.</p>
                <p>Außerdem haben sich eine ganze Reihe von Akten zu Personalangelegenheiten wie Beförderungen oder Gehaltsnachweise sowie umfangreiche Namenslisten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Preiskommissars zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhalten. Schließlich ist auf die umfangreichen Personalakten hinzuweisen.</p>
                <p>Vorakten des Reichskommissars für Preisüberwachung aus der Zeit von 1931-1935 finden sich nur ganz vereinzelt.</p>
                <p>Dem Bestand zugeordnet ist als R 26 II Anh. eine Materialsammlung zur Behördengeschichte von 1975/76.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Der Reichskommissar für die Preisbildung war eine Einrichtung innerhalb des nationalsozialistischen Vierjahresplans mit dem Auftrag, Preissteigerungen einzudämmen und volkswirtschaftlich gerechtfertigte Preise in der industriellen Produktion und im Handel durchzusetzen.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die schriftliche Überlieferung des Reichskommissars für die Preisbildung muss überwiegend als verloren gelten. Die wenigen im Bundesarchiv befindlichen Akten stammen im Wesentlichen aus dem amerikanische Ministerial Collecting Center - Economics Division, das seine Unterlagen später an das Bundesarchiv in Koblenz abgab. Allerdings umfasst der Koblenzer Bestand nicht alle Unterlagen, die den Amerikanern vorlagen, wie sich anhand des erhaltenen amerikanischen Aktenverzeichnisses (R 26 II/75) erkennen lässt.</p>
                <p>Daneben übernahm das Bundesarchiv im Juni 1969 sechs Dokumentenbände vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem (dortige Signatur Rep. 342, Nr. 1 bis 6), die dem Bestand R 26-II als Nummern 76 bis 78 angefügt wurden.</p>
                <p>Außerdem haben sich im amerikanischen Berlin Document Center eine größere Anzahl von Personalunterlagen des Reichskommissars für die Preisbildung erhalten: Beinahe 800 Vorgänge mit den vorläufigen Signaturen VBS 324/8320000001 bis 8320000793 wurden 2016 aus den BDC-Unterlagen herausgelöst und zum Bestand R 26 II transferiert, wo sie die Nummern 116 bis 899 erhielten.</p>
                <p>Außerdem gehörten zu der aufgelösten BDC-Sammlung Research eine Reihe von Unterlagen zur Preisbildung in der Textilwirtschaft sowie umfangreiche Personallisten, die dem Bestand im Jahr 2014 als Signaturen Nr. 107-112 zugeordnet werden konnten.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung</p>
                <p>In Koblenz wurde 1961/64 ein erstes Sammelfindbuch für R 26 erstellt, dessen grundsätzliche Systematik bei der Neubearbeitung des Bestandes im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde im Jahr 2014 zwar beibehalten, zugleich aber ergänzt und ausdifferenziert wurde.</p>
                <p>Als Altsignatur wurden meist die Signaturen eingetragen, welche die amerikanische Economics Division im Ministerial Collecting Center in ihrem Aktenverzeichnis für die ihr vorliegenden Unterlagen des Preiskommissars vergeben hatte (s. R 26 II/75). Amerikanisches Aktenverzeichnis und heutiger Bundesarchiv-Aktenbestand sind aber nicht deckungsgleich. Die Economic Division legte außerdem eine größere Aktenserie an, die pro Aktenband Unterlagen zu sehr unterschiedlichen Themen enthält. Um dem heterogenen Inhalt dieser Bände gerecht zu werden, wurden sie bei der Verzeichnung durch umfangreiche Enthältvermerke erschlossen.</p>
                <p>Außerdem wurden die Signaturen des Geheimen Staatsarchives als Altsignaturen übernommen, wobei anzumerken ist, dass die ursprünglich sechs Vorgänge bei der Übernahme ins Bundesarchiv 1969 zu drei Aktenbänden zusammengefasst wurden.</p>
                <p>Bei der Teilauflösung der Sammlungen des amerikanischen Berlin Document Center (BDC) wurde 2014 umfangreiches Material, vor allem Personalunterlagen, dem Bestand R 26 II zugewiesen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 26 II ANH.</p>
                <p>R 26 I Beauftragter für den Vierjahresplan.- Zentrale</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium, v.a. Abschnitt BV - Vierjahresplan</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungsblatt des Reichskommissars für die Preisbildung, Teile I und II, 1937-1945</p>
                <p>Wagner, Josef: Kriegsverpflichtete Preisbildung. Mit einem Anhang: Anweisung des Reichskommissars für die Preisbildung zur Durchführung der §§ 22 ff. der Kriegswirtschaftsverordnung im Bereich der Reichsgruppe Industrie und im Bereich des Handels. München 1941</p>
                <p>Flottmann, Erich (Hg.): Das Deutsche Preisrecht. Eine systematische Darstellung der Grundsätze der Preispolitik und des Preisrechts. Unter Mitwirkung von Mitarbeitern des Reichskommissars für die Preisbildung. Stuttgart 1943</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dichgans, Hans: Zur Geschichte des Reichskommissars für die Preisbildung. Düsseldorf 1977</p>
                <p>Steiner, André: Der Reichskommissar für die Preisbildung - &quot;eine Art wirtschaftlicher Reichskanzler&quot;? In: Hachtmann, Rüdiger/Süß, Winfried (Hg.): Hitlers Kommissare. Sondergewalten in der nationalsozialistischen Diktatur. (Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus; 22) Göttingen 2006</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Amt des Reichskommissars für die Preisbildung wurde am 28.10.1936 mit dem Ersten Gesetz zur Durchführung des Vierjahresplans (RGBl. 1936 I, S. 927) neu geschaffen. Preiskommissar wurde Josef Wagner (1899-1945), der aufgrund seiner Position als Gauleiter von Westfalen-Süd und Oberpräsident und Gauleiter von Schlesien sowie seiner persönlichen Beziehungen zu Hitler und Göring eine starke Stellung in Partei und Verwaltung besaß, die er auch für sein Amt als Reichskommissar für die Preisbildung zu nutzen wusste.</p>
                <p>Damit belebte Hitler ein Amt wieder, das Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945) bereits während der Weltwirtschaftskrise 1931-1932 und erneut vom 5.11.1933 bis 1.7.1935 inne gehabt hatte. Während Goerdeler als Reichskommissar für Preisüberwachung in seinem Wirkungskreis noch stark eingeschränkt war, erhielt der neue Reichskommissar für die Preisbildung laut Gesetz umfassende Kompetenzen für die &quot;Preisbildung für Güter und Leistungen jeder Art, insbesondere für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens, für die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung und für den Verkehr mit Gütern und Waren jeder Art&quot;. Ihm oblag nicht nur die Überwachung der Preise und die Einhaltung der Preisvorschriften, sondern auch die aktive Festsetzung von Preisen sowie die Anordnung aller Maßnahmen, die im Interesse volkswirtschaftlich gerechtfertigter Preise erforderlich waren, darunter etwa Gewinnabschöpfungen oder die Festlegung von Typenreduzierungen.</p>
                <p>Der Grund für diese starke Stellung war, dass die wirtschaftlichen Zwänge eine wirkungsvolle Preiskontrolle dringend erforderten: Da das Regime die wirtschaftlichen Ressourcen vor allem in die Aufrüstung lenken wollte, musste es den privaten Verbrauch begrenzen, was durch Stabilisierung der Einkommen und das Bremsen des Konsums und der Verbrauchsgüterproduktion erreicht werden sollte. Güterverknappung, Facharbeitermangel und die zusätzliche Geldschöpfung zur Rüstungsfinanzierung führten aber gleichzeitig zu einem deutlichen Preisauftrieb, der angesichts der eingefrorenen Löhne die Lebenssituation der Bevölkerung und damit auch ihre Zufriedenheit mit dem Regime zu verschlechtern drohte. Insofern war die Preisstabilität eine zwingende Maßnahme, um den sozialen Frieden zu erhalten und gleichzeitig die Aufrüstung zu ermöglichen. Folglich erließ der Preiskommissar am 26.11.1936 rückwirkend zum 18.10.1936 einen generellen Preisstopp; von diesem Zeitpunkt an mussten alle Preiserhöhungen von ihm genehmigt werden. Auf Zuwiderhandlungen oder die Umgehung dieser Vorschriften etwa durch Qualitätsverschlechterungen standen strenge Strafen, die einen schleichenden Preisanstieg aber nicht völlig verhindern konnten. So belief sich die Zahl der Ausnahmegenehmigungen bis Sommer 1941 schon auf 7000.</p>
                <p>Innerhalb der Vierjahresplanbehörde bildete der Reichskommissar für die Preisbildung (neben dem Rohstoffamt) die wichtigste Geschäftsgruppe und beschäftigte im Oktober 1938 allein in der Zentrale 380 Personen. Die Mitarbeiter kamen entweder mit Wagner aus Breslau oder aus der Berliner Ministerialverwaltung sowie teilweise auch aus der Wirtschaft. Einen Teil seiner Kompetenzen übertrug der Preiskommissar auf bestehende Administrationen bei gleichzeitiger Meldepflicht an die Zentrale. So fungierten in Preußen die Oberpräsidenten und der Stadtpräsident von Berlin, in den anderen Gebieten des Reiches die obersten Landesbehörden als Preisbildungsstellen und die Regierungspräsidenten als Preisüberwachungsstellen. Zur Preisprüfung und -feststellung wurden von den Mitarbeitern des Preiskommissars zahlreiche Betriebsprüfungen durchgeführt.</p>
                <p>Nach Wagners Absetzung von allen Partei- und Staatsämtern am 9.11.1941 ernannte Hitler am 16.1.1942 Hans Fischböck (1895-1967) zu seinem Nachfolger, der das Amt bis Kriegsende wahrnahm.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 26-II ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Reichskommissar für die Preisbildung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1965-01-01/1976-12-31">1965-1976</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfasst lediglich vier Aktenbände, welche Treffen und Schriftwechsel ehemaliger Mitarbeiter und Materialien zur Behördengeschichte sowie zwei maschinenschriftliche Manuskripte zur Geschichte des Reichskommissars für die Preisbildung aus dem Jahr 1976 enthalten. Die beiden Autoren Dr. Hans Dichgans und Dr. Wilhelm Rentrop hatten in der Behörde Ämter als Referatsleiter bzw. Abteilungsleiter bekleidet.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>In der Bundesrepublik etablierten frühere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Reichskommissars für die Preisbildung regelmäßige Ehemaligentreffen. Über diese Kontakte sammelte Hans Dichgans, ehemaliger Ministerialrat beim Preiskommissar, Materialien und Kommentare zur Behördengeschichte, die er dann zu einer 1977 in Düsseldorf im Selbstverlag erschienenen Darstellung der Geschichte des Reichskommissars für die Preisbildung nutzte. Die von ihm im Zuge der Erarbeitung seines Buches zusammengetragenen Materialien bilden den Bestand R 26 II ANH.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 26 II</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Dichgans, Hans: Zur Geschichte des Reichskommissars für die Preisbildung. Düsseldorf 1977</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Amt des Reichskommissars für die Preisbildung wurde am 28.10.1936 mit dem Ersten Gesetz zur Durchführung des Vierjahresplans (RGBl. 1936 I, S. 927) neu geschaffen. Preiskommissar wurde Josef Wagner (1899-1945), der aufgrund seiner Position als Gauleiter von Westfalen-Süd und Oberpräsident und Gauleiter von Schlesien sowie seiner persönlichen Beziehungen zu Hitler und Göring eine starke Stellung in Partei und Verwaltung besaß, die er auch für sein Amt als Reichskommissar für die Preisbildung zu nutzen wusste.</p>
                <p>Damit belebte Hitler ein Amt wieder, das Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945) bereits während der Weltwirtschaftskrise 1931-1932 und erneut vom 5.11.1933 bis 1.7.1935 inne gehabt hatte. Während Goerdeler als Reichskommissar für Preisüberwachung in seinem Wirkungskreis noch stark eingeschränkt war, erhielt der neue Reichskommissar für die Preisbildung laut Gesetz umfassende Kompetenzen für die &quot;Preisbildung für Güter und Leistungen jeder Art, insbesondere für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens, für die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung und für den Verkehr mit Gütern und Waren jeder Art&quot;. Ihm oblag nicht nur die Überwachung der Preise und die Einhaltung der Preisvorschriften, sondern auch die aktive Festsetzung von Preisen sowie die Anordnung aller Maßnahmen, die im Interesse volkswirtschaftlich gerechtfertigter Preise erforderlich waren, darunter etwa Gewinnabschöpfungen oder die Festlegung von Typenreduzierungen.</p>
                <p>Der Grund für diese starke Stellung war, dass die wirtschaftlichen Zwänge eine wirkungsvolle Preiskontrolle dringend erforderten: Da das Regime die wirtschaftlichen Ressourcen vor allem in die Aufrüstung lenken wollte, musste es den privaten Verbrauch begrenzen, was durch Stabilisierung der Einkommen und das Bremsen des Konsums und der Verbrauchsgüterproduktion erreicht werden sollte. Güterverknappung, Facharbeitermangel und die zusätzliche Geldschöpfung zur Rüstungsfinanzierung führten aber gleichzeitig zu einem deutlichen Preisauftrieb, der angesichts der eingefrorenen Löhne die Lebenssituation der Bevölkerung und damit auch ihre Zufriedenheit mit dem Regime zu verschlechtern drohte. Insofern war die Preisstabilität eine zwingende Maßnahme, um den sozialen Frieden zu erhalten und gleichzeitig die Aufrüstung zu ermöglichen. Folglich erließ der Preiskommissar am 26.11.1936 rückwirkend zum 18.10.1936 einen generellen Preisstopp; von diesem Zeitpunkt an mussten alle Preiserhöhungen von ihm genehmigt werden. Auf Zuwiderhandlungen oder die Umgehung dieser Vorschriften etwa durch Qualitätsverschlechterungen standen strenge Strafen, die einen schleichenden Preisanstieg aber nicht völlig verhindern konnten. So belief sich die Zahl der Ausnahmegenehmigungen bis Sommer 1941 schon auf 7000.</p>
                <p>Innerhalb der Vierjahresplanbehörde bildete der Reichskommissar für die Preisbildung (neben dem Rohstoffamt) die wichtigste Geschäftsgruppe und beschäftigte im Oktober 1938 allein in der Zentrale 380 Personen. Die Mitarbeiter kamen entweder mit Wagner aus Breslau oder aus der Berliner Ministerialverwaltung sowie teilweise auch aus der Wirtschaft. Einen Teil seiner Kompetenzen übertrug der Preiskommissar auf bestehende Administrationen bei gleichzeitiger Meldepflicht an die Zentrale. So fungierten in Preußen die Oberpräsidenten und der Stadtpräsident von Berlin, in den anderen Gebieten des Reiches die obersten Landesbehörden als Preisbildungsstellen und die Regierungspräsidenten als Preisüberwachungsstellen. Zur Preisprüfung und -feststellung wurden von den Mitarbeitern des Preiskommissars zahlreiche Betriebsprüfungen durchgeführt.</p>
                <p>Nach Wagners Absetzung von allen Partei- und Staatsämtern am 9.11.1941 ernannte Hitler am 16.1.1942 Hans Fischböck (1895-1967) zu seinem Nachfolger, der das Amt bis Kriegsende wahrnahm.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 26-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Geschäftsgruppe Ernährung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>54 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die wenigen vorhandenen Akten, die zudem fast ausschließlich aus der Kriegszeit stammen, dokumentieren nur sehr wenige Maßnahmen der Geschäftsgruppe Ernährung. Darunter befinden sich etwa Pläne zur Verteilung von Prämienwaren zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Ablieferungsquoten, Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung in den besetzten Ostgebieten oder zur Aufrechterhaltung bzw. Ausweitung des Fischfangs.</p>
                <p>Die überlieferten Akten vermitteln hingegen einen guten Überblick über Umfang und Art der Nahrungsmittellieferungen, die Reich und Wehrmacht aus den verschiedenen Ländern und Gebieten unter deutscher Vorherrschaft in den Kriegsjahren bezogen. Hier hat sich recht detailliertes Planungs- und Zahlenmaterial (Aufbringungspläne, Ablieferungsquoten u.ä.) erhalten.</p>
                <p>Größere Bedeutung dürfte außerdem den Akten zur Verwaltung des Unilever-Konzerns beizumessen sein, da dort Hintergründe zur Bestellung eines eigenen Reichskommissars für den Unilever-Konzern, Beiratssitzungen, verschiedene Maßnahmen und strategische Planungen für den Konzern überliefert sind. Aufgrund der fast monopolartigen Stellung von Unilever für die Versorgung mit Fetten und Ölen für Industrie und Ernährungssektor war bei den Entscheidungen auch die Führungsebene beteiligt.</p>
                <p>Von übergeordnetem Interesse ist schließlich noch die fast vollständige Serie an Sitzungsmitschriften des den gesamten Vierjahresplan faktisch lenkenden Generalrats sowie die Protokolle anderer Leitungsgremien, die den Anfangszeitraum des Vierjahresplans bis 1938/39 abdecken.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Der 1936 von Hitler verkündete und von Hermann Göring durchzusetzende Vierjahresplan sollte Deutschland innerhalb von vier Jahren wirtschaftlich und militärisch &quot;kriegsfähig&quot; machen. Aufgabe der Geschäftsgruppe Ernährung innerhalb der Vierjahresplanbehörde war die Verbesserung und Sicherung der Versorgung von Bevölkerung, Wehrmacht und Industrie mit landwirtschaftlichen Produkten, die während des Kriegs vor allem aus den besetzten Gebieten importiert wurden.</p>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Die Akten der Geschäftsgruppe Ernährung der Vierjahresplanbehörde müssen im Wesentlichen als verloren gelten. Erhalten haben sich lediglich einige Splitter, die aus den Beständen der amerikanischen Collecting Points und aus den Unterlagen des Landwirtschaftsministeriums stammen und in Koblenz zum Bestand R 26 IV zusammengefasst wurden. Im Unterschied zu vielen anderen Beständen befanden sich hierzu in Potsdam keine Unterlagen.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung:</p>
                <p>Im Bundesarchiv in Koblenz wurde 1964 ein &quot;vorläufiges Archivverzeichnis&quot; erstellt, das in seiner Gliederung noch deutlich die Erwartung zum Ausdruck brachte, dass sich zu bestimmten Themenkreisen (insbesondere zu einzelnen Ländern) schon noch Akten einfinden würden. Dies geschah nicht, und so wurde die Klassifikation bei der Neubearbeitung des Bestands 2014 erheblich umgestaltet, um der tatsächlich vorhandenen Überlieferung und ihrer Bedeutung gerecht zu werden.</p>
                <p>Die Akten sind komplett in der Datenbank des Bundesarchivs erfasst.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 26 I Beauftragter für den Vierjahresplan.- Zentrale</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium, v.a. Abschnitt BV - Vierjahresplan</p>
                <p>N 1075 Backe, Herbert (Nachlass des Leiters der Geschäftsgruppe)</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Gustavo Corni / Horst Gies: Brot - Butter - Kanonen. Die Ernährungswirtschaft in Deutschland unter der Diktatur Hitlers, Berlin 1997</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Auf eine geheime Denkschrift Adolf Hitlers aus dem Sommer 1936 zurückgehend (überliefert in R 3/1501) wurde der neue Vierjahresplan auf dem Reichsparteitag im September 1936 offiziell verkündet. Als Beauftragter für den Vierjahresplan wurde am 18.10.1936 der preußische Ministerpräsident Hermann Göring eingesetzt (RGBl. 1936 I, S. 887). Er erhielt die Befugnis zur zentralen Lenkung aller wirtschaftlichen, insbesondere kriegswirtschaftlichen Maßnahmen einschließlich der Vollmacht, Anweisungen an die Reichsministerien und alle Ebenen der Partei zu erteilen.</p>
                <p>Aufgabe des (zweiten) Vierjahresplanes war die Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Aufrüstung und Kriegsproduktion sowie die Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Importen (Autarkiebestrebung), vor allem im Rohstoff- und Ernährungssektor, um die von Hitler gesteckten Ziele (&quot;1. Die deutsche Armee muß in vier Jahren einsatzfähig sein. 2. Die deutsche Wirtschaft muß in vier Jahren kriegsfähig sein.&quot;) zu erreichen. Wichtigste Maßnahmen waren einerseits die Kontingentierung wichtiger Rohstoffe und deren teilweise synthetische Herstellung im Reich, andererseits die Planung und Lenkung des Arbeitseinsatzes sowie die Stabilisierung der Löhne und Preise, um Investitionen in die Produktionsgüterindustrie zu lenken und den privaten Konsum einzuschränken.</p>
                <p>Der landwirtschaftliche Sektor war in den Vierjahresplan eingebunden worden, da das Deutsche Reich auf den Import von landwirtschaftlichen Produkten sowohl zur Ernährung der Bevölkerung als auch zur Herstellung wichtiger Industriegrundstoffe angewiesen war und diese Abhängigkeit reduziert werden sollte. Göring richtete deshalb innerhalb der Organisation des Vierjahresplans eine Geschäftsgruppe Ernährung ein, deren Zuständigkeit für die Ernährungswirtschaft in direkter Konkurrenz zum Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft von Richard Walther Darré stand. Zum Leiter der Geschäftsgruppe Landwirtschaft ernannte Göring mit Herbert Backe einen der beiden Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, der in dieser Funktion dank der Sondervollmachten des Vierjahresplans dem Landwirtschaftsministerium und dem Reichsnährstand Anweisungen erteilen konnte. Nach der Beurlaubung Darrés führte Backe ab Mai 1942 faktisch auch das Ministerium und konnte gerade in den Kriegsjahren u.a. durch eine enge Kooperation mit Himmler einen erheblichen Einfluss gewinnen.</p>
                <p>Zu den Maßnahmen, die der Vierjahresplan zur ernährungswirtschaftlichen Produktionssteigerung ergriff, gehörten u.a. die Senkung des Düngemittelpreises, die Erhöhung des Preises für Landwirtschaftsprodukte, Reichsbeihilfen für die Anschaffung von Maschinen, Meliorationen, ein Verfütterungsverbot von Roggen, Verbot von Kornbrennen und eine Ablieferungspflicht für sämtliches Getreide außer dem Eigenbedarf. Tatsächlich konnte die Produktion landwirtschaftlicher Güter im Reich spürbar modernisiert und gesteigert werden, ohne allerdings Importe überflüssig zu machen. Die im europäischen Vergleich verhältnismäßig gute Ernährungslage der Deutschen bis kurz vor Kriegsende wurde letztlich nur durch den massiven Einsatz von Zwangsarbeitern und die brutale Ausbeutung der besetzten Gebiete ermöglicht, die ohne Rücksicht auf den Hunger im Land große Lebensmittellieferungen zur Versorgung des Reichs und der Wehrmacht erbringen mussten.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 26-VI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft in Serbien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1249 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die in das Bundesarchiv gelangten Registraturreste des unmittelbar nach der Kapitulation Jugoslawiens (19.4.1941) eingesetzten Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft in Serbien enthalten Unterlagen über die Beschlagnahme und Verwaltung feindlichen und jüdischen Vermögens im Bereich des Militärbefehlshabers Serbien sowie Berichte über den Metallerzbergbau in Serbien. Weitere Unterlagen befinden sich in jugoslawischen Archiven.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 26 I Beauftragter für den Vierjahresplan.- Zentrale</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium, v.a. Abschnitt BV - Vierjahresplan</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Beauftragte für den Vierjahresplan wurde am 18.10.1936 eingesetzt für die zentrale Lenkung aller wirtschaftlichen, insbesondere kriegswirtschaftlichen Maßnahmen und Aufgaben, die sich aus der Durchführung des 1936 verkündeten (zweiten) Vierjahrplanes im Rahmen der Autarkiebestrebungen und Kriegsvorbereitungen ergaben; als Zentralstelle fungierte das Preußische Staatsministerium unter Hermann Göring (Büro des Staatssekretärs Körner); zur wirtschaftlichen Ausbeutung der besetzten und annektierten Gebiete Schaffung einer Reihe von speziellen Einrichtungen im Rahmen des Beauftragten (z.B. Haupttreuhandstelle Ost, Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft in Serbien); verstärkt ab 1942 Übertragung von immer mehr Kompetenzen an den Reichsminister für Bewaffnung und Munition (später für Rüstung und Kriegsproduktion).</p>
                <p>Als eine der zahlreichen Organisationsteilen des Beauftragten (Geschäftsgruppen, Bevollmächtigte/Generalbevollmächtigte, Sonderbeauftragte etc.) wurde unmittelbar nach der Kapitulation Jugoslawiens (19. Apr.1941) der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft in Serbien eingesetzt..</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 26-VIII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter für den Vierjahresplan.- Bevollmächtigter für das Kraftfahrwesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1943-12-31">1941-1943</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind lediglich vier Aktenbände, die Unterlagen zur Vergabe von Fertigungsaufträgen an französische Firmen (1941-1943, 2 Bände), zum Straßentransportdienst in den besetzten Ostgebieten (1941-1943) sowie zur Degradierung der Dienststelle vom Generalbevollmächtigten zum Bevollmächtigten für das Kraftfahrwesen (1942) enthalten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Der Generalbevollmächtigte für das Kraftfahrwesen war ein 1938 vom Beauftragten für den Vierjahresplan geschaffenes Amt mit dem Ziel, durch Typenreduzierung und Bauteilnormierung eine Vereinheitlichung der deutschen Kraftfahrzeug- und Motorradherstellung zu erreichen; damit sollte die Wartung des Wehrmacht-Fuhrparks erheblich erleichtert werden.</p>
                <p>Bestandsgeschichte:</p>
                <p>Der Bestand im Bundesarchiv besteht lediglich aus vier Akten. Die restliche Überlieferung muss als verloren gelten.</p>
                <p>Archivische Bearbeitung:</p>
                <p>Eine Verzeichnung der Akten wurde 1965 in das Sammelfindbuch für den Bestand R 26 Beauftragter für den Vierjahresplan aufgenommen und 2014 mit nur leichten Änderungen in die Datenbank des Bundesarchivs übertragen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 26 I Beauftragter für den Vierjahresplan.- Zentrale</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium, v.a. Abschnitt BV - Vierjahresplan</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Beauftragte für den Vierjahresplan wurde am 18.10.1936 eingesetzt für die zentrale Lenkung aller wirtschaftlichen, insbesondere kriegswirtschaftlichen Maßnahmen und Aufgaben, die sich aus der Durchführung des 1936 verkündeten (zweiten) Vierjahresplans im Rahmen der Autarkiebestrebungen und Kriegsvorbereitungen ergaben; als Zentralstelle fungierte das Preußische Staatsministerium unter Hermann Göring (Büro des Staatssekretärs Körner). Zur wirtschaftlichen Ausbeutung der besetzten und annektierten Gebiete wurde eine Reihe von speziellen Einrichtungen im Rahmen des Beauftragten geschaffen (z.B. Haupttreuhandstelle Ost, Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft in Serbien). Ab 1942 wurden immer mehr Kompetenzen an den Reichsminister für Bewaffnung und Munition (später für Rüstung und Kriegsproduktion) übertragen.</p>
                <p>Als einer der zahlreichen Organisationsteile des Beauftragten für den Vierjahresplan (Geschäftsgruppen, Bevollmächtigte/Generalbevollmächtigte, Sonderbeauftragte etc.) wurde am 15. November 1938 der Generalbevollmächtigte für das Kraftfahrwesen (GBK) Oberst Adolf von Schell eingesetzt. In der Verordnung über die Typenbegrenzung in der Kraftfahrzeugindustrie vom 2. März 1939 erhielt er die Befugnis zur Genehmigung aller neu gebauten Kraftfahrzeuge: Der &quot;Generalbevollmächtigte setzt Bauart, Hubraumklassen, Typenzahlen und Nutzlastgrenzen fest, die jeweils vom Hersteller einzuhalten sind&quot;, und bestimmt &quot;die Fabriken, die Motoren für Motorfahrräder herstellen dürfen&quot; (RGBl. 1939 I, S. 386). Damit sollte eine Vereinheitlichung der Motorrad- und Automobilfertigung im Reich durchgesetzt werden, um vor allem der Wehrmacht im Kriegsfall eine einfachere Wartung und Instandhaltung ihres Fuhrparks zu ermöglichen. Der am 15. März 1939 vorgelegte und am 1. Januar 1940 in Kraft tretende Schell-Plan sah nur noch einige wenige Grundtypen für Motorräder, Lkws und Pkws vor. Die 114 bislang existierenden Lkw-Typen wurden auf 19, auf vier Grundtypen aufbauende Modelle reduziert, die Pkw-Typen von 52 auf 30.</p>
                <p>Im August/September 1942 verlor der Generalbevollmächtigte für das Kraftfahrwesen einen Teil seiner Aufgaben an die Amtsgruppe Motorisierung beim Generalbevollmächtigten für Rüstungsaufgaben und Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Albert Speer). Er führte von nun an nur noch den Titel eines Bevollmächtigten für das Kraftfahrwesen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3406</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">34.06</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Arbeitsgemeinschaft für die Erdölgewinnung und -verarbeitung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d2f9d121-9e28-45d7-94a7-da25da916071"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schriftwechsel 1940-1945 (3)</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3407</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">34.07</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Steine und Erden Ostgesellschaft mbH Berlin</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1944-12-31">1943-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_78bd570a-dd06-4929-b44e-6845df0d529a"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nur vorhanden eine Akte mit Personalunterlagen R-Z 1943-1944</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1943 Gründung als Generaltreuhänder des Deutschen Reiches. Aufgabe der Gesellschaft war die Nutzung und Verwaltung, die Produktionslenkung und Produktionssteigerung der Anlagen der Industrie Steine und Erden in den besetzten Ostgebieten.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 121</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.17 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 119 IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Industriebeteiligungsgesellschaft mbH (Abwicklung ehemaliger Reichsgesellschaften)</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1969-12-31">(1936-) 1969</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5831 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e84c0f1d-aee6-4146-8d35-6e267204fc7b"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält Unterlagen folgender &quot;Speergesellschaften&quot;:</p>
                <p>- Rohstoffhandelsgesellschaft mbH (ROGES): Organisation, Dienstbetrieb, Personalangelegenheiten, Finanzangelegenheiten, Bilanzen Prüfungsberichte, Außenstellen, verschiedene Erfassungsaktionen, Einkauf im In- und Ausland, Abwicklung</p>
                <p>- Rüstungskontor GmbH (RÜKO): Organisation und Dienstbetrieb, Finanzangelegenheiten, Bilanzen, Prüfungen, Personalangelegenheiten, Außenstellen, verschiedene Aktionen (Metallmobilisierung, Geilenberg-Programm, Generatorenaktion, Barackenaktion etc.), Tribun-Geschäft mit der Türkei, Rumänien-Geschäft, Transport, verschiedene Firmen, Abwicklung</p>
                <p>- ROWAK-Handelsgesellschaft mbH: Organisation und Dienstbetrieb, allgemeine Aufgabenerfüllung, Finanzangelegenheiten, Jahresabschlüsse, Personalangelegenheiten, Auslandsgeschäfte, Rohstoffeinkäufe, HISMA, Hiros, Abwicklung</p>
                <p>Daneben sind umfangreiche Unterlagen zu Siedlungsgesellschaften, v. a. Gemeinnützige Deutsche Ansiedlungsgesellschaft, Deutsche Ansiedlungsbank (DAB), Deutsche Ansiedlungsgesellschaft (DAG), Unterlagen zur Abwicklung verschiedener Firmen A-Z durch die IBG sowie zu Bau und Nutzung verschiedener Baracken- und Warenlager, nach Standorten A-Z vorhanden.</p>
                <p>Zum Bestand gehören darüber hinaus zahlreiche Personalakten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Januar 1951 unter der Bezeichnung Industrieverwaltungsgesellschaft mbH gegründete bundeseigene GmbH zur Liquidation der Beteiligungen des Reiches und Preußens an unmittelbar oder mittelbar im Bundeseigentum befindlichen früheren Reichsgesellschaften, v. a. der sogenannten &quot;Speergesellschaften&quot;: Rohstoffhandelgesellschaft mbH (ROGES), Rüstungskontor GmbH, Industriekontor GmbH und Rowak-Handelsgesellschaft mbH. Im September 1951 erfolgte die Umbenennung in Industriebeteiligungsgesellschaft mbH, die nach Abschluss der Abwicklungsaufgaben Ende 1963 ihre Tätigkeit einstellte.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 88-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Handelsaufbau Ost GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>130 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_2747a4b9-c0f6-4b34-b618-b8d217d82510"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind Akten zu folgenden Betreffen überwiegend mit Laufzeiten ab 1943: Gründung, Geschäftsführung, Aufsichtsorgane, Jahres- und Prüfungsberichte, Bilanzen, Buchhaltung, Finanzen, Personalangelegenheiten, Übernahme und Verwertung von Betrieben, Räumung, Verlegung, Beginn der Abwicklung, Liquidation der Handelsaufbau-Ost und der Auffanggesellschaften.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Unterlagen der Hauptgeschäftsstelle der Handelsaufbau Ost GmbH sind bei der Zerstörung des Bürogebäudes im November 1943 fast völlig vernichtet worden. Die im Bundesarchiv befindlichen Akten sind 1965 von der Sondervermögens- und Bauverwaltung beim Landesfinanzamt Berlin an das Bundesarchiv abgegeben worden und umfassen neben Abwicklungsunterlagen v.a. Akten, die erst nach der Zerstörung der Hauptgeschäftsstelle 1943 neu gebildet wurden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Handelsaufbau-Ost GmbH (HAO) wurde am 20.02.1940 von der Haupttreuhandstelle Ost (Beauftragter für den Vierjahresplan) und der Reichsgruppe Handel mit Sitz in Berlin gegründet. Die 1940/41 gegründeten Zweigniederlassungen wurden zum 30.06.1943 aufgelöst. Die HAO wurde mit Satzung vom 02.09.1943 zur Dachorganisation der Auffanggesellschaften für Kriegsteilnehmerbetriebe des Handels. Nach der Kapitulation wurde der Geschäftsführer am 06.07.1945 mit der Abwicklung der HAO und ihrer Tochtergesellschaften beauftragt.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 88-I ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Handelsaufbau Ost GmbH</unittitle>
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                  <extent>22 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält Akten der Liquidation der Handelsaufbau-Ost und der Auffanggesellschaften.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Unterlagen der Hauptgeschäftsstelle der Handelsaufbau Ost GmbH sind bei der Zerstörung des Bürogebäudes im November 1943 fast völlig vernichtet worden. Die im Bundesarchiv befindlichen Akten sind 1965 von der Sondervermögens- und Bauverwaltung beim Landesfinanzamt Berlin an das Bundesarchiv abgegeben worden und umfassen neben Abwicklungsunterlagen v.a. Akten, die erst nach der Zerstörung der Hauptgeschäftsstelle 1943 neu gebildet wurden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Handelsaufbau-Ost GmbH (HAO) wurde am 20.02.1940 von der Haupttreuhandstelle Ost (Beauftragter für den Vierjahresplan) und der Reichsgruppe Handel mit Sitz in Berlin gegründet. Die 1940/41 gegründeten Zweigniederlassungen wurden zum 30.06.1943 aufgelöst. Die HAO wurde mit Satzung vom 02.09.1943 zur Dachorganisation der Auffanggesellschaften für Kriegsteilnehmerbetriebe des Handels. Nach der Kapitulation wurde der Geschäftsführer am 06.07.1945 mit der Abwicklung der HAO und ihrer Tochtergesellschaften beauftragt.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Auffanggesellschaft für Kriegsteilnehmerbetriebe des Handels im Reichsgau Danzig-Westpreußen GmbH</unittitle>
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                  <extent>354 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben Akten zur Geschäftsführung der Auffanggesellschaft besteht die Überlieferung in erster Linie aus Einzelfallakten über Kriegsteilnehmerbetriebe.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die im Bundesarchiv vorhandenen Akten sind zusammen mit anderen Akzen verschiedener Dienststellen aus Gotenhafen zunächst von der Stadtverwaltung Flensburg in Verwahrung genommen und 1947 dem Landesarchiv in Schleswig übergeben worden. 1953 erfolgte die Abgabe an das Bundesarchiv.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Unter Mitwirkung der Treuhandstelle Danzig-Westpreußen und des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums hatte die Reichsgruppe Handel aufgrund des Auftrages der Handelsaufbau-Ost (HAO) vom 20.12.1939 zusammen mit den Wirtschadftsgruppen Einzel- und Großhandel die Auffanggesellschaft für Kriegsteilnehmerbetriebe des Handels im Reichsgau Danzig-Westpreußen, mit Sitz in Gotenhafen, ins Leben gerufen. Diese war für die Übernahme von Geschäften, die in erster Linie für Kriegsteilnehmer vorbehalten sein sollten, zuständig. 1943 wurde die Handelsaufbau Ost GmbH zur Dachorganisation der Auffanggesellschaft.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft</unittitle>
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                  <extent>631 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält zum großen Teil Grunderwerbsakten und Liegenschaften, alphabetisch nach Außenstellen und Unterlagen der Hauptabteilung Bau (Hauptauftragslisten, einzelne Bauvorhaben, Bauvorschriften). Daneben sind allgemeine Akten zu Verwaltung, Organisation und Personal, zu allgemeinen Fragen des Mineralölsektors sowie Kaufverträge für einzelne Tanklager überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1934 gegründet zur Sicherung der deutschen Mineralölversorgung, insbesondere der Versorgung der Luftwaffe mit Treibstoffen. Gesellschafter waren zunächst die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten (Öffa) und die IG-Farbenindustrie AG (bzw. seit 1935 die Deutsche Bau- und Bodenbank). Ab 1943 war das Deutsche Reich (Reichswirtschaftsministerium) nur noch alleiniger Gesellschafter. Die Haupttätigkeitsgebiete waren neben Ein- und Verkauf von Mineralöl, Verwaltung und Verwertung beschlagnahmter Mineralölbestände sowie dem Bau von Ölfernleitungen, Kesselwagen und Tanklagern auch die Erfassung und Verwertung beschlagnahmter Rohstoffe (v.a. Erze, Metalle) sowie der Bau von Fabrikanlagen zur Herstellung von Einsatzstoffen für die Sprengstoffindustrie. Nach 1945 wurde die Wifo durch den Bund übernommen und 1970 im Handelsregister gelöscht.</p>
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            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Eildienst für amtliche und private Handelsnachrichten Gesellschaft mit beschränkter Haftung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1922-01-01/1945-12-31">1922-1945</unitdate>
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                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind nur drei Aktenbände zu Organisation und Entwicklung der Dienststelle, Gehälter- und Aufwandsentschädigungen sowie Deutscher Montandienst.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die wenigen vorhandenen Akten gelangten mit den Unterlagen der Reichsstelle für den Außenhandel zunächst ins Geheime Staatsarchiv Berlin-Dahlem und von dort ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1920 Umwandlung der bei der Außenhandelsstelle gebildeten Abteilung Eildienst in eine treuhänderisch verwaltete Gesellschaft. Sie wirkte als außenwirtschaftlicher Nachrichten- und Auskunftsdienst, dessen Tätigkeit auf die Beschaffung von Kurs- und Preisnachrichten und deren funktelephonische und schriftliche Verbreitung beschränkt war. Angesehene Persönlichkeiten der Wirtschaft fungierten zunächst als Treuhänder und traten nach außen als Gesellschafter auf, während das Reich - vertreten durch das Auswärtige Amt und das Reichswirtschaftsministerium - durch zwei Kommissare die letzte Entscheidungskompetenz behielt. Die Eildienst für amtliche und private Handelsnachrichten GmbH, die Industrie- und Handels-Zeitung Verlags GmbH und der Deutsche Wirtschaftsdienst GmbH wurden dabei in gleicher Weise geführt. 1929 wurde für die Eildienst GmbH ein Aufsichtsrat gebildet, dem die bisherigen Treuhänder und Kommissare angehörten.</p>
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            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 97-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsinnungsverband des Bildhauer- und Steinmetzhandwerks</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1924-01-01/1944-12-31">1924-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>38 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert ist v. a. Schriftwechsel mit Landesverbänden 1924-1944 und Personalangelegenheiten 1932-1944.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten gelangten 1969 im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1935 Aufbau der Reichsinnungsverbände als Untergliederungen der Reichsgrup Reichsgruppe Handwerk mit der Aufgabe, die Arbeit der Körperschaften des Handwerks und der Behörden durch Gutachten und Beratung zu unterstützen und für die Mitglieder Einrichtungen zur Förderung und Unterstützung der wirtschaftlichen und fachlichen Leistungsfähigkeit zu schaffen. Die Reichsgruppe Handwerk gliederte sich in 52 Reichsinnungsverbände und 9 selbständige Fachgruppen, dazu regional in Bezirks- bzw. Landesfachverbände, in denen die örtlichen Handwerkerinnungen zusammengeschlossen waren. Die Reichsgruppe Handwerk mit ihren Untergliederungen sowie der weiterhin bestehende Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag als Spitzenorganisation der Handwerkskammern waren im Reichsstand des Deutschen Handwerks zusammengefasst. An seiner Spitze stand der Reichshandwerksmeister.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1945-12-31">1935-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>164 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben wenigen allgemeinen Akten und Akten zur Dienststellenverwaltung sind aus dem Bereich der Aufgabenverwaltung folgende Schwerpunkte dokumentiert: Grundsatzfragen des Kfz-Handwerks, Errichtung, Einsatz und Betreuung von K-Werken, Personalfragen der K-Werke, Allgemeine Bewirtschaftungsangelegenheiten, Sonderausschuss Fahrzeuginstandsetzung, Arbeitsausschuss Generatoreinbau und -instandsetzung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten gelangten 1969 im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1935 Aufbau der Reichsinnungsverbände als Untergliederungen der Reichsgrup Reichsgruppe Handwerk mit der Aufgabe, die Arbeit der Körperschaften des Handwerks und der Behörden durch Gutachten und Beratung zu unterstützen und für die Mitglieder Einrichtungen zur Förderung und Unterstützung der wirtschaftlichen und fachlichen Leistungsfähigkeit zu schaffen. Die Reichsgruppe Handwerk gliederte sich in 52 Reichsinnungsverbände und 9 selbständige Fachgruppen, dazu regional in Bezirks- bzw. Landesfachverbände, in denen die örtlichen Handwerkerinnungen zusammengeschlossen waren. Die Reichsgruppe Handwerk mit ihren Untergliederungen sowie der weiterhin bestehende Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag als Spitzenorganisation der Handwerkskammern waren im Reichsstand des Deutschen Handwerks zusammengefasst. An seiner Spitze stand der Reichshandwerksmeister.</p>
                <p>Der Reichsinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks wurde durch die 1. Anordnung über Reichsinnungsverbände der Reichsgruppe Handwerk vom 21. Mai 1935 errichtet.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 97-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsinnungsverband des Uhrmacherhandwerks</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1944-12-31">1941-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind nur zwei Aktenbände mit Nachrichtenblättern des Uhrmacherhandwerks bzw. Schriftwechsel mit dem Reichsstand des Deutschen Handwerks zu Lehrverträgen und Erziehungsbeihilfen des Uhrmacherhandwerks.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten gelangten 1969 im Rahmen der Flurbereinigung mit dem Geheimen Staatsarchiv Berlin-Dahlem ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1935 Aufbau der Reichsinnungsverbände als Untergliederungen der Reichsgrup Reichsgruppe Handwerk mit der Aufgabe, die Arbeit der Körperschaften des Handwerks und der Behörden durch Gutachten und Beratung zu unterstützen und für die Mitglieder Einrichtungen zur Förderung und Unterstützung der wirtschaftlichen und fachlichen Leistungsfähigkeit zu schaffen. Die Reichsgruppe Handwerk gliederte sich in 52 Reichsinnungsverbände und 9 selbständige Fachgruppen, dazu regional in Bezirks- bzw. Landesfachverbände, in denen die örtlichen Handwerkerinnungen zusammengeschlossen waren. Die Reichsgruppe Handwerk mit ihren Untergliederungen sowie der weiterhin bestehende Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag als Spitzenorganisation der Handwerkskammern waren im Reichsstand des Deutschen Handwerks zusammengefasst. An seiner Spitze stand der Reichshandwerksmeister.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3103</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar bei der Berliner Börse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1893-01-01/1944-12-31">1893-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>702 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkt liegt hier bei den Akten aus der Abteilung H - Aktiengesellschaften und aus dem Bereich Spezialia.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die kriegsbedingt verlagerte Überlieferung des Reichskommissars gelangte ohne erkennbare Verluste 1951 in das ehemalige Zentrale Staatsarchiv in Potsdam und kam im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ins Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Schneider, August: Führer durch die Börse zu Berlin, Berlin 1926</p>
                <p>Spangenthal, S. Die Geschichte der Berliner Börse, Berlin 1903</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Nach § 2 des Börsengesetzes vom Juni 1896 wurden an den einzelnen Börsen Staatskommissare als Vermittler zwischen Börse und der jeweiligen Landesregierung eingesetzt. 1934 ging die Aufsichtsbefugnis über die Börsen an das Reichswirtschaftsministerium über und die Staatskommissare wurden in Reichskommissare um- benannt. Der Reichskommissar an der Berliner Börse war gleichzeitig Bearbeiter der Börsenfragen im Reichswirtschaftsministerium und hatte damit Einfluss auf das gesamte deutsche Börsenwesen. Durch Anordnung der SMAD vom 5. Mai.1945 wurde der Reichskommissar an der Berliner Börse aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3118</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zulassungsstelle an der Berliner Börse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1852-01-01/1944-12-31">1852-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1982 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Im Wesentlichen besteht die Überlieferung aus Einzelfallakten zu Firmen, die Wertpapiere zum Börsenhandel anmeldeten. Zu nennen wären hier in erster Linie die Banken sowie die Berg- und Hüttenwerke, Energieindustrie, Chemische Industrie, Bauindustrie, Siedlungsgesellschaften, Maschinen-, Apparate-, Fahrzeug- und Werkzeugbau, Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Ebenso liegt eine große Anzahl von Unterlagen zu Hypotheken vor.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand gelange ca. 1955 ins Deutsche Wirtschaftsinstitut (DWI) Berlin und wurde von dort 1970/71 an das Zentrale Staatsarchiv in Potsdam abgegeben. Im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ging dieser Bestand ins Bundesarchiv über.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Überlieferung weist zahlreiche Lücken auf. Der Verbleib fehlender Akten konnte nicht ermittelt werden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Obst, Georg: Geld-, Bank- und Börsenwesen, Stuttgart 1930</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1909 entsprechend Börsengesetz vom 08. Mai 1908 eingesetzte ehrenamtlich tätige Kommission von 22 - 28 ordentlichen und 8 - 10 stellvertretenden von der Berliner Industrie- und Handelskammer für drei Jahre gewählten und eingesetzten Mitgliedern zur Beratung und Beschlussfassung über die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel,</p>
                <p>Tätigkeit unter Aufsicht der Landesregierung bzw. nach 1934 des Reichswirtschaftsministeriums,</p>
                <p>ihre Tä‧tigkeit endete mit der Schließung der Berliner Börse 1945.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3105</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.05</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sozialisierungskommission</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1923-12-31">1918-1923</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>222 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Hauptüberlieferung des Bestandes beschränkt sich auf Niederschriften über Sitzungen. Darüber hinaus sind wenige Geschäftsakten, Unterlagen zu Industrie und Bergbau, Ernährung und Landwirtschaft und sonstigen Wirtschaftszweigen vorhanden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 4. Dez. 1918 Berufung der Sozialisierungskommission vom Rat der Volksbeauftragten,</p>
                <p>zuständig für die Ausarbeitung von Gutachten und Vorschlägen für die einzelnen Wirtschaftszweige,</p>
                <p>Rücktritt am 7. April. 1919 wegen der Behinderung ihrer Handlungsfreiheit durch das Reichswirtschaftsministerium,</p>
                <p>erneute Berufung am 20. März 1920 durch den Reichswirtschaftsminister mit beratender Funktion,</p>
                <p>1923 Auflösung der Kommission.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für den Mittelstand</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1925-01-01/1938-12-31">1925-1938</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>98 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält Unterlagen, die sich mit Angelegenheiten des Handwerks und des Einzel- und Großhandels beschäftigen. Zu nennen wären u. a. Unterlagen zu Tagungen und Veranstaltungen, zur Kultur des Handwerks, zur Vergabe öffentlicher Aufträge, zum Preisabbau und zu Steuerangelegenheiten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1933 Umbenennung des Reichskommissars für das Handwerk und das Kleingewerbe in Reichskommisssar für den Mittelstand</p>
                <p>war eine Behörde im Geschäftsbereich des Reichswirtschaftsministeriums und zuständig für die Bearbeitung aller in diesen Geschäftsbereich fallenden Fragen des gesamten Mittelstands, insbesondere des Handwerks, des Einzel - und Großhandels, des Gaststättengewerbes, der gewerblichen Genossenschaften, des Ausverkaufs-, Zugabe- und Versteigererwesens und der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand,</p>
                <p>1938 Aufhebung des Amtes.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3108</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskammer der Wirtschaftstreuhänder</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1947-12-31">1934-1947</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier u. a. Unterlagen zur Organisation und Tätigkeit der Reichskammer und zur Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Liß, Rudolf: Erneuerung des Wirtschaftstreuhandwesens. Halle 1938</p>
                <p>Hugh Brian Markus: Der Wirtschaftsprüfer: Entstehung und Entwicklung des Berufes im nationalen und internationalen Bereich. München: Beck,1996.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1943 Übernahme der Aufgaben des Instituts der Wirtschaftsprüfer durch die Reichskammer als berufliche Zwangsorganisation der Wirtschaftsprüfer, der Wirtschafts-prüfungsgesellschaften und der vereidigten Buchprüfer.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3110</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.10</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsaufsichtsamt für das Kreditwesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1941-12-31">1933 - 1941</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Im Bestand sind Unterlagen zur Genossenschaftsgesetzgebung, zu Erhebungen über Gas-, Wasser- und E-Werke sowie Materialien zur Überprüfung von Einzelfällen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 378.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1939 durch die Verordnung zur Änderung des Reichsgesetzes über das Kreditwesen Ablösung des Reichskommissars für das Kreditwesen durch das Reichsaufsichtsamt, das dem Reichswirtschaftsminister unterstand</p>
                <p>Aufgabe war die Aufsicht über sämtliche inländische Kreditinstitute und der Zweigstellen ausländischer Kreditinstitute und die Kontrolle bei der Einhaltung des Gesetzes über das Kreditwesen</p>
                <p>das Amt hatte eine entscheidende Stellung bei der Überprüfung von Kreditinstituten, bei der Zulassung neuer Institute, der Regelung der Zinssätze, des Wettbewerbs, der Liquidität und der Rentabilität der Kreditinstitute</p>
                <p>1944 Auflösung des Amtes.</p>
                <p>Die ehemals unter der Koblenzer Signatur R 166 verwahrten Akten des Reichsversicherungsamtes sind zum Bestand Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen B 280 genommen worden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>B 280</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Fremde Archive</head>
                <p>StA Bremen, StA Bückeburg</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3111</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.11</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsausgleichsstelle für öffentliche Aufträge</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1941-12-31">1936-1941</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich lediglich Aufstellungen über monatliche Vergabe von Aufträgen und Bestellungen für die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft und für die Mineralöl-Baugesellschaft.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3116</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Handelskammer Paris</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1939-12-31">1937-1939</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier ist lediglich eine Akte überliefert, die Rundschreiben über Zölle, Steuern, Ein- und Ausfuhr, Unterlagen zu Warenbestimmungen sowie über Mitgliedsbeiträge enthält.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Der Reichsbeauftragte für Zwecksparunternehmungen</unittitle>
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                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1873-01-01/1954-12-31">1873 - 1954</unitdate>
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                  <extent>1893 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Sachgebieten:</p>
                <p>Zentrale: Geschäftsbetrieb der Zentrale 1885-1949, Grundstücke und Gebäude, Haushalt 1905-1944, Personalangelegenheiten 1902-1949, Geschäftsbetrieb der Zweigstellen, v. a. Trier bzw. Bernkastel-Kues 1919-1948, Entwicklung und Tätigkeit allgemein: Historische Entwicklung 1897-1944, Tätigkeitsberichte, Arbeit des Beirates, Vorträge, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit, Jubiläen 1902-1952.</p>
                <p>Einzelne Aufgabengebiete: Pflanzenschutz 1899-1948, Tierschutz 1894-1940, Botanik 1879-1944, Bodenanalysen und -behandlung, Düngung, Weinbau 1873-1944 (77), Tätigkeit der Zweigstelle Trier bzw. Bernkastel-Kues 1920-1946.</p>
                <p>Zweigstelle Naumburg: Dienststellenverwaltung und Organisation 1920-1945, Geschäftsbetrieb 1920-1945, Grundstücke und Gebäude 1901-1943, Haushalt 1921-1945, Personalangelegenheiten 1917-1947, Entwicklung und Tätigkeit im Allgemeinen, einschließlich Forschungsmittel, Öffentlichkeitsarbeit 1907-1961, Aufgabengebiete: Reblausbekämpfung, dabei: Reblausherde, Forschung, Reblausdenkschriften 1875-1951, Rebenzüchtung 1891-1955, Pflanzenschutz und Pflanzenschädlinge (ohne Reblaus) 1902-1947, Beziehungen zu bzw. Material anderer (auch ausländischer) Institutionen 1905-1944, Tätigkeiten anderer Institutionen 1897-1952.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand R 3602 Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft besteht aus insgesamt 1955 Akten, die folgendermaßen unterteilt sind:</p>
                <p>· &quot;Naumburger Akten&quot;: Signaturnummern 1-1020</p>
                <p>· Akten der BRA: Signaturnummern 2001-2625</p>
                <p>· Personalakten: Signaturnummern 3001-3320</p>
                <p>&quot;Naumburger Akten&quot;</p>
                <p>Die erste Aktenportion, die in der Folge als Naumburger Akten bezeichnet wird, wurde am 24. Januar 1983 von der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften, Institut für Züchtungsfragen Quedlinburg an das Zentrale Staatsarchiv (ZStA) in Potsdam abgegeben. Ein Abgabeverzeichnis liegt vor. Die Naumburger Akten bildeten den Bestand R 3602 Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Nach dem 3. Oktober 1990 gelangte der Bestand aus dem ZStA an das Bundesarchiv.</p>
                <p>Akten der BRA</p>
                <p>Von den ca. 40 lfm der Rest-Überlieferung, die in der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft - Institut für nichparasitäre Pflanzenkrankheiten - Berlin-Dahlem erhalten geblieben waren, übernahm das Bundesarchiv im August 1983 ca. 12 lfm archivwürdiger Unterlagen, darunter Personalakten, den größten Teil der Verwaltungsunterlagen und in Auswahl Unterlagen über Durchführungsaufgaben. Etwa 1978 war bereits ein erheblicher Teil, überwiegend Akten der Dienststelle für Wirtschafts- und Rechtsangelegenheiten im Pflanzenschutz (WURA), von der Bundesanstalt kassiert worden.</p>
                <p>1988 wurden von der Zweigstelle Bernkastel-Kues und vom Institut Berlin der Biologischen Bundesanstalt weitere Akten, insbes. betr. Weinbau und Bodendüngung, abgegeben (R 168 / 470-625).</p>
                <p>Personalakten</p>
                <p>Die Personalakten wurden in den 1950er Jahren v. a. vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft an das ZStA übergeben.</p>
                <p>Diese drei benannten Aktengruppen wurden im Bundesarchiv zu einem Bestand zusammengeführt: R 3602 Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft. Die Naumburger Akten behielten die Signaturnummern 1 bis 1020, die Nummern der Akten aus dem ehemaligen Bestand R 168 wurden um 2000 addiert (R 168 / 1 wurde zu R 3602/ 2001), die 320 Personalakten bekamen die Signaturnummern R 3602 / 3001-3320. Das ZStA besaß keine weiteren BRA-Bestände. Es wird vermutet, dass das von der BRA und den übrigen Zweigstellen an das Reichsarchiv abgegebene Archivgut bei der Zerstörung des Archivs im April 1945 vernichtet wurde.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen aus der Kaiserlich-Biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft, 1906-1914,1916,1919-1928,1930-1943 [RD 85/6]</p>
                <p>Merkblätter der Biologischen Reichsanstalt, 1934, 1937 [RD 85/7]</p>
                <p>Flugblätter der Biologischen Reichsanstalt, 1934, 1936 [RD 85/8]</p>
                <p>Denkschriften zur Reblausbekämpfung. 1886, 1988-1890, 1896, 1898-1929 [RD 85/9]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Bebber, August: Der Weinbau im Saale- und Unstrut-Tale, Halle 1906 (= Monatsschrift für Obst-, Wein- und Gartenbau der Landwirtschaftskammer für die Provinz Sachsen zu Halle an der Saale)</p>
                <p>Börner, Carl und Schilder, Friedrich: Beiträge zur Züchtung reblaus- und mehltaufester Reben. Das Verhalten der Blattreblaus zu den Reben des Naumburger Sortimentes, 1943</p>
                <p>Laux, Wolfrudolf: Chronik zum 100jährigen Jubiläum der Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Berlin 1998 (=Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem, Heft 353)</p>
                <p>Laux, Wolfrudolf: Zur Gründungsgeschichte der Biologischen Bundesanstalt, in: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem (Hrsg.), Wissenschaftliches Festkolloquium zum 90jährigen Jubiläum der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Berlin / Hamburg 1988 (=Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem, Heft 242), S. 45-62</p>
                <p>Lundgreen, Peter: Staatliche Forschung in Deutschland 1870-1980, Frankfurt / New York 1986</p>
                <p>Riehm, Eduard: Die Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft, in: Der Biologe. Monatsschrift des Deutschen Biologen-Verbandes, des Sachgebietes Biologie des N.S.L.B. und der Rfa. Biologie der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft, VI. Jahrg. 1937, Heft 10, S. 305-308. (BArch R 3602 / 2413)</p>
                <p>Seeliger, Rudolf (Hg.): Der neue Weinbau. Grundlagen des Anbaues von Pfropfreben, Berlin 1933</p>
                <p>Sucker, Ulrich: Anfänge der modernen Phytomedizin: die Gründungsgeschichte der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (1898 bis 1919) - zugleich ein Beitrag zur Disziplingenese der Phytomedizin, Berlin-Dahlem 1998 (=Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem, Heft 334)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1880 wurde vom &quot;Deutschen Landwirtschaftsrat&quot; angeregt, eine &quot;Reichszentrale zur Beobachtung und Vertilgung der die Kulturpflanzen schädigenden Insekten und Pilze&quot; zu schaffen. Am 24. März 1897 beantragte der Abgeordnete und praktische Landwirt Dr. Dr. hc. Albert Schulz-Lupitz im Reichstag eine Initiative zur Schaffung einer &quot;landwirtschaftlich-technischen Reichsanstalt für Bakteriologie und Phytopathologie&quot;. Eine Notwendigkeit war durch die alljährlichen Schäden in der Land- und Forstwirtschaft durch Krankheiten und Schädlinge der Kulturpflanzen und wegen der Bedeutung bestimmter Bakterien gegeben. Dieser Antrag wurde zunächst auf das kommende Jahr vertagt und schließlich am 28. Januar 1898 erneut behandelt. An jenem Tag forderte das Kaiserliche Gesundheitsamt 2400 Mark für einen &quot;botanisch ausgebildeten Hilfsarbeiter&quot;, der nicht nur die Lebensmitteluntersuchungen, sondern auch die botanischen Arbeiten für das Arzneibuch und die Ausnutzung von Pflanzen aus den Schutzgebieten erledigen, sowie auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes tätig sein sollte. Am 25. Februar schließlich trat im &quot;Kaiserlichen Gesundheitsamt&quot; eine Kommission zusammen, um über die geplante Gründung einer &quot;Biologische Abteilung&quot; am Gesundheitsamt zu beraten und eine erste Denkschrift zu erstellen. Die Eingliederung in dieses Amt nahm man vor, weil dort schon seit Jahren die nunmehr projektierten Aufgaben (z.B. Bekämpfung der Reblaus) wahrgenommen wurden. Jene Gründungs-Denkschrift hielt in acht Punkten die Aufgaben der künftigen Forschungsanstalt fest und wurde Teil des &quot;Gesetzes betreffend die Feststellung eines Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1898&quot;. 1899 umfasste diese Abteilung bereits vier Laboratorien im neu erbauten Gebäude des &quot;Kaiserlichen Gesundheitsamtes&quot; in der Klopstockstrasse in Tiergarten.</p>
                <p>Anfangs sollte die Abteilung (s. Reichstagsdrucksache Nr. 241, 1898):</p>
                <p>· die Lebensbedingungen der tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Kulturpflanzen untersuchen und Grundlagen für ihre Bekämpfung gewinnen,</p>
                <p>· die durch anorganische Einflüsse hervorgerufenen Schädigungen der Kulturpflanzen erforschen,</p>
                <p>· die Nützlinge aus dem Tier- und Pflanzenreich studieren,</p>
                <p>· die für die Landwirtschaft nützlichen und schädlichen Mikoorganismen untersuchen und</p>
                <p>· die Krankheiten der Bienen erforschen.</p>
                <p>· Neben der Versuchstätigkeit wurden der Abteilung noch folgende Aufgaben zugedacht:</p>
                <p>· Sammeln statistischen Materials über das Auftreten der wichtigsten Pflanzenkrankheiten im In- und Ausland,</p>
                <p>· Vermittlung schwer zugänglicher Literatur (insbesondere des Auslands) an die staatlichen Institute,</p>
                <p>· Veröffentlichung gemeinverständlicher Schriften und Flugblätter über die wichtigsten Pflanzenkrankheiten,</p>
                <p>· Ausbildung von Sachverständigen (für die deutschen Kolonien).</p>
                <p>Für Freilandversuche wurde ein Versuchsfeld in Dahlem auf dem Gelände der &quot;Königlich-Preußischen-Domäne&quot; an der heutigen Königin-Luise-Straße 19 gepachtet. Im Mai 1898 begann auf diesem Gelände der Bau eines Gewächshauses mit Isolierzellen und eines kleinen Laboratoriumgebäudes.</p>
                <p>Als die &quot;Biologische Abteilung für Land- und Forstwirtschaft beim Kaiserlichen Gesundheitsamt&quot; gegründet wurde, war Oberregierungsrat Dr. med. h. c. Karl Köhler Direktor dieses Amtes. Erster Abteilungsleiter wurde dann 1899 der Geheime Regierungsrat Prof. Dr. Albert Bernhard Frank, der bereits im Jahr 1900 starb. Seine Nachfolge übernahm Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Carl Freiherr von Tubeuf, der schon nach wenigen Monaten nach München berufen wurde. Neuer Leiter wurde im Jahr 1902 Geheimer Regierungsrat Dr. Rudolf Aderhold. Ihm folgte am 1. August 1907 der Geheime Oberregierungsrat Prof. Dr. Johannes Behrens, vormals Leiter des &quot;Bakteriologischen Laboratoriums&quot;. Einen weiteren Leitungswechsel gab es erst im Jahr 1920, als Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Otto Appel Direktor der BRA wurde. Ihm folgte von 1933 bis 1945 Oberregierungsrat Dr. Eduard Riehm als Direktor bzw. ab 1937 als Präsident der BRA.</p>
                <p>Leiter der BRA bis 1945</p>
                <p>AmtszeitLeiter1898Oberregierungsrat Dr. med. h. c. Karl Köhler1899Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Albert Bernhard Frank1900- ca. 1902Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Carl Freiherr von Tubeuf1902-1907Geheimer Regierungsrat Dr. Rudolf Aderhold1907-1920Geheimer Oberregierungsrat Prof. Dr. Johannes Behrens1920-1933Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Otto Appel1933-1945Oberregierungsrat Dr. Eduard Riehm</p>
                <p>Am 1. April 1905 wurde die Abteilung als &quot;Kaiserliche Biologische Anstalt für Land- und Forstwirtschaft&quot; eine selbständige Behörde (s. Reichsanzeiger Nr. 83 vom 6. April 1905) und unterstand nun dem Reichsamt des Inneren bis sie am 31. Oktober 1917 dem Reichswirtschaftsamt (am 21. März 1919 in Reichswirtschaftsministerium umbenannt) unterstellt wurde. Einen Namenswechsel erfuhr sie am 13. Januar 1919 in &quot;Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft&quot; und unterstand ab 1920 dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft (RMEL).</p>
                <p>Namen und Zuordnungen der BRA bis 1945</p>
                <p>NameÜbergeordnete Behörde1898-1905Biologische Abteilung für Land- und Forstwirtschaft beim Kaiserlichen Gesundheitsamt1. April 1905Kaiserliche Biologische Anstalt für Land- und Forstwirtschaft Reichsamt des Inneren31. Oktober 1917Reichswirtschaftsamt bzw. Reichswirtschaftsministerium13. Januar 1919Biologische Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft1920Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft</p>
                <p>Seit 1907 entstanden nach und nach folgende Außen- bzw. Zweigstellen der BRA zur Erforschung und Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten:</p>
                <p>· 1907: Ulmenweiler bei Metz, ab 1919: Naumburg / Saale (Reblaus)</p>
                <p>· 1920: Aschersleben (Gemüse und Zierpflanzen)</p>
                <p>· 1921: Stade (Obstbäume), ab 1941: Heidelberg</p>
                <p>· 1921: Trier, ab 1926: Bernkastel-Kues (Reben)</p>
                <p>· 1925: Kiel (Getreide- und Futterpflanzen)</p>
                <p>· 1927: Mechow bei Kyritz, ab 1936: Eichhof (Langen bei Redel, Abbaukrankheiten der Kartoffel, Züchtung)</p>
                <p>· 1932: &quot;Außenstelle Ost&quot; in Königsberg (Erforschung der Möglichkeiten der ausreichenden Erzeugung eiweißhaltiger Futtermittel für den &quot;Deutschen Osten&quot;)</p>
                <p>· 1934: Gliesmarode (Rostkrankheiten, Forstwiderstandsfähigkeit der Pflanzen)</p>
                <p>· 1940: Wien (vorher Staatsanstalt für Pflanzenschutz Wien)</p>
                <p>· 1940: Kruft / Eifel (Kartoffelkäferforschung), spätere Verlegung nach Mühlhausen / Thür.</p>
                <p>Daneben betreute die BRA vom RMEL unterstützte Forschungsarbeiten in Markee bei Nauen (Bekämpfung von Kohlschädlingen: Kohlerdflöhe, Kohlfliege, Kohltriebrüßler) und Magdeburg (Bekämpfung von Tomatenkrankheiten).</p>
                <p>Die 1934 eingegangene Arbeitsgemeinschaft mit dem Deutschen Entomologischen Institut der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft sollte die systematische und morphologische Forschung auf dem Gebiet der angewandten Entomologie fördern.</p>
                <p>Bei Massenauftreten einzelner Schädlinge wurden ad hoc sog. &quot;Fliegende Stationen&quot; zu Forschungszwecken eingerichtet, die jederzeit wieder aufgelöst werden konnten. Zu diesen Fliegenden Stationen zählten:</p>
                <p>· 1921-1925: Oybin bei Zittau bzw. Dresden (Nonnenplage)</p>
                <p>· 1922-1927: Crenzow / Pommern und Anklam (Rübenaaskäfer)</p>
                <p>· 1924: Stralsund, ab 1925: Rosenthal bei Breslau, ab 1928: Heinrichau, ab 1933: Guhrau (Rübenfliege und Rübenblattwanze)</p>
                <p>· 1929-1931: Randowbruch / Pommern (Gräserkrankheiten und -schädlinge)</p>
                <p>· 1937: Oldenburg (Grünlandschädlinge)</p>
                <p>Nach Kriegsende 1945 war die BRA zerschlagen, in Berlin und den vier Besatzungszonen wurden erste Versuche unternommen die Arbeit wiederaufzunehmen. Im Mai 1945 wurden die Dahlemer Dienststellen zunächst dem Berliner Magistrat unterstellt. Prof. Dr. Otto Schlumberger wurde im Juli in Berlin neuer Präsident.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 3607</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsanstalt für Getreideverarbeitung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>111 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1920-01-01/1945-12-31">1920-1927, 1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferung:</p>
                <p>Verwaltungs- und Personalangelegenheiten 1920-1927,1939-1945, Tätigkeitsbereiche (Einzelfallakten) 1936-1945.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Der Bestand wurde 1952 vom Ministerium für Land- und Forstwirtschaft der DDR an das Zentrale Staatsarchiv Potsdam abgegeben.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Die Melkmaschine und ihr Einsatz, 1939 [RD 85/5]</p>
                <p>Schriften des Reichskuratoriums, 1933, 1939 [RD 85/4]</p>
                <p>Tätigkeitsberichte des Reichskuratoriums, 1935, 1936 [RD 85/3]</p>
                <p>Merkblattreihe zur Erleichterung der Landarbeit/ Flugschrift, 1941 [RD 85/2]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft wurde 1927 durch Umgestaltung des seit 1920 bestehenden Reichsausschusses für Technik in der Landwirtschaft als beratende Stelle des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gegründet. Zu seinen Aufgaben zählte die Ausgestaltung und Nutzbarmachung aller technischen Einrichtungen und Hilfsmittel zur Steigerung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugung und des Garten-, Obst- und Weinbaues. Es fingierte als technischer Berater und Gutachter für das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft und unterstützte Forschungen von Einzelpersonenund Institutionen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 16</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">36.03 (Potsdamer Überlieferungsteil)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsnährstand</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1913-01-01/1955-12-31">(1913-) 1933-1945 (1947-1955)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>22637 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>In der Masse umfasst das Registraturgut sog. Kreiswirtschaftsmappen (ca. 1000) mit Angaben über Zahl und Größe der bäuerlichen Betriebe, über Bodennutzung, Viehbestand und Erträge in den Kreisbauernschaften sowie in geringerem Umfange Generalakten des Verwaltungsamtes und des Stabsamtes der Zentrale des Reichsnährstandes zu folgenden Hauptsachbetreffen: Zusammenstellungen über die Ernährung und Landwirtschaft fremder Staaten, Filmeinsatz zu Werbezwecken, Rednerorganisation, Veröffentlichungen und Druckschriften 1933-1945, Allgemeine Verwaltung, Generaljustiziariat, Rechtsangelegenheiten 1934-1945, Rechts- und Dienstverhältnisse der im Reichsnährstand Beschäftigten, dabei auch personeller Aufbau in Österreich und Böhmen und Mähren 1894-1945, Ausbildungsrichtlinien, Prüfungsordnung 1935-1945, vermögensrechtliche Verhältnisse der Bediensteten, Versicherung, Stellenpläne 1901-1945, Rechts- und Dienstverhältnisse der Beamten und Angestellten 1934-1944, Tätigkeitsberichte der einzelne Landesbauernschaften v.a. der Landeshauptabteilungen I 1934-1941, Landarbeiterwohnungsbau 1935-1940, Betreuung von Frauen, Kindern und Jugendlichen auf dem Lande 1935-1944, Nachwuchsgewinnung und Berufserziehung; Arbeitseinsatz 1941-1945, Wirtschaft; Bewirtschaftung einzelner Produkte, Marktberichte 1933-1938, 1944-1947, Ernährungssicherung, dabei UK-Stellungen in den Betrieben der Ernährungswirtschaft 1935-1944</p>
                <p>Überliefert sind darüber hinaus ca. 18000 Personalakten (zum Teil noch unerschlossen)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Ins Bundesarchiv gelangt sind nur Restunterlagen der Reichsnährstandsverwaltung. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Sachakten des Stabsamtes bzw. Verwaltungsamtes durch Kriegseinwirkungen weitgehend vernichtet worden sind. Die Akten, die zum größten Teil aus dem Ministerial Collecting Center in Hessisch-Lichtenau stammen sind mit mehreren Abgaben über das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ins Bundesarchiv gelangt, ergänzt durch wenige Bände aus US-Rückgaben. Neben den wenigen Akten des Potsdamer Bestandes 36.03. erhielt der Bestand erheblichen Zuwachs durch die 2005 erfolgte Abgabe von ca. 18 000 Personalakten von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Verkündungsblatt des Reichsnährstandes, 1935-1945</p>
                <p>Dienstnachrichten des Reichsnährstandes, 1934-1945</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (mit Bezug zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Reischle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand. Aufbau, Aufgaben und Bedeutung, Berlin 1940</p>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Nährstandsrecht, Köln o. Dat.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1933 nach Gleichschaltung der standespolitischen Interessenvertretungen als zwangsweiser Zusammenschluss aller in der Landwirtschaft und im Landhandel Beschäftigter, landwirtschaftliche Produkte weiterverarbeitender oder verteilender natürlicher und juristischer Personen einschließlich der landwirtschaftlichen Genossenschaften, Verbände und Vereinigungen zur &quot;Betreuung&quot; des Landvolkes gebildet; Kompetenzen vorwiegend auf dem Gebiet der Erzeugungs- und Absatzlenkung sowie der Preisregelung; organisiert als Körperschaft des öffentlichen Rechts unter Aufsicht des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit durch den Reichskanzler ernanntem Reichsbauernführer (Walther Darré, ab 1942 Backe) an der Spitze.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 16-ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsnährstand - Abwickler</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1971-12-31">1945-1971</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>27 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 16-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutscher Reichsbauernrat</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1942-12-31">1933-1942</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2275 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung lässt sich in drei Gruppen gliedern: allgemeine Tätigkeit des Reichsbauernrates mit den Schwerpunkten Dienststellenverwaltung, Allgemeine Korrespondenz 1933-1941, Anordnungen, Rundschreiben 1932-1941, Mitteilungsblätter, Mitgliederverzeichnisse, Betreuung der Bauernführer, Veranstaltungen, Sitzungen v.a. Reichsbauerntag, Reichsnährstandausstellungen 1934-1938, Ehrengerichtsbarkeit, Ehrengerichtsverfahren 1934-1941 und Personalakten der Mitglieder des Reichsbauernrats und der Landesbauernräte.</p>
                <p>Darüber hinaus ist dem Bestand die Überlieferung der Eigenkanzlei Darré zugeordnet. Die Eigenkanzlei Darré, auch als Persönlicher Stab R.W. Darré bezeichnet, war eine dem Reichsbauernführer Richard Walther Darré direkt unterstellte Kanzlei mit 14 Referaten, die 1939 Aufgaben der Dienststelle des Siegelbewahrers des Deutschen Reichsbauernrates übernahm und infolgedessen der Überlieferung des Reichsbauernrates zugeordnet wurde.</p>
                <p>Die Eigenkanzlei war die Schnittstelle Darrés für die Koordination seiner verschiedenen Aufgaben. Infolge der Bündelung agrarpolitischer Aufgaben und der Leitung verschiedener Behörden in Personalunion bestehen daher enge inhaltliche Verknüpfungen zu den Beständen R 3601 Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, R 16 Reichsnährstand und NS 35 Reichsamt für das Landvolk (bis 1942: Reichsamt für Agrarpolitik). Ergänzende Überlieferung bietet zudem der im Bundesarchiv in Koblenz überlieferte Teilnachlass, Bestand N 1094.</p>
                <p>Anhand mehrerer Schriftstücke aus der Überlieferung der Eigenkanzlei Darré lässt sich anhand der Posteingangsstempel nachweisen, dass diese zunächst an das Reichsamt für Agrarpolitik adressiert waren und von dort unbearbeitet an die Eigenkanzlei weitergeleitet wurden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                <p>Die Überlieferung der Eigenkanzlei Darré gelangte als Splitterüberlieferung u.a. vom BDC und vom Archiv des MfS an das Bundesarchiv.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur (mit Bezug zur Provenienzstelle)</p>
                <p>Lenz, Wilhelm: Der Deutsche Reichsbauernrat - Darrés agrarpoltische Kampfgemeinschaft, in: Aus der Arbeit der Archive. Festschrift für Hans Booms, hg. von Friedrich P. Kahlenberg (Schriften des Bundesarchivs 36), Boppard 1989, S. 787-799.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Verfügung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 19.9.1933 als Beirat des Reichsbauernführers mit der Zielsetzung der Vereinigung der Spitzenkräfte des Reichsnährstandes zu einheitlichem Führerkorps eingerichtet; laut 1935 verkündeter Satzung bestehend aus ordentlichen Mitgliedern (Reichsbauernführer und um das Bauerntum verdiente Personen) und Mitgliedern kraft Amtes (Amtsträger des Reichsnährstands, Landesbauernführer, Landesobmänner); zur Betreuung der Bauernführer in persönlichen Angelegenheiten, zur Regelung des Verkehrs mit dem Reichsbauernführer, zur Führung der Personalakten und zur Regelung von Ehrenangelegenheiten und Verwaltungsangelegenheiten diente bis 1939 die Dienststelle des Siegelwahrers (Kanzlei des Deutschen Reichsbauernrates), dann Aufgaben übernommen durch Eigenkanzlei des Reichsbauernführers Darré; durch Anordnung vom 22.04.1941 Aufhebung des Reichsbauernrates.</p>
                <p>Die Tätigkeit der Eigenkanzlei endete in Folge der Entmachung Darrés im Mai 1942.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Saatgut</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1973-12-31">1942-1945(-1973)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>16 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lediglich Unterlagen zur Errichtung der Reichsstelle, zur Ein- und Ausfuhr von Saatgut, zu Vereinbarungen sowie zur Abwicklung überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsstellen der Ernährungswirtschaft waren rechtsfähige Marktstellen des Reiches zur Steuerung der Einfuhr und des binnenländischen Warenverkehrs. Sie unterstanden dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Als Überwachungsstellen für die Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung regelten die Reichsstellen gleichzeitig den Zahlungsverkehr bei der Ein- und Ausfuhr.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1964-12-31">1933, 1936-1945(-1964)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>23 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Enthalten sind hier Unterlagen zur Organisation, zur Fleischversorgung, Ein- und Ausfuhr tierischer Produkte, Preise, Abwicklung sowie Bilanzen</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsbeschreibung</p>
                <p>Die Akten der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse sind vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1953 in das Bundesarchiv gelangt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsstellen der Ernährungswirtschaft waren rechtsfähige Marktstellen des Reiches zur Steuerung der Einfuhr und des binnenländischen Warenverkehrs. Sie unterstanden dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Als Überwachungsstellen für die Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung regelten die Reichsstellen gleichzeitig den Zahlungsverkehr bei der Ein- und Ausfuhr.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Fische</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1972-12-31">1940-1945(-1972)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u. a. Unterlagen zu Organisation und Verwaltung, Ein- und Ausfuhrfragen sowie Aktenpläne</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsbeschreibung</p>
                <p>Der Zugang der Akten ließ sich anhand der Dienstakten nicht genau klären. Zu vermuten ist, dass die heute vorhandenen wenigen Akten der RfF im Zusammenhang mit dem Erlass des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten an die Außenhandelsstelle für Erzeugnisse der Ernährung und Landwirtschaft-Außenstelle Abteilung Fische-, Hamburg vom 25.8.1961, der die Abgabe der dort vorhandenen Grundsatz- und Fachakten der RfF an das Bundesarchiv vorsah, abgegeben wurden. Die zwei Aktenbände mit Abwicklerunterlagen gelangten 1976 vom Abwickler des Reichsnährstands (Oberfinanzdirektion Berlin) ins Bundesarchiv. Die Masse der bei der RfF entstandenen Akten dürfte durch die Zerstörung des Dienstgebäudes 1943 vernichtet worden sein.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die jetzt vorliegende Verzeichnung und Klassifikation der Akten erfolgte 2005 mit den im IT-System des Bundesarchivs vorhandenen Programmen zur Erschließung und Findbucherstellung (BASYS-S).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Seit 1933 wurden im Geschäftsbereich des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (RMEL) verschiedene &quot;Reichsstellen&quot; als regulierende Einrichtungen zur Bewirtschaftung der Erzeugnisse der Land- und Ernährungswirtschaft geschaffen. Die Reichsstellen waren kaufmännisch eingerichtete, selbständige juristische Personen des öffentlichen Rechts. Ihre Befugnisse beruhten auf dem Monopolrecht, dem Recht der Devisenbewirtschaftung und dem Recht der Warenverkehrsordnung. Das Monopolrecht bestimmte, dass sowohl im Inland erzeugte als auch eingeführte Waren im Zollinland nur durch die zuständige Reichsstelle in den Verkehr gebracht werden durften (vgl. z.B. § 1 des Gesetzes über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen). Dies bildete die Grundlage zur Durchführung einer der wesentlichsten Aufgaben der Reichsstellen, nämlich der volkswirtschaftlichen Organisation der Einfuhr. Die Reichsstellen waren Überwachungsstellen gemäß § 1 des Gesetzes über die Devisenbewirtschaftung vom 12.12.1938 (RGBl. I S. 1735). Als Devisenüberwachungsstellen oblag ihnen die Durchführung der Devisenbewirtschaftung im wesentlichen also die Verwendung der bereitgestellten Devisenkontingente für die Einfuhr der ihrer Zuständigkeit zugewiesenen Waren. Alle Reichsstellen waren zu-gleichÜberwachungsstellen gemäß Verordnung über den Warenverkehr vom 18.8.1939 (RGBl I S. 761). Ihnen oblag die Überwachung und Regelung des Verkehrs mit den in ihrer Zuständigkeit zugewiesenen Waren.[1] Die Reichsstelle für Fische (RfF) ist erst spät durch Verordnung vom 18. November 1940 (RGBl. I S 1517) zur Regelung und Überwachung des Verkehrs mit Fischen und Fischwaren errichtet worden. Die ihr im Verkehr mit den bewirtschafteten Erzeugnissen zugewiesenen Aufgaben führte die RfF als Geschäftsabteilung der Hauptvereinigung der deutschen Fischwirtschaft durch. Die Reichsstelle war als juristische Person vermögensrechtlich selbständig. Die Vertretung im Rahmen eigener Geschäfte erfolgte durch den Vorstand, dessen Mitglieder durch das RMEL bestellt wurden. Für die Geschäftsführung wurde vom RMEL mit Datum 20. Januar 1941 eine Geschäftsordnung erlassen.[2]</p>
                <p>Der RfF wurden im Einzelnen folgende Aufgaben zugewiesen:</p>
                <p>· alle bisher hinsichtlich des Verkehrs mit Fischen und Fischwaren von der Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse bearbeitete technische Fragen der Einfuhr von Fischen und Fischwaren</p>
                <p>· die bisher von der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse als Überwachungsstelle bearbeiteten Fragen für Abfälle von Fischen</p>
                <p>· die von der Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Öle und Fette als Überwachungsstelle bearbeiteten Einfuhr- und Devisenfragen für Öle und Tran, die aus Fischen gewonnen und zu Ernährungszwecken eingeführt wurden</p>
                <p>· die von der Reichsstelle für industrielle Fettversorgung bearbeiteten Einfuhr- und Devisenfragen für Öle und Tran, die aus Fischen hergestellt und zu technischen Zwecken eingeführt wurden</p>
                <p>Die Organisation der RfF in Hauptabteilungen und Abteilungen blieb in den wenigen Jahren ihres Bestehens weitgehend unverändert:</p>
                <p>· Hauptabteilung I</p>
                <p>Abteilung I Post- und Schriftgutverwaltung, Material- und Geräteverwaltung, Personalangelgenheiten, Rechts- und Steuerangelegenheiten, Prüfungswesen</p>
                <p>Abteilung II Kosten- und Rechnungswesen, Besoldung, Lagerbuchhaltung</p>
                <p>· Hauptabteilung II</p>
                <p>Abteilung III (Überwachungsstelle) Devisen- und Preisangelegenheiten für eingeführte Fische, Fischwaren, Schalen- und krustentiere</p>
                <p>Abteilung IV Einfuhr von Fischen und Fischwaren, Schalen- und Krustentiere</p>
                <p>Aufgrund der Zerstörung des gemeinsamen Dienstgebäudes der RfF und der Hauptvereinigung der deutschen Fischwirtschaft in Berlin, Passauer Str. 20, durch Luftangriffe wurden die Dienstgeschäfte ab November 1943 nach Neustrelitz, Glambecker Str. 2, verlegt.</p>
                <p>Bei Kriegsende stellte die Reichsstelle ihre Tätigkeit ein. Das zunächst von der Vorrats- und Einfuhrstelle Fischwirtschaft übernommene Vermögen ging mit Erlass des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 15.11.1950 an die Einfuhr- und Vorratsstelle für Getreide und Futtermittel, Frankfurt/M. über.[3]</p>
                <p>Durch Bekanntmachung des BML über die Beendigung der Abwicklung von nicht mehr bestehenden öffentlichen Rechtsträgern vom 8.5.1972 (BGBl I S. 1065) wurde gemäß § 24 Abs 3 des Rechtsträger-Abwicklungsgesetzes vom 6.9.1965 die Abwicklung der RfF für beendet</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1961-12-31">1934-1945(-1961)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>248 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkte bilden vorallem Unterlagen aus der Geschäftstätigkeit der Reichsstelle, dabei v.a. Ministerialerlasse sowie Materialien zum Außenhandel mit europäischen und außereuropäischen Ländern</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsbeschreibung</p>
                <p>Die Akten der Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse gelangten 1974 von der Oberfinanzdirektion Berlin, die mit der Abwicklung des Reichsnährstands beauftragt war, in das Bundesarchiv nach Koblenz.</p>
                <p>Die 248 Akten haben eine Laufzeit von 1930 bis 1973, wobei die Masse der Akten zwischen 1936 und 1945 entstand. Die Unterlagen enthalten vor allem Schriftgut, das aufgrund der Geschäftsbeziehungen der Reichsstelle mit den Importeuren entstanden ist: Vereinbarungen zu Mengen und Preisen für unterschiedliche Erzeugnisse, Devisenbescheinigungen und Übernahmescheine, Aktenvermerke über Dienstreisen und Betriebsprüfungen.</p>
                <p>Der Bestand kann auch eingeschränkt als Ersatzüberlieferung für die wegen Kriegsschäden unzureichende Überlieferung des Bestandes R 3601 (Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft) herangezogen werden. Es wurden keine Kassationen vorgenommen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Ein Aktenplan für die Reichsstelle existierte nicht. Auch war in der Reichsstelle keine Registratur vorhanden. Die Ordnung der Akten und deren Ablage erfolgte durch die Mitarbeiter der Reichsstelle nach deren jeweiligen Aufgaben und Prioritäten. Die Aktenordnung ist deshalb zum Teil eigenwillig und unsystematisch. Demzufolge finden sich in den Akten Unterlagen unterschiedlicher sachthematischer Zuordnung. Lediglich eine Ordnung nach einzelnen Ländern ist erkennbar. An dieser Ordnung nach Ländern orientiert sich die Klassifikation im Findmittel. Vorarchivisch waren nur wenige Akten mit Titeln versehen. Die Aktentitel wurden daher nach dem überwiegenden sachlichen Inhalt der Akte gebildet. Die Verzeichnungseinheiten wurden ggf. mit Enthält-Vermerken tiefer erschlossen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die &quot;Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse&quot; (Reichsstelle) wurde am 01. November 1936 errichtet. Die gesetzliche Grundlage für die Errichtung bildete das Gesetz über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 30. September 1936 (RGBL. I S. 854).</p>
                <p>Die Reichsstelle übte eine staatliche Wirtschaftstätigkeit aus. Ihre Hauptaufgabe war es, die Einfuhr der bewirtschafteten Erzeugnisse mengenmäßig, örtlich und zeitlich nach den Bedürfnissen des Binnenmarktes zu überwachen und zu lenken sowie gleichzeitig hiermit die Preisgestaltung dieser Erzeugnisse so zu leiten, dass Störungen, die sich aus der Verschiedenheit der Weltmarktpreise mit den inländischen Preisen ergeben, möglichst vermieden wurden.</p>
                <p>Die Reichsstelle war also auch in den inneren Marktausgleich sowie in die Vorratswirtschaft eingeschaltet. Nur durch sie durften aus dem Zollausland oder einem Zollausschlussgebiet eingeführte Garten- und Weinbauerzeugnisse im Zollinland in den Verkehr gebracht werden.</p>
                <p>Alle aus dem Zollausland oder aus einem Zollausschlussgebiet einzuführenden Garten- und Weinbauerzeugnisse, die dem Gesetz über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 30. September 1936 unterlagen, waren also der Reichsstelle zum Kauf anzubieten. Die Übernahme durch die Reichsstelle erfolgte mittels eines Übernahmescheins, dessen Ausstellung der Einführer bei der Reichsstelle beantragte. Eine Verpflichtung zur Übernahme der angebotenen Garten- und Weinbauerzeugnisse bestand für die Reichsstelle nicht. Die Einfuhr der Waren konnte also jederzeit unterbunden werden. Die vom inländischen Erzeuger in den inländischen Handel gebrachten Garten- und Weinbauerzeugnisse unterlagen mit Rücksicht auf die für sie durchgeführte Marktordnung nicht den Beschränkungen des Gesetzes über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen. Lediglich die aus dem Zollausland oder einem Zollausschlussgebiet eingeführten Erzeugnisse wurden von der Reichsstelle bewirtschaftet. Ihr Umfang ergab sich aus Artikel III der siebten Verordnung zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 07. Juni 1940 (RGBl. I S. 862).</p>
                <p>Die Reichsstelle führte im Wesentlichen aus folgenden Ländern Erzeugnisse ein:</p>
                <p>- Europäische Ursprungsländer:</p>
                <p>Baltische Staaten, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Ungarn und Portugal.</p>
                <p>- Außereuropäische Ursprungsländer:</p>
                <p>Afghanistan, Ägypten, Australien, Argentinien, Brasilien, Chile, China, Japan, Indien, Iran, Kamerun, Kanada, Mexiko, Palästina, Somalia, Südafrikanische Union, Syrien, Türkei, USA und Westindien.</p>
                <p>Die eingeführten Erzeugnisse wurden zu folgenden Erzeugnisgruppen zusammengefasst:</p>
                <p>- Gemüse, Obst, Südfrüchte, Kartoffeln, Gemüsesamen, Blumensamen, Tabaksamen, Kümmel, Azaleen, Schnittblumen und Rentierflechte.</p>
                <p>Die Reichsstelle war in Hauptabteilungen, Abteilungen und Sachgebiete gegliedert.</p>
                <p>Die Aufteilung in Abteilungen und deren Untergliederung in Sachgebiete ergab sich aus dem Geschäftsverteilungsplans.</p>
                <p>Mit Verordnung vom 06. Dezember 1938 (Deutscher Reichs- und Preußischer Staatsanzeiger 1938 Nr. 291) wurde die &quot;Überwachungsstelle für Gartenbau-Erzeugnisse, Getränke und sonstige Lebensmittel&quot; (Überwachungsstelle), die am 24. September 1934 errichtet wurde (Deutscher Reichs- und Preußischer Staatsanzeiger 1934 Nr. 209), mit der Reichsstelle zur &quot;Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle&quot; (Reichsstelle als Überwachungsstelle) zusammengelegt.</p>
                <p>Bei der Zusammenlegung wurden Einrichtungen gleicher oder ähnlicher Art der beiden Dienststellen soweit als möglich vereinigt, so z.B. die Geld-, Vermögens-, Personal- und Materialverwaltung, die Register, die Kanzlei, die Poststelle sowie die am gleichen Ort befindlichen Außenstellen. Auch die frühere Hauptabteilung III der Reichsstelle und die Ländergruppen I - VI der Überwachungsstelle wurden zusammengelegt, so dass die Anträge auf Erteilung von Devisenbescheinigungen und Übernahmescheinen in einem Arbeitsgang erledigt werden konnten. Die Reichsstelle als Überwachungsstelle war nunmehr in 5 Hauptabteilungen, 6 Abteilungen, 21 Unterabteilungen und 15 Sachgebiete gegliedert.</p>
                <p>Das Aufgabenspektrum der Reichsstelle als solche blieb jedoch in grundsätzlicher Hinsicht unverändert. Hinzu kam der im Wesentlichen unveränderte Aufgabenbereich der Überwachungsstelle, nämlich die Prüfung der von den Importfirmen eingereichten Anträge auf Erteilung von Devisenbescheinigungen nach formalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, insbesondere nach Maßgabe der Vorschriften auf dem Gebiet der Devisenbewirtschaftung, des Imports von Gemüse, Obst, Säften, Weinen, Tee und lebenden Pflanzen, sowie deren Kontingentierung. Im Weiteren erteilte sie auch beantragte Devisenbescheinigungen und kontrollierte die ordnungs- und fristgerechte Ausnutzung der erteilten Devisenbescheinigungen durch die Importeure.</p>
                <p>Das Aufgabengebiet der Reichsstelle als Überwachungsstelle war also auch durch das Gesetz über die Devisenbewirtschaftung bestimmt. Gemäß § 2 Abs. 2 dieses Gesetzes trafen neben den Devisenstellen auch die Überwachungsstellen ihre Maßnahmen und Entscheidungen nach Richtlinien, welche die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft aufstellte. Diese Richtlinien grenzten das Aufgabengebiet der Überwachungsstellen dahingehend ab, dass sie Wareneinfuhr und Warenbezahlung überwachten und die Einkaufspreise kontrollierten. Sie hatten ferner Maßnahmen auf dem Gebiet der inneren Bewirtschaftung (z.B.: Verarbeitungs- und Ausfuhrverbote) zu treffen.</p>
                <p>Die Reichsstelle als auch die Überwachungsstelle waren Körperschaften des öffentlichen Rechts, also eigene Rechtpersönlichkeiten, die sich selbst finanzierten und nicht aus Reichsmitteln unterhalten wurden. Sie unterstanden der Dienstaufsicht des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Von diesem musste sich auch die Reichstelle als Überwachungsstelle die Gebührenordnung genehmigen lassen. Gebührenpflichtige Tatbestände waren beispielsweise die Ausstellung von Devisenbescheinigungen und die Abgabe von Gutachten zu privaten Verrechnungsgeschäften. Buch- und Betriebsprüfungen führte die Überwachungsstelle allerdings gebührenfrei durch; es sei denn die Betriebsprüfung ergab, dass ein Unternehmen gegen behördliche Anordnungen verstoßen hatte.</p>
                <p>Nach Kriegsausbruch war die Reichsstelle als Überwachungsstelle hinsichtlich der Warenbeschaffung vor neue Aufgaben gestellt. Sämtliche Feindstaaten und ein großer Teil der neutralen Staaten fielen als Lieferanten aus, während der Bedarf an Lebensmitteleinfuhren jeder Art ständig anstieg. Hierdurch stiegen auch die Preise im Ausland stark an, so dass die bisherige Aufgabe der Reichsstelle, die Auslandspreise durch Unterschiedsbeträge auf das deutsche Preisniveau anzuheben, illusorisch wurde und schließlich eine Umkehrung in das Gegenteil erfuhr, nämlich die Verbilligung der eingeführten Waren. Die weitere Aufgabe, die gebietsmäßige Lenkung der Wareneinfuhr war schon bei Kriegsausbruch in erhöhtem Maße auf die Hauptvereinigungen (z.B.: Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft) übergegangen, so dass nur noch das Aufgabengebiet der Überwachungsstelle blieb. Die Reichsstelle als solche wurde daher Anfang Juli 1943 stillgelegt. Dafür nahm die Überwachungsstelle im Zuge der Kriegsauswirkungen mit den wachsenden Schwierigkeiten der Warenbeschaffung immer größeren Umfang an.</p>
                <p>Nach Ende des Krieges wurde das Vermögen der Reichsstelle von den Alliierten abgewickelt.</p>
                <p>Die Vorrats- und Einfuhrstelle in Hamburg war durch § 5 Ziffer 2 der Verordnung des Zentralamtes für Ernährung und Landwirtschaft vom 17. August 1946 (Amtsblatt für Ernährung und Landwirtschaft Nr. 2 vom 24.08.1946) und durch Erlass des Ernährungs- und Landwirtschaftsrates in Stuttgart vom 04. Juli 1946 ermächtigt, das Vermögen der Reichsstelle, soweit es sich in der amerikanischen und britischen Besatzungszone befand, abzuwickeln. Die Außenstelle in Bayern wurde durch die Geschäftsstelle der Wirtschaftsverbände abgewickelt.</p>
                <p>Zur Durchführung der Abwicklung wurde ein Sachwalter ernannt, der seine Tätigkeitserlaubnis von der zuständigen britischen Kontrollbehörde erhielt und die &quot;Abwicklungsstelle der Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle&quot; in Berlin sowie die &quot;Abwicklungsstelle der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft und Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle - Außenstelle München&quot; leitete.</p>
                <p>Die endgültige Auseinandersetzung über das Vermögen der früheren Reichsstellen innerhalb der vier Besatzungszonen blieb der Entscheidung des alliierten Kontrollrats vorbehalten.</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-V</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 15 VI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Milcherzeugnisse, Öle und Fette</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1924-01-01/1971-12-31">(1924-) 1933-1945 (-1971)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>464 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Unterlagen sind hier in erster Linie zur Organisation und Geschäftsverteilung, zu Devisenangelegenheiten, Bilanzen, Versorgung, Außenhandel, Anbau- und Herstellungsmethoden des Ölsaatanbaus, Firmenangelegenheiten sowie Geschäftsberichte, Handakten und Materialien zur Abwicklung</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Reichsstellen der Ernährungswirtschaft waren rechtsfähige Marktstellen des Reiches zur Steuerung der Einfuhr und des binnenländischen Warenverkehrs. Sie unterstanden dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Als Überwachungsstellen für die Devisen- und Rohstoffbewirtschaftung regelten die Reichsstellen gleichzeitig den Zahlungsverkehr bei der Ein- und Ausfuhr.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 15-VII</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1972-12-31">(1914)1933-1945(-1972)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2601 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der größte Teil des Bestandes (ca. 1926-1945) ist noch nicht endgültig bearbeitet.</p>
                <p>Überliefert sind hier in großer Zahl Unterlagen der Rechts-, Revisions- und Bilanzabteilung, Materialien und Spesen und Frachten sowie Statistiken.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die RfG wurde errichtet am 30. Mai1933 mit dem Gesetz über die Umwandlung der Reichsmaisstelle (RGBl. I, S.313-314) in Verbindung mit den Durch- führungsverordnungen vom 5. Okt.1934 (RGBl. I, S. 917-923) und 31.10.1935 (RGBl. I, S. 1280). Sie unterstand der Aufsicht des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft. Ihre Aufgabe bestand darin, den im Inland erzeugten oder aus dem Ausland eingeführten Mais sowie Getreide in den Verkehr zu bringen. Die RfG fun- gierte dabei in marktregelnder Funktion als Käufer mit der Maßgabe, den Verkäufern einen &quot;angemessenen Preis&quot; nach Weisung des Reichsministers zu zahlen. Eine eigene Wirtschaftspolitik und insbesondere eine eigene Handelspolitik auf diesem Gebiet zu betreiben, war ihr ebenso verwehrt wie selbständige Verhandlungen mit ausländischen Stellen zu führen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1902-01-01/1967-12-31">(1902-)1933-1945(-1967)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>503 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Milch-, Fett- und Eierwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1968-12-31">1933-1954 (-1968)</unitdate>
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                  <extent>2223 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Fischwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1949-12-31">1936-1949</unitdate>
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                  <extent>301 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1972-12-31">1939-1945(-1972)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier u. a. Unterlagen zur Bewirtschaftung und Abwicklung sowie Rundschreiben und eine Spruchsammlung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Obgleich anhand der Bestandsakten nicht konkret ersichtlich ist, dass die Akten der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelwirtschaft vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangten, ist dies aufgrund indirekter Hinweise (wenn z.B. die Rede von Haupvereinigungen allgemein ist und die Bestände R 17 I - IX genannt werden) anzunehmen.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form von einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie die Bestände klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wruden archivisch Serien gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan. 1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil, Heft 7 Kartoffelwirtschaft [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941. [RD 87/10]</p>
                <p>Kartoffel ¿ Geschäftsbedingungen des Reichsnährstandes. Angeordnet am 20.6. 1935. Hrsg. Hauptverwaltung der deutschen Kartoffelwirtschaft. Berlin</p>
                <p>1935 . [RD 87/39]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Sure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Hauptvereinigung wurde mit Verordnung vom 18.April 1935 (RGBl. I S. 550) mit Sitz in Berlin geschaffen. Sie unterstand demr Reichsnährstand und war ihrerseits entsprechend dem Gebiet der einzelnen Landesbauernschaften in Kartoffelwirtschaftsverbände gegliedert. Früher entstandene Organisationen wurden in die neue Gesamtorganisation überführt. Die Aufgabe der Hauptvereinigung bestand darin, die Marktordnung für Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse sowie sonstige in der Verordnung vom 18. April 1935 genannten Erzeugnisse durch Regelung der Erzeugung , der Verarbeitung und des Absatzes sowie der Preise und Preisspannen so durchzuführen, dass die Verwertung der deutschen Ernte und die Versorgung der Verbraucher zu volkswirtschaftlichen gerechtfertigten Preisen sichergestellt wurde. Mit Gesetz über die Auflösung des Reichsnährstandes vom 21.08.1948wurde auch die Hauptvereinigung formal aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-V</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1950-12-31">1936-1945(-1950)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>115 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkt liegt bei den Unterlagen des Beschwerdeausschusses.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der HVg der deutschen Viehwirtschaft sind im Wesentlichen vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form von einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie die Bestände klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wruden archivisch Serien gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan.1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941. [RD 87/10]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Sure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der damalige Reichskommissar für die Milchwirtschaft wurde durch Verordnung vom 14. März 1934 (RGBl. I S. 198) zum Reichskommissar für die Vieh-, Milch- und Fettwirtschaft bestellt. Aufgrund des Gesetzes über den Verkehr mit Tieren und tierischen Erzeugnissen vom 23. März 1934 (RGBl. I S. 224) wurde die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse errichtet. Durch Verordnung vom 09. Juni 1934 (RGBl. I S. 481) konnte die gesetzliche Grundlage für die Regelung der großen Schlachtviehmärkte geschaffen. Die an diesen Märkten beteiligten Betriebe wurden in Marktvereinigungen und diese widerum in zunächst 14 Bezirksvereinigungen zusammengefasst. Eine einheitliche Steuerung erfolgte durch die Hauptvereinigung für Schlachtviehverwertung, die 1935 in Schlachtviehverwertungsverbänden umbenannt wurden.</p>
                <p>Mit Verordnung vom 04. Juli 1935 (RGBl. I S. 1045) wurde die Zahl der Verbände in Anlehnung an die bestehenden Landesbauernschaften auf 20 erhöht und schließlich die Bezeichnung durch Hauptvereinigung der deutschen Viehwirtschaft bzw. Viehwirtschaftsverband ersetzt (Verordnung vom 08. April 1936, RGBl. I S. 366).</p>
                <p>Die Hauptvereinigung unterstand der Reichshauptabteilung III (&quot;Der Markt&quot;) des Reichsnährstandes.</p>
                <p>Mit dem Gesetz über die Auflösung des Reichsnährstandes vom 21.08.1948 wurde auch die Hauptvereinigung formal aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-VI</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1957-12-31">1934-1957</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>406 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind vorrangig Unterlagen zum Beschwerdeausschuss und zum Oberschiedsgericht sowie zur Versorgung überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der HVg der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft sind im Wesentlichen vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form von einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie die Bestände klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wruden archivisch Serien gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan. 1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil, Heft 6 Getreidewirtschaft [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941 [RD 87/10]</p>
                <p>Hauptverwaltung der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft. Statistischer Monatsbericht 1935-1944 [RD 107/1]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Sure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1935 Zusammenfassung der regionalen Marktverbände innerhalb eines Wirtschaftszweiges zu einer zentralen Organisation für das Reichsgebiet (Vierte Verordnung über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes vom 4. Feb. 1935, RGBl. I S. 170) im Zuge der Marktordnung,</p>
                <p>unterstellt dem Reichsnährstand waren die Hauptvereinigungen zuständig für die Steuerung und Überwachung der Wirtschaftsverbände sowie für die Verfügung marktordnender Maßnahmen von grundsätzlicher Bedeutung für das Reichsgebiet.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-VII</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.17 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Zucker- und Süßwarenwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1930-01-01/1946-12-31">1930-1934,1936-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>22 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d67921b3-3197-421c-a0eb-cecd696a936a"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier vorwiegend Unterlagen des Beschwerdeausschusses.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten der HVg der deutschen Zucker- und Süßwarenwirtschaft sind im Wesentlichen vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form von einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie die Bestände klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wruden archivisch Serien gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan. 1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil, Heft 11 Zucker- und Süßwarenwirtschaft [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941. [RD 87/10]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Sure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Verordnung vom 18. Mai 1934 erhielt zunächst der Reichsnährstand das Recht, bindende Unterlagen für den Abschluss von Zuckerrübenanbauverträgen zu schaffen. Erst die Verordnung vom 10. November 1934 gliederte dann die Zuckerwirtschaft in den Neubaufbau der gesamten deutschen Ernährungswirtschaft ein. Es wurde die Hauptvereinigung der deutschen Zuckerindustrie geschaffen. Diese gliederte sich ihrerseits wieder in Zuckerwirtschaftsverbände entsprechend den Hauptgebieten des Reiches. Mitglieder der Zusammenschlüsse waren die Rübenanbauer, die Zuckerfabriken, Zuckerraffinerien, Melasseentzuckerungsanstalten sowie die Verteiler von Zucker und sonstigen Erzeugnissen aus Zuckerrüben.</p>
                <p>Die der deutschen Zucker- und Süßwarenwirtschaft angehörigen Betriebe wurden mit der Verordnung vom 07.01.1943 (RGBl. I S. 22) für das Reichsgebiet zur Hauptvereinigung der deutschen Zucker- und Süßwarenwirtschaft und für bestimmte Wirtschaftsgebiete zu Zuckerwirtschaftsverbänden zusammengeschlossen.</p>
                <p>Die Hauptvereinigung unterstand der Reichshauptabteilung III (&quot;Der Markt&quot;) des Reichsnährstandes.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-VIII</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">31.17 (Potsdamer Überlieferung)</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1931-01-01/1949-12-31">1931-1949</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>83 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Überlieferungsschwerpunkt liegt bei den Unterlagen zu Ausschüssen, Verbänden, Fachschaften sowie zum Schiedsgericht.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Obgleich dies anhand der Bestandsakten nicht konkret ersichtlich ist, ist davon auszugehen, dass die Akten der HVg der deutschen Brauwirtschaft vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form von einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie die Bestände klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wurden archivisch Serien gebildet.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan. 1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil, Heft 2 Brauwirtschaft [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941. [RD 87/10]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand, Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Sure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Durch Verordnung vom 18. April 1935 wurde die Hauptvereinigung der deutschen Brauwirtschaft und als ihre Untergliederungen die Brauwirtschaftsverbände geschaffen. Es handelte sich dabei um folgende Brauwirtschaftsverbände:</p>
                <p>Süddeutschland mit Sitz in München ,</p>
                <p>Westdeutschland mit Sitz in Köln,</p>
                <p>Ostdeutschland mit Sitz in Berlin,</p>
                <p>Norddeutschland mit Sitz in Hamburg,</p>
                <p>Mitteldeutschland mit Sitz in Weimar,</p>
                <p>Ostmark mit Sitz in Wien.</p>
                <p>Den Zusammenschlüssen gehörten als Mitglieder die Erzeuger von Braugerste, Brauweizen und Hopfen, die Mälzereien und Brauereien, die Verteiler von Hopfen und Malz sowie die Großverteiler von Bier an.</p>
                <p>Die wichtigste Aufgabe der brauwirtschaftlichen Marktordnung war nach § 5 der Verordnung vom 18.04.1935 &quot;..die Durchführung der Marktordnung durch Regelung der Erzeugung, des Absatzes sowie der Preise und Preisspannen von Hopfen, Malz und Bier&quot;. Hinsichtlich der Hopfenmarktregelung war noch besonders angeordnet:&quot;...den Umfang der deutschen Hopfenanbaufläche festzusetzen und im Zusammenhang damit eine Anbauregelung zu treffen&quot;.</p>
                <p>Ferner bedurften der Ankauf und die Neuerrichtung von Absatzstätten der Genehmigung der Hauptvereinigung.</p>
                <p>Die Hauptvereinigung unterstand der Reichshauptabteilung III (&quot;Der Markt&quot;) des Reichsnährstandes.</p>
                <p>Mit dem Gesetz über die Auflösung des Reichsnährstandes vom 21.08.1948 wurde auch die Hauptvereinigung formal aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 17-IX</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptvereinigung der deutschen Wein- und Trinkbranntweinwirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1946-12-31">1938-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>54 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier vor allem Unterlagen des Beschwerdeausschusses und Materialien zur Abwicklung.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Obgleich dies anhand der Bestandsakten nicht konkret ersichtlich ist, ist davon auszugehen, dass die Akten der Hauptvereinigung der deutschen Trink- und Branntweinwirtschaft vom Abwickler des Reichsnährstandes (Oberfinanzdirektion Berlin) 1973 in das Bundesarchiv gelangten.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Eine erste einfache Verzeichnung erfolgte in Form einer Findkartei. Bei der Überarbeitung der Verzeichnungsangaben wurden z. T. Aktentitel und Enthält-Vermerke konkretisiert sowie der Bestand klassifiziert. Neben bereits bestehenden ursprünglich vorhandenen Bandfolgen wurden archivisch Serien gebildet.</p>
                <p>Im Zuge der Bearbeitung wurden die Akten des Bestandes R 17 IX Anhang unter fortlaufender Signierung dem Bestand R 17 IX angeschlossen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Gesetzliche Grundlagen der landwirtschaftlichen Marktordnung. Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Anordnungen usw. nach dem Stand vom 1. Jan. 1941. Hrsg. von der Schriftwaltung des &quot;Verkündungsblatt des Reichsnährstandes&quot;. Heft 1: Allgemeiner Teil, Heft 10 Weinbau [RD 87/47]</p>
                <p>Gemeinsame Geschäftsordnung der Zusammenschlüsse des Reichsnährstandes. 1941. [RD 87/10]</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Hennig, Franz: Praktischer Führer durch das Reichsnährstandsrecht. Köln</p>
                <p>Reichle, Hermann und Saure, Wilhelm: Der Reichsnährstand. Aufbau, Aufgaben und Bedeutung. Berlin 1940</p>
                <p>Saure, Wilhelm: Reichsnährstandsgesetze. Berlin und Leipzig 1935</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Mit Verordnung vom 02.09.1935 entstand zunächst die Hauptvereinigung der deutschen Garten- und Weinbauwirtschaft. Im Hinblick auf die besondere Bedeutung der Weinbauwirtschaft erwies sich dann doch die Schaffung einer selbstständigen Hauptvereinigung als zweckmäßig, die durch die Verordnung vom 21.10.1936 (RGBl. I S. 915) als die Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft gebildet wurde. Untergliederungen der Hauptvereinigung waren die Weinbauwirtschaftsverbände. Ihnen fielen naturgemäß in den Erzeugergebieten umfassendere Aufgaben zu als in den Verbrauchergebieten. Während in den Erzeugergebieten für die einzelnen Landesbauernschaften Wirtschaftsverbände gebildet wurden, fasste man in den Verbrauchergebieten meist mehrere Landesbauernschaften zu einem Wirtschaftsverband zusammen. Mitglieder der Zusammenschlüsse waren Winzer, Weinverteiler und Weinverarbeiter.</p>
                <p>Dem Reichsnährstand wurde mit Verordnung vom 06.03.1937 die Ermächtigung zur Regelung des Anbaues von Weinreben erteilt.</p>
                <p>Der Zusammenschluss der der deutschen Wein- und Trinkbranntweinwirtschaft angehörenden Betriebe für das Reichsgebiet zur Hauptvereinigung der deutschen Wein- und Trinkbranntweinwirtschaft erfolgte mit der Verordnung über den &quot;Zusammenschluss der deutschen Wein- und Trinkbranntweinwirtschaft vom 30. April 1943&quot; (RGBl. I S. 273).</p>
                <p>Die Hauptvereinigung unterstand der Reichshauptabteilung III (&quot;Der Markt&quot;) des Reichsnährstandes.</p>
                <p>Mit dem Gesetz über die Auflösung des Reichsnährstandes vom 21.08.1948 wurde auch die Hauptvereinigung formal aufgelöst.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 68-I</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Kaltbluts</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1921-01-01/1971-12-31">1921-1971</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>122 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden sind Unterlagen zur Verbands- und Aufgabenverwaltung, zu Absatz, Ein- und Ausfuhr von Zucht- und Nutzpferden, zu Leistungsprüfungen, Zuchtbewertungen sowie Handakten des Hauptgeschäftsführers Eduard Meyer zur Pferdezucht.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten wurden 1961 vom Verband für Zucht und Prüfung deutschen Kaltbluts e. V., Lemgo an das Bundesarchiv abgegeben. Das mit den Akten übergebene Verzeichnis wird als vorläufiges Findmittel genutzt. Dem Bestand zugeordnet wurden Handakten des Hauptgeschäftsführers Eduard Meyer, die 1986 aus der Ost-Dokumentation des Bundesarchivs übernommen wurden.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Oktober 1921 Gründung des Reichsverbandes der Kaltblutzüchter Deutschlands Deutschlands, der 1933/34 dem Reichsnährstand, Hauptabteilung II angegliedert wurde; 1938 Umbenennung in Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Kaltblutes.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 68-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverband der Rinderzüchter Deutschlands</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1936-12-31">1933-1936</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a68cb5ac-cd71-4ced-968e-a967a3940c77"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Vorhanden ist lediglich eine Handakte des Hauptgeschäftsführers zu Fragen der Organisation und Satzung 1933-1936.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1933/34 Angliederung des Reichsverbandes an den Reichsnährstand, Reichshauptabteilung II.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 68-III</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberste Behörde für Vollblutzucht und -rennen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1974-12-31">1935-1948 (-1974)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>44 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_7a4e9ced-809e-4a2d-b436-2fa21e58dc83"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Neben wenigen Korrespondenzakten und Unterlagen zur Dienststellenverwaltung und zur Ausfuhr von Vollblütern sind v. a. Abwicklungsakten überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Akten gelangten mit den Akten des Abwicklers des Reichsnährstands ins Bundesarchiv. Sie waren größtenteils in den Jahren 1945-1949, nach der Verlagerung der Behörde von Hoppegarten nach Bad Harzburg entstanden und beinhalten vorwiegend Abwicklungsunterlagen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1934 Herauslösung der als Abteilung des Unionsclubs 1919 errichteten Obersten Behörde für Vollblutzucht- und rennen aus dem Unionsclub, Unterstellung als öffentlich - rechtliche Körperschaft zur Leitung des öffentlichen Rennbetriebes und zur Überwachung der Vollblutzucht der Aufsicht des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft; ab 1948 Abwicklung der Behörde.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 68-IV</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht e.V./ Reichsverband der deutschen Pflanzenzuchtbetriebe</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1934-01-01/1952-12-31">1934-1939, 1947-1952</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>1,0 lfm</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_29032214-16b0-4a85-a1a4-bae836b4d98b"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen sind Akten überliefert, die im Rahmen der Tätigkeit Dr. Lembkes als Vorsitzender der Abteilung für Futterpflanzenzucht der Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht bzw. des Reichsverbands der deutschen Pflanzenzuchtbetriebe entstanden sind. Neben den Protokollen von Abteilungssitzungen und Mitgliederversammlungen, allgemeinem Schriftwechsel und Berichten befinden sich dabei auch Besprechungsniederschriften des Hauptvorstands und Rundschreiben. Der zweite Teil des Bestandes enthält privat-dienstlichen Schriftwechsel und Unterlagen von Dr. Lembke in seiner Eigenschaft als Saatgutzüchter.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Es ist nicht bekannt, ob und ggf. wo das Registraturgut des Reichsverbandes und seiner Vorgängerinstitution überliefert ist. Der Bestand wurde ausschließlich aus Handakten des Saatgutzüchters Dr. Hans Lembke (1877-1966) gebildet.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1933/34 Umbildung der 1908 gegründeten Gesellschaft zur Förderung deutscher Pflanzenzucht e.V. in den Reichsverband der deutschen Pflanzenzuchtbetriebe als Zusammenschluss aller deutschen Pflanzenzuchtbetriebe und Angliederung an den Reichsnährstand (Reichshauptabteilung II). Seine Aufgabe bestand in der Regelung der Erzeugung und des Absatzes von Saatgut, der Preisspannen, der Inlandsversorgung und der Ausfuhr unter Berücksichtigung der Erhaltung der Leistungsfähigkeit der deutschen Pflanzenzucht.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 71</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsamt für Bodenforschung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>64 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 82</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1966-12-31">1940-1966</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>612 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Sechs Bände (R 82/1-6) befanden sich in der in den USA gebildeten Records Group 1048 und gelangten mit der Zugangsnummer I 136/61 in das Bundesarchiv. Das „Handbuch der Reichsland&quot; (R 82/7-8) stammt von Johann-Dietrich Lauenstein. Bei dem größten Teil der Unterlagen im Bestand R 82 handelt es sich um gerettetes Schriftgut, das 1945 nach Ratzeburg verlagert werden konnte und nach Auflösung der Ratzeburger Abwicklungsstelle vom Finanzamt Ratzeburg übernommen wurde. Von dort gelangte es über die Bundesvermögensstelle Lübeck und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in das Bundesarchiv.</p>
                <p>Der größere Teil der im Bestand überlieferten Unterlagen entstand erst bei der Abwicklung. Von dem Registraturschriftgut vor 1945 konnten lediglich allgemeine Anweisungen, Rundschreiben, Finanz- und Personalunterlagen gerettet werden, die aber keineswegs vollständig sind. Wenig Material ist auch über die Nebenstelle Gnesen vorhanden, das vermutlich von einem Mitarbeiter gerettet wurde.</p>
                <p>Große Teile der übrigen Unterlagen sind wahrscheinlich während der Kriegs-und Nachkriegszeit vernichtet worden (z. B. Vernichtung der Akten der Ostpreußischen Landgesellschaft durch Feindeinwirkung im August 1944, Vermerk in R 87/76).</p>
                <p>In R 82/36 befindet sich ein Verzeichnis der in die Räume der Reichssiedlungsgesellschaft, Berlin, überführten Unterlagen, über deren Verbleib weiteres nicht bekannt ist. Ungefähr 24 Meter Personalunterlagen wurden vom Bundesamt für Ernährung und Forstwirtschaft in Frankfurt am Main an das Bundesarchiv abgegeben.</p>
                <p>Wegen des geringen Umfanges der Überlieferung war eine Gliederung nach dem Organisationsaufbau oder den Aktenzeichen, die nicht auf allen Bänden vorhanden sind - wenn vorhanden aber im Findbuch aufgenommen wurden, nicht möglich. Ein Aktenplan ist nicht vorhanden.</p>
                <p>Kassiert wurden Kassenbelege, Buchungsbelege und Reisekostenrechnungen.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Nachdem Polen im September 1939 von deutschen Truppen besetzt worden war, wurde in jedem der Stäbe der Chefs der Zivilverwaltung, die den sieben Armeebefehlshabern beigegeben waren, ein besonderer „Sachbearbeiter&quot; (Sonderbeauftragter) für die Landbewirtschaftung unmittelbar vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft (RMEL) eingesetzt. Jedem Sonderbeauftragten wurden zwei Wirtschaftsoberleiter für die Oberleitung der Landbewirtschaftung in betriebswirtschaftlicher und landwirtschaftlich technischer Hinsicht beigegeben. Auf den landwirtschaftlichen Betrieben, die sich nicht im Besitz von „Volksdeutschen&quot; befanden, wurden treuhänderische Verwalter eingesetzt. Grundlage dafür war die Verordnung über die Einsetzung von kommissarischen Verwaltern für Unternehmungen, Betriebe und Grundstücke in den besetzten ehemals polnischen Gebieten vom 29. September 1939 (Verordnungsblatt für die besetzten Gebiete in Polen, S. 21). Die Besitzer hatten zum Teil ihre Betriebe verlassen, andernfalls wurden sie vertrieben oder als Arbeitskräfte dort behalten.</p>
                <p>Schon nach kurzer Zeit wurden einige Sonderbeauftragte zurückgerufen oder von ihren Aufgaben entbunden, sodass die Landbewirtschaftung in der oben dargelegten Weise nur noch im Regierungsbezirk Kattowitz und im Wartheland dem RMEL unterstand.</p>
                <p>Durch einen Erlass des Beauftragten für den Vierjahresplan vom 19. Oktober 1939 wurde die Haupttreuhandstelle Ost (HTO) gegründet, auf die die Verwaltung des gesamten beschlagnahmten polnischen Besitzes (auch des landwirtschaftlichen) überging. Durch einen Erlass des Reichsführers SS über die Zusammenarbeit der Behörden des Reichsführers SS mit der HTO vom 10. November 1939 wurde bestimmt, dass Erfassung und Beschlagnahmung von landwirtschaftlichem Vermögen nur durch den Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums, Verwaltung und</p>
                <p>Nutzung dagegen durch die HTO nach Weisung des Reichsführers SS, der das erforderliche Benehmen mit dem RMEL herstellt&quot;, erfolgen solle (R 49/2). Am 24. November 1939 bestimmte Himmler, dass die Einsetzung der landwirtschaftlichen Bewirtschafter für allen beschlagnahmten landwirtschaftlichen Besitz ausschließlich durch den RMEL vorgenommen werden solle, keine solchen Bewirtschafter dürften direkt durch Dienststellen des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums eingesetzt werden. Diese Rechte des RMEL wurden jedoch nicht immer beachtet (R 2/18212; Kleine Erwerbungen 620-3; Robert L. Koehl: RKFDV. German Resettlement and Population Policy 1939-1945. A History of the Reich Commission for the Strengthening of Germandom. Cambridge 1957).</p>
                <p>Gründung der Ostdeutschen Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH</p>
                <p>Eine endgültige Klärung der Zuständigkeit für die Landbewirtschaftung erfolgte erst Anfang 1940. Am 12. Februar 1940 erließ der Beauftragte für den Vierjahresplan, aufgrund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplans vom 18. Oktober 1936 (RGBl. I, S. 887) und der Verordnung zur Einführung des Vierjahresplans in den Ostgebieten vom 30. Oktober 1939 (RGBl. I, S. 2125), die Verordnung zur Einführung des Vierjahresplanes in den eingegliederten Ostgebieten (RGBl. I, S. 355). Nach dieser Verordnung sollten „alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe und Grundstücke, die in den eingegliederten Ostgebieten gelegen sind und am 1. September 1939 nicht im Eigentum von Personen deutscher Volkszugehörigkeit gestanden haben&quot;, öffentlich bewirtschaftet werden. „Zur Durchführung der Bewirtschaftung bestellt der RMEL einen Generalverwalter, der an seine Weisungen gebunden ist.&quot;</p>
                <p>Mit dem Erlass vom 28. Februar 1940 bestellte der RMEL die „Ostdeutsche Landbewirtschaftungsgesellschaft mit beschränkter Haftung&quot; zum Generalverwaltung (R 82/7), die im Handelsregister des Amtsgerichtes Berlin-Mitte, Abt. B unter Nr. 58763 am 27. April 1940 eingetragen wurde (R 82/92). Als Gründer waren das Deutsche Reich, vertreten durch den Reichsminister der Finanzen und ein bei der Gründung als Treuhänder des Deutschen Reiches fungierender Beamter des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, der aber den von ihm übernommenen Geschäftsanteil unmittelbar nach der Gründung auf das Deutsche Reich übertrug, eingetragen. Das Deutsche Reich war also alleiniger Gesellschafter (R 82/44). Das Stammkapital betrug 3 Millionen Reichsmark (vgl. Anweisung für die Auszahlung in</p>
                <p>R 2/18211). Dazu kamen ein vertraglich ständig arbeitender Bankkredit von 90 Millionen Reichsmark, wechselnde Saisonkredite von ca. 140 bis 160 Millionen Reichsmark und verlorene Zuschüsse aus Reichsmitteln von mindestens 20 Millionen Reichsmark (N 1736/3 Johann Dietrich Lauenstein).</p>
                <p>Weiterhin regelte sich die Führung der Geschäfte der Gesellschaft nach den Durchführungsverordnungen zur Verordnung vom 12. Februar 1940 (RGBl. I 1941, S. 67 f.) den Richtlinien des RMEL für die Geschäftsführung der Ostdeutschen Landbewirtschaftungsgesellschaft vom 14. Juni 1940 (Az. IV A 10-561; nicht veröffentlicht) und dem Gesellschaftsvertrag vom 13. Februar 1940 mit Ergänzungen vom 2. Juli 1941 und 22. Mai 1942 (R 82/8).</p>
                <p>Aufgaben</p>
                <p>Die Ostdeutsche Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH war grundsätzlich in den eingegliederten Ostgebieten (Ostoberschlesien, Reichsgau, Wartheland, Reichsgau Danzig-Westpreußen, Regierungsbezirk Zichenau mit Suwalki) für die öffentliche Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Betrieben aus „nichtvolksdeutschem&quot; Privatbesitz sowie für die Verwaltung von Grundstücken auf dem Land zuständig. Dabei wurden auch die Aufgabenbereiche anderer Behörden berührt, mit denen im Einzelnen die Zuständigkeiten abgegrenzt wurden. Insbesondere kamen hierfür die HTO und ihre Grundstücksgesellschaften, der Reichforstmeister, die Reichsdomänenverwaltung, der Reichsführer SS - Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft (Werkzentralen) und der Reichskommissar für die Behandlung feindlichen Vermögens in Betracht. (Vgl. zu den Sonderregelungen R 82/7, im Bereich der Reichsdomänenverwaltung auch R 2/18285).</p>
                <p>Die Beschlagnahme der Grundstücke gehörte nicht zu den Aufgaben der Ostdeutschen Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH. Sie erfolgte ausschließlich durch den Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums (R 49/2).</p>
                <p>Die treuhänderische Verwaltung durch die Ostdeutsche Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH umfasste lediglich die landwirtschaftliche Betriebsführung. Über das Privateigentum des jeweiligen Eigentümers verfügte der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums. Das landwirtschaftliche Betriebsvermögen wurde beim Betrieb belassen. Neuanschaffungen mussten bei einer etwaigen Betriebsabgabe vom Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums bezahlt werden (N 1736/3 Johann Dietrich Lauenstein).</p>
                <p>Die Ostdeutsche Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH nahm am 1. April 1940 ihre Tätigkeit als Generalverwalter in den eingegliederten Ostgebieten auf (R 2/18212). Das Amt von kommissarischen Verwaltern und Treuhändern, die nicht aufgrund der Verordnung vom 12. Februar 1940 eingesetzt worden waren, erlosch mit der Übernahme des von ihnen verwalteten Besitzes durch den Generalverwalter.</p>
                <p>Im August 1940 übernahm die Gesellschaft auch Landbewirtschaftungsaufgaben im Nordosten Frankreichs, nördlich einer Linie, die etwa der Maas-Aisne-Somme folgte. Sie erhielt vom RMEL den Auftrag, dem Militärbefehlshaber Frankreich das Personal zur Verfügung zu stellen, das zur Ingangsetzung brachliegender oder geräumter landwirtschaftlicher Betriebe benötigt wurde (N 1736/3 Johann Dietrich Lauenstein, R 2/18216).</p>
                <p>Nachdem 1941 das Reichskommissariat Ostland gebildet worden war, ordnete der RMEL an, dass der Name der Gesellschaft, dessen Abkürzung „Ostland&quot; war, in „Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH (Reichsland)&quot; geändert werden sollte (N 1736/3 Johann Dietrich Lauenstein). Der entsprechende Gesellschaftsbeschluss erfolgte am 22. Mai 1942 (R 82/7), die Eintragung im Handelsregister am 28. Mai 1942 (R 8135/7866).</p>
                <p>Geschäftsführung</p>
                <p>Erster Geschäftsführer war vom 1. Mai 1940 bis zum 31. August 1944 der Ministerialdirektor im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Johann-Dietrich-Lauenstein. Sein Nachfolger wurde Landesbauernführer Helmuth Körner (Sachsen).</p>
                <p>Zu weiteren Geschäftsführern wurden der Ministerialrat im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Hugo Berger (zuständig für die Landwirtschaft) und der kaufmännische Direktor Waldemar Kraft (zuständig für die Verwaltung) bestellt (R 2/18216; R 82/44).</p>
                <p>Die Geschäftsführer vertraten die Gesellschaft, wobei jeder Geschäftsführer berechtigt war, die Gesellschaft alleine zu vertreten (R 82/8).</p>
                <p>Verwaltungsaufbau</p>
                <p>Zentrale in Berlin</p>
                <p>Sie befand sich zunächst in der Jägerstraße 8/9 (R 49/32), später Unter den Linden 34 (R 82/8) und bestand aus 5 Abteilungen:</p>
                <p>- Landwirtschaftliche Abteilung</p>
                <p>- Kaufmännische Abteilung</p>
                <p>- Verwaltungsabteilung</p>
                <p>- Personalabteilung</p>
                <p>- Rechtsabteilung</p>
                <p>Verwaltung in den eingegliederten Ostgebieten</p>
                <p>Hauptgeschäftsstellen</p>
                <p>Für den Bereich des Reichsgaus Wartheland wurde eine Hauptgeschäftsstelle in Posen für den Verkehr mit den Dienststellen auf Gauebene eingerichtet. Sie war Zweig- und Nebenstellen im Reichsgau Wartheland gegenüber weisungsberechtigt. Von 1942 bis 1943 bestand in Danzig ebenfalls eine Hauptgeschäftsstelle, die für Zweig- und Nebenstellen im Reichsgau Danzig-Westpreußen zuständig war.</p>
                <p>Zweigstellen</p>
                <p>Im Allgemeinen gab es in jedem Regierungsbezirk eine Zweigstelle. Nach dem Stand vom 27. Oktober 1941 befanden sich in Bromberg, Danzig-Oliva², Graudenz², Hohensalza, Kattowitz, Litzmannstadt, Posen und Schröttersburg Zweigstellen (R 49/32). Die Führung der Geschäfte in den Zweigstellen richtete sich nach den Weisungen der Zentrale. Zu ihren Aufgaben gehörte die Überwachung der finanziellen Angelegenheiten in ihren Bezirken und der ihr nachgeordneten Dienststellen in Bezug auf ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Betriebe.</p>
                <p>In den Zweigstellen gab es Wirtschaftsoberleiter, deren Aufgabe die einheitliche Ausrichtung der den Zweigstellen nachgeordneten Dienststellen auf dem Gebiet der Landwirtschaft war. Jeder Wirtschaftsoberleiter war für drei bis vier Kreise zuständig.</p>
                <p>Nebenstellen</p>
                <p>Nebenstellen waren nachgeordnete Dienststellen der Zweigstellen in den Kreisen, an deren Spitze ein Kreislandwirt stand. Nach dem Stand vom 27. Oktober 1941 gab es 80 Nebenstellen (vgl. Adressenverzeichnis in R 49/32).</p>
                <p>Bezirkslandwirte, Betriebsleiter und Ortslandwirte</p>
                <p>Unter dem Kreislandwirt arbeiteten Bezirkslandwirte für Großbetriebe, Bezirkslandwirte für Klein- und Mittelbetriebe (zuständig für 100-1000 Betriebe), Betriebsleiter und Ortslandwirte, die die Bezirkslandwirte für Klein- und Mittelbetriebe unterstützen (R 82/8).</p>
                <p>Verwaltung in Frankreich</p>
                <p>Hauptgeschäftsstelle Paris</p>
                <p>Wirtschaftsoberleitungen</p>
                <p>Wirtschafsoberleitungen gab es in Laȏn, Mézières-Charleville, Nancy und Dijon (R 2/18216).</p>
                <p>Nebenstellen</p>
                <p>Insgesamt gab es 17 Nebenstellen, deren Adressen in R 49/32 zu finden sind (Stand: 27. Oktober 1941).</p>
                <p>Verwaltung von Sonderaufgaben</p>
                <p>Darüber hinaus gab es eine Außenstelle in Den Haag, die eine Anwerbestelle für niederländische Landwirte für den Osteinsatz war, und eine Außenstelle in Wien, die Aufgaben im Rahmen der Schlepperaktion durchzuführen hatten. Im Laufe des Rechnungsjahres 1941/42 wurde das Maschinenlager Wien-Lobau an die Zentral-Handelsgesellschaft Ost und die Anwerbestelle in Den Haag an ein neues niederländisches Unternehmen abgegeben (R 8135/7866; R 2/19521).</p>
                <p>Bewirtschaftung der Betriebe</p>
                <p>Die der Gesellschaft zur Bewirtschaftung übergebenen Betriebe wurden in Form der Eigenbewirtschaftung, das heißt, durch einen Betriebsleiter (bei Großbetrieben) oder durch polnische Wirte (bei Klein- und Mittelbetrieben) bewirtschaftet. In Ausnahmefällen wurden sogenannte Bewirtschaftungsverträge (Beispiel in R 82/26) abgeschlossen. Für den Abschluss von Bewirtschaftungsverträgen kamen im Allgemeinen nur Betriebe bis 100 Hektar Größe in Frage, wenn sie:</p>
                <p>a) zur Eigenbewirtschaftung wegen ihres geringen Umfanges oder der Person des oft von anderer Stelle eingesetzten Gutsleiters ungeeignet waren</p>
                <p>b) als Einzelbetriebe nicht betriebsfähig waren, aber an bäuerlichen Besitz angrenzten und von diesem mit bewirtschaftet werden konnten.</p>
                <p>Als Bewirtschafter kamen nur qualifizierte „volksdeutsche&quot; Bauern in Betracht, die das erforderliche Kapital und Inventar mitbrachten.</p>
                <p>Der öffentlichen Bewirtschaftung unterlagen auch „das Zubehör und die Früchte sowie alle dem Betrieb oder Grundstück dienenden oder zugehörigen Rechte, Forderungen, Beteiligungen und Interessen aller Art&quot; (R 82/8).</p>
                <p>Bereits in der ersten Zeit der Bewirtschaftung durch die Ostdeutsche Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH/Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH wurden Betriebe an die Wehrmacht abgegeben. Weiterhin wurden Betriebe den Siedlungsgesellschaften, die mit dem Aufbau und der Ausstattung der Umsiedlerbetriebe beauftragt waren, als sogenannte Stützpunktbetriebe überlassen. Betriebsabgaben erfolgten ebenfalls laufend an Kriegsversehrte und Volksdeutsche (R 8135/7866).</p>
                <p>Die Gesellschaft hat von 1940 bis 1945 in den eingegliederten Ostgebieten landwirtschaftliche Betriebe von Grundstücken in einer Gesamtgröße von etwa 6 Millionen Hektar für das Deutsche Reich bewirtschaftet. Die Erträge aus der Bewirtschaftung flossen in einen besonderen Bewirtschaftungsfond, aus dem der Reichsminister der Finanzen laufend die für die weitere Bewirtschaftung nicht benötigten Mittel in die Reichskasse abrief (R 82/44).</p>
                <p>Räumung und Abwicklung</p>
                <p>Im Zuge der Kriegsereignisse mussten die Zweigstellen im Osten und Westen 1944/45 geräumt werden. Sie wurden jedoch bei der Zentrale wiedererrichtet (R 82/30).</p>
                <p>Die Zentrale wurde im Juli 1944 nach Schneidemühl verlagert, nachdem das Geschäftsgebäude in Berlin zerstört worden war. Dort wurden die Geschäfte weitergeführt.</p>
                <p>Am 20. April 1945 wurde in Ratzeburg eine Ausweichstelle, später Abwicklungsstelle errichtet. Nach dem Geschäftsverteilungsplan für die Abwicklungsarbeiten vom 23. August 1945 hat Dr. Otto Hofer die kommissarische Geschäftsführung übernommen (R 82/88). Die Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH hat bis zum 23. September 1948 in Ratzeburg weitergearbeitet.</p>
                <p>Ihre hauptsächliche Aufgabe bestand in der Erfassung und Verwertung des zurückgeführten Inventars von Betrieben. Diese Tätigkeit wurde im Wesentlichen von Beauftragten im Außendienst durchgeführt, die für einen oder mehrere Kreise zuständig waren. Außerdem wurden von der Abwicklungsstelle die noch bestehenden Arbeitsverhältnisse gelöst.</p>
                <p>Treuhänder der Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung, der aufgrund des Kontrollratsgesetzes Nr. 52 betreffend Sperre und Kontrolle von Vermögen unter Vermögenskontrolle stand, war in der britischen Zone Captain Kazimier Bobinski (R 82/39). Sachwalter der Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH in Berlin war Dr. Günter Klein (R 82/95).</p>
                <p>Neben der Abwicklungsstelle in Ratzeburg bestand eine weitere Abwicklungsstelle in Berlin-Charlottenburg, deren Geschäftsführer Emil Hosius war (R 82/95).</p>
                <p>Am 24. September 1948 ging die treuhänderische Verwaltung und Abwicklung der Gesellschaft auf den Oberfinanzpräsidenten in Kiel über, der seinerseits das Finanzamt Ratzeburg damit beauftragte (R 82/39). Ungefähr 1953 übernahm die Bundesvermögensstelle Lübeck die restlichen Abwicklungsarbeiten, die 1959/60 abgeschlossen wurden.</p>
                <p>Wert der Überlieferung und Ersatzüberlieferungen</p>
                <p>Die Überlieferung, die ins Bundesarchiv gelangt ist, ist sehr bruchstückhaft und zufällig. Daher wird sie wahrscheinlich kein vollständiges Bild der Tätigkeit der Ostdeutschen Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH/Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH wiedergeben.</p>
                <p>Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, auch die weiteren im Bundesarchiv befindlichen Unterlagen über die Gesellschaft heranzuziehen:</p>
                <p>R 2 Reichsfinanzministerium</p>
                <p>Nr. 1821, 18212, 18216, 18285, 19017- 19018,19521, 19565, 30003 3479</p>
                <p>R 3101 ANH. Reichswirtschaftsministerium</p>
                <p>Nr. 391</p>
                <p>R 3601 Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft</p>
                <p>R 49 Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums</p>
                <p>Nr. 12, 32, 130, 3127</p>
                <p>R 8135 Deutsche Revisions- und Treuhand AG</p>
                <p>Nr. 7866</p>
                <p>R 187 Sammlung Schumacher</p>
                <p>Nr. 76, 93, 94</p>
                <p>R 138 I Behörden der Allgemeinen Inneren Verwaltung und der Kommunalen Selbstverwaltung außerhalb des Gebietes der Bundesrepublik Deutschlands insbesondere:</p>
                <p>Reichsstatthalter in Danzig-Westpreußen</p>
                <p>Danzig-Westpreußische Landsiedlungs-GmbH</p>
                <p>Ost Dok 8 Berichte von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den Gebie-</p>
                <p>ten östlich von Oder und Neiße zum Zeitgeschehen 1919-1945</p>
                <p>Nr. 131, 138, 264, 360, 633</p>
                <p>Ost Dok 13 Berichte der Verwaltung und Wirtschaft in den Gebieten östlich von</p>
                <p>Oder und Neiße</p>
                <p>Nr. 26, 198-207</p>
                <p>NL 267 Nachlass Waldemar Kraft</p>
                <p>N 1736 Restnachlass Johann-Dietrich Lauenstein</p>
                <p>Es ist nicht auszuschließen, dass sich darüber hinaus noch weitere Unterlagen im Bundesarchiv befinden.</p>
                <p>Dienstakten: B 198/4211 (alt: 3311/22)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 28.02.1940 Errichtung der Ostdeutschen Landbewirtschaftungsgesellschaft mbH (Ostland) durch den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Deutschen Reich als alleinigem Gesellschafter. Sie übernahm die Zwangsverwaltung der den polnischen Eigentümern entzogenen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe und Grundstücke sowie die Vermittlung dieser Betriebe und Grundstücke an die Wehrmacht (Kriegsteilnehmer), und - in Zusammenarbeit mit dem Zentralbodenamt des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums - an Siedlungsgesellschaften und volksdeutsche Umsiedler in den eingegliederten Ostgebieten. Sie wurde benfalls herangezogen für die treuhänderische Verwaltung der landwirtschaftlichen Betriebsführung in Ost- und Nordfrankreich. 1942 Namensänderung in Reichsgesellschaft für Landbewirtschaftung mbH (Reichsland). Der Zentrale in Berlin waren 8 Zweigstellen und 82 Nebenstellen nachgeordnet.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 162</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutscher Seefischerei-Verein/Reichsanstalt für Fischerei/Deutsche Wissenschaftliche Kommission für Meeresforschung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1885-01-01/1946-12-31">1885-1946</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>167 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 33-I</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">34.02</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralhandelsgesellschaft Ost für landwirtschaftlichen Absatz und Bedarf mbH/Zentrale</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1945-12-31">1941-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>377 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es handelt sich Restunterlagen sehr geringen Umfangs</p>
                <p>Wichtig sind die verschiedenen Sammlungen der Anweisungen, Rundschreiben etc., die Arbeitsberichte und die Bilanzunterlagen</p>
                <p>Dokumentiert wird vor allem die Rückführung und Verwertung des Räumungsgutes</p>
                <p>Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Akten in Berlin bzw. in den verschiedenen Auslagerungsorten während oder kurz nach dem Krieg der Zerstörung zum Opfer gefallen sind.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die als Bestand R 33 I früher im Bundesarchiv Koblenz verwahrten Unterlagen der ZHO sind 1977 im Zusammenhang mit der Übernahme der Abwicklungsbestände des Reichsnährstandes ins Bundesarchiv gelangt. Über den Zeitpunkt der Übernahme der als Bestand 34.02 im Zentralen Staatsarchiv der DDR verwahrten Unterlagen ins Archiv liegen keine Informationen vor.</p>
                <p>Archivische Bewertung</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch umfasst sowohl die relevanten Akten der bis 1990 im Bundesarchiv Koblenz als Bestand R 33 I verwahrten Überlieferung als auch die früher im Zentralen Staatsarchiv der DDR als Bestand 34.02 verwahrten Akten. Um eine eindeutige Benutzbarkeit des Bestandes zu gewährleisten, wurde festgelegt, die Signierung des Koblenzer Teilbestandes beizubehalten und die Potsdamer Akten umzusignieren. Jede Aktensignatur wurde mit 1.000 addiert (Beispiel: alt 34.02/119 ist neu: R 33 I/1119).</p>
                <p>Des Weiteren galt es die Findmittel zu vereinheitlichen, da beide Findbücher mit unterschiedlicher Klassifikation vorlagen. Aufgrund des stark dezimierten Umfangs war eine Klassifikation nach Geschäftsverteilungsplan nicht möglich. Daher wurde der Bestand nach Sachgebieten geordnet, wobei darauf geachtet wurde, einen inneren Zusammenhang herzustellen. Die Ordnung des Schriftguts innerhalb der Aktenbände wurde beibehalten.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Köller, Vera: Zur Rolle der Zentralhandelsgesellschaft Ost für landwirtscahftlichen Absatz und Bedarf mbH bei der Ausplünderung der besetzten sowjetischen Gebiete durch den deutschen Faschismus während des zwieten Weltkrieges. In: Der deutsche Imperialismus und der zeite Weltkrieg, Bd. 4, Berlin 1961</p>
                <p>Czollek, Roswitha: Faschismus und Okkupation. Wirtschaftspolitische Zielsetzung und Praxis des faschistischen deutschen Besatzungsregimes in den baltischen Sowjetrepubliken während des zweiten Weltkrieges (Schriften des Zentralinstituts für Geschichte Bd. 39), Akademieverlag, Berlin 1974, s. 116 ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Zentralhandelsgesellschaft Ost (ZHO) wurde auf Initiative des Beauftragten für den Vierjahresplan am 17.07.1941 gegründet. Sie war für die geschäftliche und technische Durchführung der Ernährungswirtschaft in den von Deutschland besetzten Gebieten der Sowjetunion zuständig. Zu Ihrem Aufgabenbereich im Einzelnen gehörte die zentrale Erfassung, Lagerung und der Transport der landwirtschaftlichen Produkte, die Betreuung der be- und verarbeitenden ernährungswirtschaftlichen Betriebe sowie die Versorgung der Landwirtschaft mit Produktionsmitteln und Bedarfsgütern. Die politische Lenkung der Ernährungswirtschaft lag für den Zivilbereich beim Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete bzw. seinen nachgeordneten Dienststellen und für den unter Militärverwaltung stehenden Teil beim Wirtschaftsstab Ost bzw. den Wirtschaftsinspektionen und -kommandos. Von hier erfolgten die wirtschaftspolitischen Anweisungen hinsichtlich der Ablieferungsmengen und ihrer Verwendung sowie der Führung der Treuhandbetriebe.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 33-I ANH.</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralhandelsgesellschaft Ost für landwirtschaftlichen Absatz und Bedarf mbH/Zentrale</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1972-12-31">1941-1972</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es handelt sich hier um Restunterlagen sehr geringen Umfangs.</p>
                <p>Wichtig sind die verschiedenen Sammlungen der Anweisungen, Rundschreiben etc., die Arbeitsberichte und die Bilanzunterlagen.</p>
                <p>Dokumentiert wird vor allem die Rückführung und Verwertung des Räumungsgutes</p>
                <p>Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Akten in Berlin bzw. in den verschiedenen Auslagerungsorten während oder kurz nach dem Krieg der Zerstörung zum Opfer gefallen sind.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die als Bestand R 33 I früher im Bundesarchiv Koblenz verwahrten Unterlagen der ZHO sind 1977 im Zusammenhang mit der Übernahme der Abwicklungsbestände des Reichsnährstandes ins Bundesarchiv gelangt. Über den Zeitpunkt der Übernahme der als Bestand 34.02 im Zentralen Staatsarchiv der DDR verwahrten Unterlagen ins Archiv liegen keine Informationen vor.</p>
                <p>Die Unterlagen der Abwicklung aus der Nachkriegszeit bilden den Teilbestand R 33 I ANH.</p>
                <p>Archivische Bewertung</p>
                <p>Das vorliegende Findbuch umfasst sowohl die relevanten Akten der bis 1990 im Bundesarchiv Koblenz als Bestand R 33 I verwahrten Überlieferung als auch die früher im Zentralen Staatsarchiv der DDR als Bestand 34.02 verwahrten Akten. Um eine eindeutige Benutzbarkeit des Bestandes zu gewährleisten, wurde festgelegt, die Signierung des Koblenzer Teilbestandes beizubehalten und die Potsdamer Akten umzusignieren. Jede Aktensignatur wurde mit 1.000 addiert (Beispiel: alt 34.02/119 ist neu: R 33 I/1119).</p>
                <p>Des Weiteren galt es die Findmittel zu vereinheitlichen, da beide Findbücher mit unterschiedlicher Klassifikation vorlagen. Aufgrund des stark dezimierten Umfangs war eine Klassifikation nach Geschäftsverteilungsplan nicht möglich. Daher wurde der Bestand nach Sachgebieten geordnet, wobei darauf geachtet wurde, einen inneren Zusammenhang herzustellen. Die Ordnung des Schriftguts innerhalb der Aktenbände wurde beibehalten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Zentralhandelsgesellschaft Ost (ZHO) wurde auf Initiative des Beauftragten für den Vierjahresplan am 17.07.1941 gegründet. Sie war für die geschäftliche und technische Durchführung der Ernährungswirtschaft in den von Deutschland besetzten Gebieten der Sowjetunion zuständig. Zu Ihrem Aufgabenbereich im Einzelnen gehörte die zentrale Erfassung, Lagerung und der Transport der landwirtschaftlichen Produkte, die Betreuung der be- und verarbeitenden ernährungswirtschaftlichen Betriebe sowie die Versorgung der Landwirtschaft mit Produktionsmitteln und Bedarfsgütern. Die politische Lenkung der Ernährungswirtschaft lag für den Zivilbereich beim Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete bzw. seinen nachgeordneten Dienststellen und für den unter Militärverwaltung stehenden Teil beim Wirtschaftsstab Ost bzw. den Wirtschaftsinspektionen und -kommandos. Von hier erfolgten die wirtschaftspolitischen Anweisungen hinsichtlich der Ablieferungsmengen und ihrer Verwendung sowie der Führung der Treuhandbetriebe.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 33-II</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralhandelsgesellschaft Ost für landwirtschaftlichen Absatz mbH/Hauptgeschäftsstelle Riga</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1941-01-01/1944-12-31">1941-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>65 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Gründung, Organisation und Aufgaben, 1941-1944</p>
                <p>- Tätigkeit der Fachabteilungen, allgemein, 1941-1944</p>
                <p>- Erfassung landwirtschaftlicher Produkte, 1942-1944</p>
                <p>- Betreuung der Be- und Verarbeitungsbetriebe, 1942-1944</p>
                <p>- Versorgung der Landwirtschaft und der Bediensteten der ZHO, 1942-1944</p>
                <p>- Verwaltung, Organisationsfragen einzelner Abteilungen, 1942-1944</p>
                <p>- Lenkung der Genossenschaften, 1941-1944</p>
                <p>- Einrichtung von Lagern, 1942-1944</p>
                <p>- Treuhandverwaltung, 1942-1944</p>
                <p>- Tätigkeit und Berichte der Geschäfts- und Nebenstellen in Reval, Baranowitsche, Pleskau und Wolmar, 1941-1944.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Zentralhandelsgesellschaft Ost (ZHO) wurde auf Initiative des Beauftragten für den Vierjahresplan am 17.07.1941 gegründet. Sie war für die geschäftliche und technische Durchführung der Ernährungswirtschaft in den von Deutschland besetzten Gebieten der Sowjetunion zuständig. Zu Ihrem Aufgabenbereich im Einzelnen gehörte die zentrale Erfassung, Lagerung und der Transport der landwirtschaftlichen Produkte, die Betreuung der be- und verarbeitenden ernährungswirtschaftlichen Betriebe sowie die Versorgung der Landwirtschaft mit Produktionsmitteln und Bedarfsgütern. Die politische Lenkung der Ernährungswirtschaft lag für den Zivilbereich beim Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete bzw. seinen nachgeordneten Dienststellen und für den unter Militärverwaltung stehenden Teil beim Wirtschaftsstab Ost bzw. den Wirtschaftsinspektionen und -kommandos. Von hier erfolgten die wirtschaftspolitischen Anweisungen hinsichtlich der Ablieferungsmengen und ihrer Verwendung sowie der Führung der Treuhandbetriebe.</p>
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            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 9349</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">70 Re 10</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise e.V.</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1935-01-01/1940-12-31">1935-1940</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>12 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist lediglich Schriftwechsel A-Z, v.a. mit dem Hauptamt für Volksgesundheit überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Der Reichsverband hatte sich aus den Vereinigungen und Unternehmungen zur Pflege der Biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise, die vor 1932 existierten, konstituiert. Ihm traten fast alle biologisch-dynamisch wirtschaftenden Betriebe bei, die nach Schätzungen etwa 1 000 zählten. Mit Gründung dieses Reichsverbandes war die zwangsweise verpflichtenden Aufnahme in den Reichsnährstand verbunden.</p>
                <p>Erhard Bartsch, der seit 1927 den Versuchsring Anthroposophischer Landwirte leitete, übernahm diese Aufgabe ab 1932 für den Reichsbund. Wichtiger Verbindungsmann von Erhard Bartsch zur Partei war Professor Alfred Bäumler, Mitglied der SS, Leiter der deutschen Hochschule für Politik und Professor der Berliner Universität.</p>
                <p>Nach dem Englandflug vonRudolf Heß 1941zerschlug Himmler den Reichsverband für biologisch-dynamische Wirtschaftsweise und sorgte dafür, dass der Hitlernahe Vorsitzende Erhard Batrsch ins KZ kam. Dennoch erfolgte kein Verbot für die biologisch-dynamische Technik, da er sie selbst ohne ihre anthroposophischen Elemente weiterführen wollte.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4703</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">47.03</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberpostdirektionen Metz und Straßburg</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1866-01-01/1918-12-31">1866-1918</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>49 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_1f9e1783-92b5-44ba-b5c5-c9320e39a517"/>
                </p>
              </otherfindaid>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4704</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">47.04</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Der Sonderbeauftragte der Reichspost in Spanien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1937-01-01/1945-12-31">1937-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>17 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1925-01-01/1945-12-31">(1925-) 1937-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>400 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Erfindungen, Patente und Patentangelegenheiten, Organisationsunterlagen, Be‧schaffungs- und Personalangelegenheiten, Haushaltswesen, u.a. für kriegswichtige Sonder‧aufgaben 1925-1945 (44), Drucksachen</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Im Jahr 1983 wurden Teile des Bestandes des Verwaltungsarchivs des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen der DDR zusammen mit Akten des Reichspostministeriums (R 4701) vom Zentralen Staatsarchiv Potsdam übernommen. Für die Akten der Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost (RPF) wurde der Bestand R 4705 angelegt.</p>
                <p>Im November 1997 wurden Altakten beim ehemaligen Forschungsinstitut beim Fernmeldetechnischen Zentralamt (FTZ) in Darmstadt ausgesondert und dem Bundesarchiv angeboten. Das Bundesarchiv übernahm daraufhin sieben Kisten mit Patentschriften aus den Jahren 1931 bis 1945. Diese wurden an das Referat R 4 übergeben und in Berlin-Hoppegarten bis zur archivischen Bearbeitung eingelagert. Außerdem erfolgte gleichzeitig die Abgabe von Akten aus der Vorgeschichte des späteren FTZ in Darmstadt. Mit diesen Akten wurde der Bestand B 123 gebildet.</p>
                <p>Im November 2003 erfolgte außerdem die Übernahme einer Akte aus dem Staatsarchiv Freiburg, welche dort fälschlicherweise in den Bestand „Oberpostdirektion Freiburg&quot; integriert gewesen war.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Korella, Gottfried: Über die Zusammenarbeit der Deutschen Post mit dem Heer und der Wehrmacht im Fernmeldewesen von 1920-1945. In: Archiv für Deutsche Postgeschichte 1976, H. 2, S. 25ff.</p>
                <p>Faensen, Hubert: Forschungsanstalt und Ministersitz. Was sich auf dem Gelände der Kleinmachnower Hakeburg ereignete. In: Post und Telekommunikationsgeschichte 1997, H. 2, S. 16-31. Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 389.</p>
                <p>Faensen, Hubert: Hightech für Hitler. Die Hakeburg - Vom Forschungszentrum zur Kaderschmiede, Ch. Links Verlag, Berlin, 2001.</p>
                <p>Faensen, Hubert: Geheimnisträger Hakeburg, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam,1997.</p>
                <p>Grailer, Dr. Iring: Bericht des Sonderbeauftragten für die Abwicklung des RPM, RPZ, der RPF und der Rdr., Postmuseum Berlin,1945. ( DM 3 / 36217 )</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost wurde am 1. Januar 1937 zur Erforschung von technischen Problemen im Post- und Fernmeldewesen als höhere Reichsbehörde gegründet.</p>
                <p>Sie besaß gegenüber anderen Institutionen der Deutschen Reichspost (DRP) eine Vormachtstellung. Auf Weisung des Reichspostministers Wilhelm Ohnesorge durfte die RPF bei den Reichspostdirektionen (RPD) und dem Reichspostzentralamt (RPZ) stets Informationen und Auskünfte einholen, sowie nach Genehmigung des Reichspostministeriums (RPM) sich auch an der Betriebsführung und an Aufbauarbeiten beteiligen.</p>
                <p>Das ursprüngliche Forschungsgebiet beschränkte sich auf die Felder der allgemeinen Physik, der Optik und der Akustik. Die Betriebsfragen der Fernmeldetechnik wurden weiterhin vom RPZ bearbeitet. Später wurde das Forschungsgebiet der RPF um die Felder Chemie, Elektronik und Atomphysik erweitert.</p>
                <p>Die RPF wurde im Rahmen des „Vierjahresplanes&quot; überwiegend in die Aufgaben der Rüstung und Kriegswirtschaft einbezogen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges führte zu einer Erweiterung des Forschungsprogrammes. Umfasste die RPF bei ihrer Gründung zu Beginn des Jahres 1937 noch 14 Sachgebiete, so waren es bei Kriegsende 50. Aus dem „Grailer-Bericht&quot; wurde deutlich, dass die Forschungsanstalt „zu einem getarnten Rüstungsunternehmen ausgebaut und fast ausschließlich den steigenden Bedürfnissen der operativen Kriegsführung untergeordnet&quot; wurde.</p>
                <p>Die Abteilung II „Patentwesen und Bücherei&quot; verblieb als Einzige nach der kriegsbedingten Verlagerung der RPF mit ihren vier Sachgebieten in Berlin. Die anderen Abteilungen und Sachgebiete waren im ganzen Deutschen Reich verteilt. Die genaue Verteilung kann aus dem „Grailer-Bericht&quot; entnommen werden.</p>
                <p>Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden vom Sonderbeauftragten für die Abwicklung der Deutschen Reichspost circa 750 Patentakten über Schutzrechte der Deutschen Reichspost und ihrer Angehörigen sichergestellt. Bei der Erstellung des Findbuches waren davon nur circa 350 Patentakten im Bundesarchiv überliefert, der Verbleib der übrigen Patentschriften ist ungeklärt.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 95</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsoberseeamt und Seedisziplinarhof</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1878-01-01/1945-12-31">1878-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>325 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfasst die vom Reichsoberseeamt und vom Seedisziplinarhof überlieferten Akten. Im Einzelnen vom Reichsoberseeamt Generalakten 1878-1935 und Verfahrensakten und vom Seediziplinarhof Generalakten, chronologisch und nach Schiffsnamen geordnete Spruchakten sowie Register.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Das Schriftgut des (Reichs-)Oberseeamtes, soweit vom Reichsarchiv übernommen, ist im April 1945 in Potsdam verbrannt. Die überlieferten Akten wurdem vom Bundesoberseeamt in Hamburg übernommen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Amtsdrucksachen (der Provenienzstelle)</p>
                <p>Entscheidungen des Reichsoberseeamtes und der Seeämter des Deutschen Reiches, 1910ff.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1877 zur Untersuchung von Seeunfällen Einrichtung von Seeämtern in den größeren deutschen Hafenstädten und eines (Kaiserlichen) Oberseeamts in Berlin als oberste Spruchbehörde und Berufungsinstanz; 1919 in Reichsoberseeamt umbenannt und 1935 nach Hamburg verlegt; 1941 mit Einführung einer Disziplinargerichtsbarkeit für Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine Bildung von Seedisziplinarkammern bei den Seeämtern und des Seedisziplinarhofs beim Reichsoberseeamt als Berufungsinstanz; 1942 Unterstellung des Reichsoberseeamts und des Seedisziplinarhofs unter den neu eingesetzten Reichskommissar für die Seeschiffahrt (R 147).</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 124</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">R 4318</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Eisenbahnverwaltungen in den besetzten Gebieten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1944-12-31">1940-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>162 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Wehrmachtsverkehrsdirektion und Eisenbahnbetriebsdirektion Brüssel, Eisenbahnbe‧triebsdirektion Lille, Eisenbahnausbesserungswerk Löwen, Kraftfahrzeugabteilung, Hauptverkehrsdirektion Paris, Eisenbahndirektion Paris-Ost, Reichsverkehrsdirektion Riga, Fotoband über zerstörte Eisenbahnbrücken (Pro‧venienz: evtl. Reichsverkehrsdirektion Minsk).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Kreidler, Eugen: Die Eisenbahn im Machtbereich der Achsenmächte während des zweiten Weltkrieges, Göttingen-Frankfurt-Zürich 1975.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Während des &quot;Westfeldzuges&quot; im zweiten Weltkrieg 1940 Einrichtung von Wehrmachtsverkehrsdirektionen in Brüssel und Paris, denen die Eisenbahnbetriebsdirektionen in Brüssel, Lille und Nancy bzw. in Paris-Nord, Paris-Süd, Chalons s.M. und Rennes unterstanden. Ab Juni 1942 Aufsicht des Reichsverkehrsministers (R 5) über die Eisenbahnen Belgiens und Frankreichs und gleichzeitige Umbenennung der Wehrmachtsverkehrsdirektionen in Hauptverkehrsdirektionen. - In den besetzten Ostgebieten 1941 Bildung von Haupteisenbahndirektionen in Riga, Minsk, Lemberg (später Kiew) und Poltawa (später Dnjepropetrowsk), nach der Unterstellung unter den Reichsverkehrsminister im Dezember 1942 in Reichsverkehrsdirektionen umbenannt; diese dann auch für Schiffahrt und Straßenwesen zuständig.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 126</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswerke AG für Binnenschiffahrt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1969-12-31">1943-1945 (-1969)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>111 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 132</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1930-01-01/1948-12-31">1930-1948</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>148 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Angelegenheiten der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen und der Fachgruppen 1937-1947 (36), Personalangelegenheiten 1938-1948 (19), Betrieb der Kleinbahnen 1934-1947 (84), Straßenbahnen 1939-1947 (9).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Die berufständische Dachorganisation für die privaten Eisenbahnunternehmungen, der Reichsverband Deutscher Verkehrsverwaltungen, ist im September 1935 in die neugegründete Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen überführt worden. In der Stellung eines rechtsfähigen vereins hatte sie neben der allgemeinen Interessenvertretung ihre Mitglieder auf dem Fachgebiet zu beraten und zu betreuen. Die Reichsverkehrsgruppe gliederte sich in die Fachgruppen Straßenbahnen, Nebenbahnähnliche Kleinbahnen, Private Bahnen des allgemeinen Verkehrs sowie Privatanschlussbahnen. Sie unterstand der Aufsicht der Reichsverkehrsministeriums.</p>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Unterlagen der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen gelangten im Jahr 1969 aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA) in das Bundesarchiv. Im Im Jahr 1977 erfolgte eine weitere Abgabe von Schriftgut durch die Nachfolgeorganisation &quot;Bundesverband Deutscher Eisenbahnen&quot; der Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen. Dabei handelte es sich um Schriftgut der Fachgruppe &quot;Nebenbahnähnliche Kleinbahnen und Private Bahnen des allgemeinen Verkehrs&quot;, welches zum Bestand hinzugefügt wurde.</p>
                <p>In beiden Fällen handelt es sich nur um Teilbestände. Ein Großteil der Akten ist vernichtet. Da sich die Akten beider Provenienzen inhaltlich überschneiden, war es in Anbetracht der bruchstückhaften Überlieferung zweckmäßig, diese zusammen zu ordnen. Die Provenienz ergibt sich eindeutig aus der Signatur:</p>
                <p>Nr. 1 - 74 Reichsverkehrsgruppe Schienenbahnen bzw. nach 1945 Verkehrsgruppe Schienenbahnen, Berlin-Charlottenburg</p>
                <p>ab Nr. 75 Fachgruppe Nebenbahnähnliche Kleinbahnen und Private Bahnen des allgemeinen Verkehrs bei der Reichsgruppe Schienenbahnen</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Neben dem Bestand R 5 Reichsverkehrsministerium ist als ergänzendes Material im Bundesarchiv u.a. R 36 Deutscher Gemeindetag heranzuziehen.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Verkehrstechnik, 1919 ff [RD 104]</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Rahmen der Neuordnung des Verkehrsgewerbes im September 1935 Überführung der berufsständischen Dachorganisation für die privaten Eisenbahnunternehmungen, des Reichsverbands Deutscher Verkehrsverwaltungen, in die neu gegründete Reichsverkehrs‧gruppe Schienenbahnen; Stellung eines rechtsfähigen Vereins unter Aufsicht des Reichsver‧kehrsministeriums (vgl. Bestand R 5); hatte neben der allgemeinen Interessenvertretung ihre Mitglieder zu beraten und zu betreuen; die Reichsverkehrsgruppe gliederte sich in die Fachgruppen Stra‧ßenbahnen, Privatanschlussbahnen sowie Nebenbahnähnliche Kleinbahnen und Private Bahnen des allgemeinen Verkehrs</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 136</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswasserstraßenverwaltung im Reichsgau Danzig und im Memelland</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1945-12-31">Anfang 19. Jh.-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>413 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_89afe56c-de1c-4d37-96cc-9e84c02485f6"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Reichswasserstraßendirektion Danzig 1874-1945 (159): Verwaltungsangelegenheiten und Hoheitsrechte 1930-1945 (46), Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen 1939-1944 (8), fiskalische Grundflächen und Gebäude 1939-1944 (14), Schiffsverkehr und Polizei 1874-1942 (6), See- und Schifffahrtszeichen, Wetter- und Gewässerkunde 1913-1942 (12), Land- und Wasserbau 1939-1943 (22), Personal 1929-1945 (51); Betriebskrankenkasse für den Geschäftsbereich des Reichsministeriums Speer, Zweigstelle Danzig 1939-1945 (8); Reichswasserstraßen-Maschinenamt Danzig-Krakau 1895-1945 (47): Organisation und Ver‧waltung, Personal- und Sozialangelegenheiten 1919-1944 (10), Fahrzeugbauten 1895-1945 (27), Hoch-, Land- und Schleusenbauten 1900-1945 (10); Reichswasserstraßenamt Dirschau 1940-1945 (6); Wasserstraßenamt Memel, Anfang 19. Jh. - 1944 (95): Organisation, Geschäftsbereich und Dienstbetrieb 1894-1944 (5), Personal 1939-1945 (12), Haushalts- und Rechnungswesen, Steuern 1928-1944 (7), Land- und Wasserbau 1921-1944 (12), Wetter- und Gewässerkunde 1938-1944 (10), Geräte 1940-1944 (1), fiskalische Grundflächen und Gebäude 1920-1944 (15), staatliche Hoheitsrechte 1907-1944 (6), See- und Schifffahrtszeichen 1938-1944 (7), Dünen, Brücken und Fähren 1921-1944 (6), Schifffahrts- und Polizeisachen, Eichwesen, Anfang 19. Jh. - 1944 (14); Strandamt Memel 1874-1944 (4); Memeler Hafengesellschaft, Memel 1923-1944 (50): Organisation und Dienstbetrieb, allge‧meine Verwaltung, Personal 1924-1944 (10), Kassen- und Rechnungswesen 1939-1944 (7), Hafenbetrieb 1941-1944 (4), Grundstücke und Gebäude 1923-1944 (11), Steuern 1939-1944 (5), Verwalter für das im Reichsgebiet befindliche Vermögen der &quot;Lietukies&quot; 1935-1944 (13) (z.T. in litauischer Sprache); Wasserbauamt Russ (größtenteils in litauischer Sprache) 1885-1939 (49); Wasserstraßenverwaltung Pultusk 1939-1941 (1).</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 147</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.19</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Seeschiffahrt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1970-12-31">(1939) 1942-1945 (1970) </unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>324 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a7e4d230-65ac-4839-8f74-5ba81a40339d"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand umfaßt in seiner Masse Akten der Abwicklungsbehörde: Personalangelegenheiten 1939-1966 (28); Finanzielle Angelegenheiten 1939-1966 (38): Reichszuschüsse zum Neubau von Schiffen.- Abwicklung, Rückforderungen 1939-1966 (5), Regelung von Verbindlichkeiten 1942-1952 (20); Forderungen gegen das Seeschiffahrtsamt 1943-1950 (4), Kostenabrechnungen des Reichskommissars für die Seeschiffahrt Bukarest 1943-1944 (9); Deutsche Schiffe und Anlagen 1942-1949 (8): Ansprüche nach dem Reichsleistungsgesetz 1943-1949 (4), Reichseigene Schiffe 1944-1946 (3), Diestel-Kai-Anlage in Hamburg (1); Ausländische Schiffe und Anlagen 1941-1970 (134): Prisenrecht und Prisenschiffe 1942-1960 (77), Beschlagnahme von Schiffen und Anlagen 1942-1958 (33): Beschlagnahme von Schiffen und Reedereigütern aus den Niederlanden 1943-1958 (15), Beschlagnahme von Schiffen aus Norwegen 1944-1950 (7), Einsatz von Pénichen (Binnenschiffen) aus Frankreich 1943-1947 (2), Beschlagnahme von Krangerät in den besetzten Gebieten 1942-1946 (9); Charterung 1941-1970 (15): Charterung von Schiffen aus Italien 1943-1957 (7), Charterung von Schiffen aus Rumänien 1943-1970 (1), Charterung, Abwicklungsangelegenheiten nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges 1941-1955 (7); Schiffbau 1943-1949 (7); Norwegen-Verteiler-Verkehr (Einsatz von Schiffen nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges) 1944-19953 (5); Liquidation von Dienststellen des Reichskommissars 1943-1949 (32); Liquidation von Schiffahrtsgesellschaften und anderen Unternehmen 1939-1964 (84): Errichtung von Abwicklungsausschüssen und Zuständigkeitsregelungen 1943-1951 (5), Einzelne Gesellschaften 1941-1964 (56), Andere Unternehmen und Dienststellen 1939-1949 (23).</p>
                <p>Ergänzende Überlieferungen</p>
                <p>Weitere Akten sind im Bestand B 108 Bundesverkehrsministerium überliefert, ebenso in den Beständen R 5 Reichsverkehrministerium, R 43 Reichskanzlei, NS 6 Partei-Kanzlei der NSDAP und RW 4 OKW/Wehrmachtführungsstab.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Bisher lag ein Findbuch aus dem Jahr 1980 vor.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Zum Zwecke ihrer Onlinestellung im Internet wurden die Archivalien 2009 in der Archiv-Datenbank BASYS-S erfasst, zum großen Teil anhand der Findbucheinträge. Zum Stammbestand gehörten zunächst 235 Akten, die im Laufe der Jahre ergänzt wurden. Im Jahr 2005 sind aus Provenienzgründen dem Bestand R 5 Reichsverkehrministerium 63 Akten entnommen und dem Bestand R 147 hinzugefügt worden, ohne jedoch eine Umsignierung zu veranlassen. Im Jahr 2009 erfolgte eine Neusignierung für die hinzugekommenen Teile ab der Signatur Nr. 236 bis hin zur Signatur Nr. 324, in die auch die ehemaligen R5-Archivalien integriert und konkordiert wurden. Die intensiven Verzeichnungsangaben wurden größtenteils original mit den seinerzeit verwendeten Abkürzungen übernommen. Die Klassifikation wurde überarbeitet. Der Bestand wurde komplett neu in Mappen und säurefeste Kartons verpackt .</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Literatur:</p>
                <p>Daniel Mühlenfeld: Vom Kommissariat zum Ministerium. Zur Gründungsgeschichte des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. In: Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus 22 (2006), S. 72-92.</p>
                <p>Rüdiger Hachtmann, Winfried Süß: Hitlers Kommissare. Sondergewalten in der nationalsozialistischen Diktatur. Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0086-5.- Rezension</p>
                <p>Frank Bajohr: Gauleiter in Hamburg. Zur Person und Tätigkeit Karl Kaufmanns (1900-1969). In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 43 (1995), H. 2, S. 267-295</p>
                <p>Frank Bajohr: Hamburgs Führer: Zur Person und Tätigkeit des Hamburger NSDAP-Gauleiters Karl Kaufmann (1900-1969) in: Frank Bajohr/Joachim Szodrzynski, Hamburg in der NS-Zeit: Ergebnisse neuerer Forschungen. S. 59-91.- Hamburg 1995.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einleitung</p>
                <p>Die Stellung der Reichskommissare</p>
                <p>Reichskommissare waren Beauftragte von Reichsregierungen oder Reichsbehörden, die mit besonderen Befugnissen ausgestattet Verwaltungsaufgaben in einem ihnen zugewiesenen Bereich übernahmen. Schon während der Weimarer Republik waren Reichskommissare , wie etwa der Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete (1923-1930) oder der Reichskommissar für Überwachung der öffentlichen Ordnung durch die Regierung eingesetzt worden.</p>
                <p>Die Einsetzung von Reichskommissaren und Reichsstatthaltern wurde vor der Machtübernahme 1933 durch die NSDAP deshalb veranlasst, weil auf diesem Wege noch vorhandene demokratische Institutionen in den einzelnen Ländern umgangen werden konnten.</p>
                <p>Nach 1933, in der Anfangsphase der nationalsozialistischen Herrschaft, unterstellte Hitler die Kommissare direkt seiner Funktion als Reichskanzler. Nun war die Installation dieser Ämter ohne Rücksichtnahme auf Kabinettsbeschlüsse möglich.</p>
                <p>Der Reichskommissar für die Seeschiffahrt</p>
                <p>Der Reichskommissar für die Seeschiffahrt wurde am 30.Mai 1942 per &quot;Führererlaß&quot; eingesetzt. In seiner Begründung gestand Hitler der neugeschaffenen Behörde kriegsentscheidende Bedeutung zu. Das Amt bekleidete der Hamburger Gauleiter Karl Kaufmann, der in seiner Funktion Hitler direkt unterstellt war und eine einheitliche Planung der Seetransporte sicherstellen sollte. Das Kommissariat war somit für den Schiffsverkehr zuständig, sofern dieser nicht für Kriegsführung auf See oder den Transport von Truppen benötigt wurde. Die Kapazität der Schiffe sollte ständig erhöht und deren Zustand auf einem bestimmten Niveau gehalten werden. Darüber hinaus war der Kommissar für Ausrüstung und Bemannung verantwortlich und sollte sich um die Ausstattung der Häfen kümmern.</p>
                <p>Karl Kaufmann (1900-1969) übernahm in seiner Funktion als Reichskommissar das Kommando über das Seeschiffahrtsamt und die entsprechend unterstellten Dienststellen des Reichsverkehrsministeriums. Grundsätzlich lag die Entscheidungskompetenz beim Reichskommissar, dieser sollte sich allerdings mit dem Beauftragten für den Vierjahresplan, dem Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, dem Reichsverkehrsminister und dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition abstimmen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4201</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">42.01</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1864-01-01/1921-12-31">(1864-) 1871-1919 (-1921)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1422 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Organisation und Verwaltung des Reichsamtes 1870-1920 (186), Haushalt und Kassenverwaltung 1870-1921(386), Personalangelegenheiten: Beamtensachen 1871-1920 (385), Besondere Personalangelegenheiten (Geheimakten B) 1872-1919 (13), Bau- und Konstruktionswesen 1864-1919 (152), Betriebsdienst 1871-1918 (86), Personen- und Gepäckverkehr 1871-1918 (21), Güterverkehr 1871-1919 (169), Tarifangelegenheiten 1871-1919 (145), Maßnahmen gegen Spionage, Sabotage und Agententätigkeit, auch Verfolgung politischer Gegner (Geheimakten A) 1881-1919 (14), Mobilmachung, Krieg, Waffenstillstand, Friedensverhandlungen (Geheimakten M) 1872-1920 (93)</p>
                <p>Online Findbuch (2009)</p>
                <p>Insgesamt umfasst der im Bundesarchiv lagernde Bestand 1430 Akten. Zusammen mit den Beständen des Reichseisenbahnamts (R 4101) und der Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen (R 4202) existiert damit ein ziemlich lückenloses Aktenmaterial für die Frühzeit der Verkehrsorganisation des Eisenbahnzeitalters in Deutschland - unbenommen seiner inhaltlichen Korrespondenz mit den Akten des Preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, die sich im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem befinden und der Vielzahl archivalischer Quellen zur Eisenbahngeschichte in Archiven der Länder, Kreise und Städte.</p>
                <p>Der Quellenwert der übernommenen Aktenbestände der Generaldirektion in Straßburg wurde seinerzeit durch das Reichsarchiv als &quot;hinreichend&quot; bezeichnet. Abgesehen von einigen historisch interessanten Einzelheiten aus der letzten Zeit Kaiser Wilhelm I. und des Fürsten Bismarck [liegt] ihr Wert für die Geschichte des Deutschen Reiches... darin, dass beim Reichsamt fast alle Fragen, die das Preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten beschäftigt haben, ihren Niederschlag in einer mehr gedrängten und übersichtlichen Form gefunden haben.</p>
                <p>Verwiesen sei auf die Besonderheiten der Verkehrslage Elsass-Lothringens am Schnitt wichtiger Nord-Süd und Ost-West-Verbindungen und der daraus resultierenden Überlieferung archivalischer Quellen. So befinden sich in den Aktenbeständen Unterlagen von Verhandlungen über den Bau großer Alpendurchstiche (Gotthardbahn, Ostalpenbahn, Simplonbahn), des Verkehrs zwischen England, Belgien, der Niederlande sowie der Schweiz und Italien, des Verkehrs zwischen den Balkanstaaten, Österreich-Ungarn sowie den süddeutschen Verwaltungen einerseits und Frankreich und Spanien andererseits. Weitere Unterlagen sind zum Bau- und Konstruktionswesen, zum Betriebsdienst, zu Personen-, Gepäck- und Güterverkehr vorhanden. Ein umfangreicher Bestandsteil spiegelt das Tarifwesen wider, darunter auch soziale Aspekte unter Berücksichtigung fremdsprachlicher Probleme. Maßnahmen gegen Spionage, Sabotage und Agententätigkeit, auch Verfolgung politischer Gegner halten die &quot;Geheimakten A und B&quot; fest, Aussagen zu militärischen Sachverhalten, besonders der Mobilmachung, dem Krieg 1914/18, zum Waffenstillstand und den Friedensverhandlungen findet man in den &quot;Geheimakten M&quot;.</p>
                <p>Ergänzende Überlieferungen</p>
                <p>Weitere Überlieferungen enthalten die Bestände R 4101 Reichseisenbahnamt und R 4202 Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen.</p>
                <p>Im Geheimen Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz in Berlin befinden sich die Akten des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Bestand I. HA Rep. 93 B Ministerium der öffentlichen Arbeiten).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Aktenbestände der Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Straßburg sind in den Besitz Frankreichs übergegangen. Einige wenige Akten aus dem ehemaligen Zentralen Staatsarchiv Potsdam befinden sich im Bestand R 4202 Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen im Bundesarchiv.</p>
                <p>Die Akten des Reichsamts für die Verwaltung der Reichseisenbahnen wurden dem Reichsarchiv im Herbst 1931 zur Übernahme angeboten. Aus dem gesamten Aktenbestand von etwa 4000 Aktenbänden wurden unter Berücksichtigung der damals bestehenden Bestimmungen 1313 Aktenbände zur dauernden Aufbewahrung in das Reichsarchiv übernommen. Es sind offenbar keine Kriegsverluste eingetreten.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die durch das Reichsarchiv übernommenen Aktenbestände des Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseisenbahnen sind im Jahre 1932 geordnet, verzeichnet und auf Karteikarten aufgenommen worden, anschließend wurde ein Findbuch für den Bestand (heute: R 4201) gefertigt.</p>
                <p>Im Jahre 2008 ist der Bestand anhand des von 1932 vorliegenden Findbuches in der Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs erfasst worden. Dies erfolgte mittels Eingabe in die Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs mit dem Zwecke der Onlinestellung der Findbuchangaben. Die intensiven Verzeichnungsangaben wurden größtenteils original mit den seinerzeit verwendeten Abkürzungen übernommen.</p>
                <p>Bei der Verzeichnung wurden nur die numerischen Archivsignaturen beibehalten, bei vorgefundenen Akten mit Bandnummerierungen (z.B. 154 a) erhielt jeder Band eine neue Archivsignatur. Das betraf alle Akten mit der jetzt neuen Archivsignatur R 4201/729 bis R 4201/1430. Die bisherigen Signaturen wurden als Altsignaturen aufgeführt, die Akten selbst sind im Jahre 2008 im Zuge einer Bestandsrevision und magazintechnischer Arbeiten umsigniert worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Föhlinger, Otto: Geschichte der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen, Straßburg 1897.</p>
                <p>Sammlung von Verträgen, welche sich auf den Betrieb der von der Kaiserlichen Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen verwalteten Bahnen beziehen, Straßburg 1893</p>
                <p>Sarter, Adolf: Die deutschen Eisenbahnen im Kriege, in: Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Weltkrieges, Deutsche Serie, herausgegeben von der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden, Stuttgart 1930</p>
                <p>Schlenker, Max: Die wirtschaftliche Entwicklung in Elsass-Lothringen 1871 bis 1918&quot;, Sammelwerk, Selbstverlag des Elsass-Lothringen-Institutes, Frankfurt a.M. 1931</p>
                <p>Röll, Freiherr von: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens, Band 4, Berlin/Wien 1913</p>
                <p>Gottwaldt, Alfred: Deutsche Reichsbahn, Kulturgeschichte und Technik, Argon Verlag Berlin, 1994</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Geschichte</p>
                <p>Nach der Reichsgründung 1871 stand die Bildung einer gemeinsamen Eisenbahnverwaltung für alle deutschen Länder zunächst nicht auf der Tagesordnung. Die süddeutschen Staaten fürchteten das Übergewicht Preußens und lehnten Bismarcks Reicheisenbahngesetz 1875 endgültig ab. Lediglich die Eisenbahnstrecken in den von Frankreich abgetrennten Gebieten Elsass und Lothringen unterstanden seit 1871 dem Reichskanzler.</p>
                <p>Für das Eisenbahnwesen in Deutschland bestand somit bis zur Überführung der Staatseisenbahnverwaltungen der Länder in den Besitz des Reiches das Netz der Elsass-lothringischen Eisenbahnen (neben damals 7 Staatsverwaltungen) als einzige Reichsverwaltung. Dieses Eisenbahnnetz setzte sich aus den auf Grund des Frankfurter Friedensvertrages vom 10. Mai 1871 an das Deutsche Reich abgetretenen Teilen der französischen Ostbahn und aus den durch Staatsvertrag mit dem Großherzogtum Luxemburg vom 11. Juni 1872 pachtweise übernommenen Strecken der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahnen zusammen. Die neu gebildete &quot;Kaiserliche Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen&quot; war dazu durch Allerhöchsten Erlass vom 9. Dezember 1871 mit den Befugnissen und Pflichten einer öffentlichen Behörde eingerichtet worden. Sie unterstand zunächst unmittelbar dem Reichskanzleramt (Abteilung III für Elsass-Lothringen). Bei ihr lag bis zur französischen Besetzung von Elsass-Lothringen im November 1918 auch der Schwerpunkt von Betrieb und Verwaltung.</p>
                <p>Für die Entwicklung des Verkehrswesens in Elsass-Lothringen war neben der besonderen Verkehrslage an der oberrheinischen Verkehrsstraße und der burgundischen Pforte die Entwicklung der Industrie von Bedeutung. Während ursprünglich die Textilindustrie in der Gegend von Mülhausen an erster Stelle stand, trat mehr und mehr die sich nach Lothringen und Luxemburg verlagernde deutsche Schwerindustrie in den Vordergrund, dazu kamen die auf eine zufällige Entdeckung hin entstandenen Kaliwerke im Oberelsass und die allerdings nicht sehr bedeutende aber in Deutschland damals fast einzige Petroleumförderung bei Pechelbronn.</p>
                <p>Im Interesse einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen den Trägern des Verkehrs und den produzierenden Stellen wurde am 1. Oktober 1874 ein &quot;Eisenbahnausschuss&quot; aus Vertretern der Handelskammern, der Industrie und der Landwirtschaft eingerichtet. Dieser erste Eisenbahnausschuss wurde später zum Vorbild für die bei den übrigen deutschen Staatsbahnverwaltungen angegliederten Eisenbahnräte. Auch in der Tariffrage betrat die Generaldirektion durch Schaffung des sogenannten Wagenraumtarifs neue Wege.</p>
                <p>Die Einweihung der ersten Eisenbahnen in Elsass-Lothringen, der Strecke Straßburg - Basel, fand bereits am 19. und 20. September 1841 statt. Dreißig Jahre später, bei Übernahme der Elsass-lothringischen Eisenbahnen durch das Deutsche Reich, betrug die Streckenlänge 768,21 km, dazu kamen noch 174,54 km der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahngesellschaft. Unter deutscher Verwaltung kamen mehr als 1200 km hinzu.</p>
                <p>Technisch galten die Reicheisenbahnen in jeder Hinsicht als Musteranlagen: Die Umschlagseinrichtungen zwischen Eisenbahn und Binnenschifffahrt wurden auf den höchsten Grad technischer Leistungsfähigkeit gebracht; die Bahnhöfe in Straßburg und Metz wurden anstelle von kleinen Provinzbahnhöfen zu Großstadtbahnhöfen mit allen Erfordernissen der Neuzeit umgebaut. Die Reineinnahmen betrugen im Jahre 1872 mehr als 5 Millionen Mark, sie stiegen 1890 auf 20 Millionen, 1900 auf 86 Millionen Mark und bezifferten sich im letzten Friedensjahr 1913 auf 153 Millionen Mark.</p>
                <p>Am 27. Mai 1878 wurde durch kaiserlichen Erlass das Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen mit Sitz in Berlin eingerichtet. Es war eine dem Reichskanzler unmittelbar unterstellte Zentralbehörde zur Leitung der Verwaltung der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen und den angrenzenden Landesteilen. Die Generaldirektion der Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen wurde nunmehr dem als Landesaufsichtsbehörde fungierendem Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen nachgeordnet. Mit der Leitung der Behörde war der jeweilige Preußische Minister der öffentlichen Arbeiten betraut. Erster Chef des Reichsamts war Staatsminister Albert von Maybach (1822-1904), später folgten ab Juni 1891 Karl von Thielen (1832-1906), ab Juni 1902 Hermann von Budde (1851-1906) und ab 1906 Paul von Breitenbach (1850-1930).</p>
                <p>Für die unmittelbare Verwaltung war die Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsass-Lothringen mit Sitz in Straßburg zuständig. Bis zum 1. Oktober 1909 bestand sie aus drei Abteilungen:</p>
                <p>Abteilung 1 für Betrieb,</p>
                <p>Abteilung 2 für Bau,</p>
                <p>Abteilung 3 für Verkehrs- und allgemeine Verwaltung.</p>
                <p>Dazu leiteten Betriebsdirektionen, Verkehrsinspektionen, Maschineninspektionen, Werkstätteninspektionen und eine Telegrafeninspektion die verschiedenen Zweige des Betriebes und Verkehrs, während technische Zentralbüros (das betriebstechnische, das bautechnische, das maschinentechnische und das Materialienbüro) eine Reihe allgemeiner, in den Bereich der Zentralverwaltung fallender, Geschäfte selbständig bearbeiteten.</p>
                <p>Mit dem 1. Oktober 1909 trat eine Reorganisation in Kraft, deren Bedeutung im Wesentlichen in der Beseitigung der Betriebsdirektionen ohne Ersatz und der Aufhebung der Zentralbüros und der Telegrafeninspektion beruht, deren Geschäfte von nun an von der Generaldirektion selbst bearbeitet wurden. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Abteilungen auf 5:</p>
                <p>Abteilung 1 für die allgemeine Verwaltung, Finanz- und Etatswesen,</p>
                <p>Abteilung 2 für den Betrieb,</p>
                <p>Abteilung 3 für das Verkehrswesen,</p>
                <p>Abteilung 4 für den Bau,</p>
                <p>Abteilung 5 für das Maschinen- und Werkstättenwesen.</p>
                <p>Die 17 Betriebsinspektionen in Elsass-Lothringen und 3 Betriebsinspektionen in Luxemburg unterstanden unmittelbar der Generaldirektion. Der Vorstand der deutschen Betriebsverwaltung in Luxemburg war sämtlichen Dienststellen des Bezirkes sachlich übergeordnet.</p>
                <p>An Verkehrsinspektionen waren 8 vorhanden: in Basel, Mülhausen, Colmar, Straßburg, Saargemünd, Metz, Diedenhofen und Luxemburg. Der Verkehrsinspektor in Basel bekleidete zugleich die Stelle eines Repräsentanten der deutschen Verwaltung gegenüber der Schweiz. Maschineninspektionen gab es 6: in Mülhausen, Straßburg, Saargemünd, Metz, Diedenhofen und Luxemburg. Hauptwerkstätten befanden sich in Mülhausen, Bischheim bei Straßburg, Montigny bei Metz und Niederjeutz bei Diedenhofen. Sie waren den Werkstätteninspektionen in Bischheim und Montigny je zwei (für Lokomotiv- und für Wagenbau je eins) unterstellt. Nebenwerkstätten, die den Maschineninspektionen unterstellt waren, gab es in Saargemünd und Luxemburg.</p>
                <p>Alle Inspektionen führten seit dem Jahre 1911 die Bezeichnung Ämter, Betriebsamt, Maschinenamt u.s.w.).</p>
                <p>Die Eingliederung des Preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten in den Verwaltungsorganismus des Reiches verstärkte den Einfluss des Chefs der preußischen Staatsbahnen gegenüber den Leitern der übrigen bundesstaatlichen Eisenbahnverwaltungen und verringerte die Bedeutung des Reichseisenbahnamts für die mit der Landesverteidigung zusammenhängenden Fragen. 7</p>
                <p>Nach der Abtretung Elsass-Lothringens an Frankreich infolge des Versailler Vertrages übernahm das Reichsverkehrsministerium im Herbst 1919 die Abwicklungsaufgaben des Reichsamts.</p>
                <p>Der Quellenwert der übernommenen Aktenbestände der Generaldirektion in Straßburg wurde seinerzeit durch das Reichsarchiv als &quot;hinreichend&quot; bezeichnet. &quot;Abgesehen von einigen historisch interessanten Einzelheiten aus der letzten Zeit Kaiser Wilhelm I. und des Fürsten Bismarck [liegt] ihr Wert für die Geschichte des Deutschen Reiches... darin, dass beim Reichsamt fast alle Fragen, die das Preußische Ministerium der öffentlichen Arbeiten beschäftigt haben, ihren Niederschlag in einer mehr gedrängten und übersichtlichen Form gefunden haben.&quot;9</p>
                <p>Verwiesen sei auf die Besonderheiten der Verkehrslage Elsass-Lothringens am Schnitt wichtiger Nord-Süd und Ost-West-Verbindungen und der daraus resultierenden Überlieferung archivalischer Quellen. So befinden sich in den Aktenbeständen Unterlagen von Verhandlungen über den Bau großer Alpendurchstiche (Gotthardbahn, Ostalpenbahn, Simplonbahn), des Verkehrs zwischen England, Belgien, der Niederlande sowie der Schweiz und Italien, des Verkehrs zwischen den Balkanstaaten, Österreich-Ungarn sowie den süddeutschen Verwaltungen einerseits und Frankreich und Spanien andererseits. Weitere Unterlagen sind zum Bau- und Konstruktionswesen, zum Betriebsdienst, zu Personen-, Gepäck- und Güterverkehr vorhanden. Ein umfangreicher Bestandsteil spiegelt das Tarifwesen wider, darunter auch soziale Aspekte unter Berücksichtigung fremdsprachlicher Probleme. Maßnahmen gegen Spionage, Sabotage und Agententätigkeit, auch Verfolgung politischer Gegner halten die &quot;Geheimakten A und B&quot; fest, Aussagen zu militärischen Sachverhalten, besonders der Mobilmachung, dem Krieg 1914/18, zum Waffenstillstand und den Friedensverhandlungen findet man in den &quot;Geheimakten M&quot;.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4202</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1887-01-01/1916-12-31">1887-1916</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Bahnbewachung, Fahrpläne, Besprechungsniederschriften, Mobilmachungsangelegenheiten 1887-1916 (13).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Wolf, Paul: Die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen. In: Verfassung und Verwaltung von Elsaß-Lothringen 1871-1918, hrsg. von Georg Wolfram, Bd 2, Berlin 1937, S. 419-484.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Einrichtung der Generaldirektion für den Betrieb und die Verwaltung der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen im Dezember 1871, unterstand bis 1878 dem Reichskanzleramt (R 1401), seitdem dem Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen (R 4201). Nachdem Elsaß-Lothringen 1919 in französischen Besitz überging, wurde die Masse des Aktenbestandes von Frankreich übernommen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4302</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbeauftragter für das Seefahrtsschulwesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1885-01-01/1935-12-31">1885-1935</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>184 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferung</p>
                <p>Allgemeine Bestimmungen und Tauglichkeitsprüfungen 1885-1926 (8), Aufgabenstellungen und Lösungen für die schriftlichen Prüfungen 1889-1937 (63), Prüfungsergebnisse und Statistiken 1885-1931 (184).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Die Archivalien wurden bis 1990 im Zentralen Staatsarchiv Potsdam verwahrt. Nachdem bis zum Jahre 2006 eine Findkartei aus dem Jahre 1958 vorlag, wurde der Bestand neu verzeichnet. Das vorliegende Findbuch wurde mit dem Datenbanksystem Basys-S des Bundesarchivs erstellt. Die Verzeichnung der Archivalien orientierte sich im Wesentlichen an der überlieferten Ordnung der Findkartei. Ein Großteil zum Teil kompletter Jahrgänge von Prüfungsunterlagen der Seefahrtsschulen ist anschließend bei Bestandsarbeiten im Jahre 2006 erstmalig verzeichnet worden und hat zu einem erheblichem Zuwachs der bisher als bruchstückhaft bezeichneten Überlieferung geführt. Diese Akten wurden schon im Jahre 1973 vom damaligen Deutschen Zentralarchiv in Potsdam aus dem Seefahrtsamt der DDR, Rostock, übernommen und waren bislang nur als unverzeichnetes Material dem Bestand beigegeben worden.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Reichsinspektor für die Seeschiffer- und Steuermannsprüfungen (ab 1927 Reichsbeauftragter für das Seefahrtsschulwesen), Statistische Zusammenstellung der Ergebnisse der im Deutschen Reiche abgehaltenen Prüfungen zum Seeschiffer und Seesteuermann für die Jahre 1898-1916, 1923-1940, Berlin 1898-1917, 1924-1941.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zur Entwicklung des deutschen Seefahrtschulwesens</p>
                <p>Die nautische Ausbildung von Seeleuten erfolgte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts durch das Erlernen der mathematischen, astronomischen und instrumentellen Grundlagen von alten Steuerleuten und Kapitänen.</p>
                <p>Durch die Ausweitung des Schiffsverkehrs nach Übersee wurden zunehmend höhere Anforderungen an die Schiffsführer gestellt und der Bedarf an qualifiziertem Personal stieg allgemein an. In Preußen wurde zunächst in Stettin (1756) und Emden (1782) eine institutionalisierte nautische Ausbildung eingeführt. Der Ausbau des Navigationsschulwesens erfolgte dort von Anfang an unter staatlicher Regie mit einheitlicher Planung.</p>
                <p>In den Jahren 1869 und 1870 traten gesetzliche Regelungen in Kraft, mit denen die Aufsicht über die Prüfung und Befähigung von Seeleuten zunächst auf den Norddeutschen Bund und wenig später auf das Deutsche Reich überging. Unter Berufung auf bereits 1869 erlassene &quot;Vorschriften über den Nachweis der Befähigung als Seeschiffer und Seesteuermann auf Deutschen Kauffahrteischiffen&quot; wurde in den &quot;Anordnungen für die Prüfung der Schiffer und Seesteuerleute für große Fahrt&quot; sowie den &quot;Anordnungen über die Prüfung der Seeschiffer für kleine Fahrt&quot; von 1870 verfügt, dass für die Beaufsichtigung des Steuermanns- und Schifferprüfungswesens Inspektoren bestellt werden.</p>
                <p>Von da an wurden allgemein einheitliche, am Vorbild Preußens orientierte Regularien eingeführt, welche die je nach Territorium unterschiedlichen Ausbildungsvorschriften ersetzten und eine wissenschaftliche Ausrichtung des nautischen Unterrichts festschrieben, wie sie für das Seefahrtsschulwesen bis in die Gegenwart prägend ist.</p>
                <p>Die Bezeichnungen &quot;Küstenschiffahrt&quot;, &quot;Kleine Fahrt&quot;, &quot;Große Fahrt&quot;, letztere unterteilt in &quot;Europäische&quot; und &quot;Außereuropäische Fahrt&quot; erhielten für diesen Zweck klare Definitionen. Festgelegt wurden auch die Prüfungskriterien für die Schifferprüfungen und Steuermannsprüfungen auf kleiner und großer Fahrt sowie Bestimmungen über die Zulassung zu den jeweiligen Prüfungen. Die Prüfungen selbst umfassten die vier Schwerpunkte:</p>
                <p>A. Sprachen,</p>
                <p>B. Mathematik mit Arithmetik, Planimetrie, Stereometrie, Ebener Trigonometrie und Sphärischer Trigonometrie,</p>
                <p>C. Nautik,</p>
                <p>D. Seemannschaft</p>
                <p>und konnten mit &quot;Bestanden&quot; oder &quot;Mit Auszeichnung bestanden&quot; bzw. mit &quot;Nicht bestanden&quot; abgeschlossen werden.</p>
                <p>Die Eingliederung des Seefahrtsschulwesens in die Verwaltungsstruktur</p>
                <p>Nach Übernahme der Aufsicht über das Steuermanns- und Schiffer-Prüfungswesens im Jahre 1870 durch das Reich wurden mehrere Prüfungsinspektoren eingesetzt. Diese unterstanden bis 1879 dem Reichskanzleramt (R 1401), von 1879 bis 1917 dem Reichsamt des Innern (R 1501) und von 1917 bis 1926 dem Reichswirtschaftsamt bzw. -ministerium (R 3101). In den Jahren 1926/27 erfolgte eine Zu‧sammenfassung des Reichsinspektors für die See- und Steuermannsprüfungen und des Reichsinspektors für die Schiffsingenieur- und Maschinistenprüfungen unter der Bezeichnung Reichsbeauftragter für das Seefahrtsschulwesen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4303</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschiffsvermessungsamt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1877-01-01/1944-12-31">1877-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>240 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahn-Zentralamt Berlin</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1883-01-01/1964-12-31">(1883) 1883-1945 (-1964)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1714 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferung</p>
                <p>Teil 1: 1904-1946 (364):</p>
                <p>Präsidialabteilung 1923-1944 (13), Bautechnische Abteilung 1907, 1918, 1928-1946 (33), Betriebstechnische Abteilung 1907, 1926-1931 (8), Lokomotivbau- und Einkaufsabteilung 1933-1945 (9), Wagenbauabteilung 1904-1945 (117), Einkaufsabteilung für Werk- und Betriebsstoffe sowie Geräte 1926-1944 (76), Allgemeine und Finanzabteilung 1926-1945 (66), Hauptausschuss Schienenfahrzeuge, Sonderausschuss Eisenbahnwagen 1942-1945 (41), Sonderabteilung Brückenbau 1939-1941 (1).</p>
                <p>Teil 2: 1842, 1890-1964 (1217): Technische Unterlagen von Loks und Triebwagen: Allgemeines 1871-1944 (22), Bauartänderungen und Versuche 1925-1944 (40), Lok-Baureihen 01-99 und Gattungen G, St, T u.a.: Beschreibungen 1914-1944 (71); Betriebsbücher von: Dampfloks und Triebwagen der Reichsbahn 1926-1944 (102), Lokomotiven verschiedener Kleinbahnen 1890-1944 (31); Arten von Lokomotiven: Dampfloks 1892-1943 (9), Dieselloks 1923-1943 (14), Einheitsloks 1930-1944 (6), Hochdruckloks 1929-1935 (5), Kleinloks 1931-1944 (31), Kriegsloks 1942-1945 (13), Schmalspurloks 1936-1939 (1), Verschiebeloks 1929 (1); Technische Unterlagen von Wagen: Allgemeines 1920-1945 (61), Sonderwagen 1930-1945 (15). Signal- und Fernmeldewesen 1899-1945 (156). Induktive Zugbeeinflussung 1925-1944 (76). Kraftstellwerke 1907, 1926-1944 (42). Verwaltungsunterlagen: Fahrpläne, Kursbücher 1921-1944 (9), Dienstvorschriften, Richtlinien, Erlasse, Verordnungen 1908-1957 (154), Materialwirtschaft, Beschaffungswesen 1919-1944 (18), Lokomotivausschüsse 1898-1944 (35), Struktur und Geschäftsverteilung 1904-1964 (54), Personalwirtschaft 1926-1944 (55), Geschäftsberichte, Jahresabschlüsse, allgemeine Statistiken 1843, 1890-1943 (30), Ausbesserungswesen, Werkstatistik 1929-1944 (45). Geschichtliches, Vorläufer der Reichsbahn 1847-1945 (20).</p>
                <p>Teil 3: Kartenbestand (Pläne, Risse, Zeichnungen von Lokomotiven und Wagen) 1883-1945 (1012): Allgemeines, v.a. Zeichnungen von Lokomotiven der Preußischen Bahnen 1883-1942 (48), Kondens-Lok Baureihe 52 1942-1943 (27), Kessel- und Dombekleidung 1898-1943 (84), Rahmen 1897-1944 (64), Steuerungs- und Armaturenanordnung 1897-1944 (48), Dreh- und Lenkgestelle 1900-1942 (22), Tenderanordnung 1894-1940 (34), Hebel-, Feder- und Kuppelkastenanordnung 1897-1942 (47), Radsätze und -körper 1897-1944 (108), Führerhaus, Fenster, Klappen, Lüfter 1898-1944 (40), Wasser- und Kohlekasten 1898-1944 (35), Zylinder 1897-1943 (56), Rauchkammer, Aschkasten und Schornstein 1911-1943 (45), Stangen 1912-1944 (73), sonstige Teile 1896-1944 (113), Zeichnungssätze der Triebwagen &quot;Köln&quot; und &quot;Ruhr&quot; 1930-1944 (37), Wagen 1900-1944 (120), Zeichnungen von Bahnhöfen und Brücken 1887-1900 (11).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>In den Bestand sind die aus dem Bestand DM 100 Technisches Zentralamt der Deutschen Reichsbahn ausgegliederten Akten aus dem Zeitraum vor 1945 integriert. Die Differenz zwischen Anzahl der Akteneinheiten und letzter Archivsignatur ergibt sich daraus, dass der Kartenbestand getrennt vom Aktenbestand gelagert werden muss und deshalb eine eigene Lfd.-Nr.-Folge haben muss, die für die letzte Archivsignatur der Akten nicht relevant ist.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Mitteilungen des Königlichen Eisenbahn-Zentralamts (ab Jg. 21 H. 15: des Reichs-bahn-Zentralamts, ab Jg. 24 H. 49: der Reichsbahn-Zentralämter) Jg. 1-29, Berlin 1907-1935 [ RD 98 ].</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates, hrsg. von Heinz Boberach, München 1991/1995, Teil 1, S. 387.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1907 von den Preußischen Staatsbahnen als Eisenbahn-Zentralamt errichtet, 1925 von der Deutschen Reichsbahn als Reichsbahn-Zentralamt übernommen; zuständig für Beschaffung und Abnahme eisenbahntechnischer Stoffe und Geräte, Abrechnungen mit fremden Eisenbahnverwaltungen, Entwicklung und Einkauf von Fahrzeugen, Ausführung von Versuchen und Bauüberwachung. 1930 Aufteilung des Amts auf vier neue selbständige Reichsbahn-Zentralämter für Betriebstechnik, Einkauf, Maschinenbau und Rechnungswesen, die im August 1936 wieder zusammengefasst wurden zum Reichsbahn-Zentralamt Berlin. Für Süddeutschland war 1933 aus dem bayerischen Zentralbauamt und dem Zentralmaschinenamt das Reichsbahn-Zentralamt München entstanden. Beide Reichsbahn-Zentralämter standen organisatorisch mit den Reichsbahndirektionen auf gleicher Stufe.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsprüfungsamt für die höheren bautechnischen Verwaltungsbeamten</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1945-12-31">1928-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Ausbildung und Prüfung der Baureferendare für Hoch- und Städtebau, Wohnungs- und Siedlungswesen, Generalia 1937-1944 (1), Aufgaben zu häuslichen Probearbeiten für die Große Staatsprüfung 1935-1944 (5), Zweitschriften der Zeugnisse der Großen Staatsprüfung 1938-1945 (5), Wettbewerbsarbeiten für den Schinkel-Preis 1928-1945 (4), Prüfungsarbeit für den Beuth-Wettbewerb 1930-1937 (1).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>In das Deutsche Zentralarchiv Potsdam ist nur ein Rest der Registratur des Reichsprüfungsamts gelangt. 1959 wurden (zusammen mit den Akten des Reichsverkehrsministeriums) 24 Bände aus der UdSSR übergeben.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>Der Bestand wurde 1970 verzeichnet und ein Findbuch erstellt; dabei wurden 8 Bände häusliche Prüfungsarbeiten kassiert. Im Jahre 2008 wurde der Bestand zum Zwecke der Online-Stellung im Internet in der Datenbank BASYS-S des Bundesarchivs erfaßt.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Paxmann, W.: Das Reichsprüfungsamt für die höheren bautechnischen Verwaltungsbeamten. In: Zentralblatt der Bauverwaltung 56 (1936), S. 881-884.- Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für den höheren bautechnischen Verwaltungs-dienst. Hrsg. im Auftrag des Reichsverkehrsministeriums, Leipzig 1944.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Oktober 1936 aus den Prüfungsämtern bei den zuständigen Fachministerien der deutschen Länder hervorgegangen, deren bedeutendstes und zugleich unmittelbarer Vorgänger des Reichsprüfungsamts das preußische Technische Oberprüfungsamt war; unterstand dem Reichsverkehrsministerium. Abteilungen des Reichsprüfungsamts waren praktisch eigene Prüfungskommissionen für Hoch- und Städtebau, Wasser-, Kultur- und Straßenbau, Eisenbahnbau, Maschinenbau und Heerestechnik.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4306</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hauptverkehrsdirektion Brüssel</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1944-12-31">1942-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>82 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Kombattantenausweise (1), Dienstnachweise (1), Verzeichnis der Bahnhöfe im Bezirk der Eisenbahnbetriebsdirektion Brüssel (1), Personalakten der Mitarbeiter, u.a. 1942-1944 (79).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>Vgl. Bestand R 124.</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Eugen Kreidler: Die Eisenbahn im Machtbereich der Achsenmächte während des zweiten Weltkrieges. Göttingen - Frankfurt - Zürich 1975.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Im Juni 1940 als Wehrmachtsverkehrsdirektion Brüssel errichtet, Juni 1942 dem Reichsver‧kehrsministerium (vgl. Bestand R 5) unterstellt und in Hauptverkehrsdirektion Brüssel umbenannt; un‧tergliedert in Eisenbahnbetriebsdirektionen und Eisenbahnämter.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verein Mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1847-01-01/1935-12-31">1847-1935</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>96 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahn-Waisenhort</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1908-01-01/1944-12-31">(1908-1910) 1926-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Handakte des Rechnungsführers Gohlke: Jahresberichte und -rechnungen, Schriftwechsel des Arbeitsausschusses, Grundstücksakte, 1926-1944 (10), Satzung, Geschäftsführender Vorstand, Jahresbericht, Sonderdruck aus &quot;Die Reichsbahn&quot;, 1937-1940 (1).</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>40 Jahre Reichsbahn-Waisenhort. In: Die Reichsbahn, Jg. 1942, S. 243.</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Januar 1929 Vereinigung der Vorgänger-Stiftungen Eisenbahn Eisenbahn-Töchterhort (gegründet 1902) und Eisenbahn-Knabenhort (gegründet 1922) zur milden Stiftung Reichsbahn-Waisenhort mit Sitz in Berlin; finanzierte durch Zinsen des Stiftungskapitals, durch Spenden der Eisenbahner und durch Zuschüsse der Deutschen Reichsbahn Unterstützungen für Kuren, Krankenhausaufenthalte und Ausbildungszwecke, die Heimunterbringung von ca. 500 Waisen sowie die Verschickung von Eisenbahnerkindern in Erholungsheime.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4309</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahn-Versicherungsanstalt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1892-01-01/1976-12-31">1892-1951 (1976)</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>674 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Buchungs- und Kassenvorschriften für Pensionskassen, Hypothekennachweise über Grundstücke in Berlin und Ostpreußen, Beitragslisten einzelner Arbeiterpensionskassen der Deutschen Reichsbahn in Berlin und Sachsen 1892-1951 (39); Mitgliederkartei und Beitragsnachweise der Reichsbahndirektion (RBD) Danzig o.Dat.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Am 1. Januar 1935 hervorgegangen aus dem Verband der Reichsbahn-Arbeiterpensionskassen; gliederte sich in je eine Abteilung für Pflichtversicherung und für Zusatzversicherung; unter‧stand seit 1942 dem Reichsbahn-Zentralamt für Sozial- und Personalwesen (vgl. Bestand R 4314).</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4310</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.10</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sonderbeauftragter des Reichsverkehrsministeriums für Ausweichwerke</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1944-01-01/1945-12-31">1944-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schriftwechsel, technischen Zeichnungen 1944-1945 (7).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Errichtung von Ausweichwerken war geplantes Sonderprogramm des Reichsverkehrsministeriums zur Errichtung neuer Werksanlagen als Ersatz für kriegszerstöte Reparaturkapazitätten v.a. bei Lokomotiven; hierfür im April 1944 ein Sonderbeauftragter gebildet mit Sitz zunächst in Krakau, dann in Lauban und schließlich in Meiningen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4311</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.11</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalvertretung der Deutschen Reichsbahn für Rumänien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>10 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Rumänische Güterausfuhren per Bahn nach Deutschland vom April 1942 bis zum Mai 1944, 1939-1944 (10).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Eröffnung im Oktober 1938 in Bukarest als Weiterleitungs- und Kontaktstelle zur Generaldi‧rektion der rumänischen Staatsbahnen, ab Mai 1944 in Busteni bzw. Azuga; hatte nur gerin‧ge Entscheidungsbefugnisse, genehmigte vor allem Gütertransporte nach Deutschland und überwachte den Wagenlauf im deutsch-rumänischen Güterverkehr; für Militärtransporte war die Deutsche Heeresmission in Rumänien zuständig.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4312</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.12</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutscher Bevollmächtigter für die deutsch-polnischen Verhandlungen über Oberschlesien-Unterkommission für Eisenbahnen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1921-01-01/1922-12-31">1921-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>18 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a5ab2a3f-861b-4a4f-a39b-4258dcb626f0"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Schriftwechsel und Sitzungsprotokolle der Unterkommission für Eisenbahnen, auch anderer Unterkommissionen bzw. -ausschüsse, z.B. für Währung, Post, Verkehr, Zölle und Minderheitenschutz, 1921-1922 (18).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1921 Einsetzung des ehemaligen Reichsministers Eugen Schiffer als deutscher Bevollmächtigter für die Regelung der aus der Volksabstimmung in Oberschlesien und aus der nachfolgenden Teilung dieses Gebietes resultierenden Probleme mit der polnischen Regierung: Gemeinsame Sitzungen mit den polnischen Bevollmächtigten, Konferenzen verschiedener paritätischer Unterkommissionen bzw. -ausschüsse.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahn-Versuchsämter Grunewald</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1945-12-31">1927-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>573 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <otherfindaid>
                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4314</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahn-Zentralamt für Sozial- und Personalwesen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1933-01-01/1945-12-31">1933-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>16 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Berufs- und Werkschulen sowie andere Ausbildungsangelegenheiten 1933-1945.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Juli 1942 Zusammenfassung zahlreicher Sozialeinrichtungen der Deutschen Reichsbahn im Zentralamt für Sozial- und Personalwesen in Berlin mit der Zuständigkeit für die Sozialversi‧cherung (einschließlich der Reichsbahn-Beamtenkrankenversicherung), die Gesundheits- und Familienfürsorge, den bahnärztlichen Dienst, Schul- und Unterrichtsfragen und das Dienstvorschriftenwesen.</p>
                <p>Die Geschäftsanweisung und Zuständigkeiten des RZA SP sind in der Akte R 5 / 7172 in einem Erlass (az.: 2 Ogd) des RVM vom 16.06.1943 ausführlich beschrieben.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4315</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.15</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberste Bauleitung für Elektrisierungen</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1923-01-01/1942-12-31">1923-1942</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4316</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">43.16</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalbetriebsleitung Ost, Berlin</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>9 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Güter-, Personen- und Gepäckwagenangelegenheiten, Beziehungen zum Ausland 1936-1945 (9).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>1920 als Oberbetriebsleitungen (OBL) innerhalb der Deutschen Reichsbahn als Organe des Reichsverkehrsministeriums (R 5) gebildet; im März/April 1940 Umbenennung in Generalbetriebsleitung (GBL) Ost in Berlin, außerdem gab es die GBL Süd in München und West in Essen; je einem Präsident an der Spitze. Ihm unterstand jeweils ein Oberbetriebsleiter als Leiter der Betriebsabteilung und ein Oberverkehrsleiter als Leiter der Verkehrsabteilung.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalverkehrsdirektion Osten, Warschau</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1944-12-31">1942-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Versuche im Eisenbahnwesen 1942-1944.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Dezember 1942 Errichtung der Generalverkehrsdirektion Osten in Warschau als Nachfolgerin der Zweigstelle Ost des Reichsverkehrsministeriums (R 5); zuständig für die Lenkung des gesamten Verkehrswesens in den besetzten Ostgebieten und vorgesetzte Dienststelle der in diesen Gebieten gelegenen Reichsverkehrsdirektionen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4320</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsgruppe Spedition und Lagerei</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1942-12-31">1942</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4322</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Technische Kommission für Seeschiffahrt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1909-01-01/1918-12-31">1909-1918</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Beratungsvorlagen, Sitzungsprotokolle, Handakten 1909-1918.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Zuständig für die gutachterliche Beratung des Reichsverkehrsministeriums (vgl. Bestand R 5) in allen Fragen der Seeschifffahrt, der Hochsee- und Küstenfischerei.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4323</unitid>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1927-01-01/1944-12-31">1927-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 4324</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverkehrsgruppe Seeschifffahrt</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1942-01-01/1944-12-31">1942-1944</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8701</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Altlederverwertungsstelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1924-12-31">1918-1924</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>87 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1919-1922</p>
                <p>- Geschäftsberichte, Bilanzen, Revisionen, 1919-1922</p>
                <p>- Liquidation, 1920-1924</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1919-1922</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Altleder, Schuhwaren, 1919-1924</p>
                <p>- Zweigstellen, 1919-1923.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die Krieggesellschaften des 1. Weltkriegs waren zur Sicherung der Rohstoffversorgung der Rüstungswirtschaft, der Versorgung des Heeres und der Ernährung der Bevölkerung im Auftrag oder unter Mitwirkung des Reiches (v. a. des Kriegsministeriums und des Reichsamts des Innern) ab August 1914 gebildete Einrichtungen in unterschiedlichster Rechts- und Organisationsform (Aktiengesellschaften, GmbH, eingetragene Vereine, Ausschuss, Kommission etc.) und unterschiedlicher ressortmäßiger Unterstellung. Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirtschaftsamt (später Reichswirtschaftsministerium), 5 dem Reichsamt des Innern (später Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später dem Reichswirtschaftsministerium). Die innere Organisation ähnelte im grundsätzlichen Aufbau der von Wirtschaftsunternehmen. Die staatliche Kontrolle wurde garantiert über eine mehrheitliche Beteiligung des Reiches oder einzelner Bundesstaaten am Kapital der Gesellschaften sowie durch Überwachungskommissare der einzelnen Reichsämter/Ministerien. Nach Kriegsende wurde auch aufgrund wachsenden Widerstands gegen &quot;Zwangsbewirtschaftungen&quot; von Seiten der Industrie 1920 der Ausschuss zur Prüfung der Kriegsorganisationen unter Vorsitz des Staatssekretärs des RWM zum Abbau der Kriegswirtschaftsorganisationen gebildet, im Januar 1923 waren die Organisationen bis auf wenige aufgelöst bzw. in anderen Organisationen aufgegangen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8703</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Außenhandelsstelle für Chemikalien</unittitle>
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                  <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier sind lediglich Unterlagen zur Organisation und Geschäftsberichte überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8704</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Außenhandelsstelle für Textilwirtschaft</unittitle>
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                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier sind u. a. Tätigkeitsberichte überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ausfuhr GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1922-12-31">1918-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>72 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Materialien:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1918-1922</p>
                <p>- Personalakten, 1918-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Reichswirtschafts- und Reichsschatzministerium, 1917-1922</p>
                <p>- Handelsbeziehungen zur Ukraine, 1918-1921</p>
                <p>- Tätigkeit der Hauptvertretung Kiew, 1918-1926.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Baumwollabrechnungsstelle</unittitle>
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                  <extent>60 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1915-1921</p>
                <p>- Tätigkeitsberichte, 1915-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-1921</p>
                <p>- Schriftwechsel mit Behörden, 1915-1921</p>
                <p>- Baumwollbeschaffung im Ausland, einschließlich besetzte Gebiete, 1915-1920.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8707</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Beauftragter des Kriegsministeriums beim Deutschen Stahlbund</unittitle>
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                  <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist u. a. Schriftwechsel mit Firmen (1916-1918) überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Braunstein-Versorgungs GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung beschränkt sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Gründung, Satzung, Geschäftsberichte, 1916-1920</p>
                <p>- Finanzen, 1916-1920</p>
                <p>- Liquidation, 1920-1921</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8709</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Eisenauslandsstelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1919-12-31">1917-1919</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>43 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a16997d4-555a-4473-b3e5-35500d37d664"/>
                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Materialien sind überliefert:</p>
                <p>- Export von Eisen- und Stahlprodukten ins neutrale Ausland, Ausfuhrbewilligungen allgemein, 1917-1919</p>
                <p>- Einzelne Länder, 1917-1918</p>
                <p>- Transportfragen, Lieferfirmen, 1917-1919.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Eisenzentrale GmbH</unittitle>
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                  <extent>506 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind folgende Materialine überliefert:</p>
                <p>- Allgemeiner Schriftwechsel mit Firmen und Behörden, 1916-1918</p>
                <p>- Herstellung, Verkauf und Vermittlung einzelner Produkte, v. a. Blech und Eisen aus Belgien, Ferrosilicium, Ferromangansilicium, 1916-1918</p>
                <p>- Verkaufsgeschäfte, Beschlagnahme und Enteignung, 1917-1921</p>
                <p>- Aus- und Einfuhr, 1916-1920</p>
                <p>- Bergbau, 1916-1919</p>
                <p>- Bewirtschaftung von Alteisen, 1916-1921</p>
                <p>- Reichsverwertungsamt für Eisen, 1918-1920</p>
                <p>- Verwaltung, Buchhaltung, Personal, 1916-1921</p>
                <p>- Abwicklung, 1917-1921.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ersatzsohlen-GmbH</unittitle>
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                  <extent>45 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation (1916-1920), zur Bewirtschaftung und Verbindung zu Reichsbehörden (1916-1920) sowie</p>
                <p>Bekanntmachungen und Rundschreiben (1915-1919) überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>45 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                </physdesc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind folgende Unterlagen überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1918-1921</p>
                <p>- Geschäftsberichte und Bilanzen, 1918-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1918-1920</p>
                <p>- Erfassung und Verteilung von Faserstoffen, 1918-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich Materialien zu Bewirtschaftungsangelegenheiten überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gutachterkommission für Lederhöchstpreise</unittitle>
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                  <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es befinden sich u. a. Gutachten (1916-1919) im Bestand.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gutachterkommission für Schuhwarenpreise</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1920-12-31">1916-1920</unitdate>
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                  <extent>89 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind folgende Unterlagen überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1917-1919</p>
                <p>- Preisüberwachung und Handel, 1917-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsch-Orientalische Handels GmbH</unittitle>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist vor allem allgemeiner Schriftwechsel überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Europäische Handels-GmbH Bremen</unittitle>
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                  <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand enthält lediglich Aufsichtsratsprotokolle, Bilanzen und Revisionsberichte.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Holzvertriebs AG</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1921-12-31">1919-1921</unitdate>
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                  <extent>90 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, Leitungsgremien, 1915-1921</p>
                <p>- Geschäftsberichte und Bilanzen, 1915-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1915-1920</p>
                <p>- Bewirtschaftung, Import, Holzbeschaffung aus besetzten Ländern, 1915-1920</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation (1915-1921) sowie Schriftwechsel mit der Kriegsrohstoffabteilung des Kriegsministeriums (1914-1921) überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Unterlagen:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Bewirtschaftung, 1941-1921</p>
                <p>- Prüfungsberichte der Geschäftsführung, 1915-1921</p>
                <p>- Kautschukbeschaffung über das neutrale Ausland v. a. Schweden, 1915-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kautschuk-Konsortium</unittitle>
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                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier Unterlagen zur Kautschukbeschaffung aus dem neutralen Ausland sowie Materialien zur Leitung und Organisation.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommissar des Kriegsministeriums bei der Metallberatungs- und verteilungsstelle für den Maschinenbau</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier ist lediglich allgemeiner Schriftwechsel überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Überlieferungsschwerpunkt liegt hier bei der Erfassung, Bewirtschaftung und Verteilung von Textilien im regionalen und kommunalen Bereich. Darüber hinaus sind Unterlagen zum Reichskleiderlager, zur Organisation einschließlich Personalangelegenheiten, zu Verbindungen zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen sowie zur Durchführung der Textilnotstandsversorgung vorhanden.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommissariat der Eisenzentrale</unittitle>
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                  <extent>223 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Organisation und Dienstbetrieb der Kriegswirtschaftsorganisationen für Eisen und Stahl, v.a. Eisenzentrale und Manganerz GmbH, 1916-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Wirtschaftsverbänden, 1916-1921</p>
                <p>- Eisen- und Manganbewirtschaftung, Produktion und Verteilung von Rohstoffen, 1914-1922</p>
                <p>- Eisen- und Erzimporte und Exporte, Erzförderung im Ausland, 1916-1928.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausgleichsstelle für Dachpappenteer</unittitle>
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                  <extent>10 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>In der Hauptsache sind Sitzungs- und Tätigkeitsberichte überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausschuß der deutschen Baumwollindustrie</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt bei Bewirtschaftung, Produktionslenkung, Stilllegung von Betrieben, 1915-1919. Darüber hinaus befinden sich im Bestand Unterlagen zur Organisation und zum Geschäftsbetrieb, 1915-1921 sowie Materialien betreffend Verbindung zu anderen Kriegswirtschaftsorganisationen im Textilbereich, 1915-1919.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8728</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausschuß für Textilersatzstoffe</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>27 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1921 sowie zur Erfassung und Verteilung von Textilrohstoffen, 1915-1921 überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>359 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt bei den Unterlagen zu einzelnen Chemikalien-Gruppen wie Schwefel und Schwefelprodukte, Salpeter, Glyzerin, Karbid, 1915-1920. Weitere Materialien betreffen</p>
                <p>- die Leitung und Organisation, 1914-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-1921</p>
                <p>- Produktion und Bewirtschaftung von Chemikalien allgemein, 1915-1921</p>
                <p>- Rohstoffbeschaffung aus dem Ausland, 1917-1923 sowie</p>
                <p>- die Verbindung zum Kriegsministerium und sonstigen Reichsbehörden, 1915-1921.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8730</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsdeckenverband</unittitle>
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                  <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u. a. Sitzungsprotokolle, Satzung und Rundschreiben.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsfell AG</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>25 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nur Unterlagen allgemeinen Inhalts überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsfilzverband</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1920-12-31">1919-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nur eine Akte zu diversen Angelegenheiten überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsgarn- und Tuchverband e.V.</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1922-12-31">1914-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>41 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Komplexen überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1915-1921</p>
                <p>- Allgemeines, Sitzungsprotokolle, Mitgliederverzeichnis, Bilanzen, Revisionen, 1915-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-1922</p>
                <p>- Verbindung zu anderen Kriegswirtschaftsorganisationen des Textilbereichs, 1915-1921</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Garnen und Stoffen, 1914-1918.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegshadern AG</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1921-12-31">1915-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>75 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <extent>0,6 lfm</extent>
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                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1920</p>
                <p>- Tarifverträge, 1917-1920</p>
                <p>- Generalversammlung, Leitungsgremium, 1915-1920</p>
                <p>- Abteilungen und Kommissionen, 1916-1919</p>
                <p>- Verbindung mit dem Kriegsministerium und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1921</p>
                <p>- Verwertung von Stoffabfällen, Pachtbetrieb der Kriegshadern AG, 1915-1919.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegshanf GmbH</unittitle>
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                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Unterlagen sind überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1917-1921</p>
                <p>- Geschäftsberichte, Bilanzen, Revisionen, 1915-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1921</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden und dem Verband Deutscher Hausindustrieeller, 1915-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsleder AG</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>297 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Sachverhalten:</p>
                <p>- Leitung, Organisation, Geschäftsbetrieb, 1916-1921</p>
                <p>- Vorstand und Aufsichtsrat, 1914-1921</p>
                <p>- Handakten von Direktoren, 1914-1921</p>
                <p>- Tätigkeits- und Revisionsberichte, Bilanzen, 1915-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1914-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, Kriegswirtschaftsorganisationen, Banken: Kriegsministerium, 1914-1920</p>
                <p>- Überwachungsausschuss der Lederindustrie, 1914-1920</p>
                <p>- Gutachterkommission für Lederhöchstpreise, 1915-1919</p>
                <p>- Zentralausschuss der Lederwirtschaft, 1919</p>
                <p>- Deutsche Rohkauf AG u.a. Kriegsorganisationen, 1914-1921</p>
                <p>- Wirtschaft, Lederwirtschaft, Bewirtschaftung sowie Allgemeine Übergangswirtschaft, 1914-1919</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Rohstoffen und Halbfertigwaren, Preise, 1914-1920</p>
                <p>- Verbindung zu Gerbereien, Lederfabriken und Handelsfirmen, 1914-1920</p>
                <p>- Einzelne Rohstoffe und Halbfertigwaren wie Großviehhäute, Schaf-, Ziegen- und Kalbfette, Gerbstoffe, Öle und Fette, 1915-1919</p>
                <p>- Import, Rohstoffbeschaffung im Ausland einschl. besetzte Gebiete, allgemeines, 1916-1919</p>
                <p>- Einzelne Länder, 1915-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsmetall AG</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>1639 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              </otherfindaid>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Finanzen, Personal Gründung, Gesellschaftsvertrag, Liquidation, 1914-1921</p>
                <p>- Aufsichtsratssitzungen, Aufsichtsratsmitglieder A-Z, 1914-1921</p>
                <p>- Ausschüsse, 1914-1919</p>
                <p>- Abteilungen, 1915-1920</p>
                <p>- Bilanzen, Revisionen, 1914-1921</p>
                <p>- Kapitalbeteiligungen, 1915-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-1921</p>
                <p>- Rechtsangelegenheiten, 1914-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegsgesellschaften, 1914-1921</p>
                <p>-Metallwirtschaft und Metallbewirtschaftung, Produktion, Rohstoffversorgung, 1914-1920</p>
                <p>- Staatliche und privatwirtschaftliche Organisationen der Metallwirtschaft (Metallkonsortien, Metallwirtschaftsbund etc.), 1915-1921</p>
                <p>- Beschaffung und Beschlagnahme von Buntmetallen, 1914-1921</p>
                <p>- Metall-Zuweisung an die Industrie, 1914-1919</p>
                <p>- Lagerhaltung, 1915-1920</p>
                <p>- Metallpreise, 1914-1919</p>
                <p>- Bewirtschaftung und Produktion einzelner Metalle, dabei auch Verträge mit einzelnen Firmen, 1914-1920</p>
                <p>- Nickel, Aluminium, Zink, Zinn Weißblech, 1915-1921</p>
                <p>- Stahlhärtungsmetalle, Wolfram (v.a. Wolframerzgewinnung im Erzgebirge), 1902-1925</p>
                <p>- Molybdän, Vanadium, Ferrochrom, Graphit u.a., 1885-1921</p>
                <p>- Metallein- und -ausfuhr, Erzförderung im Ausland, 1915-1921</p>
                <p>- Österreich-Ungarn, Bulgarien, Serbien, Türkei, Orient, Russland, Ukraine, Skandinavien, Niederlande, Belgien, Schweiz, Italien, Spanien, 1914-1921</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Sofort nach Beendigung des Krieges wurden die Akten der Kriegsgesellschaften, die Bezug zum Bergbau hatten, von der Geologischen Landesanstalt einer Durchsicht unterzogen. Die Geologische Landesanstalt verschaffte sich anschließend die Genehmigung des Reichsschatzministeriums, wertvolle Gutachten über Erzvorkommen behalten zu dürfen (17. März 1922). Die übrigen sie interessierenden Akten nahm sie in zwei Listen besonders auf und sandte sie an das Reichsarchiv, woselbst die von der Kriegsmetall AG stammenden Akten als besonderer Bestand zusammenblieben, während die Akten der Eisenzentrale, des Kommissariats der Eisenzentrale und der Manganerz GmbH in ihre Registraturen wieder eingeordnet wurden.</p>
                <p>Bei der im Jahr 1938 erfolgten Ordnung der Kriegsmetall AG erhob sich die Frage, ob man nun nicht auch die Provenienz der Grubenakten dieser Gesellschaft wiederherstellen solle. Mit Rücksicht auf die fortwährenden Anfragen hinsichtlich der Grubenakten und auf ihre einzigartige Bedeutung für die Rohstoffversorgung wurde diese Frage verneint. Die Grubenakten blieben daher als besondere Abteilung der Kriegsmetall AG zusammen.</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                <p>R 8710 Eisenzentrale GmbH</p>
                <p>R 8749 Manganerz GmbH</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Kriegsgesellschaften allgemein</p>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
                <p>Kriegsmetall AG</p>
                <p>Die am 2. September 1914 unter Aufsicht des Kriegsamtes gegründete Kriegsmetall AG sollte die Beschaffung, Verteilung und Verwertung von Metallen - außer Eisen - für den Heeresbedarf sicherstellen, wärhend das Eisen, als ein in Deutschland in reicher Menge vorhandener Stoff zunächst nicht bewirtschaftet wurde und erst später zum Aufgabengebiet der am 30. September 1916 gegründeten Eisenzentrale wurde. Den Haupthilfsstoff für die Stahlerzeugung, das Mangan, bewirtschaftete die Mangangversorgungstelle Düsseldorf, neben die am 14. September 1916 die Manganerz GmbH trat, der die Förderung der Manganerzeugung zufiel. Ein weiterer Stoff, das Ferrosilizium, fiel in den Bereich der Eisenzentrale. Sämtliche sonstigen Metalle wurden von der Kriegsmetall AG betreut.</p>
                <p>Der Mangel an Metallen gebot nun einerseits auf den Bezug von Erzen aus dem verbündeten und dem neutralen Ausland Bedacht zu nehmen, andererseits die Wiederaufnahme der Produktion deutscher Erzbergwerke, die im Frieden als unrentabel vernachlässigt oder ganz aufgegeben worden waren, zu fördern. Soweit es sich nicht um den Einkauf des reinen Metalls handelte, sorgte die Kriegsmetall AG auch für die Aufbereitung der Erze, allgemein durch die Abteilung U (Umarbeitung), für Stahlhärtungsmetalle durch die Abteilung S, für Aluminiumerzeugung durch die Abteilung H. Die im Herbst 1916 errichtete Abteilung Bgb. (Bergbau) untersuchte und begutachtete die Erzvorkommen im Inland und im verbündeten Ausland, was bis dahin von der Abteilung U nebenher betrieben worden war. Auch die Kontrolle der von der Kriegsmetall AG finanziell unterstützten Gruben und Hüttenbetriebe fiel der Abteilung Bgb. zu.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Bei der 2012 erfolgten Erfassung der vorherigen Karteikarten in BASYS 2 wurden auch die in einem Findbuch des Reichsarchivs von 1938 erfassten sogenannten Grubenakten (siehe Bestandsbeschreibung) dem Bestand unter den Nummern 1050 bis 1634 hinzugefügt.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8738</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegssäurekommission</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1921-12-31">1914-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>38 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_8d3e696b-4c14-432e-8e1a-a4b7ca95257d"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Unterlagen sind zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Verbindung zum Kriegsministerium und seinen Einrichtungen, v.a. Kriegschemikalien AG, 1915-1921</p>
                <p>- Bewirtschaftung von Salz,- Schwefel- und Salpetersäure, 1915-1919</p>
                <p>- Produktions- und Verbrauchsstatistiken für Säuren, 1915-1918</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8739</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsschmieröl GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1920-12-31">1914-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>408 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
                  <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d3b01d2e-a9ce-4160-95af-70f8e3b47fcd"/>
                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Unterlagen sind überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Tätigkeitsberichte, 1915-1921</p>
                <p>- Leitungsgremien, Geschäftsführung, 1915-1920</p>
                <p>- Abteilungen und Fachausschüsse, 1916-192</p>
                <p>- Wissenschaftlicher Beirat für Schmierölversorgung, 1916-1920</p>
                <p>- Finanzen, Geschäftsberichte, Bilanzen, Revisionen, 1915-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsministerien und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1921</p>
                <p>- Erdölwirtschaft, Produktion und Bewirtschaftung von Erdöl, Treibstoff und Schmiermitteln, 1914-1921</p>
                <p>- Ölwirtschaft im Ausland, Import und Export von Erdöl und Ölprodukten, Allgemeines und einzelne Länder, 1915-1921</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zum Aufsichtsrat sowie diverser Schriftwechesl mit einzelnen Firmen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsverwertungsstelle für die Papierfach GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist nur eine Akte allgemeinen Inhalts überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegswirtschafts AG</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, 1915-1918</p>
                <p>- Leitungsgremien, 1915-1919,</p>
                <p>- Revisionen, Finanzen, 1915-1919</p>
                <p>- Verbindung zum Kriegsministerium u.a. Stellen, 1915-1919</p>
                <p>- Handelsbeziehungen mit der Schweiz, u.a. Gesandtschaft Bern, 1916-1918.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8745</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegswirtschaftsstelle für das deutsche Zeitungsgewerbe</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1922-12-31">1915-1922</unitdate>
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                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Sachgebieten überliefert:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, 1916-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1916-1921</p>
                <p>- Kontingentierung von Zeitungs- und Druckpapier in der Kriegs- und Übergangswirtschaft, 1915-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>12 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Nur allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegswollbedarf AG</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Materialien:</p>
                <p>- Gründung und Liquidation, 1914-1923</p>
                <p>- Leitungsgremien, Handakten der Direktoren, 1914-1921</p>
                <p>- Strukturteile und Ausschüsse, 1914-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1915-192</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden und Kriegsgesellschaften, 1915-1921</p>
                <p>- Wollwirtschaft, Bewirtschaftung von Wolle und Kunstwolle, 1914-1920</p>
                <p>- Einfuhr von Wolle und Altstoffen, Allgemeines und einzelne Länder, 1915-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Leingarnabrechnungsstelle</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert ist lediglich eine Akte, die auch Schriftgut zur Gründung enthält.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich Materialien zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, 1916-1922</p>
                <p>- Förderung und Bewirtschaftung von Manganerzen, Ferromangan und Braunstein, Ausbeutung einzelner Vorkommen in Deutschland, 1913-1925</p>
                <p>- Erzförderung im Ausland, Erz-Importe, Allgemeines und einzelne Länder (v.a. Ungarn, Bulgarien, Türkei), 1902-1922.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Metallberatungs- und Verteilungsstelle für den Maschinenbau</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>30 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>50 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1915-1919 sowie zur Kontingentierung und Verteilung von Metallen, 1915-1919.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Metallmeldestelle</unittitle>
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                  <extent>63 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen die die Verbindung zu Reichsministerien und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1919, die Produktion und Bewirtschaftung von Buntmetallen, 1914-1920 sowie die Buntmetallbeschaffung im Ausland, 1912-1918 wiederspiegeln.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Metalltreuhandgesellschaft</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Nesselanbau GmbH</unittitle>
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                  <extent>32 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Materialien:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1922,</p>
                <p>- Bilanzen, Revisionen, Finanzangelegenheiten, 1916-1922</p>
                <p>- Verbindung mit dem Kriegsministerium u.a. Behörden, 1916-1919.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Papierholzbeschaffungsstelle GmbH</unittitle>
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                  <extent>44 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1921, zu Verbindungen mit Reichsbehörden und militärischen Dienststellen, 1916-1920, zur Papierbeschaffung und -verteilung sowie zur Ein- und Ausfuhr, 1916-1920.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1920 sowie zur Protol-Produktion, 1916-1919 überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsbekleidungsstelle</unittitle>
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                  <extent>245 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Überlieferungsschwerpunkt liegt hier bei der Bekleidungswirtschaft und Bewirtschaftung von Textilien und Kleidungsstücken, regionale und lokale Bevölkerungsversorgung dabei auch Versorgung mit Uniformstoffen und Dienstkleidung, 1916-1920. Darüber hinaus sind folgende Unterlagen vorhanden:</p>
                <p>- Leitung und Organisation,Geschäftsbetrieb, Mitteilungen, Presseveröffentlichungen, 1916-1922</p>
                <p>- Leitungsgremien, 1916-1919</p>
                <p>- Kriegswirtschafts AG, 1916-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden, 1916-1922</p>
                <p>- Aus- und Einfuhr von Textilien, 1916-1919.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung beschränkt sich auf Unterlagen zur Organisation und zum Geschäftsbetrieb, 1917-1919 sowie auf Materialien zur Beschaffung und Bewirtschaftung von Fässern und Fassherstellerbetriebe, 1917-1919.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar zur Bewirtschaftung eiserner Flaschen</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich lediglich Unterlagen allgemeiner Art.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichslederstelle</unittitle>
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                  <extent>36 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1923 sowie zu Verbindungen mit Reichsbehörden, regionalen und lokalen Behörden, 1916-1922.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichssackstelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1920-12-31">1916-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>48 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Unterlagen sind vorhanden zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, 1916-1920</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden, 1916-1920</p>
                <p>- Herstellung und Bewirtschaftung von Säcken, 1916-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsschuhversorgungs-GmbH</unittitle>
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                  <extent>32 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Materalien zur Leitung und Organisation, 1918-1923 sowie zu Verbindungen mit Reichsbehörden, lokalen Behörden und Schuhfirmen, 1917-1923 überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Papierholz GmbH</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>21 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Materialien:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden, 1916-1920</p>
                <p>- Papierholzbeschaffung und -verteilung, 1916-1919.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8765</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Schuhversorgung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1922-12-31">1916-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>93 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>-Leitung und Organisation, 1915-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1918-1920</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1916-1922</p>
                <p>- Beschaffung und Herstellung von Schuhen und entsprechenden Roh- und Hilfsstoffen, Versorgung einzelner Bevölkerungsgruppen, 1916-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Textilwirtschaft</unittitle>
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                  <extent>425 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferungschwerpunkte liegen bei Ein- und Ausfuhr von Textilien, dabei auch Außenhandelskontrolle, 1918-1926, Textilwirtschaft, Textilbewirtschaftung: Organisationen der Übergangswirtschaft 1916-1923 und einzelne Erzeugungsgruppen (Baumwolle, Wolle, Flachs, Hanf, Jute, Kunstseide) und Reichswirtschaftsstellen der Textilindustrie, 1918-1922.</p>
                <p>Darüber befinden sich im Bestand folgende Unterlagen</p>
                <p>- Organisation und zum Geschäftsbetrieb, 1918-1922</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1917-1926</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1918-1923</p>
                <p>- Textilnotstandsversorgung, Stillegung von Betrieben, 1918-1922</p>
                <p>- Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu einzelnen Ländern, 1919-1922.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1926 sowie zur Zementindustrie und -bewirtschaftung, zum Um- und Neubau von Zementfabriken (v.a. Portland-Zementfabriken), 1916-1924 überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8768</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichstextil-AG</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1921-12-31">1917-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>174 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Hauptüberlieferung bezieht sich auf Leitung und Organisation , Leitungsgremien und Sektionen der RTAG, 1915-1921 sowie auf die Erfassung und Verteilung von Textilien, die Zusammenarbeit mit Industrie- und Handelsverbänden und Firmen, 1917-1921.</p>
                <p>Darüber hinaus befinden sich im Bestand Geschäftsberichte und Bilanzen, 1915-1921, Materialien zu Personalangelegenheiten, 1915-1921, zu Verbindungen zu Reichsbehörden und zur Zusammenarbeit mit der Presse, 1917-1921.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Tätigkeitsberichte, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1916-1920</p>
                <p>- Herstellung, Verteilung und Bewirtschaftung von Treibriemen, Verbindung zur Hersteller- und Verbraucherindustrie, 1915-1920.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Rohhaut AG</unittitle>
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                  <extent>42 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Überlieferungsschwerpunkt liegt bei den Unterlagen zur Einfuhr.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zur Bewirtschaftung und Verteilung von Eisen, Stahl und entsprechenden Halbfertigfabrikaten in Verbindung mit dem Deutschen Stahlbund Essen, 1915-1919 sowie Produktionsstatistiken, 1913-1920.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Materialien sind überliefert:</p>
                <p>- Organisation und Geschäftsbetrieb, 1916-1919</p>
                <p>- Gewinnung von Schrott u.a. Rohstoffen der Eisenindustrie, 1916-1919</p>
                <p>- Ausbeutung der besetzten Westgebiete, 1915-1921</p>
                <p>- Entschädigung deutscher und ausländischer Firmen, 1915-1923.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind legiglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgendende Unterlagen sind überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsberichte, 1917-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1917-1921</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Seide, 1916-1921.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1917-1921 sowie zur Herstellung und Verteilung von Seifen und Waschmitteln, 1915-1921 enthalten.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Textilnotstandsversorgungs-GmbH</unittitle>
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                  <extent>160 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Unterlagen:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1919-1922</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1919-1922</p>
                <p>- Durchführung der Textilnotstandsversorgung, 1919-1922</p>
                <p>- Textilnotstandsversorgungs GmbH, 1919-1922.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Überwachungsausschuß der Lederindustrie</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Enthält nur allgemeine Unterlagen.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Überwachungsausschuß der Schuhindustrie</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1922-12-31">1917-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>187 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>In erster Linie sind hier Unterlagen zur Leder- und Schuhwarenproduktion, Beschaffung von Rohmaterialien, 1913-1921 und zu Verbindungen zu Behörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1917-1919 überliefert.</p>
                <p>Des Weiteren befinden sich im Bestand Materialien zur Leitung und Organisation, 1917-1922, zu Personalangelegenheiten, 1917-1920, zu einzelnen Schuhwarenfabriken, 1917-1919 sowie zum Außenhandel, 1917-1919.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Überwachungsausschuß der Seifenindustrie</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Enthält nur Sitzungsprotokolle, 1917-1921.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>25 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Enthält u.a. Revisionsunterlagen und Schriftwechsel mit verschiedenen Stellen.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>12 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Enthält v.a. Sitzungsniederschriften und Schriftwechsel.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich Berichte über Bilanzprüfungen und Anordnungen der Reichsministerien überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentrale Wollhandels-GmbH</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1918-1921</p>
                <p>- Finanzangelegenheiten, 1917-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1918-1922</p>
                <p>- Verbindung mit Behörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1921</p>
                <p>- Herstellung und Verteilung von Wolle und Garn, 1917-1921.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Aaleinfuhrgesellschaft mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1920-12-31">1917-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1917-1920, zur Zentraleinkaufsgesellschaft Aalimport, 1917-1920 sowie Bilanzen und Revisionen, 1917-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8802</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Landwirtschaftliche Betriebsstelle für Kriegswirtschaft</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>311 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferungsschwerpunkte liegen hier bei folgenden Unterlagen:</p>
                <p>- Ein- und Ausfuhr, allgemein und einzelne Länder, 1916-1921</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Tätigkeitsberichte, Geschäftsbetrieb, 1916-1923</p>
                <p>- Wirtschaftliche Ausbeutung der besetzten Gebiete, 1915-1919.</p>
                <p>Darüber hinaus befinden sich im Bestand Materialien zu Personalangelegenheiten, 1916-1921, zu Verbindungen zu Behörden, 1916-1921 sowie zur Förderung landwirtschaftlicher Produktion, Beschaffung und Verteilung von landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten und Produkten, 1913-1921</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind lediglich allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind v.a. Vertragsunterlagen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Einfuhrgesellschaft für Getreide und Futtermittel mbH</unittitle>
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                  <extent>39 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hierin befinden sich Unterlagen zur Leitung und Organisation, zu Leitungsgremien, 1918-1924 sowie zur Einfuhr von Getreide und Futtermitteln (v. a. Verträge), 1917-1924.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zur Leitung und Organisation, 1916-1921, zur Fischversorgung, zu Fischimporten, 1917-1919 sowie Bilanzen und Revisionen, 1916-1922 überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Unterlagen:</p>
                <p>- Leitung und Organisation allgemein, 1916-1922</p>
                <p>- Bilanzen und Revisionen, 1916-1922</p>
                <p>- Zentraleinkaufsgesellschaft Heringsimporte aus den skandinavischen Ländern, 1916-1920.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gemüsekonserven-Kriegsgesellschaft</unittitle>
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                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Sitzungsprotokolle und Schriftwechsel mit übergeordneten Stellen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind lediglich Satzung und Geschäftsberichte.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Materialien sind überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1918-1922</p>
                <p>- Schriftwechsel mit dem Reichskommissar für Fischerei- und Fischhandelsgesellschaften, 1918-1922</p>
                <p>- Fischverkaufsstellen, 1918-1919.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Gesellschaftsvertrag, Satzung und Revisionsberichte.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
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                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hafernährmittelzentrale GmbH</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist lediglich der Gesellschaftsvertrag überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Handelsvereinigung für Getreide, Futtermittel und Saaten GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind nur allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kakaowirtschaftsstelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1923-12-31">1916-1923</unitdate>
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                  <extent>65 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Leitung und Organisation allgemein, 1916-1923</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1919-1923</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1919-1922</p>
                <p>- Produktion und Bewirtschaftung von Kakaoerzeugnissen, 1919-1923</p>
                <p>- Einfuhr von Kakaoerzeugnissen, Einfuhrausschuss, 1919-1923.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausschuß für Ersatzfutter</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1921-12-31">1915-1921</unitdate>
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                  <extent>310 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1915-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Wirtschaftsorganisationen, 1915-1921</p>
                <p>- Entwicklung und Produktion von Ersatzfutter, Ersatzfutterarten und Herstellungsverfahren, 1915-1921</p>
                <p>- Realisierung der Entwicklungs- und Produktionsvorhaben von Werken mit staatlicher Finanzierung, 1916-1930</p>
                <p>- Verträge mit Betrieben, Kommunalverbänden und Personen über Finanzierung, Produktion und Lieferung von Ersatzfutter, 1915-1924.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8817</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausschuß für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel GmbH</unittitle>
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                  <extent>79 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Materialien:</p>
                <p>- Leitung und Organisation allgemein, 1916-1924</p>
                <p>- Verbindung mit Reichsbehörden, 1916-1921</p>
                <p>- Bewirtschaftung von Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel, 1916-1924</p>
                <p>- Ein- und Ausfuhr, 1916-1924.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Öle und Fette</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1926-12-31">1915-1926</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>471 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation allgemein, wissenschaftliche Abteilung etc., 1915-1926</p>
                <p>- Leitungsgremien, Handakten, 1915-1921</p>
                <p>- Bilanzen, Revisionen, Geschäftsberichte, 1915-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegsgesellschaften, 1914-1922</p>
                <p>- Produktion und Bewirtschaftung, allgemein, 1915-1920</p>
                <p>- einzelne Produktgruppen der Öl- und Fettwirtschaft, 1915-1921</p>
                <p>- Öl- und Fettwirtschaft im Ausland, Einfuhr von Ölen und Fetten, 1915-1922.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Binnenländische Kriegsfischindustrie GmbH</unittitle>
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                  <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es ist lediglich eine Akte allgemeinen Inhalts überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsfischindustrie &quot;Elbe&quot; GmbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1922-12-31">1917-1922</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>24 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Unterlagen zur Bilanz und Statistik sowie zum Reichskommissar für Fischversorgung überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8821</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsgesellschaft für Dörrgemüse mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>34 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. der Gesellschaftsvertrag und Rundschreiben überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8822</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1926-12-31">1916-1926</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>160 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind folgende Unterlagen:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Gründung, Liquidation, 1916-1926</p>
                <p>- Leitungsgremien und Strukturteile, 1916-1922</p>
                <p>- Tätigkeitsberichte, 1916-1921</p>
                <p>- Bilanzen und Revisionsberichte, 1916-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, Personalakten, 1902-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, Kriegsorganisationen und Firmen, 1916-1922</p>
                <p>- Einfuhr von Obst und Marmelade, 1916-1921.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsgesellschaft für Sauerkraut mbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Gesellschaftsverträge, Sitzungsprotokolle, Bilanzen und Revisionen überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kriegsgesellschaft für Teichfischverwertung nbH</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u.a. Gesellschaftsvertrag und Satzung.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind nur Sitzungsprotokolle, Geschäftsberichte und Schriftwechsel mit dem Kriegsernährungsamt überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. der Gesellschaftsvertrag und Tätigkeitsberichte überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind v.a. Protokoll-, Kassen- und Umsatzbücher.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u.a. Organisations- und Revisionsunterlagen.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
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              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u.a. das Gründungsprotokoll und der Gesellschaftsvertrag.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfischversorgungs-GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf Unterlagen folgenden Inhalts:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1916-1924</p>
                <p>- Neuner-Ausschuss der Geschäftsleitung, 1916-1922</p>
                <p>- Revisionen und Bilanzen, 1919-1922</p>
                <p>- Reichsbehörden und Einrichtungen der regionalen Verwaltung, 1916-1922</p>
                <p>- Fischerei, Fischhandel und Fischindustrie, 1916-1926</p>
                <p>- Fischimport, Fischerei des Auslands allgemein</p>
                <p>- Einzelne Länder, 1915-1922.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Leitungsgremien, 1916-1922</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, Personalakten, 1916-1923</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegsgesellschaften, 1916-1923</p>
                <p>- Bewirtschaftung und Versorgung allgemeines, 1916-1921</p>
                <p>- Versorgung einzelner Bevölkerungsgruppen, 1916-1922</p>
                <p>- Fleischversorgung im Ausland, 1916-1922.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsfuttermilchstelle</unittitle>
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                  <extent>105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Leitungsgremien, 1915-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1916-1919</p>
                <p>- Beschaffung, Produktion und Bewirtschaftung von Futtermitteln, 1915-1920</p>
                <p>- Einfuhr von Futtermitteln, 1915-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgesellschaft für deutsches Milchfutter mbH</unittitle>
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                  <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Geschäftsberichte und Revisionsunterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsgetreidestelle</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1925-12-31">1914-1925</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>333 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Bestand beinhaltete Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten:</p>
                <p>- Zentrale Leitung und Organisation der Getreidewirtschaft, 1914-1926</p>
                <p>- Leitungskoordinierung der Kriegsorganisationen und gewerkschaftliche Mitbestimmung,1918-1922</p>
                <p>- Handakten leitender Mitarbeiter, Veröffentlichungen, 1914-1926</p>
                <p>- Geschäfts- und Revisionsberichte, 1915-1926</p>
                <p>- Kriegs- und Ernährungswirtschaft allgemein, Übergangswirtschaft, 1914-1924</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1915-1923</p>
                <p>- Reichsgetreideordnung, Getreidewirtschaft und -bewirtschaftung, Lebensmittelversorgung, 1914-1924</p>
                <p>- Getreidewirtschaft im Ausland, Importe, 1915-1925.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u.a. der Gesellschaftsvertrag und Revisionsunterlagen.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskartoffelstelle</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1915-1922</p>
                <p>- Revisionen, Bilanzen, Geschäftsberichte, 1915-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1922</p>
                <p>- Beschaffung, Verteilung und Bewirtschaftung von Kartoffeln und Kohlrüben, 1915-1921</p>
                <p>- Kartoffel-Importe allgemein und einzelne Länder, 1916-1921.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8838</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für Fischversorgung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1920-12-31">1916-1920</unitdate>
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                  <extent>196 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen folgenden Inhalts:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1916-1920</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1916-1920</p>
                <p>- Fischerei, Fischhandel und Fischindustrie, 1916-1920</p>
                <p>- Versorgung der Bevölkerung, 1916-1920</p>
                <p>- Fisch-Importe, Fischerei des Auslands, 1916-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8839</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Gemüse und Obst</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
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                  <extent>284 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überlieferungsschwerpunkte liegen bei der Obst- und Gemüsebewirtschaftung und - versorgung im Rahmen der Kriegswirtschaft (1916-1922) und in der Zusammenarbeit mit einzelnen Kriegsgesellschaften (1915-1921).</p>
                <p>Darüber hinaus sind Unterlagen folgenden Inhalts überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1916-1923</p>
                <p>- Organisation nach 1918 und Auflösung, 1918-1922</p>
                <p>- Handakten, 1916-1921</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1921</p>
                <p>- Finanzen, Revisionen, 1917-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1916-1920</p>
                <p>- Versorgung von Heer und Marine, 1916-1921</p>
                <p>- Einfuhr von Obst und Gemüse allgemein und einzelne Länder, 1916-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8840</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsstelle für Speisefette</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1913-01-01/1923-12-31">1913-1923</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>451 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Hier sind vor allem Unterlagen zur Versorgung der Bevölkerung und des Heeres und der Ein- und Ausfuhr von Speisefetten und Milch überliefert.</p>
                <p>Darüber hinaus befinden sich folgende Materialien im Bestand:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Gründung, Liquidation, 1916-1923</p>
                <p>- Leitungsgremien, Handakten, 1916-1922</p>
                <p>- Bilanzen, Revisionen, 1917-1923</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, Personalakten, 1916-1923</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden und Kriegsgesellschaften, 1913-1922</p>
                <p>- Fett- und Milchwirtschaft, Produktion, Bewirtschaftung allgemein, 1915-1922</p>
                <p>- Bewirtschaftung einzelner Produkte, 1915-1922.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8841</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsverteilungsstelle für Nährmittel und Eier</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1921-12-31">1916-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>72 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier folgende Unterlagen:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1916-1920</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Nährmitteln, 1916-1921</p>
                <p>- Beschaffung und Verteilung von Eiern, 1916-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                  <extent>23 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung enthält neben allgemeinen Unterlagen lediglich Materialen zu Zuckerimporten.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichszuckerstelle</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1916-1922</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1916-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1915-1922</p>
                <p>- Produktion, Beschaffung und Verteilung von Zucker und Zuckererzeugnissen, 1914-1922.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Salzheringseinfuhr GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. der Gesellschaftsvertrag und Unterlagen zum Import aus Skandinavien überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Tabakhandelsgesellschaft von 1916 mbH</unittitle>
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                  <extent>49 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zum Aufsichtsrat und zu Ausschüssen (1916-1921) sowie zu Verbindungen zu Reichsbehörden (1916-1921).</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Trockenkartoffelverwertungs-GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Sachverhalte:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1914-1921</p>
                <p>- Bilanzen, 1914-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden und Kriegswirtschaftsorganisationen, 1914-1922</p>
                <p>- Bewirtschaftung von Kartoffeln, 1914-1921.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirtschaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8847</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Überwachungsausschuß für Fleischeinfuhr</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1920-01-01/1921-12-31">1920-1921</unitdate>
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                  <extent>10 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind nur allgemeine Unterlagen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Unterlagen zur Zentral-Einkaufsgesellschaft mbH (ZEG), Berlin überliefert.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind v.a. Unterlagen zur Gründung und über Sitzungen überliefert.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Wirtschaftsgesellschaft für deutsche Ölmühlen mbH</unittitle>
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                  <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1917-1936</p>
                <p>- Verbindung zu Reichsbehörden, 1917-1923</p>
                <p>- Bewirtschaftung und Verteilung von Ölfrüchten, 1918-1933.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8851</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentraleinkaufsgesellschaft mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1924-12-31">1914-1924</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>2385 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Der Schwerpunkt der Überlieferung bezieht sich auf Unterlagen zu Auslandsbeziehungen Länder A-Z (1915-1925), zur Warenabteilung insbesondere Schriftwechsel zu Ausfuhr- und Preisfragen einzelner Lebensmittel und Materialien zur Beteiligung der ZEG an anderen Kriegswirtschaftsorganisationen des Ernährungssektors (1915-1921)sowie zu Finanzen und Bilanzen (1914-11924).</p>
                <p>Darüber hinaus befindet sich Schriftgut folgende Sachverhalte im Bestand.</p>
                <p>- Hamburger Spedition und Seeversicherung, 1914-1922</p>
                <p>- Zentralorganisation der ZEG Berlin, Gründung und Leitung, 1914-1924</p>
                <p>- Verkehr mit Behörden, 1915-1923</p>
                <p>- Verkehr mit Kriegswirtschafts- und Wirtschaftsorganisationen, 1914-1924</p>
                <p>- Verkehr mit Banken, Finanzfragen, 1914-1923</p>
                <p>- Verwaltung und Organisation, 1914-1922</p>
                <p>- Inlandvertretungen, 1916-1924</p>
                <p>- Presse, Abbau der ZEG,1915-1924</p>
                <p>- gedruckte Tätigkeitsberichte, 1914-1918</p>
                <p>- Allgemeine Registratur: Verwaltung und Organisationm, 1914-1920</p>
                <p>- Statistik, Presssestimmen, 1909, 1914-1919</p>
                <p>- Rechtsangelegenheiten und Vertragskontrolle, 1914-1919</p>
                <p>- Spedition mit Donauschifffahrt, 1915-1920</p>
                <p>- Vertretung der ZEG in Sofia und Wien, 1916-1920</p>
                <p>- Wirtschaftszentrale Kiew, 1918-1921</p>
                <p>- Vollzugsausschuß der drei Lebensmittelzentralen und Zentralkasse für Ukraine-Einfuhr, 1918-1920</p>
                <p>- Warenabteilungen der ZEG, 1915-1920</p>
                <p>- Besondere Liquidationsakten, 1916-1922</p>
                <p>- Personalangelegenheiten 1915-1923.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8852</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentraleinkaufsgesellschaft mbH für Belgien</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1920-12-31">1915-1920</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu Organisation und Geschäftsbetrieb (1916-1920) sowie zu den Abteilungen Metalle (1915-1919) und Textil (1916-1918) überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
              </scopecontent>
            </c>
            <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 8853</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1921-12-31">1914-1921</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>199 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
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                <p>
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                </p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunktne überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1914-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden, 1914-1921</p>
                <p>- Beschaffung der Heeresverpflegung, 1914-1919</p>
                <p>- Vieh- und Fleischbeschaffung, 1914-1921</p>
                <p>- Beschaffung von Getreide- und Futtermitteln, 1915-1920</p>
                <p>- Vieh- und Fleischimporte, 1916-1921.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zentralstelle für das Trocknungswesen</unittitle>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind u.a. Rundschreiben und Berichte der Revisions-Treuhand AG.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Zigarettentabakeinkaufs GmbH</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Zu folgenden Schwerpunkten sind Unterlagen überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Geschäftsbetrieb, 1915-1922</p>
                <p>- Gesellschafter, 1915-1922</p>
                <p>- Bilanzen und Revisionen, 1915-1923</p>
                <p>- Personalangelegenheiten, 1918-1922</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden, 1915-1922</p>
                <p>- Tabakwirtschaft, Bewirtschaftung, 1916-1922</p>
                <p>- Tabakimport, Tabakwirtschaft im Ausland, 1916-1924.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsabrechnungsstelle Hamburg GmbH und Deutscher Schiffahrtsdelegierter</unittitle>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, Leitungsgremien, 1919-1923</p>
                <p>- Bilanzen, Revisionen, 1919-1924</p>
                <p>- Tätigkeit der Deutschen Schiffahrtsdelegierten, 1919-1922</p>
                <p>- Zusammenarbeit mit Reedereien, Frachtverträge, 1919-1929.</p>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die deutsche Seeversicherungsgesellschaft von 1914 AG</unittitle>
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                  <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind Unterlagen zur Leitung und Organisation der Deutschen Seeversicherungsgesellschaft von (1914-1921) sowie zur Seeversicherung und zum Prisenrecht (1914-1921).</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissar für die Deutsche Versicherungsbank GmbH</unittitle>
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                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es befinden sich Unterlagen zu Leitung und Organisation der Deutschen Versicherungsbank GmbH und anderer Versicherungseinrichtungen (1915-1923) sowie zur Durchführung und Finanzierung der Versicherungen (1916-1921) im Bestand.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskreditgesellschaft mbH</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1936-12-31">1914-1936</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>455 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte:</p>
                <p>- Allgemeine Unterlagen von Kriegsgesellschaften und Firmen, 1916-1936</p>
                <p>- Abwicklungsstelle, Finanzielle Beteiligung des Reichs, Gewährung von Darlehen, 1914-1923</p>
                <p>- Revisionsabteilung, Berichte und Informationen für die Revisoren, 1918-1922</p>
                <p>- Kontrollabteilung, Überwachung der finanziellen Beziehungen des Reichs zur Kriegswirtschaft, 1919-1921</p>
                <p>- Liquidationsabteilung, 1919-1922</p>
                <p>- Abrechnung der Auslandsschäden, 1916-1925</p>
                <p>- Abwicklung einzelner Kriegsgesellschaften und Firmen A-Z, 1916-1926.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bearbeitungshinweis</head>
                <p>Es ist zu unterscheiden zwischen der Reichskreditgesellschaft mbH, die ein eine Kriegsgesellschaft war und der Reichskreditgesellschaft AG, die eine Bank darstellte.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Seeversicherungsgesellschaft von 1914 AG</unittitle>
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                  <extent>28 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Überliefert sind hier Unterlagen zur Organisation und Verwaltung, Geschäftsberichte (1916-1920), Materialien zu Amerika-Pool und Rückversicherungsabkommen (1915-1923 sowie allgemeiner Schriftwechsel (1916-1917).</p>
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              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Kriegsgesellschaften allgemein</p>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
                <p>Deutsche Seeversicherungsgesellschaft von 1914 AG</p>
                <p>Die Erkenntnis, dass der Krieg mit England die deutschen Transportversicherungsgesellschaften abschrecken werde, die Kriegsrisiken der deutschen Schifffahrt zu übernehmen, veranlasste das Reichsamt des Innern, frühzeitig eine vom Reich gestützte Einrichtung zur Kriegstransportversicherung zu gründen. Nach Verhandlungen mit privaten Assekuradeuren und Reedereien gelang am 21. September 1914 die Gründung der Deutschen Seeversicherungsgesellschaft von 1914 AG. Bei einem Aktienkapital von 28 Millionen Mark war das Reich mit einem Anteil von 20,6 Millionen Mark der ausschlaggebende Aktionär. Hauptsitz war dem Wunsch der großen Reedereien entsprechend Hamburg als größter deutschen Hafenstadt, während die binnenländischen Aktionäre eine Zweigniederlassung in Berlin durchsetzten.</p>
                <p>Die abzuschließenden Versicherungen bezogen sich auf Fahrten zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und den Niederlanden in der Nord- und Ostsee sowie auf Flüssen in oder zwischen diesen Ländern. Neben unmittelbaren Versicherungen wurden auch Rückversicherungen der privaten Versicherungsgesellschaften übernommen. Im transatlantischen Verkehr nach Nordamerika und Brasilien, sowie nach Spanien, Portugal udn Italien fanden geheimzuhaltende Abschlüsse statt. Ferner übernahm die AG Warenlagersicherungen besonders in Italien und Rumänien, später auch in der Ukraine und umfangreiche Valoren-Versicherungen im Export nach Amerika. Für die Einfuhr aus den USA wurde von der AG in Rcksicht auf den Fortfall des großen englischen Versicherungsmarktes für Deutschland der &quot;Amerika Pool&quot; unter Beteiligung deutscher Privatversicherungsgesellschaften mit Wirkung vom 1. März 1915 zusammengebracht.</p>
                <p>Als das Risiko in der Ostsee im Herbst 1915 infolge der Tätigkeit englischer U-Boote sich bedeutend erhöhte und die Reeder sich wiegerten, die stark gesteigerten Prämiensätze anzunehmen, stellte das Reichsamt des Innern an die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft das Ansinnen, die bezüglichen Versicherungen seitens der Reedereien als tragbar bezeichneten Prämiensätzen zu übernehmen. Es handelte sich um ein voraussichtliches Verlustgeschäft. Nun zeigte sich, dass die die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft keine Kriegsgesellschaft im eigentlichen Sinn war. Auch wenn das Reich als der weitaus größte Aktionär den Hauptverlust hätte tragen müssen, so stand dieser Tatsache die Bedingung gegenüber, dass die Geschäfte nach kaufmännischen Gesichtspunkten geführt werden sollten und dass eine Abänderung der Statuten und der Geschäftsordnung eine Mehrheit von 9/10 der Aktienstimmen erforderte. Die Gesellschaft lehnte ab und das Reich behlf sich mit Errichtung einer Abrechnungsstelle der Deutschen Seeversicherunggesellschaft von 1914 AG. Diese Stelle übernahm diese Risiken auf alleinige Gefahr des Reiches hin, blieb versicherungstechnisch aber von der Gesellschaft verwaltet.</p>
                <p>Als sich die Notwendigkeit ergab, auch eine Interessenversicherung der von den Reederein in den Dienst der Marine übernommenen Schiffe einzurichten, beschloss das Reichsamt des Innern eine neue ihr gefügigere und mit größerem Kapital ausgerüstete Gesellschaft zu gründen, die nicht nur diesem besonderen Zweck dienen sollte, sondern auch die Geschäfte der Abrechnungsstelle übernahm und darüber hinaus Transport- und Lagerversicherungen aller Art im Reichinteresse betrieb. Es war dies die am 9. Mai 1916 errichtete Deutsche Versicherungsbank GmbH in Berlin. Die neue Gesellschaft wurde mit einem Aktienkapital von 40 Millionen Mark gegründet, von denen 35,5 Millionen Einlage des Reiches, der Rest Einlagen von fünf großen Kriegsgesellschaften waren. Seitdem gab es zwei Transportversicherungsgesellschaften des Reiches, die im Sprachgebrauch im Unterschied zu Privatversicherungsgesellschaften allgemein als staatliche Versicherungsorgane bezeichnete wurden, was in Bezug auf die Deutsche Versicherungsbank auch mit voller Berechtigung, in Bezug auf die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft mit einiger Einschränkung zurtraf. Da die Bank das Gebiet der Interessenversicherung betreute und daneben riskantere Geschäfte, die der Deutschen Seeversicherungsgesellschaft nicht zugemutet werden konnten, ausführte, ergab sich in der Praxis keine Konkurrenz zwischen beiden Gesellschaften, da die Geschäftsleitung und die Leitung der einzelnmen Abteilungen bei beiden Gesellschaften in den gleichen Händen lagen.</p>
                <p>War schon der Amerika-Pool eine fast zwangsläufige Folge der Vereinsamun des deutschen Transportversicherungsmarktes, so machte sich der Wunsch nach einem Zusammenschluss der Versicherer umso mehr deutlich, als im Kriegsverlauf die Werte der Schiffe und der Waren stiegen und Transportrisiken sich stark erhöhten. Hier übernahm die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft die Führung und brachte durch Abschluss gleichlautender Verträge mit den großen deutschen Versicherungsgesellschaften eine Rückversicherungs-Gesellschaft zusammen, die am 1. Januar 1917 ihre Arbeit aufnahm. Nach Kriegsende übernahm die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft 1919 die Geschäftsstelle des sogenannten &quot;Repressalien-Pool&quot;, den Transportversicherungsgesellschaften infolge der alliierten Maßnahmen gegenüber Deutschland bildeten. Am 21. September 1921 trat das Reich als Aktionär aus der Gesellschaft aus und die Deutsche Seeversicherungsgesellschaft wurde in eine Privatgesellschaft unter der Bezeichnung Deutsche Seeversicherungs AG Hamburg umgewandelt.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Speditionsamt der Kriegsrohstoffgesellschaften</unittitle>
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                  <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind u.a. Unterlagen zur Gründung, Protokolle und Rundschreiben überliefert.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Transportzentrale GmbH</unittitle>
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                <physdesc>
                  <extent>43 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                </p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Folgende Unterlagen sind im Bestand überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1918-1922</p>
                <p>- Personal- und Tarifangelegenheiten, 1916-1921</p>
                <p>- Verbindung zu Behörden, 1918-1921</p>
                <p>- Lebensmitteltransporte aus dem Ausland, 1918-1920.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Versicherungsbank GmbH</unittitle>
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                  <extent>88 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
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                <p>
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                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Es sind Unterlagen zu folgenden Schwerpunkten überliefert:</p>
                <p>- Leitung und Organisation, 1915-1933</p>
                <p>- Geschäftsberichte, Revisionen, 1916-1923</p>
                <p>- Liquidation, 1917-1922</p>
                <p>- Seeversicherung, See-Transportversicherung, 1916-1928</p>
                <p>- Seedienst-Verein, Schiffshebungsgesellschaft Odin, 1916-1922.</p>
              </scopecontent>
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                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden.</p>
                <p>Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt.</p>
                <p>Archivische Bewertung und Bearbeitung</p>
                <p>In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Inventare des Reichsarchivs, Serie 2: Kriegswirtschaftliche Organisationen, 1922 ff</p>
                <p>Dieckmann, Wilhelm: Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918 (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), Hamburg 1937</p>
                <p>Cron, Hermann: Die Organisation der Kriegswirtschaft im Kriege 1914-1918 und ihre Überleitung in die Friedensverhältnisse sowie Wertung ihrer Akten, Potsdam 1942</p>
                <p>Müller, Alfred: Die Kriegsrohstoffbewirtschaftung 1914-1918 im Dienste des deutschen Monopolkapitals, Berlin 1955 [10144]</p>
                <p>Schreyer, Hermann: Die Kriegswirtschaftsorganisationen im ersten Weltkrieg und ihre Archivbestände als Quellen zur Geschichte des staatsmonopolistischen Kapitalismus, in: Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1985/3</p>
                <p>Rohlack, Momme: Kriegsgesellschaften (1914-1918): Arten, Rechtsformen und Funktionen in der Kriegswirtschaft des Ersten Weltkrieges, Frankfurt/M; Berlin. 2001 (Rechtshistorische Reihe; Band 241)</p>
              </relatedmaterial>
              <scopecontent>
                <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                <p>Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können.</p>
                <p>Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen.</p>
                <p>Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus.</p>
                <p>Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten.</p>
                <p>Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen.</p>
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              <did>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">R 907</unitid>
                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Sammlung 93</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sammlung Geschäftsberichte</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1890-01-01/1945-12-31">1890-1945</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>12105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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                </p>
              </otherfindaid>
              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Geschäftsberichte (nach Firmennamen A-Z geordnet) ca. 1890-1845 (12437)</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Bestandsgeschichte</p>
                <p>Grundstock des Bestandes bildet eine Abgabe aus dem 1970 aufgelösten Deutschen Wirtschaftsinstitut.</p>
              </scopecontent>
            </c>
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                <unitid encodinganalog="3.1.1" type="former call number">Sammlung 95</unitid>
                <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sammlung Konsumgenossenschaften</unittitle>
                <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1862-01-01/1975-12-31">1862-1975</unitdate>
                <physdesc>
                  <extent>509 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                  <genreform>Schriftgut</genreform>
                </physdesc>
                <physloc>Berlin-Lichterfelde</physloc>
              </did>
              <otherfindaid>
                <p>
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              <scopecontent>
                <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                <p>Die Sammlung enthält vor allem Geschäftsberichte, Satzungen und Statuten, Protokolle und Schriftwechsel einzelner Verbände und Genossenschaften zur Geschichte der Konsumgenossenschaften. Nach 1945 betreffen die Unterlagen fast ausschließlich das Gebiet der SBZ bzw. der DDR. Im einzelnen sind Akten zu folgenden Sachbetreffen vorhanden:</p>
                <p>Materialsammlung vor 1945: Allgemeines zur Genossenschaftsbewegung, internationales Genossenschaftswesen, Geschichte der Konsumgenossenschaften, Zentralverband deutscher Konsumvereine und Reichsbund der deutschen Verbrauchergenossenschaften, Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Konsumvereine (GEG), sonstige zentrale Verbände, regionale Verbände und Konsumvereine auf lokaler Ebene.</p>
                <p>Materialsammlung nach 1945: Allgemeines zur Geschichte der Genossenschaftsbewegung, internationale Genossenschaftbewegung, Entwicklung in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. DDR, Entwicklung in den Westzonen bzw. BRD, Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften (ZVDK) und Verband deutscher Konsum-genossenschaften (VDK), Konsum-Hauptsekretariat, Großeinkaufs-Gesellschaft deutscher Konsumgenossenschaften (GEG), regionale Verbände und Konsumgenossenschaften auf Bezirks-, Kreis- und örtlicher Ebene.</p>
              </scopecontent>
              <scopecontent>
                <head>Bestandsbeschreibung</head>
                <p>Konsumvereine als Verbrauchergenossenschaften für die Versorgung ihrer Mitglieder mit Konsumgütern entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; 1903 Zusammenschluss zum Zentralverband (später Reichsverband) Deutscher Konsumvereine; nach 1933 Auflösung und Vermögensverlust; Neugründung im Dezember 1945; entwickelten sich in der DDR zu einer wesentlichen Organisationsform des &quot;sozialistischen Einzelhandels&quot; mit großem Anteil am Gesamtumsatz des Handels und der Industrie; Dachverband war der 1949 gegründete Verband deutscher Konsumgenossenschaften (ab 1971: der DDR, VDK), untergliedert in Bezirks- und Kreisverbände.</p>
                <p>Die Sammlung ist hervorgegangen aus der Tätigkeit einer Forschungsgruppe des VDK zur Geschichte der Genossenschaftsbewegung.</p>
              </scopecontent>
              <relatedmaterial>
                <head>Amtliche Druckschriften</head>
                <p>Konsum-Genossenschafter. Organ des Verbandes deutscher Konsumgenossenschafter (ab 1971 der Konsumgenossenschaften der DDR), Berlin 1949-1990</p>
                <p>Beschlüsse, Anweisungen, Informationen des Verbandes Deutscher Konsumgenossenschaften (ab 1971der DDR), Berlin 1957-1990</p>
                <p>Konsum: Zeitschrift für aktuelle Fragen der Konsumgenossenschaften, Berlin 1948-1951 (1948-1950 teils: Konsumgenossenschaftliches Mitteilungsblatt)</p>
                <p>Die Konsumverkaufsstelle: Zeitschrift für die Arbeit der Verkaufsstellen und Funktionäre, Berlin 1949-1958</p>
              </relatedmaterial>
              <relatedmaterial>
                <head>Literatur</head>
                <p>Rönnebeck, Gerhard: Die Konsumgenossenschaften der ehemaligen DDR - eine kritische Analyse. (Berliner Beiträge zum Genossenschaftswesen 16), 1994</p>
                <p>Fairbairn, Brett: Wiederaufbau und Untergang der Konsumgenossenschaften in der DDR und in der Bundesrepublik 1945-1990, in: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung 34 (1998), S. 171-198</p>
              </relatedmaterial>
            </c>
          </c>
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              <unittitle>Militär</unittitle>
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              <did>
                <unittitle>Preußische Armee 1867 bis 1918/1919</unittitle>
              </did>
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                  <unittitle>Spitzenbehörden</unittitle>
                </did>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 1</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Königliches Militärkabinett</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1866-01-01/1918-12-31">1866-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>363 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>7,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind einige Bände zur Mobilmachung zu den Kriegen von 1866, 1870/71 und 1914/18 , Namensverzeichnisse zu Empfängern verliehener Orden und Ehrenzeichen, persönliche Angelegenheiten des Kaisers sowie einige Kabinetts-Ordres.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten des Militärkabinetts sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das im 18. Jahrhundert aus der Generaladjutantur erwachsene Militärkabinett bildete nach der Neuordnung von 1808/09 zunächst eine Abteilung des Kriegsministeriums, gewann aber nach 1850 eigenständige Bedeutung und wurde 1883 zu einer Immediatbehörde erhoben. Es hatte alle der Kommandogewalt des Königs unterworfenen Heeresangelegenheiten sowie Ernennung, Beförderung und Entlassung der Offiziere und ihre Disziplinar-, Ehren und Ordensangelegenheiten zu bearbeiten. Der Chef des Militärkabinetts war zugleich Vortragender Generaladjutant und beriet den Monarchen in allen die Armee betreffenden Fragen. Mit dem Ende der Monarchie 1918 wurde das Militärkabinett als &quot;Personalamt&quot; ein Departement des Kriegsministeriums.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>N 474 Nachlass Harraeus, Hermann</p>
                    <p>Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin- Dahlem verwahrt 25 Bände Ranglisten (Offiziersnomenklatur) aus der Zeit von 1870 bis 1918.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Militär- Wochenblatt 1816 ff.</p>
                    <p>PHD 1 Armee-Verordnungsblatt 1867 ff.</p>
                    <p>PHD 2 Ranglisten und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Schmidt-Bückeburg, Rudolf: Das Militärkabinett der preußischen Könige und deutschen Kaiser. Seine geschichtliche Entwicklung und staatsrechtliche Stellung 1787-1918. Berlin 1933.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Das im 18. Jahrhundert aus der Generaladjutantur erwachsene Abteilung des Kriegsministeriums, gewann aber nach 1850 eigenständige Bedeutung und wurde 1883 zu einer Immediatbehörde erhoben. Es hatte alle der Kommandogewalt des Königs unterworfenen Heeresangelegenheiten sowie Ernennung, Beförderung und Entlassung der Offiziere und ihre Disziplinar-, Ehren- und Ordensangelegenheiten zu bearbeiten. Der Chef des Militärkabinetts war zugleich Vortragender Generaladjutant und beriet den Monarchen in allen die Armee betreffenden Fragen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 2</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Preußisches Kriegsministerium</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1919-12-31">1867-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2338 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>30,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Erhalten sind Einzelstücke von Erlassen und Befehlen, vereinzelter Schriftwechsel mit anderen Militär- bzw. Kommando- oder Zivilbehörden. Außerdem sind vereinzelte Akten zur Kriegsführung (wie Truppenführung, Mobil- und Demobilmachungssachen, Waffen und Munition), zur Armeeverwaltung (Versorgungs- und Fürsorgewesen, Verpflegung und Unterkünfte), zur Kriegswirtschaft (Kriegsamt und Kriegsamtsstellen), zum Sanitätswesen sowie zum Kriegsgefangenenwesen überliefert. Darüber hinaus zu erwähnen sind Bände über politische Vereinigungen, gegen die ein Einschreiten der bewaffneten Macht erforderlich schien oder vor deren Einflüssen die Truppe abgeschirmt werden sollte. Außerdem erhalten ist ein geringer Rest von Akten der Militäruntersuchungsstelle des Ersten Weltkriegs für Verletzungen des Kriegsrechts sowie einige wenige Akten der Geheimen Kriegskanzlei.</p>
                    <p>Zudem sind Amtsdruckschriften überliefert, die mit der Überführung der Akten aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR 1994 in das Bundesarchiv gelangt sind.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten des Kriegsministeriums sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das 1809 von Scharnhorst als oberste Zentralbehörde der preußischen Armee geschaffene Kriegsministerium wurde ab 1867 auch für die Kontingente des Norddeutschen Bundes, nach 1871 auch für die Truppen im Südteil Hessens und in Baden zuständig. Der preußische Kriegsminister vertrat im Reichstag die Heeresverwaltung, insbesondere in Etatfragen. Seit den achtziger Jahren für die Militärverwaltung im weiteren Sinne verantwortlich, erließ das Kriegsministerium in Zusammenarbeit mit dem Generalstab, den Waffeninspektionen und Prüfungskommissionen Anordnungen über Organisation, Ausrüstung, Bewaffnung und Unterhalt des Heeres und legte die Ausbildungsgrundsätze für Mannschaften und Unteroffiziere fest. Unter Mitwirkung des Generalstabes und der zivilen Behörden hatte der Kriegsminister jährlich den Mobilmachungsplan aufzustellen. Im Laufe des Ersten Weltkriegs trat die Bedeutung des Kriegsministeriums hinter der Führungsinstitution des Generalstabes des Feldheeres zurück. Erhebliches Gewicht gewann allerdings seit November 1916 das ihm unterstellte Kriegsamt, in dem die kriegswirtschaftlichen Abteilungen des Kriegsministeriums, vor allem die Rohstoff- und Ersatzabteilung, zusammengefasst wurden. Ihm nachgeordnet waren das Waffen- und Munitionsbeschaffungsamt (Wumba) sowie Kriegsamtsstellen in den Bezirken der (Stellvertretenden) Generalkommandos.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                    <p>PH 7 Stellvertretende Generalkommandos</p>
                    <p>N 23 Nachlass Scheuch, Heinrich</p>
                    <p>N 95 Nachlass Goßler, Heinrich von</p>
                    <p>N 112 Nachlass Bergh, Ernst van den</p>
                    <p>N 46 Nachlass Wilhelm Groener</p>
                    <p>Bundesarchiv Berlin, Abteilung Reich:</p>
                    <p>R 67 Archiv für deutsche Kriegsgefangene des Frankfurter Vereins vom Roten Kreuz und für Kriegsgefangenenforschung</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 3 Etatsmäßige Druckvorschriften</p>
                    <p>PHD 5 Technisch- Etatsmäßige Druckvorschriften</p>
                    <p>PHD 2 Rang- und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
                    <p>PHD 6 Kriegsministerium</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Angress, Werner T.: Das deutsche Militär und die Juden im Ersten Weltkrieg [Dokumentation], Militärgeschichtliche Mitteilungen 19, 1976</p>
                    <p>Davis, Gerald H.: Deutsche Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg in Russland, Militärgeschichtliche Mitteilungen 31, 1982</p>
                    <p>Meinecke, Friedrich: Boyen und Roon. Zwei preußische Kriegsminister, Historische Zeitschrift 77, 1896</p>
                    <p>Meisner, Heinrich Otto: Der Kriegsminister 1814-1914. Ein Beitrag zur militärischen Verfassungsgeschichte. Berlin 1940.</p>
                    <p>Gliederung des preußischen Kriegsministeriums nach dem Stande zu Kriegsbeginn, vom Frühjahr 1916 und vom Sommer 1918 . In: Dieckmann, W : Die Behördenorganisation in der deutschen Kriegswirtschaft 1914-1918. Hamburg 1937.</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg. Berlin 1937.</p>
                    <p>Handbuch zur deutschen Militärgeschichte. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt/M. 1968.</p>
                    <p>Wurzer, Georg: Die Kriegsgefangenen der Mittelmächte in Rußland im Ersten Weltkrieg. Tübingen 2000.</p>
                    <p>Oltmer, Jochen (Hg.): Kriegsgefangene im Europa des Ersten Weltkrieges (Krieg in der Geschichte, Bd. 24). Paderborn 2006.</p>
                    <p>Jones, Heather: Violence against prisoners of war in the First World War: Britain, France and Germany 1914 - 1920. Cambridge 2011.</p>
                    <p>Mehlan, Arno: Das deutsch-bulgarische Weltkriegsbündnis, Historische Vierteljahresschrift 30, 1935</p>
                    <p>Ullrich, Anna: &quot;Nun sind wir gezeichnet&quot;. Jüdische Soldaten und die &quot;Judenzählung&quot; im Ersten Weltkrieg. In: Heikaus, Ulrike/Julia B. Köhne (Hg.): Krieg! 1914-1918. Juden zwischen den Fronten. Jüdisches Museum München 2014, S. 215-238.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>1809 als oberste Zentralbehörde der Preußischen Armee geschaffen, ab 1867 auch für die Kontingente des Norddeutschen Bundes, nach 1871 auch für die Truppen im Süden Hessens und in Baden zuständig. Nachfolgebehörde 1919: Reichswehrministerium Bestandssignatur: PH 2</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 3</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Großer Generalstab der Preußischen Armee / Oberste Heeresleitung des Deutschen Heeres</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1972-12-31">1867-1920 (1926-1972)</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2114 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>37,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_cf77e4cb-8308-45de-bccb-7bab87937d68"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Auf Grund der überragenden Bedeutung des Großen Generalstabs als Spitzenbehörde der Preußischen Armee bzw. des Deutschen Heeres kommt dem Bestand eine herausragende Stellung in der Überlieferung der Preußischen Armee zu. In Folge der hohen Schriftgutverluste bei der Preußischen Armee in Folge des Zweiten Weltkrieges kommen auch den Überlieferungen der badischen, Württembergischen, Bayerischen und Sächsischen Armee eine wichtige Rolle als Ersatzüberlieferung zu.</p>
                    <p>Der ursprüngliche Aktenbestand des Großen Generalstabs mit Vorakten betrug aller Wahrscheinlichkeit ca. 80.000 Akten (6). Durch Kriegseinwirkungen ist der Großteil der Überlieferung des Großen Generalstabes 1945 beim Brand des Heeresarchivs zerstört wurden. Erhalten geblieben sind für den Zeitraum von 1867 bis 1920 lediglich 2059 Akten. Die Unterlagen vor 1867 finden sich heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz. Dort sind 900 Akten des Kriegsarchivs der Kriegsgeschichtlichen Abteilung und 14 Akten der Zentral- und Fachabteilungen des Großen Generalstabs überliefert.</p>
                    <p>Der hier vorliegende Bestand beinhaltet im Wesentlichen vier große Überlieferungskomplexe:</p>
                    <p>1) Unterlagen des Großen Generalstabs von 1867 bis zur Mobilmachung 1914</p>
                    <p>2) Unterlagen des Generalstabs des Feldheeres von der Mobilmachung bis zur Auflösung</p>
                    <p>1919</p>
                    <p>3) Unterlagen des (wiedererrichteten) Großen Generalstabs vom 1. Februar 1919 bis 30.</p>
                    <p>Sept. 1919</p>
                    <p>4) Unterlagen des Generalstabs des Feldheeres von der Mobilmachung bis zur Auflösung</p>
                    <p>1919</p>
                    <p>Zum Abwicklungsamt des Großen Generalstabs liegen keine Unterlagen vor.</p>
                    <p>(6) Formationsverzeichnis für die Bestände des Großen Generalstabes RH 18/702</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Bestandsgeschichte</p>
                    <p>Der Generalstab des Feldheeres verfügte bereits seit 1816 über ein eigenes Archiv, das jedoch keine eigenständige Behörde, sondern vorrangig eine Sammlung von Akten zur Bearbeitung der Kriegsgeschichte war. Erst ab 1842 beteiligte sich die Kriegsgeschichtliche Abteilung neben dem Sammeln der Akten auch an den eigentlichen archivischen Aufgaben.(7)</p>
                    <p>Im Jahr 1918 wurden der ältere Teil des Kriegsarchivs des Großen Generalstabs bis 1858 und der ältere Bestand des Archivs der Geheimen Kriegskanzlei bis 1874 zusammengeführt. 1920 wurde das Archiv als „Abteilung Berlin&quot; unter Wahrung der preußischen Eigentumsverhältnisse dem Reichsarchiv unterstellt.</p>
                    <p>Im Jahr 1924/25 kam es zu einer Aufteilung der Bestände zwischen dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv und dem Reichsarchiv, Abteilung Berlin. Dies geschah auf Grund des zwischen der preußischen Archivverwaltung und dem Reichsarchiv abgeschlossenen Teilungsabkommen vom 18. Juni 1924, welches die Abgrenzung der Bestände nach dem Jahr 1866 bzw. 1867 vorsah. Danach sollten die Unterlagen bis 31.12.1866 im Geheimen Staatsarchiv bzw. die Unterlagen ab 1867 im Reichsarchiv verwahrt werden. Für den Generalstab wurde allerdings das Grenzjahr 1858 vereinbart. Zunächst stand dabei v.a. dessen Registratur im Vordergrund, diese Zäsur wurde jedoch auch auf die Manuskriptensammlung und das Kriegsarchiv ausgedehnt. So erhielt das Geheime Staatsarchiv das Archiv des Großen Generalstabs bis 1858, die Akten ab 1859 gelangten ins Reichsarchiv.</p>
                    <p>Mit Errichtung des Heeresarchivs Potsdam im Jahr 1936 ging die Zuständigkeit für die Überlieferung des Großen Generalstabs vom Reichsarchiv auf das Heeresarchiv Potsdam über. 1936/1937 erfolgte die Abgabe der Unterlagen vom Reichsarchiv an das Heeresarchiv in Potsdam.(8)</p>
                    <p>Auch die Akten, die das Geheime Staatsarchiv erhalten hatte, gelangten in das Heeresarchiv Potsdam. Damit umfasste das Heeresarchiv Potsdam seit 1937 die gesamten militärischen Archivalien des altpreußischen Staates (mit Ausnahme der Weltkriegsranglisten und Stammrollen des Zentralnachweisamtes).</p>
                    <p>1944 wurden als besonders wichtige erachtete Unterlagen aus dem Heeresarchiv in Potsdam nach Bad Reichenhall und Blankenburg im Harz ausgelagert. Die Akten des Generalstabes hier v.a. die der Zentralabteilung und des Generalquartiermeisters wurden nach Reichenhall verbracht. Schließlich wurden die Akten von dort aus nach Kufstein verbracht. Der Befehl zur Vernichtung der Bestände durch den Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung Scherff wurde in Kufstein vollständig ausgeführt. In Bad Reichenhall wurde der Vernichtungsbefehl nur teilweise umgesetzt.(9)</p>
                    <p>So wurden dort verwahrte ältere Unterlagen von der Vernichtung ausgenommen.</p>
                    <p>Darüber hinaus überdauerten Archivalien aus verschiedenen Gründen den Krieg: Ein Teil von Unterlagen wurden in den 1920 Jahren an das amerikanische Nationalarchiv ausgeliehen und dort kopiert. Andere Unterlagen blieben in den Behörden und wurden gar nicht erst an die Archive abgeben.</p>
                    <p>Durch den Luftangriff auf Potsdam am 14. April 1945 wurde der Großteil der Akten des Großen Generalstabs vernichtet.</p>
                    <p>Von den Akten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges blieben Abschriften in ganz geringem Umfang im Nationalarchiv in Washington erhalten, die in den 1920er Jahren in den USA erstellt worden waren. Mehrausfertigungen sind an die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs abgegeben worden. Zudem liegen im Bestand als Ersatzüberlieferung Kopien aus dem Preußischen Justizministerium (ehemals P 135) und des Preußischen Kriegsministeriums aus Luftfahrakten der Bayerischen Armee (ehemals IL 41 Königlich Bayerische Inspektion des Ingenieurkorps, IL 42 Königliche Bayerische Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens, IL 43 Königliche Bayerische Inspektion des Militär-Luftfahrwesens) vor. Die Akten waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach England verbracht worden; sie wurden in den 50er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, sind dort listenmäßig erfasst worden und erhielten seinerzeit die genannten Signaturen. Bei Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes sind sie 1968 zunächst in die Abteilung Militärarchiv gelangt und nach erfolgter Durchsicht zuständigkeitshalber an die Abteilung Kriegsarchiv des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Ebenso wurden die oben erwähnten Doppelstücke von Aktenabschriften, die die National Archives Washington abgegeben haben, in diesen Bestand aufgenommen (Zg. 120/77). Darin finden sich auch verstreut Unterlagen, die die Abteilung Militärarchiv aus Privathand erhalten hat, ihre Herkunft ist durch die Zugangsnummer, nachweisbar. Bereits früher nach Freiburg gelangte Unterlagen trugen Bestandssignaturen wie H 01 bis H 05, solche aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt waren mit I H und I W bezeichnet.</p>
                    <p>Die Unterlagen mit den Signaturen PH 3/444-978 befanden sich zuvor im ehemaligen Militärarchiv der DDR in Potsdam. Sie gelangten 1994 vom Militärischen Zwischenarchiv Potsdam, wie das Militärarchiv der DDR nun hieß, in die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs und wurden dem Bestand angegliedert. Die Unterlagen wurden 1945 von der sowjetischen Militäradministration gesichert und in eine eigens dazu eingerichtete Aktensammelstelle verbracht. Ein Teil dieser Akten ging in das 1946 errichtete Zentralarchiv für die sowjetische Besatzungszone, ein Teil wurde für „interalliierte Zwecke&quot; in Deutschland zurückbehalten und ein weiterer Teil ging in die UdSSR. Ein nicht zu verachtender Teil der Archivalien ging anderweitig verloren. Er wurde auch privat veräußert, verkauft, verheizt oder weiterverarbeitet. 1988 erhielt das Militärarchiv der DDR auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Ministerium für Nationale Verteidigung (Hauptstab der Nationalen Volksarmee) und dem Ministerium für Verteidigung der UdSSR (Generalstab der Sowjetarmee) ca. 40 t militärischen Archivguts. Bei dieser Rückführung handelt es sich offenbar nur um eine Auswahl von Akten. Einen großen Teil der rückgeführten Unterlagen bilden die Unterlagen der Eisenbahnabteilung des Großen Generalstabs mit 229 Akten. Ein weiterer großer Komplex beinhaltet Akten der Operationsabteilung des Großen Generalstabs bzw. der Obersten Heeresleitung zu Artillerie, Fußartillerie und Munition. Der letzte große Überlieferungskomplex sind Unterlagen der Abteilung III b des Großen Generalstabes bzw. der Obersten Heeresleitung. Dabei handelt es sich v.a. um Unterlagen von Nachrichtenoffizieren bei den AOKs 2, 4 und 5.(10)</p>
                    <p>Der andere Teil der Akten findet sich im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation(11). Die preußisch-deutschen Akten militärischer Provenienz wurden digitalisiert und können auf der unten angegebenen Website eingesehen werden. Es handelt sich dabei um Akten aus der Eisenbahnabteilung sowie Karten des Generalstabes des Feldheeres.(12)</p>
                    <p>Neben den vorgenannten drei Überlieferungskomplexen enthielt die Abgabe auch Unterlagen des Kriegsarchivs der Kriegswissenschaftlichen Abteilung des Großen Generalstabes. Sie wurden im Oktober 1995 vom Militärischen Zwischenarchiv in Potsdam nach Dahlem abgegeben. Die Regelung, dass Akten nach dem 31.12.1866 in der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs verwahrt werden, kam hier nicht zur Anwendung, da es sich beim Kriegsarchiv um einen gewachsenen Pertinenzbestand handelte, der sich vor allem auf das 18. Jahrhundert bezog. Dem Benutzungsinteresse wurde hier größere Bedeutung zugemessen als der bestehenden Regelung.</p>
                    <p>Archivische Bearbeitung</p>
                    <p>Eine Bewertung der Unterlagen fand nicht statt, da die Unterlagen vor 1945 insbesondere die Unterlagen der Preußischen Armee starke kriegsbedingte Schriftgutverluste und Überlieferungs-lücken aufweisen.</p>
                    <p>Das erste Teilfindbuch wurde im Jahr 1984 erstellt. Das zweite Teilfindbuch (444-978) wurde mit Überführung der Unterlagen aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR in Potsdam nach Freiburg im Jahre 1995 vorgelegt. Vorlage für dieses Teilfindbuch bildete eine vom Militärarchiv der DDR erstellte Kartei.</p>
                    <p>Weiteren Zuwachs erfuhr der Bestand durch den Transfer von Unterlagen aus dem Bestand RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres. Weitere Zugänge verschiedener Provenienz wurden dem Bestand angegliedert und verzeichnet.</p>
                    <p>Die zwei Teilfindbücher wurden in der Datenbank erfasst. Die Klassifikation wurde neu erstellt. Soweit dies möglich war, wurden die alten Klassifikationen der Teilfindbücher mit in die neue Klassifikation einbezogen. Neu hinzu gekommene Akten wurden ebenfalls in die Klassifikation aufgenommen. Organisationsunterlagen sind kaum vorhanden. Ein Aktenplan liegt nicht vor. Die Klassifizierung des Bestandes erfolgte in Anlehnung an die Organisation des Großen Generalstabs soweit dies auf Grund der vorhandenen Aktenstruktur möglich war. Akten haben sich zum Teil nicht in ihrem ursprünglichen Entstehungszusammenhang befunden, sodass die Provenienz nicht immer eindeutig bestimmt werden konnte.</p>
                    <p>Großformate (PH 3/1251-1845) wurden aus den Akten entnommen und dem Bestand angegliedert. Die zugehörige ADS-Bestand PHD 6 wurde kompett in den Bestand überführt. Die Unterlagen sind über die Altsignatur nachgewiesen.</p>
                    <p>Der Bestand wurde umgeboxt und mikroverfilmt mit Ausnahme der Großformate.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>(7) Vgl. Vorwort von Irina Fröhlich zur Geschichte des Kriegsarchivs des Großen Generalstabs Bestand Großer Generalstab Rep. 15 A im Geheimen Staatsarchiv Preußischer http://archivdatenbank.gsta.spk-berlin.de/midosasearch-gsta/MidosaSEARCH/iv_ha_rep_15_a/index.htm?kid=fb00a839-3ee0-407f-adec-fcb857bbb85f</p>
                    <p>(8) Vgl. Adolf Brennecke: Archivkunde. Ein Beitrag zu Theorie und Geschichte des Europäischen Archivwesens, bearb. nach Vorlesungsnachschriften und Nachlaßpapieren und ergänzt von Wolfgang Leesch, Leipzig 1953, S. 307-310.</p>
                    <p>(9) Vgl. Thomas Menzel: Die Überlieferung zum Ersten Weltkrieg in der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs, in: Papierkrieg. Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkrieges in Archiven Österreichs, Deutschlands und Tschechiens, hg. v. Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs (= Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs, 57), Innsbruck, Wien, Bozen 2014, S. 3f. Gerhart Enders: Die ehemaligen deutschen Militärarchive und das Schicksal der deutschen Militärakten nach 1945, in: Zeitschrift für Militärgeschichte, Heft 1, 1969, S. 604. Bernhard Poll: Vom Schicksal der deutschen Heeresakten und der amtlichen Kriegsgerichtsschreibung, in: Der Archivar, Nr. 1, April 1953, Sp. 73.</p>
                    <p>(10) Vgl. Uwe Löbel: Neue Forschungsmöglichkeiten zur preußisch-deutschen Heeresgeschichte. Zur Rückgabe von Akten des Potsdamer Heeresarchivs durch die Sowjetunion, in: MGM 51 (1992), S. 143-149.</p>
                    <p>(11) http://tsamo.germandocsinrussia.org/de/nodes/2-deutsche-beuteakten-zum-ersten-weltkrieg-im-zentralarchiv-des-verteidigungsministeriums-der-russischen-foderation-bestand-500-findbuch-12519</p>
                    <p>(12) Vgl. Vorwort von Irina Fröhlich, GStA</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>1. Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv Freiburg</p>
                    <p>PH 2 Preußisches Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3-KART Oberste Heeresleitung / Großer Generalstab und Kommandobehörden des Deutschen Heeres.- Karten</p>
                    <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine / Seekriegsleitung der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 40 Dienststellen und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Mittelmeer und im Osmanischen Reich</p>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 120 Generalkommando des Marinekorps der Kaiserlichen Marine (Marinekorps Flandern)</p>
                    <p>RH 18 Chef der Heeresarchive</p>
                    <p>RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres</p>
                    <p>N 16 Nachlass Moltke, Helmuth Karl Bernhard Graf von</p>
                    <p>N 78 Nachlass Moltke, Helmuth von</p>
                    <p>N 43 Schlieffen, Alfred Graf von</p>
                    <p>N 429 Hindenburg, Paul von</p>
                    <p>N 77 Ludendorff, Erich</p>
                    <p>2. Bundesarchiv, Abteilung Deutsches Reich, Berlin</p>
                    <p>R 43-I Reichskanzlei</p>
                    <p>R 904 Waffenstillstandskommission</p>
                    <p>R 67 Archiv für deutsche Kriegsgefangene des Frankfurter Vereins vom Roten Kreuz und für Kriegsgefangenenforschung</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Quellen:</p>
                    <p>PH 3/3 Wiederaufnahme der Tätigkeit des Großen Generalstabes am 1. Febr. 1919.- Verfügung des Chefs des Generalstabs mit Übersicht über die zunächst bestehenden Abteilungen</p>
                    <p>PH 3/124 Die Organisation des Großen Generalstabes 1803-1914</p>
                    <p>PH 3/1026 Major a.D. HOAR Stoeckel: Die Organisation des Großen Generalstabes (Von den Anfängen bis 1920)</p>
                    <p>Literatur:</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914 bis 1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Crone, Wilhelm: Achtung! Hier Großes Hauptsquartier!, Leipzig 1934.</p>
                    <p>Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hg v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), Herrsching 1983, s. 69-72.</p>
                    <p>Förster, Gerhard/Helmert, Heinz/Otto, Helmut/Schnitter, Helmut: Der preußisch-deutsche Generalstab 1640-1945. Zu seiner politischen Rolle in der Geschichte, Berlin 1966.</p>
                    <p>Hossbach, Friedrich: Die Entwicklung des Oberbefehls über das Heerin Brandenburg, Preußen und im Deutschen Reich von 1655-1945. Ein kurzer Überblick, Würzburg/Main 1957.</p>
                    <p>Hubatsch, Walter: Großes Hauptquartier 1914 bis 1918, in: Ostdeutsche Wissenschaft. Jahrbuch des Ostdeutschen Kulturrates, Bd 5, 1958, S. 422-461.</p>
                    <p>Jany, Curt: Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, 2. erg. Auflage (= Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, Bd. 4), Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Einzelschriften, hrsg. vom Großen Generalstab, Berlin 1883-1914.</p>
                    <p>Kraus, Karl: Der preußische Generalstab und das 19. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 1991.</p>
                    <p>Manfred Messerschmidt: Die politische Geschichte der preußisch-deutschen Armee, in: Militärgeschichtliches Forschungsamt. Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 2, Abschnitt IV, 1. Teil:</p>
                    <p>Millotat, Christian: Das preußisch-deutsche Generalstabsystem: Wurzeln, Entwicklung, Fortwirken, Zurüch 2000.</p>
                    <p>Raschke, Martin: Der politisierende Generalstab. Die friderizianischen Kriege in der amtlichen deutschen Militärgeschichtsschreibung, 1890 - 1914, Freiburg 1993.</p>
                    <p>Studien zur Kriegsgeschichte und Taktik, 1901-1913.</p>
                    <p>Urkundliche Beiträge und Forschungen zur Geschichte des Preußischen Heeres. Hrsg. v. Großen Generalstab, Berlin 1901-1914.</p>
                    <p>Zwehl, Hans von: Generalstabsdienst im Frieden und im Kriege. Berlin 1923.</p>
                    <p>Herwig, Holger H.: Marne 1914. Eine Schlacht, die die Welt veränderte?. Paderborn 2016.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>1 Aufgaben und Organisation des Großen Generalstabes</p>
                    <p>1.1.1 Stellung und Aufgaben des Großen Generalstabs innerhalb der Preußischen Armee (1)</p>
                    <p>Der Begriff Generalstab wurde erstmals in der A.K.O. vom 20. Juli 1817 über den Normaletat des Generalstabs und ab 1821 auch in den gedruckten Ranglisten verwendet.</p>
                    <p>Der Große Generalstab gehörte neben dem Geheimen Militärkabinett und dem Kriegsministerium zu den Spitzenbehörden der Preußischen Armee. Der zunächst noch beim Kriegsministerium ange-siedelte Generalstab konnte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich von seiner Abhängigkeit vom Kriegsministerium lösen. 1821 wurde er selbstständig. Mit Kabinettsordre vom 24. Mai 1883 wurde der Generalstab zu einer Immediatbehörde und wurde unmittelbar dem Monarchen zugeordnet; faktisch hatte er diese Stellung schon seit den Einigungskriegen.</p>
                    <p>Die Aufgaben des Kriegsministeriums und des Großen Generalstabs überschnitten sich zum Teil, was hin und wieder zu Konflikten führte. Nach Artikel 63 der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 bildete die gesamte Landmacht des Reiches ein einheitliches Heer, das in Krieg und Frieden unter dem Befehl des Kaisers stand. Im Frieden hatte der Chef des Großen Generalstabes praktisch keine Befehlsgewalt und kein Inspektionsrecht. Er fungierte lediglich als Chef und Disziplinarvorgesetzter des Großen Generalstabs. Die höchste Kommandogewalt lag zwar faktisch beim Kaiser, praktisch nahm diese jedoch der Chef des Generalstabes der Armee war. Im Kriege erteilte der Chef des Generalstabes nach den Mobilmachungsbestimmungen im Namen des Kaisers operative Befehle und war für die Leitung und Ausführung der militärischen Operationen wie auch der übrigen Dienstzweige mitverantwortlich. Durch die Schulung von Führern und die Fürsorge für die kriegsmäßige Truppenausbildung hatte er einen bestimmenden Einfluss auf die Gestaltung der Armee. Zu seiner Tätigkeit gehörte auch die Pflege der kriegswissenschaftlichen Bildung, besonders das Studium und die Bearbeitung der Kriegsgeschichte, das Sammeln von Nachrichten und statistischem Material über fremde Heere und die verschiedenen Kriegsschauplätze, Kartenlegung, Untersuchung und Beschreibung des eigenen Landes.</p>
                    <p>In der Friedenszeit gab es keine weitreichenden Veränderungen in der Organisation des Großen Generalstabs lediglich einige Erweiterungen durch den zunehmenden Umfang der General-stabsaufgaben.</p>
                    <p>1.2. Die Chefs des Generalstabs der Armee in Preußen (seit der offiziellen Einführung der dienstlichen Bezeichnung) (2)</p>
                    <p>11.1.1821 - 21.1.1829 Generalleutnant Freiherr von Wülffing gen. Weiss</p>
                    <p>29.11.1829 - 13.5.1848 General der Infanterie Wilhelm von Krauseneck</p>
                    <p>13.5.1848 - 7.10.1857 General der Kavallerie Karl von Reyher</p>
                    <p>29.10.1857 - 10.8.1888 Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke</p>
                    <p>10.8.1888 - 7.2.1891 General der Kavallerie Alfred Graf von Waldersee</p>
                    <p>7.2.1891 - 1.1.1906 General der Kavallerie Alfred Graf von Schlieffen</p>
                    <p>1.1.1906 - 14.9.1914 Generaloberst Helmuth von Moltke der Jüngere</p>
                    <p>14.9.1914 - 29.8.1916 General der Infanterie Erich von Falkenhayn</p>
                    <p>29.8.1916 - 3.7. 1919 Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg</p>
                    <p>3.7.1919 - 30.9.1919 Generalleutnant Wilhelm Groener</p>
                    <p>Zwischen 1914 und 1918 wurden insgesamt vier Oberste Heeresleitungen (OHLs) gebildet (3)</p>
                    <p>1. OHL: Generaloberst Helmuth von Moltke, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 2. August - 14. September 1914</p>
                    <p>2. OHL: General der Infanterie Erich von Falkenhayn, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 14. September (offiziell ab 3. September 1914) - 29. August 1916</p>
                    <p>3. OHL: Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 29. August 1916 - 9. November 1918, Oberbefehlshaber des Feldheeres vom 9. November 1918 - 3. Juli 1919, ihm wurde der General der Infanterie Erich Ludendorff als Erster Generalquartiermeister zur Seite gestellt</p>
                    <p>4. OHL: Generalleutnant Wilhelm Groener übernahm nach dem Rücktritt von Hindenburgs am 25. Juni 1919 die OHL nun unter der Bezeichnung „Kommandostelle Kolberg&quot; bis zur Auflösung am 30. September 1919</p>
                    <p>1.3 Die organisatorische Entwicklung des Großen Generalstabs (4)</p>
                    <p>1.3.1 Organisation des Großen Generalstabs 1814-1919</p>
                    <p>1.3.1.1 Die Errichtung eines Generalstabsdepartments im Kriegsministerium</p>
                    <p>Am 22. August 1814 schlug Boyen die Errichtung eines besonderen Generalstabsdepartments vor, in dem künftig die Plankammer sowie die Offiziere des Generalstabes und der Adjutantur angemessen eingesetzt werden sollten. Das 2. Department wurde Generalstabsdepartement. Sein jeweiliger Direktor war zugleich Chef des Großen Generalstabes. In Folge des Feldzuges von 1815 konnte der neu gegründete Große Generalstab seine Tätigkeit erst 1816 aufnehmen. Chef des Großen Generalstabes wurde von Grolman. Er erließ eine vorläufige Instruktion nach der sich der Generalstab folgendermaßen gliederte: Drei Abteilungen: Das Östliche Kriegstheater, das Mittlere Kriegstheater, das Westliche Kriegstheater. Eine Abteilung für Kriegsgeschichte und die Aufnahmeabteilung.</p>
                    <p>1817 wurde bei der Kriegsgeschichtlichen Abteilung ein Kriegsarchiv errichtet, welches in erster Linie eine Aktensammelstelle für Akten der Feldzüge darstellte. Gleichzeitig wurde eine Bibliothek eingerichtet. Die Aufnahmeabteilung zerfiel in den astronomisch-trigonometrischen Teil und in das Aufnahme- und Zeichenbüro. Die Plankammer bestand aus der alten und neuen Plankammer. Die alte Plankammer in Potsdam war für die historischen Unterlagen zuständig, die neue in Berlin für die Unterlagen der Abteilungen.</p>
                    <p>Organisation am 17. Juli 1817</p>
                    <p>Abteilung Östliches Kriegstheater</p>
                    <p>Abteilung Mittleres Kriegstheater</p>
                    <p>Abteilung Westliches Kriegstheater</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung mit Kriegsarchiv und Bibliothek</p>
                    <p>Abteilung für Aufnahmen</p>
                    <p>Plankammer</p>
                    <p>Lithografisches Institut</p>
                    <p>1.3.1.2 Die Loslösung des Generalstabes vom Kriegsministerium</p>
                    <p>1819 wurde Oberst Rühle von Lilienstern zum Nachfolger Grolmans als Chef des Großen Generalstabes bestimmt. Der Ranghöhere von Müffling kehrte in den Generalstabsdienst zurück. Um diese Situation aufzulösen wurde Müffling Chef des Generalstabes der Armee des Berliner Generalstabs und der Truppengeneralstäbe. Rühle wurde Chef des Großen Generalstabes, also der in Berlin im 2. Departement befindlichen Generalstabsoffiziere. Der Generalstab in seiner Gesamtheit war zwar nun eine selbstständige Behörde, war jedoch immer dem Kriegsministerium zugeordnet. Formal stand der Chef des Generalstabs der Armee nicht unter dem Kriegsminister, während der Chef des Großen Generalstabes sowohl Untergebener des Kriegsministeriums als auch des Chef des Generalstabs der Armee war. 1824 wurde das 2. Department aufgelöst. Ein Jahr später führte der Generalstab der Armee die Geschäfte. Rühle wurde Verbindungsoffizier zum Kriegsministerium. Eine Besonderheit ist die seit 1821 eingeführte direkte Berichterstattung der Generalstabsoffiziere an den Chef des Generalstabes ohne Beteiligung des Kriegsministers. Mit Boyen veränderte sich die Stellung des Generalstabes. So wurden die Generalstabsoffiziere nun im Generalstab befördert.</p>
                    <p>1.3.1.3 Der Einfluss von Clausewitz</p>
                    <p>Clausewitz&apos; Veröffentlichung „Vom Kriege&quot; erschienen 1832/34 posthum hat auf das Denken und Planen des Generalstabes nur in fachlicher Hinsicht Einfluss gehabt. Clausewitz ging es um die Wesens- und Kernfragen des Krieges. Er erkannte die politischen Rahmenbedingungen für die Kriegführung unter Napoleon und betrachtete seit dieser Zeit Krieg, Kriegführung und Politik als eine Gesamtheit. Er beschäftigte sich mit Fragen wie dem Verhältnis von Krieg und Politik, Strategie und Taktik, Bedeutung der moralischen Größen, dem „Vernichtungskrieg&quot; und dem „absoluten Krieg&quot; zu den „natürlichen Verhältnissen&quot; des Krieges, das Clausewitz zu einer spezifischen Bewertung des „Enderfolges&quot; bewog.</p>
                    <p>1.3.1.4 Der Generalstab unter Moltke auf dem Weg zur Alleinzuständigkeit</p>
                    <p>Bei der Mobilmachung gegen Österreich trat der Generalstab praktisch nicht in Erscheinung, die Mobilmachung lag beim Kriegsministerium. Erst die Feldzüge 1866 liefen nach dem Plan des Generalstabes ab, was als erste Phase für eine Alleinzuständigkeit gewertet werden kann. Dies war der Verdienst des neuen Generalstabschefs von Moltke. Unter Moltke erfuhr der Generalstab eine zahlenmäßige Vergrößerung auf 88 Offiziere und 21 Offiziere des Nebenetats.</p>
                    <p>Die Gliederung des Großen Generalstabs seit 1867</p>
                    <p>I. Hauptetat (88. Offiziere)</p>
                    <p>1. Abteilung: Armeen der ostwärtigen Nachbarn</p>
                    <p>2. Abteilung: Deutsche Armeen, Eisenbahnangelegenheiten</p>
                    <p>3. Abteilung: Armeen der westlichen Nachbarn</p>
                    <p>II. Nebenetat (wissenschaftliche Tätigkeiten, 21 Offiziere)</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung</p>
                    <p>Geographisch-statistische Abteilung</p>
                    <p>Topographische Abteilung</p>
                    <p>Landestriangulation</p>
                    <p>Plankammer</p>
                    <p>1.3.1.5 Der Generalstab unter Waldersee</p>
                    <p>Die Gliederung des Großen Generalstabes seit 1. April 1889</p>
                    <p>Der Generalquartiermeister wurde zunächst wieder abgeschafft, jedoch wurden zum 1. April 1889 drei Oberquartiermeister (O.Q.) eingerichtet.</p>
                    <p>Zentralbüro (ab 1890 Zentralabteilung)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) I seit 1. April 1889:</p>
                    <p>2. Abteilung Ordre de Bataille (Schlachtordnungen) und Aufmarsch des deutschen Heeres</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Eisenbahnsektion</p>
                    <p>Die Eisenbahnsektion war für den Dienstbetrieb und die Ausbildung des dem Chef des Generalstabes der Armee unterstellten Eisenbahn-Regiments und der Luftschiffer-Abteilung zuständig.</p>
                    <p>Eisenbahn-Regiment</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) II</p>
                    <p>4. Abteilung - Neubildung für die Angelegenheiten fremder Festungen und die Aufstellung der Angriffsentwürfe, mit AKO vom 19. Dez. 1889 kam die Abteilung für fremde Festungen vom Ingenieur-Komitee hinzu</p>
                    <p>Geographisch-statistische Abteilung (seit 1894 eine selbstständige Abteilung)</p>
                    <p>Deutsche Sektion (Angelegenheiten der Kriegsakademie und die Übungsreisen des Generalstabes)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) III</p>
                    <p>1. Abteilung (Rußland, die skandinavischen Staaten, Österreich, Balkan etc.)</p>
                    <p>3. Abteilung (Frankreich, England, Belgien, Niederlande, Schweiz, Italien)</p>
                    <p>Abteilung für Kriegsgeschichte</p>
                    <p>Landesaufnahme</p>
                    <p>Die Stellung des Generalquartiermeisters wurde abgeschafft.</p>
                    <p>1.3.1.6 Gliederung des Großen Generalstabes der Armee seit 1908</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>6. Abteilung (Manöver)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) I</p>
                    <p>2. Abteilung (Aufmarsch)</p>
                    <p>Technische Sektion (Luftstreitkräfte)</p>
                    <p>4. Abteilung (Fremde Festungen des westlichen Kriegstheaters)</p>
                    <p>7. Abteilung (Fremde Festungen des östlichen Kriegstheaters)</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) II</p>
                    <p>3. Abteilung (Fremde Heere im Westen)</p>
                    <p>9. Abteilung (Deutsche Kolonien)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) III</p>
                    <p>5. Abteilung (Übungsreisen des Generalstabes)</p>
                    <p>8. Abteilung (Angelegenheiten der Kriegsakademie)</p>
                    <p>Oberquartiermeister IV (O.Q.) (seit 1. April 1894 neu hinzugekommen)</p>
                    <p>1. Abteilung (Fremde Heere im Osten)</p>
                    <p>10. Abteilung (Fremde Heere im Osten)</p>
                    <p>Oberquartiermeister V</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung I und II</p>
                    <p>Landesaufnahme</p>
                    <p>1.3.1.7 Gliederung des Großen Generalstabes vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914</p>
                    <p>Der Chef des Großen Generalstabes</p>
                    <p>Zentralabteilung (Personal, Organisation, Verwaltung) mit Sektion III b (Nachrichtenwesen)</p>
                    <p>6. Abteilung (Manöver)</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung II (ältere Kriegsgeschichte)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) I.</p>
                    <p>2. (deutsche Abteilung) -Aufmarsch- und Operationsabteilung</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Sektion 1a (zur Neubearbeitung der Militär-Transportordnung)</p>
                    <p>4. Abteilung (fremde Festungen)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) II</p>
                    <p>3. Abteilung (Frankreich mit Marokko, England mit Ägypten, Afghanistan)</p>
                    <p>9. Abteilung (Italien, Belgien, Schweiz, Holland, Spanien, Portugal, Amerika, deutsche Kolonien)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) III</p>
                    <p>5. Abteilung (Operationsstudien)</p>
                    <p>8. Abteilung (Kriegsakademie und Generalstabsdienst)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) IV</p>
                    <p>1. Abteilung (Russland, Nordische Staaten, Ostasien, Persien, Türkei)</p>
                    <p>10. Abteilung (Österreich-Ungarn und Balkanstaaten)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) V</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung I (neuere Kriege)</p>
                    <p>Kriegsarchiv</p>
                    <p>Kartenarchiv</p>
                    <p>Chef der Landesaufnahme und Oberquartiermeister</p>
                    <p>Trigonometrische Abteilung</p>
                    <p>Topographische Abteilung</p>
                    <p>Kartographische Abteilung</p>
                    <p>Photogrammetische Abteilung</p>
                    <p>Kolonialsektion</p>
                    <p>1.3.1.8 Der Chef des Generalstabes des Feldheeres 1914 bis 1918</p>
                    <p>Generalstab des Feldheeres und Oberste Heeresleitung (OHL) des Deutschen Heeres</p>
                    <p>Mit der Mobilmachung am 2. August 1914 wurde der Chef des preußischen Generalstabes der Armee zum &quot;Chef des Generalstabes des Feldheeres&quot;, zugleich wurde die OHL gebildet, die im Großen Hauptquartier angesiedelt war. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres verkörperte somit die OHL und wurde vom Begriff her immer mit ihr gleichgesetzt.</p>
                    <p>Am 5. August 1914 wurde der stellvertretende Generalstab der Armee in Berlin mobilgemacht. Letzerer blieb bis zum 31. Januar 1919 bestehen. Mit der Demobilisierung nahm der Große Generalstab mit Ausnahme der bei der OHL verbleibenden Stellen seine Tätigkeit am 1. Februar 1919 wieder auf. (10) Auf Grund des Versailler Vertrages wurde im Juli 1919 die Auflösung des Großen Generalstabes beschlossen und eingeleitet. Am 4. Juli 1919 übernahm Generalmajor von Seeckt die Geschäfte des Chefs des Generalstabes. Die Bezeichnung der Dienststelle war nun &quot;General von Seeckt&quot;. Am 30. September 1919 wurde der Große Generalstab schließlich endgültig (mit der Errichtung eines Abwicklungsamtes aus einem Teil der Zentralabteilung) aufgelöst.</p>
                    <p>1. Generalstabsabteilungen</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>Sie war zuständig für Empfang und Zuleitung des Schriftwechsels an die zuständigen Stellen, in Zusammenarbeit mit dem Militärkabinett für Personalsachen und die Verwaltung.</p>
                    <p>Leiter der Abteilung war Oberst von Fabeck, seit 26. März 1916 wurde die Abteilung durch Oberst Tieschowitz von Tieschowa geführt.</p>
                    <p>Operationsabteilung</p>
                    <p>Die Abteilung mit der engsten Verbindung zum Generalstabschef. Sie war auch das Büro für seine persönlichen Schreiben. Ihr oblag es, die Voraussetzungen für alle operativen Maßnahmen der Armee zu schaffen: Kriegsgliederung und Organisation des gesamten Heeres zu überwachen und Verbesserungen vorzuschlagen sowie Ausbildung, Bewaffnung und Einsatzfähigkeit der Verbände. Dem Chef der Operationsabteilung oblagen die Beratung des Generalstabschefs, die Bearbeitung der operativen Pläne des Generalstabschefs und die Ausfertigung seiner Befehle.</p>
                    <p>Während des Krieges wurde die Abteilung umfangreich erweitert.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Tappen</p>
                    <p>Oberstleutnant Wetzell (seit 31. Aug. 1916)</p>
                    <p>Operations-Abteilung B</p>
                    <p>Unter der Operationsabteilung wurde zum 18. August 1916 noch eine Unterabteilung eingerichtet, die für die mazedonische und türkische Front zuständig war.</p>
                    <p>Operations-Abteilung II</p>
                    <p>Am 23. September 1916 wurde die Stelle des Feldmunitionschefs aufgelöst. Die Aufgaben des Munitions- und Geräteersatzes übernahm die Munitionssektion in die Operationsabteilung. Anschließend wurde die Munitionssektion mit der kriegswirtschaftlichen zur Operationsabteilung II vereinigt.</p>
                    <p>Chef:</p>
                    <p>Oberst Bauer</p>
                    <p>Nachrichtenabteilung, seit dem 20. Mai 1917 Abteilung Fremde Heere</p>
                    <p>Sie war zuständig für die Verfolgung der militärischen Operationen im Ausland v.a. für die Kriegsführung der Feindstaaten indem sie Informationen zu deren Organisation und Kräfteverteilung sammelte.</p>
                    <p>Abteilung III b</p>
                    <p>Ihre Aufgabe bestand in der Übermittlung von Nachrichten über den Gegner. Dies geschah durch bei den Armeen und an geeigneten Punkten der Heimat eingesetzten Nachrichten-Offizieren. Zudem gab es freiwillige oder bezahlte Agenten im neutralen und im feindlichen Auslande und die Geheime Feldpolizei in den besetzten Gebieten. Nachrichtenmaterial lieferten darüber hinaus die Grenzpolizeistellen und die Feldpolizei, die auch zur Durchführung der Spionage diente. Die Stellen des Nachrichtendienstes und der Spionageabwehr im Heimatgebiet kommunizierten mit der Abteilung III b des stellvertretenden Generalstabes, die wiederum der Abteilung III b im Großen Hauptquartier unterstellt war. Die Richtlinien für den vaterländischen Unterricht wurden genauso von der Abteilung erlassen wie der eingerichtete Pressedienst, der die öffentliche Meinung steuern sollte.</p>
                    <p>Politische Abteilung, seit 10. Februar 1916 Militärpolitische Abteilung</p>
                    <p>Sie war für die militärpolitischen Angelegenheiten aller Staaten zuständig, bearbeitete Rechtsfragen und gab die Informationen an die Militärattachés weiter und war die schriftführende Stelle in Friedensfragen.</p>
                    <p>2. Der Generalquartiermeister und ihm nachgeordnete Stellen</p>
                    <p>Der Generalquartiermeister nahm alle Aufgaben zur Entlastung des Chefs des Generalquartiermeisters war, die sich unmittelbar auf die Operationen bezogen.</p>
                    <p>Dazu gehörte das gesamte Nachschub-, Etappen- und Eisenbahnwesen, Feldpost und Rechtspflege, Feldsanitäts- und Veterinärwesen.</p>
                    <p>Generalquartiermeister:</p>
                    <p>Generalleutnant von Stein seit 14. Sept. 1914</p>
                    <p>Generalleutnant Hahndorff seit 16. Jan. 1916</p>
                    <p>Nachgeordnete Stellen</p>
                    <p>Generalintendant des Feldheeres</p>
                    <p>Ihm oblag die Bereitstellung der Heeresverpflegung. Zudem bildete er die Spitze der Feld- und Truppenintendanturen.</p>
                    <p>Mit Übergang zum Stellungskrieg kam die Überwachung der Ernährung im besetzten Gebiet hinzu. Hier sind die Bodenbestellung und die dafür notwendige Beschaffung des landwirtschaftlichen Maschinenmaterials und die Nutzbarmachung des Ernteüberschusses für das Feldheer zu nennen. Später kam die industrielle Nutzung der besetzten Gebiete hinzu. Für den Westen wurde noch eine neue Wirtschaftsabteilung mit Wirkung zum 5. September 1916 eingerichtet.</p>
                    <p>Die Wirtschaftsabteilung wurde mit Wirkung zum 1. Jan. 1917 verselbstständigt und erweitert und in Beauftragter des Generalquartiermeisters für den westlichen Kriegsschauplatz (B.d.G. West) eingerichtet. In seiner Verantwortlichkeit lag die Verwaltung, Bewirtschaftung und Nutzbarmachung der besetzten Gebiete im Westen.</p>
                    <p>Zudem waren ihm unterstellt:</p>
                    <p>- Generalwechselamt</p>
                    <p>- Kunstsachverständiger für Denkmalpflege</p>
                    <p>- Kriegsgefangenen -und Zivilarbeiterbataillone</p>
                    <p>- elektrotechnische Werkstätte West</p>
                    <p>- Artillerie- und Traingerät-Instandsetzungs-Werkstätten</p>
                    <p>- Beute- und Sammelwesen (bis zur Unterstellung unter einen besonderen Beauftragten)</p>
                    <p>Zu Beginn waren auch folgende Stellen dem Generalquartiermeister unterstellt:</p>
                    <p>- Chef des Feldmunitionswesens</p>
                    <p>- Chef der Feldtelegraphie</p>
                    <p>- Chef des Feldeisenbahnwesens</p>
                    <p>- Chef des Feldflugwesens</p>
                    <p>- Inspekteur der Ballonabwehr-Kanonen</p>
                    <p>Chef des Feldsanitätswesens</p>
                    <p>Generalstabsarzt der Armee Prof. Dr. Schiernig leitete das Sanitätswesen im gesamten Kriegsgebiet als oberster Vorgesetzter des Sanitätspersonals.</p>
                    <p>Seine Zuständigkeit umfasste: den Sanitätsdienst, die Pflege und den Abtransport der Verwundeten, die Verteilung der Lazarettzüge und Lazarettschiffe sowie die Lazarette in der Heimat.</p>
                    <p>Feldoberpostmeister</p>
                    <p>Er beaufsichtigte das Postwesen auf allen Kriegsschauplätzen. Die Feldoberpost-Inspektionen West und Ost wurden zu seiner Entlastung errichtet.</p>
                    <p>Zweiter Kommandant des Großen Hauptquartiers</p>
                    <p>Ihm oblag die Sicherheit und Versorgung des Hauptquartiers und die Kontrolle des Unterpersonals. Er befehligte die Infanterie- und Kavallerie-Stabswache, ein Landsturm-Bataillon, ein Feldgendarmerie-Kommando, Militärpolizei, je eine Kraftwagen-Funkenstation und Fernsprechabteilung, drei Ballonabwehr-Geschütze (später durch zwei Flugabwehr-Batterien ersetzt), einen Scheinwerferzug (später Ausbau zu einer Scheinwerferabteilung), die Feldintendantur des Großen Hauptquartiers nebst Feldkriegskasse, Kraftwagenpark, Feldpostamt, Zentrale für Postüberwachung West mit Postüberwachungsstelle des Großen Hauptquartiers, Marketenderei und Lesehalle.</p>
                    <p>Geheime Feldpolizei</p>
                    <p>Die Geheime Feldpolizei kooperierte eng mit der Sektion III b.</p>
                    <p>Während des Krieges kamen außer dem Befehlshaber der Gruppe West noch eine ganze Reihe von Dienststellen zum Großen Hauptquartier hinzu.</p>
                    <p>Der 1915 neu geschaffene Befehlshaber der Truppen wurde in Luxemburg verortet.</p>
                    <p>Chef des Feldkraftfahrwesens</p>
                    <p>Der Chef des Feldkraftfahrwesens wurde Ende des Jahres 1916 errichtet und dem Generalquartiermeister unterstellt. Er diente der Zentralisierung der Kraftfahrformationen. Er war nach Zustimmung des Generalquartiermeisters gegenüber den Kraftfahrtruppen bei den Armee-Oberkommandos und den Heeresgruppen im Westen zugeteilten Stabsoffizieren weisungsberechtigt. Zum 17. Mai 1918 wurde der Stab des Kommandeurs der Kampfwagen-Abteilungen dem Chef des Kraftfahrwesens unterstellt.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters für den östlichen Kriegsschauplatz (B.d.G.Ost)</p>
                    <p>Der B.d.G. Ost mit Sitz in Warschau war zuständig für die Nutzbarmachung des Landes im Verwaltungsgebiet des Oberbefehlshabers Ost und des Generalgouvernements Warschau.</p>
                    <p>Militär-Bergwerks-Direktion Valenciennes</p>
                    <p>Sie fiel seit September 1917 in die Zuständigkeit des Generalquartiermeisters. Die Bergwerksverwaltungen Mons und Valenciennes, die bis dahin dem Gouvernement Metz zugeordnet waren, wurden zu einer Militär-Direktion vereinigt.</p>
                    <p>Die deutsche Vertretung im besetzten Italien</p>
                    <p>Eingesetzt im Februar 1918 in Udine mit Abtransport der 14. Armee. Sie diente der Durchsetzung der deutschen Interessen bei der gemeinsam mit Österreich erworbenen Kriegsbeute.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters in Pferdeangelegenheiten</p>
                    <p>Der Kommandeur der 13. Kavallerie-Brigade und sein Stab sollten auf Grund des zunehmenden Pferdemangels den Pferdebedarf an der Ost- und Westfront regeln. Er wurde dem GQ zum 31. Dezember 1916 zugeteilt. Im Februar 1918 wurde er zum Beauftragten des Generalquartier-meisters in Pferdeangelegenheiten.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters in Berlin</p>
                    <p>Um wieder Handelsbeziehungen mit den ehemals russischen Gebieten aufbauen zu können, die aus den Verträgen mit den Verbündeten resultierten, war eine Abstimmung zwischen den Zentralbehörden und dem Generalstab notwendig. Er nahm außerdem die Aufsicht über die Ein- und Ausfuhrstellen war.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters für das Beute- und Sammelwesen</p>
                    <p>Dieser wurde mit Wirkung zum 1. Juni 1918 geschaffen und war für die Verwaltung der Kriegsbeute und die Kontrolle der Dienststellen verantwortlich.</p>
                    <p>General der Munitionskolonnen und Trains im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Mit Zunahme der Formationen ging auch die waffentechnische Zusammenziehung einher, die im Juli 1918 geschaffen wurde. Ihre Aufgabe lag in der Verwendung der Einheiten, sie übte die Aufsicht über den technischen Dienst im Kriegsgebiet als auch in der Heimat aus und zeichnete für den Ersatz an Bespannung und Feldgerät verantwortlich.</p>
                    <p>3. Oberste Waffenbehörden</p>
                    <p>Fußartillerie und Pioniere zählten zu den Spezialwaffen, ihre technische Ausbildung wurde von den Inspektionen überwacht.</p>
                    <p>Der General der Fußartillerie im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Er war Berater des Chefs des Generalstabes des Feldheeres für die technischen Fragen und den Einsatz der schweren Artillerie. Zudem prägte er die Ausbildung in der Heimat. Ihm unterstanden der später eingerichtete &quot;Inspekteur des Artillerie-Meßwesens&quot; und der &quot;Stabsoffizier für schweres Flachfeuer&quot;.</p>
                    <p>Zunächst hatte er keinen direkten Einfluss auf den General der Artillerie. Dies änderte sich auch nicht als die OHL zur Vereinheitlichung der Artillerie statt der &quot;Feldartillerie-Brigade-Kommandeure&quot; und Generale der Fußartillerie die Einheitsstäbe &quot;Generale von der Artillerie&quot; einführte. Damit erfolgte seine Benennung in &quot;General von der Artillerie Nr. 1&quot;. Einen Monat später wurde er &quot;Generalinspekteur der Artillerieschießschulen&quot;. Ihm oblag die Leitung der Schießausbildung der gesamten Feld- und Fußartillerie im Feld und in der Heimat.</p>
                    <p>Generalinspekteure:</p>
                    <p>General der Artillerie von Lauter (bis zum 15. Okt. 1917)</p>
                    <p>Generalleutnant Ziethen</p>
                    <p>Der General vom Ingenieur- und Pionierkorps im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Er war oberster Waffenvorgesetzter der Pionierformationen. Er beriet den Chef des Generalstabes des Feldheeres und war verantwortlich für die organisatorische und technische Weiterentwicklung der Pioniere. Darüber hinaus unterstanden ihm die Sonderdienste der Pioniere, wie die seit Ende 1915 existierenden Inspizienten des Minenwerfergerätes, der 1916 geschaffene Inspekteur der Gasregimenter und der im Mai 1918 errichtete Inspizient der Pionier-Nahkampfmittel. Im August 1918 erhielt er die Bezeichnung General der Pioniere beim Chef des Generalstabes des Feldheeres.</p>
                    <p>General der Pioniere:</p>
                    <p>General der Infanterie von Claer bis zum 2. Juli 1916</p>
                    <p>Generalmajor Marschall von Bieberstein seit 28. August 1918</p>
                    <p>Der Chef des Feldmunitionswesens</p>
                    <p>Dieser unterstand zunächst dem Generalquartiermeister. Zu seinen Aufgaben gehörte die vom Kriegsministerium bereitgestellte Munition in Verbindung mit dem Feldeisenbahnchef sowie den Geräteersatz auf Grund der Bedarfsmeldungen der Armee-Oberkommandos und der Etappeninspektion zu koordinieren. Darüber hinaus war er für die Planung des Bedarfes der Armeeoberkommandos und der Etappeninspektionen und dessen Meldung an das Kriegsministerium zuständig. Mit Wirkung zum 10. Mai 1915 wurde er direkt dem Chef des Generalstabes des Feldheeres unterstellt. Damit sollte eine enge Abstimmung mit der Operationsabteilung gewährleistet werden. Am 23. September 1916 wurde die Stelle des Chefs des Feldmunitionswesens aufgelöst. Seine Aufgaben wurden von der Operationsabteilung wahrgenommen.</p>
                    <p>Der Chef der Feldtelegraphie</p>
                    <p>Der Chef der Feldtelegraphie war während der ersten drei Kriegsjahre beim Generalquartiermeister angesiedelt. Er leitete die gesamten Nachrichtentruppen und Nachrichtenmittel des Feldheeres. Während des Krieges wurden die Nachrichtenformationen stark ausgeweitet, was die Heeresleitung unter Hindenburg dazu veranlasste eine Neuorganisation durchzuführen. Es wurde zur Entlastung des Feldtelegraphiechefs jeweils ein General der Telegraphentruppen für den westlichen, östlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz geschaffen. Diese Generale waren dem Chef der Feldtelegraphie unterstellt. Es erfolgte eine erneute Umstrukturierung des Nachrichtenwesens. Durch eine erneute Organisationsänderung wurde der Chef der Feldtelegraphie zum &quot;Chef des Nachrichtenwesens&quot; und direkt dem Chef des Generalstabes des Feldheeres unterstellt. Zudem wurde er kommandierender General. Er war nun verantwortlich für Organisation, Verwendung, Ausbildung, Stellenbesetzung, Ersatz, Nachschub, technische Erfordernisse und den gesamten deutschen Funkentelegraphie-Verkehr.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Balck</p>
                    <p>Oberst von Wolff seit 7. Dez. 1914</p>
                    <p>Generalmajor von Hesse seit 9. Apr. 1917</p>
                    <p>Der Chef des Feldeisenbahnwesens</p>
                    <p>Er war zunächst dem Generalquartiermeister unterstellt. Erst mit Ablösung im Oktober 1916 wurde er dem Chef des Generalstabes unmittelbar unterstellt. Zu seinen Aufgaben gehörten das komplette Eisenbahnwesen und die Nutzung der Wasserstraßen. Beim Oberbefehlshaber Ost wurde er durch den Feldeisenbahnchef Ost vertreten. Bahnbeauftragte gab es auch bei den Etappenkommandos und den Etappen-Inspektionen, später kamen bevollmächtigte Generalstabsoffiziere bei den verbündeten Staaten in Konstantinopel, Sofia, Wien dazu seit Mitte 1916 auch bei den Heeresgruppen. Weitere Straffungen der Organisation wurden durch die Schaffung selbstständiger Eisenbahntransportabteilungen, die ihren Sitz im Großen Hauptquartier in Kowno und in Pleß hatten, geschaffen.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Groener bis 31. Okt. 1916</p>
                    <p>Oberst Freiherr von Oldershausen</p>
                    <p>Chef des Kriegsvermessungswesens</p>
                    <p>Mit dem Stellungskrieg und der Fertigung unterschiedlichster Karten wurde das Kriegsvermessungs-wesen zunehmend bedeutender. Der im Juli 1915 eingerichtete Chef des Kriegsvermessungswesens sollte diese Aufgabe steuern. Diesem waren alle Einheiten des Vermessungswesens unterstellt. Je nach Bedarf wurden dazu Stabsoffiziere des Vermessungs-wesens den Armeeoberkommandos im Westen und den Heeresgruppen im Westen zugeteilt.</p>
                    <p>Chef des Feldflugwesens</p>
                    <p>Während man den Heeresluftschiffen überlegen war, lag man mit den Fliegern hinter Frankreich zurück, bei den Fesselballons war man in etwas gleich aufgestellt. Um die Luftstreitkräfte effizienter zu gestalten, wurde 1915 der Chef des Feldflugwesens beim Generalquartiermeister eingerichtet. Er leitete die Flieger, die Feldluftschiffer und den Wetterdienst. Für die Flugabwehr, die zur Artillerie zählte, wurde am 1. Juli 1915 ein Inspekteur der Ballonabwehr-Kanonen beim Generalquartiermeister geschaffen. Durch Allerhöchste Kabinettsordre wurde am 8. Oktober 1916 Generalleutnant Hoppner zum Kommandierenden General der Luftstreitkräfte ernannt und der bisherige Chef des Feldflugwesens, Oberstleutnant von der Liet-Thomsen, zu seinem Generalstabschef. Dem Kogenluft waren sämtliche Formationen der Flieger, der Luftschiffer, der Flugabwehr und des Wetterdienstes im Feld und in der Heimat unterstellt.</p>
                    <p>Außenstellen</p>
                    <p>Militärbevollmächtigte bei den Verbündeten</p>
                    <p>Kriegspresseamt</p>
                    <p>Dieses wurde im Oktober 1915 dem Chef des Generalstabes direkt unterstellt. Diesem wurde auch die Oberzensurstelle eingegliedert, die bisher organisatorisch bei den stellvertretenden kommandierenden Generalen war. Die Aufgaben des Kriegspresseamtes waren die bessere Zusammenarbeit der Heimatbehörden mit der Obersten Heeresleitung auf dem Gebiete der Presse, die Auskunftserteilung an die Behörden und die Presse und die gleichmäßige Handhabung der Presseaufsicht.</p>
                    <p>Ihr oblag auch die Weiterleitung der Zensurrichtlinien an die Zensurstellen. Das Presseamt hatte zu allen Dienststellen Kontakt, der sonst übliche Instanzenweg existierte hierbei nicht. Es war in eine Auskunftsstelle, eine Auslandsstelle und die Oberzensurstelle gegliedert. Im Oktober 1918 wurde das Kriegspresseamt dem Kriegsministerium unterstellt.</p>
                    <p>Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes</p>
                    <p>Die Stelle wurde am 1. Juli 1916 eingerichtet und war der Obersten Heeresleitung unterstellt, organisatorisch jedoch dem Auswärtigen Amt, der Abteilung III b des stellvertretenden Generalstabs, dem Kriegspresseamt, dem Kriegsministerium, dem Admiralstab und dem Reichsmarineamt unterstellt war. Sie war für die Abwehr feindlicher Propaganda und für die deutsche Propaganda im In- und Ausland zuständig.</p>
                    <p>Am 30. Januar 1917 wurde eine &quot;Bild- und Photostelle eingerichtet, welche im April 1917 als &quot;Bild- und Filmamt&quot; etatisiert wurde. Im Dezember 1917 erfolgte auf Initiative des Bild- und Filmamtes die Gründung der Universum Film AG, welche für Aufklärungszwecke eingesetzt wurde.</p>
                    <p>Das Bild- und Filmamt wurde im Januar 1918 administrativ dem Kriegsministerium unterstellt. Es blieb jedoch weiterhin die Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes weisungsbefugt.</p>
                    <p>Die Organisation des Großen Generalstabs ab 1. Februar 1919 (5)</p>
                    <p>Nachdem am 11. Januar 1919 der Demobilmachungsbefehl gegeben worden war, nahm der Große Generalstab mit Ausnahme der bei der OHL verbleibenden Teile am 1. Februar 1919 seine Tätigkeit wieder auf. Die Vertretung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres übernahm der älteste in Berlin anwesende Oberquartiermeister, zunächst der Chef der Landesaufnahme.</p>
                    <p>Chef des Generalstabes des Feldheeres</p>
                    <p>Zentralabteilung (Z)</p>
                    <p>Chef der Landesaufnahme</p>
                    <p>Abteilung Fremde Heere (F) unter Major von Rauch. Der Abteilung sind angegliedert die Nachrichtengruppe (Ng.) (ehemalige Sektion III b), unter Leitung von Major Gempp und die bisherige O IVa unter Leitung von Major Crantz</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung (E) unter Leitung eines bayerischen Majors im Generalstab Baur</p>
                    <p>Kriegswirtschaftliche Abteilung (Kriweis) unter Leitung eines bayerischen Majors im Generalstab Baur</p>
                    <p>Wirtschaftliche Abteilung (W) unter Leitung des Majors von Berghes</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 1) unter Leitung von Oberst Sydow</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 2) unter Leitung von Oberst von Haeften</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 3) unter Leitung von Major Mueller-Loebnitz</p>
                    <p>Bibliothek, Kriegsarchiv und die Abteilung B.K. wurden dem Oberquartiermeister für Kriegsgeschichte unterstellt.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>(1) Vgl. Wiegand Schmidt-Richberg. Die Regierungszeit Wilhelms II., in: Militärgeschichtliches Forschungsamt, MGFA (Hg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648 - 1939. Band 3, Abschnitt V. Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1890-1918, München 1983 ff, S. 69-72. Curt Jany: Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, 2. erg. Aufl. (= Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, Bd. 4), Osnabrück 1967, S. 122.</p>
                    <p>Vorwort von Hans-Heinrich Fleischer im Findbuch zum Bestand PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee/Oberste Heeresleitung des Deutschen Heeres (ungedrucktes Manuskript), Bd. 1, S. I.</p>
                    <p>(2) Vgl. Walter Görlitz: Kleine Geschichte des deutschen Generalstabes, Berlin 1977, S. 439.</p>
                    <p>(3) Vgl. Enzyklopädie Erster Weltkrieg, hg. v. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann, aktual. u. erw. Studienausgabe, Paderborn 2009, S. 754f.</p>
                    <p>(4) Vgl. Curt Jany: Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, 2. erg. Aufl. (= Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, Bd. 4), Osnabrück 1967, S. 294-296. Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkriege 1914 bis 1918, Berlin 1937, S. 3-23.</p>
                    <p>Manfred Messerschmidt: Die politische Geschichte der preußisch-deutschen Armee, in: Militärgeschichtliches Forschungsamt. Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648 - 1939, Bd. 2, Abschnitt IV, 1. Teil: Militärgeschichte im 19. Jahrhundert 1814-1890, München 1983, S. 287, 308-325. Edgar Graf von Matuschka und Wolfgang Petter: Organisationsgeschichte der Streitkräfte, Bd. 2, Abschnitt IV, München 1983, S.312. Waldemar Erfurth: Die Geschichte des deutschen Generalstabes 1918-1945 (= Studien zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges, hg. v. Arbeitskreis für Wehrforschung in Frankfurt/Main, Bd. 1), Göttingen 1957.</p>
                    <p>PH 3/124 Die Organisation des Großen Generalstabes 1803-1914 und PH 3/1026 Die Organisation des Großen Generalstabes (vom 18. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung 1919, Manuskript von HOAR Stoeckel)</p>
                    <p>(5) Vgl. PH 3/3 Verfügung des Großen Generalstabes vom 25. Jan. 1919</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Geheimes Staatsarchiv, Berlin</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 3-KART</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberste Heeresleitung / Großer Generalstab und Kommandobehörden des Deutschen Heeres.- Karten</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4714 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Karten</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d9c922bd-6764-4a9a-88b8-7675839f0013"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Kartenbestand beinhaltet Karten unterschiedlichster Art (Abschnittskarten, Lagekarten, Stellungskarten, Operationskarten Fotokarten, Artilleriekarten, Kartenblätter, Kartenskizzen etc.) von den Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkrieges. Die Karten entstanden bei der Kartographischen Abteilung des Stellvertretenden Generalstabes des Feldheeres bzw. bei den Vermessungsabteilungen und Kartenstellen der Kommandobehörden und Verbände. Der Großteil der Karten bezieht sich auf den westlichen Kriegsschauplatz insbesondere Belgien, Frankreich und Luxemburg. Lediglich ein kleiner Teil der Unterlagen bezieht sich auf den östlichen Kriegsschauplatz insbesondere Russland.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Karten aus dem ehemaligen Bestand KART 3 wurden in den Bestand PH 3-KART überführt. Zuvor waren diese bis zu Nr. 1056 in der Sammlung 8. Die Karten gliedern sich wie folgt: 1, 2, 16, 180, 181, 340, 341, 342, 561, 671, 812, 739, 1017, 1018, 1019 Findmittel, 16-179 W4, 180-339 W6, 340-560 W2, 561-670 W7, 671-738 W1, 739-811 W3, 812-1015 W5, 1016-11156 W C, A, B</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab/Generalstab des Feldheeres der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 5-I Heeresgruppen des Deutschen Heeres</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>1 Aufgaben und Organisation des Großen Generalstabes</p>
                    <p>1.1.1 Stellung und Aufgaben des Großen Generalstabs innerhalb der Preußischen Armee (1)</p>
                    <p>Der Begriff Generalstab wurde erstmals in der A.K.O. vom 20. Juli 1817 über den Normaletat des Generalstabs und ab 1821 auch in den gedruckten Ranglisten verwendet.</p>
                    <p>Der Große Generalstab gehörte neben dem Geheimen Militärkabinett und dem Kriegsministerium zu den Spitzenbehörden der Preußischen Armee. Der zunächst noch beim Kriegsministerium ange-siedelte Generalstab konnte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich von seiner Abhängigkeit vom Kriegsministerium lösen. 1821 wurde er selbstständig. Mit Kabinettsordre vom 24. Mai 1883 wurde der Generalstab zu einer Immediatbehörde und wurde unmittelbar dem Monarchen zugeordnet; faktisch hatte er diese Stellung schon seit den Einigungskriegen.</p>
                    <p>Die Aufgaben des Kriegsministeriums und des Großen Generalstabs überschnitten sich zum Teil, was hin und wieder zu Konflikten führte. Nach Artikel 63 der Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871 bildete die gesamte Landmacht des Reiches ein einheitliches Heer, das in Krieg und Frieden unter dem Befehl des Kaisers stand. Im Frieden hatte der Chef des Großen Generalstabes praktisch keine Befehlsgewalt und kein Inspektionsrecht. Er fungierte lediglich als Chef und Disziplinarvorgesetzter des Großen Generalstabs. Die höchste Kommandogewalt lag zwar faktisch beim Kaiser, praktisch nahm diese jedoch der Chef des Generalstabes der Armee war. Im Kriege erteilte der Chef des Generalstabes nach den Mobilmachungsbestimmungen im Namen des Kaisers operative Befehle und war für die Leitung und Ausführung der militärischen Operationen wie auch der übrigen Dienstzweige mitverantwortlich. Durch die Schulung von Führern und die Fürsorge für die kriegsmäßige Truppenausbildung hatte er einen bestimmenden Einfluss auf die Gestaltung der Armee. Zu seiner Tätigkeit gehörte auch die Pflege der kriegswissenschaftlichen Bildung, besonders das Studium und die Bearbeitung der Kriegsgeschichte, das Sammeln von Nachrichten und statistischem Material über fremde Heere und die verschiedenen Kriegsschauplätze, Kartenlegung, Untersuchung und Beschreibung des eigenen Landes.</p>
                    <p>In der Friedenszeit gab es keine weitreichenden Veränderungen in der Organisation des Großen Generalstabs lediglich einige Erweiterungen durch den zunehmenden Umfang der General-stabsaufgaben.</p>
                    <p>1.2. Die Chefs des Generalstabs der Armee in Preußen (seit der offiziellen Einführung der dienstlichen Bezeichnung) (2)</p>
                    <p>11.1.1821 - 21.1.1829 Generalleutnant Freiherr von Wülffing gen. Weiss</p>
                    <p>29.11.1829 - 13.5.1848 General der Infanterie Wilhelm von Krauseneck</p>
                    <p>13.5.1848 - 7.10.1857 General der Kavallerie Karl von Reyher</p>
                    <p>29.10.1857 - 10.8.1888 Generalfeldmarschall Helmuth Graf von Moltke</p>
                    <p>10.8.1888 - 7.2.1891 General der Kavallerie Alfred Graf von Waldersee</p>
                    <p>7.2.1891 - 1.1.1906 General der Kavallerie Alfred Graf von Schlieffen</p>
                    <p>1.1.1906 - 14.9.1914 Generaloberst Helmuth von Moltke der Jüngere</p>
                    <p>14.9.1914 - 29.8.1916 General der Infanterie Erich von Falkenhayn</p>
                    <p>29.8.1916 - 3.7. 1919 Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg</p>
                    <p>3.7.1919 - 30.9.1919 Generalleutnant Wilhelm Groener</p>
                    <p>Zwischen 1914 und 1918 wurden insgesamt vier Oberste Heeresleitungen (OHLs) gebildet (3)</p>
                    <p>1. OHL: Generaloberst Helmuth von Moltke, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 2. August - 14. September 1914</p>
                    <p>2. OHL: General der Infanterie Erich von Falkenhayn, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 14. September (offiziell ab 3. September 1914) - 29. August 1916</p>
                    <p>3. OHL: Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 29. August 1916 - 9. November 1918, Oberbefehlshaber des Feldheeres vom 9. November 1918 - 3. Juli 1919, ihm wurde der General der Infanterie Erich Ludendorff als Erster Generalquartiermeister zur Seite gestellt</p>
                    <p>4. OHL: Generalleutnant Wilhelm Groener übernahm nach dem Rücktritt von Hindenburgs am 25. Juni 1919 die OHL nun unter der Bezeichnung „Kommandostelle Kolberg&quot; bis zur Auflösung am 30. September 1919</p>
                    <p>1.3 Die organisatorische Entwicklung des Großen Generalstabs (4)</p>
                    <p>1.3.1 Organisation des Großen Generalstabs 1814-1919</p>
                    <p>1.3.1.1 Die Errichtung eines Generalstabsdepartments im Kriegsministerium</p>
                    <p>Am 22. August 1814 schlug Boyen die Errichtung eines besonderen Generalstabsdepartments vor, in dem künftig die Plankammer sowie die Offiziere des Generalstabes und der Adjutantur angemessen eingesetzt werden sollten. Das 2. Department wurde Generalstabsdepartement. Sein jeweiliger Direktor war zugleich Chef des Großen Generalstabes. In Folge des Feldzuges von 1815 konnte der neu gegründete Große Generalstab seine Tätigkeit erst 1816 aufnehmen. Chef des Großen Generalstabes wurde von Grolman. Er erließ eine vorläufige Instruktion nach der sich der Generalstab folgendermaßen gliederte: Drei Abteilungen: Das Östliche Kriegstheater, das Mittlere Kriegstheater, das Westliche Kriegstheater. Eine Abteilung für Kriegsgeschichte und die Aufnahmeabteilung.</p>
                    <p>1817 wurde bei der Kriegsgeschichtlichen Abteilung ein Kriegsarchiv errichtet, welches in erster Linie eine Aktensammelstelle für Akten der Feldzüge darstellte. Gleichzeitig wurde eine Bibliothek eingerichtet. Die Aufnahmeabteilung zerfiel in den astronomisch-trigonometrischen Teil und in das Aufnahme- und Zeichenbüro. Die Plankammer bestand aus der alten und neuen Plankammer. Die alte Plankammer in Potsdam war für die historischen Unterlagen zuständig, die neue in Berlin für die Unterlagen der Abteilungen.</p>
                    <p>Organisation am 17. Juli 1817</p>
                    <p>Abteilung Östliches Kriegstheater</p>
                    <p>Abteilung Mittleres Kriegstheater</p>
                    <p>Abteilung Westliches Kriegstheater</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung mit Kriegsarchiv und Bibliothek</p>
                    <p>Abteilung für Aufnahmen</p>
                    <p>Plankammer</p>
                    <p>Lithografisches Institut</p>
                    <p>1.3.1.2 Die Loslösung des Generalstabes vom Kriegsministerium</p>
                    <p>1819 wurde Oberst Rühle von Lilienstern zum Nachfolger Grolmans als Chef des Großen Generalstabes bestimmt. Der Ranghöhere von Müffling kehrte in den Generalstabsdienst zurück. Um diese Situation aufzulösen wurde Müffling Chef des Generalstabes der Armee des Berliner Generalstabs und der Truppengeneralstäbe. Rühle wurde Chef des Großen Generalstabes, also der in Berlin im 2. Departement befindlichen Generalstabsoffiziere. Der Generalstab in seiner Gesamtheit war zwar nun eine selbstständige Behörde, war jedoch immer dem Kriegsministerium zugeordnet. Formal stand der Chef des Generalstabs der Armee nicht unter dem Kriegsminister, während der Chef des Großen Generalstabes sowohl Untergebener des Kriegsministeriums als auch des Chef des Generalstabs der Armee war. 1824 wurde das 2. Department aufgelöst. Ein Jahr später führte der Generalstab der Armee die Geschäfte. Rühle wurde Verbindungsoffizier zum Kriegsministerium. Eine Besonderheit ist die seit 1821 eingeführte direkte Berichterstattung der Generalstabsoffiziere an den Chef des Generalstabes ohne Beteiligung des Kriegsministers. Mit Boyen veränderte sich die Stellung des Generalstabes. So wurden die Generalstabsoffiziere nun im Generalstab befördert.</p>
                    <p>1.3.1.3 Der Einfluss von Clausewitz</p>
                    <p>Clausewitz&apos; Veröffentlichung „Vom Kriege&quot; erschienen 1832/34 posthum hat auf das Denken und Planen des Generalstabes nur in fachlicher Hinsicht Einfluss gehabt. Clausewitz ging es um die Wesens- und Kernfragen des Krieges. Er erkannte die politischen Rahmenbedingungen für die Kriegführung unter Napoleon und betrachtete seit dieser Zeit Krieg, Kriegführung und Politik als eine Gesamtheit. Er beschäftigte sich mit Fragen wie dem Verhältnis von Krieg und Politik, Strategie und Taktik, Bedeutung der moralischen Größen, dem „Vernichtungskrieg&quot; und dem „absoluten Krieg&quot; zu den „natürlichen Verhältnissen&quot; des Krieges, das Clausewitz zu einer spezifischen Bewertung des „Enderfolges&quot; bewog.</p>
                    <p>1.3.1.4 Der Generalstab unter Moltke auf dem Weg zur Alleinzuständigkeit</p>
                    <p>Bei der Mobilmachung gegen Österreich trat der Generalstab praktisch nicht in Erscheinung, die Mobilmachung lag beim Kriegsministerium. Erst die Feldzüge 1866 liefen nach dem Plan des Generalstabes ab, was als erste Phase für eine Alleinzuständigkeit gewertet werden kann. Dies war der Verdienst des neuen Generalstabschefs von Moltke. Unter Moltke erfuhr der Generalstab eine zahlenmäßige Vergrößerung auf 88 Offiziere und 21 Offiziere des Nebenetats.</p>
                    <p>Die Gliederung des Großen Generalstabs seit 1867</p>
                    <p>I. Hauptetat (88. Offiziere)</p>
                    <p>1. Abteilung: Armeen der ostwärtigen Nachbarn</p>
                    <p>2. Abteilung: Deutsche Armeen, Eisenbahnangelegenheiten</p>
                    <p>3. Abteilung: Armeen der westlichen Nachbarn</p>
                    <p>II. Nebenetat (wissenschaftliche Tätigkeiten, 21 Offiziere)</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung</p>
                    <p>Geographisch-statistische Abteilung</p>
                    <p>Topographische Abteilung</p>
                    <p>Landestriangulation</p>
                    <p>Plankammer</p>
                    <p>1.3.1.5 Der Generalstab unter Waldersee</p>
                    <p>Die Gliederung des Großen Generalstabes seit 1. April 1889</p>
                    <p>Der Generalquartiermeister wurde zunächst wieder abgeschafft, jedoch wurden zum 1. April 1889 drei Oberquartiermeister (O.Q.) eingerichtet.</p>
                    <p>Zentralbüro (ab 1890 Zentralabteilung)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) I seit 1. April 1889:</p>
                    <p>2. Abteilung Ordre de Bataille (Schlachtordnungen) und Aufmarsch des deutschen Heeres</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Eisenbahnsektion</p>
                    <p>Die Eisenbahnsektion war für den Dienstbetrieb und die Ausbildung des dem Chef des Generalstabes der Armee unterstellten Eisenbahn-Regiments und der Luftschiffer-Abteilung zuständig.</p>
                    <p>Eisenbahn-Regiment</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) II</p>
                    <p>4. Abteilung - Neubildung für die Angelegenheiten fremder Festungen und die Aufstellung der Angriffsentwürfe, mit AKO vom 19. Dez. 1889 kam die Abteilung für fremde Festungen vom Ingenieur-Komitee hinzu</p>
                    <p>Geographisch-statistische Abteilung (seit 1894 eine selbstständige Abteilung)</p>
                    <p>Deutsche Sektion (Angelegenheiten der Kriegsakademie und die Übungsreisen des Generalstabes)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) III</p>
                    <p>1. Abteilung (Rußland, die skandinavischen Staaten, Österreich, Balkan etc.)</p>
                    <p>3. Abteilung (Frankreich, England, Belgien, Niederlande, Schweiz, Italien)</p>
                    <p>Abteilung für Kriegsgeschichte</p>
                    <p>Landesaufnahme</p>
                    <p>Die Stellung des Generalquartiermeisters wurde abgeschafft.</p>
                    <p>1.3.1.6 Gliederung des Großen Generalstabes der Armee seit 1908</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>6. Abteilung (Manöver)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) I</p>
                    <p>2. Abteilung (Aufmarsch)</p>
                    <p>Technische Sektion (Luftstreitkräfte)</p>
                    <p>4. Abteilung (Fremde Festungen des westlichen Kriegstheaters)</p>
                    <p>7. Abteilung (Fremde Festungen des östlichen Kriegstheaters)</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) II</p>
                    <p>3. Abteilung (Fremde Heere im Westen)</p>
                    <p>9. Abteilung (Deutsche Kolonien)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O. Q.) III</p>
                    <p>5. Abteilung (Übungsreisen des Generalstabes)</p>
                    <p>8. Abteilung (Angelegenheiten der Kriegsakademie)</p>
                    <p>Oberquartiermeister IV (O.Q.) (seit 1. April 1894 neu hinzugekommen)</p>
                    <p>1. Abteilung (Fremde Heere im Osten)</p>
                    <p>10. Abteilung (Fremde Heere im Osten)</p>
                    <p>Oberquartiermeister V</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung I und II</p>
                    <p>Landesaufnahme</p>
                    <p>1.3.1.7 Gliederung des Großen Generalstabes vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914</p>
                    <p>Der Chef des Großen Generalstabes</p>
                    <p>Zentralabteilung (Personal, Organisation, Verwaltung) mit Sektion III b (Nachrichtenwesen)</p>
                    <p>6. Abteilung (Manöver)</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung II (ältere Kriegsgeschichte)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) I.</p>
                    <p>2. (deutsche Abteilung) -Aufmarsch- und Operationsabteilung</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung</p>
                    <p>Sektion 1a (zur Neubearbeitung der Militär-Transportordnung)</p>
                    <p>4. Abteilung (fremde Festungen)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) II</p>
                    <p>3. Abteilung (Frankreich mit Marokko, England mit Ägypten, Afghanistan)</p>
                    <p>9. Abteilung (Italien, Belgien, Schweiz, Holland, Spanien, Portugal, Amerika, deutsche Kolonien)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) III</p>
                    <p>5. Abteilung (Operationsstudien)</p>
                    <p>8. Abteilung (Kriegsakademie und Generalstabsdienst)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) IV</p>
                    <p>1. Abteilung (Russland, Nordische Staaten, Ostasien, Persien, Türkei)</p>
                    <p>10. Abteilung (Österreich-Ungarn und Balkanstaaten)</p>
                    <p>Oberquartiermeister (O.Q.) V</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung I (neuere Kriege)</p>
                    <p>Kriegsarchiv</p>
                    <p>Kartenarchiv</p>
                    <p>Chef der Landesaufnahme und Oberquartiermeister</p>
                    <p>Trigonometrische Abteilung</p>
                    <p>Topographische Abteilung</p>
                    <p>Kartographische Abteilung</p>
                    <p>Photogrammetische Abteilung</p>
                    <p>Kolonialsektion</p>
                    <p>1.3.1.8 Der Chef des Generalstabes des Feldheeres 1914 bis 1918</p>
                    <p>Generalstab des Feldheeres und Oberste Heeresleitung (OHL) des Deutschen Heeres</p>
                    <p>Mit der Mobilmachung am 2. August 1914 wurde der Chef des preußischen Generalstabes der Armee zum &quot;Chef des Generalstabes des Feldheeres&quot;, zugleich wurde die OHL gebildet, die im Großen Hauptquartier angesiedelt war. Der Chef des Generalstabes des Feldheeres verkörperte somit die OHL und wurde vom Begriff her immer mit ihr gleichgesetzt.</p>
                    <p>Am 5. August 1914 wurde der stellvertretende Generalstab der Armee in Berlin mobilgemacht. Letzerer blieb bis zum 31. Januar 1919 bestehen. Mit der Demobilisierung nahm der Große Generalstab mit Ausnahme der bei der OHL verbleibenden Stellen seine Tätigkeit am 1. Februar 1919 wieder auf. (10) Auf Grund des Versailler Vertrages wurde im Juli 1919 die Auflösung des Großen Generalstabes beschlossen und eingeleitet. Am 4. Juli 1919 übernahm Generalmajor von Seeckt die Geschäfte des Chefs des Generalstabes. Die Bezeichnung der Dienststelle war nun &quot;General von Seeckt&quot;. Am 30. September 1919 wurde der Große Generalstab schließlich endgültig (mit der Errichtung eines Abwicklungsamtes aus einem Teil der Zentralabteilung) aufgelöst.</p>
                    <p>1. Generalstabsabteilungen</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>Sie war zuständig für Empfang und Zuleitung des Schriftwechsels an die zuständigen Stellen, in Zusammenarbeit mit dem Militärkabinett für Personalsachen und die Verwaltung.</p>
                    <p>Leiter der Abteilung war Oberst von Fabeck, seit 26. März 1916 wurde die Abteilung durch Oberst Tieschowitz von Tieschowa geführt.</p>
                    <p>Operationsabteilung</p>
                    <p>Die Abteilung mit der engsten Verbindung zum Generalstabschef. Sie war auch das Büro für seine persönlichen Schreiben. Ihr oblag es, die Voraussetzungen für alle operativen Maßnahmen der Armee zu schaffen: Kriegsgliederung und Organisation des gesamten Heeres zu überwachen und Verbesserungen vorzuschlagen sowie Ausbildung, Bewaffnung und Einsatzfähigkeit der Verbände. Dem Chef der Operationsabteilung oblagen die Beratung des Generalstabschefs, die Bearbeitung der operativen Pläne des Generalstabschefs und die Ausfertigung seiner Befehle.</p>
                    <p>Während des Krieges wurde die Abteilung umfangreich erweitert.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Tappen</p>
                    <p>Oberstleutnant Wetzell (seit 31. Aug. 1916)</p>
                    <p>Operations-Abteilung B</p>
                    <p>Unter der Operationsabteilung wurde zum 18. August 1916 noch eine Unterabteilung eingerichtet, die für die mazedonische und türkische Front zuständig war.</p>
                    <p>Operations-Abteilung II</p>
                    <p>Am 23. September 1916 wurde die Stelle des Feldmunitionschefs aufgelöst. Die Aufgaben des Munitions- und Geräteersatzes übernahm die Munitionssektion in die Operationsabteilung. Anschließend wurde die Munitionssektion mit der kriegswirtschaftlichen zur Operationsabteilung II vereinigt.</p>
                    <p>Chef:</p>
                    <p>Oberst Bauer</p>
                    <p>Nachrichtenabteilung, seit dem 20. Mai 1917 Abteilung Fremde Heere</p>
                    <p>Sie war zuständig für die Verfolgung der militärischen Operationen im Ausland v.a. für die Kriegsführung der Feindstaaten indem sie Informationen zu deren Organisation und Kräfteverteilung sammelte.</p>
                    <p>Abteilung III b</p>
                    <p>Ihre Aufgabe bestand in der Übermittlung von Nachrichten über den Gegner. Dies geschah durch bei den Armeen und an geeigneten Punkten der Heimat eingesetzten Nachrichten-Offizieren. Zudem gab es freiwillige oder bezahlte Agenten im neutralen und im feindlichen Auslande und die Geheime Feldpolizei in den besetzten Gebieten. Nachrichtenmaterial lieferten darüber hinaus die Grenzpolizeistellen und die Feldpolizei, die auch zur Durchführung der Spionage diente. Die Stellen des Nachrichtendienstes und der Spionageabwehr im Heimatgebiet kommunizierten mit der Abteilung III b des stellvertretenden Generalstabes, die wiederum der Abteilung III b im Großen Hauptquartier unterstellt war. Die Richtlinien für den vaterländischen Unterricht wurden genauso von der Abteilung erlassen wie der eingerichtete Pressedienst, der die öffentliche Meinung steuern sollte.</p>
                    <p>Politische Abteilung, seit 10. Februar 1916 Militärpolitische Abteilung</p>
                    <p>Sie war für die militärpolitischen Angelegenheiten aller Staaten zuständig, bearbeitete Rechtsfragen und gab die Informationen an die Militärattachés weiter und war die schriftführende Stelle in Friedensfragen.</p>
                    <p>2. Der Generalquartiermeister und ihm nachgeordnete Stellen</p>
                    <p>Der Generalquartiermeister nahm alle Aufgaben zur Entlastung des Chefs des Generalquartiermeisters war, die sich unmittelbar auf die Operationen bezogen.</p>
                    <p>Dazu gehörte das gesamte Nachschub-, Etappen- und Eisenbahnwesen, Feldpost und Rechtspflege, Feldsanitäts- und Veterinärwesen.</p>
                    <p>Generalquartiermeister:</p>
                    <p>Generalleutnant von Stein seit 14. Sept. 1914</p>
                    <p>Generalleutnant Hahndorff seit 16. Jan. 1916</p>
                    <p>Nachgeordnete Stellen</p>
                    <p>Generalintendant des Feldheeres</p>
                    <p>Ihm oblag die Bereitstellung der Heeresverpflegung. Zudem bildete er die Spitze der Feld- und Truppenintendanturen.</p>
                    <p>Mit Übergang zum Stellungskrieg kam die Überwachung der Ernährung im besetzten Gebiet hinzu. Hier sind die Bodenbestellung und die dafür notwendige Beschaffung des landwirtschaftlichen Maschinenmaterials und die Nutzbarmachung des Ernteüberschusses für das Feldheer zu nennen. Später kam die industrielle Nutzung der besetzten Gebiete hinzu. Für den Westen wurde noch eine neue Wirtschaftsabteilung mit Wirkung zum 5. September 1916 eingerichtet.</p>
                    <p>Die Wirtschaftsabteilung wurde mit Wirkung zum 1. Jan. 1917 verselbstständigt und erweitert und in Beauftragter des Generalquartiermeisters für den westlichen Kriegsschauplatz (B.d.G. West) eingerichtet. In seiner Verantwortlichkeit lag die Verwaltung, Bewirtschaftung und Nutzbarmachung der besetzten Gebiete im Westen.</p>
                    <p>Zudem waren ihm unterstellt:</p>
                    <p>- Generalwechselamt</p>
                    <p>- Kunstsachverständiger für Denkmalpflege</p>
                    <p>- Kriegsgefangenen -und Zivilarbeiterbataillone</p>
                    <p>- elektrotechnische Werkstätte West</p>
                    <p>- Artillerie- und Traingerät-Instandsetzungs-Werkstätten</p>
                    <p>- Beute- und Sammelwesen (bis zur Unterstellung unter einen besonderen Beauftragten)</p>
                    <p>Zu Beginn waren auch folgende Stellen dem Generalquartiermeister unterstellt:</p>
                    <p>- Chef des Feldmunitionswesens</p>
                    <p>- Chef der Feldtelegraphie</p>
                    <p>- Chef des Feldeisenbahnwesens</p>
                    <p>- Chef des Feldflugwesens</p>
                    <p>- Inspekteur der Ballonabwehr-Kanonen</p>
                    <p>Chef des Feldsanitätswesens</p>
                    <p>Generalstabsarzt der Armee Prof. Dr. Schiernig leitete das Sanitätswesen im gesamten Kriegsgebiet als oberster Vorgesetzter des Sanitätspersonals.</p>
                    <p>Seine Zuständigkeit umfasste: den Sanitätsdienst, die Pflege und den Abtransport der Verwundeten, die Verteilung der Lazarettzüge und Lazarettschiffe sowie die Lazarette in der Heimat.</p>
                    <p>Feldoberpostmeister</p>
                    <p>Er beaufsichtigte das Postwesen auf allen Kriegsschauplätzen. Die Feldoberpost-Inspektionen West und Ost wurden zu seiner Entlastung errichtet.</p>
                    <p>Zweiter Kommandant des Großen Hauptquartiers</p>
                    <p>Ihm oblag die Sicherheit und Versorgung des Hauptquartiers und die Kontrolle des Unterpersonals. Er befehligte die Infanterie- und Kavallerie-Stabswache, ein Landsturm-Bataillon, ein Feldgendarmerie-Kommando, Militärpolizei, je eine Kraftwagen-Funkenstation und Fernsprechabteilung, drei Ballonabwehr-Geschütze (später durch zwei Flugabwehr-Batterien ersetzt), einen Scheinwerferzug (später Ausbau zu einer Scheinwerferabteilung), die Feldintendantur des Großen Hauptquartiers nebst Feldkriegskasse, Kraftwagenpark, Feldpostamt, Zentrale für Postüberwachung West mit Postüberwachungsstelle des Großen Hauptquartiers, Marketenderei und Lesehalle.</p>
                    <p>Geheime Feldpolizei</p>
                    <p>Die Geheime Feldpolizei kooperierte eng mit der Sektion III b.</p>
                    <p>Während des Krieges kamen außer dem Befehlshaber der Gruppe West noch eine ganze Reihe von Dienststellen zum Großen Hauptquartier hinzu.</p>
                    <p>Der 1915 neu geschaffene Befehlshaber der Truppen wurde in Luxemburg verortet.</p>
                    <p>Chef des Feldkraftfahrwesens</p>
                    <p>Der Chef des Feldkraftfahrwesens wurde Ende des Jahres 1916 errichtet und dem Generalquartiermeister unterstellt. Er diente der Zentralisierung der Kraftfahrformationen. Er war nach Zustimmung des Generalquartiermeisters gegenüber den Kraftfahrtruppen bei den Armee-Oberkommandos und den Heeresgruppen im Westen zugeteilten Stabsoffizieren weisungsberechtigt. Zum 17. Mai 1918 wurde der Stab des Kommandeurs der Kampfwagen-Abteilungen dem Chef des Kraftfahrwesens unterstellt.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters für den östlichen Kriegsschauplatz (B.d.G.Ost)</p>
                    <p>Der B.d.G. Ost mit Sitz in Warschau war zuständig für die Nutzbarmachung des Landes im Verwaltungsgebiet des Oberbefehlshabers Ost und des Generalgouvernements Warschau.</p>
                    <p>Militär-Bergwerks-Direktion Valenciennes</p>
                    <p>Sie fiel seit September 1917 in die Zuständigkeit des Generalquartiermeisters. Die Bergwerksverwaltungen Mons und Valenciennes, die bis dahin dem Gouvernement Metz zugeordnet waren, wurden zu einer Militär-Direktion vereinigt.</p>
                    <p>Die deutsche Vertretung im besetzten Italien</p>
                    <p>Eingesetzt im Februar 1918 in Udine mit Abtransport der 14. Armee. Sie diente der Durchsetzung der deutschen Interessen bei der gemeinsam mit Österreich erworbenen Kriegsbeute.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters in Pferdeangelegenheiten</p>
                    <p>Der Kommandeur der 13. Kavallerie-Brigade und sein Stab sollten auf Grund des zunehmenden Pferdemangels den Pferdebedarf an der Ost- und Westfront regeln. Er wurde dem GQ zum 31. Dezember 1916 zugeteilt. Im Februar 1918 wurde er zum Beauftragten des Generalquartier-meisters in Pferdeangelegenheiten.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters in Berlin</p>
                    <p>Um wieder Handelsbeziehungen mit den ehemals russischen Gebieten aufbauen zu können, die aus den Verträgen mit den Verbündeten resultierten, war eine Abstimmung zwischen den Zentralbehörden und dem Generalstab notwendig. Er nahm außerdem die Aufsicht über die Ein- und Ausfuhrstellen war.</p>
                    <p>Beauftragter des Generalquartiermeisters für das Beute- und Sammelwesen</p>
                    <p>Dieser wurde mit Wirkung zum 1. Juni 1918 geschaffen und war für die Verwaltung der Kriegsbeute und die Kontrolle der Dienststellen verantwortlich.</p>
                    <p>General der Munitionskolonnen und Trains im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Mit Zunahme der Formationen ging auch die waffentechnische Zusammenziehung einher, die im Juli 1918 geschaffen wurde. Ihre Aufgabe lag in der Verwendung der Einheiten, sie übte die Aufsicht über den technischen Dienst im Kriegsgebiet als auch in der Heimat aus und zeichnete für den Ersatz an Bespannung und Feldgerät verantwortlich.</p>
                    <p>3. Oberste Waffenbehörden</p>
                    <p>Fußartillerie und Pioniere zählten zu den Spezialwaffen, ihre technische Ausbildung wurde von den Inspektionen überwacht.</p>
                    <p>Der General der Fußartillerie im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Er war Berater des Chefs des Generalstabes des Feldheeres für die technischen Fragen und den Einsatz der schweren Artillerie. Zudem prägte er die Ausbildung in der Heimat. Ihm unterstanden der später eingerichtete &quot;Inspekteur des Artillerie-Meßwesens&quot; und der &quot;Stabsoffizier für schweres Flachfeuer&quot;.</p>
                    <p>Zunächst hatte er keinen direkten Einfluss auf den General der Artillerie. Dies änderte sich auch nicht als die OHL zur Vereinheitlichung der Artillerie statt der &quot;Feldartillerie-Brigade-Kommandeure&quot; und Generale der Fußartillerie die Einheitsstäbe &quot;Generale von der Artillerie&quot; einführte. Damit erfolgte seine Benennung in &quot;General von der Artillerie Nr. 1&quot;. Einen Monat später wurde er &quot;Generalinspekteur der Artillerieschießschulen&quot;. Ihm oblag die Leitung der Schießausbildung der gesamten Feld- und Fußartillerie im Feld und in der Heimat.</p>
                    <p>Generalinspekteure:</p>
                    <p>General der Artillerie von Lauter (bis zum 15. Okt. 1917)</p>
                    <p>Generalleutnant Ziethen</p>
                    <p>Der General vom Ingenieur- und Pionierkorps im Großen Hauptquartier</p>
                    <p>Er war oberster Waffenvorgesetzter der Pionierformationen. Er beriet den Chef des Generalstabes des Feldheeres und war verantwortlich für die organisatorische und technische Weiterentwicklung der Pioniere. Darüber hinaus unterstanden ihm die Sonderdienste der Pioniere, wie die seit Ende 1915 existierenden Inspizienten des Minenwerfergerätes, der 1916 geschaffene Inspekteur der Gasregimenter und der im Mai 1918 errichtete Inspizient der Pionier-Nahkampfmittel. Im August 1918 erhielt er die Bezeichnung General der Pioniere beim Chef des Generalstabes des Feldheeres.</p>
                    <p>General der Pioniere:</p>
                    <p>General der Infanterie von Claer bis zum 2. Juli 1916</p>
                    <p>Generalmajor Marschall von Bieberstein seit 28. August 1918</p>
                    <p>Der Chef des Feldmunitionswesens</p>
                    <p>Dieser unterstand zunächst dem Generalquartiermeister. Zu seinen Aufgaben gehörte die vom Kriegsministerium bereitgestellte Munition in Verbindung mit dem Feldeisenbahnchef sowie den Geräteersatz auf Grund der Bedarfsmeldungen der Armee-Oberkommandos und der Etappeninspektion zu koordinieren. Darüber hinaus war er für die Planung des Bedarfes der Armeeoberkommandos und der Etappeninspektionen und dessen Meldung an das Kriegsministerium zuständig. Mit Wirkung zum 10. Mai 1915 wurde er direkt dem Chef des Generalstabes des Feldheeres unterstellt. Damit sollte eine enge Abstimmung mit der Operationsabteilung gewährleistet werden. Am 23. September 1916 wurde die Stelle des Chefs des Feldmunitionswesens aufgelöst. Seine Aufgaben wurden von der Operationsabteilung wahrgenommen.</p>
                    <p>Der Chef der Feldtelegraphie</p>
                    <p>Der Chef der Feldtelegraphie war während der ersten drei Kriegsjahre beim Generalquartiermeister angesiedelt. Er leitete die gesamten Nachrichtentruppen und Nachrichtenmittel des Feldheeres. Während des Krieges wurden die Nachrichtenformationen stark ausgeweitet, was die Heeresleitung unter Hindenburg dazu veranlasste eine Neuorganisation durchzuführen. Es wurde zur Entlastung des Feldtelegraphiechefs jeweils ein General der Telegraphentruppen für den westlichen, östlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz geschaffen. Diese Generale waren dem Chef der Feldtelegraphie unterstellt. Es erfolgte eine erneute Umstrukturierung des Nachrichtenwesens. Durch eine erneute Organisationsänderung wurde der Chef der Feldtelegraphie zum &quot;Chef des Nachrichtenwesens&quot; und direkt dem Chef des Generalstabes des Feldheeres unterstellt. Zudem wurde er kommandierender General. Er war nun verantwortlich für Organisation, Verwendung, Ausbildung, Stellenbesetzung, Ersatz, Nachschub, technische Erfordernisse und den gesamten deutschen Funkentelegraphie-Verkehr.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Balck</p>
                    <p>Oberst von Wolff seit 7. Dez. 1914</p>
                    <p>Generalmajor von Hesse seit 9. Apr. 1917</p>
                    <p>Der Chef des Feldeisenbahnwesens</p>
                    <p>Er war zunächst dem Generalquartiermeister unterstellt. Erst mit Ablösung im Oktober 1916 wurde er dem Chef des Generalstabes unmittelbar unterstellt. Zu seinen Aufgaben gehörten das komplette Eisenbahnwesen und die Nutzung der Wasserstraßen. Beim Oberbefehlshaber Ost wurde er durch den Feldeisenbahnchef Ost vertreten. Bahnbeauftragte gab es auch bei den Etappenkommandos und den Etappen-Inspektionen, später kamen bevollmächtigte Generalstabsoffiziere bei den verbündeten Staaten in Konstantinopel, Sofia, Wien dazu seit Mitte 1916 auch bei den Heeresgruppen. Weitere Straffungen der Organisation wurden durch die Schaffung selbstständiger Eisenbahntransportabteilungen, die ihren Sitz im Großen Hauptquartier in Kowno und in Pleß hatten, geschaffen.</p>
                    <p>Chefs:</p>
                    <p>Generalmajor Groener bis 31. Okt. 1916</p>
                    <p>Oberst Freiherr von Oldershausen</p>
                    <p>Chef des Kriegsvermessungswesens</p>
                    <p>Mit dem Stellungskrieg und der Fertigung unterschiedlichster Karten wurde das Kriegsvermessungs-wesen zunehmend bedeutender. Der im Juli 1915 eingerichtete Chef des Kriegsvermessungswesens sollte diese Aufgabe steuern. Diesem waren alle Einheiten des Vermessungswesens unterstellt. Je nach Bedarf wurden dazu Stabsoffiziere des Vermessungs-wesens den Armeeoberkommandos im Westen und den Heeresgruppen im Westen zugeteilt.</p>
                    <p>Chef des Feldflugwesens</p>
                    <p>Während man den Heeresluftschiffen überlegen war, lag man mit den Fliegern hinter Frankreich zurück, bei den Fesselballons war man in etwas gleich aufgestellt. Um die Luftstreitkräfte effizienter zu gestalten, wurde 1915 der Chef des Feldflugwesens beim Generalquartiermeister eingerichtet. Er leitete die Flieger, die Feldluftschiffer und den Wetterdienst. Für die Flugabwehr, die zur Artillerie zählte, wurde am 1. Juli 1915 ein Inspekteur der Ballonabwehr-Kanonen beim Generalquartiermeister geschaffen. Durch Allerhöchste Kabinettsordre wurde am 8. Oktober 1916 Generalleutnant Hoppner zum Kommandierenden General der Luftstreitkräfte ernannt und der bisherige Chef des Feldflugwesens, Oberstleutnant von der Liet-Thomsen, zu seinem Generalstabschef. Dem Kogenluft waren sämtliche Formationen der Flieger, der Luftschiffer, der Flugabwehr und des Wetterdienstes im Feld und in der Heimat unterstellt.</p>
                    <p>Außenstellen</p>
                    <p>Militärbevollmächtigte bei den Verbündeten</p>
                    <p>Kriegspresseamt</p>
                    <p>Dieses wurde im Oktober 1915 dem Chef des Generalstabes direkt unterstellt. Diesem wurde auch die Oberzensurstelle eingegliedert, die bisher organisatorisch bei den stellvertretenden kommandierenden Generalen war. Die Aufgaben des Kriegspresseamtes waren die bessere Zusammenarbeit der Heimatbehörden mit der Obersten Heeresleitung auf dem Gebiete der Presse, die Auskunftserteilung an die Behörden und die Presse und die gleichmäßige Handhabung der Presseaufsicht.</p>
                    <p>Ihr oblag auch die Weiterleitung der Zensurrichtlinien an die Zensurstellen. Das Presseamt hatte zu allen Dienststellen Kontakt, der sonst übliche Instanzenweg existierte hierbei nicht. Es war in eine Auskunftsstelle, eine Auslandsstelle und die Oberzensurstelle gegliedert. Im Oktober 1918 wurde das Kriegspresseamt dem Kriegsministerium unterstellt.</p>
                    <p>Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes</p>
                    <p>Die Stelle wurde am 1. Juli 1916 eingerichtet und war der Obersten Heeresleitung unterstellt, organisatorisch jedoch dem Auswärtigen Amt, der Abteilung III b des stellvertretenden Generalstabs, dem Kriegspresseamt, dem Kriegsministerium, dem Admiralstab und dem Reichsmarineamt unterstellt war. Sie war für die Abwehr feindlicher Propaganda und für die deutsche Propaganda im In- und Ausland zuständig.</p>
                    <p>Am 30. Januar 1917 wurde eine &quot;Bild- und Photostelle eingerichtet, welche im April 1917 als &quot;Bild- und Filmamt&quot; etatisiert wurde. Im Dezember 1917 erfolgte auf Initiative des Bild- und Filmamtes die Gründung der Universum Film AG, welche für Aufklärungszwecke eingesetzt wurde.</p>
                    <p>Das Bild- und Filmamt wurde im Januar 1918 administrativ dem Kriegsministerium unterstellt. Es blieb jedoch weiterhin die Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes weisungsbefugt.</p>
                    <p>Die Organisation des Großen Generalstabs ab 1. Februar 1919 (5)</p>
                    <p>Nachdem am 11. Januar 1919 der Demobilmachungsbefehl gegeben worden war, nahm der Große Generalstab mit Ausnahme der bei der OHL verbleibenden Teile am 1. Februar 1919 seine Tätigkeit wieder auf. Die Vertretung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres übernahm der älteste in Berlin anwesende Oberquartiermeister, zunächst der Chef der Landesaufnahme.</p>
                    <p>Chef des Generalstabes des Feldheeres</p>
                    <p>Zentralabteilung (Z)</p>
                    <p>Chef der Landesaufnahme</p>
                    <p>Abteilung Fremde Heere (F) unter Major von Rauch. Der Abteilung sind angegliedert die Nachrichtengruppe (Ng.) (ehemalige Sektion III b), unter Leitung von Major Gempp und die bisherige O IVa unter Leitung von Major Crantz</p>
                    <p>Eisenbahnabteilung (E) unter Leitung eines bayerischen Majors im Generalstab Baur</p>
                    <p>Kriegswirtschaftliche Abteilung (Kriweis) unter Leitung eines bayerischen Majors im Generalstab Baur</p>
                    <p>Wirtschaftliche Abteilung (W) unter Leitung des Majors von Berghes</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 1) unter Leitung von Oberst Sydow</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 2) unter Leitung von Oberst von Haeften</p>
                    <p>Kriegsgeschichtliche Abteilung (K 3) unter Leitung von Major Mueller-Loebnitz</p>
                    <p>Bibliothek, Kriegsarchiv und die Abteilung B.K. wurden dem Oberquartiermeister für Kriegsgeschichte unterstellt.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>(1) Vgl. Wiegand Schmidt-Richberg. Die Regierungszeit Wilhelms II., in: Militärgeschichtliches Forschungsamt, MGFA (Hg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648 - 1939. Band 3, Abschnitt V. Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1890-1918, München 1983 ff, S. 69-72. Curt Jany: Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, 2. erg. Aufl. (= Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, Bd. 4), Osnabrück 1967, S. 122.</p>
                    <p>Vorwort von Hans-Heinrich Fleischer im Findbuch zum Bestand PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee/Oberste Heeresleitung des Deutschen Heeres (ungedrucktes Manuskript), Bd. 1, S. I.</p>
                    <p>(2) Vgl. Walter Görlitz: Kleine Geschichte des deutschen Generalstabes, Berlin 1977, S. 439.</p>
                    <p>(3) Vgl. Enzyklopädie Erster Weltkrieg, hg. v. Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz in Verbindung mit Markus Pöhlmann, aktual. u. erw. Studienausgabe, Paderborn 2009, S. 754f.</p>
                    <p>(4) Vgl. Curt Jany: Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, 2. erg. Aufl. (= Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, Bd. 4), Osnabrück 1967, S. 294-296. Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkriege 1914 bis 1918, Berlin 1937, S. 3-23.</p>
                    <p>Manfred Messerschmidt: Die politische Geschichte der preußisch-deutschen Armee, in: Militärgeschichtliches Forschungsamt. Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648 - 1939, Bd. 2, Abschnitt IV, 1. Teil: Militärgeschichte im 19. Jahrhundert 1814-1890, München 1983, S. 287, 308-325. Edgar Graf von Matuschka und Wolfgang Petter: Organisationsgeschichte der Streitkräfte, Bd. 2, Abschnitt IV, München 1983, S.312. Waldemar Erfurth: Die Geschichte des deutschen Generalstabes 1918-1945 (= Studien zur Geschichte des Zweiten Weltkrieges, hg. v. Arbeitskreis für Wehrforschung in Frankfurt/Main, Bd. 1), Göttingen 1957.</p>
                    <p>PH 3/124 Die Organisation des Großen Generalstabes 1803-1914 und PH 3/1026 Die Organisation des Großen Generalstabes (vom 18. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung 1919, Manuskript von HOAR Stoeckel)</p>
                    <p>(5) Vgl. PH 3/3 Verfügung des Großen Generalstabes vom 25. Jan. 1919</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Geheimes Staatsarchiv, Berlin</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_9f85ed4a-23de-47f1-967b-94ea2dcffca7">
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                  <unittitle>Befehlshaber und Gouvernements</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 30-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliches Generalgouvernement Belgien</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>307 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>3,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Schriftgutbestand der Politischen Abteilung umfasst Registraturakten und Handakten Schwertfegers und seiner Mitarbeiter Professor Dr. Karl Spannagel und Professor Dr. Alfred Doren. Die Handakten Schwertfegers bestehen zum überwiegenden Teil aus Abschriften aus den belgischen Gesandtschaftsberichten, aus denen Schwertfeger 1919 das Aktenwerk &quot;Zur europäischen Politik 1897-1914&quot; publizierte Darin findet sich u.a. Material über die belgischen wirtschaftlichen Interessen in Afrika, Asien und Lateinamerika.</p>
                    <p>Von der Zivilverwaltung sind Sitzungsprotokolle, Studien, Denkschriften und sonstige Unterlagen zum Wirtschafts-, Verkehrs- und Bankenwesen überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Politischen Abteilung bei dem Generalgouverneur in Belgien sind restlos verlorengegangen. Ins Bundesarchiv gelangt sind einige Akten der Archivabteilung der Politischen Abteilung als Teil des Nachlasses ihres Leiters, des damaligen Obersten Bernhard Schwertfeger.</p>
                    <p>Von der Zivilverwaltung sind einige Aktenreste überliefert. Weitere Schriftgutreste gelangten 1965 mit der von der Library of Congress in Washington an das Bundesarchiv abgegebenen Sammlung Rehse ins Militärarchiv. 1994 wurden wenige Aktensplitter aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR dem Bestand angefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Durch Kabinettsordre vom 23.8.1914 wurde das besetzte Belgien einem Generalgouvernement unterstellt. Sein Chef des Generalstabes hatte das Gebiet militärisch zu sichern; daneben stand ein Chef der Zivilverwaltung. Ab 1915 war der Zivilverwaltung eine selbständige &quot;Politische Abteilung bei dem Generalgouverneur in Belgien&quot; nebengeordnet, der folgende Aufgaben zugewiesen waren: 1. Diplomatie, 2. Innenpolitik, 3. Belgisch-Amerikanisches Ernährungswerk, 4. Belgische Archive, 5. Presse.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>NL 15 Nachlass Bernhard Schwertfeger</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>N 39/301 (Nachlaß Mackensen): Gouvernement Antwerpen.- Handakten der Adjutantur</p>
                    <p>enthält u.a.: Geschäftsverteilungspläne für das Generalgouvernement Belgien, die Gouvernements Antwerpen, Namur, Brüssel und Brabant, die Militärgouvernements Namur, Hennegau, Lüttich, Luxemburg, Limburg und Beverloo;</p>
                    <p>Soll- und Ist-Stellenbesetzung der Offiziere (9.3.1915-1.4.1918); Stellenbesetzungen des nachgeordneten Bereichs; sonstige Unterlagen</p>
                    <p>N 39/302 (Nachlaß Mackensen): Gouvernement Antwerpen.- 8 Fotos von Angehörigen des Stabes (13.8.1917)</p>
                    <p>N 27/8 (Nachlaß Fulda): Generalgouvernement Belgien.- verschiedene Unterlagen</p>
                    <p>enthält u.a.: Kriegstagebuch des Verkehrsoffiziers beim GG (13.9.1914-1.5.1915); Befehle und Mitteilungen des Generalgouverneurs (1914/15)</p>
                    <p>N 27/9 (Nachlaß Fulda): Generalgouvernement Belgien.- Halten von Tauben (1914/15)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 23 Militärverwaltungen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Chrysant, P.: Die rechtliche Stellung des Generalgouverneurs in Belgien. Jur. Diss. Bonn 1917</p>
                    <p>Köhler, Ludwig v.: Die Staatsverwaltung der besetzten Gebiete. Stuttgart, Berlin, Leipzig 1927</p>
                    <p>Lancken Wakenitz, Oskar Freiherr von der: Meine dreißig Dienstjahre. Berlin 1931</p>
                    <p>Oszwald, Paul: Die Errichtung des deutschen Generalgouvernements in Belgien 1914. In: Staat und Persönlichkeit. Festschrift für Erich Brandenburg. Leipzig 1928</p>
                    <p>Wingerfeldt, H.v.: Die deutsche Verwaltung des Generalgouvernements in Belgien 1914-1918. In: Schwarte, L.: Der große Krieg. Bd. 10. Berlin 1923.</p>
                    <p>Horne, John/Kramer, Alan: Deutsche Kriegsgreuel 1914. Die umstrittene Wahrheit. Hamburg 2004.</p>
                    <p>Joris Vanderborght: Iventaris van het archief van de Kamer van volksvertegenwoordigers in ballingschap 1914-1918 (1920). Met in bijlage de inventaris van het archief van het Offizierskasino van het Duitse Gouvernement-Generaal in België 1914-1916, Brussel 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Während des 1. Weltkrieges wurde das besetzte Belgien einem Generalgouverneur unterstellt. Sein Chef des Generalstabes hatte das Gebiet militärisch zu sichern; daneben stand ein Chef der Zivilverwaltung.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Unterlagen zum Verfahren und Todesurteil gegen Edith Cavell werden im Imperial War Museum in London verwahrt</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 30-II</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliches Generalgouvernement Warschau</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1923-12-31">1914-1923</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>85 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Schriftgutbestand besteht größtenteils aus Aktensplittern des Verwaltungschefs beim Generalgouvernement Warschau zur Lebensmittel- und Gebrauchsgüterbewirtschaftung sowie die Bildung polnischer Streitkräfte und ihre Eingliederung in das deutsche Heer.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Der vorliegende Schriftgutbestand besteht hauptsächlich aus Kopien von Aktensplittern des Verwaltungschefs beim Generalgouvernement Warschau, die im Hauptarchiv für ältere Akten in Warschau erhalten sind. Außerdem wurden dem Bestand vereinzelte Unterlagen, die das Militärarchiv aus Privatbesitz übernehmen konnte, sowie einzelne Aktensplitter aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR, die 1994 vom Bundesarchiv übernommen wurden, angefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das Generalgouvernement Warschau wurde 1915 im besetzten Polen errichtet. Neben dem Stab des Generalgouverneurs, der dem eines Armeeoberkommandos entsprach, gab es einen Verwaltungschef, der für die zivile Verwaltung zuständig war.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>N 30 Nachlass Hans von Beseler</p>
                    <p>N 998 Nachlass Robert Zimmermann</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 23 Militärverwaltungen</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Conze, Werner: Polnische Nation und deutsche Politik im Ersten Weltkrieg. Köln, Graz 1958</p>
                    <p>Rappaport, Hermann: Quellen zur Geschichte der deutschen Okkupation im Königreich Polen im 1. Weltkrieg nach den erhalten gebliebenen Unterlagen des Generalgouvernements Warschau. In: Archeion LII. 1969</p>
                    <p>Handbuch für das Generalgouvernement Warschau. aufgrund amtlicher Unterlagen hrsg. von Ginschel, E.. Warschau 1917</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im besetzten Polen wurde 1915 das Generalgouvernement Warschau eingerichtet. Neben dem Stab des Generalgouverneurs, der dem eines Armeeoberkommandos entsprach, gab es einen Verwaltungschef, der für die zivile Verwaltung zuständig war.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 30-III</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliche Militärverwaltungen und Militärmissionen</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1918-12-31">1915-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>88 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Von der Militärverwaltung Oberbefehlshaber Ost sind einige Verwaltungs- und Organisationsunterlagen überliefert. Darüberhinaus liegen einige Verwaltungsberichte der Militärverwaltung Litauen vor.Von der Militärverwaltung Rumänien sind ebenfalls nur wenige Unterlagen erhalten.</p>
                    <p>Von den Militärmissionen sind lediglich jeweils ein einzelnes Dokument des Militärattachés in Mexiko und der Militärmission Konstantinopel vorhanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Militärverwaltungen und Militärmissionen sind fast vollständig verloren gegangen. Vorarchivische Ordnungsstrukturen sind nicht mehr erkennbar.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand PH 30-III umfaßt als Sammelbestand einerseits die Unterlagen der Militärverwaltungen in den besetzten Gebieten a) des Oberbefehlshabers Ost (Oberost) und b) Rumänien. Andererseits enthält er die Unterlagen der Militärmissionen, bzw. Militärattachés an den deutschen Botschaften, einschließlich der Militärmission Konstantinopel.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände:</p>
                    <p>PH 5-I Heeresgruppen des Deutschen Heeres; hier: Heeresgruppe Mackensen</p>
                    <p>PH 23 Gouvernements, Festungen und Kommandanturen der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe:</p>
                    <p>N 82 Isenburg-Birstein, Franz Josef Fürst zu (Chef der Militärverwaltung Litauen 1915-1918)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 23 Militärverwaltungen</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Das Land Oberost. Deutsche Arbeit in den Verwaltungsgebieten Kurland, Litauen und Bialystok-Grodno. Hrsg. im Auftrag des Oberbefehlshabers Ost. Bearb. von der Presseabteilung Ober Ost. Stuttgart, Berlin 1917</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Für die Verwaltung besetzter Gebiete wurden Militärverwaltungen eingesetzt:</p>
                    <p>1. für das Gebiet des Oberbefehlshabers Ost (Ober Ost), das sich seit Herbst 1915 östlich Ostpreußens und der nördlichen Hälfte Polens in die baltischen und litauischen Teile Russlands erstreckte und das große Etappengebiet jenseits Ostpreußens und des Generalgouvernements Warschau umfasste und in die Verwaltungsbezirke Kurland, Litauen und Bialystok-Grodno gegliedert wurde</p>
                    <p>2. für Rumänien</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Akten der Militärverwaltungen und Militärmissionen / Militärattachés sind fast vollständig verloren gegangen. Nur vereinzelte Aktensplitter sind ins Militärarchiv gelangt, denen 1994 wenige Aktensplitter aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR angefügt wurden. Diese wenigen Akten wurden 2012 durch zwischenzeitlich hinzugekommene einzelne Dokumente ergänzt und neu erschlossen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
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                <did>
                  <unittitle>Generalinspektionen und Inspektionen</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion der Kavallerie der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1902-01-01/1911-12-31">1902-1911</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>52 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur Unterlagen zu Kavallerie-Übungen aus dem Zeitraum 1902-1911.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 V Kavallerie-Divisionen PH 11 Formationen der Kavallerie Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Frobenius, Hermann: Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866. Berlin 1906 Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Berlin 1909 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
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                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-II</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion der Fußartillerie der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1861-01-01/1917-12-31">1861-1917</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,6 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist nur eine Akte zu ehrengerichtlichen Angelegenheiten 1861-1873 sowie ein Bericht über im Krieg 18170/71 abgegebene scharfe Schüsse und an Waffen und Munition vorgekommene Beschädigungen und zwei Einzelbeiträge zu Einsatz und Organisation der Artillerie im Ersten Weltkrieg.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen PH 13 Formationen der Fußartillerie</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Frobenius, Hermann: Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866. Berlin 1906 Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Berlin 1909 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie (PH 9 I)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-III</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion der Artillerie-Schieß-Schulen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1918-12-31">1916-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_25191a4a-88a7-4e02-8cb4-90fbad97aa50"/>
                    </p>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-IV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion des Ingenieur- und Pionierkorps und der Festungen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1903-01-01/1920-12-31">1903 - 1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_265fb560-104c-4e61-bf56-be92db862133"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind allein vier Akten: Kriegserfahrungen, Listen der Fahnenjunker und Fähnriche der Pioniere und Mitteilungen der Generalinspektion.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 9-I Generalinspektion der Kavallerie der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-II Generalinspektion der Fußartillerie der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-III Generalinspektion der Artillerie-Schieß-Schulen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XI Ingenieur-Inspektionen und Pionier-Inspektionen der Preußischen Armee</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>General-Inspektion d. Ingenieur- u. Pionier-Korps u. d. Festungen (Hrsg.): Unsere Pioniere im Weltkriege, Berlin 1920</p>
                    <p>Herman Frobenius: Geschichte des preussischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1886, 2 Bd., Berlin 1906</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Dem &quot;General vom Ingenieur- und Pionier-Korps&quot; (Generalinspekteur des Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen) hieß ab August 1918 General der Pioniere beim Chef des Generalstabes des Feldheeres. Unterstellt waren ihm der Inspizient des Minenwerfergeräts, der Inspekteur der Gas-Regimenter sowie der Inspizient der Pionier-Nahkampfmittel. Stelleninhaber war bis 2. Juli 1916 General der Infanterie Eberhard von Claer und ab 28. August 1918 Generalmajor Kurt Marschall von Bieberstein. In der Zwischenzeit war die Stelle unbesetzt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-V</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1885-01-01/1919-12-31">(1885) 1899-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>712 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>17,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur Aktenreste vornehmlich aus der Zuständigkeit der Generalinspektion für die Ausbildung der Luftschiffer- und Fliegertruppen. Diese Restakten - fast ausschließlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg - entstammen einer Aktenabgabe des Heeresarchivs Potsdam an das im Reichsluftfahrtministerium eingerichtete Luftarchiv. 1994 wurde der im Militärarchiv der DDR verwahrte Rest-Bestand der Intendantur des Militärverkehrswesens dem vorliegenden Archivalienbestand angefügt. Hierbei handelt es sich um Akten über militärische Bauvorhaben vor und im Kriege, insbesondere der nahe Berlin gelegenen Übungsplätze Kummersdorf, Klausdorf und Sperenberg, sowie um Unterlagen über Klagen und Ersatzansprüche des Reichsmilitärfiskus und gegen den Reichsmilitärfiskus.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Mit dem Aufbau des Heeresflugwesens wurde am 1. April 1911 die 1899 gegründete Inspektion der Verkehrstruppen zu einer General-Inspektion des Verkehrswesens erhoben. Ihr unterstanden die Eisenbahn-Brigade, die Inspektion der Feldtelegrafie mit der 1. und 2. Inspektion der Telegrafentruppen und die zu diesem Zeitpunkt neu eingerichtete Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens mit den Luftschiffer-Bataillonen, dem Kraftfahr-Bataillon sowie der aus dem Fliegerkommando Döberitz hervorgegangenen Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen, die sich schließlich zur Fliegertruppe erweitern sollte. Außerdem war ihr zunächst die Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen unterstellt. Diese wurde am 1. Dezember 1913 dem Allgemeinen Kriegsdepartement des Kriegsministeriums untergeordnet.</p>
                    <p>1913 wurde die Intendantur des Militärverkehrswesens, die für die materiell-finanzielle Versorgung aller technischen Truppen (mit Ausnahme der bayerischen Kontingente) verantwortlich war und nach dem Kriege im Rahmen ihrer Abwicklungsaufgaben auch Schadensersatzansprüche bearbeitete, ebenfalls der Generalinspektion des Militärverkehrswesens zugeordnet.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen PH 9 XIV Inspektion der Luftschiffertruppen PH 9 XV Inspektion der Fliegertruppen PH 9 XVII Inspektion des Flugzeugwesens PH 9 XVIII Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg) Inspektion der Flugabwehrkanonen PH 9 XX Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens PH 15 Eisenbahntruppen und ¿dienststellen PH 16 Telegrafentruppen PH 17 Kommandierender General der Luftstreitkräfte PH 18 Luftschiffertruppen PH 19 Fliegertruppen PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens. Bestand PH 9 V. Bearbeitet von Hans-Heinrich Fleischer. Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs, Bd. 25. Hrsg. vom Bundesarchiv. Koblenz 1986</p>
                    <p>Hille und Meurin: Geschichte der preußischen Eisenbahntruppen von 1859 bis 1911. 2 Teile. Berlin 1910-1913 Voß, Wilhelm : Wir vom Verkehr. Die Entwicklung der preußischen Verkehrstruppen. Berlin 1913 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. 3 Bde. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966 Gilles, J. A.: Flugmotoren 1910 bis 1918. Bearb. von Karl Köhler. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1971 Die Militärluftfahrt im Völkerrecht und Deutschen Recht der Vorkriegszeit. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften der Luftwaffe. Bd. 2. Hrsg. von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1938 Die technische Entwicklung der Flakwaffe bis zum Ende des Weltkrieges. Die deutschen Luftstreitkräfte von ihrer Entstehung bis zum Ende des Weltkrieges 1918. 5. Sonderband. II. Technischer Sonderband. Bearb. und hrsg. von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1942 Die Luftwaffe. Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaften. Bd. III. Hrsg. von Hermann Franke. Berlin 1939 Supf, Peter : Das Buch der deutschen Fluggeschichte. 2 Bde. Stuttgart 1956-1958</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie (PH 9 I)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-VI</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalinspektion des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1868-01-01/1914-12-31">1868 - 1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XI</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ingenieur-Inspektionen und Pionier-Inspektionen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1905-01-01/1916-12-31">1905-1916</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist nur eine Akte der Inspektion des Ingenieurkorps mit technischen Erfahrungen der Fliegertruppe aus dem Jahr 1916 (darunter u.a. der Hinweis auf die Testphase eines Junkers-Eindeckers) und eine Akte mit Musterentwürfen für Armierungsarbeiten sowie Unterlagen über die Ausbildung von Pionieren, darunter eine Akte mit schriftlichen Ausarbeitungen eines Leutnants in den Bereichen Taktik, Waffenlehre, Befestigungslehre und Feldkunde.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 finden sich die Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von der Provenienz sind nur noch wenige Akten erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut aus privater Hand für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 8-I Infanterie-Divisionen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 14 Dienststellen und Einheiten des Ingenieurkorps und Pionierkorps der Preußischen Armee</p>
                    <p>Bibliothek:</p>
                    <p>Signatur N III d 32 Großformat</p>
                    <p>Die Entwicklung des Ingenieur- und Pionier-Korps in Hauptzügen graphisch dargestellt, nebst Stammbaum der Pionier-Bataillone</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Von 1848 bis 1868 existierten drei Ingenieur- und drei Pionier-Inspektionen. 1867/68 wurden jeweils eine weitere Ingenieur- und eine weitere Pionier-Inspektion eingerichtet. Zu den dazugehörigen sechs Festungsinspektionen traten im Jahr 1857 eine siebte, in den Jahren 1868/69 eine achte. Am 13. März 1873 erhielt das Ingenieurkorps eine neue Einteilung, wovon die Grundeinteilung der Inspektionen allerdings unberührt blieb: Den vier Ingenieurinspektionen waren wie bisher je zwei Festungsinspektionen und eine Pionierinspektion unterstellt.</p>
                    <p>Am 3. Aug. 1885 erhielt das Ingenieurkorps eine neue Einteilung in vier Ingenieurinspektionen mit zehn Festungsinspektionen und darüber hinaus noch zwei der Generalinspektion unterstellten Pionierinspektionen. 1890 wurde die zweite Festungsinspektion aufgelöst. Seit dem 2. Okt. 1893 bestanden nur noch drei Ingenieurinspektionen mit sieben Festungsinspektionen, allerdings drei Pionierinspektionen, die der Generalinspektion direkt unterstellt waren. 1902 und 1903 erfolgte erneut eine Aufstockung auf vier Ingenieurinspektionen mit acht bzw. neun Festungsinspektionen. Die Zahl der Pionierinspektionen stieg 1912 wieder auf insgesamt vier.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA). Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Weitere Unterlagen der Inspektion des Ingenieurkorps werden im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung IV (Kriegsarchiv) in München aufbewahrt.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Nachrichtentruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1893-01-01/1929-12-31">1893-1929</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur wenige Archivalienbände zu Aufbau und Organisation der Telegraphentruppe, z.B. die Geschäftseinteilung der Inspektion nach dem Stande vom Jan. 1918 und eine Akte über die Laufbahn des Generalleutnants Hermann Delius.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 finden sich die Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von der Provenienz sind nur noch wenige Akten erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 16 Dienststellen und Einheiten der Telegraphentruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Akten</p>
                    <p>PH 2/51</p>
                    <p>PH 21/31</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909, S. 435f., 439.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Die Inspektion der Militär-Telegraphie wurde am 30. Apr. 1877 errichtet, nachdem die Kriegstelegraphie seit 1854 in der Entstehung war. Schon in den Kriegen von 1866 und 1870/71 spielten die Telegraphentruppen eine wichtige Rolle.</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1899 wurde die Inspektion der Verkehrstruppen gegründet. Die Einrichtung einer obersten Waffenbehörde der Verkehrstruppen hielt man damals für notwendig, weil man erkannt hatte, dass Leitung, Bewegung und Versorgung der immer stärker anwachsenden Heeresmassen in Verbindung mit dem allgemeinen technischen Fortschritt den Ausbau dieser Truppen erforderten. Der neugeschaffenen Behörde unterstand die Eisenbahn-Brigade, die Inspektion der Telegraphentruppen und die Luftschiffer-Abteilung, die bisher der Eisenbahn-Brigade zugeordnet war. 1899 erfolgte eine Trennung von den Pionieren und eine gleichzeitige Unterteilung in drei Bataillone mit je drei Kompanien. Diesen war eine Inspektion der Telegraphentruppe übergeordnet, die sich wiederum in die Inspektion der Verkehrstruppen eingliederte.</p>
                    <p>Die Inspektion der Verkehrstruppen hatte die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen zu überwachen und deren Dienst und Personalangelegenheiten zu leiten.</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1901 wurde ihr die zur Entlastung der Truppen von bestimmten technischen Aufgaben neu eingerichtete Versuchsabteilung der Verkehrstruppen - sie ging aus der 1890 gegründeten Versuchsabteilung der Eisenbahn-Brigade hervor - unterstellt. Ihre Aufgabe bestand darin, die Versuche aller drei Truppengattungen in technischen Angelegenheiten nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bearbeiten. Dabei galt es, den Fortschritt der Technik zu verfolgen, Erfindungen und Steuerungen, die für militärische Zwecke verwertbar erschienen, zu erproben und technische Versuche anzustellen, soweit die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen dies erforderte.</p>
                    <p>Aufgrund des außerordentlich angewachsenen Arbeitsgebietes wurde die bisherige Inspektion der Verkehrstruppen am 1. Apr. 1911 zu einer General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens erhoben. Ihr unterstanden die Eisenbahntruppen (1899 als Inspektion der Verkehrstruppen beim Gardekorps gegründet), die Inspektion der Feldtelegraphie (bestehend seit 1877) mit der 1. und 2. Inspektion der Telegraphentruppen und die zu diesem Zeitpunkt neu eingerichtete Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens (Iluk) mit den Luftschiffer-Bataillonen und dem Kraftfahr-Bataillon sowie der aus dem Fliegerkommando Döberitz hervorgegangenen und auszubauenden Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen („Provisorische Fliegerschule&quot;), die sich schließlich (1. Okt. 1912) zur Fliegertruppe erweitern sollte. 1914 zählten drei preußische Inspektionen mit 7 Bataillonen sowie acht Festungs-Fernsprech-Kompanien zur Inspektion der Feldtelegraphie.</p>
                    <p>Die große Zahl an Kommunikationsmöglichkeiten führte zur Gründung der Nachrichtentruppe 1917/1918, die außer den Fliegerfunkern alle Nachrichtenmittel zusammenfasste. 1918 wurde die Inspektion der Nachrichtentruppen von Generalmajor Friedrich geleitet. Die Inspektion unterteilte sich wiederum in fünf Abteilungen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA). Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XIII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Lichtbildwesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>10 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur vereinzelte Unterlagen, Lehrwerke und Informationen zu Filmmaterial (u.a. ein Testvergleich zwischen Agfa- und Goertz-Filmen mit Negativen und Fotos), Bildgeräten und Bildverarbeitung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 findet sich die Überlieferung der Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von dem Bestand sind nur noch wenige Stücke erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Akten</p>
                    <p>MSG 2/17182</p>
                    <p>PH 2/196</p>
                    <p>PH 17-I/78, 80</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Die Inspektion des Lichtbildwesens (Idlicht) ging durch Erlass des Kriegsministeriums am 25. Apr.1918 aus dem Luftbildkommando der Inspektion der Fliegertruppen, bestehend aus fünf Abteilungen mit teilweise zwei bis drei Unterabteilungen, hervor. Grund war die zuvor erfolgte Übernahme der Geschäfte der Beschaffungsstelle für Lichtbildgerät und der Beschaffungen von Lichtbildgerät für die bayerischen Luftstreitkräfte und für die Luftstreitkräfte der Marine durch das Luftbildkommando und den dadurch entstanden Bedarf zum Ausbau. Die Inspektion war in vier Abteilungen (Bildtechnik, Bildberichterstattung, Kassenverwaltung, Sanitätsabteilung) und Adjutantur aufgegliedert. Der Adjutantur unterstanden vier Kommandos mit wiederum neun Kompanien. Die Inspektion sollte immobil sein, unmittelbar der Inspektion der Fliegertruppen unterstehen und mit wenigen Ausnahmen für das Heer in allen Beschaffungs-, Verwaltungs- und Nachschubangelegenheiten sowie für die Luftstreitkräfte der Marine in allen Beschaffungsangelegenheiten auf dem Gebiet des Lichtbildwesens zuständig sein.</p>
                    <p>Am 19. Aug. 1918 wurde die Inspektion der Fliegertruppen aufgehoben und an deren Stelle drei neue Inspektionen eingerichtet: Eine Inspektion des Fliegerwesens (Idflieg) für das gesamte Personalersatz- und Schulwesen, eine Inspektion des Flugzeugwesens (Idflz) für die Entwicklung und Beschaffung des gesamten Fliegergeräts und seinen Nachschub und eine Inspektion des Lichtbildwesens (Idlicht) für die Bearbeitung der Ersatz-, Ausbildungs- und Gerätefragen auf dem Sondergebiet des Lichtbildwesens. Die bereits bestehende Inspektion des Lichtbildwesens blieb dabei unverändert wurde aber genau wie die anderen beiden Inspektionen dem kommandierenden General der Luftstreitkräfte unmittelbar unterstellt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Die im handschriftlichen Findbuch ausgewiesene Nummer 10d wurde kassiert. Es handelte sich um eine Dublette von Nr. 10. Bei der Durchsicht des Bestandes konnte ermittelt werden, dass die aktuellen Nummern 5-10 zumindest zu einem früheren Zeitpunkt die Nummern 8-13 trugen, was auf eine teilweise Umsignierung des Bestandes vor 1985 hinweist.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XIV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Luftschiffertruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1918-12-31">1915-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_43add08f-33db-4880-8e48-906545f7fcf9"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind zwei Archivalienbände zur Ausrüstung der Feld-Luftschiffer-Abteilungen sowie eine Dienstanweisung für den bayerischen beauftragten Offizier bei der preußischen Inspektion der Luftschiffertruppen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 findet sich Überlieferung der Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von dem Bestand sind nur noch wenige Stücke erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 18 Einheiten der Luftschiffertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Akten</p>
                    <p>PH 2/185</p>
                    <p>PH 17-I/64</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1899 wurde die Inspektion der Verkehrstruppen gegründet. Die Einrichtung einer obersten Waffenbehörde der Verkehrstruppen hielt man damals für notwendig, weil man erkannt hatte, dass Leitung, Bewegung und Versorgung der immer stärker anwachsenden Heeresmassen in Verbindung mit allgemeinen technischen Fortschritt den Ausbau dieser Truppen erforderten. Der neugeschaffenen Behörde unterstand die Eisenbahn-Brigade, die Inspektion der Telegrafentruppen und die Luftschiffer-Abteilung, die bisher der Eisenbahn-Brigade zugeordnet war. Die Inspektion der Verkehrstruppen hatte die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen zu überwachen und deren Dienst und Personalangelegenheiten zu leiten.</p>
                    <p>Am 1. April 1901 wurde ihr die zur Entlastung der Truppen von bestimmten technischen Aufgaben neu eingerichtete Versuchsabteilung der Verkehrstruppen - sie ging aus der 1890 gegründeten Versuchtsabteilung der Eisenbahn-Brigade hervor - unterstellt. Ihre Aufgabe bestand darin, die technischen Angelegenheiten aller drei aller drei Truppengattungen in nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bearbeiten. Dabei galt es, den Fortschritt der Technik zu verfolgen, Erfindungen und Steuerungen, die für militärische Zwecke verwertbar erschienen, zu erproben und technische Versuche anzustellen, soweit die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen dies erforderte.</p>
                    <p>Aufgrund des außerordentlich angewachsenen Arbeitsgebietes wurde die bisherige Inspektion der Verkehrstruppen am 1. Apr. 1911 zu einer General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens erhoben. Ihr unterstanden die Eisenbahntruppen (1899 als Inspektion der Verkehrstruppen beim Gardekorps gegründet), die Inspektion der Feldtelegrafie (bestehend seit 1877) mit der 1. und 2. Inspektion der Telegraphentruppen und die zu diesem Zeitpunkt neu eingerichtete Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens (Iluk) mit den Luftschiffer-Bataillonen und dem Kraftfahr-Bataillon sowie der aus dem Fliegerkommando Döberitz hervorgegangenen und auszubauenden Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen („Provisorische Fliegerschule&quot;), die sich schließlich zur Fliegertruppe erweitern sollte (1. Okt. 1912). Für den 1. Okt. 1913 wurde dann eine Inspektion der Fliegertruppen eingerichtet. Sie hatte die Oberaufsicht über vier preußische Flieger-Bataillone mit je drei Kompanien. Das 1. Bataillon war mit Stab und zwei Kompanien in Döberitz und einer Kompanie in Großenhain, das 2. Bataillon in Posen (Stab), Graudenz und Königsberg, das 3. Bataillon in Köln (Stab), Hannover und Darmstadt und das 4. Bataillon in Straßburg (Stab), Metz und Freiburg stationiert. Später wurde die Inspektion der Luftschiffertruppen (Iluft) geschaffen, die die Oberaufsicht über die Luftschiffer-Bataillone hatte.</p>
                    <p>1915 wurde ein Chef des Feldflugwesens ernannt, der u.a. die Aufsicht über die Inspektion der Luftschiffer- und der Fliegertruppen führte. Es handelte sich hierbei um Major von der Lieth-Thomsen und als dessen Stellvertreter als Stabsoffizier Major Siegert. Am 8. Okt. 1916 ging die Inspektion in den Zuständigkeitsbereich des neu benannten Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte über.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA). Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; (Nr. 4) ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Fliegertruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1912-01-01/1919-12-31">1912-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>37 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_b46c9a31-47b1-43ad-abaf-eca803e95856"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur vereinzelte Archivalienbände zur Entwicklung, Organisation, Ausrüstung und Einsatz der Luftstreitkräfte im ersten Weltkrieg, eine statistische Auflistung der Flugzeugverluste sowie eine Verfügung zur Neuaufstellung von Polizeifliegerverbänden nach dem Krieg. Die Akten geben darüber hinaus Auskunft über theoretische Weiterbildungsmaßnahmen („Winterarbeiten&quot; und „Kriegsspiele&quot;) der Truppen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 findet sich die Überlieferung der Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von dem Bestand sind nur noch wenige Stücke erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 19 Kommandostellen und Einheiten der Fliegertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Akten</p>
                    <p>MSG 2/7618</p>
                    <p>MSG 2/17182</p>
                    <p>N 584/49</p>
                    <p>PH 2/190, 196</p>
                    <p>PH 17-I/4, 9, 62, 64, 78, 80</p>
                    <p>RL 2-IV/295, 291, 320</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen von PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1899 wurde die Inspektion der Verkehrstruppen gegründet. Die Einrichtung einer obersten Waffenbehörde der Verkehrstruppen hielt man damals für notwendig, weil man erkannt hatte, dass Leitung, Bewegung und Versorgung der immer stärker anwachsenden Heeresmassen in Verbindung mit allgemeinen technischen Fortschritt den Ausbau dieser Truppen erforderten. Der neugeschaffenen Behörde unterstand die Eisenbahn-Brigade, die Inspektion der Telegraphentruppen und die Luftschiffer-Abteilung, die bisher der Eisenbahn-Brigade zugeordnet war. Die Inspektion der Verkehrstruppen hatte die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen zu überwachen und deren Dienst und Personalangelegenheiten zu leiten.</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1901 wurde ihr die zur Entlastung der Truppen von bestimmten technischen Aufgaben neu eingerichtete Versuchsabteilung der Verkehrstruppen - sie ging aus der 1890 gegründeten Versuchsabteilung der Eisenbahn-Brigade hervor - unterstellt. Ihre Aufgabe bestand darin, die technischen Angelegenheiten aller drei Truppengattungen nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bearbeiten. Dabei galt es, den Fortschritt der Technik zu verfolgen, Erfindungen und Steuerungen, die für militärische Zwecke verwertbar erschienen, zu erproben und technische Versuche anzustellen, soweit die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen dies erforderte. Ab 1910 kam als neues Aufgabengebiet die Verfolgung und Weiterentwicklung der Flugtechnik hinzu. Im Zusammenhang mit dem Aufbau des Heeresflugwesens entstand in jenem Jahr das Fliegerkommando Döberitz, das zunächst zur Versuchsabteilung der Verkehrstruppen gehörte.</p>
                    <p>Aufgrund des außerordentlich angewachsenen Arbeitsgebietes wurde die bisherige Inspektion der Verkehrstruppen am 1. Apr. 1911 zu einer General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens erhoben. Ihr unterstanden die Eisenbahntruppen (1899 als Inspektion der Verkehrstruppen beim Gardekorps gegründet), die Inspektion der Feldtelegraphie (bestehend seit 1877) mit der 1. und 2. Inspektion der Telegraphentruppen und die zu diesem Zeitpunkt neu eingerichtete Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens (Iluk) mit den Luftschiffer-Bataillonen und dem Kraftfahr-Bataillon sowie der aus dem Fliegerkommando Döberitz hervorgegangenen und auszubauenden Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen („Provisorische Fliegerschule&quot;), die sich schließlich zur Fliegertruppe erweitern sollte (1. Okt. 1912).</p>
                    <p>Für den 1. Okt. 1913 wurde dann eine Inspektion der Fliegertruppen eingerichtet. Sie hatte die Oberaufsicht über vier preußische Flieger-Bataillone mit je drei Kompanien. Das 1. Bataillon war mit Stab und zwei Kompanien in Döberitz und einer Kompanie in Großenhain, das 2. Bataillon in Posen (Stab), Graudenz und Königsberg, das 3. Bataillon in Köln (Stab), Hannover und Darmstadt und das 4. Bataillon in Straßburg (Stab), Metz und Freiburg stationiert. Mit dem Kriegsbeginn änderten sich die Zuständigkeiten dahingehend, dass der Inspekteur der Fliegertruppen unmittelbar dem Kriegsminister unterstellt wurde.</p>
                    <p>1915 wurde ein Chef des Feldflugwesens ernannt, der u.a. die Aufsicht über die Inspektion der Luftschiffer- und der Fliegertruppen führte. Es handelte sich hierbei um Major von der Lieth-Thomsen und als dessen Stellvertreter als Stabsoffizier Major Siegert. Am 8. Okt. 1916 ging die Inspektion in den Zuständigkeitsbereich des neu benannten Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte über. Siegert übernahm die Inspektion im Zuge der Reorganisation im Spätsommer 1916.</p>
                    <p>Am 19. Aug. 1918 wurde die Inspektion der Fliegertruppen aufgehoben und an deren Stelle drei neue Inspektionen eingerichtet: Eine Inspektion des Fliegerwesens (Idflieg) für das gesamte Personalersatz- und Schulwesen, eine Inspektion des Flugzeugwesens (Idflz) für die Entwicklung und Beschaffung des gesamten Fliegergeräts und seinen Nachschub und eine Inspektion des Lichtbildwesens (Idlicht) für die Bearbeitung der Ersatz-, Ausbildungs- und Gerätefragen auf dem Sondergebiet des Lichtbildwesens. Alle drei Inspektionen wurden dem kommandierenden General der Luftstreitkräfte unmittelbar unterstellt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Die Akten Nr. 6 und 6d wurden kassiert. Es handelte sich um Dubletten von PH 9-XIII/7. Die Akte Nr. 25 war im maschinenschriftlichen Findbuch aus dem Jahr 1985 nicht verzeichnet und wurde jetzt erstmals aufgenommen.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA). Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XVII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Flugzeugwesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1918-12-31">1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_12c22093-8346-4719-9e49-4137c6966112"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur drei technische Dienstvorschriften aus dem Jahr 1918.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 findet sich die Überlieferung der Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von dem Bestand sind nur noch wenige Stücke erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 19 Kommandostellen und Einheiten der Fliegertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Akten</p>
                    <p>MSG 2/7618</p>
                    <p>MSG 2/17182</p>
                    <p>PH 2/196</p>
                    <p>PH 17-I/4, 9, 80</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1899 wurde die Inspektion der Verkehrstruppen gegründet. Die Einrichtung einer obersten Waffenbehörde der Verkehrstruppen hielt man damals für notwendig, weil man erkannt hatte, dass Leitung, Bewegung und Versorgung der immer stärker anwachsenden Heeresmassen in Verbindung mit allgemeinen technischen Fortschritt den Ausbau dieser Truppen erforderten. Der neugeschaffenen Behörde unterstand die Eisenbahn-Brigade, die Inspektion der Telegraphentruppen und die Luftschiffer-Abteilung, die bisher der Eisenbahn-Brigade zugeordnet war. Die Inspektion der Verkehrstruppen hatte die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen zu überwachen und deren Dienst und Personalangelegenheiten zu leiten.</p>
                    <p>Am 1. Apr. 1901 wurde ihr die zur Entlastung der Truppen von bestimmten technischen Aufgaben neu eingerichtete Versuchsabteilung der Verkehrstruppen - sie ging aus der 1890 gegründeten Versuchsabteilung der Eisenbahn-Brigade hervor - unterstellt. Ihre Aufgabe bestand darin, die Versuche aller drei Truppengattungen in technischen Angelegenheiten nach einheitlichen Gesichtspunkten zu bearbeiten. Dabei galt es, den Fortschritt der Technik zu verfolgen, Erfindungen und Steuerungen, die für militärische Zwecke verwertbar erschienen, zu erproben und technische Versuche anzustellen, soweit die kriegsmäßige Ausbildung der Verkehrstruppen dies erforderte. Ab 1910 kam als neues Aufgabengebiet die Verfolgung und Weiterentwicklung der Flugtechnik hinzu. Im Zusammenhang mit dem Aufbau des Heeresflugwesens entstand in jenem Jahr das Fliegerkommando Döberitz, das zunächst zur Versuchsabteilung der Verkehrstruppen gehörte.</p>
                    <p>Aufgrund des außerordentlich angewachsenen Arbeitsgebietes wurde die bisherige Inspektion der Verkehrstruppen am 1. Apr. 1911 zu einer General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens erhoben. Ihr unterstanden die Eisenbahntruppen (1899 als Inspektion der Verkehrstruppen beim Gardekorps gegründet), die Inspektion der Feldtelegraphie (bestehend seit 1877) mit der 1. und 2. Inspektion der Telegraphentruppen und die zu diesem Zeitpunkt neu eingerichtete Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens (Iluk) mit den Luftschiffer-Bataillonen und dem Kraftfahr-Bataillon sowie der aus dem Fliegerkommando Döberitz hervorgegangenen und auszubauenden Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen („Provisorische Fliegerschule&quot;), die sich schließlich zur Fliegertruppe erweitern sollte (1. Okt. 1912).</p>
                    <p>Für den 1. Okt. 1913 wurde dann eine Inspektion der Fliegertruppen eingerichtet. Sie hatte die Oberaufsicht über vier preußische Flieger-Bataillone mit je drei Kompanien. Das 1. Bataillon war mit Stab und zwei Kompanien in Döberitz und einer Kompanie in Großenhain, das 2. Bataillon in Posen (Stab), Graudenz und Königsberg, das 3. Bataillon in Köln (Stab), Hannover und Darmstadt und das 4. Bataillon in Straßburg (Stab), Metz und Freiburg stationiert. Mit dem Kriegsbeginn änderten sich die Zuständigkeiten dahingehend, dass der Inspekteur der Fliegertruppen unmittelbar dem Kriegsminister unterstellt wurde.</p>
                    <p>1915 wurde ein Chef des Feldflugwesens ernannt, der u.a. die Aufsicht über die Inspektion der Luftschiffer- und der Fliegertruppen führte. Es handelte sich hierbei um Major Thomsen und als dessen Stellvertreter als Stabsoffizier Major Siegert. Am 8. Okt. 1916 ging die Inspektion in den Zuständigkeitsbereich des neu benannten Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte über. Siegert - mittlerweile Oberstleutnant - übernahm die Inspektion im Zuge der Reorganisation im Spätsommer 1916.</p>
                    <p>Am 19. Aug. 1918 wurde die Inspektion der Fliegertruppen aufgehoben und an deren Stelle drei neue Inspektionen eingerichtet: Eine Inspektion des Fliegerwesens (Idflieg) für das gesamte Personalersatz- und Schulwesen, eine Inspektion des Flugzeugwesens (Idflz) für die Entwicklung und Beschaffung des gesamten Fliegergeräts und seinen Nachschub und eine Inspektion des Lichtbildwesens (Idlicht) für die Bearbeitung der Ersatz-, Ausbildungs- und Gerätefragen auf dem Sondergebiet des Lichtbildwesens. Alle drei Inspektionen wurden dem kommandierenden General der Luftstreitkräfte unmittelbar unterstellt.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XVIII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Flugabwehrkanonen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1911-01-01/1917-12-31">1911-1917</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur drei technische Dienstvorschriften.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Unter der Signatur PHD 11 findet sich die Amtsdrucksachen zu dem vorliegenden Bestand.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von dem Bestand sind nur noch wenige Stücke erhalten. Der größte Teil wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs Potsdam vernichtet. Es ist davon auszugehen, dass auch teilweise Sammlungsgut für die Formierung des Bestandes herangezogen worden ist.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 19 Kommandostellen und Einheiten der Fliegertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann, Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann, Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909, hg. vom Kriegsministerium, Berlin 1909.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Frobenius, Hermann, Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866, Berlin 1906.</p>
                    <p>Jany, Curt, Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914, Vierter Band: Die Königlich Preußische Armee und das Deutsche Reichsheer 1807 bis 1914, zweite ergänzte Auflage, Osnabrück 1967.</p>
                    <p>Matuschka, Edgar Graf von, Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, Bd. 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890-1918), hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, München 1983, S. 157-282.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Allgemein</p>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden (leitende und aufsichtsführende Behörden), deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Generalinspektionen und Inspektionen erfuhren im Laufe der Zeit durch den technischen Fortschritt immer wieder Umstrukturierungen, wurden neu eingerichtet oder aufgelöst, weswegen auch inhaltliche Überschneidungen zwischen den einzelnen Beständen der Bestandsgruppe PH 9 möglich sind. Neben den preußischen Inspektionen bestanden auch in den übrigen Bundesstaaten Inspektionen. Zu den Inspektionen Preußens vor dem 1. Weltkrieg zählten (nach Cron):</p>
                    <p>- Generalinspektion der Kavallerie mit vier Kavallerie-Inspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Fußartillerie mit drei Fußartillerieinspektionen,</p>
                    <p>- Generalinspektion der Ingenieur- und Pionier-Korps und der Festungen (mit vier Ingenieur-Inspektionen, vier Pionier-Inspektionen und dem Ingenieur-Komitee)</p>
                    <p>- Generalinspektion des Militärverkehrswesens (mit der Inspektion der Eisenbahnertruppen, der Inspektion der Feldtelegraphie (mit drei Inspektionen der Telegraphentruppen), der Inspektion der Militärluftfahrt und Kraftfahrwesens (mit Inspektion der Lufttruppen, Inspektion der Fliegertruppen und Kraftfahrbataillone),</p>
                    <p>- die Inspektion der Jäger und Schützen,</p>
                    <p>- die Inspektion des MG-Wesens,</p>
                    <p>- die Inspektion der Feldartillerie,</p>
                    <p>- die Inspektion des Festungsverkehrswesens,</p>
                    <p>- die Train-Inspektion.</p>
                    <p>Zur Behörde</p>
                    <p>1915 wurde ein Inspekteur der Flugabwehrkanonen im Operationsgebiet (Iflakop) und ein Inspekteur der Flugabwehrkanonen in der Heimat (Iflakheim) berufen.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Januar 2011 retrokonvertiert bzw. neu verzeichnet und auf Vollständigkeit geprüft.</p>
                    <p>Bei den vorhandenen Stücken wurden Zugangsnummern und Altsignaturen der Akten erfasst. Einige der in der Bestandsgruppe PH 9 zu findenden Signaturen lassen sich wie folgt aufschlüsseln: Bei den Signaturen H01 bis H05 und L01 bis L07 handelt es sich um Altsignaturen aus dem Militärarchiv. I H, I L und I W verweisen auf Altsignaturen aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA). Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee tragen die Signatur I L 41 (Kgl. Bayer. Inspektion des Ingenieurkorps), I L 42 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens) und I L 43 (Kgl. Bayer. Inspektion des Militär-Luftfahrwesens). Die letztgenannten Akten kamen Ende des 2. Weltkriegs nach England und wurden in den 1950er Jahren an das Militärgeschichtliche Forschungsamt zurückgegeben, wo sie die oben genannten Signaturen erhielten. Bei der Auflösung der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes gelangten sie zunächst in das Militärarchiv und sind nach erfolgter Auswertung an die Abteilung Kriegsarchiv (Abt. IV) des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München abgegeben worden. Signaturen, die aus den Buchstaben „A&quot; oder „E&quot; sowie einer Nummer versehen sind, verweisen auf das Luftarchiv. Zugangsnummern sind mit dem Kürzel „Zg.&quot; ausgewiesen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XX</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1909-01-01/1914-12-31">1909-1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>215 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>6,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist ein - leider nur unvollständiger - Aktenbestand aus der Zuständigkeit für die militärische Luftfahrt bis zu Beginn des Ersten Weltkriegs mit aussagekräftigen Unterlagen über die Beschaffung von Luftschiffen und Flugzeugen einschließlich des erforderlichen Geräts sowie über Erprobung und Ausrüstung der Luftfahrzeuge für ihren militärischen Einsatz. Außerdem liegen Unterlagen über die Ausbildung von Flugzeugführern und Beobachtern wie auch über den Aufbau der Fliegertruppe mit der Einrichtung der verschiedenen Fliegerstationen vor.</p>
                    <p>Aus dem Militärarchiv der DDR wurden 1994 noch 2 Archivalienbände mit Unterlagen zum Kraftfahrwesen im ErstenWeltkrieg übernommen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Am 1. April 1911 wurde die Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens gegründet. Sie unterstand der General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens und war vorgesetzte Dienststelle für das Luftschiffer-Bataillon bzw. (ab 1. Oktober 1911) für die 3 Luftschiffer-Bataillone und die Lehr- und Versuchsanstalt für das Militär-Flugwesen, aus der am 1. Oktober 1912 die Fliegertruppe hervorging. Auch die neu eingerichteten Inspektionen der Luftschiffer- und Fliegertruppe wurden der Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens unterstellt, bis sie im März 1915 dem Feldflugchef im Großen Hauptquartier untergeordnet wurden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen PH 9 V Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens PH 9 XIV Inspektion der Luftschiffertruppen PH 9 XV Inspektion der Fliegertruppen PH 9 XVII Inspektion des Flugzeugwesens PH 9 XVIII Inspektion der Flugabwehrkanonen PH 15 Eisenbahntruppen und ¿dienststellen PH 16 Telegrafentruppen PH 17 Kommandierender General der Luftstreitkräfte PH 18 Luftschiffertruppen PH 19 Fliegertruppen PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens. Bestand PH 9 XX. Bearbeitet von Hans-Heinrich Fleischer. Findbücher zu Beständen des Bundesarchivs. Bd. 25. Hrsg. vom Bundesarchiv. Koblenz 1986</p>
                    <p>Geschichte der preußischen Eisenbahntruppen von 1859 bis 1911. Bearbeitet von Hille und Meurin. 2 Teile. Berlin 1910-1913 Voß, Wilhelm : Wir vom Verkehr. Die Entwicklung der preußischen Verkehrstruppen. Berlin 1913 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. 3 Bde. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966 Gilles, J. A. : Flugmotoren 1910 bis 1918. Bearb. von Karl Köhler. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1971 Die Militärluftfahrt im Völkerrecht und Deutschen Recht der Vorkriegszeit. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften der Luftwaffe. Bd. 2. Hrsg. von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1938 Die technische Entwicklung der Flakwaffe bis zum Ende des Weltkrieges. Die deutschen Luftstreitkräfte von ihrer Entstehung bis zum Ende des Weltkrieges 1918. 5. Sonderband. II. Technischer Sonderband. Bearb. und hrsg. von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1942 Handbuch der neuzeitlichen Wehrwissenschaften. Bd. III. Die Luftwaffe. Hrsg. von Hermann Franke. Berlin 1939 Supf, Peter : Das Buch der deutschen Fluggeschichte. 2 Bde. Stuttgart 1956-1958</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie (PH 9 I)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXI</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kavallerie-Inspektionen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1914-12-31">1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist nur eine Akte mit Besprechungen zum Kriegsspiel 1913/1914</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen PH 11 Formationen der Kavallerie Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Frobenius, Hermann: Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866. Berlin 1906 Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Berlin 1909 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie (PH 9 I)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Etappen-Inspektionen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1915-01-01/1918-12-31">1915-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>35 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur wenige Akten mit Verordnungen und Bekanntmachungen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besassen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                    <p>Siehe unter PH 9 I</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 11 Generalinspektionen und Inspektionen</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Frobenius, Hermann: Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866. Berlin 1906 Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Berlin 1909 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie (PH 9 I)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXIII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Feldartillerie der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1914-12-31">1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>6 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist nur eine Akte zur Schießausbildung aus dem Jahre 1907</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Generalinspektionen und Inspektionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Generalinspektionen waren oberste Waffenbehörden, deren Aufgabe die fachtechnische Ausbildung und Weiterentwicklung der Streitkräfte war. An der Spitze dieser Immediatbehörden standen hohe Generale, die keine Kommandogewalt besaßen, aber in allen ihre Waffengattung betreffenden Angelegenheiten dem Monarchen Vortrag hielten und Vorschläge unterbreiteten. Ihnen unterstanden die Bildungsanstalten und Inspektionen ihres Fachbereichs, die ihrerseits für die zweckmäßige Organisation, Ausbildung und den Zustand ihrer Dienstzweige verantwortlich waren.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 8 Divisionen PH 12 Formationen der Feldartillerie Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Frobenius, Hermann: Geschichte des preußischen Ingenieur- und Pionier-Korps von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1866. Berlin 1906 Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Herausgegeben vom Kriegsministerium. Berlin 1909 Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Siehe unter G.I.d. Kavallerie</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXIV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feldzeugmeisterei der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1898-01-01/1918-12-31">1898-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>42 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Technischen Zeichnungen der Feldzeugmeisterei befinden sich aktuell noch im Bestand PH 24 (siehe dort). Sie werden baldmöglichst nach PH 9-XXIV überführt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Pöhlmann, Markus: Der Panzer und die Mechanisierung des Krieges. Eine deutsche Geschichte 1890 bis 1945. Paderborn 2016.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>nach Cron: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914-1918, Friedag: Führer durch Heer und Flotte 10 und der „Zeitübersicht zur Entwicklung der Feldzeugmeisterei&quot;, BArch RH 18/1243)</p>
                    <p>Nach der vernichtenden Niederlage Preußens gegen Napoleon in den Jahren 1806/07 erfolgte mit den sog. „Preußischen Heeresreformen&quot; eine umfassende Erneuerung der preußischen Armee und ihrer übergeordneten Institutionen. Im Rahmen dieses Reorganisationsprozesses entstand am 3.6.1814 das preußische Kriegsministerium. Im Laufe des 19. Jahrhunderts war es zahlreichen organisationstechnischen Umstrukturierungen unterworfen, welche u.a. auch die technischen Abteilungen der einzelnen Truppengattungen zunehmend unter seine Verantwortung brachten. 1896 wurden die einzelnen technischen Abteilungen schließlich in der „Inspektion der technischen Institute&quot; im Kriegsministerium zusammengefasst.</p>
                    <p>Am 1.4.1898 wurde an Stelle der „Inspektion der technischen Institute&quot; außerhalb des Kriegsministeriums die Feldzeugmeisterei der preußischen Armee eingerichtet. Im Jahr 1912 gliederte sie sich wie folgt:</p>
                    <p>Feldzeugmeisterei (Feldzeugmeister Generalleutnant Otto Bücking, seit 16.06.1913: von Bücking)</p>
                    <p>Zentral-Abteilung: Berlin</p>
                    <p>Inspektion der technischen Institute der Infanterie: Berlin</p>
                    <p>Infanterie-Konstruktionsbüro in Spandau</p>
                    <p>Gewehrfabriken (3) in Danzig, Erfurt und Spandau</p>
                    <p>Munitionsfabrik Spandau</p>
                    <p>Inspektion der technischen Institute der Artillerie: Berlin</p>
                    <p>Artillerie-Konstruktionsbüro in Spandau</p>
                    <p>Artilleriewerkstätten (4) in Danzig, Lippstadt, Spandau und Straßburg i. Elsass</p>
                    <p>Geschützgießerei Spandau</p>
                    <p>Geschossfabrik in Siegburg</p>
                    <p>Feuerwerks-Laboratorien (2) in Siegburg und Spandau</p>
                    <p>Pulverfabriken (2) in Hanau und Spandau</p>
                    <p>Artilleriedepot-Inspektion: Berlin</p>
                    <p>1. Artilleriedepot-Direktion (zur 1. Fußartillerie-Inspektion gehörig): Spandau</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: Gardekorps, III., IV., V. und VI. Armeekorps</p>
                    <p>12 Artilleriedepots [8 Neben-Artilleriedepots] in Berlin, Brandenburg a.H. [Perleberg], Breslau [Schweidnitz], Küstrin [Frankfurt a.O.], Glatz, Glogau [Lissa und Sprottau], Jüterbog, Magdeburg [Halle a.S.], Neiße [Neustadt i. Oberschlesien], Posen, Spandau und Wittenberg [Torgau]</p>
                    <p>2. Artilleriedepot-Direktion (zur 1. Fußartillerie-Inspektion gehörig): Stettin</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: I., II., IX., XVII. und XX. Armeekorps</p>
                    <p>14 Artilleriedepots [5 Neben-Artilleriedepots] in Feste Boyen (in Lötzen), Bromberg, Danzig, Graudenz [Deutsch-Eylau], Insterburg, Königsberg i. Preußen [Allenstein], Kulm, Marienburg, Pillau, Rendsburg [Lockstedter Lager], Schwerin [Stade], Stettin [Kolberg], Swinemünde und Thorn</p>
                    <p>3. Artilleriedepot-Direktion (zur 3. Fußartillerie-Inspektion gehörig): Kassel</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: VII., VIII., X. und XI. Armeekorps</p>
                    <p>10 Artilleriedepots [7 Neben-Artilleriedepots] in Borkum, Kassel [Fulda], Koblenz, Köln, Erfurt [Naumburg a.S.], Hannover [Wolfenbüttel], Münster [Minden], Oldenburg [Verden], Saarlouis [Trier] und Wesel [Düsseldorf]</p>
                    <p>4. Artilleriedepot-Direktion (zur 2. Fußartillerie-Inspektion gehörig): Darmstadt</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: XIV., XV., XVI., XVIII. und XXI. Armeekorps, sowie Ulm</p>
                    <p>9 Artilleriedepots [7 Neben-Artilleriedepots] in Darmstadt, Diedenhofen, Karlsruhe, Mainz [Frankfurt a.M.], Metz [St. Avold], Neubreisach [Efringen und Freiburg i. Baden], Rastatt [Lahr], Straßburg i. Elsass [Bitsch und Hagenau] und Ulm</p>
                    <p>Traindepot-Inspektion: Berlin</p>
                    <p>1. Traindepot-Direktion: Berlin</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: die Traindepots des Gardekorps, I., II., III., V., VI., IX. und XVII. Armeekorps</p>
                    <p>2. Traindepot-Direktion: Kassel</p>
                    <p>Verwaltungsbereich: die Traindepots des IV., VII., VIII., X., XI., XIV., XV., XVI. und XVIII. Armeekorps</p>
                    <p>Militärversuchsamt: Berlin</p>
                    <p>Mit der deutschen Mobilmachung am 1. August 1914 traten die Artillerie- und Traindepots unter die Befehlsgewalt der stellvertretenden Kommandierenden Generale bzw. der Festungsgouvernements, wo sie bis September 1916 verblieben.</p>
                    <p>Um der kontinuierlich steigenden Anforderungen an die Kriegsproduktion Herr zu werden, wurde am 23.2.1916 versuchsweise eine eigene Beschaffungsabteilung der Feldzeugmeisterei errichtet, die organisatorisch der Train-Depot-Inspektion unterstand; am 26.7. desselben Jahres erfolgte ihre Erhebung zu einer selbstständigen Abteilung mit eigenem Etat.</p>
                    <p>Die 3. Oberste Heeresleitung (OHL) entwarf angesichts der Materialschlachten bei Verdun und an der Somme bereits kurz nach ihrer Einsetzung das sog. „Hindenburg-Programm&quot;, das die totale Mobilisierung der materiellen und personellen Ressourcen des Deutschen Reiches zum Inhalt hatte. Die Anforderungen des Hindenburg-Programms hatten eine umfassende Neuorganisation des Kriegsministeriums und der ihm unterstellten Behörden zur Folge: Am 16.9.1916 wurde die im Februar errichtete Beschaffungsabteilung der Feldzeugmeisterei in ein „Waffen- und Munitions-Beschaffungsamt&quot; (M.B.A.) umgewandelt, welches am 1.11.1916 wiederum mit der Feldzeugmeisterei und der Fabriken-Abteilung des Allgemeinen Kriegsdepartements des Kriegsministeriums zum „Waffen- und Munitions-Beschaffungsamt&quot; (Wumba) verschmolzen wurde. Dieses unterstand dem neu geschaffenen Kriegsamt unter Generalleutnant Wilhelm Groener (ab 16.8.1917 Generalmajor Heinrich Scheüch, ab 9.10.1918 Generalmajor Ulrich Hoffmann), das als Zentralstelle für die gesamte Kriegswirtschaft dem Kriegsministerium unterstellt war. Nach dieser Reorganisation stellte sich die Position des Wumba im Kriegsministerium folgendermaßen dar:</p>
                    <p>1. Zentral-Departement (Z.D.)</p>
                    <p>.</p>
                    <p>.</p>
                    <p>.</p>
                    <p>8. Kriegsamt (K.)</p>
                    <p>- Ersatz- und Arbeits-Departement (E.D.)</p>
                    <p>o Kriegs-Ersatz-Amt (C.1.b.)</p>
                    <p>o Kriegs-Arbeitsamt (A.Z.S.)</p>
                    <p>- Waffen- und Munitions-Beschaffungs-Amt (Wumba)</p>
                    <p>o Frühere Feldzeugmeisterei, Fabriken-Abteilung (B.5.)</p>
                    <p>o Kriegs-Rohstoff-Abteilung (K.R.A.)</p>
                    <p>o Abteilung für Ein- und Ausfuhr (A.8.)</p>
                    <p>o Abteilung für Volksernährung (B.6.)</p>
                    <p>Am 18.6.1917 wurden die bisher getrennten Depot-Inspektionen von Infanterie, Artillerie und Train zu einer gemeinsamen Depot-Inspektion beim „Waffen- und Munitions-Beschaffungsamt&quot; zusammengefasst. Bei Kriegsende 1918 gliederte sich das Wumba folgendermaßen:</p>
                    <p>- Zentralabteilung (W.Z.)</p>
                    <p>- Inspektion der technischen Institute der Infanterie (W.I.)</p>
                    <p>- Inspektion der technischen Institute der Artillerie (W.A.)</p>
                    <p>- Depot-Inspektion (W.D.; mit Abteilungen Munition, Waffen- und Feldgerät, Verwaltung, Demobilmachung, Bauten)</p>
                    <p>- Verwaltungs-Inspektion (W.V.)</p>
                    <p>- Chefingenieur (W.R.; mit Stab, Technischem Hauptbüro, Abt. für Förderung der Bauten der Rüstungsindustrie, Abt. für Maschinen und Werkzeugmaschinen, Abt. für elektrische Maschinen und Einrichtungen, Abt. für Ein- und Ausfuhr, Abt. für Artillerie-Kraftzug-Maschinen, Fabrikationsbüro)</p>
                    <p>In Folge der Beendigung der Kampfhandlungen im November 1918 wurde am 31.12.1918 das Wumba aufgelöst und am Folgetag durch eine neu errichtete Feldzeugmeisterei ersetzt, aus welcher am 12.1.1919 die Generaldirektion der Heereswerkstätten ausgegliedert wurde. Am 1.7.1919 schied die Feldzeugmeisterei aus dem Kriegsministerium aus. Ihre Zentral-Abteilung sowie die Depot-Inspektion wurden dem Truppen-Departement des Kriegsministeriums, die Verwaltungs-Inspektion und die neu gegründete Beschaffungs-Inspektion der Abwicklungsstelle des Kriegsamtes zugewiesen. Aus letzterer wurde am 26.4.1920 die „Feldzeugmeisterei Abwicklung&quot; gebildet, welche unmittelbar dem Reichsabwicklungsamt unterstellt wurde, während die Abwicklungs-Abteilung der Depot-Inspektion, die seit dem Vorjahr dem Truppen-Departement des Kriegsministeriums nachgeordnet war, als Depot-Inspektion (Abw.) beim Heeres-Abwicklungsamt Preußen verblieb. Am 31.3.1921 gingen die Restgeschäfte der Abwicklung schließlich auf das Reichsfinanzministerium über; die Akten wurden an das Reichsarchiv, Abteilung Berlin, übergeben.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Verkehrstruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1905-01-01/1905-12-31">1905</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 9-XXVI</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Telegraphentruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1916-12-31">1916</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>3 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_c6693f8a-648e-4b22-ae65-a54364ecbba9"/>
                    </p>
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              </c>
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                <did>
                  <unittitle>Weitere nachgeordnete Einrichtungen</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 21</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Akademien, Schulen und Kadettenanstalten der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1816-01-01/1918-12-31">(1816) 1887-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>211 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Lediglich Einzelstücke von Lehrunterlagen der Kriegsakademie (mit Teilnehmerverzeichnissen einzelner Kurse), eine Akte mit bearbeiteten Aufgaben der Militärtechnischen Akademie, Teilnehmerverzeichnisse von Prüfungen der Ober-Militär-Prüfungskommission, einzelne Lehrunterlagen des Kadettenkorps sowie von einigen Kriegsschulen und Schulen der verschiedenen Waffengattungen aus der Zeit vor 1914 und von Schulen und Ausbildungsstätten des Heeres aus dem 1. Weltkrieg sind erhalten. Diese wurden teilweise durch Ablichtungen und Mehrfertigungen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee ergänzt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Eine geschlossene Überlieferung der Ausbildungseinrichtungen der Preußischen Armee gibt es nicht mehr. Diese ist 1945 durch Kriegseinwirkung im Heeresarchiv in Potsdam zum allergrößten Teil vernichtet worden.</p>
                    <p>Der erhalten gebliebene Restbestand gelangte zunächst als Kriegsbeute nach England, wurde in den fünfziger Jahren an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts aufgenommen. Bei deren Auflösung im Jahre 1967 wurde er schließlich vom neu gegründeten Militärarchiv übernommen. Bei den nach England gelangten Akten handelte es sich zu einem großen Teil um Luftfahrtakten der Bayerischen Armee , die nach erfolgter Auswertung (Reproduktion) an das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München zurückgegeben wurden.</p>
                    <p>1994 wurden dem Bestand vereinzelte Aktensplitter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der 1819 gegründeten General-Inspektion des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens unterstanden die Inspektion der Kriegsschulen und dass Kommando des Kadettenkorps zur Aufsicht über die zehn Kriegsschulen, die Hauptkadettenanstalt und die acht Kadettenhäuser.</p>
                    <p>Die der General-Inspektion ebenfalls unterstellte Kriegsakademie wurde 1872 in wissenschaftlicher Hinsicht dem Chef des Generalstabes der Armee, wirtschaftlich und disziplinarische dem Kriegsministerium unterstellt.</p>
                    <p>Bei Kriegsbeginn unterstanden der General-Inspektion die 1907 aus der Artillerie- und Ingenieurschule hervorgegangene Militärtechnische Akademie, die Ober-Militär-Prüfungskommission, die Inspektion der Kriegsschulen, der die Studienkommission für die Kriegsschulen und die Kriegsschulen in Anklam, Kassel, Danzig, Engers, Glogau, Hannover, Hersfeld, Metz, Neiße und Potsdam unterstanden und das Kommando des Kadettenkorps mit der Hauptkadettenanstalt in Berlin-Lichterfelde und den Kadettenhäusern in Bensberg, Karlsruhe, Köslin, Naumburg a. S., Oranienstein, Plön, Potsdam und Wahlstatt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Schriftgutbestände der Königlich Bayerischen Inspektionen des Ingenieurkorps, des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens und des Militär-Luftfahrwesens im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, in München.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 19 Akademien, Schulen, Kadettenanstalten</p>
                    <p>Stammtafeln der Kaiser Wilhelms Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, bis 1910 (Bibl.MA)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809 ¿ 1909. Hrsg. u. bearb. vom Kriegsministerium. Berlin 1909</p>
                    <p>Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 ¿ 1939. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Bd. 3. Frankfurt 1968</p>
                    <p>Gladen, Paulgerhard: Corpstafel des Corps der Kaiser Wilhelm Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. Kirchberg 1990</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Keine vorhanden</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 22-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sanitätseinrichtungen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1870-01-01/1920-12-31">1870-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>51 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der erste Teil des Bestands enthält wenige allgemeine Unterlagen wie Erlasse, Organisations- und Einsatzunterlagen des Lazaretts Berlin, des Reserve-Lazaretts Bad Nauheim, der Garnisons-Lazarette Berlin, Kassel, Detmold und Schleswig, der Feldlazarette 7, 76, 312, des Reserve-Feldlazaretts 51, des Sanitätsbataillons, der Kriegslazarett-Abt. 2 und der Sanitätskompanien 224 und 274.</p>
                    <p>Der zweite Teil des Bestands enthält Krankenunterlagen zahlreicher Lazarette.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Eine geschlossene Überlieferung der Sanitätsseinrichtungen der Preußischen Armee gibt es nicht mehr. Diese ist 1945 durch Kriegseinwirkung im Heeresarchiv in Potsdam zu großen Teilen vernichtet worden. Erhalten geblieben ist ein verhältnismäßig umfangreicher Bestand an Krankenbüchern und sonstigen Krankenunterlagen der einzelnen Lazarette.</p>
                    <p>1994 wurden dem Bestand vereinzelte Aktensplitter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Ein preußisches Sanitätsoffizierskorps bestand seit 1873. Ab 1896 gab es bei allen Divisionen Planstellen für Divisionsärzte, die den Rang eines Oberstleutnants und 1898 die Amtsbezeichnung &quot;Generaloberarzt&quot; erhielten. Schließlich entsprachen die Rangbezeichnungen der Sanitätsoffiziere denen der Truppenoffiziere, angefangen vom Generalstabsarzt (Generalleutnant) bis zum Assistenzarzt (Leutnant).</p>
                    <p>Seit 1905 stand an der Spitze des preußischen Sanitätsoffizierkorps der Generalstabsarzt der Armee, zugleich Chef der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums und Direktor der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen sowie Vorsitzender des wissenschaftlichen Senats an dieser Akademie. Er unterrichtete stets als ordentlicher Professor an der Berliner Universität und war Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien, was ihn befähigte, alle Fortschritte der Medizin dem</p>
                    <p>Militärsanitätswesen nutzbar zu machen.</p>
                    <p>Die Leitung des gesamten Sanitätsdienstes beim Feldheer oblag dem Chef des Feldsanitätswesens, der dem Generalquartiermeister im Großen Hauptquartier unterstellt war.</p>
                    <p>Der Obersten Heeresleitung standen 11 Lazarett- und 7 Hilfslazarettzüge zur Verfügung, jedem Armeeoberkommando ein Armeearzt mit Beratendem Chirurgen und Beratendem Hygieniker, jeder Etappeninspektion ein Etappenarzt mit Beratendem Hygieniker, Krankentransport-Abteilung, Etappen-Sanitätsdepot und mehrere Kriegslazarett-Abteilungen, jedem Generalkommando der Korpsarzt und 12 Feldlazarette, den Reservekorps 4 Feldlazarette, jeder Division ein Divisionsarzt und 1 oder 2 Sanitäts-Kompanien. Bei der Truppe gab es darüber hinaus Sanitätsoffiziere, Sanitätsunteroffiziere und -mannschaften sowie Hilfskrankenträger.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 20 Sanitätseinrichtungen</p>
                    <p>Stammtafeln der Kaiser Wilhelms Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, bis 1910 (Bibl.MA)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Hrsg. u. bearb. vom Kriegsministerium. Berlin 1909</p>
                    <p>Amend, Niko: Die sanitätsdienstliche Versorgung der gasversehrten deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Diss. Ulm 2014.</p>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Eckart, Wolfgang U.: Medizin und Krieg. Deutschland 1914 - 1924. Paderborn u.a. 2014.</p>
                    <p>Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 ¿ 1939. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Bd. 3. Frankfurt 1968</p>
                    <p>Gladen, Paulgerhard: Corpstafel des Corps der Kaiser Wilhelm Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. Kirchberg 1990</p>
                    <p>Köhne, Julia Barbara: Kriegshysteriker. Strategische Bilder und mediale Techniken militärpsychiatrischen Wissens (1914 - 1920). Husum 2009.</p>
                    <p>Prüll, Livia; Rauh, Philipp (Hg.) Krieg und medikale Kultur. Patientenschicksale und ärztliches Handeln in der Zeit der Weltkriege 1914 -1945. Göttingen 2014.</p>
                    <p>Stölzle, Astrid: Kriegskrankenpflege im Ersten Weltkrieg. Das Pflegepersonal der freiwilligen Krankenpflege in den Etappen des Deutschen Kaiserreichs. Stuttgart 2013.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 22-II</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sanitätseinrichtungen der Preußischen Armee.- Lazarettbücher</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1790-01-01/1920-12-31">1790-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>3105 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>77,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_2a5cb8aa-aa10-477d-86a6-30fe4abe6db6"/>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der erste Teil des Bestands enthält wenige allgemeine Unterlagen wie Erlasse, Organisations- und Einsatzunterlagen des Lazaretts Berlin, des Reserve-Lazaretts Bad Nauheim, der Garnisons-Lazarette Berlin, Kassel, Detmold und Schleswig, der Feldlazarette 7, 76, 312, des Reserve-Feldlazaretts 51, des Sanitätsbataillons, der Kriegslazarett-Abt. 2 und der Sanitätskompanien 224 und 274.</p>
                    <p>Der zweite Teil des Bestands enthält Krankenunterlagen zahlreicher Lazarette.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Eine geschlossene Überlieferung der Sanitätsseinrichtungen der Preußischen Armee gibt es nicht mehr. Diese ist 1945 durch Kriegseinwirkung im Heeresarchiv in Potsdam zu großen Teilen vernichtet worden. Erhalten geblieben ist ein verhältnismäßig umfangreicher Bestand an Krankenbüchern und sonstigen Krankenunterlagen der einzelnen Lazarette.</p>
                    <p>1994 wurden dem Bestand vereinzelte Aktensplitter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Ein preußisches Sanitätsoffizierskorps bestand seit 1873. Ab 1896 gab es bei allen Divisionen Planstellen für Divisionsärzte, die den Rang eines Oberstleutnants und 1898 die Amtsbezeichnung &quot;Generaloberarzt&quot; erhielten. Schließlich entsprachen die Rangbezeichnungen der Sanitätsoffiziere denen der Truppenoffiziere, angefangen vom Generalstabsarzt (Generalleutnant) bis zum Assistenzarzt (Leutnant).</p>
                    <p>Seit 1905 stand an der Spitze des preußischen Sanitätsoffizierkorps der Generalstabsarzt der Armee, zugleich Chef der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums und Direktor der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen sowie Vorsitzender des wissenschaftlichen Senats an dieser Akademie. Er unterrichtete stets als ordentlicher Professor an der Berliner Universität und war Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien, was ihn befähigte, alle Fortschritte der Medizin dem</p>
                    <p>Militärsanitätswesen nutzbar zu machen.</p>
                    <p>Die Leitung des gesamten Sanitätsdienstes beim Feldheer oblag dem Chef des Feldsanitätswesens, der dem Generalquartiermeister im Großen Hauptquartier unterstellt war.</p>
                    <p>Der Obersten Heeresleitung standen 11 Lazarett- und 7 Hilfslazarettzüge zur Verfügung, jedem Armeeoberkommando ein Armeearzt mit Beratendem Chirurgen und Beratendem Hygieniker, jeder Etappeninspektion ein Etappenarzt mit Beratendem Hygieniker, Krankentransport-Abteilung, Etappen-Sanitätsdepot und mehrere Kriegslazarett-Abteilungen, jedem Generalkommando der Korpsarzt und 12 Feldlazarette, den Reservekorps 4 Feldlazarette, jeder Division ein Divisionsarzt und 1 oder 2 Sanitäts-Kompanien. Bei der Truppe gab es darüber hinaus Sanitätsoffiziere, Sanitätsunteroffiziere und -mannschaften sowie Hilfskrankenträger.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 20 Sanitätseinrichtungen</p>
                    <p>Stammtafeln der Kaiser Wilhelms Akademie für das militärärztliche Bildungswesen, bis 1910 (Bibl.MA)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Das Königlich Preußische Kriegsministerium 1809-1909. Hrsg. u. bearb. vom Kriegsministerium. Berlin 1909</p>
                    <p>Amend, Niko: Die sanitätsdienstliche Versorgung der gasversehrten deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Diss. Ulm 2014.</p>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Eckart, Wolfgang U.: Medizin und Krieg. Deutschland 1914 - 1924. Paderborn u.a. 2014.</p>
                    <p>Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 ¿ 1939. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Bd. 3. Frankfurt 1968</p>
                    <p>Gladen, Paulgerhard: Corpstafel des Corps der Kaiser Wilhelm Akademie für das militärärztliche Bildungswesen. Kirchberg 1990</p>
                    <p>Köhne, Julia Barbara: Kriegshysteriker. Strategische Bilder und mediale Techniken militärpsychiatrischen Wissens (1914 - 1920). Husum 2009.</p>
                    <p>Prüll, Livia; Rauh, Philipp (Hg.) Krieg und medikale Kultur. Patientenschicksale und ärztliches Handeln in der Zeit der Weltkriege 1914 -1945. Göttingen 2014.</p>
                    <p>Stölzle, Astrid: Kriegskrankenpflege im Ersten Weltkrieg. Das Pflegepersonal der freiwilligen Krankenpflege in den Etappen des Deutschen Kaiserreichs. Stuttgart 2013.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 23</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouvernements, Festungen und Kommandanturen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1809-01-01/1919-12-31">1809-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>235 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind jeweils wenige Akten von Festungen, Garnisonen, Landwehrbezirken, Truppenübungsplätzen und Etappenkommandanturen folgender Orte im Deutschen Reich:</p>
                    <p>Altona, Bad Homburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Borkum, Braunschweig, Bremen, Celle, Cöln (Köln), Freiburg im Breisgau, Friedrichsfeld, Hagenau, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Koblenz, Königsberg i. Pr., Kolberg (Colberg), Lamsdorf, Mainz, Mardorf, Metz, Neiße, Posen, Rastatt, Saarlouis, Silberberg, Sonderburg-Düppel, Spandau, Stettin, Stralsund, Straßburg, Thorn, Torgau, Trier, Ulm, Wipperfürth, Zossen und Zweibrücken.</p>
                    <p>Des Weiteren sind Unterlagen deutscher Dienststellen in Belgien, Frankreich, Rumänien und im Russischen Reich vorhanden.</p>
                    <p>Über einige Festungen sind Mikrofilme verfügbar von Dokumenten, die in anderen Archiven verwahrt werden, so über Borkum, Breslau, Cüstrin (Küstrin), Danzig, Germersheim, Glatz, Glogau, Koblenz, Königsberg i. Pr., Königstein, Lötzen, Marienburg und Neiße.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Preußischen Armee wurden im Heeresarchiv Potsdam 1945 durch einen Luftangriff zum größten Teil vernichtet. Den hier verwahrten Archivalienbestand bilden aus Großbritannien und den USA zurückgeführte Reste der Überlieferung der Festungsgouvernements und -kommandanturen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Festungsgouvernements und -kommandanturen in Preußen unterstanden dem Chef des Ingenieurkorps und Inspekteur (später: Generalinspekteur) der Festungen. Die Festungen waren dem stellvertretenden Kommandierenden General ihres Landwehrbezirks unterstellt. Gouverneure hatten die Befehlsgewalt über große Festungen und Garnisonen, Kommandanten über kleine.</p>
                    <p>Das Generalgouvernement Belgien verwaltete ab dem 26. August 1914 das besetzte Land. Neben den dem Generalgouverneur unterstellten Militärgouverneuren der belgischen Provinzen Antwerpen, Brabant (Brüssel), Hennegau, Limburg (Hasselt), Lüttich, Luxemburg und Namur gab es bis 1916 Gouverneure der Festungen Antwerpen, Lüttich und Namur sowie der Hauptstadt Brüssel.</p>
                    <p>Im besetzten Rumänien wurde eine Militärverwaltung eingerichtet, der Distriktskommandanturen und Etappenkommandanturen unterstanden.</p>
                    <p>Im Ersten Weltkrieg bestanden Etappenkommandanturen zur Verwaltung von Gebieten zwischen den Operationsgebieten der Armeen und den besetzten Gebieten oder dem Reich, die als Vermittlungsstellen zu den Armeen dienten.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 (Kriegsministerium)</p>
                    <p>RH 62 (Chef der Heeresmuseen)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkriege 1914 - 1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Förster, Otto-Wilhelm: Das Befestigungswesen. Rückblick und Ausschau, Neckargemünd 1960.</p>
                    <p>Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte. 1648-1939. Bd. 3. Abschn. 5, Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. 1890 - 1918, München 1979.</p>
                    <p>Fischer, Günther, Bour, Bernard: Die Feste Kaiser Wilhelm II., Mutzig 1980.</p>
                    <p>Wehrgeschichtliches Museum: Die Sammlungen des Wehrgeschichtlichen Museums im Schloss Rastatt. 4. Festungswesen. Teil 2. Pläne von Festungen und befestigten Städten. Bearbeitet von Rudolf Schott, Rastatt 1985.</p>
                    <p>Dumbsky, Walter: Die deutschen Festungen von 1871 bis 1914. Strategische Bedeutung und technische Entwicklung, Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris 1987.</p>
                    <p>Neumann, Hartwig/Liessem, Udo: Die klassizistische Grossfestung Koblenz. Eine Festung im Wandel der Zeit: preussische Bastion, Spionageobjekt, Kulturdenkmal, Koblenz 1989.</p>
                    <p>Falck, Ludwig: Die Festung Mainz. Das Bollwerk Deutschlands &quot;Le boulevard de la France&quot;, Eltville im Rheingau 1991.</p>
                    <p>Feist, Peter: Fort Hahneberg, Berlin 1997.</p>
                    <p>Theissen, Andrea: Zitadelle Spandau, Berlin 1997.</p>
                    <p>Molt, Albert: Der deutsche Festungsbau von der Memel zum Atlantik. Festungspioniere, Ingenieurkorps, Pioniertruppe, 1900 - 1945, Utting [2001].</p>
                    <p>Veltzke, Veit: Preußische Festung Wesel. Politik, Krieg, und Kunst, Berlin 2001.</p>
                    <p>Bliß, Winfried: Die Festungspläne des preußischen Kriegsministeriums. Ein Inventar, Köln, Weimar, Wien 2008.</p>
                    <p>Donnell, Clayton/Delf, Brian: The German fortress of Metz, 1870 - 1944, Oxford, New York 2008.</p>
                    <p>Kellermann, Matthias: Die preußische Festung Koblenz und Ehrenbreitstein. Zur Geschichte der rechtsrheinischen Festungswerke, Koblenz 2011.</p>
                    <p>Neugebauer, Manfred: Die deutschen Grenzfestungen. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Wolfenbüttel 2011.</p>
                    <p>Losse, Michael: Festungen in Deutschland, Petersberg 2013.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Über den Bestand liegt ein Findbuch von Frau Renate Scholl (später: Jansen) aus dem Jahr 1987 vor.</p>
                    <p>Aus dem Militärarchiv Potsdam, dem ehemaligen Militärarchiv der DDR, wurden 1994 die wenigen dort überlieferten Akten der preußischen Festungsgouvernements und -kommandanturen in das Militärarchiv in Freiburg übernommen und in den Bestand eingefügt. Diese Archivalien wurden 1995 in einem zweiten Findbuch unter Federführung von Herrn Dr. Hans-Heinrich Fleischer verzeichnet.</p>
                    <p>Die bereits digital erfassten Erschließungsdaten wurden 2012 von Herrn Frank Anton überarbeitet.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Da in den Verhandlungen der militärischen Behörden des Reiches mit der IMKK das Auswärtige Amt federführend war, werden im Politische Archiv des Auswärtigen Amtes Akten des sog. Entfestigungskommissars und diverse Schleifungsakten verwahrt; sie können interessante Einblicke in einzelne Festungen und deren Geschichte gewähren, insbesondere zu den Festungen Mainz, Köln und Koblenz.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 24</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Einheiten des Vermessungs- und Kartenwesens der Preußischen Armee (und Technische Zeichnungen der Feldzeugmeisterei)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1839-01-01/1935-12-31">1839-1935</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>449 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>74,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Aus der Versuchs-Abteilung und der Verkehrstechnischen Prüfungskommission sind nur für das Kraftfahrwesen splitterhafte Akten über Erprobung und Verbesserung von Material erhalten. Von den Unterlagen der sonstigen technischen Truppen und Einrichtungen (z.B. Vermessungstruppen, Baudirektionen, Artillerie-Prüfungskommission, Feuerwerkslaboratorium Spandau) sind nur Einzelstücke, meist Erfahrungsberichte oder einzelne Befehle aus dem 1.Weltkrieg, ins Bundesarchiv gelangt. Ergänzt wird diese Überlieferung durch Pläne, Risse, Schau- und Bildtafeln sowie technischen Zeichnungen aus dem Artillerie- Konstruktionsbüro Spandau (A.Kb.), dem Fabrikationsbüro für Infanteriegeräte bei der Gewehrfabrik Spandau (Fabo), der Geschützgießerei Spandau (Gb.Sp.), der Geschossfabrik Spandau (Gf.Sp.), dem Infanterie- Konstruktionsbüro Spandau (I.Kb.), der Inspektion Waffen und Gerät (IWG) und dem preußischen Artillerie-Depot Altona (PADA), die in bildhafter Form die Umsetzung des technischen Fortschritts im militärischen Bereich bei der Entwicklung von Waffen, Munition, Fahrzeugen, Ausrüstung und Gerät dokumentieren.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Der größte Teil der Unterlagen ist 1945 durch Brand des Heeresarchivs in Potsdam verlorengegangen. Erhalten geblieben sind splitterhaft überlieferte Einzelstücke.</p>
                    <p>Ein geringer Teil von Archivalien befand sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR. Diese Einzelstücke aus der verlorengegangen Überlieferung der Luftbild- Messabteilung und der Artillerie- Prüfungskommission sowie technische Unterlagen sind 1994 zu den im Bundesarchiv bereits vorhandenen Aktenresten übernommen worden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand wurde ursprünglich als Sammelbestand für alle technischen Truppen und Einrichtungen der Preußischen Armee angelegt. Diese Konzeption hat sich jedoch als nicht praktikabel erwiesen. Der Bestand PH 24 wurde daher (2015) auf die Einheiten und Dienststellen des Vermessungs- und Kartenwesens der Preußischen Armee reduziert. Die darüber hinaus im Bestand vorhanden gewesenen Unterlagen wurden teils in bereits bestehende Bestände integriert, teils in neu geschaffene Bestände überführt. Im einzelnen gingen Unterlagen aus PH 24 in folgende Bestände über:</p>
                    <p>PH 9-V Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XX Inspektion des Militär-Luft- und Kraftfahrwesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XXIV Feldzeugmeisterei der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 16 Dienststellen und Einheiten der Nachrichtentruppen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 20 Einheiten der Versorgungstruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 28 Flugabwehrwesen, Flugmeldedienst und Heimatluftschutz der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 37 MG-Formationen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 38 Einrichtungen des Wetterdienstes der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 39 Dienststellen und Einheiten der Kraftfahrtruppen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 40 Technische und wirtschaftliche Sonderformationen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 41 Einheiten des Artillerie-Messwesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>Aktuell befinden sich die Technischen Zeichnungen der Feldzeugmeisterei noch in PH 24. Sie werden baldmöglichst nach PH 9-XXIV überführt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 3 Etatmäßige Druckvorschriften</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Schwarte, Max: Die Technik im Weltkriege. Berlin 1920</p>
                    <p>Schwarte, Max: Der große Krieg 1914-1918. Leipzig 1921-1925</p>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Berlin 1923 (Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5)</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkriege 1914- 1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Pöhlmann, Markus: Der Panzer und die Mechanisierung des Krieges. Eine deutsche Geschichte 1890 bis 1945. Paderborn 2016.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 25</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen des Wehrersatzwesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1985-12-31">1985-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_1e9a0290-d680-4be2-a57c-5a379843ccc4"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der vorliegende Schriftgutbestand besteht aus einigen Landsturmrollen (Wehrpflichtigenlisten) der Ersatz-Kommissionen IV und V sowie einem Meldebuch der Infanterie-Ersatz-Truppe Beverloo.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Von den preußischen Dienststellen des Wehrersatzwesens sind nur wenige Unterlagen erhalten geblieben.. Die restliche Überlieferung ist, wie die übrigen Akten der preußischen Armee, 1945 bei einem Luftangriff auf Potsdam im Heeresarchiv verbrannt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Aufgabe der Dienststellen des Wehrersatzwesens bestand in der Erfassung und Musterung der männlichen Bevölkerung für den Wehrdienst.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 18 Kommandostellen und Einheiten der Luftschiffertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>Unterlagen der Oberersatzkommission Kassel und der Prüfungskommission für Einjährig-Freiwillige im Staatsarchiv Marburg</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Staatsarchiv Marburg</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Biesold, Ralf: Das preußisch-deutsche Wehrersatzwesen in der Zeit vom 1. Mai 1733 bis 8. Mai 1945, in: Bundeswehrverwaltung, Heft 2, 3, 5, 8 (10/1978)</p>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Fröhlich, A: Preußens Militärverwaltung. Berlin 1901</p>
                    <p>Helfritz, Hans: Geschichte der preußischen Heeresverwaltung. Berlin 1938</p>
                    <p>Meyer, L :Grundzüge der deutschen Militärverwaltung. Berlin 1901</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 27</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen für die Demobilmachung der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1920-12-31">1918-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>30 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_dee3cc43-4cc1-4794-97b7-fc07bba31654"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Es sind nur wenige Einzelakten des Heeresabwicklungshauptamtes sowie einige Aktensplitter des Heeresabwicklungsamts Preußen der Abwicklungsämter des IV., V., XX. und XXI Armeekorps, der Abwicklungsstelle Königsberg und der Abwicklungsintendantur Danzig überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Überlieferung dieser Dienststellen wurde 1945 mit der Hauptmasse der schriftlichen Überlieferung des preußischen, des Übergangs- und des Reichsheeres vernichtet. Ins Bundesarchiv sind 1968 nur wenige Einzelakten des Heeresabwicklungshauptamtes gelangt, denen 1994 einige Aktensplitter verschiedener Abwicklungsämter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt wurden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Ab 1. 10. 1919 wurden Heeresabwicklungsämter, die dem Heeresabwicklungshauptamt unterstanden, mit der Rückführung der Streitkräfte und der Wirtschaft aus dem Kriegs- in den Friedenszustand beauftragt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                    <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                    <p>PH 17 Kommandierender General der Luftstreitkräfte</p>
                    <p>PH 18 Luftschiffertruppen</p>
                    <p>PH 32 Militärkirchliche Dienststellen</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 22 Dienststellen für Waffenstillstand und Demobilmachung</p>
                    <p>Demobilmachungsplan für das Deutsche Heer. Berlin 1918 (Bibl. MA)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Demobilmachungshandbuch. Bearbeitet von Kurt Gößgen. Berlin 1919</p>
                    <p>Salewski, Michael: Entwaffnung und Militärkontrolle in Deutschland. München 1966</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 31</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Verwaltungsdienststellen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1886-01-01/1919-12-31">1886-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>98 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,6 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_2f873b3c-7f60-4a7e-a03d-c7bc0e1398a1"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Schriftgutbestand der Verwaltungsdienststellen enthält nur wenige Einzelakten von Etappenverwaltungen und von Feldposteinrichtungen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>In diesem Schriftgutbestand sind die ins Militärarchiv gelangten Aktensplitter kleinerer militärischer Verwaltungsdienststellen zusammengefasst. Die einschlägige Überlieferung ist - wie die restliche Überlieferung der ehemaligen Preußischen Armee - fast vollständig vernichtet.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 1 Militärkabinett</p>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Deickert: Truppenverwaltung. Ein Handbuch für Kommandeure, Kompanie-, Schwadrons- und Batteriechefs, für Zahlmeister und für alle Funktionsunteroffiziere. Von Deickert, Berlin 1937.</p>
                    <p>Meyer, L.: Grundzüge der deutschen Militärverwaltung. Berlin 1901.</p>
                    <p>Helfritz, Hans: Geschichte der preußischen Heeresverwaltung. Berlin 1938.</p>
                    <p>Preußens Militärverwaltung. Dargestellt nach amtlichen Quellen von A. Froehlich. Berlin 1865.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 32</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Militärkirchliche Dienststellen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1850-01-01/1920-12-31">1850-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>640 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>20,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_4b07cbe6-79d3-4e7a-9276-0b0a81a0dd37"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Neben der Schriftgutüberlieferung der katholischen Militärseelsorge enthält der vorliegende Bestand einige Kopien von Akten im Bischöflichen Ordinariat Rottenburg über Bestellung und Einsatz von Feldgeistlichen sowie einen Band Kopien aus dem Archiv der Evangelischen Kirche in Deutschland über evangelische Militärseelsorge an deutschen und ausländischen Kriegsgefangenen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Überliefert ist fast ausschließlich die Schriftgutüberlieferung der katholischen Militärseelsorge, die 1974 anlässlich der Übergabe der ehemaligen katholischen Garnisonkirche Berlin an die griechisch-orthodoxe Gemeinde vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin übernommen und 1978 an das Bundesarchiv abgegeben wurde.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die preußischen Militärangehörigen wurden in Militärgemeinden zusammengefasst , die Seelsorge von einem von der jeweiligen Zivilkirche unabhängigen Militärklerus ausgeübt. Die Militärkirchenordnung von 1832 setzte einen evangelischen Feldpropst ein, dem die Militäroberpfarrer bei den Armeekorps unterstanden. Diesen unterstanden wiederum die Divisions-, Garnisons- und Anstaltspfarrer. Bis 1839 wurde die preußische Militärgemeinde überkonfessionell von evangelischen Militärgeistlichen betreut. Dann wurde durch Kabinettsordre die Anstellung katholischer Militärgeistlicher angeordnet und 1849 schließlich ein Armeebischof mit der Leitung des katholischen Militärkirchenwesens betraut. 1868 folgte die Einrichtung des Amts eines katholischen Feldpropstes.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                    <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                    <p>PH 8 Divisionen</p>
                    <p>Evangelisches Stationspfarramt Kiel im Nordelbischen Kirchenarchiv Kiel</p>
                    <p>RM 26 Marinedekane</p>
                    <p>RM 31 Marinestation der Ostsee</p>
                    <p>RM 33 Marinestation der Nordsee</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 2/165 Königlich Preußisches Militär-Kirchen-Reglement vom 28.3.1811</p>
                    <p>PHD 2/164 Königlich Preußische Militär-Kirchen-Ordnung vom 12.2.1832</p>
                    <p>PHD 3/372 Evangelische Militärkirchliche Dienstordnung vom 17.10.1902</p>
                    <p>PHD 3/373 Katholische Militärkirchliche Dienstordnung vom 17.10.1902</p>
                    <p>RMD 3/369 Evangelische Marine-Kirchenordnung von 1903</p>
                    <p>PHD 9/65 Bekanntmachung des fürstlichen Konsistoriums betr. die Militärseelsorge im Gen.Kdo.XI.A.K. vom 12.10.1910</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
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                    <p>Hase, Karl Alfred v.: Briefe eines Feldgeistlichen aus dem Kriege 1870/71. Leipzig 1896</p>
                    <p>Hoppe, L.: Im Auto durch Feindesland. Kriegserlebnisse von L. Hoppe. Potsdam 1915</p>
                    <p>Hoppe, L.: Feldpredigerfahrten an der Westfront.</p>
                    <p>Keck, Anton: Meine Erlebnisse als deutscher Feldpater während des deutsch-französischen Krieges 1870/71. Koblenz 1904</p>
                    <p>Koestlin, Heinrich: Aus einem Feldpredigerleben 1870-1871. In: Beilage des Staatsanzeigers für Baden-Württemberg, 1910</p>
                    <p>Menke, Josef: Ohne Waffe. Das Kriegserlebnis eines Priesters. Paderborn 1930</p>
                    <p>Pfleiderer, Edmund: Erlebnisse eines Feldgeistlichen im Kriege 1870/71. München 1890</p>
                    <p>Pollitt, Walter: Auf Hindenburgs Spuren nach Russland hinein. Tagebuchblätter eines Feldgeistlichen. Berlin 1916</p>
                    <p>Schlunck, Rudolf: Ein Pfarrer im Kriege. Kassel 1931</p>
                    <p>Mitteilungen der Vereinigung ehemaliger Militär- und Marinepfarrer. Berlin 1927</p>
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                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 33</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Invalidenhaus der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1772-01-01/1946-12-31">1772-1946</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1167 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>21,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_bd6c3b7c-d0b3-472c-b4ff-163d0b4e206a"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Von den Verwaltungsakten des Invalidenhauses ist ein verhältnismäßig kleiner Bestand im Umfang von 630 Akten erhalten geblieben.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Der vorliegende Schriftgutbestand entspricht dem ehemaligen Bestand 12G des Heeresarchivs und wurde 1986 vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin an das Bundesarchiv abgegeben, da der größte Teil der Akten, die den Zeitraum von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis 1945/46 betreffen, in die Zuständigkeit des Militärarchivs fällt. Die bereits im Geheimen Staatsarchiv vorgenommene Aktenordnung und -verzeichnung wurde weitgehend übernommen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das Invalidenhaus Berlin wurde 1748 in der Nachbarschaft der Charité von Friedrich II. zur Kriegsopferversorgung gegründet. Die Invaliden waren militärisch organisiert: die Aufnahme fand etatmäßig statt - ein Bataillon mit drei Kompanien. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Haus durch den Versailler Vertrag entmilitarisiert und schied am 1.4.1920 aus dem Befehlsbereich des Preußischen Kriegsministeriums aus und ging als Versorgungseinrichtung auf das für die Kriegsbeschädigtenversorgung zuständige Reichsarbeitsministerium über. 1937 wurde es erneut dem Reichskriegsministerium unterstellt, später dem OKW.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RW 6 Allgemeines Wehrmachtamt</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Ollech, Karl Rudolf v.: Geschichte des Berliner Invalidenhauses von 1748 bis 1884. In: Beihefte zum Militär-Wochenblatt, 1885</p>
                    <p>Pelser, Hans Otto: Das Invalidenhaus als Beitrag zur Entwicklung der Kriegsopferversorgung. Freiburg 1876</p>
                    <p>Krüger, Kurt: Geschichte des Berliner Invalidenhauses. Hannover 1989.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 34</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Königlich Preußische Landesaufnahme</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1875-01-01/1919-12-31">1875-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>212 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält hauptsächlich Unterlagen der Topographischen Abteilung und hierin unter anderem Jahresberichte über die unternommenen Vermessungsreisen in Deutschland, aber auch in den deutschen Kolonien. Hinzu kommen einige Akten zu Personalangelegenheiten.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Masse der Unterlagen der Königlich Preußischen Landesaufnahme scheint kriegsbedingt verloren zu sein. Einige wenige Unterlagen der 1917 neu errichteten Landesaufnahme befanden sich im Militärarchiv der DDR und wurden 1995 in den Bestand PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee aufgenommen. Im Jahr 2007 wurden etwa 4 lfm Unterlagen der ersten, 1914 aufgelösten, Landesaufnahme vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz an das Militärarchiv abgegeben und in den neu gebildeten Bestand PH 34 aufgenommen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand umfaßt die Unterlagen der Königlich Preußischen Landesaufnahme.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände:</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>R 1516 Reichsamt für Landesaufnahme</p>
                    <p>Akten:</p>
                    <p>RW 61/5-12 deutsch-chinesische Ortsnamenglossare</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Albrecht, Oskar: Beiträge zum militärischen Vermessungs- und Kartenwesen und der Militärgeographie in Preußen (1803-1921). in: Schriftenreihe Geoinformationsdienst der Bundeswehr, Heft 1, 2004</p>
                    <p>Morozowicz, Otto von: Die Königlich Preußische Landes-Aufnahme. in: Beiheft zum Militär-Wochenblatt 1879</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Unter Landesaufnahme ist die planmäßige Vermessung und kartographische Aufnahme eines Landes nach Lage und Höhe zu verstehen. Sie umfaßt die Erstellung eines Lagefestpunktfeldes mittels Triangulation oder Trilateration, die Erstellung eines Höhenfestpunktfeldes mittels Nivellement und trigonometrische Höhenmessung, die topographische Geländeaufnahme und schließlich die Darstellung der Ergebnisse in Kartenwerken verschiedener Maßstäbe. Derartige Bestrebungen gingen üblicherweise von der jeweiligen Regierung aus und dienten Zwecken der zivilen Verwaltung, aber auch des Militärs.</p>
                    <p>In Preußen erfolgten erste Landesaufnahmen bereits unter König Friedrich II. (ab 1767, &quot;Kabinettskarte&quot;; 1:50.000), fortgesetzt ab 1816 durch den Großen Generalstab. Die hierbei entstandenen Karten (1:25.000 und 1:20.000) wurden Grundlage der damaligen militärischen Operationskarten (&quot;Generalstabskarten&quot;; 1:80.000 und 1:100.000). Diese wurden zwischen 1830 und 1865 mit aktueller Vermessungstechnik überarbeitet (Preußische Uraufnahme; 1:25.000) und ab 1868 auch veröffentlicht. Sowohl bedingt durch technische Fortschritte in der Vermessungstechnik und in der Kartendarstellung als auch aufgrund höherer Ansprüche, auch von ziviler Seite wurde eine Neufassung nötig (Preußische Neuaufnahme). Zu diesem Zweck wurde am 1. Januar 1875 im Großen Generalstab die Stelle des &quot;Chefs der Landesaufnahme&quot;, dem die Königlich Preußische Landesaufnahme als Behörde unterstand, neu eingerichtet. Die Grundlagen der Arbeit der Landesaufnahme legte das 1870 eingerichtete Zentraldirektorium der Vermessungen im Preußischen Staate fest. Zu den Aufgaben der Landesaufnahme zählten einerseits die Vermessung selbst (mit Festlegung trigonometrischer Punkte und Nivellementspunkte) und andererseits die Darstellung der Ergebnisse in verschiedenen Kartenwerken. Die rein militärischen Bedürfnisse wurden dabei weit überschritten, der Personal- und damit Finanzbedarf war erheblich. Noch 1875 versuchte der Chef des Großen Generalstabes daher, die Aufgaben der Preußischen Landesaufnahme an die zivile Seite abzugeben. Dieser Versuch blieb ebenso erfolglos wie ein entsprechender Vorstoß des Chefs der Landesaufnahme selbst im Jahr 1912.</p>
                    <p>Mit Kriegsbeginn 1914 wurde die Landesaufnahme als Einrichtung aufgelöst, es verblieb lediglich die Kartographische Abteilung im Großen Generalstab. Der langandauernde Krieg erneuerte das Bedürfnis an einer derartigen Einrichtung insbesondere für das Kriegsvermessungswesen, sodaß sie am 29. April 1917 wieder errichtet wurde.</p>
                    <p>Aus ihr entstand schließlich am 1. Oktober 1919 eine in der Zuständigkeit des Reichsministeriums des Innern angesiedelte Reichsbehörde, die am 11. Juli 1921 umbenannt wurde in &quot;Reichsamt für Landesaufnahme&quot;.</p>
                    <p>Die von der Königlich Preußischen Landesaufnahme durchgeführte neue Landesaufnahme Preußens und zusätzlich der kleineren selbständigen Staaten des Deutschen Reiches umfaßte schließlich 3307 Karten (sog. Meßtischblätter) im Maßstab 1:25.000. Die einzelnen Karten umfassen jeweils sechs Bogenminuten in der Breite und zehn Bogenminuten in der Länge. Die geographische Länge nahm dabei bis 1924 als Nullmeridian den sog. Ferro-Meridian (El Hierro, die westlichste Insel der Kanaren), erst ab 1924 fand der Greenwich-Meridian Anwendung (Differenz 17°40&apos;).</p>
                    <p>Die Meßtischblätter wurden zeilenweise von West nach Ost durchnumeriert. Ab 1937 wurde ein vierstelliges Zeilen/Spalten-Nummernraster verwendet.</p>
                    <p>Das Verfahren der preußischen Landesaufnahme ab 1875 wurde gemäß Vereinbarung zwischen Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg vom 4. März 1878 Grundlage der 1909 fertiggestellten &quot;Karte des Deutschen Reiches&quot; (675 Blatt à 30 Bogenminuten Breite und 15 Bogenminuten Länge; 1:100.000).</p>
                    <p>Gliederung:</p>
                    <p>Chef der Landesaufnahme (ab 1. April 1894 Oberquartiermeister und Chef der Landesaufnahme; Rang Generalleutnant)</p>
                    <p>- Trigonometrische Abteilung (Geodäsie)</p>
                    <p>- Topographische Abteilung (Herstellung der Meßtischblätter)</p>
                    <p>- Kartographische Abteilung (Bearbeitung der Generalstabskarten) mit Druckerei und photographischer Anstalt</p>
                    <p>- Plankammer</p>
                    <p>Personalumfang: 235 (davon 18 Offiziere), dazu 23 kommandierte Offiziere</p>
                    <p>In der Folgezeit erfuhr die Landesaufnahme Erweiterungen und es kamen hinzu: eine Ökonomiekommission (1878), eine Photogrammetrische Abteilung (1914), eine Kolonialsektion und eine Sektion für artilleristisches Planmaterial.</p>
                    <p>Personalstand am 1. April 1914: 547 Personen Stammpersonal (davon 31 Offiziere), dazu 364 kommandierte Soldaten (davon 51 Offiziere).</p>
                    <p>Gliederung der am 29. April 1917 neuerrichteten Landesaufnahme:</p>
                    <p>Chef der Landeaufnahme</p>
                    <p>Chef des Stabes mit Stab</p>
                    <p>- Trigonometrische Abteilung</p>
                    <p>- Topographische Abteilung</p>
                    <p>- Photogrammetrische Abteilung</p>
                    <p>- Kartographische Abteilung</p>
                    <p>- Geologische Abteilung</p>
                    <p>- Wissenschaftliche Rechenstelle</p>
                    <p>- Sektion für artilleristisches Planmaterial</p>
                    <p>- Plankammer</p>
                    <p>- angegliedert: Büro des Zentraldirektoriums der Vermessungen</p>
                    <p>Die Geologische Abteilung wurde 1919 bei Übernahme der Landesaufnahme in die Zuständigkeit des Reichsministeriums des Innern aufgelöst, die Wissenschaftliche Rechenstelle wurde von der Heeresleitung übernommen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand wurde im Rahmen eines Praktikums erschlossen. Insgesamt 19 Akten waren schimmelbefallen und mußten vor der inhaltlichen Erschließung in die Restaurierung gegeben werden. Nach Abschluß dieser Maßnahmen werden diese Akten nacherschlossen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 34-KART</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Königlich Preußische Landesaufnahme.- Kartenwerke</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1875-01-01/1919-12-31">1875-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Karten</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_0b4e0305-cc75-4432-99b0-583ac82355d2"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 35</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Bild- und Filmamt</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1917-12-31">1917</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_02ecb0ce-8fc0-4cae-b2e4-20f5d346ecee"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>40 Fotos</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand umfaßt eine Mappe mit Fotos zum &quot;Unternehmen Albion&quot;, die aus Privatbesitz an das Militärarchiv abgegeben wurden, sowie eine kleine Sammlung Fotos zur Reise Kaiser Wilhelms II. nach Rumänien.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bildüberlieferung im Referat B 6 (Bildarchiv); Filmüberlieferung in der Abt. FA (Filmarchiv)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Am 1. Juli 1916 richtete die Oberste Heeresleitung die &quot;Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes&quot; ein. Diese war der OHL unterstellt und zugleich dem Auswärtigen Amt angegliedert. Die Militärische Stelle richtete am 30. Januar 1917 die &quot;Bild- und Photo-Stelle&quot; ein, die wiederum im April 1917 als &quot;Bild- und Filmamt&quot; (Bufa) etatisiert wurde. Auf Betreiben des Bild- und Filmamtes erfolgte im Dezember 1917 die Gründung der &quot;Universum Film AG&quot; (Ufa). Im Januar 1918 wurde das Bild- und Filmamt dem Kriegsministerium unterstellt, erhielt aber weiter seine Weisungen durch die Militärische Stelle des Auswärtigen Amtes.</p>
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                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Deutsche Waffenstillstandskommission</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1919-12-31">1918-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Es sind nur wenige Einzelakten der deutschen Waffenstillstandskommission überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Ins Bundesarchiv sind 1968 nur wenige Einzelakten der deutschen Waffenstillstandskommission gelangt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 37</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">MG-Formationen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 38</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Einrichtungen des Wetterdienstes der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1908-01-01/1926-12-31">1908-1926</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>276 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält hauptsächlich Übersichten und tägliche Meldungen zur Wetterbeobachtung an verschiedenen Frontabschnitten. Zusätzlich sind zahlreiche meteorologische Tagebücher der Station Luxemburg von Januar 1908 bis September 1926 vorhanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand enthät lediglich zufällig erhalten gebliebene Restunterlagen der Einrichtungen des Wetterdienstes der Preußischen Armee. Die Masse der seinerzeit entstandenen Unterlagen muß als verloren angesehen werden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Der militärische Wetterdienst des Deutschen Heeres wurde am 01.04.1913 als Teil der Luftstreitkräfte gegründet. Im Ersten Weltkrieg wurde mit dem Vorrücken der Fronten in Ost und West die Einrichtung von Militär-Wetterzentralen an den jeweiligen Kriegsschauplätzen notwendig, während darüber hinaus zum Zwecke einer genaueren lokalen Wetterbeobachtung ab September 1914 ortsfeste sowie bewegliche, an die Armeen gebundene Feldwetterstationen errichtet wurden. Hinzu kamen bis Oktober 1916 noch 4 Felddrachenstationen zur Temperaturmessung in verschiedenen Höhen (ab September 1916: Feldwetter- und Felddrachenwarten). Die Erkenntnis der Bedeutung einer genauen, frontnahen Wetterbeobachtung führte im August 1917 zur Errichtung von Frontwetterwarten, die ihre Daten jeweils an eine übergeordnete Armee-Wetterwarte abgaben, welche wiederum die Wettervorhersage für ihr Gebiet herausgab.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Unterlagen der Einrichtungen des Wetterdienstes der Preußischen Armee waren ursprünglich Teil des Sammelbestandes PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen der Preußischen Armee. Mit Aufteilung dieses Bestandes in waffengattungsbezogene Einzelbestände wurden auch die Unterlagen des Wetterdienstes herausgezogen und bilden seither den Bestand PH 38.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 39</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Einheiten der Kraftfahrtruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>27 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Kraftfahrtruppe entwickelte sich aus dem militärisch organisierten Lastkraftwesen.</p>
                    <p>Bei der Umwandlung der Inspektion der Verkehrstruppen zur General-Inspektion des Militär-Verkehrswesens am 1. 4. 1911 wurde dieser das damals existierende Kraftfahr-Bataillon unterstellt. Bei Kriegsbeginn gab es neben einem Kraftwagen-Park für die Oberste Heeresleitung bei der Etappeninspektion jeder Armee einen Kommandeur der Kraftfahrtruppen mit Etappen-Kraftwagenpark und einer je nach den Aufgaben der Armee bemessenen Etappen-Kraftwagen-Kolonne. Daneben waren den Heeresverbänden entsprechende Kraftwagen-Kolonnen zugeteilt. Kraftradfahrer versahen den Meldedienst bei höheren Stäben und den Kolonnen. Im Laufe des Krieges wurde die Kraftfahrtruppe den Erfordernissen gemäß ständig ausgebaut.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>- Schiers, Ulrich: Das Freiwillige und Kaiserliche Motorboot-Korps. in: Zeitschrift für Heereskunde Nr. 460 (April/Juni 2016)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Unterlagen der Kraftfahrtruppen der Preußischen Armee waren ursprünglich Teil des Sammelbestandes PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen der Preußischen Armee. Mit Aufteilung dieses Bestandes in waffengattungsbezogene Einzelbestände wurden auch die Unterlagen der Kraftfahrtruppen herausgezogen und bilden seither den Bestand PH 39.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 40</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Technische und wirtschaftliche Sonderformationen (Baudirektionen) der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>34 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält hauptsächlich Sachakten der Baudirektion 4.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand enthät lediglich zufällig erhalten gebliebene Restunterlagen der Baudirektionen des Deutschen Heeres. Die Masse der seinerzeit entstandenen Unterlagen muß als verloren angesehen werden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Baudirektionen des Deutschen Heeres</p>
                    <p>Die Zuständigkeit der ursprünglich als Teil der Etappendirektionen entstandenen Baudirektionen des Deutschen Heeres weitete sich mit dem Beginn des Stellungskrieges auch auf das Operationsgebiet aus, weshalb sie am 21. September 1917 den Oberquartiermeistern unmittelbar unterstellt wurden. Aufgabe der Baudirektionen war es, sich um den Nachschub an Baustoffen, Werkzeug und Baumaschinen zu kümmern und für die Errichtung von Straßen und anderen Bauten im Etappen- wie im Operationsgebiet zu sorgen. Hierzu standen ihnen neben den Straßenbau-Kompanien auch Zivilarbeiter, Hilfsdienstwillige und Zivil- sowie Kriegsgefangene zur Verfügung.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Unterlagen der Baudirektionen des Deutschen Heeres waren ursprünglich Teil des Sammelbestandes PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen der Preußischen Armee. Mit Aufteilung dieses Bestandes in waffengattungsbezogene Einzelbestände wurden auch die Unterlagen der Baudirektionen herausgezogen und in den neuen Bestand PH 38 Technische und wirtschaftliche Sonderformationen der Preußischen Armee eingefügt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 41</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Einheiten des Artillerie-Meßwesens der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 42</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reitendes Feldjägerkorps der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1919-12-31">1867-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PERS 7</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Personalunterlagen von Angehörigen der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1918-12-31">1867-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2033 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                    </p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PERS 9</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Krankenunterlagen von Angehörigen der Preußischen Armee, Preußischen Marine, Kaiserlichen Marine, Schutztruppen, Reichswehr und Wehrmacht</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1849-01-01/1945-12-31">1849-1945</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>21144 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>26,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e858c8b8-326d-43a1-aa06-7619eba232a2"/>
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                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand Pers 9 enthält Krankenunterlagen deutscher Lazarette zu Personen mit Geburtsjahren zwischen 1803 und 1899. Zu den Geburtsjahren 1891 bis 1899 sind ausschließlich Unterlagen zu Personen, die im Januar oder Juli geboren wurden, vorhanden. Die restlichen Geburtsmonate der Jahre 1891 bis 1899 existieren nicht mehr. Die Krankenunterlagen insgesamt sind nicht vollständig überliefert, sondern weisen große kriegsbedingte Lücken auf.</p>
                    <p>Bereits im Krankenbuchlager vor 1945 waren ältere, nicht mehr benötigte Krankenunterlagen routinemäßig vernichtet worden.</p>
                    <p>Die Krankenunterlagen sind ausschließlich nach Geburtsdaten sortiert. In dieser Form hat das Bundesarchiv die Unterlagen vom Krankenbuchlager übernommen. Eine Recherche nach Namen ist nicht möglich. Unter einem Geburtsdatum sind alle überlieferten Krankenunterlagen zu Personen mit diesem Geburtsdatum zusammengefaßt. Teilweise wurden diese Zusammenfassungen in 2-3 Einzelbände aufgeteilt. In diesen Fällen nennen die enthält-Vermerke der Einzelbände die Anfangsbuchstaben der Nachnamen der jeweils enthaltenen Personen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Bestand Pers 9 sind die vom Krankenbuchlager bis Mitte der 1990er Jahre übernommenen Krankenunterlagen der Geburtsjahrgänge 1803 bis 1899 enthalten. Die Krankenunterlagen der Geburtsjahrgänge ab 1900 befinden sich in der Deutschen Dienststelle (WASt), Eichborndamm 179, 13403 Berlin; www.dd-wast.de</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Köhne, Julia Barbara: Kriegshysteriker. Strategische Bilder und mediale Techniken militärpsychiatrischen Wissens (1914 - 1920). Husum 2009.</p>
                    <p>Wolfgang U. Eckart: Medizin und Krieg. Deutschland 1914 - 1924. Paderborn u.a. 2014.</p>
                    <p>Prüll, Livia; Rauh, Philipp (Hg.) Krieg und medikale Kultur. Patientenschicksale und ärztliches Handeln in der Zeit der Weltkriege 1914 -1945. Göttingen 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Krankenakten der Angehörigen von Preußischer Armee, Preußischer und Kaiserlicher Marine, Kaiserlichen Schutztruppen, Reichswehr und Wehrmacht wurden zentral im Krankenbuchlager geführt und auch nach 1945 dort verwahrt. Die Abt. Militärarchiv hat vom Krankenbuchlager die Krankenakten der Geburtsjahrgänge bis 1890 komplett übernommen. Von den Krankenakten der Geburtsjahrgänge 1891-1899 wurden nur die Januar- und Juli-Geborenen übernommen. Die restlichen Krankenakten dieser Jahrgänge wurden Mitte der 1990er vernichtet. Die Krankenakten der Geburtsjahrgänge ab 1900 befinden sich aktuell noch im Krankenbuchlager. Der Zugang ist über die Deutsche Dienststelle (WASt) möglich. Das Bundesarchiv hat auf diese Unterlagen keinen Zugriff.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
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                  <unittitle>Kommandobehörden, Verbände und Einheiten</unittitle>
                </did>
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                  <did>
                    <unittitle>Heeresgruppen</unittitle>
                  </did>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 5-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Heeresgruppen des Deutschen Heeres</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1918-12-31">1916-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>171 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>In das Bundesarchiv sind nur Einzelstücke aus dem Ersten Weltkrieg gelangt, so von den Heeresgruppen Boehn, Heeresgruppe Deutscher Kronprinz, Heeresgruppenkommando F, Heeresgruppe Gallwitz, Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg, Heeresgruppe Kiew, Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern, Heeresgruppe Linsingen, Heeresgruppe Mackensen, Heeresgruppe Jildirim, Heeresgruppen Kiew und Mackensen (u.a. Berichte über den Feldzug in der Dobrudscha 1916 sowie über die Verhältnisse in Rumänien 1918).</p>
                      <p>Die Überlieferung des Oberbefehlshabers Ost befindet sich im Bestand PH 30-III Kaiserliche Militärverwaltungen und Militärmissionen</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Oberkommandos sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Kriege wurden die Armeekorps zu Armeen als operativen Einheiten zusammengefasst. Außerdem gab es im Ersten Weltkrieg Armeegruppen und Armeeabteilungen. Seit 1915 unterstellte man jeweils mehrere Armeen einem Heeresgruppenkommando.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 II bis IV Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 8 Oberkommandos</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Wie schon in Friedenszeiten wurden zunächst auch im Ersten Weltkrieg die einzelnen Armeen zentral geführt, im Krieg durch die Oberste Heeresleitung (OHL). Eine mehrere Armeen zusammenfassende Kommandobehörde hatte es bisher nicht gegeben. Doch nun umfaßten die Heere der Kriegsgegner mehrere Millionen Mann, das deutsche Westheer bestand aus etwa 1,8 Millionen Soldaten. Diese gewaltigen Truppenansammlungen sollten auf relativ begrenztem Gebiet vorgehen und hier erwies sich die Führung aller einzelnen Armeen durch die OHL direkt schnell als unpraktikabel und es wurden entsprechend Auswege gesucht.</p>
                      <p>Zunächst wurden benachbarte Armeen einander unterstellt, was sich jedoch als ineffektiv erwies. Da sich die Armeen bald darauf im Stellungskrieg festfuhren, wurden zunächst keine weiteren geeigneteren Wege gesucht. Erst mit der Einrichtung flexibler Reserven, die jeweils mehreren Armeen zugeordnet waren, änderte sich dies und das Westheer wurde behelfsmäßig in &quot;Gruppen&quot; eingeteilt, die mehrere Armeen umfaßten und unter dem Oberbefehl des jeweils ältesten Armee-Oberbefehlshabers standen. Auch diese Variante wurde bald wieder aufgegeben, zum Teil später in Einzelfällen jedoch wieder angewandt.</p>
                      <p>Die erste als solche bezeichnete &quot;Heeresgruppe&quot; wurde am 22. April 1915 gebildet &quot; die &quot;Heeresgruppe Mackensen&quot;. In diesem Fall handelte es sich noch um eine sogenannte behelfsmäßige Heeresgruppe, deren Oberkommando identisch war mit dem Oberkommando der 11. Armee &quot; oder anders gesprochen: das Armeeoberkommando (AOK) 11 bekam seinerseits Armeen unterstellt und fungierte daher gleichzeitig als Heeresgruppenkommando, oder: dem Heeresgruppenkommando Mackensen unterstand die 11. Armee direkt.</p>
                      <p>Das erste eigenständige Heeresgruppenkommando wurde am 1. August 1915 gebildet &quot; für die &quot;Heeresgruppe Deutscher Kronprinz&quot;. Dieses sogenannte etatsmäßige Heeresgruppenkommando bestand also nur für sich und führte die unterstellten Armeen über deren Armeeoberkommandos. In der Folge existierten je nach Anforderung und Personallage häufig behelfsmäßige und etatsmäßige Heeresgruppenkommandos nebeneinander. Eine Sonderform war die &quot;Heeresgruppe Hindenburg&quot;, deren Oberkommando mit dem Oberbefehlshaber Ost (Oberost) verbunden war. Die Heeresgruppen waren in der Regel nach ihrem Oberbefehlshaber benannt und wechselten daher mit dem Oberbefehlshaber auch ihren Namen.</p>
                      <p>Es bestanden folgende Heeresgruppen (in der Reihenfolge ihrer Entstehung):</p>
                      <p>- Heeresgruppe Mackensen (1915-1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Deutscher Kronprinz / B (1915-1918/19)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Hindenburg (1915-1916)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Prinz Leopold von Bayern / Woyrsch (1915-1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Linsingen (1915-1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Gallwitz / Kronprinz Rupprecht von Bayern / A (1916-1918/19)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Eichhorn / Eichhorn-Kiew / Eichhorn / Kiew (1916-1919)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Below / Scholtz (1916-1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg / D (1917-1918/19)</p>
                      <p>- Heeresgruppe F / Yildirim (1917-1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Gallwitz / C (1918/19)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Riga (1918)</p>
                      <p>- Heeresgruppe Boehn (1918)</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                </c>
                <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_bbfd4c42-2a06-40dc-bd0a-f73187436fbc">
                  <did>
                    <unittitle>Armeen, Armeegruppen und Armeeabteilungen</unittitle>
                  </did>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 5-II</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Armeeoberkommandos des Deutschen Heeres</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>1006 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>15,0 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind Unterlagen von der Bug-Armee, Njemen- Armee, Südarmee und der in deren Verband kämpfenden Truppen in Ungarn sowie der 1. bis 19. Armee. Dabei handelt es sich überwiegend um Abschriften von Teilen der Kriegstagebücher, einzelne Befehle, Gefechts- und Erfahrungsberichte. Von der 1. und 2. Armee sind Unterlagen über die Schlacht an der Somme 1916 erhalten, ferner von der 8. und 11. Armee über die Kämpfe in Russland 1915/1916.</p>
                      <p>Von der 4. Armee sind Unterlagen über die Besatzungszeit in Belgien vorhanden. Die Unterlagen der 9. Armee dokumentieren deren Einsatz in Rumänien.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Oberkommandos sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>PH 5 I, PH 5 III bis IV Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>Akten:</p>
                      <p>N 87 (Nachlass Otto von Below) Akte N 87/11: 14. Armee.- Einsatz in Tirol: Armeebefehle, sonstige Anordnungen, 28. Sept. - 22. Okt. 1917</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 8 Oberkommandos</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930.</p>
                      <p>Herwig, Holger H.: Marne 1914. Eine Schlacht, die die Welt veränderte?. Paderborn 2016.</p>
                      <p>Hirschfeld, Gerhard/Krumeich, Gerd/Renz, Irina (Hg.): Die Deutschen an der Somme 1914-1918. Krieg, Besatzung, Verbrannte Erde. Essen 2016.</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Im Kriege wurden die Armeekorps zu Armeen als operativen Einheiten zusammengefasst. Außerdem gab es im 1. Weltkrieg Armeegruppen und Armeeabteilungen. Seit 1915 unterstellte man jeweils mehrere Armeen einem Heeresgruppenkommando.</p>
                      <p>Siehe zur Behördengeschichte auch unter Oberkommandos Heeresgruppen</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Fremde Archive</head>
                      <p>Unterlagen der 6. Armee befinden sich auch im Bayerischen Hauptstaatsarchiv München, die der 7. Armee im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 5-III</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Armeegruppen des Deutschen Heeres</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>18 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,2 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Erhalten sind einige wenige Unterlagen über Kriegsgliederung, Befehle und Erfahrungsberichte von der Armeegruppe Beseler, Armeegruppe vonn Eben, Armeegruppen Gallwitz und Lindequist sowie den Armeegruppen von Lochow und Marwitz.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Oberkommandos sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Kriege wurden die Armeekorps zu Armeen als operativen Einheiten zusammengefasst. Außerdem gab es im Ersten Weltkrieg Armeegruppen und Armeeabteilungen. Seit 1915 unterstellte man jeweils mehrere Armeen einem Heeresgruppenkommando.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 I, PH 5 II, PH 5 IV Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 8 Oberkommandos</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Oberkommandos Heeresgruppen</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 5-IV</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Armeeabteilungen des Deutschen Heeres</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>114 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,0 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind Unterlagen von den Armeeabteilungen A, B, C, D, Armeeabteilung Falkenhausen, Armeeabteilung Gaede, Armeeabteilungen Gronau und Strantz sowie Woyrsch. Dies sind überwiegend Kriegstagebuchabschriften, Kriegsgliederungen sowie einzelne Befehle. Von der Armeeabteilung Woyrsch ist auch Material über die russischen Angriffe im Frühling 1916 vorhanden.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Oberkommandos sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Kriege wurden die Armeekorps zu Armeen als operativen Einheiten zusammengefasst. Außerdem gab es im Ersten Weltkrieg Armeegruppen und Armeeabteilungen. Seit 1915 unterstellte man jeweils mehrere Armeen einem Heeresgruppenkommando.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 I bis III Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 8 Oberkommandos</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Oberkommandos Heeresgruppen</p>
                    </scopecontent>
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                </c>
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                  <did>
                    <unittitle>Generalkommandos (Korps) und stellvertretende Generalkommandos</unittitle>
                  </did>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 6-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Armeekorps und Gardekorps der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1920-12-31">1867-1920</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>767 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>8,1 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind vereinzelte Unterlagen des Gardekorps sowie des I. bis XXI. Armeekorps. Hierbei handelt es sich überwiegend um Einzelteile von Kriegstagebüchern bzw. deren Abschriften, einzelne Unterlagen über Mobilmachungs- und Manöverangelegenheiten, Garnisonbau- und Verwaltungsangelegenheiten sowie einige Erfahrungs- und Gefechtsberichte. Hervorzuheben ist der etwas größere Bestand von Unterlagen des VII. Armeekorps aus der Zeit des Ersten. Weltkrieges, verbunden mit Handakten seines Kommandierenden Generals von Francois.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und dem Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 II Reservekorps PH 6 III Landwehrkorps PH 6 IV Höhere Kavalleriekorps PH 6 V Generalkommandos z. b. V. PH 6 VI Gruppen im Korpsrang</p>
                      <p>N 274 Nachlass Francois, Hermann von</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 9 Korps</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und dem Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Fremde Archive</head>
                      <p>Die Akten und KTB des preußischen XIV. Armeekorps und des XIV. Reserve- korps befinden sich im Generallandesarchiv Karlsruhe, des bayrischen I.-III. Armeekorps sowie des I., II. und XI. Reservekorps im Hauptstaatsarchiv in München, schließlich des württembergischen XIII. Armeekorps im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Das polnische Wojewodschaftsarchiv Breslau verwahrt Unterlagen der Intendantur des VI. Armeekorps aus der Zeit von 1811 bis 1919.</p>
                      <p>Eine ergänzende Überlieferung stellen folgende Bestände dar, welche jeweils nahezu vollständig erhalten geblieben sind:</p>
                      <p>XII. (I. Sächsisches) Armeekorps; heute im Hauptstaatsarchiv Dresden</p>
                      <p>XIII. (Württembergisches) Armeekorps; heute im Hauptstaatsarchiv Stuttgart</p>
                      <p>XIV. (Badisches) Armeekorps; heute im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>XIX. (II. Sächsisches) Armeekorps; heute im Hauptstaatsarchiv Dresden</p>
                      <p>I., II. und III. Bayerisches Armeekorps; heute im Hauptstaatsarchiv München.</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 6-II</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reservekorps und Garde-Reservekorps der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>245 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>3,2 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind von verschiedenen Reservekorps vor allem einzelne Kriegstagebuchabschriften, Akten über Mobilmachung sowie Einzelstücke von Befehlen, Anordnungen und Erfahrungsberichten.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und dem Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 I Armeekorps PH 6 III Landwehrkorps PH 6 IV Höhere Kavalleriekorps PH 6 V Generalkommandos z. b. V. PH 6 VI Gruppen im Korpsrang Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 9 Korps</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
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                      <head>Fremde Archive</head>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 6-III</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Landwehrkorps der Preußischen Armee</unittitle>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Erhalten ist nur das Kriegstagebuch vom 3. August bis 4. Oktober 1914 vom Generalkommando Landwehr-Korps.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und das Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
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                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 I Armeekorps PH 6 II Reservekorps PH 6 IV Höhere Kavalleriekorps PH 6 V Generalkommandos z. b. V. PH 6 VI Gruppen im Korpsrang Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 6-IV</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Höhere Kavalleriekorps der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
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                        <extent>5 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind vom Höheren Kavallerie- Kommando Nr. 3 Auszüge aus dem Kriegstagebuch sowie Befehle, Meldungen und Berichte.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Akte PH 6-IV/1 wurde umsigniert zu PH 6-V/94.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>Unterlagen des Kavallerie-Korps Schmettow liegen im Bestand PH 6-V (Generalkommandos z.b.V.) vor.</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 I Armeekorps</p>
                      <p>PH 6 II Reservekorps</p>
                      <p>PH 6 III Landwehrkorps</p>
                      <p>PH 6 V Generalkommandos z. b. V.</p>
                      <p>PH 6 VI Gruppen im Korpsrang</p>
                      <p>PH 8 Divisionen</p>
                      <p>RH 18 Chef der Heeresarchive</p>
                      <p>RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>PHD 9 Korps</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und der Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
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                      <p>Siehe unter Generalkommandos Armeekorps</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 6-V</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalkommandos z.b.V. der Preußischen Armee</unittitle>
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                        <extent>66 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind Kriegstagebücher, Kriegsgliederungen und vereinzelte Befehle der Generalkommandos z.b.V. Nr. 51, 52, 54, 57, 58, 65 und 68.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und das Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
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                      <p>PH 6 I Armeekorps PH 6 II Reservekorps PH 6 III Landwehrkorps PH 6 IV Höhere Kavalleriekorps PH 6 VI Gruppen im Korpsrang Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gruppen von Korps-Rang der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>97 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                        <genreform>Schriftgut</genreform>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Erhalten sind nur vereinzelt Teile von Kriegstagebuchabschriften, Korps- und Gruppenbefehle sowie Anordnungen.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltenen Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1816 eingeführten Armeekorps bildeten den größten schon im Frieden vorhandenen selbständigen Gefechtsverband. An der Spitze des Generalkommandos stand der Kommandierende General, der im Frieden dem Monarchen unmittelbar verantwortlich und das Kriegsministerium nur in Verwaltungsangelegenheiten untergeordnet war. In seinem zugewiesenen Territorialbereich nahm der Kommandierende General die höchste Stellung (vor dem Oberpräsidenten) ein. Mit Erklärung des Belagerungs- oder Kriegszustandes ging die vollziehende Gewalt auf ihn über.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 I Armeekorps PH 6 II Reservekorps PH 6 III Landwehrkorps PH 6 IV Höhere Kavalleriekorps PH 6 V Generalkommandos z. b. V. Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 9 Korps</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1925 Schlachten des Weltkrieges. In Einzeldarstellungen bearbeitet und herausgegeben unter Mitwirkung des Reichsarchivs. Oldenburg, Berlin 1924-1930 Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Stuttgart, Berlin, Köln 1982</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Generalkommandos Armeekorps</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Fremde Archive</head>
                      <p>Siehe unter Generalkommandos Armeekorps</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 7</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Stellvertretende Generalkommandos der Preußischen Armee, einschl. Truppenübungsplätze</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1919-12-31">1917-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>216 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>1,2 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Erhalten geblieben sind vereinzelte gedruckte Verordnungen</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Stellvertretenden Generalkommandos sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam, bis auf wenige erhaltenen Aktenreste, verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige wenige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Kriege waren Stellvertretende Kommandierende Generale an Stelle der mobilen aktiven Generalkommandos für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im zivilen Bereich ihrer Korpsbezirke verantwortlich und übten die vollziehende Gewalt aus. Die militärische Seite ihrer Tätigkeit bestand in der Beschaffung, Ausbildung des personellen Ersatzes sowie seiner Zuteilung an das Feldheer. Durch den Krieg bedingt nahmen Aufgaben wie Grenz-, Küsten- und Luftschutz, Pressezensur, Kriegsgefangenenwesen, Spionage- und Sabotageabwehr, Gasschutz, Kriegsgräber, Vaterländischer Unterricht, Überwachung des Verkehrs u.a. zu. Auch die Festungen unterstanden dem Stellvertretenden Kommandierenden General, in dessen Bezirk sie lagen. Mit der Demobilmachung 1918 übernahmen Teile der stellvertretenden Generalkommandos auch Abwicklungspflichten.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 9 Korps</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Deist, Wilhelm: Militär und Innenpolitik im Weltkrieg 1914-1918. Düsseldorf 1970</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                </c>
                <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_f72f16e4-927d-4522-abd3-0f04ae90d3c1">
                  <did>
                    <unittitle>Divisionen</unittitle>
                  </did>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 8-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Infanterie-Divisionen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1918-12-31">1867-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>867 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>7,9 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden. Ferner liegen Mikrofilme der im Kriegsarchiv Helsinki aufbewahrten Abschriften von Unterlagen der Ostsee-Division über die Unterstützung der finnischen Freiheitsbewegung 1918/19 vor.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Landesarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind im Wesentlichen Unterlagen folgender Divisionen :</p>
                      <p>1. Garde-Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 22.4.-30.6.1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>1. Infanterie-Division :Abschrift des Kriegstagebuchs, 1.9.1915-5.3.1916</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Kriegsgliederung, 1912,</p>
                      <p>Unterlagen zu Grenz-und Bahnschutz, 1912-1914</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Lageskizzen, 1915</p>
                      <p>2. Garde-Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 24.4.-30.6.1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                      <p>2. Infanterie-Division : Liste der Gefallenen und Verstorbenen im Krieg 1870/71 (PH 32/306)</p>
                      <p>Grenzschutzhefte, 1912-1914</p>
                      <p>2. b. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>3. Garde-Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, Januar 1915-April 1916</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Lageskizzen, Karten, 1915</p>
                      <p>4. Garde-Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                      <p>4. Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 1.1.-30.6.1915</p>
                      <p>5.Garde-Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>5. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 1917</p>
                      <p>6. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Ausbildungsunterlagen, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>7. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 1917-1918</p>
                      <p>8. Infanterie-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle mit Lagekarten und Luftbildern, 1914-1917</p>
                      <p>10. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>10. b. Infanterie-Division : Befehle, Meldungen, Funksprüche, 1916-1917</p>
                      <p>11. b. Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 24.4.-31.8.1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 1915</p>
                      <p>12. Infanterie-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, 1916-1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 30.9.1917, 17.9.1918</p>
                      <p>13. Infanterie-Division : Totenregister aus dem Feldzug 1870/71</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Berichte, Skizzen zu einzelnen Gefechten (s.a. PH 6 I)</p>
                      <p>14. Infanerie-Division : Totenregister aus dem Feldzug 1870/71</p>
                      <p>Kriegstagebuch mit Anlagen, 1918</p>
                      <p>Gefechtsberichte, 1915-1917</p>
                      <p>15. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Nachrichten, 1918 (PH 14/59)</p>
                      <p>15. b. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>16. Infanterie-Division : Karten, 1886, 1914-1918 (s.a.PH 12 II, PH 13 II)</p>
                      <p>Divisionsbefehle, Unterkunftsübersichten, 1918 (PH 10 II/28)</p>
                      <p>17. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>19. Infanterie-Division : Manöverkarten, 1904-1907</p>
                      <p>Kriegsgliederung, 1916 (PH 10 II/249</p>
                      <p>20. Infanterie-Division : Kriegstagebuch, März-Juni 1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>21. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, 1915-1916</p>
                      <p>22. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 1.9.1915-31.3.1916</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Lageskizzen, 1915</p>
                      <p>Kriegsgliederung, 1918 (PH 21/67)</p>
                      <p>23. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>24. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>26. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 1917</p>
                      <p>Unterbringungsübersichten, 1917 (PH 6 I/71)</p>
                      <p>27. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Unterbringungsübersicht, 1917 (PH 6 I/71)</p>
                      <p>28. Infanterie-Division : Kriegstagebuch, Mai-Juli, 1918</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Morgen-und Abendmeldungen, Befehle, Gefechtsberichte, Karten,</p>
                      <p>und sonstige Unterlagen, 1901-1918</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>29. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, 1916-1918</p>
                      <p>Tätigkeitsbericht, Aug.-Sept. 1915</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>31. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, 1918</p>
                      <p>32. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle und Gefechtsberichte, 1917</p>
                      <p>Unterbringungsübersichten, 1917 (PH 6 I/71)</p>
                      <p>Einsatz in Verdun, 1918 (PH 19/35-37)</p>
                      <p>33. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, 1916 (PH 10 II/131)</p>
                      <p>34. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Erfahrungsberichte, Befehle, Kriegsgliederungen, Stellenbesetzungen,</p>
                      <p>1917-1918 (s.a.PH 5 II, 6 I)</p>
                      <p>36. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, 1917, 1918 (s.a.PH 10 II/27,28)</p>
                      <p>37. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Lagekarten, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>40. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>41. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, 1914</p>
                      <p>42. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>50. Infanterie-Division : Anlagen zum Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, 1918</p>
                      <p>Einsatzunterlagen, 1918</p>
                      <p>52. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>54. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>56. Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 6.5.-23.6.1915</p>
                      <p>Gefechte der Divisionen U, P, M, 1918</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>58.Infanterie-Division : Befehle, Nachrichten, Karten, 1914-1918</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>84. Infanteie-Division : Anlagen zum Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste vom 6.6.1918 (PH 6 I/34)</p>
                      <p>86. Infanterie-Division : Meldungen, Befehle, 1916, 1918</p>
                      <p>87. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>88. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Stellungskarten, Gefechtsberichte, 1916-1918 (s.a. PH 12 II/75)</p>
                      <p>92. Infanterie-Division (Übungsdivision) : Übungsunterlagen, 1917</p>
                      <p>94. Infanterie-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, Okt.-Nov. 1918</p>
                      <p>95. Infanterie-Division : Lagekarten (Ukraine), 1918 ( PH 6 II/18)</p>
                      <p>101. Infanterie-Division : Meldungen, Befehle, Karten aus dem Einsatz in Serbien, 1915-1916</p>
                      <p>( s.a.PH 10 III/21)</p>
                      <p>103. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                      <p>107. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 3.6.-30.6.1918</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>108. Infanterie-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, Aug. 1918</p>
                      <p>105, Infanterie-Division : Divisionsbefehle, Apr.-Okt. 1918</p>
                      <p>113. Infanterie-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, Juli-Aug. 1918</p>
                      <p>Erfahrungsbericht aus der Somme-Schlacht, 1916 (PH 5 II/12)</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, Juni 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>115. Infanterie-Division : Kriegstagebuch, Juli 1918</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>117. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 8.-15.8.1917</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>119. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 30.4.-30.6.1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Lageskizzen, 1916,1917</p>
                      <p>121. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Karten, 1915</p>
                      <p>123. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>185. Infanterie-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Anlagen, 1918</p>
                      <p>Befehle, Karten aus der Großen Schlacht in Frankreich am 21.3.1918</p>
                      <p>187. Infanterie-Division : Befehle und Meldungen, 1916</p>
                      <p>Bericht über Einnahme von Kronstadt (Ungarn), 1916</p>
                      <p>Befehle, Karten, 1918</p>
                      <p>192. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>195. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>197. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>199. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Skizzen, Befehle, 1916-1917</p>
                      <p>Unterbringungsübersicht, 1917 (PH 6 I/71)</p>
                      <p>200. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>201. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>202. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>203. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>204. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Quartier-und Anschriftenlisten aus dem Einsatz</p>
                      <p>an der Westfront, 1916-1918</p>
                      <p>206. Infanterie-Division : Berichte, Befehle aus dem Einsatz in Frankreich, 1916-1918</p>
                      <p>(s.a. PH14/46,47)</p>
                      <p>Gefechtsbericht, Karten und Verlustliste vom Kampf um Höhe 304</p>
                      <p>am 20.8.1917 (PH 6 I/42)</p>
                      <p>207. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Anordnungen, Bekanntmachungen, 1915-1916 (PH 10 II/571)</p>
                      <p>211. Infanterie-Division : Abschriften aus Kriegstagebüchern unterstellter Einheiten, Juli 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste und Aufstellung der zugeteilten Formationen,</p>
                      <p>Juni 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>213. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Kriegstagebuch, Dez. 1917-Dez. 1918</p>
                      <p>Gefechtsbericht über die Kämpfe um Höhe 304 am 20.8.1917 PH 6 I/42)</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Karten, Unterkunftsübersichten,</p>
                      <p>Kriegsgliederungen, 1918</p>
                      <p>216. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>217. Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs, 11.10.-25.10.1915</p>
                      <p>218. Infanterie-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs, 8.8.-15.8.1915</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, Dez. 1916-Juni 1917</p>
                      <p>221. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Erfahrungen in den Kämpfen in Flandern, 1917 (PH 6 I/29)</p>
                      <p>Stellenbesetzungen der I./221. I. D., 9.12.1916</p>
                      <p>223. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, (PH 6 I/ 21)</p>
                      <p>224. Infanterie-Division : Abschriften aus dem Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Einsatz Ukraine, April.-Juni 1918</p>
                      <p>225. Infanterie-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 1917-1918</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Oktober 1916-November. 1917</p>
                      <p>227. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>228. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>231. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>232. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>236. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>237. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Kriegsgliederung, Unterkunft, Stellenbesetzung, 1917-1918</p>
                      <p>238. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>240. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>241. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>242. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>243. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>255. Infanterie-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 10 Formationen der Infanterie</p>
                      <p>PH 12 Formationen der Feldartillerie</p>
                      <p>PH 13 Formationen der Fußartillerie</p>
                      <p>PH 14 Formationen und Dienststellen des Ingenieur- und Pionierkorps Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>History of two hundred and fifty-one divisions of the German Army wich participated in the war (1914-1918).Compiled from records of the General Staff , American expeditionary forces, at General Headquarters Chaumont, France, 1919. Washington 1920</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
                      <p>Dieterich/Winter/Simm/Floto: Das Niedersächsische Feldartillerie-Regiment Nr. 46 im Kriege 1914 - 1918, Hannover, Verlag Georg Westermann 1934.</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Die 1815 in Preußen eingeführten Divisionen waren aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Fremde Archive</head>
                      <p>Die Unterlagen der in Baden stehenden 28. und 29. Division befinden sich im Generallandesarchiv Karlsruhe.</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 8-II</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reserve-Divisionen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1906-01-01/1918-12-31">1906-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>250 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind im Wesentlichen Unterlagen folgender Divisionen :</p>
                      <p>1. Garde-Reserve-Division : Divisionsbefehle, Okt.1914-Dez.1914</p>
                      <p>Nachrichtenblätter, 1917</p>
                      <p>1. Reserve-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, 3.-15.7.1918 (PH 6 II/55)</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, Mai-Juli 1918</p>
                      <p>Divisionsbefehle, Nov.-Dez. 1918 (PH 6 II/257)</p>
                      <p>2. Garde-Reserve-Division : Gefechtsberichte, Erfahrungen, Nachweis über Verluste,</p>
                      <p>Kriegsbeute, Verpflegungs- und Gefechtsstärke, 1914-1916</p>
                      <p>3. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, Juli, 1918</p>
                      <p>Gefechtsberichte, Meldungen, 1918</p>
                      <p>5. Reserve-Division : Befehle, Meldungen, Gefechtsbericht, 1916</p>
                      <p>Tagebuch des Divisionspfarrers, Aug.-Okt. 1918</p>
                      <p>5. b. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, Sept.-Nov.1918</p>
                      <p>6. Reserve-Division : Befehle und einzelne Gefechtsberichte, 1916,1917</p>
                      <p>Ausbildungsunterlagen, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>6. b. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, Juli-Sept. 1918</p>
                      <p>7. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Unterkunftsübersicht, Juni 1917</p>
                      <p>8. b. Reserve-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 6.6.-25.6.1915</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1916-1917</p>
                      <p>9. Reserve-Division : Kriegstagebuch des Divisionsbeobachters 3, 11.8.-27.11.1917</p>
                      <p>10. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Gefechtsberichte, Befehle, Meldungen, 1916-1918</p>
                      <p>11. Reserve-Division : Nachrichtenblätter, Juli-Aug.1917</p>
                      <p>13. Reserve-Division : Kriegsgliederung und Stellenbesetzungsliste, 1918</p>
                      <p>14. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>15. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs mit Anlagen, 10.-20.10.1918</p>
                      <p>16. Reserve-Division : Einzelne Kampfberichte, Sept./Okt.1915, Juli 1917</p>
                      <p>17. Reserve-Division : Befehle, 1914-1918 (PH 10 II/96-97)</p>
                      <p>19. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Erfahrungen, Gefechtsberichte, 1916-1918</p>
                      <p>20. Reserve-Division : Kriegstagebuch, März-Juni 1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>22. Reserve-Division : Unterbringungsübersicht, Febr.-März 1917 (PH 6 I/71)</p>
                      <p>24. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>25. Reserve-Division: Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Unterbringungsübersichten, 1915 (PH 6 II/142)</p>
                      <p>26. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>28. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Unterbringungsübersicht, Febr.1918</p>
                      <p>35. Reserve-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 1.1.-30.6.1915</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Nov.1914-März 1915</p>
                      <p>41. Reserve-Division : Bilder und Karten aus dem Einsatz in Frankreich und</p>
                      <p>Rußland, 1914-1918</p>
                      <p>43. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs, 2.6.-30.6.1915</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>44. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                      <p>45. Reserve-Division : Anlagen zum Kriegstagebuch, 1917-1918</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>46. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle, Bekanntmachungen, 1915-1916</p>
                      <p>47. Reserve-Division : Abschrift des Kriegstagebuchs, 10.11.1914-30.6.1915</p>
                      <p>Anlagen zum Kriegstagebuch, 1914-1915</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, Juni 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>48. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs und der Anlagen, 1.1.1915-31.5.1916</p>
                      <p>Befehle, Meldungen, Lageskizzen1915</p>
                      <p>49. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Meldungen, Juli 1916</p>
                      <p>51. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>53. Reserve-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, 26.9.-14.12.1918 (PH 6 V/19)</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>75. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1917</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>76. Reserve-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, 26.9.-14.12.1918 (PH 6 V/19)</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>77. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>78. Reserve-Division : Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>81. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs mit Anlagen, 24.4.1915-31.5.1916</p>
                      <p>82. Reserve-Division : Abschriften des Kriegstagebuchs mit Anlagen, 23.4.1915-31.5.1916</p>
                      <p>Abschriften aus Akten und Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 10 Formationen der Infanterie Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>History of two hundred and fifty-one divisions of the German Army wich participated in the war (1914-1918).Compiled from records of the General Staff, American expeditionary forces, at General Headquarters Chaumont, France, 1919. Washington 1920</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege.Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Divisionen</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 8-III</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Landwehr-Divisionen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1918-12-31">1917-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>82 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,9 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind im Wesentlichen Unterlagen folgender Divisionen :</p>
                      <p>1. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Akten, Okt.-Nov.1917, Okt.-Dez.1918</p>
                      <p>2. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Akten, 1918</p>
                      <p>2. (w.) Landwehr-Division : Anlagen zum Kriegstagebuch ( PH 6 V/44)</p>
                      <p>3. Landwehr-Division : Kriegstagebuch (Abschrift), Sept. 1914</p>
                      <p>4. Landwehr-Division : Kriegstagebuch (Abschrift), Aug.-Sept. 1914, Apr.-Juni 1915</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, Sept. 1914</p>
                      <p>5. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Anlagen, 1918</p>
                      <p>6. Landwehr-Division : Kriegstagebuch (Abschrift), Sept.-Okt. 1918</p>
                      <p>8. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Anlagen, 1918</p>
                      <p>Weitere Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>9. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Anlagen, Sept.-Okt. 1918</p>
                      <p>10. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Anlagen, 1918</p>
                      <p>Divisions-Tagesbefehle, Okt. 1916-Jan. 1917</p>
                      <p>11. Landwehr-Division : Lagekarten, 1918 (PH 6 II/18)</p>
                      <p>12. Landwehr-Division : Unterlagen im Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                      <p>13. Landwehr-Division : Kriegstagebuch, 1918</p>
                      <p>18. Landwehr-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Akten, Nov. 1914-Juli 1915</p>
                      <p>Abschriften aus Kriegstagebüchern zuständiger Truppenteile, Okt.-Nov. 1918</p>
                      <p>47. Landwehr-Division : Lagekarten 1918 (PH 6 II/18)</p>
                      <p>85. Landwehr-Division : Personalunterlagen über Kommandierungen von 1916-1918</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 10 Formationen der Infanterie Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>History of two hundred and fifty-one divisions of the German Army wich participated in the war (1914-1918).Compiled from records of the General Staff , American expeditionary forces, at General Headquarters Chaumont, France, 1919. Washington 1920</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege.Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Divisionen</p>
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                        <extent>29 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind im Wesentlichen Unterlagen folgender Divisionen :</p>
                      <p>Garde-Ersatz-Division : Kriegstagebuch mit Anlagen, Okt.-Nov. 1918</p>
                      <p>4. Ersatz-Division :Kriegstagebuch, Juli 1918</p>
                      <p>Abschriften aus Kriegstagebuch und Akten, Juni-Aug. 1918</p>
                      <p>Befehle, Sept.-Dez. 1917</p>
                      <p>8. Ersatz-Division : Kampfberichte, Apr.-Juli 1915</p>
                      <p>Befehle, Febr.-März 1916</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
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                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
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                      <p>History of two hundred and fifty-one divisions of the German Army wich participated in the war (1914-1918).Compiled from records of the General Staff , American expeditionary forces, at General Headquarters Chaumont, France, 1919. Washington 1920</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege.Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kavallerie-Divisionen der Preußischen Armee</unittitle>
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                        <extent>104 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind im Wesentlichen Unterlagen folgender Divisionen :</p>
                      <p>Kavallerie-Division A, B, C, D, E : Manöver-und Übungsunterlagen, 1902-1911</p>
                      <p>Garde-Kavallerie-Division : Befehle und Anordnungen, März-Nov. 1918</p>
                      <p>Stellenbesetzungsliste, Juni 1918 (PH 6 I/21)</p>
                      <p>Garde-Kavallerie-Schützen-Division : Abschriften aus Kriegstagebuch und Akten, Juli 1918</p>
                      <p>Unterlagen zu den Unruhen in Berlin 1919</p>
                      <p>Umfangreiche gerichtliche Untersuchungsakten zur</p>
                      <p>Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht,</p>
                      <p>1919-1931</p>
                      <p>4. Kavallerie-Division : Kriegstagebuch, Aug.-Okt. 1914 (PH 11 II/49, 50)</p>
                      <p>Kriegstagebuch mit Anlagen, Aug.-Okt. 1918</p>
                      <p>5. Kavallerie-Division : Kriegstagebuch und Anlagen (Abschriften), 1914-1915</p>
                      <p>Befehle und Meldungen, 1915</p>
                      <p>7. Kavallerie-Division : Befehle, Dez. 1918-Apr. 1919</p>
                      <p>9. Kavallerie-Division : Handakten von Leo Frhr. Geyr von Schweppenburg aus der Tätigkeit</p>
                      <p>im Stab der 9. Kavallerie-Division in Rußland, 1914-1916</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
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                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 9 I Generalinspektion der Kavallerie</p>
                      <p>PH 11 Formationen der Kavallerie Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
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                      <p>History of two hundred and fifty-one divisions of the German Army wich participated in the war (1914-1918).Compiled from records of the General Staff , American expeditionary forces, at General Headquarters Chaumont, France, 1919. Washington 1920</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege.Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Divisionen</p>
                    </scopecontent>
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                        <extent>96 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind nur wenige Divisionsbefehle, einzelne Kriegstagebücher und Berichte von Kämpfen des Ersten Weltkrieges. Erhalten geblieben sind ferner Abschriften der Kriegstagebücher im Nationalarchiv Washington, von denen Mehrfertigungen an das Bundesarchiv abgegeben wurden.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Verbände befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe und Dresden.</p>
                      <p>Überliefert sind neben einer Geschäftsordnung des Stabes der &quot;Eisernen Division&quot; von 1919 und einigen Befehlen, Meldungen und Mitteilungen des Alpenkorps aus dem Zeitraum Juni 1915 - März 1917 umfangreiche Unterlagen der am 22.2.1918 aufgestellten und unmittelbar der Obersten Heeresleitung unterstellten Ostsee-Division vorwiegend über die Unterstützung der finnischen Freiheitsbewegung 1918/1919. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um Kopien aus dem Finnischen Kriegsarchiv in Helsinki (Akten PH 8-VI / 4 bis 86).</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Divisionen sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die in Preußen 1815 eingeführten Divisionen bildeten die kleinsten Verbände, die aus allen Waffengattungen zusammengesetzt und zu selbständiger taktischer Verwendung geeignet waren. Sie stellten eine Unterabteilung der Armeekorps dar.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 10 Divisionen</p>
                      <p>PHD 2 Rang und Quartierlisten der Preußischen Armee</p>
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                      <head>Literatur</head>
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                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege.Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Mein Regiment. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayrischen Kriegsarchivs in München. Verlag für Militärgeschichte und Deutsches Schrifttum. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Divisionen</p>
                    </scopecontent>
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                </c>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 10-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Infanterie-Brigaden der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1870-01-01/1919-12-31">1870-1919</unitdate>
                      <physdesc>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. Erhalten geblieben sind Unterlagen der 1.-6. Garde-Brigade, der 1., 2., 5., 6., 8., 11., 12., 14., 16., 20., 23., 25., 26., 29., 32., 33., 34., 36., 40., 42, 43., 45., 51., 53., . 55., 56., 58., 63., 65. , 68., 70., 71., 73., 74., 77., 79., 80., 88., 89., 100., 104., 108., 168., 174., 176., 179., 180., 183., 192., 205., 213., 215., 229., 231.-233., 240., 242., 244., 245., 247., 402. und 405. Infanterie-Brigade, der 1., 2., 5., 14., 26., 27., 37.-39., 48., 50., 51., 75., 78., 82., 86., 87., 90.-97., 102. und 105. Reserve-Brigade, der 5., 6., 19., 30., 31., 34., 49., 54., 59., 61., 84. und 169. Landwehr-Brigade, der 2. und 210. Jäger-Brigade, der 2. Radfahrer-Brigade und der 2., 13.und 41. Ersatz-Brigade.</p>
                      <p>Als Ersatzüberlieferung besitzt es annähernd 1800 Bände an truppengeschichtlicher Literatur.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußtruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Infanterie war die Hauptwaffe des Heeres. Sie umfasste die Fußtruppen. Die kleinste selbständige taktische Einheit der Infanterie war das Bataillon, das meist aus vier Kompanien zu je drei Zügen bestand. In der Regel bildeten drei Bataillone ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade. Eine Sonderstellung innerhalb der Infanterie nahmen die Jäger- und Schützen-Bataillone ein.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 I Infanterie-Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Die kleinste selbständige taktische Einheit der Infanterie war das Bataillon, das meist aus vier Kompanien zu je drei Zügen bestand. In der Regel drei Bataillone bildeten ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade. Eine Sonderstellung innerhalb der Infanterie nahmen die Jägerbataillone (einschließlich des Garde-Schützen-Bataillons) ein.</p>
                    </scopecontent>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Infanterie-Regimenter der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1814-01-01/1970-12-31">(1814) 1866-1918 (1970)</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>1026 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. ¿skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. 1994 wurden aus dem Militärarchiv der DDR einige wenige Unterlagen einzelner Infanterie-Regimenter übernommen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußtruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Infanterie war die Hauptwaffe des Heeres. Sie umfasste die Fußtruppen. Die kleinste selbständige taktische Einheit der Infanterie war das Bataillon, das meist aus vier Kompanien zu je drei Zügen bestand. In der Regel bildeten drei Bataillone ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade. Eine Sonderstellung innerhalb der Infanterie nahmen die Jäger- und Schützen-Bataillone ein.</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Brigaden (PH 10 I)</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Infanterie-Bataillone und Infanterie-Kompanien der Preußischen Armee</unittitle>
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                      <physdesc>
                        <extent>56 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>1,0 lfm</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. Aus dem Militärarchiv der DDR wurden nur wenige Einzelakten übernommen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußtruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Infanterie war die Hauptwaffe des Heeres. Sie umfasste die Fußtruppen. Die kleinste selbständige taktische Einheit der Infanterie war das Bataillon, das meist aus vier Kompanien zu je drei Zügen bestand. In der Regel bildeten drei Bataillone ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade. Eine Sonderstellung innerhalb der Infanterie nahmen die Jäger- und Schützen-Bataillone ein.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 8 I Infanterie-Divisionen</p>
                      <p>PH 10 I Infanterie-Brigaden</p>
                      <p>PH 10 II Infanterie-Regimenter</p>
                      <p>Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                      <p>N 31/18 (Nachlaß Bloem): Sturm-Bataillon.- verschiedene Unterlagen</p>
                      <p>enthält u.a.: Anweisung für die Verwendung des Sturm-Bataillons mit Anlagen, u.a. Bild der persönlichen Ausrüstung eines Sturmsoldaten (27.5.1916); Ausbildungsplan für Sturmtrupps (1.6.1916); Sprengen von Hindernissen mit Skizzen (29.5.1916)</p>
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                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Infanterie-Brigaden (PH 10 I)</p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. ¿skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußtruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Infanterie war die Hauptwaffe des Heeres. Sie umfasste die Fußtruppen. Die kleinste selbständige taktische Einheit der Infanterie war das Bataillon, das meist aus vier Kompanien zu je drei Zügen bestand. In der Regel bildeten drei Bataillone ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade. Eine Sonderstellung innerhalb der Infanterie nahmen die Jäger- und Schützen-Bataillone ein.</p>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 I Infanterie-Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <p>Siehe unter Infanterie-Brigaden (PH 10 I)</p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. Lediglich von der 2. und 3. Kavallerie-Brigade sind Kriegstagebücher mit Anlagen aus dem Zeitraum 1918 bis Anfang 1919 im Schriftgutbestand der Namens-Divisionen (PH 8 VI) überliefert. Außerdem enthält der Schriftgutbestand der Reservekorps unter der Signatur PH 6 II/18 Lagekarten der 18. Kavallerie-Brigade.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Kavallerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu denen in der Abteilung Militärarchiv in Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Kavallerie umfasste die berittenen Truppen, zu denen die Kürassiere, Dragoner, Husaren, Ulanen und Jäger zu Pferde gehörten. Die kleinste taktische Einheit war die Eskadron. Meist vier Eskadrons bildeten ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade.</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. Erwähnenswert ist, dass vom Kürassier-Regiment 4 die Offiziers-Stammlisten von 1807 bis 1920 vorliegen.</p>
                      <p>1994 wurden aus dem Militärarchiv der DDR einige wenige Unterlagen einzelner Kavallerie-Regimenter übernommen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Kavallerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Kavallerie umfasste die berittenen Truppen, zu denen die Kürassiere, Dragoner, Husaren, Ulanen und Jäger zu Pferde gehörten. Die kleinste taktische Einheit war die Eskadron. Meist vier Eskadrons bildeten ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 V Kavallerie-Divisionen PH 8 VI Namens-Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Bei der Kavallerie war die kleinste taktische Einheit die Eskadron. Meist vier Eskadrons bildeten ein Regiment, zwei Regimenter eine Brigade.</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feldartillerie-Brigaden und Artillerie-Kommandeure der Preußischen Armee</unittitle>
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                        <extent>52 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Ins Militärarchiv gelangt sind Unterlagen des 3., 4., 5. 6. und 8. Garde-Artillerie-Kommandeurs sowie der Artillerie-Kommandeure 1, 10-12, 17, 20, 23, 25, 27-29, 30-33, 36, 40, 42, 45, 46, 50, 51, 55, 63, 67, 69, 71, 73, 75, 78, 82, 95, 98, 102, 103, 115, 117, 119,-121, 125, 126, 128, 136, 139, 142, 148, 156, 157, 192, 195, 203, 207, 215, 216, 223, 228, 232, 238, 240, 255 sowie der 21. und 58. Feldartillerie-Brigade. Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. Aus dem Militärarchiv der DDR übernahm das Militärarchiv 1994 Kriegstagebücher der Artillerie-Kommandeure 2, 11, 24, 27, 40, 42, 66, 71, 86, 103, 137, 139, 192 und 241 aus dem Zeitraum 1917-1918.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Feldartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg bestimmt war. Eine Feldartillerie-Brigade gliederte sich meist in zwei Regimenter, die zwei bis vier Abteilungen mit je drei Batterien besaßen.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Seit 1872 unterschied man in Preußen die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg bestimmt war. Eine Feldartillerie-Brigade glierderte sich meist in zwei Regimenter, das Regiment besaß zwei bis vier Abteilungen mit je drei Batterien.</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feldartillerie-Regimenter der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1866-01-01/1970-12-31">1866-1920 (1932-1970)</unitdate>
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                        <extent>185 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. 1994 wurden aus dem Militärarchiv der DDR einige wenige Unterlagen einzelner Feldartillerie-Regimenter übernommen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Feldartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg bestimmt war. Eine Feldartillerie-Brigade gliederte sich meist in zwei Regimenter, die zwei bis vier Abteilungen mit je drei Batterien besaßen.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Feldartillerie-Brigaden (PH 12 I)</p>
                    </scopecontent>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 12-III</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feldartillerie-Abteilungen und Feldartillerie-Batterien der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1918-12-31">1916-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>2 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,1 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
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                      <p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 12-IV</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Feldartillerie-Kampfgruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1915-12-31">1914-1915</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 13-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Brigade-Kommandeure und Generale der Fußartillerie sowie Generale von der Artillerie der Preußischen Armee</unittitle>
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                        <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Ins Militärarchiv gelangt sind vom Kommandeur der schweren Artillerie Offiziersstellenbesetzungen einzelner Truppen aus dem Jahr 1916 sowie einzelne Befehle des Kommandeurs der schweren Artillerie bei der 24. Infanterie-Division vom Oktober 1917 und eine Skizze des Fernsprechnetzes des Kommandeurs der schweren Artillerie bei der 1. Garde-Reserve-Division vom August 1916.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg und später für den Stellungskrieg bestimmt war.</p>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Fußartillerie-Regimenter der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>124 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. 1994 wurden aus dem Militärarchiv der DDR einige wenige Unterlagen einzelner Fußartillerie-Regimenter übernommen.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg und später für den Stellungskrieg bestimmt war.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Feldartillerie-Brigaden</p>
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                        <extent>54 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. - skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt. 1994 wurden aus dem Militärarchiv der DDR einige wenige Unterlagen einzelner Fußartillerie-Regimenter übernommen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg und später für den Stellungskrieg bestimmt war.</p>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Feldartillerie-Brigaden</p>
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                        <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen. Außerdem wurden Mehrausfertigungen der im Nationalarchiv Washington vorliegenden Abschriften von Kriegstagebüchern deutscher Truppen in den Bestand eingefügt.Die vorliegende Überlieferung besteht aus einem Auszug aus dem Kriegstagebuch der Fußartillerie-Batterie 105 aus dem Zeitraum August 1916 bis Januar 1917 sowie einem Namensverzeichnis der Angehörigen der Fußartillerie-Batterie 102. Ansonsten enthält die Überlieferung des Kommandeurs der schweren Artillerie Offiziersstellenbesetzungslisten einzelner Batterien aus dem Jahr 1916 (PH 13 I/1).</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Fußartillerieformationen wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die mit Geschützen ausgerüstete Waffengattung teilte sich in Preußen seit 1872 in die bewegliche Feldartillerie und die Fußartillerie, die für den Festungskrieg und später für den Stellungskrieg bestimmt war.</p>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab PH 5 Oberkommandos PH 6 Generalkommandos PH 8 Divisionen Nachlässe (N) Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
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                      <p>PHD 12 Formationen der Infanterie, Artillerie und Gebirgstruppen</p>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Siehe unter Feldartillerie-Brigaden</p>
                    </scopecontent>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Fußartillerie-Kampfgruppen der Preußischen Armee</unittitle>
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                        <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                        <extent>420 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus zufällig erhalten gebliebenen Kriegstagebüchern (oftmals nur Teile oder Abschriften), einzelnen Gefechtsberichten, Truppenbefehlen, Lagekarten bzw. -skizzen.</p>
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                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten des preußischen Ingenieur- und Pionierkorps wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Nur wenige Aktensplitter sind überliefert und ins Archiv gelangt. 1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg verwahrten Restakten noch einige Aktensplitter aus dem Militärarchiv der ehemaligen DDR hinzu.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, sächsischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden sowie im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Zum Ingenieur- und Pionierkorps gehörten die Pionier-Bataillone, die sich aus je vier Kompanien zusammensetzten. Sie hatten bestimmte technische Aufgaben besonders bei der Herstellung von Flussübergängen, bei Sprengarbeiten und Feldbefestigungen zu erfüllen. Während die Pioniere ursprünglich die Mutterwaffe der Eisenbahn-, Nachrichten-, Kraftfahr-, Luftschiffer- und Fliegertruppen bildeten, kamen im Ersten Weltkrieg zu den Pioniertruppen die Minenwerfer-, Gaskampf-, Starkstrom- und Flammenwerferformationen hinzu.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 8 Divisionen</p>
                      <p>PH 9 XI Ingenieur-Inspektionen</p>
                      <p>Bibliothek:</p>
                      <p>Signatur N III d 32 Großformat</p>
                      <p>Die Entwicklung des Ingenieur- und Pionier-Korps in Hauptzügen graphisch dargestellt, nebst Stammbaum der Pionier-Bataillone</p>
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                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
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                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923 Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937 Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J. Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919 Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter Petter, Dietrich: Pioniere. Entwicklung einer Waffengattung. Darmstadt 1963</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Zum Ingenieur- und Pionierkorps gehörten die Pionier-Bataillone, die sich aus je vier Kompanien zusammensetzten. Sie hatten bestimmte technische Aufgaben besonders bei der Herstellung von Flußübergängen, bei Sprengarbeiten und der Feldbefestigung zu erfüllen. In ihrem Rahmen wurden im 1. Weltkrieg die Minenwerfer-, Gaskampf-, Starkstrom- und Flammenwerferformationen aufgestellt.</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 15</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Einheiten der Eisenbahntruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1883-01-01/1919-12-31">1883-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>167 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>3,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die vorliegende Überlieferung besteht vornehmlich aus Unterlagen zum Ausbau der neu gegründeten Luftschiffertruppe am Ende des 19. Jahrhunderts, vereinzelten Berichten über den Eisenbahnbau im Ersten Weltkrieg sowie zu Organisation und Einsatz der Eisenbahntruppen im Ersten Weltkrieg.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Eisenbahntruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs in Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Erhalten geblieben sind wenige Akten, die zunächst als Kriegsbeute nach England gelangten und in den fünfziger Jahren an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und zunächst in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts aufgenommen wurden. Bei deren Auflösung im Jahre 1967 wurden sie schließlich von der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs übernommen.</p>
                      <p>1994 wurden dem Bestand vereinzelte Aktensplitter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen und sächsischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden bzw. im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Jahr 1866 wurde das Eisenbahn-Regiment gebildet und 1895 zur Eisenbahn-Brigade erweitert. Seit 1886 gehörte auch die Luftschiffer-Abteilung zu den Eisenbahntruppen, die bis 1899 dem Chef des Generalstabes der Armee unterstanden und dann der Inspektion der Verkehrstruppen zugewiesen wurden.</p>
                      <p>Erhalten geblieben sind wenige Akten über den Ausbau der Luftschiffertruppe am Ende der 19. Jahrhunderts und Berichte über Eisenbahnbau aus dem Ersten Weltkrieg.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 8 Divisionen</p>
                      <p>PH 9 V Generalinspektion des Militärverkehrswesens</p>
                      <p>RH 61/ 95 Die Eisenbahnen zu Kriegsbeginn. Manuskript des Weltkriegswerkes des Reichsarchivs (Bd. 1, unvollständig)</p>
                      <p>RH 61/ 23-37 Manuskript des Weltkriegswerkes des Reichsarchivs über das deutsche Feldeisenbahnwesen (Bd. 2, unveröffentlicht)</p>
                      <p>Nachlässe (N)</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Geschichte der preußischen Eisenbahntruppen von 1859 bis 1911. Bearbeitet von Hille und Meurin. 2 Teile. Berlin 1910-1913</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Das deutsche Feldeisenbahnwesen. Bd. 1. Die Eisenbahnen zu Kriegsbeginn. In: Der Weltkrieg 1914-1918. Bearbeitet im Reichsarchiv. Berlin 1928 (Fortsetzungsbände als unveröffentlichte Manuskripte im Bestand RH 61)</p>
                      <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. 3 Bde. Hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965-1966</p>
                      <p>Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in München. Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab. Berlin 1919</p>
                      <p>Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Im Jahre 1866 wurde das Eisenbahn-Regiment gebildet und 1895 zur Eisenbahn-Brigade erweitert. Die Eisenbahntruppen unterstanden bis 1899 dem Chef des Generalstabes der Armee; in dieser Zeit gehörte zu ihnen auch die Luftschiffer-Abteilung. Dann wurden die Eisenbahntruppen der Inspektion der Verkehrstruppen zugewiesen.</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 16</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Einheiten der Nachrichtentruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1906-01-01/1919-12-31">1906-1919</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>72 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>1,2 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Bedingt durch den Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 wurden die Akten der preußischen Telegraphentruppen weitgehend vernichtet. Erhalten geblieben sind Kriegstagebücher der Fernsprech-Abteilung 8 und der Telegraphen-Abteilungen Balkan, Kleinasien und Orient aus dem Weltkriegseinsatz, sowie Funksprüche, Organisations- und Verwaltungsunterlagen vereinzelter Fernsprechtruppen.</p>
                      <p>Als Ersatz für die verlorenen Akten der preußischen Telegraphentruppen können gedruckte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter herangezogen werden.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Telegraphentruppen hatten sich bereits in den Kriegen von 1866 und 1870/71 bewährt; sie wurden im Jahre 1899 als selbstständige Truppenteile von den Pionieren abgetrennt und von da an weiter ausgebaut. Die Telegraphen-Abteilungen bestanden jeweils aus 3 Bataillonen zu je 3 Kompanien, sie waren unte einer Inspektion der Telegraphentruppe zusammengefasst und der Inspektion der Verkehrstruppen unterstellt (vgl. Bestand PH 9-V).</p>
                      <p>Die Akten der preußischen Telegraphentruppe wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Die Unterlagen gelangten nach Kriegende in das Bundesarchiv. Unterlagen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes wurden nach Auflösung der Dokumentenzentrale 1968 in das Bundesarchiv, abteilung Militärarchiv, übernommen.</p>
                      <p>Bereits früher in das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, gelangte Unterlagen hatten die Bestandssignaturen wie H 01 bis H 07 oder W 01 bis W 03; die aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt übernommenen Unterlagen waren mit I H, I L und I W signiert. Durch die Zugangsnummern sind die Unterlagen nachweisbar, die die Abteilung Militärarchiv aus Privathand übernehmen konnte.</p>
                      <p>1994 wurden die Unterlagen des ehemaligen Militärarchivs der DDR, Potsdam, in die Abteilung Militärarchiv überführt. Die Unterlagen der Telegraphentruppe wurde dem Bestand als Nummern PH 16/35-37 angegliedert.</p>
                      <p>Die Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen und badischen Truppen befinden sich in den zuständigen Staatsarchiven in München, Stuttgart, Karlsruhe, die der sächsischen Regimenter im Hauptstaatsarchiv in Dresden.</p>
                      <p>Der Bestand wurde von Frau Scholl und Herrn Dr. Fleischer bearbeitet. Die Zusammenführung der Teilfindbücher und deren Erfassung im Archivverwaltungssystem erfolgte durch Frau Jozwiak.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 2 Preußisches Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 8 Divisionen der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 9-XII Inspektion der Nachrichtentruppen der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 14 Formationen des Ingenieurkorps und Pionierkorps der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 24 Technische Truppen und Einrichtungen der Preußischen Armee</p>
                      <p>PH 21 Akademien, Schulen und Kadettenanstalten der Preußischen Armee</p>
                      <p>RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres</p>
                      <p>N 27 Nachlass Fulda, Otto</p>
                      <p>N 505 Nachlass Mayer, Hans von</p>
                      <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSG)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>PHD 16 Telegraphentruppen.- Amtsdrucksachen</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Blume, Hellmut: Die Führungstruppe der Wehrmacht. Die Nachrichtentruppen im Krieg und Frieden, Stuttgart/Berlin/Leipzig 1937.</p>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5, Berlin 1923, S. 110.</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937, S. 224.</p>
                      <p>Thiele, Fritz: Zur Geschichte der Nachrichtentruppe 1899-1924, Bd. 1, Berlin 1925.</p>
                      <p>Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 3, Abschnitt V, München 1983, S. 257-260.</p>
                      <p>Mein Regiment. Hrsg. aufgrund amtlichen Materials mit Unterstützung des Reichsarchivs in Potsdam und des Bayerischen Kriegsarchivs in Münche, Fürstenwalde/Spree o.J.</p>
                      <p>Die Schlachten und Gefechte des Großen Krieges 1914-1918. Quellenwerk nach den amtlichen Bezeichnungen zusammengestellt vom Großen Generalstab, Berlin 1919.</p>
                      <p>Veröffentlichte Regimentsgeschichten und Offiziersstammlisten der Regimenter.</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Die Akten der preußischen Telegraphentruppe wurden beim Brand des Heeresarchivs Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Die Unterlagen gelangten nach Kriegende in das Bundesarchiv. Unterlagen des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes wurden nach Auflösung der Dokumentenzentrale 1968 in das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, übernommen.</p>
                      <p>Bereits früher in das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv, gelangte Unterlagen hatten die Bestandssignaturen wie H 01 bis H 07 oder W 01 bis W 03; die aus dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt übernommenen Unterlagen waren mit I H, I L und I W signiert. Durch die Zugangsnummern sind die Unterlagen nachweisbar, die die Abteilung Militärarchiv aus Privathand übernehmen konnte.</p>
                      <p>1994 wurden die Unterlagen des ehemaligen Militärarchivs der DDR, Potsdam, in die Abteilung Militärarchiv überführt. Die Unterlagen der Telegraphentruppe wurde dem Bestand als Nummern PH 16/35-37 angegliedert.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bearbeitungshinweis</head>
                      <p>Der Bestand wurde von Frau Scholl und Herrn Dr. Fleischer bearbeitet. Die Zusammenführung der Teilfindbücher und deren Erfassung im Archivverwaltungssystem erfolgte durch Frau Jozwiak.</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 20</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Einheiten der Versorgungstruppen der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1870-01-01/1918-12-31">1870-1871, 1914-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>126 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,7 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Aus dem Krieg 1870/71 ist das Kriegstagebuch einer Garde-Proviant-Kolonne sowie der Erlebnisbericht eines Angehörigen einer Munitions-Kolonne überliefert. Aus dem Ersten Weltkrieg liegen Kriegstagebücher, Befehle und Organisationsunterlagen von Einheiten der verschiedenen Truppen vor.Von den Unterlagen der verschiedenen Truppen sind nur wenige Einzelstücke aus dem Kriege 1870/71, einige mehr aus dem Ersten Weltkrieg in das Bundesarchiv gelangt. Darunter befinden sich Kriegstagebücher, Befehle und Organisationsunterlagen.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                      <p>Die Akten der Versorgungstruppen wurden beim Brand des Heeresarchivs in Potsdam 1945 weitgehend vernichtet. Erhalten geblieben sind wenige Akten, die zunächst als Kriegsbeute nach England gelangten und in den fünfziger Jahren an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts aufgenommen wurden. Bei deren Auflösung im Jahre 1967 wurden sie schließlich vom neu gegründeten Militärarchiv übernommen.</p>
                      <p>1994 wurden dem Bestand vereinzelte Aktensplitter aus dem aufgelösten Militärarchiv der ehemaligen DDR angefügt.</p>
                      <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen</p>
                      <p>und sächsischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden bzw. im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Reguläre Traintruppen wurden bei der Heeresorganisation in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts geschaffen. Die Train-Bataillone bzw. Train-Abteilungen, die aus je vier Eskadrons bestanden, umfassten die Kolonnen, die dem Heer seinen Nachschub zuführten. Bei der Mobilmachung 1914 stellten die Train-Abteilungen pferdebespannte Munitions-, Proviant-, Fuhrpark-, Feldbäckereikolonnen, Feldlazarette, Korpsbrückentrains sowie Pferdedepots und -lazarette für die mobilen Armeekorps und Divisionen auf.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                      <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                      <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                      <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                      <p>PH 8 Divisionen</p>
                      <p>PH 9 V Generalinspektion des Militärverkehrswesens</p>
                      <p>PH 9 XX Inspektion des Militär ¿ Luft - und Kraftfahrwesens</p>
                      <p>Nachlässe (N)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                      <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                      <p>Voß, Wilhelm v.: Wir vom Verkehr. Berlin 1913</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Reguläre Traintruppen wurden bei der Heeresorganisation in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts geschaffen. Die Train-Bataillone bzw. Train-Abteilungen, die aus je vier Eskadrons bestanden, umfaßten die Kolonnen, die dem Heer seinen Nachschub zuführten. Bei der Mobilmachung 1914 stellten die Train-Abteilungen pferdebespannte Munitions-, Proviant-, Fuhrpark-, Feldbäckereikolonnen, Feldlazarette, Korpsbrückentrains sowie Pferdedepots und -lazarette für die mobilen Armeekorps und Divisionen auf.</p>
                    </scopecontent>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 43</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kampfwagen-Einheiten der Preußischen Armee</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                  <unittitle>Luftstreitkräfte</unittitle>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 17-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>182 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Großteil der Überlieferung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte (Kogenluft) wurde 1945 beim Brand des Heeresarchivs vernichtet. Daher sind keine zusammenhängenden Aktenbestände des Kogenluft überliefert, sondern lediglich einige vervielfältigte Befehle und Anweisungen sowie vereinzelte Erfahrungen, Berichte, Zusammenstellungen und Luftbilder aus dem Kriegseinsatz. Die Klassifizierung des Bestandes erfolgte in Anlehnung der Organisation des Kogenluft.</p>
                    <p>Ergänzt wurde der vorliegende Schriftgutbestand durch Ablichtungen und Mehrfertigungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee. Die Eintragungen im Feld &quot;alte Signatur&quot; lassen Rückschlüsse auf die Herkunft der Unterlagen zu. Die alten Bestandssignaturen &quot;H 01 bis H 05&quot; und &quot;L 01 bis L 07&quot; wurden seinerzeit im Militärgeschichtlichen Forschungsamt vergeben. Die Unterlagen des MGFA gelangten mit Übernahme der Dokumentenzentrale 1967 in die Bestände des Bundesarchivs, Abt. Militärarchiv. Bei den mit &quot;I L 41 - I L 43&quot; gekennzeichneten Unterlagen handelt es sich um Mehrfertigungen oder Ablichtungen von Befehlen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee (I L 41 Kgl. Bayerische Inspektion des Ingenieurkorps, I L 42 Königliche Bayerische Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens, I L 43 Königlich Bayerische Inspektion des Militär-Luftfahrwesens).</p>
                    <p>Die Akten mit den Nummern PH 17-I/110-120, deren alte Signatur 5.11.1.2/... lautet stammen aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR. Die Unterlagen wurden 1994 zu den bereits hier vorhandenen Archivalien genommen. Diese waren durch eine Kartei erschlossen.Die Findbücher wurden zusammen 2008 in der Datenbank erfasst. Die Findbucherläuterungen wurden zusammengeführt und ergänzt. 2014 wurde der Bestand durch weitere Vorschriften und großformatige Karten, die aus den Akten entnommen wurden, ergänzt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Akten des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte sind zusammen mit dem Schriftgut der ehemaligen Preußischen Armee durch Kriegseinwirkung 1945 im Heeresarchiv in Potsdam bis auf wenige erhaltene Aktenreste verbrannt.</p>
                    <p>Der erhalten gebliebene Restbestand gelangte zunächst als Kriegsbeute nach England, wurde in den fünfziger Jahren an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts aufgenommen. Bei deren Auflösung im Jahre 1967 wurde er schließlich von der Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs übernommen. Bei den nach England gelangten Akten handelt es sich zu einem großen Teil um Luftfahrtakten der Bayerischen Armee, die nach erfolgter Auswertung (Reproduktion) an das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München zurückgegeben wurden.</p>
                    <p>1994 kamen zu den im Militärarchiv Freiburg überlieferten Restakten noch einige Unterlagen hinzu, die sich ursprünglich im Militärarchiv der ehemaligen DDR befanden. Weitere Unterlagen kam 2014 aus anderen Beständen der Abteilung Militärarchiv hinzu.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Preußisches Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab der Preußischen Armee/Oberste Heeresleitung des Deutschen Heeres</p>
                    <p>PH 5-I Heeresgruppen des Deutschen Heeres</p>
                    <p>PH 5-II Armeeoberkommandos des Deutschen Heeres</p>
                    <p>PH 5-III Armeegruppen des Deutschen Heeres</p>
                    <p>PH 5-IV Armeeabteilungen des Deutschen Heeres</p>
                    <p>PH 6-I Armeekorps und Gardekorps der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 6-II Reservekorps und Garde-Reservekorps der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 6-III Landwehrkorps der Preußischen Armee Generalkommandos Landwehrkorps</p>
                    <p>PH 6-IV Höhere Kavalleriekorps der Preußischen Armee Generalkommandos Höhere Kavalleriekorps</p>
                    <p>PH 6-V Generalkommandos z.b.V. der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 6-VI Gruppen von Korps-Rang der Preußischen Armee Generalkommandos Gruppen von Korps-Rang</p>
                    <p>PH 8 Divisionen</p>
                    <p>PH 9 XIII Inspektion des Lichtbildwesens</p>
                    <p>PH 9 IV Inspektion der Luftschiffertruppen</p>
                    <p>PH 9 XV Inspektion der Fliegertruppen</p>
                    <p>PH 9 XVII Inspektion des Flugzeugwesens</p>
                    <p>PH 9 XVIII Inspektion der Flugabwehrkanonen</p>
                    <p>PH 9 XX Inspektion des Militär- Luft- und Kraftfahrwesens</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine/Seekriegsleitung der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Schriftgutbestände der Königlich Bayerischen Inspektionen des Ingenieurkorps, des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens und des Militär-Luftfahrwesens im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, in München</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Die deutschen Luftstreitkräfte von ihrer Entstehung bis zum Ende des Weltkriegs 1918. Herausgegeben von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1941,1942</p>
                    <p>Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965, 1966</p>
                    <p>Militärluftfahrt im Völkerrecht und deutschen Recht der Vorkriegszeit. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften der Luftwaffe Bd. 2. Berlin 1938</p>
                    <p>Mobilmachung, Aufmarsch und erster Einsatz der deutschen Luftstreitkräfte. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften Bd. 3. Berlin 1938</p>
                    <p>Entwicklung und Einsatz der deutschen Flakwaffe und des Luftschutzes im Weltkrieg. Herausgegeben von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1938</p>
                    <p>Wir Luftkämpfer. Bilder und Berichte deutscher Flieger und Luftschiffer. Herausgegeben mit Genehmigung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte. Berlin, Wien 1918</p>
                    <p>Hackenberger, Willi: Die alten Adler. Pioniere der deutschen Luftfahrt. München 1960</p>
                    <p>Ferko, Alexander Eduard: Fliegertruppe 1914-1918. Salem (Ohio) 1980</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege. Berlin 1920</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: In der Luft unbesiegt. Erlebnisse im Weltkrieg erzählt von Luftkämpfern. München 1923</p>
                    <p>Hoeppner, Ernst v.: Deutschlands Krieg in der Luft. Leipzig 1921</p>
                    <p>Koerber, Adolf Victor von: Das fliegende Heer. Leipzig 1937</p>
                    <p>Muehsam, Kurt: Die Kämpfe in der Luft. Unsere Flieger über Feindesland. Berlin o. J.</p>
                    <p>Lansdorff, Werner von: Flieger am Feind. Gütersloh 1934</p>
                    <p>Stark, Rudolf: Die Jagdstaffel unsere Heimat. Ein Fliegertagebuch aus dem letzten Kriegsjahr. Leipzig 1932</p>
                    <p>Goote, Thor: Der Führer der Luftschiffe. Frankfurt 1938</p>
                    <p>Robinson, Douglas: The Zeppelin in Combat. London 1966</p>
                    <p>&quot;Z 181&quot;- Im Zeppelin gegen Bukarest. Von dem ersten Offizier eines Z-Luftschiffs. Berlin 1916</p>
                    <p>Jancke, Hans: Flak an der Somme. Eine neue Waffe greift ein. Berlin 1939</p>
                    <p>Price, Alfred: Flugzeuge gegen U-Boote. Die Entwicklung der U-Bootabwehr-Flugzeuge 1912 bis heute. Stuttgart 1976</p>
                    <p>Dalman, Gustav: Hundert deutsche Fliegerbilder aus Palästina. Gütersloh 1925</p>
                    <p>Potempa, Harald: Die Königlich-Bayerische Fliegertruppe 1914-1918. Frankfurt 1997</p>
                    <p>Petschacher, Peter: Die Königlich-Bayerische Fliegertruppe 1914-1918. Stuttgart 1978.</p>
                    <p>Napp, Niklas: Die deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg. Paderborn 2017.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Zur Schaffung einer zentralen Organisation der Luftstreitkräfte im Felde wurde am 11. März 1915 ein Chef des Feldflugwesens ernannt, der dem Stabe des Generalquartiermeisters angegliedert wurde. Chef des Feldflugwesens wurde Major i.G. Hermann von der Lieth-Thomsen. Aus dieser Dienststelle ist mit Verfügung vom 8. Oktober 1916 der &quot;Kommandierende General der Luftstreitkräfte (KoGenLuft)&quot;, vgl. PH 1/20, welcher unmittelbar dem Chef des Generalstabes des Feldheeres unterstand, hervorgegangen. Zum KoGenLuft wurde Ernst von Hoeppner ernannt, die Leitung des Stabes übernahm Oberstleutnant Thomas. Mit der Ernennung des KoGenLuft war der Endpunkt der organisatorischen Entwicklung der Luftstreitkräfte während des Ersten Weltkrieges erreicht.</p>
                    <p>Der Kogenluft bestand im Ausbau und Einsatz der gesamten Luftkampf- und Luftabwehrmittel des Heeres. Er kommandierte - mit Ausnahme der bayerischen Verbände - alle Luftschiffer-Abteilungen, die Heeresluftschiffe an den Fronten, die &quot;Inspektion der Luftschiffertruppen&quot; (ILuft) sowie die Fliegertruppen und Heimatschutzverbände. Der Kogenluft vereinigte nun das Fliegerwesen, die Luftfahrt, die Flugabwehr und den Wetterdienst.</p>
                    <p>Kommandeure der Fieger</p>
                    <p>Die nächsten unterstellten Organe des Kogenluft waren bei den Armeen angesiedelt. Die bisherigen Sabsoffiziere der Flieger (Stofl) wurden in Kommandeure der Flieger (Kofl) - Befehlsstellen, die nach den Weisungen der Armee-Oberkommandos die Fliegerformationen der Armeen leiteten. Zu Ihren Aufgaben gehörte die Schlagfertigkeit der Luftstreitkräfte, die Fernerkundung , die Luftbildaufnahme, die Bombenangriffe, das Eingreifen der Flieger, das Zusammenwirken der Flieger und der Artillerie, Ausbildung, Ersatz und Nachschub. Sie verfügten über den Flugpark und die Tankstellen ihrer Armee.</p>
                    <p>Gruppenführer der Flieger</p>
                    <p>Für die sog. Hauptkampffronten ernannte der Kogenluft bei Bedarf Gruppenführer der Flieger (Grufl). Er war verantwortlich innerhalb der Gruppe den Einsatz zur Lufterkundung und zum Luftkampf, für die Auswertung der Erkundungsergebnisse und für die einheitliche Luftbildaufnahme der feindlichen und eigenen Stellungen. Auf die Fliegerformationen die den Divisionen und den Artillerie-Kommandostellen zugeteilt waren, hatte er keinen Einfluss.</p>
                    <p>Kommandeure der Luftschiffertruppen</p>
                    <p>Bei den Luftschiffern hatten die Heeresgruppe Kronprinz Albrecht Rupprecht, dieHeeresgruppe Deutscher Kronprinz und die Heeresgruppe des Herzogs Albrecht von Württemberg einen etatmäßigen Stabsoffizier als beratenden Organ erhalten. Diese wurden abgeschafft und stattdessen erhielt jedes Armeeoberkommando im Westen einen Kommandeur der Luftschiffertruppen. Einen Kommandeur der Luftschiffertruppen erhielt am 26. November 1917 noch der Oberbefehlshaber Ost, der jedoch leiglich einen Monat später zu der neuen 18. Armee verfügt wurde. Der Koluft war verantwortlich für die Verwendung der Ballone und überwachte die Luftschiffer der Armee einschließlich deren technische Angelegenheiten, Ballonschutz, Fliegerwarndienst und die Bildaufnahme aus dem Ballon. Ihm war die Ballonzentrale, die für die Sammellung der Nachrichten der Ballone und die für die Verteilung det Wetteransage, der Fliegerwarnungen und die Ergebnisse der Messtrupps verantwortlich war, unterstellt.</p>
                    <p>Die Umstrukturierungen der Luftstreitkräfte durch den KoGenLuft hatten überall Auswirkungen, so auch bei den Lenkluftschiffen, speziell den Heeresluftschiffen. Aus verschiedenen Gründen kam es ab dem Frühjahr 1917 zur Einstellung der Heeresluftschifffahrt, d.h. des Fahrbetriebes mit Lenkluftschiffen. Das freiwerdende (Boden-)personal wurde größtenteils an die Feldluftschiffer-Abteilungen abgegeben. Materialienengpässe machten 1918 die Zusammenführung von je zwei Ballonzügen zu einem Ballonzug notwendig. Bis dann galt die Regel &quot;1 Ballonzug = 1 Ballon = 1 Aufstiegszelle&quot;. Die neue Struktur gewährleistete eine schnellere Material- und Personal-Verfügbarkeit. Im Sommer 1918 verfügte das Heer über 186 Ballonzüge und 56 Abteilungsstäbe. Durch die hohen Verluste der Feldschiffer während des Krieges kam der Ballonwaffe eine zunehmende Bedeutung zu. Ohne sie war eine taktische Nahkampfaufklärung nicht mehr denkbar.</p>
                    <p>Kommandeur der Flugabwehrkanonen</p>
                    <p>Flieger</p>
                    <p>Luftbildwesen</p>
                    <p>Gliederung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte (Stand: 28. November 1917)</p>
                    <p>Der Kommandierende General der Luftstreitkräfte</p>
                    <p>Der Chef des Generalstabes der Luftstreitkräfte (Oberstleutnant Thomsen)</p>
                    <p>1) Generalstabsoffiziere</p>
                    <p>G 1</p>
                    <p>G 2</p>
                    <p>G 3</p>
                    <p>2) Adjutanten</p>
                    <p>A 1</p>
                    <p>A 2</p>
                    <p>A3</p>
                    <p>3) Abteilungen</p>
                    <p>Flieger (Fl.)</p>
                    <p>Luftschiffer (L.)</p>
                    <p>Flugabwehr (Flak)</p>
                    <p>Heimatluftschutz (H.)</p>
                    <p>Wetterdienst (W.)</p>
                    <p>Luftbild (Lb.)</p>
                    <p>Nachrichten, Presse, Politik (B.)</p>
                    <p>Feuerschutz (Feu.)</p>
                    <p>Sanitäts-Abteilung (S.)</p>
                    <p>Oberkriegsgerichtsrat (Ger. III)</p>
                    <p>Kommandeur der Stabwache (Kd.)</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 18</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommandostellen und Einheiten der Luftschiffertruppe der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1879-01-01/1930-12-31">1879-1930</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>280 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>4,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e7cb9b98-899c-42c9-9f6b-869a974dd138"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Akten stammen weit überwiegend aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Es handelt sich dabei vor allem um Unterlagen der Luftschifferbataillone 1-5 sowie des Festungsluftschiffer-Trupps Köln. Sie enthalten u.a. Berichte über einzelne Manöver und Ballonfahrten, Tagebücher und Tätigkeitsberichte, Verwaltungssachen (betr. u.a. die Unterbringung und Verpflegung der Luftschiffertruppen, Personalsachen, Materialbestellungen), Tagesbefehle und Verfügungen, Mobilmachungsinstruktionen, Denkschriften, Berichte und Entwürfe zur Konstruktion und zum Bau von Luftschiffen sowie deren Einsatzmöglichkeiten und zur Organisation des Luftschifferwesens. Unter diesen Akten finden sich auch zahlreiche Fotografien, Konstruktionspläne und Skizzen von Ballons und Luftschiffen sowie von deren Zubehör, ferner Luftbilder, Lagepläne und Karten.</p>
                    <p>Aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sind generell nur sehr wenige Unterlagen überliefert. Von den meisten Feldluftschifferabteilungen sind im Bundesarchiv-Militärarchiv überhaupt keine Akten vorhanden, von den Abteilungen 1, 3, 5, 7, 16, 22, 23, 27, 32, 33 und 35 jeweils nur ein oder zwei. Bei diesen handelt es sich v.a. um Luftbilder aus dem Frankreich-Feldzug. Eine Ausnahme bildet die Feldluftschifferabteilung 26, Ballonzug 137: Hier finden sich 80 Akten aus dem Ersten Weltkrieg, darunter v.a. Verwaltungsschriftgut, Personalsachen, Befehle, Meldungen und Verfügungen sowie Unterlagen betr. Ballone, Ballongerät und Zubehör.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Luftschiffertruppen wurden ursprünglich im Heeresarchiv in Potsdam aufbewahrt. Ein großer Teil des Bestandes wurde während des Zweiten Weltkrieges durch einen Brand vernichtet. Viele der verbliebenen Akten gelangten als Kriegsbeute nach England. In den 1950er Jahren wurden sie an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und in der Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes unter den Bestandssignaturen I L 73-I L 80 archiviert. 1968, im Zuge der Auflösung der Dokumentenzentrale, wurden die Akten ins Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg übernommen.</p>
                    <p>Im Militärarchiv waren unter der Altsignatur L 01-L 07 schon einige wenige Akten aus den Beständen der Luftschiffertruppen vorhanden, die mit dem neu zugegangenen Schriftgut zu einem Bestand vereinigt wurden.</p>
                    <p>1996 wurde der Bestand PH 18 durch eine weitere Abgabe ergänzt: Das Australian War Memorial überließ dem Bundesarchiv-Militärarchiv 80 Akten der Feldluftschifferabteilung 26, Ballonzug 137, die im Krieg von australischen Truppen erbeutet worden waren. Im Australian War Memorial waren die Akten mit der Bestandsnummer 46 versehen und von 1-88 durchnummeriert. Diese Nummerierung wurde als Altsignatur übernommen, ihr wurde zur Kennzeichnung aber noch die Abkürzung AWM (für „Australian War Memorial&quot;) vorangestellt: AWM 46/...</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2: Preußisches Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3: Großer Generalstab der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 5-I bis 5-IV: Oberkommandos der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 6-I bis 6-VI: Generalkommandos der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 8-I bis 8-VI: Divisionen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-V: Generalinspektion des Militärverkehrswesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XIII: Inspektion des Lichtbildwesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XIV: Inspektion der Luftschiffertruppen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XV: Inspektion der Fliegertruppen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XVII: Inspektion des Flugzeugwesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XVIII: Inspektion der Flugabwehrkanonen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 9-XX: Inspektion des Militär-Luftfahr-Wesens und Militär-Kraftfahr-Wesens der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 15: Dienststellen und Einheiten der Eisenbahntruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 16: Dienststellen und Einheiten der Telegrafentruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 17-I: Kommandierender General der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 19: Kommandostellen und Einheiten der Fliegertruppe der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 24: Dienststellen und Einheiten der Technischen Truppen der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 27: Dienststellen für Waffenstillstand und Demobilmachung der Preußischen Armee</p>
                    <p>PH 28: Erdverbände der Luftstreitkräfte der Preußischen Armee</p>
                    <p>RL 2-IV: Generalstab der Luftwaffe/ Kriegswissenschaftliche Abteilung</p>
                    <p>Nachlässe:</p>
                    <p>N 302: Generalmajor Joachim Breithaupt</p>
                    <p>N 50: Major d. R. Ernst Canter</p>
                    <p>N 205: Oberst Kurt Gottschling</p>
                    <p>N 624: Leutnant der Marineartillerie Dr. Ing. Erich Ewald</p>
                    <p>N 258: Generalmajor der Luftwaffe Karl Fink</p>
                    <p>N 485: Oberst Richard May</p>
                    <p>N 576: Hauptmann Dr. med. Karl Meise</p>
                    <p>N 277: Major Prof. H.c. mult. August von Parseval</p>
                    <p>N 175: Oberst Hans Georg Pretzell</p>
                    <p>N 681: Generalleutnant Friedrich Stahl.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 18: Fliegertruppen</p>
                    <p>MSg 163: Sammlung Fritz Jacobsen: Deutsches Luftarchiv</p>
                    <p>MSg 170: Sammlung Willi Hackenberger: Luftfahrt im Ersten Weltkrieg</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1937.</p>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923.</p>
                    <p>Die deutschen Luftstreitkräfte von ihrer Entstehung bis zum Ende des Weltkriegs 1918, hg. v. der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1941,1942.</p>
                    <p>Falkenhayn, Fritz von: Kurze Darstellung der technischen Entwicklung der Flugzeuge, der Materialfragen und des Geräte-Ersatzes der deutschen Fliegertruppe im Weltkrieg, 1914/18.</p>
                    <p>Hoeppner, Ernst von: Deutschlands Krieg in der Luft. Ein Rückblick auf die Entwicklung und die Leistungen unserer Heeres-Luftstreitkräfte im Weltkriege, Leipzig 1921.</p>
                    <p>Jozwiak, Stephanie: „Lächerliche Drahtkommoden und Eierkisten&quot;. Die Entwicklung der Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg und deren Überlieferung, in: Mitteilungen aus dem Bundesarchiv, Heft 2 (2008).</p>
                    <p>Köhler, Karl: Organisationsgeschichte der Luftwaffe von den Anfängen bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt durch Friedrich Forstmeier (u.a.), Bd. 3 Abschnitt V, München 1983.</p>
                    <p>Loewenstern, Elard von: Mobilmachung, Aufmarsch und erster Einsatz der deutschen Luftstreitkräfte im August 1914, Berlin 1939.</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, 3 Bde., hg. v. Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt 1965-1966.</p>
                    <p>Militärluftfahrt im Völkerrecht und deutschen Recht der Vorkriegszeit. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften der Luftwaffe, Bd. 2, Berlin 1938.</p>
                    <p>Mobilmachung, Aufmarsch und erster Einsatz der deutschen Luftstreitkräfte. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften Bd. 3, Berlin 1938.</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege unter Mitwirkung von 29 Offizieren und Beamten der Heeres- und Marineluftfahrt nach amtlichen Quellen, Berlin 1920.</p>
                    <p>Robinson, Douglas: The Zeppelin in Combat. London 1966.</p>
                    <p>Straub, Heinz: Verschollen in der Arktis. Die schicksalhafte Ballonfahrt der Andrée-Expedition, Frankfurt a. M. 1988.</p>
                    <p>Wir Luftkämpfer. Bilder und Berichte deutscher Flieger und Luftschiffer, hg. mit Genehmigung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte, Berlin, Wien 1918.</p>
                    <p>„Z 181&quot;- Im Zeppelin gegen Bukarest. Von dem ersten Offizier eines Z-Luftschiffs, Berlin 1916.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Gründung und Organisation der Luftschiffertruppe der Preußischen Armee:</p>
                    <p>1884: Gründung der ersten Luftschiffertruppe als Ballon-Detachement, Unterstellung unter das Kriegsministerium</p>
                    <p>1886: Umbildung der Truppe zur Luftschifferabteilung, Unterstellung unter das Eisenbahn-Regiment bzw. die Eisenbahn-Brigade (vgl. PH 15)</p>
                    <p>1899: Unterstellung der Luftschifferabteilung unter die neu eingerichtete Inspektion der Verkehrstruppen (vgl. PH 9-V)</p>
                    <p>1901: Umbildung der Luftschifferabteilung in ein Luftschifferbataillon mit zwei Kompanien</p>
                    <p>April 1911: Unterstellung des Luftschifferbataillons unter die Inspektion des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens (vgl. PH 9-XX).</p>
                    <p>1. Okt. 1911: Gründung von zwei zusätzlichen Luftschifferbataillonen</p>
                    <p>1911-1913: Gründung von zwei weiteren Luftschifferbataillonen, damit insgesamt Existenz von 5 Luftschifferbataillonen</p>
                    <p>1914: Gemäß der Mobilmachungsorder Zusammensetzung der Fliegertruppe aus 33 Feldfliegerabteilungen zu je sechs Flugzeugen, 10 Festungs-Flieger-Abteilungen zu je vier Flugzeugen, acht Etappen-Flugzeugparks und fünf Flieger-Ersatzabteilungen, mit insgesamt ca. 500 Offizieren und 5 000 Unteroffizieren und Mannschaften</p>
                    <p>1915/16: Herauslösung des Luftfahrwesens aus der Generalinspektion des Militär-Verkehrswesens und Aufbau einer eigenständigen Organisation der Flieger; Schaffung der Ämter des „Chefs des Feldflugwesens&quot; und des „Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte&quot; (Kogenluft), besetzt mit Major Hermann von der Lieth-Thomsen und Generalleutnant Ernst von Hoeppner</p>
                    <p>bis 1918: Erhebliche Ausweitung der Fliegertruppen</p>
                    <p>Nach Kriegsende Abbau der Luftstreitmacht gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand war bereits 1987 oberflächlich erschlossen und in einem vorläufigen Findbuch verzeichnet worden. Dieses Findbuch war in Teilen veraltet, da einerseits Unterlagen aus dem Australian War Memorial zum Bestand hinzugekommen und andererseits einige Akten in andere Bestände (u.a. PH 2, 3, 9-XX, 17, 19) transferiert worden waren. In der Überarbeitung wurde der aktuelle Bestand erfasst, die Aktentitel wurden präzisiert, stellenweise fehlende Altsignaturen ergänzt und fehlerhafte Laufzeiten verbessert. Mittels der Einfügung zahlreicher Enthält-Vermerke wurde eine tiefere Erschließung erreicht. Dabei wurden vor allem sämtliche den Akten beiliegenden historisch wertvollen Fotografien, Karten, Lagepläne, Konstruktionspläne und Skizzen einzeln mit Titel und Datum aufgenommen.</p>
                    <p>Die Akten wurden im vorgefundenen Zusammenhang belassen, die vorrangige Ordnung der Unterlagen nach Einheiten (Luftschifferbataillone, Feldluftschiffertruppen) wurde beibehalten. Innerhalb der jeweiligen Hauptgruppen wurden die Akten nach inhaltlichen und systematischen Kriterien (z.B. Verwaltungsschriftgut, Berichte und Tagebücher, Mobilmachungsunterlagen) neu geordnet und zu Serien zusammengefasst; innerhalb der Serien wurde nach dem Chronologieprinzip verfahren.</p>
                    <p>Der Großteil des Bestandes ist in Foliomappen und Archivkartons verpackt, acht Großformate wurden getrennt eingelagert. Die meisten Akten liegen in preußischer Fadenheftung vor, oder, nachdem sie aus konservatorisch ungünstigen Schnellheftern herausgelöst und von Heftklammern befreit wurden, als Loseblattsammlungen. Grundsätzlich befinden sich die Akten in gutem Zustand, einige Akten bedürfen allerdings auf Grund von Papierzerfall und mechanischen Schäden infolge der Benutzung konservatorischer Maßnahmen. Insbesondere die großformatigen Pläne, Skizzen und Karten, die in den Akten fest eingeheftet und oft mehrfach gefaltet sind, können nur mit großer Vorsicht zur Benutzung entfaltet werden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Bayerisches Hauptstaatsarchiv in München, Abteilung IV Kriegsarchiv</p>
                    <p>Hauptstaatsarchiv Stuttgart, darin u.a. Bestände des württembergischen Kriegsministeriums und des Generalkommandos</p>
                    <p>Landesarchiv Baden-Württemberg - Generallandesarchiv Karlsruhe</p>
                    <p>Hauptstaatsarchiv Dresden</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 19</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommandostellen und Einheiten der Fliegertruppe der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1911-01-01/1918-12-31">1911-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>588 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>12,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die erhalten gebliebenen Aktenreste stammen größtenteils aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Unterlagen zur Fliegerausbildung und zur Flugtechnik, sowie von der Teilnahme von Fliegeroffizieren an Flugveranstaltungen. Aus der Zeit des Ersten Weltkriegs sind insbesondere Luftbildsammlungen einzelner Einheiten von verschiedenen Kriegsschauplätzen und sonstige Dokumente zur Luftaufklärung sowie Kriegstagebücher der Jagdstaffeln 24 und 35 und der Fliegerabteilung 281 überliefert.</p>
                    <p>Ergänzt wurde der vorliegende Schriftgutbestand durch Ablichtungen und Mehrfertigungen aus Luftfahrtakten der Bayerischen Armee.</p>
                    <p>Von der Inspektion der Fliegertruppen sind aus der Zeit vor 1914 vereinzelte Unterlagen vor allem zur Ausbildung und Teilnahme von Fliegeroffizieren an öffentlichen Flugveranstaltungen, daneben auch zu technischen Fragen überliefert. Aus dem Ersten Weltkrieg liegen Dokumente über Luftaufklärung vor, ferner KTB der Jagdstaffeln 24 und 35 sowie der Fliegerabteilung 281.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Fliegertruppen sind nur unvollständig überliefert, da ein Großteil des Aktenbestands 1945 durch Kriegseinwirkung im Heeresarchiv in Potsdam verbrannte.</p>
                    <p>Der erhalten gebliebene Restbestand gelangte zunächst als Kriegsbeute nach England, wurde in den fünfziger Jahren an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts aufgenommen. Bei deren Auflösung im Jahre 1967 wurde er schließlich vom neu gegründeten Militärarchiv übernommen. Bei den nach England gelangten Akten handelte es sich zu einem großen Teil um Luftfahrtakten der Bayerischen Armee, die nach erfolgter Auswertung (Reproduktion) an das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München zurückgegeben wurden.</p>
                    <p>Die erhalten gebliebenen Akten der ehemaligen bayerischen, württembergischen, badischen</p>
                    <p>und sächsischen Truppen befinden sich in den zuständigen Hauptstaatsarchiven in München, Stuttgart und Dresden bzw. im Generallandesarchiv in Karlsruhe.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Jahre 1911 entstand aus dem 1910 gegründeten Fliegerkommando Döberitz die Lehr- und Versuchsanstalt für Militär-Flugwesen. Nach deren Auflösung wurde am 1.10.1912 eine zum Gardekorps gehörende Fliegertruppe geschaffen, deren Truppenkommando in Döberitz verblieb und die über drei weitere Fliegerstationen in Straßburg, Metz und Darmstadt verfügte. Sie unterstand der Inspektion des Militär-Luft- und Kraft-Fahrwesens. Dem Ausbau der Heeresluftschifffahrt entsprechend brachte die Vergrößerung des Heeres 1913 eine erhebliche Vermehrung und zugleich eine Neugliederung der Fliegertruppe. Am 1.10.1913 wurde die Inspektion der Fliegertruppen errichtet und vier Fliegerbataillone zu je drei Kompanien aufgestellt. Sie hatten vor allem Flugzeugführer und Beobachter für den Aufklärungsdienst auszubilden. Im 1. Weltkrieg vergrößerte sich die Fliegertruppe erheblich. Die anfänglich den Kommandobehörden der Armee unterstellten fliegenden Verbände wurden später in Staffeln gegliedert, die man schließlich zu Geschwadern zusammenfasste.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                    <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                    <p>PH 8 Divisionen</p>
                    <p>PH 9 V Generalinspektion des Militärverkehrswesens</p>
                    <p>PH 9 XV Inspektion der Fliegertruppen</p>
                    <p>PH 9 XX Inspektion des Militär ¿ Luft - und Kraftfahrwesens</p>
                    <p>Nachlässe (N)</p>
                    <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                    <p>Schriftgutbestände der Königlich Bayerischen Inspektionen des Ingenieurkorps, des Militär-, Luft- und Kraftfahrwesens und des Militär-Luftfahrwesens sowie der Flieger-Ersatz-Abt. Schleißheim und der Bayer. Flieger-Abteilung 304 im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, in München.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 18 Fliegertruppen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937</p>
                    <p>Die deutschen Luftstreitkräfte von ihrer Entstehung bis zum Ende des Weltkriegs 1918. Herausgegeben von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1941,1942</p>
                    <p>Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914. Herausgegeben vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt. Frankfurt 1965, 1966</p>
                    <p>Militärluftfahrt im Völkerrecht und deutschen Recht der Vorkriegszeit. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften der Luftwaffe Bd. 2. Berlin 1938</p>
                    <p>Mobilmachung, Aufmarsch und erster Einsatz der deutschen Luftstreitkräfte. Kriegsgeschichtliche Einzelschriften Bd. 3. Berlin 1938</p>
                    <p>Wir Luftkämpfer. Bilder und Berichte deutscher Flieger und Luftschiffer. Herausgegeben mit Genehmigung des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte. Berlin, Wien 1918</p>
                    <p>Koerber, Adolf Victor von: Das fliegende Heer. Leipzig 1937</p>
                    <p>Leipzig 1932</p>
                    <p>Supf, Peter: Das Buch der deutschen Fluggeschichte. Stuttgart 1956-1958.</p>
                    <p>Mückler, Jörg: Deutsche Flugzeuge im Ersten Weltkrieg. Stuttgart 2013.</p>
                    <p>Rosenboom, Sebastian: Im Einsatz über der &quot;vergessenen Front&quot;. Der Luftkrieg an der Ostfront im Ersten Weltkrieg. Potsdam 2013.</p>
                    <p>Hans Werner Neulen: Die Adler des Kaisers im Orient 1915-1919, Aachen 2016.</p>
                    <p>Napp, Niklas: Die deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg. Paderborn 2017.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 28</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Flugabwehrwesen, Flugmeldedienst und Heimatluftschutz der Preußischen Armee</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1918-12-31">1917-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>16 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der vorliegende Schriftgutbestand umfasst in der Hauptsache Abschriften von Kriegstagebüchern und Gefechtsberichten einzelner Flak-Einheiten, von denen das Nationalarchiv in Washington Mehrausfertigungen an das Militärarchiv abgegeben hat.</p>
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                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten der Erdverbände der Luftstreitkräfte wurden beim Brand des Heeresarchivs in Potsdam und - soweit sie an das Luftarchiv abgegeben worden waren - bei Kriegsende 1945 vernichtet. Einige Aktenreste wurden von den Alliierten erbeutet und teilweise an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben, wo sie über die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamts nach deren Auflösung 1968 in das neu gegründete Militärarchiv übernommen wurden.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Zur Abwehr feindlicher Angriffe und zur Aufklärung aus der Luft wurde im 1. Weltkrieg die Flugabwehr geschaffen. Im März 1917 wurde die Flak (Flugabwehrkanone), zu der auch der Flugmeldedienst gehörte, als eigene Waffengattung im Heer eingerichtet.</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 2 Kriegsministerium</p>
                    <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                    <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                    <p>PH 6 Generalkommandos</p>
                    <p>PH 8 Divisionen</p>
                    <p>PH 9 V Generalinspektion des Militärverkehrswesens</p>
                    <p>PH 9 XVIII Inspektion der Flugabwehrkanone</p>
                    <p>PH 17 Kommandierender General der Luftstreitkräfte</p>
                    <p>PH 19 Fliegertruppen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>PHD 17 Kommandierender General der Luftstreitkräfte/Chef des Feldflugwesens</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. In: Forschungen und Darstellungen aus dem Reichsarchiv, Heft 5. Berlin 1923.</p>
                    <p>Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkrieg 1914-1918. Berlin 1937.</p>
                    <p>Entwicklung und Einsatz der deutschen Flakwaffe und des Luftschutzes im Weltkriege. Herausgegeben von der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe. Berlin 1938.</p>
                    <p>Jancke, Hans: Flak an der Somme. Berlin 1939.</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
              </c>
            </c>
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                <unittitle>Preußische und Kaiserliche Marine 1849 bis 1918/1919</unittitle>
              </did>
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                <did>
                  <unittitle>Spitzenbehörden</unittitle>
                </did>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 1</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliche Admiralität und Vorgängerbehörden in Preußen</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1808-01-01/1889-12-31">(1808) 1849-1889</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4131 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>108,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Das Registraturgut der Admiralität gliedert sich in folgende Sachgebiete:</p>
                    <p>Zentrale Angelegenheiten:</p>
                    <p>Reichs- und Staatsverwaltung, Organisation und Dienststellenverwaltung, Admiralitätsrat, Kabinettsordres, Öffentlichkeitsarbeit, Marineverordnungsblätter, Kommandoangelegenheiten, Militärpolitische Angelegenheiten, Flottenpolitik, Indiensthaltung von Kriegsschiffen, Schiffsentsendungen, Personalwirtschaft, Mobilmachungsangelegenheiten, Organisation und Dienstbetrieb der Behörden und Marineteile an Land, Militärische Ausbildung, Unterricht, Bildungswesen, Flottentaktik und Übungen, Küstenbefestigung, Signalwesen, Transportangelegenheiten, Handelsmarine, fremde Marinen</p>
                    <p>Technische Angelegenheiten:</p>
                    <p>Erwerb fertiger Schiffe, Allgemeine technische Angelegenheiten des Kriegsschiffbaus, Reparaturen, Schiffbau, Maschinenbau, Artillerie und Torpedowaffe, Hafen-, Land- und Wasserbau</p>
                    <p>Verwaltungsangelegenheiten:</p>
                    <p>Etatangelegenheiten, Kassen- und Rechnungswesen, Gehälter und Gebührnisse, Natural- und Geldverpflegung, Garnisonsbau, Garnisonsverwaltung, Uniformen und Bekleidung, Wohnungsangelegenheiten und Servis, Pensionen, Unterstützungen, Versorgung, Schulangelegenheiten und Seelsorge. In geringem Umfang sind ferner belegt: Justizangelegenheiten, Medizinalwesen, Hydrographische Angelegenheiten, Erwerb und Aufbau des Jadegebietes (Wilhelmshaven).</p>
                    <p>Der Bestand enthält als Vorakten auch die Überlieferung der Spitzenbehörden der preußischen und der Norddeutschen Marine.</p>
                    <p>Der Bestand umfaßt etwa 4000 AE mit ca. 900 Großformaten.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Das zuvor streng nach Kommando- und Verwaltungsakten getrennte Registraturgut wurde in der als Einheitsbehörde organisierten Admiralität weitgehend vermischt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die im Kurfürstentum Brandenburg und später im Königreich Preußen aufgebaute Flotte geriet im späten 18. Jahrhundert in Verfall. Anfang des 19. Jahrhunderts war Preußen keine Seemacht. Erst ab 1811/13 wurden wieder konsequent Seefahrzeuge zur Küstenverteidigung angeschafft und darüber hinausgehende Pläne entwickelt. Mit Schreiben vom 14.11.1817 wurden die anderen Seemächte über die neue preußische Kriegsflagge in Kenntnis gesetzt. Die Zuständigkeit für Marineangelegenheiten lag beim Preußischen Kriegsministerium, in welchem schließlich ab 1848 eine Abteilung für Marine-Angelegenheiten bestand. Parallel bestand eine Technische Marine-Kommission zur Ausarbeitung von Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Mit einer entsprechenden Allerhöchsten Kabinettsorder vom 5.9.1848 wurde die Königlich Preußische Marine gebildet und in der Folge entsprechend Kriegsschiffe zum Teil zum Bau in Auftrag gegeben, zum Teil gekauft oder auch von der Flotte des Deutschen Bundes übernommen. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 14.11.1853 wurde die Königlich Preußische Admiralität als nunmehr eigenständige höchste Marinebehörde eingerichtet. Chef der Admiralität war der Preußische Ministerpräsident. Die Admiralität bestand zu diesem Zeitpunkt aus drei Abteilungen (für Kommandoangelegenheiten; für technische Angelegenheiten; für allgemeine und Verwaltungsangelegenheiten). Mit dem 30.3.1854 wurde schließlich der bisherige Leiter der Technischen Marine-Kommission, Prinz Adalbert von Preußen, zum &quot;Admiral der preußischen Küsten&quot; und Oberbefehlshaber der Preußischen Marine ernannt. Am 14.3.1859 wurde die Admiralität umorganisiert und in zwei Abteilungen gegliedert (Marineverwaltung; Oberkommando). Bald darauf erfolgte jedoch eine grundsätzliche Umorganisation. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 16.4.1861 wurde die Admiralität aufgelöst und an ihrer Statt das Preußische Marineministerium gebildet. Dieses wurde in Personalunion vom Preußischen Kriegsminister geführt.</p>
                    <p>Mit dem 25.6.1867 ging die Preußische Marine zusammen mit den Seestreitkräften der anderen deutschen Staaten an den Norddeutschen Bund. Die Bezeichnungen in der Folgezeit sind uneinheitlich. In der Forschung ist die Bezeichnung Norddeutsche Bundesmarine gängig. Die Schiffe führten nun auch entsprechend die Kriegsflagge des Norddeutschen Bundes. Die Reichsverfassung vom 20.4.1871 definierte die Marine als Reichsangelegenheit und sprach sowohl von &quot;Reichsmarine&quot; als auch von &quot;Kaiserlicher Marine&quot;. Durch eine entsprechende Weisung Kaiser Wilhelms I. an den Chef der neuen Oberbehörde für die Marine vom 1.2.1872 wurde die Marine von diesem Tag an als &quot;Kaiserliche Marine&quot; bezeichnet. Aus dem Preußischen Marineministerium wurde damit die Kaiserliche Admiralität.</p>
                    <p>Der Chef der Admiralität sollte die Verwaltung unter der Verantwortung des Reichskanzlers und den Oberbefehl nach den Anordnungen des Kaisers (Kaiserliche Kommandogewalt) führen. Die Admiralität blieb bis 1889 unter mehrfacher Umorganisation oberste Marinebehörde. Wegen der ständigen Vergrößerung und des Ausbaus der Kaiserlichen Marine wurde die Admiralität zum 1.4.1889 aufgelöst und an ihrer Stelle drei Spitzenbehörden geschaffen: Kaiserliches Marinekabinett (s. RM 2), Reichsmarineamt (s. RM 3), Oberkommando der Marine (s. RM 4).</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Kaiserliches Marinekabinett (RM 2)</p>
                    <p>Reichsmarineamt (RM 3)</p>
                    <p>Oberkommando der Marine (RM 4)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Marineverordnungsblatt 1870 ff.</p>
                    <p>Rang- und Quartierlisten der Kaiserlichen Marine 1875-1889</p>
                    <p>Allgemeine Marinebefehle 1852-1871</p>
                    <p>RMD 7 Kaiserliche Admiralität/ Kaiserliches Oberkommando</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt/M. 1958</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die im Kurfürstentum Brandenburg und später im Königreich Preußen aufgebaute Flotte geriet im späten 18. Jahrhundert in Verfall. Anfang des 19. Jahrhunderts war Preußen keine Seemacht. Erst ab 1811/13 wurden wieder konsequent Seefahrzeuge zur Küstenverteidigung angeschafft und darüber hinausgehende Pläne entwickelt. Mit Schreiben vom 14.11.1817 wurden die anderen Seemächte über die neue preußische Kriegsflagge in Kenntnis gesetzt. Die Zuständigkeit für Marineangelegenheiten lag beim Preußischen Kriegsministerium, in welchem schließlich ab 1848 eine Abteilung für Marine-Angelegenheiten bestand. Parallel bestand eine Technische Marine-Kommission zur Ausarbeitung von Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Mit einer entsprechenden Allerhöchsten Kabinettsorder vom 5.9.1848 wurde die Königlich Preußische Marine gebildet und in der Folge entsprechend Kriegsschiffe zum Teil zum Bau in Auftrag gegeben, zum Teil gekauft oder auch von der Flotte des Deutschen Bundes übernommen. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 14.11.1853 wurde die Königlich Preußische Admiralität als nunmehr eigenständige höchste Marinebehörde eingerichtet. Chef der Admiralität war der Preußische Ministerpräsident. Die Admiralität bestand zu diesem Zeitpunkt aus drei Abteilungen (für Kommandoangelegenheiten; für technische Angelegenheiten; für allgemeine und Verwaltungsangelegenheiten). Mit dem 30.3.1854 wurde schließlich der bisherige Leiter der Technischen Marine-Kommission, Prinz Adalbert von Preußen, zum &quot;Admiral der preußischen Küsten&quot; und Oberbefehlshaber der Preußischen Marine ernannt. Am 14.3.1859 wurde die Admiralität umorganisiert und in zwei Abteilungen gegliedert (Marineverwaltung; Oberkommando). Bald darauf erfolgte jedoch eine grundsätzliche Umorganisation. Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 16.4.1861 wurde die Admiralität aufgelöst und an ihrer Statt das Preußische Marineministerium gebildet. Dieses wurde in Personalunion vom Preußischen Kriegsminister geführt.</p>
                    <p>Mit dem 25.6.1867 ging die Preußische Marine zusammen mit den Seestreitkräften der anderen deutschen Staaten an den Norddeutschen Bund. Die Bezeichnungen in der Folgezeit sind uneinheitlich. In der Forschung ist die Bezeichnung Norddeutsche Bundesmarine gängig. Die Schiffe führten nun auch entsprechend die Kriegsflagge des Norddeutschen Bundes. Die Reichsverfassung vom 20.4.1871 definierte die Marine als Reichsangelegenheit und sprach sowohl von &quot;Reichsmarine&quot; als auch von &quot;Kaiserlicher Marine&quot;. Durch eine entsprechende Weisung Kaiser Wilhelms I. an den Chef der neuen Oberbehörde für die Marine vom 1.2.1872 wurde die Marine von diesem Tag an als &quot;Kaiserliche Marine&quot; bezeichnet. Aus dem Preußischen Marineministerium wurde damit die Kaiserliche Admiralität.</p>
                    <p>Der Chef der Admiralität sollte die Verwaltung unter der Verantwortung des Reichskanzlers und den Oberbefehl nach den Anordnungen des Kaisers (Kaiserliche Kommandogewalt) führen. Die Admiralität blieb bis 1889 unter mehrfacher Umorganisation oberste Marinebehörde. Wegen der ständigen Vergrößerung und des Ausbaus der Kaiserlichen Marine wurde die Admiralität zum 1.4.1889 aufgelöst und an ihrer Stelle drei Spitzenbehörden geschaffen: Kaiserliches Marinekabinett (s. RM 2), Reichsmarineamt (s. RM 3), Oberkommando der Marine (s. RM 4).</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 1-KART</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliche Admiralität und Vorgängerbehörden in Preußen.- Kartenwerke</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1849-01-01/1889-12-31">1849-1889</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Karten</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 2</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliches Marinekabinett</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1898-01-01/1919-12-31">1898-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2611 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>78,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a177cbb6-77f3-4376-8e8f-a571a441b101"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Akten des Marinekabinetts sind verhältnismäßig vollständig erhalten geblieben. Das schließt Lücken in Einzelfällen nicht aus. So fehlen beispielsweise detaillierte Aktenpläne oder sonstige Registraturhilfsmittel sowie ein seinerzeit gültiger Geschäftsverteilungsplan.</p>
                    <p>Als Generaladjutant stand der Chef des Marinekabinetts im persönlichen Dienst des Kaisers. Die Akten seiner Behörde dokumentieren daher in beträchtlichem Umfange persönliche Angelegenheiten Wilhelms II. und anderer in- und ausländischer Fürsten. Sie enthalten u.a. handgezeichnete Flottentabellen, Zeichnungen und Schiffskonstruktionen des Kaisers, Vortragsmanuskripte, Texte kaiserlicher Predigten und Schiffsgottesdienste, Korrespondenzen, Geschenklisten und Zeitungssausschnitte mit eigenhändigen Randbemerkungen zu allen Zeitfragen sowie Unterlagen über Bau und Indiensthaltung der kaiserlichen Yachten, alle See- und Landreisen des Kaisers und persönliche Angelegenheiten der kaiserlichen Familie.</p>
                    <p>Der größte Teil des Bestandes betrifft die Personalangelegenheiten der Offiziere. Obwohl die Personalakten bestimmungsgemäß nach dem Tode der Betroffenen vernichtet worden sind, gestatten die vorhandenen Auszüge aus den Qualifikationsberichten in Verbindung mit Unterlagen über Besuche, Verabschiedungen, Personaletats und Stellenbesetzungen eine nahezu lückenlose Rekonstruktion der Personalpolitik in der Marine sowie des militärischen Werdeganges einzelner aktiver Offiziere.</p>
                    <p>Unterlagen über die allgemeine Organisation der Marine und militärpolitische Angelegenheiten, dabei Schriftwechsel mit dem Militärkabinett und anderen militärischen und zivilen Behörden sowie militärische Berichterstattung über allgemeine politische und wirtschaftliche Angelegenheiten sind ein weiterer Schwerpunkt des Bestandes. Ordensverleihungen, soziale Angelegenheiten, Verwaltung und Rechtspflege sind ebenfalls dokumentiert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Nach dem Vorbild des Preußischen Militärkabinetts wurde am 1. April 1889 das Marinekabinett geschaffen. Konzipiert als Büro zur Ausübung der Kommandogewalt in maritimen Angelegenheiten, entwickelte es sich in der Praxis zur entscheidenden Behörde in Personalangelegenheiten der Marineoffiziere. Es war als Immediatbehörde dem Kaiser direkt unterstellt, unterlag also nicht der Verantwortlichkeit gegenüber dem Parlament.</p>
                    <p>Das Marinekabinett sollte als Verwaltungsbehörde zur &quot;Erledigung maritimer Angelegenheiten&quot; und zur Übermittlung von Befehlen an die Marinebehörden und bestimmte Personen fungieren. Zur Hauptaufgabe wurde jedoch die Bearbeitung der Personalien und Stellenbesetzungen der Seeoffiziere, Seekadetten, Marine-Infanterieoffiziere, Maschineningenieure, Zeug-, Feuerwerks- und Torpedooffiziere.</p>
                    <p>Am 28. Oktober 1918 wurde die Behörde dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes unterstellt und im Dezember 1918 in das in das Personalamt im Reichsmarineamt umgewandelt.</p>
                    <p>Überlieferung des Schriftgutes</p>
                    <p>Eine Archivierung der Marineunterlagen fand bis in den 1. Weltkrieg nicht statt. Erst seit dem Zusammenbruch 1918 hat das neu eingerichtete Marinearchiv in Berlin die Aktenbestände der alten Behörden und Dienststellen der Kaiserlichen Marine für die spätere Geschichtsschreibung gesammelt. Seine Bestände, zu denen auch die fadengehefteten Akten des Marinekabinetts gehörten, überstanden nach ihrer Auslagerung auf Schloß Tambach bei Coburg weitgehend die Wirren des 2. Weltkrieges. Bei Kriegsende wurden sie von den Siegermächten nach England verbracht. Dort sind sie listenmäßig erfaßt und signiert worden. Seit Ende der 50er Jahre kamen sie in die Bundesrepublik Deutschland zurück.13</p>
                    <p>Trotz wechselvoller Überlieferungsgeschichte sind die Akten des Marinekabinetts insgesamt vollständig erhalten geblieben. Das schließt Lücken in Einzelfällen nicht aus. So fehlen beispielsweise detaillierte Aktenpläne oder sonstige Registraturhilfsmittel; auch ließ sich bisher keine Ausfertigung eines seinerzeit gültigen Geschäftsverteilungsplans ermitteln.</p>
                    <p>Ordnungs- und Erschließungsmaßnahmen</p>
                    <p>Die Akten des Marinekabinetts sind im Militärarchiv 1974 zunächst provenienzmäßig erfaßt, neu geordnet und signiert worden. Bis dahin besaßen noch die von den Engländern vergebenen Signaturen14 Gültigkeit. Die Unterlagen dieses wertvollen Bestandes waren bereits vorher vielfach benutzt und häufig in der Literatur zitiert worden; deshalb enthält das vorliegende Findbuch eine Konkordanz, die diese alten Signaturen festhält. Ferner sind auch die ursprünglich gültigen Registratur- und Aktenzeichen nachgewiesen. Diese wurden im Marinearchiv und in älteren Veröffentlichungen noch zur Bezeichnung der Akten verwendet.</p>
                    <p>Aufgrund der sehr schwierigen Personalsituation nahm die archivische Erschließung der Akten des Marinekabinetts hier mehrere Jahre in Anspruch. Die Verzeichnung der Bände 1 - 1576 ist den Herren Archivamtmann Albinus und Archivdirektor Dr. Sandhofer - er ist inzwischen verstorben - zu verdanken. Herr Dr. Sandhofer hat auch die systematische Ordnung des Bestandes geschaffen; bei seinem Tode lag der von ihm verzeichnete Teil (bis Nr. 1576) als Findbuch fertig geschrieben vor. Die systematische Ordnung, die sogar die Signaturen festlegte, war vor der Verzeichnung der restlichen Aktenbände bereits vorgegeben; daran sind nachträglich Änderungen in geringem Umfang vorgenommen worden. Die Verzeichnungsarbeit für die Bände 1577 - 2020 hat Frau Archivoberinspektorin Jaenicke in Zusammenarbeit mit mir geleistet. Sie hat auch die Konkordanzen und Indices für das Findbuch erstellt.</p>
                    <p>Bei der Verzeichnung wurden die alten Aktentitel zumeist übernommen; sie sind jedoch präzisiert und durch Hierin-Vermerke näher erschlossen worden, wo dies notwendig erschien.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>13 Vgl. Howard M. Ehrmann, The German Naval Archives (Tambach), in: Robert Wolfe, Captured German and Related Records. Athens/Ohio 1974. S. 157-162; Gert Sandhofer, Von der preußisch-deutschen Militärgeschichtsschreibung zur heutigen Militärgeschichte, Teilstreitkraft Marine, in: Ursula von Gersdorff, Geschichte und Militärgeschichte. Frankfurt a.M. 1974. S. 55-66</p>
                    <p>14 F-Nr./PG-Nr.; vgl. dazu Ehrmann, 1. c. S. 158: F=&quot;Files&quot;, PG = &quot;Pinched from the Germans&quot;</p>
                    <p>Aussagewert der Akten</p>
                    <p>Der wichtigste Teil des Bestandes betrifft die Personalangelegenheiten der Offiziere. Obwohl die Personalakten bestimmungsgemäß nach dem Tode der Betroffenen vernichtet worden sind, gestatten die vorhandenen Auszüge aus den Qualifikationsberichten in Verbindung mit Unterlagen über Besuche, Verabschiedungen, Personaletats und Stellenbesetzungen eine nahezu lückenlose Rekonstruktion der Personalpolitik in der Marine sowie des militärischen Werdegangs einzelner aktiver Marineoffiziere.</p>
                    <p>Wie bereits oben dargestellt, wurde diese Behörde als ein Büro zur Erledigung von Marineangelegenheiten für Wilhelm II. persönlich angesehen; deshalb sind in ihren Akten Unterlagen gerade über die wichtigen Marinesachen zu finden, die ja zur Kenntnis des Kaisers gebracht bzw. ihm zur Entscheidung vorgelegt werden mußten. Die Vernichtung vieler Überlieferungen anderer staatlicher Behörden macht diesen Bestand zu einer unentbehrlichen Quelle für alle Arbeiten über die Person Wilhelms II. und sein persönliches Regiment.15</p>
                    <p>Von besonderem Interesse sind die Unterlagen über persönliche Angelegenheiten des Kaisers und anderer fürstlicher Personen des In- und Auslandes. Sie enthalten u.a. handgezeichnete Flottentabellen, Zeichnungen und Schiffskonstruktionen des Kaisers, Vortragsmanuskripte, Texte kaiserlicher Predigten bei Schiffsgottesdiensten, Korrespondenzen, Geschenklisten und Zeitungsausschnitte mit eigenhändigen Randbemerkungen zu allen Zeitfragen. Sie betreffen den Bau und die Indiensthaltung der kaiserlichen Privatyachten, Versicherungsangelegenheiten der Yachtbesatzungen (mit umfangreichen Unterlagen der Seeberufsgenossenschaft), alle See- und Landreisen des Kaisers und persönliche Angelegenheiten der kaiserlichen Familie. Dem großen Interesse Wilhelms II. am Segelsport ist eine eigene umfangreiche Überlieferung zu verdanken.</p>
                    <p>Ordensverleihungen sind für zahlreiche deutsche und ausländische Zivilpersonen belegt, von denen sich viele um den Segelsport verdient gemacht hatten; ausgezeichnet wurden auch Frauen, die in der Wohlfahrtsarbeit und Krankenpflege hervorgetreten waren. Es liegen ferner die Statuten und Verleihungsbestimmungen für alle wichtigen Orden und Ehrenzeichen des In- und Auslandes vor.</p>
                    <p>An Unterlagen über soziale Angelegenheiten, Verwaltung und Rechtspflege sind hervorzuheben Dokumente über Gründung von Baugenossenschaften, Ermahnungen zu einfacher Lebensweise, Petitionsverbot für Beamte, Verbot von Glücksspielen, Unterstützung von Witwen, Bekämpfung des Alkoholismus, Errichtung von Seemannshäusern, Erholungs- und Altersheimen, Einrichtung privater Stiftungen.</p>
                    <p>Besondere Aufmerksamkeit verdient die militärische Berichterstattung über allgemeine politische und wirtschaftliche Angelegenheiten in den regelmäßig immediat eingereichten Berichten der Kommandanten von Kriegsschiffen in ausländischen Gewässern. Unterlagen über die allgemeine Organisation der Marine und militärpolitische Angelegenheiten, dabei Schriftwechsel mit dem Militärkabinett und anderen militärischen und zivilen Behörden, bilden einen weiteren Schwerpunkt des Bestandes, von dem der Teilbestand &quot;Marinekabinett im Großen Hauptquartier&quot; für die Zeit des 1. Weltkrieges besonders hervorzuheben ist. Er dokumentiert sowohl die allgemeine Kriegslage in politischer und militärischer Hinsicht, als auch einzelne Kriegsereignisse.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>14 F-Nr./PG-Nr.; vgl. dazu Ehrmann, 1. c. S. 158: F=&quot;Files&quot;, PG = &quot;Pinched from the Germans&quot;</p>
                    <p>15 Vgl. dazu: Gert Sandhofer, Die Überlieferung der Kaiserlichen Marine als Quelle zur allgemeine Geschichte, in: Heinz Boberach und Hans Booms, Aus der Arbeit des Bundesarchivs. Boppard 1977. S. 299-309</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>N 160 Nachlass Senden-Bibran, Gustav Frhr. v.</p>
                    <p>N 159 Nachlass Müller, Georg v.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Rangliste der Kaiserlichen Deutschen Marine 1892-1918</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Berghahn, Volker R.: Der Tirpitz-Plan. Düsseldorf 1971</p>
                    <p>Berghahn, Volker; Diest, Wilhelm: Kaiserliche Marine und Kriegsausbruch 1914. Neue Dokumente zur Juli-Krise [Dokumentation], in: Militärgeschichtliche Mitteilungen [5], 9169, S. 59.</p>
                    <p>Herwig, Holger: Das Elitekorps des Kaisers. Die Marineoffiziere im Wilhelminischen Deutschland. Hamburg 1977</p>
                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt a.M. 1958</p>
                    <p>Hubatsch, Walter: Kaiserliche Marine. München 1975</p>
                    <p>Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 3. - 5. Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1978-1982</p>
                    <p>Müller, Georg, Alexander v.: Der Kaiser... Aufzeichnungen des Chefs des Marinekabinetts über die Ära Wilhelms II. Hrsg. v. Walter Görlitz. Göttingen, Berlin, Frankfurt a.M. 1965</p>
                    <p>Ders.: Meine Stellungnahme zu den &quot;Tirpitz-Erinnerungen&quot;, in: Deutsche Politik. Wochenschrift für Welt- und Kulturpolitik. 4. 1919. S. 653-665</p>
                    <p>Ders.: Regierte der Kaiser? Kriegstagebücher, Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marinekabinetts 1914-1918. Hrsg. v. Walter Görlitz. Göttingen, Berlin, Frankfurt a.M. 1959</p>
                    <p>Ritter, Gerhard: Staatskunst und Kriegshandwerk. Bd. 2 München 1910</p>
                    <p>Röhl, John. C. G.: Admiral von Müller and the Approach of War 1911-1914, in: The Historical Journal, 12. 1969, S. 651-673</p>
                    <p>Sandhofer, Gert: Die Überlieferung der Kaiserlichen Marine als Quelle zur allgemeinen Geschichte, in: Heinz Boberach und Hans Booms, Aus der Arbeit des Bundesarchivs. Boppard 1977.</p>
                    <p>Schmidt-Bückeburg, Rudolf: Das Militärkabinett der preußischen Könige und deutschen Kaiser. Berlin 1933</p>
                    <p>Schröder, Ernst: Albrecht von Stosch, der General-Admiral Kaiser Wilhelms I., in: Historische Studien 353, Berlin 1939</p>
                    <p>Steinmetz, Hans-Otto: Admiral Freiherr von Senden-Bibran. Erster Chef des Marine-Kabinetts von 1889 - 1906. O. O. u. J. (Selbstverl. d. Verf. um 1974)</p>
                    <p>Tirpitz, Alfred v.: Erinnerungen. Leipzig 1919</p>
                    <p>Wippich, Rolf Harald: Japan und die deutsche Fernostpolitik 1894-1898. Vom Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges bis zur Besetzung der Kiautschou-Bucht. Ein Beitrag zur Wilhelminischen Weltpolitik, in: Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte 35, Stuttgart 1987</p>
                    <p>Zedlitz-Trützschler, Graf Robert: Zwölf Jahre am deutschen Kaiserhof, Stuttgart, Berlin, Leipzig 1924.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Das Marinekabinett wurde 1889 nach Vorbild des preußischen Militärkabinett geschaffen, als ein Büro zur Ausübung der Kommandogewalt in maritimen Angelegenheiten. Es wurde zur entscheidenden Behörde in Personalangelegenheiten der Marineoffiziere. Am 28.10.1918 dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes unterstellt.</p>
                    <p>1. Geschichtliche Entwicklung und Bedeutung der Behörde</p>
                    <p>Nach dem Muster des Militärkabinetts richtete Kaiser Wilhelm II. am 1. April 1889 sein Marinekabinett mit Dienstsitz in Berlin ein.1 Gleichzeitig entstanden das Reichsmarineamt für die Verwaltungsangelegenheiten der Marine und das Oberkommando der Marine für die Marinekommandosachen. Die drei neugeschaffenen Behörden traten an die Stelle der Kaiserlichen Admiralität, die zum selben Zeitpunkt aufgehoben wurde. Durch die neue Führungsorganisation der Marine ist die Trennung von Verwaltungs- und Kommandoangelegenheiten herbeigeführt worden.</p>
                    <p>Das Marinekabinett war als Immediatbehörde dem Kaiser unmittelbar unterstellt; es wurde als &quot;Bureau-Organisation&quot; oder &quot;Kanzlei&quot; für ihn persönlich konzipiert &quot;zur Erledigung maritimer Angelegenheiten&quot; und zur Übermittlung von Befehlen an die Marinebehörden oder bestimmte Personen.2 Das unmittelbare Vortragsrecht erlaubte es den Kabinettschefs, die als Vortragende Generaladjutanten zusätzlich noch im persönlichen Dienst des Kaisers standen, auch andere als die reinen Ressortfragen mit dem Monarchen zu besprechen. Bei dem Bestreben Wilhelms II., sich in Angelegenheiten der Marine, deren Aufbau ihm besonders am Herzen lag, vom Rat der verantwortlichen Fachminister unabhängig zu machen, konnte das Marinekabinett schnell eine über seinen eigentlichen Aufgabenbereich weit hinausragende Bedeutung erlangen.</p>
                    <p>Der Einfluß des Kabinettschefs war noch während des 1. Weltkrieges in vielen Fällen über Gebühr erhöht, da dem Kaiser zu selbständiger Entscheidung in Marinefragen meist die technische Sachkenntnis und Erfahrung fehlte. Sein Einwirken auch auf seestrategische Entscheidungen brachte den Kabinettschef in heftigen Gegensatz zum Reichsmarineamt und zur Seekriegsleitung; es ist bekannt, daß er in der Kriegszielfrage wie in der Frage des uneingeschränkten U-Bootskrieges die Politik des Reichskanzlers v. Bethmann-Hollweg tatkräftig gegen die Heeres- und Seekriegsleitung unterstützte. Im Bereich des Heerwesens war das persönliche Regiment des Kaisers weniger ausgeprägt; im Krieg hat es dort keine Rolle mehr gespielt.</p>
                    <p>Als Kommandobehörde unterlag das Marinekabinett nicht der Verantwortlichkeit gegenüber dem Parlament, wie dies für die obersten Verwaltungsbehörden zutraf; die militärische Kommandogewalt war ja durch die Reichsverfassung ausdrücklich dem Monarchen übertragen. Gegen die selbständigen politischen Beratungsorgane des Kaisers - neben dem Marinekabinett auch das nach 1850 bereits wiederhergestellte Zivilkabinett und das Militärkabinett - hat es vielfach verfassungsmäßige Bedenken gegeben. Man empfand das neubelebte Kabinettssystem des ehemaligen preußischen Staates als extrakonstitutionelle Einrichtung. Tatsächlich war in der Reichsverfassung von derartigen Institutionen keine Rede. Der ständig wachsende Einfluß der drei Kabinette, mit deren Hilfe der Kaiser sein persönliches Regiment erheblich ausweiten konnte, war jedenfalls mit der Kanzlerverantwortlichkeit unvereinbar.3</p>
                    <p>Erst am Ende des 1. Weltkrieges regelte Wilhelm II. schließlich - wie von den Mehrheitsparteien gefordert - die Stellung der beiden militärischen Kabinette neu und hob sie als Immediatbehörden auf; das Marinekabinett wurde am 28. Oktober 1918 dem Staatssekretär des Reichsmarineamts untergeordnet4 und am 13. Dezember 1918 in &quot;Personalamt im Reichsmarineamt&quot; umbenannt.5</p>
                    <p>2. Aufgaben und Organisation der Behörde</p>
                    <p>Aufgabe des Marinekabinetts war die Bearbeitung der Personalangelegenheiten der Kaiserlichen Marine sowie die persönliche Beratung des Kaisers in Marinefragen.</p>
                    <p>Die höchsten Stellen in der Marine wurden auf Vortrag des Kabinettschefs vom Kaiser besetzt, ohne daß weitere Vorschläge vorlagen. In allen übrigen Fällen dienten als Grundlage für die Stellenwechsel oder Stellenbesetzungen die Vorschläge des Reichsmarineamts, des Admiralstabs und der beiden Stationskommandos. Das Kabinett mußte bei vielfach kollidierenden Vorschlägen einen Ausgleich herbeiführen. Seine Aufgabe war es auch seit 1892, die &quot;Ranglisten der Kaiserlich deutschen Marine&quot; herauszugeben, die beim Verlag Mittler in Berlin erschienen sind.</p>
                    <p>Voraussetzung für die Stellenbesetzungen in der Marine bildeten die Qualifikationsberichte. Die Bestimmungen darüber erarbeitete das Kabinett; dort fand auch ihre endgültige Verwertung statt. Jedes zweite Jahr wurden über alle Offiziere ausführliche Berichte formell an den Kaiser eingereicht. Aufgrund der von den beiden Offizieren des Kabinetts gefertigten Auszüge daraus erfolgte ein Vortrag, bei dem die nötigen Konsequenzen gezogen wurden; die regelmäßige Berichterstattung über jeden einzelnen Offizier an den Kaiser war eines der Bindemittel zwischen dem Monarchen und dem Offizier. Von diesem Gesichtspunkt aus ist auch die Beibehaltung des Brauches anzusehen, daß alle Beförderungen, Ernennungen, Verabschiedungen usw. durch den Kaiser unterschriftlich vollzogen wurden, wie der Kaiser auch daran festhielt, alle Patente vom Kapitänleutnant an aufwärts zu unterschreiben.6</p>
                    <p>Ferner wurden dem Kaiser die Kriegsgerichtsurteile durch den Präsidenten des Reichsmilitärgerichts eingereicht mit einem Vorschlag zur Bestätigung, gnadenweisen Milderung oder Verweisung an ein anderes Gericht. Der Kabinettschef hielt Vortrag über den Gerichtsbefund. Ähnlich ist mit den Ehrengerichtsurteilen verfahren worden.</p>
                    <p>Der Kaiser ließ alle Immediateingaben, die die Marine betrafen, dem Kabinett ungeöffnet zugehen; bei wichtigen Schriftstücken mußte ihm der Inhalt vom Kabinett aus durch den Flügeladjutanten vom Dienst unterbreitet werden.7</p>
                    <p>Obwohl der Chef des Marinekabinetts ressortmäßig nichts mit Organisation zu tun hatte, räumte ihm der Staatssekretär des Reichsmarineamts einen Einfluß auf alle Organisationsfragen ein, die das Offizierskorps berührten.</p>
                    <p>Auch auf technischem Gebiet hatte der Kabinettschef keinerlei Befugnisse; er mußte sich aber fachkundig machen, um dem Kaiser, dessen großes Interesse für technische Dinge bekannt ist, jederzeit Auskunft geben zu können. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts hat ihm deshalb Pläne und Denkschriften über Bauprojekte zugestellt. In starkem Maß war das Kabinett in technischen Fragen beispielsweise durch ein Preisausschreiben für ein schnelles Linienschiff, das der Kaiser erlassen hatte, hineingezogen, weil es sich hierbei um eine private Angelegenheit des Kaisers handelte.</p>
                    <p>Ebensowenig hatte sich der Kabinettschef in militärische Fragen des Admiralstabsdienstes und der Flottenführung sowie der allgemeinen militärischen Ausbildung einzumischen. Aber auch hierin galt er als nächste Auskunftsstelle des Kaisers, weshalb er auf diesem Gebiet bewandert sein mußte; der Kaiser traf viele Entscheidungen erst auf seinen Vortrag.</p>
                    <p>Den Vorträgen des Chefs des Admiralstabs und des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes wohnte der Kabinettschef bei; auf Befehl des Kaisers mußte er darüber Notizen machen. Sein Vortrag selbst spielte sich unter vier Augen ab. War der Kaiser auf Reisen, zu denen meist die drei Kabinettschefs mitfuhren, so schickte der Staatssekretär und der Chef des Admiralstabs besonders dringliche Sachen an den Chef des Marinekabinetts mit dem Ersuchen, den Vortrag zu übernehmen.</p>
                    <p>Bereits 10 Jahre nach Gründung der Behörde hatten sich die Dienstgeschäfte erheblich ausgeweitet und durch die schnelle Vergrößerung des Offizierskorps vermehrt. Während der Kabinettschef ursprünglich nur einen einzigen Seeoffizier zugeteilt erhielt, bestand das Marinekabinett bereits um die Jahrhundertwende aus dem Chef, einem Abteilungsvorstand, einem Seeoffizier und einem Marine-Oberstabsingenieur.8 Am 31. Mai 1900 war das Kabinett dementsprechend in drei Gruppen eingeteilt, deren jede bestimmte Sachgebiete zu bearbeiten hatte. Der gesamte Aufgabenbereich ergibt sich aus dem folgenden Geschäftsverteilungsplan, den ich aus verschiedenen Angaben in den Akten rekonstruieren mußte, da sich das seinerzeit gültige Exemplar bisher nicht ermitteln ließ.</p>
                    <p>Geschäftsverteilungsplan vom 24. November 19019</p>
                    <p>Gruppe I</p>
                    <p>1. Qualifikationsberichte</p>
                    <p>2. Stellenbesetzungen</p>
                    <p>3. Etatsforderungen</p>
                    <p>4. Besichtigungen etc. durch seine Majestät</p>
                    <p>5. Organisatorische Angelegenheiten, Kompetenzkonflikte</p>
                    <p>6. Beschwerden von Offizieren</p>
                    <p>7. Ehrengerichte</p>
                    <p>8. Personalien der Offiziere und Beamten des Kabinetts</p>
                    <p>Gruppe II</p>
                    <p>1. Reise- und Inspizierungsberichte</p>
                    <p>2. Schießberichte</p>
                    <p>3. Technische Angelegenheiten</p>
                    <p>4. Immediatgesuche</p>
                    <p>5. Beschwerden von Personen vom Feldwebel abwärts</p>
                    <p>6. Kriegsgerichte</p>
                    <p>7. Angelegenheiten der Offiziere der Marine-Infanterie</p>
                    <p>8. Ordensangelegenheiten und andere Gnadenbeweise (Nobilitierungen, Charaktererhöhungen)</p>
                    <p>9. Uniformfragen</p>
                    <p>10. Jubiläums- und andere Feiern, Denkmalangelegenheiten</p>
                    <p>11. Mobilmachungs-Ranglisten</p>
                    <p>12. Indiensthaltungsbestimmungen</p>
                    <p>13. Dienstlaufbahn von Armeeoffizieren bei der Marine</p>
                    <p>14. Segelordres</p>
                    <p>15. Zeitungsnachrichten</p>
                    <p>Gruppe III</p>
                    <p>1. Marine-Rangliste</p>
                    <p>2. Personalbogen</p>
                    <p>3. Gesuchsliste</p>
                    <p>4. Kaiserliche Yachten</p>
                    <p>5. Reisen Seiner Majestät</p>
                    <p>6. Yachtsport und Tennisclub-Angelegenheiten</p>
                    <p>7. Mobilmachung des Kabinetts</p>
                    <p>8. Verwaltung der Bureaufonds und der Inventarien des Kabinetts</p>
                    <p>9. Alle unter I. und II. nicht aufgeführten Angelegenheiten</p>
                    <p>Dieser Geschäftsverteilungsplan ist offensichtlich ohne größere Änderungen lange Zeit gültig gewesen; eine Neufassung hat es erst gegen Ende des 1. Weltkrieges gegeben, als die Gruppe III infolge der vermehrt anfallenden Geschäfte erweitert werden mußte.10</p>
                    <p>3. Kabinettschefs</p>
                    <p>Kabinettschefs waren Admiral Frhr. v. Senden-Bibran (1889-1906) und Admiral v. Müller (1906-1918).</p>
                    <p>Ernst Otto Egon Gustav Frhr. v. Senden-Bibran11</p>
                    <p>Senden-Bibran wurde am 23. 7. 1847 zu Reisicht in Schlesien geboren und trat am 7. 4. 1862 in die Marine ein. Neben verschiedenen Bordkommandos, die ihn rund um die Erde führten, übernahm er auch wichtige Kommandos am Lande; so war er zeitweise 1. Adjutant der Marinestation der Nordsee (1883-1886), Dezernent in der Kaiserlichen Admiralität (1886-1888), Chef des Stabes der Marinestation der Ostsee (1888).</p>
                    <p>Am 1. April 1889 wurde er als Kapitän zur See und Flügeladjutant des Kaisers (1888) Chef des neu eingerichteten Marinekabinetts. Seine Ernennung zum Admiral erfolgte am 14. 11. 1903. Unter Belassung in seinem Verhältnis als Generaladjutant (20. 6. 1901) ist er am 7. 7. 1906 zur Disposition gestellt worden. Am 23. 11. 1909 ist er in Berlin verstorben.</p>
                    <p>Persönliche Aufzeichnungen aus der Zeit seiner dienstlichen Tätigkeit befinden sich als Nachlaß (N 160) im Militärarchiv.</p>
                    <p>Georg Alexander v. Müller12</p>
                    <p>v. Müller wurde am 24. 3. 1854 in Chemnitz geboren; er trat im Mai 1871 in die Marine ein. Auf den üblichen Auslandskommandos lernte er die Welt kennen. Daneben leistete er auch Dienst bei der Admiralität (1879, 1884, 1888), als Marineattaché bei der Gesandtschaft in Stockholm (1885), war Personaldezernent im Oberkommando der Marine (1892-1895) und persönlicher Adjutant des Prinzen Heinrich von Preußen (1895-1897). Er wurde als Gouverneur für Kiautschou vorgesehen (1900); weil seine Frau dem chinesischen Klima nicht gewachsen war, ist aber daraus nichts geworden.</p>
                    <p>Erste Berührung mit dem Kaiser erfuhr er bei verschiedenen Kommandierungen zum Marinekabinett (1889-1891, Abteilungschef 1900-1902), dessen Chef er am 8. 7. 1906 wurde; dieses Amt übte er bis zu seiner Verabschiedung am Ende des 1. Weltkrieges aus. Im Jahre 1900 erhielt er den erblichen Adel verliehen. Nach seiner Ernennung zum Generaladjutanten (1907) wurde er am 29. August 1910 Admiral. Am 18. 4. 1940 ist er in Hangelsberg bei Fürstenwalde/Spree gestorben.</p>
                    <p>Welchen Einfluß auf den Kaiser man ihm zuerkannte, ist daraus zu ersehen, daß sein Name nach dem 1. Weltkrieg auf der englischen Auslieferungsliste stand.</p>
                    <p>Über seinen Dienst in der Marine hat er tagebuchartige Aufzeichnungen hinterlassen, die sich im Militärarchiv (N 159) befinden und zum Teil bereits veröffentlicht sind.</p>
                    <p>Anmerkungen:</p>
                    <p>1 Vgl. dazu: RM 3/111 f. 12-15; RM 2/1 f. 20, 24. AKO v. 28. 3. 1889; Marine-Verordnungsblatt 20. 1889. S. 51</p>
                    <p>2 Vgl. AKO v. 14. 2. 1898: Abschrift in RM 3/2638 f. 51</p>
                    <p>3 Ernst Rudolf Huber, Deutsche Verfassungsgeschichte. Bd. 3, 1978. S. 816-819; Bd. 4. 1982. S. 566f; Bd. 5. 1978. S. 603f</p>
                    <p>Gerhard Ritter, Staatskunst und Kriegshandwerk. Bd. 2, 1960. S. 155</p>
                    <p>Rudolf Schmidt-Bückeburg, Das Militärkabinett der preußischen Könige und deutschen Kaiser, 1933. S. 214, 228</p>
                    <p>4 AKO v. 28. 10. 1918: RM 3/2718 f. 28; Marine-Verordnungsblatt 49. 1918, S. 335. Über den Dienstbetrieb vgl. RM 3/112 f. 46 u. RM 20/7 f. 51</p>
                    <p>5 Erlaß des Reichsmarineamtes vom 13. 12. 1918: RM 3/112 f. 51-56; Marine-Verordnungsblatt 49. 1918. S. 362</p>
                    <p>6 Vgl. dazu und zum Folgenden: Georg Alexander v. Müller, Der Kaiser... 1965. S. 42-52</p>
                    <p>7 Georg Alexander v. Müller, Der Kaiser... 1965. S. 27</p>
                    <p>8 Vgl. Ranglisten 1889-1900</p>
                    <p>9 Das vorliegende Exemplar wurde von mir rekonstruiert aus einem Entwurf, der am 31. 5. 1900 genehmigt (RM 2/2 f. 143, 144) und am 28. 3. bzw. am 24. 11. 1901 (RM 2/2 f. 212) abgeändert worden ist. Eine Ausfertigung des seinerzeit gültigen Geschäftsverteilungsplans für das Marinekabinett ließ sich daher bisher in den Akten nicht ermitteln.</p>
                    <p>10 Änderung am 9. 2. 1918: RM 2/6 f. 12, 13; vgl. auch: Geschäftsverteilungsplan zwischen Marine-Kabinett im Großen Hauptquartier und in Berlin v. 11. 8. 1914 in RM 2/1124</p>
                    <p>11 Über ihn: Laufbahndaten in RM 2/1 f. 20, 24; RM 2/14 f. 29, 30, 158, 159; Hans-Otto Steinmetz, Admiral Freiherr von Senden-Bibran. Erster Chef des Marine-Kabinetts von 1889 bis 1906. O.O. u. J. (Selbstverl. um 1974)</p>
                    <p>12 Über ihn: Laufbahndaten in RM 2/1 f. 20; RM 2/13 f. 46; RM 2/14 f. 12, 24; RM 3/111 f. 13v, 118; RM 3/112 f. 47; RM 20/832, 833;</p>
                    <p>Walter Hubatsch, Kaiserliche Marine, München 1975. S. 282-284</p>
                    <p>Georg Alexander v. Müller, Der Kaiser... Aufzeichnungen über die Ära Wilhelms II. Hrsg. v. Walter Görlitz. Göttingen, Berlin, Frankfurt a.M. 1965</p>
                    <p>Ders.: Meine Stellungnahme zu den &quot;Tirpitz-Erinnerungen&quot;, in: Deutsche Politik. 4. 1919. S. 653-665</p>
                    <p>Ders.: Regierte der Kaiser? Kriegstagebücher, Aufzeichnungen und Briefe 1914-1918. Hrsg. v. Walter Görlitz. Göttingen, Berlin, Frankfurt a.M. 1959</p>
                    <p>John C. G. Röhl, Admiral v. Müller and the Approach of War 1911-1914, in: The Historical Journal. 12. 1969. S. 651-673</p>
                    <p>Alfred v. Tirpitz, Erinnerungen. Leipzig 1919</p>
                    <p>Zedlitz-Trützschler, Zwölf Jahre am deutschen Kaiserhof. Stuttgart, Berlin, Leipzig 1919</p>
                    <p>Abtg. = Abteilung</p>
                    <p>Adm. = Admiral</p>
                    <p>AKO = Allerhöchste Kabinettsorder</p>
                    <p>amt. = amtlich</p>
                    <p>Ausw. Amt = Auswärtiges Amt</p>
                    <p>bearb. = bearbeitet</p>
                    <p>engl. = englisch</p>
                    <p>F.d.T. = Führer der Torpedoboote</p>
                    <p>Frhr. = Freiherr</p>
                    <p>franz. = französisch</p>
                    <p>F.T. = Funkentelegraphie</p>
                    <p>g. = geheim</p>
                    <p>Geh. = Geheim</p>
                    <p>Gen. = General</p>
                    <p>Gen. Kdo. = Generalkommando</p>
                    <p>Gen. Maj. = Generalmajor</p>
                    <p>Hauptm. = Hauptmann</p>
                    <p>hrsg. = herausgegeben</p>
                    <p>kaiserl. = kaiserlich</p>
                    <p>K.d.H. = Kommandeur der Hochseeflotte</p>
                    <p>kgl. = königlich</p>
                    <p>Kpt.Lt. = Kapitänleutnant</p>
                    <p>Kpt.z.S. = Kapitän zur See</p>
                    <p>KTB = Kriegstagebuch</p>
                    <p>L = Luftschiff</p>
                    <p>Lt.d.L. = Leutnant der Landwehr</p>
                    <p>O.d.O. = Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte</p>
                    <p>OTL = Oberstleutnant</p>
                    <p>preuß. = preußisch</p>
                    <p>Prof. = Professor</p>
                    <p>Res. = Reserve</p>
                    <p>RMA = Reichsmarineamt</p>
                    <p>RN = Royal Navy</p>
                    <p>techn. = technisch</p>
                    <p>U = Unterseeboot</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 3</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsmarineamt</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1889-01-01/1919-12-31">1889-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>30764 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>695,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_c6c0d367-fe18-4fe5-8c8d-13a2fd6d15e4"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>RM 3 insgesamt</p>
                    <p>Mit Ausnahme des Waffendepartements, der Medizinalabteilung, des Justiziariats und des Zentralnachweisbüros der Marine sind Akten aller übrigen Organisationseinheiten in diesem Bestand überliefert. Von besonderer Bedeutung sind aus der Zentralabteilung die Handakten des Staatssekretärs über die Entwicklung der Marine und die Vorarbeiten zu den Flottengesetzen. Ein wichtiger Teil der ehemaligen Handakten befindet sich außerdem im Nachlass des Staatssekretärs Tirpitz. Die überlieferten Akten aus der Zentralabteilung enthalten Unterlagen über Protokollfragen, Stapelläufe, Ordensverleihungen und zentrale Organisationsangelegenheiten sowie Reichstagsmaterial und eine vollständige Serie der &quot;Allerhöchsten Kabinettsordres&quot; für die Marine von 1889 bis 1918. Gut überliefert ist die Tätigkeit des Allgemeinen Marinedepartements über Angelegenheiten der Organisation und des Dienstbetriebes der Schiffe und Marineteile, Personal- und Ersatzangelegenheiten, Fragen der Ausbildung im Waffendienst, Uniformierung, Organisation des Bildungswesens, Justizverwaltung, Versorgungsangelegenheiten , militärische Fragen der Schiffskonstruktion sowie Seerecht. Die Akten des Konstruktionsdepartements bieten eine Quelle von erheblicher Bedeutung für die Marine- und Technikgeschichte. Dazu gehören Bauakten für alle schweren und mittleren Kampfschiffe, die bis 1914 fertiggestellt wurden, sowie ca. 10.000 Konstruktionspläne und andere technische Zeichnungen für Schiffe und Boote. Darüber hinaus sind auch überliefert wissenschaftliche Forschungsergebnisse über Festigkeitsfragen, Materialentwicklung, Schleppversuche und allgemeine Baubestimmungen. Die Akten der Etatabteilung dokumentieren vollständig die Entwicklung des Marinehaushaltes, insbesondere die Finanzierung der Flottenbauprogramme. Hier finden sich auch Etats- und Verwaltungsakten zum Aufbau des deutschen Schutzgebietes Kiautschou sowie über Pensions- und Rentenangelegenheiten von Offizieren, Mannschaften und Beamten. Gut überliefert sind auch die Akten des Verwaltungsdepartements, die überwiegend Verpflegungs-, Bekleidung- und Unterkunftsangelegenheiten der Marine dokumentieren.</p>
                    <p>Hervorzuheben sind die Akten über zahlreiche Stiftungen, bei denen das Reichsmarineamt federführend war. Im Zusammenhang mit der Zuständigkeit für Verpflegung und Bekleidung entstanden umfangreiche Aktenserien über die Versorgung der deutschen Bevölkerung während des Krieges. Die überlieferten Akten des Nachrichtenbüros enthalten Unterlagen über die wirtschaftliche Lage Deutschlands sowie die Entwicklung von Schifffahrt, Seeverkehr und Flotteninteressen, Zensurmaßnahmen, Sammlung und Abgabe von Kriegsnachrichten sowie Auslandspropaganda. Eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsausschnitten ist ebenfalls enthalten. Erwähnenswert sind weiter die Korrespondenzserien über Vereinsangelegenheiten, besonders den Deutschen Flottenverein. Vom Nautischen Departement liegen Akten über Seezeichen- und Küstensignalangelegenheiten, Besteckauszüge, Reiseberichte und Expeditionen vor. Von dem für die Ausrüstung und Instandhaltung von Schiffen, Werften und Fahrzeugen zuständigen Werftdepartement ist nur ein geringfügiger Aktenrest über U-Bootangelegenheiten, vereinzelt auch Torpedoangelegenheiten erhalten geblieben. Die für die Bearbeitung des U-Bootwesens zuständigen Abteilungen und Dezernate des Werftdepartements wurden 1917 zum U-Boot-Amt verselbständigt. In den während der kurzen Zeit seines Bestehens entstandenen Unterlagen spiegeln sich die Maßnahmen zur Förderung des U-Bootbaues, insbesondere der materiellen Bereitstellung während der Endphase des 1. Weltkrieges wieder. Erwähnenswert ist hier noch Material über die planmäßige technische Auswertung von Kriegstagebüchern der U-Boote.</p>
                    <p>Im einzelnen:</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>Da bei der Zentralabteilung, als Büro des Staatssekretärs, alle wichtigen und geheimen Angelegenheiten bearbeitet wurden, sind auch insbesondere Akten über Planung und Durchführung der Flottengesetze, den Aufbau und die Organisation der Marine und militärpolitische Angelegenheiten dokumentiert. Neben einer vollständigen Sammlung der &quot;Allerhöchsten Kabinettsordres&quot; für die Marine von 1890 bis 1918 liegt auch der Schriftwechsel mit deutschen und ausländischen Marineattachés sowie den offiziellen Beobachtern auf fremden Kriegsschauplätzen vor. Weitere Akten enthalten Material über allgemeine deutsche Schifffahrtsinteressen und den Schutz deutscher Reichsangehöriger in fremden Staaten durch Entsendung von Kriegsschiffen.</p>
                    <p>Handakten</p>
                    <p>Die hier vorliegenden Handakten dienten der Ergänzung von Unterlagen der entsprechenden Abteilung und zur eigenen unmittelbaren Information (z.B. Übersichten, Statistiken, Schriftwechsel, Vorschriften, persönliche Aufzeichnungen etc.). Darüber hinaus spiegeln sie auch geschichtliche und politische Entscheidungen und Entwicklungen in den jeweiligen Zeiträumen wider (Zeitungsausschnittsammlungen).</p>
                    <p>Allgemeines Marine-Departement</p>
                    <p>In der Überlieferung des Allgemeinen Marinedepartementes spiegelt sich besonders die dem Reichsmarineamt zugewiesene Aufgabe, die Seeinteressen des Reiches wahrzunehmen, wider. Hier findet man Unterlagen über die Indiensthaltung von Schiffen und ihre Entsendung in fremde Seegebiete, Aufnahme ziviler Passagiere, Anforderung von Kriegsschiffen durch andere Reichsbehörden und die Einrichtung von deutschen Kohlestationen in Afrika und in der Südsee. Eng damit verbunden ist die Überlieferung zu see- und völkerrechtlichen Angelegenheiten mit Akten über Friedens- und Seerechtskonferenzen, Seeräuberei und Internierung von Zivilpersonen. Einen breiten Raum nehmen die militärpolitischen Angelegenheiten ein. So sind Unterlagen erhalten über die militärischen Verwicklungen fremder Mächte (China, Japan, Türkei, Balkanstaaten) und die Unterstützung verschiedener Länder. Zahlreiche Akten dokumentieren die Vorgänge des Boxeraufstandes in China. Auch die Verwaltung, Entwicklung und Wirtschaft des Pachtgebietes Kiautschou ist an Hand der vorhandenen Akten gut zu erkennen. Innenpolitische Fragen betreffen Akten über Spionage, Sabotage, Sozialdemokratie, Arbeiter- ‧und Soldatenräte und die Einrichtung von Arbeiterausschüssen auf den Kaiserlichen Werften. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewannen die Fragen der Rüstung immer stärkere Bedeutung. Dazu sind Unterlagen vorhanden über die Organisation der Kriegswirtschaft, den Vaterländischen Hilfsdienst und die Bereitstellung von Arbeitskräften für die Rüstungsindustrie. Von technikgeschichtlichem Interesse sind Akten über Erfindungen und Patente, die Entwicklung der Funkentelegraphie,vereinzelt auch über Fliegerei, Luftschiffahrt und Kraftfahrt. Beobachtet wurden die Möglichkeiten des Seetransportes sowie Bau und Betrieb von Kanälen. Vielseitig sind die Unterlagen über &quot;militärische Nebeninteressen der Marine&quot;. Sie dokumentieren Auswanderung und Kolonisation, Unterstützung wissenschaftlicher Expeditionen, Bau und Förderung Technischer Hochschulen. Gut überliefert sind auch Unterlagen über die Organisation der Marine, deren Entwicklung, den Dienstbetrieb einzelner Kommandobehörden, die Organisation des Bildungswesens sowie die Etatwirtschaft der Kaiserlichen Marine und Personalangelegenheiten der Mannschaften und Offiziere.</p>
                    <p>Erläuterungen zum Inhalt der Punkte &quot;Ausland&quot; und &quot;Schutzgebiet Kiautschou&quot; (Punkte VI. l. bzw. VI.2.):</p>
                    <p>Im Punkt VI. 1. &quot;Ausland insgesamt&quot; sind die Akten über Unruhen und Vorgänge in China (Chinesische Wirren, Boxeraufstand) sowie über Aufgaben und Wirken des Ostasiatischen Expeditionskorps eingeordnet worden. Die Akten, die das Schutzgebiet Kiautschou betreffen, sind unter Punkt VI. 2.a) &quot;Schutzgebiet Kiautschou&quot; zu finden. Für das Schutzgebiet Kiautschou wurde ein eigenständiger Abschnitt gewählt, da zum Einen eine große Anzahl von Akten vorhanden sind, für die Angelegenheiten des Schuzgebietes eine Abteilung im Allgemeinen Marinedepartement speziell verantwortlich war und andererseits die Ereignisse in China 1900/1901 und das Wirken des Ostasiatischen Expeditionskorps von den Angelegenheiten des Schutzgebietes Kiautschou zu trennen sind.</p>
                    <p>Zum Hintergrund: Im März 1898 verpachtete China durch Vertrag das Kiautschou-Gebiet auf 99 Jahre an Deutschland. Das Schutzgebiet sollte durch Privatleute schnell wirtschaftlich erschlossen und bebaut werden. Hafen- und Wasserleitungsbauten wurden sofort ernstlich betrieben. Hauptort des deutschen Pachtgebietes Kiautschou, in der chinesischen Provinz Schantung, war Tsingtau. Die Verwaltung des Pachtgebietes wurde der Kaiserlichen Marineverwaltung unterstellt.</p>
                    <p>Im Jahr 1900 kam es zu Unruhen in China, hervorgerufen durch die Boxerbewegung, die im Juni 1900 den deutschen Gesandten in Peking ermordete. Dies löste eine bewaffnete Intervention der Großmächte unter deutscher Leitung aus. Zur Abwehr der Bewegung sandte Deutschland das Ostasiatische Expeditionskorps nach China. Von den Boxerunruhen wurde Kiautschou insofern berührt, als der im Mai 1899 zum Gouverneur von Schantung ernannte Mandschu Pu hsien ein Hauptorganisatior der &quot;Faust des Patriotismus und des Friedens&quot; war. Er wurde Anfang 1900 durch Puanschikai ersetzt. Mit ihm schloß die Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft im März 1900 einen Vertrag, der den Fortgang des Bahnbaus bis Ende Juni ermöglichte. Im Juli 1900 kam es aber zu Unruhen, die eine Abordnung von 50 Seesoldaten und der Chinesenkompanie nach Tsimo veranlaßte. Anfang Oktober übernahmen deutsche Truppen den Schutz des Bahnbaus, chinesische den der Bergwerke. Nur in Kaumi kam es zu Kämpfen zwischen Deutschen und Boxern. Seitdem haben sich Kiautschou als Handelsplatz und Tsingtau als Hafen und Seebad stetig entwickelt. Nach Niederschlagung des Aufstandes wurde das Expeditionskorps aufgelöst und nach Deutschland zurückgeschickt. Ein in Ostasien zurückgebliebener Teil des Expeditionskorps bildete die Grundlage der zur Neubildung einer Ostasiatischen Besatzungsbrigade notwendigen Besatzung. 1906 wurde auch die Ostasiatische Besatzungsbrigade aufgelöst und der größte Teil der Truppen kehrte nach Deutschland zurück. Der in Ostasien verbliebene Teil der aufzulösenden Besatzungsbrigade wurde zum Ostasiatischen Detachement umgebildet,welches dann 1910 ebenfalls aufgelöst wurde. In den Ranglisten der Königlich Preußischen Armee spiegelt sich die Aufstellung und Umbenennung des Ostasiatischen Expeditionskorps wie folgt wider:</p>
                    <p>1901 Aufstellung des Ostasiatischen Expedtionskorps</p>
                    <p>1902 Auflösung des Ostasiatischen Expeditionskorps und Neugliederung zur</p>
                    <p>Ostasiatischen Besatzungsbrigade</p>
                    <p>1906 Auflösung der Ostasiatischen Besatzungsbrigade,</p>
                    <p>der in Ostasien verbleibende Teil der aufzulösenden Brigade wird umstrukturiert zum Ostasiatischen Detachement</p>
                    <p>1910 Auflösung des Ostasiatischen Detachements (18)</p>
                    <p>Verwaltungs-Departement</p>
                    <p>Das Schriftgut des Verwaltungsdepartements macht die innere Geschichte des Reiches mit einem Schwerpunkt bei der Organisation der Kriegswirtschaft von 1914 bis 1918 sichtbar.</p>
                    <p>Es befinden sich darunter Reichstagsdrucksachen, Vorlagen für den Bundesrat, Akten über kirchliche Angelegenheiten, über die wirtschaftliche Sicherung Deutschlands im Krieg, Kriegsausschuß der deutschen Industrie, Sicherung der Ernährung im Kriege, Preiskontrollen, Bekämpfung des Schleichhandels, Tätigkeit von Kriegsrohstoffgesellschaften und der Reichsbekleidungsstelle, Einführung der Metall- und Stahlbewirtschaftung und Überführung der Kriegswirtschaft in den Friedenszustand.</p>
                    <p>Die Akten des Verwaltungsdepartements sind insgesamt gut überliefert und spiegeln folgende Tätigkeiten wider:</p>
                    <p>- allgemeine und Geschäftsordnungsangelegenheiten: Geschäftsbetrieb im Reichsmarineamt, Reichstagsangelegenheiten</p>
                    <p>- Personalangelegenheiten: die Versorgung, Unterstützung und Gebührnisangelegenheiten des Militärpersonals und der Beamten</p>
                    <p>- Verwaltungsangelegenheiten: Bekleidungsvorschriften und -bestimmungen, Ausrüstung mit Bekleidungsgegenständen, Angelegenheiten der Bekleidungsämter, Rohstoffbeschaffung für die Mannschaftsbekleidung, Bildungswesen, Angelegenheiten der Intendanturen, Seelsorge und Garnisonschulwesen, verschiedene Ausgaben beim Betrieb der Flotte, Kassen- und Rechnungswesen, Bestimmungen, Vorschriften zu Verpflegungsangelegenheiten, Beschaffung von Lebensmitteln und Wirtschaftsgeräten, Verpflegung der Personen an Bord und Land, Prisen aus aufgebrachten Schiffen</p>
                    <p>- Unterkunftsangelegenheiten: Garnisonverwaltungsangelegenheiten, Dienst- und Mietwohnungen, marinefiskalische Grundstücke, Garnisonbauwesen, Kasernenbauten.</p>
                    <p>Von der Etatsabteilung, die zwischen 1905 und 1914 zum Verwaltungsdepartement gehörte, gibt es Akten über den Etat der Kaiserlichen Marine sowie Denkschriften und Gesetzentwürfe des Reichstages, siehe B V (Aktenüberlieferung S. 172 - 177)</p>
                    <p>Konstruktions-Departement</p>
                    <p>Abgesehen von Unterlagen zum inneren Dienstbetrieb hat der vorliegende Bestand durch den Zugang der Akten aus der UdSSR nahezu eine Komplettierung erfahren. Zur Mehrzahl der deutschen Kriegsschiffbauten bzw. Schiffsklassen sowie den baulichen Teilaspekten stehen nun Unterlagen zur Verfügung. Neben den Akten zu Inbaugabe, Bau, Finanzierung und den technischen Aspekten liegen umfangreiche Bauvorschriften und Bedienanleitungen vor, die in vielen Fällen noch durch bisher unbekanntes Bildmaterial zu Bau und Einrichtung der Schiffe ergänzt werden. Über Planung und Bau der einzelnen Schiffe hinaus spiegelt sich in den Unterlagen die konstruktive Entwicklung sowie interne Diskussion über Form und Ausstattung des deutschen Flottenbaus. Der Wert der Unterlagen geht über reine Schiffsgeschichte hinaus und liefert interessante Beiträge zur Industriegeschichte des Kaiserreiches sowie zum Verhältnis Militär und Rüstungsindustrie sowohl in der Aufbauphase der deutschen Flotte als auch während Ihrer Abwicklung nach 1918.</p>
                    <p>Besonders im Bereich der kleineren Fahrzeuge liegen jetzt ergänzende Informationen zu Schiffen vor, die bisher praktisch unbekannt waren. Ebenso dürften einige Akten zum Flug- und Luftschiffwesen im Seekrieg sowie Projekte zum Flugzeugeinsatz auf Schiffen und U-Booten interessant sein. Neben dem eigentlichen Schiffbau liegt im Bestand auch Plan und Bildmaterial zu den verschiedenen Werften vor, die Einblicke in deren Geschichte und Ausstattung sowie die Arbeitswelt der Werftarbeiter ermöglichen.</p>
                    <p>Ein umfangreicher Teilbestand befaßt sich mit dem internationalen Flottenbau sowie den Marinen fremder Staaten vor und im 1. Weltkrieg. Flotten- und Schiffstypenbeschreibungen, Reiseberichte und Fotosammlungen dokumentieren die Flottenentwicklung in der Welt bis in den 1. Weltkrieg hinein. In diesen Unterlagen finden sich ebenfalls Berichte zu Ereignissen und Entwicklungen der Kriege vor 1914, deren Erfahrungen zur Nutzbarmachung für den eigenen Kriegsschiffbau ausgewertet worden sind.</p>
                    <p>Ca. 50 Akten zu Gefechtseinwirkungen und Seegefechten ergänzen nicht zuletzt durch ihr Bildmaterial die Überlieferung zum Seekrieg 1914-1918. Zahlreiche unmittelbar nach den Gefechten angefertigte Aufnahmen zeigen die Folgen der Kämpfe bzw. illustrieren die Reparaturmaßnahmen auf deutschen Werften, in Österreich und der Türkei. Vergleichende Unterlagen zwischen eigenen und gegnerischen Kampfschiffen aktualisieren den Stand der rüstungstechnischen Entwicklung bis in die späten Kriegsjahre.</p>
                    <p>Der Bestand enthält zudem eine große Menge Konstruktionszeichnungen von Schiffen der Kaiserlichen Marine aus dem Konstruktions-Departement des Reichsmarineamtes.</p>
                    <p>Nautisches Departement</p>
                    <p>Vom Nautischen Departement sind etwa 400 Akteneinheiten aus dem Zeitraum (1842 - 1888) 1889 - 1919 vorhanden. Die Überlieferung ist nicht vollständig, so sind z. B. bei Bandbildungen einige Jahre nicht dokumentiert.</p>
                    <p>Nachrichtenbüro</p>
                    <p>Vom Nachrichtenbüro sind etwa 850 Bände überliefert. Diese enthalten Angaben über die wirtschaftliche Lage Deutschlands sowie über die Entwicklung von Schiffahrt, Seeverkehr und Flotteninteressen. Den Hauptteil bilden Presseakten, die Einblick in die vielfältige und planmäßige Steuerung dieses Mediums sowie die Zensurmaßnahmen während des Krieges bieten. Zusätzlich befinden sich noch 124 Aktenbände der Presseabteilung (P) beim Bestand Admiralstab der Marine (vgl. RM 5/3720-3844).</p>
                    <p>Werftdepartement</p>
                    <p>Von dem seit 1905 so bezeichneten Werftdepartement des Reichsmarineamtes (vorher Technisches Departement) ist nur ein ganz geringfügiger Aktenrest von knapp 190 Bänden vorwiegend über U-Bootsangelegenheiten, vereinzelt auch Torpedoangelegenheiten, erhalten geblieben.</p>
                    <p>Die Mehrzahl der Bände stammt aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Ein Teil der Akten des Werftdepartements ist vom neu gegründeten U-Bootamt fortgeführt worden und befindet sich bei diesem Bestand.</p>
                    <p>U-Boot-Amt</p>
                    <p>In den Unterlagen des U-Boot-Amtes spiegeln sich die Maßnahmen zur Förderung des U-Bootbaues, insbesondere der materiellen Bereitstellung während der Endphase des Ersten Weltkrieges wider. Erwähnenswert ist Material über die planmäßige technische Auswertung von Kriegstagebüchern der U-Boote.</p>
                    <p>Während die Akten des U-Boot-Amtes und der unterstellten Inspektion des Unterseebootwesens (Bestand RM 27 XII) vergleichsweise gut überliefert sind, gibt es vom Werftdepartement, zu dessen Ressort die Wahrnehmung der U-Bootsangelegenheiten bis zur Errichtung des neuen Departements gehörten, und dessen Akten fortgeführt wurden, nur einen ganz geringfügigen Aktenrest.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Akten des Reichsmarineamtes lagerten bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 in den Registraturen der verschiedenen Behörden und Dienststellen. Erst danach wurde in Berlin ein Marinearchiv (bei der Kriegswissenschaftlichen Abteilung; Bestand RM 8) eingerichtet, das diese Aktenbestände der Kaiserlichen Marine sammelte. Während des Zweiten Weltkrieges 1943/44 wurden die Marineakten nach Schloß Tambach bei Coburg ausgelagert und blieben dadurch vor weiteren Luftangriffen geschützt. Befehle zur Vernichtung der Unterlagen konnten nicht mehr umgesetzt werden. Nach Ende des Krieges wurden sie von der US-Armee unversehrt erbeutet, an Großbritannien übergeben und schließlich nach England verbracht. Dort wurden sie (später als „Tambach Records&quot; bekannt) listenmäßig erfaßt, signiert und verfilmt. Zwischen 1955 und 1965 wurden die deutschen Marineakten schrittweise von England an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben . Zunächst an die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und 1968 an das Bundesarchiv-Militärarchiv.</p>
                    <p>Bei der Gliederung des Bestandes konnte nicht auf einen Aktenplan zurückgegriffen werden, da bisher keiner ermittelt werden konnte. Deshalb ist die Ordnung der Akten und die Gliederung des Bestandes in enger Anlehnung an den Geschäftsverteilungsplan erfolgt. Da die Signaturen der Aktenbestände bereits vorher festgelegt waren, befinden diese sich in ungeordeneter Reihenfolge. Die alten Titel der Aktenbestände sind weitestgehend übernommen bzw. präzisiert und durch Enthält-Vermerke in ihrer Aussagekraft verbessert worden.</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>Von der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes sind keine Aktenpläne überliefert. Daher wurde eine Klassifikation auf der Grundlage der Verzeichnung erarbeitet. Die Signaturen der Aktenbände, die bereits vorher festgelegt waren, befinden sich daher jetzt in ungeordneter Reihenfolge. Die alten Titel der Aktenbände wurden weitgehend übernommen und, falls erforderlich, präzisiert und durch enthält-Vermerke näher erschlossen.</p>
                    <p>Handakten</p>
                    <p>Der Bestand enthält auch Handakten, die von Mitarbeitern des Reichsmarineamtes angelegt wurden.</p>
                    <p>Von folgenden Personen sind Handakten überliefert:</p>
                    <p>Staatssekretär Großadmiral v. Tirpitz</p>
                    <p>Staatssekretär Admiral v. Capelle</p>
                    <p>Staatssekretär Vizeadmiral Behncke</p>
                    <p>Fregattenkapitän von Heeringen</p>
                    <p>Vizeadmiral Dähnhardt</p>
                    <p>Admiral Hollweg</p>
                    <p>Kapitän zur See v. Gohren</p>
                    <p>Kapitän zur See Löhlein</p>
                    <p>Vizeadmiral Boedicker</p>
                    <p>Admiral Büchsel</p>
                    <p>Kapitän zur See Türk</p>
                    <p>Eine Zuordnung der Handakten zu den einzelnen Abteilungen des Reichsmarineamtes war schwer möglich.</p>
                    <p>Manche Persönlichkeiten wechselten mehrmals die Abteilungen. Die Handakten wurden dabei immer in das nächste Amt übernommen und so über mehrere Jahre (manchmal Jahrzehnte) weitergeführt.</p>
                    <p>Aus diesem Grund wurden die Handakten in einer eigenen Sammlung belassen.</p>
                    <p>Allgemeines Marine-Departement</p>
                    <p>Die Akten des Allgemeinen Marinedepartementes sind insgesamt gut überliefert und spiegeln folgende Tätigkeiten wider: den allgemeinen Dienstbetrieb an Bord und Land, die Personalwirtschaft der Mannschaften und Unteroffiziere, das Ersatzwesen, die Organisation des Bildungswesens, Justizverwaltung, Mobilmachung, Volkswirtschaft, die militärischen Fragen der Schiffskonstruktion und Waffenausbildung und das Seerecht. Größere Serien geben Auskunft über Seetransporte, Kolonialeinsätze und kriegswirtschaftliche Angelegenheiten. Wenig überliefert sind Dokumente über die Tätigkeit des Allgemeinen Marinedepartementes selbst. So wurden keine Aktenpläne gefunden und ein Geschäftsverteilungsplan für die Funktionsverteilung ist erst für die Zeit ab 1917 dokumentiert. Die vielen Änderungen im Geschäftsbetrieb und in der Geschäftsverteilung der Behörde sind nur aus Verfügungen und Bekanntmachungen des Reichsmarineamtes lückenhaft nachweisbar.</p>
                    <p>Die Akten des Allgemeinen Marinedepartementes wurden an Hand der britischen Übergabelisten im Militärarchiv zunächst provenienzmäßig erfaßt und signiert. Die britischen Signaturen F-Nr./PG-Nr. (F = &quot;Files&quot;, PG = &quot;Pinched from the Germans&quot;) waren bis dahin gültig. So wurden die häufig benutzten Akten in der Literatur auch mit diesen Signaturen genannt. Das vorliegende Findbuch enthält deshalb auch eine Spalte, die diese alten Signaturen aufzeigt. Gleichzeitig sind in der Spalte auch die ursprünglich gültigen Registraturzeichen angegeben. Eine Verzeichnung des Bestandes des Allgemeinen Marinedepartementes konnte aus personellen Gründen erst im Zeitraum von September 1992 bis März 1994 vorgenommen werden. Damit ist auch die Qualität der Erschließung gestiegen.</p>
                    <p>Verwaltungs-Departement</p>
                    <p>Die Akten des Verwaltungsdepartements wurden an Hand der englischen Übergabelisten im Militärarchiv zunächst provenienzmäßig erfaßt und signiert. Die englischen F-Signaturen (F = &quot;Files&quot;) waren bis dahin gültig. So wurden die häufig benutzten Akten in der Literatur auch mit diesen Signaturen genannt. Das vorliegende Findbuch enthält deshalb auch eine Spalte, die diese alten Signaturen aufzeigt sowie die ursprünglich gültigen Registraturzeichen.</p>
                    <p>Gleichzeitig sind in der Spalte auch Rep. 305-Nummern und Ma-Nummern angegeben. Die Akten mit den Rep. 305-Nummern gelangten aus dem Geheimen Staatsarchiv Berlin in das Bundesarchiv-Militärarchiv und die Akten mit der Ma-Signatur stammen aus dem ehemaligen Militärarchiv der DDR. Die Ma-Akten waren über Jahrzehnte im Zentralen Russischen Militärarchiv und haben deshalb auch eine Nummerierung von dort.</p>
                    <p>Konstruktions-Departement</p>
                    <p>Die vorliegenden Akten des Konstruktionsdepartements haben eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich, die sich in den vier verschiedenen Altsignaturen widerspiegelt. Bis 1918 lagerten die Akten ausschließlich unter ihrem Registraturzeichen in den federführenden Behörden. Mit Einrichtung des Marinearchivs nach dem 1. Weltkrieg gelangten Teile der Aktenbestände des Konstruktionsdepartements in dieses neugeschaffene Archiv, das wiederum in den 30er Jahren in die neugeschaffene Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt der Kriegsmarie überging . Ein anderer Teil der Akten verblieb bei den Nachfolgedienststellen des Konstruktionsdepartements und wurde zum Teil bis in die 30er Jahre hinein fortgeführt. Mit Einrichtung des Hauptamtes Kriegsschiffbau übernahm dieses von seinen Vorgängerdienststellen auch die Altakten des ehemaligen Konstruktionsdepartements in sein Archiv am Tirpitzufer. Kriterien für die Aufteilung des Aktenbestandes zwischen Archiv und Konstruktionsabteilung sind weder bekannt noch an der Zusammensetzung der Teilbestände feststellbar. Auffallend ist nur, daß ins Marinearchiv hauptsächlich ganze Aktenserien gelangten, während bei den Nachfolgestellen des Konstruktionsdepartements im Wesentlichen Einzelakten verblieben sind.</p>
                    <p>Die Unterlagen des Konstruktionsdepartements gingen bis 1963 direkt zum Militärarchiv im Bundesarchiv und wurden dort neu geordnet und verzeichnet</p>
                    <p>Über die Existenz und den Verbleib des Aktenbestandes des Konstruktionsdepartements beim Hauptamt Kriegsschiffbau war bis 1988 nichts bekannt. In den 60er Jahren ging auch die DDR davon aus, daß die UdSSR alles in Deutschland erbeutete militärische Archivgut an Ost-Berlin zurückgegeben hatte. Der Bestand wurde von den Sowjets zwischen 1945 und 1949 im Dienstgebäude des Hauptamtes Kriegsschiffbau unversehrt geborgen und in die UdSSR verbracht und seitdem im Zentralen Archiv des Verteidigungsministeriums in Podolsk südlich von Moskau verwahrt. Dort erfolgte eine Signierung und die Übertragung der Aktentitel in das Russische. Im Dezember 1988 übergab die UdSSR schließlich 40 Tonnen deutsches Archivgut militärischer Provenienz an die DDR. Darunter befand sich zur allgemeinen Überraschung auch ein völlig ungeordneter und sehr umfangreicher Bestand Unterlagen des Hauptamtes Kriegsschiffbau und dazu auch ca. 1500 Akten des Konstruktionsdepartements. In den Monaten Januar bis Mai 1989 wurde im Militärarchiv der DDR in Potsdam durch eine zeitweilige Arbeitsgruppe eine einfache Erschließung dieser Unterlagen durchgeführt .</p>
                    <p>Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gelangten die Bestände des Militärarchivs der DDR in das Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg. Die darunter befindlichen Akten des Konstruktionsdepartements wurden in den Bestand RM 3 integriert.</p>
                    <p>Bei der Ordnung des vorliegenden Bestandes konnte nicht auf einen Aktenplan zurückgegriffen werden, da bis heute ein solcher nicht aufzufinden war. Soweit sinnvoll wurde sich an der Ordnung des Geschäftsverteilungsplans orientiert, nach welchem in den 60er Jahren der &quot;Tambach-Bestand&apos;&quot; des Konstruktionsdepartements durch das Militärarchiv im Bundesarchiv gegliedert worden ist. Der Geschäftsverteilungsplan orientierte sich im Wesentlichen an bautechnischen Aspekten, d.h. nur technischen Teilbereichen von Schiffen bzw. Schiffsklassen. Der heutige schiffbaulich bzw. marinehistorisch interessierte Nutzer thematisiert meistens Schiffe bzw. Schiffsklassen. Aus diesem Grunde erfolgte die Ordnung nach Schiffsklassen gemäß Erich Gröner, fortgeführt von Dieter Jung und Erich Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, 8 Bde, München 1966ff und unterhalb dieser Ebene alphabetisch geordnet nach Schiffsnamen, denen zur besseren Orientierung die jeweiligen Projektnamen und das Jahr des Stapellaufes beigegeben wurde. Innerhalb der Schiffskapitel wurde eine Ordnung angestrebt, die sich am technischen Teil des Geschäftsverteilungsplanes orientierte.</p>
                    <p>Aufgrund der wechselvollen Geschichte des Bestandes weisen fast alle Akten zwei Altsignaturen auf. Für den &quot;Tambach-Bestand&quot; sind dies die kaiserlichen Registraturzeichen und die englische Signatur. Für den Bestand aus der UdSSR eine fünfstellige russische Nummer und eine Ma-Signatur des Militärarchivs der DDR. Es liegen vier Konkordanzen vor, die den Bestand nach den obigen Altsignaturen aufschlüsseln. Bei den englischen Signaturen ist fast ausschließlich nur die F-Nr. (Files-Nr.) angegeben, da PG-Nummern (pinched from the Germans) entweder nicht vergeben worden sind oder nicht mehr berücksichtigt werden konnten.</p>
                    <p>Die Erschließung baut auf den Vorarbeiten der 60er Jahre bzw. den Verzeichnungen des Militärarchivs der DDR auf. Diese entsprechen vielfach nicht dem zu erwartenden Standard. In vielen Fällen wurden Überprüfungen bzw. Neuverzeichnungen vorgenommen. Diese konnten jedoch wegen des dafür notwendigen großen Aufwandes nicht in der eigentlich wünschenswert gewesenen Breite durchgeführt werden.</p>
                    <p>Aktenserien aus der Frühphase der Schiffskonstruktion, d.h. vor 1889 sind bereits in den 70er und 80er Jahren durch den damaligen Bearbeiter geteilt und die ersten Bände gemäß dem Provenienzprinzip dem Bestand RM 1 Kaiserliche Admiralität zugeschlagen worden.</p>
                    <p>Die Konstruktionszeichnungen wurden durch eine Gruppe von freiwilligen Helfern erschlossen, die alle dem Arbeitskreis historischer Schiffbau e.V. angehörten, einem Arbeitskreis, der sich mit dem Schiffbau der Zeit von 1871 bis 1945 befaßt. Die Angehörigen dieser Gruppe (Norbert Schülzke, Wolfgang Bohlayer, Hans Meinhardt, Hans-Werner Sievers, Rudolf Evers, Richard Wagner) haben in ihrer Freizeit unentgeltlich das archivwürdige Planmaterial ausgewählt und unter archivfachlicher Leitung die notwendigen Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten geleistet.</p>
                    <p>Nach Auswahl des archivwürdigen Materials umfaßt der Bestand noch 10.500 Konstruktionszeichnungen aus der Zeit von 1875 bis 1918 (1929).</p>
                    <p>Nautisches Departement</p>
                    <p>Da kein Aktenplan aus dieser Zeit vorhanden ist, wurde eine Klassifikation entsprechend der Verzeichnung vorgenommen. Die alten Aktentitel wurden weitgehend übernommen bzw. präzisiert und durch Enthält-Vermerke ergänzt.</p>
                    <p>Nachrichtenbüro</p>
                    <p>Die Erschließung gibt in der Regel lediglich die Aktentitel und die Laufzeiten der einzelnen Bände an. Bei Benutzung des Findbuches ist daher zu berücksichtigen, daß die Akten oftmals noch wichtige Informationen enthalten, auf die bei der Verzeichnung leider nicht hingewiesen werden konnte. Die Ordnung des Aktenbestandes wurde in Anlehnung an die Geschäftsverteilungspläne versucht; ein seinerzeit gültiger Aktenplan war bis heute leider nicht zu ermitteln.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>N 170 Nachlass Capelle, Eduard v.</p>
                    <p>N 173 Nachlass Behncke, Paul</p>
                    <p>N 253 Nachlass Tirpitz, Alfred v.</p>
                    <p>RM 5/3720-3844 Presseabteilung des Admiralstabs</p>
                    <p>Weitere Schiffspläne finden sich beim National Maritime Museum in Greenwich.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>- Marine-Verordnungsblatt 1890-1919 (RM 3/24478-24508; ehemals RMD 1)</p>
                    <p>- Dienstvorschriften der Kaiserlichen Marine (RM 3/24517-24677; ehemals RMD 3)</p>
                    <p>- Ranglisten der Kaiserlichen Marine, 1889-1918 (in RMD 2; perspektivisch in RM 2)</p>
                    <p>- Ranglisten von Beamten der Kaiserlichen Marine 1880-1919 (in RMD 2; perspektivisch in RM 2)</p>
                    <p>- Ehrenrangliste der Kaiserlichen Marine 1914 bis 1918 (in RMD 2; perspektivisch in RM 2)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>- Deist, Wilhelm: Flottenpolitik und Flottenpropaganda. Das Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes 1897-1914. Stuttgart 1976 (Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte Bd 17).</p>
                    <p>- Ewers und Roehr: Leitfaden für den Unterricht in Dienstkenntnis. Für den Gebrauch an den Bildungsanstalten der Kaiserlichen Marine. Berlin 1911</p>
                    <p>- Gröner, Erich (fortgeführt von Dieter Jung und Erich Maass): Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945, 8 Bde, München 1966ff</p>
                    <p>- Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt/M. 1958.</p>
                    <p>- Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Stuttgart 1969.</p>
                    <p>- Koch, P. Einführung in die Marineverwaltung, Leipzig 1904 [in RM 3/105, Bl. 247]</p>
                    <p>- Koszyk, Kurt: Deutsche Pressepolitik im Ersten Weltkrieg. Düsseldorf 1968.</p>
                    <p>- Sandhofer, Gert: Die Überlieferung der Kaiserlichen Marine als Quelle zur allgemeinen Geschichte, in: Heinz Boberach und Hans Booms, Aus der Arbeit des Bundesarchivs. Boppard 1977.</p>
                    <p>- Tirpitz, Alfred v.: Erinnerungen. Leipzig 1919.</p>
                    <p>- Wegener, Heinz Friedrich Ernst: Der Einfluß der internationalen Flottenkonzeptionen auf die Marinepolitik des Kaiserreiches und ihre Durchsetzung in der deutschen Öffentlichkeit 1871-1901. Dissertation Würzburg 1983.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Mit Allerhöchster Kabinettsorder vom 30.3.1889 wurde das Reichsmarineamt neben dem Marinekabinett und dem Oberkommando der Marine als Nachfolgebehörde der Admiralität geschaffen 1. Als oberste Reichsbehörde war das Reichsmarineamt verantwortlich für die Organisation, Verwaltung und Weiterentwicklung der Marine.</p>
                    <p>Die Verwaltung der Marine war Bestandteil der Reichsverwaltung und demgemäß dem Reichskanzler unterstellt. Tatsächlich trat diese Unterstellung nur in geringem Maße in Erscheinung, weil auf der Grundlage des sogenannten Stellvertretungsgesetzes vom 17. 5. 1878 dem Reichskanzler für das gesamte Ressort der Marineverwaltung ein ständiger Stellvertreter in der Person des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes beigeordnet war. Der Form nach trat der Staatssekretär - beispielsweise in seinen Beziehungen zum Kaiser - als Vertreter des Reichskanzlers auf, und die Kaiserlichen Ordres gingen an diesen mit der eingeklammerten Nebenadresse (Reichsmarineamt).</p>
                    <p>Die Staatssekretäre des Reichsmarineamtes waren:</p>
                    <p>Konteradmiral Carl Eduard Heusner (1889-1890)</p>
                    <p>Admiral Friedrich v. Hollmann (1890-1897)</p>
                    <p>Großadmiral Alfred v. Tirpitz (1897-1916)</p>
                    <p>Admiral Eduard v. Capelle (1916-1918)</p>
                    <p>Vizeadmiral Paul Behncke (1918)</p>
                    <p>Vizeadmiral Ernst Ritter v. Mann Edler v. Tiechler (1918-1919)</p>
                    <p>Vizeadmiral Maximilian Rogge als Leiter des Reichsmarineamtes, kein Staatssekretär (1919)</p>
                    <p>Unter Tirpitz (ab 1897) wurde das Reichsmarineamt zum Zentrum der Kaiserlichen Marine. Die Marinerüstung nach dem Konzept von Tirpitz genoß absolute Priorität mit erheblichen Auswirkungen auf die Außenpolitik. Um dem Reichsmarineamt den Vorrang unter den obersten Marinebehörden zu sichern, veranlaßte Tirpitz 1899 die Auflösung des Oberkommandos, mit dem es wegen Kompetenzüberschneidungen zu ständigen Auseinandersetzungen gekommen war. Die Admiralitätsabteilung im Oberkommando wurde als Admiralstab der Marine verselbständigt und erhielt jetzt Immediatstellung. In den folgenden Jahren wurden die Befugnisse und die Bewegungsfreiheit des Admiralstabes jedoch immer weiter eingeengt, so daß Tirpitz nun unangefochten an der Spitze der Marine stand.</p>
                    <p>Erst nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und insbesondere nachdem Tirpitz 1916 aus dem Reichsmarineamt ausgeschieden war, verlor die Stellung dieser Behörde zugunsten des Admiralstabes und des Chefs der Hochseeflotte an Bedeutung. Am 15.7.1919 gingen durch Erlaß des Reichspräsidenten die Befugnisse des Reichsmarineamtes auf die Admiralität über.</p>
                    <p>Zentralabteilung</p>
                    <p>Die Zentralabteilung (M) war das Büro des Staatssekretärs. Angelegenheiten besonders wichtiger oder geheimer Natur wurden dort bearbeitet. Durch &quot;M&quot; passierten alle Ein- und Ausgänge des Amtes; &quot;M&quot; regelte den gesamten Geschäftsverkehr und bearbeitete die persönlichen Angelegenheiten der Angestellten und Beamten des Hauses. Der Verkehr mit den deutschen Marineattachés im Ausland sowie mit den fremden Attachés in Deutschland wurde ebenfalls bei &quot;M&quot; geregelt. Ein genauer Überblick über den Aufgabenbereich der Zentralabteilung ergibt sich aus dem folgenden Geschäftsverteilungsplan von 1916 2.</p>
                    <p>M I. Personalangelegenheiten, Organisation und Geschäftsbetrieb des Reichsmarineamts; Immediatvorträge</p>
                    <p>1. Durchsicht der Eingänge</p>
                    <p>2. Organisation, Geschäftsordnung, Geschäftsverkehr, Hausordnung und Hausverwaltung des Reichsmarineamts</p>
                    <p>3. Personalien der Offiziere des Reichsmarineamts, der Seeoffiziere und Offiziere der Marine-Infanterie der unterstellten Behörden mit Ausschluß der Marineattachés und der zur Ausbildung im Vermessungs- und Luftfahrtwesen zum Reichsmarineamt kommandierten Offiziere</p>
                    <p>4. Personalangelegenheiten der Beamten und Hilfsarbeiter des Reichsmarineamtes und des Admiralstabes</p>
                    <p>5. Etats- und Rechnungsangelegenheiten der Kapitel 45 (Titel 1-5, 9, 14) und 46 (Titel 1-5)</p>
                    <p>Ms-Angelegenheiten des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>6. Mitprüfung</p>
                    <p>a) Alle bei anderen Gruppen bearbeiteten Ordensangelegenheiten und sonstigen Allerhöchsten Gnadenbeweise</p>
                    <p>b) Schriftverkehr anderer Gruppen mit dem Marinekabinett</p>
                    <p>c) Allgemeine Personalangelegenheiten der Beamten der nachgeordneten Behörden, sofern sie Rückwirkungen auf andere Beamtenklassen der Marine haben, wie z. B. Rang- und Titel-Änderungen</p>
                    <p>d) Personalangelegenheiten der Marineattachés und der zur Ausbildung im Vermessungs- und Luftfahrtwesen zum Reichsmarineamt kommandierten Offiziere</p>
                    <p>e) Bewilligungen aus den Kapiteln 45 (Titel 6-8), 60 (Titel 4), 64 (Titel 5, 5b)</p>
                    <p>f) Angelegenheiten der Hauptbibliothek, des Archivs und der Druckschriftenverwaltung</p>
                    <p>M II. Allgemeine Angelegenheiten des Reichsmarineamts, Attachéangelegenheiten</p>
                    <p>1. Durchsicht der Konzepte</p>
                    <p>2. Kontrolle des Meldebuchs des Staatssekretärs, Regelung der Vorträge beim Staatssekretär, Protokollführung bei Sitzungen</p>
                    <p>3. Immediatvortragssachen</p>
                    <p>4. Unterstützungsfonds für Offiziere, Deckoffiziere und Mannschaften; Allerhöchster Dispositionsfonds bei Kapitel 64 (Titel 4)</p>
                    <p>5. Sprachstudienfonds</p>
                    <p>6. v. Breitschwert&apos;sche Stiftung</p>
                    <p>7. Personalangelegenheiten und Berichterstattung der deutschen Marineattachés</p>
                    <p>8. Verkehr mit den fremdländischen Marineattachés</p>
                    <p>9. Besichtigung von Marineanlagen, Privatwerften usw. durch Ausländer</p>
                    <p>10. a) Dienstreisen des Personals des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>b) Schreiben an deutsche Marineattachés</p>
                    <p>M Ib Adjutant des Staatssekretärs</p>
                    <p>1. Angelegenheiten der Repräsentation des Staatssekretärs, Einladungen, Widmungen, Beteiligung an Festlichkeiten usw., Besuche</p>
                    <p>2. Zeremoniell bei Stapelläufen (unter Mitwirkung von K)</p>
                    <p>3. Empfang von Besuchen des Staatssekretärs</p>
                    <p>4. Gesuche persönlicher Art von Vereinen und Privaten (Kommandierrolle)</p>
                    <p>M Ia Hausoffizier</p>
                    <p>1. Kommandierten-Abteilung des Reichsmarineamts</p>
                    <p>2. Sicherheits- und Feuerlöschdienst im Reichsmarineamt</p>
                    <p>3. Aufsicht über den Ordnungs- und Reinigungsdienst im Reichsmarineamt</p>
                    <p>B.D. Zentralbüro</p>
                    <p>1. Zuschreiben der Eingänge und Durchsicht der Konzeptmappen sämtlicher Gruppen</p>
                    <p>2. Aufsicht über den Dienst der geheimen Registratur und Kanzleien</p>
                    <p>3. Marine-Verordnungsblatt</p>
                    <p>4. Marine- und Beamten-Ranglisten. Beiträge zu den Reichs- und Staats-Handbüchern und zu den Adreßbüchern</p>
                    <p>5. v. Tirpitz- und Sloman-Stiftungen</p>
                    <p>6. Verwaltung der Kapitel 45 (Titel 6 - 8, 10), 60 (Titel 4), 64 (Titel 3, 5, 5b)</p>
                    <p>7. Sonderaufträge, soweit sie vom Staatssekretär oder vom Abteilungschef zugewiesen werden</p>
                    <p>8. Mitprüfung:</p>
                    <p>a) Organisation, Geschäftsordnung, Geschäftsverkehr und Hausordnung des Reichsmarineamts</p>
                    <p>b) Alle Ordensangelegenheiten und sonstigen Allerhöchsten Gnadenbeweise</p>
                    <p>Ch. B. Chiffrierbüro</p>
                    <p>Der gesamte Chiffrier-Verkehr des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>D.V. Druckschriftenverwaltung</p>
                    <p>Die Abteilungschefs der Zentralabteilung waren:</p>
                    <p>Korvettenkapitän Herz (1889-1892)</p>
                    <p>Kapitänleutnant Pohl (1892-1894)</p>
                    <p>Korvettenkapitän Jaeschke (1894-1896)</p>
                    <p>Korvettenkapitän Pohl (1896-1899)</p>
                    <p>Fregattenkapitän v. Heeringen (1899-1900)</p>
                    <p>Fregattenkapitän Kalau v. Hofe (1900)</p>
                    <p>Fregattenkapitän v. Heeringen (1900-1901)</p>
                    <p>Kapitän zur See Pohl (1901-1903)</p>
                    <p>Korvettenkapitän Scheer (1903-1908)</p>
                    <p>Kapitän zur See Bachmann (1908-1910)</p>
                    <p>Konteradmiral Schütz (1910-1912)</p>
                    <p>Kapitän zur See Hopmann (1912-1915)</p>
                    <p>Kapitän zur See Löhlein (1915-1916)</p>
                    <p>Kapitän zur See Seebohm (1916-1919)</p>
                    <p>Allgemeines Marine-Departement</p>
                    <p>Das Allgemeine Marinedepartement war eine Abteilung des Reichsmarineamtes. Es bestand aus verschiedenen Abteilungen und Dezernaten und wurde durch einen Direktor im Range eines Admirals geleitet, der gewöhnlich Bevollmächtigter zum Bundesrat war. Im Allgemeinen Marinedepartement vereinigten sich die Angelegenheiten der Organisation und des Dienstbetriebes der Schiffe und Marineteile, Fragen der Ausbildung im Waffendienst, Personal- und Ersatzangelegenheiten, Fragen der Uniformierung, Bildungswesen, Justizverwaltung, Versorgungsangelegenheiten, Mobilmachung der Marine. Die Militärische Abteilung bearbeitete Indiensthaltungsbestimmungen, Personaletat und Ersatz, allgemeine Dienstvorschriften, Angelegenheiten des Bildungswesens, der Bekleidung und des Küstennachrichtendienstes. Die Tätigkeiten der Seetransportabteilung, der Sektion für Mobilmachungsangelegenheiten, der Abteilungen für Pensionsangelegenheiten sowie für Justiz- und Versorgungswesen sind durch deren Namen gekennzeichnet. Die Abteilung für militärische Fragen der Schiffskonstruktion beleuchtete die Pläne der Neubauten in bezug auf Armierung, Panzerung, Geschwindigkeit, Munitionsversorgung, Kohlenausrüstung vom militärischen und taktischen Standpunkt aus. 1889 war das Allgemeine Marinedepartement, welches die abgekürzte Bezeichnung &quot;A&quot; erhielt, gegliedert in die Militärische Abteilung (AI), das Dezernat für Versorgungs- und Justizangelegenheiten (All) und das Dezernat für Kiautschou-Angelegenheiten (AIII). (2) Im Laufe der Jahre wurden die Namen der Abteilungen/Dezernate verändert bzw. es kamen neue hinzu. Auch die Aufgaben haben sich des öfteren geändert oder wurden umverteilt. 1902 wurde das Dezernat für Kiautschou-Angelegenheiten (AIII) zur Entlastung des Direktors des Allgemeinen Marinedepartementes dem Technischen Departement (B) unterstellt. (3) Im November 1904 gestaltete man das Dezernat zur Abteilung um und die Unterstellung blieb bei &quot;B&quot;. (4) Die Rückunterstellung zum Allgemeinen Marinedepartement erfolgte erst zum 1. Januar 1911. Mit dem 1. November 1902 errichtete man eine neue Abteilung, die die Bezeichnung &quot;Seetransportabteilung&quot; (AVI S) erhielt. (5) Für die Dauer des Aufstandes in Ostafrika wurde im August 1905 ein Zentralnachweisbüro eingerichtet. (6)</p>
                    <p>Zum 1. Oktober 1906 trat folgende Gliederung des Allgemeinen Marinedepartementes in Kraft: (7)</p>
                    <p>Militärische Abteilung (A I)</p>
                    <p>a) Seetransportabteilung (A VI S)</p>
                    <p>b) Sektion für Mobilmachungsangelegenheiten (A IV)</p>
                    <p>c) Sektion für Pensionsangelegenheiten (A VII)</p>
                    <p>d) Sektion für Justiz- und Versorgungsangelegenheiten (A II)</p>
                    <p>e) Dezernat für Bearbeitung militärischer Fragen der Schiffskonstruktion (A V)</p>
                    <p>Die Abteilungen für Justiz- und Versorgungsangelegenheiten (A II), für Pensionsangelegenheiten (A VII) und für militärische Fragen der Schiffskonstruktion, Waffenausbildung und Taktik (A V) wurden im Mai 1907 als besondere Abteilungen errichtet. (8)</p>
                    <p>Während des Krieges 1914/1918 waren Neubildungen, Umbenennungen, Teilungen und Aufgabenänderungen einzelner Abteilungen besonders häufig. So wurden u.a. die &quot;Sektion für Mobilmachungsangelegenheiten&quot; im Februar 1916 in &quot;Abteilung für Mobilmachung, militärische Fragen des Seerechts und militärische Nebeninteressen der Marine (A IV)&quot; umbenannt (9), 1915 das &quot;Dezernat für Angelegenheiten der Marinedivision (A X)&quot; zum &quot;Dezernat für Angelegenheiten des Marinekorps&quot;, im Juni 1918 aufgelöst und unter Verschmelzung mit der Abteilung AI als neues Dezernat AI eingerichtet. (10) Die Fabrikenkommission (A.F.), 1915 errichtet, 1916 umbenannt in Fabrikenabteilung , ging mit dem 18. Dezember 1916 als Sektion auf das Werftdepartement über. (11, 12) Im Februar 1917 wurde bei der Abteilung IV ein Kriegsreferat für volkswirtschaftliche Angelegenheiten geschaffen, aber bereits im April 1918 wieder aufgelöst und an dessen Stelle ein neues Dezernat &quot;A IVd&quot; gebildet. (13,14) Um eine Einheitlichkeit bei der Behandlung von Angelegenheiten anderer Länder zu sichern, bildete man im Oktober 1918 neben der vorhandenen Mobilmachungsabteilung (A IV) eine &quot;Abteilung für außerdeutsche Länder&quot; mit der Bezeichnung &quot;A III&quot;. (15)</p>
                    <p>Die Geschäftsverteilung 1914 für das Allgemeine Marinedepartement sah wie folgt aus: (16)</p>
                    <p>a) Militärische Abteilung (A I)</p>
                    <p>b) Abteilung für Justiz- und Versorgungsangelegenheiten (A II)</p>
                    <p>c) Sektion für Mobilmachungsangelegenheiten (A IV)</p>
                    <p>d) Abteilung für militärische Fragen der Schiffskonstruktion und Waffenausbildung (A V)</p>
                    <p>e) Seetransportabteilung (A VI S)</p>
                    <p>f) Dezernat für Angelegenheiten der Marinedivision (A X)</p>
                    <p>g) Zentralnachweisbüro</p>
                    <p>Ein genauer Überblick über den Aufgabenbereich des Allgemeinen Marinedepartementes ergibt sich aus dem Geschäftsverteilungsplan von 1917: (17)</p>
                    <p>A.I. Abteilung für allgemeinen militärischen Dienstbetrieb</p>
                    <p>A.Ia. Organisation der Landmarineteile. Dienstbetrieb am Lande. Mannschaftspersonalwirtschaft außer Seebataillonen. Allgemeine Mannschaftsangelegenheiten: Nachwuchs, Beförderung, Ausbildung usw.</p>
                    <p>A.Ib: Allgemeine Organisation der Marine. Dienstbetrieb und Mannschaftsangelegenheiten der Matrosenartillerie-Abteilungen und Seebataillone. Garnisionsdienst. Disziplinarbestrafung. Besondere militärische Angelegenheiten.</p>
                    <p>A.Ic. Personaletats- und Ersatzangelegenheiten. Mitprüfung der Gebührnisse des Personals des Soldatenstandes.</p>
                    <p>A.Id. Organisation des Bildungswesens. Allgemeine Angelegenheiten der Offiziere. Bekleidungsbestimmungen. Militärische Stiftungen.</p>
                    <p>A.Ie. Indiensthaltung und Verwendung der Schiffe. Dienst an Bord. Sonderbesatzungsetats für Schiffe, Torpedo- und U-Boote.</p>
                    <p>A.X. Angelegenheiten des Marinekorps</p>
                    <p>A.II. Abteilung für Justiz- und Versorgungsangelegenheiten</p>
                    <p>A.IIa. Justizangelegenheiten A.IIb. Versorgungsangelegenheiten</p>
                    <p>A.IV. Abteilung für Mobilmachung, militärische Fragen des Seerechts und militärische Nebeninteressen der Marine</p>
                    <p>A.IVa. Durchführung des Mobilmachungsplanes. Demobilmachung.</p>
                    <p>A.IVb. Seerecht, Prisenangelegenheiten. Allgemeine Kriegswirtschaft. Kaiser-Wilhelm-Kanal. Küstennachrichtenwesen. Welt-F.T.-Netz.</p>
                    <p>A.IVc. Kriegsgefangenenangelegenheiten. Marineinteressen an Eisenbahn-, Post-,</p>
                    <p>Telegraphen-, Hafen- pp. Angelegenheiten (einschließlich Verkehrsregelung).</p>
                    <p>A.IVd. Volkswirtschaftsfragen.</p>
                    <p>A.V. Abteilung für militärische Fragen der Schiffskonstruktion und der Waffenausbildung</p>
                    <p>A.Va. Militärische Fragen betr. Neu- und Umbau von Kriegsschiffen usw. Besatzungs‧etat der Schiffe, Torpedo- und U-Boote.</p>
                    <p>A.Vb. Artillerie-Ausbildung und -Verwendung A.Vc. Ausbildung im Minen- und Sperrwesen.</p>
                    <p>A.VI. Seetransportabteilung</p>
                    <p>A.VI.Sa. Hilfsschiffwesen</p>
                    <p>A.VI.Sb. Transportwesen der Marine</p>
                    <p>A.VI.Sc. Transportwesen der Armee und Schutztruppen</p>
                    <p>A.VI.Sd. Verwaltungsangelegenheiten</p>
                    <p>A.VI.Se. Technische Fragen aus dem Gebiete des Hilfsschiffwesens</p>
                    <p>Direktoren des Allgemeinen Marinedepartementes</p>
                    <p>(nach den Ranglisten der Kaiserlichen Deutschen Marine)</p>
                    <p>1890 bis 1891 Konteradmiral von Koester</p>
                    <p>1892 Konteradmiral Freiherr von Hollen</p>
                    <p>1893 Vizeadmiral von Koester</p>
                    <p>1894 bis 1895 Konteradmiral Karcher</p>
                    <p>1896 bis 1902 Kapitän zur See, sp. Konteradmiral, sp. Vizeadmiral Büchsel</p>
                    <p>1903 bis 1905 Vizeadmiral von Diederichs</p>
                    <p>1905 bis 1907 Kapitän zur See, sp. Konteradmiral von Heeringen (1905/06 m.W.d.G.b.)</p>
                    <p>1907 bis 1908 Vizeadmiral Schmidt, Erhardt</p>
                    <p>1909 bis 1911 Konteradmiral Paschen</p>
                    <p>1912 Konteradmiral Scheer</p>
                    <p>1913-1914 Vizeadmiral von Krosigk</p>
                    <p>1914-1915 Kapitän zur See Boedicker (m.W.d.G.b.)</p>
                    <p>1915 bis 1918 Konteradmiral Hebbinghaus</p>
                    <p>1918 Kapitän zur See Michaelis</p>
                    <p>Quellennachweis</p>
                    <p>(1) Marine-Verordnungsblatt 20. 1889, S. 51</p>
                    <p>(2) Hubatsch, Walther: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland.</p>
                    <p>1848 - 1945. Frankfurt a.M. 1958</p>
                    <p>(3) vgl. dazu : RM 3 / 9948, Bl. 147</p>
                    <p>(4) &quot; - RM 20 / 136, Bl. 45</p>
                    <p>(5) &quot; - RM 3 / 9948, Bl. 148</p>
                    <p>(6) &quot; - RM 3 / 9949, Bl. 58</p>
                    <p>(7) &quot; - RM31/771.B1. 26</p>
                    <p>(8) &quot; - RM 3 / 7158, Bl. 39</p>
                    <p>(9) &quot; - RM 3 / 2580, Bl. 23</p>
                    <p>(10) &quot; - RM3 / 2580, Bl. 79</p>
                    <p>(11) &quot; - RM 3 / 2580, Bl. 40</p>
                    <p>(12) &quot; - RM 3 / 9965, Bl. 186</p>
                    <p>(13) &quot; - RM 3 / 2580, Bl. 43</p>
                    <p>(14) &quot; - RM 3 / 5616, Bl. 186</p>
                    <p>(15) &quot; - RM 3 / 7158, Bl. 90</p>
                    <p>(16) &quot; - RM 3 / 5614, Bl. 31 und 32</p>
                    <p>(17) &quot; - RM 31/77l, Bl. 64 bis 67</p>
                    <p>(18) &quot; - Ranglisten der Königlich Preußischen Armee von 1901 bis 1910</p>
                    <p>Verwaltungs-Departement</p>
                    <p>Das Verwaltungsdepartement war eine Abteilung des Reichsmarineamtes, welche durch einen Direktor geleitet wurde und die abgekürzte Bezeichnung „C&quot; erhielt.</p>
                    <p>Die Aufgaben des Departements bestanden in der Zuständigkeit für Verpflegungs-, Bekleidungs- und Unterkunftsangelegenheiten.</p>
                    <p>1889 war das Departement in die Abteilungen für Verwaltungsangelegenheiten (V) und für Unterkunftsangelegenheiten (U) gegliedert.</p>
                    <p>Mit Ordre vom 3. April 1905 wurde die bisherige selbständige Etatsabteilung des Reichsmarineamtes dem Verwaltungsdepartement unterstellt . Diese wurde mit Allerhöchster Ordre vom 31. März 1914 zusammen mit der Kiautschou-Abteilung und der Pensionsabteilung zu einem neuen Departement, dem Etatsdepartement, welches die Bezeichnung (E) behielt .</p>
                    <p>Die Abteilung für Verwaltungsangelegenheiten war verantwortlich für Fragen der Bekleidungsangelegenheiten, Bekleidungsämter, Bildungswesen, allgemeine Beamtenangelegenheiten, Intendanturen, Seelsorge, Reisekosten, Geldgebührnisse des Militärpersonals, Naturalverpflegungsangelegenheiten am Lande und an Bord, Verpflegungsämter und des Kassenwesens.</p>
                    <p>Die Zuständigkeiten der Unterkunftsabteilung bezogen sich auf Angelegenheiten der Garnisonverwaltung, Dienst- und Mietwohnungen, Grundstücke, Handhabung des Kriegsleistungsgesetzes, Verwaltungsangelegenheiten des Garnisonbauwesens und der Garnisonbauten. Beide Abteilungen waren auch für persönliche Angelegenheiten ihrer Beamten verantwortlich.</p>
                    <p>Im Verwaltungsdepartement gab es über die Jahre außer der zeitweiligen Zugehörigkeit der Etatsabteilung, keine großen Veränderungen.</p>
                    <p>Ein genauer Überblick über den Aufgabenbereich des Verwaltungsdepartements ergibt sich aus den Geschäftsverteilungsplänen.</p>
                    <p>1905 trat folgender Geschäftsverteilungsplan für das Verwaltungsdepartement in Kraft:</p>
                    <p>Etatsabteilung (E)</p>
                    <p>E I. Einmalige Ausgaben und Abrechnung</p>
                    <p>1. Etat der einmaligen Ausgaben</p>
                    <p>2. Haushaltsübersicht der einmaligen Ausgaben</p>
                    <p>3. Flottengesetz</p>
                    <p>4. Vorarbeiten für die parlamentarische Vertretung</p>
                    <p>5. allgemeine Reichstagsangelegenheiten</p>
                    <p>E II. Einnahmen und fortdauernde Ausgaben</p>
                    <p>Abteilung für Unterkunftsangelegenheiten (U)</p>
                    <p>U I. Garnisonverwaltung</p>
                    <p>1. Verwaltung der Dienst- und marinefiskalischen Mietswohnungen und fiskalischen Grundstücke</p>
                    <p>2. Persönliche Angelegenheiten der Garnisonverwaltungsbeamten</p>
                    <p>U II. Verwaltungsangelegenheiten des Garnisonbauwesens</p>
                    <p>1. Garnisonbauten</p>
                    <p>2. Persönliche Angelegenheiten der Garnisonbaubeamten</p>
                    <p>U. III. Bautechnische Angelegenheiten</p>
                    <p>1. Bauten im Geschäftskreis von C</p>
                    <p>2. Lazarette, untenstehende Hochbauten der Nordseestation</p>
                    <p>3. Neubau des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>4. Baustatistik</p>
                    <p>U IV. Bautechnische Angelegenheiten</p>
                    <p>1. Bauten im Geschäftskreis von C</p>
                    <p>2. Lazarette, Artillerie- und Minendepots, untenstehende Hochbauten der Ostseestation, Lotsenbauten</p>
                    <p>3. Unterhaltung marinefiskalischer und ermieteter Gebäude des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>4. Bauunterhaltung der Arbeiter- und Dienstwohngebäude nebst Krankenanstalten und Wohlfahrtseinrichtungen der Werften</p>
                    <p>5. Hochbauangelegenheiten für Kiautschou</p>
                    <p>6. Persönliche Angelegenheiten der Baubeamten</p>
                    <p>Abteilung für Verwaltungsangelegenheiten (V)</p>
                    <p>V I. Bekleidungsangelegenheiten. Bildungswesen</p>
                    <p>1. Bekleidungsangelegenheiten, Bekleidungsämter</p>
                    <p>2. Ausschließung von Lieferanten und Unternehmen</p>
                    <p>3. Bildungswesen. Unterrichtsgelder der Marineteile</p>
                    <p>4. Etats- und Rechnungsangelegenheiten</p>
                    <p>5. Persönliche Angelegenheiten der Beamten</p>
                    <p>V II. Intendanturen. Seelsorge und Garnisonschulwesen. Reisekosten</p>
                    <p>1. Angelegenheiten der Intendanturen</p>
                    <p>2. Seelsorge und Garnisonschulwesen</p>
                    <p>3. Persönliche Angelegenheiten der Beamten und Zahlmeister</p>
                    <p>4. Etats- und Rechnungsangelegenheiten</p>
                    <p>5. Reise-, Marsch- und Frachtkostenangelegenheiten</p>
                    <p>6. Transport-, Post- und Telegraphenangelegenheiten</p>
                    <p>7. Allgemeine Angelegenheiten des Dienstaltersstufensystems</p>
                    <p>V III. Geldverpflegung</p>
                    <p>1. Geldgebührnisse des Militärpersonals</p>
                    <p>2. Zulagen und verschiedene Ausgaben beim Betrieb der Flotte</p>
                    <p>3. Servis und Mietentschädigung</p>
                    <p>4. Wohnungsgeldzuschuß</p>
                    <p>5. Rechnungswesen der Marineteile</p>
                    <p>V IV. Naturalverpflegung. Kassenwesen</p>
                    <p>1. Naturalverpflegungsangelegenheiten am Lande und an Bord. Verpflegungsämter, einschließlich der persönlichen Angelegenheiten</p>
                    <p>2. Kassenwesen der Marineteile</p>
                    <p>3. Etats- und Rechnungsangelegenheiten</p>
                    <p>4. Geldbeschaffung der Schiffe im Ausland. Sicherstellung des Geldbedarfs für den Mobilmachungsfall</p>
                    <p>5. Stations- und Garnisonkassen, einschließlich der persönlichen Angelegenheiten der Kassendiener. Bürokasse des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>Geschäftsverteilungsplan von 1917</p>
                    <p>C Verwaltungsdepartement</p>
                    <p>C a Besondere Angelegenheiten gemäß Zuweisung des Departementsdirektors</p>
                    <p>V Abteilung für Verwaltungsangelegenheiten</p>
                    <p>V I. Allgemeine wirtschaftliche Angelegenheiten. Bekleidungsangelegenheiten. Bekleidungsämter. Bildungswesen. Unvorhergesehenen Ausgaben. Etatsangelegenheiten des Kapitels 64, Titel 3a und 6</p>
                    <p>V II. Allgemeine Beamtenangelegenheiten. Intendanturen. Seelsorge und Garnisonschulwesen. Reisekosten. Zahlmeisterangelegenheiten</p>
                    <p>V III. Allgemeine Gebührnisangelegenheiten. Geldgebührnisse und Personen des Soldatenstandes. Servis. Mietentschädigung. Wohngeldzuschuß. Indiensthaltungskosten - Kapitel 52, Titel 1, 2a und 4</p>
                    <p>V IV. Naturalverpflegung. Kassenwesen</p>
                    <p>U Abteilung für Unterkunftsangelegenheiten</p>
                    <p>U I. Garnisonverwaltung. Dienst- und Mietwohnungen. Grundstücke. Handhabung des Kriegsleistungsgesetzes</p>
                    <p>U II. Verwaltungsangelegenheiten des Garnisonbauwesens</p>
                    <p>U III. Garnisonbauten des Nordseebereichs</p>
                    <p>U IV. Garnisonbauten des Ostseebereichs</p>
                    <p>Direktoren des Verwaltungsdepartements (nach den Ranglisten der Kaiserlichen Deutschen Marine)</p>
                    <p>1989 bis 1902 Wirklicher Geheimer Admiralitätsrat Major der Seewehr Perels</p>
                    <p>1903 bis 1915 Admiral von Capelle</p>
                    <p>1915 bis 1916 Admiral Büchsel</p>
                    <p>1916 bis Ende Geheimer Admiralitätsrat Dr. Schramm</p>
                    <p>Konstruktions-Departement</p>
                    <p>Mit Genehmigung des Kaisers vom 1. April 1894 wurde im Marinedepartement des Reichsmarineamtes die Konstruktionsabteilung eingerichtet . Damit trat der Aufgabenbereich Planung und Konstruktion von Schiffen zum erstenmal in den Rang einer Abteilung, nachdem diese Aufgaben sowie der seit 1880 verantwortliche Konstrukteur Adm.Rat. Dietrich, später Chefkonstrukteur der Kaiserlichen Marine , bei der Bildung des Reichsmarineamtes 1889 von der Admiralität auf diese damals neugebildete Behörde übergegangen waren . Der in den &quot;Grundzügen für die Neuorganisation der Kaiserlichen Marine&quot; vom 26. März 1889 mit &quot;Bau, Konstruktion, Armierung und Ausrüstung der Schiffe, Fahrzeuge und Boote&quot; umschriebene Aufgabenbereich der &quot;Konstruktion der Streitmittel&quot; sollte vom Konstruktionsbüro im Reichsmarineamt in Zusammenarbeit mit dem Oberkommando der Marine gemäß dessen militärischen Anforderungen übernommen werden. Die entwickelten Konstruktionsunterlagen waren dem Oberkommando der Marine zur Begutachtung vorzulegen . Das Konstruktionsbüro hatte sämtlichen Schriftverkehr über das Marinedepartement bzw. die zuständigen Dezernate abzuwickeln. Dies führte von Anfang an zu Klagen des Konstruktionsbüros, das sich von anderen Abteilungen übergangen bzw. in seinen Kompetenzen beschnitten fühlte . Spätestens mit dem Bau der Schiffe der &quot;Kaiser&quot;-Klasse ab 1894 wurde die Notwendigkeit drängend, die gemessen an den Anforderungen beschränkte personelle und technische Ausstattung der Konstruktionsabteilung sowie ihre Position im Reichsmarineamt den Erfordernissen anzupassen . Im April 1895 wurde die Konstruktionsabteilung in die Unterabteilungen K I und K II unterteilt. Dem Vorstand fiel die Aufstellung der Denkschriften über die Entwicklung der Schiffskonstruktionen zu. Ferner war die Konstruktionsabteilung mit der Bauleitung und Aufsicht, sowie Durchführung der Schiffs- und Maschinen-Bauten und Umbauten befaßt. K I war für die schiffstechnischen Fragen zuständig. Diese Unterabteilung hatte die Bestimmungen für die Bearbeitung der Panzerplatten festzulegen, die schiffbautechnischen Aspekte bei Probefahrten und die Schiffbauvorhaben anderer Behörden zu begutachten. Ebenso hatte K I die technischen Bedingungen in den Schiffbauverträgen festzulegen. K II war für alle Aspekte des Maschinenbaus verantwortlich . Zum 11. November 1895 wurde die Konstruktionsabteilung vom Marinedepartement abgetrennt und dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes direkt unterstellt . Damit begann die Tätigkeit der Konstruktionsabteilung als eigenständiger Abteilung. Ab jetzt wurden die Unterlagen der Konstruktionsabteilung unter dem Signum &quot;K&quot; geführt . Unter der Leitung von Adm.Rat Dietrich arbeiteten ein weiterer Adm.Rat, ein Marine-Oberbaurat, zwei Marine-Bauräte, zwei Maschinenbauinspektoren, drei Marine-Schiffbaumeister sowie ein Maschinenbaumeister an der Entwicklung der konstruktiven Grundlagen des Kriegsschiffbaus. Erst 1898 ergaben sich neue Veränderungen. Adm.Rat Dietrich schied aus dem Vorstand der Konstruktionsabteilung aus . Seine Stelle blieb bis 1900 unbesetzt, als Kpt. z. S., später Vizeadmiral, v. Eickstedt seine Nachfolge antrat. Gleichzeitig wurde die Konstruktionsabteilung dem Technischen Departement unterstellt und personell erheblich ausgeweitet . Die Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine weist für 1900 folgende Gliederung der Konstruktionsabteilung nach: Konstruktionsabteilung (K)Sektion für Schiffbau (K I)Sektion für Maschinenbau (K II)Dezernat K I aDezernat K II aDezernat K IIIDezernat K I bDezernat K II bDezernat K IVDezernat K I dDezernat K II cDezernat K II dSchon 1901 wurde die Konstruktionsabteilung wieder vom Technischen Departement abgetrennt und selbständig wie zuvor. Damit traten auch in der Gliederung einige kleinere Veränderungen ein:</p>
                    <p>Konstruktionsabteilung (K)</p>
                    <p>Sektion für Schiffbau (K I)Sektion für Maschinenbau (K II)Dezernat K I aDezernat K II aDezernat K IIIDezernat K I bDezernat K II bDezernat K IVDezernat K I cDezernat K II cGeheimregistratur KDezernat K I dDezernat K II dAb 1902 trat noch ein Dezernat K II e hinzu .</p>
                    <p>Mit kaiserlicher Weisung vom 3. April 1905 wurde die Konstruktionsabteilung in den Rang eines Konstruktionsdepartementes erhoben. Die bisherigen Sektionen K I und K II wurden zu Abteilungen aufgewertet. Damit waren Konstruktion und Planung im deutschen Marineschiffbau endlich gleichrangig gegenüber den übrigen Departements im Reichsmarineamt. In der eigentlichen Gliederung traten keine Veränderungen ein .</p>
                    <p>1907 wurde die Abteilung für Schiffbauangelegenheiten (K I) durch ein Dezernat K I e ergänzt. Zu beiden Abteilungen traten je eine Plankammer, für die immer umfangreicher werdenden Bestände an technischen Zeichnungen und Planmaterial.</p>
                    <p>Mit dem &quot;Dreadnought&quot;-Sprung sowie der Inbaugabe der &quot;Nassau&quot;-Klasse und den neuen Schlachtkreuzern steigerten sich noch einmal die Anforderungen an das Konstruktionsdepartement, so daß dessen Gliederung unter Leitung des neuen Departementschefs Kontreadmiral, später Vize Admiral, Rollmann ein weiteres Mal modifiziert werden mußte. Unterhalb der Abteilung K I wurde eine neue Ebene der Sektionen eingerichtet:</p>
                    <p>Konstruktionsdepartement (K)</p>
                    <p>Abteilung für Schiffbauangelegenheiten (K I)Abteilung für Maschinenbauangelegenheiten (K II)Sektion für Entwürfe (K I E)Dezernat K I aDezernat K II aDezernat K I bDezernat K II bDezernat K II cSektion für Bauausführung (K I B)Dezernat K II dDezernat K II eDezernat K I dDezernat K I ePlankammer K IISektion für allgemeine Angelegenheiten (K I A)Dezernat K I gDezernat K I hDezernat K I iPlankammer K IDezernat für Probefahrten und militärische Bauangelegenheiten (K III)</p>
                    <p>Dezernat für Verwaltung der zu Schiffsneubauten bestimmten Mittel (K IV)</p>
                    <p>Geheimregistratur K</p>
                    <p>1910 wurde die Sektion für Bauausführung noch einmal durch das Dezernat K I f erweitert . Im folgenden Jahr erfuhr das Dezernat K IV eine Untergliederung in K IV a und K IV b . 1912 kam auch zur Sektion für allgemeine Angelegenheiten (K I A) ein neues Dezernat K I k . Ein Jahr darauf wurden beide Abteilungen um je ein Archiv ergänzt . Unter Leitung des neuen Departementschefs Kontreadmiral, später Vizeadmiral, Schrader erfolgte 1914 die letzte nachweisbare Erweiterung: Zur Abteilung für Maschinenbauangelegenheiten (K II) traten die Dezernate K II f, K II g und K II h. Damit hatte das Konstruktionsdepartement am Vorabend des 1. Weltkrieges seinen maximalen Ausbauzustand erreicht . In dieser Gliederung bestritt das Konstruktionsdepartement den 1. Weltkrieg:</p>
                    <p>K Konstruktionsdepartement</p>
                    <p>K I Abteilung für Schiffbauangelegenheiten</p>
                    <p>K I E Sektion für Entwürfe</p>
                    <p>K I a Entwürfe von Linienschiffen</p>
                    <p>K I b Entwürfe von Großen Kreuzern</p>
                    <p>K I c Entwürfe von Kleinen Kreuzern und Kanonenbooten</p>
                    <p>K I B Sektion für Bauausführung</p>
                    <p>K I d Bauausführung von Linienschiffen</p>
                    <p>K I e Bauausführung von großen Kreuzern</p>
                    <p>K I f Bauausführung von Kleinen Kreuzern und Kanonenbooten</p>
                    <p>K I A Sektion für allgemeine Angelegenheiten</p>
                    <p>K I g Festigkeitsfragen, Materialentwicklung, Schieß- und Sprengversuche</p>
                    <p>K I h Allgemeine Baubestimmungen und Bau von Sonderschiffen</p>
                    <p>K I i Schleppversuche</p>
                    <p>K I k Sonstige allgemeine wissenschaftliche und Versuchangelegenheiten</p>
                    <p>K II Abteilung für Maschinenbauangelegenheiten</p>
                    <p>K II a Entwürfe aller Neubauten. Normalien</p>
                    <p>K II A Sektion für Bauausführung</p>
                    <p>K II b Bauausführung der Maschinenanlagen von Linienschiffen</p>
                    <p>K II c Bauausführung der Maschinenanlagen von Kreuzern</p>
                    <p>K II d Verbrennungsmotoren</p>
                    <p>K II e Materialvorschriften, Lieferantenlisten, allgemeine Patentangelegenheiten</p>
                    <p>K II E Sektion für Elektrotechnik</p>
                    <p>K II f Entwürfe für Neubauten. Normalien</p>
                    <p>KII g Starkstromanlagen</p>
                    <p>KII h Schwachstromanlagen</p>
                    <p>K III Probefahrts- und militärische Bauangelegenheiten</p>
                    <p>K IV a Vergebung der Schiffsneubauten und des Panzermaterials</p>
                    <p>K IV b Abwicklung der Schiffsneubauverträge. Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten des Departements</p>
                    <p>Mit dem 15. Juli 1919 ging das Konstruktionsdepartement mit dem Reichsmarineamt sowie den übrigen Marinebehörden in der neuen Einheitsbehörde der Admiralität auf. Offiziell hatte damit das Konstruktionsdepartement aufgehört zu bestehen, nachdem sein letzter Chef, Vizeadmiral Schrader, bereits zum 6. November 1918 ausgeschieden war. Ein Nachfolger ist soweit nicht nachweisbar. Faktisch und personell lief die Tätigkeit des Konstruktionsdepartements jedoch weiter, wenn auch nicht feststellbar ist, in welcher Abteilung der Admiralität. In den Akten tauchen auch nach 1919 Reichsmarineamt bzw. Konstruktionsdepartment als Adressaten auf. Die Akten wurden unterbruchslos weitergeführt. Die wesentlichen Aufgaben waren die Abwicklung unvollendet gebliebener Bauvorhaben sowie die Verwertung von Schiffbaumaterial. Erst 1922 ist in der Rangliste der Reichsmarine wieder eine Konstruktionsabteilung verzeichnet, die den Aufgabenbereich des Konstruktionsdepartements fortführte und in den 30er Jahren im Hauptamt Kriegsschiffbau aufging .</p>
                    <p>Vorstände bzw. Direktoren</p>
                    <p>1880-1898 Wirkl. Geh. Adm. Rat. Prof. Dietrich</p>
                    <p>1899 unbesetzt</p>
                    <p>1900-1907 Vizeadmiral v. Eickstedt</p>
                    <p>1908-1913 Vizeadmiral Rollmann</p>
                    <p>1914-1918 Vizeadmiral Schrader</p>
                    <p>Nautisches Departement</p>
                    <p>Beim Nautischen Departement (H) liefen die Angelegenheiten des Seekartenwesens, der Vermessungen, der Navigation, des Lotsen- und Instrumentenwesens und der Leuchtfeuer und Seezeichen mit allen entsprechenden wissenschaftlichen, technischen und Verwaltungsfragen zusammen.</p>
                    <p>Die Bezeichnung dieser Abteilung änderte sich im Laufe der Entwicklung.</p>
                    <p>1861 - 1879 Hydrographisches Bureau der Admiralität</p>
                    <p>1879 - 1889 Hydrographisches Amt der Admiralität</p>
                    <p>1889 - 1893 Hydrographisches Amt des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>1893 - 1907 Nautische Abteilung des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>1908 - 1919 Nautisches Departement des Reichsmarineamtes</p>
                    <p>1920 - 1935 Nautische Abteilung der Marineleitung</p>
                    <p>ab 1935 Nautische Abteilung des Oberkommandos der Kriegsmarine.</p>
                    <p>Aufgabenbereiche des Nautischen Departements entsprechend Geschäftsverteilungsplan von 1917 1:</p>
                    <p>H. I. Hydrographische Sektion</p>
                    <p>H. Ia. Nautische Vermessungen</p>
                    <p>H. Ib. Seekartenwesen</p>
                    <p>H. Ic. Nautisches Nachrichtenwesen, Seehandbücher</p>
                    <p>H. II. Navigation, Seewarte, Observatorien</p>
                    <p>H. III. Küsten-, Seezeichen- und Lotsenwesen</p>
                    <p>H. IV. Nautisches Instrumentenwesen, mit Ausnahme der optischen Instrumente</p>
                    <p>H. V. Technische Angelegenheiten des Küsten-, Seezeichen- und Küstensignalwesens</p>
                    <p>H. VI. Allgemeine Schiffahrtsangelegenheiten, Küsten- und Hochseefischerei</p>
                    <p>H. VIII. Wissenschaftliche Angelegenheiten der Nautik, Wetterdienst, Luftnavigation; Optische Instrumente</p>
                    <p>Im vorläufigen Geschäftsverteilungsplan von 1919 wurden die Aufgabenbereiche der Nautischen Abteilung in vier Dezernaten zusammengefaßt 2:</p>
                    <p>H. I. Vermessungen, Betonnungs- und Lotsenwesen der Jade</p>
                    <p>H. II. Wissenschaftliche Angelegenheiten der Navigation, Astronomie, Meteorologie, Wetterdienst usw.</p>
                    <p>H. III. Marineangelegenheiten nautischer Fragen, Seekartenwesen</p>
                    <p>H. IV. Nautisches Instrumentenwesen</p>
                    <p>Chefs des Nautischen Departements</p>
                    <p>1890 - 1891 Konteradmiral Freiherr von Hollen</p>
                    <p>1892 - 1894 Konteradmiral Hoffmann</p>
                    <p>1895 - 1896 Kapitän zur See von Prittwitz und Gaffron</p>
                    <p>1897 Konteradmiral Plüddemann</p>
                    <p>1898 Kapitän zur See Graf von Baudissin</p>
                    <p>1899 - 1900 Kapitän zur See von Frantzius</p>
                    <p>1900 - 1902 Konteradmiral Schmidt</p>
                    <p>1903 - 1905 Konteradmiral Vüllers</p>
                    <p>1907 - 1910 Vizeadmiral Winkler</p>
                    <p>1911 - 1913 Vizeadmiral Grapow</p>
                    <p>Nachrichtenbüro</p>
                    <p>Das Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes wurde im Juni 1897 eingerichtet. Die Abteilung (N) war regulär mit einem Stabsoffizier als Vorstand und zwei jüngeren Offizieren als Dezernenten besetzt, deren Namen den jährlich erscheinenden Ranglisten zu entnehmen sind .</p>
                    <p>Zeitweise arbeiteten jedoch bis zu 5 Offiziere und zusätzlich mehrere als Hilfskräfte bezeichnete Personen dort.</p>
                    <p>Vorstände des Nachrichtenbüros</p>
                    <p>1. v. Heeringen, August, Fregattenkapitän, 1897-1900</p>
                    <p>2. Jacobsen, Hermann, Fregattenkapitän, 1900-1902</p>
                    <p>3. v. Witzleben, Job, Kapitän z. S., 1902-1905</p>
                    <p>4. v. Holleben, Franz, Kapitän z. S., 1905-1906</p>
                    <p>5. Boy-Ed, Karl, Korvettenkapitän, 1906-1909</p>
                    <p>6. Hollweg, Karl, Kapitän z. S., 1909-1912</p>
                    <p>7. Löhlein, Heinrich, Kapitän z. S., 1912 - Juni 1915</p>
                    <p>8. Fischer, Paul, Kapitän z. S., Juni - Oktober 1915</p>
                    <p>9. Widenmann, Wilhelm, Kapitän z. S., Nov. 1915 - März 1916</p>
                    <p>10. Rieder, Horst, Korvettenkapitän, April - Juni 1916</p>
                    <p>11. Boy-Ed, Karl, Kapitän z. S., Juli 1916 - August 1918</p>
                    <p>12. Scheibe, Albert, Korvettenkapitän, Sept. 1918-1919</p>
                    <p>Die Mitarbeiter des Nachrichtenbüros hatten die gesamte Tages- und Fachpresse sowie die Fachliteratur des In- und Auslandes hinsichtlich ihres für die Flottenpolitik relevanten Inhalts durchzusehen, auszuwerten und die ausgewählten Presse- und Literaturauszüge dem Kaiser und den zuständigen Abteilungen des Reichsmarineamtes zugänglich zu machen. Außerdem oblag ihnen die Herausgabe der &quot;Marine-Rundschau&quot;, des &quot;Nauticus&quot; und einzelner Broschüren zu speziellen Themen der Marinepolitik sowie die Abfassung von Zeitungsartikeln. Ferner mußten sie die Marine betreffendes Informations- und Propagandamaterial in Bild- und Schriftform an die interessierte Öffentlichkeit abgeben, aber auch die literarischen Arbeiten aus dem Marine-Offiziers-Korps vor der Drucklegung prüfen.</p>
                    <p>Mittels der zahlreichen Veröffentlichungen sowie durch Einwirkung auf Journalisten, Schriftsteller, Verleger, Reichstagsabgeordnete, Lehrer und Vereine wurde versucht, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und sie für den Flottenbau zu gewinnen. Wilhelm Deist hat gezeigt, daß die geringe Zahl der im Nachrichtenbüro beschäftigten Personen in keinem Verhältnis zu den Wirkungen steht, die die von ihnen inszenierte und gesteuerte Flottenpropaganda in der Öffentlichkeit erzeugte .</p>
                    <p>In der Institution dieser Abteilung schuf Tirpitz einen bis dahin unbekannten Propagandaapparat, mit dessen Hilfe er die gesamte Bevölkerung, vom Schulkind bis zum Rentner, erreichen konnte .</p>
                    <p>Die Mobilisierung der deutschen Öffentlichkeit für den Flottengedanken ermöglichte erst den Flottenbau in dem Ausmaß, daß das Deutsche Reich zur zweitgrößten Flottenmacht seiner Zeit wurde.</p>
                    <p>Geschäftsverteilungsplan vom 23. Febr. 1903</p>
                    <p>N I</p>
                    <p>Auswahl von Zeitungsausschnitten pp., die für die Vorlage an Allerhöchster Stelle in Betracht kommen.</p>
                    <p>Redaktion der &quot;Marine-Rundschau&quot;. Führung des hierauf bezüglichen Schriftwechsels.</p>
                    <p>Durchsicht der zugeteilten Tagespresse.</p>
                    <p>Durchsicht und Bearbeitung fremdsprachlicher Fachliteratur, Zeitungen und Zeitschriften und deutscher Fachzeitschriften, letzteres mit Unterstützung durch Dezernat N II.</p>
                    <p>Mitprüfung der Angelegenheiten betreffend die Winterarbeiten der Seeoffiziere.</p>
                    <p>N II</p>
                    <p>Durchsicht der Tagespresse, Bearbeitung von Presseangelegenheiten.</p>
                    <p>Beschaffung von Büchern und Karten.</p>
                    <p>Verkehr mit den Vertretern der Presse und Zeitschriften.</p>
                    <p>Flottenvereinsangelegenheiten.</p>
                    <p>Unterstützung von Ausstellungsunternehmungen und Kontrolle über den Verbleib der hierzu verliehenen Schiffsmodelle, Auskünfte, Abgabe von Fotographien und sonstiger Schriftverkehr.</p>
                    <p>Veröffentlichung der täglichen Nachrichten über Schiffsbewegungen pp..</p>
                    <p>Parlamentsangelegenheiten.</p>
                    <p>Durchsicht der laufenden Schriftsachen des Reichs-Marine-Amts auf Pressenotizen (Durchgangssachen), Abgabe solcher an die Presse etc..</p>
                    <p>Korrevision der das Institut für Meereskunde betr. Angelegenheiten.</p>
                    <p>Mitprüfung der Angelegenheiten</p>
                    <p>a) betreffend literarische Veröffentlichungen, auch soweit sie von anderen Gruppen bearbeitet werden,</p>
                    <p>b) welche voraussichtlich im Reichstage zur Sprache kommen,</p>
                    <p>c) betreffend Erinnerungs- und Dekorationsstücke, auch wenn sie nicht dem Institut für Meereskunde für die Reichs-Marine-Sammlung überwiesen werden.</p>
                    <p>N III</p>
                    <p>Durchsicht der volkswirtschaftlichen Literatur.</p>
                    <p>Bearbeitung volkswirtschaftlicher Angelegenheiten (Seeinteressen pp.).</p>
                    <p>Referent über Angelegenheiten, betreffend das Institut für Meereskunde.</p>
                    <p>In der Zeit des Ersten Weltkrieges erfuhr der Aufgabenkatalog des Nachrichtenbüros eine starke Erweiterung durch folgende Bereiche: Durchführung der Zensurmaßnahmen, Sammlung und Abgabe von Kriegsnachrichten, Auslandspropaganda. Nach dem Ausscheiden von Tirpitz am 26. März 1916 wurde ein Teil des Nachrichtenbüros dem Admiralstab zugeordnet und bildete dort die Abteilung P (Presseabteilung des Admiralstabes). Dieser Abteilung fielen die Aufgaben zu, die im Kriegsgeschäftsverteilungsplan des Admiralstabes vom 3. April 1914 dem Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes zugewiesen waren . Die Abteilung war weiterhin im Reichsmarineamt untergebracht.</p>
                    <p>Am 6. Juli 1916 wurde das Nachrichtenbüro des Reichsmarineamtes mit der Presseabteilung des Admiralstabes für die Dauer des Krieges unter einem gemeinsamen Vorstand vereinigt und dem Chef des Admiralstabes der Marine unterstellt . Die bisherigen Bezeichnungen P (Admiralstab) und N (Reichsmarineamt) wurden beibehalten. Die vereinigten Abteilungen standen dem Staatssekretär des Reichsmarineamtes für alle vom Reichsmarineamt ressortierenden Angelegenheiten im gleichen Umfang zur Verfügung wie bisher das Nachrichtenbüro.</p>
                    <p>Geschäftsverteilungsplan vom August 1916</p>
                    <p>P I</p>
                    <p>Durchsicht und Zuschrift sowie Auswahl der dem Vorstande vorzulegenden Eingänge. Bearbeitung solcher Eingänge, die unter keine bestimmte Gruppe fallen. Überwachung des Geschäftsverkehrs bei P und N.</p>
                    <p>Verkehr in Zensurangelegenheiten mit den Marine-Kommandobehörden, der Oberzensurstelle (O.Z.), der Zensurstelle des Auswärtigen Amtes, den Presseabteilungen beim Oberkommando in den Marken und bei den stellvertretenden Generalkommandos, den militärischen Überwachungsstellen bei den Telegraphischen Ämtern.</p>
                    <p>Bücher- und Bilderzensur, Schiffsverlustlisten, Unterstützung von Inlandszeitschriften bei besonderen Veröffentlichungen über die Marine, Auskunftserteilung.</p>
                    <p>Bearbeitung der von der O.Z. erlassenen Zensurverfügungen, Schriftwechsel in Zensurangelegenheiten nach Anweisung von P I, Auskunftserteilung.</p>
                    <p>Laufende Tageszensur.</p>
                    <p>Beiträge zur Ehrentafel.</p>
                    <p>Bearbeitung der Mitteilungen betr. Kriegsaufklärung.</p>
                    <p>P II</p>
                    <p>Aufklärungstätigkeit bei den Verbündeten und im neutralen Auslande.</p>
                    <p>Verkehr mit den Pressevertretern der verbündeten und neutralen Länder.</p>
                    <p>Verkehr mit den für die Tätigkeit von P II infrage kommenden Dienststellen, insbesondere der Nachrichten-Abteilung und der Militärischen Stelle (M.A.A.) des Auswärtigen Amtes.</p>
                    <p>Versorgung der Marine-Attaches mit Aufklärungsmaterial.</p>
                    <p>Beiträge für den deutschen Funkspruchdienst.</p>
                    <p>Versorgen der deutschen Feldzeitungen.</p>
                    <p>N I und II</p>
                    <p>Reichstagesangelegenheiten, Verkehr mit deutschen Pressevertretern, Marineaufklärung im Inland, Verkehr mit dem Kriegspresseamt.</p>
                    <p>Kriegsbeute-, Ausstellungs-, Musterungs- und Vereinsangelegenheiten, Einschiffungen und Reisen an die Front, Fondsverwaltung, Etatsangelegenheiten, Verwaltung der Fotographien und Bücher des Nachrichtenbüros.</p>
                    <p>Lesen und Versorgen der deutschen Tagespresse und der einschlägigen Literatur. Versorgen des R.M.A., Admiralstabes mit den einschlägigen Nachrichten und Auslassungen in der deutschen Presse und Literatur.</p>
                    <p>Kriegs- und Friedensarchiv, Sammlung der von P bzw. N an die Presse gegebenen Veröffentlichungen.</p>
                    <p>Lesen ausländischer Zeitungen und Versorgen des R.M.A. damit, Herausgabe der &quot;Fremden Presse&quot;.</p>
                    <p>Lesen englischer Zeitungen.</p>
                    <p>Verteilung von Nachrichten aus der ausländischen Presse an R.M.A. und Admiralstab.</p>
                    <p>Volkswirtschaftliche Arbeiten, Lesen und Verwalten der deutschen Broschüren.</p>
                    <p>Werftdepartement</p>
                    <p>Der Bestand enthält auch die Unterlagen des Technischen Departements, bzw. ab 1905 Werftdepartements des Reichsmarineamtes. Die für die Bearbeitung des U-Bootwesens zuständigen Abteilungen und Dezernate des Werftdepartements sind am 11. Dezember 1917 zum U-Bootamt des Reichsmarineamtes verselbständigt worden.</p>
                    <p>U-Boot-Amt</p>
                    <p>Am 11. Dezember 1917 ist im Reichsmarineamt als Folge der veränderten Kriegslage ein neues Departement mit der Bezeichnung U-Boot-Amt (UA) gebildet worden. Es entstand aus den Abteilungen und Dezernaten des Werftdepartements, die bis dahin für das U-Bootswesen zuständig waren 1: - Abteilung für U-Bootswesen - Beschaffungsgruppe der Werftverwaltungsabteilung - Dezernat für Geldbeschaffung in U-Bootsangelegenheiten - Fabrikabteilung in allen U-Bootsangelegenheiten - Abteilung für Torpedowesen in allen Angelegenheiten der U-Bootsarmierung, welche die Fertigstellung von U-Torpedos und Rohren betreffen. Das neu eingerichtete Departement wurde nunmehr die zentrale Dienststelle für alle U-Bootsangelegenheiten. Seine Aufgabe bestand vor allem darin, die Fabrikation von U-Booten durch Verstärkung der Arbeiterzuweisungen und Vergrößerungen der Betriebseinrichtungen zu steigern. Chef des U-Boot-Amtes wurde Vizeadmiral Ritter v. Mann Edler von Tiechler. Die Inspektion des Unterseebootswesens (vgl. Bestand RM 27 XIII) ist dem Departement unmittelbar unterstellt worden. Die zunehmende Aufgabenfülle führte zu folgender Neuorganisation, die am 22. Oktober 1918 in Kraft trat 2: U IAllgemeine U-Bootsangelegenheiten, zugleich Assistent beim Chef des U-AmtesU IIAbteilung für militärisch-technische Angelegenheiten des U-BootwesensU IIaEntwicklung der U-Bootsneubauten, Neukonstruktionen und ErprobungenU IIbIn der Front befindliche U-Boote und U-BootsstützpunkteU IIIIndustrieabteilungU IIIaAngelegenheiten der U-BootswerftenU IIIbAngelegenheiten der U-BootsindustrieU IVFabrikabteilungU IVaZurückstellungsgesucheU IVbFamilienzahlungenU IVcHerausziehung des Ersatzes für Heer und Marine aus fiskalischen Betrieben und der MarineindustrieU VVersorgung der U-Bootsindustrie mit Betriebsstoffen; zugleichVerwaltungsangelegenheiten des U-AmtesUZMit Wirkung vom 24. Januar 1919 verlor das U-Boot-Amt den Charakter als Departement; es wurde wiederum dem Werftdepartement eingegliedert, aus dem es hervorgegangen war 3.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Die Royal Museums in Greenwich verwahren eine Sammlung von Konstruktionszeichnungen der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine (The Admiralty Collection of German Navy Plans).</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 3-KART</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsmarineamt.- Kartenwerke</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1889-01-01/1919-12-31">1889-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>13 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Karten</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsmarineamt.- Bildbestand</unittitle>
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                      <genreform>Bilder</genreform>
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                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliches Oberkommando der Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1881-01-01/1931-12-31">1881 - 1917 (-1931)</unitdate>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält nur noch Restakten über Spitzenorganisation, Taktik, Flottenreglements, Ausbildung verschiedener Schiffsverbände, Signalwesen und Manöver, sowie eine kleine Anzahl von Handakten. Zahlreiche Akten wurden vom Admiralstab der Marine und dem Reichsmarineamt fortgeführt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Bei Auflösung der Kaiserlichen Admiralität wurde für den Geschäftsbereich ihrer bisherigen militärischen Abteilung zum 1. April 1889 das Kaiserliche Oberkommando der Marine geschaffen. Dem Kommandierenden Admiral, der dem Kaiser direkt unterstellt war, wurde die Kommandogewalt über alle Marineteile zur See und an Land übertragen.</p>
                    <p>Zum Geschäftsbereich des Kommandierenden Admirals gehörten neben der Durchführung aller Kommandoangelegenheiten die operativen Admiralstabsaufgaben, Mobilmachungsvorarbeiten, taktische Ausbildung und militärisches Bildungswesen. Das Oberkommando der Kaiserlichen Marine wurde durch Kabinettsordre vom 14.03.1899 aufgelöst. Ein Teil der Befugnisse ging danach auf den Admiralstab der Marine über.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 3 Reichmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Marinebefehle 1889 ff.</p>
                    <p>Rang- und Quartierliste der Kaiserlich Deutschen Marine 1889-1900</p>
                    <p>RMD 7 Kaiserliche Admiralität/ Kaiserliches Oberkommando</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt/M. 1958</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Bei Auflösung der Kaiserlichen Admiralität 1889 wurde für den Geschäftsbereich ihrer bisherigen Militärischen Abteilung das Kaiserliche Oberkommando der Marine geschaffen und ihm auch die Kommandogewalt über alle Marineteile zur See und an Land übertragen. Zum Geschäftsbereich des Kommandierenden Admirals gehörten neben der Durchführung aller Kommandoangelegenheiten die operativen Admiralstabsaufgaben, Mobilmachungsvorarbeiten, taktische Ausbildung und militärisches Bildungswesen.1899 wurde die Behörde aufgelöst.</p>
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                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 5</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Admiralstab der Marine / Seekriegsleitung der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1890-01-01/1919-12-31">1890-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>7267 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Erhebliche Aktenverluste entstanden während der Revolutionstage 1918 und in den Monaten danach. Unterlagen über Nachrichtenbeschaffung, Spionage und Gegenspionage wurden bereits 1919 in großem Umfang vernichtet.</p>
                    <p>Gut überliefert sind dagegen Akten folgender Sachgebiete: Organisation, Chiffrierdienst, Mobilmachungsarbeiten, Kriegsschauplätze Ost- und Nordsee, Auslandskriegführung, Nachrichten über europäische und außereuropäische Länder und waffentechnische Angelegenheiten. Hervorzuheben sind Archivalien über den Handelskrieg mit U-Booten und die damit zusammenhängenden militärpolitischen Fragen. Aus dem 1. Weltkrieg sind ferner die Akten der Vertreter des Admiralstabes bei der Obersten Heeresleitung und bei Armeeoberkommandos zu erwähnen.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Durch Kabinettsordre vom 14. März 1899 wurde die Admiralstabsabteilung des Oberkommandos der Marine verselbständigt und als Admiralstab der Marine dem Kaiser unmittelbar unterstellt. Friedensmäßig gehörten zu den Admiralstabsaufgaben die operative Planung der Kriegführung zur See, Mobilmachung, Seekriegsspiele, Seekriegsgeschichte, die Sammlung und Bearbeitung der Nachrichten über fremde Marinen sowie über Wirtschaft und Militärpolitik fremder Staaten. Der Admiralstab bearbeitete alle taktischen Angelegenheiten der Flotte, die Aus- und Weiterbildung von Admiralstabsoffizieren sowie die Reisepläne für sämtliche Seestreitkräfte im Ausland. Im Kriege kamen militärpolitische Angelegenheiten und Zensuraufgaben hinzu. Zur Lenkung der gesamtes Seekriegführung wurde am 28. August 1918 die Seekriegsleitung als mobiler Teil des Admiralstabes eingerichtet. Ab 15. November 1918 unterstand die Behörde dem Reichsmarineamt und wurde am 15. Juli 1919 aufgelöst.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 8 Admiralstab der Marine</p>
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                    <head>Literatur</head>
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                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt/M., 1958.</p>
                    <p>Deist, Wilhelm: Militär und Innenpolitik im Weltkrieg 1914- 1918. Düsseldorf 1970.</p>
                    <p>Granier, Gerhard: Magnus von Levetzow. Schriften des Bundesarchivs 31. Boppard a. Rh. 1982.</p>
                    <p>Leipold, Andreas: Die deutsche Seekriegsführung im Pazifik in den Jahren 1914 und 1915, Wiesbaden 2012.</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Durch Kabinettsorder vom 14.3.1899 wurde die Admiralstabsabteilung des Oberkommandos der Marine verselbständigt und als Admiralstab der Marine dem Kaiser unmittelbar unterstellt. Friedensmäßig gehörte zu den eigentlichen Admiralstabsaufgaben die operative Planung der Kriegsführung zur See, die Sammlung und Bearbeitung der Nachrichten über fremde Marinen sowie über Wirtschaft und Militärpolitik fremder Staaten. Weiter bearbeitete der Admiralstab alle taktischen Angelegenheiten der Flotte, die Aus- und Weiterbildung von Admiralstabsoffizieren sowie die Reisepläne für sämtliche Seestreitkräfte im Ausland. Im Kriege kamen militärpolitische Angelegenheiten und Zensuraufgaben hinzu. Zur Lenkung der gesamten Seekriegführung wurde am 28.8.1918 die Seekriegsleitung als mobiler Teil des Admiralstabs eingerichtet. Ab 15.11.1918 unterstand die Behörde dem Reichsmarineamt und wurde am 15.7.1919 aufgelöst.</p>
                  </scopecontent>
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                  <unittitle>Befehlshaber</unittitle>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 28</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>286 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>17,1 lfm</extent>
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                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Archivalien dokumentieren das Geschehen auf einem Nebenkriegsschauplatz.</p>
                    <p>In nennenswertem Umfang überliefert sind allgemeine Organisationssachen, Personalangelegenheiten, Kriegstagebücher, Telegrammakten, Material über Unternehmungen auf dem Ostseekriegsschauplatz. Besondere Beachtung verdienen die Unterlagen über die Eroberung der baltischen Inseln im Oktober 1917.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde für den Krieg in der Ostsee ein besonderer Verband der Ostseestreitkräfte geschaffen. Der Oberbefehlshaber, Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen, war unmittelbar dem Kaiser unterstellt. Zur Störung russischer Unternehmungen, zur Sicherung der Kieler Bucht und zum offensiven Minenkrieg standen überwiegend veraltete Fahrzeuge und Reserveformationen zur Verfügung. Die Kommandobehörde bestand bis zur Auflösung des Ostseeverbandes im Januar 1918.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Grohmann, Justus Andreas: Die deutsch -schwedischen Auseinandersetzungen um die Fahrstraßen des Öresunds im Ersten Weltkrieg. Boppard 1974</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die am 30.07.1914 improvisiert geschaffene Kommandobehörde bestand bis zum Januar 1918. Zur Störung russischer Unternehmungen, zur Sicherung der Kieler Bucht und zum offensiven Minenkrieg standen vorwiegend veraltete Fahrzeuge und Reserveformationen zur Verfügung.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 31</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marinestation der Ostsee der Preußischen Marine und Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1846-01-01/1979-12-31">1846 - 1979</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>955 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>145,4 lfm</extent>
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                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Aus der Zeit bis 1918 ist der organisatorische Bereich, auch der meisten Unterbehörden, deren Registraturgut vernichtet worden ist, gut belegt. Besonderer Wert kommt den Kriegsakten der Station aus dem Ersten Weltkrieg zu. Sie enthalten ca. 800 Bände zu folgenden Sachgebieten: Kriegsleistungsgesetz, Hinterbliebenenversorgung, Rohstoffbewirtschaftung, Presseangelegenheiten, Vaterländischer Hilfsdienst, Internierte und Kriegsgefangene, Rotes Kreuz, Arbeiterfragen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die 1853 als Marine-Stations-Kommando in Danzig errichtete Marinestation der Ostsee wurde 1865 nach Kiel verlegt. Der Stationschef hatte territoriale Befehlsbefugnisse über alle in seinem Bereich vorhandenen Marinebehörden und Marineteile. Im Gebiet des Reichskriegshafens Kiel hatte er Rechte und Pflichten eines Festungskommandanten.</p>
                    <p>Im Juni 1935 erhielt der Stationschef die Dienstbezeichnung Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee. Am 1.2.1943 wurde das Stationskommando in Marineoberkommando Ostsee (MOK Ost), der Kommandierende Admiral in Oberbefehlshaber Ostsee umbenannt, zu dessen Oberverwaltungsstab ab 1.7.1943 auch die Marineintendantur Kiel gehörte. Im Laufe des Krieges erweiterte sich der ursprüngliche Befehlsbereich. Mit dem Polenfeldzug traten auch Gotenhafen und das Gebiet des Korridors um Danzig zum Befehlsbereich, mit dem Unternehmen &quot;Weserübung&quot; dann auch noch die dänische Ost- und Nordküste. Mit dem Rußlandfeldzug kamen weiterhin das Baltikum und Nordrußland, soweit von deutschen Truppen besetzt, hinzu. Zu den Aufgaben der Marinestation gehörten vorrangig: aktiver und passiver Küstenschutz im Bereich; Leitung der Ausbildung und des Dienstbetriebes der unterstellten Marineteile und Behörden an Bord und an Land; Leitung der Personalwirtschaft der Marineteile im Stationsbereich; Leitung des militärischen Nachrichtendienstes sowie Ausgestaltung und Erhaltung des Nachrichtennetzes; Bereitstellung und Belegung von Kasernen und Unterkünften; Regelung des Hafenpolizeidienstes im jeweiligen Reichskriegshafen; Leitung des Küstenschutzes und Küstenverteidigung sowie des Überwachungs- und Nachrichtendienstes im Kriege.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 131 Marinestation der Ostsee der Reichsmarine und Kriegsmarine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 21 Marineoberkommandos/ Marinestationskommandos</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Güth, Rolf: Die Marine des deutschen Reiches 1919-1939. Frankfurt 1972.</p>
                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt 1958.</p>
                    <p>Müller, Wolfgang: Kriegsschauplatz Ostsee 1919 - 1945: Reorganisation und Aufbau der deutschen Seestreitkräfte. 2 Bände. Martenshagen 2011.</p>
                    <p>Rackwitz, Martin: Kiel 1918. Revolution - Aufbruch zur Demokratie und Republik. Kiel 2018.</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die 1853 als Marine-Stations-Kommando in Danzig errichtete Marinestation der Ostsee wurde 1865 nach Kiel verlegt. Der Stationschef hatte territoriale Befehlsbefugnisse über alle in seinem Bereich vorhandenen Marinebehörden und Marineteile. Im Gebiet des Reichskriegshafens Kiel hatte er Rechte und Pflichten eines Festungskommandanten. Das Stationskommando bearbeitete auch die Personalien aller zugewiesenen Soldaten. Im Juni 1935 erhielt der Stationschef die Dienstbezeichnung Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee. Am 1.2.1943 wurde das Stationskommando in Marineoberkommando Ostsee (MOK Ost), der Kommandierende Admiral in Oberbefehlshaber Ostsee umbenannt, zu dessen Oberverwaltungsstab ab 1.7.1943 auch die Mariineintendantur Kiel gehörte.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Akte RM 31/4559 wurde als nicht mehr lesbar kassiert.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 33</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marinestation der Nordsee der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1923-12-31">1867 - 1923</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>341 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Im Bestand sind hauptsächlich Unterlagen über materielle Bereitstellung und Kriegsbereitschaft von Schiffen und Hilfsschiffen, über Admiralstabsreisen, Sperrpläne für die Flussmündungen der Nordseeküste einschließlich Verminung und über die Armierung der Festungsgebiete Wilhelmshaven, Helgoland, Weser- und Elbmündung überliefert. Besondere Bedeutung kommt den Akten der Abwehrstelle des Stationskommandos zu.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Bestand RM 33 sind die Archivalien der Marinestation der Nordsee als Territorialkommando und Basisbehörde der Kaiserlichen Marine für Personalersatz, Personalsteuerung, Grundausbildung, materielle Versorgung der Flotte, Küstenverteidigung und Überwachung der Küstengewässer im Bereich der Nordsee aufgeführt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 7 Seekriegsleitung</p>
                    <p>RM 133 Marinestation der Nordsee der Reichsmarine und Kriegsmarine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 21 Marineoberkommandos/ Marinestationskommandos</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Güth, Rolf: Die Marine des deutschen Reiches 1919-1939. Frankfurt 1972</p>
                    <p>Hubatsch, Walter: Der Admiralstab und die obersten Marinebehörden in Deutschland 1848-1945. Frankfurt 1958</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Der Stab des Stationskommandos der Marinestation der Nordsee wurde 1870/71 gebildet. Der Stationschef war 1873 bis 1904 in Personalunion Festungskommandant von Wilhelmshaven. Das Stationskommando war zunächst der Admiralität, dann dem Oberkommando der Marine nachgeordnet, und ab 1899 als Immediatbehörde unmittelbar dem Kaiser unterstellt. Nach dem Ersten Weltkrieg unterstand das Stationskommando dem Reichsmarineamt, dem Chef der Admiralität und dem Chef der Marineleitung und ging in die Reichsmarine über.</p>
                    <p>Dem Kommando der Marinestation der Nordsee unterstanden unmittelbar die Festungskommandantur in Wilhelmshaven, die Kommandantur der Befestigungen der Wesermündung in Geestemünde, die Kommandantur der Befestigungen der Elbemündung in Cuxhaven und die Kommandantur der Befestigungen von Helgoland.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Der Bestand RM 33 wurde geteilt und die Akten aus der Zeit nach 1920 in den neuen Bestand RM 133 überführt.</p>
                    <p>Die Akte RM 3/10883 wurde unter der Signatur RM 33/3189 in den Bestand übernommen. Die Akte RM 33/309 wurde umsigniert zu RM 31/4598.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 38</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Chef des Kreuzergeschwaders der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1914-12-31">1884-1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>184 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>6,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält auch Vorakten der Kreuzerdivision sowie von ad hoc gebildeten Kreuzerverbänden. Von besonderem Wert ist die Berichterstattung über Sansibar, West- und Ostafrika, die Philippinen sowie Ostasien einschließlich Kiautschou. Verhältnismäßig umfangreiche Akten liegen vor über den Einsatz des Geschwaders im chinesischen Boxeraufstand 1900-1901 und bei der Blockade von Venezuela 1902-1903. Die Kriegsakten sind nur in Bruchstücken überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 4 Kaiserliches Oberkommando der Marine</p>
                    <p>RM 39 Atlantische und pazifische Auslandsstationen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Dick, K.: Das Kreuzergeschwader, sein Werden, Sieg und Untergang. Berlin 1917.</p>
                    <p>Pochhamnner, H.: Graf Spee&apos;s letzte Fahrt. Erinnerungen an das Kreuzergeschwader. Leipzig 1921.</p>
                    <p>Leipold, Andreas: Die deutsche Seekriegsführung im Pazifik in den Jahren 1914 und 1915, Wiesbaden 2012.</p>
                    <p>Herold, Heiko: Reichsgewalt bedeutet Seegewalt. Die Kreuzergeschwader der Kaiserlichen Marine als Instrument der deutschen Kolonial- und Weltpolitik 1885 bis 1901 (= Beiträge zur Militärgeschichte, 74). München 2013.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Das am 23.01.1897 formierte Kreuzergeschwader unterstand zunächst dem Oberkommando der Marine. Nach dessen Auflösung 1899 erhielt der Geschwaderchef für seinen Bereich die bisher vom Kommandierenden Admiral ausgeübten Befugnisse. Das Geschwader wurde am 08.12.1914 bei den Falklandinseln vernichtet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 39</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Atlantische und pazifische Auslandsstationen der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1883-01-01/1903-12-31">1883-1903</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>8 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind wenige Akten von der australischen, ostasiatischen und ostamerikanischen Station.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Auslandsstationen waren fest umrissene außerheimische Seegebiete, in denen das Deutsche Reich seine Interessen ständig durch Kriegsschiffe ohne feste Stützpunkte vertreten ließ. Der dienstälteste Kommandant oder Geschwaderchef hatte u.a. auch über militärpolitische Angelegenheiten zu berichten.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 38 Chef des Kreuzergeschwaders</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Auslandsstationen waren fest umrissene außerheimische Seegebiete, in denen das Deutsche Reich seine Interessen ständig durch Kriegsschiffe ohne feste Stützpunkte vertreten ließ. Der dienstälteste Kommandant oder Geschwaderchef hatte u.a.auch über militärpolitische Angelegenheiten zu berichten.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 40</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Mittelmeer und im Osmanischen Reich</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1918-12-31">1901-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>861 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>21,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die bruchstückhafte Überlieferung der Mittelmeerstation setzt 1906 ein, das umfangreich vorhandene Schriftgut der Mittelmeerdivision im Jahre 1914. Über die Seekriegsführung im Mittelmeer und im Schwarzen Meer hinaus enthalten die Akten Unterlagen über Kriegsführung und politische Verhältnisse in Bulgarien, Russland und Griechenland. Vom Sonderkommando sowie vom Kommandanten der Dardanellen liegen umfangreiche Quellen über die Kämpfe an den Dardanellen 1915 vor. Hervorzuheben sind die Akten des Bevollmächtigten Admiralstabsoffiziers bei der Osmanischen Obersten Heeresleitung und Kommandeurs der Marineabteilungen auf dem südlichen Kriegsschauplatz, dessen Einsatzgebiet sich bis nach Mesopotamien erstreckte. Die Unterlagen enthalten außerdem persönliche Kriegstagebücher von deutschen Kommandanten türkischer Kriegsschiffe.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Mittelmeerstation war von 1875 bis 1918 ständig durch ein Stationsschiff in Konstantinopel besetzt. Im Zusammenhang mit dem 1. Balkankrieg 1912 wurde die Mittelmeerdivision gebildet. Die ab August 1914 zur Unterstützung der Türkei entsandten Marinetruppen wurden dem Sonderkommando der Marine der Türkei unterstellt.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Hermann Lorey: Der Krieg in den türkischen Gewässern, Bd.1. Die Mittelmeerdivision. In: Der Krieg zur See 1914-1918. Berlin 1928</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Mittelmeerstation war von 1875 bis 1918 ständig durch ein Stationsschiff in Konstantinopel besetzt. Im Zusammenhang mit dem 1. Balkankrieg 1912 wurde die Mittelmeerdivision gebildet. Die ab August 1914 zu Unterstützung der Türkei entsandten Marinetruppen wurden dem Sonderkommando der Marine in der Türkei unterstellt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 41</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen der Kaiserlichen Marine in Rußland</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1919-12-31">1917-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>81 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Das bei der Wahrnehmung der Aufgaben entstandene Schriftgut bietet u.a. Aufschluss über die Friedensverhandlungen mit Russland in Brest- Litowsk. Überliefert sind auch Unterlagen des Marinemitglieds der deutschen Ukraine- Delegation in Kiew und Aktensplitter des Verbindungsoffiziers der Marine beim Oberbefehlshaber Ost.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Dezember 1917 wurde die Waffenstillstandskommission für das Schwarze Meer und das Mittelmeer mit deutschen, österreich- ungarischen, türkischen, bulgarischen, russischen und rumänischen Mitgliedern errichtet, um Seehandel und Seetransporte im Schwarzen Meer zu regeln. Nach der Verlegung von Bukarest nach Odessa im Mai 1918 wurde die Dienststelle in Nautisch- Technische Kommission (Nateko) umbenannt, ihr Vorsitzender übernahm zugleich die Aufgaben des Befehlshabers des deutschen Marinekommandos im ehemals russischen Schwarzmeergebiet (BMK). Am 12.11.11918 wurde er zum Waffenstillstandskommissar ernannt und regelte die Zusammenarbeit mit den alliierten Interventionstruppen in Südrussland, den Einsatz und Rücktransport deutscher Verbände.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Fischer, Kurt: Deutsche Truppen und Entente- Intervention in Südrussland 1918/19. Boppard 1973</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im Dezember 1917 wurde die Waffenstillstandskommission für das Schwarze Meer und Mittelmeer mit deutschen, österreichisch-ungarischen, türkischen, bulgarischen, russischen und rumänischen Mitgliedern errichtet, um Seehandel und Seetransporte im Schwarzen Meer zu regeln. Nach der Verlegung von Bukarest nach Odessa im Mai 1918 wurde die Dienststelle in Nautisch-Technische Kommission (Nateko) umbenannt. Ihr Vorsitzender übernahm zugleich die Aufgaben des Befehlshabers des deutschen Marinekommandos im ehemals russischen Schwarzmeergebiet (BMK). Am 12.11.1918 wurde er zum Waffenstillstandskommissar ernannt und regelte die Zusammenarbeit mt den alliierten Interventionstruppen in Südrußland, den Einsatz und Rücktransport deutscher Verbände.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 42</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommandobehörden der Kaiserlichen Marine in den baltischen Gewässern</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1919-12-31">1917-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>150 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>4,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Bestandsgruppe umfasst die Überlieferung der Seebefehlshaber in der östlichen Ostsee, der Sonderverbände zur Befreiung Finnlands, des Marinesonderkommandos Helsingfors sowie von außerhalb des Reichsgebietes errichteten Kommandobehörden an Land. Darüber hinaus sind Akten des Befehlshabers in den baltischen Gewässern und des Befehlshabers der Marineanlagen in Kurland überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 8 VI Ostseedivision</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Meurer, Hugo: Im nordischen Eis und Schnee. Marineexpedition zur Befreiung Finnlands im Februar bis Mai 1918. In: Eberhard von Mantey (Hrsg.): Auf See unbesiegt. 30 Einzeldarstellungen aus dem Seekrieg. Bd. 1. München 1921</p>
                    <p>Schoultz, G. von: Der finnische Freiheitskrieg und die deutsche Hilfsexpedition 1918. In: Marine-Rundschau 33, H. 4 (1928) Glüer, Bruno: Transport und Landung zur Eroberung der Baltischen Inseln. In: Eberhard von Mantey (Hrsg.): Auf See unbesiegt. 30 Einzeldarstellungen aus dem Seekrieg. Bd. 1. München 1921 Bastian, M.: Die Eroberung der baltischen Inseln. In: Unsere Marine im Weltkrieg 1914-1918. (1927) Tschischwitz, Erich von: Armee und Marine bei der Eroberung der Baltischen Inseln im Oktober 1917. Berlin 1931</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>1917 wurden Sonderverbände zur Eroberung der baltischen Inseln eingerichtet. Im Februar 1918 kam es zur Aufstellung des Sonderverbandes Ostsee. Dieser zur Unterstützung der gegen Russland kämpfenden Finnen gebildete Verband beteiligte sich mit Landungseinheiten an den harten Kämpfen zu Land. Nach Beendigung der Kämpfe in Finnland wurde der Sonderverband im Mai 1918 aufgelöst.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 43</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Dienststellen und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Heimatbereich</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1870-01-01/1923-12-31">1870-1923</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1525 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>49,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die bei den Divisionen geführten Stammrollen, Personalpapiere und Besatzungslisten sind während des 2. Weltkriegs im Zentralnachweiseamt für Kriegsverluste und Kriegsgräber verbrannt. Zufällig erhaltene Aktensplitter werden heute von der &quot;Deutschen Dienststelle&quot; in Berlin verwahrt. Überliefert sind im Bundesarchiv nur einzelne Kriegstagebücher, Aktensplitter und Abwicklungsakten. Zusammengefaßt werden in der Bestandsgrupper ferner die Akten verschiedener Dienststellen der Marine mit allgemein militärischen oder fachlichen Aufgaben und zugleich regional begrenzter Zuständigkeit. Hervorzuheben sind die Küstenbezirksämter, die kommissarisch die vom Reichsmarineamt zu führende Reichsaufsicht über das Seezeichenwesen ausübten, der Marinekommissar für den Kaiser-Wilhelm-Kanal und die Kommandanturen, besonders Kiel, Wilhelmshaven und Helgoland, in deren Unterlagen auch Befestigungspläne vorhanden sind. Von Versorgungsstellen, Nachrichtenstellen, Sperrkommandanten, Intendanturen und Bauämtern sind neben den Kriegstagebüchern nur Teile der Kriegsakten überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Bei jedem Stationskommando bestanden Matrosen-, Werft- und Torpedodivisionen als personalbearbeitende Stamm- Marineteile der Mannschaften und Unteroffiziere. Die Matrosendivisionen waren das Personaldepot für das seemännische Personal der Kriegsschiffe- ausgenommen Torpedoboote-, die Werftdivisionen für das technische Personal, die Torpedodivisionen schließlich für seemännische und technische Besatzungen der Torpedobootstreitkräfte sowie für das waffentechnische Torpedo-, Minen- und Sprengmittelpersonal aller anderen Kriegsschiffe.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Bei jedem Stationskommando bestanden Matrosen-, Werft- und Torpedodivisionen als personalbearbeitende Stamm-Marineteile der Mannschaften und Unteroffiziere. Die Matrosendivisionen waren das Personaldepot für das seemännische Personal der Kriegsschiffe - ausgenommen Torpedoboote -, die Werftdivisionen für das technische Personal, die Torpedodivisionen schließlich für seemännische und technische Besatzungen der Torpedobootsstreitkräfte sowie für das waffentechnische Torpedo-, Minen- und Sprengmittelpersonal aller anderen Kriegsschiffe.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 44</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommando des Internierungsverbandes der Kaiserlichen Marine und Reichsmarine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1920-12-31">1918-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>24 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Überlieferung umfasst neben solchen Aktenteilen, die vor der Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow 1919 gesichert werden konnten, Unterlagen der Nachschubstelle des Verbandes sowie Abwicklungsakten. Zu erwähnen sind Verbandstagesbefehle, englische Befehle und Memoranden, Vernehmungsprotokolle über Völkerrechtsverletzungen, Berichte sowie Niederschriften der Heimkehrer über die Versenkung der Schiffe und den Aufenthalt in britischen Kriegsgefangenenlagern und die Internierungsbedingungen sowie Unterlagen des Arbeiter- und Soldatenrates des Internierungsverbandes. Darüber hinaus gibt der Bestand Einblick darüber, wie Reuter zu dem Entschluss kam, die Selbstversenkung der deutschen Flotte zu initiieren.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Kommandoakten sind größtenteils untergegangen. Ein kleiner Teil gelangte in englischen Besitz.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Unterlagen gelangten zunächst ins Marinearchiv. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Akten zusammengefasst und zum Großteil mit den vorangesetzten Buchstaben PG („Pinched from the Germans&quot;) versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben. In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes MGFA) heute Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Auf Grund einer interministeriellen Vereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und dem Bundesminister des Innern aus dem Jahre 1968, wurden die Akten von der Dokumentenzentrale ins Bundesarchiv übertragen. Sie gelangten schließlich in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 6 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine</p>
                    <p>RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung</p>
                    <p>RM 20 Marinekommandoamt</p>
                    <p>RM 56 Torpedobootsverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 92 Schwere und mittlere Kampfschiffe der Reichsmarine und Kriegsmarine</p>
                    <p>N 173 Nachlass Paul Behncke</p>
                    <p>N 253 Nachlass Alfred von Tirpitz</p>
                    <p>N 239 Nachlass Magnus von Levetzow</p>
                    <p>N 379 Nachlass Friedrich Ruge</p>
                    <p>MSG 2 Sachthematische und biographische Sammlung zur deutschen Militärgeschichte</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Ruge, Friedrich: Scapa Flow 1919. Das Ende der deutschen Flotte. Oldenburg 1969</p>
                    <p>Krause, Andreas: Scapa Flow. Die Selbstversenkung der wilhelminischen Flotte. Berlin 1999</p>
                    <p>Patrick Thornhill: Von ScapMajor Perceval Gibbon: The Triumph of the Royal Navy. Hodder and Stoughton, London u. a. 1919, (Offizieller Bericht über die Auslieferung der deutschen Flotte).</p>
                    <p>Dan van der Vat: The Grand Scuttle. The sinking of the German fleet at Scapa Flow in 1919, Edinburgh 1986.</p>
                    <p>Ludwig von Reuter: Scapa Flow - Das Grab der deutschen Flotte. Koehler, Leipzig 1921.</p>
                    <p>Scapa Flow, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden, München 1983, S. 355.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Selbstversenkung der Kaiserlichen Hochseeflotte in Scapa Flow fand am 21. Juni 1919 im britischen Flottenstützpunkt Scapa Flow statt, in dem die ehemalige kaiserliche Flotte als Folge des Waffenstillstands am Ende des Ersten Weltkriegs interniert worden war. Da die deutsche Regierung kurz davor stand, den Vertrag von Versailles zu unterzeichnen, der in Artikel 184 die Auslieferung aller Kriegsschiffe in Scapa Flow vorsah, initiierte Konteradmiral Ludwig von Reuter organisierte Selbstversenkung.</p>
                    <p>Mit Kriegsausbruch 1914 führte der Chef der Hochseeflotte, dem einsatzmäßig die in der Ostsee, eingesetzten Verbände entzogen waren zusätzlich die Dienstbezeichnung Chef der Hochseestreitkräfte. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches wurde der größte Teil der Kaiserlichen Marine in einem Überführungsverband, der den größten Teil der deutschen Flotte umfasste, nach Scapa Flow überführt. Das Kommando bestand vom 18.11.1918 bis zur Selbstversenkung der Schiffe in Scapa Flow am 21.06.1919. Ab 22.2.1919 wurde der Verband zur Durchführung des Waffenstillstandes als Internierungsverband (Verfügung des Reichsmarineamtes vom 22.2.1919) bezeichnet, bis zur Selbstversenkung am 21.6.1919. Das Kommando der Hochseeflotte/ Hochseestreitkräfte wurde am 10.1.1919 aufgelöst. Die Abwicklung war am 5.3.1919 beendet.</p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 47</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommando der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1919-12-31">1901-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>915 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>38,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Aus der Zeit bis 1914 liegen nur verhältnismäßig wenige Akten vorwiegend über operative und taktischen Angelegenheiten, Mobilmachungsplanung und Stellenbesetzungen vor. Für diese Bereiche sind auch die Kriegsakten gut überliefert, einschließlich der Kriegstagebücher bis Ende Oktober 1918. Erhebliche Lücken weisen die Unterlagen zu militärpolitischen Angelegenheiten des letzten Kriegsjahres auf. Aus der Demobilmachungsphase sind Akten über Soldatenräte vorhanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Als erste ständige Kommandobehörde im Flottenbereich wurde 1891 das Kommando der Manöverflotte eingerichtet und 1897 in Kommando des 1. Geschwaders umbenannt. Daraus wurde 1902 die aktive Schlachtflotte, seit 1907 Kommando der Hochseeflotte, im 1. Weltkrieg Kommando der Hochseestreitkräfte genannt. 1919 wurde die Dienststelle aufgelöst.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Scheer, Reinhard: Deutschlands Hochseeflotte im Weltkrieg. Berlin 1920</p>
                    <p>Mantey, Eberhard von: Schwere Seestreitkräfte, Fahrten und Kämpfe 1914-1918. Berlin 1935</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Als erste ständige Kommandobehörde im Flottenbereich wurde 1891 das Kommando der Manöverflotte eingerichtet und 1897 in Kommando des 1. Geschwaders umbenannt. Daraus wurde 1902 das Kommando der aktiven Schlachtflotte, seit 1907 Kommando der Hochseeflotte, im 1. Weltkrieg Kommando der Hochseestreitkräfte genannt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 49</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Befehlshaber im Flottenbereich der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1910-01-01/1919-12-31">1910-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>378 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>11,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind von den Befehlshabern und ihren II. Admiralen Kriegstagebücher, Unterlagen über Personalangelegenheiten, einige Tagesbefehle sowie Akten aus dem taktischen Bereich.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Frieden waren nur die Kreuzer und Torpedoboote der Hochseeflotte unter einem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, später der Aufklärungsstreitkräfte zusammengefaßt. Analog dazu wurde im 1. Weltkrieg die Stelle eines Befehlshabers der Aufklärungsstreitkräfte der Ostsee geschaffen. Dieser wurde zusätzlich für den Sicherungs- und Vorpostendienst in der Nordsee verantwortlich. Ihm waren auch die Minenräum-, Minensuch- und</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im Frieden waren nur die Kreuzer und Torpedoboote der Hochseeflotte</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 51</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Geschwader und Gruppen der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1894-01-01/1918-12-31">1894-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>436 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>14,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Neben dem Kriegstagebuch sind Akten folgender Sachgebiete überliefert: Übungen, Manöver, Kriegsspiele, Mobilmachung, Taktik, Waffentechnik, Personalangelegenheiten.</p>
                    <p>Die Bestandsgruppe umfasst außerdem die Akten von zeitweise zu Übungszwecken in Dienst gestellten Reserveverbänden und von II. Admiralen.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Größere Verbände gleichwertiger und gleichartiger Schiffe (Linienschiffe) waren in Geschwadern organisiert. Nach Kriegsausbruch 1914 wurden auch Kreuzerverbände in Form von Aufklärungsgruppen geschaffen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Abdruck des Urteils des Gerichts des IV. Geschwaders gegen Reichpietsch u.a. in: Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruches im Jahre 1918. Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages: Verhandlungen, Gutachten, Urkunden 1919 bis 1928. Herausgegeben im Auftrage des Deutschen Reichstages. Mehrere Bände, hier: 4. Reihe, Band 10,1: Gutachten der Sachverständigen Alboldt, Stumpf, v. Trotha zu den Marinevorgängen 1917 und 1918, S. 321- 331.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Linienschiffe waren in Geschwadern organisiert. Kreuzerverbände wurden erst nach Kriegsausbruch 1914 in Form von Aufklärungsgruppen geschaffen. Die Bestandsgruppe umfaßt auch die Akten von zeitweise zu Übungszwecken in Dienst gestellten Reserveverbänden und von II. Admiralen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 52</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Führer von Torpedobootstreitkräften der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1907-01-01/1919-12-31">1907-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>213 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>9,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_18384ae5-ff40-4061-85da-49610b7c363a"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind die Kriegstagebücher. Daneben sind besonders die Akten des I. Führers der Torpedoboote zu nennen, in denen sich alle wesentlichen Fragen der Organisation, der Bereitstellung und des Einsatzes leichter Seestreitkräfte auf hoher See und im Küstenvorfeld spiegeln.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Torpedobootverbände wurden im Frieden nur zeitweise bei Manövern einem Führer der Torpedoboote unterstellt. In der Kriegsorganisation gab es neben einem I. und II. Führer der Torpedoboote bei der Hochseeflotte noch je einen Führer der Torpedoboote der Ostsee und in Flandern.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 56 Torpedobootverbände der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Torpedobootsverbände wurden im Frieden nur zeitweise bei Manövern einem Führer der Torpedoboote (F.d.T:) unterstellt. In der Kriegsorganisation gab es neben einem I. und II. F.d.T. bei der Hochseeflotte noch je einen F.d.T. in der Ostsee und in Flandern.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 60-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Führer der Minensuchverbände und Räumverbände der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>11 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind außer dem Kriegstagebuch aus dem Zeitraum Mai-September 1918 auch einzelne Akten der Sachgebiete Organisation der Such- und Räumverbände, Fahrzeuge und Gerät, Ausbildung, Chiffrierwesen und Unterwassersignale.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Der Bestand gliedert sich in die Unterlagen folgender Verbände: RM 60 I Führer der Minensuch- und Räumverbände der Hochseestreitkräfte, RM 60 II Befehlshaber des Sicherungsverbandes der Mittleren Ostsee (auch Küstenschutzdivision der Ostsee)/ Führer des Minensuchverbandes der Ostsee, RM 60 III Befehlshaber der Sicherung der Nordsee sowie RM 60 IV Führer der Trossschiffe und Fischdampfer.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Führer und Befehlshaber von Sicherungsstreitkräften hatten das Küstenvorfeld in Nord- und Ostsee zu sichern. Die ihnen unterstellten Verbände wurden nach Kriegsbeginn 1914 überwiegend aus Reserveeinheiten und Hilfskriegsschiffen gebildet. Neben die eigentlichen Vorpostenflottillen traten Hafen- und Küstenschutz-, Geleit- und Sperrbrecherflottillen sowie Minensuch- und Räumverbände. Die Sicherungsstreitkräfte unterstanden zunächst dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, später dem Oberbefehlshaber der Ostsee.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 62 Minensuch- und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 63 Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine RM 64 Küstensicherungsverbände der Kaiserlichen Marine RM 65 Handelsschutzverbände der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 27 Verbandsstäbe der Sicherungsstreitkräfte</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Führer und Befehlshaber von Sicherungsstreitkräften hatten das Küstenvorfeld in Nord- und Ostsee zu sichern. Die ihnen unterstellten Verbände wurden nach Kriegsbeginn 1914 überwiegend aus Reserveeinheiten und Hilfskriegsschiffen gebildet.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>60 I</p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 60-II</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Küstenschutzdivision der Ostsee der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1920-12-31">1914-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>162 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>7,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind neben Unterlagen der Küstenschutzdivision der Ostsee auch Akten der Aufklärungsstreitkräfte der Ostsee, des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe in der östlichen Ostsee, der Handelsschutz-Flottille, der Sicherungsverbände der mittleren und der westlichen Ostsee, des Sicherungsverbandes der Ostsee/Befehlshabers der Sicherung der Ostsee, des Sonderverbandes Ostsee, des Suchverbandes der Ostsee mit der I. Suchflottille der Ostsee und der Vorposten-Halbflottille Ost sowie des Befehlshabers der Baltischen Gewässer.</p>
                    <p>Inhaltlich geht es um Kriegstagebücher, Operationsbefehle, Funkentelegraphie, In- und Außerdienststellungen von Schiffen und Booten, Kriegserfahrungen, Taktische Gliederung, Minensuchwesen, Havarien u.a.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 62 Minensuch- und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 63 Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine RM 64 Küstensicherungsverbände der Kaiserlichen Marine RM 65 Handelsschutzverbände der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 27 Verbandsstäbe der Sicherungsstreitkräfte</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Führer und Befehlshaber von Sicherungsstreitkräften hatten das Küstenvorfeld in Nord- und Ostsee zu sichern. Die ihnen unterstellten Verbände wurden nach Kriegsbeginn 1914 überwiegend aus Reserveeinheiten und Hilfskriegsschiffen gebildet. Neben die eigentlichen Vorpostenflottillen traten Hafen- und Küstenschutz-, Geleit- und Sperrbrecherflottillen sowie Minensuch- und Räumverbände. Die Sicherungsstreitkräfte unterstanden zunächst dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, später dem Oberbefehlshaber der Ostsee.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 60-III</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Befehlshaber der Sicherung der Nordsee der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1919-12-31">1916-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>13 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind außer dem Kriegstagebuch auch Briefbücher und einzelne Akten zu verschiedenen Betreffen.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 62 Minensuch- und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 63 Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine RM 64 Küstensicherungsverbände der Kaiserlichen Marine RM 65 Handelsschutzverbände der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 27 Verbandsstäbe der Sicherungsstreitkräfte</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Führer und Befehlshaber von Sicherungsstreitkräften hatten das Küstenvorfeld in Nord- und Ostsee zu sichern. Die ihnen unterstellten Verbände wurden nach Kriegsbeginn 1914 überwiegend aus Reserveeinheiten und Hilfskriegsschiffen gebildet. Neben die eigentlichen Vorpostenflottillen traten Hafen- und Küstenschutz-, Geleit- und Sperrbrecherflottillen sowie Minensuch- und Räumverbände. Die Sicherungsstreitkräfte unterstanden zunächst dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, später dem Oberbefehlshaber der Ostsee.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 60-IV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Führer der Troßschiffe und Fischdampfer der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>RM 62 Minensuch- und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 63 Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine RM 64 Küstensicherungsverbände der Kaiserlichen Marine RM 65 Handelsschutzverbände der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Führer und Befehlshaber von Sicherungsstreitkräften hatten das Küstenvorfeld in Nord- und Ostsee zu sichern. Die ihnen unterstellten Verbände wurden nach Kriegsbeginn 1914 überwiegend aus Reserveeinheiten und Hilfskriegsschiffen gebildet. Neben die eigentlichen Vorpostenflottillen traten Hafen- und Küstenschutz-, Geleit- und Sperrbrecherflottillen sowie Minensuch- und Räumverbände. Die Sicherungsstreitkräfte unterstanden zunächst dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe, später dem Oberbefehlshaber der Ostsee.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 86</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Befehlshaber der Unterseeboote der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>497 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>15,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand umfasst, einschließlich der Überlieferung der I. U- Flottille, die Akten über materielle Bereitstellung, Personalwirtschaft, Ausbildung und Taktik sowie das Kriegstagebuch, das den operativen Einsatz der U- Boote belegt.</p>
                  </scopecontent>
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                    <p>RM 53 Dienst- und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Heimatbereich</p>
                    <p>RM 88 U- Bootsstäbe der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 90 U- Bootflottillen und -halbflottillen der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 97 U- Boote der Kaiserlichen Marine</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Tarrant, V.E.: Kurs West. Die deutschen U- Boot- Offensiven 1914-1945- eine Chronik der großen Atlantikschlachten. Stuttgart 1993</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Das erste deutsche U- Boot wurde am 14.12.1906 in Dienst gestellt. Im Oktober 1910 wurden die bis dahin zur Front gelangten U- Boote zur I. U- Flottille zusammengefasst. Der Flottillenchef war zugleich Kommandeur der U- Boot-Abteilung, der personalbearbeitenden Stammdienststelle für die U- Boot- Besatzungen. Beide Dienststellen traten 1913 unter die Inspektion des U- Boot-Wesens. 1914 wurde die Dienststelle des Führers der Unterseeboote (FdU) gebildet.</p>
                    <p>Nach Bildung der II. U- Flottille im Mai 1914 wurde der Chef der I. Flottille Ende August 1914 zugleich zum Führer der U- Boote ernannt. Im Juni 1917 wurde die Stelle des FdU aufgehoben und zum Befehlshaber der U- Boote (B.d.U) erweitert, und je ein FdU für die im Mittelmeer und von Flandern aus operierenden U- Boote eingesetzt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
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                <did>
                  <unittitle>Inspektionen</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-II</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marine-Artillerie-Inspektion der Kaiserlichen Marine (, Reichsmarine und Kriegsmarine)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1945-12-31">1914-1945</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>46 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,6 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_5cd7f7e1-c453-4c35-918d-4ccd9ff62da6"/>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XIII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Unterseebootswesens der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1916-01-01/1919-12-31">1916-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>414 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>15,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d5ab3d1b-441d-4971-9505-dc488c711429"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt bei der Ausbildung der Besatzungen. Erhalten geblieben sind aber auch rüstungstechnische Unterlagen, besonders über das &quot;Scheerprogramm&quot; zum U-Boot-Bau 1918, und zu den Unruhen in der Hochseeflotte 1917.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 17 Inspektionen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im Zuge des Aufbaus der U-Bootwaffe wurde die Inspektion des U-Bootwesens am 13. Dezember 1913 eingerichtet. 1919 ging sie in der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens auf.</p>
                  </scopecontent>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XIV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">1. Marine-Inspektion der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1918-12-31">1901-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>57 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XV</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">2. Marine-Inspektion der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1918-12-31">1901-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>48 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XIX</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Küsten-Artillerie und des Minenwesens der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1904-01-01/1918-12-31">1904-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XVI</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Bildungswesens der Kaiserlichen Marine sowie Marine-Akademie</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1866-01-01/1919-12-31">1866-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Bestand wird neu gebildet. Die zur Aufnahme in diesen Bestand vorgesehenen Unterlagen befinden sich noch im Bestand RM 27-I.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XVIII</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion des Torpedowesens der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1886-01-01/1919-12-31">1886-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 27-XX</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Inspektion der Schiffs-Artillerie der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1904-01-01/1918-12-31">1904-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_eca74940-6f69-4381-82fd-b3ac1801e2ce"/>
                    </p>
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                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_002ff9f8-a4ec-4011-b8f3-a1eb94193402">
                <did>
                  <unittitle>Weitere nachgeordnete Einrichtungen</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 12-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marineattachés der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1901-01-01/1919-12-31">1901-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>70 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Von den kaiserlichen Marineattachés sind im Bestand lediglich folgende überliefert: Marineabteilung der Deutschen Gesandtschaft in Santiago/Chile,</p>
                    <p>Marineattaché bei der Deutschen Gesandtschaft in Sofia/Bulgarien, Marineattaché für die Nordischen Reiche in St. Petersburg und Marineattaché Wien.</p>
                    <p>Jedoch finden sich zu allen Marineattachés Unterlagen bei den Spitzenbehörden der Kaiserlichen Marine (RM 2 Kaiserliches Marinekabinett, RM 3 Reichsmarineamt und RM 5 Admiralstab der Marine/Seekriegsleitung), bei der Kriegswissenschaftlichen Abteilung der Marine (Marinearchiv) (RM 8), beim Marinekommandoamt (RM 20) sowie bei den Dienststellen und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Mittelmeer und im Osmanischen Reich (RM 40) und Kommando der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine (RM 47).</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Archivalien der Marineattachés der Kaiserlichen Marine bis zur Abberufung 1920 sind unter dem Teilbestand RM 12 I zusammengefasst.</p>
                    <p>Unterlagen der zwischen 1933 und 1945 berufenen Marineattachés befinden sich im Teilbestand RM 12 II.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine (Marinearchiv)</p>
                    <p>RM 20 Marinekommandoamt der Reichsmarine und Kriegsmarine</p>
                    <p>RM 40 Dienststellen und Kommandostellen der Kaiserlichen Marine im Mittelmeer und im Osmanischen Reich</p>
                    <p>RM 47 Kommando der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 120 Generalkommando des Marinekorps der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>N 158 Nachlass Widenmann, Wilhelm</p>
                    <p>N 253 Alfred von Tirpitz</p>
                    <p>Bundesarchiv, Abteilung Deutsches Reich, Berlin</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Gießler, Klaus Volker: Die Institution des Marineattachés im Kaiserreich. Boppard 1976</p>
                    <p>Kehrig, Manfred: Die Wiedereinrichtung des Deutschen Militärischen Attachédienstes nach dem 1. Weltkrieg (1919-1933). Boppard 1966 Schweppenburg, Leo Frhr.Geyr v.: Erinnerungen eines Militärattachés in London 1933-1937. Stuttgart 1949.</p>
                    <p>Hans H. Hildebrand: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815-1990. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Bd. 1, S.35.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Deutsche Marineattachés wurden vorübergehend ab 1873 nach Washington entsandt, ständig ab 1882 nach London. Ab 1888 richtete man Marineattachés bei allen wichtigen Seemächten in Europa und Übersee ein, im 1. Weltkrieg auch bei Verbündeten und neutralen Staaten. In der Hauptaufgabe sollten die Marineattachés Nachrichten über fremde Marinen als Material für die Lagebeurteilung und Planung der militärischen Führung bereitstellen. 1914 gab es Marineattachés in London, Paris, Petersburg, Sofia, Washington, Tokio, Wien, Rom und Buenos Aires. Von den kaiserlichen Marineattachés sind in nennenswertem Umfang lediglich Akten des Attachés in Sofia aus dem 1. Weltkrieg überliefert.</p>
                  </scopecontent>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 29</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Akademien und Schulen der Kaiserlichen Marine (, Reichsmarine und Kriegsmarine)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1895-01-01/1943-12-31">1895-1943</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>55 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_54733df0-7e0b-425c-a90b-b00f699332d8"/>
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                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Für die Marinekriegsakademie sind nur wenige Unterlagen aus der Zeit der Führergehilfenausbildung und der neuen Marineakadmie vorhanden, darunter Ausbildungsberichte, Lehrgangsmaterial sowie Abschlußberichte der 1943 und 1945 abgehaltenen Lehrgänge.</p>
                    <p>Die Marineärztliche Akademie ist nur mit einem Aktenband vertreten. Nur bruchstückhaft sind wenige Unterlagen von der Marinekriegsschule Mürwick erhalten. Vereinzelt sind auch Akten der Schiffsartillerieschule Saßnitz, der Marineflugabwehrschule Usedom, der Marineflakschule Swinemünde und der U-Boot-Abwehrschule Gdingen überliefert.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Nur aus der Zeit der Führergehilfenausbildung und der neuen Marineakademie sind wenige Unterlagen vorhanden, darunter Ausbildungsberichte, Lehrgangsmaterial sowie Abschlußberichte der 1943 bis 1945 abgehaltenen Lehrgänge. Die seit 1940 in Kiel, seit 1941 in Tübingen bestehende Marineärztliche Akademie ist nur mit einem Aktenband vertreten. Bruchstückhafte Unterlagen sind von der Marineschule, ab 1.5.1943 Marinekriegsschule Mürwik, der wichtigsten Ausbildungsstätte für den See-, Ingenieur- und Waffenoffiziernachwuchs, sowie von der Schiffsartillerieschule in Saßnitz, der Marineflugabwehrschule Usedom, der Marineflakschule in Swinemünde und der U-Boot-Abwehrschule in Gdingen überliefert.</p>
                    <p>Der Bestand ist zur Teilung vorgesehen. Die Unterlagen der Akademien und Schulen der Reichsmarine und Kriegsmarine werden den neuen Bestand RM 129 bilden. RM 29 wird dann nur noch die Unterlagen der Akademien und Schulen der Kaiserlichen Marine umfassen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 20 Akademien und Schulen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Kaiserliche Schiffsartillerie-Schule (S.A.S.)</p>
                    <p>Während der Artillerieschulbetrieb zunächst lediglich auf den Artillerieschulschiffen durchgeführt wurde, wurde am 30. März 1907 die Bildung einer an Land befindlichen Artillerieschule verfügt, die am 6. April 1907 in Sonderburg/Alsen eröffnete. Der Betrieb wurde bei Kriegsausbruch 1914 eingestellt, den Schulbetrieb übernahm der Große Kreuzer „Kaiserin Augusta&quot;.</p>
                    <p>Die Schule unterstand der Inspektion der Schiffsartillerie (S.A.J.), die zunächst in Wilhelmshaven stationiert war, im Mai 1905 nach Kiel bzw. im Juli 1908 nach Sonderburg/Alsen umzog. Bei Kriegsausbruch 1914 wurde die Inspektion aufgelöst, nahm im Jan. 1918 den Dienst aber wieder auf und ging im Nov. 1919 in der neugegründeten Inspektion der Marineartillerie auf.</p>
                    <p>Am 10. Juli 1920 wurde in Kiel die Schiffsartillerieschule gegründet, die sich zunächst auf der „Nixe&quot; befand und 1920 in die Kasernen nach Kiel-Wik bzw. im Okt. 1941 nach Saßnitz auf Rügen verlegt wurde.</p>
                    <p>Deckoffizierschule/Ingenieur- und Deckoffizierschule</p>
                    <p>Die Deckoffizierschule entstand 1885 aus der Maschinisten-, Steuermanns- und Torpedoschule, die der Inspektion des Bildungswesens der Marine unterstand. Standort der Schule war Kiel. Durch die zunehmende Bedeutung der Ingenieurklassen wurde 1901 die Bildung einer Ingenieurschule in Wilhelmshafen befohlen. Gleichzeitig sollte auch die Deckoffizierschule von Kiel dorthin verlegt werden, wobei beide Schulen eine gemeinsame Direktion bilden sollten. Erst am 16. Jan. 1909 erhielt die Schule jedoch offiziell die Bezeichnung Ingenieur- und Deckoffizierschule. Als in Kiel eine weitere Ingenieur- und Deckoffizierschule gebildet wurde, erhielt die Schule in Wilhelmshaven 1913 den Namen Ingenieur- und Deckoffizierschule Wilhelmshaven. Beide Schulen stellten ihren Betrieb bei Kriegsausbruch 1914 ein.</p>
                    <p>Marineschule</p>
                    <p>Die Marineschule wurde 1851 als Marinelehrinstitut in Stettin gegründet. Im August wurde das Institut bereits wieder aufgelöst, da der Offiziersnachwuchs auf Geschwaderfahrt ging. Im Herbst 1854 wurde der Schulbetrieb in Danzig erneut aufgenommen. Im Jahr darauf wurde die Verlegung der Schule nach Berlin verfügt, wo der Betrieb am 1. Okt. 1855 als Seekadetteninstitut seinen Betrieb aufnahm. 1866 wurde die Verlegung der Schule nach Kiel verfügt. Am 1. Nov. 1866 nahm die Schule, nunmehr als Marineschule bezeichnet, den Ausbildungsbetrieb auf. Von Kiel zog die Schule am 30. Sept. 1910 um nach Flensburg-Mürwik in das dort neu erbaute Gebäude an der Flensburger Förde, das durch Kaiser Wilhelm II. am 21. Nov. 1910 feierlich eingeweiht wurde. Es diente auch der Reichs- und Kriegsmarine als Marineschule.</p>
                    <p>Die Marineschule war zuständig für die Ausbildung der Fähnriche zur See und vermittelte diesen in einem einjährigen Lehrgang das theoretische Wissen des Seeoffiziers.</p>
                    <p>Marineakademie (Marinekriegsakademie)</p>
                    <p>1872 wurde die Einrichtung einer Marineakademie in Kiel befohlen, die im selben Jahr ihren Betrieb aufnahm. Ihr Zweck war es, Seeoffiziere durch weitere wissenschaftliche Ausbildung für höhere und höchste Stellungen in der Marine befähigen; weiter bot sie dem Marineoffizierkorps die Gelegenheit, sich in seinen Berufswissenschaften weiterzubilden. Geleitet wurde die Marine-Akademie vom Direktor der Marineschule, zumal bis zur Verlegung der Marineschule 1910 beide Institutionen im gleichen Gebäude untergebracht waren. Die Marineakademie unterstand der Inspektion des Bildungswesens der Marine, wobei der Direktor der Akademie ab 1885 gleichzeitig auch Direktor bzw. Inspektor des Bildungswesens der Marine war. Diese Personalunion wurde am 5. Februar 1900 aufgehoben, als die Marineakademie eine besondere Direktion erhielt. Die Akademie wurde bei Kriegsausbruch 1914 geschlossen.</p>
                    <p>Flak-Scheinwerfer-Truppen</p>
                    <p>Das Flakpersonal wurde u.a. an Flakschulen bei den einzelnen Armeen ausgebildet; zudem wurden verschiedene Schulen eingerichtet, darunter die Flakschießschule (Blankenberge), die Entfernungsmesserschule (Gent), die Flakkraftfahrschule (Valenciennes) und die Flakscheinwerferschule (Hannover). Den Flakschulen oblag die Ausbildung der Offiziersaspiranten und jungen Offiziere. Das Flakersatz-Regiment hielt außerdem noch Lehrgänge ab, in denen aus anderen Waffen versetzte Offiziere und Mannschaften in das Wesen der Flakwaffe theoretisch und praktisch eingewiesen wurden. Die Aus- und Weiterbildung im Scheinwerferwesen fand bei der Flakscheinwerferschule statt. Für die Formationen der Flak erfolgte der Nachschub von Personal (Offiziere und Mannschaften) beim Flakersatz-Regiment Freiburg, dem zwei Ersatzabteilungen unterstanden, für Formationen der Flakscheinwerfer bei den Flakscheinwerfer-Ersatztruppen in Hannover.</p>
                    <p>In Hannover begann bereits 1909 die fliegerische Nutzung des Exerzierplatzes auf der Vahrenwalder Heide, wo das 2. Bataillon des Garde-Korps aus Berlin eine Ausbildungs-Einheit stationierte, die in Hannover eine Luftschifferschule und eine Flakscheinwerferschule stellten.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 30</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sanitätsämter und Marinelazarette der Kaiserlichen Marine, Reichsmarine und Kriegsmarine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1906-01-01/1945-12-31">1906-1945</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2217 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>58,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d3f1e1e9-cf0c-4fc6-9b79-73af4e4c8f36"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Den größten Teil der Unterlagen aus der Zeit bis 1918 umfassen die Unterlagen einzelner Lazarette, darunter jedoch nur Stations-, Ambulanten-, Operationslisten sowie Namenslisten über Zu- und Abgänge der in den einzelnen Lazaretten behandelten Verwundeten bzw. Erkrankten. Bruchstückhaft sind Unterlagen vom Sanitätsamt Ostsee, vorwiegend Verwaltungsbestimmungen, Fürsorge- und Unterbringungsangelegenheiten sowie Unterlagen über Mobilmachungs- und Ausrüstungsfragen überliefert.</p>
                    <p>In geringem Umfang liegen für die Zeit nach 1918 für das Sanitätsamt Ostsee und von einigen Marinelazaretten Krankenbücher, Ambulantenlisten sowie Splitter von ärztlichen Kriegstagebüchern vor.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Der Aufbau eigener Lazarette fällt in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts., als in Kiel und Wilhelmshaven die ersten Lazarette eingerichtet wurden. 1895 wurden die Sanitätsämter Ostsee in Kiel und Nordsee in Wilhelmshaven bei den Stationskommandos eingeführt. Nach der Marinesanitätsordnung hatten die Lazarette nicht nur die Heilung kranker Soldaten zu übernehmen, sondern gleichzeitig auch die Ausbildung des Sanitätspersonals.</p>
                    <p>1925 wurde die Organisation des Sanitätswesens der Reichsmarine neu festgelegt und die nach dem Krieg weggefallenen Sanitätsämter wieder eingeführt. Die Chefs der Sanitätsämter waren fachliche Vorgesetzte der in ihrem Stationsbereich befindlichen Lazarette sowie Lazarett- und Verwundetentransportschiffe. Im 2. Weltkrieg war in den besetzten Gebieten das Sanitätsamt Ostsee für Dänemark, Norwegen, Reichskommissariat Ostland, den Bereich Schwarzes Meer, Adria und Ägäis, das Sanitätsamt Nordsee für Holland, Belgien, Frankreich und Italien zuständig.</p>
                    <p>Der Bestand ist zur Teilung vorgesehen. Die Unterlagen der Sanitätsämter und Marinelazarette der Reichsmarine und Kriegsmarine werden den neuen Bestand RM 130 bilden. RM 30 wird dann nur noch die Unterlagen der Sanitätsämter und Marinelazarette der Kaiserlichen Marine umfassen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 31 Marinestation der Ostsee</p>
                    <p>RM 33 Marinestation der Nordsee</p>
                    <p>RM 18 Marinemedizinalamt</p>
                    <p>Pers 9 Krankenbuchlager</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Vongehr, Frederik: Geschichte der deutschen Marinepharmazie 1871-1945. Die pharmazeutische Versorgung der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine und der Kriegsmarine. Stuttgart 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Chefs der Sanitätsämter Ostsee in Kiel und Nordsee in Wilhelmshaven waren fachlich Vorgesetzte der in ihrem Stationsbereich befindlichen La- zarette, Verwundetentransport- und Lazarettschiffe. Im 2. Weltkrieg war das Sanitätsamt Ostsee auch für Dänemark, Norwegen, das Reichskommissariat Ostland sowie die Bereiche Schwarzes Meer, Ägäis und Adria zuständig, dem Sanitätsamt Nordsee waren die Niederlande, Belgien, Frankreich und Italien zugeordnet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 104</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marinewerften und Arsenale der Kaiserlichen Marine (, Reichsmarine und Kriegsmarine)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1908-01-01/1945-12-31">1908-1945</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>854 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>27,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Von der Kaiserlichen Werft Kiel ist nur das Kriegstagebuch vorhanden.</p>
                    <p>Das frühere Marinedepot des Kriegsministeriums hieß von 1854 an Königliche Werft Danzig. Ab 1871 lautete die Bezeichnung Kaiserliche Werft Danzig. Von der Königlichen bzw. Kaiserlichen Werft Danzig ist neben dem Kriegstagebuch aus dem 1. Weltkrieg auch ein Restbestand aus der Zeit von 1852 bis 1895 erhalten geblieben. Diese Akten wurden 1991 vom Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA) an das Bundesarchiv abgegeben. Dort lautete die Bestandssignatur &quot;XIV. HA Rep. 250 Kaiserliche Werft Danzig&quot;. Diese Akten vermitteln Details über die Organisation und den Betrieb der Staatswerft von der beginnenden Industrialisierung bis zum Anfang deutscher Großmachtpolitik mit Hilfe der Flotte; sie enthalten auch Unterlagen über die wirtschaftlichen und technische Entwicklung dieses Zeitraumes.</p>
                    <p>Von den Werften Wilhelmshaven und Brügge sind, wenn auch nur bruchstückhaft, Unterlagen, hauptsächlich Bereitschaftsmeldungen von Schiffen, über Grunderwerb, Hafen-, Wasser- und Hochbau, Objektsicherung sowie Gefechtsbeschädigungen und Reparaturen überliefert.</p>
                    <p>Außerdem sind von der Torpedowerkstatt Friedrichsort sowie von verschiedener Minen-, Munitions- und Marine- Artillerie- Depots Kriegstagebuchunterlagen im Bestand vorhanden.</p>
                    <p>Von der Reichs- bzw. Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven liegen Unterlagen zum allgemeinen Geschäftsbetrieb, Organisationspläne, Tagesbefehle, Akten über Baumaßnahmen und Kostenfragen sowie das ab 1944 geführte Kriegstagebuch vor.</p>
                    <p>Von der Germaniawerft Kiel liegen überwiegend technische Unterlagen vor.</p>
                    <p>Von den Arsenalen sind hauptsächlich Bauvorschriften und Berichte überliefert.</p>
                    <p>Der Bestand ist zur Teilung vorgesehen. Die Unterlagen der Marinewerften und Arsenale der Reichsmarine und Kriegsmarine werden den neuen Bestand RM 128 bilden. RM 104 wird dann nur noch die Unterlagen der Marinewerften und Arsenale der Kaiserlichen Marine umfassen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 6 Bau-, Betriebs- und Bedienungsvorschriften</p>
                    <p>RMD 25 Marinewerften und Arsenale</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Lohmann, Walter/ Hildebrand, Hans H.: Die Deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Bad Nauheim 1956</p>
                    <p>Stavorinus, Günter: Die Geschichte der Königlichen/Kaiserlichen Werft Danzig 1844-1918. Köln/ Wien 1990 (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz. Bd. 27)</p>
                    <p>Ostersehlte, Christian: Schiffbau in Kiel. Kleine Werftengeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Husum 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Von den Kaiserlichen Werften in Danzig, Kiel, Wilhelmshaven (im 1. Welt-krieg auch in Brügge) wurde von der Reichsmarine die Werft Wilhelms haven und in Kiel das Marinearsenal weitergeführt, das 1939-1943 durch Übernahme der Howaldt-Werke zur Kriegsmarinewerft Kiel vergrößert wurde. Weitere Arsenale und Ausrüstungstellen befanden sich im 2. Weltkrieg in Gdingen, Hamburg, St. Nazaire, Reval (Später Libau) und Fahrenkrug in Holstein.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 107</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Schiffsbesichtigungskommission der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1904-01-01/1920-12-31">1904-1920</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>687 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>29,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Das Schriftgut enthält Unterlagen über die deutschen Reedereien, ihre Schiffe ( u.a. Charter- und Mietverträge) und beschlagnahmte ausländische Handelsschiffe. Darüber hinaus geben überlieferte Demobilmachungsakten Aufschluss über den Rücktransport von Kriegsgefangenen und die Umstellung auf Friedenswirtschaft.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Aufgaben der 1903 geschaffenen Schiffsbesichtigungskommission, die am 1.4.1904 ihre Tätigkeit in Hamburg aufnahm, bestanden in der Prüfung von Handelsschiffen auf ihre Verwendbarkeit für militärische Zwecke in Krieg und Frieden. Nach Auflösung der Dienststelle am 11.1.1920 gingen ihre Aufgaben auf die Dienststelle der Admiralität über.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Leipold, Andreas: Die deutsche Seekriegsführung im Pazifik in den Jahren 1914 und 1915, Wiesbaden 2012.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Aufgaben der 1903 geschaffenen Schiffsbesichtigungskommission, die am 01.04.1904 ihre Tätigkeit in Hamburg aufnahm, bestanden in der Prüfung von Handelsschiffen auf ihre Verwendbarkeit für militärische Zwecke in Krieg und Frieden. Nach Auflösung der Dienststelle am 11.01.1920 gingen ihre Aufgaben zusammen mit denen der Küstenbezirksämter und der Seetransportstellen auf die Dienststellen der Admiralität über.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 127</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichskommissare bei den Prisengerichten der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Aus dem 1. Weltkrieg sind nur Teile von Handakten (4 Nrn) der Reichskommissare beim Oberprisengericht Berlin und beim Prisengericht Hamburg überliefert.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Unterlagen der Prisengerichte der Reichsmarine und Kriegsmarine finden sich im Bestand RM 15.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Beschlagnahmung von Handelsschiffen unter der Flagge von Feindstaaten oder Neutralen und ihrer Ladung erfolgte nach der Prisenordnung in einem förmlichen Verfahren durch dafür geschaffene Gerichte. Die bei diesen als Reichskommissare eingesetzten Seeoffiziere unterstanden 1914-1918 dem Reichskanzler, 1939-1945 dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Sie vertraten die Interessen des Reiches in den Prisenverfahren. Ihre Aufgabe waren die Einleitung der Verfahren über eingebrachte Schiffe und nach Urteilsspruch durch den Prisenhof die Durchführung des prisengerichtlichen Verwendungsbeschlusses. Die Prisenhöfe bestanden bis Kriegsende 1945.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 132</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marineattachégruppe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1919-12-31">1867-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent> Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PERS 8</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Personalunterlagen von Angehörigen der Preußischen Marine, der Kaiserlichen Marine, der Schutztruppen und sonstiger Einrichtungen unter dem Befehl des Kaisers</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1849-01-01/1918-12-31">1849-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>698 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>14,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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              </c>
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                  <unittitle>Gouvernement Kiautschou</unittitle>
                </did>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 16</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Gouvernement des Schutzgebietes Kiautschou</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1914-12-31">1914</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>176 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,7 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind lediglich Aktensplitter über Mobilmachung, Belagerung und Fall der Festung Tsingtau, darunter überwiegend Kriegstagebücher, Berichte und Zeitungsartikel.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das Gebiet Kiautschou, mit seiner Hauptstadt Tsingtau, wurde 1898 für 99 Jahre von China gepachtet. Für das in Besitz genommene Schutzgebiet wurde ein dem Reichsmarineamt unterstellter Gouverneur eingesetzt. Dieser war Chef der gesamten Militär- und Zivilverwaltung sowie Befehlshaber der dort stationierten Landstreitkräfte. Der Gouverneur war stets Marineoffizier, die militärische Besatzung bestand aus dem III. Seebataillon und der Matrosenartillerieabteilung Kiautschou. Nach Ablauf eines im August 1914 von Japan gestellten Ultimatums kapitulierte die Festung Tsingtau unter ihrem Gouverneur vor der militärischen Überlegenheit des Gegners. Von 1914 bis 1922 hielt Japan Kiautschou besetzt und übergab es dann an China. 1923 verzichtete das Deutsche Reich auf seine Rechte.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bundesarchiv, Freiburg</p>
                    <p>MSg 2/7149: Tageblatt für Nord-China AG: &quot;Kriegstagebuch der Belagerung von Tsingtau 23. Juli bis 29. November&quot;</p>
                    <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine/Seekriegsleitung der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 38 Chef des Kreuzergeschwaders</p>
                    <p>RM 121-I Landstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 6 Oberbefehlshaber der Kriegsmarine</p>
                    <p>RM 20 Marinekommandoamt</p>
                    <p>RM 31 Marinestation der Ostsee</p>
                    <p>RH 18 Chef der Heeresarchive</p>
                    <p>RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres</p>
                    <p>MSg 2/10681 Gandenberger von Moisy, Ludwig (Hauptmann): &quot;Eine Reise mit dem Gouverneur in das Innere von Schantung&quot; (Vortrag), 21.11.1911</p>
                    <p>MSg 2/10682 Gandenberger von Moisy, Ludwig (Hauptmann): &quot;Tagebuch-Blätter aus China&quot;, 1900-1912</p>
                    <p>N 255 Nachlass Diederichs, Otto v.</p>
                    <p>N 378 Nachlass Fauth Friedrich</p>
                    <p>N 224 Nachlass Truppel, Oskar v.</p>
                    <p>MSG 2 allgemein</p>
                    <p>Bundesarchiv, Berlin</p>
                    <p>Bundesarchiv, Koblenz</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Verordnungsblatt für das Kiautschou- Gebiet 1903-1914</p>
                    <p>Denkschriften betreffend die Entwicklung des Kiautschou- Gebietes 1899-1910 Marineverordnungsblatt 1898. Nr.11</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Behme, Fr. und Krieger, M.: Führer durch Tsingtau und Umgebung. 2. Auflage. Wolfenbüttel 1905</p>
                    <p>Faber, Annette: Neuromanik im Fernen Osten - Bauuntersuchung an St. Michael in Qingdao, eine bayerisch-chinesische Zusammenarbeit, in: Denkmalpflege Informationen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Nr. 144, S. 71-75, Nov. 2009.</p>
                    <p>Herold, Heiko: Deutsche Kolonial- und Wirtschaftspolitik in China 1840 bis 1914. Unter besonderer Berücksichtigung der Marinekolonie Kiautschou. Köln 2006</p>
                    <p>Kaster, Gert: Abschluß-Bericht über die Bestandserfassung der Baudenkmale in Qingdao im Jahr 2009. Qingdao 2010</p>
                    <p>Kim, Chun-Shik: Deutscher Kulturimperialismus in China. Deutsches Kolonialschulwesen in Kiautschou (China) 1898-1914. Wiesbaden 2004</p>
                    <p>Leutner, Mechthild (Hrsg.) und Mühlhahn, Klaus (Bearb.): „Musterkolonie Kiautschou&quot;: Die Expansion des Deutschen Reiches in China. Deutsch-chinesische Beziehungen 1897 bis 1914. Eine Quellensammlung. Berlin 1997</p>
                    <p>Martin, Bernd: Archivalien zu Tsingtau und China 1897-1914 (Unveröffentlichtes Maschinen-Skript im BA-MA)</p>
                    <p>Matzat, Wilhelm: Die Tsingtauer Landordnung des Chinesenkommissars Wilhelm Schrameier. Bonn 1985</p>
                    <p>Matztat, Wilhelm: Neue Materalien zu den Aktivitäten des Chinesenkommissars Wilhelm Schrameier in Tsingtau (= Studien und Quellen zur Geschichte Schantungs und Tsingtaus, Heft 4), Bonn 1998.</p>
                    <p>Reichstag: Denkschriften betreffend die Entwickelung des Kiautschou-Gebiets in der Zeit vom Oktober 1901 bis Oktober 1909. mehrere Bände. Berlin 1901ff</p>
                    <p>Tsingtau - Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte in China 1897-1914, Ausstellungskatalog. hg. v. Hans-Martin Hinz und Christoph Lind, Deutsches Historisches Museum, Berlin 1998.</p>
                    <p>Warner, Torsten: Deutsche Architektur in China. Architekturtransfer. (deutsch, englisch und chinesisch). Berlin 1994</p>
                    <p>Warner, Torsten: Die Planung und Entwicklung der deutschen Stadtgründung Qingdao (Tsingtau) in China. Der Umgang mit dem Fremden. Frankfurt a.M. 1996 (= zugl. Dissertation Technische Universität Hamburg-Harburg 1996)</p>
                    <p>Weicker, Hans: Kiautschou. Das deutsche Schutzgebiet in Ostasien. Berlin 1908</p>
                    <p>Zhan, Erpeng: Entstehung, Wandlung und Sanierung der „Hüttenviertel&quot; in Qingdao (Tsingtau). Siedlungsbau und Veränderung der Stadtstruktur als soziales Problem in den Küstenstädten der VR China. Hamburg 2002 (= zugl. Dissertation Technische Universität Hamburg-Harburg 2002)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Für das 1897 in Besitz genommene Schutzgebeit in China wurde 1898 ein dem Reichsmarineamt unterstellter Gouverneur eingesetzt. Er war Chef der gesamten Militär- und Zivilverwaltung sowie Befehlshaber der dort stationierten Landstreitkräfte.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Fremde Archive</head>
                    <p>Bayerische Staatsbibliothek München, Handschriftenabteilung, Tsingtau-Sammlung Hermann Neukamp, Signatur Ana 517 v.a. Bautätigkeit der Firma F.H. Schmidt (Altona, Hamburg, Tsingtau) in Ostasien</p>
                    <p>Archiv der Steyler Mission in Rom Pläne der Missionsstationen in Shandong</p>
                  </relatedmaterial>
                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_e55157ef-3831-420f-b6b6-98c3befb2c49">
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                  <unittitle>Kommandobehörden und Verbände</unittitle>
                </did>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 56</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Torpedobootverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1894-01-01/1919-12-31">1894-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>347 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>9,6 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind die Kriegstagebücher folgender Verbände: I.-XII. T- Flottille,</p>
                    <p>1.-21. T-Halbflottille, T- Flottille Flandern mit zwei T- Halbflottillen, Zerstörerflottille Flandern mit zwei Z- Halbflottillen, deutsche Chefs der türkischen T- Flottille. Von einzelnen Verbänden sind auch Akten erhalten. Den Kriegstagebüchern der T- Halbflottillen sind meistens die der jeweils zum Verband gehörenden T-Boote beigefügt.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Torpedoboote wurden seit 1906 in Torpedo- Flottillen und Torpedo- Halbflottillen zusammengefasst.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 52 Führer von Torpedobootstreitkräften der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Torpedoboote wurden seit 1906 in T-Flottillen und Z-Halbflottillen zusammengefaßt</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 62</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Minensuchverbände und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1920-12-31">1914-1918 (-1920)</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>304 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>6,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_e69345f8-a5d9-43e6-87ea-aa7224f3bba0"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind in diesem Bestand Dokumente aus den Jahren des Ersten Weltkrieges 1914 bis 1918 und weiter bis 1920. Dabei handelt es sich vor allem um Kriegstagebücher der Flottillen und Halbflottillen sowie Befehle, Erfahrungsberichte, technische und Verwaltungsunterlagen.</p>
                    <p>Hervorzuheben sind sieben Bände der 1. Suchflottille der Ostsee über das &quot;Unternehmen Albion&quot; 1917 (Besetzung der Inseln Ösel, Dagö und Moon) und zehn Bände &quot;Kriegserfahrungen&quot; dieser Flottille aus dem Jahr 1918.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten dieses Bestandes waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Großbritannien verbracht worden und wurden später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Die Minensuchverbände und Räumverbände der Kaiserlichen Marine waren während des Ersten Weltkrieges vor allem in der Deutschen Bucht gegen Großbritannien und in der Ostsee gegen Russland im Einsatz, daneben auch vor der flandrischen Nordseeküste und im Schwarzen Meer.</p>
                    <p>In der Nordsee stand 1914 die I., II. und III. Minensuchdivision und die aus der Hilfsminensuchdivision der Jade hervorgegangene Hilfsminensuchdivision der Nordsee.</p>
                    <p>Die Minensuchdivisionen in der Nordsee waren ab 1. Juni 1916 dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe unterstellt. Am 1. Oktober 1916 wurden aus den Minensuchdivisionen Minensuchflottillen gebildet. Neben der I., II. und III. Minensuchflottille standen 1916 die Hilfsminensuchflottille der Nordsee und die Hilfsminensuchdivisionen Wilhelmshaven und Cuxhaven.</p>
                    <p>Dem Führer der Minensuch- und Räumverbände der Hochseestreitkräfte waren vom 28. April bis 17. Dezember 1918 unterstellt:</p>
                    <p>Die I. Minensuchflottille mit der 1., 2. und 7. Minensuchhalbflottille, die II. Minensuchflottille mit der 3., 4. und 9. Minensuchhalbflottille, die III. Minensuchflottille mit der 5., 6. und 8. Minensuchhalbflottille, die IV. Minensuchflottille (am 12. Februar 1918 hervorgegangen aus der Hilfsminensuchflottille der Nordsee) mit der 10., 11. und 12. Minensuchhalbflottille und die am 21. April 1918 aufgestellte VI. Minenräumflottille, ab 1. Oktober 1918 VI. Minensuchflottille mit der 13. und 14. Minensuchhalbflottille.</p>
                    <p>In der Ostsee war in den Jahren 1914 und 1915 neben den Hilfsminensuchdivisionen Swinemünde, Kiel und Neufahrwasser die I. und II. Minensuchdivision eingesetzt.</p>
                    <p>1916 stand in der Ostsee die II. Minensuchdivision/II. Minensuchflottille mit der 3., 4. und 8. Minensuchhalbflottille, die IV. Minensuchdivision/IV. Minensuchflottille, die I., II. und die III. Minenräumdivision mit der 5. und 6. Minenräumhalbflottille sowie die IV. Minenräumdivision.</p>
                    <p>1917 wurde die Suchflottille der Ostsee aufgestellt mit der 1., 2. und 3. Suchhalbflottille.</p>
                    <p>Ab dem 5. März 1918 war der Suchverband der Ostsee im Einsatz, zusammengestellt aus der I. Suchflottille der Ostsee mit der 5. Minenräumhalbflottille und der 1. finnischen Minenräumhalbflottille, der II. Suchflottille der Ostsee mit der 6. Minenräumhalbflottille und der 2. finnischen Minenräumhalbflottille sowie der III. Suchflottille der Ostsee mit der Minenräumhalbflottille Reval und der 3. finnischen Minenräumhalbflottille.</p>
                    <p>Zu den Seestreitkräften des Marinekorps Flandern gehörte ab 1. April 1917 die Minensuchhalbflottille Flandern.</p>
                    <p>Dem am 9. August 1914 aufgestellten Sonderkommando Türkei waren zwei Minensuchdivisionen unterstellt sowie im Schwarzen Meer ab 1917 die Minenräumdivision Warna/Konstanza.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 60-I (Führer der Minensuchverbände und Räumverbände der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-II (Küstenschutzdivision der Ostsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-III (Befehlshaber der Sicherung der Nordsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-IV (Führer der Troßschiffe und Fischdampfer der Kaiserlichen Marine)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Carl Herbert: Bei unseren Minensuchern in der Nordsee, Berlin 1918.</p>
                    <p>M. Doflein: Der Kampf der Minensuchflottillen, Berlin 1918.</p>
                    <p>Reinhart Ostertag: Deutsche Minensucher : 80 Jahre Seeminenabwehr, Herford 1986.</p>
                    <p>Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945, Band 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote, Bonn 1999.</p>
                    <p>Günter Wegmann (Hrsg.): Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815 - 1990, Teil 2: Hans H. Hildebrand: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 1 und 3, Osnabrück 2000.</p>
                    <p>Peter Schubert: Die deutschen Marinen im Minenkrieg, Norderstedt 2006.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Minensuchverbände und Räumverbände der Kaiserlichen Marine waren während des Ersten Weltkrieges vor allem in der Deutschen Bucht gegen Großbritannien und in der Ostsee gegen Russland im Einsatz, daneben auch vor der flandrischen Nordseeküste und im Schwarzen Meer.</p>
                    <p>In der Nordsee stand 1914 die I., II. und III. Minensuchdivision und die aus der Hilfsminensuchdivision der Jade hervorgegangene Hilfsminensuchdivision der Nordsee.</p>
                    <p>Die Minensuchdivisionen in der Nordsee waren ab 1. Juni 1916 dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe unterstellt. Am 1. Oktober 1916 wurden aus den Minensuchdivisionen Minensuchflottillen gebildet. Neben der I., II. und III. Minensuchflottille standen 1916 die Hilfsminensuchflottille der Nordsee und die Hilfsminensuchdivisionen Wilhelmshaven und Cuxhaven.</p>
                    <p>Dem Führer der Minensuch- und Räumverbände der Hochseestreitkräfte waren vom 28. April bis 17. Dezember 1918 unterstellt:</p>
                    <p>Die I. Minensuchflottille mit der 1., 2. und 7. Minensuchhalbflottille, die II. Minensuchflottille mit der 3., 4. und 9. Minensuchhalbflottille, die III. Minensuchflottille mit der 5., 6. und 8. Minensuchhalbflottille, die IV. Minensuchflottille (am 12. Februar 1918 hervorgegangen aus der Hilfsminensuchflottille der Nordsee) mit der 10., 11. und 12. Minensuchhalbflottille und die am 21. April 1918 aufgestellte VI. Minenräumflottille, ab 1. Oktober 1918 VI. Minensuchflottille mit der 13. und 14. Minensuchhalbflottille.</p>
                    <p>In der Ostsee war in den Jahren 1914 und 1915 neben den Hilfsminensuchdivisionen Swinemünde, Kiel und Neufahrwasser die I. und II. Minensuchdivision eingesetzt.</p>
                    <p>1916 stand in der Ostsee die II. Minensuchdivision/II. Minensuchflottille mit der 3., 4. und 8. Minensuchhalbflottille, die IV. Minensuchdivision/IV. Minensuchflottille, die I., II. und die III. Minenräumdivision mit der 5. und 6. Minenräumhalbflottille sowie die IV. Minenräumdivision.</p>
                    <p>1917 wurde die Suchflottille der Ostsee aufgestellt mit der 1., 2. und 3. Suchhalbflottille.</p>
                    <p>Ab dem 5. März 1918 war der Suchverband der Ostsee im Einsatz, zusammengestellt aus der I. Suchflottille der Ostsee mit der 5. Minenräumhalbflottille und der 1. finnischen Minenräumhalbflottille, der II. Suchflottille der Ostsee mit der 6. Minenräumhalbflottille und der 2. finnischen Minenräumhalbflottille sowie der III. Suchflottille der Ostsee mit der Minenräumhalbflottille Reval und der 3. finnischen Minenräumhalbflottille.</p>
                    <p>Zu den Seestreitkräften des Marinekorps Flandern gehörte ab 1. April 1917 die Minensuchhalbflottille Flandern.</p>
                    <p>Dem am 9. August 1914 aufgestellten Sonderkommando Türkei waren zwei Minensuchdivisionen unterstellt sowie im Schwarzen Meer ab 1917 die Minenräumdivision Warna/Konstanza.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die überlieferten Akten wurden unter Berücksichtigung eines älteren vorläufigen Verzeichnisses neu erschlossen. Die Unterlagen der Flottillen sind den Kriegsschauplätzen der Nordsee, der Ostsee, Flanderns und der Türkei mit Bulgarien (und Rumänien) zugeordnet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 63</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>209 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>4,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind in diesem Bestand Dokumente aus den Jahren des Ersten Weltkrieges 1914 bis 1918. Dabei handelt es sich vor allem um Kriegstagebücher.</p>
                    <p>Hervorzuheben sind drei Bände &quot;Kriegserfahrungen&quot; der Flottille der Nordseevorpostenboote/Nordseevorpostenflottille aus den Jahren 1915 bis 1917 sowie jeweils ein Band über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Vorpostenhalbflottille Kiel sowie der Vorpostenhalbflottille West.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten dieses Bestandes waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Großbritannien verbracht worden und wurden später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine hatten die Aufgabe, in der Nordsee und in der Ostsee den Schiffsverkehr zu überwachen, die Annäherung feindlicher Kriegsschiffe zu melden und Handelsschiffe durch Minensperren zu geleiten. Dazu wurden Fischdampfer eingesetzt.</p>
                    <p>Die Flottille der Nordseevorpostenboote, später Nordseevorpostenflottille wurde am 13. August 1914 aufgestellt und Ende 1918 aufgelöst.</p>
                    <p>Die am 2. August 1914 aufgestellte Hafenflottille Jade-Weser, danach Hafenflottille der Jade und Weser, umbenannt am 1. Juni 1917 zur Vorpostenflottille Jade-Weser wurde Ende 1918 aufgelöst.</p>
                    <p>Die Vorpostenflottille der Ems wurde aufgestellt am 2. Oktober 1915 und aufgelöst am 22. Dezember 1918</p>
                    <p>Daneben bestand die am 4. August 1914 aufgestellte Hafenflottille der Elbe, seit 10. Juni 1917 Vorpostenflottille der Elbe, bis 31. Dezember 1918, deren Unterlagen nicht überliefert sind.</p>
                    <p>In der Ostsee wurde am 6. August 1914 der Verband der Vorpostenboote aufgestellt und am 18. Oktober 1915 zur Vorpostenhalbflottille Kiel umgebildet.</p>
                    <p>In Warnemünde stand ab 31. Dezember 1914 die Halbflottille der Ostseevorpostenboote, umbenannt am 12. Juli 1915 zur Vorpostenhalbflottille West.</p>
                    <p>Am 12. Juli 1915 wurde auch die Vorpostenhalbflottille Ost gebildet.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 60-I (Führer der Minensuchverbände und Räumverbände der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-II (Küstenschutzdivision der Ostsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-III (Befehlshaber der Sicherung der Nordsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-IV (Führer der Troßschiffe und Fischdampfer der Kaiserlichen Marine)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945, Band 8:</p>
                    <p>2. Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände (Teil 2), Kleinkampfverbände, Beiboote, Bonn 1993.</p>
                    <p>Günter Wegmann (Hrsg.): Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815 - 1990, Teil 2: Hans H. Hildebrand: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 1, Osnabrück 2000.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine hatten die Aufgabe, in der Nordsee und in der Ostsee den Schiffsverkehr zu überwachen, die Annäherung feindlicher Kriegsschiffe zu melden und Handelsschiffe durch Minensperren zu geleiten. Dazu wurden Fischdampfer eingesetzt.</p>
                    <p>Die Flottille der Nordseevorpostenboote, später Nordseevorpostenflottille wurde am 13. August 1914 aufgestellt und Ende 1918 aufgelöst.</p>
                    <p>Die am 2. August 1914 aufgestellte Hafenflottille Jade-Weser, danach Hafenflottille der Jade und Weser, umbenannt am 1. Juni 1917 zur Vorpostenflottille Jade-Weser wurde Ende 1918 aufgelöst.</p>
                    <p>Die Vorpostenflottille der Ems wurde aufgestellt am 2. Oktober 1915 und aufgelöst am 22. Dezember 1918</p>
                    <p>Daneben bestand die am 4. August 1914 aufgestellte Hafenflottille der Elbe, seit 10. Juni 1917 Vorpostenflottille der Elbe, bis 31. Dezember 1918, deren Unterlagen nicht überliefert sind.</p>
                    <p>In der Ostsee wurde am 6. August 1914 der Verband der Vorpostenboote aufgestellt und am 18. Oktober 1915 zur Vorpostenhalbflottille Kiel umgebildet.</p>
                    <p>In Warnemünde stand ab 31. Dezember 1914 die Halbflottille der Ostseevorpostenboote, umbenannt am 12. Juli 1915 zur Vorpostenhalbflottille West.</p>
                    <p>Am 12. Juli 1915 wurde auch die Vorpostenhalbflottille Ost gebildet.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die überlieferten Akten wurden unter Berücksichtigung eines älteren vorläufigen Verzeichnisses neu erschlossen. Die Unterlagen der Flottillen sind den Kriegsschauplätzen der Nordsee und der Ostsee zugeordnet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 64</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Küstensicherungsverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1893-01-01/1919-12-31">(1893) 1914-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>203 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>5,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind in diesem Bestand Dokumente aus den Jahren 1914 bis 1919 sowie ein älterer Mobilmachungskalender von 1893 bis 1911. Es handelt sich vor allem um Kriegstagebücher. Von der Küstenschutzdivision der Ostsee, später Sicherungsverband der mittleren Ostsee sind 46 Bände des &quot;Telefonbuches&quot; überliefert, mit Angaben zu den geführten Telefongesprächen.</p>
                    <p>Hervorzuheben ist eine Akte der Küstenschutzdivision der Ems/Küstenschutzflottille der Ems mit &quot;Abhandlungen und Gefechtsberichten&quot;, u.a. über die Flucht aus Tsingtau und aus britischer Kriegsgefangenschaft des Oberleutnants zur See Gunther Plüschow.</p>
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                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Die Akten dieses Bestandes waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Großbritannien verbracht worden und wurden später an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Im Bereich der Nordsee war die am 2. August 1914 aufgestellte Küstenschutzdivision der Ems, die am 24. September 1915 zur Küstenschutzflottille der Ems umbenannt wurde, vom 21. September 1914 bis 29. Februar 1916 dem Ältesten Seebefehlshaber auf der Ems unterstellt. Der Küstenschutzflottille unterstand ab 22. Februar 1918 die I. und II. Geleitflottille. Der Älteste Seebefehlshaber auf der Ems war ab 1. September 1915 zugleich Chef der Küstenschutzdivision; seine Dienststelle ging in der Küstenschutzflottille auf, die am 17. August 1918 aufgelöst wurde.</p>
                    <p>Die Hafenflottille der Elbe wurde am 4. August 1914 aufgestellt und am 10. Juni 1917 in Vorpostenflottille der Elbe umbenannt (siehe auch RM 63).</p>
                    <p>Die Hafenflottille Helgoland wurde am 30. Juli 1914 zusammengestellt und am 1. September 1914 wieder aufgelöst. Einzelne ihrer Boote wurden ab 1. Oktober 1916 als Halbflottille zusammengezogen, die am 18. Juni 1917 zur Küstenschutzflottille der Ems überging.</p>
                    <p>Das am 10. Dezember 1915 aufgestellte Kommando der Netzfahrzeuge der Nordsee wurde inoffiziell als Netzsperrverband der Nordsee bezeichnet.</p>
                    <p>In Kiel wurde am 31. Juli 1914 die Küstenschutzdivision der Ostsee aufgestellt, die ab 15. April 1916 in Swinemünde stationiert war. Ihr Befehlsbereich wurde am 15. August 1917 geteilt in den Sicherungsverband der westlichen Ostsee und den Sicherungsverband der mittleren Ostsee.</p>
                    <p>Der Sicherungsverband der mittleren Ostsee und der Sicherungsverband der westlichen Ostsee (von dem keine Unterlagen überliefert sind) wurden am 24. Januar 1918 zusammengelegt zu der Dienststelle des Befehlshabers der Sicherung der Ostsee.</p>
                    <p>Der Befehlshaber des Sicherungsverbands der Ostsee, ab April 1919 Befehlshaber der Sicherung der Ostsee ist in die vorläufige Reichsmarine übergegangen.</p>
                    <p>Aus der im Oktober 1915 aufgestellten Netzformation der Ostsee ging im März 1917 der Netzsperrverband der Ostsee hervor, der 1919 aufgelöst wurde.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 60-I (Führer der Minensuchverbände und Räumverbände der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-II (Küstenschutzdivision der Ostsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-III (Befehlshaber der Sicherung der Nordsee der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 60-IV (Führer der Troßschiffe und Fischdampfer der Kaiserlichen Marine)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815 - 1945, Band 8:</p>
                    <p>2. Vorpostenboote, Hilfsminensucher, Küstenschutzverbände (Teil 2), Kleinkampfverbände, Beiboote, Bonn 1993.</p>
                    <p>Günter Wegmann (Hrsg.): Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815 - 1990, Teil 2: Hans H. Hildebrand: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 1, Osnabrück 2000.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im Bereich der Nordsee war die am 2. August 1914 aufgestellte Küstenschutzdivision der Ems, die am 24. September 1915 zur Küstenschutzflottille der Ems umbenannt wurde, vom 21. September 1914 bis 29. Februar 1916 dem Ältesten Seebefehlshaber auf der Ems unterstellt. Der Küstenschutzflottille unterstand ab 22. Februar 1918 die I. und II. Geleitflottille. Der Älteste Seebefehlshaber auf der Ems war ab 1. September 1915 zugleich Chef der Küstenschutzdivision; seine Dienststelle ging in der Küstenschutzflottille auf, die am 17. August 1918 aufgelöst wurde.</p>
                    <p>Die Hafenflottille der Elbe wurde am 4. August 1914 aufgestellt und am 10. Juni 1917 in Vorpostenflottille der Elbe umbenannt (siehe auch RM 63).</p>
                    <p>Die Hafenflottille Helgoland wurde am 30. Juli 1914 zusammengestellt und am 1. September 1914 wieder aufgelöst. Einzelne ihrer Boote wurden ab 1. Oktober 1916 als Halbflottille zusammengezogen, die am 18. Juni 1917 zur Küstenschutzflottille der Ems überging.</p>
                    <p>Das am 10. Dezember 1915 aufgestellte Kommando der Netzfahrzeuge der Nordsee wurde inoffiziell als Netzsperrverband der Nordsee bezeichnet.</p>
                    <p>In Kiel wurde am 31. Juli 1914 die Küstenschutzdivision der Ostsee aufgestellt, die ab 15. April 1916 in Swinemünde stationiert war. Ihr Befehlsbereich wurde am 15. August 1917 geteilt in den Sicherungsverband der westlichen Ostsee und den Sicherungsverband der mittleren Ostsee.</p>
                    <p>Der Sicherungsverband der mittleren Ostsee und der Sicherungsverband der westlichen Ostsee (von dem keine Unterlagen überliefert sind) wurden am 24. Januar 1918 zusammengelegt zu der Dienststelle des Befehlshabers der Sicherung der Ostsee.</p>
                    <p>Der Befehlshaber des Sicherungsverbands der Ostsee, ab April 1919 Befehlshaber der Sicherung der Ostsee ist in die vorläufige Reichsmarine übergegangen.</p>
                    <p>Aus der im Oktober 1915 aufgestellten Netzformation der Ostsee ging im März 1917 der Netzsperrverband der Ostsee hervor, der 1919 aufgelöst wurde.</p>
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                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die überlieferten Akten wurden unter Berücksichtigung eines älteren vorläufigen Verzeichnisses neu erschlossen. Die Unterlagen der Verbände sind den Kriegsschauplätzen der Nordsee und der Ostsee zugeordnet.</p>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 65</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Handelsschutzverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
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                      <extent>138 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand umfasst die Unterlagen von Geleit-, Sperrbrecher- und Handelsschutzflottillen. Überliefert sind überwiegend Kriegstagebücher.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Hauptaufgabe der Handelsschutzverbände war die Sicherung des zivilen Schiffsverkehrs und der militärischen Nachschubwege in der Ostsee sowie der küstennahen Schifffahrtswege vor der deutschen Nordseeküste.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 60 Verbandsstäbe der Sicherungsstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Hauptaufgabe der Handelsschutzverbände war die Sicherung des zivilen Schiffsverkehrs und der militärischen Nachschubwege vor der deutschen Nordseeküste.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 66</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Transportverbände und Landungsverbände der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1917-01-01/1919-12-31">1917-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>20 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,2 lfm</extent>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 88</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Unterseebootstäbe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>24 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 90</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Unterseebootflottillen und Unterseeboothalbflottillen der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>103 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,9 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind neben Sammlungen von Operationsbefehlen und einigen Aktensplittern die Kriegstagebücher der I. bis V. Unterseebootsflottille, der I. und II. Unterseeboothalbflottille, der U- Flottillen Flandern I und II, der U- Flottillen im Mittelmeer sowie der U- Flottille Kurland.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 86 Befehlshaber der Unterseeboote der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 88 Unterseebootstäbe der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 97 U- Boote der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Tarrant, V.E.: Kurs West. Die deutschen U- Boot- Offensiven 1914-1945- eine Chronik der großen Atlantikschlachten. Stuttgart 1993</p>
                    <p>Termote, Tomas: Krieg unter Wasser. Unterseebootflottille Flandern 1915 - 1918. Hamburg 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die in den einzelnen Seegebieten operierenden U- Boote wurden während des Krieges zu U- Flottillen zusammengefasst. Dazu gehörten die I. bis V. U- Flottille, die U- Flottillen Flandern I und II, die U- Flottillen im Mittelmeer sowie die U- Flottille Kurland, zu der sämtliche in der Ostsee operierenden U- Boote gehörten.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_2e5f01e1-ad96-4f05-8798-76e10f8134ba">
                <did>
                  <unittitle>Schiffe und Boote</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 92</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Schwere und mittlere Kampfschiffe der Preußischen und Kaiserlichen Marine (, Reichsmarine und Kriegsmarine)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1851-01-01/1964-12-31">1851 - 1920 (1964)</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>4023 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>171,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Von den entsprechenden Schiffen verwahrt das Bundesarchiv- Militärarchiv umfangreiche Bestände an Logbüchern, Kriegstagebüchern und z.T. Akten.Aus der Zeit der Kaiserlichen Marine sind die Logbücher und Kriegstagebücher bis Ende 1918 fast vollständig erhalten.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>Bestände:</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 7 Seekriegsleitung</p>
                    <p>RM 47 Kommando der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 48 Flottenkommando der Kriegsmarine</p>
                    <p>RM 49 Befehlshaber im Flottenbereich der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 50 Befehlshaber im Flottenbereich der Kriegsmarine</p>
                    <p>RM 104 Marinewerften und Arsenale</p>
                    <p>Akten:</p>
                    <p>MSG 2/14336: S.M.S. &quot;Hertha&quot; .- Privates Logbuch des Seekadett Hans von Schubert, 1913-1914</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Deutsche Kriegsflotte. Zusammenstellung der Hauptangaben über S.M. Schiffe, hrsg. vom Reichsmarineamt. 8 Bde. Berlin 1907-1908</p>
                    <p>Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. 2 Bde. München 1966-1968</p>
                    <p>Breyer, Siegfried: Kaiserliche Marine und ihre großen Kreuzer. Marine- Arsenal- Sonderbände 15. Wölfersheim- Berstadt 1997</p>
                    <p>Breyer, Siegfried und Koop, Gerhard: Die deutsche Kriegsmarine 1935-1945. Band 5: Schlachtschiffe, Panzerschiffe, Kreuzer. Entstehung, Einsatz und Ende der Dickschiffe. Friedberg 1989</p>
                    <p>Ciupa, Heinz: Die deutschen Kriegsschiffe 1939-1945. Dokumentationen zur Geschichte der Kriege, Bd.3, Rastatt 1988</p>
                    <p>Fock, Harald: Die an den beiden Weltkriegen beteiligten Kriegsschiffe und ihr Verbleib. Hamburg 1995</p>
                    <p>Galuppini, Gino (Hrsg.): Enzyklopädie der Kriegsschiffe. Geschichte, Technik, Daten. Übersetzt und bearbeitet von Hans Peter Jürgens. Augsburg 1995</p>
                    <p>Hildebrandt, Hans H., und Röhr, Albert und Steinmetz, Hans- Otto: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien. Ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. 7 Bde., Herford 1979-1983</p>
                    <p>Preston, Antony: Berühmte Kriegsschiffe, 1914 bis heute. Stuttgart 1988</p>
                    <p>Bekker, Cajus (Hrsg.): Die versunkene Flotte. Deutsche Schlachtschiffe und Kreuzer 1925-1945. Oldenburg/Hamburg 1964.</p>
                    <p>Strauß, Jack: 20.000 Meilen über das Meer. Die Biografie des Kleinen Kreuzer „Dresden&quot; der Kaiserlich-Deutschen Marine und das Schicksal seine Kriegsbesatzung. Berlin 2017.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Als mittlere und schwere Kampfschiffe bezeichnete man in der deutschen Marine Korvetten, Fregatten, Küstenpanzerschiffe, Kleine (Leichte) Kreuzer und Große (Schwere) Kreuzer, Panzerkreuzer (Schlachtkreuzer), Panzerschiffe und Linienschiffe (Schlachtschiffe).</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Leichte Kampfschiffe der Preußischen und Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1867-01-01/1919-12-31">1867-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2315 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>65,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Überlieferung enthält vor allem Logbücher und Kriegstagbücher der einzelnen Schiffe, daneben auch vereinzelte Fahrtenberichte und Unterlagen technisch- organisatorischen Inhalts. Die Kriegstagbücher der Torpedoboote sind nur unvollständig überliefert.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 47 Kommando der Hochseestreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 49 Befehlshaber im Flottenbereich der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 56 Torpedobootverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. 2 Bde. München 1966-1968</p>
                    <p>Deutsche Kriegsflotte. Zusammenstellung der Hauptangaben über S.M. Schiffe, hrsg. vom Reichsmarineamt. 8 Bde. Berlin 1907-1908</p>
                    <p>Fock, Harald: Die an den beiden Weltkriegen beteiligten Kriegsschiffe und ihr Verbleib. Hamburg, 1995</p>
                    <p>Galuppini, Gino (Hrsg.): Enzyklopädie der Kriegsschiffe. Geschichte, Technik, Daten. Übersetzt und bearbeitet von Hans Peter Jürgens. Lizenzausgabe. Augsburg 1995</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Als leichte Kampfschiffe bezeichnete man Zerstörer, große und kleine Torpedoboote, Schnellboote, Avisos, Kanonenboote, Briggs, Schoner und Schaluppen.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 95</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Sicherungsschiffe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>202 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>4,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
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                    <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind nur Logbücher und Kriegstagebücher.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 60 Verbandsstäbe der Sicherungsstreitkräfte der kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 62 Minensuch- und Räumverbände der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. 2 Bde. München 1966-1968</p>
                    <p>Galuppini, Gino (Hrsg.): Enzyklopädie der Kriegsschiffe. Geschichte, Technik, Daten. Übersetzt und bearbeitet von Hans Peter Jürgens. Augsburg 1995</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Als Sicherungsschiffe wurden Minensuchboote und Sperrbrecher bezeichnet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 97</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Unterseeboote der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1906-01-01/1918-12-31">1906-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>2411 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>36,8 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Die Logbücher der U- Boote sind für die Friedenszeit vollständig, aus dem 1. Weltkrieg nur lückenhaft vorhanden. Die Kriegstagebücher, soweit nicht mit den Booten untergegangen, liegen bis Ende Oktober 1918 vor; aus den beiden letzten Kriegswochen wurden sie während der Revolution vernichtet. Von den Handels- U- Booten sind in diesem Bestand keine Unterlagen überliefert.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 3 (Reichsmarineamt)</p>
                    <p>RM 86 (Befehlshaber der Unterseeboote der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 88 (Unterseebootstäbe der Kaiserlichen Marine)</p>
                    <p>RM 90 (Unterseebootsflottillen und -halbflottillen der Kaiserlichen Marine)</p>
                  </relatedmaterial>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Tarrant, V.E.: Kurs West. Die deutschen U- Boot- Offensiven 1914-1945- eine Chronik der großen Atlantikschlachten. Stuttgart 1993</p>
                    <p>Rössler, Eberhard: Die Unterseeboote der Kaiserlichen Marine. Bonn 1999.</p>
                    <p>König, Marcus: Agitation, Zensur, Propaganda. Der U-Boot-Krieg und die deutsche Öffentlichkeit im Ersten Weltkrieg. Stuttgart 2014.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Im Dezember 1906 wurde das erste deutsche U- Boot U 1 in Dienst gestellt. Insgesamt erhielt die Kaiserliche Marine bis 1918 376 U- Boote.</p>
                    <p>Die U- Boote waren durchnummeriert und erhielten keine Namen, mit Ausnahme der Handels- U- Boote U &quot;Deutschland&quot; und U &quot;Bremen&quot;.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 99</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hilfskriegsschiffe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>854 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>20,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind Logbücher, Kriegstagebücher und vereinzelte Schiffsakten.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. München 1966-1968</p>
                    <p>Hansen, Hans Jürgen (Hg.): Die Schiffe der deutschen Flotten 1848-1945. Gräfelfing 1986</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Während des 1. Weltkrieges wurden Handelsschiffe bewaffnet und zu Hilfskreuzern umgebaut. Außerdem wurden Hilfsstreuminendampfer, Flugzeugmutterschiffe, Vorpostenboote, Handelsschutzboote und Hilfsminensuchboote als Hilfskriegsschiffe verwendet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 101</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Hilfsschiffe, Troßschiffe und Spezialschiffe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1889-01-01/1919-12-31">1889-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1448 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>39,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
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                    <p>
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                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind in erster Linie Logbücher und Kriegstagebücher sowohl für die Friedens- als auch die Kriegszeit. In seltenen Fällen sind auch Unterlagen über Indienststellungen sowie technischen Inhalts vorhanden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815-1945. München 1966-1968</p>
                    <p>Hansen, Hans Jürgen (Hg.): Die Schiffe der deutschen Flotten 1848-1945. Gräfelfing 1986</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Als Hilfs-, Tross- und Spezialschiffe wurden in der Kaiserlichen Marine Tender, Begleit- und Schulschiffe, Tanker, Lotsen- und Depotdampfer, Verkehrsfahrzeuge, Feuer- und Blockschiffe, Schlepper, Peilboote, Vermessungsfahrzeuge, Werkstattschiffe, Eisbrecher, Segel- und Dampfyachten, Lazarett-, Verwundeten- und Seetransportschiffe bezeichnet.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_c48e94d1-2db0-4278-ad71-716f221ec211">
                <did>
                  <unittitle>Landstreitkräfte</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 120</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Generalkommando des Marinekorps der Kaiserlichen Marine (Marinekorps Flandern)</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>548 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>26,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_6133e0e6-ecae-4ce9-8557-d382a8bf1fe7"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält Unterlagen zu sämtlichen Belangen des Marinekorps Flandern. Es sind Akten überliefert, die Auskunft über die Aufstellung und Entsendung der Mobilen Marine-Division und ihre Erweiterung zum Marinekorps geben. In etlichen Akten (vor allem unter den Klassifikationspunkten „Organisation&quot; und „Personal&quot;) finden sich Kriegsgliederungen des Marinekorps und der zugehörigen Einheiten, aus denen sich Unterstellungsverhältnisse erschließen und strukturelle Veränderungen im Laufe des Kriegs nachvollziehen lassen. Die Akte RM 120/261 enthält die Geschäftsordnung des Generalkommandos des Marinekorps vom Juli 1918. Nicht enthalten sind jedoch Organisationsunterlagen wie Registratur- und Aktenpläne. Auch die Geschäftsordnung gibt keinen Aufschluss auf etwaige Prinzipien, nach denen die Aktenablage funktionierte.</p>
                    <p>Die Akten „Gerichts- und Disziplinarwesen&quot;, die sich ebenfalls unter dem Klassifikationspunkt „Personal&quot; befinden, enthalten neben den Verfahren gegen Soldaten des Marinekorps auch Verfahren gegen Belgier. Hervorzuheben sind mehrere Todesurteile gegen belgische Einwohner, die der Bevölkerung durch Plakate bekannt gemacht wurden. Besonders hingewiesen sei auch auf die Akte RM 120/205 (Seelsorge), die Aufschluss über das Wesen und die Bedeutung der seelsorgerischen Tätigkeit im Krieg gibt.</p>
                    <p>Des weiteren enthält der bearbeitete Abschnitt des Bestandes die gesammelten Korpstagesbefehle sowie eine Sammlung Allerhöchster Kabinettsordres zwischen 1915 und 1918. Die - in der bearbeiteten Bestandsportion nur lückenhaft vorliegenden - Kriegstagebücher und Tätigkeitsberichte verschiedener Verbände und Einheiten des Marinekorps vermitteln gemeinsam mit den unter „Operationen&quot; klassifizierten Akten ein umfassendes Bild von der kriegerischen Tätigkeit des Großverbandes, die sich durch die Koordination verschiedener Truppengattungen von Land- und Seestreitkräften bis hin zu Fliegerverbänden kennzeichnete. Zu den operativen Tätigkeiten des Marinekorps gehörten der Küstenschutz, das Legen eigener und das Räumen feindlicher Minen und Netzsperren, Unternehmungen gegen feindliche Streitkräfte, Aufklärungstätigkeiten sowie die Beteiligung am Handelskrieg. Die meisten der operativen Akten beziehen sich auf die Kriegführung zur See, insbesondere die Beteiligung am U-Boot-Krieg ist gut belegt.</p>
                    <p>Der Bestand enthält auch Akten zu den nachrichtendienstlichen Aktivitäten des Marinekorps, einschließlich der Spionagetätigkeit. In diesen finden sich sowohl Agentenmeldungen als auch Maßnahmen zur Abwehr feindlicher Spionage. Hinzu kommen grundlegende Einschätzungen der wirtschaftlichen, politischen und militärischen Lage in den Feindstaaten. Mehrere Akteneinheiten widmen sich der Beobachtung der neutralen Niederlande.</p>
                    <p>Weitere Teile des Bestandes beziehen sich auf Fragen der Kommunikation (Telegrafie-, Feldpost und Fernsprechwesen) und des Signalwesens sowie auf das Sanitäts- und Veterinärwesen des Marinekorps. Im Bestand sind auch Akten zu Fragen der Bekleidung, der Ausrüstung und des Materials überliefert, sowie zu den Büchern und Karten, die dem Marinekorps zur Verfügung standen. Aus den Akten des Klassifikationspunktes „Sonstiges&quot; sind diejenigen hervorzuheben, die Besuche von Fürsten und deutschen sowie ausländischen Offizieren zum Gegenstand haben. Sie geben Hinweise auf das Selbstverständnis des Marinekorps und seine Darstellung gegenüber anderen Stellen und in der Öffentlichkeit.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Das Marinekorps Flandern ging aus der Mobilen Marine-Division hervor, die am 29.8.1914 durch Allerhöchste Kabinettsordre gegründet wurde. Die Formation, die der Heeresleitung unterstand, sollte Teile des mobilen Feldheeres ablösen, die Belgien besetzt hielten. Das Divisionskommando übernahm Admiral Ludwig von Schröder (1854-1933). Die Formation setzte sich zunächst zusammen aus:</p>
                    <p>· der Matrosenbrigade mit drei Abteilungen,</p>
                    <p>· der Matrosenartilleriebrigade mit der XV., XVI. und XVII. Matrosenartillerieabteilung,</p>
                    <p>· der Marineinfanteriebrigade, die aus dem 1. Marineinfanterieregiment mit dem I., V. und VIII. Seebataillon und dem 2. Marineinfanterieregiment mit dem II., IV., VI. und VII. Seebataillon bestand.</p>
                    <p>Ergänzt wurden diese Einheiten durch eine Flottenstammdivision, die sich aus zwei Kompanien zusammensetzte. Die Flottenstammdivision wurde allerdings bereits im September 1914 wieder aufgelöst. Der Mobilen Marine-Division gehörten außerdem die Marinefeldlazarette I bis IV und einige Armee-Einheiten an.</p>
                    <p>Die ersten Einheiten der Marine-Division trafen Anfang September 1914 in Belgien ein, bis Mitte des Monats war die Division vollständig ausgerückt. Der Stab trat unter Admiral von Schröder in Brüssel zusammen. Am 7. September wurde die Division dem Armeeoberkommando VII zugeteilt und beteiligte sich an den Kämpfen um Antwerpen. Nach der Einnahme Antwerpens hielt die Marine-Division die Stadt bis zum 21.10.1914 besetzt; Admiral von Schröder nahm in dieser Zeit auch die Funktion des Gouverneurs von Antwerpen wahr. Anschließend wurde die Marine-Division an die flandrische Küste verlegt und dem Armeeoberkommando IV unterstellt.</p>
                    <p>Die flandrische Küste hatte für Deutschland einen hohen strategischen Wert und sollte unbedingt gehalten werden:</p>
                    <p>„Hiermit war eine Basis am Kanal für die Offensivunternehmungen zur See gegen die nahe englische Küste gewonnen; es war aber klar, daß England versuchen würde, sie uns mit allen Mitteln wieder zu entreißen. Es wurde deshalb notwendig, sofort eine starke Verteidigung nach See und Land einzurichten. Es galt ferner das Gebiet als wirkliche Basis mit den erforderlichen Mitteln baldigst einzurichten. Dazu war eine starke Personalvermehrung nötig.&quot;</p>
                    <p>Mitte Oktober 1914 wurde beschlossen, zusätzlich 20.000 Mann aus den deutschen Marinefestungen nach Flandern zu verlegen. Durch Allerhöchste Kabinettsordre vom 8.11.1914 wurde die Mobile Marine-Division zum Marinekorps Flandern erweitert. Ludwig von Schröder avancierte zum kommandierenden Admiral des Marinekorps, der unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Das Stabsquartier des Generalkommandos hatte seinen Sitz in Brügge, wo es bis zum Beginn des Rückzugs am 16.10.1918 verblieb.</p>
                    <p>Dem Marinekorps unterstanden anfangs zwei Marinedivisionen. Die I. Marinedivision setzte sich zusammen aus:</p>
                    <p>· der 1. Marinebrigade mit dem 1. Matrosenregiment und dem 1. Matrosenartillerieregiment sowie</p>
                    <p>· der 2. Marinebrigade mit dem 2. Matrosenregiment und dem 2. Matrosenartillerieregiment.</p>
                    <p>Vorübergehend waren der I. Marinedivision auch unterstellt:</p>
                    <p>· die 1. und 2. Landwehr-Feldartillerieabteilung des X. Armeekorps,</p>
                    <p>· das Marine-Feldartillerieregiment,</p>
                    <p>· das 1. Küstenbataillon,</p>
                    <p>· das 1. Marinepionierbataillon,</p>
                    <p>· die Marine-Fernsprechabteilung und</p>
                    <p>· das Landsturm-Infanteriebataillon „Marburg&quot;.</p>
                    <p>Die II. Marinedivision bestand anfangs aus:</p>
                    <p>· der 3. Marinebrigade mit dem 3. Marineinfanterieregiment und dem 3. Matrosenregiment,</p>
                    <p>· der 4. Marinebrigade mit dem 4. und 5. Matrosenregiment sowie der</p>
                    <p>· Marineinfanteriebrigade mit dem 1. und 2. Marineinfanterieregiment.</p>
                    <p>Zeitweise waren der II. Marinedivision auch unterstellt:</p>
                    <p>· das Küstenbataillon,</p>
                    <p>· die Kampfgruppe Schweres Flachfeuer,</p>
                    <p>· das Landwehr-Feldartillerieregiment 258,</p>
                    <p>· das 2. Marinepionierbataillon und</p>
                    <p>· die Divisionsfernsprechabteilung 292.</p>
                    <p>Neben den beiden Divisionen gehörten dem Marinekorps verschiedene Nebenformationen ein, mit denen es eine Kopfstärke von 60.000 bis 70.000 Mann erreichte.</p>
                    <p>Dem Marinekorps kamen zusammengefasst folgende Aufgaben zu:</p>
                    <p>„Das ‚Marinekorps&apos; hält die mit einer Reihe von Batterien armierte belgische Küste besetzt, beteiligt sich am Kampfe der Landfront inmitten der Truppen des Heeres, stellt den Grenzschutz gegen Holland, Bewachungs- und Ordnungsmannschaften in dem ganzen dem Marinekorps zugewiesenen Gebiet sowie notwendiges seemännisches Personal für andere Orte in Belgien; schließlich arbeitet es an dem Ausbau der in seinem Gebiet vorhandenen für die offensive Seekriegführung wichtigen Anlagen.&quot;</p>
                    <p>Die beiden Divisionen des Marinekorps teilten sich die Aufgaben. Die I. Marinedivision hatte die belgische Küste bis hin zur niederländischen Grenze zu sichern. In ihrem Bereich lagen die Hafenkommandantur Antwerpen sowie die Kommandanturen in Ostende, Zeebrügge, De Haan, Blankenberghe, Knocke, Heyst, Westkapelle, Stalhille, Wenduine und zeitweise Raversyde. Der II. Marinedivision fiel die Aufgabe zu, den rechten Flügel des Landheeres von Schoorbake bis zur Küste zu decken. Ihr unterstanden die Kommandanturen Gistelles, Leffingen, Middelkerke, Slype, Oudenburg, Zaadvoorde, Zevekote, St. Pietres-Kapelle und Snaakskerke.</p>
                    <p>Im Juni 1917 wurden die Landstreitkräfte des Marinekorps umformiert und um eine dritte Division ergänzt. Die III. Marinedivision setzte sich zusammen aus:</p>
                    <p>· der bisher zur II. Marinedivision gehörenden Marineinfanteriebrigade mit den Marineinfanterieregimentern 1, 2 und 3 zu je drei Bataillonen,</p>
                    <p>· dem Feldartillerieregiment 9,</p>
                    <p>· dem Pionierbataillon 115,</p>
                    <p>· der Divisionsfernsprechabteilung sowie</p>
                    <p>· den Kommandanturen Oudenburg, Zandvoorde, Middelkerke, Raversyde und Steene.</p>
                    <p>Die Verwendung der III. Marinedivision blieb der Obersten Heeresleitung vorbehalten. Die Aufstellung der III. Marinedivision ging mit folgenden Umgliederungen in der II. Marinedivision einher:</p>
                    <p>· die 3. Marinebrigade gab das 3. Marineinfanterieregiment an die Marineinfanteriebrigade ab;</p>
                    <p>· die 3. Marinebrigade wurde durch das 4. und 5. Matrosenregiment der 4. Marine-Brigade ergänzt;</p>
                    <p>· die 4. Marineinfanteriebrigade wurde aufgelöst;</p>
                    <p>· die Marineinfanteriebrigade, bestehend aus dem 1., 2. und 3. Marineinfanterieregiment schied aus der II. Division aus und trat zur III. Division.</p>
                    <p>Charakteristisch für das Marinekorps war die Bündelung verschiedener Truppengattungen, die von Infanterie und Artillerie über Seestreitkräfte - einschließlich U-Boote - bis hin zu einer eigenen Marinefliegerabteilung reichten. Die Seestreitkräfte des Marinekorps bestanden Ende 1917 aus:</p>
                    <p>· drei Torpedobootflottillen,</p>
                    <p>· einer Motorbootdivision, die dem Führer der Torpedobootflottille unterstand,</p>
                    <p>· zwei U-Boot-Flottillen sowie</p>
                    <p>· dem Kommando des Minen- und Sperrwesens, dem eine Minensuch-Halbflottille, eine Motorbootabwehrtruppe, eine Bootsabteilung und eine Wassertransportabteilung unterstanden.</p>
                    <p>Dem Kommando des Minen- und Sperrwesens unterstanden außerdem eine Minenwerkstatt und eine Minenkompanie in Brügge, eine Hafenkompanie in Ostende sowie die Hafenkapitäne in Brügge, Zeebrügge und Ostende.</p>
                    <p>Die Luftstreitkräfte setzten sich unter dem Kommando des Luftfahrwesens aus den Seefliegern, den Küstenfliegern, den Artilleriefliegern und der Fesselballonabteilung zusammen. Zur Luftabwehr unterhielt das Marinekorps ein Flak-Regiment.</p>
                    <p>Während der Stationierung in Flandern errichtete das Marinekorps 25 Küstenbatterien schweren und mittleren Kalibers, die die Matrosenartillerieregimenter 1 und 2 der I. Marinedivision besetzten. Vervollständigt wurde der Küstenschutz durch Strandbestreichungsbatterien und Leuchtkanonen. In Brügge, Antwerpen, Ostende und Gent baute das Marinekorps bestehende Werkstätten zu Kriegswerften aus und unterstellte sie einem Oberwerftdirektor in Brügge. In Brügge errichtete das Generalkommando auch ein zentrales Artillerie- und Munitionsdepot und siedelte dort das Kommando für Torpedo- und Minenwesen an. Ostende und Zeebrügge entwickelten sich zu Stützpunkten für Torpedo- und U-Boote.</p>
                    <p>Einheiten des Marinekorps nahmen an den Kämpfen an der Westfront teil. Sie wurden in der Schlacht an der Somme, in den Schlachten bei Arras sowie in den Endkämpfen an den Siegfried-, Hermann- und Hindenburgstellungen eingesetzt. Zur See unternahm das Marinekorps - neben der Aufgabe der Küstenverteidigung - Operationen gegen englische Streitkräfte, legte eigene und räumte feindliche Minen- und Netzsperren und führte Handelskrieg.</p>
                    <p>Auf Befehl der Obersten Heeresleitung leitete das Marinekorps am 15.10.1918 den Rückzug aus Flandern ein. Die Formation wurde am 31.1.1919 aufgelöst und bis zum 4.3.1919 abgewickelt. Das letzte Hauptquartier vor der Demobilisierung bezog das Korps im westfälischen Ahaus. Die III. Division, die bei den Truppen an der Somme stand, führte den Rückmarsch selbstständig durch und löste sich in Kiel bzw. Wilhelmshaven auf.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>PH 5 II Armeeoberkommandos des Deutschen Heeres (zum Armeeoberkommando 4)</p>
                    <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte (zum Kommandeur des Luftfahrwesens des Marinekorps Flandern bzw. Kommandeur der Flieger des Marinekorps Flandern sowie zum (Gruppen-)Kommandeur der Küstenflieger des Marinekorps)</p>
                    <p>RM 112 I Seeflug- und Marine-Landflugstationen</p>
                    <p>RM 113 Lehr- und Sonderkommandos der Marineflieger</p>
                    <p>RM 114 Frontverbände der Marineflieger der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 121 Landstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>MSG 2 Selbst- und Alltagszeugnisse von Militärangehörigen sowie Sachdarstellungen zur deutschen Militärgeschichte</p>
                    <p>MSG 200 Elsa-Brandström-Gedächtnisarchiv: Kriegsgefangenenwesen 1867 bis Gegenwart</p>
                    <p>N 239 Nachlass Magnus von Levetzow</p>
                    <p>N 253 Nachlass Alfred von Tirpitz</p>
                    <p>N 538 Nachlass Erich Edgar-Schulze</p>
                    <p>N 624 Nachlass Erich Ewald</p>
                    <p>N 2520 Nachlass Hinrich Meyer-Jungclaussen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>An Flanderns Küste. Kriegszeitung für das Marinekorps, 1916-1918</p>
                    <p>Gäbler, Paul (Hg.): Das Marinekorps im Weltkrieg 1914-1918, Berlin 1926</p>
                    <p>Goetze, Walther von: Das Marinekorps in Flandern 1914 bis 1918, in: Marine-Rundschau. Zeitschrift für Seewesen, 1926, S. 6-18, 49-58, 95-104</p>
                    <p>Groß, Gerhard Paul: Die Seekriegführung der Kaiserlichen Marine im Jahre 1918, Frankfurt am Main 1989</p>
                    <p>Hedde, Peter: Der Ausbau der flandrischen Küste zum Standpunkt des Marinekorps, in: Marine-Rundschau. Zeitschrift für Seewesen, 1928, S. 145-158</p>
                    <p>Hildebrand, Hans H./Albert Röhr/Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe, Bd. 1, Herford 1979</p>
                    <p>Hildebrand, Hans H./Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849-1945, Bd. 3: P-Z, Osnabrück 1990</p>
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                    <p>Hölsen, Bernhard von: Das Marinekorps in Flandern 1914 bis 1918 (Landkrieg), in: Marine-Rundschau. Zeitschrift für Seewesen, 1924, S. 145-161, 212-222, 258-269</p>
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                    <p>Ryheul, Johan: Marinekorps Flandern: 1914-1918, Hamburg/Berlin/Bonn 1997</p>
                    <p>Scherer, Wingolf (Hg.): Wandel - die verstummte Begeisterung: Flandern 1914-1918. Briefe, Aufzeichnungen und Fotos eines Seesoldaten des Marinekorps in Flandern, Aachen 2009</p>
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                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Das Marinekorps Flandern ging aus der Mobilen Marine-Division hervor, die am 29.8.1914 durch Allerhöchste Kabinettsordre gegründet wurde. Die Formation, die der Heeresleitung unterstand, sollte Teile des mobilen Feldheeres ablösen, die Belgien besetzt hielten. Das Divisionskommando übernahm Admiral Ludwig von Schröder (1854-1933). Die Formation setzte sich zunächst zusammen aus:</p>
                    <p>· der Matrosenbrigade mit drei Abteilungen,</p>
                    <p>· der Matrosenartilleriebrigade mit der XV., XVI. und XVII. Matrosenartillerieabteilung,</p>
                    <p>· der Marineinfanteriebrigade, die aus dem 1. Marineinfanterieregiment mit dem I., V. und VIII. Seebataillon und dem 2. Marineinfanterieregiment mit dem II., IV., VI. und VII. Seebataillon bestand.</p>
                    <p>Ergänzt wurden diese Einheiten durch eine Flottenstammdivision, die sich aus zwei Kompanien zusammensetzte. Die Flottenstammdivision wurde allerdings bereits im September 1914 wieder aufgelöst. Der Mobilen Marine-Division gehörten außerdem die Marinefeldlazarette I bis IV und einige Armee-Einheiten an.</p>
                    <p>Die ersten Einheiten der Marine-Division trafen Anfang September 1914 in Belgien ein, bis Mitte des Monats war die Division vollständig ausgerückt. Der Stab trat unter Admiral von Schröder in Brüssel zusammen. Am 7. September wurde die Division dem Armeeoberkommando VII zugeteilt und beteiligte sich an den Kämpfen um Antwerpen. Nach der Einnahme Antwerpens hielt die Marine-Division die Stadt bis zum 21.10.1914 besetzt; Admiral von Schröder nahm in dieser Zeit auch die Funktion des Gouverneurs von Antwerpen wahr. Anschließend wurde die Marine-Division an die flandrische Küste verlegt und dem Armeeoberkommando IV unterstellt.</p>
                    <p>Die flandrische Küste hatte für Deutschland einen hohen strategischen Wert und sollte unbedingt gehalten werden:</p>
                    <p>„Hiermit war eine Basis am Kanal für die Offensivunternehmungen zur See gegen die nahe englische Küste gewonnen; es war aber klar, daß England versuchen würde, sie uns mit allen Mitteln wieder zu entreißen. Es wurde deshalb notwendig, sofort eine starke Verteidigung nach See und Land einzurichten. Es galt ferner das Gebiet als wirkliche Basis mit den erforderlichen Mitteln baldigst einzurichten. Dazu war eine starke Personalvermehrung nötig.&quot;</p>
                    <p>Mitte Oktober 1914 wurde beschlossen, zusätzlich 20.000 Mann aus den deutschen Marinefestungen nach Flandern zu verlegen. Durch Allerhöchste Kabinettsordre vom 8.11.1914 wurde die Mobile Marine-Division zum Marinekorps Flandern erweitert. Ludwig von Schröder avancierte zum kommandierenden Admiral des Marinekorps, der unmittelbar dem Kaiser unterstellt war. Das Stabsquartier des Generalkommandos hatte seinen Sitz in Brügge, wo es bis zum Beginn des Rückzugs am 16.10.1918 verblieb.</p>
                    <p>Dem Marinekorps unterstanden anfangs zwei Marinedivisionen. Die I. Marinedivision setzte sich zusammen aus:</p>
                    <p>· der 1. Marinebrigade mit dem 1. Matrosenregiment und dem 1. Matrosenartillerieregiment sowie</p>
                    <p>· der 2. Marinebrigade mit dem 2. Matrosenregiment und dem 2. Matrosenartillerieregiment.</p>
                    <p>Vorübergehend waren der I. Marinedivision auch unterstellt:</p>
                    <p>· die 1. und 2. Landwehr-Feldartillerieabteilung des X. Armeekorps,</p>
                    <p>· das Marine-Feldartillerieregiment,</p>
                    <p>· das 1. Küstenbataillon,</p>
                    <p>· das 1. Marinepionierbataillon,</p>
                    <p>· die Marine-Fernsprechabteilung und</p>
                    <p>· das Landsturm-Infanteriebataillon „Marburg&quot;.</p>
                    <p>Die II. Marinedivision bestand anfangs aus:</p>
                    <p>· der 3. Marinebrigade mit dem 3. Marineinfanterieregiment und dem 3. Matrosenregiment,</p>
                    <p>· der 4. Marinebrigade mit dem 4. und 5. Matrosenregiment sowie der</p>
                    <p>· Marineinfanteriebrigade mit dem 1. und 2. Marineinfanterieregiment.</p>
                    <p>Zeitweise waren der II. Marinedivision auch unterstellt:</p>
                    <p>· das Küstenbataillon,</p>
                    <p>· die Kampfgruppe Schweres Flachfeuer,</p>
                    <p>· das Landwehr-Feldartillerieregiment 258,</p>
                    <p>· das 2. Marinepionierbataillon und</p>
                    <p>· die Divisionsfernsprechabteilung 292.</p>
                    <p>Neben den beiden Divisionen gehörten dem Marinekorps verschiedene Nebenformationen ein, mit denen es eine Kopfstärke von 60.000 bis 70.000 Mann erreichte.</p>
                    <p>Dem Marinekorps kamen zusammengefasst folgende Aufgaben zu:</p>
                    <p>„Das ‚Marinekorps&apos; hält die mit einer Reihe von Batterien armierte belgische Küste besetzt, beteiligt sich am Kampfe der Landfront inmitten der Truppen des Heeres, stellt den Grenzschutz gegen Holland, Bewachungs- und Ordnungsmannschaften in dem ganzen dem Marinekorps zugewiesenen Gebiet sowie notwendiges seemännisches Personal für andere Orte in Belgien; schließlich arbeitet es an dem Ausbau der in seinem Gebiet vorhandenen für die offensive Seekriegführung wichtigen Anlagen.&quot;</p>
                    <p>Die beiden Divisionen des Marinekorps teilten sich die Aufgaben. Die I. Marinedivision hatte die belgische Küste bis hin zur niederländischen Grenze zu sichern. In ihrem Bereich lagen die Hafenkommandantur Antwerpen sowie die Kommandanturen in Ostende, Zeebrügge, De Haan, Blankenberghe, Knocke, Heyst, Westkapelle, Stalhille, Wenduine und zeitweise Raversyde. Der II. Marinedivision fiel die Aufgabe zu, den rechten Flügel des Landheeres von Schoorbake bis zur Küste zu decken. Ihr unterstanden die Kommandanturen Gistelles, Leffingen, Middelkerke, Slype, Oudenburg, Zaadvoorde, Zevekote, St. Pietres-Kapelle und Snaakskerke.</p>
                    <p>Im Juni 1917 wurden die Landstreitkräfte des Marinekorps umformiert und um eine dritte Division ergänzt. Die III. Marinedivision setzte sich zusammen aus:</p>
                    <p>· der bisher zur II. Marinedivision gehörenden Marineinfanteriebrigade mit den Marineinfanterieregimentern 1, 2 und 3 zu je drei Bataillonen,</p>
                    <p>· dem Feldartillerieregiment 9,</p>
                    <p>· dem Pionierbataillon 115,</p>
                    <p>· der Divisionsfernsprechabteilung sowie</p>
                    <p>· den Kommandanturen Oudenburg, Zandvoorde, Middelkerke, Raversyde und Steene.</p>
                    <p>Die Verwendung der III. Marinedivision blieb der Obersten Heeresleitung vorbehalten. Die Aufstellung der III. Marinedivision ging mit folgenden Umgliederungen in der II. Marinedivision einher:</p>
                    <p>· die 3. Marinebrigade gab das 3. Marineinfanterieregiment an die Marineinfanteriebrigade ab;</p>
                    <p>· die 3. Marinebrigade wurde durch das 4. und 5. Matrosenregiment der 4. Marine-Brigade ergänzt;</p>
                    <p>· die 4. Marineinfanteriebrigade wurde aufgelöst;</p>
                    <p>· die Marineinfanteriebrigade, bestehend aus dem 1., 2. und 3. Marineinfanterieregiment schied aus der II. Division aus und trat zur III. Division.</p>
                    <p>Charakteristisch für das Marinekorps war die Bündelung verschiedener Truppengattungen, die von Infanterie und Artillerie über Seestreitkräfte - einschließlich U-Boote - bis hin zu einer eigenen Marinefliegerabteilung reichten. Die Seestreitkräfte des Marinekorps bestanden Ende 1917 aus:</p>
                    <p>· drei Torpedobootflottillen,</p>
                    <p>· einer Motorbootdivision, die dem Führer der Torpedobootflottille unterstand,</p>
                    <p>· zwei U-Boot-Flottillen sowie</p>
                    <p>· dem Kommando des Minen- und Sperrwesens, dem eine Minensuch-Halbflottille, eine Motorbootabwehrtruppe, eine Bootsabteilung und eine Wassertransportabteilung unterstanden.</p>
                    <p>Dem Kommando des Minen- und Sperrwesens unterstanden außerdem eine Minenwerkstatt und eine Minenkompanie in Brügge, eine Hafenkompanie in Ostende sowie die Hafenkapitäne in Brügge, Zeebrügge und Ostende.</p>
                    <p>Die Luftstreitkräfte setzten sich unter dem Kommando des Luftfahrwesens aus den Seefliegern, den Küstenfliegern, den Artilleriefliegern und der Fesselballonabteilung zusammen. Zur Luftabwehr unterhielt das Marinekorps ein Flak-Regiment.</p>
                    <p>Während der Stationierung in Flandern errichtete das Marinekorps 25 Küstenbatterien schweren und mittleren Kalibers, die die Matrosenartillerieregimenter 1 und 2 der I. Marinedivision besetzten. Vervollständigt wurde der Küstenschutz durch Strandbestreichungsbatterien und Leuchtkanonen. In Brügge, Antwerpen, Ostende und Gent baute das Marinekorps bestehende Werkstätten zu Kriegswerften aus und unterstellte sie einem Oberwerftdirektor in Brügge. In Brügge errichtete das Generalkommando auch ein zentrales Artillerie- und Munitionsdepot und siedelte dort das Kommando für Torpedo- und Minenwesen an. Ostende und Zeebrügge entwickelten sich zu Stützpunkten für Torpedo- und U-Boote.</p>
                    <p>Einheiten des Marinekorps nahmen an den Kämpfen an der Westfront teil. Sie wurden in der Schlacht an der Somme, in den Schlachten bei Arras sowie in den Endkämpfen an den Siegfried-, Hermann- und Hindenburgstellungen eingesetzt. Zur See unternahm das Marinekorps - neben der Aufgabe der Küstenverteidigung - Operationen gegen englische Streitkräfte, legte eigene und räumte feindliche Minen- und Netzsperren und führte Handelskrieg.</p>
                    <p>Auf Befehl der Obersten Heeresleitung leitete das Marinekorps am 15.10.1918 den Rückzug aus Flandern ein. Die Formation wurde am 31.1.1919 aufgelöst und bis zum 4.3.1919 abgewickelt. Das letzte Hauptquartier vor der Demobilisierung bezog das Korps im westfälischen Ahaus. Die III. Division, die bei den Truppen an der Somme stand, führte den Rückmarsch selbstständig durch und löste sich in Kiel bzw. Wilhelmshaven auf.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Zum Generalkommando des Marinekorps der Kaiserlichen Marine sind nur wenige Organisationsunterlagen vorhanden. Die Akte RM 120/261 enthält die Geschäftsordnung des Generalkommandos des Marinekorps vom Juli 1918. Zwar gliedert sie die einzelnen Abteilungen des Generalkommandos auf, doch gibt sie keinen, für die Anlage der Klassifikation ausreichenden Aufschluss über die Prinzipien, nach denen die Aktenablage funktionierte. Aus den Akten selbst ließ sich die Zuordnung zu einer aktenführenden Organisationseinheit - etwa einer der in der Geschäftsordnung genannten Abteilungen - meist nicht eindeutig rekonstruieren. Je Akte finden sich häufig „z.d.A.&quot;-Verfügungen verschiedener Abteilungen. Teilweise finden sich auf den Aktendeckeln alte Aktenzeichen, die darauf hindeuten, dass Akten zu verschiedenen Sachbezügen angelegt wurden. Das Prinzip der „Sachaktenzeichen&quot; wurde jedoch nicht konsequent durchgeführt. Ein Großteil der Akten weist kein ursprüngliches Aktenzeichen auf, weshalb auch diese Aktenzeichen nicht als Anhaltspunkte für die archivische Klassifikation dienen können. Letztlich ist beim derzeitigen Bearbeitungsstand unklar, wie das Generalkommando des Marinekorps seine Akten ablegte. Deshalb erfolgte eine Klassifikation nach Sachbezug mit elf Klassifikationspunkten, wobei sich ein Klassifikationspunkt „Sonstiges&quot; für einen unteilbaren Rest nicht vermeiden ließ. Auf eine weitere Untergliederung der Klassifikation wurde verzichtet. Unterhalb der Klassifikationspunkte erfolgte die Anordnung der einzelnen Akten und Bandfolgen in der Regel in der Reihung vom Allgemeinen zum Besonderen. Die Bandfolgen und Bandfolgenummern wurden teilweise archivisch gebildet. Deshalb weichen die vergebenen Bandfolgenummern mitunter von den Angaben auf den Aktendeckeln ab. Es wurden keine Serien gebildet.</p>
                    <p>Zum Bestand lag bereits ein retrokonvertiertes Abgabeverzeichnis vor. Allerdings vermerkte dieses lediglich die Aktentitel, die (differenzierte) Laufzeit sowie - als Altsignaturen - die nach dem Zweiten Weltkrieg von der Admiralität in London vergebenen PG- und F-Nummern. Eine weitergehende Erschließung und Klassifizierung des Bestandes war bisher nicht erfolgt.</p>
                    <p>Im Archivnummernbereich RM 120/1 bis RM 120/335 wurden 337 Akten mit einem Umfang von rund 20 lfm nach den Richtlinien für die Erschließung von Schriftgut in der Neufassung vom November 2011 erschlossen. Die Aktentitel wurden geprüft und überarbeitet; Titel ohne inhaltlichen Bezug wie „Ganz geheim&quot; wurden grundsätzlich verworfen. Insbesondere die Akten, für die sich der unspezifische Titel „Verschiedenes&quot; aufgrund ihres heterogenen Inhalts nicht vermeiden ließ, wurden mit ausführlichen Enthält-Vermerken versehen. Insgesamt verfolgte die Bearbeitung eine tiefe Erschließung, weil die meisten Akten sehr umfangreich waren und häufig zahlreiche Unterlagen enthielten, die aufgrund des Titels nicht ohne Weiteres zu erwarten waren. Redundanzen zwischen Klassifikations- und Aktenebene wurden nach Möglichkeit vermieden, doch wurde im Zweifelsfall der Übersichtlichkeit für den Benutzer und dem Grundsatz, den einzelnen Datensatz selbsterklärend zu gestalten, der Vorzug gegeben.</p>
                    <p>Die Laufzeit der Akten wurde überprüft und in zahlreichen Fällen korrigiert. Soweit vorhanden, wurden Aktenzeichen in BASYS 2 (S) aufgenommen. In dem gleichen Feld wurden auch die „MK XV&quot;-Nummern vermerkt, die sich auf den meisten Akten befinden, obwohl es sich bei diesen allem Anschein nach um Altsignaturen handelt. Hier folgte die Bearbeitung den benachbarten Beständen RM 110 und RM 112, die die MK-Nummern als Aktenzeichen behandeln. Als aktenführende Organisationseinheit wurde grundsätzlich „Marinekorps&quot; eingetragen. Diese Angabe wurde ergänzt durch die Kürzel der einzelnen Abteilungen, deren z.d.A.-Verfügungen die jeweilige Akte dominierten. Die Kürzel lassen sich nach der Geschäftsordnung des Marinekorps auflösen. Eine eindeutige Zuordnung der Akten zu den verschiedenen Abteilungen war in der Regel allerdings dennoch nicht möglich.</p>
                    <p>Der Bestand als Ganzes wurde als archivwürdig bewertet. Deshalb wurden lediglich Dubletten von Kriegstagebüchern in einem Umfang von ca. 0,10 lfm kassiert.</p>
                    <p>Die überwiegende Mehrheit der Akten liegt fadengeheftet vor. Deshalb wurde darauf verzichtet, Akten auf mehrere Aufbewahrungseinheiten aufzuteilen, auch wenn das aufgrund ihres Umfangs in vielen Fällen anzuraten wäre. Akten, die in Schnellheftern vorlagen, wurden diesen entnommen und unter Beigabe des Aktendeckels in eine Archivmappe gelegt.</p>
                    <p>Die Akten des Archivnummernbereiches 404 bis 514 wurden zum Bestand RM 3 umsigniert. Sie laufen dort unter den Signaturen 5614 bis 5724; die früheren RM 120-Signaturen wurden in RM 3 als Altsignaturen nachgetragen.</p>
                    <p>Ein Sach-, Orts- und Personenindex wurde nicht erstellt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 121-I</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Landstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1884-01-01/1918-12-31">1884-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>946 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>26,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_0725caf1-0544-46f2-a50e-666a41f0824b"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand enthält Unterlagen über den Einsatz von Marineverbänden in Ostasien und in den deutschen Kolonien. Aus dem 1. Weltkrieg sind neben Kriegstagebüchern auch vereinzelt Akten der Marinedivisionen, Marinebrigaden, Matrosenregimenter, Seebataillone, Matrosenartillerie, Seewehr und technischen Sondertruppen überliefert.</p>
                    <p>Darüber hinaus befinden sich im Bestand auch Unterlagen des Traditionsverbandes der Marineinfanterie.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Seit ihrer Gründung umfasste die Marine auch Verbände, die für den Einsatz an Land vorgesehen waren, so das Marinekorps, seit 1892 Seebataillon, und die 1857 aufgestellte Seeartillerie, seit 1877 Matrosenartillerie genannt. 1889 kam zum I. Seebataillon in Kiel ein II. in Wilhelmshaven hinzu. 1898 wurde für das Pachtgebiet Kiautschou das III. Seebataillon geschaffen. Aus den 1914 einberufenen Marinereservisten wurden neue Verbände für den Einsatz in Flandern, in der Türkei sowie bei Festungs- und Küstenverteidigungsverbänden improvisiert.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 1 Kaiserliche Admiralität</p>
                    <p>RM 16 Gouvernement des Schutzgebietes Kiautschou</p>
                    <p>RW 51 Kaiserliche Schutztruppen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Heye, Arthur: Das See- Bataillon 1852- 1886. Berlin 1887</p>
                    <p>Röhr, Albert: Zur Geschichte der kaiserlichen Seebataillone. In: MOH- Nachr. 10, H. 7 (1961)</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Seit ihrer Gründung umfaßte die Marine auch Verbände, die für den Einsatz an Land vorgesehen waren, so das Marinekorps, seit 1852 Seebataillon, und die 1857 aufgestellte Seeartillerie, seit 1877 Matrosenartillerie genannt. 1898 kam zum I. Seebataillon in Kiel ein II. in Wilhelmshaven hinzu. 1898 wurde für das Pachtgebiet Kiautschou das III. Seebataillon geschaffen. Aus den 1914 einberufenen Marinereservisten wurden neue Verbände für den Einsatz in Flandern, in der Türkei sowie bei Festungs- und Küstenverteidigungsverbänden improvisiert.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
              <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_62e24785-bc66-4789-a6c6-69df2fa72621">
                <did>
                  <unittitle>Luftstreitkräfte</unittitle>
                </did>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 110</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>648 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>18,2 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_61171cc2-649a-4589-8d32-4eb09c655382"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind vom Marineflugchef die Befehle, Unternehmens- und Operationsakten über die Luftkriegführung und die Operationen auf mehreren Kriegsschauplätzen, Wochen- und Monatsberichte sowie die &quot;Mitteilungen aus dem Gebiet des Luftkrieges&quot;. Von den einzelnen Fliegerkommandeuren sind darüber hinaus auch vereinzelt Kriegstagebuchunterlagen, Unterlagen über Personal- und Waffenangelegenheiten sowie Tages- und Wochenmeldungen überliefert. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 111 Seeflieger- und Marine- Landflugabteilungen</p>
                    <p>RM 112 Seeflug- und Marine- Landflugstationen RM 113 Lehr- und Sonderkommandos der Marineflieger RM 114 Frontverbände der Marineflieger MSg 2/ 1866, 1867 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 29 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Brembach, Helmut: Adler über See. 50 Jahre deutsche Marineflieger. Oldenburg 1962</p>
                    <p>Moll, Hermann: Das deutsche Marine- und Seeflugzeug von 1909 bis 1918. In: Marine-Rundschau 55,H. 4 (1958)</p>
                    <p>Napp, Niklas: Die deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg. Paderborn 2017.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Am 29.8.1914 wurde der Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen eingesetzt, der 1916 zum Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen, später zum Marineflugchef wurde und dem die Kommandeure der Flieger unterstanden. Der Marineflugchef hatte für die Bereitstellung des gesamten Flugpersonals zu sorgen und die militärischen Forderungen für Seeflugzeuge und Bodenorganisation zu erfüllen. Die Marineluftstreitkräfte setzten sich zusammen aus Seeflieger- und Marine- Landflugabteilungen, Seeflug- und Marine- Landflugstationen, Lehr- und Sonderkommandos sowie Frontverbänden der Marineflieger.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 111</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Seefliegerabteilungen und Marine-Landflugabteilungen der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1919-12-31">1914-1919</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>31 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand RM 111 umfasst 30 Aufbewahrungseinheiten, hauptsächlich Kriegstagebücher von Seeflugstationen und organisatorische Unterlagen der I. und II. Seefliegerabteilung, aber auch der Marine-Küstenfliegerabteilung Flandern oder der Marine-Landfliegerabteilung Johannisthal.</p>
                    <p>Zeitlich lässt sich der Bestand auf die Zeit des Ersten Weltkriegs eingrenzen, wobei das Gros der Akten die Jahre 1916 und 1917 behandelt, nur RM 111/27 bis Februar 1919 reicht und einzig RM 111/30 nur das Jahr 1919 abdeckt. Nur wenige Kriegstagebücher umfassen dabei durchgängige Jahrgänge. Das KTB der Seeflugstation Helgoland (II. Seefliegerabteilung) umfasst den Zeitraum vom 19. November 1914 bis 31. März 1918 und ist damit wohl nahezu vollständig erhalten (RM 111/11-13), das Kriegstagebuch der Seeflugstation List auf Sylt (II. Seefliegerabteilung) deckt die Zeit vom 8. November 1914 bis 31. Dezember 1916 ab (RM 111/14-15), das Kriegstagebuch der Seeflugstation Norderney (II. Seefliegerabteilung) die Zeit vom 22. November 1915 bis 31. März 1918 (RM 111/20), das Kriegstagebuch der II. Marine-Feldfliegerabteilung den Zeitraum vom 30. Juli 1916 bis 1. April 1918 (RM 111/26).</p>
                    <p>Die Kriegstagebücher verschiedener Seeflugstationen der I. Seefliegerabteilung in RM 111/18 und 19 sind zum einen unsortiert, zum anderen häufig lückenhaft, genauere Angaben dazu finden sich in den Enthält-Vermerken. Es existieren zwischen den Akten allerdings z.T. auch Überschneidungen. Der Zeitraum des Kriegstagebuches der Marine-Küstenfliegerabteilung Flandern in RM 111/22 z.B. wird auch in RM 111/23 abgedeckt, allerdings ist RM 111/22 in Maschinen-, RM 111/23 in Handschrift verfasst. Anhänge in Form von fotographischen Dokumentationen oder Karten finden sich in diesem Bestand nur in einer Akte (RM 111/10). RM 111/10 enthält zudem einige Skizzen. Eine Akte (RM 111/1) befasst sich mit dem Sonderunternehmen &quot;Albion&quot;, ausführlichere Informationen zu diesem Unternehmen finden sich im Bestand RM 112.</p>
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                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>1. Behördengeschichte</p>
                    <p>Vor dem Ersten Weltkrieg war das Marineflugwesen in der &quot;Marineluftschiffabteilung (M.L.A.) in Johannisthal und der &quot;Marinefliegerabteilung&quot; (M.F.A.) mit Sitz in Putzig bei Danzig zusammengefasst, die außer der Flugversuchsstation Putzig, die im Winter 1911/12 gegründet wurde, die Seeflugstationen Kiel, Helgoland und Wilhelmshaven einschloss. Aufgestellt wurden diese zwei Abteilungen durch &quot;Allerhöchste Kabinettsordre&quot; (A.K.O.) vom 3. Mai 1913. Unterstellt waren beide dem Reichsmarineamt (R.M.A.), wobei sie auch der Inspektion der Küstenartillerie und des Minenwesens, bis zur Gründung einer eigenen &quot;Inspektion des Marineluftfahrwesens&quot; durch A.K.O. vom 27. Juni 1914, unterstellt waren. Zum 30. November 1914 wurde die &quot;Inspektion des Marineluftfahrwesens&quot; allerdings aufgrund des mittlerweile ausgebrochenen Ersten Weltkrieges schon wieder aufgelöst. Da diese Inspektion erst am 1. Oktober 1914 in Dienst gestellt wurde, hatte sie praktisch keine Funktionen.</p>
                    <p>Denn zu Kriegsbeginn wurde die Aufgabenverteilung der Marineführung und der Marineflieger umstrukturiert. Am 29. August 1914 wurde für die Dauer der Mobilmachung die Dienststelle des &quot;Befehlshabers der Marineluftfahrabteilungen&quot; (B.d.L.) geschaffen.1</p>
                    <p>Konteradmiral Philipp als B.d.L. wurden die &quot;Marine-Luftschiffabteilung&quot; in Nordholz, die &quot;Marine-Fliegerabteilungen&quot; I. und II. sowie das &quot;Freiwillige Marine-Fliegerkorps&quot; in Berlin-Johannisthal unterstellt. Im November 1916 wurden die Marine-Luftfahrabteilungen in die Bereiche Luftschiffe und Flugzeuge geteilt. Der neu geschaffene Posten des &quot;Führers der Marineluftschiffe&quot; (F.d.L.), der dem Kommando der Hochseestreitkräfte und dem R.M.A. unterstellt war, war für die &quot;Marine-Luftschiffabteilung&quot; zuständig (eine weitere Umgruppierung fand während des Krieges nicht mehr statt). Der B.d.L., jetzt in &quot;Befehlshaber der Marine-Fliegerabteilungen&quot; (B.d.Flieg) umbenannt, trug die Verantwortung über die Land- und Seeflugstaffeln der Marine. Der B.d.Flieg wurde im Juli 1917 zum &quot;Marine-Flugchef&quot; umbenannt, diesen Namen trug die Dienststelle bis zu ihrer Auflösung am 12. Februar 1919.</p>
                    <p>Die &quot;I. Seeflieger-Abteilung&quot;, vorher &quot;Marine-Fliegerabteilung&quot; (M.F.A.), wurde zum 1. Juni 1913 in Putzig aufgestellt, zum 1. Juli 1914 nach Kiel-Holtenau verlegt, und später in die I. M.F.A. für den Ostseebereich und die II. M.F.A. für den Nordseebereich aufgeteilt. Im September 1915 wurden die I. und II. M.F.A. in I. und II. Seefliegerabteilung (S.F.A.) umbenannt, im Juli 1919 in &quot;Seefliegerabteilung der Ostsee&quot; und &quot;Seefliegerabteilung der Nordsee&quot;.</p>
                    <p>Der &quot;I. Seefliegerabteilung&quot; unterstanden folgende Seeflugstationen:</p>
                    <p>- Angernsee (Aufbau im Sommer 1915),</p>
                    <p>- Apenrade (Gründung am 6. April 1915, ab Sommer 1916 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Flensburg (ab Mitte November 1914 Herrichtung eines Marine-Flugstützpunktes, ab 20. Juli 1916 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Holtenau (Aufbau einer Flugstation ab Frühjahr 1913, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Kiel (Gründung einer Festungs-Landflugstation sofort nach Kriegsausbruch),</p>
                    <p>- Libau (Errichtung der Seeflugstation im Mai 1915, im Sommer Aufbau der Landflugstation Libau),</p>
                    <p>- Warnemünde (Gründung einer Marine-Flugstation am 1. August 1914, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Bug und Wiek auf Rügen (im August 1914 Errichtung einer Flugstation in Stralsund, im November 1915 Gründung eines Flugstützpunktes in Wiek, Verlegung des Hauptbetriebes dorthin im Juni 1916, ab diesem Zeitpunkt Seeflugstation, Stralsund blieb bis zur Auflösung im November 1917 Depot, die Seeflugstation Bug wurde im Oktober 1916 eröffnet),</p>
                    <p>- Nest bei Köslin (Gründung Anfang August 1914, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation Köslin, ab 30. Januar 1917 Seeflugstation Nest bei Groß Mölln),</p>
                    <p>- Putzig bei Danzig (bereits im Winter 1911/12 als Flugversuchsstation errichtet, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation) und</p>
                    <p>- Windau (Aufbau im Sommer 1915).</p>
                    <p>Die &quot;II. Seeflieger-Abteilung&quot; in Wilhelmshaven (vorher Marine-Fliegerabteilung II.) war für die folgenden Seeflugstationen zuständig:</p>
                    <p>- List auf Sylt (Einrichtung als Wasserflugstation im August 1914, ab 30. Oktober Seeflugstation),</p>
                    <p>- Helgoland (bereits bei Kriegsausbruch vorhanden, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Norderney (Ende August 1914 als Wasserflugstützpunkt gegründet, ab November 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Wilhelmshaven und</p>
                    <p>- Borkum (nach Kriegsausbruch als Wasserflugstation eingerichtet, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation), außerdem für die</p>
                    <p>- Landflugstationen Nordholz-Cuxhaven,</p>
                    <p>- Tondern und</p>
                    <p>- Rüstringen sowie das</p>
                    <p>- Torpedoboot &quot;D 4&quot;.</p>
                    <p>Zeebrügge (Einrichtung Ende 1914) und Ostende (Betriebsaufnahme im April 1917) waren Seeflugstationen in Flandern und dem &quot;Kommando der Flieger beim Marinekorps Flandern&quot; unterstellt. Personell und materiell wurden diese von der II. Marine- bzw. Seefliegerabteilung versorgt, militärisch unterstanden sie dem &quot;Kommandeur des Luftfahrwesens Flandern&quot;.</p>
                    <p>Die &quot;Marine-Landflieger-Abteilung&quot; in Johannisthal bestand aus den Resten des &quot;Freiwilligen Marinefliegerkorps&quot;, die nicht im September 1915 in die zwei Seefliegerabteilungen oder die &quot;Marinelandfliegerabteilungen&quot; in Flandern, die ab September 1915 &quot;Marinefeldfliegerabteilungen&quot; hießen, angegliedert wurden, umfasste die heimischen Marine-Landflugstationen Johannisthal, Scheuen, Barge, Hage, Nordholz, Tondern, Kiel, Seddin und Langfuhr.</p>
                    <p>Die Marineflieger im Gebiet der Nordsee waren dem B.d.A. unterstellt. Diesem war vom Flottenchef die Sicherung der Deutschen Bucht übertragen worden. Organisatorisch gehörten die Nordseeflieger zum Zuständigkeitsbereich der I., ab Ende 1914 dem der II. Marinefliegerabteilung.</p>
                    <p>Die Marineflieger im Ostseegebiet waren dem O.d.O. unterstellt.</p>
                    <p>Am Ende des Ersten Weltkrieges existierten über 40 See- und Landflugstationen der Marine, die Flieger-Abteilungen der Marine wurden jedoch im Zuge der Bestimmungen des Versailler Vertrages bis Ende 1920 komplett aufgelöst.</p>
                    <p>2. Bestandsgeschichte (2)</p>
                    <p>Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Unterlagen der aufgelösten Marine-Dienststellen, darunter auch die verschiedenen Kommandeure der Marineflieger, in die Kriegsgeschichtliche Abteilung beim Admiralstab der Marine, die bereits am 15. Februar 1916 errichtet wurde, zum Aufbau eines neuen Marinearchivs gesammelt. Ab 1919 wurde die Bezeichnung des Marinearchivs in &quot;Leiter des Instituts für Marinegeschichte und Vorstand des Marine-Archivs&quot; geändert. Eine zweite Umbenennung erfolgte am 22. Januar 1936 in &quot;Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine&quot;. Diese gehörte jedoch nicht zum Reichsarchiv, sondern unterstand bis zum 31. März 1934 der Inspektion des Bildungswesens der Marine, anschließend dem Chef der Marineleitung und war später als nachgeordnete Behörde dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt.</p>
                    <p>Im Ersten Weltkrieg wurden bereits einige Kriegstagebücher an den Admiralstab der Marine zur Kenntnisnahme weitergeleitet und somit in dessen Schriftgut integriert.</p>
                    <p>Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Bündeln zusammengefasst, mit fortlaufenden F-Nummern (&quot;Faszikel&quot;, &quot;File&quot; oder &quot;Fach&quot;) und z.T. mit einer siebenstelligen Nummer mit den vorangesetzten Buchstaben PG (&quot;Pinched from the Germans&quot;) versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben.</p>
                    <p>In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) in Freiburg. Aufgrund einer interministeriellen Vereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und dem Bundesminister des Innern aus dem Jahre 1968, wurden die Akten von der Dokumentenzentrale ins Bundesarchiv übertragen. Sie gelangten schließlich in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv.</p>
                    <p>4. Archivische Bearbeitung</p>
                    <p>Zur Bearbeitung konnte ein zu einem früheren Zeitpunkt erstelltes Findbuch herangezogen werden, einige Betitelungen und Laufzeiten waren allerdings z.T. fehlerhaft und wurden ersetzt bzw. berichtigt. Zudem wurde, in Anlehnung an den Bestand RM 112, bei denjenigen Akten, die ein &quot;Lu&quot; Aktenzeichen besitzen, dieses festgehalten. Eine kontinuierliche Überlieferung dieser &quot;Lu&quot;-Akten ist allerdings nur z.T. gegeben, vorhanden sind: Lu XI 47 bis 53 und 54 c, Lu XIV 17 und 18 sowie 35 bis 45.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                    <p>RM 111 Seefliegerabteilungen und Marine-Landflugabteilungen</p>
                    <p>RM 112 Seeflugstationen und Marinelandflugstationen der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 113 Lehr- und Sonderkommandos der Marineflieger</p>
                    <p>RM 114 Frontverbände der Marineflieger</p>
                    <p>RM 116 Marine-Luftschiffabteilungen und Marine-Luftschifftrupps der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>MSG 2/1866 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript 1969</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 29 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Brembach, Hellmuth (Hrsg.): Adler über See. Fünfzig Jahre deutsche Marineflieger, Oldenburg/Hamburg 1962.</p>
                    <p>Dressel, Joachim/Griehl, Manfred: Flugzeuge und Luftschiffe der deutschen Marine 1910-1941, in: Waffen-Arsenal. Waffen und Fahrzeuge der Heere und Luftstreitkräfte Sonderband S-23 (1992).</p>
                    <p>Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Osnabrück 2000.</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege, Berlin 1920.</p>
                    <p>Vetter, Bernd/Vetter Frank: Die deutschen Marineflieger. Geschichte, Typen und Verbände, Stuttgart 1999.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>1. Behördengeschichte</p>
                    <p>Vor dem Ersten Weltkrieg war das Marineflugwesen in der &quot;Marineluftschiffabteilung (M.L.A.) in Johannisthal und der &quot;Marinefliegerabteilung&quot; (M.F.A.) mit Sitz in Putzig bei Danzig zusammengefasst, die außer der Flugversuchsstation Putzig, die im Winter 1911/12 gegründet wurde, die Seeflugstationen Kiel, Helgoland und Wilhelmshaven einschloss. Aufgestellt wurden diese zwei Abteilungen durch &quot;Allerhöchste Kabinettsordre&quot; (A.K.O.) vom 3. Mai 1913. Unterstellt waren beide dem Reichsmarineamt (R.M.A.), wobei sie auch der Inspektion der Küstenartillerie und des Minenwesens, bis zur Gründung einer eigenen &quot;Inspektion des Marineluftfahrwesens&quot; durch A.K.O. vom 27. Juni 1914, unterstellt waren. Zum 30. November 1914 wurde die &quot;Inspektion des Marineluftfahrwesens&quot; allerdings aufgrund des mittlerweile ausgebrochenen Ersten Weltkrieges schon wieder aufgelöst. Da diese Inspektion erst am 1. Oktober 1914 in Dienst gestellt wurde, hatte sie praktisch keine Funktionen.</p>
                    <p>Denn zu Kriegsbeginn wurde die Aufgabenverteilung der Marineführung und der Marineflieger umstrukturiert. Am 29. August 1914 wurde für die Dauer der Mobilmachung die Dienststelle des &quot;Befehlshabers der Marineluftfahrabteilungen&quot; (B.d.L.) geschaffen.1</p>
                    <p>Konteradmiral Philipp als B.d.L. wurden die &quot;Marine-Luftschiffabteilung&quot; in Nordholz, die &quot;Marine-Fliegerabteilungen&quot; I. und II. sowie das &quot;Freiwillige Marine-Fliegerkorps&quot; in Berlin-Johannisthal unterstellt. Im November 1916 wurden die Marine-Luftfahrabteilungen in die Bereiche Luftschiffe und Flugzeuge geteilt. Der neu geschaffene Posten des &quot;Führers der Marineluftschiffe&quot; (F.d.L.), der dem Kommando der Hochseestreitkräfte und dem R.M.A. unterstellt war, war für die &quot;Marine-Luftschiffabteilung&quot; zuständig (eine weitere Umgruppierung fand während des Krieges nicht mehr statt). Der B.d.L., jetzt in &quot;Befehlshaber der Marine-Fliegerabteilungen&quot; (B.d.Flieg) umbenannt, trug die Verantwortung über die Land- und Seeflugstaffeln der Marine. Der B.d.Flieg wurde im Juli 1917 zum &quot;Marine-Flugchef&quot; umbenannt, diesen Namen trug die Dienststelle bis zu ihrer Auflösung am 12. Februar 1919.</p>
                    <p>Die &quot;I. Seeflieger-Abteilung&quot;, vorher &quot;Marine-Fliegerabteilung&quot; (M.F.A.), wurde zum 1. Juni 1913 in Putzig aufgestellt, zum 1. Juli 1914 nach Kiel-Holtenau verlegt, und später in die I. M.F.A. für den Ostseebereich und die II. M.F.A. für den Nordseebereich aufgeteilt. Im September 1915 wurden die I. und II. M.F.A. in I. und II. Seefliegerabteilung (S.F.A.) umbenannt, im Juli 1919 in &quot;Seefliegerabteilung der Ostsee&quot; und &quot;Seefliegerabteilung der Nordsee&quot;.</p>
                    <p>Der &quot;I. Seefliegerabteilung&quot; unterstanden folgende Seeflugstationen:</p>
                    <p>- Angernsee (Aufbau im Sommer 1915),</p>
                    <p>- Apenrade (Gründung am 6. April 1915, ab Sommer 1916 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Flensburg (ab Mitte November 1914 Herrichtung eines Marine-Flugstützpunktes, ab 20. Juli 1916 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Holtenau (Aufbau einer Flugstation ab Frühjahr 1913, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Kiel (Gründung einer Festungs-Landflugstation sofort nach Kriegsausbruch),</p>
                    <p>- Libau (Errichtung der Seeflugstation im Mai 1915, im Sommer Aufbau der Landflugstation Libau),</p>
                    <p>- Warnemünde (Gründung einer Marine-Flugstation am 1. August 1914, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Bug und Wiek auf Rügen (im August 1914 Errichtung einer Flugstation in Stralsund, im November 1915 Gründung eines Flugstützpunktes in Wiek, Verlegung des Hauptbetriebes dorthin im Juni 1916, ab diesem Zeitpunkt Seeflugstation, Stralsund blieb bis zur Auflösung im November 1917 Depot, die Seeflugstation Bug wurde im Oktober 1916 eröffnet),</p>
                    <p>- Nest bei Köslin (Gründung Anfang August 1914, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation Köslin, ab 30. Januar 1917 Seeflugstation Nest bei Groß Mölln),</p>
                    <p>- Putzig bei Danzig (bereits im Winter 1911/12 als Flugversuchsstation errichtet, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation) und</p>
                    <p>- Windau (Aufbau im Sommer 1915).</p>
                    <p>Die &quot;II. Seeflieger-Abteilung&quot; in Wilhelmshaven (vorher Marine-Fliegerabteilung II.) war für die folgenden Seeflugstationen zuständig:</p>
                    <p>- List auf Sylt (Einrichtung als Wasserflugstation im August 1914, ab 30. Oktober Seeflugstation),</p>
                    <p>- Helgoland (bereits bei Kriegsausbruch vorhanden, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Norderney (Ende August 1914 als Wasserflugstützpunkt gegründet, ab November 1915 Seeflugstation),</p>
                    <p>- Wilhelmshaven und</p>
                    <p>- Borkum (nach Kriegsausbruch als Wasserflugstation eingerichtet, ab 30. Oktober 1915 Seeflugstation), außerdem für die</p>
                    <p>- Landflugstationen Nordholz-Cuxhaven,</p>
                    <p>- Tondern und</p>
                    <p>- Rüstringen sowie das</p>
                    <p>- Torpedoboot &quot;D 4&quot;.</p>
                    <p>Zeebrügge (Einrichtung Ende 1914) und Ostende (Betriebsaufnahme im April 1917) waren Seeflugstationen in Flandern und dem &quot;Kommando der Flieger beim Marinekorps Flandern&quot; unterstellt. Personell und materiell wurden diese von der II. Marine- bzw. Seefliegerabteilung versorgt, militärisch unterstanden sie dem &quot;Kommandeur des Luftfahrwesens Flandern&quot;.</p>
                    <p>Die &quot;Marine-Landflieger-Abteilung&quot; in Johannisthal bestand aus den Resten des &quot;Freiwilligen Marinefliegerkorps&quot;, die nicht im September 1915 in die zwei Seefliegerabteilungen oder die &quot;Marinelandfliegerabteilungen&quot; in Flandern, die ab September 1915 &quot;Marinefeldfliegerabteilungen&quot; hießen, angegliedert wurden, umfasste die heimischen Marine-Landflugstationen Johannisthal, Scheuen, Barge, Hage, Nordholz, Tondern, Kiel, Seddin und Langfuhr.</p>
                    <p>Die Marineflieger im Gebiet der Nordsee waren dem B.d.A. unterstellt. Diesem war vom Flottenchef die Sicherung der Deutschen Bucht übertragen worden. Organisatorisch gehörten die Nordseeflieger zum Zuständigkeitsbereich der I., ab Ende 1914 dem der II. Marinefliegerabteilung.</p>
                    <p>Die Marineflieger im Ostseegebiet waren dem O.d.O. unterstellt.</p>
                    <p>Am Ende des Ersten Weltkrieges existierten über 40 See- und Landflugstationen der Marine, die Flieger-Abteilungen der Marine wurden jedoch im Zuge der Bestimmungen des Versailler Vertrages bis Ende 1920 komplett aufgelöst.</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Zur Bearbeitung konnte ein zu einem früheren Zeitpunkt erstelltes Findbuch herangezogen werden, einige Betitelungen und Laufzeiten waren allerdings z.T. fehlerhaft und wurden ersetzt bzw. berichtigt. Zudem wurde, in Anlehnung an den Bestand RM 112, bei denjenigen Akten, die ein &quot;Lu&quot; Aktenzeichen besitzen, dieses festgehalten. Eine kontinuierliche Überlieferung dieser &quot;Lu&quot;-Akten ist allerdings nur z.T. gegeben, vorhanden sind: Lu XI 47 bis 53 und 54 c, Lu XIV 17 und 18 sowie 35 bis 45.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
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                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 112</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Seeflugstation und Marinelandflugstation der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>234 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>5,5 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_a78b99e7-8faf-488b-9570-329cd94d4b0b"/>
                    </p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Vorhanden sind von verschiedenen Seeflugstationen die Kriegstagebücher, Tagesbefehle, Wochenberichte und Tagesmeldungen. Von der Seeflugstation Flandern II sind darüber hinaus Sammlungen von Verfügungen und Tätigkeitsberichten, sowie Akten über Waffentechnik und Fragen des Einsatzes sowie Personalangelegenheiten überliefert. Die Marine- Landflugstationen sind mit Kriegstagebuchunterlagen vertreten. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden.</p>
                    <p>Die von mehreren Seeflugstationen aus dem östlichen Ostseeraum (Angernsee, Arensburg, Liebau, Papenholm, Windau und schwimmende Seeflugstationen S.M.H. Answald und S.M.H. Santa Elena) vorhandenen Kriegstagebücher, Berichte und Befehle bieten teils bebilderte Informationen über die Vorbereitung und Durchführung des „Unternehmen Albion&quot;. Besonders von der Seeflugstation Angernsee an der Rigaer Bucht aus fanden 1916 und 1917 Aufklärungsflüge und teilweise auch Bombenangriffe statt, welche teilweise fotografisch dokumentiert wurden. Mehrfach wurden die russischen Kriegschiffe vor Arensburg fotografiert (RM 112/2-5), darüber hinaus auch die Zerstörung der russischen Funkstation auf Runö (RM 112/4). Da das „Unternehmen Albion&quot; als erste Joint Operation, d.h. kombinierte Heer-, Marine- und teilweise auch Luftwaffenoperation der deutschen Streitkräfte anzusehen ist, bilden die diesbezüglichen Unterlagen im Bestand RM 112 eine wichtige Ergänzung für die Forschung, da sie die Rolle der (unter Oberbefehl der Marine operierenden) Luftstreitkräfte dokumentieren.</p>
                    <p>Die von der Seeflugstation Flandern II erhaltenen Akten über Personal- und Technische Angelegenheiten schildern - trotz der bestehenden Überlieferungslücken - mehrere Aspekte des Einsatzalltags und -profils einer Seeflugstation und können exemplarisch für andere Seeflugstationen herangezogen werden. Einschränkend muss jedoch betont werden, dass sich Ausstattung und Einsatzprofil der Seeflugstationen in Flandern aufgrund der Nähe zur Westfront von den hinter der Front befindlichen Stationen unterschied.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bestandsbeschreibung</head>
                    <p>Nach dem Ende des ersten Weltkrieges wurden die Unterlagen der aufgelösten Marine-Dienststellen, darunter auch die verschiedenen Kommandeure der Marineflieger, in die Kriegsgeschichtliche Abteilung beim Admiralstab der Marine, die bereits am 15. Februar 1916 errichtet wurde, zum Aufbau eines neuen Marinearchivs gesammelt. Ab 1919 wurde die Bezeichnung des Marinearchivs in &quot;Leiter des Instituts für Marinegeschichte und Vorstand des Marine-Archivs&quot; geändert. Eine zweite Umbenennung erfolgte am 22. Januar 1936 in &quot;Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine&quot;. Diese gehörte jedoch nicht zum Reichsarchiv, sondern unterstand bis zum 31. März 1934 der Inspektion des Bildungswesens der Marine, anschließend dem Chef der Marineleitung und war später als nachgeordnete Behörde dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt.</p>
                    <p>Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Bündeln zusammengefasst, mit fortlaufenden F-Nummern (&quot;Faszikel&quot;, &quot;File&quot; oder &quot;Fach&quot;) und z.T. mit einer siebenstelligen Nummer mit den vorangesetzten Buchstaben PG (&quot;Pinched from the Germans&quot;) versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben.</p>
                    <p>In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) in Freiburg. Aufgrund einer interministeriellen Vereinbarung zwischen dem Bundesminister der Verteidigung und dem Bundesminister des Innern aus dem Jahre 1968, wurden die Akten von der Dokumentenzentrale ins Bundesarchiv übertragen. Sie gelangten schließlich in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv.</p>
                    <p>(Siehe dazu die Bestandsbeschreibung zu RM 110; Autor: Michael Weins)</p>
                    <p>Der Bestand umfasst 234 Aufbewahrungseinheiten die von verschiedenen See- und Landflugstationen der Kaiserlichen Marine stammen. Bis auf zwei Ausnahmen (RM 112/44, 137) geht die Laufzeit der Akten nicht über den Zeitraum zwischen 1914 und 1918, d.h. den Ersten Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit, hinaus.</p>
                    <p>Überwiegend sind Kriegstagebücher der einzelnen Stationen - sowohl die auf den Stationen geführten (Entwurf-)Exemplare als auch die Ausfertigungen für den Admiralstab - erhalten; von mehreren Stationen liegen nur Kriegstagebücher vor. Eine Ausnahme stellt die Überlieferung zu den Seeflugstationen Flandern I und Flandern II dar, welche darüber hinaus Berichte sowie Unterlagen zu Personal und Technik enthalten. Die Überlieferung zur Seeflugstation Flandern II bildet dadurch die größte Portion in RM 112 (53 Akten). Von den erst 1918 infolge der Besetzungen in der Ukraine in Betrieb genommenen Seeflugstationen (Kertsch, Odessa und Sewastopol) sowie den Stationen in der Türkei (Agha Liman/Mersina, Chanak und Kawak), Bulgarien (Varna) und Rumänien (Babadag, Duingi und Konstanza) liegen hingegen jeweils nur ein bis zwei Kriegstagebücher vor.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 16 Gouvernement Kiautschou (zur Flugstation Tsingtau)</p>
                    <p>RM 99 Hilfskriegsschiffe der Kaiserlichen Marine (zu S.M.H. Glyndwr und S.M.H. Oswald)</p>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                    <p>RM 111 Seefliegerabteilungen und Marine- Landflugabteilungen</p>
                    <p>RM 113 Lehr- und Sonderkommandos der Marineflieger (u.a. zur Seeflugstation Flensburg)</p>
                    <p>RM 114 Frontverbände der Marineflieger</p>
                    <p>RM 116 Marine-Luftschiffabteilungen und Marine-Luftschifftrupps der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>MSG 2/1866, 1867 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 29 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Brembach, Helmut: Adler über See. 50 Jahre deutsche Marineflieger. Oldenburg 1962.</p>
                    <p>Die Entwicklung des Marine-Luftluftfahrtwesens im Ersten Weltkrieg, in: Waffen-Arsenal, Sonderband S-23, S. 10-16.</p>
                    <p>Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Bde. 1-3, Osnabrück 2000</p>
                    <p>Israel, Ulrich: Marineflieger einst und jetzt. Berlin 1991</p>
                    <p>Jung, Dieter/Wenzel, Berndt/Abendroth, Arno: Schiffe und Boote der deutschen Seeflieger 1912-1976. Stuttgart 1977</p>
                    <p>König, Christian: Marineflieger in der Historie. Deutsche Seeflieger und ihre Flugzeugmutterschiffe im Ersten Weltkrieg. In: Marine-Forum , 85 (2010),5, S. 47 - 50</p>
                    <p>Die Marineflieger bis 1941, in: Waffen-Arsenal, Sonderband S-23, S. 17-52</p>
                    <p>Marine-Flieger: von d. Marineluftschiffabt. zur Marinefliegerdivision</p>
                    <p>Hrsg. Dt. Marine Inst. [Red. Jörg Duppler] - Herford, Bonn: Mittler, 1988</p>
                    <p>Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden, Bde. 3 und 5, München 1983.</p>
                    <p>Moll, Hermann: Das deutsche Marine- und Seeflugzeug von 1909 bis 1918. In: Marine-Rundschau 55,H. 4 (1958), S. 168-180</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege unter Mitwirkung von 29 Offizieren und Beamten der Heeres- und Marineluftfahrt nach amtlichen Quellen, Berlin 1920.</p>
                    <p>Plüschow, Gunter: Die Abenteuer des Fliegers von Tsingtau. Berlin 1916.</p>
                    <p>Seeflieger über allen Meeren. Berlin 1934</p>
                    <p>Vetter, Bernd/Vetter, Frank: Die deutschen Marineflieger. Geschichte, Typen und Verbände. Stuttgart 1999.</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Am 29.8.1914 wurde der Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen eingesetzt, der 1916 zum Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen, später zum Marineflugchef wurde und dem die Kommandeure der Flieger unterstanden. Der Marineflugchef hatte für die Bereitstellung des gesamten Flugpersonals zu sorgen und die militärischen Forderungen für Seeflugzeuge und Bodenorganisation zu erfüllen. Die Marineluftstreitkräfte setzten sich zusammen aus Seeflieger- und Marine- Landflugabteilungen, Seeflug- und Marine- Landflugstationen, Lehr- und Sonderkommandos sowie Frontverbänden der Marineflieger. Zu den Seeflugstationen zählten auch schwimmende Seeflugstationen, d. h. Flugzeugmutterschiffe, zu den Landflugstationen auch die Festungs-(Land)Flugstationen sowie die Hallenschutzstation Wainoden.</p>
                    <p>(Vgl. Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. Band 2. Osnabrück 2000, S. 8; Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden, Band 5, München 1983, S. 300f.)</p>
                    <p>Seeflugstationen wurden im Laufe des Ersten Weltkrieges an Nord- und Ostsee sowie am Mittelmeer und am Schwarzen Meer errichtet. Die Stationen befanden sich z.T. auf besetztem belgischem (Bsp. Seeflugstationen Flandern I und II) und russischem (Bsp. Seeflugstation Kertsch) Gebiet oder auf Territorium von Verbündeten, beispielsweise dem Osmanischen Reich (Bsp. Seeflugstation Chanak).</p>
                    <p>Zu den Seeflugstationen an der Nordsee zählten:</p>
                    <p>Borkum</p>
                    <p>Flandern I (=Seeflugstation Zeebrügge)</p>
                    <p>Flandern II (=Seeflugstation Ostende)</p>
                    <p>Helgoland</p>
                    <p>List/Sylt</p>
                    <p>Norderney</p>
                    <p>(Vgl. Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1866, S. 5. Demnach gehörten zum Kommando der II. Seeflieger-Abteilung die Frontflugstationen Borkum, Norderney, Helgoland und List sowie der Flugstützpunkt Tönning. Zur Geschichte dieser Seeflugstationen siehe ebd. S. 20-23 (Borkum), 24-26 (Norderney), 27-29 (Helgoland), 30f (List). Zur Geschichte der beiden Seeflugstationen in Flandern siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1867, S. 5-7 (Flandern I), 8-10 (Flandern II). Keine Überlieferung liegt zur Seeflugstation Flandern III (Marine-Landflugplatz Nieuwmunster/Neumünster) vor, siehe dazu ebd., S. 11-13. Zur Organisation der Luftstreitkräfte des Marinekorps in Flandern siehe auch Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 3, Osnabrück 2000, S. 60-62.)</p>
                    <p>Zu den Seeflugstationen an der Ostsee zählten:</p>
                    <p>Angernsee (Nähe Engure, westlich von Riga, Lettland)</p>
                    <p>Apenrade</p>
                    <p>Arensburg (Kuressaare, Insel Ösel/Saaremaa, Estland)</p>
                    <p>Bug auf Rügen</p>
                    <p>Flensburg (siehe RM 113)</p>
                    <p>Hadersleben (im März/April 1915 nach Apenrade verlegt, siehe RM 112/13)</p>
                    <p>(Kiel-)Holtenau</p>
                    <p>Köslin-Nest (Koszalin, Polen)</p>
                    <p>Liebau (Liepâja, Lettland)</p>
                    <p>Papenholm/Papensholm (westlich von Kihelkonna, Insel Ösel/Saaremaa, Estland)</p>
                    <p>Putzig (Puck, Polen (seit 1919))</p>
                    <p>Reval (Tallinn, Estland)</p>
                    <p>Stralsund und Wiek auf Rügen</p>
                    <p>Warnemünde</p>
                    <p>Wiek auf Rügen (siehe unter Stralsund)</p>
                    <p>Windau (Ventspils, Lettland)</p>
                    <p>(Zur Geschichte dieser Seeflugstationen siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1866, S. 46 (Hadersleben), 47 (Apenrade), 48-50 (Flensburg), 51-53 (Holtenau), 56 (Warnemünde), 57f (Bug auf Rügen, Stralsund und Wiek auf Rügen), 59f (Köslin-Nest), 61f (Putzig), - nachfolgende Stationen wurden auf besetztem Gebiet errichtet - 75f (Libau), 79-81 (Windau), 82f (Angernsee), 84 (Arensburg), 85 (Papensholm), 87 (Reval).)</p>
                    <p>(Aufgrund ungünstiger geographischer und meteorologischer Verhältnisse wurde der Hauptbetrieb der Station 1916 von Stralsund nach Wiek auf Rügen verlegt. In Stralsund wurde ein Teilbetrieb aufrecht erhalten. Siehe dazu u. a. RM 112/170, Vorkommnisse 6. Nov. 1915 sowie Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1866, S. 57.)</p>
                    <p>Zu den Seeflugstationen am Mittelmeer zählten:</p>
                    <p>Agha Liman und Mersina (Südküste von Anatolien, nördlich der Ostspitze von Zypern)</p>
                    <p>Chanak (am Südufer der Dardanellen bei Canakkale)</p>
                    <p>Xanthi (Nordufer der Ägäis, Griechenland (seit 1920), siehe RM 110/22)</p>
                    <p>(Zur geographischen Lage und Geschichte der Seeflugstationen siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1867, S. 64f, 70f (Chanak), 76f (Mersina). Zur Seeflugstation Xanthi liegt nur im Bestand RM 110 (RM 110/22) eine Überlieferung vor, zur Seeflugstation Xanthi siehe zudem ebd., S. 79f. Zur Organisation der Seeflieger im Rahmen des Sonderkommando Türkei siehe Hildebrand, Hans H.: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Band 3, Osnabrück 2000, S. 63f.)</p>
                    <p>Zu den Seeflugstationen am Schwarzen Meer zählten:</p>
                    <p>Babadag (Rumänien)</p>
                    <p>Duingi (bei Constanta, Rumänien)</p>
                    <p>Kawak/Kavak (Ostufer des Bosporus)</p>
                    <p>Kertsch (Krim, Ukraine)</p>
                    <p>Konstanza/Constanza (Constanta, Rumänien)</p>
                    <p>Odessa (Ukraine)</p>
                    <p>Sebastopol/Sewastopol (Krim, Ukraine)</p>
                    <p>Varna (Warna, Bulgarien)</p>
                    <p>(Zur geographischen Lage und Geschichte der Seeflugstationen siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1867, S. 64 und 78 (allgemein), 73 (Kawak), 81f (Varna), 83 (Konstanza), 84 (Sebastopol), 85 (Duingi), 86 (Babadag).)</p>
                    <p>Zu den schwimmenden Seeflugstationen zählten:</p>
                    <p>S.M.H. Answald</p>
                    <p>S.M.H. Glyndwr (siehe RM 99)</p>
                    <p>S.M.H. Oswald (siehe auch RM 99)</p>
                    <p>S.M.H. Santa Elena</p>
                    <p>S.M.S. Stuttgart (siehe RM 110/62)</p>
                    <p>(Zur Geschichte der schwimmenden Seeflugstationen siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1866, S. 99f (allgemein), 102f (S.M.H. Santa Elena), 104f (S.M.H. Answald), 106 (S.M.H. Oswald), 107 (S.M.H. Glyndwr). Die S.M.S. Stuttgart war ein zum Flugzeugmutterschiff umgebauter Kleiner Kreuzer (auch als Flugzeugkreuzer bezeichnet), siehe ebd., S. 101.)</p>
                    <p>Zu den Marinelandflugstationen zählten:</p>
                    <p>Barge</p>
                    <p>Großenhain</p>
                    <p>Hage</p>
                    <p>Kiel</p>
                    <p>Nordholz-Cuxhaven</p>
                    <p>Schlüterhof-Tuckum</p>
                    <p>Speckenbüttel-Geestemünde</p>
                    <p>Tondern</p>
                    <p>Wainoden (vgl. auch RM 116/193)</p>
                    <p>Wilhelmshaven-Wangerooge</p>
                    <p>(Zur Geschichte der Landflugstationen siehe Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1866, S. 54f. (Festungs-Landflugstation Kiel); Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969, in: MSG 2/1867, S. 98-101 (allgemein), 102f (Nordholz), 104f (Barge), 106f (Hage), 108f (Tondern), 110 (Speckenbüttel), 138-140 (Wilhelmshaven).)</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Bearbeitungshinweis</head>
                    <p>Die Klassifizierung des Bestandes geschah in einem ersten Schritt durch Unterscheidung zwischen Seeflugstationen, Flugzeugmutterschiffen (= schwimmenden Seeflugstationen) und Marinelandflugstationen um so insbesondere die Gruppe der Flugzeugmutterschiffe separat auszuweisen. Die zweite - und zentrale - Klassifizierungsebene stellen die einzelnen Stationen bzw. Flugzeugmutterschiffe dar. Es lässt sich so gezielt die Überlieferung zu einer Station ermitteln. Im Falle der Seeflugstationen Flandern I und Flandern II war darüber hinaus eine tiefergehende Klassifizierung auf dritter Ebene notwendig. In diesen Fällen bilden Kriegstagebücher, Berichte und Befehle/Dienstanweisungen, technische Unterlagen und - im Falle von Flandern II - Personalangelegenheiten sowie verschiedene Unterlagen untergeordnete Klassifikationspunkte. Die Klassifikationsebene „Verschiedene Unterlagen&quot; musste aufgrund der Heterogenität einiger Akten gebildet werden. Für mehrbändig vorliegende Kriegstagebücher wurden entsprechende Bandfolgen angelegt. Auf die Bildung von Serien wurde verzichtet.</p>
                    <p>Grundsätzlich fand die archivische Bearbeitung in Anlehnung an die Bearbeitung des verwandten Bestandes RM 110 (Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte) statt. Zum Bestand lag ein vorläufiges Findbuch vor, welches allerdings keine Enthält-Vermerke enthielt. Zudem mussten mehrfach Titel umgebildet werden (Erläuterungen dazu siehe im Folgenden). Die Klassifizierung des vorläufigen Findbuchs in Seeflugstation und Marinelandflugstationen wurde um den Klassifikationspunkt der schwimmenden Seeflugstationen (Flugzeugmutterschiffe) ergänzt und im Falle der Stationen Flandern I und Flandern II vertieft (siehe oben). Durch die ansonsten beibehaltene Klassifizierung und Sortierung des vorläufigen Findbuchs deckt sich die Klassifizierung weitgehend mit der (aufsteigenden) Nummerierung der Akten, da die Akten im Zuge der vorläufigen Verzeichnung anhand der Stationen sortiert und signiert wurden.</p>
                    <p>Aktentitel wie „Ganz Geheim&quot; wurden aufgelöst und stattdessen archivarische Titel gebildet. Sofern aufgrund des heterogenen Inhalts nur die Möglichkeit bestand einen Titel wie „Verschiedene Angelegenheiten&quot; zu bilden, wurden umfangreichere Enthält-Vermerke verfasst.</p>
                    <p>Im (Bandfolgen-)Titelfeld wurden bei Kriegstagebüchern ggf. Zusätze wie „Ausfertigung für den Admiralstab der Marine&quot; und „Entwurf&quot; in Klammern angefügt um eine Unterscheidung zwischen den Kriegstagebüchern beim Admiralstab und denen bei den jeweiligen Stationen möglich zu machen. Letztere wurden von den aktenführenden Stellen nur teilweise als Entwurf ausgewiesen; eine Ergänzung des Titels bei der Verzeichnung wurde nur in diesen Fällen vorgenommen. Eine weitere - notwendigerweise mit aufzunehmende - Titelergänzung der Kriegstagebücher stellten die Auszüge dar. Unter Berücksichtigung dieser Ergänzungen bei der Titelaufnahme, wurden alle Kriegstagebücher einheitlich erschlossen. Durch die Ergänzungen des Titels war zudem der Verzicht auf eine Verzeichnung der aktenführenden Organisationseinheit vertretbar, da durch die Titelspezifierung zwischen den Kriegstagebüchern beim Admiralstab und denjenigen in den Stationen unterschieden werden kann.</p>
                    <p>Die (Bandfolge-)Titel enthalten jeweils auch den Namen der entsprechenden Station; die damit vorhandene Redundanz mit den Klassifikationspunkten wurde zum Zweck der Recherchierbarkeit in BASYS S in Kauf genommen. Die Bandfolgenummern wurden archivarisch gebildet, was zur Folge haben kann, dass diese von den auf den Aktendeckeln abgebildeten abweichen können. Falls beispielsweise von einem Kriegstagebuch nur die Bände 3, 4 und 5 erhalten sind, wurden diese als Bände 1, 2 und 3 aufgenommen.</p>
                    <p>Im Feld „Aktenzeichen&quot; in BASYS S wurden jeweils nur die „Lu&quot;, „Ef&quot; sowie „MK I&quot; Aktenzeichen bzw. Altsignaturen (siehe unten) vermerkt. Teils ebenfalls vorhandene weitere Aktenzeichen (z. B.: Ca VIII) wurden, da sie nur in Teilen vorhanden waren und das Feld Aktenzeichen in diesen Fällen schon mit der MK I Signatur belegt war, nicht aufgenommen. Die entsprechenden Informationen lassen sich jedoch anhand der Aktendeckel rekonstruieren. Diese wurden bei der Umbettung vollständig aufbewahrt; im Falle von Akten in vormaliger Schnellhefterform wurde der Deckel abgetrennt und oben aufliegend in der Mappe beigelegt.</p>
                    <p>Unklar ist, inwiefern es sich bei den MK I Nummern tatsächlich um Aktenzeichen und nicht vielmehr um Altsignaturen handelt. Für Letzteres sprechen folgende Indizien:</p>
                    <p>- Die MK I Nummern sind in einer anderen Farbe aufgebracht worden als die A oder C Aktenzeichen, welche teilweise in gleicher Farbe - und vermutlich zeitgleich - mit dem Titel aufgetragen wurden</p>
                    <p>- Sofern MK I Nummern vorhanden waren, war in der Regel auch ein Aufkleber „Archiv der Marine. Kriegsakten.&quot; vorhanden, die MK I Nummern könnten demnach Signaturen des Marinearchivs gewesen sein.</p>
                    <p>- MK I Nummern sind vergleichsweise durchgängig vorhanden, so als ob es sich um eine lückenlose Überlieferung handelt, während im Bereich der A und C Aktenzeichen große Lücken zu beobachten sind. Letzteres erscheint angesichts von Kassationsentscheidungen bei der (erstmaligen) Archivierung im Archiv der Marine sowie aufgrund von Kriegsverlusten plausibler.</p>
                    <p>- Eine tiefergehende Klassifikation bzw. Strukturierung der MK I Signaturen existiert nicht, vielmehr liegen über 300 fortlaufende Nummern vor, wohingegen A und C Aktenzeichen teils tiefer strukturiert (z. B. „Ca&quot;) sind. Letzteres erscheint für die Registratur des Kommandeurs der Flieger des Marinekorps (Kofl. M.K.) wahrscheinlicher als eine rein fortlaufende Nummerierung.</p>
                    <p>Der Versuch einer Rekonstruktion des Aktenplanes anhand der erhaltenen Aktendeckel erscheint aufgrund großer Lücken sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.</p>
                    <p>Im Feld Altsignatur wurden jeweils die F-Nummern (für Files oder Fach) und evtl. vorhandene PG-Nummern in separate Altsignaturfelder eingetragen. Zu beachten ist dabei, dass zu einer F-Nummer in der Regel mehrere Akten gehören; F-Nummern können daher mehrfach vorkommen. Die Altsignaturen von RM 112/49-56 aus dem Bestand RM 110 wurden ebenfalls aufgenommen (vormals RM 110/612-619).</p>
                    <p>Ein Sach-, Orts- und Personenindex wurde nicht erstellt.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 114</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Frontverbände der Marineflieger der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>70 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,3 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_3da16717-3db4-4a37-9936-15796ff65c7b"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind hauptsächlich Kriegstagebuchunterlagen, aber auch einige Berichte und Meldungen. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                    <p>RM 111 Seefliegerabteilungen und Marine- Landflugabteilungen RM 112 Seeflug- und Marine- Landflugstationen der Kaiserlichen Marine RM 113 Lehr- und Sonderkommandos der Marineflieger der Kaiserlichen Marine MSg 2/ 1866, 1867 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 29 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
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                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Brembach, Helmut: Adler über See. 50 Jahre deutsche Marineflieger. Oldenburg 1962</p>
                    <p>Moll, Hermann: Das deutsche Marine- und Seeflugzeug von 1909 bis 1918. In: Marine-Rundschau 55, H.4 (1958)</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Am 29.8.1914 wurde der Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen eingesetzt, der 1916 zum Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen, später zum Marineflugchef wurde und dem die Kommandeure der Flieger unterstanden. Der Marineflugchef hatte für die Bereitstellung des gesamten Flugpersonals zu erfüllen und die militärischen Forderungen für Seeflugzeuge und Bodenorganisation zu stellen. Die Marineluftstreitkräfte setzten sich zusammen aus Seeflieger- und Marine- Landflugabteilungen, Seeflug- und Marine- Landflugstationen, Lehr- und Sonderkommandos sowie Frontverbänden der Marineflieger.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 113</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Lehrkommandos und Sonderkommandos der Marineflieger der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>51 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>1,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_d306b2fd-65e0-49e4-abeb-9bff0c6a7796"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Von den Marineflugschulen Barge, Langfuhr, Flensburg, Hage, Johannisthal, Putzig und Scheuen sind Akten allgemeinen Inhalts überliefert. Vom Seeflugversuchskommando Warnemünde sind Frontberichte, Nachrichtenblätter und Mitteilungen sowie Unterlagen über Seeflugtypen erhalten. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                    <p>RM 111 Seefliegerabteilungen und Marine- Landflugabteilungen RM 112 Seeflug- und Marine- Landflugstationen der Kaiserlichen Marine RM 114 Frontverbände der Marineflieger MSg 2/ 1866, 1867 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969</p>
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                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>RMD 29 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
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                    <head>Literatur</head>
                    <p>Brembach, Helmut: Adler über See. 50 Jahre deutsche Marineflieger. Oldenburg 1962</p>
                    <p>Moll, Hermann: Das deutsche Marine- und Seeflugzeug von 1909 bis 1918. In: Marine-Rundschau 55,H. 4 (1958)</p>
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                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Am 29.8.1914 wurde der Befehlshaber der Marineluftfahrabteilungen eingesetzt, der 1916 zum Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen, später zum Marineflugchef wurde und dem die Kommandeure der Flieger unterstanden. Der Marineflugchef hatte für die Bereitstellung des gesamten Flugpersonals zu erfüllen und die militärischen Forderungen für Seeflugzeuge und Bodenorganisation zu stellen. Die Marineluftstreitkräfte setzten sich zusammen aus Seeflieger- und Marine- Landflugabteilungen, Seeflug- und Marine- Landflugstationen, Lehr- und Sonderkommandos sowie Frontverbänden der Marineflieger.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 115</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Führer der Luftschiffe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1918-12-31">1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>1 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>0,1 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert ist nur das Kriegstagebuch vom 1.10.1918 bis 31.10. 1918. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden.</p>
                  </scopecontent>
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                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                    <p>RM 116 Marine- Luftschiffabteilungen und ¿trupps der Kaiserlichen Marine RM 117 Marine- Luftschiffe MSg 2/ 1866, 1867 Köhler, Karl: Gliederungs- und Organisationsgeschichte der Marineluftstreitkräfte, Manuskript, 1969</p>
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                    <head>Literatur</head>
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                    <p>Schmalenbach, Paul: Die deutschen Marineluftschiffe. Herford 1977</p>
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                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Marineluftschiffabteilungen unterstanden bis 1916 dem Befehlshaber der Marinefliegerabteilungen und erhielten dann einen eigenen Führer der Luftschiffe.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 116</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marine-Luftschiffabteilungen und Marine-Luftschifftrupps der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>202 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>7,4 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_b7bd213a-8e5f-49d0-a1df-50282fc7fa7b"/>
                    </p>
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                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Der Bestand erstreckt sich auf den Zeitraum 1914 bis 1938. Dabei liegt der Schwerpunkt der Unterlagen auf dem Einsatz der Marine-Luftschiff-Abteilung im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918.</p>
                    <p>Innerhalb der Überlieferung finden sich auch andere Provenienzen aufgrund von Rundschreiben und weitergeleiteten Mitteilungen von anderen bzw. vorgesetzten Dienststellen wie dem Admiralstab der Marine, dem Befehlshaber der Aufklärungsschiffe der Ostsee oder dem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte etc.</p>
                    <p>Die Einsätze der Marine-Luftschiffe spiegeln sich in der Überlieferung wider. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf den Operations- und Unternehmungsakten zu den Aufklärungsfahrten in der Nord- und Ostsee sowie der Angriffsfahrten v.a. auf Großbritannien. Hierzu sind im großen Umfang Kriegstagebücher und Befehle vorhanden. Die Kriegstagebücher wurden jeweils zu einzelnen Luftschiffen oder zu Marine-Luftschiff-Trupps angelegt. Weitere wenige Aktenkomplexe finden sich zur Organisation und zum Personal der Marine-Luftschiff-Abteilung.</p>
                    <p>Von der Struktur der Unterlagen handelt es sich v.a. um Kriegstagebücher, Befehle (Tages- und Abteilungsbefehle) und sogenannte Fahrtberichte der zahlreichen Aufklärungs- und Angriffsfahrten. Die Fahrtberichte enthalten Informationen zur Fahrtaufgabe, Namen der Besatzungsmitglieder, Wetterlage, technische Angaben und Quadratkarten mit der eingezeichneten Fahrtroute. Darüber hinaus sind Funksprüche (z.T. chiffriert), Funken-Telegrafie-Peilungen, Wetter- und Barometerkarten und Telegramme vorhanden. Zudem finden sich im Bestand Fotografien, Presseartikel, technische Zeichnungen, Skizzen und ein umfangreicher Anteil an Karten.</p>
                    <p>Die Überlieferung ist nicht vollständig. Es sind lediglich die Kriegsakten überliefert. Unterlagen der Vor- und Nachkriegszeit sind möglicherweise im Luftarchiv 1945 vernichtet worden.</p>
                  </scopecontent>
                  <scopecontent>
                    <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                    <p>Bestandsgeschichte</p>
                    <p>Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurden die Unterlagen der aufgelösten Marine-Dienststellen, darunter auch die Marine-Luftschiff-Abteilung, in der Kriegsgeschichtlichen Abteilung beim Admiralstab der Marine (am 15. Februar 1916 errichtet) zum Aufbau eines neuen Marinearchivs gesammelt. Ab 1919 wurde die Bezeichnung des Marinearchivs in &quot;Leiter des Instituts für Marinegeschichte und Vorstand des Marine-Archivs&quot; geändert.</p>
                    <p>Eine zweite Umbenennung erfolgte am 22. Januar 1936 in &quot;Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine&quot;. Diese gehörte jedoch nicht zum Reichsarchiv, sondern unterstand bis zum 31. März 1934 der Inspektion des Bildungswesens der Marine, anschließend dem Chef der Marineleitung und war später als nachgeordnete Behörde dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt.</p>
                    <p>Im Ersten Weltkrieg wurden einige Kriegstagebücher (RM 116/185-199) bereits an den Admiralstab der Marine zur Kenntnisnahme weitergeleitet und wurden somit in sein Schriftgut integriert, sind jedoch in diesem Bestand überliefert.</p>
                    <p>Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Marineunterlagen am 22. November 1943 auf Schloss Tambach bei Coburg ausgelagert. (14 ) Nach Kriegsende wurde das Archivgut von den US-amerikanischen Truppen beschlagnahmt und nach London verbracht. Dort hat man die Akten in großem Umfang verfilmt, zu Bündeln zusammengefasst, mit fortlaufenden F-Nummern (&quot;Faszikel&quot;, &quot;File&quot; oder &quot;Fach&quot;) und z.T. mit einer siebenstelligen Nummer mit den vorangesetzten Buchstaben &quot;PG&quot; (&quot;pinched from the Germans&quot;) versehen. Anschließend wurde das Archivgut der britischen Admiralität übergeben. In den 1960er Jahren wurden die Marineakten im Rahmen der Aktenrückführung an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben und gelangten in die Dokumentenzentrale des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg i.Br.</p>
                    <p>Mit Überführung der Dokumentenzentrale im Jahre 1968, welche auf die interministerielle Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Bundesministerium des Innern aus dem Jahre 1968 zurückgeht, gelangten die Unterlagen in das von Koblenz nach Freiburg verlegte Bundesarchiv-Militärarchiv. Im Jahr 1977 erfolgte ein Zugang mit einem Fotoalbum zu den Marine-Luftschiffen (Zugangs-Nummer 2005/77), das unter RM 116/200 in den Bestand überführt wurde. Eine LL-Signatur (LL 410) verweist auf eine Verwahrung im Luftarchiv. Ein Vermerk in englischer Sprache auf dem Aktendeckel lässt auf eine Beschlagnahme durch britische und/oder US-amerikanische Truppen schließen. Während den Aktenrückführungen wurde auch das Fotoalbum der Dokumentenzentrale im Militärgeschichtlichen Forschungsamt übergeben und erhielt dort eine I L-Signatur (I L (B) 11). (15 )</p>
                    <p>Die Überlieferung ist nicht vollständig. Ein großer Teil der Unterlagen ist möglicherweise seinerzeit ins Luftarchiv übernommen und 1945 vernichtet worden. Die Luftwaffe errichtete 1936 ein eigenes Archiv unter der Bezeichnung &quot;Kriegswissenschaftliche Abteilung der Luftwaffe&quot; und sammelte das gesamte Archivgut der Luftstreitkräfte des Heeres und sowie auch der Marineluftstreitkräfte. (16) Womöglich befanden sich darunter auch Teile der Marine-Luftschiff-Abteilungs-Unterlagen, was den geringen Umfang der Aktenüberlieferung begründen würde.</p>
                    <p>Archivische Bearbeitung</p>
                    <p>Zum Bestand lag ein grobes Abgabeverzeichnis vor, welches lediglich unpräzise Aktentitel und die Laufzeiten sowie Altsignaturen enthielt. Eine Bewertung der Unterlagen wurde auf Grund der Schriftgutverluste und der damit einhergehenden Überlieferungslücken vor 1945 nicht vorgenommen. Die vorgefundene Aktenordnung wurde beibehalten. Die Unterlagen waren bereits formiert; der Großteil in preußischer Fadenheftung, ein kleiner Teil lag in Archivmappen vor. Die Aktenstruktur ist ungleichförmig; so fanden sich zum Teil einheitlich gebildete und in sich zusammenhängende Akten zu einer Aufgabe bzw. zu einem Einsatz. Dagegen waren auch Unterlagen vorhanden, die heterogene Inhalte, wie Luftaufklärung und Angriffsfahrten enthielten.</p>
                    <p>Die Verzeichnung des Bestandes wurde mit dem Archivverwaltungssystem des Bundesarchivs BASYS-S-2 durchgeführt. Die Verzeichnung und Klassifikation der Akten erfolgte aufgrund nicht vorhandener Organisationsunterlagen anhand der vorgegebenen Überlieferung. Die Altsignaturen F-und PG-Nummern sowie die Aktenzeichen wurden aufgenommen.</p>
                    <p>Die Begriffe &quot;Detachement&quot; und &quot;Trupp&quot;, für die der Marine-Luftschiff-Abteilung unterstellten Einheiten wurden in den Akten trotz derselben Bedeutung nicht gleichförmig verwendet. Der Bestand beinhaltet zahlreiche Fotografien und Karten, welche inhaltlich mit den Akten verbunden sind und daher in ihrem Kontextzusammenhang belassen worden sind. Lediglich die überformatigen und aufgrund beschädigter Akten nicht eingenähten Karten wurden aus konservatorischen Gründen entnommen und werden nun in einer Kartenmappe gemeinsam im Bestand unter RM 116/201 gelagert. Die Akten befinden sich in einem konservatorisch schlechten Zustand. Das Schadensbild reicht von aufgelösten Fadenheftungen, mechanischen Schäden in Folge von Benutzung, bis hin zu Papierzerfall und Tintenfraß. Der Bestand bedarf einer baldigen Restaurierung. Der Bestand ist nicht vollständig foliiert.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                    <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                    <p>RM 28 Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte</p>
                    <p>RM 31 Marinestation der Ostsee</p>
                    <p>RM 33 Marinestation der Nordsee</p>
                    <p>RM 47 Kommando der Hochseestreitkräfte</p>
                    <p>RM 48 Befehlshaber im Flottenbereich (Kaiserliche Marine)</p>
                    <p>RM 110 Kommandostellen der Marineluftstreitkräfte</p>
                    <p>RM 111 Seefliegerabteilungen und Marine-Landflugabteilungen</p>
                    <p>RM 115 Führer der Luftschiffe</p>
                    <p>RM 117 Marine-Luftschiffe</p>
                    <p>RL 2 IV Kriegswissenschaftliche Abteilung der Luftwaffe</p>
                    <p>PH 9 XIV Inspektion der Luftschiffertruppen</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Literatur</head>
                    <p>Beelitz, Helmut: Der Werdegang und Wandel der Luftschiffverwendung im Seekrieg, Düsseldorf 1936</p>
                    <p>Buttlar Brandenfels, Horst Freiherr Treusch von: Zeppeline gegen England, Leipzig 1932</p>
                    <p>Das Bundesarchiv-Militärarchiv, Funktion - Geschichte - Bestände, hrsg. vom Bundesministerium der Verteidigung, Führungsstab der Streitkräfte I 3, o. J.</p>
                    <p>Der Aufbau des Marineluftwesens bis 1914, in: Waffen-Arsenal, Sonderband S-23</p>
                    <p>Die Entwicklung des Marine-Luftfahrt-Wesens im Ersten Weltkrieg, in: Waffen-Arsenal Sonderband S-23</p>
                    <p>Die Militärluftfahrt bis zum Beginn des Weltkrieges 1914, hrsg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Frankfurt/Main 1965</p>
                    <p>Dieckerhoff, Otto: Deutsche Luftschiffe 1914-1918, Betrachtungen und Tabellen, Walluf 1973</p>
                    <p>Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine 1914-18, Berlin 1930</p>
                    <p>Eichler, Jürgen: Luftschiffe und Luftschifffahrt, Berlin 1993</p>
                    <p>Engberding: Luftschiff und Luftschifffahrt, In Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Berlin 1928</p>
                    <p>Goote, Thor: Peter Strasser - der F. d. L. (Führer der Luftschiffe), Frankfurt/Main, 1938</p>
                    <p>Haaland/Knäusel/Schmitt/Seifert: Leichter als Luft, Ballone und Luftschiffe, Bonn 1997</p>
                    <p>Hildebrand, Hans: Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945, Bd. 1, Osnabrück 2000</p>
                    <p>Jünke, Arnold: Zeppelin im Weltkriege, Dem Feind zum Trutz - Dem Reich zum Schutz, Leipzig 1916</p>
                    <p>Kersten, Fritz: Die deutschen Heeres- und Marine-Luftschiffe 1906 - 1918, in: &quot;Feldgrau&quot; Heft Nr. 3 1960</p>
                    <p>Neumann, Georg Paul: Die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkriege, Berlin 1920</p>
                    <p>Robinson, Douglas H.: Deutsche Marine-Luftschiffe 1912-1918, Hamburg 2005</p>
                    <p>Schmalenbach, Paul: Die deutschen Marineluftschiffe, Herford 1977</p>
                    <p>Schiller, H. v.: Entwicklung und Ende des deutschen Marine- Luftschiffwesens, in: Marine Rundschau. Jg. 27, 1922 Heft 3</p>
                    <p>Schreiber, Arthur: Die deutsche Marine- Luftschiffabteilung, Leistungen ihrer Luftkreuzer während des 1. Weltkrieges, in: Soldat und Technik, 1963, Heft 11</p>
                    <p>Steindorff, Klaus-Jürgen: 50 Jahre deutsche Marineflieger, in: Soldat und Technik, 1963, Heft 7</p>
                    <p>Strahlmann, Fritz (Hrsg.): Zwei deutsche Luftschiffhäfen des Weltkrieges - Ahlhorn und Wildeshausen, Oldenburg 1926</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die Marine-Luftschiff-Abteilung wurde durch Allerhöchste Kabinettsordre am 3. Mai 1913 aus dem &quot;Luftfahrpersonal der Kaiserlichen Marine&quot; neben der Marine-Flieger-Abteilung als selbstständige Abteilung mit dem vorläufigen Standort Johannisthal aufgestellt. (1)</p>
                    <p>Den Kommandeuren der Abteilungen wurden &quot;gerichtsherrliche, disziplinare und Urlaubsbefugnisse verliehen&quot;. Beide Abteilungen unterstanden in allen Ausbildungs- und technischen Angelegenheiten dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, in allen anderen der Inspektion der Küstenartillerie und des Minenwesens sowie weiterhin dem Chef der Marinestation der Nordsee&quot;. (1) Der Staatssekretär des Reichsmarineamts Großadmiral Alfred von Tirpitz legte als Aufstellungstag per Befehl vom 8. Mai 1913 den 1. Juni fest. (2) Bereits im April 1912 wurden Marine-Angehörige, darunter Korvettenkapitän Friedrich Metzing zur Ausbildung bei der Deutschen Luftschifffahrts-AG kommandiert. Das Luftschiff-Kommando wurde am 15. Juli 1912 unter der Bezeichnung &quot;Luftschiff-Detachement&quot; mit dem Standort Johannisthal bei Berlin Metzing als Kommandeur unterstellt. (3)</p>
                    <p>Nach dem Tod des Kommandeurs der Marine-Luftschiff-Abteilung Friedrich Metzing bei dem Unglück von &quot;L 1&quot; am 9. September 1913, wurde Korvettenkapitän Peter Strasser sein Nachfolger. Die Zuständigkeit für den Luftschiff-Bereich in der Marine oblag dem am 12. Oktober 1912 gebildeten Dezernat BX &quot;Luftschiff- und Fliegerwesen&quot; beim Werftdepartment im Reichsmarineamt. Zum 1. April 1913 folgte eine organisatorische Änderung: Das Dezernat BX wurde zur &quot;Sektion für Luftfahrwesen&quot; (Sektion BX mit den Dezernaten BXa und BXb) umstrukturiert. (4)</p>
                    <p>Zum Beginn des Ersten Weltkrieges änderte sich die Befehlsstruktur der Marine-Luftschiff-Abteilung. Durch die Allerhöchste Kabinettsordre vom 29. August 1914 wurde die Dienststelle &quot;Befehlshaber der Luftfahr-Abteilungen&quot; als oberste zentrale Kommandostelle des gesamten Marine-Luftfahrwesens geschaffen. (5) Diesem wurden die Marine-Luftschiff-Abteilung und die Marine-Flieger-Abteilung unterstellt. Die Kabinettsordre wies dem neuen Befehlshaber folgende Aufgaben zu: Bereitstellung und Ausbildung des Personals, Leitung der außerhalb der Abteilungen stattfindenden Schulausbildung, Probefahrten und Erhaltung der Einsatzfähigkeit der Luftfahrzeuge. Die Allerhöchste Kabinettsordre vom 1. Mai 1916 wies der Marine-Luftschiff-Abteilung Cuxhaven (Nordholz) als neuen Standort zu und gliederte die Abteilung in Luftschiff-Trupps. (6)</p>
                    <p>Am 23. November 1916 wurden die Marine-Luftfahr-Abteilungen in die Bereiche Luftschiff und Flugzeug durch Allerhöchste Kabinettsordre unterteilt. (7) Der Dienstposten des Befehlshabers der Marine-Luftfahr-Abteilungen wurde zum Befehlshaber der Marine-Flieger-Abteilung umgewandelt und der Kommandeur der Marine-Luftschiff-Abteilung zum &quot;Führer der Marine-Luftschiffe&quot; erhoben. Dem neu eingesetzten Führer der Marine-Luftschiffe unterstanden die Marine-Luftschiff-Abteilung und die Marine-Luftschiffe. Die neugeschaffene Dienststellung war in &quot;Angelegenheiten der Verwendung und Ausbildung der Nordsee-Frontluftschiffe dem Kommando der Hochseestreitkräfte, in technischen und Versuchsangelegenheiten und in Angelegenheiten der Schul- und Versuchsluftschiffe dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, in allen übrigen Angelegenheiten dem Marine-Stationskommando der Nordsee&quot; unterstellt. (7)</p>
                    <p>Für die in der Ostsee eingesetzten Luftschiffe wurde ein neuer &quot;Luftschiff-Leiter Ost&quot; als Abteilungskommandeur gebildet. (7) Dieser handelte selbstständig bzw. nach den Befehlen des Oberbefehlshabers der Ostsee, blieb aber weiterhin dem Führer der Marine-Luftschiffe unterstellt. (8) Der Dienstposten des Luftschiff-Leiters Ost wurde zum November 1917 aufgrund des Personalmangels und der Einstellung der Luftschifffahrt in der Ostsee aufgegeben. (9) Bis Kriegsende blieb diese Gliederung bestehen. Nach Strassers Tod im &quot;L 70&quot; am 5. August 1918 wurde der Dienstposten des Führers der Marine-Luftschiffe nicht nachbesetzt. (10)</p>
                    <p>Aufgrund der Auflagen des Versailler Vertrages, die Militärluftfahrt in Deutschland aufzugeben, wurde die Marine-Luftschiff-Abteilung am 10. Dezember 1920 in Nordholz aufgelöst. (11)</p>
                    <p>Die Marine-Luftschiffe wurden im Ersten Weltkrieg für Aufklärung in der Nord- und Ostsee, Sicherung und Unterstützung der Minensuchverbände, Sichten und Melden feindlicher Seestreitkräfte und Minensperren, Meldungen über Handelsschiffverkehr sowie für Angriffsfahrten, insbesondere auf Großbritannien eingesetzt.</p>
                    <p>Befehlshaber der Marine-Luftfahr-Abteilungen</p>
                    <p>29. August 1914 - 23. November 1916 Konteradmiral Otto Philipp</p>
                    <p>Führer der Marine-Luftschiffe</p>
                    <p>23. November 1916 - 5. August 1918 Fregattenkapitän Peter Strasser</p>
                    <p>ab 5. August 1918 unbesetzt (Vertreter: Hans-Paul Werther) Luftschiff-Leiter Ost</p>
                    <p>23. November 1916 - November 1917 Korvettenkapitän Hans Wendt</p>
                    <p>Marine-Luftschiff-Trupps</p>
                    <p>Stand: Mai 1916 (12)</p>
                    <p>I. Nordholz</p>
                    <p>II. Fuhlsbüttel</p>
                    <p>III. Ahlhorn</p>
                    <p>IV. Hage</p>
                    <p>V. Tondern</p>
                    <p>VI. Seerappen</p>
                    <p>VII. Seddin</p>
                    <p>VIII. Düren</p>
                    <p>IX. Wainoden</p>
                    <p>Stand: November 1918 (13)</p>
                    <p>I. Nordholz</p>
                    <p>III. Ahlhorn</p>
                    <p>IV. Wittmundhaven</p>
                    <p>V. Tondern</p>
                    <p>VI. Seerappen</p>
                    <p>VII. Seddin-Jeseritz</p>
                    <p>XI. Wainoden</p>
                  </scopecontent>
                </c>
                <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                  <did>
                    <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 117</unitid>
                    <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marine-Luftschiffe der Kaiserlichen Marine</unittitle>
                    <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1914-01-01/1918-12-31">1914-1918</unitdate>
                    <physdesc>
                      <extent>107 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                      <extent>2,0 lfm</extent>
                      <genreform>Schriftgut</genreform>
                    </physdesc>
                    <physloc>Freiburg</physloc>
                  </did>
                  <otherfindaid>
                    <p>
                      <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_27974ecd-3f00-48e3-8ad1-54b3ae5abc21"/>
                    </p>
                  </otherfindaid>
                  <scopecontent>
                    <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                    <p>Überliefert sind in fast vollständigem Umfang die Kriegstagebücher sowie einige Akten über Bau und Abnahme von Luftschiffen.</p>
                  </scopecontent>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                    <p>RM 115 Führer der Luftschiffe</p>
                    <p>RM 116 Marine- Luftschiffabteilungen und ¿trupps der Kaiserlichen Marine</p>
                  </relatedmaterial>
                  <relatedmaterial>
                    <head>Amtliche Druckschriften</head>
                    <p>Schreiber, A.: Die deutsche Marine- Luftschiffabteilung- Leistungen ihrer Luftkreuzer während des 1. Weltkrieges. In: Sold und Technik, 1963, H. 11</p>
                    <p>Schmalenbach, P.: Die deutschen Marineluftschiffe, Herford 1977 Schiller, H. v.: Entwicklung und Ende des deutschen Marine- Luftschiffwesens. In: MR. Jg. 27, 1922, H. 3 Treusch von Buttlar Brandenfels, H.: Zeppeline gegen England. Leipzig 1932</p>
                  </relatedmaterial>
                  <scopecontent>
                    <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                    <p>Die deutsche Marine machte sich das Luftschiff zunächst als Aufklärer zunutze. 1914 trat die Marine mit den Luftschiffen in den Krieg ein. Hauptaufgabe war die weitreichende Aufklärung für die Flotte sowie Sicherungsaufgaben. Später flogen die Luftschiffe auch Angriffe gegen England.</p>
                  </scopecontent>
                </c>
              </c>
            </c>
            <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_2754a526-c77b-4cfd-bfc5-3a2f64401d6a">
              <did>
                <unittitle>Schutztruppen und weitere Einrichtungen unter kaiserlichem Oberbefehl</unittitle>
              </did>
              <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 11-I</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichsmilitärgericht</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1870-01-01/1920-12-31">(1870-) 1899-1920</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>102 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <extent>2,5 lfm</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <p>
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                </otherfindaid>
                <scopecontent>
                  <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                  <p>Der Bestand enthält Sachakten des Reichsmilitärgerichts sowie vervielfältigte Urteile aus den Jahren 1901 bis 1920.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bestandsbeschreibung</head>
                  <p>Die Strafgerichtsbarkeit bestand aus niederen und höheren Militärgerichten. Zum einem waren dies die sog. &quot;Standgerichte&quot; bei allen selbstständigen Truppenteilen und zum anderen die sog. &quot;Kriegsgerichte&quot;bei den Divisionen, die &quot;Oberkriegsgerichte&quot; bei den Korps und schließlich das Reichsmilitärgericht. Die Richter waren Oberkriegsgerichtsräte sowie Offiziere, die alle zwei Jahre neu dazu bestimmt wurden.</p>
                  <p>Das Reichsmilitärgericht wurde am 1. Oktober 1900 in Berlin errichtet. Damit trat es an die Stelle des bisherigen Königlich Preußischen General-Auditoriats und war oberste deutsche Militärgerichtsbehörde für alle Kontingente des Heeres, der Kaiserlichen Marine und der Kaiserlichen Schutztruppen. Dem Gericht stand ein General im Rang eines kommandierenden Generals vor. Er und seine Offziere und die &quot;außeretatsmäßigen&quot; Mitglieder standen &quot;à la suite&quot; der Armee. Die Richter und Reichsmilitäranwälte wurden vom Kaiser ernannt.Die dem Militärgericht angehörigen Richter sind in den drei Senaten mit dem 3. Senat der sich nur aus Bayern bestand und der Militäranwaltschaft und hatten den Status von Militärbeamten. Mit der Militär-Strafgerichtsordnung vom 1. Dezember 1898, die zum 1. Oktober 1900 in Kraft trat, wurde das deutsche Miltärgerichtswesen vereinheitlicht. Zuvor bestanden eigene Militär-Strafgerichtsordnungen in Bayern, Sachsen und Württemberg.</p>
                  <p>General der Infanterie Julius Heinrich von Gemmingen-Steinegg 9. Juli 1900 bis 20. Oktober 1903</p>
                  <p>General der Kavallerie Robert von Massow 20. Oktober 1903 bis 23. September 1906</p>
                  <p>General der Infanterie Wilhelm von Linde-Suden 24. September 1906 bis 6. April 1911</p>
                  <p>General der Infanterie Günther von Kirchbach 7. April 1911 bis 26. Juli 1918</p>
                  <p>Generaloberst Moriz von Lyncker 27. Juli 1918 bis 25. Juni 1919</p>
                  <p>Generalleutnant Arthur von Gabain 25. Juni 1919 bis 30. September 1920</p>
                  <p>Der Bestand gelagte 1967 in 35 Kartons mit 12 Paketen in das Bundesarchiv, Abteilung Militärarchiv (Zg. 25/67).</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                  <p>MFB 2 / M 800 bis 1341 (Filme aus dem Militärhistorischen Archiv Prag)</p>
                  <p>N 192 Bastian, Max (Präs. des RKG) -nur 3 AE-</p>
                  <p>PH 2/242 Personalwesen des Reichsmilitärgerichts.- Schriftwechsel mit dem Justizministerium (Kopien)</p>
                  <p>RH 13 Heeresfeldjustizabteilung</p>
                  <p>RH 14 Befehlshaber des Ersatzheeres/Amtsgruppe Heeresrechtswesen</p>
                  <p>Pers 15 - Verfahrensakten</p>
                  <p>RW 59</p>
                  <p>R 3001 Reichsjustizministerium (Bundesarchiv, Abt. R Berlin)</p>
                  <p>R 1501 Reichsministerium des Inneren (Bundesarchiv, Abt. R Berlin)</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Literatur</head>
                  <p>Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990.</p>
                  <p>Edgar Graf von Matuschka: Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, München 1983, S. 200.</p>
                </relatedmaterial>
                <scopecontent>
                  <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                  <p>Durch Gesetz von 1920 wurde mit der militärischen Gerichtsbarkeit auch das 1900 geschaffene Reichsmilitärgericht aufgehoben. Seine Kompetenzen übernahm das Reichsgericht.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Fremde Archive</head>
                  <p>Militärhistorischen Archiv Prag (Vojensky historicky archiv, ul. pamutniku 2; Prag -CZ-)</p>
                </relatedmaterial>
              </c>
              <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 51</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Kaiserliche Schutztruppen</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1891-01-01/1918-12-31">1891-1918</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>72 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <extent>0,3 lfm</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
                </did>
                <otherfindaid>
                  <p>
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                  </p>
                </otherfindaid>
                <scopecontent>
                  <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                  <p>Der Bestand enthält nur wenige echte Sachakten. Er besteht vor allem aus einer Zusammenstellung von Kommandobefehlen Des Kommandos der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika von 1907 bis 1914, sowie einer Akte desselben Kommandos mit Berichten unterstellter Einheiten und Dienststellen von 1916. Hinzu kommen Unterlagen zu Organisation und Versorgung in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika und insbesondere einige handgezeichnete Karten. Zu Kamerun sind nur zwei Dokumente überliefert.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                  <p>Die Überlieferung der Schutztruppen Im Bundearchiv-Militärarchiv ist rein fragmentarisch. Das Schutztruppen-Archiv im Heeresarchiv wurde mit diesem beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 vernichtet. Dies gilt für die Personalakten der Schutztruppen und für die im Archiv befindlich gewesenen Sachakten der Schutztruppen in den Kolonien selbst. Die Überlieferung des Kommandos der Schutztruppen befindet sich im wesentlichen im Bestand R 1001 Reichskolonialamt. Die nach dem Ersten Weltkrieg in Afrika verbliebenen Unterlagen der Schutztruppen befinden sich heute in den Nationalarchiven von Tansania (Daressalam), Namibia (Windhuk) und Kamerun (Duala). Zusätzlich befinden sich im Belgischen Reichsarchiv in Brüssel Unterlagen der Schutztruppen aus Ruanda. Filme zu den Unterlagen in Windhuk und Daressalam befinden sich im Bundesarchiv in Berlin.</p>
                  <p>Ersatzüberlieferung zu den Schutztruppen und ihren Einsätzen findet sich vor allem in den Unterlagen der Kaiserlichen Marine, die in der Regel unterstützend tätig war oder bei Aufständen auch Landungskommandos stellte.</p>
                  <p>Zusätzlich ist zu verweisen auf die Überlieferung der von Bayern, Sachsen und Württemberg gestellten Kontingente zu den Schutztruppen in den jeweiligen Landesarchiven.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bestandsbeschreibung</head>
                  <p>Der Bestand enthält als Sammelbestand die Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen für Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika und Kamerun, sowie des Kommandos der Schutztruppen, soweit sie im Militärarchiv vorhanden sind.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                  <p>Bestände:</p>
                  <p>MSg 2 Selbst- und Alltagszeugnisse von Militärangehörigen sowie Sachdarstellungen zur deutschen Militärgeschichte</p>
                  <p>N 14 Nachlaß Ludwig Boell</p>
                  <p>N 38 Nachlaß Arnold von Lequis</p>
                  <p>N 85 Nachlaß Harald Pfeiffer</p>
                  <p>N 103 Nachlaß Paul von Lettow-Vorbeck</p>
                  <p>N 521 Nachlaß Karl Zimmermann</p>
                  <p>NL 30 Nachlaß Viktor Franke</p>
                  <p>PH 10 Formationen der Infanterie des Preußischen Heeres</p>
                  <p>R 151 F Kaiserliches Gouvernement in Deutsch-Südwestafrika</p>
                  <p>R 175 F Verwaltung des deutschen Schutzgebietes Kamerun</p>
                  <p>R 1001 Reichskolonialamt</p>
                  <p>R 1001 KART Reichskolonialamt Kartensammlung</p>
                  <p>R 1002 Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika</p>
                  <p>R 1003 Behörden des Schutzgebietes Deutsch-Ostafrika</p>
                  <p>RH 18 Chef der Heeresarchive</p>
                  <p>RH 61 Kriegsgeschichtliche Forschungsanstalt des Heeres</p>
                  <p>RM 2 Kaiserliches Marinekabinett</p>
                  <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                  <p>RM 5 Admiralstab der Marine</p>
                  <p>RM 8 Kriegswissenschaftliche Abteilung der Marine</p>
                  <p>RM 20 Marinekommandoamt</p>
                  <p>RM 31 Marinestation der Ostsee</p>
                  <p>RM 38 Chef des Kreuzergeschwaders</p>
                  <p>RM 121 Landstreitkräfte der Kaiserlichen Marine</p>
                  <p>Akten:</p>
                  <p>RM 31/805 Schutztruppen, 1903-1919</p>
                  <p>RM 31/809 Schutzgebiete im Allgemeinen, 1903-1913</p>
                  <p>RM 31/810 bis 813 Expedition nach Südwestafrika 1904, 1904-1916</p>
                  <p>RM 31/814 bis 815 Expedition nach Ostafrika 1905, 1905-1912</p>
                  <p>RM 31/108 Anstellung von Zahlmeisterpersonal bei der Schutztruppe in Ostafrika, 1891-1899</p>
                  <p>RM 31/109 Schutztruppen, 1900-1902</p>
                  <p>MSG 2/1357 Hoffmann, Albert: Deutsch-Ostafrika im Weltkriege. Erinnerungen an die Kämpfe gegen die Herero, ca. 1926</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Amtliche Druckschriften</head>
                  <p>- Ranglisten der Preußischen Armee (PHD 2)</p>
                  <p>- Das deutsche Kolonialblatt. Amtsblatt für die Schutzgebiete, 1890-1921</p>
                  <p>- Amtsblatt für das Schutzgebiet Kamerun. Bd.1 (1908) bis Bd.7 (1914)</p>
                  <p>- Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch- Südwestafrika Bd.1 (1910) bis Bd.6 (1915)</p>
                  <p>- Amtlicher Anzeiger für Deutsch- Ostafrika Bd.1 (1900) bis Bd.17 (1916)</p>
                  <p>- Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee. Amtliche Jahresberichte 1909/10- 1912/1</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Literatur</head>
                  <p>- Amtlicher Anzeiger für deutsch-Ostafrika Amtsblatt für das Schutzgebiet Deutsch-Südwestafrika Amtsblatt für das Schutzgebiet Kamerun</p>
                  <p>- Becker, Felicitas und Beez, Jigal (Hrsg.): Der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika 1905 - 1907. Berlin 2005</p>
                  <p>- Bley, Helmut: Kolonialherrschaft und Sozialstruktur in Deutsch-Südwestafrika 1894 - 1914. Hamburg 1968</p>
                  <p>- Das Deutsch-Ostafrika-Archiv. Inventar der Abteilung &quot;German Records&quot; im Nationalarchiv der Vereinigten Republik Tansiania, Dar-Es-Salam. 2 Bde. Berab. von Eckhardt G. Franz und Peter Geissler. Marburg 1973 (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg, Nr. 9)</p>
                  <p>- Die Kaiserliche Marine während der Wirren in China 1900 -1901. Hrsg. vom Admiralstab der Marine. Berlin 1903</p>
                  <p>- Die Kämpfe der deutschen Truppen in Südwestafrika. Aufgrund amtlichen Materials bearb. von der Kriegsgeschichtlichen Abt. I des Großen Generalstabes. 2 Bde. Berlin 1906 -1907</p>
                  <p>- Die Kämpfe des Deutschen Expeditionskorps in China und ihre militärischen Lehren. Dargestellt vom Kriegsberichterstatter E. Baron Binder-Krieglstein. Berlin 1902</p>
                  <p>- Geschichte des Ostasiatischen Eisenbahn-Bataillons. Bearb. im Auftrag der Inspektion der Verkehrstruppen. Berlin 1907</p>
                  <p>- Giehrl, Rudolf: China-Fahrt. Erlebnisse und Eindrücke von der Expedition 1900 - 1901. München 1903</p>
                  <p>- Götzen, Graf von: Deutsch-Ostafrika im Aufstand 1905/06. Berlin 1909</p>
                  <p>- Gründer, Horst: Geschichte der deutschen Kolonien. 4. Aufl. Paderborn, München 2000</p>
                  <p>- Hausen, Karin: Deutsche Kolonialherrschaft in Afrika. Wirtschaftsinteressen und Kolonialverwaltung in Kamerun vor 1914. Zürich, Freiburg i. Br. 1970</p>
                  <p>- Hoffmann, Florian: Okkupation und Militärverwaltung in Kamerun. Etablierung und Institutionalisierung des kolonialen Gewaltmonopols. Göttingen 2007</p>
                  <p>- Huber, Ernst Rudolf: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Bd. 4. Struktur und Krisen des Kaiserreichs. Berlin, Köln, Mainz 1982</p>
                  <p>- Kaulich, Udo: Die Geschichte der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (1884-1914). Eine Gesamtdarstellung. Frankfurt am Main u.a. 2001</p>
                  <p>- Lettow-Vorbeck, Paul von: Meine Erinnerungen aus Ostafrika. Leipzig 1920 Leutwein, Theodor: Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika. Berlin 1908</p>
                  <p>- Mentzel, Heinrich: Die Kämpfe in Kamerun 1914 - 1916. Vorbereitung und Verlauf. Beriin 1936 (Schriften der Kriegsgeschichtiichen Abteilung im Historischen Seminar der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin, Heft 12)</p>
                  <p>- Nigmann, Ernst: Geschichte der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. Bearb. im dienstlichen Auftrag. Berlin 1911</p>
                  <p>- Nuhn, Walter: Feind überall. Guerillakrieg in Südwest. Der große Nama-Aufstand 1904 -1908. Bonn 2000</p>
                  <p>- Nuhn, Walter: Flammen über Deutsch-Ostafrika. Der Maji-Maji-Aufstand 1905/06, die erste gemeinsame Erhebung schwarzafrikanischer Völker gegen weiße Kolonialherrschaft. Ein Beitrag zur deutschen Kolonialgeschichte. Bonn 1998</p>
                  <p>- Nuhn, Walter: Kamerun unter dem Kaiseradler. Geschichte der Erwerbung und Erschließung des ehemaligen deutschen Schutzgebietes Kamerun. Ein Beitrag zur deutschen Kolonialgeschichte. Wilhelmshaven 1995</p>
                  <p>- Nuhn, Walter: Kolonialpolitik und Marine. Die Rolle der Kaiserlichen Marine bei der Gründung und Sicherung des deutschen Kolonialreiches 1884 -1914. Bonn 2002</p>
                  <p>- Nuhn, Watter: Sturm über Südwest. Der Hereroaufstand von 1904. Ein düsteres Kapitel der deutschen kolonialen Vergangenheit Namibias. Koblenz 1989</p>
                  <p>- Oelhafen, H. von: Feldzug in Südwest 1914 -1915. Berlin 1923 Puttkamer, Jesco von: Gouverneursjahre in Kamerun 1912</p>
                  <p>- Pesek, Michael: Koloniale Herrschaft in Deutsch-Ostafrika. Expeditionen, Militär und Verwaltung seit 1880. Frankfurt a.M. 2005</p>
                  <p>- Quellen zur Geschichte Afrikas südlich der Sahara in den Archiven der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg. vom Internationalen Archivrat. Zug 1970</p>
                  <p>- Röhr, Gustav: Die Feldspurbahnen Südwestafrikas. Krefeld 1967</p>
                  <p>- Scheibert, J.: Der Krieg in China 1901 -1901. Berlin 1909</p>
                  <p>- Schnee, Heinrich: Als letzter Gouverneur in Deutsch-Ostafrika. Heidelberg 1964</p>
                  <p>- Schnee, Heinrich: Deutsch-Ostafrika im Weltkrieg. Leipzig 1920</p>
                  <p>- Seifert, Karl-Dieter: Deutsche Flieger über den Kolonien. Zweibrücken 2007</p>
                  <p>- Strizek, Helmut: Geschenkte Kolonien. Ruanda und Burundi unter deutscher Herrschaft. Berlin 2006</p>
                  <p>- Sudholt, Gerd: Die deutsche Eingeborenenpolitik in Südwestafrika. Hildesheim, New York 1975</p>
                  <p>- Westphal, Wilfried: Geschichte der deutschen Kolonien. München 1984</p>
                  <p>- Zimmerer, Jürgen: Deutsche Herrschaft über Afrikaner. Staatlicher Machtanspruch und Wirklichkeit im kolonialen Namibia. Hamburg 2001 (Europa - Übersee, Bd. 10)</p>
                  <p>- Zimmerer, Jürgen und Zeller, Joachim (Hrsg.): Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen. Berlin 2004</p>
                  <p>- Abermeth, Katharina. Heinrich Schnee. Karrierewege und Erfahrungswelten eines deutschen Kolonialbeamten. Kiel 2017.</p>
                </relatedmaterial>
                <scopecontent>
                  <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                  <p>Nachdem das Deutsche Reich in den ersten Jahren seines Bestehens aus außenpolitischen Erwägungen auf eine aktive Kolonialpolitik verzichtet hatte, änderte sich dies ab 1884.</p>
                  <p>Es entstanden die formell als &quot;Schutzgebiete&quot; bezeichneten Kolonien Deutsch-Südwestafrika, Togo, Kamerun, Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Samoa.</p>
                  <p>Die in der Folgezeit eingerichteten Gouvernements dieser Schutzgebiete unterstanden zunächst der Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt und schließlich dem hieraus erwachsenen Reichskolonialamt. Das 1898 erworbene Pachtgebiet Kiautschou in China unterstand dem Reichsmarineamt.</p>
                  <p>Von Anfang an bestand die Notwendigkeit, in den Kolonien die Interessen des Reiches auch mit militärischer Gewalt durchsetzen und wahren zu können. In der Anfangsphase wurde diese Aufgabe von Schiffen und Landungskommandos der Kaiserlichen Marine wahrgenommen. In den deutschen Südsee-Kolonien blieb dies so auch bis zuletzt.</p>
                  <p>In den afrikanischen Kolonien kam es zu einer eigenen Entwicklung. In Deutsch-Südwestafrika entstand 1889 eine Truppe aus deutschen Freiwilligen mit vertraglicher Bindung unter einem aktiven Offizier (Hauptmann Curt von François), die zunächst nur polizeiliche Aufgaben wahrnehmen sollte. In Deutsch-Ostafrika stellte der Reichskommissar Hauptmann Herrmann Wissmann 1889 zur Niederschlagung des 1888 ausgebrochenen &quot;Araber-Aufstandes&quot; eine Truppe aus angeworbenen Afrikanern auf.</p>
                  <p>Mit Gesetz vom 22. März 1891 wurde schließlich die &quot;Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika&quot; aus Freiwilligen des Heeres und der Marine sowie angeworbenen Freiwilligen gebildet, es folgten mit Gesetz vom 9. Juni 1895 die &quot;Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika&quot; und die &quot;Schutztruppe für Kamerun&quot;. Eine Schutztruppe für Togo war zeitweise in Planung, wurde jedoch nicht gebildet, ebensowenig wie es Schutztruppen für Deutsch-Neuguinea oder Samoa gab. Dort entstanden lediglich Polizeitruppen.</p>
                  <p>In den jeweiligen Schutzgebieten hatte der Gouverneur die höchste militärische Gewalt inne, der Kommandeur der Schutztruppe war ihm unterstellt. Den Schutztruppen oblag die Aufrechterhaltung von Sicherheit und öffentlicher Ordnung. Phasenweise waren die einzelnen Schutztruppen ausschließlich mit der Niederschlagung von Aufständen der eingeborenen Bevölkerung beschäftigt. Hierfür wurden zum Teil erhebliche personelle Verstärkungen aus Deutschland herangeführt.</p>
                  <p>Die Schutztruppen wurden zunächst durch das Reichsmarineamt geführt. Mit dem &quot;Gesetz betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen in den Afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst&quot; vom 18. Juli 1896 wurden die Schutztruppen dem Reichskanzler unterstellt, wahrgenommen durch die Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt. In der Kolonialabteilung war zuständig die Abteilung M - Militärverwaltung (Kommando, bzw. Oberkommando der Schutztruppen). Die organisatorische Betreuung übernahm das Preußische Kriegsministerium (Armeeabteilung). Die Kommandoangelegenheiten wurden durch den Direktor der Kolonialabteilung wahrgenommen, mit der Abteilung M als seinem militärischen Stab. Mit Errichtung des Reichskolonialamtes durch Allerhöchsten Erlaß vom 17. Mai 1907 wurde diesem das Kommando der Schutztruppen unterstellt, nunmehr als militärischer Führungsstab mit verantwortlicher Kommandogewalt.</p>
                  <p>Wie die Marine unterstanden die Schutztruppen dem Oberbefehl des Kaisers. Ihre Angehörigen waren Freiwillige des Heeres (bzw. der Armeen Preußens, Bayerns, Sachsens und Württembergs) und der Marine, die für die Zeit ihres Dienstes in den Schutztruppen aus der jeweiligen Armee oder der Marine ausschieden und danach wieder dorthin zurückkehrten.</p>
                  <p>Die männliche deutsche Bevölkerung in den Schutzgebieten unterlag der Wehrpflicht. Dieser konnten die Wehrpflichtigen in den Schutztruppen nachkommen.</p>
                  <p>Die Schutztruppen umfaßten 1913 die folgenden Personalstärken:</p>
                  <p>- Kommando der Schutztruppen in Berlin: 80 Mann</p>
                  <p>- Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 2758 Mann (266 Deutsche, 2492 Eingeborene)</p>
                  <p>- Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika: 1970 Mann (Deutsche)</p>
                  <p>- Schutztruppe für Kamerun: 1471 Mann (171 Deutsche, 1300 Eingeborene)</p>
                  <p>Während des Herero-Aufstandes lag die Personalstärke der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika 1907 bei ca. 15.000 Mann.</p>
                  <p>Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges traf die deutschen Kolonien unvorbereitet. Verteidigungsmaßnahmen gegenüber anderen Kolonialmächten waren nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden, die Reichsregierung war davon ausgegangen, daß im Falle einer europäischen Auseinandersetzung die Kolonien gemäß der Vereinbarungen in der Kongoakte von 1885 aus den Kämpfen herausgehalten werden könnten, trotz mahnender Stimmen aus den Kolonien selbst. Am 1. August 1914 wurde daher in den Schutzgebieten zunächst nur der Ausnahmezustand verhängt. Erst Mitte August 1914 wurde in den Schutzgebieten mobil gemacht, doch waren die dortigen bewaffneten Verbände (Schutztruppen, Polizeitruppen, anwesende Marineeinheiten) letztlich gegenüber den zahlen- und materialmäßig weit überlegenen Gegnern ohne Chancen. Es gingen, zum Teil nach heftigen Kämpfen, zum Teil aber auch kampflos, verloren:</p>
                  <p>- am 27. August 1914 Togo</p>
                  <p>- am 7. September 1914 Samoa</p>
                  <p>- am 17. September 1914 Deutsch-Neuguinea</p>
                  <p>- am 9. Juli 1915 Deutsch-Südwestafrika</p>
                  <p>- im Februar 1916 Kamerun</p>
                  <p>Das der Marine unterstehende Pachtgebiet Kiautschou hatte nach schweren Kämpfen am 7. November 1914 kapituliert. Einzig in Deutsch-Ostafrika konnte sich die Schutztruppe bis zuletzt halten und dadurch erhebliche gegnerische Kräfte binden. Ihr Kommandeur, Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck, legte erst auf Befehl aus Berlin am 25. November 1918 die Waffen nieder.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bearbeitungshinweis</head>
                  <p>Der Bestand RW 51 war ursprünglich angelegt als Bestand für die &quot;kaiserlichen Schutztruppen und sonstigen deutschen Landstreitkräften in Übersee&quot; und umfaßte 29 AE. Im Jahr 2010 wurden die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps herausgezogen und bildeten mit entsprechenden Neuzugängen den neu angelegten Bestand RW 61. Der Bestand RW 51 umfaßt seither ausschließlich Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen und wurde in der Folge grundlegend überarbeitet und tiefer erschlossen. Einige Neuzugänge kamen hinzu.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Fremde Archive</head>
                  <p>Staatsarchiv Südwestafrika, Nationalarchiv Tansania</p>
                </relatedmaterial>
              </c>
              <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 61</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Ostasiatisches Expeditionskorps und Ostasiatische Besatzungsbrigade</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1900-01-01/1918-12-31">1900-1918</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>27 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
                </did>
                <otherfindaid>
                  <p>
                    <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_90a35dbd-37d0-431f-9b33-2323aa44ba2a"/>
                  </p>
                </otherfindaid>
                <scopecontent>
                  <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                  <p>Der Bestand enthält kaum echte Sachakten. Er besteht vor allem aus mehreren Heften deutsch-chinesisches Ortsnamen-Glossar. Erwähnenswert ist eine Druckschrift zu den Standorten Langfang, Yangtsun, Tangku und Schanghaikwan mit zahlreichen Abbildungen.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                  <p>Die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps und der Ostasiatischen Besatzungsbrigade müssen im wesentlichen als beim Brand des Heeresarchivs 1945 verloren angesehen werden. Es sind lediglich zufällig erhalten gebliebene Stücke überliefert. Diese wurden durch Unterlagen aus dem Umfeld der beiden Verbände, den Niederlassungen in Tientsin, Hankou und Peking ergänzt.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bestandsbeschreibung</head>
                  <p>Der Bestand enthält die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps und der Ostasiatischen Besatzungsbrigade, soweit sie im Militärarchiv vorhanden sind.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                  <p>Bestände:</p>
                  <p>RM 121 Landstreitkräfte der Kaiserlichen Marine; hier: zahlreiche Akten zum Einsatz der Marineinfanterie in Ostasien 1900/01</p>
                  <p>N 151 Nachlaß Richelot</p>
                  <p>N 182 Nachlaß Waldersee</p>
                  <p>Akten:</p>
                  <p>Pers 8/704 Militärpaß eines Soldaten des 1. Ostasiatischen Infanterie-Regiments</p>
                  <p>PH 2/210 Namentliches Verzeichnis der beim Boxeraufstand in China 1901 gefallenen deutschen Offiziere, Beamten und Mannschaften der Kolonialtruppen (1911)</p>
                  <p>PH 2/248 Ostasiatische Besatzungs-Brigade.- Bestimmungen für die Heimreise und Aufnahme von Angehörigen der Ostasiatischen Besatzungs-Brigade (1901)</p>
                  <p>PH 2/318 Allgemeines Kriegsdepartement.- Kommission zur Beratung der auf Grund der bei der Expedition nach Ostasien gesammelter Erfahrungen zu treffenden Maßnahmen (1901)</p>
                  <p>PH 2/523 Armeeverordnungsblätter (Nr. 26 vom 29.8.1901; Nr. 30 vom 6.10.1902) über die Kriegsdienstzeit in Ostasien, Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika und Kamerun</p>
                  <p>PH 2/524 Übersicht über die Toten und Vermißten des Ostasiatischen Expeditionskorps (1900-1904)</p>
                  <p>PH 2/525 Verzeichnis der an das Zentralnachweiseamt abgegebenen Ostasien betreffenden Kriegsranglisten und Stammrollen (1900-1909)</p>
                  <p>PH 2/1385 Oberstleutnant a.D. R. Wagner: &quot;Bemerkungen betreffend den Feldzug nach Peking&quot; (14. Juli 1900)</p>
                  <p>PH 32/62 Journal für den katholischen Feldgeistlichen der Ostasiatischen Besatzungsbrigade (1901-1903)</p>
                  <p>PH 32/63 Expeditionskorps nach China (1900-1907)</p>
                  <p>RH 18/1856 Kaiser Wilhelm II. an das Kommando des Ostasiatischen Expeditionskorps: Bekanntmachung der Ernennung Alfred Graf von Waldersees zum Oberbefehlshaber der alliierten Truppen in Ostasien mit Einverständnis des Zaren (1900)</p>
                  <p>RH 18/1857 Kaiser Wilhelm II. an das Kommando des Ostasiatischen Expeditionskorps: Unterstellung der übrigen alliierten Truppen unter Alfred Graf von Waldersee (1900)</p>
                  <p>RH 18/1865 Kaiser Wilhelm II. an Alfred Graf von Waldersee, Kommandeur des Ostasiatischen Expeditionskorps: Autorisation zur Veröffentlichung zweier Erklärungen über den Kriegszustand im Gebiet von Kiautschou (1900)</p>
                  <p>MSg 2 Tagebücher und Korrespondez von Expeditionsteilnehmern im Original (MSg 2/1417, 5196, 5196a, 5646, 9672, 10299, 10300, 11413, 14686, 18769) und in Abschrift oder späteren Darstellungen (MSg 2/7430, 7832, 10004, 11856, 188861)</p>
                  <p>Bibliothek:</p>
                  <p>M IV 57 Deutsche Besatzungs-Brigade in China (Hrsg.): Gesammelte Denkschriften mit Photographien und Beilagen über die deutschen Posten Langfang, Yangtsun, Tangku, Schanghaikwan. Tientsin 1906</p>
                  <p>M IV 58 Fotoalbum „Ost-Asien 1900 - 1902&quot;</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Literatur</head>
                  <p>- Admiralstab der Marine (Hrsg.): Die Kaiserliche Marine während der Wirren in China 1900 - 1901. Berlin 1903</p>
                  <p>- Borne, von der: Ein Jahr als Feldjäger beim Armee-Ober-Kommando in Ostasien. Nach Tagebuchnotizen der Leutnants Pogge, Wallmann und Graf Wintzigerode sowie nach eigenen Aufzeichnungen. Neudamm 1902</p>
                  <p>- Deutschland in China 1900 - 1901. Bearbeitet von Teilnehmern an der Expedition. Düsseldorf 1902</p>
                  <p>- Ham, Claudia und Ortner, M. Christian (Hrsg.): Mit S.M.S. Zenta in China. „Mich hatte auch diesmal der Tod nicht gewollt...&quot;. Aus dem Tagebuch eines k.u.k. Matrosen während des Boxeraufstandes. Wien 2000</p>
                  <p>- Hubatsch, Walther (Hrsg.): Emil von Lessel Generalleutnant a.D. - Böhmen, Frankreich, China 1866 - 1901. Erinnerungen eines preußischen Offiziers. Köln, Berlin 1981</p>
                  <p>- Leutner, Mechthild und Mühlhahn, Klaus (Hrsg.): Kolonialkrieg in China. Die Niederschlagung der Boxerbewegung 1900 - 1901. Berlin 2007</p>
                  <p>- Matuschka, Edgar Graf von: Organisationsgeschichte des Heeres 1890 bis 1918; darin: Das Ostasiatische Expeditionskorps und die Ostasiatische Besatzungs-Brigade. in: MGFA (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte 1648 - 1939. Band 3, Abschnitt V: Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (1890 - 1918). München 1979</p>
                  <p>- Meisner, Heinrich Otto: Denkwürdigkeiten des General-Feldmarschalls Alfred Grafen von Waldersee. 3. Band: 1900 - 1904. Stuttgart, Berlin 1923</p>
                  <p>- Mohs, Hans: General-Feldmarschall Alfred Graf von Waldersee in seinem militärischen Wirken. 2. Band: 1882 - 1904. Berlin 1929</p>
                  <p>- Müller, Alfred von: Unsere Marine in China. Eingehende Darstellung der Thätigkeit unserer Marine und der Seebataillone im ersten Abschnitt der „China-Wirren&quot;. Berlin 1901</p>
                  <p>- Ottmann, Marlis (Hrsg.): Heinrich Haslinde - Tagebuch aus China 1900 - 1901. München 1990</p>
                  <p>- Scheibert, J.: Der Krieg in China 1900 - 1901 nebst Beschreibung des Landes, seiner Sitten und Gebräuche. Berlin 1909</p>
                  <p>- Wünsche, Dietlind: Feldpostbriefe aus China. Wahrnehmungs- und Deutungsmuster deutscher Soldaten zur Zeit des Boxeraufstandes 1900/1901. Berlin 2008</p>
                </relatedmaterial>
                <scopecontent>
                  <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                  <p>Am 14. November 1897 hatte das Deutsche Reich den chinesischen Hafenort Tsingtau besetzt und in einem Vertrag mit dem Kaiserreich China vom 6. März 1898 ein Gebiet von 550 km² mit Tsingtau als Zentrum für 99 Jahre gepachtet - das Schutzgebiet Kiautschou. Die Provinz Schantung, zu der das gepachtete Gebiet eigentlich gehörte wurde zum deutschen Interessengebiet und zur neutralen Zone deklariert. In diesem Gebiet erhielt das Reich Konzessionen zum Bau und Unterhalt von Bahnlinien und Bergwerken. Doch bereits seit dem 30. Oktober 1895 hatte das Deutsche Reich das Recht, in den seit 1859/60 bestehenden internationalen Vertragshäfen Tientsin und Hankou Niederlassungen einzurichten. Und natürlich unterhielt das Reich wie die anderen Großmächte und sonst im Chinahandel engagierten Staaten auch eine Gesandschaft in Peking. Deutsche Missionen wirkten zudem im Innern Chinas, ebenso deutsche Kaufleute, insbesondere auch in Shanghai. Das Deutsche Reich war daher tatsächlich stark in China engagiert und es sah sich auch selbst so.</p>
                  <p>Vor diesem Hintergrund wurden die ab Ende 1899 entstandenen und schnell immer gravierender werdenden fremdenfeindlichen Unruhen in China in Deutschland als Bedrohung empfunden. Die Regentin, Kaiserinwitwe Cixi, blieb in ihren Maßnahmen gegen die &quot;in Rechtschaffenheit vereinigten Faustkämpfer&quot;, von den Kolonialmächten kurz als &quot;Boxer&quot; bezeichnet, zunächst uneindeutig, Einheiten der kaiserlich chinesischen Armee verbündeten sich zum Teil mit ihnen. Der Aufstand nahm ab Januar 1900 weiter zu, es kam zu ausufernden Gewaltakten gegen chinesische Christen und Ausländer. Ab Mai 1900 waren die ausländischen Gesandschaften in Peking von Aufständischen bedroht, die Bahnlinien von Peking an die Küste wurden angegriffen. Die Gesandschaften forderten daher militärische Unterstützung an. Das Deutsche Reich sandte noch im Mai 1900 ein Kontingent des in Tsingtau stationierten III. Seebataillons nach Peking, zwei weitere Kompanien wurden nach Tientsin beordert, das Kreuzergeschwader verlegte auf die Reede vor den Taku-Forts an der Mündung des Flusses Peiho.</p>
                  <p>Die Situation in Peking verschärfte sich derweil weiter, weitere Truppen waren nötig. Die in China befindlichen Truppen der Kolonialmächte bildeten im Juni 1900 ein Expeditionskorps unter Führung des britischen Admirals Seymour (2066 Mann). Dieses wurde jedoch Mitte Juni von chinesischen Truppen (Boxer und reguläre Armee) aufgehalten und mußte umkehren. Die Ausländer und chinesischen Christen in Peking hatten sich mittlerweile im Gesandschaftsviertel verbarrikadiert und waren von der Außenwelt abgeschnitten. Die alliierten Kolonialmächte (USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn, Rußland, Japan) stürmten am 17. Juni die Taku-Forts, die chinesische Regierung forderte am 19. Juni alle Ausländer ultimativ zum Verlassen Chinas auf. Am 20. Juni wurde der deutsche Gesandte, Freiherr Clemens von Ketteler in Peking ermordet. Mit Edikt vom 21. Juni erklärte China faktisch den Alliierten den Krieg, was jedoch von diesen nicht erwidert wurde. Die alliierten Truppen zogen sich Ende Juni 1900 nach Tientsin zurück.</p>
                  <p>In Deutschland wurde am 25. Juni aus den Angehörigen der Marine-Infanterie ein Marine-Expeditionskorps von 2528 Mann (unter Generalmajor von Hoepfner) gebildet. Zudem erging am 3. Juli der Befehl zur Aufstellung eines Expeditionskorps aus Freiwilligen des Heeres (unter Generalleutnant von Lessel). Mit Eintreffen in China übernahm Lessel gemäß entsprechendem Befehl vom 27. Juli auch den Oberbefehl über das Marine-Expeditionskorps und über alle anderen an Land eingesetzten Marineeinheiten.. Die Alliierten hatten sich zwischenzeitlich auf die Bildung eines internationalen Expeditionskorps geeinigt, den Oberbefehlshaber sollte Deutschland stellen. Am 12. August 1900 wurde der ehemalige Chef des Großen Generalstabes, Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee zum Oberbefehlshaber der internationalen Streitmacht, die schließlich 64.000 Mann umfaßte, ernannt. Als Stab diente Waldersee das &quot;Armeeoberkommando Ostasien&quot;. Das Ostasiatische Expeditionskorps ging mit seinen ersten Teilen am 27. Juli in Bremerhaven in See, bei ihrer Verabschiedung hielt Kaiser Wilhelm II. die bekanntgewordene &quot;Hunnenrede&quot;. Das Deutsche Reich stellte mit den 19.093 Mann seines Ostasiatischen Expeditionskorps unter Generalleutnant von Lessel fast ein Drittel der internationalen Streitmacht.</p>
                  <p>Gliederung des Ostasiatischen Expeditionskorps:</p>
                  <p>3 Infanterie-Brigaden zu 2 Infanterie-Regimentern mit je 9 Kompanien</p>
                  <p>1 Jäger-Kompanie</p>
                  <p>1 Reiter-Regiment zu 4 Eskadrons</p>
                  <p>1 Feldartillerie-Regiment zu 3 Abteilungen mit insgesamt 8 Batterien</p>
                  <p>2 leichte Munitionskolonnen</p>
                  <p>1 Bataillon schwere Feldhaubitzen mit 2 Batterien</p>
                  <p>1 Pionier-Bataillon zu 3 Kompanien</p>
                  <p>1 Eisenbahn-Bataillon zu 3 Kompanien</p>
                  <p>1 Korps-Telegraphen-Abteilung</p>
                  <p>1 Sanitäts-Kompanie</p>
                  <p>1 Munitionskolonnen-Abteilung mit 7 Munitionskolonnen</p>
                  <p>1 Kommando des Trains mit 3 Proviantkolonnen, 1 Feldbäckereikompanie, 6 Feldlazaretten</p>
                  <p>1 Etappenkommando mit 1 Pferde-Depot, 1 Lazarett-Depot, 1 Etappen-Munitionskolonne, Personal für 3 Kriegslazarette und ein Lazarettschiff, mehrere Versorgungsstellen</p>
                  <p>Bereits am 4. August waren die in Tientsin versammelten alliierten Truppen (etwa 20.000 Mann) erneut losgezogen und konnten sich diesmal bis Peking durchkämpfen. Am 14. August wurde Peking eingenommen und anschließend drei Tage lang geplündert. Die chinesiche Regierung flüchtete in den Süden.</p>
                  <p>Als die internationalen Truppen unter Waldersee in China eintrafen war die Situation im wesentlichen bereinigt, Peking und Tientsin waren entsetzt. Es folgten nun zahlreiche &quot;Strafexpeditionen&quot; zur endgültigen Vernichtung der Boxer, an denen auch das Ostasiatische Expeditionskorps intensiv beteiligt war. Das alliierte Vorgehen war dabei geprägt durch übergroße Brutalität und zahlreiche Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung. Am 10. Januar 1901 akzeptierte die Regentin die Bedingungen der Alliierten, festgelegt in dem am 7. September 1901 unterzeichneten &quot;Boxer-Protokoll&quot;. Das Ostasiatische Expeditionskorps wurde am 17. Mai 1901 aufgelöst und in die Ostasiatische Besatzungsbrigade umgewandelt, die in den Standorten Peking, Tientsin, Langfang, Yangtsun, Tangku und Schanghaikwan stationiert war.</p>
                  <p>Gliederung der Ostasiatischen Besatzungsbrigade:</p>
                  <p>1 Kommandostab mit Verwaltungsbehörden</p>
                  <p>2 Infanterie-Regimenter mit je 6 Kompanien, davon 1 Kompanie beritten</p>
                  <p>1 Eskadron Jäger zu Pferde</p>
                  <p>1 Feldbatterie</p>
                  <p>1 Pionier-Kompanie mit Telegraphen-Detachement</p>
                  <p>1 Feldlazarett</p>
                  <p>Die Ostasiatische Besatzungsbrigade wurde am 1. Mai und am 11. Dezember 1902 weiter verkleinert und umgegliedert. Am 6. März 1906 wurde auch die Ostasiatische Besatzungsbrigade aufgelöst und durch ein Detachement in Bataillonsstärke ersetzt. Dieses wurde am 5. April 1909 durch eine Einheit der Marine-Infanterie ersetzt, wobei sich die Abwicklung bis in das Jahr 1910 hinzog.</p>
                  <p>Organisatorisch zuständig war die Ostasiatische Abteilung im Preußischen Kriegsministerium (Bestand PH 2).</p>
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                <scopecontent>
                  <head>Bearbeitungshinweis</head>
                  <p>Der Bestand umfaßte zunächst nur drei AE, die zusammen mit den wenigen Akten der Schutztruppen den Bestand RW 51 Kaiserliche Schutztruppen und sonstige Streitkräfte in Übersee bildeten. Im Jahr 2008 kamen neun weitere AE unterschiedlicher Herkunft hinzu und es wurde nun ein eigener Bestand RW 61 gebildet. Der Bestand wurde im Februar 2010 erschlossen.</p>
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                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 63</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Armeeoberkommando in Ostasien</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1900-01-01/1901-12-31">1900-1901</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>9 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
                </did>
                <otherfindaid>
                  <p>
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                <scopecontent>
                  <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                  <p>Der Bestand umfaßt im wesentlichen Berichte des Oberstabsarztes Dr. Müller, dazu einige wenige Briefe.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bestandsbeschreibung</head>
                  <p>Die Unterlagen des Armeeoberkommandos in Ostasien müssen als verloren angesehen werden. Die seinerzeit im Heeresarchiv befindliche Überlieferung ist mit diesem beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 untergegangen. Der Bestand RW 63 enthält daher lediglich zufällig an anderer Stelle erhalten gebliebene Schriftgutsplitter.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                  <p>RW 61 Ostasiatisches Expeditionskorps und Ostasiatische Besatzungsbrigade</p>
                  <p>N 182 Waldersee, Grafen von</p>
                  <p>MSg 2 Selbst- und Alltagszeugnisse von Militärangehörigen sowie Sachdarstellungen zur deutschen Militärgeschichte</p>
                </relatedmaterial>
                <scopecontent>
                  <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                  <p>Am 14. November 1897 hatte das Deutsche Reich den chinesischen Hafenort Tsingtau besetzt und in einem Vertrag mit dem Kaiserreich China vom 6. März 1898 ein Gebiet von 550 km² mit Tsingtau als Zentrum für 99 Jahre gepachtet - das Schutzgebiet Kiautschou. Die Provinz Schantung, zu der das gepachtete Gebiet eigentlich gehörte wurde zum deutschen Interessengebiet und zur neutralen Zone deklariert. In diesem Gebiet erhielt das Reich Konzessionen zum Bau und Unterhalt von Bahnlinien und Bergwerken. Doch bereits seit dem 30. Oktober 1895 hatte das Deutsche Reich das Recht, in den seit 1859/60 bestehenden internationalen Vertragshäfen Tientsin und Hankou Niederlassungen einzurichten. Und natürlich unterhielt das Reich wie die anderen Großmächte und sonst im Chinahandel engagierten Staaten auch eine Gesandschaft in Peking. Deutsche Missionen wirkten zudem im Innern Chinas, ebenso deutsche Kaufleute, insbesondere auch in Shanghai. Das Deutsche Reich war daher tatsächlich stark in China engagiert und es sah sich auch selbst so.</p>
                  <p>Vor diesem Hintergrund wurden die ab Ende 1899 entstandenen und schnell immer gravierender werdenden fremdenfeindlichen Unruhen in China in Deutschland als Bedrohung empfunden. Die Regentin, Kaiserinwitwe Cixi, blieb in ihren Maßnahmen gegen die &quot;in Rechtschaffenheit vereinigten Faustkämpfer&quot;, von den Kolonialmächten kurz als &quot;Boxer&quot; bezeichnet, zunächst uneindeutig, Einheiten der kaiserlich chinesischen Armee verbündeten sich zum Teil mit ihnen. Der Aufstand nahm ab Januar 1900 weiter zu, es kam zu ausufernden Gewaltakten gegen chinesische Christen und Ausländer. Ab Mai 1900 waren die ausländischen Gesandschaften in Peking von Aufständischen bedroht, die Bahnlinien von Peking an die Küste wurden angegriffen. Die Gesandschaften forderten daher militärische Unterstützung an. Das Deutsche Reich sandte noch im Mai 1900 ein Kontingent des in Tsingtau stationierten III. Seebataillons nach Peking, zwei weitere Kompanien wurden nach Tientsin beordert, das Kreuzergeschwader verlegte auf die Reede vor den Taku-Forts an der Mündung des Flusses Peiho.</p>
                  <p>Die Situation in Peking verschärfte sich derweil weiter, weitere Truppen waren nötig. Die in China befindlichen Truppen der Kolonialmächte bildeten im Juni 1900 ein Expeditionskorps unter Führung des britischen Admirals Seymour (2066 Mann). Dieses wurde jedoch Mitte Juni von chinesischen Truppen (Boxer und reguläre Armee) aufgehalten und mußte umkehren. Die Ausländer und chinesischen Christen in Peking hatten sich mittlerweile im Gesandschaftsviertel verbarrikadiert und waren von der Außenwelt abgeschnitten. Die alliierten Kolonialmächte (USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Österreich-Ungarn, Rußland, Japan) stürmten am 17. Juni die Taku-Forts, die chinesische Regierung forderte am 19. Juni alle Ausländer ultimativ zum Verlassen Chinas auf. Am 20. Juni wurde der deutsche Gesandte, Freiherr Clemens von Ketteler in Peking ermordet. Mit Edikt vom 21. Juni erklärte China faktisch den Alliierten den Krieg, was jedoch von diesen nicht erwidert wurde. Die alliierten Truppen zogen sich Ende Juni 1900 nach Tientsin zurück.</p>
                  <p>In Deutschland wurde am 25. Juni aus den Angehörigen der Marine-Infanterie ein Marine-Expeditionskorps von 2528 Mann (unter Generalmajor von Höpfner) gebildet. Zudem erging am 3. Juli der Befehl zur Aufstellung eines Expeditionskorps aus Freiwilligen des Heeres (unter Generalleutnant von Lessel). Die Alliierten hatten sich auf die Bildung eines internationalen Expeditionskorps geeinigt, den Oberbefehlshaber sollte Deutschland stellen. Am 12. August 1900 wurde der ehemalige Chef des Großen Generalstabes, Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee zum Oberbefehlshaber der internationalen Streitmacht, die schließlich 64.000 Mann umfaßte, ernannt. Als Stab diente Waldersee das &quot;Armeeoberkommando Ostasien&quot;. Das Ostasiatische Expeditionskorps ging mit seinen ersten Teilen am 27. Juli in Bremerhaven in See, bei ihrer Verabschiedung hielt Kaiser Wilhelm II. die bekanntgewordene &quot;Hunnenrede&quot;. Das Deutsche Reich stellte mit den 19.093 Mann seines Ostasiatischen Expeditionskorps unter Generalleutnant von Lessel fast ein Drittel der internationalen Streitmacht.</p>
                </scopecontent>
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                <unittitle>Freikorps und sonstige Freiwilligen-Verbände 1918-1921</unittitle>
              </did>
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                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">PH 26</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Freikorps und Einwohnerwehren</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1918-01-01/1921-12-31">1918-1921</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>47 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <extent>0,6 lfm</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
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                  <p>
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                <scopecontent>
                  <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                  <p>Der Schriftgutbestand der Nachkriegsformationen enthält einige Kriegstagebücher, u.a. aus den Kämpfen in Oberschlesien, Berichte vom Einsatz einzelner Truppenteile insbesondere im Ruhrgebiet und in Bremen, vervielfältigte Befehle und Anordnungen aus den Nachkriegsunruhen vor allem in Berlin, sowie vereinzelte Organisationsunterlagen und Karten.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Vorarchivische Ordnung</head>
                  <p>Der größte Teil der Unterlagen ist 1945 durch den Brand des Heeresarchivs in Potsdam verlorengegangen. Erhalten geblieben sind nur wenige Aktenreste einzelner Formationen, die in alphabetischer Reihenfolge der Formationsbezeichnungen verzeichnet wurden.</p>
                </scopecontent>
                <scopecontent>
                  <head>Bestandsbeschreibung</head>
                  <p>Trotz der Demobilmachung des Feldheeres nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurden Truppen im Baltikum und im Reichsgebiet vor allem zur Bekämpfung von Unruhen und Aufständen eingesetzt. Hierzu wurden Freiwilligenformationen (Freikorps) aufgestellt, die bis zur Unterzeichnung des Versailler Vertrages der Obersten Heeresleitung, dann der Reichsführung unterstanden. Nach der Stabilisierung der Weimarer Republik wurden sie aufgelöst.</p>
                  <p>Ins Bundesarchiv sind nur einige Reste von Kriegstagebüchern, u.a. aus den Kämpfen in Oberschlesien, Berichte vom Einsatz einzelner Truppenteile, z.B. im Ruhrgebiet und in Bremen, vervielfältigte Anordnungen und Befehle aus den Unruhen vor allem in Berlin, Organisationsunterlagen und Karten gelangt.</p>
                </scopecontent>
                <relatedmaterial>
                  <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                  <p>PH 3 Großer Generalstab</p>
                  <p>PH 5 Oberkommandos</p>
                  <p>PH 7 Stellvertretende Generalkommandos</p>
                  <p>RH 69 Verbände und Truppenteile der vorläufigen Reichswehr und des Übergangsheeres</p>
                  <p>RM 3 Reichsmarineamt</p>
                  <p>RM 33 /500 Unterlagen der Brigade Erhardt</p>
                  <p>Unterlagen der Marinebrigaden , des Grenz- und Heimatschutzes und der Freiwilligenformationen in den Schriftgutbeständen der Marine</p>
                  <p>Nachlässe (N)</p>
                  <p>Militärgeschichtliche Sammlungen (MSg)</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Amtliche Druckschriften</head>
                  <p>PHD 25 Formationen und Dienststellen der Reichswehr</p>
                </relatedmaterial>
                <relatedmaterial>
                  <head>Literatur</head>
                  <p>Darstellungen aus den Nachkriegskämpfen deutscher Truppen und Freikorps. Bd. 1-9. Bearb. und hrsg. von der Forschungsanstalt für Kriegs- und Heeresgeschichte. Berlin 1936-1943</p>
                  <p>Illustrierte Geschichte der deutschen Revolution. Berlin 1929</p>
                  <p>Das Buch vom deutschen Freikorpskämpfer. Hrsg. im Auftrag der Freikorpszeitschrift &quot;Der Reiter gen Osten&quot; von Ernst von Salomon. Berlin 1938</p>
                  <p>Noske, Gustav: Von Kiel bis Kapp. Geschichte der deutschen Revolution. Berlin 1920</p>
                  <p>Noske, Gustav: Erlebtes aus Aufstieg und Niedergang einer Demokratie. Offenbach 1947</p>
                  <p>Meyer, Georg: Bibliographie zur deutschen Revolution 1918/19. Göttingen 1977</p>
                  <p>Oertzen, Friedrich, Wilhelm v.: Die deutschen Freikorps 1918-1923. München 1936</p>
                  <p>Schmidt-Pauli, Edgar v.: Geschichte der Freikorps 1918-1924. Stuttgart 1936</p>
                  <p>Schulze, Hagen: Freikorps und Republik. Boppard 1969</p>
                  <p>Kuron, Hans Jürgen: Freikorps und Bund Oberland. Erlangen 1960</p>
                  <p>Bremer, Volker: Der Übergang von der Kaiserlichen Armee zur Reichswehr in Ostpreußen 1918-1920. Darmstadt 1974</p>
                  <p>Venner Dominique v.: Söldner ohne Sold. Wien, Berlin 1974</p>
                  <p>Ritter, Gerhard: Die deutsche Revolution 1918-1919. Hamburg 1968</p>
                  <p>Koch, Hansjoachim W.: Der deutsche Bürgerkrieg. Eine Geschichte der deutschen und österreichischen Freikorps 1918-1923. Berlin, Frankfurt, Wien 1978</p>
                  <p>Wette, Wolfram: Gustav Noske. Eine politische Biographie. Düsseldorf 1987</p>
                  <p>Tilch, Stefan: Der Einsatz der Freikorps im Baltikum 1918/19. Neubiberg 1994.</p>
                  <p>Keller, Peter: &quot;Die Wehrmacht der Deutschen Republik ist die Reichswehr&quot;. Die deutsche Armee 1918 - 1921. Paderborn 2014.</p>
                </relatedmaterial>
                <scopecontent>
                  <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                  <p>Trotz der Demobilmachung des Feldheeres nach Beendigung des 1. Weltkrieges wurden Truppen im Baltikum und im Reichsgebiet vor allem zur Bekämpfung von Unruhen und Aufständen eingesetzt. Hierzu wurden Freiwilligenformationen (Freikorps) aufgestellt.</p>
                </scopecontent>
              </c>
              <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                <did>
                  <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RM 135</unitid>
                  <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Marine-Freikorps</unittitle>
                  <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1921-12-31">1919-1921</unitdate>
                  <physdesc>
                    <extent>56 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                    <genreform>Schriftgut</genreform>
                  </physdesc>
                  <physloc>Freiburg</physloc>
                </did>
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                  <p>
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                <unittitle>Reichswehr und Wehrmacht 1919 bis 1945/1946</unittitle>
              </did>
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                  <unittitle>Zentrale Einrichtungen der Reichswehr und der Wehrmacht</unittitle>
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                    <unittitle>Spitzenbehörden</unittitle>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 1</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Reichswehrministerium / Reichskriegsministerium</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1935-12-31">1919-1935</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>144 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Nur einige Splittervorgänge zu Fragen der Organisation und des Heeresaufbaus sowie diverse Archivalien zum Aufbau des neuen Heeres (u.a. eine Denkschrift von Reichswehrwehrminister Groener aus dem Jahre 1919), persönlicher Schriftwechsel der Reichswehrminister v. Schleicher und v. Blomberg sowie der Chefs des Ministeramtes v. Bredow und v. Reichenau, des weiteren einige Protokolle und andere Unterlagen des Reichsverteidigungsrates und des Reichsverteidigungsausschusses (1933-1939) sowie Dokumente zur &quot;Schwarzen Reichswehr&quot; sind erhalten geblieben.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Der 1919 eingesetzte Reichswehrminister übte den Oberbefehl über alle Teile der Reichswehr (Reichsheer, Reichsmarine) aus. Die Chefs der Heeres- und der Marineleitung waren seinem Ministerium eingegliedert, außerdem Abteilungen für gemeinsame Belange wie Fürsorge und Presse. Durch das Wehrgesetz vom 21.Mai 1935 erhielt der Reichswehrminister nach Wiedereinführung der Wehrpflicht die Bezeichnung Reichskriegsminister. Er war zugleich Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Als Arbeitsstab stand ihm seit 1929 das Ministeramt, ab 1935 Wehrmachtamt genannt, zur Verfügung. Durch Erlass vom 4.Februar 1938 übernahm Hitler den Oberbefehl über die Wehrmacht. Die allgemeinen Aufgaben des Reichskriegsministeriums gingen auf das neu eingerichtete Oberkommando der Wehrmacht über. Die Oberbefehlshaber des Heeres und der Kriegsmarine erhielten Ministerrang, wie sie der Reichminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe bereits bei seiner Ernennung besessen hatte.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>N 46 Groener, Wilhelm (Reichswehrminister von 1928 bis 1932),</p>
                      <p>N 42 Schleicher, Kurt v. (Reichswehminister von 1932 bis 1933),</p>
                      <p>N 52 Blomberg, Werner v. (Reichswehr und Reichskriegsministervon 1933 bis 1938),</p>
                      <p>N 97 Bredow, Ferdinand v. (Chef des Ministeramtes von 1932 bis 1934)</p>
                      <p>R 43 I und II Reichskanzlei (Bundesarchiv-Abt. R)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>RWD 6</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958ff</p>
                      <p>Ueberschär, Gerd. R: Wehrmacht. In Enzyklopädie des Nationalsozialismus. (Hrsg.) Von Benz, Wolfgang u.a. München 1997, S. 98 ff.</p>
                      <p>Messerschmidt, Manfred: Die Wehrmacht im NS-Staat. Zeit der Indoktrination. Hamburg 1969</p>
                      <p>Boll, Bernd: Generalfeldmarschall Walter von Reichenau. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. (Hrsg.) v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 1. Darmstadt 1998, S. 195-202.</p>
                      <p>Keller, Peter: &quot;Die Wehrmacht der Deutschen Republik ist die Reichswehr&quot;. Die deutsche Armee 1918 - 1921. Paderborn 2014.</p>
                      <p>Heinemann, Patrick Oliver: Rechtsgeschichte der Reichswehr 1918-1933. (Krieg in der Geschichte, Band 105). Paderborn 2018.</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 2</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Oberkommando der Wehrmacht (OKW) - Chef des OKW, einschl. Wehrmachtrechtsabteilung</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>371 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>8,1 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Außer einer Kriegsspitzengliederung (mit KStN) des OKW vom 1. September 1939, einer Akte mit Schriftwechsel zwischen dem Chef OKW Generaloberst, später GFM Keitel und dem Leiter der Parteikanzlei, NSDAP-Reichsleiter Bormann, zur Vorbereitung auf die Feindoffensive im Westen (Februar 1945) sowie einigen Eingaben und Vorschlägen von Privatpersonen zur Verbesserung der Bewaffnung (Zusendungen an Feldpostnummer 12000) sind vor allem Akten der Wehrmachtrechtsabteilung überliefert. Diese setzen sich hauptsächlich aus Dokumenten zu Untersuchungen über Verletzungen des Völkerrechts durch die Kriegsgegner zusammen; dabei entfallen 10 Bände auf Polen (1939-1940), 88 Bände auf die Westmächte (1940-1945, davon 25 Bände zu Vorgängen in einzelnen US-amerikanischen Kriegsgefangenenlagern, 13 Bände zu Vorfällen auf Kreta 1941-1942), 99 Bände auf die Sowjetunion (1941-1945) und 20 Bände mit allgemeinen Angaben. Außerdem liegen Vorgänge über die Anwendung des Wehrrechts (10 Bände, 1936-1944) und über Rechtsfolgen der Kapitulation (4 Bände, 1945) vor.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Vorprovenienz: Wehrmachtamt</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>N 54 Keitel, Wilhelm (Chef OKW von 1939-1945)</p>
                      <p>StA Nürnberg, Fall 12 (OKW-Prozeß) Chef der Wehrmachtrechtsabteilung Dr. R. Lehmann</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Sekundärliteratur</p>
                      <p>Görlitz, Walter (Hg.): Generalfeldmarschall Keitel. Verbrecher oder Offizier? Erinnerungen, Briefe, Dokumente des Chefs OKW, Göttingen 1961.</p>
                      <p>Maser, Werner (Hg.), Wilhelm Keitel: Mein Leben. Pflichterfüllung bis zum Untergang, Berlin 2000.</p>
                      <p>Schramm, Percy Ernst (Hg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab) 1940-1945, 4 Bände, Frankfurt am Main 1961-1965 (Neuausgabe: München-Herrsching 1982).</p>
                      <p>Zayas, Alfred M. de: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle, München 1979, 2. Aufl. 1980, 1987.</p>
                      <p>Mitcham, Samuel W. jr.: Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, in: Ueberschär, Gerd R. (Hg.): Hitlers militärische Elite, Bd. 1, Darmstadt 1998, S. 112-120</p>
                      <p>Haase, Norbert: Generalstabsrichter Dr. Rudolf Lehmann, in: Ueberschär, Gerd R. (Hg.): Hitlers militärische Elite, Bd. 1, Darmstadt 1998, 154-161</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Als Hitler am 4. Februar 1938 die Funktion des Reichskriegsministers übernahm, wurde das bisherige Wehrmachtamt im Reichskriegsministerium unter der Bezeichnung Oberkommando der Wehrmacht (OKW) als neuer militärischer Stab eingerichtet. An der Spitze des Oberkommandos der Wehrmacht stand der Chef des OKW; er nahm allgemeine Aufgaben des früheren Reichskriegsministers wahr und war im Range den Reichsministern gleichgestellt. Im Frieden oblag ihm die Vorbereitung der Reichsverteidigung auf allen Gebieten. Unterstellt waren: Adjutantur beim Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, Wehrmachtzentralabteilung bzw. -amt, Justizdienststelle beim Chef OKW, Wehrmachtrechtsabteilung, Wehrmachtführungsamt (ab August 1940: Wehrmachtführungsstab), Amtsgruppe Auslandsnachrichten und Abwehr im OKW (später: Amt Ausland/Abwehr), Amtsgruppe Allgemeine Wehrmachtangelegenheiten (ab November 1939: Allgemeines Wehrmachtamt-, Wehrwirtschaftsamt (ab November 1939: Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt) und die Wehrmachthaushaltabteilung. Außerdem unterstanden dem Chef OKW das Reichskriegsgericht und das Reichsfürsorge- und Versorgungsgericht, die Wehrmachtakademie sowie die Bücherei des OKW (später dem Wehrmachtzentralamt zugeordnet). Das OKW war allerdings keine einheitliche Führungsstelle für die gesamte Wehrmacht. Vielmehr behielten die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtteile (Heer, Luftwaffe, und Marine) weitgehende Selbständigkeit in Führungsfragen.</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Wehrmachtzentralamt</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>25 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,2 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Das Registraturgut des Amtes dürfte als verloren anzusehen sein; überliefert sind lediglich allgemeinene Angaben zur Organisation der Wehrmachtführung (1938/39 und 1944) sowie diverse Dokumente mit Grundsatzangelegenheiten.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Aus der Personalgruppe des Wehrmachtamtes entstand im Zuge der Einrichtung des Ober-kommandos der Wehrmacht unter Hinzunahme des Adjutanten, Verwaltungsreferenten und Bürodirektors des Reichskriegsministers die ¿Zentralgruppe des OKW¿, der noch die &quot;Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler&quot; als selbständige Gruppe angegliedert wurde. Zunächst in drei, dann vier Gruppen aufgeteilt, oblag ihr vor allem die Bearbeitung von Perso-nalangelegenheiten, soweit sie einer wehrmachteinheitlichen Regelung bzw. der Entscheidung oder Vollziehung durch den &quot;Obersten Befehlshaber&quot; bedurften; außerdem Personalsachen des OKW selbst und Ordensangelegenheiten. Im Juni 1939 fungierte die Zentralgruppe als &quot;Wehrmacht-Zentralabteilung&quot; bei annährend gleichem Kompetenzumfang. Lediglich die Adjutantur des Chefs des OKW wurde nun -zusammen mit der Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler- angegliedert. In der Zeit bis November 1939 wurde das Stabsquartier OKW dieser Zentralabteilung zugeordnet, bis Oktober 1940 auch die Büche-rei des OKW (nur mit den Bereichen Heer und Marine). Im August 1943 wurde die Abteilung in &quot;Zentralamt des OKW&quot; oder auch &quot;Wehrmachtzentralamt&quot; umbenannt, die bisherigen Gruppen zu Abteilungen erweitert. Zwei dieser Abteilungen (Organisations- und Allgemeine Abt. mit Stabsquartier OKW und Personal-Abt. mit Bücherei des OKW) wurden dabei als &quot;Amtsgruppe WZ&quot; zusammengefaßt. Die Abteilung Orden, Auszeichnungen, Ehrungen sowie der Ministerialbürodirektor mit Hauptbüro und mit den Druckereien bildeten die übrigen Organisations-elemente des Amtes bis zu seiner Auflösung, die teils Anfang April 1945 in Saalfeld (Thürin-gen), teil am 20. April 1945 in Bayern erfolgte.</p>
                      <p>Vorprovenienz: Zentralgruppe des OKW</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>RWD 8 (3 AE)</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 4</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Wehrmachtführungsstab</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1945-12-31">1938-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>1417 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>35,0 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Außer Resten von Tagebüchern und Handakten des Chefs WFSt, den Lageberichten des Stabes und seinem Kriegstagebuch, einigen Wehrmachtberichten und Sondermeldungen sind zahlreiche Unterlagen des Stellvertretenden Chefs des WFSt über Organisationsangelegenheiten der Wehrmachtführung (13 Bde., 1938-1945), die personelle und materielle Ausrüstung der Wehrmacht (25 Bde., 1935-1945), die Organisation des Feldheeres (19 Bde., 1940-1945) sowie über die Kriegsführung auf den einzelnen Kriegsschauplätzen (Westen: 26 Bde., 1940-1945; Norden: 17 Bde., 1941-1945; Afrika: 6 Bde.; Südosten: 15 Bde., 1941-1944; Osten: 10 Bde.; Italien: 9 Bde.), die Reichsverteidigung und Heimatkriegsgebiet (18 Bde., 1935-1945), die Versorgungsführung (20. Bde., 1940-1945) und Verwaltung der an- und eingegliederten (10 Bde., 1939-1945) sowie besetzten Gebiete (40 Bde., 1938-1945) erhalten geblieben. Die Weisungen für die Kriegsführung und grundsätzlichen Befehle (70 Bde., 1939-1945) sowie einzelne Unternehmen (29 Bde., 1939-1945) bilden eigene Serien.</p>
                      <p>Darüber hinaus verdienen vor allem die Akten der Abteilung Wehrmachtpropaganda besondere Erwähnung: Organisation (12 Bde., 1937-1945), Personalangelegenheiten (13 Bde., 1939-1944) und Innerer Dienst (16 Bde., 1939-1943); Propagandaführung im allgemeinen (37 Bde., 1937-1945) und Einsatz der Propagandatruppen (71 Bde., 1939-1944, vor allem bei der Kriegsmarine und in besetzten Gebieten, mit Tätigkeitsberichten); Zusammenarbeit mit zivilen Behörden und der Presse (13 Bde., 1938-1942); Rundfunk- (7 Bde., 1939-1944), Bild- und Filmpropaganda (11 Bde., 1939-1941); Sammlung von Nachrichten über die Lage in der Wehrmacht und im Inland und Ausland (11 bzw. 29 Bde., 1939-1942); Abwehr der Feindpropaganda (10 Bde., 1939-1945); Ausübung der militärischen Zensur (89 Bde., 1939-1944, hauptsächlich über Einzelfälle der Prüfung, Genehmigung oder des Verbots von Büchern, Zeitschriften- und Zeitungsartikeln und der Veröffentlichung von Bildern).</p>
                      <p>Vorhanden sind ferner Serien (insgesamt 26 Bde., 1939-1945) von Wehrmachtpropaganda-Lageberichten, &quot;Nachrichten des OKW&quot;, &quot;Mitteilungen für das Offizierskorps&quot; und &quot;Mitteilungen für die Truppe&quot;.</p>
                      <p>Aus dem Bereich WNV liegen nur Schriftgutsplitter vor (20 Bde., 1939-1945).</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Mit dem Erlass über die Neuorganisation des OKW vom 7. Februar 1938 wurde das Wehrmachtführungsamt (WFA) - zunächst als Amtsgruppe Führungsstab bezeichnet - geschaffen. Das Wehrmachtführungsamt wurde am 7. August 1940 in Wehrmachtführungsstab (WFSt) umbenannt.</p>
                      <p>Er hatte nach den Weisungen Hitlers die für die gesamte Kriegführung notwendigen Operationen und Maßnahmen zu bearbeiten und an Gesetzen mitzuwirken, welche die Wehrmacht als Ganzes betrafen. Unter anderem entwarf er die Weisungen für die Kriegführung und die im Auftrag Hitlers erlassenen Sonder- und Kampfanweisungen bzw. &quot;Führerweisungen&quot;.</p>
                      <p>Der Chef WFSt war ab 1940 für die Kriegführung auf den sogenannten OKW-Kriegsschauplätzen in Skandinavien einschließlich Nordfinnland, in Afrika und Italien, ab Juli 1941 auch auf dem Balkan und seit dem 15. März 1941 im Westen verantwortlich. Er unterrichtete insoweit Hitler täglich über den Verlauf der dortigen Operationen anhand der Lagemeldungen und -berichte; diese Aufgabe hatte der Chef des OKW zu Kriegsbeginn dem Chef WFSt übertragen. Anfänglich war die Stellung des WFSt noch schwach, doch hatte sie bereits mit den Planungen zur Besetzung von Dänemark und Norwegen die Vormachtstellung und das weitgehend selbständige Agieren der drei Wehrmachtteile durchbrochen. Lediglich der Krieg gegen die UdSSR und die Ostfront blieben als &quot;OKH-Kriegsschauplatz&quot; bis kurz vor dem Kriegsende im Zuständigkeitsbereich des Generalstabs des Heeres.</p>
                      <p>Eine Feld- bzw. Frontstaffel des WFSt wurde mit dem Westfeldzug im Bereich des &quot;Führerhauptquartiers&quot; zu ständigen Einrichtung, wodurch die Einflussnahme Hitlers auf die Befehlsführung zunahm. Im Verlauf des Krieges teilte diese Staffel ihre Arbeitsgebiete geographisch ein.</p>
                      <p>Anfänglich bestand das WFA bzw. der WFSt aus den Abteilungen Landesverteidigung (L), Wehrmacht-Nachrichtenverbindungen (WNV) und ab April 1939 Wehrmacht-Propaganda (WPr).</p>
                      <p>Die Abteilung L war der operative Arbeitsstab im WFA/WFSt war; sie gliederte sich in die Operationsgruppen Heer (L IH), Luftwaffe (L IL), Kriegsmarine (L IK), die Organisations- und die Quartiermeistergruppe. Dem Chef der Abt. L unterstand außerdem der Führer des Kriegstagebuches, ein Bürooffizier und die Registratur. Am 1. Januar 1942 wechselte die Dienststellenbezeichnung des Chefs der Abt. L in ¿Stellvertretender Chef des WFSt¿, etwas später wurde die Gruppe WFSt/Ic (Feindlage) eingerichtet.</p>
                      <p>Der Abteilung WNV gehörten folgende Gruppen/Abteilungen an: Einsatz und Organisation/Zentralabteilung, Drahtnachrichtenverbindung, Abteilung Funkwesen, Kriegsfernmeldeabteilung, Chiffrierabteilung. Ihr zugeordnet war ab 1942 der &quot;Generalbevollmächtigte für technische Nachrichtenmittel&quot;.</p>
                      <p>In der Abt. WPr war (zur Zeit von 1942) die Gruppe I für die Propagandaführung, -organisation und die Propagandatruppe zuständig, die Gruppe II für die Inlandpropaganda und Truppenbetreuung, die Gruppe III für die militärische Zensur (mit Zensurgruppen Heer, Marine und Luftwaffe), die Gruppe IV für die Auslandpropaganda, die Gruppe V für die Heerespropaganda und die Gruppe VI für die Luftwaffenpropaganda. Die Gruppen V und VI bestanden nur kurzzeitig und wurden bereits 1942/43 aufgelöst, hinzu kam zu dieser Zeit ein Filmstab.</p>
                      <p>Vorprovenienz: Wehrmachtführungsamt (anfänglich Amtsgruppe Führungsstab)</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>N 69: Jodl, Alfred (Chef WFSt)</p>
                      <p>N 219: Loßberg, Bernhard von (1. Gen.St.Offz. im WFSt, Operationsabt., nur 10 AE)</p>
                      <p>N 558: Hesse, Kurt (Propaganda-Amt)</p>
                      <p>N 591: Praun, Albert (General der Nachrichtentruppen; Insp. WNV; ab Aug. 1944; 216 AE)</p>
                      <p>N 1033: Greiner, Helmut (Ministerialrat und Führer des Kriegstagebuches des WFSt)</p>
                      <p>RH 6: OKH/Chef des Heeresnachrichtenwesens</p>
                      <p>RH 44: Stäbe, Verbände und Einheiten der Nachrichtentruppen</p>
                      <p>RH 45: Verbände und Einheiten der Propagandatruppen</p>
                      <p>RW 44: Führungsstäbe OKW</p>
                      <p>MSG 235: Sammlung Flugblätter und Wandanschläge militärischer Einrichtungen</p>
                      <p>MSG 123: Mende, Erling von: Sammlung zu den ostvölkischen Freiwilligen in der deutschen Wehrmacht</p>
                      <p>MSG 130: Sammlung Prof. Dr. Percy Ernst Schramm &quot;Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1940-1945&quot;</p>
                      <p>R 55: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>Aufnahmen von Bildberichterstattern der Propagandakompanien (Bundesarchiv-Bildarchiv Abteilung B)</p>
                      <p>Roh- und Schnittmaterial für die Wochenschauen (Bundesarchiv, Abteilung Filmarchiv)</p>
                      <p>Akten:</p>
                      <p>MSG 123/32: &quot;Mitteilungen für den deutschen Soldaten in Freiwilligenverbänden&quot; Nr. 1-6, Febr. - Nov. 1944</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>RWD 1 &quot;Die Wehrmacht&quot; (Zeitschrift)</p>
                      <p>RWD 2 Amtliche Nachrichten</p>
                      <p>RWD 9 OKW/Wehrmachtführungsstab</p>
                      <p>RHD 69 Propagandatruppen (u.a. Frontzeitungen)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va., Washington 1958 ff., Bd. 18 und 19</p>
                      <p>Buck, Gerhard; Der Wehrmachtführungsstab im OKW. Sonderdruck aus: Jahresbibliographie der BfZ. Jg. 45, 1973</p>
                      <p>Feuersenger, Marianne: Im Vorzimmer der Macht - Aufzeichnungen aus dem Wehrmachtführungsstab und dem Führerhauptquartier. München 2000</p>
                      <p>Förster, Jürgen: Strategische Überlegungen des Wehrmachtführungsstabes für das Jahr 1943 [Dokumentation], Militärgeschichtliche Mitteilungen 13, 1973</p>
                      <p>Heiber, Helmut (Hrsg.): Hitlers Lagebesprechungen. Die Protokollfragmente seiner militärischen Konferenzen 1942-1945. Stuttgart 1962</p>
                      <p>Hubatsch, Walther (Hrsg.): Hitlers Weisungen für die Kriegführung 1939-1945. Dokumente des Oberkommandos der Wehrmacht. Frankfurt a.M. 1962</p>
                      <p>Kwiet, K.: Vorbereitung und Auflösung der deutschen Militärverwaltung in den Niederlanden [Dokumentation], Militärgeschichtliche Mitteilungen 7, 1970</p>
                      <p>Loßberg, Bernhard v.: Im Wehrmachtführungsstab. Bild eines Generalstabsoffiziers. Hamburg 1949</p>
                      <p>Ludwig, Karl-Heinz: Die deutsche Kriegs- und Rüstungswirtschaft 1939-1945 [Bericht aus der Forschung], Militärgeschichtliche Mitteilungen 2, 1967</p>
                      <p>Macksey, Kenneth: Generaloberst Alfred Jodl. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. Hrsg. v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 1. Darmstadt 1998, S. 102-111</p>
                      <p>Manninen, Otto: Die Beziehungen zwischen den finnischen und deutschen Militärbehörden in der Ausarbeitungsphase des Barbarossaplanes, Militärgeschichtliche Mitteilungen 26, 1979</p>
                      <p>Mehner, Kurt (Hrsg.): Die geheimen Tagebücher der deutschen Wehrmachtsführung im Zweiten Weltkrieg 1939-1945. 12 Bde. Osnabrück 1984 ff.</p>
                      <p>Moll, Martin (Hrsg.): &quot;Führer-Erlasse&quot; 1939-1945. Edition sämtlicher überlieferter, nicht im Reichsgesetzblatt abgedruckter, von Hitler während des Zweiten Weltkrieges schriftlich erteilter Direktiven aus den Bereichen Staat, Partei, Wirtschaft, Besatzungspolitik und Militärverwaltung. Stuttgart 1997</p>
                      <p>Mühleisen, Horst: General der Artillerie Walter Warlimont. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. Hrsg. v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 2. Darmstadt 1998, S. 270-275</p>
                      <p>Murawski, Erich: Der deutsche Wehrmachtbericht 1939-1945. Boppard 1962</p>
                      <p>Scheurig, Bodo: Alfred Jodl. Gehorsam und Verhängnis. Frankfurt am Main, Berlin 1991.</p>
                      <p>Schramm, Percy Ernst (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab) 1940-1945. 4 Bde. Frankfurt a. M. 1961-1965 (Neuausgabe München-Herrsching 1982)</p>
                      <p>Schreiber, Gerhard: Der Mittelmeerraum in Hitlers Strategie 1940. &quot;Programm&quot; und militärische Planung, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 28, 1980</p>
                      <p>Schreiber, Gerhard: Die deutschen Gaskriegsvorbereitungen 1919-1945. Mit Giftgas zur Weltmacht?, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 27, 1980</p>
                      <p>Stamm, Christoph: Zur deutschen Besetzung Albaniens 1943-1944, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 30, 1981</p>
                      <p>Warlimont, Walter: Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht 1939-1945. Frankfurt a.M. 1962, 1964</p>
                      <p>Wedel, Hasso v.: Die Propagandatruppen der Deutschen Wehrmacht. Neckargemünd 1962</p>
                      <p>Wegmann, Günter: &quot;Das OKW gibt bekannt...&quot;. Der deutsche Wehrmachtbericht. 3 Bde. Osnabrück 1982</p>
                      <p>Die Wehrmacht. 5 Bde. Berlin 1939-1944</p>
                      <p>Wette, Wolfram, Bremer, Ricarda, Vogel, Dieter (Hrsg.): Das letzte halbe Jahr. Stimmungsberichte der Wehrmachtpropaganda 1944/45. Essen 2001.</p>
                      <p>Wildhagen, Karl-Heinz (Hrsg.): Erich Fellgiebel. Meister operativer Nachrichtenverbindungen. (Selbstverlag) 1970.</p>
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                      <head>Fremde Archive</head>
                      <p>Staatsarchiv Nürnberg, Unterlagen zum Fall 12 (OKW-Prozess)</p>
                      <p>Archiv des IfZ München, Best. ED 115</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 4-BILD</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Wehrmachtführungsstab.- Bildbestand</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1919-01-01/1945-12-31">1919-1945</unitdate>
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                        <genreform>Bilder</genreform>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_429eee96-d502-4939-8bb8-18788d4ced2a"/>
                      </p>
                    </otherfindaid>
                  </c>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 6</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Allgemeines Wehrmachtamt mit nachgeordnetem Bereich</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1922-01-01/1945-12-31">1922-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>788 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>18,4 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_03b09efc-fa22-4c4b-93df-ad63beaefd67"/>
                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Der Hauptteil der Überlieferung stammt aus der für die Beziehung zur zivilen Verwaltung und der NSDAP zuständigen Abteilung Inland. Dazu gehören Akten über innere Angelegenheiten und innere Sicherheit 1919-1940 (Verbot von Vereinen und Filmen, Spionage); Behandlung der Rassenfrage (1933-1944); Verhältnis zur NSDAP (u. a. Differenzen über Wehrpolitik, Zwischenfälle 1933-1937); Verfahren gegen Soldaten vor Parteigerichten 1942-1943; Behandlung jüdischer Frontkämpfer 1933-1938; Auslandsfragen (u. a. Geheimakten &quot;Fremde Staaten&quot; 1922 bis 1939, Lageeinschätzungen und Beschreibungen 1925 bis 1939); Abrüs-tung (1933-1936); Völkerrecht (1940-1941); Verkehr mit dem Auswärtigen Amt (u.a. Einsetzen von Militär- und Marineattachés 1933-1938, Aufenthalt von Schiffen im Ausland 1935-1939); innenpolitische Lage und Anschluss Österreichs (1934-1939); Landesverteidigung und Raumplanung (1935-1938); personelle Angelegenheiten der Wehrmacht und des Heeres (u. a. Besoldung, E-Offiziere, Reserve- und Landwehroffiziere, Arbeiter und Angestellte 1929-1941); politische Beurteilung und Überwachung von Wehrmachtangehörigen (1936-1938), Wehrmacht-Rechtswesen (einschließlich Einzelfälle von Strafverfahren gegen Offiziere 1935 bis 1938 sowie Kriegskriminalstatistik 1940 bis 1942), Heeresorganisation (1926-1942), Ausbildung, Manöver und Übungen (1933-1939), Aufbau der Luftwaffe und Luftschutz (1933-1943), Bildungswesen, wehrgeistige Führung und nationalpolitische Erziehung (1933-1944, ebenfalls dokumentiert durch 88 zwischen 1939 und 1943 veröffentlichte &quot;Tornisterschriften&quot; und fünf Jahrgänge &quot;Soldatenblätter für Feier und Freizeit&quot;, 1940-1944), Propaganda (inklusive Presse- und Rundfunkangelegenheiten, 1928-1943).</p>
                      <p>Weitere Akten sind vorhanden aus der Wehrmachtfürsorge- und Versorgungsabteilung (u. a. Stellenbesetzungen und Haushaltsfragen; gesetzliche Regelungen; Entwicklung und Bestimmungen des Dienst- und Versorgungsrechts; Fürsorge und Unterstützung für Kriegsteilnehmer, ehemalige Angehörige, Wehrdienstbeschädigte und Hinterbliebene; Einzelfälle; Stiftungen hauptsächlich Großes Militärwaisenhauses Potsdam mit 40 Akten und Invalidenhaus Berlin mit 10 Akten, 1920 bis 1945; der Abteilung Wehrmachtverlustwesen (mit Organisation und Einsatz; Vorschriftensammlungen [u. a. Erfassung, Benachrichtigung der Angehörigen, Soldaten- u.a. Gräber, Bestattung und Beisetzung auch für fremde Streitkräfte, Selbstmörder, Hingerichtete, Fahnenflüchtige; Statistiken, -insbesondere Verluste im Allgemeinen wie auch Besonderen; Gräberdienst und -fürsorge; Planung von Ehrenmalen) und vom Chef des Kriegsgefangenenwesens (Heeresdruckvorschrift H.Dv 38 und andere allgemeine Dienstanweisungen und Merkblätter; Organisation; Behandlung und Arbeitseinsatz von Kriegsgefangenen; Postverkehr; italienische Militärinternierte; 5 Bände mit Zahlenübersichten zu den Kriegsgefangeneneinrichtungen im Reich und den besetzten Gebieten, einschl. Bau- und Arbeitsbataillone 1941-1945).</p>
                      <p>Nur geringen Umfang haben Akten der Wehrmachtverwaltungsabteilung (über Ersatz von Kriegsschäden; Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung; Reise- und Zahlungsverkehr; Ver-sorgung; Bezüge), der Wehrmacht-Haushaltsabteilung, der Wehrersatzabteilung (Ersatzgestellung), der Allgemeine(n) Abteilung und des Amtes NS-Führungsstabes (über Aufstellung; Schulung und Einsatz der NS-Führungsoffiziere mit Schulungs- und Propagandamaterial; Lage in Westdeutschland im Febr.-März 1945); Unterlagen fehlen von den Abteilungen Wissenschaft und für Wehrmachtfachschulunterricht wie auch vom Bevollmächtigten für Siedlungsfragen.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Aus dem im Wehrmachtamt (vom 1. März 1929 bis 13. Februar 1936 als ¿Ministeramt¿bezeichnet) voneinander unabhängigen Abteilungen ¿Inland¿ und ¿Wehrmachtversorgung¿ wurde im Zuge der Neuorganisation des ¿Oberkommandos der Wehrmacht¿ ab 4. Februar 1938 die ¿Amtsgruppe Allgemeine Wehrmachtangelegenheiten¿ gebildet, der bis Kriegsbeginn neben der Abteilung Inland und der Wehrmachtfürsorge und Versorgungs-Abteilung noch je eine Abteilung für Wehrmachtverwaltung und Wehrmachtfachschulunterricht sowie eine Abteilung ¿Wissenschaft¿ zugeordnet waren.</p>
                      <p>Mit der Erweiterung der bisherigen Amtsgruppen innerhalb des OKW in ¿Ämter¿ ab November 1939 erhielt die Amtsgruppe ihre bis 1945 gültige Bezeichnung ¿Allgemeines Wehrmachtamt¿ (AWA) und umfasste nach Zuweisung von Kompetenzen für das Verlust- und Kriegsgefangenenwesen sieben Abteilungen sowie drei kleinere Organisationseinheiten, da-unter zwei Verbindungsoffiziere beim &quot;Stellvertreter des Führers&quot; und beim ¿Jugendführer des Deutschen Reiches¿.</p>
                      <p>Im Frühjahr 1941 wurde der Geschäftsbereich nochmals um die Dienststelle des ¿Bevollmächtigten des Oberkommandos der Wehrmacht für Siedlungsfragen¿ und durch die Einsetzung von Inspekteuren für die Fürsorge- und Versorgungsdienststellen, das Kriegsgefangenenwesen und die Wehrmachtgräberoffiziere erweitert 1944 schließlich wurde die Zusammenfassung größerer Kompetenzbereiche zu Amtsgruppen (für Fürsorge- bzw. Versorgungsangelegenheiten, Fachschulwesen und Siedlungsfragen sowie für die Wehrmachverwaltung) vorgenommen. Die Verantwortung für die &quot;nationalpolitische Schulung&quot; der Wehrmacht wurde Anfang 1944 dem Chef des NS-Führungsstabes im OKW übertragen, dessen Amt der Chef des AWA (General der Infanterie Reinecke) in Personalunion bekleidete.</p>
                      <p>Vorprovenienz: Abteilung Inland und Wehrmachtversorgung, Amtsgruppe Allgemeine Wehrmachtangelegenheiten</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>RW 16 Wehrmachtfürsorge- und Versorgungsdienststellen</p>
                      <p>RH 9 OKH/Heeresverwaltungsamt</p>
                      <p>RH 13 OKH/Heereswesenabteilung</p>
                      <p>RH 15 OKH/Allgemeines Heeresamt</p>
                      <p>RH 49 Kriegsgefangenenlager; Arbeits- und Baueinheiten der Kriegsgefangenen</p>
                      <p>N 133 Linde Kurt (Generalmajor, Stabschef nur 6 AE)</p>
                      <p>N 356 Reinecke Hermann (General der Infanterie und Chef WA) die Masse des Nachlasses befindet sich noch bei der Familie</p>
                      <p>R 43 I Reichskanzlei, (Bundesarchiv, Abt. R)</p>
                      <p>Mikrofilme:</p>
                      <p>Film: FB-1205-N</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Amtliche Druckschriften</head>
                      <p>RWD 12, RWD 11 (NS-Führungsstab), RHD 25 (Heeresverwaltungsamt)</p>
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                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
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                      <p>Müller, Klaus-Dieter, Nikischkin, Konstantin, Wagenlehner und Günther (Hrsg.): In: Die Tragödie der Gefangenschaft in Deutschland und in der Sowjetunion, 1941-1956 Köln/Weimar 1998</p>
                      <p>Kübler, Robert: Chef KGW. Das Kriegsgefangenenwesen unter Gottlob Berger. Lindhorst 1984</p>
                      <p>Polian, Pavel: Deportiert nach Hause. Sowjetische Kriegsgefangenen im &quot;Dritten Reich&quot; und ihre Repatriierung. München 2001</p>
                      <p>Zoepf, Arne W.G.: Wehrmacht zwischen Tradition und Ideologie. Der NS-Führungsoffizier im Zweiten Weltkrieg. Frankfurt 1988</p>
                      <p>Besson, Waldemar: Zur Geschichte des NS-Führungsoffiziers. Stuttgart, 1961 (Sonderdruck aus dem VfZG, Heft 1)</p>
                      <p>Streit Christian: General der Infanterie Hermann Reinecke. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. (Hrsg.) v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 1. Darmstadt 1998, S. 203-209</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 7</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Wehrmachtintendant z.b.V.</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1940-01-01/1945-12-31">1940-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>1552 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Die mit &quot;Vorakten&quot; (eigentlich Rechnungsbelege von nicht erkennbaren Intendanturstellen) bis zum Kriegsende geführten Akten enthalten neben Materialien über die Dienststellenverwaltung und die Organisation, diverse Grundsatzdokumente (40 Bde.), Personalunterlagen (35 Bde.), Guthabenbescheinigungen von aus der Gefangenschaft zurückgekehrten Wehrmachtangehörigen (23 Bde.), Preislisten/Kataloge (z.T. firmenbezogen, rd. 100 Bde.), Abrechnungsnachweise und Handakten einzelner Mitarbeiter hauptsächlich listenmäßige Zusammenstellungen und Buchungen von Zahlungen und Anerkenntnissen (u.a. Wehrsold, Verpflegungsgeld, Unterkunft und -gerät, Lazarettaufenthalte, Transporte, Teilnahme an Lehrgängen, Kfz-Reparaturen) sowie Sachlieferungen, Empfangsbescheinigungen und Rechnungen (Verpflegung und Futtermittel, Bekleidung und Ausrüstung, Markedenderwaren, Sanitäts- und Veterinärmaterial, Waffen und Munition, Kohle und Öl, Betriebs- und Kraftstoffe, Kriegsgerät, Kfz-Teile und -Zubehör) an die Streitkräfte von Albanien (11 Bde.), Bulgarien (72 Bde.), Dänemark (8 Bde.), Finnland (70 Bde.), Italien (426 Bde.), Kroatien (54 Bde.), Rumänien (229 Bde.), Ungarn (274 Bde) und der Slowakei (94 Bde.).</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Aufgrund eines Führerbefehls vom 24. Juli 1942 wurde mit Erlass des Allgemeinen Wehrmachtsamts vom 2. Dezember1942 eine zentrale Abrechnungsstelle des OKW für Lieferungen und sonstige Leistungen der deutschen Wehrmacht an die Streitkräfte verbündeter, befreundeter und &quot;in Schutz genommener&quot; Staaten eingerichtet, die unter der Bezeichnung ¿Wehrmachtintendant zbV im Oberkommando der Wehrmacht¿ (WInt zbV) mit Beginn des Jahres 1943 aufgebaut wurde. Außenhandelspolitische Gründe dürften für ihre Etablierung bestimmend gewesen sein, denn die vom Auswärtigen Amt gegenüber den Partnerstaaten vertretenen deutschen Forderungen waren durch den Mangel an aktuellen und zutreffenden Unterlagen hinter dem tatsächlichen Umfang der Leistungen bis dahin offenbar zurückgeblieben.</p>
                      <p>An diese Dienststelle leiteten die Wehrmachtteile alle bei ihnen eingehenden Unterlagen, Anerkenntnisse und Belege über Zahlungen, Lieferungen und Leistungen, die auf dem Nachschubwege an die betreffenden Staaten gingen. Während hinsichtlich der ¿sonstigen Lieferungen und Leistungen¿ die Dienststelle Preisermittlungen und Abrechnungen selbst vornahm, wurden die Unterlagen über Lieferungen von Kriegsgerät zur Ermittlung der Preise und zur Durchführung der Abrechnung an die ¿Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät¿ (Ageka) bei der Reichgruppe Industrie weitergegeben.</p>
                      <p>Unterteilt war die Dienststelle in fünf Sachgebiete (Sachgebiet 1: Allgemeine Organisations- und Verwaltungsfragen; Sachgebiet II: Allgemeine Abrechnungsangelegenheiten, Ermittlung und Überwachung der (Wehrmacht-)Preise, Belegprüfung, Guthabenfesthaltung, Preiskartei; Sachgebiet III: Angelegenheiten der Länder Italien, Japan, Kroatien; Sachgebiet IV: Finnland, Rumänien, Slowakei, Ungarn; Sachgebiet V: sonstige befreundete und verbündete Staaten wie Bulgarien, Spanien, Dänemark, Tunesien und Protektorat, Rohstoffermittlung).</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 (OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt, hier u. a. Abteilung Vertrags- und Preisprüfwesen)</p>
                      <p>R 2 Reichsfinanzministerium (Bundesarchiv Abteilung R)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv Abteilung R)</p>
                      <p>R 7; Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv Abteilung R)</p>
                      <p>R 12-I; Reichsgruppe Industrie (Bundesarchiv Abteilung R)</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 8</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Adjutantur der Wehrmacht beim Führer und Reichskanzler</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1945-12-31">1938-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>31 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,6 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Hervorzuheben sind neben drei Akten (¿Chefsachen¿) zum Fall ¿Grün¿ (Einmarsch in das Sudetenland 1938 sowie in Böhmen und Mähren 1939) und vier Bänden privatdienstlicher Schriftwechsel von Major Engel (mit Berichten über die Lage der Wolhyniendeutschen und Briefen aus dem Kessel von Stalingrad) lediglich eine Abschrift des sogenannten Hoßbach-Protokolls (1937), der Telegrammwechsel zwischen Kaiser Wilhelm II. und Adolf Hitler zur französischen Kapitulation (1940), Unterlagen zur Rückführung der Legion Condor aus Spanien (1938/39) und ein Vortrag in der Reichskanzlei zum Unternehmen &quot;Barbarossa&quot; (14. Juni 1941). Zwei Bände vom Brieftagebuch der aus dem Führerhauptquartier nach Berlin zurückgegebenen Kurierpost (mit Führer-Vorlagen, Strafsachen und Gnadengesuche mit Namensangaben, Verleihung von Auszeichnungen 1942 bis 1945) und drei Bände zur Sonderbetreuung von Angehörigen gefallener Ritterkreuzträger (u.a. Vorgang Dietl 1943 bis 1944) befinden sich ebenfalls im Bestand.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Nachdem schon unter Hindenburg die Adjutantur des Reichspräsidenten eingerichtet worden war, wurde nach seinem Tod ein Adjutant der Reichswehr bzw. Wehrmacht beim &quot;Führer und Reichskanzler&quot; ernannt (Oberst Hoßbach von 1934-1938, dann Oberst, später Generalmajor Schmundt). Die Adjutantur war dem Wehrmachtzentralamt (RW 3) als selbständige Gruppe angegliedert. Sie wurde später durch Repräsentanten der drei Wehrmachtteile (Marine: Kapitän z.S. v. Puttkamer; Luftwaffe: Hauptmann Curt Mantius, ab 1937 Major v.Below; Heer: Major Engel) ergänzt.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 47: Kommandant des Führerhauptquartiers</p>
                      <p>N 24: Friedrich Hoßbach (243 AE)</p>
                      <p>N 118: Gerhard Engel (6 AE)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Kluge, Dankwart: Das Hoßbach-Protokoll. Zerstörung einer Legende. Augsburg 1980</p>
                      <p>Hoßbach, Friedrich: Zwischen Wehrmacht und Hitler, 1934-1938. Göttingen 1965</p>
                      <p>von Kotze, Hildegard (Hrsg): Heeresadjutant bei Hitler 1938-1943. Aufzeichnungen des Major Engel. Stuttgart 1974</p>
                      <p>Below, Nikolaus v.: Als Hitlers Adjutant, 1937-1945. Mainz 1980</p>
                      <p>Feuersenger, Marianne: Mein Kriegstagebuch. Führerhauptquartier und Berliner Wirklichkeit. Freiburg 1983</p>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 44-I</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Führungsstab A (Nord)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1945-12-31">1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>112 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,9 lfm</extent>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Der Bestand RW 44 I besteht nur aus Überlieferungssplittern. Er ist kein registraturmäßig gewachsenen Bestand, sondern erst eine spätere archivarische Schöpfung. Der Bestand wurde erst nach der Rückführung des Schriftgutes im Rahmen von Ordnungsarbeiten gebildet.</p>
                      <p>Überliefert sind insbesondere Unterlagen (109 Akten) über Organisationsfragen und Dienstbetrieb (u.a. Stabsbefehle des Hauptquartiers), ferner Denkschriften und Ausarbeitungen zur Neugliederung des OKW (einschließlich Kriegsgliederungen, Stellenbesetzungen und Stärken einzelner Abteilungen und Formationen), Akten über die Kapitulationsverhandlungen, Befehle zur Durchführung des Waffenstillstandes und Dokumente zur Zusammenarbeit mit der alliierten Überwachungskommission. Außerdem liegen Berichte über das Verlustwesen, Befehle zur Transportlage und zum Personalwesen sowie eine Sammlung von Agentur- und Rundfunkmeldungen vor.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Seit Rückkehr des Wehrmachtführungsstabes (WFSt) aus Bad Nauheim, wo er sich während der Ardennen-Offensive 1944/45 befunden hatte, war er im Lager &quot;Maybach I&quot; bei Zossen untergebracht. Hitler hatte am 16. Januar 1945 wieder die Reichskanzlei bezogen, der Chef OKW, Generalfeldmarschall Keitel, und der Chef WFSt, Generaloberst Jodl, hatten in ihren Dienstwohnungen in Berlin-Dahlem Quartier genommen.</p>
                      <p>Als sich die Gefahr einer Spaltung des Reichsgebietes in einen nördlichen und einen südlichen Teil abzeichnete, wurde die Errichtung von getrennten Führungsstäben für beide Räume vorgesehen. Am 11. und 12. April 1945 befahl Hitler die Bildung von jeweils zwei Außenkommandostellen durch die Kommandobehörden des OKW und des OKH. Durch &quot;Führerbefehl&quot; vom 15. April wurden für den nördlichen Raum Großadmiral Dönitz und für den südlichen Generalfeldmarschall Kesselring zu Oberbefehlshabern bestimmt, und zwar für den Fall, dass die Landverbindung in Mitteldeutschland unterbrochen und Hitler in dem jeweiligen betreffenden Raum selbst nicht anwesend war.</p>
                      <p>Am Nachmittag des 20. April musste wegen des sowjetischen Vordringens das Hauptquartier in die Luftschutzschule Wannsee verlegt werden. Da Hitler zunächst beabsichtigte, den Krieg vom Südraum aus weiterzuführen, erging am 20. April der Befehl, den größten Teil des OKW nach Süddeutschland zu verlegen. Zwei Tage später entschloss sich Hitler, in Berlin zu bleiben. Hitler akzeptierte Jodls Vorschlag, den Kampf um Berlin durch das OKW führen zu lassen.</p>
                      <p>Die Reste des OKW sammelten sich in Krampnitz, dann im Lager Neu-Roofen südwestlich von Fürstenberg. Am 25. April befahl Hitler die Übernahme der Führung aller Operationen durch das OKW nach den Weisungen des Chefs des Generalstabs des Heeres und schloss dabei den für Großadmiral Dönitz vorbereiteten Führungsstab A vorläufig von Führungsaufgaben aus. Damit ging die Führung der Operationen im Osten, dem OKH-Kriegsschauplatz, auf das OKW über. Am 26. April wurde die Führungsgruppe des Generalstabes des Heeres mit dem WFSt vereinigt und dem Chef WFSt unterstellt. Am Abend des 29. April verlegte das OKW nach Dobbin.</p>
                      <p>Großadmiral Dönitz war nach einem letzten Besuch in der Reichskanzlei am 21. April mit seinem persönlichen Stab und den anderen Teilen des OKM in das neue Hauptquartier nach Plön gefolgt. Er wurde am 30. April um 18.35 Uhr durch Funkspruch von Reichsleiter Bormann als Nachfolger von Hitler eingesetzt und gab in einem Aufruf seine Nachfolge als Staatsoberhaupt und Oberster Befehlshaber der Wehrmacht bekannt. Keitel und Jodl stießen am Abend des 1. Mai zum inzwischen nach Neustadt/Holstein verlegten Hauptquartier des OKW, das dann am 3. Mai nach Flensburg-Mürwik umzog. Nach der Teilkapitulation am 5. Mai wurde ein Verbindungsstab unter General Kinzel zur britischen 21. Armeegruppe (Generalfeldmarschall Montgomery) errichtet. Am selben Tag bildete Dönitz die &quot;Geschäftsführende Reichsregierung&quot; unter Reichminister Schwerin von Krosigk. Nach dem Abschluss der Gesamtkapitulation im Hauptquartier von General Eisenhower in Reims am 7. Mai wurde eine aus US-Amerikanern und Engländern bestehende alliierte Kontrollkommission gebildet. Eine sowjetische folgte am 17. Mai. Am 23. Mai wurden die restlichen Teile des OKW sowie die &quot;Geschäftsführende Reichsregierung&quot; von den Westalliierten gefangen genommen.</p>
                      <p>Vorprovenienz: OKW/Wehrmachtführungsstab</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>R 62 Geschäftsführende Reichsregierung Dönitz</p>
                      <p>RM 7 Seekriegsleitung</p>
                      <p>RW 4 Wehrmachtführungsstab</p>
                      <p>RW 44 II Oberkommando der Wehrmacht/Führungsstab &quot;B&quot; (Süd)</p>
                      <p>RW 54 Formationen und Dienststellen zur Abwicklung der Wehrmacht</p>
                      <p>N 54 Wilhelm Keitel</p>
                      <p>N 69 Alfred Jodl</p>
                      <p>N 236 Karl Dönitz</p>
                      <p>N 374 Hans Georg von Friedeburg</p>
                      <p>N 648 Erich Dethleffsen</p>
                      <p>N 654 August Winter</p>
                      <p>N 750 Albert Kesselring</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guide to German Records Microfilmed at Alexandria. Washington 1958ff , Bd. 18</p>
                      <p>Goebbels, Joseph: Tagebücher 1945. Die letzten Aufzeichnungen. Hamburg 1977</p>
                      <p>Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtführungsstab). Bd. IV: 1. Januar 1944-22. Mai 1945. Hrsg. von Percy E. Schramm. Frankfurt 1965</p>
                      <p>Loßberg, Bernhard v.: Im Wehrmachtführungsstab. Bild eines Generalstabsoffiziers. Hamburg 1949</p>
                      <p>Macksey, Kenneth: Generaloberst Alfred Jodl. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. Hrsg. v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 1. Darmstadt 1998, S. 102-111</p>
                      <p>Mühlen, Bengt von zur/ Bauer, Frank u.a. (Hrsg.): Der Todeskampf der Reichshauptstadt. Berlin , Kleinmachnow 1994</p>
                      <p>Müller, Rolf Dieter/Ueberschär Gerd R.: Kriegsende 1945. Die Zerstörung des Deutschen Reiches. Frankfurt 1994</p>
                      <p>Scheurig, Bodo: Alfred Jodl. Gehorsam und Verhängnis. Frankfurt am Main, Berlin 1991.</p>
                      <p>Schramm, Percy Ernst (Hrsg.): Die Niederlage 1945. Aus dem Kriegstagebuch des OKW.. München 1982</p>
                      <p>Schultz-Naumann, Joachim: Die letzten dreißig Tage. Das KTB des OKW April bis Mai 1945. Die Schlacht um Berlin. München 1980</p>
                    </relatedmaterial>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 44-II</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Führungsstab B (Außenstelle OKW-Süd)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1945-01-01/1945-12-31">1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>22 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_16c81bc3-6da0-4f14-939b-f4a3a54c4c16"/>
                      </p>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Der Teilbestand, RW 44 II, besteht nur aus wenigen Überlieferungssplittern. Insgesamt sind wohl im Südraum sehr viel umfangreichere Vernichtungsaktionen, auch unter dem mitgeführten Registraturgut des OKW, vorgenommen worden. Es ist anzunehmen, dass die Außenstelle OKW-Süd bei Annährung der Amerikaner auch das im laufenden Geschäftsgang befindliche Schriftgut weitgehend vernichtet hat.</p>
                      <p>Der Teilbestand ist kein registraturmäßig gewachsener Bestand, sondern erst eine spätere archivarische Schöpfung. Er wurde erst nach der Rückführung des Schriftgutes im Rahmen von Ordnungsarbeiten gebildet. Die wenigen Stücke des Führungsstabes B (Süd) betreffen hauptsächlich die Durchführung der Kapitulation, die Ausführung des Waffenstillstandes und die Demobilmachung (insg. 18 Akten).</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Seit Rückkehr des Wehrmachtführungsstabes (WFSt) aus Bad Nauheim, wo er sich während der Ardennen-Offensive 1944/45 befunden hatte, war er im Lager &quot;Maybach I&quot; bei Zossen untergebracht. Hitler hatte am 16. Januar 1945 wieder die Reichskanzlei bezogen, der Chef OKW, Generalfeldmarschall Keitel, und der Chef WFSt, Generaloberst Jodl, hatten in ihren Dienstwohnungen in Berlin-Dahlem Quartier genommen.</p>
                      <p>Als sich die Gefahr einer Spaltung des Reichsgebietes in einen nördlichen und einen südlichen Teil abzeichnete, wurde die Errichtung von getrennten Führungsstäben für beide Räume vorgesehen. Am 11. und 12. April 1945 befahl Hitler die Bildung von jeweils zwei Außenkommandostellen durch die Kommandobehörden des OKW und des OKH. Durch &quot;Führerbefehl&quot; vom 15. April wurden für den nördlichen Raum Großadmiral Dönitz und für den südlichen Generalfeldmarschall Kesselring zu Oberbefehlshabern bestimmt, und zwar für den Fall, dass die Landverbindung in Mitteldeutschland unterbrochen und Hitler in dem jeweiligen betreffenden Raum selbst nicht anwesend war.</p>
                      <p>Am Nachmittag des 20. April musste wegen des sowjetischen Vordringens das Hauptquartier in die Luftschutzschule Wannsee verlegt werden. Da Hitler zunächst beabsichtigte, den Krieg vom Südraum aus weiterzuführen, erging am 20. April der Befehl, den größten Teil des OKW nach Süddeutschland zu verlegen. In Wannsee wurden die für den Süden bestimmten Stäbe aufgeteilt in Teile, die sofort auf dem Landmarsch aufbrachen, und in eine Restgruppe, bestehend aus dem Chef WFSt, fast der ganzen Operationsabteilung und Teilen der Quartiermeisterabteilung des WFSt, die vorläufig noch in Berlin benötigt wurde und auf dem Luftwege nachgeführt werden sollte. Voll arbeitsfähig wäre in diesem Fall nur der Führungsstab Süd gewesen. Zwei Tage später entschloss sich Hitler, in Berlin zu bleiben. Er befahl Keitel, Jodl und Bormann, sich in den Südraum zu begeben und dort die Führung zu übernehmen. Sie lehnten dies aber ab. Hitler akzeptierte n Jodls Vorschlag, den Kampf um Berlin durch das OKW führen zu lassen.</p>
                      <p>Die Reste des OKW sammelten sich in Krampnitz, dann im Lager Neu-Roofen südwestlich von Fürstenberg. Am 25. April befahl Hitler die Übernahme der Führung aller Operationen durch das OKW nach den Weisungen des Chefs des Generalstabs des Heeres und schloss dabei den für Großadmiral Dönitz vorbereiteten Führungsstab A vorläufig von Führungsaufgaben aus. Damit ging die Führung der Operationen im Osten, dem OKH-Kriegsschauplatz, auf das OKW über. Im Südraum sollte das OKW mit Hilfe des Führungsstabes B die Operationen leiten. Am 26. April wurde die Führungsgruppe des Generalstabes des Heeres mit dem WFSt vereinigt und dem Chef WFSt unterstellt. Am Abend des 29. April verlegte das OKW nach Dobbin.</p>
                      <p>Dönitz war am 30. April um 18.35 Uhr durch Funkspruch von Reichsleiter Bormann als Nachfolger von Hitler eingesetzt worden</p>
                      <p>Nach der Teilkapitulation am 5. Mai wurde ein Verbindungsstab unter General Kinzel zur britischen 21. Armeegruppe (Generalfeldmarschall Montgomery) errichtet. Am selben Tag bildete Dönitz die &quot;Geschäftsführende Reichsregierung&quot; unter Reichminister Schwerin von Krosigk. Nach dem Abschluss der Gesamtkapitulation im Hauptquartier von General Eisenhower in Reims am 7. Mai wurde eine aus Amerikanern und Engländern bestehende alliierte Kontrollkommission gebildet. Eine sowjetische folgte am 17. Mai.</p>
                      <p>Am 23. Mai wurden die restlichen Teile des OKW sowie die &quot;Geschäftsführende Reichsregierung&quot; von den Westalliierten gefangen genommen.</p>
                      <p>Die ersten der am 20. April nach Süden in Marsch gesetzten Teile des Führungsstabes B trafen am 23. April in Berchtesgaden ein, am nächsten Tag folgte der stellvertretende Chef des WFSt, Generalleutnant Winter, der sich die anwesenden Teile des Generalstabs des Heeres unterstellte und den Führungsstab B neu gliederte (siehe Anlage 1). Wegen Gefährdung durch Luftangriffe wurde der Stab am 27. April an den Königssee verlegt. Nach der Entscheidung Hitlers vom 25. April, dem OKW die Gesamtführung der Operationen zu übertragen, führte dieses im Nordraum unmittelbar, im Südraum mit Hilfe des Führungsstabes B. Verbindung zwischen beiden Stäben bestand durch Funk und Kurierflugzeuge. Als sich der Süd-Stab am 3. Mai auf die Verlegung ins Gebirge vorbereitete, wurde er von US-amerikanischen Truppen überrollt und gefangen genommen. Die US-Streitkräfte benutzten ihn zur Abwicklung der Kapitulation. Zu diesem Zweck wurde er am 15. Mai erneut umgebildet (siehe Anlage 2).</p>
                      <p>Vorprovenienz: OKW/Wehrmachtführungsstab</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>R 62 Geschäftsführende Reichsregierung Dönitz</p>
                      <p>RM 7 Seekriegsleitung</p>
                      <p>RW 4 Wehrmachtführungsstab</p>
                      <p>RW 44 I Oberkommando der Wehrmacht/ Führungsstab &quot;A&quot; (Nord)</p>
                      <p>RW 54 Formationen und Dienststellen zur Abwicklung der Wehrmacht</p>
                      <p>N 54 Wilhelm Keitel</p>
                      <p>N 69 Alfred Jodl</p>
                      <p>N 236 Karl Dönitz</p>
                      <p>N 374 Hans Georg von Friedeburg</p>
                      <p>N 648 Erich Dethleffsen</p>
                      <p>N 654 August Winter</p>
                      <p>N 750 Albert Kesselring</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guide to German Records Microfilmed at Alexandria. Washington 1958ff</p>
                      <p>Brückner, Joachim: Kriegsende in Bayern 1945. Freiburg 1987</p>
                      <p>Die Niederlage 1945. Aus dem Kriegstagebuch des OKW. Hrsg. V. Percy Schramm. München und KTB des OKW. Bd. IV: 1.1.1944-27.5.1945</p>
                      <p>Goebbels Tagebücher 1945</p>
                      <p>Müller, Rolf Dieter/Ueberschär Gerd R.: Kriegsende 1945. Frankfurt 1994</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 62</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Nationalsozialistischer Führungsstab des OKW</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1943-01-01/1945-12-31">1943-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <otherfindaid>
                      <p>
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                </c>
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                    <unittitle>Amt Ausland/Abwehr</unittitle>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 5</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Amt Ausland/Abwehr</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1921-01-01/1945-12-31">1921-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>746 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>19,3 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Zentralabteilung: Geschäftsverteilungspläne u.a. Organisationsunterlagen, auch für nachgeordnete bzw. Abwehrdienststellen (1935-1944); Besoldungs- und Laufbahnvorschriften; Erkennungsmarkenverzeichnisse; einzelne Personalunterlagen, insbesondere von V-Leuten (1939-1945); Akten mit Personal-, Ausbildungs- und Haushaltsangelegenheiten; Bereitstellung von Devisen für Einsätze im Ausland (1935-1944); sonstige Dienststellenverwaltung (z.B. Bewirtschaftungs- und Beschaffungsangelegenheiten); insg. ca. 100 Bde.</p>
                      <p>Amtsgruppe Ausland: Aktenserien über Außen-, Wirtschafts- und Wehrpolitik einzelner Länder und Ländergruppen (ca. 170 Bde, 1934-1944); Berichte des Aufklärungsausschusses Hamburg-Bremen über einzelne Länder (ca. 60 Bde, 1939-1945); Nachrichten und Übersichten von der und an die Abteilung (ca. 40 Bde, 1939-1945); Berichte &quot;Fremde Handelsschiffahrt&quot; (1940-1942); Akten über Behandlung deutscher Kriegsgefangener und Internierter (1939-1943); Völkerrecht und -verletzungen (1939-1944); Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz 1939-1942); Seekrieg (1939-1942); Gaskriegsvorbereitung im Ausland und Gasabwehr 1933-1943); Abrüstungsfragen (1934-1935); Pressemeldungen über deutsche Verstöße gegen der Versailler Vertrag (1933-1935).</p>
                      <p>Für die verlorengegangenen Akten der Amtsgruppe Abw. I bieten allein die wenigen Dokumente von Abwehrstellen Ersatz (Bestand: RW 49).</p>
                      <p>Amtsgruppe Abwehr II: Kriegstagebuch des Gruppenleiters GM E. Lahousen (3 Bde, 1939-1943, mit Aufzeichnungen einzelner Aktionen); Ausarbeitung &quot;Geheimer Nachrichtendienst und Spionageabwehr des Heeres&quot; für die Zeit von 1866-1917 (15 Bde); Ausbildungsunterlagen (1939-1944); Schriftwechsel mit Abwehrstellen in den Wehrkreisen I, IV und VIII (1934-1939, v.a. Personalunterlagen); Vorgänge über V-Leute und einzelne Unternehmen (1940-1944); insg. ca. 50 Bde.</p>
                      <p>Amtsguppe Abwehr III: Sammlung von Geheimerlassen, Verfügungen und Runderlassen (1935-1940); Anleitungen für den Abwehrunterricht (1937-1942); Innere Sicherheit, auch Einzelfälle (1940-1943); Fahndungslisten (1940); Geheimschutz; Überwachung der Wirtschaft (1933-1945); Überwachung von Ausländern, auch Kriegsgefangenen; Unterlagen über feindliche Agentenschulen (1943/44); einzelne Unternehmen (1941-1943); insg. 60 Bde.</p>
                      <p>32 Bände beinhalten Entzifferungsberichte der Chiffrierstelle (1925-1933).</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>In der Heeresstatistischen Abteilung des Truppenamtes wurde 1920 eine Spionageabwehrgruppe mit zwei Referaten für Spionage und Sabotageabwehr im Osten und Westen gebildet. Aus ihr ging 1935 die Abwehrabteilung im Reichswehr- bzw. Reichskriegsministerium hervor. 1938 wurde sie in Amtsgruppe Auslandsnachrichten und Abwehr im OKW, im Oktober 1939 schließlich in Amt Ausland/Abwehr umbenannt.</p>
                      <p>Das Amt gliederte sich in fünf Abteilungen:</p>
                      <p>Zentralabteilung (Aufgabe: Organisation und Verwaltung) mit Gruppen:</p>
                      <p>Z O- Offizierspersonalien</p>
                      <p>Z K- Zentralkartei und ZKV-Zentralkartei der V-Leute</p>
                      <p>Z B- außenpolitische Berichterstattung</p>
                      <p>Z R- Rechtsangelegenheiten</p>
                      <p>Z F- Finanzen, Verbindung mit den Devisenschutz-Kommandos</p>
                      <p>Z Reg und Z Arch- Registratur und Materialverwaltung sowie Archiv</p>
                      <p>Abteilung/Amtsgruppe Ausland (auslands- und wehrpolitischer Nachrichtendienst; Auswertung der Presse, Literatur und Rundfunk; Verbindung zu den deutschen Militärattachés im Ausland und den ausländischen in Berlin sowie den deutschen Militärmissionen; völkerrechtliche Fragen der Kriegführung; Lageberichte) mit Gruppen:</p>
                      <p>Ausland I- Militärpolitischer Unterrichtung der Wehrmachtführung</p>
                      <p>Ausland II- Außenpolitische Fragen, Presseberichte</p>
                      <p>Ausland III- Völkerrechtsfragen</p>
                      <p>Ausland IV- Versorgung der Kriegsschiffe und Blockadebrecher</p>
                      <p>Chefgruppe- Adjutantur, Personal, Unterkunft, Fahrzeuge</p>
                      <p>Abwehr I (Beschaffung von militärisch-, rüstungs- und kriegswichtigen Nachrichten im Ausland; Aufbau einer Meldorganisation und eines Agentennetz mit Leit- und Anlaufstellen, Briefkästen, Funk- und Kurierverbindungen im Ausland), unterteilt in Gruppen:</p>
                      <p>I Z- Zentral- und Chefbüro</p>
                      <p>I H(eer)- Spionage gegen fremde Heere mit Untergruppe</p>
                      <p>I H West und I H Ost- Erkundungen im Westen und Osten</p>
                      <p>I M(arine)- Spionage gegen fremde Marinen</p>
                      <p>I L(uftwaffe)- Spionagen gegen fremde Luftwaffen</p>
                      <p>I T(echnik) L(uft)w(affe)- Spionage gegen fremde Luftfahttechnik</p>
                      <p>I Wi(rtschaft)- Spionage gegen fremde Wirtschaft</p>
                      <p>I G- Laboratorien, u.a. falsche Dokumente, Geheimtinten, Fotolabor</p>
                      <p>I i- Funkwesen, insb. Übermittlung, Agentenfunknetz, Verkehr</p>
                      <p>I T(echnik)- Spionage gegen fremde Technik</p>
                      <p>I K(riegs)O(rganisationen)-Verbindung zu den Kriegsorgan. in den neutralen Ländern)</p>
                      <p>Abwehr II (Sabotage; aktiver Sabotageschutz; Ausbildung für und Vorbereitung von Kommandounternehmen) mit Gruppen:</p>
                      <p>II A- Chefbüro</p>
                      <p>II West (weiter unterteilt in Nord und Süd)</p>
                      <p>II Ost (ebenfalls unterteilt in Nord und Süd)</p>
                      <p>II Südost</p>
                      <p>II Übersee</p>
                      <p>II Technik</p>
                      <p>sachlich unterstellt: Frontaufklärungskommandos und -trupps sowie Truppenteile und Formationen der &quot;Brandenburger&quot;</p>
                      <p>Abwehr III (v.a. Abwehrschutz in der Wehrmacht, aber auch in zivilen Bereichen; Bekämpfung von Spionage und Landesverrat; Infiltration gegnerischer Nachrichtendienste) mit</p>
                      <p>III A/Chefgruppe- Adjutantur</p>
                      <p>III C- Militärischer Geheimhaltungs- und Abwehrschutz; Sicherheit der Zivilbehörden, mit denen die Wehrmacht in Verbindung ist; Verbindung zum RSHA; OKW-Paßstelle</p>
                      <p>III C 1- Behörden</p>
                      <p>III C 2- übrige zivile Sektor, ohne Wirtschaft</p>
                      <p>III D- Irreführung des Gegners, Doppelagenten (sog. Spielmaterial)</p>
                      <p>III F- Gegenspionage gegen fremde Nachrichtendienste, besonders im Ausland (KO)</p>
                      <p>III F fu- Fahndungsfunk</p>
                      <p>III G- Gutachten bei Landesverrat</p>
                      <p>III K- Funkabwehr (ging zu Beginn des Krieges auf Wehrmachtführungsstab über)</p>
                      <p>III Kgf- Abwehr in den Kriegsgefangenenlagern</p>
                      <p>III N- Verbindung zur Presse; Schutz des eigenen Funk-, Telefon- und Telegafennetzes</p>
                      <p>III U- Interne Auswertung, Ergebnisse der Gegenspionage; Abwehrunterricht</p>
                      <p>III W- Führungsgruppe Wehrmacht mit Untergruppen</p>
                      <p>III H- Abwehr im Heer, insb. Geheimnisschutz und Erhaltung der Moral</p>
                      <p>III L- Abwehr in der Luftwaffe</p>
                      <p>III M- Abwehr in der Marine</p>
                      <p>bei der Fronttruppe waren die Abwehroffiziere in der Abteilung Ic angesiedelt</p>
                      <p>III Wi/Rü- Gegenspionage in der eigenen Wirtschaft und Rüstung</p>
                      <p>Die zum Heer gehörige &quot;Geheime Feldpolizei&quot; im Bereich der Militärbefehlshaber unterstand bis Anfang 1942 der Abwehrabteilung III. Dann wurden ihre Angehörigen zum großen Teil in die Sicherheitspolizei eingegliedert.</p>
                      <p>Außerdem bestanden Auslandsbrief- und Telegrammprüfstellen; sie waren den örtlich zuständigen Abwehrstellen angegliedert.</p>
                      <p>Nachdem einzelne Aufgabenbereiche und Teile des Amtes dem Reichsführer-SS bereits mit dem Führerbefehl vom 12.2.1944 zugeschlagen worden waren (Amt MIL. des RSHA), unterstellte man die Abwehrabteilungen nach dem 20. Juli 1944 endgültig dem Chef der Sicherheitspolizei und des SD, lediglich die Abteilung Ausland und die Truppenabwehr (einschließlich der bei den stellvertretenden Generalkommandos, den Militär- und Wehrmachtbefehlshabern in den noch besetzten Gebieten eingesetzten Abwehroffizieren) wurde dem Wehrmachtführungsstab zugeschlagen (OKW/WFSt/Ag.Ausl.)</p>
                      <p>Vorprovenienzen: Abwehrabteilung im Reichswehr- bzw. Reichskriegsministerium</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>RW 49 (Nachgeordnete Dienststellen und Einheiten des Amtes Ausland/Abwehr)</p>
                      <p>RH 2 (OKH/Generalstab d. Heeres, hier v.a.: Abt. Fremde Heere, Attaché-Abt.)</p>
                      <p>RH 67 (Militärattachés / Attachégruppen im Generalstab des Heeres)</p>
                      <p>RM 11 (Marineattachégruppe der Reichsmarine und Kriegsmarine)</p>
                      <p>RM 12-II (Marineattachés der Reichsmarine und Kriegsmarine)</p>
                      <p>N 565 (Nachlass Bürkner, Leopold (Ltr. Abt. Ausland)</p>
                      <p>N 104 (Nachlass Großcurth, Helmut (Leiter Amtsgruppe II von 1938-1938) und IfZ)</p>
                      <p>N 506 (Nachlass Freund, Hans (Oberregierungsrat)</p>
                      <p>Nachlass von Erwin Lahousen (2 Bde Tagebücher 1939-1943) im Institut für Zeitgeschichte</p>
                      <p>N 365 (Nachlass v. Freytag-Loringhoven, Wessel Frhr. (Ltr. Abw.Abt. II) nur 3 AE! (keine Angaben zur unmittelbaren Geheimdiensttätigkeit) und IfZ, Best. ZS 658)</p>
                      <p>N 603 ( Nachlass Wagner, Otto (Oberst, Leiter KO-Bulgarien-Sofia; 0,6 lfm unerschlossen)</p>
                      <p>B 472 (Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Angehöriger der Abwehr (AGEA)</p>
                      <p>R 58 Reichsicherheitshauptamt (Bundesarchiv-Abteilung R)</p>
                      <p>Akten:</p>
                      <p>MSG 2/4494 Aufstellung und Einsatz des Sonderkommandos &quot;Rosenkranz&quot; des Amtes Abwehr in Nordafrika, zusammengestellt aus arabischen Freiwilligen in Nordafrika.- Materialsammlung von Franz Wimmer-Lamquet</p>
                      <p>MSG 2/5943 Sonderkommando Dora.- Bericht über einen Aufklärungs- und Bildflug Tibesti (Kopie)</p>
                      <p>MSG 2/5944 Sonderkommando Dora.- Technische Gruppe.- Vorläufiger Ergebnisbericht über eine Erkundung in der mittleren libyschen Sahara zwischen der Oase Sebha (Hou) und Gat (15. November 1942 - Kopie)</p>
                      <p>MSG 2/5945 Sonderkommando Dora.- Karten (Kopien), bis auf 3 - Maßstab 1:200000</p>
                      <p>MSG 2/5946 Sonderkommando Dora.- Literaturverzeichnis zum Thema: Erkundungen in der libyschen Sahara (Kopien)</p>
                      <p>MSG 2/17734 Materialsammlung zu &quot;Unternehmen Salaam&quot;, &quot;Unternehmen Dora II&quot;und &quot; Unternehmen von Leipzig&quot;</p>
                      <p>MSG 3/667 Die Nachhut.- Informationsorgan für Angehörige der ehem. Militärischen Abwehr.- Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft ehem. Abwehrangehöriger - AGEA -</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va., Bd. 18</p>
                      <p>Abshagen, Karl-Heinz: Canaris. Patriot und Weltbürger. Stuttgart, 1957</p>
                      <p>Bartz, Karl: Die Tragödie der deutschen Abwehr. Preuß. Oldendorf 1972</p>
                      <p>Benzing, Klaus: Der Admiral. Leben und Wirken. Nördlingen, 1973</p>
                      <p>Bentzien, Hans: Division Brandenburg. Die Rangers von Admiral Canaris. Berlin 2004</p>
                      <p>Brammer, Uwe: Spionageabwehr und &quot;Geheimer Meldedienst&quot;. Die Abwehrstelle im Wehrkreis X Hamburg 1935 - 1945. Freiburg i.Br. 1989</p>
                      <p>Brissaud, André: Canaris, 1887-1945. Frankfurt a.M. 1976</p>
                      <p>Buchheit, Gert: Der deutsche Geheimdienst. Geschichte der militär. Abwehr, München, 1969</p>
                      <p>Charisius, A und Mader, J.: Nicht länger geheim. Entwicklung, System und Arbeitsweise des imperialistischen deutschen Geheimdienstes. Berlin, 1980</p>
                      <p>Dieterle, Otto: Geschichte der Brandenburger zbV 800 und ihre &quot;Kommando-Einsätze&quot;. Tuttlingen 2009 [unveröffentlichtes Manuskript]</p>
                      <p>Dulles, Allen W.: Der lautlose Krieg. 39 berühmte Spionagefälle. München, 1968</p>
                      <p>Farago, Ladislas: Das Spiel der Füchse. Deutsche Spionage in England und den USA 1918 - 1945. Frankfurt/M. und Berlin 1972</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: ...und lauschten für Hitler. Geheime Reichssache: Die Abhörzentralen des Dritten Reiches. Bonn 1991</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: Der andere Auftrag. Agenteneinsätze deutscher U-Boote im Zweiten Weltkrieg. Bonn 1997</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: Tief im Hinterland des Gegners. Bonn, 1999</p>
                      <p>Großcurth, H.: Tagebücher eines Abwehroffiziers. 1970</p>
                      <p>Hagen, Walter [d.i. Höttl, Wilhelm]: Die geheime Front. Organisation, Personen und Aktionen des deutschen Geheimdienstes. Stuttgart 1950</p>
                      <p>Höhne, Heinz: Canaris. Patriot im Zwielicht. München, 1976</p>
                      <p>Krieger, Wolfgang: Geschichte der Geheimdienste. Von den Pharaonen bis zur CIA. München 2009</p>
                      <p>Kriegsheim, Herbert: Getarnt, getäuscht und doch getreu. Die geheimnisvollen &quot;Brandenburger&quot;. Berlin 1958</p>
                      <p>Kurowski, Franz: Deutsche Kommandotrupps 1939 - 1945. &quot;Brandenburger&quot; und Abwehr im weltweiten Einsatz. Stuttgart 2000</p>
                      <p>Kurowski, Franz: Deutsche Kommandotrupps 1939 - 1945. &quot;Brandenburger&quot; und Abwehr im weltweiten Einsatz. Band II. Stuttgart 2003</p>
                      <p>Leverkuehn, Paul: Der geheime Nachrichtendienst der deutschen Wehrmacht im Kriege, Frankfurt a.M., 1957</p>
                      <p>Menzel, Thomas: Organisationsgeschichte des Amtes Ausland/Abwehr im Spiegel der Aktenüberlieferung im Bundesarchiv-Militärarchiv, Freiburg i.Br.. in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 67 (2008) Heft 1</p>
                      <p>Müller, Michael: Canaris: Hitlers Abwehrchef. Berlin 2006.</p>
                      <p>Piekalkiewicz, Janusz: Spione, Agenten, Soldaten. Geheime Kommandos im Zweiten Weltkrieg. München 1969</p>
                      <p>Reile, Oscar: Der deutsche Geheimdienst im II. Weltkrieg. Ostfront. Die Abwehr im Kampf mit den Geheimdiensten im Osten. Wien 1990</p>
                      <p>Reile, Oscar: Der deutsche Geheimdienst im II. Weltkrieg. Westfront. Der Kampf der Abwehr im westlichen Operationsgebiet, in England und Nordafrika. Wien 1990</p>
                      <p>Reile, Oscar: Geheime Ostfront. Die deutsche Abwehr im Osten 1921 - 1945. München, Wels 1963</p>
                      <p>Reile, Oscar: Geheime Westfront. Die Abwehr 1935 - 1945. München, Wels 1962</p>
                      <p>Roewer, Helmut, Schäfer, Stefan und Uhl, Matthias: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. München 2003</p>
                      <p>Schmidt, Jürgen W. (Hrsg.): Spione, Betrüger, Geheimoperationen. Fallstudien und Dokumente aus 275 Jahren Geheimdienstgeschichte. Berlin 2015</p>
                      <p>Schmidt, Jürgen W. (Hrsg.): Spionage, Doppelagenten und Islamistische Bedrohung, Ludwigsfelder Verlagshaus 2017</p>
                      <p>Schramm, Wilhelm v.: Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg. München, Wien, 1974</p>
                      <p>Siedentopf, Monika: Unternehmen Seelöwe. Widerstand im deutschen Geheimdienst. München 2014.</p>
                      <p>Solikow, M. Graf: Ich war mitten drin. 1980</p>
                      <p>Spaeter, Helmuth: Die Brandenburger. Eine deutsche Kommandotruppe zbV 800. München 1978</p>
                      <p>Weiße, Günther K.: Geheime Nachrichtendienste und Funkaufklärung im Zweiten Weltkrieg. Deutsche und alliierte Agentenfunkdienste in Europa 1939 - 1945. Graz 2009</p>
                      <p>Witzel, Dietrich F.: Kommandoverbände der Abwehr II im Zweiten Weltkrieg. in: Militärgeschichtliches Beiheft zur Europäischen Wehrkunde. 5. Jahrgang, Heft 5 (Okt. 1990)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Bearbeitungshinweis</head>
                      <p>Die Akten wurden 2015 in der Datenbank erfasst.</p>
                      <p>Die amtlichen Druckschriften im Bestand RWD 10 wurden 2015 in den Bestand RW 5 übernommen.</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 49</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Nachgeordnete Dienststellen und Einheiten des Amtes Ausland/Abwehr</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1928-01-01/1945-12-31">1928-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>471 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>13,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_4ffebcba-91d9-4b41-9830-1b139e0bcd98"/>
                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Während von den Abwehrstellen in den Wehrkreisen III, V, VI, IX und XVII nur einzelne Aktensplitter überliefert sind und von den Abwehrstellen in den Wehrkreisen XI, XII und XVIII gar nichts erhalten geblieben ist, sind von der Abwehrstelle VII, München vor allem Akten über Beschaffung von Nachrichten aus der Tschechoslowakei überliefert (40 Bände, 1934-1938). Aus dem Wehrkreis X liegen Akten der Abwehrnebenstelle Bremen vor (ca. 200 Bände, 1935-1943); sie enthalten u.a. Personalakten und karteien, Berichte und Meldungen von Agenten, darunter Angehörige der Besatzung deutscher und ausländischer Handelsschiffe, aus den USA, Argentinien, Brasilien, Mexiko, den übrigen amerikanischen und einzelnen europäischen Küstenstaaten. Nur wenige Unterlagen sind von der Abwehrstellen im besetzten Frankreich und anderen besetzten Gebieten erhalten geblieben.</p>
                      <p>Darüber hinaus liegen einige wenige, aber aufschlußreiche Bände mit Unterrichtsmaterial für Aktionen in der Sowjetunion, z.B. im Kaukasus und in Kurdistan vom Lehrregiment Kurfürst vor. Die Tätigkeit der Abwehrleitstellen im Operationsgebiet, und der bis 1944 bestehenden Abwehrgruppen bei den Heeresgruppenkommandos und Abwehrtrupps (1944 in Leitstellen für Frontaufklärung, Frontaufklärungskommandos und -trupps umbenannt) spiegelt sich vielfach in den Tätigkeitsberichten der Abwehroffiziere bei den Oberkommandos der Heeresgruppen wider. Erwähnenswert sind außerdem die zahlreichen Erkennungsmarkenverzeichnisse in diesem Bestand.</p>
                      <p>Von der Division Brandenburg und ihren Vorläufern sind zahlreiche Unterlagen vorhanden, u.a. auch vom späteren Lehrregiment Kurfürst.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Der Bestand enthält die Unterlagen folgender dem Amt Ausland/Abwehr nachgeordneter Dienststellen und Einheiten:</p>
                      <p>Abwehrstellen in den Wehrkreisen</p>
                      <p>Abwehrnebenstellen in den Wehrkreisen</p>
                      <p>Abwehrstellen in den besetzten Gebieten</p>
                      <p>Lehrregiment Kurfürst</p>
                      <p>Abwehrleitstellen im Operationsgebiet</p>
                      <p>Abwehrgruppen bei den Heeresgruppenkommandos</p>
                      <p>Abwehrtrupps</p>
                      <p>Der Bestand enthält außerdem die Unterlagen der Division Brandenburg:</p>
                      <p>Aus dem Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800 (Lehrregiment Brandenburg z.b.V. 800) entstanden im Laufe des Krieges die Einheiten und Verbände mit den Nummern 800-805, die Division und Einheiten Brandenburg, das Lehrregiment Kurfürst, der Sonderverband Bergmann u.a. Zu ihren Aufgaben, die deren Angehörigen z.T. als Fallschirmspringer hinter den feindlichen Linien wahrnahmen, gehörten Sabotage, Aufwiegelung völkischer Minderheiten und Zersetzung. Im Grenadierregiment 1001 wurden ehemalige Agenten zusammengefasst, die sich beim Rückzug den deutschen Truppen anschlossen. Nachdem 1944 der Chef der Sicherheitspolizei und des SD die Abwehr übernommen hatte, wurden die Sondereinheiten aufgelöst oder umgebildet, u.a. wurde im September 1944 die Panzergrenadierdivision Brandenburg aufgestellt.</p>
                      <p>Die Unterlagen der Panzergrenadier-Division &quot;Brandenburg&quot; befinden sich im Bestand RH 26-1002</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>Bestände:</p>
                      <p>RW 5 (OKW / Amt Ausland/Abwehr )</p>
                      <p>RH 19, 20, 21, 24, 26-28 (Heeresgruppen, Armeen, Korps, Divisionen)</p>
                      <p>RH 2 (OKH/Generalstab d. Heeres, hier v.a.: Abt. Fremde Heere, Attaché-Abt.)</p>
                      <p>N 603 (Nachlass Wagner, Otto (Oberst, Leiter Kriegsorganisation/Dienststelle der Abwehr im Ausland, außerhalb des Deutschen Hoheits- od. Machtbereichs Bulgarien-Sofia; 0,6 lfm unerschlossen)</p>
                      <p>B472 (Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Abwehrangehöriger)</p>
                      <p>R 58 Reichsicherheitshauptamt (im BA, Abt. R)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va., Bd. 18</p>
                      <p>Abshagen, Karl-Heinz: Canaris. Patriot und Weltbürger. Stuttgart, 1957</p>
                      <p>Bartz, Karl: Die Tragödie der deutschen Abwehr. Preuß. Oldendorf 1972</p>
                      <p>Benzing, Klaus: Der Admiral. Leben und Wirken. Nördlingen, 1973</p>
                      <p>Bentzien, Hans: Division Brandenburg. Die Rangers von Admiral Canaris. Berlin 2004</p>
                      <p>Brammer, Uwe: Spionageabwehr und &quot;Geheimer Meldedienst&quot;. Die Abwehrstelle im Wehrkreis X Hamburg 1935 - 1945. Freiburg i.Br. 1989</p>
                      <p>Brissaud, André: Canaris, 1887-1945. Frankfurt a.M. 1976</p>
                      <p>Buchheit, Gert: Der deutsche Geheimdienst. Geschichte der militär. Abwehr, München, 1969</p>
                      <p>Charisius, A und Mader, J.: Nicht länger geheim. Entwicklung, System und Arbeitsweise des imperialistischen deutschen Geheimdienstes. Berlin, 1980</p>
                      <p>Dieterle, Otto: Geschichte der Brandenburger zbV 800 und ihre &quot;Kommando-Einsätze&quot;. Tuttlingen 2009 [unveröffentlichtes Manuskript]</p>
                      <p>Dulles, Allen W.: Der lautlose Krieg. 39 berühmte Spionagefälle. München, 1968</p>
                      <p>Farago, Ladislas: Das Spiel der Füchse. Deutsche Spionage in England und den USA 1918 - 1945. Frankfurt/M. und Berlin 1972</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: ...und lauschten für Hitler. Geheime Reichssache: Die Abhörzentralen des Dritten Reiches. Bonn 1991</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: Der andere Auftrag. Agenteneinsätze deutscher U-Boote im Zweiten Weltkrieg. Bonn 1997</p>
                      <p>Gellermann, Günther W.: Tief im Hinterland des Gegners. Bonn, 1999</p>
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                      <p>Krieger, Wolfgang: Geschichte der Geheimdienste. Von den Pharaonen bis zur CIA. München 2009</p>
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                      <p>Kurowski, Franz: Deutsche Kommandotrupps 1939 - 1945. &quot;Brandenburger&quot; und Abwehr im weltweiten Einsatz. Band II. Stuttgart 2003</p>
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                      <p>Roewer, Helmut, Schäfer, Stefan und Uhl, Matthias: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. München 2003</p>
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                      <p>Schmidt, Jürgen W. (Hrsg.): Spionage, Doppelagenten und Islamistische Bedrohung, Ludwigsfelder Verlagshaus 2017</p>
                      <p>Schramm, Wilhelm v.: Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg. München, Wien, 1974</p>
                      <p>Siedentopf, Monika: Unternehmen Seelöwe. Widerstand im deutschen Geheimdienst. München 2014.</p>
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                      <p>Weiße, Günther K.: Geheime Nachrichtendienste und Funkaufklärung im Zweiten Weltkrieg. Deutsche und alliierte Agentenfunkdienste in Europa 1939 - 1945. Graz 2009</p>
                      <p>Witzel, Dietrich F.: Kommandoverbände der Abwehr II im Zweiten Weltkrieg. in: Militärgeschichtliches Beiheft zur Europäischen Wehrkunde. 5. Jahrgang, Heft 5 (Okt. 1990)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Der Bestand enthält die Unterlagen folgender dem Amt Ausland/Abwehr nachgeordneter Dienststellen und Einheiten:</p>
                      <p>Abwehrstellen in den Wehrkreisen</p>
                      <p>Abwehrnebenstellen in den Wehrkreisen</p>
                      <p>Abwehrstellen in den besetzten Gebieten</p>
                      <p>Lehrregiment Kurfürst</p>
                      <p>Abwehrleitstellen im Operationsgebiet</p>
                      <p>Abwehrgruppen bei den Heeresgruppenkommandos</p>
                      <p>Abwehrtrupps</p>
                      <p>Der Bestand enthält außerdem die Unterlagen der Division Brandenburg und ihrer Vorgänger:</p>
                      <p>Der umgangssprachlich als „Brandenburger&quot; bekannte Verband stellt eine zunächst in Kompaniestärke aufgestellte Sonderformation der Wehrmacht dar, die unter der direkten Führung des Amtes Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht einerseits für Kommandounternehmen eingesetzt wurde und andererseits als verwaltungs- und organisationstechnische Basis der Agenten und V-Leute der Abwehr diente. Die bis dahin in deutscher militärischer Tradition unbekannte Form einer militärischen Einheit für Kommandounternehmen orientierte sich in Aufbau und Auftragswahrnehmung bewußt auch an ähnlichen Formationen anderer Armeen, die hierin zum Teil größere Tradition hatten. Die vornehmlich aus Spezialisten verschiedener Art zusammengesetzte Formation wuchs sehr schnell auf Regimentsstärke an, zunächst noch unter Tarnbezeichnungen. Im weiteren wuchs der Verband zu einer Division an, die nachwievor verstreut für spezielle Unternehmen eingesetzt wurde. Dabei erfolgten jedoch zunehmend militärische Einsätze in größerem Rahmen, die die Division mehr und mehr einem normalen Frontverband anglichen. Diese Entwicklung wurde 1944 abgeschlossen durch die Umwandlung in eine Panzer-Grenadier-Division im Befehlsbereich des Heeres.</p>
                      <p>Organisationsgeschichte:</p>
                      <p>Vorläufer (1919/20 - 1939)</p>
                      <p>Eine Wurzel der späteren „Haustruppe&quot; des Amtes Ausland/Abwehr bestand in dem 1919/20 eingerichteten „Industrieschutz Oberschlesien&quot;. Diese aus der oberschlesischen Selbstschutzbewegung entstandene bewaffnete Formation polnisch sprechender Deutscher hatte den Schutz der Industrie- und Verkehrsanlagen in dem von Polen beanspruchten oberschlesischen Gebiet zur Aufgabe und wurde mehrfach eingesetzt.</p>
                      <p>Im Zuge der Neustrukturierung der Wehrverfassung 1935 wurde der Industrieschutz Oberschlesien reaktiviert und am 15. Oktober 1939 als „Deutsche Kompanie&quot; der Abwehrstelle im Wehrkreiskommando VIII in Breslau unterstellt. Im Vorfeld des Polenfeldzuges, kurz vor Beginn der eigentlichen Kampfhandlungen, wurden Angehörige der Deutschen Kompanie (zum Teil in polnischen Uniformen) im Auftrag der Abwehr zur Besetzung verschiedener Punkte im polnischen Grenzraum eingesetzt.</p>
                      <p>Die zweite Wurzel lag im 1938 entstandenen „Sudetendeutschen Freikorps&quot;, im wesentlichen einer Auffangorganisation für aus der Tschechoslowakei geflüchtete und dort gediente oder dienstpflichtige Sudetendeutsche, aus der die Abwehr gezielt geeignetes Personal herauszog. Zusammen mit Angehörigen der Deutschen Kompanie wurden diese ebenfalls im Vorfeld des Polen-Feldzuges in Form verschiedener Kommandounternehmen eingesetzt.</p>
                      <p>Bau-Lehr-Kompanie z.b.V. 800 / Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800 (16.10.1939 - 1.6.1940)</p>
                      <p>Die Erfolge der Kommandounternehmen im Vorfeld des Polen-Feldzuges ermöglichten es dem Amt Ausland/Abwehr die bereits ausgebildeten und erfolgreich eingesetzten Männer in Form einer eigenen, direkt der Abteilung II der Abwehr (Abw II) unterstehenden Einheit geschlossen formiert zu behalten. Die „Deutsche Kompanie&quot; wurde dabei am 25. Oktober 1939 zur Tarnung in „Bau-Lehr-Kompanie z.b.V. 800&quot; umbenannt und bezog Standort in Brandenburg a.d. Havel. Sie wuchs rasch auf, erhielt am 1. und 23. November 1939 zwei weitere Kompanien und wurde bereits am 10. Januar 1940 umbenannt und umgegliedert in „Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800&quot;, wuchs jedoch weiter durch die Heranziehung von freiwilligen Spezialisten stark an. Sowohl beim „Unternehmen Weserübung&quot; als auch beim Westfeldzug waren Kompanien und Trupps dieses Bataillons im Kommandoeinsatz vor den Spitzen der einmarschierenden deutschen Truppen im Einsatz.</p>
                      <p>Lehr-Regiment Brandenburg z.b.V. 800 (1.6.1940 - 20.11.1942)</p>
                      <p>In der Folge wuchs die Einheit durch die weitere gezielte Heranziehung von Freiwilligen mit besonderen Befähigungen, vor allem Volks- und Auslandsdeutschen, auf Regimentsstärke an und wurde daher am 1. Juni 1940 entsprechend umbenannt und umgegliedert zum „Lehr-Regiment Brandenburg z.b.V. 800&quot;, nunmehr erstmals den Namen der Heimatgarnison führend. Im August 1940 wurde schließlich ein Führungsstab in Berlin gebildet, der die verstreuten Kommandoeinsätze zentral koordinieren sollte, aus dem sich der entsprechende Regimentsstab entwickelte. Das Regiment war folgendermaßen gegliedert:</p>
                      <p>I. Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800 mit 1. bis 4. Kompanie (Einsatzgebiete West und Ost)</p>
                      <p>II. Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800 mit 5. bis 8. Kompanie (Einsatzgebiet Südost)</p>
                      <p>III. Bau-Lehr-Bataillon z.b.V. 800 mit 9. bis 12. Kompanie (Einsatzgebiet West)</p>
                      <p>Dazu kamen ab Mitte 1941 eine 13. und eine 17. Kompanie.</p>
                      <p>In der Folge entstanden noch verschiedene „Legionärs-Abteilungen&quot; aus angeworbenen Ausländern mit deutschem Rahmenpersonal („Deutsch-Arabische Legion&quot;, „Montenegrinische Legion&quot;, „Indische Legion/Asad Hind&quot;, „Kaukasische Legion&quot;, „Muselmanische Legion&quot;, „Arabische Brigade&quot;, Bataillon „Nachtigall&quot;, „Afghanische Kompanie&quot;, „Persische Kompanie&quot;).</p>
                      <p>Dazu wurden im weiteren Verlauf, insb. im Zuge der Entwicklung zur Division, verschiedene Spezial-Einheiten aufgestellt (z.B. Küstenjäger-Abteilung, Fallschirmjäger-Abteilung, Gebirgsjäger-Abteilung, Tropen-Kompanie).</p>
                      <p>Hinzu kamen eigene Schulen, wie die Kampfschule Quenzsee und weitere Spezialschulen an verschiedenen Orten.</p>
                      <p>Sonderverband Brandenburg (20.11.1942 - 1.4.1943)</p>
                      <p>Am 1. November 1942 erhielt das Regiment den Status von „Sonderverbänden in überbesetzter Divisionsstärke&quot;, ab 20. November 1942 als Sonderverband Brandenburg benannt. In der Folge fand eine Umgliederung und Neuformierung zu einer Division statt, was bis April 1943 andauerte. In der Zwischenzeit firmierten die Einheiten des Regiments unter folgenden Bezeichnungen:</p>
                      <p>I. Bataillon: Verband 801</p>
                      <p>II. Bataillon: Verband 802</p>
                      <p>III. Bataillon: Verband 803</p>
                      <p>neu formiert: Verband 804</p>
                      <p>neu formiert: Verband 805</p>
                      <p>dazu: Küstenjäger-Abteilung 800; Nachrichten-Abteilung 800</p>
                      <p>Division Brandenburg z.b.V. 800 (1.4.1943 - 13.9.1944)</p>
                      <p>Am 1. April 1943 wurde der Sonderverband in Division Brandenburg z.b.V. 800 umbenannt und dem Wehrmachtführungsstab unterstellt.</p>
                      <p>Es entstanden:</p>
                      <p>Verband 801: Regiment 1 Brandenburg</p>
                      <p>Verband 802: Regiment 2 Brandenburg</p>
                      <p>Verband 803: Regiment 3 Brandenburg</p>
                      <p>Verband 804: Regiment 4 Brandenburg</p>
                      <p>Verband 805: Lehr-Regiment 5 Brandenburg</p>
                      <p>dazu: Küstenjäger-Abteilung Brandenburg; Nachrichten-Abteilung Brandenburg</p>
                      <p>Das Lehr-Regiment 5 Brandenburg umfaßte die eigentlichen V-Leute und Agenten, die ursprüngliche VM-Abteilung des alten Lehr-Regiments, und unterstand direkt der Abteilung II der Abwehr. Es wurde im Sommer 1943 geteilt in das Lehr-Regiment Kurfürst (für eigentliche Kommandoaufgaben) und das Lehr-Regiment Brandenburg. Aus letzterem wurde von März bis Juli 1944 das Alarm-Regiment Div. Brandenburg für den Einsatz in Ungarn ausgegliedert.</p>
                      <p>Von Anfang an und auch als Division wurde „Brandenburg&quot; nie als geschlossener Verband eingesetzt, sondern kompanie- oder bataillonsweise, in Kommandounternehmen auch in weit kleineren Einheiten (bis zu Trupps mit wenigen Mann). Kommandounternehmen wurden nunmehr vor allem durch das Regiment Kurfürst durchgeführt, das auch weiterhin der Abteilung II der Abwehr unterstellt blieb. Die Division selbst hatte sich in der Zwischenzeit zu einer infanteristisch eingesetzten Elite-Formation weiterentwickelt, die vermehrt regimentsweise an Front-Brennpunkten, vor allem auch im Partisanenkampf eingesetzt wurde - nunmehr als „Haustruppe&quot; des Wehrmachtführungsstabes, nicht mehr der Abwehr. So befanden sich im Laufe des Jahres 1944 etwa drei Regimenter im Raum Belgrad im Einsatz.</p>
                      <p>Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg&quot; (15.9.1944 - 10.5.1945)</p>
                      <p>Am 15. September 1944 wurde der Verband endgültig aus dem Kommandoeinsatz herausgenommen und in Panzer-Grenadier-Division „Brandenburg&quot; umbenannt. Zugleich wurde die Division aus dem Unterstellungsverhältnis unter den Chef des Wehrmachtführungsstabes entlassen und dem Generalstab des Heeres zur Verfügung gestellt. Die entsprechende Umgliederung verzögerte sich, da ein Teil der Regimenter aufgrund hoher Verluste neu aufgestellt werden mußte, auch mußten andere Einheiten (Artillerie und Divisions-Truppen) neu gebildet werden. Am 17. Oktober 1944 wurden Teile der Sturm-Division Rhodos eingegliedert. Im Laufe des Oktober und November 1944 wurde die Panzer-Grenadier-Division in Baden bei Wien schließlich aufgestellt mit folgenden Einheiten:</p>
                      <p>Jäger-Regiment 1 Brandenburg</p>
                      <p>Jäger-Regiment 2 Brandenburg</p>
                      <p>Artillerie-Regiment Brandenburg</p>
                      <p>dazu kamen Divisions-Einheiten mit dem Namenszusatz Brandenburg.</p>
                      <p>Am 20. Dezember 1944 wurde die Division mit der Panzer-Grenadier-Division „Großdeutschland&quot; zum Panzer-Korps „Großdeutschland&quot; zusammengeschlossen. Dabei wurden einzelne Bataillone von Brandenburg an Großdeutschland abgegeben.</p>
                      <p>Die Division bestand nun aus:</p>
                      <p>Panzer-Regiment Brandenburg</p>
                      <p>Panzer-Jäger-Regiment 1 Brandenburg</p>
                      <p>Panzer-Jäger-Regiment 2 Brandenburg</p>
                      <p>Panzer-Artillerie-Regiment Brandenburg</p>
                      <p>Panzer-Aufklärungs-Abteilung Brandenburg</p>
                      <p>dazu nachwievor Divisions-Einheiten mit dem Namenszusatz Brandenburg.</p>
                      <p>Das Lehr-Regiment Kurfürst blieb weiterhin im Kommandoeinsatz. Am 30. April 1945 wechselte die Division zum LIX. Armeekorps (1. Panzer-Armee, Heeresgruppe Mitte).</p>
                      <p>Die Masse der Division ging nach Kapitulation der Heeresgruppe Mitte am 10. Mai 1945 im Raum Deutsch-Brod in Böhmen in sowjetische Gefangenschaft.</p>
                      <p>Kommandeure:</p>
                      <p>10.10.1939-12.10.1940 Hauptmann Dr. Theodor von Hippel</p>
                      <p>12.10.1940-Ende Okt. 1940 Major Andreas von Aulock</p>
                      <p>30.11.1940-12.02.1943 Oberstleutnant Paul Haehling von Lanzenauer</p>
                      <p>12.02.1943-10.04.1944 Generalmajor Alexander von Pfuhlstein</p>
                      <p>10.04.1944-20.10.1944 Generalleutnant Friedrich Kühlwein</p>
                      <p>20.10.1944-10.05.1945 Generalmajor Hermann Schulte-Heuthaus</p>
                      <p>Unterstellung:</p>
                      <p>10.10.1939-01.04.1943 OKW / Amt Ausland/Abwehr</p>
                      <p>01.04.1943-15.9.1944 OKW / Wehrmachtführungsstab</p>
                      <p>15.9.1944-Febr. 1945 OKH / Generalstab des Heeres</p>
                      <p>Febr. 1945-30.4.1945 Panzerkorps „Großdeutschland&quot; / 4. Panzer-Armee / Heeresgruppe Mitte</p>
                      <p>30.4.1945-10.5.1945 LIX. Armeekorps / 1. Panzer-Armee / Heeresgruppe Mitte</p>
                    </scopecontent>
                  </c>
                </c>
                <c level="class" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" id="DE-1958_78d1616b-6d0b-435b-b3e0-0490a4e59bf9">
                  <did>
                    <unittitle>Wehrwirtschafts- und Rüstungsdienststellen</unittitle>
                  </did>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 19</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">OKW / Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1936-01-01/1945-12-31">1936-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>7500 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>133,5 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_460b21b8-b0e7-4b2c-b54f-5483aac00148"/>
                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Infolge der Abgabe der Unterlagen des WiRüAmtes aus der Zeit bis 1942 an das &quot;Archiv der Wehrwirtschaftsdienststellen&quot;, zuletzt mit Dienstsitz in Muskau/Oberlausitz, blieben sie in großem Umfange erhalten. Aber auch das Schriftgut des Wehrwirtschaftsamtes ab 1942 ist verhältnismäßig dicht überliefert.</p>
                      <p>Neben Unterlagen über Organisations-, Haushalts- und Personalangelegenheiten liegen u. a. zu folgenden Themenbereichen Akten vor:</p>
                      <p>wirtschaftspolitische Grundsatzfragen, Wehrwirtschafts- und Rüstungsorganisation, sowohl im In- als auch im Ausland, -Forschungsaufträge und -ergebnisse,</p>
                      <p>Lenkung der Kriegswirtschaft, Waren- und Zahlungsverkehr in besetzten Gebieten,</p>
                      <p>Zusammenarbeit mit militärischen und zivilen Dienststellen, der Indutrie und der NSDAP,</p>
                      <p>materielle Rüstung (Rüstungsprogramme und Fertigungspläne, auch Luftkriegsschäden),</p>
                      <p>Reichsverteidigungs- und innenpolitische Angelegenheiten,</p>
                      <p>wirtschaftliches Berichtswesen,</p>
                      <p>Raumordnung und Landesplanung, Baumaßnahmen,</p>
                      <p>Ausbau und Erkundung unterirdischer Anlagen,</p>
                      <p>Versorgung mit Roh- und Grundstoffen sowie Energie (u.a. Mineralöle, Betriebsstoffe, Erze, Eisen und Stahl, aber auch Lebens- und Futtermittel),</p>
                      <p>Mobilmachung der Rüstungswirtschaft und der Wehrmachtteile, wirtschaftliche Ausnutzung der besetzten Gebiete, Truppenausrüstung,</p>
                      <p>Preisbildung und -prüfung, technische Lieferbedingungen und -verträge, Erfindungen, personelle Rüstung (Personalbewirtschaftung und Arbeitseinsatz),</p>
                      <p>Verkehrs- und Transportwesen, Kriegsgefangenenwesen, Luftkrieg und Luftschutz, Ausbildung, wehrwirtschaftliche Kriegsspiele, Altmaterialerfassung und -verwertung.</p>
                      <p>Vorhanden sind ferner die Monatsberichte der Wehrwirtschaftsinspektionen für die Jahre 1935 bis 1939 (ab 1939 befinden sie sich im Bestand RW 20), die Kriegstagebücher des WiRüAmtes und des Wehrwirtschaftsamtes bis Herbst 1944, aber auch das Kriegstagebuch des ausgegliederten Rüstungsamtes noch bis November 1942 (Kriegstagebücher mit insgesamt 289 Nrn.) sowie zahlreiche Berichte und Verfügungen verschiedener Abteilungen und Amtsgruppen. Der Bestand umfasst ferner umfangreiche Serien sogenannter Länderakten mit Material über die Wirtschaft fast aller Teile der Erde (ca. 1600 Nrn.) sowie eine große Anzahl von Ausarbeitungen wirtschaftswissenschaftlicher Institute (ca. 1620 Nrn.).</p>
                      <p>Etwa 1500 AE sind lediglich über eine Kartei erfaßt.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wirtschaftsabteilung des Heereswaffenamtes wurde am 1. November 1934 als Dienststelle Wirtschafts- und Waffenwesen ins Wehrmachtamt des Reichswehrministeriums überführt und im Oktober 1935 in Wehrwirtschaftsstab (WStb), am 22. November 1939 in Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (WiRüAmt) umbenannt, dessen rüstungswirtschaftliche Abteilung am 7. Mai 1942 als Rüstungsamt in das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion eingegliedert wurde. Das im OKW verbliebene Wehrwirtschaftsamt (WiAmt) erhielt am 15. Februar 1943 wieder die Bezeichnung Wehrwirtschaftsstab und wurde am 28. März 1944 in Feldwirtschaftsamt umbenannt.</p>
                      <p>Der Organisationsplan des WiRüAmt (Stand 1. Februar 1942) und eine Übersicht mit dessen nachgeordneten Dienststellen (Stand 15. Juli 1941) befindet sich auf den Seiten 3 und 4 dieser Beschreibung (aus: Georg Thomas: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft.).</p>
                      <p>Die Aufgaben des WiRüAmtes bestanden in der Beschaffung von Waffen und Ausrüstung für die Wehrmacht. Auch für die Bereitstellung von Rohstoffen, Arbeitskräften und Transportraum hatte es zu sorgen und kümmerte sich um die Erkundung und Ausnutzung des Wirtschafts- und Rüstungspotentials der besetzten Gebiete. Das Wehrwirtschaftsamt war auf die Wahrnehmung der unmittelbar truppenwirtschaftlichen Belange beschränkt.</p>
                      <p>Vorprovenienzen: Wirtschaftsabteilung des Heereswaffenamtes, Dienststelle Wirtschafts- und Waffenwesen im Wehrmachtamt</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 20 - RW 32 Rüstungsdienststellen im Reichsgebiet und in den besetzten Gebieten</p>
                      <p>RW 45 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes mit zentraler Zuständigkeit</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes bei Stäben des Heeres und für besondere Aufgaben</p>
                      <p>RH 8 OKH/Heereswaffenamt, hier: Wirtschaftsabteilung (WaWi)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (im BA, Abt. R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (im BA, Abt. R)</p>
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                      <p>Ders: Krieg und Wirtschaft, Studien zur Wirtschaftsgeschichte 1939-1945. Berlin 1999</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Bearb. von Wolfgang, Birkenfeld. Boppard 1966</p>
                      <p>Forstmeier Friedrich und Volkmann Hans-Erich: Wirtschaft und Rüstung am Vorabend des 2. Weltkrieges. Düsseldorf 1975</p>
                      <p>dsb.: Forstmeier und Volkmann: Kriegswirtschaft und Rüstung 1939-1945. Düsseldorf 1977</p>
                      <p>Lübbers, Gert: Wehrmacht- und Wirtschaftsplanung für das Unternehmen &quot;Barbarossa&quot;. Deutsche Ausbeutungspolitik in den besetzten Gebieten der Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges, Dissertation 2008.</p>
                      <p>Pfahlmann, Hans: Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Darmstadt 1968</p>
                      <p>Herbert, Ulrich: Fremdarbeiter. Politik und Praxis des &quot;Ausländer-Einsatzes&quot; in der Kriegswirtschaft der Dritten Reiches. Berlin/Bonn 1985</p>
                      <p>Boelcke, Willi A.: Deutschlands Rüstung im 2. Weltkrieg. Hitlers Konferenzen mit Alfred Speer 1942-1945. Frankfurt a.M. 1969</p>
                      <p>Peter, Roland: General der Infanterie Georg Thomas. In: Hitlers militärische Elite. 2 Bde. (Hrsg.) v. Gerd R. Ueberschär. Bd. 1. Darmstadt 1998, S. 248-257</p>
                      <p>Heine, J.U.: Namen und Herkunft der Wehrwirtschaftsführer des Deutschen Reiches am 1. Januar 1942, 1976</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-1</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion I (Königsberg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>24 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,6 lfm</extent>
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                      </p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von August 1939 bis Juni 1944 (18 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (3 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn I von September 1939 bis Mai 1942.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspektion I wurde im Frühjahr 1935 beim Wehrkreis I in Königsberg aufgestellt und am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion (RüIn) umbenannt. Ihr unterstanden die Wehrwirtschaftsstellen, die ebenfalls ab November 1939 die Bezeichnung Rüstungskommandos führten. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
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                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/401-405: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos I, KTB von Februar 1943 bis September 1944; RW 46/406: Tätigkeits- und Lageberichte von Februar bis September 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-2</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion II (Stettin)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>19 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,2 lfm</extent>
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                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Vorhanden sind das KTB von August 1939 bis Juni 1944 (7AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (3 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn II von September 1939 bis Mai 1942 sowie eine Denkschrift über die wehrwirtschaftliche Bedeutung des Wehrkreises II von 1938.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspektion II (WiIn) wurde im Frühjahr 1935 beim Wehrkreiskommando II in Stettin eingerichtet und am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion II (RüIn) umbenannt. Ihr unterstanden die Wehrwirtschaftsstellen, die ebenfalls ab November 1939 als Rüstungskommandos bezeichnet wurden. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/407-412: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos II, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/413: Tätigkeitsberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-3</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion III (Berlin)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>17 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,4 lfm</extent>
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                      </physdesc>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>KTB mit Anlagen von Juli 1942 bis September 1944 (8 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (5 E) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn III von September 1939 bis Mai 1942 sowie eine Liste der Wehrwirtschaftsbetriebe für den Bezirk der Wehrwirtschaftsinspektion III von 1939.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspektion III wurde im Frühjahr 1935 im Wehrkreiskommando III in Berlin aufgestellt und am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion umbenannt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen zugeteilt, die ab November 1939 Rüstungskommandos hießen. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
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                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/414-416: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos III, KTB von Februar bis Dezember 1943; RW 46/417-418: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Dempz, Laurenz: Zwangsarbeiter in Berlin 1939-1945. Berlin 1986</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-4</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion IVa (Dresden) und IVb (Reichenberg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
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                        <extent>27 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von August 1939 bis März 1943 (7 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (4 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn IV von September 1939 bis Mai 1942. Ferner KTB der RüIn IVa von April 1943 bis September 1944 (6 AE) und der RüIn IVb von Mai 1943 bis September 1944 (6 AE).</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspektion IV wurde im Frühjahr 1935 beim Wehrkreiskommando IV in Dresden eingerichtet; sie erhielt am 22. November 1939 die Bezeichnung Rüstungsinspektion IV und wurde am 1. April 1943 in die RüIn IVa Dresden und RüIn IVb Reichenberg geteilt. Wehrwirtschaftsstellen, ab November 1939 als Rüstungskommandos bezeichnet, waren ihr unterstellt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
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                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes ( RW 46/419-422: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos IV, KTB von Februar 1943 bis März 1944; RW 19/423: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-5</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektionen V (Stuttgart) und Oberrhein (Straßburg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>69 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>2,1 lfm</extent>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Aus der Zeit von Mitte Februar 1942 bis Ende Juni 1943 sind weder Kriegstagebücher noch Lageberichte überliefert. Vorhanden sind das KTB von Juli 1943 bis März 1944 (3 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (5 AE) und zwei Hefte zur Geschichte der RüIn V von September 1939 bis Dezember 1941. Ferner das KTB der RüIn Oberrhein von Juli 1942 bis Juni 1944 (8 AE).</p>
                      <p>Darüber hinaus liegen Sachakten in größerem Umfang (42 AE) von der RüIn Oberrhein vor, die Tages-, Wochen- und Monatsberichten einzelner Abteilungen der RüIn Oberrhein und der Rüstungskommandos Freiburg, Kolmar, Mannheim und Straßburg (14 AE/1942-1944), die Rundschreiben und -erlasse (6 AE/1940-1944) sowie Unterlagen zur Lohnpolitik und zum Personaleinsatz (10 AE/1942-1944) umfassen. Daneben sind Verzeichnisse von Industriefirmen im Bereich der RüIn Oberrhein (3 AE/1942, 1944) sowie Baustoff-Anforderungen zur Behebung von Fliegerschäden (3 AE/1943-1945) vorhanden.</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Frühjahr 1935 wurde beim Wehrkreiskommando V die Wehrwirtschaftsinspektion V aufgestellt. Sie wurde am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion umbenannt und Anfang Juli 1943 in die RüIn V Stuttgart und RüIn Oberrhein mit Sitz in Straßburg geteilt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen zugeteilt, die ab November 1939 Rüstungskommandos hießen. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden</p>
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                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/424-427: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos V, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/428: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Fear, Jeffrey: Die Rüstungsindustrie im Gau Schwaben 1939-1945. In: VfZG 35 (1987), S. 193-216</p>
                      <p>Peter, Roland: Rüstungspolitik in Baden. München 1995</p>
                      <p>Schäfer. Thomas: Die Arbeitseinsatzlage im 2. Weltkrieg in Württemberg aus der Sicht der Rüstungsinspektion V und der Rüstungskommandos. Magisterarbeit Univ. Tübingen. Tübingen 2001</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion VI (Münster)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>26 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von Februar 1940 bis März 1944 (12 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (6 AE) und vier Hefte zur Geschichte der RüIn VI von September 1939 bis Mai 1942 sowie zwei Sachakten, darunter ein Verzeichnis der Auslieferungslager der Ruhröl AG Mühlheim/Ruhr von 1943.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspektion VI wurde am 1. April 1935 beim Wehrkreiskommando VI in Münster/Westfalen eingerichtet und am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion (RüIn) VI umbenannt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen, die ab November 1939 Rüstungskommandos hießen, unterstellt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/429-433: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos VI, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/434: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944 )</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7, 10 und 17</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-7</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion VII (München)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
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                        <extent>24 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                        <genreform>Schriftgut</genreform>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Vorhanden sind das KTB von Dezember 1939 bis Dezember 1941 und von Juni 1942 bis September 1944 (15 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (4 AE) und zwei Hefte zur Geschichte der RüIn VII von September 1939 bis April 1942 sowie drei Sachakten, darunter eine über die Organisation der Wirtschaftsinspektion VII mit Karte von 1942.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Beim Wehrkreiskommando VII in München wurde im Frühjahr 1935 die Wehrwirtschaftsinspektion VII eingerichtet und am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion (RüIn) umbenannt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen, die ebenfalls ab November als Rüstungskommandos bezeichnet wurden, unterstellt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/435-438: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos VII, KTB von Februar 1943 bis März 1944; RW 46/428: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-8</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektionen VIII a (Breslau) und VIII b (Kattowitz)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von August 1939 bis Dezember 1942 (13 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (7 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn VIII von August 1939 bis Mai 1942 sowie eine Denkschrift über die Provinz Niederschlesien und ihre wehrwirtschaftlichen Bedeutung von 1937 und eine Unterlage zur &quot;Die Wanderbewegung Schlesiens&quot; von 1938. Ferner sind das KTB des Wehrwirtschaftsstabes z.b.V. von August 1939 bis Mai 1940 (1 AE) sowie das KTB der RüIn VIIIa von Januar 1943 bis September 1944 (7 AE) und das KTB der RüIn VIIIb von April 1943 bis September 1944 (6 AE) vorhanden.</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Die im Frühjahr 1935 beim Wehrkreis VIII Breslau eingerichtete Wehrwirtschaftsinspektion wurde am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion VIII umbenannt. Anfang März 1943 wurde sie in die RüIn VIIIa Breslau und RüIn VIIIb Kattowitz. geteilt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen, die ab November 1939 Rüstungskommandos hießen, zugeteilt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Monatsberichte der Wehrwirtschafts-Inspektion VIII von 1935 bis 1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/440-444: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos VIII, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/445: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7 und 17</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Geschichte des Bestandsbildners</head>
                      <p>Im Zuge der Errichtung von Rüstungsinspektionen für die einzelnen Reichsgaue wurde am 1. April 1943 das Rüstungskommando Kattowitz für den Gau Oberschlesien in eine Rüstungsinspektion umgewandelt und erhielt die Bezeichnung Rüstungsinspektion VIIIb Kattowitz. Der Gau Oberschlesien schied damit aus dem Bereich der bisherigen Rüstungsinspektion VIII Breslau aus. Die Rüstungsinspektion VIII Breslau erhielt die neue Bezeichnung Rüstungsinspektion VIIIa. Das Rüstungskommando Gleiwitz wurde der neuen Rüstungsinspektion VIIIb Kattowitz unterstellt.</p>
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                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion IX (Kassel)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>28 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Vorhanden sind das KTB von August 1939 bis September 1944 (19 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (5 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn IX von August 1939 bis Mai 1942.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Im Herbst 1935 wurde beim Wehrkreiskommando IX Kassel die Wehrwirtschaftsinspektion IX mit den ihr unterstellten Wehrwirtschaftsstellen eingerichtet. Am 22. November 1939 erfolgte ihre Umbenennung in Rüstungsinspektion IX. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/446-449: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos IX, KTB von Februar 1943 bis März 1944; RW 46/450: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7 und 17</p>
                      <p>Baranowski, Frank: Rüstungsprojekte in der Region Nordhausen, Worbis und Heiligenstadt während der NS- Zeit. Duderstadt 1998.</p>
                      <p>Baranowski, Frank: Rüstungsprojekte in Südniedersachsen und Thüringen während der NS-Zeit. Duderstadt 1995.</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
                    </relatedmaterial>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-10</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion X (Hamburg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>33 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,7 lfm</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von August 1939 bis September 1944 (23 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (2 AE) und zwei Hefte zur Geschichte der RüIn X von August 1939 bis Dezember 1941 sowie eine Handakte der Zahlmeisterei von 1942 bis 1944.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Nach Aufstellung des Wehrkreiskommandos X im Herbst 1935 wurde dort die Wehrwirtschaftsinspektion X mit den ihr unterstellten Wehrwirtschaftsstellen eingerichtet, die am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion IX umbenannt wurde. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/451-455: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos X, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/456: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7, 10 und 17</p>
                      <p>Grieser, Helmut: Materialien zur Rüstungswirtschaft Schleswig-Holsteins im Dritten Reich Kiel 1987</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-11</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektionen XI a (Hannover) und XI b (Magdeburg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>42 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>1,1 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <p>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Vorhanden sind das KTB von August 1939 bis März 1943 (19 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (6 AE) und drei Hefte zur Geschichte der RüIn XI von September 1939 bis Mai 1942. Ferner das KTB der RüIn XI a Hannover von April 1943 bis September 1944 (5 AE) sowie das KTB der RüIn XI b Magdeburg von April 1943 bis Juni 1944 (5 AE) und zwei Sachakten, darunter die Aufstellung von &quot;Armierungs-Bataillonen aus den Rüstungsbetrieben im Bereich der RüIn XI b von 1945.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Nach Aufstellung des Wehrkreiskommandos XI in Hannover 1936 wurde dort die Wehrwirtschaftsinspektion XI eingerichtet, am 22. November 1939 in Rüstungsinspektion IX umbenannt und Anfang April 1943 in die RüIn XIa Hannover und RüIn XIb Magdeburg geteilt. Ihr waren Wehrwirtschaftsstellen, ab November 1939 als Rüstungskommandos bezeichnet, zugeteilt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/457-458: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos XI, KTB von Oktober 1943 bis Dezember 1944; RW 46/459: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
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                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7, 10 und 17</p>
                      <p>Arbeitsgemeinschaft Südniedersächsischer Heimatfreunde e.V. (Hrsg.): Rüstungsindustrie in Südniedersachsen während der NS-Zeit. Mannheim 1993</p>
                      <p>Baranowski, Frank: Rüstungsprojekte in der Region Nordhausen, Worbis und Heiligenstadt während der NS- Zeit. Duderstadt 1998.</p>
                      <p>Baranowski, Frank: Rüstungsprojekte in Südniedersachsen und Thüringen während der NS-Zeit. Duderstadt 1995.</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
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                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-12</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektionen XII a (Wiesbaden) und XII b (Saarbrücken)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1938-01-01/1944-12-31">1938-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>94 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
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                      <physloc>Freiburg</physloc>
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                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Überliefert sind das KTB von August 1939 bis Juni 1944 (15 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (7 AE) und ein Heft zur Geschichte der RüIn I von August 1939 bis September 1940 sowie eine Zonenkarte von Mai 1938 und ein Verzeichnis der Rüstungsbetriebe von 1944/45. Ferner das KTB der RüIn XIIa Wiesbaden von Juli 1943 bis September 1944 (6 AE) und vier Sachakten, darunter auch zwei Werkschutzpläne von 1943, das KTB der RüIn XIIb Saarbrücken/Metz von Oktober 1943 bis Juni 1944 (3 AE) und das KTB der Außenstelle St. Ingbert von Oktober bis Anfang Dezember 1944 (1 AE) sowie Tätigkeitsberichte der Rü In XIIb von Ende Januar bis Anfang April 1944</p>
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                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Nach Aufstellung des Wehrkreiskommandos XII im Frühjahr 1936 wurde dort die Wehrwirtschaftsinspektion X mit den ihr unterstellten Wehrwirtschaftsstellen eingerichtet. Am 22. November 1939 wurde sie in Rüstungsinspektion (RüIn) XII umbenannt und Anfang Juli 1943 in die RüIn XIIa Wiesbaden und RüIn XIIb Saarbrücken, später Metz, aufgeteilt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
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                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/460-462: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos XII, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/463: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7 und 17</p>
                      <p>Arbeitsgemeinschaft Südniedersächsischer Heimatfreunde e. V. (Hrsg.): Rüstungsindustrie in Südniedersachsen während der NS-Zeit. Mannheim 1993</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-13</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion XIII (Nürnberg)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1945-12-31">1939-1945</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>14 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,3 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_62582108-6db9-4b37-a0ad-318bdf4ac628"/>
                      </p>
                    </otherfindaid>
                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>Vorhanden sind das KTB von August 1939 bis September 1944 (7 AE), Lageberichte von September 1939 bis Februar 1942 (4 AE) und zwei Hefte zur Geschichte der RüIn XIII von September 1939 bis Mai 1942 sowie eine Akte mit Organisationsübersichten und Anordnungen der RüIn XIII.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Bei dem seit Herbst 1937 bestehenden Wehrkreiskommando XIII wurde die Wehrwirtschaftsinspektion XIII mit den ihr unterstellten Wehrwirtschaftsstellen aufgestellt. Am 22. November 1939 wurde sie in Rüstungsinspektion XII und die Wehrwirtschaftsstellen in Rüstungskommandos umbenannt. Weitere Angaben zur Organisation und zu den Aufgaben der Rüstungsinspektionen können den vorangestellten Allgemeinen Informationen entnommen werden.</p>
                    </scopecontent>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv</head>
                      <p>RW 19 OKW/Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt (u. a. RW 19/9 ff.: Lageberichte von 1935-1939)</p>
                      <p>RW 21 Rüstungskommandos</p>
                      <p>RW 46 Nachgeordnete Dienststellen des WiRüAmtes (RW 46/464-466: Wehrwirtschaftsoffizier des Wehrkreiskommandos XIII, KTB von Februar 1943 bis Dezember 1944; RW 46/467: Tätigkeits- und Lageberichte aus 1944)</p>
                      <p>R 3 Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                      <p>R 3101 Reichswirtschaftsministerium (Bundesarchiv, Abteilung R)</p>
                    </relatedmaterial>
                    <relatedmaterial>
                      <head>Literatur</head>
                      <p>Guides to German Records Microfilmed at Alexandria/Va. Washington 1958 ff., Bde. 7 und 17</p>
                      <p>Thomas, Georg: Geschichte der deutschen Wehr- und Rüstungswirtschaft (1918-1943/45). Hrsg. von Wolfgang Birkenfeld. Boppard am Rhein 1966</p>
                    </relatedmaterial>
                  </c>
                  <c level="file" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink">
                    <did>
                      <unitid encodinganalog="3.1.1" type="call number">RW 20-17</unitid>
                      <unittitle encodinganalog="Bestandsbezeichnung">Rüstungsinspektion XVII (Wien)</unittitle>
                      <unitdate encodinganalog="Bestandslaufzeit" normal="1939-01-01/1944-12-31">1939-1944</unitdate>
                      <physdesc>
                        <extent>15 Aufbewahrungseinheit(en)</extent>
                        <extent>0,4 lfm</extent>
                        <genreform>Schriftgut</genreform>
                      </physdesc>
                      <physloc>Freiburg</physloc>
                    </did>
                    <otherfindaid>
                      <p>
                        <extref xlink:role="url_findbuch" xlink:href="DE-1958_758ba873-f355-4a65-b733-40c6a10344e9"/>
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                    <scopecontent>
                      <head>Inhaltliche Charakterisierung</head>
                      <p>In RW 20 sind die Unterlagen sowohl der Rüstungsinspektionen als auch der Wehrwirtschaftsinspektionen zusammengefasst, da eine Trennung des Schriftgutes auf Grund der sich auch in der Registraturführung niederschlagenden engen organisatorischen Verknüpfung beider Dienststellen nicht möglich war.</p>
                      <p>Erst die Neuorganisation der Wehrwirtschaft im Reich, im Protektorat Böhmen und Mähren sowie im Generalgouvernement mit der Auflösung der Wehrwirtschaftsinspektionen und der Neuschaffung der Wehrwirtschaftsoffiziere der Wehrkreiskommandos zum 1. Februar 1943 zog auch eine räumliche Trennung zwischen der Rüstungsdienststellen des Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion einerseits und den dem Oberkommando der Wehrmacht/Chef des Wehrwirtschaftsamtes andererseits nachgeordneten Wehrwirtschaftsoffizieren der Wehrkreiskommandos nach sich.</p>
                      <p>Die Überlieferung der letztgenannten Dienststellen wurde - ihrem eigenständigen Charakter entsprechend - abgetrennt und im Bestand RW 46 zusammengefasst.</p>
                      <p>Während die Kriegstagebücher, Lageberichte und Darstellungen zur Geschichte der Rüstungsinspektionen sukzessive ausgesondert und im &quot;Archiv der Wehrwirtschaftsstellen&quot; (zuletzt: Muskau/Oberlausitz) gesammelt wurden, verblieben die Sachakten in den Registraturen der jeweiligen Dienststellen und fielen dort gegen Ende des Zweiten Weltkrieges der Vernichtung anheim.</p>
                    </scopecontent>
                    <scopecontent>
                      <head>Bestandsbeschreibung</head>
                      <p>Am 1. April 1935 trat die Neuorganisation der Wehrwirtschaft in Kraft, die mit Befehl Nr. 400/34 g. K. W Wi (Ib) des Reichswehrministers vom 19. Dezember 1934 angeordnet worden war. Sie schuf als koordinierende Mittelinstanzen auf Wehrkreisebene die Wehrwirtschaftsinspektionen (Wi In) sowie die diesen unterstellten Wehrwirtschaftsstellen (W WiSt).</p>
                      <p>Der Wehrwirtschaftsinspekteur war Bevollmächtigter des Reichskriegsministers und Oberbefehlshabers der Wehrmacht für seinen Bezirk in allen Angelegenheiten der Wehrwirtschaft. Er leitete die der Wehrmacht zufallenden Aufgaben der gesamten Wehrwirtschaft und vertrat ihre Belange gegenüber allen militärischen und zivilen Dienststellen sowie gegenüber der Wirtschaft innerhalb seines Bezirkes. Er unterstand dem Chef Wehrmachtamt (Chef WA) bzw. Chef Wehrwirtschaftsstab (Chef W Stb) in allen persönlichen und allen der einheitlichen Leitung durch das Reichskriegsministerium unterliegenden wehrwirtschaftlichen Angelegenheiten. In rüstungswirtschaftlichen Angelegenheiten hingegen war er den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile unterstellt. Dies betraf insbesondere die Unterbringung des Fertigungsplans der Wehrmacht in der Industrie, die Vorbereitung und Durchführung der Mobilmachung der den Wehrmachtteilen zur Federführung zugewiesenen Rüstungsbetriebe sowie die Mitwirkung bei der laufenden Fertigung. Darüber hinaus konnten die Wehrwirtschaftsinspektionen von den Waffen- und Beschaffungsämtern der Wehrmachtteile (Heereswaffenamt, Heeresverwaltungsamt, Technisches Amt des Reichsluftfahrtministeriums, Allgemeines Marineamt) bei der Durchführung von Beschaffungen im Frieden und im Kriege herangezogen werden. (vgl. RW 19/843 und RW 19/858)</p>
                      <p>Am 22. November 1939 wurden die Wehrwirtschaftsinspektionen (W In) in Rüstungsinspektionen (Rü In) umbenannt (s. RW 22/1). Ihre räumliche Zuständigkeit entsprach zunächst der Wehrkreiseinteilung, wurde 1942/43 durch Teilungen und Grenzänderungen jedoch der Gaueinteilung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) angeglichen.</p>
                      <p>Einen starken Eingriff in die bisherige Organisation der Rüstungswirtschaft bedeutete der Erlass des Führers zur einheitlichen Steuerung der Rüstungswirtschaft vom 7. Mai 1942 (vgl. RW 19/511). Das bisherige Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt wurde mit Wirkung vom 1. Juni 1942 aufgegliedert in</p>
                      <p>a) das Wehrwirtschaftsamt (Wi Amt) des Oberkommandos der Wehrmacht,</p>
                      <p>b) das Rüstungsamt (Rü Amt) des Reichsministers für Bewaffnung und Munition:</p>
                      <p>&quot;1) Das bisherige Wehrwirtschafts- und Rüstungsamt im Oberkommando der Wehrmacht wird umgewandelt:</p>
                      <p>a) in das Rüstungsamt des Reichsministers für Bewaffnung und Munition mit den Teilen, deren Aufgabengebiet in die künftige Zuständigkeit des Reichsministers für Bewaffnung und Munition übergeht;</p>
                      <p>b) in das Wehrwirtschaftsamt des Oberkommandos der Wehrmacht mit den Teilen, deren Aufgabengebiet dem Oberkommando der Wehrmacht verbleibt.&quot;</p>
                      <p>Die Rüstungsinspektionen im Reichsgebiet, dem Protektorat Böhmen und Mähren sowie im Generalgouvernement wurden umgewandelt in je eine Rüstungsinspektion (Rü In) und eine Wehrwirtschaftsinspektion (Wi In).</p>
                      <p>&quot;Dem Reichsminister für Bewaffnung und Munition werden [...] unmittelbar unterstellt: [...] b) die nachgeordneten Rüstungsdienststellen (Rüstungs-Inspektionen und Rüstungs- Kommandos; sie sind damit Außenstellen des Reichsministers für Bewaffnung und Munition.&quot; (vgl. RW 19/511, &quot;Führererlass zur einheitlichen Steuerung der Rüstungswirtschaft vom 7.5.1942&quot;)</p>
                      <p>Die Wehrwirtschaftsinspekteure mit ihren Dienststellen waren dem Oberkommando der Wehrmacht (Chef des Wehrwirtschaftsamtes) nachgeordnet. In allen territorialen Wehrmachtfragen waren sowohl die Rüstungs- als auch die Wehrwirtschaftsinspektionen dem jeweiligen örtlichen Wehrkreisbefehlshaber unterstellt.</p>
                      <p>Geleitet wurden die beide Dienststellen durch die bisherigen Rüstungsinspekteure, die in Personalunion auch die Funktion der Wehrwirtschaftsinspekteure wahr nahmen. Die in den Bereich des Reichministers für Bewaffnung und Munition überführten Dienststellen der Wehrmacht behielten ihre Eigenschaft als Wehrmachtdienststellen bei. Sämtliche Angehörige dieser Dienststellen galten nur als zum Reichsminister für Bewaffnung und Munition kommandiert,